Was sind verfolgte
Schüler? Bereits im Deutschen
zu Diskriminierung, KZ und Mord an Schülern und in der DDR führten, außer sozialer Herkunft in den frühen
Jahren der sozialistischen Diktatur des Proletariats, ebenfalls beide letztgenannten Gründe zu staatlicher
Diskriminierung. Sie manifestierte sich in Verweigerung des Zugangs oder Abschlusses akademischer
Bildung, in politisch motivierter Zwangsadoption oder politisch motivierte Einweisung in staatliche Heime weil
Kinder oder Eltern propagierte sozialistische Erziehungsziele - Mitgliedschaft in kommunistischen Jugend-
organisationen war eines, freie Wahl des Wohnortes war keines - nicht erfüllten. Weder damals noch heute
interessieren die Auswirkungen solcher Maßnahmen auf Psyche und weiteren Lebensweg dieser Kinder.
Opfer waren politische Zwänge Ablehnende (vor der „Kirche im Sozialismus“ durch beide Kirchen gefordert)
und politisch Andersdenkende. Trotz qualifizierender Zeugnisse hatten alle verfolgten Schüler ähnliche
Schicksale: das, der nicht zu Oberschule, Hochschule oder Universität Zugelassenen, der in Schul- oder
Studienzeit ohne Abschluss von Schulen Verwiesenen, Verhafteten, Verurteilten, Heim-Eingewiesenen,
Zwangsadoptierten oder allen Besitz in der DDR zurücklassend in die Bundesrepublik Geflüchteten. Letztere
mit einem heute von Politikern bewusst falsch proklamierten Ende der Verfolgung. Die Realität in den 50er
und 60er Jahren des ersten BRD-,Bildungsnotstandes’ war eine andere: weder Beratung wie nach zeitlicher
Unterbrechung die Bildung in einem anderen Bildungssystem wieder aufgenommen werden könne, noch
finanzielle Unterstützung für die absolut mittellosen verfolgten Schüler. Bis 1971 und BAföG verweigerte
auch die BRD indirekt ,Gönner‘-losen geflüchteten verfolgten Schülern das Menschenrecht auf Bildung!
Wegen der Tradition dieses Unrechts sind in Chronik/Rückblick Ereignisse politisch motivierter Verfolgung
und Diskriminierung ,fremdrassiger’, religiöser und sozial unterprivilegierter Schüler zu finden. Ob jüdisches,
christliches, Zeuge Jehova, Sinti, Roma oder einfach nur armes Kind, das Ergebnis war/ist für unschuldige
Kinder ein ähnliches, das einer Minderheit aufgezwungenen Existenz.
Wer sind Rückrat-Brecher? Erinnern wir die politischen Systeme Deutschlands seit 1933. Damals wurden
deutsche Eliten für viele Kinder Bildungsverweigerer, Besitzvernichter, Waisenmacher, Zwangsarbeitgeber.
Mit Wehrpflicht und Todesstrafe zwangen sie viele Väter in einen Angriffskrieg und waren verantwortlich für
Tod oder Mord an Eltern und Geschwistern. Bevor Kriegswaisen ihren Schmerz überwanden, mit Stiefvater/-
mutter oder -eltern in mehr oder minder geordneten Umständen lebten und Hab und Gut ersetzt war, wurden
Kriegsreparationen wegen der ,Kollektivschuld’(!) ,sozialisiert’ und der Großteil verantwortlicher NS-Eliten in
einem Teil Deutschlands integriert bzw. amnestiert. Obwohl später sogar die Kinder der Kriegswaisen ohne
Großvater/ -mutter oder -eltern aufwachsen mussten, erhalten Kriegswaisen wie andere unschuldige NS-
Opfer keine Entschädigung. Im Gegenteil, als deutsche Opferminderheit mussten sie mit Sozial- und Steuer-
abgaben die hohen Pensionen der für ihre ruinierte Kindheit Verantwortlichen und dafür nie bestraften NS-
Eliten mitfinanzieren.
Auch sozialistische Eliten sind schwerer Verfassungs- und Menschenrechtsverletzungen schuldig. Politisch
begründet wurde Bildung verweigert, zwangsadoptiert, heimeingewiesen, eingekerkert, gefoltert, getötet,
Menschenhandel betrieben und Kinder als Geiseln benutzt. Mit Ausnahme traditioneller Bauernopfer blieben
auch diese Täter ungestraft, ihre finanziellen Altlasten wurden sozialisiert und sie wurden integriert noch ehe
ihre Opfer eine angemessene Entschädigung erhielten. Verpflichtungserklärungen und Eide für Diktaturen
zu leisten war hier immer errfolgreicher als Widerstand. Als Opferminderheit haben verfolgte Schüler mehr
Pflichten als Rechte, sie müssen sogar die hohen Pensionen der für ihre ruinierten Leben Verantwortlichen
und nie Bestraften mitfinanzieren – deutsches ,nulla poena sine lege’ steht über allen Menschenrechten.
Wegen der Tradition dieses Unrechts sind in Chronik/Rückblick Ereignisse vieler politisch motivierter Greuel
an Menschen zu finden. Ob jüdisch, französisch, griechisch oder serbisch, ob Gaskammer, Geiselmord,
politisch motiviertes Todesurteil und Haftstrafe, das Ergebnis ist für alle Kinder ein ähnliches, das einer
Minderheit aufgezwungenen Existenz.
Das ist nicht alles. Die Eliten dieses, frühere Unrechtseliten schnell integrierenden Systems legalisierten
zudem trotz Diskriminierungsverbots, diskriminierende Gläubiger- und Haftungsprivilegien, die Straffreiheit
für Bankrott und damit die alljährliche ,Umverteilung’ von Milliardenbeträgen einschl. des Großteiles eigenen,
über Jahrzehnte als Arbeiter mühsam ersparten Geldes. Mein persönlicher ,Pleitegeier’-Bauunternehmer
fuhr weiterhin sein Luxusauto und hatte ein neues Firmenschild am Haus noch bevor ich die gesetzliche
,Umverteilung’ meiner DM 65 000 Ersparnisse (ein kleiner Teil seiner gesamten amtsgerichtlichen Gläubiger-
schulden) mit Krediten zu tilgen beginnen konnte. Staatsanwälte stellten die Ermittlungen ein, Richter
wiesen Klagen und Parlamentarier die Petition zurück. Wenn die finanziellen Interessen einiger tausend
Bankrotteure wichtiger sind als die zehntausender unschuldiger Gläubiger dann ist auch das ein Beleg
deutscher Unrechts-Tradition.
Zur Tradition derartigen Unrechts sind in Chronik/Rückblick Hinweise auf ,Arisierungen’, Enteignungen,
Vermögenseinzug und Bankrotteure zu finden. Ob ,arisiert’, enteignet, richterlich angeordneter Einzug legal
erworbenen Vermögens oder Opfer skrupelloser Bankrotteure, das Ergebnis ist für alle Opfer ein ähnliches,
das einer Minderheit aufgezwungenen Existenz.
Eliten, ihre Bürokraten und ihre ,Meinungsbildner’ sind weiterhin die Rückrat-Brecher von Minderheiten.
Mit akademischer Bildung z. T. als elitärem ,Erbrecht’, häufig mit Privilegien beschränkter politischer oder
justizieller Haftung, schneller Integration bzw. baldiger Amnestie nach mitzuverantwortendem Unrecht
haben sie meist großzügige von ihren Opfern mitzufinanzierende Pensionsansprüche. Nicht einmal ihre
Menschenrechts- oder Verfassungsrechtsverletzungen haben eine Reduzierung dieser Ansprüche zur
Folge. Diese unveränderte Instrumentalisierung des Rechtsbegriffs hat Tradition.
Schätzungen zur Zahl verfolgter DDR-Schüler gehen bis 50 000. Nur 20 Hungerstreikende
vor
EKD oder Bischofskonferenz oder 1 000 dort Protestierende oder 5 000 Appelle an internationale Institu-
tionen und ausländische Persönlichkeiten brächten die für diese politischen Opfer nötige Öffentlichkeit.
Dekaden totalitären Unrechts und eine Dekade Rechtsstaat mit tausenden Oscar-reif ,gewandelter’ ex-DDR-
Kader in Politik und Justiz ließen viele verfolgte Schüler resignieren. Diese Seiten sollen bewusst machen
was uns, unseren Familien an Lebensqualität, Einkommen und finanzieller Sicherheit und unseren Kindern
an Bildungschancen gestohlen wurde. Sie dienen, die für unsere Schicksale und psychischen Leiden
Verantwortlichen, den Klerus der uns verriet und die uns eine angemessene Entschädigung Verweigernden
und in Sonntagsreden zynisch ,Achtung und Mitgefühl’ Verteilenden zu erinnern. Diese Seiten nivellieren
kein Unrecht dreier deutscher Systeme aber sie weisen auf die hier traditionelle defizitäre Behandlung von
Menschenrechtsverletzern und ihren Opfern und das Teilen und Herrschen mittels Länder und Opfergruppen
spezifischer Almosen hin. Die Apologeten des Unrechts stellen wie zu allen Zeiten Unrecht und dessen
Kontinuität in Abrede. In schlichtem Populismus agierende Mitglieder politischer und schreibender Zünfte
bezeichnen Proteste gegen diese Sachverhalte als ,Unfähigkeit mit persönlichen Tief- und Schicksals-
schlägen’ zu leben, ignorierend, daß Tiefschläge regelwidrig und strafwürdig und Schicksalsschläge
unabwendbare Fügung, also höhere und nicht menschliche Gewalt sein sollten. Krönende Argumente dieser
Unrechts-Verteidiger sind: die ,exzessive Priorisierung’ von Karriere, des ,Diesseits’ und materieller Werte
sowie mangelndes menschliches Verständnis der Opfer für die Täter, man solle Versöhnung praktizieren,
die Vergangenheit ruhen lassen (,das ist doch vorbei, jetzt haben wir andere Sorgen’), ja man solle sich
bewußt sein, daß es vollständige Gerechtigkeit nicht geben kann. Diese Phrasen an Opferminderheiten
kommen meist von der Mehrheit nicht direkt Betroffener, der Mitläufer und Mitverantwortlichen. Sie
verweigern jegliche Wahrnehmung des Verlustes von Gerechtigkeit. Deshalb ,Der Schoß ist fruchtbar noch,
der das gebar.’
Der „SPIEGEL“ berichtete in 2001, daß nur noch 8% der Kinder aus unteren Einkommensschichten ein
Studium aufnehmen, während es 72% der Kinder einkommensstärkerer Familien sind und der Anteil derer
aus besonders wohlhabenden Familien sich zwischen 1982 und 2000 sogar verdoppelte. „Der wirklich
maßgebende Erfolgsfaktor war die soziale Herkunft“ betonte Soziologe Hartmann im „SPlEGEL“. Dem
„SPIEGEL“ zufolge „kommen über 4/5 aller Führungskräfte der Wirtschaft aus einer Schicht, der nur 3% der
Gesellschaft angehören. Die Nase vorn haben wiederum Angehörige der oberen fünf Promille...“. Die
Bundesrepublik liegt hier am Ende vergleichbarer europäischer Staaten. Das ,Bildungsprivileg’ war im
Deutschen
aus Nomenklatur, Parteikadern und ,Intelligenz’ Bildungsprivilegien und diskriminierte verbrecherisch gegen
andere intellektuell qualifizierte Kinder.
Minderheitendiskriminierung, Instrumentalisierung Jugendlicher, Verfolgung von Schülern, Perioden
totalitärer Pädagogik, „Bildungsnotstand“, Bildung in Zwerg- und Eliteschulen hin zu PISA-Ergebnissen,
Elitenschutz durch gezielte Informationsunterdrückung mit Archivgesetz-Schutzfristen von 30 Jahren statt
prompter umfassender öffentlicher Aufklärung sowie verweigerte Opferentschädigung sind z.T. noch heute
Realitäten. Dient eine in Dekaden wenig veränderte Bildungspolitik, die bei PISA zur größten Leistungs-
streuung mit Schwerpunkt am unteren Ende beteiligter Staaten führt oder eine in Dekaden ebenso wenig
veränderte Familienpolitik mit einem negativen Bevölkerungswachstum ebenfalls am Ende vergleichbarer
Staaten mehr der extrem ungerechten Vermögensverteilung in diesem Land oder dem Gemeinwohl? Zur
Sicherung dieser Staatsräson und dank öffentlicher Amnesie wurden viele Rückrat-Brecher und deren
Helfer wiederholt bereits zu einem Zeitpunkt amnestiert, reintegriert oder generös pensioniert zu dem deren
Opfer noch um erbärmliche Entschädigungsalmosen kämpfen
mussten. Deshalb und weil ältere verfolgte
Schüler eine von deutschen Eliten und Kirchen
3fach betrogene Generation sind, erinnert Chronik/Rückblick
mit Schlaglichtern deutsche Geschichte seit 1933 und zeigt elitäre Defizite, Manipulationen und Menschen-
rechtsverletzungen. Einträge ohne direkte Verbindung zu verfolgten Schülern sind im Zusammenhang mit
diesen Eliten, ihren Denkern und Bürokraten zu sehen und häufig wenig erbaulich. Die aus menschen-
verachtenden Traditionen und Manipulationen resultierenden Opferbiografien sind aus dieser menschen-
rechtlichen Perspektive sichtbar, während Personen/Karrieren kurze, leider häufig lückenhafte Biografien
einiger Rückrat-Brecher aus Chronik/Rückblick sowie einiger anderer Persönlichkeiten zeigt.
Das Schicksal verfolgter Schüler ist innerhalb und insbesondere außerhalb Deutschlands unbekannt,
wenige kennen die entsprechenden Ereignisse und die Behandlung dieser lebenslang Diskriminierten im
Rechtsstaat Bundesrepublik. Adressen listet einige Anschriften für zahlreich nötige Appelle um das
Geschehene international öffentlich zu machen. Dank gilt allen Autoren in Quellen- und Literaturhinweise
deren Berichte die folgenden Seiten erst ermöglichten.
Warum haben die Kirchen, auch die in der DDR
dominierende Evangelische Kirche, verfolgte Schüler
durch kirchlich inspirierte Verweigerung und Drohung erbarmungslos missbraucht und verraten? Warum
drohten die Kirchen den Minderjährigen der DDR und
nicht des Deutschen
Konfirmation und mit Exkommunikation? Hat der sexuelle Missbrauch Minderjähriger durch kirchliche
Würdenträger gravierendere Folgen auf die Lebenschancen Missbrauchter als ideologischer Missbrauch
mittels temporärer kirchlicher Doktrin? Warum beten heute die Kirchen der Bundesrepublik für verfolgte
Christen in Dritt-Staaten, erwecken öffentliches Interesse aber ignorieren gezielt von ihnen ideologisch
missbrauchte und als Folge politisch verfolgte Schüler der ex-DDR? In cruce sola salus?
Verfolgte Schüler hatten, außer den Kirchen zu Beginn ihres Schicksals, nie eine Lobby. Ist es weil sie
mehr Mut als die Mehrheit zeigten, weil in Deutschland für eine Diktatur gewesen zu sein immer karriere-
fördernder ist als dagegen gewesen zu sein, weil Polit-Paten von im Reintegrationsprozess befindlichen
ex-DDR-Kadern düpiert würden? Verfolgte Schüler haben heute in den Kirchen keine Lobby, die änderten
ihre Doktrin als das Schicksal verfolgter Schüler unabänderlich war, gaben ihnen nach dem Beitritt weder
juristische noch öffentliche Unterstützung sondern lassen diese den lebenslangen Preis für den auch von
Kircheneliten geforderten Widerstand allein zahlen. Kirchliche Galionsfiguren scheinen leise zu verkünden:
„Karl Marx hatte recht, Religion ist Opium für sich selbst Gelackmeiernde.“
Beide Kirchen besitzen heute zu ähnlichen Teilen ein Gesamtvermögen von ca. DM 1 100 000 000 000.
Es wäre für sie beide ein leichtes einige der Fälle verfolgter Schüler exemplarisch durch alle deutschen
Gerichtsinstanzen bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu führen. Wer/was verhindert
das? Scheinheilig betende Eliten aus CDU/CSU/SPD/FDP? Mangelnde Konfliktfähigkeit mit eben diesen
Eliten? Furcht vor Gefährdung finanzieller Privilegien oder öffentlichen Vergangenheitsdiskussionen? Ein
Mangel an christlicher Nächstenliebe und Verantwortung? War kirchliche Elitenförderung in einem Teil
Deutschlands vertretbar wenn Kirchen gleichzeitig im anderen Teil die Karrieren Minderjähriger auf dem
Altar christlicher Glaubensbekenntnisse opferten? War es richtig, daß sich kirchliche „Unterhändler der
Menschlichkeit“ am „Freikauf“ von, wegen ihres Bildungsprivilegs systemnahen und später ,gewendeten'
DDR-Nachwuchskadern beteiligten? Zu zahlenden Lösegelder waren für ausgebildete Akademiker sicher
profitabler investiert als für weniger Qualifizierte - eine vergleichende Analyse der Sozialstruktur des
damaligen Menschenhandels fehlt bis heute. Fakt bleibt, seit dem Beitritt haben beide Kirchen nicht wie
früher mit Kanzelabkündigungen, Hirtenbriefen und päpstlichen Dekreten die fortdauernde Diskriminierung
der verfolgten Schüler angeprangert und nicht effektiv für deren Entschädigung gekämpft.
Liber scriptus proferetur Offen liegt, alles enthaltend
in quo totum continetur bis zur Aburteilung der Welt,
unde mundus iudicetur. das Buch der Eintragungen.
Iudex ergo cum censebit, Alles Verborgene kommt zu Tage,
Quidquid latet appararebit, wenn der Richter es bewertet
nil inultum remanebit. bleibt nichts ungesühnt. (Thomas von Celano)
Betrogen wurden alle verfolgten Schüler, die meisten um ihr gesamtes Leben, von einer Machtelite und
ihren Bürokraten die sowohl Verfassungs- als auch Menschenrechte schwer verletzten. Mit Abitur hätten sie
im Arbeitsleben mind. das 2fache verdient und ihre Altersbezüge wären entsprechend höher, mit Hochschul-
abschluß oder Promotion wäre ihr Einkommen nach oben offen, hätte aber mindestens das 3,5fache eines
Durchschnittseinkommens betragen und Altersarmut wäre ausgeschlossen. Gestohlene Lebensqualität
durch das erzwungene soziale und finanzielle Umfeld mit den resultierenden, für Deutschland typischen
geringen Bildungschancen für die eigenen Kinder sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.
Bislang verloren haben alle verfolgten Schüler im Land des Weltmeisters politischer Systemwechsel.
Verglichen mit jenen sich jedem politischen System prostituierenden Opportunisten, „Braun“schweigern,
„U-Boot-Fahrern“, Wendehälsen und Blockflöten, die ihren inzwischen erbbiologisch-deutschen Charakter
als Beweis für Darwins Evolutionstheorie von der natürlichen Auslese besser angepasster Lebewesen
betrachten können, ist verfolgten Schülern und politischen Häftlingen nur der aufrechte Gang geblieben.
Geschichtliche Parallelen würdigend wurden verfolgte Schüler von sozialistischen Eliten intellektuell
,zwangssterilisiert’, zu körperlicher ,Zwangsarbeit’ und lebenslanger ,Sippenstrafe’ verurteilt. Die Opfer
sozialistischer Geisteshygiene dürfen sich genau so wenig verbergen wie überlebende Opfer national-
sozialistischer Rassenhygiene. Beide sind Opfer Menschenrechte verachtender deutscher Eliten und sollen
der hier für viele Opfer üblichen biologischen ,Endlösung’ überlassen werden. Dieser Umgang mit Opfer-
minderheiten hat Tradition, ist Teil der deutschen Banalität des Bösen und fordert Widerstand. Mit Richard
v. Weizsäckers Worten: „willenlos ausgeliefert (sind wir) diesen Traditionen nicht.“
Als schweigsame leicht zu ignorierende, mit ,hypothetischen Lebensläufen’ stigmatisierte Opferminderheit
werden verfolgte Schüler heute in öffentlicher und kirchlicher Diskussion als ,Kollateralschäden’ tot
geschwiegen. Deshalb ein kleiner Exkurs zum Thema „Agitation, Informationspolitik, Öffentlichkeitsarbeit,
Politische Bildung, Propaganda, Volksaufklärung“. Hinter diesen Begriffen stehen gleiche, dem Zeitgeist
entsprechend einem didaktischem Wandel unterzogene Absichten. Die Menschen erhalten ihr ,Weltbild’
z.T. von ihren Eltern und ihr Wissen, ihre Informationen über so genannte ,Realitäten’ in jungen Jahren
mittels politisch kontrollierter Lehrpläne öffentlicher Bildungsstätten. Hinzu kommt häufig ein teilweise
religiös geprägtes Ethik- und Moralverständnis. Später beziehen die Menschen weiteres ,Wissen’ über
gesellschaftliche Zusammenhänge primär von den Massenmedien Zeitung, Hörfunk und in den letzten
Jahrzehnten, dem Fernsehen. Diese produzieren eine von den Eliten, ihren Denkern und intellektuellen
,Meinungsbildnern’ als Wirklichkeit empfundene oder gewünschte ,Realität’. Die Wähler orientieren ihr
Verhalten und ihre politischen Überzeugungen an diesen vorgegebenen subjektiven Botschaften wobei
,verschwiegene’ Realitäten ebenfalls Botschaften sind. Meinungen, Ideologien und Wählerverhalten
innerhalb der Bevölkerung werden auf diese Weise geformt und auch nachhaltig geprägt.
„Die wichtigste Macht des Staates besteht darin, Denkkategorien (der Machtelite) zu produzieren und
durchzusetzen, die wir spontan auf alles, auch auf den Staat selbst anwenden“ schrieb der Soziologe
Bourdieu. Die ARD formulierte in 1990/91 bei einem Kolleg folgendermaßen „Wir konstruieren die Außen-
welt. Es gibt keine Wirklichkeit unabhängig von unserem Zutun“, Gustav Freytag läßt seinen Journalisten
sagen: „Ich habe geschrieben links und wieder rechts. Ich kann schreiben nach jeder Richtung."
Das gilt für alle Medien, unabhängig vom politischen Standpunkt. Der Erfolg von Meinungsmanipulationen
zeigt sich in demoskopischen Umfragen. Sowohl nach dem Ende des Nationalsozialismus als auch des
Sozialismus war jeweils die Mehrheit der Meinung das beendete System hatte gute, lediglich schlecht
ausgeführte ideelle Grundlagen - die Mehrheit von Mitläufern und Mittätern verklärte eine furchtbare
Vergangenheit. Erfolgreiche Manipulationen einer unkritischen Bevölkerung finden sich auch heute.
Elitäre Protagonisten machen eine Mehrheit glauben es sei normal und rechtens wie Opfer deutschen
Staatsunrechts im Allgemeinen behandelt werden, es sei normal und rechtens daß 50jährige Arbeiter und
Angestellte für den Arbeitsmarkt zu alt aber manche Beamte ihren wirklichen Ruhestand erst mit siebzig
beginnen, Bundespräsidenten, -kanzler, Abgeordnete, kirchliche Würdenträger und ,Freiberufler’ noch
länger lukrative Posten besetzen, daß 60jährige Arbeitnehmer mit hohen Rentenverlusten in den Vorruhe-
stand aber 65jährige Vorstandsmitglieder in den Aufsichtsrat wechseln, oberste Richter bis zum Alter von
68 Jahren Dienst tun und danach neue lukrative Positionen besetzen, von Ämterpatronage elitärer Kreise,
von der erst vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte teilweise beendeten Geschlechterdiskrimi-
nierung in der Bundeswehr, von genereller Wehrdienstgerechtigkeit, vom GmbH-Privileg im Gesellschafts-
recht, von Sonderrechten bestimmter Gläubiger an der Konkursmasse, von legalisierter ,Umverteilung’ von
Milliardenbeträgen durch Bankrotteure und der vergleichsweise harten Bestrafung Kleinkrimineller, von den
nach dem Beitritt weiter bestehenden entschädigungslosen Enteignungen der SBZ, der Umschuldung der
Staats-Telekom zu Lasten der ,Volksaktionäre’ mittels dubioser Anfangsbilanz und UMTS-Lizenzpoker und
von unzähligen Privilegien im Altersversorgungsrecht ganz zu schweigen. Letzte Beispiele: die für Dekaden
praktizierte, nun Grundgesetz widrige Besteuerung von Sozialbeiträgen und -leistungen der Mehrheit
abhängig Beschäftigter und die Reduzierung von durch Kriegshandlungen getöteter Unschuldiger auf den
Tote diffamierenden Begriff ,Kollateralschäden’! Die Aufzählung von Privilegien weniger und Diskriminierung
vieler läßt sich fortsetzen. Doch zurück zu den verfolgten Schülern.
Die genaue Zahl der von diesem traumatischen Schicksal mit seinen furchtbaren Auswirkungen Betroffenen
wird verschwiegen und Medien verweigern sich fundierter Analysen dieses Teils der DDR-Diktatur. Statt-
dessen werden Menschenrechtsverletzungen an Afghanistans Frauen, Chinas Falun Gong, Indonesiens
Christen, Rumäniens Kindern, Simbabwes Farmern, Verstöße gegen Arten- und Klimaschutzabkommen von
Dritt-Staaten kritisiert und zeigen die höchst subjektive politische und mediale Interessenlage bei deutschen
Verletzungen internationaler Menschenrechtskonventionen. Im Fall verfolgter Schüler dienen zudem
,Schweigespirale’, ,hypothetische Lebensläufe’, ,fiskalische’ und verfassungsrechtliche Floskeln diesen
Interessen. Verletzte Menschenrechte und die Rechtsbeugung von DDR-Verfassungsrechten (bereits in
Nürnberg war religiöse Verfolgung als schwere Menschenrechtsverletzung definiert) sind hier noch immer
nicht strafbare politische Gentlemen-Delikte. Urteile über- und andersstaatlicher Gerichte zur Entschädigung
von Zwangsarbeitern, zur Bundeswehr-Geschlechterdiskriminierung, zu Diskriminierten-Schadensersatz-
ansprüchen oder von Wehrmachtsverbrechen zeigen daß deutsche Rechtsauffassungen vielerorts nicht
geteilt werden. Auch der Leidensweg verfolgter Schüler wird vom deutschen akademischen Staatsadel in
Politik und Justiz mit der ihm eigenen pseudo-gerechten ,Jedem das Seine’-Gefühlskälte, für Jahrzehnte
gegenüber Zwangsarbeitern, Zwangssterilisierten und anderen Minderheiten mit geringem sozialen Prestige
unter Beweis gestellt, betrachtet. Obwohl diese akademische Allianz die mathematisch präzisen Methoden
für statistische Berechnungen kennt und weiß daß mit den Datenbänken der Sozialversicherungsträger eine
auf verfolgte Schüler übertragbare Wahrscheinlichkeitsrechnung durchschnittlicher Rentenbeitragsverläufe
nicht verfolgter DDR-Abiturienten kalkulierbar wäre, verweigert die Allianz der Privilegierten weiterhin
Gerechtigkeit für die Diskriminierten.
Des akademischen Staatsadels eigene Lebensqualität und die seiner Bürokraten sind ohne eigene Beitrags-
leistungen mit hohen Pensionen bis ins Alter gesichert so daß sie unisono und zynisch wie früher ,Der Etat
ist begrenzt’ rufen - neu ist ,Wiedergutmachen lassen sich die verpfuschten Leben verfolgter Schüler nicht’.
Das trifft auf deren seit der Schulzeit verweigerte Lebensqualität und die als Konsequenz in vielen Fällen
verhinderten Bildungschancen von deren Kindern zu. Verfolgte Schüler wollen keine Almosen, sie fordern
einen durchschnittlich berechneten, rentenrechtlichen Nachteilsausgleich oder eine zeitlich nicht begrenzte,
in der Höhe relativierte Ehrenpension wie sie auch für NS-Opfer existiert. Ein weiteres Beispiel rentenrecht-
licher Sonderwege sind z.B. die Rentenansprüche von Millionen zur Rückkehr aufgeforderter Nachfahren mit
ethnischer (,volksdeutscher’) Blutszugehörigkeit von vor Jahrhunderten Emigrierten die vom üblichen Prinzip
der Beitrags- und Leistungsproportionalität ebenfalls abweichend finanziert werden.
„Das Recht des Menschen ist’s auf dieser Erden, da er doch nur kurz lebt, glücklich zu sein.
Teilhaftig aller Lust der Welt zu werden, zum Essen Brot zu kriegen und nicht nur einen Stein.
Das ist des Menschen nacktes Recht auf Erden, doch leider hat man bisher nie vernommen,
daß einer auch sein Recht bekam - ach wo! Wer hätte nicht gern einmal Recht bekommen,
doch die Verhältnisse, sie sind nicht so.“ (Dreigroschenoper, Bettlerkönig Peachum) Bertold Brecht