Personen/ Karrieren aus der Zeit verfolgter Schüler, ohne Anspruch auf Vollständigkeit

 

„Staatsideologien werden in der Regel nicht von Bauern, Handwerkern oder Kaufleuten entworfen, sondern

von Theologen, Philosophen, Juristen, Ökonomen, Soziologen, Biologen und Ethnologen, also von

Intellektuellen.“ Prof. Dr. jur. Bernd Rüthers, Rechtstheoretiker

 

„Das Verhalten eines Menschen oder Volkes angesichts einer Rechtskränkung ist der sicherste Prüfstein

seines Charakters.“ Prof. Dr. jur. Rudolf v. Jhering

 

„Wenn es einmal anders käme und das Schicksal der Besiegten läge in meiner Hand, so ließe ich alles Volk

laufen und sogar etliche von den Führern, die es vielleicht doch ehrlich gemeint haben könnten und nicht

wußten was sie taten. Aber die Intellektuellen ließe ich alle aufhängen, und die Professoren einen Meter

höher als die anderen; sie müßten an den Laternen hängen bleiben, solange es sich irgend mit der Hygiene

vertrüge.“  Prof. Dr. Victor Klemperer, Romanist (nach seiner NS-Verfolgung SED-Mitglied, als Mitglied im

Volkskammerausschuss für Volksbildung mit politischer und religiöser Verfolgung von Schülern vertraut)

 

Abs, Hermann Josef, 15.10.1901; Wirtschaftswissenschafts- und Jurastudium, 1929-37 Prokurist, Teilhaber,

                    Gesellschafter v. A. Hitlers u. A. Rosenbergs Hausbank Delbrück Schickler&Co, 1938-45 Vorst.

                    Dt. Bank, 1942 40 Aufsichtsratsmandate m. Reichswirtschaftsmin.-Sondergenehmigung, 10 Auf-

                    sichtsratsmandate bei Firmen in dt. besetzten Gebieten, 1945 in absentia in Jugoslawien wg.

                    Rolle d. Dt. Bank beim Kroat. Bankverein zu 10 J. Haft verurteilt, 1946 Verhaftung/Internierung,

                    1949 mit Bankier R. Pferdmenges Adenauer-Finanzberater, 1951 stellv. Aufsichtsratsvors. Bank

                    f. Wiederaufbau, 1952-53 „Londoner Schuldenkonferenz“-Delegationsltr., 1957-67 Vorstands-

                    spr. 1967-76 Vorstandsvors. Dt. Bank

                    Zitat: „Mein Gewissen war unbelastet, meine Erinnerungen gut.“

Adam, Wilhelm, 28.03.1893; 1922-24 Pädagogikstudium, 1923 NSDAP, Beteilig. Hitlerputsch, 1926-29 DVP,

                    1930 Generalmajor, 1933 SA, 1934-39 Befehlshaber Kriegsakademie, 1939 Adjutant u.a. b.

                    Feldmarschall Paulus, 1948 Mitbegr. NDPD, 1948-49 Ref. Landesreg. Sachsen, 1949-63 AdV,

                    1950-52 sächs. Finanzminister, 1952 Oberst KVP, 1953-58 NVA-Schule, 1958 Gen.-Major a.D.

Adenauer, Konrad, 05.01.1875; 1895-1901 Ökonomie- u. Jurastudium, 1902-04 Ass. Staatsanw. Köln, 1905

                    Zentrum-Partei, 1917-33 Oberbürgermeister Köln (Adenauer ist verwandt mit der Fam. Wilhelm

                    Werhahn(!) und mit der Fam. des späteren amerikanischen Hochkommissars John McCloy),

                    1933 Amtsenthebung, 1944 Verhaftung, 1945 CDU, 1946 CDU-Vors.(BBZ), 1948-49 Präs. Parl.

                    Rat, 1949-63 Bundeskanzler, 1950-66 Vors. CDU

                    Zitate: „Natürlich achte ich das Recht, aber auch mit dem Recht darf man nicht pingelig sein“ -

                    „Was schert mich mein Geschwätz von gestern“

Albrecht, Hans, 22.11.1919; Arbeiter, 1945 SED, 1946 FDJ, FDGB, 1950 Parteihochschule, 1951-63 SED-

                    Funktionär, Mitgl. ZK d. SED, 1963-65 Ingenieurstudium, 1974 Vaterländischer Verdienstorden

                    d. DDR, 1979 Karl-Marx-Orden, 1971-89 AdV, 1986 SED-Bezirkdltg. Suhl, 1989 Parteiauschluß,

                    wg. Amtsmißbrauch verhaftet

Althaus, Dieter, 29.6.1958; Junger Pionier, FDJ, 1979-83 Pädagogikstudium, 1983-89 Lehrer/stellv. Direktor

                    Werner-Seelenbinder-POS Geismar, Vors. Schulgewerkschaftsleitung, Mitgl. Bezirksausschuß

                    f. Jugendweihe, 1985 CDU, 1989 Medaille „Für hervorragende Leistungen bei der kommunist.

                    Erziehung in der Pionierorganisation ,Ernst Thälmann’ in Gold“+DDR-Mark 500 Kandidat, 1990

                    MdL-Thür., 1992-99 Kultusmin., kath. Kolpingbildungswerk-Vors., 1994 LAGericht: „hat die BRD

                    mit ideologischen Hetzparolen“ bekämpft, 2000 Vors. CDU Thüringen u. ZK der dt. Katholiken

                    Zitat: „Der Staat war verbrecherisch, nicht seine 17 Millionen Einwohner.“

Amann, Max, 24.11.1891, 1921 Geschäftsleiter „Völkischer Beobachter“, 1921-23 NSDAP-Geschäftsführer,

                    1922 Direktor Franz Eher-Verlag, 1924 Stadtrat München, 1933 MdR, Vorstandsvorsitzender

                    Deutscher Zeitungsverlag, Präsident Reichspressekammer, sein Einkommen stieg zwischen

                    1934 u. 1944 von RM 108 000 auf RM 3 800 000, verhilft NSDAP zur Kontrolle über Großteil

                    des dt. Zeitungswesens, 1942 bezeichnet Hitler ihn als „größten Zeitungseigentümer der Welt…

                    dem Zentralverlag gehören 70-80% der deutschen Presse“, 1948 2½ Jahre Haft, 1949 Spruch-

                    kammerurteil „Hauptschuldiger“, 10 J. Arbeitslager, Vermögenseinzug, Pensionsrechte-Verlust

Amon, Franz, 04.09.1896; Medizinstudium, Promotion, Habilitation, SA, 1933 NSDAP, 1935 Amt f. Volks-

                    gesundheit München, 1936 Gauarzt d. Reichsarbeitsdienst, 1946 SED, bis 1961 Prof. der Uni.

                    Greifswald, bis 1963 AdB Rostock, Vaterländischer Verdienstorden d. DDR

Arentz, Hermann-Josef, 20.01.1953; 1971 CDU, Abitur, 1972-76 Pädagogikstudium, 1976-77 Kath. Arbeiter-

                    Bewegung/ KAB-Bildungsreferent, 1978-85 KAB-Redakteur, 1980 cDU-Kreisvorst., NRW-MdL,

                    1985-92 AbtLtr. cDU-Bundesgeschäftsstelle, 1987 Vors. cDU-Bundesfachausschuß Sozial-

                    politik, 1992 cDU-Landesvorst., erstes RWE-Gehalt ohne Gegenleistung, 1993-2001 stellv.

                    Bundesvorsitz. Christl. Demokrat. Arbeitnehmerschaft/cDA, 1995-2002 Vorsitz. cDA-NRW,

                    1998-2004 cDU-Bundesvorst., 2000-04 cDU-Bundespräsidium, 2001-04 cDA-Bundesvorsitz.,

                    Mitgl. NRW-Landtagsausschuß für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Vertriebenen- u. Flüchtlings-

                    angelegenheiten sowie im Medienausschuß

Bach-Zelewski, Erich von dem, 01.03.1899; Berufssoldat, 1930 NSDAP, 1931 SS, 1932-44 MdR, 1941

                    Höherer SS- und Polizeiführer in Rußland, 1943 Chef d. „Bandenkampfverbände“, 1944 Komm.

                    General bei Niederschlagung des Warschauer Ghetto, 1945 Kronzeuge in Nürnberger Prozess,

                    dadurch Auslieferung an Sowjetunion verhindert, 1951 verurteilt zu 10 Jahren Arbeitslager, im

                    Revisionsprozess reduziert zu Hausarrest, einziger bekennender Massenmörder, nie wg. seiner

                    Beteiligung an Ermordung unzähliger Juden bestraft, 1961 wg. Teilnahme am Röhm-Putsch

                    4 Jahre, 10 Mon. Haft, 1962 wg. Mord an drei Kommunisten in 1933 lebenslange Haft

Bahr, Egon, 18.3.1922; 1940 Abitur(!), Schaden in der Ausbildung (Studium), 1942-44 Wehrmacht, 1945-60

                    Journalist, RIAS-Chefredakteur, 1956 SPD, 1960-66 Leiter Presseamt Reg. Bürgermeister W.-

                    Berlin, 1966 Ministerialdirektor Auswärtiges Amt, 1969-72 Staatssekr. Bundeskanzleramt, 1972-

                    90 MdB, 1972-76 Bundesminister, 1976-81 SPD-Bundesgeschäftsführer, 1984 Institutsdirektor,

                    1987 Vors. sicherheitspolitische Kommission d. SPD, 1990 DDR-Minister Eppelmann’s Berater

                    Zitat: „Adenauer’s Zusammenarbeit mit Heinrich Globke war eine große staatsmännische Tat.“

                    In 2001 als es um Integration der DDR-Eliten geht, erweiterte er um „ Adenauer hat integrativ

                    gewirkt und Millionen v. NSDAP’lern integriert, das ist innenpolitisch sein größter Verdienst“

Bartsch, Dietmar, 31.3.1958; 1976 Abitur, 1977 SED, 1978-83 Ökonomie-Studium, 1983-86 Verlag Junge

                    Welt, 1986-90 Akademie f. Gesellschaftswissensch. Moskau, Promotion, 1990 Geschäfts-

                    führer Verlag Junge Welt, 1991-97 PDS-Schatzmeister, 1998 MdB

Bartsch, Karl-Heinz, 25.11.1923; 1940 SS, 1941 Waffen-SS, 1946-49 Agrarstudium, 1949 SED, 1951

                    Promotion, 1954-60 SED-Bezirksltg.,1959 Vaterländ. Verdienstorden d. DDR, 1960 Abt.

                    Landwirtsch. b. ZK d. SED, 1961 Habilitation, 1963 Mitgl. ZK d. SED u. stellv. Minister f.

                    Landwirtsch., 1963 SED-Auschluß wg. „Verschweigens v. SS-Vergangenheit“, 1965-81

                    Direktor VEG, 1972 neuer SED-Aufnahmeantrag in 1973 abgelehnt

Bäskau, Heinz, 11.04.1925; HJ, 1943 Abitur, NSDAP, Wehrmacht, brit. Kriegsgefangener, 1945 Nieder-

                    sachsen, 1946-49 SBZ-Neulehrer/Schulleiter, SED, 1950 Oberschullehrer, 1951-52 Ref. Volks-

                    bildungsmin. Mecklenburg, 1952-54 Direktor Institut f. Lehrerbildung, 1954-60 stellv. Direktor

                    Kinder-u. Jugendsportschule KJS, 1961 Direktor W.-Pieck-Uni. Rostock, 1962 Promotion, 1968

                    Habilitation, Prof. W.-Pieck-Uni. Rostock, Fachkommissionsvors. Min. f. Volksbildung

Baumgarten, Arthur, 31.03.1884; Jurastudium, 1909 Promotion, Prof. in Genf, 1920-23 Prof. Köln, 1923-33

                    Prof. Basel u. Frankfurt/M., 1933 Emigration Schweiz, 1934-45 Prof. u. Erziehungsrat Basel,

                    1944 Mitgründer Schweiz. Partei der Arbeit u. Schweiz-Sowjet. Gesellschaft, 1945 Delegierter

                    beim KPF-Kongreß, 1946 SBZ, SED, Prof. Leipzig, 1949 Prof. Humboldt-Uni. Berlin, Mitglied d.

                    Wissensch. Senats beim Min. f. Volksbildung, Mitgründer und Vors. (ab 1962 Ehrenpräs.)

                    Vereinigung Demokr. Juristen, 1951 Nationalpreis, 1951-60 Präs. Dt. Akademie f. Staats- u.

                    Rechtswissenschaft „Walter Ulbricht“ Potsdam-Babelsberg, Mitgl. Akademie d. Wissensch.,

                    1954 Vaterländ. VO, 1964 Ehrenpräs. Gesellschaft f. Völkerrecht d. DDR

Beil, Gerhard, 28.05.1926; 1944 NSDAP, 1949 FDJ, 1953 SED, 1952-57 Planökonomiestudium, 1958-61

                    DDR-Handelsvertrung Wien, 1961 Bereichsltr. Min. f. Außenhandel, 1968 Promotion, 1969-76

                    Staatssekretär im Min. f. Außenhandel, 1981-89 SED-ZK, 1986 DDR-Minister f. Außenhandel,

                    1990 Berater Reg. de Maizière, Krupp-AG und Wiener Länderbank/ Bank Austria Creditanstalt

Benjamin geb. Lange, Hilde, 05.02.1902; 1921-24 Jurastudium, 1924-25 SPD, 1927 KPD, 1928-33 Rechts-

                    anw., 1933 Berufsverbot, 1933-36 jurist. Beraterin sowj. Handelsgesellsch. Berlin, 1942 Tod v.

                    Ehemann Dr. Georg B. im KZ Mauthausen, 1946 SED, 1946-49 Ltr. Kaderabt. Zentralverwalt.

                    f. Justiz, 1949-67 AdV, 1949-53 Vizepräs. Oberstes Gericht, Vors. Richterin b. Schauprozessen

                    u.a. gegen Zeugen Jehovas, 1952 Dr. jur. h.c. Humboldt-Uni. Berlin, 1953-67 Justizmin., 1954-

                    89 Mitgl. ZK d. SED, 1962 Vaterländ. Verdienstorden, 1979 Verdienter Jurist der DDR

Benjamin, Michael, 27.12,1932; Sohn v. Dr. G.B. und H.B., 1947 Abitur, SED, 1948-56 Mathematik- u. Jura-

                    studium Humboldt-Uni. und Leningrad-Uni., 1956 Staatsanwalt, 1958 Aspirant, Dozent DASR

                    Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft Potsdam Babelsberg, 1960 Promotion, 1966

                    Habilitation, Prof. DASR Akademie f. Staats- u. Rechtswissenschaft P.-Babelsberg, Akademie

                    der Wissenschaften Forschungsrat, 1973 Vaterländischer Verdienstorden

Bergmann, Christine, 07.09.1939; 1957-63 Pharmaziestudium (DDR), Apothekerin, Promotion, Institut für

                    Arzneimittelwesen d. DDR, 1989 SDP/SPD, 1990-91 Stadtverordnete Berlin-Hellersdorf, Präs.

                    Stadtverordnetenversammlung, 1991 Senatorin f. Arbeit u. Frauen in Berlin, 1995 Mitgl. SPD-

                    Präsidium, 1998 Bundesministerin für Familien, Senioren, Frauen und Jugend

                    Zitat: „An den Stellen, wo Entscheidungen getroffen wurden, durften wir uns hinten anstellen“

Bergmann-Pohl geb. Schulz, Sabine, 20.04.1946; Arzttochter, 1964 Abitur, 1966-72 Medizinstudium(DDR),

                    1972-80 Facharztausbildung, 1980 Promotion, 1981 CDUD, 1990 AdV u. Volkskammerpräs.,

                    1991 Bundesmin. für bes. Aufgaben, 1991-98 Staatssekr. Gesundheitsmin.; Ernst-Freiberger-

                    Stiftung (Kuratoriumsmitglied), Gesundheitlich-soziale Zentren des Paritätischen (GSZB) GmbH

                    (Kuratoriumsmitglied), Körber-Stiftung (Stiftungsratsmitglied), Verein von Mitgliedern der ehem.

                    Volkskammerfraktion CDU/DA e.V. (Vorsitzende)

                    Zitat: „Ich war Ministerin für Wahlkampf“

Beyer, Hans, 06.10.1905; Chemie-, Physik- und Mathematikstudium, Promotion, 1933 NSDAP, Dozent Uni.

                    Berlin, 1939-43 Wehrmacht, 1943-45 sowjet. Kriegsgefangenschaft, 1945 NDPD, 1945-47

                    Dozent Uni. Berlin, 1947-54 Prof., Rektor Ernst-Moritz-Arndt Uni. Greifswald, 1954 AdV, Mitgl.

                    im Ausschuß für Volksbildung, 1961 VVO, 1962 Präsidium Dt.-Franz. Gesellschaft

Bickelhaupt, Götz, 09.06.1928; ev. Pfarrerssohn, Abitur, ev. Theologiestudium Karl-Marx-Uni. Jena, Pfarrer

                    in Lauscha, 1959 Arbeitsgruppe „Christl. Kreise“ im Bezirkirksausschuß d. Nationalen Front,

                    1960 CDUD, 1962-66 Vors. des Ev. Pfarrerbundes d. DDR u. Nachfolger v. Pfarrer Wolfgang

                    Coffier, 1964 Verdienstmedaille der DDR, 1966-74 stellv. Vors. des Ev. Pfarrerbundes, Mitgl.

                    Arbeitsgemeinsch. „Christliche Kreise“ beim Nationalrat der Nationalen Front

Biedenkopf, Kurt, 28.01.1930; 1945 Fam. Biedenkopf v. US-Armee aus Schkopau in Westzone gebracht,

                    1950-54 Jurastudium, 1958 Promotion, 1963 Habilitation, 1966 CDU, 1973-77 CDU-General-

                    sekretär, 1976-80 wirtschaftspolit. Sprecher CDU/CSU Bundestagsfraktion, 1980- 88 MdL, 1990

                    Ministerpräsident Sachsen

                    Zitat: „Bei der nächsten Wiedervereinigung machen wir alles besser.“

Biermann, Wolf, 15.11.1936; 1953 Übersiedl. in DDR, 1955 Abitur, 1955-57 Pol. Ökonomie-Studium, 1959-

                    63 Philosophie- u. Mathematik-Studium, 1963 Kand. der SED, Streichung, 1965 1. LP in BRD

                    erschienen, DDR-Auftrittsverbot, 1976 nach BRD-Auftritt DDR-Ausbürgerung

                    Zitat: „Ansonsten haben sie nur unbrauchbar gewordene Landeskinder an den Klassenfeind

                    verkauft und haben nur Familien ruiniert, die den Staat störten. Sie haben Andersdenkende

                    nicht ins KZ, sondern in die Krankheit, den Ruin, den Wahnsinn und den Selbstmord getrieben.

                    Man sieht: es reicht weder für eine Anklage noch für den Friedensnobelpreis.“

Bisky, Lothar, 17.08.1941; 1955 FDJ, 1959 Flucht nach DDR, 1961 Abitur, 1962-65 Kulturwissensch.-

                    studium, 1963 SED, 1967-70 Mitarb. Zentralinst. f. Jugendforsch., 1970-75 Leiter Jugend-

                    forsch.- Gemeinsch., 1975-80 Abt.-Ltr. Bereich Massenkommunikation, 1969 1.Promotion, 1975

                    2.Promotion, 1978-80 Doz. u. Prof., 1986-90 Hochschul-Rektor, 1989 Abt.-Ltr. im ZK d. SED,

                    1989 Mitgl. Präs. Parteivorst. SED/PDS, 1990 AdL, Vors. des Untersuchungsaussch. zu MfS-

                    Kontakten v. Manfred Stolpe, 1993 PDS Vors., 1994 Mitgl. Präsidium Landtag Brandenburg

Blecha, Kurt, 25.02.1923; 1941 NSDAP, 1946 SED, SED-Parteihochschule, 1947 Redakteur, 1953 stellv.

                    Leiter u. 1958 Leiter d. Presseamt DDR-Ministerrat, 1958-89 Mitgl. d. Agitations-Komm. d.

                    Politbüro d. ZK d. SED, 1983 Vaterländischer Verdienstorden d. DDR

Blüm, Norbert, 21.7.1935, 1943-45 Zwergschule, 1949-57 Lehre u. Berufstätigkeit Opel AG, 1949 IG Metall,

                    Kath. Arbeitnehmerbewegung, Kolping, 1950 CDU, 1957-67 Stipendiat für Kolleg, Abitur und

                    Studium, 1967 Promotion; CDA-Redakteur/-Referent, 1972-81 MdB, 1981-82 Senator Berlin,

                    1982-2002 MdB, 1982-98 BMin. f. Arbeit, Soziales, 2001 Leipzig Menschenrechtspreis, Zitate:

                    „Die Rente ist sicher.“ Was beinahe ganz untergegangen ist, ist: In der alten DDR gab es für

                    Kriegsopfer nichts. 300 000 sind diejenigen, die in diesem Jahrhundert wirklich das meiste

                    mitgemacht haben“

Bohley, Bärbel, 24.04.1945; 1963 Abitur, 1969-74 Kunststudium, 1974 freischaff. Malerin, 1982 „Frauen für

                    Frieden“, 1983 MfS-U-Haft, Reiseverbot, Auftragsboykott, 1985 Mitgründ. „Initiative Frieden und

                    Menschenrechte“,1988 Verhaftg., Abschiebg., 1989 Gründg. „Neues Forum“, 1990 Bündnis 90,

                    1991 „Dr. Bruno-Kreisky-Preis f. Verdienste um Menschenrechte“, 1995 Bundesverdienstkreuz,

                    1996 Vors. Bürgerbüro z. Aufarbeitg. von SED-Diktatur-Folgeschäden, EU-Beauftragte Sarajevo

                    Zitat: „ Wir erwarteten Gerechtigkeit und es kam der Rechtsstaat.“

Böck, Willibald, 30.12.1946; (kath.), FDJ, 1965 CDUD, 1965-69 Pädagogikstudium (DDR), 1970-84 Lehrer,

                    1984-90 Bürgermeister, 1990 AdV, CDU-Landesvors., 1990-92 Innenmin. Thüring., Rücktritt wg.

                    „Raststätten-Affäre“, 1991 Konrad-Adenauer-Stiftung

                    Zitat: „Ich bin eine Blockflöte.“

Bolz, Lothar, 03.09.1903; 1921-25 Literatur- und Jurastudium, 1925 Promotion, 1929 KPD, 1929-33 Rechts-

                    anwalt, 1933 Ausschluß aus Anwaltskammer, Emigration, 1943 NKFD, 1946-48 Rechtsanwalt,

                    1948 NDPD(Ost), 1948-72 NDPD-Vorsitzender, 1949-53 Minister für Aufbau, seit 1949 Präsi-

                    diumsmitgl. Nationale Front, 1950 AdV, 1950-67 stellv. Vors. des Ministerrates, 1953-65 DDR-

                    Außenminister, 1968-78 Präs. Gesellschaft für Dt.-Sowjet. Freundschaft

Borriss, Heinrich, 10.09.1909; 1928-34 Naturwissenschaftsstudium, 1934 Promotion, 1936-40 Botan. Institut

                    Bonn, 1937 NSDAP, 1939 Habilitation, 1942-45 Oberass. „Reichsuniversität“ Posen, 1949 SED,

                    1950 Prof. m. Lehrauftrag, 1951-73 Prof. Uni. Greifswald, 1952-57 wissenschaftl. Beirat beim

                    Staatssekr. f. Hochschulwesen, 1956 Vaterl. Verdienstorden d. DDR, 1968-73 Ltr. Fachgebiet

                    Botanik Uni. Greifswald

Braecklein, Ingo, 29.08.1906; 1927-30 ev. Theologiestudium, 1931-39 Pfarrer, 1933 NSDAP, SA, 1939-45

                    Freiwilliger d. Wehrmacht, 1945-50 Pfarrer, 1950 Superintendent, Mitglied Thüringsche Landes-

                    synode, 1959 Oberkirchenrat, IM „Ingo“, 1961-68 EKD-Synodaler, 1963 Stellv. Landesbischof,

                    1969 Präses 1. BEK-Synode, 1970 Landesbischof, Nachfolger Dr. Mitzenheim, Ehrendoktor

                    Uni. Jena, 1971 „Vaterländischer Verdienstorden“ d. DDR, 1991 MfS-Anschuldigung, 1996

                    IM-Akte Braeckleins von 3 000 Seiten beginnend 1959

                    Zitate: „Wir haben in Thüringen 60 000 junge Menschen gehabt die wir (weil jugendgeweiht)

                    nicht konfirmiert haben“- „Warum soll ich meine Konfirmanden bestrafen, die sagen wir wollen

                    konfirmiert werden, aber mein Vater ist Werkzeugmeister und wenn ich nicht jugendgeweiht

                    werde, dann fliegt der aus seiner Stelle.“

Brandt, Karl, 08.01.1904; 1922 Medizinstudium, Promotion, Habilitation, 1932 NSDAP, SS, 1934 Begleitarzt

                    Hitlers, 1937 SS-Sturmbannführer, 1939 mit P. Bouhler Euthanasie-Organisator, 1943 Leiter

                    des gesamten medizinischen Vorrats- u. Versorgungswesen, März 45 verhaftet wg. Verdachts

                    auf Verbindung zu alliierten Truppen

Brandt, Willy geb. Herbert Ernst Frahm, 18.12.1913; 1929 SAJ,SPD, 1931 SAP, 1932 Abitur, 1933 Emigra-

                    tion, Schaden in der Ausbildung(!), 1938 Ausbürgerung, 1940 norweg. Staatsbürger, 1945-46

                    IMT-Berichterstatter, 1947 norw. Presseattaché, 1948 dt. Staatsbürger, bis 1949 Arbeit mit Reg.

                    Bürgerm. E. Reuter, 1949-57 MdB W.-Berlin, 1955-57 Präs. Abg.-Haus, 1957-66 Reg. Bürgerm.

                    1958-87 SPD-Vors., 1965 wg. Schaden in der Ausbildung entschädigt, 1965-92 MdB, 1966-69

                    Bundesaußenmin., 1969-74 Bundeskanzler, 1971 Friedensnobelpreis, 1974 Rücktritt wg. DDR-

                    Kundschafter des Friedens Guillaume, 1976-92 Präs. Sozialist. Internationale, 1979-83 MdEP

                    Zitat: „Jetzt wächst zusammen was zusammen gehört.“

Brauchitsch, Walther von, 04.10.1881; 1900 Kadettenkorps, Leutnant, 1912 Großer Generalstab, 1914-18

                    Generalstabsoffizier i. versch. Einheiten, 1921 Major Reichswehr, 1928 Oberst, 1930 General-

                    major, 1933 Befehlshaber Ostpreußen, 1936 General, 1938 Generaloberst, Oberbefehlshaber

                    d. Heeres, finanzielle Unterstützung Hitlers bei v. Bs. Scheidung, 1939-41 Leiter Heeres-Militär-

                    operationen in Polen, Frankreich, Belgien, UdSSR, 1940 Generalfeldmarschall, 1941Entlassung

                    als Heeres-Kommandeur, 1945 verhaftet/interniert, 1948 vor Prozess in Haft gestorben

Brauchitsch, Manfred von, 15.08.1905; 1923 Abitur, 1923 Freikorps, 1924-28 Reichswehr, 1929 Rennfahrer,

                    1940-43 pers. Ref. bei Junkers, 1944-45 Ref. Reichsmin. f. Rüstung, 1948-50 Präs. AvD, 1949-

                    50 Argentinien, 1951 u. 1953 Präs. Komitee Weltjugendfestspiele, 1952 Präs. Komitee Einheit

                    u. Freiheit i. dt. Sport, 1953 Verhaftung wg. Vorbereit. v. Hochverrat, 1954 Flucht i. DDR, 1957-

                    60 Präs. ADMV, 1960-90 Präs. Ges. zur Förderung d. olymp. Gedankens, 1967 Vaterländischer

                    Verdienstorden d. DDR

Brauchitsch, Eberhard von, 28.11.1926; HJ, 1943 auf Wunsch F. Flick’s zieht E.v.B. mit Flick-Sohn Friedrich

                    Karl v. Berlin nach Bad Tölz (er erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabten-

                    förderung), 1944 Abitur Maximilianeum München, 1946 Jurastudium, 1949 erstes, 1954 zweites

                    Staatsexam., 1955 Lufthansa, 1957 Geschäftsführer Dt. Flugdienst GmbH, 1960 Flick-Konzern,

                    Prokurist/persönl. Berater v. Friedrich Karl Flick, geg. Zwangsarbeiter-Entschädigung, 1965 ge-

                    schäftsf. Gesellschafter Flick KG, 1968 Dt. Sporthilfe, 1971-73 stellv. Aufsichtsratsvors. Springer

                    Verlag, 1973-82 Prokurist Flick-Konzern, 1983 Unternehmensberater, 1987 wg. Steuerhinterzie-

                    hung verurteilt, 1994 u.a. Aufsichtsratsvors. BUNA/BSL Schkopau, 2001 Preis des Schweigens

                    Zitat: „Deutsche mußten vom Bürgersteig treten, wenn ihnen ein französischer Soldat entgegen-

                    kam. Wenn es sich dabei um einen Afrikaner handelte, empfand man die Schmach der Nieder-

                    lage als besonders schmerzlich.“

Breuel geb. Münchmeyer, Birgit, 07.9.1937, Bankierstochter, 1956 Abitur, Praktikum Vereinsbank Hamburg,

                    1959 Politwissenschaftsstudium ohne Abschluß, 1959-60 Assistentin Weltwirtschaftsarchiv

                    Hamburg, 1961-62 Assistentin International Report New York, 1966 CDU, 1970 Abgeordnete

                    Hamburger Bürgerschaft u. CDU-Wirtschaftssprecherin, 1978-86 niedersächsische Wirtschafts-

                    ministerin, 1982 Aufsichtsratsvors. Deutsche Messe AG, 1986-90 nieders. Finanzministerin,

                    1990 Treuhand-Vorstand, 1991-94 Treuhand-Präsident, 1994 Vorstand Ciba-Geigy AG, Auf-

                    sichtsrat Gruner+Jahr, 1994 Expo-Generalkommissarin/ Weltausstellung-Beauftragte f. Bundes-

                    regierung, seit 1996 Direktor Novartis AG, 1997-2000 Expo-Geschäftsführerin (Jahresgehalt

                    DM 800 000 + Aufwandsentschädigung DM 500 000), Dr. h.c.

                    Zitat: „Der Staat ist keine Kuh die jeder melken kann“

Brie, André, 13.3.1950; 1964 FDJ, Abitur, 1969 SED, 1968-71 NVA, 1971-76 Politik-Studium, 1976-90

                    Institut f. Intern. Beziehungen, 1979 Promotion, 1985/86 Mitg. DDR-Delegation Genfer Ab-

                    Rüstungskonf., 1986 2. Promotion, 1986-89 Dozent, 1990 PDS-Parteivorstand, 1999 MdEP

Brie, Michael, 24.3.1954; 1972 Abitur, 1972-74 NVA, 1974 SED, 1974-80 Philos.-Studium, 1980 Promo-

                    tion, 1985 Habilitation, 1985-89 Ministerium f. Hoch- u. Fachschulwesen, 1990-94 HU-Berlin,

                    1999 Rosa-Luxemburg-Stiftung

Brüsewitz, Alfred Oskar, 30.05.1929; 1944 Kriegsgefangensch., 1945 Lehre, 1951 Meisterbrief, 1964

                    Predigerschule, 1970 Pfarrer (DDR), 18.08 1976 Selbstverbrennung vor Michaeliskirche Zeitz

                    aus Protest gegen „Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen in DDR-Schulen“

Buchholz, Erich, 08.02.1927; erfüllt politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung, Abitur,

                    Wehrmacht, 1946 SED, FDJ-Funktionär, Bezirksamt Tiergarten, 1948-52 Jura-Studium, Mitbe-

                    gründer FDJ-Hochschulgruppe, 1949-50 FDJ-Sekr. Jur. Fakultät, 1956 Promotion, 1957 Dozent,

                    1963 Habilitation, Leiter Strafrechtsinstitut, 1966 Dekan, Dir. Sektion Rechtswissensch., wissen-

                    schaftl. Beirat Min. f. Hochschulwesen, 1977 Goldmed. f. Verdienste in sozialist. Rechtspflege,

                    1984 DDR-Berichterstatter UN-Menschenrechtsausschuß, 1990 Rechtsanwalt

Bumke, Erwin, 07.07.1874; 1883-86 Jurastudium; 1896 Promotion „magna cum laude“, 1897-98 freiw.

                    Militärdienst, 1899 Leutnant d. Reserve, 1902-03 Studien in Frankreich/England, 1903-05

                    Hilfsrichter, 1905-07 Landrichter, 1912 Geheimer Oberregierungsrat, 1914-18 Kriegsdienst,

                    1920-29 Ministerialdirektor und Abteilungsleiter im Reichsjustizministerium, 1929 Präs. des

                    Reichsdisziplinarhof u. Präs. des Reichsgerichts(bis 1945), 1932-34 Stellv. Reichspräs., 1935

                    Vors. d. Großen Senate u. d. Vereinigten Großen Senats, 1937 NSDAP, 1939 Vors. d.

                    Besonderen Strafsenats, 20.04.1945 Selbstmord

Caffier, Wolfgang, 10.03.1919; Theologiestudium, ev. Pfarrer in Weixdorf b. Dresden, Opfer des Faschis-

                    mus, 1950 SED, Leiter des „Weixdorfer Kreises“, 1958 Gründer vom „fortschrittlichen“ (SED-

                    freundlichen) „Bund evangelischer Pfarrer in der DDR“, 1958-61 Vors. des „Pfarrerbundes“,

                    Abgeordneter des Bezirkstages Dresden

Carstens, Karl, 14.12.1914; 1933 SA, 1933-36 Politikwissenschafts- und Jurastudium, 1936 Promotion, 1940

                    NSDAP, 1952 Habilitation, 1955 CDU, 1960 Staatssekretär, 1968-69 Chef Bundeskanzleramt,

                    1976-79 Bundestagspräsident, 1979-84 Bundespräsident

                    Zitat: „Der Parteibuchwirtschaft der SPD in Bund und Ländern muß endlich ein Riegel

                    vorgeschoben werden.“

Charisius, Eberhard, 02.10.1916; Gymnasium, 1935 NSDAP u. SS, 1935-37 Offiziersschule Dresden, 1938

                    Kampffliegerschule, 1940 Flugzeugführerschule, 1945 KPD, Polizeidir. Gera, 1948 Stabschef d.

                    Hauptverw. Grenzpolizei, 1949-50 Kursant, Panzerausbild. i. UdSSR, 1950-53 stellv. Komman-

                    deur Panzer-Offiziersschule d. Kas. Volkspolizei, 1956-59 Oberst d. NVA, 1959-61 Pädagogik-

                    Studium, 1961-67 Lehrtätigkeit, 1965 Vaterländ. Verdienstorden d. DDR

Clement, Wolfgang, 07.07.1940; Jurastudium, 1965 Rechtsreferendar, 1968-71 Westfälische Rundschau,

                    1970 SPD, 1981-86 Sprecher SPD-Vorstand, 1987-89 Hamburger Morgenpost, 1993 MdL,

                    1995 Wirtschaftsminister u. Mitglied SPD-Bundesvorstand, 1999 Ministerpräsident Nordrhein-

                    Westfalen u. stellv. SPD-Bundesvorsitzender

Conti, Leonardo, 24.08.1900; Medizinstudium, 1920 Teilnehmer Kapp-Putsch, 1923 SA, 1927 NSDAP, Arzt

                    in Berlin, 1929 Mitbegründer NS-Ärztebund, 1930 SS, 1933 Staatsrat, 1939 Reichsgesundheits-

                    und Reichsärzteführer, 1941 MdR, 1944 SS-Obergruppenführer, 1945 Selbstmord

                    Zitat: „Ein Volk muß Hammer oder Amboß sein.“

Däubler-Gmelin geb. Gmelin, Herta, 12.08.1943; 1962 Abitur, 1962-67 Politik- u. Jurastudium, 1965 SPD,

                    1969 Heirat, 1972 MdB, 1974 Rechtsanwältin, Mitgl. Kammer für Sozialordnung der EKD, 1975

                    Promotion, 1979 SPD-Bundesvorst., seit 1977 Mitgl., ab 1980-93 Vorsitz. BT-Rechtsausschuss,

                    seit 1988 SPD-Kirchenbeauftragte, stellv. SPD-Vorsitz., 1997 SPD-Präsidium, 1998-2002

                    Bundesjustizministerin; Kuratoriumsmitglied Max-Planck-Institut für ausländisches und inter-

                    nationales Strafrecht, bei CERES-Stiftung e.V. u. beim Evangelischen Studienwerk Villigst e.V.

                    Zitate: „Stärke des Rechts statt Recht des Stärkeren“ - „Bush will von seinen innenpolitischen

                    Schwierigkeiten ablenken. Das ist eine beliebte Methode, das hat Hitler auch schon gemacht.“

Dengler, Gerhard, 24.05.1914; 1934-39 Publizistikstudium, 1937 NSDAP, SA, 1939 Promotion, 1946 SED,

                    Mitarb. „Sächsische Ztg.“, 1948 Chefred. „Leipziger Volksztg.“, dann Red. „Neues Deutschland“,

                    1953-58 Bonner Korresp. „Neues Deutschland“, 1959 stellv. Vors. Büro d. Präs. d. Nationalrats

                    d. Nationalen Front, 1966-69 Vizepräs. d. NR. d. NF, 1969-79 Dt. Akademie für Staats- und

                    Rechtswissenschaft

Dibelius, Karl Otto, 15.05.1880; 1899-1904 ev. Theologiestudium, 1903 Promotion, 1906 Ordination, 2. Pro-

                    motion, 1907-25 Pfarrer, 1925-33 Generalsuperintendent, 1933 von NS-Kirchenkommissar be-

                    urlaubt, 1945 CDU, 1945-66 Bischof Berlin, 1949-61 EKD-Ratsvors., 1954 Mitgl. Weltkirchenrat

                    Zitat: „In einer totalitären Staatsform gibt es keine Gerechtigkeit, wie Christen sie verstehen…

                    ja überhaupt keine Gerechtigkeit.“

Diestel, Peter-Michael, 14.02.1952; 1974-78 DDR-Jurastudium, 1978-89 Rechtsabt. Agrar-Industrievereinig.,

                    1986 Promotion, 1989 CSPD (Christ. Soz. Partei), 1990 DSU (Dt. Soz. Union), 1990 AdV, 1990

                    stellv. Min.-Präs. u. Innenminister, 1990 DSU-Austritt, 1990 CDU, 1990-94 MdL, bis 1992 Vors.

                    CDU-Fraktion Brandenburg, 1993 Anwalt, 2002 verfasst Vorwort zum MfS-Buch „Die Sicherheit“

Dohlus, Horst, 30.05.1925; Arbeiter, 1946 KPD/SED, 1947 FDGB, 1949 SED-Parteischule, 1950-54 AdV,

                    1950-63 ZK d. SED, 1954-55 KPdSU-Parteihochschule Moskau, 1960-86 Abt.Leit. ZK d. SED,

                    1969 u. 1983 Vaterländischer Verdienstorden d. DDR, 1980 Politbüro d. ZK d. SED, 1986-89

                    Kaderkomm. d. ZK d. SED, 1989 Parteiausschluß

Dohnanyi, Hans von, 01.01.1902; 1920-24 Jurastudium, 1926 Promotion, 1928 Assessor, 1929-38 Jurist

                    Reichsjustizmin., 1933 Referent Reichsgerichtspräs. Dr. Bumke, dann Referent Reichsjustizmin.

                    Dr. Gürtner, dessen persönl. Reichstagsbrand-Prozeßbeobachter, 1934-38 Oberregierungsrat,

                    1936 auf Weisung Hitlers „arisiert“, 1938 Reichsgerichtsrat, ab 1939 bei Canaris Amt Ausland/

                    Abwehr, Widerstand-Kontakte, 1941 Vorstand Rheinisch-Westfälische Bodenkreditbank, 1943

                    wg. Devisenvergehen-Verdacht verhaftet, 1944 KZ Sachsenhausen und 1945 dort ermordet

Dohnanyi, Klaus von, 23.06.1928; Sohn v. Hans v. D., 1938 HJ, erfüllt politische Kriterien nationalsozialis-

                    tischer Begabtenförderung, 1945 Kindersoldat, Abitur, 1946-49 Jurastudium, 1949 Promotion,

                    1951 Rechtsanwalt, 1957 SPD, 1960-67 Infratest, 1968 Prof: Dr. Karl Schillers Staatssekr.,

                    1969-81 MdB, 1972-74 Bundesmin. Wissenschaft u. Forsch., 1976-81 Staatsmin. Ausw. Amt,

                    1981-88 Bürgermeister HH, 1986 Gründer „Stiftung für polit. Verfolgte“, 1990-94 Aufsichtsrats-

                    vors. TAKRAF, 1993-96 Beauftragter Treuhand/BvS, Beratertätigkeit für DM 2 500/Tag

                    Zitat: „Es geht nicht, daß der östliche Teil Deutschlands, der den Krieg bezahlt hat, auch noch

                    den Frieden bezahlen muß.“

Dregger, Alfred, 10.12.1920; erfüllt politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung, Abitur,

                    NSDAP, 1939-45 Wehrmacht, Hauptmann u. Bataillonskommandeur, 1946-49 Jura- u. Staats-

                    wissenschaftsstudium, CDU, 1950 Promotion, 1954-56 Verbandsreferent, 1956-70 Oberbürger-

                    meister Fulda, 1962-72 MdL Hessen, 1970-83 Vorstand Energiewirtschaft, 1972-98 MdB, 1982-

                    91 CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvors.

Dutschke, Rudolf, 07.03.1940; 1958 Studium-Verbot in DDR wg. politischer Einstellung u. Wehrdienstver-

                    weigerung, 1958-60 Industriekaufmann-Ausbildung VEB Beschläge, 1960 wiederholt Abitur in

                    W-Berlin um zu studieren, 1961 Republikflucht, Soziologie-Studium FU-Berlin, 1964 Sozialist.

                    Studentenbund, 1965 Beirat SDS, 1966 demonstriert gegen Vietnam-Krieg, Notstandsgesetze,

                    Springer-Konzern, 1968 Attentat, lebensgefährliche Verletzungen, 1970 Studium i. Cambridge,

                    Ausweisung aus GB, 1971 Dozent Uni. Aarhus, 1973 Promotion, 1976 polit. Aktivitäten, 1978-

                    79 Russel-Tribunal zu Menschenrechten in Deutschland, 1979 stirbt an Attentat-Spätfolgen

Ebeling, Hans-Wilhelm, 15.01.1934; FDJ, Abitur, 1954-57 Maschinenbau- und 1957-62 Theologie-Studium

                    Karl-Marx-Uni., Dipl.-Theologe, 1962-90 Vikar, Pfarrer, 1976 Thomaskirche Leipzig, 1989 mit

                    P.-M. Diestel Christl. Sozialer Partei Deutschlands Gründungsmitgl., 1990 DSU-Gründungs-

                    mitgl., AdV u. Minister f. wirtschaftl. Zusammenarbeit, 07.1990 DSU-Austritt, danach CDU und

                    Konrad-Adenauer-Stiftung-Mitarbeiter, 1991 Vorruhestand

                    Zitat: „Ich bin als Pfarrer angetreten, um Menschen zu helfen.“

Eichmann, Adolf, 19.03.1906; 1932 NSDAP u. SS, 1919-21 Höhere Lehranstalt, 1933-38 SD, 1939 RSHA

                    Referat „Auswanderung u. Räumung“, 1941 SS-Obersturmbannführer, 1942 „Wannsee-

                    Konferenz“, 1945 Flucht aus US-Internierung, 1945-50 unter falschen Namen i. Deutschland,

                    1950 mit Hilfe kath. Pallotiner-Paters Anton Weber Flucht ü. Italien nach Argentinien, bis 1960

                    als Ricardo Klement in Automobilwerk tätig, 1960 nach Israel entführt, 1961 Prozeß, Todesurteil

                    Zitat: „Ich bin der tiefsten Überzeugung, daß ich hier für andere herhalten muß“

Filbinger, Hans, 15.09.1913; 1933-36 Nationalsozialistischer Dt. Studentenbund, Volkswirtschafts- u. Jura-

                    studium, 1934-37 SA, 1937 NSDAP, 1939 Promotion, 1940 Wehrmacht, 1943 Marinerichter,

                    1946 Uni. Freiburg, RA, 1951 CDU, 1953 Stadtrat, 1960-80 MdL, 1960 Landesinnenmin., 1966-

                    78 Min.-Präs. Baden-Würt., 1978 Rücktritt wg. Todesurteile als NS-Marinerichter

                    Zitat: „Was damals Recht war, kann heute doch nicht Unrecht sein“

Fink, Heinrich, 31.03.1935; FDJ, 1954-60 Theologie-Studium, 1958 Weißenseer Arbeitskreis, 1960-61 Vikar,

                    1961 Reisekader Christl. Friedenskonferenz, 1966 Promotion, 1970-76 Dozent/stellv. Dir. Theol.

                    Sekt. Humboldt-Uni., 1979 Habilitation, 1980-90 Dir. Theol.-Sekt., 1978-90 Ev. Kirchen-Synode,

                    1989 fühlt er sich „fatal an die drei Affen erinnert, die nichts sagen, hören und sehen“, 1990 HU-

                    Rektor, 1991 als MfS-IM „Heiner“ von Martin Walser, Uwe Wesel und Studenten („den Heiner

                    nimmt uns keiner“) verteidigt, 1992 Entlassung, „Komitee für Gerechtigkeit“, 1998 PDS-MdB

                    Zitat: „Ich habe nie für die Stasi gearbeitet.“

Fischer, Joseph, 12.04.1948; 1966 Berufsausbildung abgebrochen, 1970 „Revolutionärer Kampf“, 1971 Agit-

                    Prop-„Kader“ Opel AG, 1972 Hausbesetzer-„Putztruppe“, verprügelt Polizisten, 1976 kurzzeit.

                    Vereinigte Deutsche Maschinenfabriken, ca. 1977-81 Taxifahrer, 1981 Die Grünen, 1983-85

                    MdB, 1985-87 hess. Umwelt- u. Energieminister, stellv. Bundesratsmitgl., 1987-91 MdL, Vors.

                    Grünen- Landtagsfraktion, 1990 für Doppelmandate u. Abschaffung d. Rotationsprinzips, 1991-

                    94 hess. Umwelt- u. Energieminister, 1994-98 Bundestagsfraktionssprecher Bündnis 90/Grüne,

                    1998 Außenminister und Vizekanzler

                    Zitate: „Es war eine Zeit, in der wir, von einer revolutionären Ideologie geprägt, gegen diesen

                    Staat gekämpft haben, Rechtsbrüche begangen haben, das muss ich leider auch sagen, eine

                    Zeit, in der wir für Freiheit gekämpft haben“-„Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch“

                    Deutschland hat sich in den letzten zwölf Monaten besonders in Afghanistan engagiert. Dies

                    umfasst u.a. zahlreiche Projekte im Bereich Bildung und Menschenrechte sowie Polizeiaufbau.

                    Unsere finanziellen Leistungen für das Land nähern sich mittlerweile einer Milliarde Euro.“

Flick, Friedrich, 10.07.1883; Kaufmann, Betriebs- u. Volkswirtschaftsstudium, 1907 Prokurist Bremer Hütte

                    AG, Beteiligung u.a. bei Gelsenkirchener Bergwerk AG, 1912 Direktor Schwerte Eisenindustrie

                    AG, 1915 Direktor Teilhaber Charlottenhütte GmbH, 1920 Teilhaber Bismarckhütte, 1921 Teil-

                    haber Kattowitzer AG, 1922 Teilhaber Oberschles. Eisenindustrie AG, 1932 erster Flick-Skandal

                    als Reichsregierung die Gelsenkirchener Bergwerk AG bei einem Börsenkurs v. 25 Mio. RM für

                    99 Mio. RM erwirbt, 1931-45 Spenden von ca. RM 7 650 000 an NSDAP, 1937 NSDAP, 1938

                    Wehrwirtschaftsführer, Freundeskreis Reichsführer SS mit jährlichen Spenden an SS, 1939-45

                    Beschäftigung v. ca. 50 000 Zwangsarbeitern, 1941 Kriegsverdienstkreuz, 1945 Verhaftung,

                    1947 Nürnberger Prozeß 7 Jahre Haft, 1950 amnestiert, Wiederaufbau der Flick-Gruppe, 1955

                    Flick gehören ca. 100 Firmen m. DM 8 000 000 000 Jahresumsatz, 1962 Dynamit Nobel AG

                    (Flick-Gruppe) verweigert 1 300 jüd. Zwangsarbeitern Entschädigungszahlungen von DM 5 000,

                    1963 Bundesverdienstkreuz, 1966 F. überträgt 1/3 seines geschätzten 5-6 Milliarden DM-Ver-

                    mögens an Enkel Gert-Rudolf (12%), Friedrich-Christian (12%) und Dagmar F. (6%), Sohn Otto-

                    Ernst erhält eine Abfindung von geschätzten 100 Mio. DM plus, 1969 Flick verweigert abermals

                    Entschädigungszahlungen an Zwangsarbeiter, 1970 Flick-Anwälte wiederholen Verweigerung v.

                    Entschädigungszahlungen und verzögern Minimalentschädigungen von DM 5 000 000 bis zum

                    Tod des fünft-reichsten Mannes der Welt, bei Flicks Beerdigung sagt der Pastor: „Er war ein

                    frommer Mann und Gott wird ihn belohnen.“

                    Zitat: „Ich protestiere gegen die Tatsache, daß Deutschlands Industrielle in meiner Person vor

                    der ganzen Welt als Sklavenhalter und Räuber verleumdet werden“

Flick, Friedrich Karl, 03.02.1927; erfüllt politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung, Abitur,

                    1946-51 Betriebswirtschafts-Studium, 1957-85 Flick-Konzern, persönl. haftender Gesellschafter

                    u. Geschäftsführer, 1965 Promotion, 1972 Erbe des Vaters, bis 1980 ca. DM 25 000 000 Partei-

                    spenden f. CDU, CSU, FDP, SPD, 1984 ca. DM 24 000 000 000 Konzernumsatz, 1985 Flick-

                    konzern-Verkauf f. ca. DM 5 000 000 000 an Dt. Bank, 1994 Wohnsitz/Verwaltung in Österreich

Frank, Hans, 23.05.1900; 1920 Jura-Studium, 1923 NSDAP, Teiln. am Hitler-Putsch, 1924 Promotion, 1927

                    Rechtsanwalt, Rechtsberater d. NSDAP, 1933-34 bayrischer Justizminister, Reichsführer d. NS-

                    Juristenbund, 1933-42 Leiter d. „Akademie deutschen Rechts“, 1934 Reichsminister, 1939

                    Generalgouverneur i. besetzten Polen, hauptverantwortlich für dort verübte Greueltaten, 1946

                    Nürnberg, Todesstrafe, einer der wenigen der Schuldspruch als richtig empfand

                    Zitat: „Handle so, daß, wenn der Führer von deinem Handeln Kenntnis hätte, er dieses Handeln

                    billigen würde“

Frankenberg und Proschlitz, Egbert von, 20.03.1909; Meteorologie-Studium, 1931 NSDAP, 1932 SS, 1935

                    Wehrmacht, 1938 Legion Condor,Spanienkeuz i. Gold, 1943 Kommodore Edelweißgeschwader,

                    BDO/NKFD/GRU, 1949 NDPD, 1951-54 MdV, MfS-IM, 1956 Verfolgter d. Naziregime, Dozent,

                    1957 Promotion, milit.-polit. Rundf.-Kommentator, Präs. ADMV, 1962-66 Dt. Liga f. Vereinten

                    Nationen, 1965 Vaterländ. Verdienstorden i. Silber, 1979 VVO i. Gold, 1989 Habilitation

Freisler, Roland, 30.10.1883; Jura-Studium, 1915 russ. Kriegsgefangener, wird bolschewistischer Kommis-

                    sar u. überzeugter Kommunist, 1920 Heimkehr, 1921 Promotion, 1925 NSDAP, 1933 MdR,

                    1934-42 Staatssekr. im preuß. – ab 1935 auch im Reichsjustizministerium, SA-Brigadeführer,

                    1942 Wannsee-Konferenz, 1942-45 Vors. Richter Volksgerichtshof, 1945 Tod b. Bombenangriff

Fuchs, Emil, 13.05.1874; 1894-97 ev. Theologie-Studium, 1900 Promotion, 1902-30 Vikar, Pfarrer, 1911

                    Geburt des Sohnes Klaus F. (Physiker, 1950 in Großbritannien wg. „Atomspionage“ 14 Jahre

                    Haft, seit 1959 in der DDR tätig), 1921 SPD, 1926-30 Landesvors. Bund religiöser Sozialisten,

                    1931 Prof. d. Religionswissensch., 1933 Berufsverbot, 1945 SPD, 1949 Übersiedlung in die

                    DDR, 1950 Prof. f. Theologie, 1954 Vaterländischer Verdienstorden, CDUD-Ehrenmitglied

Gauck, Joachim, 24.1.1940, 1951 SMT Schwerin verurteilt Vater Gauck zu 25 Jahren Zwangsarbeit, Sohn J.

                    erfüllt politische Kriterien sozialistischer Begabtenförderung, Oberschule, 1958 Abitur, 1958-65

                    ev. Theologiestudium, 1965-82 Vikar/Pfarrer, 1982-89 landeskirchl. Arbeit, 1987 Ausreisege-

                    nehmigung für bildungsdiskriminierte Söhne, 1989 Neues Forum, 1990 AdV, Volkskammer-

                    Ausschuss zur Kontrolle der Auflösung des MfS/AfNS-Vorsitz. 1990-2000 BStU-Chef, 1996

                    H.-Ehlers-Preis, 1999 Dr. h.c. Uni. Rostock, 2001 ARD TV-Moderator, Dr. h.c. Uni. Jena

Gaus, Günter, 23.11.1929; HJ, Gymnasium, 1949 Abitur, Geschichts-/Germanistikstudium, 1953 Journalist,

                    1965-69 Dir. SWR,1969-73 Chefredaktion „Spiegel“, 1973 Staatssekr. Kanzleramt, 1976 SPD,

                    1974-81 BRD-Vertreter in DDR, 1981 Senator Berlin, 1982 Publizist, 1989 Idee „zentraleurop.

                    Konföderation“ aus zwei dt. Staaten, CSSR, Ungarn, 1991 Rundfunkbeirat, 2001 SPD-Austritt

                    Zitat: „Wo so oft und so gern vom Rechtsstaat gesprochen wird kann Demokratie zurück-

                    haltender propagiert werden“

Gawlik, Manfred, 28.11.1941; Abitur, Ing.-Studium, Dipl.-Staatswiss., 1965 CDUD, 1970-77 diverse staatl.

                    Funktionen, 1979-90 Bezirksvorstand CDUD, 1982-89 Mitgl. CDUD-Hauptvorstand

Geisler, Hans, 20.03.1940; 1960-65 Chemie-Studium (DDR), 1965-69 wissenschaftl. Mitarbeiter Meinsberg,

                    1969-76 Laborleiter Sportmedizin Leipzig, 1970 Promotion, 1975-87 Präsidiumsmitgl. des Ev.

                    Kirchentages (DDR), 1976-90 Laborleiter Diakonissenhaus Dresden, 1989 Demokratischer

                    Aufbruch, 1990 CDUD, AdV, MdB, 1990 Parl. Staatssekr., 1990 CDU-Bundesvorstand, sächs.

                    Staatsminister für Soziales, Gesundheit und Familie, 1994 MdL, 1995 Stellv. des Min.-Präs.

Geißel, Ludwig, 25.08.1916; 1934-38 Militärschule, 1939-45 Nachrichtenoffizier, Frankr./, Ital./, Südjütland,

                    1946-47 Senat Hamburg, 1947-70 Ev. Hilfswerk, 1958 Ev. Landeskirchen Bevollmächtigter bei

                    DDR-Reg., 1964-82 verantwortl. f. Abwicklung human. Maßnahmen (Freikauf/Menschenhandel)

                    der Bundesreg., 1966 Verwaltungsrat Thyssen-Edelstahl, 1970-84 Aufsichtsrat Ev. Hilfswerk-

                    Siedlungsgesellschaft, 1974 Aufsichtsrat Hanse-Merkur-Krankenversicherung, 1980 Erbschafts-

                    problemlösung f. DDR-Bürger per Schenkungsurkunde zugunsten EKD/ Auszahlung v. 80% des

                    West-Erbe 1 DM:1 M, 1982 eigene Wirtschafts- u. Finanzberatung, 1989 Kuratorium Medigreif

Genscher, Hans-Dietrich, 21.03.1927; erfüllt politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung,

                    1944 NSDAP, 1946 LDPD(Ost), 1946-49 Jurastudium (SBZ), 1950 Gerichtsreferendar OLG

                    Halle, 1952 Republikflucht, 1952 FDP, 1952-54 Gerichtsref. OLG Bremen, 1954 Rechtsanwalt,

                    1957-65 Assistent FDP-Fraktion, 1965-98 MdB, 1969-74 Bundesinnenmin., 1974-92 Bundes-

                    außenmin., 1974-85 FDP- Vors., 1984-85 Präs. NATO-Rat, 09.1990 unterzeichnet in Moskau

                    den Zwei+Vier-Vertrag, 1991 befürwortet Spaltung Jugoslawiens, 1994 Prof. h.c. der FU-Berlin

Gerhardt, Wolfgang, 31.12.1943; Erziehungswissenschafts-, Philosophie- und Politik-Studium, 1970

                    Promotion, 1970 Friedrich-Nauman Stiftung, 1970-79 Referent u. Leiter Ministerbüro in Hessen,

                    1978-82 MdL, 1982 Vors. FDP Hessen, 1983-94 MdL, 1987-91 Landesminister u. stellv.

                    Ministerpräs., 1994 MdB, 1998 Vors. FDP-Fraktion u. Mitglied i. Verwaltungsrat ZDF

Gerlach, Manfred, 08.05.1928; HJ, 1944 Justizangestellter, 1945 LDPD, 1946 FDJ-Gründungsmitgl., 1946-

                    50 LDPD-Jugendreferent, 1947 FDJ-Kreisvorstand, 1949-59 FDJ-Zentralrat, 1949 AdV (1950-56

                    Mitgl. Volkskammer-Jugendausschuß >verfolgte Schüler), 1950 Verpflichtungserklärung für

                    DDR-Regierungspolitik, 1951-54 Jurastudium DASR, stellv. LDPD-Vorsitz., 1954 Chefredakteur

                    Liberal-Demokrat. Zeitung, 1954-67 LDPD-Generalsekr., 1956 Vaterländ. Verdienstorden(silber)

                    1960-89 stellv. Staatsratsvors., Ausschuß für Nationale Verteidigung,1962 Goldene Ehrennadel

                    Gesellsch. Dt.-sowjet. Freundschaft, 1963 Vorsitz. Dt.-brit. Gesellschaft, 1964 Promotion („Die

                    Rolle der LDPD im Mehrparteiensystem der DDR“), Vaterländ. Verdienstorden(gold), 1967-2000

                    LDPD-Vorsitz. und im Zentralvorstand Dt.-sowjet. Freundschaft, 1969 Ehrenspange zum VVO,

                    1984 Professur, 1988 Karl-Marx-Orden, 1989-90 amtierender Staatsratsvorsitzender, 1990

                    Bund Freier Demokraten, 1990 FDP, 1992 FDP-Parteiausschlußverfahren, 1993 FDP-Austritt,

                    2000 Hauptverfahren wg. Denunziationsverdacht (W. Ihmels 1947) wg. Verjährung eingestellt

                    Zitate: „Wir Liberaldemokraten haben uns für alle Zeit unwiderruflich an die Seite der Partei der

                    Arbeiterklasse gestellt.“-„Anpassung und Heuchelei, manchmal getarnt als Bewahrung des Be-

                    währten und als Treue zu Beschlüssen, wirken kontraproduktiv.“ „Ich war weder ein Held noch

                    ein Widerstandskämpfer gegen das SED-Regime.“

Gerstenmaier, Eugen, 25.08.1906; 1931 Philosophie-, Germanistik- u. ev. Theologie-Studium, 1935

                    Promotion, 1937 Privatdozent, 1939-44 Auswärtiges Amt, 1942 Konsistorialrat Dt. Ev. Kirche,

                    Mitgl. „Kreisauer Kreis“, 1945 zu sieben Jahren Haft verurteilt, 1945 Haftbefreiung, EKD-

                    Synode, 1946 cDU, 1949-69 MdB, 1951 muß Leitung des Evangelischen Hilfswerkes wg.

                    „steuerlicher Unklarheiten" aufgeben, 1954-69 Bundestagspräsident, 1956-69 cDU-Präsidium,

                    Präs. Deutsche Afrikagesellschaft, 1969 Rücktritt wg. Erhalt außergewöhnlich hoher Wiedergut-

                    machungsleistung (Lex Gerstenmaier)

                    Zitat: „Nazi hätte man sein müssen“

Gerstner, Karl-Heinz, 15.11.1912; 1931 Roter Studentenbund, 1931-35 Jurastudium, Werkstudent Deutsche

                    Bank, 1933 NSDAP, 1936 Referendar, 1937 Promotion, 1939 wg. Krankheit kriegsuntauglich,

                    1940-44 Auswärtiges Amt/ Dt. Botschaft Paris, wird als Autor der Broschüre „Verniggertes

                    Frankreich“ genannt, 1944 Auswärtiges Amt Rundfunkabt., 1945 KPD/SED, stellv. Bürger-

                    meister B.-Wilmersdorf, 1945-46 Internierungslager, 1947 Referent Dt. Zentralverwaltung für

                    Außenhandel, 1948-73 Redaktion „Berliner Zeitung“, 1949 Geburt der Tochter Daniela (Dahn),

                    1955-88 Kommentator Radio DDR, als „IM Ritter“ beim MfS erfasst, 1956-59 Mitgl. Zentral-

                    vorstand Verband Deutscher Journalisten, 1965-78 Fernseh-Moderator, 1973-89 Chefreporter

                    „Berliner Zeitung“, 1982 Vaterländ. Verdienstorden

Gießmann, Ernst-Joachim, 12.02.1919; 1937 NSDAP, Abitur, 1937-43 Mathematik- u. Physikstudium, 1943

                    Dipl.-Physiker, 1943-45 Mitarb. Institut f. techn. Physik TH Berlin, 1945 FDGB, Kulturbund,

                    Lehrer, 1946 SED, Promotion, Oberschuldirektor, 1948 Gesellsch. Dt.-Sowjet. Freundschaft,

                    1948-51 Mitarb. Min. f. Volksbildung Brandenburg, 1951-53 Oberass./Dozent Pädagog. Hoch-

                    schule Potsdam, 1954 Habilitation, 1954-57 Mitgl. URANIA, 1954-62 Direkt./Rektor  Physik.

                    Institut Hochschule Schwermaschinenbau Magdeburg, SED-Bezirksltg., 1956-63 Vizepräs. KB,

                    1958-63 AdV, Ausschuß f. Wirtschafts- u. Finanzfragen, 1959 Vaterl. Verdienstorden, 1962-67

                    Staatssekr., 1967-70 Minister f. Hoch- u. Fachschulwesen, 1970-84 Prof. d. Ingenieurhochsch.

                    Berlin-Wartenberg, 1984-89 stellv. Vors. Club d. Kulturschaffenden

Globke, Hans, 10.09.1898; 1919 Staatswissenschafts- und Jura-Studium, 1929 Ministerialrat, 1932-45

                    Referent/Ministerialrat Reichsinnenministerium, 1936 Kommentator „Nürnberger Gesetze“, soll

                    verantwortl. gewesen sein daß deutsche Juden ihre Vornamen mit Zusatz „Israel“ bzw. „Sarah“

                    versehen mußten, 1945 Vizepräs. Landesrechnungshof, 1949-52 Ministerialdir. Bundeskanzler-

                    amt, 1953-63 Staatssekretär, 1963 Großkreuz d. Verdienstordens d. BRD, in DDR in Abwesen-

                    heit zu lebenslanger Haft verurteilt, 1963 Rücktritt, wollte Wohnsitz in Schweiz verlegen, erhielt

                    keine Aufenthaltserlaubnis

                    Zitat: „Das Einsickern farbigen Blutes nach Europa kann in Zukunft nicht mehr geduldet werden“

Goebbels, Joseph, 29.10.1987; Philosophie- und Germanistikstudium, Promotion, 1924 NSDAP, 1930 MdR,

                    1933 Reichsminister f. Volksaufklärung u. Propaganda, 1943 Sportpalastrede „Wollt ihr den

                    totalen Krieg?“, als Nachfolger von Hitler bestimmt, 1945 Selbstmord

                    Zitate: „Wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft“ „Entweder gehen wir als die größten

                    Staatsmänner oder die größten Verbrecher aller Zeiten in die Geschichte ein.“

Göring, Hermann, 12.01.1893; Kadettenanstalt, 1912 Leutnant, 1918 Jagdflieger, 1922 SA, NSDAP, 1928

                    MdR, 1932-45 Reichstagspräs., 1933 Reichsminister f. Luftfahrt, 1933-34 preuß. Innenminister,

                    Schöpfer der der Gestapo, Luftfahrtmin., 1935 Oberbefehlshaber der Luftwaffe, 1936 Beauf-

                    tragter für den Vierjahresplan, 1940 Reichsmarschall, 1945 Parteiausschluss, 1946 Nürnberger

                    Prozeß Todesurteil, Selbstmord

                    Zitat „Alles Unsinn mit Ihren Idealen, Geld müssen Sie verdienen.“

Gossens, Hans, 19.09.1921; Hitler-Jugendführer, 1939 NSDAP, Kriegsfreiwilliger, 1942 sowjet. Gefangen-

                    schaft, NKFD, Frontbevollmächtigter, 1946 FDJ, SED, 1946-48 FDJ-Landesltg. Sachsen, 1946-

                    55 FDJ-Zentralrat, 1949-49 Ltr. FDJ-Hochschule Bogensee, 1949-55 stellv. Staatssekr. f. Hoch-

                    schulwesen, 1955 Grenzpolizei, 1957 Major, Chefredakteur „Der Grenzpolizist“, ab 1960 NVA-

                    Oberst, stellv. Chef d. Politischen Hauptverwaltung d. NVA

Götting, Gerald, 9.6.1923; erfüllt politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung, Abitur, 1946

                    cDU(Ost), FDJ, erfüllt politische Kriterien sozialistischer Begabtenförderung, 1947-49 Studium d.

                   Geschichte u. Germanistik, 1948 Hauptvorst. cDUD, 1949-66 cDUD-GenSekr., 1953 IM „Göbel“,

                    1949-89 AdV, 1950-89 Präsidium Nationalrat d. Nationalen Front, 1954-58 stellv. Volkskammer-

                    Präs., 1958-63 Vors. cDUD-Volkskammerfraktion, 1961 Vaterländ. Verdienstorden, 1969-76

                    Volkskammer-Präs., 1966-89 Vors. cDUD, 1989 Rücktritt, 1989-90 U-Haft wg. Verdachts von

                    Parteifinanzen-Zweckentfremdung (DDR-Mark 1 268 679), 1991 1½ Jahre Haft mit Bewährung,

                    wg. zehntausender christlicher verfolgter Schüler in der BRD nie angeklagt

                    Zitat: „So ist die Geschichte unserer DDR auch von der CDUD mitgeschrieben worden.“

Grotewohl, Otto, 11.03.1894; 1912 SPD, 1923-24 Justizmin. Braunschweig, 1924-26 Studium/Gasthörer,

                    1925-33 MdR, Präs. LVA Braunschweig, 1938-40 Haft, 1940-45 Geschäftsführer (Berlin), 1945

                    Vors. SPD-Zentralausschuß, 1945-46 Teiln. „Sechziger“-Konferenzen, 1946-54 SED-Co-Vors.,

                    1949-64 DDR-MinPräs., 1960 stellv. Staatsratsvors., 1954/59/64 Vaterländisch Verdienstorden, 

                    Zitat: „Wer der Entscheidung ausweicht wird Amboß, wer die Entscheidung sucht ist Hammer“

Gysi, Klaus, 03.03.1912; 1928 KJVD, 1931 KPD, 1931-35 Volkswirtschaftsstudium, 1945-48 Chefred.

                    „Aufbau“, 1946 SED, 1949-50 Vors. Volkskammerausschuß f. Volksbildung, 1950-54 AdV,

                    1951-57 Abt.Leiter Verlag Volk u. Wissen, 1957-66 Leiter Aufbau Verlag, 1967-81 AdV,

                    1966-73 DDR-Minister für Kultur, 1973-78 Botschafter, 1979-88 Staatssekr. Kirchenfragen

Gysi, Gregor, 16.01.1948; 1962 FDJ, 1966 Rinderzüchter, 1966-70 Jurastudium, 1967 SED, 1971 Rechts-

                    anwalt, 1976 Promotion, 1988 Vors. DDR-Rechtsanwaltskolleg, 1989-93 Vors. SED bzw. PDS,

                    1990-02 MdB, widersprach stets als IM „Notar“ für MfS tätig gewesen zu sein, 2001 Wirtschafts-

                    senator (PDS/SPD-Koalition) Berlin, Rücktritt wg. Bonusmeilen; Stiftung Archiv d. Parteien und

                    Massenorganisationen der DDR (Kuratoriumsmitgl.)

                    Zitat: „Das Verfahren gegen Erich Honecker war zu keinem Zeitpunkt rechtsstaatlich“

Haedenkamp, Carl; Medizinstudium, Promotion, 1922 Geschäftsführer Hartmannbund, 1923-39 Schriftleiter

                    „Ärztliche Mitteilungen“ (ab 1.7.33 vereint mit Deutschem Ärzteblatt),1924-28 MdR Deutsch-

                    Nationale Volkspartei, 1933 Vorsitzender Hartmann-Bund, Beauftragter des Reichsärzteführers

                    Wagner zur Überwachung der Ausschaltung sozialistischer und jüdischer Ärzte, 1934 NSDAP,

                    1939 Marine-Arzt, 1946 Geschäftsführer Nordwestdeutscher Ärztekammer-Ausschuß, 1947-55

                    Geschäftsführer d. Arbeitsgemeinschaft Westdeutscher Ärztekammern, 1949 Vors. d. Präsidium

                    d. Deutschen Ärztetages, 1948-55 Hauptgeschäftsführer Arbeitsgemeinschaft d. Landesstellen

                    d. Kassenärztlichen Vereinigung, 1954 Großes Bundesverdienstkreuz für „Verdienste um die

                    Gesunderhaltung des Deutschen Volkes“, Paracelsus-Medaille

Hager, Kurt, 24.07.1912; Abitur, 1930 KPD, 1937-39 span. Bürgerkrieg, 1939-46 Exil, 1947-48 Redakteur,

                    1949-53 Abt.Leit. ZK d. SED, 1954 Mitgl. u. Sekr. des ZK der SED, verantw. für Wissenschaft u.

                    Bildung, 1958-89 AdV, Vorsitz. Volkskammer-Volksbildungsausschuß, 1959-63 Kand. Politbüro,

                    1964 Vaterländ. Verdienstorden, 1976-89 Mitgl. Staatsrat, 1990 Parteiausschluss

Hartke, Werner, 01.03.1907, 1925 Abitur, 1925-32 Philologie-, Philosophie-, Biologie- u. Pädagogikstudium,

                    1932 Promotion, 1934-43 Lektor u. Dozent Uni. Königsberg, 1937 NSDAP, 1939 Habilitation,

                    1944 Wehrmacht, Hptmann, Abwehr, 1945-48 Uni. Göttingen, 1946 KPD, 1948 SED, 1948-51

                    Dekan Uni. Rostock, 1950 Ordinarius Uni. Rostock, 1955-59 Prof./ Dekan/ Rektor HU Berlin,

                    1958-68 Präs. und 1968-72 Vizepräs. Akademie d. Wissensch., 1959 Vaterländ. Verdienstord.,

                    Mitgl. SED-Bezirksltg. Berlin, Präsidialrat Kulturbund, Vizepräs. Dt.-Arab. Gesellschaft

Havemann, Robert, 11.03.1910; 1929-33 Chemiestudium, 1932 KPD, 1935 Promotion, 1937 Univ. Berlin,

                    1943 Habilitation, 1943 Verhaftg., Volksgerichtshof Todesurteil, 1944-45 Vollstreckungs-

                    aufschub „wg. kriegswichtig. Arbeiten“, 1945-50 Kaiser-Wilhelm-Ges. Berlin, 1946-60 Prof.

                    Humboldt-Univ., 1950 SED, systemkritisch, 1964 SED-Ausschluß u. Entlassung v. Univ., 1976-

                    78 Hausarrest, Überwachung, Berufsverbot, 1989 posthum durch SED rehabilitiert

Heidorn, Günter, 23.08.1925; erfüllt politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung, Abitur,

                    1943 NSDAP, 1946 SED, 1947-53 Geschichtsstudium, 1953 Promotion, 1958 Habilitation,

                    1965-67 Rektor Uni. Greifswald, 1973 Exekutivrat Weltföderation d. Wissenschaft, 1976-90

                    stellv. Minister f. Hoch- u. Fachschulwesen

Herzog, Roman, 05.04.1934; 1953-57 Jurastudium, 1958 Promotion, 1964 Habilitation, 1965-89 FU Berlin,

                    1969-72 Hochschule Speyer, 1970 CDU, 1973-78 Staatssekr. Rheinl.-Pfalz, 1973-91 Synode

                    ev. Kirche, 1978-80 Kultusminister Baden-W., 1978-83 Vors. ev. Arbeitskreis CDU/CSU, 1980-

                    83 Innenmin. Baden-W., 1983-87 Richter Bundesverfassungsger., 1987-94 Präs. Bundesver-

                    fassungsger., Bodenreform-Restitutionsurteil, 1994-99 Bundespräsident, 1999 Vorsitzender

                    Stiftungskuratotium der Bankgesellschaft Berlin

                    Zitat: „Die Sorge um die Familie machte ich zu einem Schwerpunkt meiner Amtszeit“

Heyde, Werner alias Fritz Sawade, 25.04.1902; Medizinstudium, Promotion, 1932 Dozent Würzburg Uni.,

                    1933 NSDAP, 1935 Kreisamtsleiter Rassenpolit. Amt Würzburg, 1936 SS, Führer Sanitätsabt.

                    Totenkopfverbände, 1938 Führer SS-Sanitätsamt, 1939 Habilitation, 1939 Mitarb./Planung

                    Massenmord v. Behinderten u. Kranken, 1940-41 Leiter Aktion T4, 1944 SS-Obersturmbann-

                    führer, 1945 SS-Standartenführer, 1945 Verhaftg./Internierg., 1947 Zeuge Nürnberger Ärzte-

                    prozeß, Auslieferung a. dt. Behörden, Flucht, 1949-51 Sportarzt d. Stadt Flensburg, 1952 LVA-

                    Schlesw.-Holstein-Gutachter, offenbart LVA-Medizinaldir. Dr. Hartwig Delfs wahre Identität,

                    1954 Präs. Sozialgericht Schleswig Dr. jur. E. Burisch über Identität Sawade/Heyde informiert,

                    Buresch informiert Heyde/Sawade, 1955 Dr. jur. Buresch entledigt sich Falles Heyde, 1959

                    Heyde/Sawade Untersuchungsausschuß Landtag Drucksache Nr. 444, 1962 Anklageschrift wirft

                    Heyde vor „heimückisch, grausam...mind. 100 000 Menschen getötet zu haben“, 1964

                    Selbstmord vor Prozeßbeginn

Heyl, Wolfgang, 21.08.1921; erfüllt politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung, Abitur,

                    1939 NSDAP, 1945 FDGB, 1949 CDUD, 1954-58 Jugendausschuß CDUD Bezirksverband,

                    1958-90 AdV, 1963-60 CDUD Fraktionsvors, 1973 Vaterländ. Verdienstorden, 1976-89

                    Volkskammer-Präsidium, veröffentlicht „Glanz und Elend der Adenauer-CDU“

Hierl, Konstantin, 24.02.1875: Juristensohn, 1893 bayr. Armee, Berufsoffizier, Oberstleutnant, Stabschef,

                    1918 Freikorps Hierl, 1919-24 Reichswehr, 1927 NSDAP, 1929 NSDAP-Reichsleitung, 1930

                    MdR, 1933 Staatssekretär, Beauftragter für den Arbeitsdienst, 1934 Reichskommissar für den

                    freiwill. Arbeitsdienst, 1935 Reichsarbeitsdienstführer, 1936 NSDAP-Reichsleiter, 1943

                    Reichsminister, 1945 Internierung, 1948 Hauptschuldiger 3 Jahre Haft unter Internierungszeit-

                    Anrechnung u. 50% Vermögenseinzug, danach Publizist: „Im Dienst f. Deutschland 1918-1945“

                    Zitat: „Arbeitsdienst ist Dienst am Volk“

Hitler, Adolf, 20.04.1889; österreich. Arbeiter, Bohemien, 1914 Kriegsfreiwilliger, EK I/II, 1919 DAP, 1920

                    Führer der NSDAP, 1923 Putschversuch in München mit 19 Toten, 1924 verurteilt zu 5 Jahren

                    Haft, schreibt inhaftiert „Mein Kampf“, nach 9 Monaten entlassen, 1930 dt. Staatsbürger, 1933

                    Reichskanzler, 1934-45 Führer und Reichskanzler, 1945 Selbstmord

                    Zitat: „Ich tue nur was die Kirche sei fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher“

Homann, Heinrich, 06.03.1911; Berufsoffizier, Korpsstudent, 1929-33 Jurastudium, 1933 NSDAP, 1934

                    Berufsoffizier, 1937 Leutnant, 1943 NKFD, 1948 NDPD (DDR), 1949 AdV, 1952-54 Vizepräs.

                    Volkskammer, 1955 VVO, 1964 Promotion, 1960-89 stellv. Vors. Staatsrat d. DDR

Honecker, Erich, 25.08.1912; 1926 KJVD, 1929 Kirchenaustritt, 1930 KPD, 1930-31 Lenin-Schule Moskau,

                    1931 KJVD-Sekretär Saarland, 1935-45 inhaftiert, 1946 Mitbegründer u. bis 1955 Vors. d. FDJ,

                    1949 ZK d. SED, 1949-89 AdV, 1955 Vaterländ. Verdienstorden d. DDR, 1955-56 Parteihoch-

                    schule Moskau, 1958 Sekr. d. ZK d. SED, 1971 1.Sekr. ZK d. SED, Vorsitz. Nationaler Verteidi-

                    gungsrat d. DDR, 1976-89 Vors. Staatsrat d. DDR, 1982 u. 87 Karl-Marx-Orden, 1989 Rücktritt,

                    Parteiausschluß, Ermittlungen von DDR-Justiz und MfS gegen Honecker, 13.3.1991 Flucht nach

                    Moskau, 1992 Rückführung, U-Haft, 1993 Anklage, Haftbefehlaufheb., Ausreise n. Chile, wg.

                    Zehntausender politisch verfolgter Schüler in der BRD nie angeklagt

                    Zitate: „Wenn wir mit der Sowjetunion verbündet bleiben, werden wir bald ganz Deutschland

                    besitzen.“ „Entschlossen wird unsere Partei Recht und Gerechtigkeit weiter festigen.“

Honecker geb. Feist, Margot, 17.4.1927; 1938 JM/BDM, 1941 Konfirmation, 1944 Telefonistin, 1945-46 KPD

                    SED/FDGB/FDJ, Sekretärin, 1947 AbtLeiter Kultur u. Erziehung FDJ-Kreisvorstand, 1948 FDJ-

                    Landesvorst., 1949 jüngste AdV, 1949-53 Pionier-Org.-Vorsitz., 1949-54 FDJ-Zentralrat, 1953-

                    54 Komsomol Hochschule Moskau, 1954-58 HA-Leiterin Lehrerbildung Volksbildungsmin., 1958

                    stellv. Volksbildungsmin, 1963-89 Volksbildungsminister, 1964 Vaterländ. Verdienstorden, 1967-

                    90 AdV, 1989 Rücktritt, Parteiaustritt, wg. Amtmissbrauch befragt, 1991 Flucht n. Moskau, 1992

                    Chile, wg. 1 000er Zwangsadoptierter u. z.T. aus politischen Gründen in Jugendwerkhöfe einge-

                    wiesener Minderjähriger u. 10 000er politisch verfolgter Schüler nie in der BRD angeklagt

                    Zitat: „Wir haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, daß unser Schulsystem zum Sozialismus

                    erziehen sollte.“

Höppner, Reinhard, 12.02.1948; 1967-71 Mathematikstudium (DDR), 1971-90 Fachlektor, 1976 Promotion,

                    1980-94 Präses ev. Kirchenprovinz Sachsen, 1989 SPD, 1990 AdV, seit 1990 MdL, seit 1990

                    SPD-Vorstand, 1994-2002 Ministerpräs. Sachsen-Anhalt, PDS-toleriert

                    Zitat: „Ich verspreche nichts, was ich auch halten kann.“

Jenninger, Philipp, 10.06.1932; HJ, 1952 Jurastudium, Cartellverband kath. dt. Studentenverbindungen,

                    1957 Promotion, 1960-66 diverses im Verteidigungsmin., 1966-69 Referent für Dr. F. J. Strauß,

                    1969-90 MdB, 1982-84 Staatsminister, 1984-88 Bundestagspräs., lehnt 1986 Empfang v. DDR-

                    Volkskammerpräs. H. Sindermann (SED) in seinem Bundeshausbüro ab, Rücktritt nach Reichs-

                    pogromnachtrede, 1991-95 Botschafte i. Österreich, 1995-97 Botschafter i. Vatikan

                    Zitat: „Wir müssen um Verständnis dafür bitten, daß wir kein Hotel sind in dem unentwegt

                    Bürger der DDR übernachten können.“

Just, Gustav, 18.06.1921; 1940 CSR-Wehrmachtsfreiwilliger, Leutnant, 1941 pers. am Mord ukrainischer

                    Juden beteiligt, 1946 CSR-Vertriebener, SED, Neulehrerkurs, 1946-48 Lehrer, 1948-51 versch.

                    SED-Parteifunktionen, 1952-54 Mitarb. Kulturabt. SED-ZK, seit 1954 DDR-Schriftstellerverband,

                    1955-56 stellv. Chefredakteur, 1957 mit Walter Janka zu 4 Jahren Haft verurteilt, Parteiaus-

                    schluß, 1960-68 Übersetzer, 1989 SPD, 1990 SPD-Kreisvors., 1990-92 MdL Brandenburg,

                    Alterpräs. und Vorsitzender Verfassungsausschuß, 1992 Rücktritt wg. ukrain. Juden 1941

Kegel, Gerhard, 16.11.1907; 1928-31 Staatswissenschafts- und Jurastudium, 1931 KPD, 1934 NSDAP,

                    1941-43 Legationssekr. im Ausw. Amt, 1943-45 Wehrmacht, 1945 Übertritt zur sowj. Armee,

                    1946 SED, bis 1949 pers. Ref. v. W. Pieck, 1950-51 stellv. Chefred. „Neues Deutschland“, 1955

                    pers. Mitarb. von W. Ulbricht, 1959 Gesandter, 1973-76 DDR-Botschafter bei UN i. Genf

Kertzscher, Günter, 16.11.1913; Germanistik- und Geschichtsstudium, SA, 1937 NSDAP, 1941 Promotion,

                    sowjet. Gefangenschaft, 1943 NKFD-Mitbegründer, 1945 KPD/SED, Redakteur „Berliner

                    Zeitung“, 1949-55 Chefred. „Berliner Zeitung“, 1954-58 AdV, 1955 stellv. Chefred. „Neues

                    Deutschland“, 1973 Vaterländischer Verdienstorden d. DDR, 1977-89 Vors. Verband Deutscher

                    Journalisten

Keßler, Heinz, 20.01.1920; Arbeiter, 1941 Übertritt z. Roten Armee, 1945 KPD, 1946 FDJ, 1946 Partei-

                    vorst./ZK d. SED, 1950-89 AdV, 1952 Gen.-Inspekteur Kas. Volkspolizei, 1955-56 Studium an

                    sowj. Kriegsakademie, 1957-67 stellv. Min. f. Verteidigung, 1965 Vaterländ.Verdienstorden d.

                    DDR, 1979 Karl-Marx-Orden, 1985 Min. f. Nat. Verteidigung, Armeegeneral, 1986 Politbüro d.

                    ZK. d. SED, 1990 Parteiausschluß, 1993 7½  Haft wg. Schießbefehl a. Grenze u. „unmittelbarer

                    Tätertschaft“, 1998 auf Bewährung entlassen, 2001 EuMGR lehnt Revisionsantrag ab

Kiesinger, Kurt, 06.04.1904; 1926-31 Staatswissenschafts- und Jurastudium, Promotion, 1933 NSDAP,

                    1935-39 Rechtsanwalt Kammergericht Berlin, 1940-45 Reichsaußenmin./Rundfunkabt.Referat B

                    „Allgemeine Propaganda“, ab 1943 stellv. Abt. Ltr., 1945-47 Internierung, 1947 cDU, 1949-59

                    MdB, 1958-66 Ministerpräs. Baden-Württemberg, 1960 Großkreuz d. Verdienstordens d. BRD,

                    1966-69 Bundeskanzler, 1967-71 cDU-Bundesvorsitzender, 1969-80 MdB

                    Zitat (Dt. Bundestag 1959): „..aus diesem immer noch gespaltenem und blutenden, unsicheren

                    und verwirrten Volk endlich wieder ein gesundes Volk zu machen.“

Kinkel, Klaus, 17.12.1936; HJ, 1956 Jurastudium, 1964 Promotion, Bundesministerium des Innern; Referent

                    Bundesinnenmin., Leiter Ministerbüro; 1974-79 Leiter Leitungs- u. Planungsstab Auswärtiges

                    Amt, 1979-82 Präsident Bundesnachrichtendienst, 1982-91 Staatssekr. Bundesjustizmin., 1991

                    FDP, 1993-95 FDP-Bundesvorsitzender, 1994 MdB, 1991-92 Bundesjustizminister, 1992-98

                    Bundesaußenminister, 1993-98 stellvertr. Bundeskanzlers, Mitglied der Beiräte von Energie

                    Baden-Württemberg AG, Karlsruher Lebensversicherung AG, Lehman Brothers Bankhaus AG,

                    Robert Bosch Int. Beteiligungs AG, Telekom Business Academy, Universität Haifa (Mitglied im

                    Board of Governors), Alexander von Humboldt-Stiftung (Vorstand), Deutsche Gesellschaft für

                    die (UN) Vereinten Nationen e.V. (Präsidium)

Kleyer, Hermann, 19.08.1911; Jurastudium, Promotion, Habilitation, 1937 NSDAP, 1946 SED, 1946 Lehr-

                    tätigkeit/ Rektor Akademie f. Staats- und Rechtswissenschaft, 1958 Leiter d. Rechtsabt. im

                    DDR-Ministerrat, 1961-82 Leiter d. Zentralstelle zum Schutz des DDR-Volksvermögens

Kleinschmidt, Karl, 26.04.1902; 1921-24 ev. Theologiestudium, 1927-33 Pfarrer u. Mitgl. Bund religiöser

                    Sozialisten, 1928 SPD, 1935-39 Domprediger, 1945-61 Domprediger,1946 SED, 1949-54 AdV,

                    1958 Vors. Bund Ev. Pfarrer d. DDR, 1962 Vaterländischer Verdienstorden d. DDR

Kohl, Helmut, 03.04.1930; HJ, 1946 cDU, 1950-56 Geschichts- u. Jurastudium, 1953 Vors. cDU-Rhld.-Pflz.,

                    1958 Promotion, 1959 MdL, 1963-69 cDU-Landestagsvorsitz., 1969-76 Min.-Präs. Rhld.-Pflz.,

                    1973-98 cDU-Bundesvorsitz., 1982-98 Bundeskanzler, 1998 Großkreuz BRD-Verdienstorden,

                    2000 Antrag auf Stasi-Akten-Einsicht, danach Klage gegen Herausgabe. Zitate:

                    „Die Gnade der späten Geburt“ „Was wir brauchen, ist eine geistig-moralische Erneuerung"

Kölbel, Eckehard, 10.10.1942; 1961 Abitur, 1963-69 Geodäsiestudium (DDR), CDUD(Ost), 1970-74 Stadt-

                    verordneter, 1990 MdL (CDU-Thüringen), Vors. d. Landtag-Petitionsausschuß

Krause, Günther, 13.09.1953; FDJ, 1974-78 Ingenieur- und Informatikstudium (DDR), 1975 cDU(Ost), 1984

                    Promotion, 1987 Habilitation, 1990 Vors.Volkskammer cDU-Fraktion/Parl. Staatssekr., DDR-

                    Verhandlungsführer bei Staatsverträgen mit BRD, unterzeichn. im August 1990 für DDR (mit

                    Minister W. Schäuble für BRD) Wahl- und Einigungsvertrag, 1990 Bundesminister f. besondere

                    Aufgaben, 1990-94 MdB, 1991-93 Bundesmin. f. Verkehr, Rücktritt wg. „Putzfrauen“-Affaire (die

                    Krauses erhalten 70% Lohnkostenzuschuß für ihre Haushaltshilfe), in Folge Anteilseigner der

                    Bank Companie Nord AG, Bauunternehmen „Aufbau-Investition“, 2001 Offenbarungseid

                    Zitat: „Meine Menschenwürde wird nicht mehr geachtet.“

Krenz, Kurt, 07.07.1907; 1923 KPD, 1933 vorübergehend inhaftiert, 1939-45 Wehrmacht, Kriegsgefangener,

                    1945-46 KPD-Kreisleitung, Landesparteischule Ottendorf, 1949 AdV, Besuch SED-Parteihoch-

                    schule, 1950 SED-Bezirksleitung Dresden bzw. SED-Landesleitung Sachsen, Mitgl. Nationalrat

                    der Nationalen Front, 1967 Banner der Arbeit-Orden, 1972 VVO, 1977 Karl-Marx-Orden

Krenz, Egon, 19.03.1937; 1953-57 Lehrerstudium, FDJ, 1955 SED, 1957-63 FDJ-Funktionär, 1964-67

                    Studium in UdSSR, 1971-83 FDJ u. JP-Funktionär, 1971-90 AdV, 1983-89 Politb. ZK d. SED,

                    1989 Vors. DDR-Staatsrat, 1997 wg. Totschlag 6½ J. Haft, 2001 EuMGR lehnt Revisionsantrag

                    ab, wg. Zehntausender verfolgter Schüler nie angeklagt

                    Zitat: „Unseren Feinden in Westdeutschland und anderswo sagen wir: Je mehr ihr unseren

                    Walter Ulbricht hasst, umso mehr lieben wir ihn, denn er ist einer von uns.“

Kröger, Herbert, 15.07.1913; 1931 Staatswissenschafts- u. Jurastudium, 1933 SA, 1935 Promotion, 1937

                    NSDAP, 1938 SS, 1939 Asessor, 1941 Landger.-Rat, NKFD, Antifaschule Krasnogorsk, 1947

                    Professor DDR-Verwaltungsakademie Forst-Zinna u. Akademie für Staats- u. Rechtswissen-

                    schaft Potsdam, 1948 SED, 1950-63 AdV, 1955-64 Rektor i. Potsdam, 1964-78 Direktor

                    Akademie f. Staat u. Recht, 1965-89 Vizepräs. DDR-Gesellschaft für Völkerrecht

Krummacher, Friedrich-Wilhelm, 03.08.1901; 1919-22 ev. Theologiestudium, 1925 Ordination, 1927 Pro-

                    motion, 1933 NSDAP, 1934 Oberkonsistorialrat, 1943-45 Nationalkomitee Freies Deutschland

                    und Zusammenarbeit m. KGB, 1945 Rückkehr mit W. Ulbricht, 1945-49 Oberkonsistorialrat,

                    1946-55 Generalsuperintendent, verhandelt u.a. mit SMAD, DDR-Regierung, 1953 Dr. h.c.,

                    1955-72 Bischof, 1957-70 Exekutivaussch. Lutherischer Weltbund

Krupp v. Bohlen und Halbach, Alfried, 13.08.1907; Sohn von Gustav K., 1928-34 Techn. Wissenschafts-

                    studium, Dipl.-Ing., 1935 Fried. Krupp AG, 1936-43 Vorstandsmitgl. Fried. Krupp AG, 1937

                    Wehrwirtschaftsführer, 1938 NSDAP, Leiter der Krupp-Rüstungsindustrie, 1941/42 Vorsitzender

                    Reichsvereinigung Kohle, Reichsvereinigung Stahl und Reichsrüstungsrat, 1942 Aufsicht bei

                    Arisierung der ukrainischen Eisen- u. Stahlindustrie, 1943 jüdische Auschwitz-Häftlinge arbeiten

                    bei Krupp in Essen, Gründung der Munitionsfabrik Berthawerk AG beim KZ Auschwitz, Lex

                    Krupp/ Alleineigner Krupp-Konzern (1933-45 Spenden von ca. RM 10 000 000 an NSDAP),

                    1948 wg. Verbrechen gegen die Menschheit (Behandlung Kriegsgefangener, Ausbeutung von

                    Zwangsarbeitern, Ausplünderung der vom Deutschen Reich besetzten Gebiete) auch für seinen

                    verhandlungsunfähigen Vater Gustav 12 Jahre Haft, 1951 amnestiert u. Vermögens-Rückgabe

                    von ca. 50 000 000 Pfund Sterling, 1953 nach Verpflichtungserklärung nie wieder Kriegsmaterial

                    herzustellen u. Auflage der Alliierten Hohen Kommission alle Kohlen- u. Stahlbeteiligungen zu

                    verkaufen neue Übernahme der Krupp AG u. Ausbau zum abermals führenden europäischen

                    Stahlproduzenten und Anlagenbauer, 1961 Essen-Ehrenring, 1965 Firmenkrise/staatl. Bank-

                    bürgschaften, 1967 A. K. stirbt, Abfindung für Sohn Arndt u. Umwandlung in Stiftungs-GmbH

                    (1992 Fusion Fried. Krupp AG u. Hoesch AG, 1999 Fusion mit Thyssen Stahl AG zu Thyssen

                    Krupp Stahl AG)

                    Zitat. „Es war ein schreckliches Kapitel. Wie andere deutsche Unternehmer, waren auch wir ge-

                    zwungen, Zwangsarbeiter einzustellen. Unter den nunmehr gegebenen Umständen trugen sich

                    böse Dinge zu.“

Krusche, Günter, 25.02.1931; HJ, FDJ, 1949-54 ev. Theologie-Studium, 1956-59 Pfarrer, 1958 Studieninsp.,

                    1969 Studiendirekt., 1970-84 Studienkomm.Lutherisch. Weltbund, 1983 Generalsuperintendent

                    Ostberlin, Promotion, gegen Betonung des Individualaspektes v. Menschenrechten und opposi-

                    tionellen Handelns im Schutz der Kirchen, 1992 Ruhestand, bei MfS als „IM Günter“ geführt

                    Zitat: „Die kirchliche Friedensarbeit darf nicht zu einer politischen Opposition werden.“

Lambsdorff, Otto Graf von der Wenge, 20.12.1926; 1946-50 Jurastudium, 1951 FDP, 1952 Promotion,

                    1955-71 Bankgewerbe u.a. Bevollmächtigter d. Trinkaus & Burkhardt Bank, 1968-72 Schatz-

                    meister FDP-NRW, 1972-74 Vorst. Victoria Versicherg. u. mehrere Aufsichtsratspositionen,

                    1972 FDP-Vorst., MdB, 1977-84 Bundeswirtschaftsminister, 1987 Verurteilung wg. Steuer-

                    hinterziehung DM 180 000 Strafe, 1988-93 FDP-Vorsitzender, 1999 Beauftragter d. Bundes-

                    regierung zum Schutz der deutschen Wirtschaft vor US-Sammelklagen bei US-deutschen

                    Verhandlungen zur Zwangsarbeiterentschädigung

                    Zitat: „Das Bundestagsplenum ist mal voller, mal leerer, aber immer voller Lehrer…“

Lange, Fritz, 23.11.1898; 1912-17 Präparandenanstalt und Lehrerstudium, 1919 Lehrerprüfung, 1920 KPD,

                    1921 Funktionär d. komm. „Jungen Pioniere“, 1945 KPD, Oberbürgermeister Stadt Brandenbrg.,

                    Vors. Enteignungskomm., 1948 SED, Vors. „Aussch. zum Schutz d. Volkseigentum“, 1950 AdV,

                    1954-58 DDR-Minister f. Volksbildung, 1955 Vaterl. Verdienstorden, 1961 Inst. für Militärgesch.

                    Zitat: „Wer Sozialisten erziehen will, muß selbst Sozialist sein.“

Lemnitz, Alfred, 27.06.1905; Volkswirtschaftsstudium, 1927 SPD, 1931 KPD, 1941 Volksgerichtshof-Urteil,

                    1946 SED, 1948 Promotion, 1948-53 Polithochschule, 1953 Habilitation,1955-58 Rektor, 1958-

                    63 DDR-Minister f. Volksbildung, 1965-71 Dt. Wirtschaftsinstitut, 1970 Vaterl. Verdienstorden

Lenski, Arno von, 20.07.1893; Berufsoffizier, 1918 Leutnant d. Reichswehr, 1934-38 Kommandeur, 1939-42

                    Richter am Volksgerichtshof, 1942 Kommandeur 24. Panzer-Division, 1949 NDPD(DDR), 1952-

                    56 Generalmajor d. kasernierten VP, 1956-58 Generalmajor NVA, 1958-67 AdV

Leutheusser-Schnarrenberger geb. Leutheusser, Sabine, 26.7.1951; 1970-74 Jurastudium, 1978 FDP, 1979-

                    89 Dt. Pat. Amt, gewerb. Rechtsschutz, 1989 Reg. Direkt., Beisitzer Bundesdisziplinargericht,

                    Dt. Juristinnenbund, 1990 MdB, 1992-95 Bundesjustizministerin, tritt gegen Bankrottstrafrechts-

                    verschärfung u. gegen Abhörmöglichkeiten ein; Vorstandsmitglied Theodor-Heuss-Stiftung

Loch, Hans, 02.11.1898; 1918-23 Jurastudium, 1919 Deutsch. Demokr. Partei, 1923 Promotion, 1933-39

                    Justitiar/Syndikus, 1945 LDPD, 1946-48 Oberbürgermeister Gotha, 1947 FDGB u. Deutsch-

                    Sowjet. Freundschaft, 1948-50 Landesjustizminister, 1949 AdV, 1949-55 DDR-Finanzmin., 1951

                    LDPD-Vors.

Lotz, Gerhard, 22.04.1911; 1928 ev.Theologie- und Jurastudium, 1934 Promotion, 1938 Kirchenjurist in Ev.-

                    Luth. Landeskirche Thüringen, 1940 Kirchenrat, 1942 Kirchenrechtsrat, 1946 Oberkirchenrat,

                    1946 cDUD, 1948 EKD-Synode, seit 1955 vom MfS als IM „Karl“ erfasst, 1956 Vorst. cDUD,

                    Weltfriedensrat-Präsidium, Reisekader, 1967-76 AdV, 1976 „Stern d. Völkerfreundschaft“, 1969

                    Dr. h.c. Uni. Jena, 1981 Vaterländischer Verdienstorden d. DDR, 

Luther, Michael, 27.09.1956; kath., erfüllte die politischen Kriterien sozialistischer Begabtenförderung, NVA-

                    Dienst, Ing.-Studium, 1986-89 TH Zwickau, 1987 Promotion, 1989 cDUD, 1990 AdV, parl. cDU-

                    Fraktionsgeschäftsführer, ab 1990 MdB, 1998-2000 stellv. Vors. cDU/cSU Fraktion

Maizière, Ulrich de, 24.02.1912; Onkel v. Lothar de M., 1930 Reichswehr, 1941 Offizier im Divisionsstab d.

                    Heeres, 1945 Oberstleutnant im Generalstab des Heeres, Berichterstatter im „Führerbunker“,

                    überreicht am 12.5.45 der sowjet. Armee die deutschen ;Barbarossa’-Operationsunterlagen,

                    1951 „Dienststelle Blank“, 1958 Brigade-Kdr., 1960-62 Kdr. Bundeswehrschule für Innere

                    Führung Koblenz, 1962-64 Kommandeur Führungsakademie d. Bundeswehr Hamburg, 1966-72

                    Bundeswehr-Generalinspekteur, 1976-82 Präsident d. Clausewitz-Gesellschaft

Maizière, Lothar de, 02.03.1940; Sohn v. Clemens de M. (DDR-Rechtsanwaltskolleg, cDUD- Mitgl., EKD-

                    Synodaler) und Neffe v. Ulrich de M., 1956 cDUD, 1956-65 Musikstudium, 1969-75 DDR-Jura-

                    studium, 1976 DDR-Anwaltskolleg, 1978 musik. Gestaltung von Jugendweihe-Feiern, 1982

                    Vorstandsmitgl. Anwaltskolleg, 1985 Bund ev. Kirchen-Synodaler, 1986 BEK-Vizepräs., 1987

                    CDUD-Hauptvorst./ Arbeitsgem. Kirchenfragen., stellv. Vors. DDR-Rechtsanwaltskolleg, 1989

                    Vors. cDUD, 1990 DDR-Min.-Präs., vom MfS als IM „Czerny“ geführt u. von de M. bestritten,

                    unterzeichnet 9.90 in Moskau mit Hans-D. Genscher (BRD), Eduard Shewardnadze (UdSSR),

                    James Baker (USA), Douglas Hurd (GB), Roland Dumas (F) den 2+4-Vertrag, 1990 Bundesmin.

                    f. besondere Aufgaben, 1991 Rücktritt als stellv. cDU-Vors. u. MdB, seitdem Anwalt, 1998

                    Initiative „Denkmal Deutsche Einheit“, 2002 Vorsitz. Aufsichtsrat Hunzinger AG

                    Zitat: „Nach Zeiten großen Unrechts lässt sich nicht alles Unrecht heilen.“

Maizière, Andreas de, 8.6.1950; Cousin v. Lothar de M., 1971-78 Betriebswirtschafts- u. Politwissenschafts-

                    studium, 1976 Diplom-Kaufmann Commerzbank, 1979-82 Commerzbank-Filialleiter, 1982-88

                    Commerzbank-Kundenbetreuer/ Abt. Ltr. Firmenkunden, 1988-99 Commerzbank Paris, Essen,

                    Hamburg, 1999 stellv. Vorstand Commerzbank, 2000 Vorstand Commerzbank, 2001 Vorstand

                    Deutsch-Ukrainisches Forum e.V., Aufsichtsratsmitglied MBB AG, BVV Versicherungsverein d.

                    Bankgewerbes a.G., Borgers AG, RWE Power AG, STEAG AG, Thyssen Krupp Stahl AG, Auf-

                    sichtsratvors. Rhein. Bodenverwaltung AG, Hypothekenbank in Essen AG, Arenberg-Schleiden

                    GmbH, Kuratoriumsmitglied Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland e.V. (AEU)

                    Zitat: „Ideen und Wissen sind heute das Kapital jeder Firma.“

Maizière, Thomas de, 21.1.1954; Sohn v. Ulrich de M., Cousin v. Lothar de M., 1971 cDU, 1974-78 Jura- u.

                    Geschichtsstudium, 1983 Mitarbeiter/Pressesprecher f. Bürgermeister v. Weizsäcker/ Diepgen,

                    1985-89 Abt.-Leiter Senat Berlin, 1986 Promotion, 1989 Pressesprecher cDU Berlin, 1990 hilft

                    DDR-Ministerpräs. L. de Maizière, Mitglied Verhandlungskomm. f. Einigungsvertrag, 1990-98

                    Staatssekr. Mecklb.-Vorp., 1999-00 Staatskanzlei Sachsen, 2001 Finanzminister Sachsen

Meckel, Markus, 18.08.1952; 1967-69 erweiterte Oberschule (DDR), relegiert, 1969-71 kirchl. Abitur, 1971-

                    78 ev. Theologiestudium, 1978-80 Philosophiestudium, 1980-88 Vikar u. Pfarrer, 1989 Mitbe-

                    gründer Sozialdemokratische Partei (SDP), 1990 Außenmin. d. DDR, 1990 MdB, 1992-94

                    Enquete-Komm. z. Aufarbeitung d. SED-Diktatur, Friedrich-Ebert-Stiftung (Kuratoriumsmitglied)

Melsheimer, Ernst, 09.04.1897; Staatswissenschafts- u. Jurastudium, 1919 Promotion, 1921-37 Assessor

                    Justizmin.,1924 Landger.-Rat, 1928-33 SPD, 1932 Oberjustizrat, 1933 Landger.-Dir., 1936 NS-

                    Rechtswahrerbund, 1937-44 Kammerger.-Rat, 1944-45 Reichsger.-Rat, 1945 KPD/SED, Ober-

                    staatsanw., 1949-60 DDR-Generalstaatsanw., forderte und stimmte sehr vielen Todesurteilen

                    u. lebenslängl. Zuchthausstrafen zu ( bis 1955: 90 Todesurteile u. 200 lebenslängl. Haftstrafen)

                    Zitat: „Jeder Richterspruch ist eine politische Tat.“

Mengele, Josef, 16.03.1911; Philosophie- und Medizinstudium, 1936 Promotion, 1934 Institut für Erb-

                    forschung u. Rassenhygiene, SS, 1943 Chefarzt KZ Auschwitz, 1945 Flucht mit falschen

                    Papieren nach Argentinien, 1959 Staatsbürger Paraguay, angebl. am 6.2.1979 gestorben

Merkel geb. Kasner, Angela Dorothea, 17.07.1954; Pastoren- u. Synodalentochter (Physiker u. Bündnis90/

                     Die Grünen-Mitgl. Marcus ist Bruder, Ergotherapeutin Irene ist Schwester), 1961 Junge Pioniere,

                    1967 FDJ, FDJ-Kultursekretärin, 1973-78 Physikstudium, 1978-90 Wissenschaftlerin Institut f.

                    physikal. Chemie, FDJ-Funktionärin f. Agitation und Propaganda (Akademie d. Wissensch.),

                    1986 Promotion, 1989 „Novemberrevolutionärin“, DA, Pressesprecherin, 1990 cDU, stellv.

                    Regierungssprech. de Maizière, MdB, 1991 stellv. cDU-Vors., Zitat „Ich war gerne bei der FDJ“,

                    1992 Bundesministerin f. Frauen u. Jugend, 1992-93 Vors. ev. Arbeitskreis cDU/cSU, 1993

                    cDU-Vors. Meck.-Vorp., 1994 Bundesmin. für Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit, 1996

                    Bundesverdienstkreuz, 1998 cDU-Generalsekr. (Vorschlag Dr. W. Schäuble), 2000 cDU-Vors.,

                    Verwaltungsratmitgl. Kreditanstalt f. Wiederaufbau, Vorstandsmitgl. Deutsche Gesellschaft e.V.,

                    Initiative Jugendpresse, Kuratoriumsmitgl. bei IJP e.V., Rationalisierungskuratorium der Dt.

                    Wirtschaft e.V. und Theodor-Heuss-Stiftung

                    Zitat: „Ich habe auch nicht behauptet, eine Dissidentin gewesen zu sein.“

Mewis, Karl, 22.11.1907; 1922 Sozialistische Arbeiterjugend, 1924 KPD, 1932-34 Lenin-Schule Moskau,

                    1940-42 mit Herbert Wehner i. KPD-Auslandsltg. Stockholm, 1946-49 Sekr. d. SED Berlin,

                    1950-52 SED-Landesleitg. Mecklenburg, 1952-81 ZK d. SED, 1950-63 AdV, 1960 u. 1972

                    Vaterländ. Verdienstorden d. DDR, 1960-63 Mitgl. Staatsrat, 1963-68 Botschafter, 1969 Institut

                    f. Marxismus-Leninismus, 1970 Ehrenspange z. Vaterländ. Verdienstorden d. DDR

Mielke, Ernst alias Leissner / Leistner, Fritz, 28.12.1907; Arbeiter, 1927 KPD, 1931 nach Polizistenmord

                    Flucht in die UdSSR, 1932-34 Lenin-Schule, 1934 Todesurteil in Abwesenheit, 1934-35 Ausbild.

                    z. milit.-polit. Lektor, 1936-39 Int. Brigad. Spanien, 1939-43 illegale Arbeit Belgien/Frankreich,

                    1944 NS-Organisation Todt, 1945-46 Abt. Ltr. Polizei KPD/SED, 1949-50 Hauptverw. Schutz

                    der Volkswirtsch., 1950-89 ZK d. SED, 1950-53 Staatssekr. MfS, 1955-57 stellv. Minister für

                    Staatssicherheit, 1957 Minister für Staatssicherheit, 1954 Vaterländischer Verdienstorden,

                    1958-89 AdV, 1976 SED-Politbüro, 1980 General, 1993 sechs Jahre Haft wg. Polizistenmord,

                    1995 auf Bewährung entlassen

                    Zitat: „Ich liebe, ich liebe doch alle Menschen“

Mitzenheim, Moritz, 17.08.1891; 1911-14 ev. Theologiestudium, 1914 Ordination, 1947 Landesbischof der

                    Ev.-Luth. Kirche Thüringen, 1955-61 Mitgl. des Rats der EKD, 1961 Vaterländischer Verdienst-

                    orden d. DDR, Befürworter koop. Beziehungen Kirche/Staat, 1958 Initiator des „Thüringer

                    Wegs“ staatsloyaler Kirchenpolitik, 1966 Ehrenmitglied der CDU(Ost), 1968 „Kirche im Sozialis-

                    mus“, Oberkirchenrat Gerhard Lotz alias IM „Karl“ war sein Stellvertreter

                    Zitat: „Die Christen in der DDR, die Glieder unserer Kirchengemeinden bejahen die Aufgabe

                    der Nationalen Front“

Modrow, Hans, 28.01.1928; in Jasenitz/Jasienica, HJ, 1948 Antifa-Schule UdSSR, 1949 SED, FDJ, FDGB,

                    1949-52 FDJ-Landesvorst., 1952-61 FDJ-ZR, 1952-53 Komsomolhochschule, 1954-57 Gesell-

                    schaftswissenschaftsstudium, 1958-90 AdV, 1959-61 Ökonomiestudium, 1966 Promotion, 1967-

                    89 SED-ZK, 1967-73 Agitation/Propaganda SED Berlin, 1971 Leitung Agitation SED-ZK, 1989

                    stellv. SED/PDS Vors., 1989-90 Vors. Ministerrat, 1990-94 MdB, 1993 Geldstrafe wg. Wahl-

                    fälschung, 1994 Haftstrafe auf Bewährung wg. meineidlicher Falschaussage, 1999 PDS-MdEP

                    Zitat: „Mit unserem doktrinären Atheismus…sind Lebenswege behindert, ja zerstört worden.“

Möllemann, Jürgen, 15.07.1945; 1962-69 cDU, 1966-69 Pädagogik-Studium, 1970 FDP, seit 1972 MdB,

                    ca. 1977 Nebentätigkeit Direktionsass. b. Flick-Tochterfirma, 1981 Präs. Dt.-Arab. Gesellschaft,

                    empfiehlt offizielle Beziehungen PLO/BRD, 1982-87 Staatsminister Auswärtiges Amt, 1983-94

                    Vorsitz. FDP-NRW, seit 1989 Schalke 04 Aufsichtsrat, 1987-91 BRD-Bildungsminister, beklagt

                    Abiturienten-Bildungsstand, 1991 wirbt mit Bekenntnis zu Germania Edel Pils, 1991-93 Bundes-

                    wirtschaftsminister, 1992-93 stellvertr. Bundeskanzler, 1993 wirbt auf Minister-Briefbögen für

                    Einkaufswagen-Chips eines Vetters, Rücktritt, Eigner der Wirtschafts- u. Exportberatungsfirma

                    WEB/ TEC, 1993-95/1998-2001 Schalke 04 Aufsichtsratsvors., 1996 FDP-Bundesvorstand,

                    1999 FDP-Präsidium, 2002 Konflikt mit Zentralrat d. Juden wg. NRW-Wahlwerbung

                    Zitat: „Ich könnte mich mit meiner Fa. dumm u. dusselig verdienen.“ (Jahresgehalt=DM 503 176)

Mückenberger, Erich, 08.06.1910; Arbeiter, 1927 SPD, 1935-36 KZ Sachsenhausen, 1938 Prozeß wg.

                    Hochverrat, bis 1945 Strafbataillon, 1946 SED, 1950-89 AdV u. Mitgl. d. ZK d. SED, 1960-61

                    KPdSU-Parteihochschule Moskau, 1971-89 Vors. Zentrale Parteikontrollkomm., 1990 Partei-

                    ausschluß, 1996 Strafverfahren aus gesundh. Gründen beendet

Mückenberger, Joachim, 11.08.1926; 1944 NSDAP, 1947 SED, 1947-50 Gesellschaftswissenschafts-

                    studium, 1950-61 ZK Abt. Kultur, 1961-66 Gen.-Direktor DEFA, 1967-90 Gen.-Direktor Staatl.

                    Schlösser u. Gärten, 1979 Vaterländischer Verdienstorden d. DDR

Mueller, Hanfried, 04.11.1925; erfüllt politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung, Abitur,

                    1945-52 ev. Theologiestudium, 1950 FDJ Göttingen, Ablehnung d. Prüfungsantrags, Übersied-

                    lung i. d. DDR; 1. theol. Examen b. ev. Kirche Brandenburg, 1956 Promotion, 1959-64 Dozent,

                    1964 Prof. für Theologie Humboldt-Universität, Mitgl. Synode d. ev. Kirche Brandenburg, DDR-

                    Friedensrat, 1969 Vaterländ. Verdienstorden, plädierte für Kirchenauflösung im Kommunismus

Müller, Vincenz, 05.11.1894; 1913 Berufssoldat, 1914 Berufsoffizier, 1918 Oberleutnant, Reichswehr, 1923-

                    33 Reichswehrministerium, 1933-39 Gen.-Stab./-akademie, 1943 Gen.-Ltn., stellv. Oberbefehls-

                    haber 4. Armee, 1944-48 sowjet. Kriegsgefangensch., Mitgl. Bund Dt. Offiziere, Zentrale Antifa-

                    Schule Krasnogorsk, 1948 Chefinspekteur Volkspolizei, NDPD-Hauptausschuß, 1949-52 NDPD

                    stellv. Vors., 1950-58 AdV, 1953-55 KVP, Chef Hauptstab, 1956 NVA, Chef Hauptstab, stellv.

                    DDR-Verteidigungsmin., 1958 Ruhestand (nach vier Fahneneiden), 1961 Selbstmord(?)

Nannen, Henri, 25.12.1913; 1933-37 Kunstgeschichtsstudium, schreibt im NS-Fritz-Eher-Verlag für den Be-

                    auftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP,

                    1936 Sprecher im Leni-Riefenstahl-Olympia-Film, 1937 Schriftleiter „Die Kunst im Dritten Reich“,

                    1939 Luftwaffe-Dolmetscher/Technischer Schreiber, 1940 Luftwaffe-Kriegsberichter (wie z.B.

                    Walter Henkels - später Frankfurter Allg. Zeitung, Werner Höfer und Prof. Dr. Paul Holzammer -

                    beide ZDF, Paul Sethe - später Frankfurter Allg. Zeitung/Deutsche Allg. Zeitung, Peter v. Zahn -

                    später NWDR/ARD), 1941 schreibt N. im dt. besetzten Generalgouvernement, 1942 Offiziers-

                    lehrgang, 1943 Leutnant, 1944-45 SS/Luftwaffe-Propagandakompanie „Südstern“ unter SS-

                    Obersturmführer Hans Weidemann (H. W. wird beim „Stern“ verantwortlich für „Jugend forscht“),

                    1946 Lizentiat für „Hannoversche Neueste Nachrichten“, 1947 Lizentiat für „Abendpost“, 1948

                    Lizentiat Neuausgabe „Der Stern“, FDP, 1979 Kunstsammlung, bis 1980 „Stern“-Chefredakteur

                    Zitate: „Wir haben dem Unrecht wenigstens zeitweise unsere Hand geliehen.“

Nooke, Günter, 21.01.1959; 1975-78 Baufacharbeiter u. Abitur, 1978-80 Tischlergehilfe u. NVA-Wehrdienst,

                    1980-85 Physik-Studium, 1985-90 wissenschaftl. Mitarbeiter, 1989 Mitbegründer Demokra-

                    tischer Aufbruch, 1990 AdV, Treuhand-Verwaltungsrat, 1990-94 Die Grünen-MdL Brandenburg,

                    1995 Bundesverdienstkreuz, 1995-98 Abt.-Leiter Braunkohlesanierung, 1996 CDU, 1998 MdB

Norden, Albert, 12.04.1904; 1921 KPD, 1923 KPD-Parteischule, Volontär KPD-Zeitung, 1930 Chefredakteur

                    „Rote Fahne“, 1933 Emigr., 1944 „Council for a Democratic Germany”-USA, 1946 SED, 1949-

                    52 Presseabt. Amt f. Information, 1952 Prof. f. Geschichte, 1954 Mitgl. d. ZK der SED, 1955-67

                    Agitationskomm. beim Politbüro d. ZK d. SED, 1958-81 AdV, 1964 Vaterländ. Verdienstorden d.

                    DDR, 1979 Dr. h.c. Humboldt-Uni.

Nuschke, Otto, 23.02.1883; Grafik-Kunststudium, 1904 Redakteur, 1915-33 Chefred., 1918-33 Deutsche

                    Staatspartei, 1921-33 Abg. Preuß. Landtag, 1945 cDUD (Ost), 1946-47 Mitg. SBZ-Verfassungs-

                    ausschuß, 1947-57 CDUD (Ost)-Vors., 1949-57 AdV, Ministerrat d. DDR, 1954 Vaterländischer

                    Verdienstorden d. DDR, 1955 Dr. rer. pol. h.c. Karl-Marx-Uni.

                    Zitat: „Wir sind eine einschränkungslos sozialistische Partei.“

Oberländer, Theodor, 01.05.1905; 1923 Teilnehmer Hitler-Putsch, Agrarwissenschaftsstudium, 1929 Pro- 

                    motion, Ökonomiestudium, 1930 Promotion, 1933 NSDAP, SA-Obersturmbannführer, kommiss.

                    Leiter Institut f. Osteurop. Wirtschaft, Leiter Bund Deutscher Osten, 1935 Professur Uni. Königs-

                    berg, 1938 Abwehr, 1941 Dekan Uni. Prag, OKW-Berater Batallion ,Nachtigall’, 1942 ,Sonder-

                    verband Bergmann’ im Kaukasus, 1943 Entlassung aus Wehrmacht, Rückkehr n. Prag, 1945

                    Internierung, 1950 BHE (Block d. Heimatvertriebenen u. Entrechteten) MdB, 1955 cDU, 1957

                    Bundesmin. f. Vertriebene, 1960 DDR i. Abwesenheit verurteil, 1960 Rücktritt, 1993 rehabilitiert

                    Zitat: „Der Nationalsozialismus setzt Haltung voraus. An der Grenze im Osten vor allem kann

                    sich diese Haltung bewähren“

Ohlendorf, Otto, 04.2.1907; Wirtschaftswissensch. u. Jurastudium, 1925 NSDAP, 1926 SS, 1933 Promotion,

                    Referatsleiter Institut f. Weltwirtschaft, 1935 Abt.-Leiter Institut f. angewandte Wirtschaftswissen-

                    schaft, 1939-45 Leiter SD im RSHA, 1941-42 Chef Einsatzgruppe D, verantw. für Morde an

                    90 000 russ. Zivilisten, 1942 Ministerialdirektor/Staatssekretär Wirtschaftsmin., 1944 SS-Ober-

                    gruppenführer, 1948 Todesurteil, trotz Gnadengesuch 1951 vollstreckt

                    Zitat: „…von Juni 1941 bis Juni 1942 sind…etwa 90 000 als liquidiert gemeldet worden.“

Ortleb, Rainer, 05.06.1944; 1962 Abitur, NVA, Offizier d.R., 1964-71 Mathematikstudium (DDR), 1968 LDPD,

                    1971 Promotion, 1971-81 Wissenschaftler TU Dresden, 1983 Habilitation, 1984-89 Dozent,

                    1987- 90 Vors. Krs.-Verb. LDPD, 1990 Vors. LDPD, 1990 Vors. Bund Freier Demokraten, 1990

                    stellv. Vors. FDP, 1990-98 MdB, 1990-91 Bundesmin. f. besondere Aufgaben, 1991-94 Min. für

                    Bildung u. Wissenschaft, 1995 Mitgl. Enquete-Kommission „Überwindung der Folgen der SED-

                    Diktatur im Prozess der deutschen Einheit“, 1991-99 FDP-Landesvors. Mecklenburg, Sachsen,

                    Bundesverdienstkreuz

                    Zitat vom 17.6.98 im Bundestag: „Frau Lengsfeld, ich bin - das erkläre ich Ihnen - ein geborener

                    Feigling.“

Paulus, Friedrich, 23.09.1890; 1909 Abitur, 1919 Preuß. Armee, 1911 Leutnant, 1918 Hauptmann, 1924-27

                    Generalstabsoffizier, 1931 Major, 1938 Generalstabschef 1. Panzerkorps, 1939 Polen, 1940

                    Belgien/Frankreich, 1943 Generalfeldmarschall, Oberbefehlshaber 6. Armee in Stalingrad, 1946

                    Prozesszeuge Nürnberg, 1953 Entlassung aus sowjet. Kriegsgefangenschaft, Scheinarbeits-

                    verhältnis in Dresden mit Villa u. M 3 000/Monat, Initiative „Gesamtdeutsche Offizierstreffen“

Pfahls, Ludwig-Holger, 13.12.1942; Volksschule Luckenwalde, 1962 Abitur BRD, 1962-67 Jurastudium,

                    cSU, 1971 Promotion, 1971-73 Richter Oberstes Landesgericht Bayern, 1973-74 Staatsanwalt

                    f. Wirtschaftssachen, 1974-75 Mitarb. Bayr. Umweltmin., 1976-77 Referent Bayr. Staatskanzlei,

                    1978-82 pers. Referent/ Büroleiter f. Min.-Präs. Strauß, bis ’85 Abt.-Leiter Bayr. Staatskanzlei,

                    1985-87 Präs. Bundesamt f. Verfassungsschutz, 1987-92 Staatssekr. Verteidigungsministerium,

                    1992-98 Berater/Geschäftsführer Daimler-Benz Brüssel, 1998-99 Präsident Daimler-Chrysler

                    Asia, letzten Aufenthalt 05.99 Taipeh/Taiwan mit Dieter Holzer verlassen, 20.11.2001 Haftbefehl

                    wg. (36 „Fuchs“-Spürpanzer von Thyssen an Saudi Arabien für DM 446 000 000 davon

                    DM 220 000 000 Provision?) Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung

                    Zitat: „Das Geld liegt auf der Straße, man muß nur die richtigen Leute kennen.“

Pieck, Wilhelm, 03.01.1876; 1895 SPD, 1918 KPD, 1928-33 MdR, 1933 Emigration, 1935 KPD-Vors., 1938-

                    43 Komintern-Generalsekr., 1943 NKFD, 1944 KPD-Parteischule Moskau, 1945 Vors. d. Sekr.

                    des ZK der KPD, Teiln. an „Sechziger-Konferenzen“ u. SPD/KPD-Vereinigungs-Parteitag, 1946-

                    54 mit O. Grotewohl SED-Vors., 1949-60 Präsident d. DDR

Pius XII, geb. Pacelli, Eugenio, 2.3.1876; 1894-97 Philosophie- u. Theologiestudium, 1899 Promotionen u.

                    Priesterweihe, 1901-1917 Tätigkeiten im Vatikan, 1917 Titularerzbischof, Nuntius Bayern, 1920-

                    29 Nuntius Dt.Reich, 1929 Kardinal, 1930 Kardinalstaatssekr., 1939 Papst, passiv zur NS-

                    Judenverfolgung, 1949 1.Antikommunismus-Dekret, 1950 2.Antikommunismus-Dekret, passiv

                    zu katholischen verfolgten Schülern, 1999 Beginn Seligsprechung/Beatifikation

                    Zitat: „Wir müssten eigentlich flammenden Protest gegen solche Vorkommnisse erheben.“

Platzeck, Matthias, 29.12.1953, Arztsohn, Junge Pioniere, 1966 Spezialschule, FDJ, 1974-79 Studium bio-

                    med. Kybernetik, Dipl.-Ing., 1979-80 wissenschaftl. Mitarbeiter Lufthygiene-Institut Karl-Marx-

                    Stadt, 1980-82 Krankenhaus-Direktor, 1982-90 Abt.-Ltr. Umwelthygiene Krs.-Hygieneinspektion

                    Potsdam, postgraduiertes Studium Arztl. Fortbildungsakademie Berlin, 1989 Grüne Liga, 1990

                    Minister Reg. Modrow, AdV Bündnis90/Die Grünen, MdB, MdL, 1990-98 Umweltmin. Branden-

                    burg, 1995 SPD, 1998-2002 Oberbürgermeister Potsdam, SPD-Landesvorstand, 1999 SPD-

                    Bundesvorstand, 2000 SPD-Landesvorsitz., 2002 Min.-Präs. Brandenburg

                    Zitat: „Und ich sage den Jugendlichen auch: Fröhlich ins Leben gucken!“

Polak, Karl, 12.12.1905, 1925-29 Jurastudium, 1929 Referendar, 1932 Promotion, 1933 rassisches Berufs-

                    verbot, Emigration über Dänemark i. d. UdSSR, Rechts- u. Staatswissenschaftsstudium, Mit-

                    arbeiter Generalstaatsanwalt Moskau, 1942-45 Jurist. Institut Taschkent, 1945 SBZ, KPS/SED,

                    1946 Ltr. Rechtsabt. ZK d. KPD, Verfolgter d. Naziregime, 1946-48 Ltr. Rechtsabt. ZS d. SED,

                    1948-49 Dt. Volksrat, 1949 Habilitation, AdV, 1952-53 jurist. Mitarbeiter Präs. d. Nationalrates

                    der Nationalen Front, 1953-54 Ausschuß Dt. Einheit, 1954-60 wissensch. Mitarb. ZK d. SED,

                    1959 VVO, 1960-63 DDR-Staatsrat, ab 1963 Institutsltr. Dt. Akademie f. Staats- u. Rechts-

                    wissenschaft „Walter Ulbricht“ Potsdam-Babelsberg, Mitgl. Akademie d. Wissensch., Mitgl.

                    Vorst. Vereinigung Demokr. Juristen

Preysing, Konrad Graf von, 30.08.1880; 1889-1902 Jurastudium, 1908-12 kath. Theologiestudium, 1912

                    Priesterweihe, 1935-50 Bischof v. Berlin, 1946 Kardinal

Rehlinger, Ludwig, 1927; HJ, erfüllt politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung, Abitur,

                    Wehrmacht, 1947 Volkswissenschaft- u. Jurastudium, cDU, Promotion, 1957-69 Staatssekr.

                    Bundesmin. f. gesamtdeutsche Fragen, ab 1963 beteiligt am Freikauf politischer Häftlinge der

                    DDR, ab 1972 Tätigkeit f. cDU-Bundestagsfraktion, 1982-88 Staatsmin. Bundesmin. f. Gesamt-

                    deutsche Beziehungen, 1988-89 Justizsenator West-Berlin, Kuratorium Dt. Gesellschaft e.V.

Reichhart, Johann, 28.04.1893; Metzger, 1914 Kriegsfreiwilliger, 1924 Scharfrichter in Bayern mit 150 Gold-

                    mark pro Hinrichtung, ab 1933 auch Scharfrichter in Sachsen und Thüringen, 1937 NSDAP,

                    Festgehalt und RM 60 bzw. 65 pro Hinrichtung, 1946 Vertrag mit bayr. Justizmin. als Grundlage

                    für 156 Hinrichtungen in Landsberg auf Basis alliierter Todesurteile, 1947 Internierungslager

                    Moosburg, 1948 Spruchkammerverfahren als „Belasteter“, 1949 Berufungsverfahren reduziert

                    Vermögensentzug, 1972 Tod in Pflegeheim (R., einer von vier deutschen Scharfrichtern, führte

                    bis Kriegsende 3009 Hinrichtungen auf Basis höchstrichterlicher Todesurteile durch)

Rexrodt, Günter, 12.09.1941; Betriebswirtschaftsstudium, Diplomkaufmann, Promotion, 1968-79 Industrie-

                    u. Handelskammer Berlin, 1979-85 Mitarbeiter Wirtschaftssenator, 1980 FDP, 1982-85 Staats-

                    sekret., 1983-87 stellv. Vors. FDP-Landesverband, 1985-89 Finanzsenator, 1989 Citibank New

                    York, 1989-94 stellv. Vors. FDP-Landesverband, 1990 Mitglied FDP-Bundesvorst., 1990-91 Vor-

                    standsvors. Citibank Frankfurt, 1991-93 Vorstandsmitgl. Treuhandanstalt Berlin, 1994-95 Vor-

                    sitzender FDP-Landesverband Berlin, 1994 MdB, 1993-98 Bundeswirtschaftsminister, AGIV

                    Immobilien AG (Aufsichtsratsvorsitzender), AWD Holding AG (Aufsichtsratsmitglied), Berliner

                    Effektengesellschaft AG (Aufsichtsratsmitglied), DTZ Zadelhoff Holding GmbH (Aufsichtsrats-

                    mitglied), Gerling Versicherungsbeteiligungs AG (Beiratsmitglied), Landau Media AG (Aufsichts-

                    ratsmitglied), Skandia Insurance Ltd. (Mitglied Board of Directors), vc Trust Venture Capital AG

                    (Anlagenausschussmitglied), WMP EUROCOM AG -Wirtschaft, Medien, Politik (Vorstands-

                    mitglied), Stiftung "Erinnerung, Verantwortung u. Zukunft" (stellv. Kuratoriumsmitglied)

Ribbentrop, Joachim von, 30.04.1883; Studienaufenthalt England/Frankreich, 1914 Geschäftsmann i.

                    Kanada, 1914-18 freiw. Kriegsdienst Leutnant, Militärattache i. Istanbul, 1920 Heirat m. Henkell

                    (Sekt)-Tochter, Henkellvertretung Berlin, 1925 Adelstitel, 1932 NSDAP, 1934 MdR, Beauftragter

                    f. Rüstungsfragen, 1935 Außerordentl. Bevollmächt. Botschafter, 1935 Botschafter in London,

                    1938-45 Reichsaußenminister, Befürworter d. Evakuierung d. Juden aus europ. Ländern, 1946

                    Nürnberg Todesurteil

                    Zitat: „Während wir das Judentum als eine Krankheit erkannt haben…glaubt die italienische

                    Regierung, die Juden individuell behandeln zu können.“

Ringstorff, Harald, 25.09.1939; 1960-65 DDR-Chemiestudium, 1965 Diplom-Chemiker, 1965-69 wissen-

                    schaftl. Assistent Uni. Rostock, 1969 Promotion, 1969-87 Chemiker im Kombinat Schiffbau

                    Rostock, 1987-89 Leiter Außenstelle Schiffsfarben VEB Kali-Chemie, 1989 SPD, seit 1990 AdV,

                    MdL, Vors. SPD-Landesverband, 1990-94 Vors. SPD-Landtagsfraktion, 1991-95 Vors. SPD-

                    Bundesparteirat, 1994 Wirtschaftsmin. Meck.-Vorp., stellv. Ministerpräs. (cDU/SPD-Koalition),

                    7.5.1996 Rücktritt nach Werftenkrise, 1998 Ministerpräs. Meck.-Vorp. (PDS/SPD-Koalition), bis

                    2000 in Personalunion auch Justizminister

                    Zitat: „Die Revolution ist tot, es lebe die Evolution.“

Romberg, Walter, 27.12.1928; 1947 Mathematik- u. Physikstudium (DDR), 194-65 AdW, Promotion, 1965-78

                    Fachredakteur, 1978-90 AdW, 1989 SPD, 1990 Minister Regierung Modrow, 1990 Finanzmin.

                    Regierung de Maizière, unterzeichnet 1990 Staatsvertrag mit BRD-Finanzmin. Dr. Theo Waigel

Rust, Bernhard, 30.9.1883; Philosophie-, Philologie u. Germanistikstudium, 1912 Studienrat, 1914 Leutnant,

                    1922 NSDAP, 1925-40 Gauleiter Hannover-Braunschweig, 1928 Leiter Nationalsozialistische

                    Gesellschaft für Deutsche Kultur, 1930 MdR, 1933 preuß. Staatskommissar u. Bildungsminister,

                    1934-45 Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung u. Volksbildung, 1945 Selbstmord

                    Zitat: „Wir brauchen eine neue arische Generation an den Universitäten oder wir werden die

                    Zukunft verlieren.“

Schabowski, Günter, 04.01.1929; HJ, 1946 FDGB, 1947-67 Redakteur FDGB-Zeitung, 1950 FDJ, 1952

                    SED, 1967-68 KPdSU Hochschule Moskau, 1968-85 Chefredakteur „Neues Deutschland“,

                    1981-89 ZK d. SED, 1990 Ausschluß aus SED/PDS, 1997 Haftstrafe wg. Totschlag, 1999 BGH

                    bestätigt Urteil, 2000 amnestiert

Schalck-Golodkowski, Alexander, 03.07.1932; 1951 FDJ, SED, 1952-54 Dt. Innen- u. Außenhandel, 1954-57

                    Ökonomiestudium (DDR), 1958 Mitw. bei „Entlarvung parteif. Elemente“, 1966 Kommerz. Ko-

                    ordinierung, 1967 MfS, 1967-75 stellv. Min. f. Aussenwirtsch., 1969 Vaterl. Verdienstorden d.

                    DDR, 1970 Promotion, 1974 u. 1982 Karl-Marx-Orden, 1975 Staatssekr., 1983 Milliardenkredit-

                    verhandlungen mit Franz-Josef  Strauß, 1989 SED-Auschl., Untersuchungshaft, 1992-93

                    Ermittl. wg. Verletz. d. Betäubungsmittelgesetz /Veruntreuung v. Geldern eingestellt, 1993

                    Anklage wg. Spionage-Verd., Steuerhinterz., Untreue, Verstoß g. Alliiertes Militärgesetz, 1996

                    verurteilt zu 1 Jahr Haft m. Bewährung

Schäuble, Thomas, 23.07.1948; 1968-73 Jura- und Staatswissenschaftsstudium, 1975 Promotion, 1976-77

                    Landesanwaltschaft Karlsruhe, 1978-84 Verwaltungsgericht Freiburg, 1984-91 Oberbürger-

                    meister Gaggenau, 1988 MdL, 1991-99 Vors. cDU-Kreisverband, 1991-92 Verkehrsmin. B.-W.,

                    1992-96 Justizmin. B.-W., 1996 Innenmin. B.-W., 1999 cDU-Bezirksvors.

Schäuble, Wolfgang, 19.09.1942; 1961 JU, 1961-66 Jura- und Wirtschaftswissenschaftsstudium, 1965 cDU,

                    1971 Promotion, seit 1972 MdB, 1975-84 Parl. Versammlg. Europarat, 1984-89 Bundesmin. für

                    bes. Aufgaben u. Bundeskanzleramts-Chef, seit 1985 häufiger Verhandlungspartner v. Dr. S.-

                    Golodkowski, 1989 Bundesinnenmin., 10.1989 Attentatsopfer, 07./08.1990 BRD-Verhandlungs-

                    führer u. Unterzeichner von Wahl- u. Einigungsvertrag (mit DDR-Minister Dr. Günther Krause),

                    1991-2000 Vors. cDU/cSU Bundestagsfraktion, 1998 cDU-Vors., 2000 Niederlegung aller Ämter

                    im Zuge des Parteispendenskandals; DMerchant AG (Aufsichtsratsmitglied)

                    Zitate: „Wir müssen uns den früheren SED-Mitgliedern öffnen“ - „Es muß das Recht auf

                    Korrektur früheren Verhaltens geben"

Schily, Otto, 20.07.1932; 1941 zieht die Hüttendirektorsfamilie von Bochum ins sicherere Bayern, er besucht

                    das Werdenfels-Gymnasium Partenkirchen, 1952 Abitur Graf-Engelbert-Gymnasium in Bochum,

                    Jura- u. Politikwissenschaftsstudium, 1963 Anwalt, 1966 Christine Hellwag-Verteidiger. seine

                    spätere Frau zeigte am Schöneberger Rathaus das Luxemburg-Zitat „Die Sozialdemokratie ist

                    ein stinkender Leichnam“, 1971 Horst Mahler-Verteidiger, 1975-77 G. Ensslin-/Holger Meins-

                    Verteidiger, 1980 Die Grünen, 1983-89 MdB, Flick-Untersuchungsausschuß, 1986 Strafanzeige

                    gegen Bundeskanzler Dr. Kohl, 1989 SPD, 1990-94 MdB, 1992 W. Berghofer-Verteidiger, 1993-

                    94 Vors. Treuhand-Untersuchungsausschuß, 1998 Bundesinnenmin., Zitate: „Law and Order

                    sind sozialdemokratische Werte.“- „Ich bezeichne mich als unabhängigen Christen.“ sowie das

                    Mitläufer-Motto „Nur Idioten ändern sich nicht.“

Schipanski, Dagmar, 03.09.1943; 1962-76 Physikstudium (DDR), 1967-85 Techn. Hochschule Ilmenau,

                    1972 Zusatzstudium Akademie der Wissenschaften Novosibirsk, 1976 Promotion, 1990

                    Habilitation, 1990-93 Dekanin, 1991 Gutachterin der EU für wissenschaftl. Programme, 1992-98

                    Wissenschaftsrat d. BRD, 1993 Strukturausschuss der Gründungskommission Uni. Erfurt, 1994

                    Prorektorin, 1995 Senatorin d. Fraunhofer-Gesellschaft, 1995-96 Rektorin, 1995-98 Rat für

                    Forschung, Technologie u. Innovation beim Bundeskanzler, 1996 Bundesverdienstkreuz, 1996

                    Akademie gemeinnütziger Wissenschaften Erfurt, 1998 MDR-Verwaltungsrat, Mitgl. UNESCO

                    „Weltkommission für Ethik“, Kammer f. Öffentl. Verantwortung der Ev. Kirche, Kuratorium

                    Humboldt-Universtät Berlin und Uni. Potsdam, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissen-

                    schaften, Deutschen Akademie der Naturforscher LEOPOLDINA Halle, 1999 CDU-Bundes-

                    präsidentschafts-Kandidatin, Wissenschaftsministerin Thüringen, 2001 Kuratorium Gemein-

                    nützige Hertie-Stiftung, Internationaler Beirat Uni. der Vereinten Nationen Tokyo

Schlegelberger, Franz, 23.10.1876; Jurastudium, NSDAP, Promotion, 1931.-42 Staatssekr. Reichsjustiz-

                    min., 1941-42 kommiss. Reichsjustizmin., verantwortl. f. Strafrechtsverschärfungen und „harte“

                    Anwendung d. Kriegssonderstrafrechts, 24.04.1941 „T4“ Informationsrunde, wies die Justiz an

                    Krankentötungen zu decken, 1946 Nürnberger Prozeß zu lebenslang. Haft verurteilt, 1951

                    Freilassung, DM 160 000 Pensionsnachzahlung u. monatl. Pension v. DM 2 894, das monatl.

                    Facharbeiter-Einkommen betrug DM 400(!) (Sohn Dr. Hartwig S. wird in der BRD Innenminister

                    Schleswig-Holsteins und Vizepräs. des Deutschen Roten Kreuzes; Sohn Dr. Günther S. wird in

                    der BRD deutscher Diplomat in Brasilien und Japan)

                    Zitat: „Ich brauche kein schlechtes Gewissen zu haben.“

Schleyer, Hanns-Martin, 01.05.1915; 1931 HJ, 1933 SS, Jurastudium, 1937 NSDAP, 1938-39 Leiter NS-

                    Studentenwerk Innsbruck, 1939 Promotion, 1940-41 Wehrmacht, 1941 Leiter NS-Studenten-

                    werk Prag, ehrenamtl. Mitarbeiter Sicherheitsdienst d. Reichsführers SS, SS-Untersturmfüher,

                    1943-45 Mitarbeit dann Leiter Präsidialbüro „Zentralverband der Industrie für Böhmen und

                    Mähren", 1944 Geburt v. Sohn Hanns-Eberhard S. (später Staatssekretär und Generalsekretär

                    des Zentralverband des Deutschen Handwerks), 1945-48 Internierungslager, 1948 „Mitläufer“

                    im Spruchkammerverfahren, 1949-51 Industrie- u. Handelskammer Baden-Baden, 1951 Sach-

                    bearbeiter Daimler-Benz, 1962-68 Verbandsvors. der Metallindustrie Baden-Württemberg, 1956

                    Ltr. Personalabt. Daimler-Benz, 1959 stellv. Vorstand, ab 1963 ordentl. Vorstand Daimler-Benz,

                    1970 CDU, 1973 Präs. BDA, 1977 Präs. BDI, 1977 RAF-Opfer

                    Zitat: „Ich bin alter Nationalsozialist“

Schmidt-Wittmark, Karlfranz; 27.07.1914; 1936-38 Jurastudium, 1938 NSDAP, 1948 APN u. MfS, 1946-48

                    Vors. Junge Union Hamburg, 1947-49 stellv. Vors. cDU Landesverb. Hamburg, 1953-54 MdB,

                    1954 Übersiedl. i. DDR, 1955-76 Vizepräs. DDR-Außenhandelskammer, 1955 cDUD (Ost),

                    1962-64 Bezirksvorst. cDUD (Ost), 1964 Hauptvorst. cDUD(Ost)

Schmieder, Werner, 11.11.1926; HJ, erfüllt politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung,

                    Abitur, 1944 NSDAP, 1949 SED, 1949-55 Dt. Investmentbank Dresden, 1953 Wirtschafts-

                    wissenschaftsstudium Gotha, 1955-62 Direktor Dt. Investmentbank, 1959 Diplom-Wirtschaftler

                    d. Hochschule f. Ökonomie, 1962-67 Vorsitz. Bezirksplanungskommission, 1967 Promotion,

                    1967-74 Staatssekr., stellv. DDR-Finanzminister, 1969 VVO, 1980-81 Finanzminister

Schnitzler, Karl-Eduard von, 28.04.1918; Sohn d. kgl.-preuß. Legationsrates Julius Eduard v.S., Abitur, 1932

                    Soz. Arbeiterjugend SAJ, 1937 abgebrochenes Medizinstudium wg. verweigerter Mitgliedschaft

                    im NS-Studentenbund NSDStB, 1938-40 Speditionskfm., 1940-44 Wehrmacht, 1944 brit.

                    Kriegsgefangener, Mitarbeit im dt.-sprachigen Dienst der BBC, 1945 bevorzugt entlassen, Mit-

                    arbeiter NDWDR Hamburg, 1946 Mitbegründer NDWDR Köln, bis 1947 Ltr. der polit. Abt. des

                    NWDR und stellv. Intendant, polit. Kommentator Funkhaus Hamburg, 1947 Entlassung aus

                    polit. Gründen, Übersiedlung in die SBZ, 1948 SED, Mitarb. Berliner Rundfunk und Dtl.-Sender,

                    1951 Besuch d. SED-Parteihochschule, 1952 Ltr. d. Kommentatoren des Staatl. Rundfunk-

                    komitees d. DDR, 1956 Nationalpreis, 1960-89 Author u. Chefmoderator des DFF-Politmagazins

                    „Der Schwarze Kanal“, 1967-89 Vorstand d. Vereinigung Deutscher Journalisten VDJ, Vors. d.

                    Gesellschaftl. Rates d. Hochschule f. Film u. Fernsehen Babelsberg, 1968 Chefkommentator

                    des DFF, 1978 Vorstand Gesellschaft Dt.-Sowjet. Freundschaft, VVO, 1990 SED/PDS-Austritt

Schönherr, Albrecht, 11.09.1911; 1929-33 ev. Theologiestudium, 1936 Ordination, 1943 ev. Bekennende

                    Kirche, 1946 Superintendent, 1962 Gen.-Superintendent, 1969 Mitbegr. Bund Ev. Kirchen der

                    DDR und Vors. d. Konferenz d. Ev. Kirchenltg, „Kirche i. Sozialismus“, 1972 Bischof,

                    Zitat: „Als Diplomat muß man versuchen, dem anderen den Weg nicht zu verbauen“

Schorlemmer, Friedrich, 16.05.1944; 1962 DDR-Wehrdienstverweigerer, 1962-67 ev. Theologiestudium,

                    1968-78 Vikar, Jugendpfarrer, 1978-92 Dozent, Prediger, 1983 Schwert zu Pflugschar, 1989

                    Mitbegr. Demokr. Aufbruch, Carl-v.-Ossietzky-Medaille der Internat. Liga für Menschenrechte,

                    1990 SPD, seit 1992 Studienltr. Ev. Akademie Sachsen-Anhalt, Publizist, 1997 Unterzeichner

                    „Erfurter Erklärung“ für Regierungswechsel durch SPD/Bündnis90DieGrünen/PDS-Koalition,

                    1999 fordert Amnestie für die wenigen nach 1990 verurteilten politischen DDR-Straftäter

                    Zitate: „98% der Ostdeutschen blieben 40 Jahre peinlichst bemüht, möglichst wenig aufzufallen,

                    sie hatten bei ihrer Daueranstrengung kein schlechtes Gefühl oder gar schlechtes Gewissen.“

                    „Die weitaus größere Zahl derer, die nach…1975 Anträge auf Ausreise stellten, gehörten vorher

                    eher zur Masse…der Widerständler vor dem heimischen Fernseher bzw. zu denen, die die Vor-

                    züge des Systems bis dahin durchaus zu nutzen gewusst hatten.“

Schröder, Gerhard, 07.04.1944; 1963 SPD, 1966 Abitur (2.Bildungsweg und Hilfe von DM 200 Waisenrente),

                    1966-70 Jurastudium, 1971 Juso-Chef Hannover, 1976 Anwalt (verteidigt homosexuelle Pfarrer,

                    Kommunisten, Pazifisten, RAF-Terroristen), 1978-80 Juso-Bundesvors., 1980 MdB, 1983 SPD

                    Vors. Hannover, 1986 MdL, 1990-98 Ministerpräs., 1998 Bundeskanzler, 1999 SPD-Parteivors.

                    Zitate: „Ja, ich bin ein Marxist“ „Aber es gibt einige Grundsätze, die ich beibehalten habe: Das

                    Eintreten für Minderheiten, für die Schwachen der Gesellschaft…“

Schröder, Kurt, 31.07.1909; 1928-33 Mathematik- u. Physikstudium, 1934 Promotion, 1939 Habilitation,

                    1940 NSDAP, 1939-45 wissenschaftl. Mitarb. b. dt. Versuchsanstalt f. Luftfahrt, 1946 Prof.

                    Humboldt-Uni., 1950-59 Dt. Akademie d. Wissensch., 1959-65 Rektor Humboldt-Uni., 1962

                    Vaterländischer Verdienstorden d. DDR, 1966 Mitgl. d. Forschungsrats

Schröder, Richard, 16.12.1943, nach Abschluß der Grundschule 1958 wg. „fehlendem gesellschaftlichem

                    Engagements“ nicht zur Oberschule zugelassen (verfolgter Schüler), 1958-62 ev. „Vorschule

                    für den kirchl. Dienst“ Moritzburg, 1962-62 ev. Theologiestudium, 1968-69 Vikar, 1969-73 ev.

                    Sprachenkonvikt Berlin, 1973-77 Pfarrer, 1977 kirchl. Promotion, 1977-90 Dozent des Kirchl.

                    Lehramtes, 1989 SDP/SPD, 1990 SDP-MdV, SDP-Fraktionsvors., 1990 SPD-MdB, 1991 Rat

                    der EKD, Habilitation, seit 1992 Professor Humboldt-Universität, Bundesverdienstkreuz, seit

                    1993 Verfassungsrichter Brandenburg, 1999 Vizepräs. HU-Berlin, 2001 Mitglied Nationaler

                    Ethikrat, trotzdem scheinbares Desinteresse an Gerechtigkeit für verfolgte Schüler

Schumacher, Kurt, 13.10.1895; 1914 Notabitur, Kriegsfreiwilliger, Kriegsinvalide 1915-19 Jurastudium,

                    1918 SPD, 1920 Redakteur Parteizeitung, 1924-31 MdL, 1926 Promotion, 1930-33 MdR, 1933-

                    43 KZ-Haft, 1946 SPD-Vorsitz., 1948 Beinamputation, 1949 MdB (nennt Dr. Adenauer „Kanzler

                    der Alliierten“ und Kommunisten „rotlackierte Nazis“), 1952 stirbt an Spätfolgen der KZ-Haft

Schumann, Horst, 01.05.1906; 1928-31 Medizinstudium, 1931 NSDAP, 1932 SA, 1933 Promotion, 1934 Arzt

                    im öffentl. Dienst, 1940 Leiter d. ersten Vergasungsanstalt Grafeneck, im gleichen Jahr Leiter

                    der Vergasungsanstalt Sonnenstein/Pirna, 1942 Auschwitz Erprobung v. Röntgenstrahlen zur

                    Massensterilisation, 1945 Truppenarzt, 1946 Sportarzt, 1951 Flucht vor Verhaftung, 1959 Arzt

                    im Sudan, 1966 Arzt in Ghana, Auslieferung, 1970 Prozessbeginn, 1971 Gutachten über

                    Verhandlungsunfähigkeit u. Prozeßende

Schumann, Kurt, 29.04.1908; 1927-31 Jurastudium, 1935 Heeresjustiz, 1937 NSDAP, 1942 Kriegsgerichts-

                    rat, Bund Dt. Offiziere, 1948 NDPD, 1948 Landgerichtsrat, 1949-60 Präs. des Obersten Gerichts

                    d. DDR, Vorsitzender in Schauprozessen, 1985 VVO, 1960-63 Professor Akademie für Staats-

                    u. Rechtswissenschaft „Walter Ulbricht“, 1963 NDPD-Parteikontrollkommission u. Bezirksvorst.,

                    1963-73 Professor Humboldt-Uni. Berlin, Mitgl. Vorst. Vereinigung Demokr. Juristen, Vizepräs.

                    der Dt.-Indischen Freundschaftsgesellschaft („Liga für Völkerfreundschaft“)

Schwanitz, Rolf, 02.04.1959; Juristensohn, POS, Abitur, 1979-83 DDR-Ökonomiestudium, 1983-89 „System-

                    konformer“ Lehrer Ökonomie-Fachschule Plauen, 1984-90 Jurastudium, Diplomjurist, 1989 NF,

                    SDP, wissenschaftl. Ass. TH Zwickau, 1990 AdV, MdB, 1992 stellv. Vors. SPD-Landesvorst.,

                    1998 Staatsminister Bundeskanzleramt, Beauftragter f. Neue Länder; Aufsichtsratsmitglied

                    Industrial Investment Council GmbH, Deutschlandradio (Mitglied des Hörfunkrates)

Sefrin, Max, 21.11.1913; oberrealschule, 1932-37 Ausbildg. Pilot, Luftwaffe, 1946 cDUD(Ost), 1951-53 HA-

                    Leiter cDUD, 1952-90 AdV, 1955-58 cDUD-Fraktionsvors., 1956-89 cDUD-Präsidium, 1958

                    stellv. Vors. Ministerrat, Gesundheitsmin., 1961 Präs. Dt.-Südostasiat. Ges.,1964 u. 1978 VVO

Simonis geb. Steinhardt, Heide, 04.07.1943; 1962-67Ökonomie- u. Soziologiestudium, Dipl.-Volkswirt, 1967-

                    68 Uni.Lusaka u. Zambia-Airways, 1969 SPD, 1970-71 Goethe-Institut Tokio, 1972-76 Arbeits-

                    amt Kiel, Stadträtin Kiel, 1976-88 MdB, 1988-91 SPD-Bundesvorst., 1992 MdL, 1988-93

                    Finanzmin. S.-H., 1993 SPD-Parteivorst., Ministerpräs. S.-H.

                    Zitate: „Ich empfand politische Arbeit als ein lustvolles Spiel.“ „Und was wird dann aus mir?“

Steidle, Luitpold, 12.03.1889; 1914 Kriegsfreiw., Offizier, 1919 Agrarstudium, 1922-26 Landwirt, 1926-33

                    Gutsinspekt., 1933 NSDAP, 1934-43 Berufsoffizier, Ritterkreuz, 1943 Bund dt. Offiziere, NKFD,

                    1945 FDGB, 1946 cDUD, 1949-71 AdV, 1949-58 Gesundheitsmin., 1950-84 cDU-Vorst., 1960-

                    69 Oberbürgermeister Weimar, 1961 Präs. Dt.-Afrikan. Gesellschaft d. DDR

                    Zitat: „Goerdeler und andere reaktionäre großbürgerlich-junkerliche Kräfte des 20.Juli haben die

                    konzeptionellen Voraussetzungen für die gesellschaftliche Restauration in Westdeutschland

                    nach 1945 geliefert.“

Steinhoff, Karl, 24.11.1892; 1910-21 Jurastudium, 1921 Promotion, 1922 Reichsjustizministerium, 1923

                    SPD, 1923-32 Legationssekretär, Regierungsrat, Landrat, Reg.-Vizepräsident, 1933 Entlassung

                    aus Staatsdienst, 1933-45 Syndikus, 1945 SPD, 1946 SED, 1946-49 MdL Brandenburg, 1949-

                    52 DDR-Innenmin., 1949-54 AdV, ZK d. SED, 1949-55 Prof. Humboldt-Uni.

Stolpe, Manfred, 16.05.1936; 1955-59 Jurastudium, 1959-61 Gasthörer FU (West)Berlin, 1962 Konsistorial-

                    referendar, 1969 Oberkonsistorialrat, maßgebl. beteiligt an Gründung d. Bund Ev. Kirchen, 1970

                    v. MfS als IM „Sekretär“ erfasst (eine Verpflichtungserklärung wird nicht gefunden), 1976 Mitgl.

                    Menschenrechtskommission Weltkirchenrat, 1978 DDR-Verdienstmedaille (unklar ob am 17. o.

                    23.11. v. MfS-Offizier Klaus Roßberg o. Staatsekr. H. Seigewasser überreicht), 1982-90 stellv.

                    BEK-Vorsitz., Konsistorialpräs. ev. Kirche B.-Brandenburg, 1989 Dr. h.c. Uni. Greifswald, 1990

                    SPD, 1990-2002 Ministerpräs. Brandenburg,1991 Dr. h.c. Uni. Zürich, 1991 SPD-Vorst., BStU-

                    Gutachten zu IM-Tätigkeit, 1996 Dr. h.c. Uni. Szczecin, 2002- SPD-Bundesbau- /-verkehrsmin.

                    Zitat: „Bei mir gilt Pflichterfüllung bis zur letzten Patrone.“

Stoph, Kurt Werner, 10.09.1912; Arbeiter, 1927-33 Rote Jungfront, 1933-36 KZ Oranienburg, 1936-40

                    Radiomonteur/ Angestellter, 1940-45 Wehrmacht, 1945 KPD/SED, 1946-49 Ltr. Berliner Bau-

                    stoffkontor, 1951-52 Dt. Verwaltungsakademie Forst-Zinna, 1952-53 Büro f. Wirtschaftsfragen,

                    Abt.-Ltr. Wirtschaftspolitik SED-ZK, 1954-79 Staatssekr. Verwaltung d. Staatsreserve, 1957-61

                    Vorstand DTSB, 1958-61 Präs. DDR-Fußballverband

Stoph, Willi, 09.07.1914; Bruder von K, Arbeiter, 1931 KPD, 1935-37 u. 1939-45 Wehrmacht, 1945-46 KPD/

                    SED, 1948-50 Abt.Leit. Wirtschaftspolitik SED-Parteivorst., 1950-89 Mitgl. ZK d. SED, 1950-89

                    AdV, 1952-55 Innenmin., 1954 Vaterländ. Verdienstorden, 1956-60 Min. f. Verteidigung, 1959

                    General, 1964-73 Vors. Min. Rat, 1973-76 Vors. Staatsrat, 1976-89 stellv. Vors. d. Staatsrats,

                    1989 Parteiauschluß, 1991 Festnahme, später Haftverschonung u. Verfahrenseinstellung

Strauß, Franz Josef, 06.09.1915; Philologie- u. Geschichtsstudium, 1937 NS-Kraftfahrkorps NSKK (NSDAP-

                    Gliederung), 1939-45 Wehrmacht, 1940 Studienreferendar, Gefreiter, Frankreichkrieg, zweites

                    Staatsexamen. 1941/42 Offiziersschule Stettin, Leutnant, Russlandkrieg, 1942 Asssessor, 1943

                    Studienrat, 1944/45 Oberleutnant, Offizier für wehrgeistige Führung Flakschule Schondorf, CSU

                    Gründungsmitgl., 1946 CSU-Vorstand, 1949 CSU Generalsekr., MdB, 1953 Minister für Sonder-

                    aufgab., 1955 Atom-Min., 1956-62 Verteidig.-Min., 1957 Ehrengebirgsjäger, „Schützenpanzer

                    HS 30“-Affaire, 1958 „Starfighter“-Affaire, 1960 „Fibag“-Affaire, 1962 „Spiegel“-Affaire, 1961-82

                    CSU-Vorsitz., 1964 Ehrendoktor d. kath. DePaul University Chicago, 1966-69 Finanz-Min., 1978

                    Min.-Präs. Bayern, 1980 CDU/CSU Bundeskanzlerkandidat, 1983 Kreditverhandl. mit DDR

                    Zitate: „Wir sind kein Experiment für demokratisierwütige Besatzungsoffiziere. In Bayern ist die

                    Demokratie älter als in Amerika die weißen Menschen.“ „Der Preis dafür, daß es uns allen gut

                    geht ist die Existenz von Milliardären wie Flick und Quandt.“

Streletz, Fritz, 28.09.1926; 1941-43 Uffz.Vorschule, 1948 SED, KVP, 1954-55 Offiziershochschule Dresden,

                    1959-61 Militärakademie d. Gen.-Stabs d. UdSSR, 1961-64 Chef d. Stabs, 1964-72 stellv.

                    Chef d. Hauptstabs, 1978 Generalleutnant, 1976 Vaterländischer Verdienstorden d. DDR,

                    1979-89 stellv. Min. f. Verteidigung, 1991 U-Haft, 1993 wg. Anstiftung z. Totschlag 5½ Jahre

                    Haft, unter Auflagen außer Vollzug gesetzt, 2001 EuMGR lehnt Revisionsantrag ab

Ströbele, Hans-Christian, 7.6.1939; 1945 Fam. Ströbele v. US-Armee aus Schkopau in Westzone gebracht,

                    1960 Politikwissensch. u. Jurastudium, 1967 RA Büro Mahler, 1969-79 „Sozialist. Anwalts-

                    kollektiv“, Verteid. f. polit. Strafs., 1970 SPD, 1975 Ausschluss vom RAF-Prozeß u. SPD, 1980-

                    85 Alternative Liste, 1981 Bewährungsstrafe i. Verbindung m. RAF-Mandaten, 1985 DieGrünen,

                    1985-87 u. ab 1998 MdB; Dt. Entwicklungsdienst GmbH (Verwaltungsratsmitgl.)

                    Zitat:„Wir biegen uns dass es kracht“

Struck, Peter, 24.01.1943; 1962 Abitur, 1962-67 Jurastudium, 1964 SPD, 1971 Promotion, 1971-72 Reg.Rat,

                    1973 Stadtrat Uelzen, seit 1980 MdB, 1980-98 parl. Geschäftsführer SPD- Bundestagsfraktion,

                    1998-2002 Vorsitz. d. SPD-Fraktion; Allgemeine Hospital Gesellsch. (Aufsichtsratsmitglied),

                    Rockwool Beteiligungs GmbH (Aufsichtsratsmitglied), 2002 Bundesverteidigungsminister

                    Zitat: „Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt.“

Thiessen, Peter-Adolf, 06.04.1899; 1919-23 Chemiestudium, 1923 Promotion, 1926 NSDAP, 1926 Habilita-

                    tion, 1934-37 Berater i. Reichserziehungsministerium, 1935-45 KWI-Dirrektor, 1945-56 Wissen-

                    schaftler in UdSSR (Atombombenentwicklung), 1956 NDPD(Ost), AdW, 1960-63 DDR-Staatsrat

Thierack, Otto Georg, 19.04.1989; 1910 Sozialwissenschafts- u. Jurastudium, 1914 Promotion, Kriegsfrei-

                    williger, Leutnant, 1920 Staatsanwalt, SA, 1932 NSDAP, 1933 kommiss. Justizmin. Sachsen,

                    Führer NS-Rechtswahrerbund, 1935 Vizepräs. Reichsgericht, 1936-42 Präs. Volksgerichtshof,

                    SA- u. SS-Gruppenführer, 1942 Präs. Akademie für Dt. Recht, Reichsjustizminister, permanen-

                    ter Rechtsbeuger, schließt Asozialen-Auslieferungsabkommen mit Himmler, 1946 Selbstmord

                    Zitat: „Es hat keinen Sinn solche Personen Jahre hindurch in deutschen Gefängnissen und

                    Zuchthäusern zu konservieren.“

Thierse, Wolfgang, 22.10.1943; kath. Anwaltssohn, FDJ, 1964 Kulturwissenschafts- u. Germanistikstudium,

                    wissenschaftl. Assistent, 1975-76 Mitarb. DDR-Ministerium f. Kultur, 1977-90 Mitarb. Akademie

                    d. Wissenschaften d. DDR, 1989 „Novemberrevolutionär“, Neues Forum, 1990 SPD, 1990 AdV,

                    MdB u. stellv. SPD-Fraktionsvors., 1998 Bundestagspräs.; Bundesbaugesellschaft Berlin mbH

                    (Aufsichtsratsmitglied, ehrenamtlich), Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung (Kuratoriumsvors.

                    ehrenamtlich), Carlo-Schmid-Stiftung (Kuratoriumsmitglied, ehrenamtlich), Dt. Gesellschaft e.V.

                    (Vorstandsmitglied, ehrenamtlich), Deutsches Kammerorchester (Kuratoriumsmitglied, ehren-

                    amtlich), Förderkreis Politische Rhetorik in der Bundesrepublik Deutschland (Vorstandsmitglied,

                    ehrenamtlich), Förderverein "Internationales Museum für verfolgte Kunst - Israel e.V."

                    (Kuratoriumsmitglied, ehrenamtlich), Forum Ostdeutschland der Sozialdemokratie e.V. (Beirats-

                    mitglied, ehrenamtlich), Verein zur Erhaltung der Kinderbaracke Ausschwitz-Birkenau e.V. (Bei-

                    ratsmitglied, ehrenamtlich), Gesellsch. zur Förderung des Nord-Süd-Dialogs e.V. (Kuratoriums-

                    mitglied, ehrenamtlich), Guardini-Stiftung e.V. (Kuratoriumsmitglied, ehrenamtlich), Inter-

                    nationale Dimiter-Peschev-Stiftung Sofia (Ehrenkomiteemitglied, ehrenamtlich), Kulturforum der

                    Sozialdemokratie e.V. (Vorsitzender, ehrenamtlich), Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden

                    Europas (Vorsitzender des Vorstandes u. Kuratoriums, ehrenamtlich), Stiftung Industrie u.

                    Alltagskultur (Vorsitzender, ehrenamtl.) Stiftung Lesen (Kuratoriumsmitglied, ehrenamtlich),

                    Verein der Freunde von Neve Shalom/Wahat al Salam e.V. (Kuratoriumsmitglied, ehrenamtlich),

                    Werkstatt für Innovation, Strukturpolitik und Arbeit e.V. (Vorsitzender, ehrenamtlich)

                    Zitate: „Ein Rechtsstaat ist nicht dazu da, die noch so verständlichen Rachebedürfnisse der

                    Bevölkerung zu befriedigen.“-„Die Deutschen müssen sich fragen, ob die Menschenrechte

                    in unserem Land den Stellenwert haben...der ihnen gebührt???“

Thyssen, Fritz, 09.11.1873; Ingenieurstudium, 1898 Eintritt Thyssen-Konzern, 1923 DNVP, unterstützt

                    bereits finanziell NSDAP, 1924 konzentriert Stahlproduktion, Vors. Rohstahlgemeinschaft,

                    1926 Vors. Thyssen Konzern, 1928 Aufsichtsrat-Vorsitz. Vereinigte Stahlwerke AG, 1930

                    Thyssens u.a. Industrielle spenden an NSDAP, 1931 NSDAP, 1931 Harzburger Front, 1932

                    Thyssen, Hjalmar Schacht, Albert Vögler, Kurt v. Schröder u. 17 andere unterschr. Forderung

                    Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, 1933 MdR, Generalrat f. Wirtschaft, 1939 Emigration/

                    Ausbürgerung, 1940-45 KZ-„Ehrenhaft“, 1941 Buch „I paid Hitler/Ich bezahlte Hitler“, 1948

                    Argentinien, 1950 Rückerstattung seines Vermögens

Toeplitz, Heinrich, 05.06.1914; 1932-36 Staatswissenschafts- und Jurastudium, 1937 Promotion, 1939-44

                    beim Bau Atlantik-Wall f. Organisation Todt, 1945-47 Hilfsrichter, 1949 CDUD(Ost), 1950-60

                    Staatssekr. i. DDR-Justizministerium, 1951-90 AdV, 1952 Präsidium der CDUD

                    (Ost), 1954 Nationalrat d. Nationalen Front, 1960-86 Präs. d. Obersten DDR-Gerichts,

                    veröffentlichte „Oberstes Gericht d. DDR, höchstes Organ wahrhaft demokratischer

                    Rechtssprechung“, 1989 trotz Proteste: Vorsitzender des Volkskammer-Ausschusses zur

                    Überprüfung v. Fällen des Amtsmissbrauchs, der Korruption, der persönl. Bereicherung u.a.

                    Handlungen, bei denen der Verdacht von Gesetzesverletzungen besteht

Ulbricht, Walter, 30.06.1893; Arbeiter, 1912 SPD, 1917 USPD, 1920 KPD, 1926-29 AdL Sachsen, 1928

                    KPdSU, 1928-33 MdR, 1933 Emigration, 1945 Rückkehr a. Moskau, 1946 SED, 1946-51 AdL

                    Sachsen, 1949 stellv. DDR-Ministerratsvors., 1950-73 AdV, 1950-53 SED-Gen.-Sekr., 1953-71

                    1. Sekr. SED-ZK, 1954 VVO der DDR, 1960-73 DDR-Staatsratsvors.

                    Zitat: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“

Verschuer, Otmar Freiherr von, 1896; Medizinstudium, 1927 Abtltr. Kaiser-Wilhelm-Institut f. Anthropologie,

                    Erblehre u. Eugenik, betreibt erbbiologische Zwillingsforschung, 1934 Verf. „Erbpathologie: ein

                    Lehrbuch f. Ärzte“, Redakteur „Der Erbarzt“, 1935 Promotion, Verf. „Der Erbarzt im völkischen

                    Staat“, 1935 Direkt. Universitätsinstitut für Erbbiologie u. Rassenhygiene Berlin, 1936 Beirat der

                    Forschungsabt. Judenfrage des Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschland, 1938

                    „Erbkartei“ der Einwohner Frankfurt/M., Beisitzer Sterilisationsgericht, Rassengutachter, 1940

                    NSDAP, NS-Ärztebund, 1942 Direkt. Kaiser-Wilhelm-Inst., 1945 „Persilschein“ von ev. Pfarrer

                    u. „Bücherverbrenner“ Otto Fricke, 1946 entnazifiziert als „Mitläufer“, Kirchenvorst. Frankfurt/M.,

                    1949 Mitgründer Akademie der Wissenschaften u. Literatur Mainz, 1951-65 Ordinarius des mit

                    Steuergeldern geförderten Institut für Humangenetik Universität Münster, 1952 Vors. Deutsche

                    Gesellsch. für Anthropologie, 1954 Dekan d. Medizin. Fakultät Uni. Münster

Vogel, Wolfgang Heinrich, 30.10.1925; nie HJ-Mitglied, bis 1942 kath. Jugendbund, 1943 Reichsarbeits-

                    dienst, 1944 Abitur, 1945 Volkssturm, Vertreibung, 1945-49 SBZ/DDR-Jurastudium, LDPD,

                    1949-52 Referendar Waldheim u. Leipzig, 1952 Hauptref. DDR-Justizministerium, 1953 LDPD-

                    Austritt, MfS-Verpflichtungserklärung, 1954 Rechtsanwalt, Mitgl. Rechtsanwaltskollegium, 1957

                    Zulassung in West-Berlin, ab 1961 mit sog. humanitären Ost-West-Fällen betraut (Agentenaus-

                    tausch, Familienzusammenführung, Freikauf-Menschenhandel usw.), 1975 Vaterl. Verdienst-

                    orden, 1982 SED, 1989 letzte vieler DM 360 000 Jahreshonorarzahlungen durch die BRD, 1991

                    Verzicht auf Anwaltszulassung, 1992 Verhaftung, Entlassung nach Kautionszahlung durch kath.

                    Kirche, 1993 erneute Verhaftung, 1996 wg. Meineides in einem Fall und Erpressung in 4 Fällen

                    zu Bewährungsstrafe(!) u. wg. Falschbeurkundung zu Geldstrafe(!) verurteilt

Waigel, Theodor, 22.04.1939; 1959 Staatswissenschafts- u. Jurastudium, CSU, !967 Promotion, 1969-72

                    Referent Bayr. Staatsministerium, 1971-75 Landesvors. JU Bayern, 1972 MdB, 1988 CSU-

                    Vors., 1989-98 Bundesfinanzmin., 05.1990 Staatsvertrag mit DDR-Min. Walter Romberg

                    Zitat. „Die Mark wird durch den Euro sicherer.“

Wandel, Paul, 16.12.1905; 1926 KPD, 1929-30 Ingenieurschule, 1931 sowj. Emigration, 1933-45 KPdSU,

                    Sekr. Wilhelm Piecks,1946 SED, 1946-49 Präs. Zentralverwaltg. Volksbildung, 1949-52 DDR-

                    Minister für Volksbildung, 1953-57 ZK d. SED, Volkskammerausschuß f. Volksbildung, 1958-61

                    Botschafter, 1961-64 stellv. Außenmin., 1964-84 Vizepräs. /Präs. Liga f. Völkerfreundschaft,

                    1990 PDS, wg. Zehntausender politisch verfolgter Schüler in der BRD nie angeklagt

Wehner, Richard Herbert, 11.07.1906; 1923 SAJ, 1925 Roter Frontkämpferbund, 1927 KPD, Bezirkssekr.

                    Rote Hilfe, AdL, 1930 MdL, 1931 Mitarb. ZK d. KPD, 1933 Untergrundarbeit, 1934 Saar-Beauf-

                    tragter ZK d. KPD, 1935 in Prag verhaftet, über Polen in die UdSSR abgeschoben, „Brüsseler

                    Konferenz“ Mitglied ZK d. KPD, 1936 Redakteur „Die Internationale“, KPD-Auslandsabt. Paris,

                    1937 Rückkehr nach Moskau u. „Bericht zur Untersuchung der trotzkistischen Wühlarbeit in der

                    deutschen antifaschistischen Bewegung, Tätigkeit bei Komintern Moskau, 1941 KPD-Arbeit in

                    Schweden, 1942 in Schweden wg. Spionagetätigkeit zugunsten der UdSSR und schwedischer

                    Neutralitätsgefährdung verhaftet u. zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt, 1942 KPD-Ausschluß,

                    1946 Deutschland, SPD, 1949-83 MdB, 1958-73 stellv. SPD-Vorsitz., Mitglied Parteipräsidium,

                    1966-69 Bundesminister f. gesamtdt. Fragen, 1969-83 SPD-Fraktionsvorsitz.,

                    Zitat: „Ich werde meine Kenntnisse von Personen, die mit der illegalen Arbeit in Deutschland zu

                    tun hatten und haben und die irgendwie im Zusammenhang mit Provokationen usw. stehen,

                    aufschreiben, um so das Auffinden weiterer Fälle zu erleichtern…“

Weiz, Herbert, 27.06.1924; 1942 NSDAP, 1945 KPD, 1946 SED, 1946-49 Wirtschaftswissenschaftsstudium,

                    1951-55 Ing. Ökon., 1958 ZK d. SED, 1962 Promotion, 1963-90 AdV, 1974 Min. f. Wissenschaft

                    u. Technik

Weizsäcker, Ernst Freiherr von, 25.05.1882; Vater von Richard v. W., 1901-02 Marineoffiziersschule, Leut-

                    nant, Berufsoffizier, 1912-14 Marinekabinett, 1914-18 Marineoffizierskarriere, 1916 erblicher

                    Adelstitel, 1918-20 Reichsmarineamt, 1920 Auswärtiges Amt, 1921-24 Konsul in d. Schweiz,

                    1924-27 Gesandtschaftsrat Dänemark, 1933 Ehefrau Marianne NSDAP, Gesandter in

                    Norwegen, 1933 Gesandter in der Schweiz, 1938 NSDAP, SS-Oberführer, Staatssekretär im

                    AA, 1942 SS-Brigadeführer, 1943 Gesandter beim Vatikan, 1947 Verhaftung, 1949 Nürnberger

                    Prozess (Sohn Richard v. W. assistiert bei Verteidigung) 7 Jahre Haft, 1950 amnestiert

                    Zitat: „...Briefträger in diesen schauerlichen Angelegenheiten...“

Weizsäcker, Richard Freiherr von, 15.04.1920; Sohn von Ernst v. W., HJ, 1937 Abitur, 1937-38 Sprach-

                    studium Oxford u. Grenoble, 1938 Reichsarbeitsdienst, 1938-45 Wehrmacht, Infanteriereg. „9“

                    in Polen u. UdSSR, Schütze/Gefreiter, 1940 Offizierslehrgang, Fähnrich/Leutnant/Oberleutnant,

                    20.7.41 Eisernes Kreuz, 1944 Hauptmann, 1945-50 Geschichts-u. Jurastudium, 1948-49 Hilfs-

                    verteidiger für Vater Ernst bei Nürnberger Prozess, 1950-58 Rechtsabt. Mannesmann Konzern,

                    1954 cDU, 1955 Promotion, 1958-62 Geschäftsführ. Bank Waldthausen&Co., 7.1962-66

                    geschäftsführend. Gesellschafter C.H. Boehringer, 1964-70 Präs. Dt. Ev. Kirchentag, 1966

                    Rechtsanwalt, 1966-84 Mitgl. cDU-Parteivorstand, 1969-81 MdB, 1969-84 Synode u. Rat der

                    Ev. Kirche, 1965 Mitverfasser umstrittener EKD-Denkschrift „Die Lage der Vertriebenen“, 1981-

                    84 Reg. Bürgermeister Berlin, 1984-94 Bundespräsident

                    Zitat: „Schuld ist, wie Unschuld, nicht kollektiv, sondern persönlich“

Weizsäcker, Carl Friedrich von, 28.6.1912; Sohn v. Ernst v. W., 1926-33 Astronomie-, Mathematik-, Physik-

                    studium, 1933 Promotion, 1936 Habilitation, 1936-42 KWI, 1939 Hahn informiert v. W. über

                    Atomspaltung (Hahn, Heisenberg, v. W. wichtigste Physiker d. „Uranverein“-Atomprogramms),

                    07.1940 v. W. informiert Heereswaffenamt daß Atomspengköpfe mit Plutonium gebaut werden

                    können, 1942-45 Straßburg Lehrstuhl f. Physik, 1945-46 brit. Internierung Farm Hall, 1946-57

                    M.-Planck-Institut f. Physik, 1957 Organisator „Göttinger Erklärung“ geg. atomare Bundeswehr-

                    bewaffnung, 1957-69 Hamburg Philosophie-Lehrstuhl, 1961 Mitverf. „Tübinger Memorandum“,

                    1963 Friedenspreis Dt. Buchhandel, 1970-80 Leiter Max-Planck-Institut Starnberg

                    Zitat: „O Zwang, Verstrickung, Säumnis! Schuld, o Schuld!

Weizsäcker, Viktor Freiherr von, 21.4.1886; Bruder von Ernst v. W., Medizinstudium, Promotion, Habilitation,

                    1926 Mitherausgeber der Vierteljahresschrift „Die Kreatur“, 1933-42 Beirat Psychologisches

                    Institut Universität Heidelberg, 1935 Vorstandsmitgl. „Gesellschaft deutscher Neurologen und

                    Psychiater“, 1942 Leiter Neurolog. Forschungsinstitut Breslau (hier werden Gehirne u. Rücken-

                    mark der 221, in der oberschlesischen Anstalt/ Jugendpsychiatrische Klinik Lublinitz/Lubliniec

                    seit 1942 mit Luminal getöteten, sozial nicht angepassten Kinder und Jugendlichen untersucht),

                    1945 Internierungslager, 1949 Psych. Institut Universität Heidelberg

Weskamm, Wilhelm, 13.05.1891; kath. Theologiestudium, 1914 Priesterweihe, 1919-32 Domvikar, 1932-50

                    Pfarrer u. Probst, 1949 Weihbischof mit Sitz Magdeburg, 1951 Bischof von Berlin

Wienand, Karl, 15.12.1926; Kriegsinvalide, 1947 SPD, 1948-53 Jura- und Ökonomiestudium, 1953 MdB,

                    1967-74 SPD-Fraktionsgeschäftsführer, 1971 Paninternational-Fluggesellschaft-Skandal, 1974

                    Niederlegung MdB u. SPD-Fraktionsgeschäftsführermandat, 1975 wg. Steuerhinterziehung

                    DM 102 000 Strafe, 1976 Geschäftsführer Gesellschaft f. kosmetische plastische Chirurgie,

                    Beratertätigkeit Abfallentsorgung, 1985-90 SPD-Parteirat, 1990 sechs Monate Haft auf

                    Bewährung wg. wiederholter Trunkenheit am Steuer, 1996 2½ Jahre Haft wg. Spionage f. DDR

                    und Rückzahlung v. ca. DM 1 000 000 Agentenlohn, 11.1997 BGH-Revision, Urteil rechtskräftig,

                    4.1999 Begnadigung durch Bundespräs. Roman Herzog, 2002 Verhaftung wg. Verdachts der

                    Beteiligung am €-Millionen-Korruptionsskandal in der SPD-NRW, Parteiaustritt

                    Zitat: „Selbst der Sauberste stinkt, wenn er in einen Eimer Scheiße steigt.“

Will, Rosemarie, 25.08.1949; 1969 SED, 1969-73 Jurastudium (DDR), 1977 Promotion (Studien zum Kampf

                    der Arbeiterklasse um soziale Gerechtigkeit im Kapitalismus), 1979-80 Studium i. UdSSR, 1980-

                    83 Akademie d. Wissensch., 1984 Habilitation (Die Rolle des Staates), 1989 Professur f. Staats-

                    recht, 1990 SED-Austritt, 1992 Professur öffentl. Recht, 1993 SPD, 1993-94 Mitarb. Bundes-

                    verfassungsgericht, 1996 Richterin Landesverfassungsgericht Brandenburg

                    Zitat: „Ein Jurist ist ein Jurist, egal in welchem System.“

Wittig, Barbara, 04.08.1944; 1962-66 Slawistik- und Germanistikstudium (DDR), 1966-73 Lehrerin, 1973-74

                    Kulturbund d. DDR, 1974-90 Fachschullehrerin, 1990 SDP/SPD, 1990-95 Kreistag, 1994 IG

                    Bergbau-Chemie, 1994 Stadtrat, 1995 SPD-Unterbez. Vors., 1998 MdB; Bundesausgleichsamt

                    (stellv. Kontrollausschussmitglied), Stiftung für das sorbische Volk (Mitglied des Parlamenta-

                    rischen Beirates)

Witzleben, Erwin von, 1881; Berufsoffizier, 1914-18 Generalstabsoffizier, 1939 Oberbefehlshaber 1.Armee,

                    1940 Generalfeldmarschall, 1941 Oberbefehlshaber West, Verhaftung nach Hitler-Attentat,

                    8.8.44 Verurteilung durch VGH und Hinrichtung

Witzleben, Job von, 1914; Saxo-Borussen-Studentencorps, 1935 NSDAP, Berufsoffizier, 1943 Major, 1948

                    SED, 1953-56 KVP-Stabschef, 1957 NVA-Oberst, 1958 Institut für Deutsche Militärgeschichte

Wolf, Markus Johannes (Mischa), 19.01.1923; Sohn v. Dr. Friedrich W., 1933 Emigration mit Eltern i. d.

                    Schweiz, Frankreich u. UdSSR, 1934-40 Emigrantenschule Moskau, 1938 Komsomol, 1940-

                    42 Flugzeugbau-Studium, 1942 KPD, 1943-45 Mitarb. Dt. Volkssender Moskau, 1945 SBZ,

                    KPD/SED, 1945-49 Mitarb. Berliner Rundfunk (Pseudonym Michael Storm), 1949-51 Legations-

                    rat Dt. Botschaft Moskau, 1951-68 Min. f. Staatssicherheit, Abteilungsltr. Auslandsaufklärung,

                    1953 stellv. Staatssekr., 1954 Generalmajor, 1955 stellv. Min. f. Staatssicherheit, 1965 General-

                    leutn., 1974 Karl-Marx-Orden, 1980 Generaloberst, 1986 Rücktritt, 1990 Flucht von Österreich i.

                    d. UdSSR, 1991 Verhaftung bei Grenzübertritt Österreich/ BRD, 1993 im Namen des Volkes wg.

                    „Landesverrat und Bestechung“ zu 6 Jahren Haft verurteilt, 1995 Urteilsaufhebung, 1997 im

                    Namen des Volkes zu 2 Jahren Haft auf Bewährung und DM 50 000 Geldstrafe verurteilt, 1998

                    Beugehaft wg. Aussageverweigerung im Fall des der Spionage für die DDR verdächtigten SPD-

                    MDB und MdEP Gerhard Flämig (der Prozeß wird 1999 zu Lasten der Staatskasse eingestellt)

                    Zitat: „Wer hätte es…Arbeitern, Medizinern, Ingenieuren, jungen Menschen am Beginn ihres

                    Lebensweges verübeln wollen, daß es sie dorthin zog, wo sie gutes Geld verdienen konnten?“

Wolff, Otto Freiherr Taets von Amerongen, 06.08.1918; HJ, 1940 Vorst. Otto Wolff AG, 1942 Wehrmachtfrei-

                    stellung, Wolff Konzern-Vertreter Portugal, rüstungswichtiges Wolfram-Handelsmonopol, Agent

                    dt. Abwehr, Fa. Wolff plaziert „arisierte“ Aktien an ausländ. Börsen, 1945 Internierung, 1947 Ltg.

                    Otto-Wolff-Gruppe, 1954 Mitgl. Bilderberg-Konferenz auf Empfehlung v. Adenauer-Berater

                    Robert Pferdmenges, 1955 Vors. Ost-Ausschuß der dt. Wirtschaft, Präs. Deutsche Gesellsch. f.

                    auswärtige Politik, 1957 BRD-Unterhändl. f. Handelsvertrag mit China, 1958 BRD-Unterhändl. f.

                    Dt.-Sowjet. Handelsvertrag, 1967 IHK-Präs., 1969-88 DIHT-Präs., 1971 Aufsichtsrat Exxon,

                    1971 Dt. Gesellsch. f. Osteuropakunde-Präs., 1978 Dr. h.c.Uni. Köln und 1985 Uni. Jena, 1986

                    Aufsichtsratvors. Otto-Wolff-AG, 1989 Verkauf O.-Wolff-Gruppe an Thyssen AG, 1990 O. Wolff

                    Industrieberatung & Beteiligungen GmbH, Aufsichtsrat Dt. Waggonbau AG, 1992 mit Schwieger-

                    sohn Arend Oetker Übernahme v. 47% d. T.E.A.M. Football AG u. Event Agency&Marketing AG

                    (UEFA-Partner), 1993 Dr. h.c. Sporthochschule Köln, 1994 Groß. Bundesverdienstkreuz, 1996

                    Prof. h.c. TU Cottbus, 1997 MD Bauholding AG-Mehrheitsaktionär, mit Alfred v. Oppenheim

                    Europa Verlag-Eigner, 2000 Friedrich-Joseph-Haas-Preis, 2001 Bundesverdienstkreuz

Wollenberger geb. Lengsfeld, Vera, 05.05.1952; Vater MfS-Oberstleutnant Franz Lengsfeld, JP, FDJ, 1970-

                    75 Philosophiestudium, 1975 SED, 1975-80 wissenschaftl. AdW-Mitarbeiterin, 1981 Heirat mit

                    Knud (IM „Donald“) Wollenberger, 1981-83 Lektorin, 1983 SED-Ausschluß wg. Protest geg.

                    sowjet. Atomraketen, Berufsverbot, 1985-88 Theologiestudium, „Kirchentag/ Kirche von unten“,

                    1988 Verhaftung, Abschiebung nach Großbritannien, 1988-89 Cambridge-Studium, 1989 DDR

                    Grüne Partei, „Runder Tisch“, 1990 AdV, B90/Grünen-MdB, 1992 Scheidung von IM „Donald“,

                    fordert SPD-MinPräs. Manfred Stolpes Rücktritt, seit 1994 CDU-MdB, 1996 Gründungsmitgl.

                    Bürgerbüro e.V., 1999 Vors. Europ. Konferenz für Menschenrechte und Selbstbestimmung

                    Zitat. „Ich bin für die schonungslose Aufarbeitung der Vergangenheit“

Zaisser, Wilhelm, 20.06.1893; 1907-10 Präparandenanstalt, 1910-13 Ev. Lehrerseminar, 1914 Infanterist

                    Ostfront: „Förmlicher Blutrausch kam über mich…Fürchterliche Zeit und doch möchte ich sie

                    nicht missen.“, 1918 USPD, 1919 KPD, Rote Ruhrarmee, 1921 Redakteur, 1922 Heirat mit kath.

                    Lehrerin Elisabeth Knipp, 1927-39 Komintern Schanghai, Moskau, Prag, 1936-38 span. Bürger-

                    krieg, BrigGen., 1940 Sowjetbürger, 1947 SBZ, 1947-48 Polizeichef Sachsen-Anh., 1949 DVdI-

                    Vizepräs., 1949-54 AdV, 1950-53 Stasi-Min., 1954 SED-Ausschluß, 1993 von PDS rehabilitiert

                    Zitat: „Wir verlangen nicht den negativen Nachweis des Nichtbelastetseins, des Neutralseins,

                    sondern den positiven Nachweis des Mitmachens.“

Zaisser geb. Knipp, Elisabeth, 16.11.1889; kath., 1915-18 Lehramtsstudium, 1926 KPD, 1933 Emigration,

                    1934-46 Studium Pädagog. Inst. Moskau, 1940 sowjet. Staatsbürger, 1948 SED, 1948-50 DPZI/

                    Dt. Pädagog. Zentralinstitut-Leiterin, 1949 Prof. f. Sowjetpädagogik, 1950-52 Staatssekr., AdV,

                    1952-53 Volksbildungsministerin, VdN, 1953 Mitarb. Volk u. Wissen Verl. u. DPZI, 1983 VVO

                    Zitat: „Die deutsche demokratische Schule erzieht Kämpfer für Demokratie und Sozialismus“

Zwickel, Klaus, 31.05.1939; 1954 IG-Metall, 1957-65 Werkzeugmacher, 1959 SPD, 1984 IG-Metall Bevoll-

                    mächtigter Stuttgart, 1986 IG-Metall Vorstand, 1991 stellv. Vors. Mannesmann-Aufsichtsrat,

                    1993 IG-Metall Vorsitzender nach Steinkühler-Rücktritt wg. umstrittener Aktiengeschäfte, VW-

                    Aufsichtsrat, 1994 Mitgl. Bundesversammlung, 2000 Mannesmann/Dr. Esser-Affaire

                    Zitat: „Ich trage allenfalls politisch-moralische Schuld."

 

„Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“  Bertolt Brecht

 

„Keine Biografie ist so zwingend, daß nur eine Wahl möglich gewesen wäre.“ Claus Leggewie, Politologe

 

„Es gibt die Ungeheuer, aber sie sind zu wenig, als daß sie wirklich gefährlich werden könnten. Wer gefährlicher ist, das sind die normalen Menschen.“ Primo Levi

 

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