Chronik/Rückblick mit scheinbaren Analogien und ohne Anspruch auf Vollständigkeit
„Händchen falten, Köpfchen senken
und an Adolf Hitler denken. Er gibt uns täglich Brot, er hilft aus aller Not.
Amen.“ Deutsches Kindergartengebet
„Der Kampf gegen die Religion ist der Kampf für den Sozialismus“ Ausstellungsspruchband Moskau 1932
„Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“ Richard v. Weizsäcker
1933
das Deutsche Reich hat 66 Mio. Einwohner (63% ev., 32% kath. Christen, 0,9% Juden), eine Fläche
von 470 700 qkm (bei Reichsgründung 1871 waren es noch 550 500 qkm, Aktionen deutscher Eliten
von 1914-18 verursachten große Gebiets- und Menschenverluste u. hohe Reparationsleistungen), die
Staatsverschuldung beträgt ca. RM 11 400 000 000, der durchschnittl. Arbeitnehmerlohn ist RM 125
im Monat, ca. 5 800 000 Deutsche sind arbeitslos und 242 000 in der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
„freiwilliger Arbeitsdienst“, namhafte deutsche Industriellen des Keppler-Kreises wie Friedrich Flick (bis
1945 RM 7 650 000 an „Destinatäre“), Fritz Thyssen („I paid Hitler“), Bankiers Kurt v. Schröder, Prof.
Emil Meyer u.v.a. auch ausländ. Spendern wie Royal Dutch Shells Sir Henry Detering unterstützen die
NSDAP mit Spenden (Telford Taylor, US-Hauptankläger in Nürnberg wird am 27.8.1947 sagen: „Ohne
die Zusammenarbeit der deutschen Industrie und der NSDAP hätten Hitler und seine Parteigenossen
niemals die Macht in Deutschland ergreifen und festigen können...“) (>16.10.34/ 1935/ 10.6.49)
01.01. SPD-Neujahrsaufruf, Parteivorsitz. O. Wels bekundet SPD-Opposition zur Regierung v. Schleicher
04.01. Köln, K. v. Schröder-Villa, Hitler/Franz v. Papen-Geheimtreff zum Sturz der v. Schleicher-Regierung
11.01. Hamburg, St. Trinitatis-Kirche, Probst Georg Sieveking verliest das „Altonaer Bekenntnis“ von 21 ev.
Pastoren -
mit harten Worten gegen gottlose Kommunisten und
gottlose Nationalsozialisten (>9.5.33)
15.01. Lippe-Detmold,
Landtagswahl, die NSDAP erhält 39,5% der Stimmen und ist Wahlsieger
22.01. Berlin, Bülowplatz,
Aufmarsch tausender SA-Männer vor dem KPD-Karl-Liebknecht-Haus, die unter
starkem Polizeischutz einen
Horst-Wessel-Stein errichten. Die Spuchbänder am KP-Gebäude sind: „In
ihrem Geist vorwärts im Kampf gegen
Kriegsgefahr, Faschismus, Hunger und Frost, für Arbeit, Brot u.
Freiheit“ „Im Zeichen des Leninismus
wählt rote Betriebsräte, stärkt die revolutionäre Gewerkschafts-
Opposition“. 108 KPD-Mitgl., die sich
der SA entgegenstellen werden verhaftet, andere mit Gummi-
knüppeln verjagt (am 25.1.
protestieren ca. 130 000 KPD-Anhänger die Errichtung eines Mahnmals für
SA-Führer Horst Wessel gegenüber dem
Karl-Liebknecht-Haus)
23.01. „Der Angriff“ „Der gestrige
Tag hat es bewiesen: Berlin gehört uns!“
28.01. Rücktritt von Reichskanzler
General Kurt v. Schleichers „Kabinett der Barone“ (>30.6.1934)
30.01. Hitler’s Ernennung (nicht Machtergreifung) zum Reichskanzler durch Reichspräs. Paul v. Hindenburg,
Amtsmeineide der neuen Regierung ihre Kraft für das Wohl des Volkes einzusetzen, Verfassung und
Gesetze zu wahren, Geschäfte unparteiisch u. gerecht zu führen (Jochen Klepper: „Bündnis von Adel
und Pöbel“ - von 11 Ministern sind 5 adelig: Vizekanzler Franz v. Papen, Reichswehr- / Reichskriegs-
min. Werner v. Blomberg, Reichsfinanzmin.Graf Schwerin v. Krosigk, Reichsverkehrsmin. Freiherr
v. Eltz-Rübenach u. Reichsaußenmin. Konstantin Freiherr v. Neurath, Aufmarsch/ Fackelzug von SA,
SS, HJ und 100 000er jubelnder Deutscher u.a. Claus Schenk Graf v. Stauffenberg von 19 Uhr-1 Uhr
nachts zur Reichskanzlei. Preußens Akademie der Künste-Ehrenpräsident Max Liebermann sagt über
das nächtliche Spektakel: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen.möchte.“ (>28.2.33/
23.3.33/ 1.7.34/ 16.10.34/ 30.1.37/ 13.9.39/ 20.7.44/ 30.1.45/ 12.10.49/ 10.4.2000),
KPD-Aufruf zum Generalstreik: „Hitler, Papen, Hugenberg, Frick, Göring, Seldte! Dies neue Kabinett
der offenen, faschistischen Diktatur ist die…unverhüllteste Kriegserklärung an die Werktätigen…“,
die NSDAP hat 849 009 Genossen, die Hitler-Jugend hat ca. 1 000 000 Mitglieder (>11.10.49),
„Der Angriff“ „Deutsches Berlin: Fahnen heraus!“ „So verbauen Bonzen Arbeitergroschen“ (>21.1.34),
„Vossische Zeitung“ „Kabinett Hitler=Papen=Hugenberg – Regierung der Harzburger Front ohne
Verständigung mit dem Zentrum ernannt“
01.02.
Deutschland…Christentum Basis unserer Moral…kein Kommunismus…Vierjahresplan…Rettung des
Bauern…des Arbeiters…gegen Arbeitslosigkeit…Wahrung der Lebensrechte…Wiedererringung der
Freiheit…Möge der allmächtige Gott unsere Arbeit in seine Gnade nehmen…“ (>8.2.33/ 4.3.33/
23.2.46/ 22.2.60),
Lübeck, Verhaftung von SPD-MdR u. „Lübecker Volksbote“-Redakteur Dr. Julius Leber nachdem sein
Reichsbanner-Leibwächter Willi Rath am 31.1. einen Mann erstach (Dr. L. u. W. R. werden im Namen
des Volkes zu 20 bzw. 12 Mon. Haft verurteilt, Dr. L. ist bis 1937 in KZ-Haft) (>11.1933/ 20.10.44)
02.02. Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, polizeil. Durchsuchung d. KPD-Parteizentrale (Schließung am 23.2.33),
SPD-Wahlaufruf u.a. für Enteignung von Großbauern, Schwerindustrie u. für sozialist. Planwirtschaft
03.02. Berlin, Reichskanzler
Hitler informiert Reichsheer- u. Reichsmarine-Befehlshaber (u.a. Reichswehr-
minister Werner v. Blomberg, Generale
Kurt v. Hammerstein-Equord, Wilhelm Adam, Ludwig Beck,
Fedor v. Bock, Walther v.
Brauchitsch, Erich von dem Bussche-Ippenburg, Wolfgang Fleck, Werner
v. Fritsch, Curt v. Gienanth, Wilhelm
Ritter v. Leeb, Gerd v. Rundstedt, Admirale Dr. Erich Raeder, Dr.
Otto Groos u. Vize-Admiral Conrad
Albrecht über seine Pläne zu „völliger Umkehrung gegenwärtiger
innenpolitischer Zustände“, gegen
„Versailles“, Pazifismus, Demokratie, zu Jugenderziehung, Todes-
strafe, Wehrpflicht und
Wehrmacht-Aufbau (Generalleutn. „v. Liebmann-Protokoll“) (>31.1.34/ 2.8.34)
04.02. „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des deutschen Volkes“ (schränkt Pressefreiheit ein
u. ermöglicht 3 Monate „Schutzhaft“/Unterbindungsgewahrsam - aus der Schutzhaft Entlassene unter-
schreiben oft unter Zwang eine (Gestapo-)“Verpflichtungserklärung.
Ich,……………….geb………….aus…………….(Bez…………..) verpflichte mich hierdurch, in Zukunft
jeden Verkehr mit Angehörigen oder
Anhängern der Kommunistischen o. Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands aufzugeben und mich
jeder staatsfeindlichen politischen Betätigung oder Propaganda,
insbesondere jeder Teilnahme an hoch-
oder landesverräterischen Umtrieben, zu enthalten. Mir ist
bekannt, daß meine Freilassung aus
der Haft nur unter diesen Voraussetzungen erfolgt, und daß ich
eine erneute Freiheitsbeschränkung zu
gewärtigen habe, wenn ich dieser Verpflichtung nicht nach-
komme. Gleichzeitig erkläre ich
hiermit, daß von mir irgendwelche Ansprüche auf Grund der gegen
mich getroffenen polizeilichen
Maßnahmen nicht erhoben werden.
…………………………den…………..193………………………………………………(Vor- und Zuname)“
(>28.2.33/ 14.12.37/ 25.1.38/ 27./28.1.50/ 1.6.67),
Dr. phil. Bernhard Rust (1914/18 „unter dem Donner der Geschütze das Eiserne Kreuz erhalten. Dein
Heldenvater“, 1925 NSDAP-Gauleiter Hannover/Braunschweig) wird preuß. Kultusminister (Zitat Rust:
„Hauptaufgabe der Erziehung ist es, Nationalsozialisten zu bilden.“) > verfolgte Schüler (>30.4.34/
10.1938/ 12.4.51/ 30.3./6.4.54/ 15.6.54/ 8.10.57/ 28.2.58/ 18.3.63)
05.02. „Evangelium im Dritten
Reich“ „Die Glaubensbewegung ,Deutsche Christen’ veranstaltet am 3.2.1933
in der St.Marienkirche…einen
Dankgottesdienst…Predigt hält Reichsltr. Pfarrer Joachim Hossenfelder
06.02. „Verordnung des
Reichspräsidenten zur Herstellung geordneter Regierungsverhältnisse in Preußen“
überträgt SPD-Min.-Präs. Otto Braun’s
Regierungsbefugnisse an kath. Vizekanzler Franz v. Papen
07.02. „Völkischer Beobachter“
meldet Reichskanzler Hitler verzichte auf sein Jahresgehalt von RM 29 200
und seine Aufwandsentschädigung von
RM 18 000, das Geld soll den Angehörigen von im Kampf
getöteten SA- u. SS-Männern zugute
kommen (>12.3.35),
Berlin, Lustgarten, Großdemonstration
von ca. 200 000 SPD-Anhängern
08.02. Vatikan; Botschafter D. v. Bergen informiert Berlin man begrüße hier Hitlers „Kampfansage an den
Bolschewismus,
dessen Überwindung eine der größten Sorgen des Hl. Stuhls ist.“ (>20.7.33/
1.7.49)
10.02. Berlin, Reichskanzler Hitlers 1.Sportpalastrede vor jubelnden Pg’s wie dem konservativen Wahlhelfer
Prinz August
Wilhelm v. Preußen, Kaiser-Sohn u. NSDAP-Ehrenmitglied Nr. 24 u.a. „Deutsches Volk,
gib uns vier Jahre Zeit…Ich hege felsenfest die Überzeugung, daß eben doch dann einmal die Stunde
kommt, in der die Millionen, die uns heute verfluchen, hinter uns stehen und mit uns begrüßen werden
dann das gemeinsam geschaffene, wieder erkämpfte, bitter erworbene deutsche Reich der Größe und
der Ehre und der Kraft und der Herrlichkeit und der Gerechtigkeit. Amen!“ (>30.4./20.6.37/ 31.6.39),
Friedhof Berlin-Friedrichsfelde, KPD-Führer Wilhelm Pieck hält Trauerrede bei der Beerdigung dreier
von Nationalsozialisten erschlagener junger Arbeiter
11.02. Berlin, Reichskanzler
Hitler eröffnet 23.Internationale Automobil- und Motorradausstellung mit „Sieben
Punkten zur Volksmotorisierung“ (der
Reichsverband der Automobilindustrie RDA beklagte im Vorfeld
hohe KfZ-Steuern und fehlenden
Strassenbau) (>1.3.33/ 31.5.33/ 17.1.34/ 7.3.34/ 22.6.34/ 15.11.38)
12.02. Eisleben, Friedrich-Jahn-Turnhalle,
NSDAP-Kreisleiter „Bubi“ Ludolf v. Alvensleben’s SA-Standarte
ermordet bei
„Rote-Hilfe“-Veranstaltung drei Menschen und verletzt viele andere schwer
(>7.9.39)
13.02. „Frankfurter Zeitung“
berichtet über Wahlversprechen des kommissarischen preuß. Kultusministers u.
Gauleiters Dr. B. Rust, deutsche
Schulen „von allem Nichtdeutschen“ und er „was dort nicht hingehöre
und undeutsch sei, abschneiden werde,
mit aller Brutalität der Pflicht. Schon in den nächsten Wochen
seien Verfügungen zu erwarten, die
über den neuen Willen keinen Zweifel mehr lassen würden.“
(Nationalsozialist Dr. B. Rust
gründet die Tradition deutscher Bildungsdiskriminierung mit rassistisch-
religiösen Schwerpunkt, die
Sozialisten Paul Wandel, Else Zaisser, Hans-Joachim Laabs, Fritz Lange,
Alfred Lemnitz, Margot Honecker -
später alle hoch pensioniert - setzen 1949 Bildungsdiskriminierung
mit religiös-ideologischem
Schwerpunkt fort um wieder tausende Menschen lebenslang zu schädigen.
Es ist deutsche Gerechtigkeit einen
Polen wg. Schlachtung eigener Tiere im Namen des Deutschen
Volkes zum Tode zu verurteilen aber
Staatsanwälte und Richter nicht zu verpflichten deutsche Kinder-
u. Menschenrechte verletzende
Bildungsdiskriminierung - oft mit dem Leben nahe am soziokulturellen
Existenzminimum - einem internationalen, den Menschenrechten verpflichteten Gremium vorzulegen)
>verfolgte Schüler (1.4.33/ 26.4.33/ 04.1933/ 1.5.33/ 8.5.33/ 15.7.33/ 14.11.38/ 16.7.42/ 23.4.50/
8.2.51/ 15.2.51/ 18.8.76/ 17.8.90/ 6.9.90/ 21.1.99/ 1.1.2001/ 3.4.2001/ 27.8.2001/ 11.11.2001)
15.02. Freie Stadt Danzig, der deutsche Senat kündigt Danzig-poln. Hafenpolizeiabkommen (>28.5.33),
Preußische Akademie der Künste schliesst eigenen Sektion Dichtkunst-Präs. Heinrich Mann und die
Künstlerin
Käthe Kollwitz wg. ihrer „Dringender
Appell“ für
KPD-/SPD-Einheitsfront-Unterschriften zur
Reichstagswahl aus (er emigriert 1933 nach Frankreich u. 1940 in die USA, Bruder Thomas M. kehrte
nach deutscher Medienhetzkampagne nicht heim ins Reich, auch die Neffen Golo u. Klaus emigrieren
1933; sie bleibt trotz Ausstellungsverbot im Dt. Reich und stirbt am 22.4.45) (>13.9.40/ 21./22.4.46),
Stuttgart, „Kabelattentat“, KPD-Mitgl. u.a. Kurt Hager stören Rundfunkübertragung der Rede A. Hitlers
(H. wird im KZ Heuberg inhaftiert, emigriert, Internierung, 1946 SED, 1952 Ltr. der Abt. Wissenschaft,
Volksbildung, Kultur, 1958 Ltr. SED-Politbüro Schulkommission, 1967 Vors. Volkskammer-Ausschuß
für Volksbildung, 1976 Staatsrats-Mitgl.) (>12.10.49/ 25.3.50/ 15./17.1.59) > verfolgte Schüler
17.02. Preuß. Innenminister H.
Göring’s „Schießerlaß“ macht es der Polizei zur Pflicht „Stahlhelm“ u. SA bei
Wahleinsätzen mit der Waffe zu
unterstützen „Polizeibeamte, die in Ausübung dieser Pflichten von der
Schusswaffe Gebrauch machen, werden
ohne Rücksicht auf die Folgen des Schusswaffengebrauchs
von mir gedeckt…“ (>22.2.33)
19.02. Dresden, Reichsinnenmin.
Dr. Wilhelm Frick (NSDAP) u.a. „Wenn man sagt, wir hätten kein
Programm, so ist doch der Name Hitler
Programm genug.“
20.02. Berlin,
Dr. Carl Bosch, August v. Finck - Bankhaus Merck, Finck&Co., Friedrich Flick, Gustav Krupp v. Bohlen
u. Halbach, Dr. Günther Quandt - AFA- /DWM AG, August Rosterg - Wintershall, Dr. Hjalmar Schacht,
Georg v. Schnitzler -Interessengemeinschaft Farbenindustrie (BASF, Bayer, Hoechst, Weller ter Meer
Uerdingen…), Kurt v. Schröder, Fritz Springorum - Hoesch AG, Ernst Tengelmann - Gelsenkirchener
Bergwerks
AG, Fritz Thyssen, Dr. Albert Vögler - Vereinigte Stahlwerke);
stehen heute vor folgender Situation: Weimar hat uns eine bestimmte Verfassungsform aufoktroyiert,
mit der man uns auf eine demokrat. Basis gestellt hat. Damit ist uns aber keine leistungsfähige Regie-
rungsgewalt beschert…Wir müssen…die ganzen Machtmittel in die Hand bekommen...“, Dr. Schacht:
„Und nun meine Herren, an die Kasse!“, Reichstagspräs. Göring „Das erbetene Opfer (3 Mio. RM) wird
der Industrie…umso leichter fallen, wenn sie weiß, daß die Wahlen am 5.März die letzten innerhalb
von 10 Jahren voraussichtlich aber von 100 Jahren sein werden“ (3 „Scheinwahlen“ bis 1945)
(>30.5.33/ 26.6.33 1.9.33/ 12.12.37/ 7.4.41/ 07.1943/ 12.11.43/ 14.4.45/ 4.10.45/ 10.6.49/ 30.3.54)
22.02. Preuß. Innenminister H. Göring’s Erlaß zur Bildung einer Hilfspolizei aus ca. 40 000 SA- und SS- und
ca. 10 000 Stahlhelm-Mitgliedern
(>26.4.33)
23.02. Berlin, Sportpalast, MdR Wilhelm Pieck spricht bei letzter legaler KPD-Wahlkundgebung (>25.5.33)
24.02. Breslau, Tagebucheintrag
des jüd.-deutschen Pädagogen Dr. Willy Cohn „Nirgends ist mehr Recht in
Deutschland! Nirgends.“ > verfolgte
Schüler (>10.11.38/ 8.12.45/ 21.1.99/ 11.11.2001)
27.02.
„alles ist festzusetzen, was mit den Kommunisten im Bunde steht“. Kripokommissar Dr. jur. W. Zirpins
beginnt Verhöre von van der Lubbe) (>28.2.33/ 29.3.33/ 14./20.9.33/ 21.9./23.12.33/ 12.6.40/ 1.9.41),
„Frankfurter Zeitung“ „Die Nation ist obdachlos geworden“
28.02. rückwirkende „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ und „Verordnung
des Reichspräsidenten gegen den Verrat am Deutschen Volk und hochverräterische Umtriebe“ „§1
Art. 114, 115, 117, 118, 123, 124 u. 153 der Verfassung werden...außer Kraft gesetzt“; Verhaftung v.
ca. 11 000 KPD-Funktionären/ -Abgeordneten wie Ernst Busse, Todesurteile für KPD-Mitgl. (>29.3.33/
21.9.33), unbegrenzte Schutzhaft/Unterbindungsgewahrsam/ Sicherungsverwahrung, KPD-Verbot u. -
Vermögenseinzug, Jugendweiheverbot (>5.3.33/ 24.11.33), Konzentrationslagerbau (SS-Sturmführer
August Harbaum vom SS-Hauptamt sagt später aus, daß von 3.1942-4.1945 ca. 45 000 SS-Mitgl. in
KZ’s eingesetzt waren), Grundrechteaufhebung, Telefonüberwachung, Zensur/Postzensur (in der BRD
die „IZÜVO“, in der DDR „Auffangstellen für anti-demokratischen Schriftverkehr“ bzw. „Stelle 12“)
(>25.4.35/ 16.7.45/ 9.7.51),
Verordnung über den
Staatssekr. wird Lufthansa-Chef u.
NSDAP-Mitgl. Nr. 123 885 Erhard Milch und inoffizieller Stabschef
der seit 1919 „aufzulösenden“ Luftwaffe wird „Luftkommandoamtsleiter“ Walther Wever) (>05.1934),
Pazifist Carl v. Ossietzky wird verhaftet (1931 publizierte er die den Vertrag von Versailles verletzende
geheime dt. Wiederaufrüstung durch eine strategische Partnerschaft mit der UdSSR mittels der 1926
gegründeten, vom geschäftsführenden Direktor Major Fritz Tschunke geleiteten Gesellschaft zur
Förderung gewerblicher Unternehmungen und wurde dafür vom
zu 1½ Jahren Haft verurteilt. Bereits 1917 trugen Regierung und Generalstab von Kaiser Wilhelm II.
(Zitat „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.“) zur Destabilisierung Rußlands im Krieg u. zum
Erfolg der Oktoberrevolution bei, indem sie Wladimir Iljitsch Lenin mit 32 russ. Revolutionären die
Reise aus dem Schweizer Exil über Rügen nach Rußland und die kommunistische Revolution mit
RM 10 000 000 finanzierten. Den Preis der deutschen Hilfe zahlten später alle Kommunismus-Opfer!
Die GEFU hatte in der UdSSR Produktionsgemeinschaften für Bau, Erprobung, Ausbildung von/an
Flugzeugen, Panzern, Bomben, Giftgas, Granaten in Lipezk, Kasan u. Saratow. Eingeweiht waren u.a.
Major Oskar
Ritter v. Niedermayer (Weltkrieg-Afghanistanveteran,
1933 NSDAP, 1942 bekriegt Ordinarius Gen-Maj. die UdSSR im Kaukasus), General Wilhelm Speidel
(1948 wg. Geiselmorden in Griechenland zu 20 Jahren Haft verurteilt, 1951 amnestiert, Bruder vom
NATO-Landstreitkräftebefehlshaber Mitteleuropa Dr. Hans Speidel), Leutnant Hans Seidemann (1937
Legion Condor-Stabschef, 1942 „Fliegerführer Afrika“, 1967 mit militär. Ehren als General a.D. beige-
setzt) (>15.9.33/ 29.1.34/ 23.11.36/ 12.6.37/ 18.7.38/ 31.8.50/ 1970/ 9.10.90/ 3.12.92/ 13.5.2000);
KPD-
Ludwig Renn geb. Arnold Vieth v. Golßenau wird verhaftet (1936-38 span. Bürgerkrieg) (>12.7.47),
Publizist Erich Mühsam wird verhaftet (er wird nach wiederholten sadistischen Folterungen am 9.7.34
im KZ Oranienburg ermordet, seine Frau Kreszentia Zensl Mühsam flieht 1934 nach Prag, wird in die
UdSSR „eingeladen“, am 11.9.39 in Verbindung mit Herbert Wehners Moskau-Aktivitäten (>14.12.37)
zu 8 Jahren Haft verurteilt, 1947 wird ihre Heimkehr in die SBZ von der SED verhindert, am 8.10.49 zu
ewiger Verbannung in Sibirien verurteilt kommt sie 1955 in die DDR, wird „Verfolgte des NS-Regimes“
und erhält eine „Ehrenpension“) (>21.3.33/ 7.4.33),
Breslau, SAP-Gründungsmitgl. Dr.
Ernst Eckstein wird verhaftet (der Patient von Dr. Rudolf Stern wird
im KZ Breslau-Dürrgoy von der SA
gefoltert und stirbt am 8.5. an den Folgen) (>24.9.38),
Kiel, Akademiker- u. Pfarrerssohn, KPD-Mitgl. u. Student Klaus Fuchs geht in die Illegalität (06.1933
Flucht nach Paris u. Großbritannien, Bristol University Studium bei Prof. Nevill Mott, 1937 Promotion,
Edinburgh University Studium bei Prof. Max Born, 1939 2.Promotion, 1940-41 Internierung, 1942 brit.
Staatsbürger, mit Prof. Rudolf Ernst Peierls an brit. „alloy tube“ und amerik. „Manhattan“ Atombomben-
Projekten beteiligt verrät der „Kundschafter des Friedens“ das Land das ihm Asyl gab an Stalin’s KGB,
am 2.3.50 in London 14 Jahre Haft u. Entzug brit. Staatsbürgerschaft, am 23.6.59 begnadigt reist er in
die DDR, dem Land religiöser Bildungsdiskriminierung, wo sein Pfarrervater mittlerweile ein Theologie-
Professor an der Karl-Marx-Uni. Leipzig ist, Fuchs wird SED-Mitgl., Zentralinstitut für Kernforschung-
Bereichsleiter, 1961 Prof. TU Dresden, 1962 VVO, 1967 SED-ZK, 1972 Akademie d. Wissenschaften,
1975 Nationalpreis) (>04.1933/ 28.8.38/ 16.7.45/ 29.8.49/ 27.6.59/ 15.1.62),
Schriftsteller Bertolt Brecht u. Frau Helene Weigel fliehen in die Tschechoslowakei (>17.6.53/ 5.5.90),
Dr. Ernst Karl Melsheimer, preuß.
Oberjustizrat, kündigt seine 5jährige SPD-Mitgliedschaft (er wird
noch 1933 Landgerichtsdirektor und in
der DDR Generalstaatsanwalt) (>3.1.48)
02. Walter Ulbricht (KPD) wird mit Haftbefehl gesucht, Max Fechner (SPD) wird ins KZ Oranienburg einge-
liefert, ex-SPD-Reichskanzler Philipp Scheidemann flieht, Medizinstudent Albert Wollenberger (KPD)
flieht in die Schweiz (>10.7.51/ 13.3.91) >verfolgte Schüler, auch Dr. Friedrich Wolf (KPD) u. Familie
fliehen in die Schweiz, Vermögenseinzug/Ausbürgerungsliste, 1934 UdSSR, 1936 Sowjetbürger, 1943
NKFD, 1945 KPD/SED, 1945 DEFA-Mitgr., 1949-51 Botschafter (Sohn Markus: Studium Moskau,
27.5.45
Ankunft SBZ, 1945 KPD/SED, 1946-49 Berliner Rundfunk mit Ps.
Botschaftsrat, 1951 APN/MfS Institut für Wirtschaftswissenschaftliche Forschung >16.8.51, 1952 Ltr.
HV XV/HV A, 1953 stellv. Staatssekr., 1955-86 stellv. Stasi-Min., 1980 Generaloberst, 1986 Dienst-
ende, 1990 Flucht in UdSSR; 24.9.1991 Verhaftung an dt.-österreichisch. Grenze (>6.12.93/ 27.5.97),
Dr. Netty Radvanyi geb. Reiling alias Dr. Anna Seghers (KPD) wird verhaftet aber wg. ihrer ungar.
Staatsbürgerschaft nach kurzer Zeit entlassen (und flieht danach über die Schweiz nach Frankreich
und später nach Mexiko, bis 1950 mexik. Staatsbürgerschaft, 1947 SBZ, SED, Kulturbund- und Dt.-
Sowjet. Freundschaft-Vizepräs., 1952-78 Präsidentin DDR-Schriftstellerverband) (>22./25.5.1952)
01.03. Reichskanzlei, A. Hitler empfängt Auto-Union-Direktor Klaus v. Oertzen (NSDAP), Porsche GmbH-
Geschäftsführer Dr.-Ing. Ferdinand Porsche und Rennfahrer Hans Stuck (>27.9.33/ 22.6.34/ 15.7.34),
Berlin, 8stündige Razzia in jüd. Centralverein-Büros mit Verhaftungen und Beschlagnahmungen,
„Völkischer Beobachter“ „Jetzt wird rücksichtslos durchgegriffen“,
„Neue Züricher Zeitung“ „Einbruch der Barbarei in die deutsche Kultur“,
Hannover, der christlich konvertierte jüd. Prof. Dr. Theodor Lessing emigriert in die CSR (seine Frau
die Volkshochschulleiterin Ada Lessing verliert im März ihre Stellung und folgt ihm ins Exil) (>30.8.33),
Kurt Georg Kiesinger wird NSDAP-Mitgl. Nr. 2 633 930 (1966 Bundeskanzler d. CDU/CSU/SPD-Reg.)
03.03. Berlin, KPD-MdR Ernst Thälmann (er bezeichnete SPD-Mitgl. als Sozialfaschisten) wird mittels von
Dr. jur. Hans Mittelbach unterzeichneten Haftbefehl verhaftet (>27./29.9.39/ 8.11.39/ 17.8.44/ 11.4.62),
„Vorwärts - Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ wird verboten,
Frankfurt/M.,
kränkelt sein durch irgendwelche juristische Bedenken. Meine Maßnahmen werden nicht angekränkelt
sein durch irgendeine Bürokratie. Hier habe ich keine Gerechtigkeit zu üben, hier habe ich nur zu ver-
nichten und auszurotten, weiter nichts.“
04.03. „Völkischer Beobachter“ veröffentlicht Aufruf „Die Berliner Hochschullehrer für Adolf Hitler“ (Mitunter-
zeichner ist der Rassehygieniker Prof. Dr. Eugen Fischer, 1898 Promotion, 1900 Habilitation für Fach
Anthropologie, 1906 Rasse-Studien u.a. in deutschen Konzentrationslagern für Herero- und Nama in
Deutsch-Südwestafrika, von hier werden u.a. hunderte abgetrennte Herero-Schädel für „wissenschaft-
liche Messungen“ nach Berlin gesandt, 1913 Autor „Die Rehobother Bastards u. das Bastardierungs-
problem beim Menschen“, 1921 Co-Autor des Standardwerkes für dt. Rassekunde: „Menschliche
Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“ - Prof. F. behauptet hier afrikanische Herero seien Tiere, 1925
Mitherausgeber von „Volk und Rasse“, 1926 Co-Juror für den „besten nordischen Kopf“- Wettbewerb,
1927-42 Direktor Kaiser-Wilhelm-Institut, 1933-35 Rektor Friedrich-Wilhelm-Uni. Berlin, spricht am
>11.11.1933 auf der Festveranstaltung Leipzig, 1936 dankt Hitler für Nürnberger Rassegestze, >1937
Mitgl. Anthropologen-Gutachter-Kommissionen für sog. „Rheinlandbastarde“, Preuß. Akademie der
Wissenschaften, Author f. Zentralorgan der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene, Richter
Erbgesundheitsgericht, 1940 Ausbilder sog. Eignungsprüfer zur Eindeutschung poln. Kinder, 1943
Berichterstatter von Eva Justin’s Dissertation „Lebensschicksale artfremd erzogener Zigeunerkinder u.
ihrer Nachkommen“ >10.7.1941, 1941 Beirat „Forschungsabt. Judenfrage“, 1942 Emeritierung, 1944
Dt. Adlerschildorden, Kaiser-Wilhelm-Inst. wird Eugen-Fischer-Institut, 1945 IMT-Ankläger R.Jackson
„Dschingis Khans und Eugen Fischers haften im Gedächtnis der Menscheit, niemals früher jedoch,
hätten ein Dschingis Khan und ein Eugen Fischer sich die Hand gereicht“, als „Mitläufer“ entnazifiziert,
1951 Mitgl. Gesellschaft f. Konstitutionswissen Tübingen, 1952 Ehrenmitgl. Deutsche Gesellschaft für
Anthropologie, 1959 Autor „Begegnungen mit Toten“(>15.3.33/ 11.11.33/ 31.5.40/ 18.6.53/ 18.9.2001),
Otto Braun (1932 durch Reichspräsident v. Hindenburgs u. Reichskanzler v. Papens „Preußenputsch“
amtsenthobener demokratisch gewählter preuß. SPD-Min.-Präs.) verlässt das Dt. Reich im Auto und
bezieht sein Haus in der Schweiz,
„Metallarbeiter-Zeitung“ „Das Erscheinen der Metallarbeiter-Zeitung ist bis zum 15.März verboten“
05.03. 8.(Mehrparteien-)Reichstagswahl (nach in Deutschland üblichen Straßenschlachten zwischen SPD-
Reichsbanner-, KPD-Rotfrontkämpferbund- , NSDAP-SA- und DNVP-Stahlhelm-Wahlhelfern um 647
Abgeordnetenmandate und Regierungsmacht, die zu Millionen Opfern deutscher Eliten bis über das
Ende dieses Dritten Reiches hinaus führen wird): NSDAP 43,9% („In großer Not wählte Hindenburg
Adolf Hitler zum Reichskanzler. Wählt auch Ihr Liste 1“ „Der Reichstag in Flammen! Von Kommunisten
in Brand gesteckt! So würde das ganze Land aussehen, wenn der Kommunismus und die mit ihm
verbündete Sozialdemokratie…an die Macht kämen!...Wählt Hitler“), SPD 18,3%, KPD 12,3%
(„Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, der wählt den Krieg.“ alle 81 Mandate werden
konfisziert >8.3.33), Zentrum 11,2%, DNVP („Sozial ist, wer Arbeit schafft“) 8%, Bayerische Volkspartei
2,7%, ex-DDP/ Deutsche Staatspartei 0,9% (>23.3.33/ 12.11.33/ 18.3.90);
Hamburg,
Verhaftung von Rote Frontkämpferbund-Mitgl. und KPD-Bürgerschaftsabgeordneten
Edgar (Etkar) André (>10.7.36),
Regierungserklärung Hitlers u.a. „unser
Rechtswesen muß in erster Linie der Erhaltung der Volksge-
meinschaft dienen...Nicht das
Individuum kann der Mittelpunkt der gesetzlichen Sorge sein, sondern
das Volk" (Gleichschaltung/Beseitigung nicht NSDAP-regierter Landesregierungen, nach Verfassungs-
bruch beginnt Zeit des Unrechts, angekündigter NSDAP-Aufnahmestop führt bei Beamten, Richtern,
Staatsanwälten, Professoren u. anderen Mitläufern zu 1,6 Mio.„Märzgefallenen“-Massenbeitritten aus
denen sich z.T. das nationalsozialistische Führerkorps als auch dt. Nachkriegseliten rekrutieren - 1935
sind 62% der NSDAP-Mitgl. jünger als 41 Jahre, überproportional zur Gesamtbevölkerung sind viele
Mitgl. Angestellte, Beamte u. Selbstständige - unterproportional ist der Anteil der Arbeiter und Bauern),
bereits 2,5 Mio. deutsche NSDAP-Mitgl. befolgen die 12 Gebote vom NSDAP-Organisationshandbuch:
1. Der Führer hat immer Recht!
2. Verletze nie die Disziplin!
3. Vergeude nie deine Zeit in
Schwätzereien, in selbstgefälliger Kritik, sondern fasse an und schaffe!
4. Sei stolz, aber nicht
dünkelhaft!
5. Das Programm sei dir Dogma; es
fordert von dir äußerste Hingebung an die Bewegung!
6. Du bist Repräsentant der Partei,
danach richte dein Betragen und Auftreten!
7. Treue und Selbstlosigkeit sei
dir höchstes Gebot!
8. Übe treue Kameradschaft, dann
bist du ein wahrer Sozialist!
9. Behandle deine Volksgenossen so,
wie du behandelt zu werden wünschest!
10. Im Kampfe sei zäh und
verschwiegen!
11. Mut ist nicht Rüpelhaftigkeit!
12. Recht ist, was der Bewegung und damit Deutschland, d.h. deinem Volke nützt!
(>30.9./3.10.1933/ 20./24.7.1950/ 10./16.7.1958/ 23.3.1959),
Verein Deutscher Zeitungs-Verleger:
„Das neugebildete Präsidium des Vereins gelobt Ihnen, Herr
Reichskanzler, daß die im Verein
Deutscher Zeitungs-Verleger zusammengeschlossenen Verleger
ihre Kraft freudigst in den Dienst
Ihrer Führerschaft…für die geistige und seelische Erneuerung der
deutschen Nation stellen.“,
Sachsen, NSDAP-Reichskommissar
Manfred Freiherr v. Killinger verbietet „die Vorbereitung und
Veranstaltung kommunistischer und
sozialdemokratischer Jugendweihen“ (bereits 1889 hielt der SPD-
Reichstagsabgeordnete u. spätere
Braunschweiger SPD-Justizmin. Ewald Vogtherr in Berlin die Fest-
rede für eine proletarische
Jugendweihe, 1903 fand in Bremen die erste eigenständige SPD-Jugend-
weihe statt, 1907 nahm der spätere
SED-Generalsekretär Walter Ulbricht in Leipzig an einer SPD-
Jugendweihe teil, noch vor dem
1.Weltkrieg formuliert die SPD „Der Zweck der Feier ist die Aufnahme
der jungen Genossen in den Kreis der
Volks- und Kampfgemeinschaft…“, ein beliebter Weihespruch
in der Weimarer Republik: „Seid
geweiht dem Arbeitsvolke und der Arbeit Sturmgebet. Seid geweiht
der Feuerwolke, die vor euren Vätern
geht. Seid geweiht der Mutter Erde, daß sie ganz euch eigen
werde.“ stammte vom SPD-Genossen
Bruno Schönlank, 1923 wurde SPD-Genosse Otto Grotewohl
Amtsnachfolger Ewald Vogtherrs in
Braunschweig, am 1.4.1928 nahm in Lübeck Herbert Frahm -
bekannt als SPD-Bundeskanzler Willy
Brandt - an einer sozialistischen Jugendweihe teil und 1954 zu
Zeiten der Vorbereitung und
Veranstaltung sozialistischer DDR-Jugendweihen - als die Verweigerung
der Teilnahme durch andersdenkende
religiös gebundene Kinder mit Verfassungs- u. Menschenrechte
verletzender Bildungsdiskriminierung
und lebenslangem Unterschichtendasein bestraft wird - ist aus
SPD-Genosse Grotewohl ein
SED-(„Unsere-Regierung-gehört-zur-Jugend-und-unsere-Jugend-gehört-
zur-Regierung“)-Ministerpräsident
geworden) (> 30.3.41/ 6.7.54/ 2.10.90)
>verfolgte Schüler,
Sachsen, Jugendherberge Burg
Hohnstein wird Schutzhaftlager unter SA-Führer Heinicker (>21.4.50)
06.03. Berlin, ex-Polizeivizepräs. Dr. Bernhard Weiß flieht in die
Tschechoslowakei; der dt.-jüd. Philosoph u.
KPD-Mitgl. Dr. Ernst Bloch flieht in
die Schweiz (kehrt 1948 aus den USA in die SBZ zurück)(>13.8.61)
6./12.3.
mehrtägige, reichsweite antisemitische Straßenkrawalle, Geschäftsschliessungen,
Plünderungen,
körperliche Mißhandlungen u.
Verhaftungen jüd. Deutscher. In der Semperoper Dresden wird am 7.3.
Generalmusikdirektor Fritz Busch aus
dem Publikum beschimpft (>30.3.1933/ 1.4.1933/ 9.11.1938)
08.03. NSDAP-Reichsinnenminister
Dr. Wilhelm Frick über gewählte KPD-MdR bei
kommender Reichstags-
eröffnung: „Kommunisten (werden)
durch dringendere und nützlichere Arbeiten verhindert sein an der
Sitzung teilzunehmen. Dazu werden wir
ihnen in den Konzentrationslagern Gelegenheit geben.“,
Berlin, Regisseur u. Deutsche
Theater-Leiter Max Reinhardt emigriert nach Österreich (ab 1937 USA),
Dortmund, dutzende
SA-uniformierte Deutsche stürmen und besetzen das Landgericht
09.03. Berlin, Verhaftung der illegalen Asylanten/Zuwanderer Georgi Dimitroff, Blagoi Popoff u. Wasili Taneff
wg. des Reichstagsbrandes (Reichsgerichtsrat und NSDAP-Mitgl. Paul Vogt führt die Ermittlungen
gegen sie,
M. van der Lubbe u. E. Torgler, er lässt
die Beschuldigten während der 6monatigen U-Haft
in Fesseln halten und dringt auch auf
eine „zuverlässige Besetzung“ für das den Prozeß verhandelnde
Gericht. Als Senatspräsident verantwortet
Vogt später auch schlimmste „Rasseschande“-Urteile und
wird 1950 bei den Waldheimer Prozessen in der DDR selbst verurteilt) (>21.9.33/ 21.4.50),
Chemnitz, Verhaftung
und Abtransport des SPD-MdR Bernhardt Kuhnt auf einem offenen Karren
10.03. Bonn,
Kinderanstalt für seelisch Abnorme wird v. Prof. Dr. Dr. Walther Poppenreuther
(1931 NSDAP,
Leiter Institut f.
Arbeitspsychologie, Berater Deutsches Institut f. techn. Arbeitsschulung, 1934
Autor
„Hitler, der politische Psychologe“)
mit SA-Trupp besetzt, die Wohnung des jüd. Klinikchefs Prof. Dr.
Otto Löwenstein wird verwüstet u. er
vertrieben (Nachfolger wird Prof. Poppenreuter, erst 1990 wird in
der BRD die
Walter-Poppenreuter-Medaille vom Bund Deutscher Hirngeschädigter
zurückgezogen),
München, weil der jüd. Rechtsanwalt
Dr.
dem Schild „Ich bin ein Jude, aber
ich will mich nie mehr bei der Polizei beschweren“ barfuß durch die
Innenstadt getrieben (das Bild geht
durch die Weltpresse) (>7.4.33/ 13.8.34/ 8.7.71),
„Niedersächsische Tages-Anzeiger“
„Säubert die Rathäuser!“ (>13.3.1933),
Potsdam, Kreiswahlleiter informiert
den mit Haftbefehl gesuchten polit. KPD-Leiter Walter Ulbricht, daß
er zum MdR gewählt ist (>10.1933/
14.10.1937),
USA; Nobelpreisträger Prof.
Dr. Albert Einstein, Leiter d. Kaiser-Wilhelm-Instituts Berlin, sagt in den
USA u.a. „Solange mir eine
Möglichkeit offensteht, werde ich mich nur in einem Lande aufhalten, in
dem die politische Freiheit, Toleranz
und die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz herrschen…Diese
Bedingungen sind gegenwärtig in Deutschland nicht erfüllt.“ (>28.3.1933/ 11.11.1933/ 2.8.1939)
11.03. Reichspräs. v. Hindenburg’s
Erlaß zur Errichtung des Reichsministerium für Volksaufklärung und
Propaganda („Für Zwecke der
Aufklärung und Propaganda unter der Bevölkerung über die Politik der
Reichsregierung und den nationalen
Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes wird ein Reichsmin.
für Volksaufklärung und Propaganda
errichtet.“) (Minister wird Dr. Joseph Goebbels) (>12.10.50),
Berlin, der jüd.-dt. Publizist und KPD-Mitgl. Dr. phil. Anton Kantorowicz flieht über die Schweiz nach
Frankreich (1934 Gen.-Sekr. Schutzverband Dt. Schriftsteller im Exil, Gründer „Bibliothek verbrannter
Bücher“, 1936-38 span. Bürgerkrieg, 1939-41 französ. Internierungslager, 1941-46 USA, 1946 SBZ,
SED, Herausgeber „Ost und West“, 1950-57 Professor Humboldt-Uni.) (>1.11.34/ 17.7.56/ 22.8.57),
Breslau, Amts- und Landgericht, dutzende SA-uniformierte Deutsche stürmen die Gebäude, brüllen
„Juden raus“ und treiben jüd. Anwälte, Staatsanwälte und Richter auf die Straßen,
Lübeck, der jüdische „Lübecker
Volksbote“-Redakteur Dr. Fritz Solmnitz wird verhaftet und durch die
Innenstadt getrieben, er muß am Hals
das Schild „Jude“ tragen (Dr. S. stirbt am 19.9.1933 an den in
der Strafanstalt Fuhlsbüttel
erlittenen Mißhandlungen, die Verantwortlichen werden nie bestraft)
03. Bayern und Preußen beurlauben jüdische Richter,
Thüringen, Verordnung zu öffentlichen Aufträgen bestimmt, daß nur „Unternehmungen des guten
alten Mittelstandes und christliche Geschäfte“ berücksichtigt werden,
Berlin, der jüd.-dt. KPD-„Rote Fahne“-Redakteur Albert Norden flieht in die CSR (1938 Ausbürgerung,
1939-40 franz. Internierung, 1941-46 USA, 1946 SBZ, SED, 1947-48 DWK-Pressechef, 1949-52 HA-
Leiter Amt f. Informationen bei MinPräs. Grotewohl im Staat verfolgter Schüler, 1952 Prof. Humboldt-
Uni., 1954 Staatssekr. ) (>8.7.38/ 15.7.42/ 12.10.49/ 7.1.54),
Berlin, der jüd.-dt. Student Helmut Flieg (bereits 1931 in Chemnitz ein verfolgter Schüler) flieht nach
CSR und wird Stefan Heym, 1935-36 US-Stipendium, Promotion, 1937-42 Redakteur/Autor in USA,
1943-45 US-Army Propagandaabt., 1953 DDR, der Staat verfolgter Schüler) (>22.5.79/ 10.11.94),
Bremen, Karl
Carstens legt das Abitur ab (er erfüllt
die politischen Kriterien nationalsozialistisch.
Begabtenförderung als SA-Mitgl., studiert Jura, promoviert 1938, 1940 NSDAP (>20.11.75/ 27.6.81)
12.03.
der nationalen Revolution“ - für Reichstagspräs. Göring sind 03.1933 schwarz = Katholizismus/Rom,
rot = Kommunismus/Moskau, gold = Judentum/Jerusalem u. somit Symbole der Feinde Deutschlands)
13.03. Köln, Oberbürgermeister Dr. jur. K. Adenauer (Zentrum) u. 13 weitere Rhein-Provinz-Bürgermeister
werden amtsenthoben (die NSDAP forderte im März-Wahlkampf: „Fort mit Adenauer! Schluß mit der
schwarz-roten Korruptionsmehrheit! Herunter mit den Riesengehältern!“ Schon 1929 betrugen Dr.
Adenauer’s -
des „teuersten OBB“ - Einkünfte ca. RM 120 000(!) und „mehr als der
bereits ab 18.3.33 untersagt Kölns Stadtverwaltung Juden die Nutzung städt. Sportanlagen u. die Ver-
gabe öffentl. Aufträge an jüd. Firmen, ähnl. Maßnahmen trifft am 24.3. München,.am 28.3. Oldenburg,
am 29.3. Bremen, am 31.3. u.a. Dortmund, Essen, Karlsruhe - am 16.3.45 amtiert Dr. A. wieder als
Kölner Oberbürgermeister) (>13.4.33/ 14.11.33/ 6.10.45/ 23.3.49/ 7.9.49/ 19.4.67),
München, Klaus und Erika Mann emigrieren in die Schweiz (>11.6.35/ 10.1938)
14.03. Dresden; Obb Dr. Wilhelm Külz (DDP) wird amtsenthoben (1935-45 Rechtsanwalt)(>28.6.33/ 5.7.45),
Bund
Nationalsozialistischer Deutscher Juristen-
dt. Juristen aus Gerichten u. Anwaltskammern (am 30.3. fordern BNSDJ-Referendare den Ausschluß
jüd.-dt. Rechtsanwälte),
Deutscher Beamtenbund: „Wie das
Berufsbeamtentum in der Vergangenheit an Deutschlands Größe
uneigennützig mitgearbeitet hat, so
will es auch an dem Wiederaufstieg der Nation tätigen Anteil
haben. Es kann für den deutschen
Beamten nichts anderes geben, als daß er sich willig und mit voller
Hingabe zur Verfügung stellt und die
Regierung durch treue Pflichterfüllung unterstützt.“
Emden, Wilhelmsgymnasium,
Polizeibeamtensohn Henri Nannen erhält das Abitur (sein Vater wurde
am 8.3.34 auf grund des Gesetz zur
Wiederherstellung des Berufsbeamtentums amtsenthoben. Henri
wird Mitglied von NS-Studentenbund,
KdF, nationalsozialistischer Kulturgemeinde und Deutschen
Luftsportverband, erfüllt die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung und
studiert bis 1937 in München u.a.
Kunstgeschichte u. Journalistik (>1./16.8.36/ 18.7.37/ 04.1939)
15.03. Reichsinnenministerium gibt Weisungen zum Einreiseverbot von sog. Ostjuden,
Gründung Deutscher Luftsportverband e.V. (wird Basis für spätere Luftwaffe),
Berlin, Deutsche Akademie der Dichtung der Preußischen Akademie der Künste, Gerhart Hauptmann
(der Literaturnobelpreisträger hisst am „Tag d. nationalen Arbeit“ die Hakenkreuzfahne an seiner Villa,
erklärt sich 11.1933 öffentlich solidarisch mit Hitler’s Plan zum Völkerbund-Austritt, nimmt 1942 aus
der Hand von Reichsstatthalter Baldur v. Schirach den Ehrenring der Stadt Wien in Empfang, schreibt
03.1945 „Die Untat von Dresden“, akzeptiert 05.1945 das von KPD-Mitgl. Johannes R. Becher ange-
botene SBZ-Kulturbund-Ehrenpräsidentenamt an, begrüßt 10.1945 in der KB-Zeitschrift „Aufbau“ „das
Bestreben des Kulturbundes zur demokratisch. Erneuerung Deutschlands“, hofft „daß ihm seine hohe
Aufgabe gelingen wird, eine geistige Neugeburt des deutschen Volkes herbeizuführen“ und wird als
„großer Demokrat“ am 28.7.46 in Hiddensee/SBZ beigesetzt), Gottfried Benn, Rudolf Binding, Theodor
Däubler, Ludwig Fulda, Max Halbe, Bernhard Kellermann, Oskar Loerke, Max Mell, Alfred Mombert,
Walter v. Molo, Fritz v. Unruh, Josef Ponten, Wilhelm Scholz, Wilhelm Schmidt-Bonn, Hermann Stehr,
Eduard Stucken, Franz Werfel u. Alfred Döblin - der gleichzeitig den Austritt erklärt - unterzeichnen
Loyalitätserklärung für A. Hitler’s Reichsregierung (>26.10.33/ 13.9.40/ 29.3.45/ 18.6.53),
Juristensohn, Student, KPD-Mitgl. u. Rotfrontkämpfer Johannes R. Becher (Zitat: „Unter materieller
Not hatte ich während meiner Kindheit nicht zu leiden.“) flüchtet in die CSR und UdSSR (1943 NKFD-
Gründungsmitgl.) (>24.3.34/ 12./13.7.43/ 10.6.45),
Ingenieurssohn, Lyriker u. KPD-Mitgl. Ernst Weinert flieht in die Schweiz, später UdSSR (1943 NKFD-
Gründungsmitgl.) (>1.11.34/ 12./13.7.43/ 03.1946),
Saarland; der VölkIinger Industrielle Dr. Herrmann Röchling initiert „Deutsche Front“ aus NSDAP,
bürgerlichen Parteien u. kath. Zentrum (>13.1.35/ 1.3.35/ 12.11.42/ 30.6.48/25.1.49/ 12.1994)
16.03. „Der Führer - Monatsschrift für Führer u. Helfer der Arbeiterjugendbewegung“, Erich Ollenhauer (Vors.
d. Sozialistischen Arbeiterjugend) schreibt: „Wir haben niemals aus unserer sozialistischen Gesinnung
einen Hehl gemacht…jedermann, der die Geschichte…der dt. Jugendverbände in den letzten zwanzig
Jahren kennt, der weiß, daß…die Leistung der sozialistischen Jugendbewegung einfach nicht wegzu-
denken ist…Die Wahl des 5.März entbindet uns nicht von der Verpflichtung zur sozialistischen
Jugendarbeit…Jeder bleibt auf seinem Posten! Jeder erfüllt an seinem Platz seine Pflicht! Wir rechnen
auf euch, wie ihr auf uns zählen könnt! Treue um Treue! Es lebe der Sozialismus!“ (Ollenhauer u. die
SPD-Führer Rudolf Breitscheid, Siegmund Crummenerl - dessen Adlatus Alfred Nau wird nach 1945
als „Altgenosse, der die Kriegskasse der SPD“ vor dem Reichsfiskus „rettete“ SPD-Schatzmeister - , .
Curt Geyer, Rudolf Hilferding, Erich Rinner, Friedrich Stampfer, Hans Vogel, Herbert Weichmann u.
Otto Wels flüchten 05.1933 nach Prag, deklarieren sich am 2.6.33 zum Parteivorstand, 1938 fliehen
sie mit Familien vor dem Einmarsch dt. Truppen nach Paris, einige sterben im Exil, werden verhaftet u.
ermordet,
andere fliehen ab 1940 mit Hilfe der amerikan. Emergency Rescue Committee und Joint
Labor Committee von Frankreich über Spanien, Portugal nach USA u. Großbritannien; Ollenhauer
wird 1949 MdB, 1952-63 SPD-Vorsitz.; Weichmann wird Rechnungshof-Präs., 1965-72 Erster Bürger-
meister Hamburgs) (>26.4.33/ 4.5.33/ 9.5.33/ 18.6.33/ 18.7.33/ 11.6.35/ 27./29.9.39/ 5.2.40/ 09.1940),
„Kölnische Zeitung“ „Erste Aufgabe der Presse ist Gleichschaltung zwischen Regierung und Volk...“,
„Völkischer Beobachter“ Leitartikel des ev. Pfarrers Alfred Freitag: „Adolf Hitlers Regierungsgrundlage:
das Christentum.“ „Noch niemals in den fast 1½ Jahrzehnten des Untergangs Deutschlands…seit dem
Verbrechen
von 1918 hat ein einzelner Staatsmann, geschweige denn die gesamte
sich so grundsätzlich auf den Boden des Christentums gestellt wie Adolf Hitler und die von ihm zur
Mitarbeit berufenen Männer seiner Regierung“, ein anderer Artikel im gleichen Blatt: „Hand in Hand mit
dem Geburtenschwund geht eine gewaltige Vergreisung des deutschen Volkes“ (>1.6.33/ 3.6.33),
Berlin, Bankier, Hitlerfreund, Kepplerkreis-Mitgl. Dr. Hjalmar Schacht wird Reichsbankpräs. (>05.1933)
Leipzig,
Senatspräsidenten Dr. Alfons David (ab 1.8.33 Zwangs-Ruhestand, 1939 Emigration in die USA)
17.03. Berlin, „Deutscher
Freidenker-Verband“-Zentrale von SA besetzt, Verbandsverbot/ Vermögenseinzug,
Staatskommissar Dr. Julius Lippert
befiehlt Entlassung jüd. Krankenhausärzte in Berlin (>19.6.36),
„Emder Zeitung“ „Kommunisten kommen
ins KZ“,
Gründung „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“
(30.6.34/17.8.38/28.5.40/17.12.44/30.9.46/19.10.50/9.11.89)
18.03. Berlin, die SA ermordet den jüd. Bäckerlehrling
Siegbert Kindermann
19.03. Verordnung zur Beschleunigung des Verfahrens in Hochverrats- und Landesverratssachen,
„Deutsche Richter-Zeitung“, Ergebenheitsadresse vom Präsidium des Deutschen Richterbundes u.a.:
„Deutsches Recht gelte in deutschen Landen! Der deutsche Richter war von jeher…verantwortungs-
bewußt. Stets war er vom sozialen Empfinden erfüllt, er hat nur nach Gesetz u. Gewissen gesprochen.
…Der deutsche Richterbund bringt der neuen Regierung volles Vertrauen entgegen...“ (>20.3.33)
20.03. Bayr. Bischofskonferenz; Kardinal Faulhaber sagt u.a. „In Rom beurteilt man den Nationalsozialismus
wie den Faschismus als…einzige Rettung vor…Kommunismus u. Bolschewismus“ (>20.7.33/ 1.4.39),
Ergebenheitsadresse des Preußischen Richtervereins: „In dem Aufbruche des deutschen Volkes
sehen die preußischen Richter und Staatsanwälte den richtigen Weg, der ungeheuren Not und Ver-
elendung unseres Volkes ein Ende zu machen. Sie sind überzeugt…den Wiederaufstieg Deutsch-
lands herbeizuführen. Deutsches Recht gelte allein in deutschen Landen!...“;
Ergebenheitsadresse des Deutschen Notarvereins: „Der Deutsche Notarverein begrüßt die heute be-
kanntgegebene Erklärung des Deutschen Richterbundes und schließt sich ihr an. Auch wir deutschen
Notare sind davon überzeugt, daß es dem Zusammenarbeiten aller aufbauwilligen Kräfte gelingen
wird, die Gesundung unseres gesamten öffentlichen Lebens…und den Wiederaufstieg Deutschlands
herbeizuführen.“ (>26.3.33/ 30.9./3.10.33)
21.03. Garnisonskirche Potsdam, Reichstagseröffnung, Reichspräs. v. Hindenburg u.a.: „Möge der alte Geist
dieser Ruhmesstätte auch das heutige Geschlecht beseelen, möge er uns…in nationaler Selbstbesin-
nung…zusammenführen zum Segen eines in sich geeinten, freien, stolzen Deutschland…“, Reichs-
kanzler Hitler u.a.: „In einer einzigartigen Erhebung hat das Volk in wenigen Wochen die nationale
Ehre wieder hergestellt…“ und Generalsuperintendent u. DNVP-Mitgl. Otto Dibelius Predigt-Zitat: „Wir
haben von Dr. Martin Luther gelernt, daß die Kirche der rechtmäßigen staatlichen Gewalt nicht in den
Arm fallen darf, wenn sie tut, wozu sie berufen ist. Auch dann nicht, wenn sie hart und rücksichtslos
schaltet.“ u. Josef Goebbels notiert „Alle erheben sich von den Plätzen und bringen dem greisen Feld-
marschall der dem jungen Kanzler seine Hand reicht, jubelnde Huldigungen dar.“, vor ca. 250 000
Hakenkreuz- und schwarz-weiß-rote Fähnchen schwenkender jubelnder Deutscher paradieren das
Infanterieregiment 9, die SA und „Stahlhelm“ (> 6.4.33/ 25.6.41/ 20.4.50),
Verordnung des Reichspräs. über Gewährung von Straffreiheit (für Straftaten bei national. Erhebung)
Verordnung zur Abwehr heimtück. Angriffe gegen die Regierung der national. Erhebung (>20.12.34),
Verordnung über die Bildung von Sondergerichten (Dr. Goebbels nennt diese in einem Rundschreiben
an alle Generalstaatsanwälte und Oberlandesgerichtspräsidenten „Standgerichte der inneren Front“!
Entfall der bei schweren Delikten üblichen gerichtl. Voruntersuchung, Ladungsfristreduzierung = 3Tge,
Richter können Beweisanträge ablehnen, hier Tätige werden „Panzertruppe der Rechtpflege“ und die
über 1 000 Richter der Sondergerichte fällen bis 1945 ca. 15 000 Todesurteile - bis >25.8.98 ohne
Wiedergutmachung, keiner dieser Juristen wird vor Gericht gestellt) (>1.12.33/ 24.4.34/ 20.12.34/
24.10.39/ 15.10.41/ 21.10.44/ 03.1950/ 9.8.51/ 1.3.56/ 14.4.61/ 13.6.61) deutsche Gerechtigkeit,
KZ Oranienburg errichtet, Kommandant Werner Schäfer; ca. 3 000 Häftlinge, ca. 16 Tote (>11.11.33),
„Völkischer Beobachter“ „Am Mittwoch wird in der Nähe von e das 1.Konzentrationslager mit
einem Fassungsvermögen für 5 000 Menschen errichtet werden. Hier werden die gesamten kommu-
nistischen und soweit...notwendig ist, Reichsbanner- und sozialdemokratischen Funktionäre, die die
Sicherheit des Staates gefährden, zusammengezogen, da es auf die Dauer nicht möglich ist...diese
Funktionäre in den Gerichtsgefängnissen unterzubringen...“, das KZ Dachau (Torinschrift: Arbeit
macht frei, Kommandanten u.a. Hilmar Wäckerle, Theodor Eicke, Hans Loritz, Martin Weiss, Heinrich
Deubel, Alex Piorkowski, Lagerärzte u.a. Dr. Enno Lolling, Dr. Rudolf Brachtel, Dr. Sigmund Rascher,
Dr. Claus Schilling, Dr. Fritz Hintermayer, Dr. Helmuth Vetter, Dr. Wilhelm Witteler) hat 1945 (>03.43)
125 Außenstellen u. ca. 200 000 Häftlinge (Phlegmonenversuche an kath. Pfarrern/ Ordensbrüdern,
Unterkühlungs-, Unterdruck- und Malariaerregerversuche u.v.a. Experimente töten eine unbekannte
Zahl Häftlinge qualvoll, neben 30 000 registrierten Toten werden ab 1941 tausende sowjet. Kriegs-
gefangene erschossen und nichtregistrierte Häftlinge durch Hunger, Krankheit, Erschöpfung, Folter,
Erschießen, Erhängen und Spritzen getötet) (>1.10.1933/ 21.5.1941)
22.03. Dr. Alfons Stauder, Leiter Hartmannbund, an Reichskanzler Hitler: „Die ärztlichen Spitzenverbände...
begrüßen freudigst den entschlossenen Willen der Reichsregierung der nationalen Erhebung, eine
wahre Volksgemeinschaft aller Stände, Berufe und Klassen aufzubauen und stellen sich freudigst in
den Dienst dieser großen vaterländischen Aufgabe mit dem Gelob treuester Pflichterfüllung...“
23.03. Berlin, Reichstag,
sieht
in…beiden christl. Konfessionen wichtigste Faktoren der Erhaltung unseres
Volkstums…ihre
Rechte
sollen nicht angetastet werden…Sorge gilt dem…Zusammenleben zwischen Kirche u.
Staat“;
mit 444
NSDAP-, DNVP-, Bayerische Volkspartei- (u.a. BVP-Vors. u. 1945 bayr. Min.Präs.,
1949 BRD-
Finanzmin.
Dr. jur. Fritz Schäffer >28.9.45) u.
Zentrums- (u.a. Zentrum-Vors. Dr. Ludwig Kaas, ex-
Reichskanzler
Dr. Heinrich Brüning >21.5.34 und der Christl. Gewerkschaftsfunktionär Jakob
Kaiser
>3.5.33/
>26.6.45 SBZ-CDU-Gründungsmitgl.) und (ex-DDP) Deutsche Staatspartei-Stimmen
(u.a. Dr.
Theodor Heuß,
>10.4.38/ >10.8.48, die Deutschen mit einem „cave canem“ bissigen Hund verglei-
chender spät.
BRD-Bundespräs., Dr. jur. Reinhold Maier - 1945-53 Min.Präs. Württemb.-Baden,
DVP-
Gründungsmitgl.,
1948 Parlamentar. Rat, FDP, 1952-64 MdL, 1953-59 MdB sowie Gewerkschafts-
sekr. Ernst
Lemmer, 1946 CDUD-Mitgl., SBZ-FDGB-Vorst., 1956-62/1964/65 Bundesmin.
>19.4.39/
20.7.44) bei
94 SPD-Gegenstimmen - Fraktionsvors. Otto Wels sagte u.a. „Freiheit und Leben
kann
man uns
nehmen, die Ehre nicht…Wir grüßen die Verfolgten und Bedrängten…Ihre
Standhaftigkeit
und…Treue verdienen Bewunderung…“ (trotzdem
flieht auch er 05.1933 nach Prag; 81 KPD-AdR’s
sind
verhaftet - 43 KPD-, 42 SPD- u. 4 Zentrum-AdR werden im Dritten Reich
ermordet!) für das
Gesetz zur
Behebung der Not von Volk und
teilung u.
Beachtung der Reichshaushaltsordnung, berechtigt die Regierung 4 Jahre ohne Reichstags-
mitwirkung
Gesetze zu erlassen „Art.2 Die von der
können von
der
Muster:
das Plenum akklamiert
und „der teuerste Männergesangverein Deutschlands“ singt abschliessend das
„Horst-Wessel“-
oder „Deutschlandlied“ (>4./5.7.33/ 20.7.33/ 2.2.44/ 01.-03.51/ 14.6.52/ 4.10.60),
„Völkischer Beobachter“ (Herausgeber Adolf Hitler) „Der Wille des deutschen Volkes erfüllt: Der
bundes:..Es gibt wohl keinen Beruf, der für Größe und Zukunft der Nation so bedeutungsvoll ist wie
der ärztliche…Aber keiner ist auch so verjudet wie er und so hoffnungslos in volksfremdes Denken
hineingezogen…Beseitigung der jüdischen Vertrauens- und Versorgungsärzte“ damit der „schändliche
Zustand“ ein Ende finde „daß arbeitende deutsche Mädchen und Frauen vom Staat gezwungen
werden, sich von Rassefremden untersuchen zu lassen.“ (ca. 45% der Ärzte werden NSDAP-Mitgl.,
26% SA-Mitglied, 7% SS-Mitglied) (>29.10.1999),
„Berliner Lokal-Anzeiger“ „Indem die Regierung entschlossen ist, die politische und moralische
Entgiftung unseres öffentlichen Lebens durchzuführen, schafft und sichert sie Voraussetzungen für
eine wirklich tiefe innere Religiosität...Herr Ludwig Kaas (Zentrum) vollzieht sanft und salbungsvoll den
hundertprozentigen Umfall des Zentrums. Er legt es wie in Butter.“,
Gustav Krupp
v. Bohlen und Halbach an
für ein
stabiles Regierungsfundament geschaffen...und der
Freilassung der fünf zum Tode verurteilten (vom preuß. Reichskommissar F. v. Papen in lebenslange
Haftstrafen reduziert) und von A. Hitler „Meine Kameraden“ genannten SA-Mörder von Potempa,
Berlin,
und 1933 im Namen des Volkes wg. Unterschlagung zu 2½ Jahren Haft verurteilt (>26.7.52),
München, Erlaß des bayr. Justizministers Dr. Hans Frank „daß Richter jüdischer Abstammung nicht
mehr mit...Strafrechtspflege und der Disziplinargerichtsbarkeit befaßt...und daß Staats- und Amtsan-
wälte jüdischer Abstammung nicht mehr als Vertreter der Anklage in Gerichtssitzungen tätig werden.“
24.03. ex-Zentrum-
die Schweiz (1953 wird er „Bund der Deutschen“-Gründungsmitgl., 1955 Stalin-Preisträger) (>13.3.91)
25.03. Propagandamin. Dr. Goebbels vor Rundfunkintendanten: „Wir sind heute die Herren von Deutschland
und an dieser Tatsache wird nichts mehr geändert…Der Geist der pöbelhaften individualistischen
Massen-Anbetung wird ersetzt durch den Geist eines neuen Heroismus…Dieser Geist wird auch in
den Häusern des Rundfunks Einzug halten. Und es wäre nun naiv zu glauben, daß irgendein Mensch
die Kraft oder die Möglichkeit hätte, sich dem zu widersetzen…Und so wie sich die geistige Revolution
auf dem Gebiet der Politik schon durchgesetzt hat…so wird sie auch die Rundfunkhäuser erobern.“
26.03. Ergebenheitsadresse des Deutschen Anwaltvereins: „Der Vorstand des Deutschen Anwaltvereins be-
grüßt die Erstarkung nationalen Denkens und Wollens, die sich im deutschen Volk vollzogen hat. Er
wird seine ganze Kraft einsetzen, um der Gesundung von Volk und Reich zu dienen…Die deutsche
Anwaltschaft, der Not des Volkes verbunden, sieht in der Erfüllung ihrer Aufgabe, dem Rechte zu
dienen, die Ordnung zu fördern, dem Redlichen sein Recht zu sichern u. die Schwachen zu schützen,
den Weg, auf
dem sie das Ihrige zur Gesundung des Reiches…beisteuern kann…“) (>30.9./3.10.33)
27.03. Japan verläßt den Völkerbund (Japans Delegierter Yosuke Matsuoka verliess die Sitzung am 24.2.)
(>14.10.33/ 7.7.37/ 26./30.3.41),
Kassel, Rechtsanwalt Dr. Max Plaut wird zu Tode geprügelt,
„NS-Kurier Stuttgart“ über Inhaftierte aus Baden und Württemberg „Marxistentreffen auf dem Heuberg“
28.03. Fuldaer Bischofskonferenz kath. Bischöfe formuliert „Kundgebung betreffend die Stellungnahme der
Katholiken zur nationalsozialistischen Bewegung“ (sie stellt Katholiken NSDAP-Genossenschaft frei -
1931 hatten einige Bischöfe die Unvereinbarkeit von kath. Glauben u. Nationalsozialismus verkündet.
Jetzt u.a. „Ohne die in unseren früheren Maßnahmen liegende Verurteilung bestimmter religiös sitt-
licher Irrtümer aufzuheben, glaubt daher das Episkopat das Vertrauen hegen zu können, daß die vor-
bezeichneten allgemeinen Verbote und Warnungen nicht mehr als notwendig betrachtet werden
brauchen. Für die katholischen Christen, denen die Stimme ihrer Kirche heilig ist, bedarf es auch im
gegenwärtigen Zeitpunkte keiner besonderen Mahnung zur Treue gegenüber der rechtmäßigen
Obrigkeit und zur gewissenhaften Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten unter grundsätzlicher
Ablehnung allen rechtswidrigen oder umstürzlerischen Verhaltens.“ (>3.6.33/ 28.10.65),
kath. Studenten(-vereinigungen) treten Reichsstudentenführer Oskar Stabel’s Nationalsozialistischen
Deutschen Studentenbund bei (der den Vorlesungsboykott jüd. Dozenten am 1.4.33, die 12 Thesen
wider den
undeutschen Geist u. Bücherverbrennung ausruft, NSDStB-Mitgl. erfüllen die politischen
Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung (>1.4.33/ 13.4.33/ 10.5.33/ 29.3.35),
NSDAP-Boykott-Aufruf jüd. Geschäfte „Kein guter Deutscher kauft bei einem Juden oder läßt sich von
ihm oder seinen Hintermännern Waren anpreisen…Der Boykott…wird vom ganzen Volk getragen…“
(der Hilferuf der Reichsvertretung der dt. Juden „im Namen der Religion“ an beide christlichen Kirchen
wird von der ev. Kirche ausweichend und von der kath. Kirche überhaupt nicht beantwortet),
„Völkischer Beobachter“ „Gegenschlag gegen die jüdische Greuel-Propaganda“ (>1.4.1933),
Belgien; Brüssel, Prof. Dr. Albert Einstein gibt seinen dt. Paß an die Dt. Botschaft, er kündigt schriftlich
Stellung und Mitgliedschaften bei der Preuß. Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Physikal.
Gesellschaft
und der Friedensklasse des Pour le mérite (das Dt.
seine Wohnung, Prof. E. lehrt in den USA und wird später US-Bürger) (>31.3.33/ 2.8.39)
29.03. Reichsregierung erläßt
erstes verfassungsänderndes rückwirkendes „Gesetz über Verhängung und
Vollzug der Todesstrafe“ („Lex van
der Lubbe“) (>12.5.33/ 3.7.34/ 5.12.52/ 22.3.2001)
30.03. Josias Erbprinz zu Waldeck-Pyrmont (NSDAP 1929, SS 1930, MdR 1933, NSDAP-Verbindungsstab,
Akademie für
Dt. Recht, SS-Obergruppenführer, Polizei-General Fulda/Werra) an
H. Himmler: „Heute vormittag erschien bei mir mein Vetter (Friedrich-Christian) Prinz zu Schaumburg-
Lippe in Uniform eines SS-Sturmbannführers. Er erzählte mir, daß er seit zwei Tagen Adjutant des
Ministers Goebbels sei u. daß Herr Dr. Goebbels ihm erklärt habe, er sei sofort SS-Sturmbannführer...
Ich mache darauf aufmerksam, daß mein Vetter von außerordentl. schlechtem Charakter ist. Die
Vorgänge sind dem RF SS seit 1929 bekannt. Ich möchte daher abraten, denselben, falls er einen
ordnungsmäßig ausgefüllten Aufnahmeschein einreichen sollte, aufzunehmen...“ (Josias z. W.-P. wird
am 14.8.1947 im Buchenwald-Prozeß zu lebensl. Haft verurteilt, als Küster des ev. Gefängnispfarrers
in Landsberg wird er bereits 1950 amnestiert) (>11.4./14.8.47),
SPD tritt aus Sozialistischer Arbeiterinternationale aus (Gegenstück zur KomIntern) (>17.5.33)
30.03. Aachen, Regierungspräsident „Die
Trumpf-Schokoladenwerke Aachen/Berlin sind ein rein deutsches
Unternehmen und befinden sich seit
ihrer Gründung im Jahre 1857 in christlichem Familienbesitz.“,
Nürnberg, Julius Streicher, der
Führer des „Zentral-Komitees zur Abwehr der jüdischen Greuel- und
Boykotthetze“ veröffentlicht acht
Grundsätze zum Boykott jüdischer Geschäfte, Waren usw. am 1.4.33
31.03. Reichstag akklamiert
1.Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Dt. Reich (Landtageneubildg.
ohne Wahlen entsprechend
Reichstags-Zusammensetzung /„Verreichlichung“) (>7.4.33/ 30.1.34),
KZ Oranienburg eröffnet,
Radiosender melden, daß ab 4.4. das
Dt. Reich nur mit polizeilicher Erlaubnis verlassen werden kann,
„Völkischer Beobachter“ „Alljuda soll
den Kampf so lange haben bis der Sieg unser ist! National-
sozialisten! Schlagt den Weltfeind!
Und wenn die Welt voll Teufel wär, es muß uns doch gelingen!“,
Berlin, der österreich.-ungar. Physiker Prof. Dr. Leo Szilard emigriert nach Großbritannien (>2.8.39),
Breslau, Boykott-Anordnung des Zentralkomitee zur Abwehr jüdischer Greuel- u. Boykottpropaganda,
München, Massenkundgebung d.
Zentralkomitee zur Abwehr jüdischer Greuel- u. Boykottpropaganda
(„Frauen und Männer! Arbeiter der
Stirn und der Faust! Gebt dem Weltjuden die Antwort..Kommt
alle“)
01.04. „Tag des Judenboykotts“,
erstes planmäßiges Pogrom zur „Abwehr der jüdischen Greuelhetze gegen
das neue Deutschland“ mit SA-Mitgl.
vor jüd. Anwaltskanzleien, Arztpraxen u. Geschäften: „Deutsche!
Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!“
„Meidet jüdische Ärzte und Rechtsanwälte“ „Achtung Deutsche!
Diese jüdischen Inhaber…sind
Schädlinge und Totengräber des deutschen Handwerks! Sie zahlen
dem deutschen Arbeiter Hungerlöhne!...“, z.T. für Auslandspresse zweisprachig „Deutsche,
verteidigt
Euch gegen die jüdische
Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen! - Germans defend yourself
against
jewish atrocity propaganda, buy only at German shops“, „arische“ Unternehmer werben mit
„Anerkannt deutschchristliches
Unternehmen“ und der „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes“
mit „Kauft Deutsche Ware nur in Deutschen Geschäften“ (einige jüd.
Geschäfte werden wg. angeb-
lichen Preiswuchers polizeilich
geschlossen und die Geschäftseigner in Schutzhaft genommen, in
Breslau läßt sich z.B. ein
SA-Oberstammführer eine RM 15 000 „Spende“ von jüd. Kaufhauseignern
zahlen), Beginn v.
Arisierungen/Enteignungen jüd. Kaufhäuser deren Aktienkurse sinken u. deren
jüd.
Eigner zum Verkauf ihrer
kostengünstigen Anteile genötigt werden u. in Folge z.T. auch Grundstücke
ans Dt. Reich übertragen müssen. Aus
den jüd. Kaufhäusern Hermann Tietz wird judenfreies „Hertie“,
Wertheim wird judenfreie „Allgemeine
Warenhausgesellschaft AG“, bis 1939 ist Helmut Horten neuer
Eigner der jüd. Kaufhäuser Alsberg
und Ness; nach 1945 werden Kaufhäuser und Grundstücke in der
DDR „Volkes eigen“, in der BRD führen
Arisierer und Nachfolger die Firmen (>27.11.84), auch die
Bundestagsbibliothek wird auf einem
arisierten Grundstück errichtet) (>6.1.88/ 12.5.98),
Ing. Wilhelm Renner (1934-39
HASAG-Obering./-45 Prokurist, 1944 Wehrwirtschaftsführer)(>08.1942/
4.12.43/ 18.4.45), Dr. jur. Gerhard
Schröder (1945 CDU-Gründungsmitgl., 1949-80 MdB, 1953
Bundesinnen-, 1961 Bundesaußen-, 1966
Bundesverteidigungsminister) und Schauspieler Otto Lang
treten der NSDAP bei (Lang wird
NSDAP-Mitgl. Nr. 1 795 025) (>1.11.53),
deutsche Schulen schliessen heute
jüdische SchülerInnen vom Unterricht aus
> verfolgte Schüler,
Nürnberg, Ruth Wassermann (7 J.):
„Plötzlich stand ein kleiner Knirps vor mir und verspottete mich
„Jude, Jude, Meck-Meck-Meck! Schweinefleisch und Speck-Speck-Speck! Schweinefleisch
schmeckt
gut! Du bist ein dreckiger Jud!“ > verfolgte
Schüler,
Kiel, der jüd.-dt. Anwalt Schumm wird
angegriffen, nach seinem Warnschuß wird er in Haft ermordet,
Lauenburg/Pommern, Bürgermeister Dr.
jur. Horst Neubauer wird NSDAP-Mitgl. (>1.11.1940),
Lübeck, der „verfolgte Schüler“ Herbert Ernst Karl Frahm (1930 SPD, 1931 SAP) emigriert mit Hilfe
des Fischers u. SPD-Mitgl. Paul Stooß über Dänemark nach Oslo um das norweg. SAP-Büro zu leiten
(wo am 9.9.33 in von Ernst Freiherr v. Weizsäcker geleiteter Dt. Botschaft ein „Agitator namens Frahn“
bekannt ist, am 1.7.40 flieht er nach Schweden u. kehrt 1945 zurück. Den Helfer Stooß besucht er nie
wieder, der verlässt deswegen 1970 die SPD) (>5.9.38/ 1.7.40/ 9.11.45/ 5.3.46/ 11.12.52/ 7.10.65)
02.04. „Hamburger Tageblatt“
„Karstadt wieder ein rein christliches Unternehmen. Aus dem Aufsichtsrat der
Rudolf Karstadt AG sind Dr. Gustav
Gumpel, Dr. Norbert Labowsky, Julius Oppenheimer, Albert
Schöndorff, Dr. Fritz Warburg und Dr.
Arno Wittgensteiner ausgetreten. Da bekanntlich aus dem
Vorstand und aus den
Geschäftsleitungen der Filialen…jüdische Mitarbeiter…ausgeschieden sind, ist
nunmehr der Karstadt-Konzern wieder
ein rein christliches Unternehmen.“,
SAP-Vorsitz. Max Seydewitz flieht
nach Prag (1910-31 SPD, 1931 SAP, später Norwegen, Schweden,
1946 SED, 1947-52 Sächs. Min.-Präs.,
1960 Prof. h.c., 1962 VVO) (>19.1.1955)
03.04. „Völkischer Beobachter“ „Der Boykott vom Sonnabend ist lediglich als Generalprobe für eine Reihe
von Maßnahmen zu betrachten...“,
Verband deutscher Faustkämpfer (VdF) wird „judenfreier“ Sportverband (>9.6.33/ 4./10.9.1933),
Gründung „Kreuz und Adler - Bund katholischer Deutscher“ BkD (Schirmherr F. v. Papen, Geschäfts-
führer Graf Roderich v. Thun und Hohenstein (Mitgl. u.a. Theodor Brauer, Alois Dempf, Carl Schmitt,
Albert Mirgeler, Otto Schilling; ab >3.10.33 wird BkD Teil der Arbeitsgemeinschaft kath. Deutscher)
04.04. Corder Catchpool, Sekretär der (Quäker-)„Religious Society of Friends“, wird wg. seiner wahrheits-
getreuen Berichterstattung aus dem
Deutschen
Gesetz über Betriebsvertretungen und über wirtschaftliche Vereinigungen (u.a. zur staatl. Intervention
bei Betriebsratswahlen und gewählter Betriebsräte) (>26.9.33),
Gesetz zur Abwehr politischer Gewalttaten
05.04. Berlin, Hitler-Jugend-Obergebietsführer Karl Naberberg überfällt mit 50 HJ-Kommando das Büro vom
„
HJ-Kommando
den „
Gesetz über die Förderung der Eheschließungen (Ehestandsdarlehen für Arier ohne Erbkrankheiten,
die sich „jederzeit rückhatlos für den nationalsozialistischen Staat“ einsetzen) (>1.6.33)
06.04. „
Ansprache von Generalsuperintendent Otto Dibelius u.a. „An den Schauernachrichten über grausame
u. blutige Behandlung der Kommunisten ist kein wahres Wort. Auf Grund dieser falschen Nachrichten
hat nun das Judentum in mehreren Ländern eine Agitation gegen Deutschland begonnen. Um diesen
Boykott zu brechen, haben die deutschen Nationalsozialisten nun ihrerseits eine Boykottbewegung
gegen das Judentum in Deutschland eingeleitet...“, er bittet die christlichen Freunde in Amerika sich
dafür einzusetzen „daß keine falschen Nachrichten über Deutschland mehr verbreitet und geglaubt
werden.“ (der kath. Erzbischof von Paderborn, Dr. Kaspar Klein telegrafierte dem Bonifatius-Verein
New York: „Übermitteln Sie Herrn Kardinal namens des Bonifatius-Vereins dringende Bitte, gegen die
den Weltfrieden so stark störende und Deutschland zu Unrecht beschuldigende Greuelpropaganda
allen Einfluß geltend zu machen.“) 1933/34 werden ca. 60 000 der 300 000 KPD-Genossen verhaftet,
ca. 2 000 sterben in Gefängnissen, Lagern usw. (>26.7.33/ 28.10.65),
Stuttgart, der jüd. Unternehmer und Turnverein Cannstatt-Mitgl. Fritz Rodenfelder begeht Selbstmord
(„Der Stürmer“ „Der tote Jude. Deutsche und jüdische Turnvereine - Fritz Rosenfelder ist vernünftig
und hängt sich auf“) (>9.4.33)
07.04. Reichstag akklamiert Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums „§ 2a Beamte, die sich
im marxistischen (sozialdemokratischen bzw. kommunistischen) Sinn betätigen…(einer ist Deutsche
Demokrat. Partei-Gründer u. jetziges SPD-Mitgl. Oberschulrat Dr. Heinrich Deiters) (>8.8.45/ 1.9.45/
04.1947/ 19.9.50/ 28.1.72) § 3 Beamte, die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand zu
versetzen...“ („Arierparagraph“ bedeutet -zigtausende Berufsverbote z.B. für Prof. Dr. jur. Ernst Cohn,
für Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Jedin und den Romanist u. Ordinarius Prof. Dr. Victor Klemperer,
der 1935 entlassen wird >12.2.45/ 23.11.45; andere sind die 717 aus dem Justizdienst entlassenen
Richter u. Staatsanwälte wie der Referendar Dr. jur. Friedrich Karl Kaul (1935-37 KZ, 1937 Kolumbien/
Nicaragua/USA, 1946 SBZ, SED, DDR-Anwalt), §4 Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen
Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat ein-
treten…“ (>15.3.51/ 22.5.75), § 6 bietet die Möglichkeit wg. „Vereinfachung der Verwaltung“ ohne An-
gabe von Gründen Beamte in den Ruhestand zu entsenden (ab 16.6. wird das Gesetz auf Angestellte/
Arbeiter des öffentl. Dienstes ausgedehnt, Millionen öffentl. Beschäftigte müssen den „Ariernachweis“-
eine von Standesamt/Pfarramt beglaubigte Urkunde zur „Feststellung der arischen Abstammung“
vorlegen, die mit Familien-Stammbuch und (auch) mit Hilfe der Kirchen(-bücher) ermöglicht wird; das
20.7.33/ 6./7.9.33/ 7.4.35/ 10./16.9.35/ 19.9.50/ 26.9.95),
meist NSDAP-Gauleiter; der preuß. Bildungsmin. Dr. Rust sagt wenig später „Unsere Gleichschaltung
bedeutet, daß die neue deutsche Weltanschauung als schlechthin gültige die beherrschende Stellung
über allen anderen einnehmen soll.“) (>23.7.52),
Reichstag akklamiert Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft (zur Zulassungs-Rücknahme
nichtarischer u. im kommunistischen Sinne Tätiger, Berufsverbot für 4 394 Rechtsanwälte u.a. Hilde
Benjamin (1949-53 wird sie wg. harter Urteile gefürchtete Oberste Gericht der DDR-Vizepräs., 1953-
67 erste DDR-Justizministerin / der Welt), KPD-Mitgl. Dr. jur. Götz Berger (seit 1931 in H. B.’s Kanzlei
(Emigration, 1936-39 Int. Brigade Spanien, 1939-43 Internierung, 1943-45 UdSSR, 1946 KPD/SED,
1951-57 DDR-Oberrichter, „Antifaschistischer Widerstandskämpfer d. DDR“ hohe Opferrente/Ehren-
pension,
1958 Anwalt, Arbeit f. Sekretariat W. Ulbricht, 1.12.76 Berufsverbot/Entzug RA-Zulassung,
15.11.89 rehabilitiert), Dr. Robert Kempner (Justitiar preuß. Innenmin., 12.3.35 Verhaftung, Emigra-
tion, 1939 US-Regierungsberater, 1945 stellv. alliierter Hauptankläger Nürnberg, 1947 Gastprofessor
Erlangen, ab 1951 Rechtsanwalt Ffm, tätig in diversen politischen BRD-Prozessen) und KPD-Mitgl.
Dr. Karl Friedrich Kaul (bis 1935 Versicherungsvertreter/ Rechtskonsulent, bis 1937 KZ Lichtenberg/
Dachau, Emigration, 1945 SBZ Hilfsrichter, 1946 SED, 1948 Rechtsanwalt für Ost- u. Westberlin, ab
1956 Nebenkläger und Verteidiger in polit. BRD-Prozessen, 1960 Professor, 1962 Vizepräs. DDR-
Vereinigung Demokratischer Juristen, Autor und Fernsehmoderator) (>18.5.33/ 21.5.33/ 26.5.33/
30.9./3.10.33/ 31.10.33/ 13.12.35/ 27.9.40/ 28.8.42/ 15.5.53/ 15.7.53/ 1.3.54/ 26.11.76/ 30.9.97),
Vizekanzler Franz v. Papen (Zentrum) u. Georg Dertinger (DNVP, 1945 CDU, 1949 DDR-Außenmin.)
reisen zu Konkordatsverhandlungen nach Rom, auch Prälat Dr. Ludwig Kaas, kath. Zentrumspartei-
Vorsitzender, verläßt das Dt. Reich und beginnt sein „Exil“ im Vatikan (letzter Zentrum-Vors. wird
Dr. Heinrich Brüning) (>10.4.33/ 20.4.33/ 20.7.33/ 21.5.34, 10.10.49/ 15.1.53),
Deutscher
Anwaltsverein-Vorsitz. Rudolf Dix fordert Amtsniederlegung jüd.
DAV-Vorstände(>18.5.33),
„Sonnenburger Anzeiger“ über am
Vortag eingelieferte Häftlinge u.a. die keiner Straftat angeklagten
Publizisten Carl v. Ossietzky und
Erich Mühsam und Rechtsanwalt Hans Litten: „Mit dem Gesang der
Nationalhymne mußten die Häftlinge
vom Bahnhof nach dem ehemaligen Zuchthaus marschieren,
wobei vielfach der Gummiknüppel der
Berliner Hilfspolizei nachhalf.“ (>5.2.38/ 30./31.1.45/ 02.1945)
08.04. Österreich; Salzburg, Dirigent Herbert v. Karajan tritt erstmals NSDAP bei(>1.5.33/ 25.10.35/ 3.11.57)
09.04. Deutsche Turnerschaft unter NSDAP-Mitgl. Dr. phil. Edmund Neuendorff führt Arierparagraph ein
(>26./31.7.33)
10.04. Gesetz über die Einführung eines Feiertags der nationalen Arbeit (>15.4.33/ 1.5.33),
Vatikan;
Papst Pius XI empfängt Vizekanzler v. Papen und NSDAP-
11.04. Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur
Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
12.04. KL (KZ) Dachau, die ersten
drei jüdischen Häftlinge werden erschossen,
Münster i. W., Edith Stein - spätere
Karmeliterin - schreibt an Papst Pius XI „…Seit Wochen sehen
wir in Deutschland Taten
geschehen, die jeder Gerechtigkeit und Menschlichkeit, von Nächstenliebe
gar nicht zu reden, Hohn sprechen.
Jahre hindurch haben die nationalsozialistischen Führer den
Judenhass gepredigt. Nachdem sie jetzt
die Regierungsgewalt in ihre Hände gebracht und ihre
Anhängerschaft, darunter nachweislich
verbrecherische Elemente, bewaffnet haben, ist diese Saat
des Hasses aufgegangen…Wir alle, die
wir treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in
Deutschland mit offenen Augen
betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen
der Kirche,
wenn das Schweigen noch länger
anhält. Wir sind auch der Überzeugung, daß dieses Schweigen
nicht imstande sein wird, auf die
Dauer den Frieden mit der gegenwärtigen deutschen Regierung zu
erkaufen…“ (am 10.4.38 wird E. Stein
denunziert, sie flieht in die Niederlande) (>10.4.38/ 30.8.38),
Preußisches Kultusministerium erläßt
Verordnung zum preußischen Studentenrecht
13.04. Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund (NSDStB, seit 1931 mit absoluter Mehrheit in den
Studentenvertretungen an 28 Hochschulen) und Deutsche Studentenschaft DSt propagieren öffentlich
12 Thesen „Wider den undeutschen Geist“:…
These 4: Unser gefährlichster Widersacher ist der Jude und der, der ihm hörig ist.
These 5: Der Jude kann nur jüdisch denken. Schreibt er deutsch, dann lügt er. Der Deutsche, der
deutsch schreibt aber undeutsch denkt ist ein Verräter. Der Student, der undeutsch spricht
und schreibt, ist außerdem gedankenlos und wird seiner Aufgabe untreu…
These 7: Wir fordern die Zensur…Der undeutsche Geist wird aus den öffentl. Büchereien ausgemerzt
These 11: Wir fordern die Auslese von Studenten und Professoren nach der Sicherheit des Denkens
im deutschen Geist…
An allen Hochschulorten wird am
10.Mai 1933 das zersetzende Schrifttum den Flammen überantwor-
tet“(>26.4.33/ 10.5.33) (Reichsschundkampfstelle
d. evangelischen Jungmännerbünde, Sophienstr.19,
Berlin N54, versendet Material zur Schund- u. Schmutzbekämpfung und gibt kostenlos Auskunft),
Preuß. Min.-Präs. H. Göring ordnet Prüfung/Erweiterung der seit SPD-Reichspräs. Friedrich Ebert zur
„Reinhaltung der Rasse im besetzten Gebiet von farbigen Blut“ in Aachen, Düsseldorf, Köln, Koblenz
und Wiesbaden geführten afro-dt. Rheinlandkinder-Listen an (>1.5.34/ 7.2.35/ 23.3.35/ 7.3.36/ 1937),
Universität Frankfurt/M., der ev. Prof. Dr. theol. Paul Tillich wird lt. Gesetz zur Wiederherstellung des
Berufsbeamtentums suspendiert, er emigriert und lehrt in New York, Harvard u. Chicago (>31.3.42),
Universität Köln, der durch Oberbürgermeister Dr. Adenauer hierher berufene Ordinarius für öffentl. u.
Staatsrecht Prof. Dr. jur. Hans Kelsen wird lt. Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
suspendiert, er emigriert und lehrt in Genf, Prag, Harvard und der University of California
15.04. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund-Bundesvorstand (Theodor Leipart, Wilhelm Leuschner)
dankt „daß die Reichsregierung diesen
nseren Tag (1.Mai) zum gesetzlichen Feiertag der nationalen
Arbeit, zum deutschen Volksfeiertag
erklärt hat. Der deutsche Arbeiter soll am 1.Mai standesbewußt
demonstrieren, soll ein
vollberechtigtes Mitgl. der deutschen Volksgemeinschaft werden. Kollegen u.
Kolleginnen in Stadt und Land, ihr
seid die Pioniere des Maigedankens. Denkt immer daran und seid
stolz darauf.“ (>2.5.33),
Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter-
und Angestelltenverbände-Generalsekr. Ernst Lemmer: „Der
Vorstand des Gewerkschaftsringes
richtet an seine Verbände und Untergliederungen…die Aufforde-
rung, daß alle Mitglieder…am Tag der
deutschen Arbeit an den Veranstaltungen…sich beteiligen.“
(>2.5.33/ 19.4.39),
Deutscher Industrie- und Handelstag
(DIHT) spricht „Herrn Reichskanzler, den wärmsten Dank für den
großen Gedanken des deutschen 1.Mai
aus. Möge in gegenseitigem Verstehen der Leistungen und
Bedürfnisse aller Träger der Arbeit
daraus eine unzerbrechliche, unverbrüchliche starke Volksgemein-
schaft der nationalen Arbeit für
Größe, Freiheit und Wohlfahrt des deutschen Volkes erwachsen.“
16.04. Hamburg, Verhaftung von KPD-Mitgl. Fiete Schulze
(>18.3.35),
„Schutzhaftlager“
Königstein, der Kommunist Fritz Gumpert aus Heidenau wird auf entsetzlichste
Art
zu Tode
gefoltert (er hinterlässt eine Frau und fünf schulpflichtige Kinder)
18./21.4. Wiesbaden, Kongreß d.
Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin „Die heutige Tagung steht am
Beginn einer neuen Ära…Wir Ärzte
können in ganz besonderem Maße übersehen, welche Gefahr
dem deutschen Volke drohte…müssen
erbbiologische Fragen eine besondere Berücksichtigung er-
fahren. Der Hausarzt ist dazu berufen, die…Rassenhygiene in der Familie wieder aufzunehmen.“
19.04. „Der Kicker“ „Vorstand des
DFB und…Dt. Sportbehörde halten Angehörige der jüd. Rasse, ebenso…
Mitglieder der marxistischen
Bewegung…in führenden Stellungen…nicht tragbar.“ (>9.7.33/ 11.1933/
1.3.43/ 10.7.49),
Berlin, nach tätlichem Überfall
flieht die 64jährige jüd.-dt. Dichterin und Heinrich v. Kleist Preisträgerin
Else Lasker-Schüler in die Schweiz
20.04. Berlin u. weitere Städte machen Reichspräs. v. Hindenburg u. Reichskanzler Hitler zu Ehrenbürgern,
Berlin; Schauspielhaus, Akademie für Deutsche Dichtung-Präsident und NSDAP-Mitgl. 1 352 376
Hanns Johst widmet die Uraufführung seines Dramas „Schlageter“ am 44.Geburtstag „Adolf Hitler in
liebender Verehrung und unwandelbarer Treue“ (Kriecherei lohnt sich, 1934 wird Johst Preußischer
Staatsrat, 1935 Reichsschriftumskammer-Präsident u. erhält den mit RM 20 000 dotierten „Preis der
NSDAP für Kunst und Wissenschaft, 1940 Goethe-Medaille, 1941 Kantate-Dichterpreis Leipzig, 1949
wird SS-Gruppenführer J. als „Mitläufer“ und 1951 zumindest als „Belasteter“ entnazifiziert) (>18.8.34),
Preuß. Staatskommissar im Kultusministerium und Bildungsmin. Dr. Bernhard Rust verfügt Bildung
Nationalpolitischer Erziehungsanstalten (Ministerialrat Dr. Joachim Haupt ist bis 1935 NAPOLA-
Inspekteur, ihm folgt SS-Gruppenführer August Heißmeyer, später mit Reichsfrauenführerin Gertrud
Scholtz-Klink verheiratet), Zugangskriterien: politische Zuverlässigkeit, schulische Leistung, rassische
Überprüfung mit Motto: „Glauben, gehorchen und kämpfen“, erste NAPOLAS sind Kösslin, Potsdam,
Plön, danach Wahlstatt, Naumburg/S., Berlin-Spandau, Diez/Oranienstein, Ilfeld, Stuhm, Dresden-
Klotzsche, Backnang, Ballenstedt, Schulpforta, Bensberg, Köthen, Loben, Rottweil, Wien-Breitensee/-
Theresanium, Traiskirchen (Ostmark), Schloß Ploschkowitz/Leitmeritz (Sudetengau), Reißen/Lissa
(Warthegau), Koningsheide (Niederlande), Kolmar/Berg (Luxemburg), später über 30 Eliteschulen mit
Abiturabschluß, 1941 z.B. 6 000 Schüler, Schüler waren u.a.: Jagdflieger und Führer des Richthofen-
Geschwaders der Bundesluftwaffe Erich Hartmann, ev. Landesbischof v. Thüringen Dr. Werner Leich,
Bundesmin. u. Bundestagsvizepräs. Hans Klein (CDU), Bundespressesprecher und Generalkonsul u.
Botschafter Rüdiger Freiherr v. Wechmar (FDP), NATO-Oberbefehlshaber General Leopold Chalepa,
General und MdEP Martin Holzfuß, General Dr. Günter Kießling, General Hans Poeppel, Staatssekr.
Georg Poetzsch-Heffter, österr. Justizmin. Dr. Harald Ofner (FPÖ), österr. Außenmin. Leopold Gratz
(SPÖ), österr. Kaffeehauseigner/Fall „Lucona“ Udo Proksch, Autor Ludwig Harig, Hans Müncheberg
(ab 1953 DDR-Fernsehproduzent), Journalisten Dr. Helmuth Karasek („Spiegel“/„Zeit“/„Tagesspiegel“,
K. macht 1952 in der DDR das Abitur, flüchtet nach West-Berlin, studiert im Wintersemester 1952/53
in Tübingen und promoviert 1956), Mainhardt Graf Nayhauß-Cormons, Manfred Sack, Hans Buchholz,
Grafiker Horst Janssen, Ruhrkohle Essen-Verkaufsleiter Engelbert v. Nayhauß, Krupp-Verkaufsdirekt.
Heiner Schmidt, DDR-DTSB u. NOK-Präs. Manfred Ewald, Psychiater Prof. Dr. Christof Wunderlich,
Gerd-Ekkehard Lorenz (1949 Widerständler in Altenburg/Thür.), Rechtsanwalt Manfred Roeder, ex-
Akzo
NV-Vorst./Aufsichtsrat Dr. jur. Hans-Günther Zempelin (sie erfüllen die politischen Kriterien
nationalsozialistischer, z.T.später die sozialistischer Begabtenförderung oder die finanziellen
Kriterien demokratischer Begabtenförderung) Bildungsdiskriminierung, deutsche Gerechtigkeit
(>26.4.33/ 04.1935/ 10.12.40/ 1957/ 1968/ 23.1.77/ 25.8.82/ 24.1.95),
Reichstag akklamiert Gesetz über Bildung von Studentenschaften („§2 Die Studentenschaft ist Glied
der Hochschule und vertritt die Gesamtheit der Studenten. Sie hat mitzuwirken, daß…Studenten ihre
Pflichten gegen Volk, Staat u. Hochschule erfüllen") nur Studenten „deutscher Abstammung u. Mutter-
sprache" können Mitgl. sein/ unterstellt praktisch gesamte Studentenschaft dem NSDStB (Motto: „Der
deutsche Student kämpft für Führer und Volk in der Mannschaft des NSD-Studentenbundes“)
(>26.4.33/ 29.3.35/ 9.1.53),
Vatikan; kath. Zentrumspartei-Vorsitz. Dr. L. Kaas’ Geburtstagstelegramm an Reichskanzler A. Hitler:
„Zum heutigen Tage aufrichtige Segenswünsche und die Versicherung unbeirrter Mitarbeit am großen
Werk der Schaffung eines innerlich geeinten, sozialbefriedeten…Deutschlands.“ (>20.7.33)
21.04. Gesetz über
das Schlachten von Tieren und die Verordnung über das Schächten von Tieren
(Verbot
des Schächtens „das dem deutschen Empfinden fremd ist“) (>16.8.33/ 14.11.33/ 15.5.42/ 4.10.43),
Rudolf Heß wird zum Stellvertreter des Führers und Parteiführer mit Ministerrang ernannt
22.04. Reichsarbeitsministerium, Verordnung über die Zulassung von Ärzten zur Tätigkeit bei den Kranken-
kassen (zur Tätigkeit von Kassenärzten nicht arischer Abstammung sowie von Kassenärzten, die sich
im kommunistischen Sinn betätigt hatten - Entlassung und keine Neuzulassung),
Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtner
setzt Strafrechtskommission ein (nullum
crimen sine lege wechselt
zu nullum crimen sine poena)
23.04. „Berliner Börsen-Courier“
veröffentlicht ‚Schwarze Liste’ vom ‚Ausschuß zur Neuordnung der Berliner
Stadt- und Volksbüchereien’ (das
„Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“ veröffentlicht am 16.5.
eine ,Schwarze Liste’ der
,Zentralstelle für das deutsche Bibliothekswesen’ des NSDAP-Bibliothekars
Dr. Wolfgang Herrmann. 1936 folgt für
nicht geflüchtete, lesende deutsche Volksgenossen die erste
,Liste des
schädlichen und unerwünschten Schriftums’ und nach dem Angriff deutscher
Truppen auf
Polen eine ,Liste
des deutschfeindlichen, schädlichen und unerwünschten polnischen Schrifttums’!)
(>26.4.33/ 10.5.33)
24.04. Rundfunkrede des Preußische Akademie der Künste Mitgl. Dr. Gottfried Benn
über „Der neue Staat
und die Intellektuellen“ „Welch
intellektueller Defekt, welch moralisches Manko, nicht in dem Blick der
Gegenseite über die kulturelle
Leistung hinaus, nicht in ihrem großen Gefühl der Opferbereitschaft und
Verlust des Ich an das Totale, den
Staat, die Rasse, das Immanente, nicht in ihrer Wendung zum
Ökonomischen, zum mythischen
Kollektiv, in diesem allem nicht das anthropologisch Tiefere zu
sehen.“ wenn doch der neue Staat,
laut Benn, den „unfruchtbar gewordenen marxistischen Gegensatz
von Arbeitnehmer und Arbeitgeber
auflösen will.“ (>26.10.33)
25.04. Berlin, Reichskanzler A. Hitler und sein Bevollmächtigter für ev. Kirchen L. Müller treffen u.a. den ev.
Oberkirchenratspräs. Dr. Hermann Kapler u. ex-Kirchentagspräs. Wilhelm v. Pechmann (>11.7.33),
Kiel, Christian-Albrechts-Uni. beurlaubt Prof. Dr. jur. Gerhart Husserl wg. des Gesetzes zur Wieder-
herstellung des Berufsbeamtentums (Nachfolger wird Prof. Dr. jur. Karl Larenz - Zitat: „Volksgenosse
ist, wer deutschen Blutes ist. Wer außerhalb der Volksgemeinschaft steht, steht auch nicht im Recht.“,
1937 NSDAP, 1949 wieder Uni. Kiel Professur, später Ludwig-Maximilians-Uni. München),
quote max. 15 000/Jahr, Hochschulen-Frauenquote 10%, ,Nicht-Arier-Quote’ max. 1,5%. Mittels
Durchführungsverordnungen wird 1934 zuerst in Preußen der Hochschulzugang u.a. abhängig von
„Bewährung…in nationalen Verbänden SA, HJ und BdM“ u. „Überprüfung politischer Zuverlässigkeit
durch den zuständigen Gauleiter der NSDAP“) > Bildungsdiskriminierung/ verfolgte Schüler
(>27.4.33/ 6.5.33/ 8.5.33/ 10.5.33/ 16.6.33/ 1.4.34/ 4.4.34/ 1936/ 04.1940/ 11.5.50/ 15.3.51/ 5.4.54)
26.04. Gesetz zur Gründung der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) „um die wirksame Bekämpfung aller
gegen den Bestand und die Sicherheit des Staates gerichteten Bestrebungen zu sichern.“ unter der
Leitung des preuß. Innenmin.-Dezernenten zur Bekämpfung der kommunist. Bewegung, Rudolf Diels,
(1933 Diels-Bericht über sadistische Folter durch deutsche Hilfspolizei in ,Vernehmungsstellen’ u.a.
„Die Opfer…waren…tagelang in enge Schränke gesperrt worden, um ihnen ,Geständnisse’ zu erpres-
sen. Die ,Vernehmungen’ hatten mit Prügeln begonnen und geendet; dabei hatte ein Dutzend Kerle in
Abständen von Stunden mit Eisenstäben, Gummiknüppeln u. Peitschen auf die Opfer eingedroschen.
Eingeschlagene Zähne u. gebrochene Knochen legten von den Torturen Zeugnis ab…Es gab keinen,
dessen Körper nicht vom Kopf bis zu den Füßen die blauen, gelben und grünen Male der unmensch-
lichen Prügel an sich trug. Bei vielen waren die Augen zugeschwollen und unter den Nasenlöchern
klebten Krusten geronnenen Blutes…“, 1934 Regierungspräs. Köln, 1940 Regierungspräs. Hannover,
1948 entnazifiziert, 1949 rehabilitiert sich Diels in Hitler-Jugend „Puppenspieler“ - >23.4.41 - Rudolf
Augstein’s „Spiegel“ mit der Acht-Fortsetzungen-Serie „Die Nacht der langen Messer fand nicht statt“),
die Gestapo hat später 31 374 Beamte/Angestellte die auf die in allen deutschen Bevölkerungs-
schichten bestehende breite Denunziationsbereitschaft bauen (>8.2.50/ 9.3.80),
Berlin, Reichskanzler A. Hitler empfängt kath. Bischof u. Preuß. Staatsratsmitgl. Dr. Wilhelm Berning
sowie Generalvikar Dr. Paul Steinmann, Dr. B. erklärt Reichskanzler Hitler, daß die Bischöfe „freudig
den neuen Staat anerkennen und die Gläubigen zum Gehorsam und zur Ehrfurcht ihm gegenüber
anhalten werden.“, Judenpolitik kommt auch zur Rede, auf 1500 Jahre antijüd. Kirchentraditionen hin-
weisend sagt Hitler: „Vielleicht erweise ich dem Christentum einen Gefallen; deswegen ihre Zurück-
drängung vom Studium und den staatlichen Berufen.“ Bildungsdiskriminierung, > verfolgte Schüler,
Berlin, letzte SPD-Reichskonferenz (>17.5.33/ 14.9.45/ 5./6.10.45/ 19.4.46/ 21./22.4.46/ 9./10.5.46),
NSDStB versendet ,Braune Liste verbrennungswürdiger Literatur’ von 71 Autoren (>10.5.33)
27.04. „Deutsche Allgemeine
Zeitung“ u.a. „Ein Volk von Selbstachtung kann vor allem seine höheren
Tätigkeiten nicht in so weitem Maße
wie bisher durch Fremdstämmige vornehmen lassen…würde
als geistige Überlegenheit anderer
Rassen gedeutet werden können, die…abzulehnen ist.“
04. Alfred Rosenberg (Diplom-Architekt, 1919 DAP/NSDAP, Redakteur „Völkischer Beobachter“, MdR,
Autor von „Mythos des 20.Jahrhunderts“) wird Leiter vom außenpolit. Amt der NSDAP (1934 wird R.
Leiter v. Überwachungsausschuss der weltanschaulichen Erziehung der NSDAP) (>17.7.40),
Dr. jur. Gerhard Bohne (1930 NSDAP) leitet die Berufsgruppe Rechtsanwälte im BNSDJ (>30.10.39),
Aachen, Techn. Hochschule, Prof. Dr. Alfred Meusel wird beurlaubt, entlassen u. emigriert (>5.7.52),
Dresden, Dürerschule, die dt.-jüd. Schülerin Ruth Joachimsthal wird vom nationalsozialistischen
Deutschlehrer belehrt: „Joachimsthal, im Deutschunterricht haben Juden nichts mehr zu melden.“
(Ruth J. betritt diese Schule nie wieder, >8.5.33) > verfolgte Schüler,
Hansestadt Hamburg, Gymnasium Johanneum, der dt.-jüd. Schüler Ralph Giordano wird am ersten
Schultag belehrt: „Hie Arier - Hie Nichtarier“ > verfolgte Schüler (>2.5.40),
Kiel, Pädagogische Akademie, Entlassung von (Quäker-)„Religious Society of Friends“u. SPD-Mitgl.
Prof. Dr. Lic.theol. Emil Fuchs (Vater v. KPD-Mitgl. Klaus Fuchs), Verhaftung, Berufsverbot (Gelegen-
heitsarbeiter u.a. für Quäker, 1948-49 Gastvorlesungen in Pendle Hill/USA, 1949 SPD-Austritt, DDR-
Übersiedlung, 1950 Theologie u. Relig.-Philosophie-Prof. Leipzig, CDU-Ehrenmitgl., 1954 VVO, 1958
Gründungsmitgl. Christl. Friedenskonferenz, 1959 VVO, 1964 Friedensmedaille) (>9.2.61/ 12.5.62),
Rastatt,
Ludwig-Wilhelm-Gymnasium, Juristensohn und Hitler-Jugend Mitgl. Hanns Martin Schleyer
legt sein Abitur ab (wird SS-Mitgl.,
leistet freiwilligen Arbeitsdienst, erfüllt die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung, studiert Jura, 1937 NSDAP) (>16.6.33/ 1.5.37),
Erstes Verbot der „Zeugen Jehovas“ (>1.4.35/ 13.9.49/ 31.8.50) > verfolgte Schüler,
Evangelische Jugend Deutschlands, Reichswart Erich Stange u.a. „Die gottgesetzten Grundlagen von
Heimat, Volk und Staat werden wieder neu erkannt. Das Volk steht auf. Eine Bewegung bricht sich
Bahn, die eine Überbrückung der Klassen, Stände u. Stammesgegensätze verheißt…Darum kann die
Haltung der jungen evangelischen Front in diesen Tagen keine andere sein als die einer leidenschaft-
lichen Teilnahme an dem Schicksal unseres Volkes und zugleich eine radikale Entschlossenheit, wie
sie das Wort Gottes fordert.“ (>10.7.33/ 12.9.33/ 19.12.33),
„Ziel und Weg - Zeitschrift des Nationalsozialstischen Deutschen Ärztebundes e.V.“ „Wir übernehmen
die Führung“ (01.1933 sind 2 800 Ärzte Mitglied, 10.1933 sind 11 000, 1943 sind 46 000 Ärzte Mitgl.)
28.04. Heidelberg, Prof. Dr. Gustav Radbruch, Rechtsphilosoph und ex-Justizminister, wird als einer der
ersten aus
dem Lehramt entlassen (>12.9.45),
SA-Gruppenführer Hans v. Tschammer
und Osten (seit 1929 NSDAP) wird Reichssportkommissar
(ab 19.7. Reichssportführer, später Präs. des Dt. Olympischen Ausschusses)
29.04. Luftfahrt-Reichskommissariat wird Reichsluftfahrtministerium, Minister ist H. Göring, Staatssekr. bleibt
Erhard Milch (1923 Junkers-Verwaltungschef, 1926-45 Lufthansa-Vorst., 1933 NSDAP, 1935 General-
leutn., 1936 General der Flieger, 1937 Senator Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Medaille zur Erinnerung
an den 13.3.1938/ Wiedervereinigung Österreichs mit Deutschland sowie Medaille zur Erinnerung an
den 1.10.1938/ Wiedervereinigung des Sudetengaues mit Deutschland, 1938 Luftwaffe-General-
inspektor, 1939 Generaloberst, 1940 Norwegen Kommandant Luftflotte 5, 1940 Generalfeldmarschall),
Gründung
Verdunkelung/Fliegeralarm usw.) (>26.5.35/ 18.7.36/ 13.5.38/ 19.7.40/ 11.2.58)
30.04. Berlin, Kaiser-Wilhelm-Institut, Abdankung u. Emigration des jüd. Direktors u. IG Farben-Aufsichtsrats
Prof. Fritz Haber (Nobelpreisträger H. gilt als Vater chem. Kriegsführung, seine Forschung zu Chlor- u.
Senfgasverwendung ermöglichte dt. Heeresleitung am 22.4.1915 mit Bruch d. Haager Konvention den
Einsatz von 50 t Chlorgas in Ypern/Belgien resultierend in ca. 15 000 Opfern. Zitat Haber: „Angesichts
des Umstandes, daß unsere Gegner unter Verzicht auf jeden Rassenstolz ein buntes Völkergemisch
gegen uns ins Feld führen, ist die Anwendung dieses Mittels voll gerechtfertigt. Wir erreichen auf diese
Weise unseren kriegerischen Zweck u. sparen an kostbaren Blute“(>15.12.39/ 5.6.42/ 9.11.44/ 6.8.45)
01.05. Tag der nationalen Arbeit, Berlin Tempelhofer Feld, Kundgebung mit ca. 1 500000 Teilnehm., abendl.
Abschluß der Feiern mit Ansprache v. Reichskanzler Hitler; Reichspropagandamin. Dr. Goebbels im
Rundfunk: „Am heutigen Abend findet sich über Klassen, Stände und konfessionelle Unterschiede
hinweg das ganze deutsche Volk zusammen, um endgültig die Ideologie des Klassenkampfes zu zer-
stören und der neuen Idee der Verbundenheit u. der Volksgemeinschaft die Bahn freizulegen.“,
Brilon, Westfalen, Zentrum-Bürgermeister Josef Sauvigny’s Rede u.a. „Das neugeformte Deutschland
feiert heute seinen 1.Nationalfeiertag…Noch brausen die Stürme der nationalen Revolution über es
hinweg…Doch während bisher sich deutsche Kraft und deutsches Aufbaustreben zerspalten und ver-
bluten am Parteigezänk und ewigen Führerwechsel, ist es heute ein Wille, der uns eint, eine Kraft, die
uns leitet, ein Führer, der uns ruft, vergessend des Parteihasses von gestern, hat das große Sammeln
begonnen, die Einigung aller Deutschen, deutschen Blutes zur gemeinsamen Tat, deren Sinnbild der
heutige Festtag ist…Im Auftrage der NSDAP heiße ich Sie alle auf das herzlichste willkommen…Ich
bitte…mit mir einzustimmen in den Ruf: Das arbeitende deutsche Volk, sein ehrwürdiger Reichspräsi-
dent, die Verkörperung deutscher Treue, der Kanzler Hitler, sein tatgewordener Aufbauwille, sie leben
hoch, hoch, hoch!...“ (S. wird 1933 SA-, später NSDAP-Mitgl. und „Opa war in Ordnung“ des nie mit
Bildungsdiskriminierung gestraften kath. MdB und CDU/CSU-Fraktionsvors. Dr. jur. Friedrich Merz)
(>1.5.50/ 1.5.55/ 20.6.2000/ 10.10.2000)
Lübeck, die 15jährige Isa Vermehren
verweigert bei Fahnenappell den „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“,
wird vom Gymnasium relegiert u. Opfer
staatsdoktrinübergreifender deutscher Bildungsdiskriminierung
> verfolgte Schüler (1938 zum Katholizismus konvertiert, 1944 wird
die gesamte Familie nach Flucht
des Bruders u. Diplomaten Erich V. nach
Großbritannien in Sippenhaft genommen, Isa V. überlebt die
KZ Ravensbrück, Buchenwald u. Dachau.
Später wird auch an DDR-Schulen der „Flaggenappell“-Kult
an „Festtagen“ praktiziert)
(>14.12.34/ 24.4.45/ 5.8.57/ 4.11.89),
„Sürag“ „Die Nationalsozialistische
Betriebszellenorganisation hat so gewaltige Erfolge zu verzeichnen
daß die endgültige Ausschaltung des
Marxismus aus dem deutschen Arbeitertum nur noch eine Frage
der Zeit ist…dann ist ein Bollwerk
größten Ausmaßes gefallen..dann besitzt die
NSDAP...die Millionen-
heere der deutschen Arbeiter…“
(„national und sozialistisch ist das Denken, Wollen und Handeln der
Süddeutsche
Rundfunk AG-Programmzeitung“ von Dr. Franz Burda, 1934 NSKK, 1938 NSDAP,
Arisierung der jüd. Gebrüder
Berthold, Ludwig und Karl Reiss-Großdruckerei, Freund von NSDAP-
Gauleiter u. Reichsstatthalter Robert
Wagner, Verleger NS-Zeitschrift „Die Deutsche Arbeitsfront“,
1942 Generalstabskarten der
„Kartographischen Anstalt Dr. Franz Burda“, 1949 Bauparerzeitschrift
„Das Haus“, 1954 „Bunte“, 1967
Bundesverdienstkreuz) (>22.6.40/ 3.5.46/ 14.6.85),
Eine Sperre für NSDAP-Neuanträge wird verfügt, die erst am >20.4.37 aufgehoben wird. Zu den vor
„Torschluss“ eingetretenen - „Ich verspreche, als treuer Gefolgsmann des Führers die Partei mit allen
meinen Kräften zu fördern“ - zählen NSDAP-Mitgl. Nr. 1 878 921 Hans Kehrl (Industrieller, IHK-Präs.
Niederlausitz, 1936 SS, 1938
Böhmen u.
Mähren, 1943 Chef Rohstoffamt
Dr. Kurt Kiesinger (1966 BRD-Bundeskanzler), NSDAP-Genosse Nr. 2 636 406 Dr. Günther Quandt
(Industrieller, Accumulatoren-Fabrik AFA - später VARTA und Deutsche Waffen- u. Munitionsfabriken
DWM, der „entnazifiziert“ in der BRD sein Imperium ausbaut - die 12jährige Polin Sofia Czarmecka ist
8 Jahre später eine von vielen DWM-später IWK Industrie-Werke-Karlsruhe Zwangsarbeiterinnen, als
verfolgte Schülerin trägt sie zum Quandt-Familie Reichtum bei >12.12.37), NSDAP-Genosse Nr.
2 673 178 Dr. jur. Karl-Heinz Gerstner (1940-45 Mitarbeiter Dt. Botschaft Paris, 1948 Berliner Zeitung,
1973 Chefreporter, als IM „Ritter“ beim MfS erfaßt - Vater war Ministerialrat Dr. Karl Ritter und Verbin-
dungsmann zwischen AA u. Oberkommando der Wehrmacht, in Nürnberg zu 4 Jahren Haft verurteilt),
NSDAP-Genosse Nr. 2 675 123 Luitpold Steidle (1943 BDO, 1949 DDR-CDUD-Gesundheitsminister),
NSDAP-Genosse Nr. 2 732 006 Gerichtsassess. Dr. jur. Wolfgang Immerwahr Fränkel (1936 stellv.
Reichsanwalt, genannt „Fanatiker der Todesstrafe“, 1951 Bundesanwalt, 1962 Generalbundesanwalt),
NSDAP-Genosse Nr. 2 837 625 Gerichtsass. Dr. jur. Gustav Adolf Baron Steengracht v. Moyland (SA,
1936 Dienststelle Ribbentrop, 1938 Legationssekr., 1939 Leg.Rat, 1941 Min.Dir. (>4.2.38/ 31.3.43),
NSDAP-Genosse Nr. 3 430 914 Herbert v. Karajan (Dirigent, musikalisch. Leiter Opernhaus Ulm, 1935
Generalmusikdirektor, 1939
Staatskapellmeister, 1951 Dirigent bei Wieland Wagner’s 1.Nachkriegs
Bayreuther Festspielen, 1955 Direktor
Berliner Philharmoniker), NSDAP-Gen. 2 473 997 Fa. Oetker-
Pudding-Werke-Chef u. späterer
Freundeskreis Reichsführer-SS Mitgl. Dr. Richard Kaselowsky,
NSDAP-Genosse Nr. 3 204 950 IOC- u.
Freundeskreis Reichsführer-SS Mitgl. Dr. Karl F. Ritter v. Halt,
NSDAP-Genosse Nr. 2 208 548
Diplomsportlehrer Josef „Sepp“ Herberger (1936 Fußballreichstrainer,
1949 National- dann
DFB-Bundestrainer, 1962 Bundesverdienstkreuz >1./16.8.36), die Brüder Fritz,
Adolf, Rudolf Dassler (Sportartikel
Adidas/Puma), NSDAP-Genosse Nr. 2 594 441 Bodo Lafferentz
(Vereinigung
dt. Arbeitgeberverbände-Mitarbeiter, 1933 KdF-Reichamtsleiter, 1937
Geschäftsführer
Gesellschaft
zur Vorbereitung des Dt. Volkswagens GezuVor, 1939 SS-Obersturmführer,
Stab SS-
Rasse- und Siedlungshauptamt RuSHA,
VW-Hauptgeschäftsführer, 1943 Heirat mit Verena Wagner,
gründet mit NSDAP-Mitgl. Nr. 6 078
391 Wieland Wagner das Institut für physikalische Forschung
Bayreuth als KZ
Flossenburg-Außenlager), Ministerialratssohn Hans-Günther Sohl (1935 Krupp-
Rohstoffmanager, 1939 Vereinigte Stahlwerke Vorst., 1943 Reichsvereinigung Eisen-Erzbeschaffer,
1953 Generaldirektor Thyssen, 1956
Vorsitz. Wirtschaftsvereinigung Eisen- u. Stahlindustrie, 1972
BDI-Präs.), NSDAP-Genosse Nr. 3 620 600 Vikar Ingo Braecklein, Prof. Dr. Bolko v. Richthofen
(Historiker, 1933-42 Ordinarius, „Kampfbund für deutsche Kultur“, 1942 bei Dr. Reinhard Gehlen’s
„Fremde
Heere Ost“ und Autor vom „Gedicht an Sowjetbürger:
Jede Minute der Nacht
kann Dich der Henker holen.
Offen dann oder verstohlen
wirst Du zur Schlachtbank
gebracht.“, 1945 Nürnberger Prozeß Verteidigungsberater, CSU, 1964
Bundesverdienstkreuz, 1969 Präs.
Gesellschaft für Vor- u. Frühgeschichte) sowie Suevia-Studenten-
corps-Mitgl. Dr. jur. Fritz Karl Ries
(1934 Gesellschafter der Flügel&Polter KG Leipzig deren Vermögen
1937 auf Dr. R. übergeht, auch die
Mitteldeutsche Gummi- u. Guttapercha-Gesellschaft MIGUIN
Edelmuth&Co Frankfurt/O., die
Herea-Gummiwerke GmbH Finsterwalde, im besetzten Polen die
Oberschlesischen Gummiwerke GmbH
Trzebinia und Gummiwerke Wartheland AG Litzmannstadt/
Lodz gehen in „Kondom-König“ Ries’ Besitz,
für die mit tausenden Zwangsarbeitern erwirtschafteten
Verdienste erhält Dr. R. 1942 das
Kriegsverdienstkreuz, wird am >30.6.46 auf Volksentscheids-Basis
in der SBZ enteignet, in der ABZ als
„Mitläufer“ entnazifiziert, nach 1949 in der BRD für „Verluste“ im
Osten entschädigt und 1967 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt) sowie SA-Mitgl. und Industrieller
Willy Sachs (Fichtel&Sachs AG, 1943 SS-Obersturmbannführer, Wehrwirtschaftsführer, in der ABZ
als „Mitläufer“ entnazifiziert und 1957 mit
dem Bundesverdienstkreuz geehrt) (>29.11.40/ 10.9.69).
Auch Dr. Hans Beyer, Dr. Karl-Heinz
Gerstner (1931-35 Jurastudium, 1933 NSDAP-Mitgl. 2 673 178,
er
erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung
der Diktatur des
Faschismus,
1936-39 Referendar, 1937 Promotion, 1938-40 Gerichtsassessor, 1940-45
Legations-
sekretär Dt. Botschaft Paris u.
Auswärtiges Amt, 1948-73 Redaktion „Berliner Zeitung“, 1957 SED
>17.12.98), Hans Gorzynski, Fritz
Karsunke, Erich Kellner, Werner Masseck, Horst Meischner u. Ernst
Pridöhl sind bereits Parteigenossen
während Dr. Charlotte Bergmann, Kurt Debes, Ilse Dietze, Anton-
Theodor Eversmann, Dr. Gerhard Fickel, Georg Hempel, Karl-Heinz Just, Wolfgang Petermann, Dr.
Reinhard Schwarzlose, Werner Steuwer, Erich Ullmann u. Paul Vollmert „leider“ ihre Parteibücher erst
1937 nach Aufhebung der Aufnahmesperre erhalten (sie finden sich später „entnazifiziert“ z.T. in der
sozialistischen Volkskammer bzw. wie Ernst Aschenbach, Dr. Georg Graf Henckel v. Donnersmarck
und Prof. Dr. Pascual Jordan mit vielen anderen im Bundestag wieder) (>15.9.57)
02.05. unter Dr. Robert Ley`s
„Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ erfolgt die Besetzung von
Gewerkschaftshäusern, Beschlagnahme
v. Gewerkschaftsvermögen, Verhaftung von Gewerkschafts-
funktionären u.a. Theodor Leipart,
Wilhelm Leuschner, Nikolaus Bernhard
u.v.a. (Leuschner wird am
8.9.44 im Namen des Deutschen Volkes
zum Tode verurteilt, Leipart begrüßt 1946 die SPD/KPD-
Vereinigung u. wird SED-Mitglied),
Dr. Ley kommentiert „Wir treten heute in den zweiten Abschnitt der
nationalsozialistischen Revolution
ein…Gewiß, wir haben die Macht, aber wir haben noch nicht das
ganze Volk, dich Arbeiter, haben wir
noch nicht 100%ig…Du sollst auch von den letzten marxistischen
Fesseln befreit werden.“
(>10.5.33/ 19.5.33/ 20.1.34/ 12.8.44/ 20.5.46),
„Berliner Börsen-Courier“ „Alle
Führer der freien Gewerkschaften in Schutzhaft“
03.05. Erlaß zur Zulassung von Ausländern bzw. ausländischen Nichtariern zu dt. Schulen u. Hochschulen,
München, NSDAP-Ortsgruppe Bogenhausen erhebt „Einspruch…, daß in den für den Ortsgruppen-
Bezirk in Betracht kommenden Volksschulen…auch im neuen Schuljahr 1933/34 Judenkinder mit
Deutschen Kindern gemeinsam unterrichtet werden sollen.“ > verfolgte Schüler,
„Völkischer Beobachter“ „Der zweite Abschnitt der nationalsozialistischen Revolution: Säuberung der
Freien Gewerkschaften und Aufbau einer neuen Arbeiterorganisation“ (>10.5.33),
Christliche Gewerkschaften ordnen sich ins „Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ ein, die
Gewerkschaftsführer u.a. Franz Behrens, Dr. Theodor Brauer, Jakob Kaiser, Bernhard Otte werden
Mitglied im 60köpfigen „Arbeitskonvent der Deutschen Arbeitsfront“ der noch im Mai erstmals tagt
04.05. Berlin, letzte SPD-Vorstandssitzung (Vorstandsmitgl. S. Crummenerl, P. Hertz, F. Stampfer, H. Vogel,
O. Wells emigrieren/flüchten, E. Ollenhauer z.B. flieht am 6.5. nach Prag, 1938 nach Paris, 1940 nach
Spanien u. Portugal, 1941 nach Großbritannien, ist am >5./6.10.45 in Hannover)
05.05. Breslau, jüd.-dt. Autor
Walter Tausk’s Tagebuchnotiz: „In den Schulen werden jetzt die nichtarischen,
also jüdischen Kinder durch einige Lehrer
von den anderen getrennt, für sich gesetzt!..Zum Teil
haben
das die Kinder, die arischen, selbst
verlangt! Sie wurden von offenen Pöbeleien der Lehrer unterstützt,
die z.B. in der Augustaschule,
Breslau, die jüdischen Kinder nicht mit drannehmen, „weil sie ja doch
keine deutsche Geschichte verstünden,
die sie auch nichts anginge.“ > verfolgte Schüler (>24.9.38)
06.05. preuß. Kultusminister Dr. Rust’s Erlaß zur Umwandlung universitärer Pädagogischen Akademien in
„Hochschulen für Lehrerbildung“ im „Neuen (nationalsozialistischen) Geist“ (Dr. Rust: „Die Lehrpläne
der Pädagogischen Akademien lassen deutlich den Versuch des abgetretenen Regimes durchblicken,
unter den Decknamen von allerhand schönen wissenschaftlichen Dispositionen eine marxistische
Lehrerschaft zur Zersetzung des deutschen Volkes heranzuziehen…“, bis 1936 sind HfLs im Gesamt-
Reich eingeführt an denen ab 1936 auch künftige Studienräte zwei Semester absolvieren müssen)
mit nur zweijährigem Volksschullehrer-Studium (>5.12.50) unter Erfüllung der politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung (freiwilliges „Arbeitsdienst“-/„Hauswirtschafts“-Jahr
und Mitgliedschaft in einer NS-Organisation wie sie z.B. drei Jahre später von BDM-Scharführerin
Hannelore „Loki“ Glaser erfüllt werden; ex-SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidts Gattin betreibt
Wehrsportunterricht mit Kleinkaliberschießen, absolviert den Luftschutzkursus ehe sie 1937 das Abitur
besteht und von 1938-40 an einer Hochschule für Lehrerbildung, wo „Verhalten und Leistungen in der
NSDAP und ihren Gliederungen…entscheidend…auch für das abschließende Urteil (sind)“ erfolgreich
studiert - im Rahmen sozialer Kanzlergattinnen-Engagements thematisiert Pädagogin Schmidt später
nie das Schicksal jener politische Kriterien sozialistischer Begabtenförderung nicht erfüllender
verfolgter SchülerInnen) (>10.7.33/ 2.5.40/ 8.2.41/ 24.8.49),
Braunschweig; SS-Obergruppenführer Dietrich Klagges (1925 NSDAP) wird Ministerpräs. (bis 1945, in
K.’s Amtszeit führt Landespolizeileiter u. SS-Gruppenführer Friedrich Jeckeln die dt. „Geiselqote“ 10:1
ein als er am 4.7.33 im Pappelhof Rieseberg/Braunschweig zehn Unbeteiligte: Hermann Behme,
Julius Bley, Hans Grimminger, Kurt Heinemann, Reinhold Liesegang, Wilhelm Ludwig, Walter
Römling, Gustav Schmidt. Alfred Staats und Willi Steinfaß als ,Sühne’ für den Mord am SS-Mann
Gerhard Landmann erschiessen lässt (>29.8.41/ 29./30.9.1941/ 22.2.49),
Karlsruhe, Verein für das Deutschtum im Ausland VDA und Hitler-Jugend-Reichsjugendführer unter-
zeichnen Abkommen gegenseitiger Mitgliedschaft (VDA-Ehrenvors. ist Reichspräs. P. v. Hindenburg,
VDA-Bundesleiter ist Dr. Hans Steinacher) (>8.5.33/ 4.7.33/ 27.10.33/ 24.6.39/ 27.6.81),
Thüringen, Reichsstatthalter wird NSDAP-Min. Präs. Fritz Sauckel (Zitat 1934 „Denn Thüringer-Land
ist Hitler-Land“) (>18.6.33/ 21.3.42/ 20.4.42/ 6.1.43/ 29.4.45/ 14.11.45/1.10.46)
07.05. Berlin, Preußische Akademie
der Künste, erzwungener Rücktritt von Ehrenpräs. Max Liebermann
(Zitat: „Ich kann gar nicht so viel
essen, wie ich kotzen möchte.“ L. stirbt 1935, die jüd. Witwe des
Impressionisten begeht 85jährig vor
ihrer Deportation in ein KZ Selbstmord),
jüdisch-deutschen Beschäftigten der
Reichswehr wird gekündigt
08.05. preuß. Kultusminister Dr.
Rust’s Erlaß bezüglich Schüler nichtarischer Abstammung an höheren und
mittleren Schulen („Wie ich erfahre,
sind einzelne Leiter höherer Lehranstalten bereits dazu überge-
gangen, Schüler nichtarischer
Abstammung, zum Teil auch Angehörige fremder Staaten, vom Besuch
der höheren Lehranstalten
auszuschliessen…“ (Ausführungen zum Gesetz v. 25.4.1933/ 15.7.1933)
> verfolgte Schüler,
Auslandsorganisation der NSDAP AO wird NSDAP-Gau (
Palästina gründen NSDAP-Landesgruppen), Gauleiter ist Ernst Wilhelm Bohle (Landesgruppenleiter
Südafrika, 1937 wird E. Bohle Staatssekr.und Chef der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt,
Landesgruppenleiter Schweiz ist Wilhelm Gustloff - später Namenspatron des KdF-Schiffes, in der
NSDAP-Landesgruppe Frankreich wird später z.B. Dr. jur. Christian Graf Dönhoff für die Rückführung
geflüchteter Deutscher verantwortlich - in der BBZ/BRD schreibt der ex-NSDAP AO-Kolonialreferent
mit Goebbels-Propagandisten und NSDAP-Mitgl. für „DIE ZEIT“) (>2.9.36/ 21.3.46),
KZ Dachau, der
gefolterte KPD-
flieht in dessen Kleidung (1936 wird Beimler im span. Bürgerkrieg erschossen - in der DDR werden
Straßen, Fabriken, ein Orden u. Kindersoldaten-Wettkämpfe nach ihm benannt) (>17.7.56/ 01.1967)
09.05. Beschlagnahme des noch nicht ins Ausland gebrachten SPD-Vermögens (>22.6.33/ 18.7.33),
Hanns Lilje’s u. Walter Künneth’s „Aufruf der Jungreformatorischen Bewegung zum Neubau d. Kirche“
u.a. „Wir fordern, daß die evangelische Kirche in freudigem „JA“ zum neuen deutschen Staat den ihr
von Gott gegebenen Auftrag…erfüllt“ lehnen aber „grundsätzlich die Ausschließung von Nichtariern
aus der Kirche ab“ (>21.10.44)
10.05. Gründung Deutsche Arbeitsfront unter Dr. Robert Ley (Zitat: „Die Arbeit ist nicht des Lohnes und des
Geldverdienens wegens da, sondern die Arbeit ist Selbstzweck, und die gerechte Entlöhnung ist eine
notwendige Anerkennung für die Leistung.“), wird mit ca. 23 Mio. Mitgl. größte NS-Massenorganisation
(Beitragsaufkommen in 1939 RM 539 000 000), §1 Die DAF ist die Organisation der schaffenden
Deutschen der Stirn und der Faust…§3 Die DAF ist eine Gliederung der NSDAP. §4 Die Führung der
DAF hat die NSDAP…(Handwerks- und Handelskammern ordnen an, daß „nur noch Lehrlinge einge-
stellt werden, die Mitglied der HJ oder des BDM sind, andernfalls das Lehrverhältnis nicht anerkannt
wird…“) (>28.4.1934/ 24.10.1934/ 19.3.1940/ 15.6.1945/ 9./11.2.1946),
Tag der Bücherverbrennung an allen
deutschen Universitäten unter Teilnahme von Rektoren und
Professoren, als Auftakt zur
Verbrennung „marxistisch jüdischer“ Bücher (ein Plakattext „Vergesst die
Bibel nicht, auch sie ist jüdisches
Geistesgut!“) in Berlin hält Prof. Dr. Alfred Bäumler, Ordinarius für
Politische Pädagogik eine Vorlesung
über die nationalsozialistische Revolution und ihre geistigen und
philosophischen Grundbedingungen (in der
sozialist. Diktatur des Proletariats DDR werden Schriften,
die „den moralischen und politischen
Anschauungen der Werktätigen widersprechen“ illegale „Schund-
und Schmutzliteratur“, Verordnungen
v. 15.9.55, 26.3.69, § 146 StGB 1968, das sozialistische Buch-
wesen, der Leipziger Kommissions- und
Großbuchhandel, der „Volksbuchhandel“ u. der Schriftsteller-
verband der DDR regeln Einzelheiten,
da „die Kunst, die Wissenschaft und ihre Lehre frei“ sind!)
(>26.10.33/ 17.8./1.9.34/ 15./17.3.51/ 22./25.5.52/ 1.6.55/ 15./18.12.65/ 1.6.66/ 3.4.68/ 11.4.68),
Berlin, Opernplatz, Propagandaminister u. Doktor der Literaturwissenschaften J. Goebbels’ Brandrede
an „meine Kommilitonen“ (sie erfüllen die ideologischen Kriterien der NS-Begabtenförderung)
endet mit „einem Gelöbnis,…, das heute wieder unter diesem Himmel und umleuchtet von dieser
Flamme ein Schwur sein soll: das Reich und die Nation und unser Führer Adolf Hitler: Heil! Heil! Heil!“,
Dresden, Dr. phil. Wilhelm Hartnacke (NSDAP) wird für deutsche Schlichtheit gegen ,Bildungsinflation’
agierender sächs. Kultusminister (Zitat: „Die Entartung der Schule zu einem Berechtigungsinstitut muß
ein Ende
haben.“) > verfolgte Schüler
(>15.6.53/ 14.3.63/ 1.7.63/ 4.12.2001),
Frankfurt/M., Pädagogische Akademie,
NS-Pädagoge Prof. Dr. Ernst Krieck: „Das Studentenfreikorps
lädt die Gesamtheit des
Professorenkollegiums zu der Verbrennung d. marxistischen u. korruptionisti-
schen Schriften ein, die
Mittwochabend, den 10. Mai, auf dem Römerberg stattfinden wird. Die Stu-
denten würden es im Hinblick auf die
große symbolische Bedeutung dieser Zeremonie begrüßen, die
Gesamtheit d. Professorenschaft dort
zu sehen. Ich lade daher die Kollegen ein, zahlreich daran teil-
zunehmen. Abmarsch: von der
Universität auf den Römerberg Mittwoch, 20 Uhr, mit Musik. Die
Korporationen werden in Uniform daran
teilnehmen, ebenso die SA-Bataillone.“ -„Brandredner“ ist ev.
Studentenpfarrer Otto Fricke (später
„Bekennde Kirche“ und Helfer für Rassenhygieniker Verschuer)
12.05. Gesetz über Wiedereinführung der Militärgerichtsbarkeit (>1.10.36/ 4.4.63);
„Westdeutscher Beobachter“ „Die neuen Bestimmungen über Beamte, Ärzte und Anwälte reinigen
das öffentliche Leben von
nichtarischen, fremdgearteten Elementen“ schreibt u.a. der „Staatsrechtler
des neuen Reiches“ Prof. Dr. Carl
Schmitt (1910 Promotion, Autor „Über Schuld und Schuldart“, 1914
Autor „Der Wert des Staates und die
Bedeutung des Einzelnen“, 1916 Habilitation, ab 1921 Professor
in Greifswald, Bonn, Köln und Berlin,
lehrt die späteren NS-Staatsrechtler Ernst Forsthoff, Ernst Huber
und Theodor Maunz, 1922 Autor
„Politische Theologie“, 1924 Autor „Diktatur des Reichspräsidenten“,
1926 Autor „Die Kernfrage des
Völkerbundes“, Rechtsberater der Reichskanzler Kurt v. Schleicher u.
Franz v. Papen, 1928 Autor
„Verfassungslehre“/ Neuauflage 1970, 1.5.1933 NSDAP-Mitgl., 06.1933
im Führerrat Akademie für Deutsches
Recht, 07.1933 Preuß. Staatsrat, 1934 Hauptschriftleiter der
Deutsche
Juristen Zeitung des Bundes Nationalsozialistischer Dt. Juristen BNSDJ, 1934
rechtfertigt
Katholik Schmitt in der DJZ die Morde der Röhm-Affaire - zu
deren Opfern das befreundete Ehepaar
v. Schleicher gehören - mit „Der
wahre Führer ist immer auch der Richter“, ebenfalls 1934 schreibt S.
in der „Juristischen Wochenschrift“
„Das gesamte heutige deutsche Recht…muß ausschließlich und
allein vom Geist des Nationalsozialismus
beherrscht sein…Jede Auslegung muß eine Auslegung im
nationalsozialistischen
Sinne sein.“ und in der Deutschen
Juristischen Zeitung „Heute wird jeder den
Satz: Kein Verbrechen ohne Strafe…gegenüber
dem Satz: Keine Strafe ohne Gesetz…als die höhere
und stärkere Rechtswahrheit
empfinden“, 1935 nennt S. die Nürnberger Rassegesetze „Verfassung
der Freiheit“, 1936 „Das Judentum in
Rechts- u..Wirtschaftswissenschaft“-Kongreßvorsitz., 1937 z.T.
Ämterverlust, 1939 Autor
„Völkerrechtliche Großraumordnung“, 1940 Autor „Positionen und Begriffe“:
„Der Führer schützt das Recht vor dem
schlimmsten Mißbrauch, wenn er…Kraft seines Führertums
als Oberster Gerichtsherr unmittelbar
Recht schafft“, 1950 Autor „Die Lage der europäischen Rechts-
wissenschaft“, 1954 Autor „Gespräch
über Macht und den Zugang zu Machthabern“, 1956 Autor
„Hamlet oder Hekuba“, 1959
veröffentlichen ex-NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Hans Barion (kath. Theologe),
Prof. Dr. Ernst Forsthoff u. Prof.
Dr. Werner Weber die „Festschrift für Carl Schmitt zum 70.Geburtstag
dargebracht von Freunden u.
Schülern“. Am 16.12.66 wird über einen von Deutschlands Besten
Christen, dem intellektuellen
Opportunisten Schmitt in der „Frankfurter Rundschau“ gemeldet, er sei
zu Zeiten der Großen Koalition der „heimliche staatsrechtliche Berater“ Bundeskanzler Kiesingers - ein
Dementi erfolgt nicht) (>4.7.40/ 1.10.54/ 1.12.66/ 7.11.68)
15.05. Tübingen, „Juden und Fremdrassigen ist der Zutritt
zum städtischen Freibad zu verwehren.“
17.05. Reichstag, A. Hitler
spricht im Rahmen einer Friedensresolution zur Außenpolitik und Abrüstung, mit
einer Neuheit im dt.
Parlamentsprotokoll -Zustimmung durch Erheben von den Plätzen zu deklarieren -
wird nicht ohne Verwunderung
registriert, daß die noch teilnehmenden 65 SPD-MdR unter Paul Löbe
sich entgegen der Empfehlung der
Exil-SPD erheben und eine Loyalitätserklärung für Hitler abgeben
18.05. Gründung Deutsche Evangelische Kirche (Landeskirchen-Zusammenschluß) (>11.7.33/ 27./31.8.45),
Deutscher Anwaltsverein tritt Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ bei (>21.5.33/ 30.9.33)
19.05. Reichstag akklamiert Gesetz zum Schutze der nationalen Symbole und Gesetz über Treuhänder der
Arbeit, §1 Der Reichskanzler ernennt auf Vorschlag…Treuhänder… §4 Treuhänder…sind an Richt-
linien und Weisungen der Reichsregierung gebunden.“
20.05. „Westfälische Zeitung“ berichtet über „Fahnenweihe“ darunter auch die Fahne der Reichsbahn-SS
Bielefeld: „Dann weihte Parteigenosse Pfarrer Niemöller die drei neuen Hakenkreuzfahnen...Mit
erhobenen Händen gelobte man dem Wahrzeichen der Einigkeit, der Hakenkreuzfahne, die Treue.
Die Fahnenweihe klang aus im Horst-Wessel-Lied.“
05. Gründung von Dr. H. Schacht’s „Scheinfirma“ Metallurgische
Forschungsgesellschaft mbH mit
Reichsbank- und
Reichswehrvorstand und RM 1 000 000 Grundkapital von fünf Industriekonzernen
u.a. Krupp, Siemens, Rheinmetall,
Gutehoffnungshütte zur verschleierten Teilfinanzierung der nach
dem Vertrag von Versailles hohen illegalen
Rüstungsausgaben mittels vom Reichsfinanzministerium
mit 4% verzinster sog. MeFo-Wechsel
(zum Fälligkeitstermin 1938 nicht gedeckte Wechsel von ca.
RM 12 000 000 000) (>7.1.39),
„Deutsche Juristenzeitung“ „Die restlose
Ausrottung des inneren Feindes gehört zur deutschen Ehre.
An ihr kann der Richter durch
großzügige Auslegung der Strafprozeßordnung teilnehmen.“,
Bayerischer Heimat- und Königsbund, Landesleiter Georg Enoch von und zu Guttenberg verbreitet
Aufruf „An die königstreuen Bayern!“ u.a. „Geduld verlangt diese Zeit von uns. Wir dürfen sie auch
haben; denn diejenigen, die sie uns von Staats wegen befehlen, sie arbeiten an einem guten Ziel: Es
gilt den nationalen Willen im ganzen deutschen Volke zu erneuern…Betrachten wir die Arbeit, vor der
Hitler steht. Das Vertrauen des deutschen Volkes hat ihm ermöglicht, die Lösung seiner Aufgabe in
einem Zuge über das ganze Reich in Angriff zu nehmen. Eine geschichtliche Fügung, die der Opfer
wert ist. Bayern bringt sie bewußt der gemeinsamen deutschen Sache…Wir sind bereit, das Unsrige
dazu zu tun…Wir ordnen uns ein, um dem Ganzen zu dienen. Einordnen aber heißt nicht aufgeben.
Schweigen für eine Zeit kann die Treue, aber verleugnen wird sie sich niemals. Und wenn einer wie
Hitler dem Volke seine besten Kräfte zurückgeben soll, dann vertrauen wir, daß er dem Bayern seine
Treue nicht nehmen will…“ (07.1933 löst v. Guttenberg den BHKB auf, bei Röhm-Affaire vom 30.6.34
wird v. Guttenberg für Monate inhaftiert, 1940 stirbt der Vater des späteren CSU-Staatssekretärs
Karl Theodor von und zu Guttenberg als Kapitänleutnant der in Bremerhaven zum Truppentransporter
umgebauten SS „Europa“) (>22.4.38/ 06.1991),
KZ Moringen/Göttingen eröffnet, Lagerdirektor wird bis 1945 NSDAP-Mitgl. u. „Arbeitshaus“ Moringen-
Direktor Hugo Krack (>06.1940/ 05.1949),
KWG-Präsident Prof. Dr. Max Planck an A. Hitler: „Die zur 22.Ordentlichen Hauptversammlung der
Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften versammelten Mitglieder beehren
sich, dem
Herrn
daß auch die deutsche Wissenschaft bereit ist, am Wiederaufbau des neuen nationalen Staates, der
ihr Schutz u. Schirmherr zu sein gewillt ist, nach besten Kräften mitzuarbeiten.“ (>14.7.33/ 7./8.6.2001)
21.05. Deutscher Richterbund DRB tritt Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ bei („Der Deutsche
Richterbund sieht seine Hauptaufgabe…in der Mitwirkung des gesamten Richtertums an der Neuge-
staltung des deutschen Rechts und der dt. Rechtsordnung, die in Zukunft von einem Reichsrichtertum
getragen sein soll. Frei von Fesseln, entsprechend dem germanischen Richterideal, muß der Richter
jeder Vergewerkschaftung oder Verfachschaftung entzogen bleiben.“ - auch Tübingens Landgerichts-
rat u. Dozent für Staatsrecht Prof. Dr. Karl Schmid, 1940-44 Kriegsverwaltungsrat bei der Oberfeld-
kommandantur Lille/Frankreich, 1945 zu Prof. Dr. Carlo Schmid gemausert und Württemberg-Hohen-
zollernscher SPD-Regierungschef, 1948-49 Parlamentar. Rat, 1949-72 SPD-MdB, 1966-69 Bundes-
minister f. Bundesratsangelegenheiten) (>30.9./3.10.33/ 1.9.48/ 9.1.51/ 9.5.58/ 10.10.59/ 8.6.60)
22.05. Luxemburg, westdeutsche
Fußballmannschaft wird nach ihrem Hitler-Gruß ausgepfiffen
25.05. KPD-MdR Wilhelm Pieck flieht nach Paris (07.1945 kehrt er nach Berlin zurück u. wird KPD-ZK-Vors.)
(>3./15.10.35),
Berlin, Protesterklärung der Zeugen Jehovas an Reichsregierung (>7.10.34/ 10.7.50)
26.05. Gesetz über die Einziehung kommunistischen Vermögens (Beginn politisch motivierter Enteignungen,
entwickelt sich über Arisierung jüd. Sach- u. Geldvermögens, Einziehung „volks- und staatsfeindlicher“
Vermögen im
Dt.
anleihen u. Besitznahme fremdstaatl. Goldreserven zur größten Besitzumverteilung der dt. Geschichte
gefolgt von Profit aus Zwangsarbeit, vom Besitzwechsel bei Bodenreform /Enteignungen in SBZ/DDR)
(>18.7.33/ 18.11.38/ 12.5.39/ 4.10.39/ 29.5.41/ 2.9.45/ 8.2.49/ 29.10.45/ 26.11.54/ 03.1994),
Österreich; Regierung Dr. Dollfuß verbietet Kommunistische Partei Österreichs (>30.5.33/ 19.6.33),
USA; „New York Times“ veröffentlicht Pastor Harry Fosdick’s, von 1 200 Kirchenmännern gezeichnete,
Protestnote gegen den deutschen Antisemitismus
28.05. Freie Stadt Danzig; NSDAP-Wahlsieg mit absoluter Volkstag-Mehrheit durch ca. 95% dt. Wähler
29.05. Berlin,
Führerstellvertreter Rudolf Heß trifft Wirtschaftsvertreter u.a. Carl v.
Siemens, Fritz Thyssen,
Hugo Stinnes, Deutsche Bank-Direktor
Emil Georg v. Stauß u. Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach,
letzterer schreibt am gleichen Tag an
Reichsbankpräs. Dr. Hjalmar Schacht: „…habe ich kürzlich in
einer Besprechung mit Herrn
Reichskanzler…vorgeschlagen, alle Sammlungen seiner Partei in einer
großen Sammlung zu konzentrieren, die
gleichmäßig und im richtigen Verhältnis zu ihrer Belegschaft
möglichst alle Firmen der deutschen
Wirtschaft einschl. Landwirtschaft und Bankenwelt trifft…“
30.05.
Vorsitz. des „Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft“-Kuratorium (unterstützt durch die von
G. Krupp u. Dr. Carl Köttgen geleitete „Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände“ beträgt das
Spendenaufkommen 1933 RM 36 000 000 u. bis 1945 RM 700 000 000! Jeder Unternehmer spendet
5 Promille der Jahreslohn- u. Gehaltssumme zugunsten der NSDAP. Zur Umrechnung kann der später
von der Bundesbank berechnete RM 1:DM 5,9 Kurs verwendet werden) (>20.6.48/ 10.6.49/ 30.3.54),
Österreich; Regierung Dr. Dollfuß verbietet Republikanischen Schutzbund (>19.5.33),
Schweiz; Genf, Völkerbund verurteilt deutsche antisemitische Politik und entscheidet zugunsten einer
Petition des jüdischen Oberschlesiers Franz Bernheim der durch antisemitische Maßnahmen seinen
Arbeitsplatz
verlor, das Deutsche
vor dem 30.1.1933 in Oberschlesien galt. Bis zur Gleichschaltung Oberschlesiens 1937 besitzen
jüdische Deutsche hier bürgerliche Rechte (>14.10.33/ 26.9.95)
31.05. Reichsregierung befreit
neue(!) KFZ von der Steuer (Abarten dieser Politik gibt es noch heute)
01.06. Gesetz zur Verminderung der
Arbeitslosigkeit („maßgebend von…Alt-Pg. Fritz Reinhardt, 1928-30
Gauleiter Oberbayern, 1928-33 Leiter
NSDAP-Rednerschule, seit 1933 Staatssekretär i. Reichsfinanz-
ministerium geschaffen“, u.a. werden
Arbeitsplätze berufstätiger Frauen mittels RM 1 000-Ehestands-
darlehen, RM 600-Ausstattungshilfen
mit z.T. betrieblichen Massenhochzeiten zugunsten v. Männern
„freigemacht“ bzw. werden Frauen in
die Hauswirtschaft „überführt“. 1935 wird zudem erstmals die
Arbeitslosen-Statistik/ -erfassung
verändert) (>20.9.33/ 23.12.38),
Gesetz zur Minderung der
Arbeitslosigkeit u.a. mit zinslosen Einkaufsgutschein-Ehestandsdarlehen
(mit jedem Kind reduziert sich die
Tilgung um 25%, nach 4 Kindern ist das Darlehen „abgekindert“)
02.06. Hamburg, Gründung „Deutsche Rechtsfront“ unter Dr. jur. Hans Frank,
Verordnung über Tätigkeit von Zahnärzten u. -technikern bei Krankenkassen (Nicht-Arier-Ausschluß)
03.06. Fuldaer Bischofskonferenz,
Hirtenbrief mit Bekenntnis zum NS-Staat ohne „versteckten Vorbehalt“
u.a. „…Wir wollen dem Staat um keinen
Preis die Kräfte der Kirche entziehen und wir dürfen es nicht,
weil nur die Volkskraft und die
Gotteskraft…uns erretten…kann. Ein abwartendes Beiseitestehen oder
gar eine Feindseligkeit der Kirche
dem Staate gegenüber müßte Kirche u. Staat verhängnisvoll treffen“
und „Zu unserer großen Freude haben
die führenden Männer des neuen Staates ausdrücklich erklärt,
daß sie sich selbst und ihr Werk auf
den Boden des Christentums stellen. Dies ist ein öffentliches,
feierliches Bekenntnis, das den
herzlichen Dank aller Katholiken verdient. Nicht mehr soll also der
Unglaube und die von ihm entfesselte
Unsittlichkeit das Mark des dt. Volkes vergiften, nicht mehr der
mörderische Bolschewismus mit seinem
satanischen Gotteshaß die deutsche Volksseele bedrohen
und verwüsten…Es fällt deswegen uns
Katholiken auch keineswegs schwer, die neue starke
Betonung der Autorität im deutschen
Staatswesen zu würdigen und uns ihr mit jener Bereitschaft zu
unterwerfen, die sich nicht nur als
eine natürliche Tugend, sondern wiederum als eine übernatürliche
kennzeichnet, weil wir in jeder
menschlichen Obrigkeit einen Abglanz der göttlichen Herrschaft und
eine Teilnahme an der ewigen
Autorität Gottes erblicken…“ (>20.7.33/ 1.7.49/ 23.4.50/ 28.7.50)
05.06. Vatikan/Österreich;
Konkordat durch Kardinalstaatssekr. E. Pacelli, den österreich. Bundeskanzler
Dr. E. Dollfuß und Justizminister Dr.
K. Schuschnigg unterzeichnet (>20.7.33)
06.06. Berlin, ein afghan. Student ermordet Afghanistan’s Botschafter Sardar Khan (>3.11.33/ 28.4.78),
Westdeutsche Spielervereinigung führt „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“ beim Fußball ein (>7.8.33)
08.06. USA; New York, der
jüd.-amerik. Boxer Max Baer schlägt ev.-deutschen Boxer Max Schmeling k.o.
(aus Protest gegen die
Judenverfolgung in Deutschland trägt Baer Boxershorts mit Davidstern)
8./11.6. München; 1.dt. Gesellentag der kath. Arbeiterjugend, ca. 25 000 Teiln., in seiner Rede sagt der kath.
Gesellenverein-Generalsekr. Dr. Johannes Nattermann u.a. „Wiederum hat die dt. Nation den Schild
des heiligen Reiches gegen Unglauben u. Heidentum geführt. Wiederum war das dt. Volk seiner
Sendung treu. So, deutsche Jugend, deute ich die Stunde unserer Gegenwart…“ (die SA verprügelt
hunderte Teiln. Dr. N. schreibt: „Gott-Volk-Reich. Das Buch vom 1.deutschen Gesellentag“) (>13.8.33)
09.06. Hamburg, Deutsche
Halbschwergewichtsboxmeisterschaft, der Sinto Johann Wilhelm Trollmann siegt
über Adolf Witt (Trollmann wird der
Titel aberkannt, 1938 wird er sterilisiert, 1942 ins KZ Neuengamme
eingeliefert u. am 9.2.43 ermordet;
fast 70 Jahre später erklärt der Deutsche Boxverband „Nach
reichlicher Prüfung werden wir die
deutsche Meisterschaft des Jahres 1933, die Herr Trollmann in
einem Meisterschaftskampf errungen
hat, als solche würdigen und ihn in unsere Listen aufnehmen.")
11.06. Universität Münster,
Audiomax, der kath. Dogmatiker Prof. Dr.
der kath.-theolog. Fachschaft für
Angehörige aller Fakultäten über „Begegnungen zwischen kath.
Christentum und
nationalsozialistischer Weltanschauung“ u.a. „Da im Hintergrund aller
Geschichte der
göttliche Wille steht, können wir aus
der Geschichte ohne Furcht uns zu täuschen ablesen, daß Gott
dem deutschen Volke eine der größten
Aufgaben zudachte“ über die „selbstverständliche Forderung
der Zeit “ sich nicht nur
„rückhaltlos in den neuen Staat einzuordnen, sondern auch die geistigen
Grundlagen der
nationalsozialistischen Weltanschauung zu würdigen“ damit „der Bau des Reiches
gelingt…das sein wird eine Opfergemeinschaft
von unerschütterlich in Gott gegründeten, aus dem
deutschen Volkstum genährten, demütig
auf Gott vertrauenden, ihrer Verantwortung bewußten, von
Christus geformten deutschen
Menschen.“ Der vielbeachtete Vortrag wird in Heft 1, der „dem Aufbau
des Dritten Reiches aus geeinten
Kräften des nationalsozialistischen Staates und des kath. Glaubens“
dienenden
Schriftenreihe „Reich und Kirche“ veröffentlicht (1945 hält Prof. S. an der
Uni. München
Vorlesungen über das „Wesen des
Christentums“ - ab 1951 gehört der spätere Kardinal Joseph
Ratzinger zu seinen Schülern, 1954
veröffentlicht Prof. S. diese Thesen in Ettal bereits in 3.Auflage!)
12.06. Gesetz gegen den Verrat d. deutschen Volkswirtschaft (Meldepflicht: Auslandskonten, Devisen über
RM 200) (>8.3.34/ 17.7.34/ 8.11.34/ 5.12.34/ 23.10.35/ 23.11.35/ 12.12.38/ 7.2.56/ 11.7.56/ 20.9.61)
12.6./27.7. Großbritannien; London, Weltwirtschaftskonferenz (aus dem Vertrag von Versailles resultierende
dt. Reparationszahlungen wurden 1932 eingestellt), Reichswirtschaftsmin: Dr. Alfred Hugenberg
(DNVP) überreicht (später) veröffentlichtes Memorandum mit dt. Forderungen nach Lebensraum im
Osten und Rückgabe dt. Kolonien in Afrika (>28.6.33/ 5.5.34/ 30.1.37/ 5.11.37/ 18.7.49/ 27.2.53)
13.06. Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD wird „Reichsstelle für akadem. Auslandsarbeit“ unter
SS-Gruppenführer Ewald v. Massow, u.a. mit SA-Chef Ernst Röhm, Alfred Rosenberg (>04.35/ 5.8.50)
14.06. Reichsfilmkammergesetz zur „Gleichschaltung“ der Filmwirtschaft (>22.9.33/ 1937/ 7.8.52)
15.06. Berlin, SPD-Vorstände um Paul Löbe widerrufen Prager SoPaDe-Exilvorstands-Erklärungen,
KZ Breitenau-Guxhagen b. Kassel auf Gelände der Landesarbeitsanstalt eröffnet (1940 Gestapo-
Arbeitserziehungslager, ca. 9 000 Häftlinge, der jüngste ist 12 Jahre) > verfolgte Schüler (>23.6.33)
16.06. Berlin, Opernplatz, Deutsche Studentenschaft-Kundgebung, Staatskommissar u. preuß. Bildungsmin.
Dr. Rust verkündet neuen Studententyp und studentischen Arbeitsdienst, dies sei „die wahre große
praktische Schule…, denn hier hört die Belehrung und das Wort auf und die Tat beginnt…Wer im
Arbeitsdienstlager versagt, der hat das Recht verwirkt, Deutschland als Akademiker führen zu wollen.“
(>4.5.57/ 28.2.58) (freiwilligen
studentischen Arbeitsdienst leisten z.B. Hanns-Martin Schleyer, 1.7.33
SS, 1.5.37 NSDAP/Leiter Studentenwerk
Heidelberg, 1938 Leiter Studentenwerk Innsbruck, 1939
Promotion, 1941 Leiter Studentenwerk
Prag, 1943 Zentralverband der Industrie f. Böhmen u. Mähren,
1948 als „Mitläufer“ entnazifiziert,
1951 Daimler Benz, 1963 Vorst. Daimler Benz AG, 1973 BDA-Präs.
oder Hans Rößner, 1933 SA, 1934
SD/SS, 1936 Beteiligung Thomas Mann Ehrendoktorwürde-Aber-
kennung, Promotion, 1940
Reichssicherheitshauptamt Abt.-Leiter IIIc3 „Volkskultur und Kunst“, 1941
beamteter Sturmbannführer, 1943 Zitat
Rößner „Der Jude nistet sich dort ein, wo das sog. kulturelle
u. geistige Leben…sich ein eigenes
Reich zu schaffen im Begriff war.“,1948-53 Lektor Stalling Verlag,
1953-58 Verlagsleiter Insel-Verlag,
danach Verlagsleiter Klaus Piper-Verlag München, hier betreut er
die jüd. Autorin Hannah Arendt!
Erstmals wird das 4.Semester ’33 zum studentischen Arbeitsdienst
eingezogen, in Folge wird
Universitätszulassung von ½jähriger Dienstpflicht - 4 Monate Arbeitsdienst,
2 Monate SA-Lagerdienst - abhängig
gemacht um die politischen Kriterien
nationalsozialistischer
Begabtenförderung
der Diktatur des Faschismus zu erfüllen. In bester deutscher Tradition
erfüllt
ex-Sozialistisches
Hochschulbund-Mitgl., Ökonomie- u. Jura-Student Karl Schiller diese Kriterien.
Er
tritt Juni ’33 dem
Nationalsozialistischen Dt. Studentenbund NSDStB bei, 1935 promoviert SA-Mann
Schiller in Heidelberg u. leitet
1935-41 am Institut für Weltwirtschaft Kiel eine Forschungsgruppe, am
1.5.1937 wird Dr. Schiller
NSDAP-Genosse Nr. 4 663 250 und 1938 NSDAP-Ortsgruppenleiter, 1939
habilitiert Dr. S. an der Uni. Kiel
u. wird Nationalsozialistischer Dt. Dozentenbund NSDDB-Mitgl., 1941-
45 wird Prof. Dr. S. dekorierter
Ostfront-Wehrmacht-Oberstleutnant, 1944 Ernennung als Professor für
Nationalökonomie Uni. Rostock. Der
„Braunschweiger“/„Wendehals“-Uni. Kiel-Gastprofessor von 1946
-zum SPD-Genossen gewandelte- nach
Schleswig-Holsteins Landtagswahl ’47 als Wirtschaftsmin./
Staatssekr. von der SPD berufene
Prof. Schiller scheitert wg. seiner NS-Vergangenheit am Einspruch
der brit. Militärregierung. Er wird
am 23.5.47 Professor für Volkswirtschaft Uni. Hamburg u. Leiter des
Instituts für Außenhandel u.
Überseewirtschaft, 9.10.48 Wirtschafts- u. Verkehrssenator Hamburg, bis
1957 Bürgerschafts-Mitgl., 1961-65
Wirtschaftssenator Berlin, 1964-72 SPD-Präsidium, 1965-72 MdB,
1968-72 SPD-Wirtschafts- u. Finanzmin., Zitat Prof. Dr. K. Schiller - nach G. Schröder:
„Man kann die
Pferde zur Tränke führen, saufen
müssen sie selber.“) (>29.6.33/ 4.5.57/ 4.5.65/ 1.12.66/ 15.7.69),
Preuß. Volkszählung mit Erfassung
(auch jüd.) Religionszugehörigkeit durch 500 000 nationalgesinnte
Mitarbeiter (für RM 1 350 000
überträgt IBM-Tochter Dehomag mit Hilfe hunderter Zeitarbeitskräfte die
Erfassungsbogen auf 60spaltige
Hollerith-Karten, Spalte 22/Zeile 3 = Jude) (>1.1.37/ 28.6.37/ 17.5.39)
17.06. NSDAP-Mitgl. Baldur v. Schirach wird Jugendführer des
Deutschen
bis 6.1934 auch für Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund NSDStB verantwortlich); Zitat:
„Die HJ ist eine weltanschauliche Erziehungsgemeinschaft“ (der „Großdeutsche Jugendbund“ unter
dessen Führer Vizeadmiral Adolf v. Trotha wird aufgelöst - v. Trotha kämpfte 1900 als Kapitänleutnant
mit dt. Eingreiftruppen beim Boxeraufstand gegen Chinesen (>4.6.41), war Stabschef der dt. Hochsee-
flotte im 1.Weltkrieg, 1921 Führer d. Dt.-Nationalen u. späteren Großdeutschen Jugendbundes, 1933
preuß. Staatsrat,
wird nun Vors. des NS-
Magdeburg, Senator der Dt. Akademie München, 1936 Ehrenführer der Marine-Hitler-Jugend u. 1939
zum Admiral befördert) > verfolgte Schüler (>7.3.46/ 13.12.48); zeitgenössisches HJ-Lied:
Es zittern die morschen Knochen Und liegt vom Kampfe in Trümmern,
Der Welt vor dem roten Krieg. Die ganze Welt zuhauf,
Wir haben die Knechtschaft gebrochen, Das soll uns den Teufel kümmern,
Für uns war's ein großer Sieg. Wir bauen sie wieder auf.
Wir werden weiter marschieren, Wir werden weiter marschieren,
Wenn alles in Scherben fällt, Wenn alles in Scherben fällt,
Denn heute, da hört uns Deutschland Denn heute, da hört uns Deutschland
Und morgen die ganze Welt. Und morgen die ganze
Welt..(Hans Baumann, kath. HJ-Poet
u.a. auch der Hitler-Jugend-Lieder
„In den Ostwind hebt die Fahnen“. „Nun laßt die Fahnen fliegen“,
Jungvolk-Führer, Mitglied
Reichsjugendführung, 1941 Dietrich-Eckart-Preis, 1942 verfasst Einleitung
zur Hitler-Broschüre „Der Retter
Europas“, nach 1945 erfolgreicher Jugendbuchautor, Baumann-
Lieder werden in westdeutschen
Schulen, von Gewerkschaften und Bundeswehr gesungen, 1956 F.-
Gerstäcker-Preis, 1959
Gerhart-Hauptmann-Preis der Berliner Freien Volksbühne/ 1962 aberkannt),
Schwerin, Mecklenburgs
Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt droht bei HJ-Treffen mit Verbot sämt-
licher, auch kirchlicher, Jugendbünde
und Enteignung ihrer Einrichtungen (>16.2.34/ 4.3.34/ 28.4.53)
18.06. Erfurt, 60 000 SA-Männer defilieren, 300 000 Deutsche huldigen Reichskanzler Hitler der u.a. in einer
Rede warnt „Wenn zwischen unserer Generation noch vereinzelte Menschen leben, die da glauben,
sie könnten sich nicht mehr umstellen, so werden wir ihnen die Kinder nehmen und sie zu dem er-
ziehen, was für das deutsche Volk notwendig ist.“ (>5.6.36/ 2.9.37/ 15.6.54) deutsche Gerechtigkeit,
CSR; Prag, „Neuer Vorwärts“ SPD-Emigranten fordern Daheimgebliebene auf „Zerbrecht die Ketten!“
19.06. Österreich; Regierung Dr. Dollfuß verbietet die Nationalsozialistische Partei Österreichs (>25.7.34)
20.06. Düsseldorf, der afro-dt. Hilarius Gilges wird verhaftet und ermordet (>7.2.35/ 1936/ 24.5.40/ 31.5.40)
21.06. Berlin, „Köpenicker
Blutwoche“, wg. ca. 27 000 Köpenicker SPD- u. KPD-Wahlstimmen soll hier polit.
Widerstand mit Hilfe brutaler
SA-Übergriffe gebrochen werden, nachdem ein SPD-Mitglied zwei in sein
Haus eingedrungene SA-Männer
erschießt wird sein Vater mit einem Bruder in gleicher Nacht von SA-
Männern im Schuppen ihres Hauses
gehenkt (Schütze Anton Schmauch stirbt am 16.1.34 als Folter-
opfer im Polizeikrankenhaus), viele
Köpenicker Wohnungen werden in Folgetagen von der SA durch-
sucht, ca. 500 Menschen werden
verschleppt, gefoltert, ca. 90 - u.a. Erich Janitzky, Paul v. Essen, Dr.
Georg v. Eppenstein, ex-Min. Präs.
Johannes Stelling- werden ermordet) (>27.6.33/ 19.7.50)
22.06.
Friedrich-Ebert-Stiftung, die
jungen, befähigten und die politischen Kriterien der SPD erfüllenden
Arbeitern Stipendien/Studienbeihilfen gewährte) (>25.6.33/ 6.5.45/ 21./22.4.46/ 23.8.61/ 4./5.5.2001),
Deutsche Arbeitsfront-Führer Dr. Robert Ley erklärt „sog. katholische u. evangelische Arbeitervereine
sind als Staatsfeinde zu betrachten…“
23.06. „Kasseler Post“ „Eine Stunde unter Schutzhäftlingen. Besuch im Konzentrationslager Breitenau“,
Berlin, Pfarrerssohn u. Landgerichtsrat Dr. jur. August Jäger (1.3.33 NSDAP) wird Staatskommissar
für die ev. Kirche (enthebt 07.1933 Generalsuperintendent O.Dibelius seiner Ämter, 1934 DEK-
Rechtswalter, 1938 Senatspräs. Kammergericht Berlin, 1939 stellv. Chef Zivilverwaltung Poznan/
Posen/
Wartheland-Gauleiter Greiser’s Stellvertreter;1940 Regierungspräs. u. stellv.
Wartheland, hier nutzt er seine (kirchen)politischen Ansichten gemeinsam mit Arthur Greiser, am
17.6.49 trotz Bischof Dibelius Gnadengesuch u.a. wg. Verbrechen gegen die Menschlichkeit in
Poznan/Posen hingerichtet) (>19.4.34/ 10.7.40/ 16.5.46/ 14.7.46/ 03.1947/ 9.3.57),
SPD-Vorstände Paul Löbe, Max Westphal, Franz Künstler und Paul Szillat kommen in KZ-„Schutzhaft“
24.06. Preußen verbietet als letztes Land die Zeugen Jehovas auf Grund der Verordnung zum Schutze von
Volk und Vaterland vom 28.2.1933 > verfolgte Schüler (>12.12.36/ 31.8.50)
25.06. Verhaftung des jüd. SPD-MdR Ernst Heilmann (nach 7jähriger Odyssee durch Gestapo-Lager und KZ
wird er 1940 im KZ Buchenwald ermordet; Sohn Peter Heilmann wird im Dt. Reich aus politischen und
rassischen Gründen das Studium versagt) > verfolgte Schüler (>11.11.33/ 23./26.5.47/ 3.7.58)
26.06. Gründung „Akademie für Deutsches Recht“ zur Umsetzung
nationalsozialistischen Programms auf
dem Gebiet des Rechts (Rechtsreform im NS-Sinn) (ab 7.1934 öffentl. Körperschaft), Präsidenten:
Dr. Karl Lasch, Dr. Hans Frank, Dr. Otto Georg Thierack, Mitglieder u.a. Prof. Dr. Friedrich Berber, Dr.
Ernst Féaux de la Croix, Prof. Dr. Karl-Maria Hettlage (SS-Hauptsturmführer, Ltr. Amt für Wirtschaft u.
Finanzen des Reichsmin. für Rüstung u. Kriegsproduktion, von 1959-62 u. 1967-69 BRD Staatssekr.),
Prof. Dr. Reinhard Höhn (in der BRD u.a. Präs. der Bad Harzburger Akademie für Führungskräfte der
Wirtschaft), Prof. Dr. Maximilian Mikorey, Prof. Dr. Hans-Carl Nipperday (arbeitet hier am Gesetz zur
Ordnung der nationalen Arbeit; in der BRD jurist. Kommentator, gutachterlicher Arbeitsrechtler, 1954-
63 Bundesarbeitsgerichtspräsident u. die „herrschende Meinung“ Prägender, in der Laudatio zu N.’s
Tod schreibt 1968 CDU-Arbeitsmin. Hans Katzer’s Ministerium „Einer der großen deutschen Rechts-
lehrer ist von uns gegangen. Sein gesamtes Wirken war geprägt von der Kraft schöpferischer Ideen.“)
u. Bankier Kurt v. Schröder)(>30.6.34/ 14.10.36/ 1938/ 19./21.5.39/ 1.4.40/ 1.10.44/ 05.1952/ 20.2.53),
KZ Dachau, Lagerkommandant ist SS-Standartenführer Theodor Eicke (Zitat „Toleranz bedeutet
Schwäche“) Dachau wird Schulungsort für alle KZ SS-Wachverbände, Eicke verfügt daß die sich aus
HJ-Mitgliedern rekrutieren, da sie „als als einzige Soldaten auch in Friedenszeiten Tag und Nacht am
Feind, am Feind hinter dem Draht“ stünden, Wachverbände entscheiden u.a. über Zahl der Ochsen-
ziemerschläge aufs nackte Gesäß auf dem „Prügelbock“ oder das „Baumhängen“ mit auf dem Rücken
zusammengebundenen und an den Handgelenken bis zur Ohnmacht hochgezogener Häftlinge wg.
mangelnder Arbeitsleistung
27.06. Reichsjustizmin. Dr. Franz
Gürtners Amnestiegesetz für Straftaten, die „zur Durchsetzung des
Nationalsozialistischen Staates
begangen wurden“ (>9.12.1949/ 22.2.1954)
28.06. Auflösung Deutsche
Staatspartei (ex-DDP) und Deutsche Nationale Volkspartei
(DNVP-Reichswirt-
schaftsmin. Dr. A. Hugenberg tritt
zurück, bleibt als „Gast der NSDAP“ MdR! Nachfolger ist Allianz-
Versicherungsdirektor und
NSDAP-Mitgl. Nr. 2 651 252 Dr. Kurt Schmitt) (>1.8.34/ 16.10.34/ 18.7.49),
Plön, NAPOLA-Einweihung am
Vertrag-von-Versailles-Jahrestag: „Junge Kameraden! Unser Leben
gilt Deutschland. Die Folgen der
Schanddiktatur haben wir täglich vor Augen…Deutschland ist nicht
frei. Ihr sollt nicht ruhen und
rasten, bis der Vertrag beseitigt ist…auch wenn wir sterben müssen.“
06. Berlin, Edgar Mowrer, Auslandspressevereins-Vorsitz., wird zu Rücktritt und Ausreise gedrängt,
Universität Heidelberg, Sommersemester, Prof. Dr. Viktor v. Weizsäcker: „Auch als Ärzte sind wir ver-
antwortlich beteiligt an der Aufopferung des Individuums für die Gesamtheit. Es wäre illusionär, ja es
wäre nicht einmal fair, wenn der deutsche Arzt seinen verantwortlichen Anteil an der notgeborenen
Vernichtungspolitik glaubte nicht beitragen zu müssen. An der Vernichtung unwerten Lebens oder
unwerter Zeugungsfähigkeit, an der Ausschaltung des Unwerten durch Internierung, an der staats-
politischen Vernichtungspolitik war er auch früher beteiligt.“,
Nürnberg, der 10jährige dt.-jüd. Arno Hamburger wird von Mitschüler als „Judensau“ beschimpft, er
schlägt ihn und muss die Schule verlassen (u. besucht bis 1937 eine jüd. Volksschule, emigriert 1939
nach Palästina, kehrt 1945 als Soldat nach Nürnberg zurück, übersetzt bei den Nürnberger Prozessen
und beginnt danach 1949 eine Lehre) > verfolgte Schüler (>1.2.39/ 6.8.42/ 3.7.45/ 7.10.65),
Ulm, SA- und NSDAP-Mitgl. Ludwig Unselds 9jähriger Sohn Siegfried Unseld wird Mitglied beim
„Deutschen Jungvolk in der Hitler-Jungend“ (der Vater wird SA-Scharführer, später SA-Sturmführer,
der Sohn
wird Fähnleinführer, später Stammführer, erfüllt
die politischen Kriterien nationalsozialis-
tischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus, 1942 Notabitur, bis 1945 Kriegsmarine,
wiederholt
1946 das Abitur, schliesst 1947 erfolgreich eine Buchhandelslehre ab, erfüllt die
finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, studiert
Philosophie in Tübingen, promoviert 1951, trifft u.a. Walter Jens und Martin Walser, wird Mitarbeiter
später Gesellschafter und zuletzt Besitzer von Suhrkamp-Verlag GmbH&Co, KG, engagiert sich seit
1965 u.a. mit Günter Gaus u. Günter Grass für die SPD) (>1.12.42/ 09.1944/ 17.9.44/ 23.5.2001)
29.06. Allianz-Generaldirektor Dr. jur. Kurt Schmitt wird Reichswirtschaftsminister (>5.7.34/ 1.8.34),
Erlaß des preuß. Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volkbildung zur Relegation von („linken“)
Studierenden an preuß. Hochschulen (ähnliche Erlasse folgen reichsweit) >verfolgte Schüler
30.06. Reichskanzlei definiert
Aufgaben des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda
„...zuständig für alle Aufgaben der
geistigen Einwirkung auf die Nation, die Werbung für den Staat,
Kultur und Wirtschaft, der
Unterrichtung der in- und ausländischen Öffentlichkeit...“,
Parteilogo Hakenkeuz und ausgesuchte
Portraits Hitlers werden zur corporate
identity,
die Arbeitslosigkeit beträgt im
Reichsdurchschnitt 9,7%,
Köln, Gefängnispfarrer Ernst Flatow
ist der erste wg. nichtarischer Abstammung vom Konsistorium der
rheinischen Kirchenprovinz der ev.
Kirche Entlassene (>11.7.39/ 13.4.42)
01.07. Berlin, SPD-MdR Friedrich Ebert’s Verhaftung (ex-Reichspräs. Ebert’s Sohn, SPD-Redakteur, 1939-
40 Wehrmacht, 1940-45 Reichsverlagsamt, 1945 SPD, 1946 SED-ZK, 1948-67 OBB Ost-Berlin, 1949-
79 AdV, 1950-58 DSF-Präs., -79 Politbüro, 1971 stellv. Staatsratsvors.) (>10.8.33/ 10.1945/ 2.12.49),
Verbot „Friedensbund Dt. Katholiken“ mit Fr. Franziskus Stratmann (Nachkriegszitat: „Fragt man mich
wer mehr Verantwortung dafür trägt daß die Dinge in Deutschland so gelaufen sind, das ½% Gangster
oder die 99% Ordentlichen, so würde ich ohne weiters sagen: diese Ordentlichen…Ich denke z.B. an
die dt. Professoren…deren Umfall…ich 1933 aus größter Nähe miterlebt habe.“) (> 11.11.33/ 06.1945)
02.07. Berlin, Lazaruskirche, Massentrauung ev. Paare, die Männer tragen SA-Uniformen
03.07. Hamburg, „Reichsbund der deutschen Beamten“-Treffen, Motto: „Erst Deutscher, dann Beamter“
(>20.8.1934)
04.07. Braunschweig; SS-Männer ermorden zehn Häftlinge - sieben der Ermordeten sind Kommunisten
4./5.7. Auflösung von Zentrumspartei und Bayerischer Volkspartei (als Preis für das Konkordat?) (>20.7.33)
05.07. München, Kardinal Faulhaber
protestiert gegen Verhaftung mehrerer hundert kath. Priester,
NSDAP-Mitgl. Dr.-Ing. Fritz Todt wird
Generalinspektor für das dt. Straßenwesen („Organisation Todt“,
Zitat: „Die deutsche Straße muß der
Ausdruck deutschen Wesens sein.“) (>23.9.33/ 15.4.38/ 28.5.38)
06.07. Universität Freiburg i.
Breisgau, Vortrag von Prof. Dr. Wendelin Rauch: „EUGENIK. Es ist, als ob man
in diesem Namen das tiefste Wort aus
dem Bereich des natürlich Großen und Bedeutungsvollen und
das schlichteste Wort aus dem Bereich
des Guten und Schönen gesucht und zu gesteigerter Tiefe
und Schönheit zusammengesetzt hätte.“
(>10.5.43),
Berlin,
mit der Kirche machen. Ich werde das auch tun. Warum nicht? Das wird mich nicht abhalten, mit
Stumpf und Stiel, mit allen seinen Wurzeln und Fasern das Christentum in Deutschland auszurotten…
Ob nun Altes oder Neues Testament…alles das ist doch nur derselbe jüdische Schwindel. Es ist alles
eins und macht uns nicht frei…Man ist entweder Christ oder Deutscher…Den Jesus können Sie nicht
zum Arier machen“ (>20.7.33/ 1.4.55/ 10.2.56/ 11.2.58/ 12.12.58),
Berlin, Dr. Kurt Schumacher (SPD-MdR)
wird verhaftet (er ist bis 16.3.43 ununterbrochen in Haft, ab
07.1934 im KZ Dachau wo er schwere
Gesundheitsschäden erleidet, 08.1944 wird er wieder verhaftet,
einen Monat im KZ Neuengamme
inhaftiert ehe er entlassen wird) (>12.7.33/ 5.3.46/ 9.5.46/ 19.6.49)
08.07. Preuß. Min.-Präs. H. Göring
ernennt Dirigent Dr. Wilhelm Furtwängler zum Preuß. Staatsrat (Dr. F. ist
seit 6.1933 mit Wilhelm Backhaus,
Georg Kulenkampff u. Max v. Schillings Mitglied d. Kommission zur
Überprüfung der Musikprogramme u.
Konzertvereine, 1934 Reichsmusikkammer-Vizepräs., 1936 wird
er musikalischer Leiter der
Bayreuther Festspiele, dirigiert mehrfach zu Hitlers Geburtstagsfeiern und
zur Eröffnung der
NSDAP-Reichsparteitage Wagners „Meistersinger“ mit dem Ensemble d. Staatsoper
Berlin, am 5.9.1938 -nach
Österreich’s Anschluss sogar mit den Wiener Philharmonikern, Anfang 1945
sucht er bei Schweiz-Tournee Asyl.
Trotz viel Kritik vom Ausland - Alexander Mitscherlich sagt 1946
im Inland über Dr. F. „Soll es mit
den alten Spielern weitergehen?.. Wenn es mit den
alten Spielern
weitergehen sollte, dann wäre nichts
gewonnen, dann wäre jedes Opfer umsonst.“ - wird Heidelberg’s
Dr. h.c. F. 1946 entnazifiziert und
1949 wieder (West-)Berliner Philharmoniker-Direktor) (>21.7.33)
09.07. Deutscher Fußball-Bund DFB beschließt einstimmig
Eingliederung in NS-Reichssportführer Hans v.
Tschammer und Ostens
Reichssportkommissariat im Reichsinnenministerium (Zitat DFB-Präsident
und Polizeikommissar Felix Linnemann:
„Wir sind heute stolz darauf, daß sich die Amtswalter des
Deutschen Fußball-Bundes
versammelten, um als erste sportliche Organisation ihre Auflösung zu
beschließen und sich mit allem
lebenden und toten Inventar in den eben gegründeten Reichsverband
für Leibesübungen der NSDAP
einzugliedern.“) (>7.8.33/ 11.1933)
10.07. Lauenburg i. Pommern, Hochschule für Lehrerbildung-Eröffnung, Preuß. Kultusmin. Dr. Rust sagt u.a.
„Die Schule hat sich auszurichten nach dem Geiste unseres großen feldgrauen Heeres u. hat dafür zu
sorgen, daß ein ganzes Volk in seiner Totalität auf diesen Gedanken hin erzogen wird. Meine Herren
Lehrer, Sie sind die SA-Führer der deutschen Volksbildung…“ (>1./5.8.33/ 7.6.34/ 21.8.34/ 1.5.36)
11.07. Berlin, Friedrich-Wilhelms-Universität, 110 Studenten (u.a. Liselotte Herrmann), die einen „Aufruf zur
Verteidigung demokratischer Rechte und Freiheiten“ unterzeichneten, werden von Eugeniker-Rektor
Prof. Dr. Eugen Fischer’s Universität relegiert > verfolgte Schüler (>11.11.33/ 12.6.37/ 11./13.12.81),
Berlin, Reichskommissar Dr. A. Jäger, der Bevollmächtigte für ev. Kirchen L. Müller (beide NSDAP) u.
Vertreter aller Landeskirchen unterzeichnen Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche („Art. 5.
An der
Spitze der Kirche steht der lutherische
12.07. Potsdam, Eröffnung
Reichsjugendführerschule zur Hitler-Jugendführer-Ausbildung (>5.8.39/
22.5.46),
„Stuttgarter NS-Kurier“ „…wurde der
berüchtigte Reichstagsabgeordnete Schumacher verhaftet…Mit
Dr. Schumacher ist einer der
schamlosesten sozialdemokratischen Hetzer unschädlich gemacht…“
13.07. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s
Anordnung zur Einführung des Hitlergrußes „Nachdem der Parteienstaat
in Deutschland überwunden ist und die
gesamte Verwaltung im Deutschen Reiche unter der Leitung
des Reichskanzlers Adolf Hitler
steht, erscheint es angebracht, den von ihm eingeführten Gruß allge-
mein als deutschen Gruss
anzuwenden…Die Beamtenschaft muß auch hierin dem deutschen Volke
vorangehen. Deshalb und um eine
gleichmässige Übung innerhalb der Behörden zu gewährleisten,
bitte ich für Ihren Geschäftsbereich
anzuordnen: 1. Sämtliche Beamte, Angestellte und Arbeiter von
Behörden grüßen im Dienst und
innerhalb der dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des
rechten Armes…3. Es wird von den Beamten
erwartet, dass sie auch ausserhalb des Dienstes in
gleicher Weise grüssen. Für meinen
Geschäftsbereich habe ich dementsprechende Anordnung ge-
troffen.“ (zumeist von Zeugen Jehovas
nicht mitgetragene deutsche Leitkultur: „Volksgenosse, trittst
Du ein, soll Dein Gruß
,Heil Hitler’ sein!“) (>19.8.33/ 20.8.33/ 21.12.33/ 24.7.44)
14.07.
einzige politische Partei die NSDAP“) (seit NSDAP-Gründung haben Frauen kein Recht auf Partei-
mandate, obwohl das passive Wahlrecht für Frauen nun endet protestieren sie nicht),
Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit
(mögl. Widerruf aller Einbürgerungen vom 9.11.18 bis 30.1.33, juristische Grundlage für ca. 39 000
Ausbürgerungen - einschl. im Ausland lebender Oppositioneller, einschl. Vermögensbeschlagnahme,
Innen u. Außenmin. entscheiden über Schicksal der Angehörigen - mittels im „Reichanzeiger“ bis 1945
veröffentlichter Ausbürgerungslisten die zu Verlust von Pensions- u. Rentenansprüchen führen)
(>25.8.33/ 17.7.34/ 7.4.45/ 11.5.51/ 16.7.52/ 20.2.67),
Gesetz über die Volksabstimmung (>14.10.33/ 18.3.38),
Gesetz zur Einziehung volks- u. staatsfeindlichen Vermögens (>18.7.33/ 18.11.38/ 2.12.49/ 03.1994),
Gesetz zur Befragung des Volkes durch den Führer (>12.11.33/ 19.8.34/ 1.3.35/ 18.10.35/ 10.4.38/
30.6.46/ 29.7.54/ 30.7.58/ 6.4.68/ 14.5.90),
Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (schwerer Alkoholismus, Blindheit, Depression,
Epilepsie, manische Depression, schwere Mißbildung, Schizophrenie, Schwachsinn, Taubstummheit,
Veitstanz - Zwangssterilisierung „Erbkranker mit angeborenem moralischen Schwachsinn“ (Kriminelle,
Fürsorgezöglinge, Prostituierte) und „mit angeborenem intellektuellem Schwachsinn“ (u.a. „Intelligenz-
prüfungsbogen“-Zwang f. Hilfsschüler, allen anderen sind weiterbildende Schulen o. Berufsausbildung
untersagt > verfolgte Schüler) - obwohl im Widerspruch zur kath. Lehre der Unverletztlichkeit des
menschl. Körpers unterzeichnet wenig später Kardinalstaatssekr. Pacelli, der spätere Papst Pius XII,
das
Konkordat mit dem Dt.
(>20.7.33/ 13.8.33/ 6.3.34/ 31.1.35/ 6.7.35/ 9.7.35/ 12.12.35/ 26.6.36/ 14.11.39/ 24.12.41/ 4.3.42/
8.5.45/ 5.11.57/ 2.1.65/ 6.5.74/ 16.11.76/ 3.12.80/ 10.2.86/ 31.10.86/ 25.2.87/ 5.5.88/ 25.8.98),
Gesetz über die Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche (>23.7.33/ 27./31.8.45/ 20.3.47),
evangelischen Taubstummen. Die
Obrigkeit hat befohlen: Wer erbkrank ist, soll in Zukunft keine
Kinder mehr bekommen. Denn unser deutsches
Vaterland braucht gesunde und tüchtige Menschen.
Viele Menschen haben von Geburt an
ein schweres Gebrechen oder Leiden. Die einen haben keine
gesunden Hände, Arme, Füße...andere
sind am Geiste so schwach...wieder andere sind blind und Du
selbst, lieber Freund, leidest an
Taubheit...Es gibt taubstumme Kinder deren Vater oder Mutter auch
taubstumm ist...Sie haben das
Gebrechen geerbt. Sie sind erbkrank. Zu diesen Menschen sagt die
Obrigkeit: Du darfst Dein Gebrechen
nicht noch weiter...vererben; Du mußt ohne Kinder bleiben.
Wenn Du an ererbter Taubheit leidest,
bekommst Du wohl eine Vorladung vor das Erbgesundheits-
gericht...Du wirst die Wahrheit
sagen, wenn Du gefragt wirst. Denn so will es Gott von Dir...Vielleicht
bestimmt das Erbgesundheitsgericht:
Du sollst durch eine Operation unfruchtbar gemacht werden...
Sieh, da will die Obrigkeit Dir
helfen. Sie will Dich bewahren vor der Vererbung Deines Gebrechens...
Die Obrigkeit hat befohlen: Niemand
darf über die Unfruchtbarmachung sprechen. Du selbst auch
nicht. Merke wohl: Du darfst zu
keinem Menschen darüber sprechen! Auch Deine Angehörigen nicht!
Und der Arzt, der Richter, sie alle
müssen schweigen! Gehorche der Obrigkeit!...Denke an
die Zukunft
Deines Volkes und bringe ihr dieses
Opfer...Vertraue auf Gott und vergiß nicht das Bibelwort: Wir
wissen, daß denen, die Gott lieben,
alle Dinge zum Besten dienen.“ („Die innere Mission“ berichtete
bereits in der Ausgabe 26/1931(!)
über Sterilisierung fordernde evangelische Ärzte und Pfarrer „Träger
erblicher Anlagen, die Ursache
sozialer Minderwertigkeit und Fürsorgebedürftigkeit sind, sollten tun-
lichst von der Fortpflanzung
ausgeschlossen werden.“),
NS-pädagogische Rechenaufgabe: „Der
Bau einer Irrenanstalt erfordert RM 6 000 000. Wie viele
Siedlungshäuser zu je RM 1 500 hätte
man dafür erbauen können?“
14.07. KWG-Präsident u. Nobelpreisträger Prof. Dr. Max Planck an Innenmin. Dr. W. Frick u.a. „Dem Herrn
Reichsminister…beehre ich mich ergebenst mitzuteilen, daß die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur
Förderung der Wissenschaften gewillt ist,
sich systematisch in den Dienst des
rassehygienischen Forschung zu stellen.“(>1.1.37/ 10.5.43/ 23.10.44/ 27.6.45/ 26.2.48/ 7./8.6.2001)
14./16..7. Leipzig, NSDAP-Sachsentreffen, Reichskanzler A. Hitler erklärt vor 25 0000 Amtswaltern „Die
Religionen und die Kirchen werden ihre Freiheit behalten…Politik ist aber unsere Sache.“ (>20.7.33/
14.7.45/ 7.10.49/ 19.6.49/ 5.1.55)
15.07. Saarbrücken, jüd. Elternabend mit „Aussprache über die Situation der jüdischen Schulkinder in Saar-
brücken“, wg. des „Schulmartyriums“ der jüd. Kinder halten „Die Teilnehmer des Elternabends…die
Gründung einer jüd. Volksschule…zum frühest möglichen Termin für dringend wünschenswert…Es
mehren sich die Fälle, in denen jüdische Kinder in ihren Klassen, auf dem Schulhofe oder dem
Schulwege groben Gewalttätigkeiten seitens ihrer Mitschüler ausgesetzt sind…“ >verfolgte Schüler
Italien; Rom, Vier-Mächte-Pakt von Ministerpräsident Benito Mussolini sowie den Botschaftern
Ullrich v. Hassell (Dt. Reich), Henry de Jouvenel (Frankreich) u. Sir Ronald Graham (Großbritannien)
unterzeichnet; die Staaten verpflichten sich, alle Anstrengungen zu machen, um im Rahmen des
Völkerbundes eine Politik wirksamer Zusammenarbeit zwischen allen Mächten zur Erhaltung des
Friedens zur Anwendung zu bringen (>14.10.33/ 3.10.35/ 7.3.36)
16.07. „Münchener Illustrierte Presse“ „Frühappell im Erziehungslager - Disziplin erzieht zu gemeinschaft-
licher aufbauender Arbeit“ steht auf der Titelseite unter einem Bild von in Linie angetretenen Männern
mittleren Alters im Konzentrationslager Dachau
18.07. Erlaß zum Studium von Adolf
Hitlers „Mein Kampf“ (>4.12.1949/ 30.3.1953),
„Bekanntmachung – Es ist allgemein
bekannt, daß große Teile des früheren SPD-Vermögens teils ins
Ausland, teils im Inland verschoben
worden sind, um dieses Vermögen dem staatlichen Zugriff zu ent-
ziehen...Sachdienliche Angaben über
bekanntgewordene Vermögensverschiebungen…werden vom
Geheimen
Staatspolizeiamt…Polizeipräsidenten (usw.)…entgegengenommen.“ (>31.5.90/
03.1994/
25.8.98/ 17.1.2000)
19.07. Pfarrer Wilhelm Niemöller,
NSDAP-Genosse seit 1923 und Bruder Martin Niemöllers, wird wegen
Verstoßes gegen die Parteidisziplin
aus der Partei ausgeschlossen, er prozessiert erfolgreich gegen
den Ausschluß – ein Parteigericht
verfügt am 21.9.1934 die Rücknahme des Ausschlusses
20.07. Berlin, Selbsthilfeorganisation „Reichsverband christl.-deutscher Staatsbürger nichtarischer oder nicht
rein arischer Abstammung e.V.“ gegründet, Vorsitz. Gustav Friedrich / Dr. Richard Wolff (>22.3.35/
09.1936),
Vatikan; Kardinalstaatssekr. Eugenio Pacelli u. Vizekanzler Franz v. Papen unterzeichnen im Beisein
von NSDAP-Mitgl. Nr.4, MdR u. MinDir Dr. Rudolf Buttmann und ex-Zentrum-Vorsitz. Dr. Ludwig Kaas
„Konkordat zwischen dem Hl. Stuhl und dem Dt.
von der lt. „Vertrag von Versailles“ verbotenen Wehrpflicht und gegen Verzicht von Politklerikalismus
werden kath. Eigentum, Bekenntnisschulen, staatl. Kirchensteuereinzug,.bischöfl. Staatsbesoldung
nach Treueeid: „Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre u. verspreche ich, so wie es einem
Bischof
geziemt, dem deutschen
gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtgemäßen Sorge
um das…Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen Amtes
jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.“ garantiert (am 30.6.33 sagt Camera
Apostolica-Camerlengo u. Kardinal Pietro Gasparri: „Solange Hitler dem Heiligen Stuhl und den kath.
Würdenträgern in Deutschland nicht den Krieg erklärt…sollen der Hl. Stuhl u. die kath. Würdenträger
…darauf verzichten die Hitler-Partei zu verurteilen.“ - am 10.9.33 Tausch der Ratifizierungsurkunden)
(Prälat Dr.
Kaas der zuvor im
setzte seine Karriere ab 8.4.33 erfolgreich im Vatikan fort, 1934 Kardinalkollegiums-Sekr., 1936 Papst-
kirche-Vermögensverwalter, kehrt bis zum Tod 1952 nie nach D. zurück; E. Pacelli wird >2.3.39 Papst,
am >1.7.49/ 28.7.50 Antikommunismus-Dekrete > verfolgte Schüler; v. Papen bleibt bis zur Röhm-
Affäire 1934 Vizekanzler, vom 28.7.34 bis „Anschluß“ Botschafter in Österreich, 1939-44 Botschafter
in der Türkei, 1946 IMT Freispruch, 1947 von dt. Spruchkammer als „hauptschuldig“ (Steigbügelhalter
Hitlers) zu 8 Jahren Haft und Vermögenseinzug verurteilt, 1949 amnestiert, 1959 wieder päpstlicher
Geheimkämmerer, 1957 bestätigt das BVerfg das Konkordat als gültiges Recht, 1968 bestätigt das
BVerfg die Aberkennung v. Papen’s Berufsoffizierspension) (>23.7.33/ 2.9.33/ 17.9.33/ 7.6.36/ 1.4.39/
17.4.39/ 2.9.39/ 1.6.40/ 2.8.44/ 26.3.57/ 24.7.59/ 28.10.65)
21.07. Bayreuth, Eröffnung der
Wagner-Festpiele mit „Die Meistersinger“, in der Ehrenloge sitzt das NSDAP-
Führerkorps mit Reichskanzler Hitler:
„ab 1933 wird Bayreuth in der
Festspielzeit zum Mittelpunkt
europäischer Politik“ (NSDAP-Mitgl. 29 349 Winifred Wagner leitet
die durch massiven Eintrittskarten-
kauf von SA, NSDAP u. -Gliederungen
unterstützten und von Steuern befreiten Festspiele, ab 1940
unterstützt ihr späterer
Schwiegersohn KdF-Reichsamtsleiter Dr. B. Lafferentz die „Kriegsfestspiele“
durch massiven Eintrittskartenkauf
für Soldaten, Rüstungsarbeiter usw.). (>26.12.34/ 1975),
Preuß.-evangel. Oberkirchenrat, Erlaß
zur Konzentrationslager-Seelsorge durch Gemeindepfarrer
(>6.2.53/ 1.7.58)
23.07. Ev. Kirchenwahlen, „Deutsche Christen“ (1931 aus ev. Arbeitsgemeinschaft nationalsozialist. Pfarrer
hervorgegangen) erhalten 70% der Stimmen (das Monatsblatt für Deutsche Christen ist NSDAP-Mitgl.
u. Schriftleiter Walter Grundmann’s „Christenkreuz und Hakenkreuz“) (>6./7.9.33/ 10.12.33/ 9.8.34/
4.4.39/ 6.5.39/ 1958/ 1.7.58/ 10.6.69),
24.07. „Kirchl. Amtsblatt d. Kirchenprovinz Sachsen“ „An den Herrn Reichskanzler. Die Sächs. Provinzial-
synode, die am 24.August 1933 nach ihrer Neubildung in Magdeburg zusammengetreten ist, entbietet
dem Kanzler und Führer des Dt. Reiches dankbar ehrerbietige Grüße!...Die Synode verspricht dem
Führer, nach ihren Kräften dafür zu sorgen, daß die Kirche der Provinz…nach dem Willen des Führers
das Ihre tut…In seinem Dienst steht das evangelische Volk der Lutherprovinz freudig u. bedingungslos
hinter dem Führer! Sie Herr Reichskanzler, haben uns gerufen. Wir stehen stehen an unserer Stelle u.
geloben Ihnen Treue! Gott segne Sie und Ihre Arbeit für Deutschland! Sieg Heil!...“ (> 10.11.83),
„Völkischer Beobachter“ „Anerkennung des nationalsozist. Deutschlands durch die Katholische Kirche“
„Durch die Unterzeichnung des Reichskonkordats ist der Nationalsozialismus in Deutschland von der
kath. Kirche in der denkbar feierlichsten Weise anerkannt worden. Die jahrelange Hetze die gegen die
angebliche Religionsfeindlichkeit der NSDAP getrieben wurde, ist nunmehr von kirchlicher autoritativer
Seite selbst widerlegt worden. Diese Tatsache bedeutet eine ungeheuere moralische Stärkung der
nationalsozialistischen Reichsregierung und ihres Ansehens.“,
München,
Kardinal
„Was die alten Parlamente und Parteien in 60 Jahren nicht fertigbrachten, hat Ihr staatsmännischer
Weitblick in sechs Monaten weltgeschichtlich verwirklicht. Für Deutschlands Ansehen nach Osten und
Westen und vor der ganzen Welt bedeutet dieser Handschlag mit dem Papsttum, der größten
sittlichen Macht der Weltgeschichte, eine Großtat von unermeßlichem Segen.“ (>7.6.36)
26.07. ev. Generalsuperintendent Otto Dibelius beteuert in einem Schreiben an den preuß. Oberkirchenrat,
er sei seit seinem Studium „im Kampf gegen Judentum und Sozialdemokratie gestanden.“
07. der jüd. deutsche Journalist, Gewerkschafter, SPD-Mitgl. u. Wirtschaftswissenschaftler Fritz Naphtali
wird aus der Haft entlassen und emigriert nach Palästina (>30.3.54),
die jüd. deutsche Philosophin Hannah Arendt wird wg. illegaler Tätigkeit - der Dokumentation anti-
semitischer Äußerungen für die Zionistische Vereinigung für Deutschland - von der Gestapo verhaftet,
(im August flieht H. Arendt über CSR u. Schweiz nach Frankreich, 1941 flieht sie nach Internierung im
franz. Lager Gurs über Portugal in die USA) (>28.8.33/ 05.1940/ 10.1940/ 11.1949/ 11.4.61/ 17.6.93),
26./31.7. Stuttgart, 15.Deutsches Turnfest (Ehrengast unter den 600 000 Besuchern ist - auf Einladung
Dr. E. Neuendorff’s – Reichskanzler Adolf Hitler) (>24./31.7.38)
27.07. Cuxhaven, der dt. jüd. Oskar Danker und seine nichtjüd. Freundin Adele werden mit Schildern „Ich
nehm als Judenjunge immer nur deutsche Mädchen mit aufs Zimmer“ und „Ich bin im Ort das größte
Schwein und laß mich nur mit Juden ein“ fotografiert, ähnliches geschieht in vielen Städten („Ich habe
ein Christenmädchen geschändet“ „Ich bin ein Rassenschänder…“ „Ich blonder Engel schlief bei
diesem Judenbengel…“) (>7.8.35)
29.07. München, Bekanntmachung d.
Kommandeurs der Bayerischen Politischen Polizei, Heinrich Himmler:
„Um in Obersalzberg während des
Aufenthalts des Herrn Reichskanzlers den Straßenverkehr in
Ordnung zu halten, wird folgendes
verfügt: I. Straßenbenützung A. Straße Berchtesgaden–Obersalz-
berg. Die Straße dürfen nur folgende
Fahrzeuge befahren: 1. Der Wagen des Herrn Reichskanzlers
und die Fahrzeuge, die zur
unmittelbaren Begleitung gehören. 2. Die Fahrzeuge von Regierungsmit-
gliedern. 3. Die Fahrzeuge
der Bayerischen Politischen Polizei u. des Bezirksamtes Berchtesgaden...
II. Es wird von der Bevölkerung
erwartet, daß sie im Interesse der Erholung des Volkskanzlers...dazu
beiträgt, dem Volkskanzler den
Aufenthalt in Obersalzberg so angenehm als möglich zu gestalten. Es
ist notwendig, daß jeder unnötige
Lärm...zu unterbleiben habe(n)...“ (abertausende Deutsche pilgern
jährlich zum Urlaubsort Hitlers um
ihn oder sein Domizil zu sehen!), 1935 beginnt ein Millionen RM
teurer Geländeumbau, vom 1900 m hohen
„Kehlstein“ bis ins Tal werden ca. 1000 ha z.T. zwangs-
weise aufgekauft oder enteignet
(>26.5.1952; nach 1945 erhalten die wenigsten Alteigner ihr Land
zurück, die „öffentliche
Hand“ veräußert ihre Grundstücke an Dritte), Hitlers altes „Haus Wachenfels“
wird zum neuen großen „Berghof“, das
„Moosländer Teehaus“ und der „Gutshof Obersalzberg“ werden
gebaut, ein pompöses Berghotel
ersetzt den alten „Platterhof“ u. auf dem „Kehlstein“ wird am 16.9.38
das RM 30 000 000 teuere, über einen
130m langen Stollen u. einen 130m hohen Aufzug erreichbare
Teehaus „Adlerhorst“ eingeweiht. Im
„Führergebiet“, mit einem 14km langen hohen Zaun gesichert,
haben auch NSDAP-Parteikanzleileiter
u. Führersekr. Bormann, Reichspropagandamin. Dr. Goebbels
sowie Reichsluftfahrtmin. und
Reichsmarschall Göring ihre Villen (>5.5.1960),
NSDAP-Reichsjugendführer Baldur v.
Schirach verbietet Doppelmitgliedschaft in Hitler-Jugend und in
einem bündischen o. kirchlichen Jugendverband (gleichzeitig wird der Druck der HJ beizutreten durch
Androhung von Nachteilen auf die Kirchenjugend verstärkt. In Herzogenrath bei Aachen erklärt z.B.
die örtliche HJ-Führung den Eltern, wer nicht der Hitler-Jugend angehört habe, könne später „nicht in
die deutsche Volksbewegung eintreten". Die Folge sei, „daß er demnach auch keine öffentliche Stelle,
keine
Staatsstelle und dergleichen bekleiden kann" . > verfolgte
Schüler,
„Deutsches Ärzteblatt“ veröffentlicht
Anordnung zur Zusammenarbeit arischer und nichtarischer Ärzte
31.07. Reichsinnenministerium, 26
789 Menschen befinden sich in „Schutzhaft“(-Lagern)
1./5.8.
Pädagogisch-psychologisches Institut München, Tagung „Erziehung im
nationalsozialistischen Staat“,
Bayerns NSDAP-Kultusminister u.
NS-Lehrerbund-Reichswalter Hans Schemm erklärt. „Der National-
sozialismus kam zum Siege durch sein
begeistertes Bekenntnis zur Totalität. Und wir werden des-
wegen nicht nachgeben, bis auch…die,
welche nicht wollen, aus irgendwelchen Gründen weggestor-
ben sind.“ (Zitat Schemm
„Nationalsozialismus ist politisch angewandte Biologie“) > verfolgte Schüler
04.08. Berchtesgaden, A. Hitler empfängt Sosthenes Behn, Gründer des US-Konzern ITT; Kurt v. Schröder
(ein
Keppler-Kreis-Initiator, NSDAP- u. Freundeskreis
sichtsratsmandat in ITT’s Standard-Elektrizitäts-Gesellschaft (1938 erwirbt ITT 28% von Focke-Wulf),
KZ Breslau-Dürrgoy, ex-SPD-Reichstagspräs. Paul Löbe wird eingeliefert (>7.9.49/ 13.6.50/ 20.6.91)
07.08. Deutscher Fußball-Bund DFB führt „Hitler-Gruß/Deutschen
Gruß“ ein (>11.1933)
10.08. KZ Oranienburg, SPD-MdR Friedrich Ebert wird hier acht Monate inhaftiert
13.08. „Germania“ (kath. Zentrum-Zeitung) „Restlos als christlicher Sittlichkeit entsprechen können wir
Katholiken das (Sterilisierungs-)Gesetz nicht bezeichnen; hierin haben der Papst und die deutschen
Bischöfe zu klar gesprochen; sie haben die chirurgische Unfruchtbarkeit als unsittliches Mittel der
Eugenik verworfen und für das katholische Gewissen unerträglich erklärt. Gleichwohl haben die
deutschen Bischöfe selbst an dem früheren Gesetzentwurf einiges Gute anerkannt; da das Gesetz
selber nun dem Entwurf gegenüber bedeutend verbessert ist, werden Katholiken also das Gute daran
auch künftig anerkennen dürfen, ohne sich grundsätzlich zum ganzen Inhalt des Gesetzes zu be-
kennen.“ (Author ist Prof. Dr. Josef Mayer, er schrieb das Buch „Gesetzliche Unfruchtbarmachung
Geisteskranker“, Zitate aus diesem Buch mit Imprimatur (bischöfliche Druckerlaubnis): „Die Geistes-
kranken, die moralisch irren und andere Minderwertige haben ebenso so wenig ein Recht, Kinder zu
erzeugen, als sie ein Recht haben, Brand zu stiften.“ „Erblich belastete Geisteskranke befinden sich in
ihrem Triebleben auf der Stufe der unvernünftigen Tiere.“ „Wenn darum ein Mensch der ganzen
Gemeinschaft gefährlich ist und sie durch irgendein Vergehen zu verderben droht, dann ist es löblich
und heilsam, ihn zu töten damit das Gemeinwohl gerettet wird.“),
Nürnberg, dt. Herrenmenschen scheren einem Mädchen die Kopfhaare und zwingen sie ein Schild
„Ich habe mich mit einem Juden eingelassen“ zu tragen (>7.8.35/ 4.2.41) deutsche Gerechtigkeit
Trier, Heilig-Rock-Wallfahrt, der kath Gesellenverein-Generalsekr. Dr. Johannes Nattermann sagt vor
Teilnehmern der kath. Gesellenwallfahrt u.a. „Der Gesellenverein und die NSDAP haben das gleiche
Ziel: die Einheit des deutschen Volkes....Ich wäre glücklich, wenn aus echten treuen Kolpingssöhnen
ebenso treue SA- und SS-Männer würden.“ (>7.10.51)
16.08. Preußischer Innenminister Hermann Göring erläßt Verbot der „Vivisektion an Tieren aller Art für das
gesamte preußische Staatsgebiet“
17.08. NSDAP-Pressestelle: „Der Ministerpräsident hat die zuständigen Ministerien beauftragt, ihm
unverzüglich ein Gesetz vorzulegen, nach dem die Vivisektion mit hohen Strafen belegt wird. Bis zum
Erlaß dieses Gesetzes werden Personen, die trotz des Verbotes die Vivisektion veranlassen, durch-
führen oder sich daran beteiligen, ins Konzentrationslager abgeführt.“ (> 14.11.33)
18.08. Berlin, 10.
Funkausstellung, Propagandaminister Dr. Goebbels stellt „Volksempfänger“ für RM
76 vor
(Werbetext: „Ganz Deutschland hört
den Führer mit dem Volksempfänger“), im Ausstellungskatalog ist
zu lesen: „...die
nationalsozialistische Revolution hat sich mit einem Griff des Rundfunks
bemächtigt...
Im Vollzug der
nationalsozialistischen Revolution sind die Ausschüsse des Rundfunks und
ähnliche
Einrichtungen überwunden...Der Staat
bestimmt durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und
Propaganda den Willen und den Weg.
Seitdem der Herr Reichsminister Dr. Goebbels die Gleichschal-
tung des Propagandaapparates der
NSDAP mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Pro-
paganda vollzogen hat, sind die
ersten großen Voraussetzungen für ein neues nationalsozialistisches
Staatswesen geschaffen.“ Verfasser ist Horst Dreßler-Andres („entnazifiziert“ wird er 1950 Intendant
des DDR-Landessenders Weimar, später Mitarbeiter im Büro des Nationalrates der Nationalen Front)
19.08. Großbritannien; London, White City, bei Athletikturnier salutiert dt. Nationalmannschaft mit Hitler-Gruß
20.08. Berlin-Neukölln, kath. Jugendtag, Dr. Erich Klausener, Prälat Georg Puchowski, Generalvikar Paul
Steinmann, Prälat Weber und viele andere Kleriker grüßen die Jugendlichen mit dem Hitler-Gruß,
„Breslauer Neueste Nachrichten“ „Polizeiaktion gegen Kommunisten in Oberschlesien“,
22.08. KZ Dachau, Franz Stenzer (KPD-ZK) wird erschossen
25.08. Dt.
„Menschen
gegen Waren“ zahlen jüd. Deutsche im
Organisationen kaufen im Dt.
Einwanderung in Palästina nötige „Vorzeigegeld“ u. Startkapital, bis 1940 emigrieren ca. 50 000 jüd.
Deutsche mittels Transfer von ca. RM 140 000 000 nach Palästina (>1.2.39/ 17.5.39),
Erste Ausbürgerungsliste mit 33 Namen u.a. SPD-Politiker Dr. Rudolf Breitscheid, Albert Grzesinski,
Philipp Scheidemann, Max Sievers, Otto Wels; KPD-Politiker Wilhelm Pieck, Fritz Heckert, Max Hölz,
Willi Münzenberg; die Publizisten Dr. Lion Feuchtwanger (11.1933 erkennt ihm die Uni. München den
Doktortitel ab, 1953 DDR-Nationalpreisträger 1 Kl., 1954 DDR-Ehrendoktor), Emil Gumbel, Berthold
Jacob, Heinrich Mann, Alfred Kerr, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Pol.-Vizepräs. Bernhard Weiß, Dt.Liga
für Menschenrechte-Gen.Sekr. Kurt Grossmann (>29.3.34/ 9.3.35/ 17.11.43/ 7.4.45/ 20.2.67/ 28.4.84)
26.08. Kultusmin. Dr. Rust’s Erlaß zur „Pflege der Beziehungen der Schule zur Hitlerjugend“ (u.a. Be-
nennung von HJ-Vertrauensmann) (>30.7.34/ 19.12.48/ 17./18.1.51) > verfolgte Schüler
27.08. Reichsgesetz zur Befreiung des Reichspräsidenten v. Hindenburg von Reichs- und Landessteuern u.
Dotation/Schenkung der Domäne Langenau und des Forst Preußenwald (1351 ha) bei Gut Neudeck,
der kommissar. preuß. Innenmin. H. Göring sagt bei Übergabe der in kostbarem Leder gebundenen
Schenkungsurkunde mit preuß. Staatswappen u. dem Spruch „Gott mit uns“ „…übereignet Preußen in
Ehrfurcht und Dankbarkeit als eine Schenkung des Landes die Domäne Langenau u. Forst Preußen-
wald zur dauernden Vereinigung mit dem angrenzenden Altbesitz Neudeck…“ (hinzu kommt wenig
später über RM 1 000 000 für die Instandsetzung der Domäne Langenau) (>1.7.34/ 8.8.34/ 20.1.45)
08. „Volk und Rasse“ (Ausgabe Nr. 8) „Der preußische Staat gibt jährlich
an RM aus für einen: Normalen
Volksschüler=125; Hilfsschüler=573;
Geisteskranken=950; blind- oder taubgeborenen Schüler=1500“,
Borkum, deutsches
Leitkultur-Borkum-Lied: „Und wer Dir naht mit platten Füssen, die Nase krumm,
die Haare kraus, der soll nicht
Deinen Strand geniesen, der muß hinaus, der muß hinaus“;
Norderney, Schilder in Tanzlokalen
„Die deutsche Frau tanzt mit keinem Juden“ (Ende ’33 - nachdem
der jüd. Hotelbesitzer Julius Hoffmann vergeblich gegen Norderneys
Lokalpolitiker vorm Landgericht
klagte - verkündet die Kurverwaltung
„Nordseebad Norderney ist judenfrei“; andernorts gibt es
Schilder wie „Juden sind in der Gemeinde
Blossersberg nicht erwünscht! Wer den Juden kennt, kennt
den Teufel!“ „Juden sind in
Behringersdorf nicht erwünscht“) (>10.2.53/ 24.1.2001)
28.08. Magistrat Unna verbietet jüd. Deutschen den Besuch des städtischen Schwimmbades Bornekampstr.
30.08. Tschechoslowakei; Marienbad, sudetendeutsche Nazis ermorden Prof. Dr. Theodor Lessing
30.8./3.9. Nürnberg, NSDAP-,
Mitgl., 150 000 Amtswaltern u. 70 000 Hitlerjungen; Hitler u. Röhm nehmen „Herbstparade der SA“ ab
(die SA war
1932 mit ca. 420 000 Mitgl. stärker als die
dann sinken die Zahlen), es spricht u.a. Dr. Walter Groß, Leiter Aufklärungsamt f. Bevölkerungspolitik
und
Rassenpflege (1934 Rassenpolit. Amt der NSDAP), am letzten Abend inszeniert
bildner, Ordens- u. Diplomatenuniformengestalter Benno v. Arent ein Großfeuerwerk, Leni Riefenstahl
dreht ersten NSDAP-Parteitagsfilm „Sieg des Glaubens“ (>10.9.33/ 1.12.33/ 26.1./10.2.34)
01.09. Karlsruhe, neuer Leiter im
badischen Landeskriminalpolizeiamt ist Paul Werner (1928 Staatsanwalt,
1932 Amtsgerichtsrat Lörrach,
1.5.1933 NSDAP) (>30.5.37),
München, neuer
Oberlandesgerichtspräs. ist Georg Neithardt (er führte 1924 als
Landgerichtsdirektor
den Hochverratsprozeß gegen Hitler u.
dessen Bürgerbräu- u. Feldherrenhalle-Mitstreiter, fällte milde
Urteile und lies Hitler gegen den
zwingenden Wortlaut von § 9 Republikschutzgesetz nicht ausweisen.
1950 wird „Hauptschuldiger“
Neithardts Nachlass eingezogen, 1951 wird das Urteil aufgehoben und
dt. Steuerzahler zahlen Witwe
Wilhelmine bis zum Tod 1992 zudem eine generöse Pension)(>13.2.85)
02.09. Breslau, Kardinal Bertram schreibt an Kardinalstaatssekr. Pacelli u.a. „…groß ist überall der Druck auf
die einzelnen Mitglieder…In allen Zweigen des wirtschaftlichen Lebens werden sie zurückgesetzt…
überall werden die Lehrer gedrängt, die Schüler zur Hitler-Jugend zu führen…peinlich berührt das
Verbot an die Hitler-Jugend, gleichzeitig zum katholischen Verein zu gehören…unsere Sorge ist um
diejenigen katholischen Beamten und Angestellten, die aus Dienst und Anstellung entlassen werden,
weil sie national als unzuverlässig bezeichnet werden…“ (E. Pacelli wird 1939 Papst Pius XII, 1949/50
für Antikommunismus-Dekrete mitverantwortlich) > verfolgte Schüler (>2.3.39/ 1.7.49/ 28.7.50),
UdSSR und Italien (obwohl B. Mussolini’s faschistischer Regierung durch ital. Diplomaten in Charkow
u. Odessa die Ursachen für Millionen Tote bei der großen Hungersnot 1932/33 bekannt sind) unter-
zeichnen Freundschafts-, Neutralitäts und Nichtangriffspakt (>22.6.41)
6./7.9. Synode der Altpreußischen Union übernimmt rassistischen Arierparagraphen (>12.9.33/ 27.9.33/ 13.11.33)
10.09. „Wochenschau“ Beilage v. „Düsseldorfer Nachrichten“ „Der Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg
Der
Massenaufmarsch der SA, SS und des Stahlhelms als Schlußkundgebung“
11.09. „Für die Lippische Landeskirche ordnen wir hiermit folgendes an: 1. Sämtliche Pfarrer, Beamte,
Angestellte der Landeskirche sowie der Kirchengemeinden grüßen im Dienst und innerhalb der
dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des rechten Arms. 2. Es wird von allen erwartet,
daß sie auch außerhalb des Dienstes in gleicher Weise grüßen...Der Landeskirchenrat; gez. Corvey,
Weber, Josephson, Thelemann, Meyer, Toelle, Ruperti”
12.09. Sachsen, Landesbischof Otto Koch am Sarg von „Handbuch zur Judenfrage“-Herausgeber Theodor
Fritsch: „...ich habe auch gemerkt wie dieser Mann das Wesen des Christentums im Kampf gegen das
Judentum erkannt hat, den wesentlichen Unterschied zwischen Christen- u. Judentum. Goethe hat
das bekannte Wort geprägt: Der eigentliche Sinn des Lebens sei der Kampf zwischen Glaube und Un-
glaube..., der eigentliche Sinn der Weltgeschichte ist der Kampf zwischen Christentum u. Judentum...“,
Thüringen, „Der Landeskirchenrat hat folgendes Gesetz beschlossen: § 1 Als Pfarrer, Hilfspfarrer oder
als Beamter der Thüringer Ev. Kirche oder einer Kirchengemeinde darf nur berufen werden, wer die
Gewähr bietet, daß er rückhaltlos für den nationalen Staat eintritt…Nicht berufen werden darf, wer
nichtarischer Abstammung oder wer mit einer Person nichtarischer Abstammung verheiratet ist. § 2
Wer als Pfarrer, Hilfspfarrer oder Beamter im Dienst der Thüringer Ev. Kirche oder Kirchengemeinde
steht, kann in den Ruhestand versetzt oder sofern er noch nicht unwiderruflich angestellt ist, entlassen
werden, wenn nach seinem Verhalten zu befürchten ist, daß er nicht rückhaltlos für den nationalen
Staat eintritt...“, gez. Landesbischof Wilhelm Reichardt,
Deutsche Adelsgenossenschaft DAG (die Pflege der Rassenfrage als Aufgabe versteht, seit 1928 für
das „Eiserne Buch Deutschen Adels Deutscher Art" EDDA verantwortlich) verschärft ihren 1920 einge-
führten („Wer unter seinen Vorfahren im Mannesstamm einen nach dem Jahre 1800 geborenen Nicht-
arier hat oder zu mehr als ¼ anderer als arischer Rasse entstammt oder mit jemand verheiratet ist, bei
dem dies zutrifft, kann nicht Mitglied der DAG werden.“) Arierparagraphen und beruft prominente
nationalsozialistische Standesvertreter in den Vorstand (am 16.9.33 schreibt DAG-Adelsmarschall
Adolf zu Bentheim-Tecklenburg im „Deutsches Adelsblatt“ „An den reinblütigen deutschen Adel“),
München, Uraufführung des
Propagandafilms „Hitlerjunge Quex“ (mit Heinrich George, Heini Völker
u.a.), Reichsjugendführer Baldur v.
Schirach schreibt HJ-Fahnenlied für Film „Hitlerjunge Quex“:
„Vorwärts! Vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren.
Vorwärts! Vorwärts! Jugend kennt keine Gefahren.
Deutschland, du wirst leuchtend stehen, mögen wir auch untergehn
Ist das Ziel auch noch so hoch, Jugend zwingt es doch!
Unsre Fahne flattert uns voran, in die Zukunft ziehen wir Mann für Mann.
Wir marschieren für Hitler durch Nacht und Not, mit der Fahne der Jugend, für Freiheit und Brot.
Unsre Fahne flattert uns voran. Unsre Fahne ist die neue Zeit.
Und die Fahne führt uns in die Ewigkeit. Ja, die Fahne ist mehr als der Tod!
Jugend! Jugend! Wir sind der Zukunft Soldaten.
Jugend! Jugend! Träger der kommenden Taten.
Ja, durch unsre Fäuste fällt, was sich uns entgegenstellt.
Jugend! Jugend! Wir sind der Zukunft Soldaten.
Jugend! Jugend! Träger der kommenden Taten.
Führer! Dir gehören wir, wir Kam’raden dir.“
13.09. Reichsnährstand-Gründung mit Zwangsmitgliedschaft aller an Agrarprodukt-Erzeugung u.-Absatz Be-
teiligter unter Reichsbauernführer Richard Walter Darré (Autor „Neuadel aus Blut und Boden“ und
„Das Schwein als Kriterium für nordische Völker und Semiten“) (>30.1.35/ 9./12.7.52),
Winterhilfswerk-Gründung mit Erlaß zum RM 0,50-Eintopfsonntag für alle am 1.Sonntag der Monate
Okt.-Mai, die Ersparnis zum normalen Sonntagsessen sind dem Winterhilfswerk zu spenden (>3.4.35),
Staatskommissar und preuß. Kultusmin. Dr. Rust`s erster Erlaß zu „Vererbungs- und Rassenlehre in
den Schulen“ als Pflichtfach (gilt ab 15.1.35 für das gesamte Deutsche Reich) > verfolgte Schüler,
Hansestadt Hamburg, 9.Deutscher Diakonentag sendet „Huldigungsgruß“ an A. Hitler: „Dem Führer
unseres Volkes u. Retter unseres Vaterlandes vor dem Untergang im Bolschewismus senden tausend
Diakone...namens der gesamten Deutschen Diakonenschaft das Gelöbnis alter deutscher Mannes-
treue und des Einsatzes aller ihrer Kräfte für Aufbau u. Vollendung des Dritten Reiches.“ Der Berliner
Landesbischof Ludwig Müller verkündet „daß in Zukunft keiner auf die Kanzel kommt, der nicht das
Volk verstehen gelernt hat, der im Arbeitsdienst, in der SA oder bei den Soldaten gelernt hat, sich...
zusammenzureißen.“ Oberkonsistorialrat Friedrich Peter sagt in seiner Festrede: „Diakonie muß, wie
die SA das Soldatentum des Dritten Reiches ist, das Soldatentum der Kirche sein.“, Pfarrer Horst
Schirrmacher sagt u.a. „...evangelische Diakonie (ist) Dienst und Kampf. Wir grüßen Euch alle als die
SA Jesu Christi und die SS der Kirche, ihr wackeren Sturmabteilungen und Schutzstaffeln im Angriff
gegen Not, Elend, Verzweiflung und Verwahrlosung, Sünde und Verderben...Evangelische Diakonie
u. Nationalsozialismus gehören in Deutschland zusammen...Der echte Nationalsozialist ist Protestant
und der echte deutsche Protestant ist Nationalsozialist.“ Die Diakone singen das Horst-Wessel-Lied:
Die Fahne hoch! Die Reihen dicht geschlossen!
SA marschiert mit ruhig festem Schritt.
Kameraden, die Rotfront und Reaktion erschossen,
marschier’n im Geist in unseren Reihen mit.
Die Straße frei den braunen Bataillonen!
Die Straße frei dem Sturmabteilungsmann!
Es schau’n aufs Hakenkreuz voll Hoffnung schon Millionen,
der Tag für Freiheit und für Brot bricht an. usw. usf. (>20.11.36/ 24.12.36)
14./20.9. Großbritannien; London, eine Internationale Kommission zur Untersuchung d. Reichstagsbrandes,
ein Juristenkolleg unter Ho Chi Minh-Anwalt Dennis N. Pritt, tagt als Reichstagsbrand-Gegenprozess
und urteilt v. d. Lubbe sei kein Alleintäter, es bestehe der schwere Verdacht, daß NS-Kreise die
Brandstiftung veranlassten, Kommunisten nicht schuldig sind und die Reichstagsbrand-Verordnung
ungültig ist (1954 erhält Pritt den Stalin-Friedenspreis) (>21.9./23.12.33/ 10.11.59/8.4.60/ 8.9.63)
15.09. „Germania“ (kath. Zentrums-Zeitung) berichtet über Eröffnung des neuen preußischen Staatsrats:
„Im geistlichen Kleid schritt an der Spitze der Bischof von Osnabrück, Dr. Hermann Wilhelm Berning…
Dann brachte der Ministerpräsident (Hermann Göring) ein dreifaches ,Sieg Heil‘ auf den Führer aus
und die Versammlung sang stehend das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied, das auch von Bischof
Berning und den übrigen kath. Geistlichen mit erhobener Hand gesungen wurde.“,
UdSSR
beendet militärische Zusammenarbeit mit Dt.
09. ev. Pastoren gründen Pfarrernotbund - später Teil der „Bekennenden Kirche“ (Staatspolizei-Bericht
v. 18.9.34: „Bei den dem Notbund angehörenden Pfarrern handelt es sich z.T. um reaktionäre Kräfte,
z.T. aber auch um Persönlichkeiten, die rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten und
sich dagegen
wehren, daß ihre Gegnerschaft geg. den
als Stellungnahme geg. den Nationalsozialismus ausgelegt wird.“) (>24.3.34/ 20.11.36/ 19.3.37),
Ostpreußen, Flugblatt der Bekennenden Kirche: „Wir sagen ,Ja’ zum Hakenkreuz, dem Siegeszeichen
Adolf Hitlers, dem Siegeszeichen des Nationalsozialismus, dem Zeichen der Hoffnung unsres
geeinten
Deutschen
kreuzfahne und bezeugen damit vor aller Welt: Wir folgen dem Führer! Wir gehorchen dem Führer als
unsrer gottgegebenen Obrigkeit!“,
Herrlingen, der 12jährige Wolfgang Leonhard (er erfüllt die politischen Kriterien kommunistischer
Begabtenförderung) 1931 Karl-Marx-Gymnasium Berlin, kommunistischer „Junger Pioner“ -
zeitgenössisches JP-Frage/Antwort-Spiel: „Wer hat uns verraten?“ Antwort: „Die Sozialdemokraten“
„Wer macht uns frei?“ Antwort: „Die Kommunistische Partei“) wird von Mutter Susanne L. an das
Viggbyholm-Internat Schweden geschickt (1935-37 Karl-Liebknecht-Schule Moskau, „Junger Pionier
der Sowjetunion“, 1940-43 Studium in der UdSSR, 1943-45 NKFD) (>12./13.7.43/ 8.5.45/ 13.3.49)
17.09. Berlin, St.
Hedwigs-Kathedrale, von der NSDAP am 23.8. angeregter kath. Dankgottesdienst
zur
Konkordatsratifizierung wird vom
Apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo, Kapitularvikar Dr. Paul
Steinmann und Domprediger Pater
Marianus Vetter in Anwesenheit der Repräsentanten von Reichs-
regierung, NSDAP, SS und SA
zelebriert, sie singen das „Te Deum“
und vor der mit kath. und NS-
Fahnen geschmückten Kathedrale singen
Tausende die Nationalhymne und das Horst-Wessel-Lied;
Bamberg, Erzbischof Jacobus Hauck
ordnet für Pfarrgemeinden seine Diözese ein „Te
Deum“ zum
Dank an Gott für den Abschluß des
Reichskonkordats…in dem sich Staat und Kirche einträchtigem
Zusammenwirken gefunden haben.“,
Berlin, Gründung „Reichsvertretung der deutschen Juden“ unter Dr. Leo Baeck (>10./16.9.35),
Düsseldorf-Kaiserswerth, Diakonissenanstalt, Hundertjahr-Feier, Ansprache von Pastor Walter Jeep
(Innere Mission) u.a.: „...rechte evangelische Menschen (seien eigentlich die), die den Totalitätsan-
spruch dieses neuen Deutschen Reiches nicht nur am besten verstehen können, sondern auch am
echtesten, treuesten zu verwirklichen fähig sind.“ Nach einer „Hitlerfahnen-Weihe im Kindergarten“
des Diakonissen-Stammhauses, Hakenkreuzfähnchen schwenkend und die „Fahne hoch!“ singend
marschieren über hundert kleine „Vaterlands- und Hitleranhänger“ durch Kaiserswerth. „Das Herz
konnte einem aufgehen bei dem lieblichen Bild und der hellen Begeisterung von Deutschlands
jüngster Zukunft. Gleich an der ersten Straßenecke begegneten wir einem SA-Führer. Der Mann
grüßte freundlich und mit todernsten Gesichtchen streckten sich über 100 Ärmchen zum Gegengruß.“
21.09. Berlin, Reichskanzler
Hitler ruft „Arbeitschlacht“ zur Verminderung der Arbeitslosigkeit aus (Bereit-
stellung weiterer RM 500 000 000 für
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen)
21.9./23.12. Leipzig,
sind die bulgar. Kommunisten Georgi Dimitroff, Blagoi Popoff, Wasili Taneff, KPD-MdR Ernst Torgler),
Vorsitz. Richter ist
Dr. Karl Werner (NSDAP) u. Landgerichtsdirektor Dr. Heinrich Felix Parrisius (Dr. P. wird später mit
Wilhelm Eichler Stellvertreter von Volksgerichtshof-Chefankläger Paul Jorns), psychiatrischer Gut-
achter von van der Lubbe ist Charité-Prof. Dr. Karl Bonhoeffer (Vater von Pastor Dietrich Bonhoeffer,
Schwiegervater von
heitsobergericht, 1942 Wissenschaftl. Senat Heeressanitätswesen) mangels Beweisen werden die
Genossen am 23.12. freigesprochen. Obwohl zur Tatzeit Brandstiftung kein todeswürdiges Delikt war
wird Marinus v. d. L. im Namen des Deutschen Volkes zum Tode verurteilt u. am 10.1.1934 enthauptet
(1967 wird
das Urteil auf 8 Jahre Zuchthaus „reduziert“, 1980 wird das
aufgehoben, doch der Staat legt Revision ein, 1983 lehnt der Bundesgerichtshof ein Wiederaufnahme-
verfahren ab: zwar sei das Todesurteil wg. Brandstiftung „rechtswidrig“ gewesen, darum 1967 in eine
Haftstrafe umgewandelt worden - dem 80jährige Bruder Johannes Markus van der Lubbe werden
trotzdem die hohen Verfahrenskosten auferlegt) (>10.1.34/ 27./29.9.39/ 24.12.42/ 26.6.81)
22.09.
Kultur und regelt soziale und wirtschaftliche Belange aller Kulturschaffenden“ - Kulturkammerpräs. ist
Propagandamin. Dr. Goebbels, Geschäftsführer, Gen.Sekr., Vizepräs. wird Hans Hinkel) besteht aus
Reichsschrifttums- , (Präs. bis 1935 Hans Friedrich Blunck, danach Hanns
Johst),
(Präs.bis
1945 Max Amann >24.4.35/ 15.4.36),
>1950), Reichstheater-,
Einzelkammern Aufgenommene können ihren Beruf ausüben, Nichtaufgenommene/ Ausgeschlossene
haben praktisch Berufsverbot) (>18.8.34/ 09.1936/ 12.11.38/ 6.6.45/ 8.8.45/ 19.7.35/ 7.1.54/ 3.11.76)
23.09. Frankfurt/M., Dr. Fritz Todt, Generalinspekt. für das dt. Straßenwesen, bei der feierlichen Übergabe
von Spaten an 720 spalierstehende Arbeitslose u.a.: „Kameraden(!),…soeben kommt ihr vom Arbeits-
amt. Es ist der Wille unseres Führers, daß ihr diese Stätte nicht mehr betretet. Wir(!) gehen nicht mehr
stempeln, sondern wir bauen Straßen…“
26.09. Gesetz zur Änderung des Gesetzes über Betriebsvertretungen u. über wirtschaftliche Vereinigungen
27.09. Wittenberg, ev. „Nationalsynode“, Festgottesdienst mit „Theologensturm“ bestehend aus Theologie-
studenten des sächsischen Landesbischofs Friedrich Coch in feldgrauer Uniform, lila Kreuz und SS-
Runen auf dem Arm, der ev. Landesbischof Ludwig Müller wird neuer Reichsbischof (>07.1993),
(„Der
Stürmer“ „
sozialismus...Ein
für die
Kirche wollen...Daß
er bereits in der Tat bewiesen, durch die Einführung des Arierparagraphen...“),
Gründung Oberster Nationaler Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt, NSDAP-Mitgl., NSKK- u. SA-
Kraftfahrwesen-Führer Adolf Hühnlein wird ,Führer des deutschen Kraftfahrsports’; Juden u. Nichtarier
erhalten keine Rennlizenz (>1.4.36/ 28.1.38/ 28.4.40)
29.09. Reichstag akklamiert
Reichserbhofgesetz (Blut- u. Boden-Ideologie): Bauer kann nur sein, wer dt.
Staatsbürger u. deutschen oder stammesgleichen Blutes ist und ist nicht, wer unter den Vorfahren
väterlicher-
oder mütterlicherseits jüdisches oder farbiges Blut hat. Der Erbhof geht ungeteilt auf den
Anerben über; Miterben haben nur
Recht auf Aussteuer, Berufsausbildung und Heimatzuflucht,
Dr. jur. Wolfgang Diewerge
(NSDAP-Mitgl. 278234, beim „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes“
Rechtsabt.-Leiter) überreicht
Auswärtigen Amt sein Gutachten über „Die pressemäßige Unterstützung
des Kairo-Prozesses“ (d.h. gelenkte
anti-jüdische Propaganda auf arabisch-jüd. Konflikt in Ägypten.
1935 wird Dr. Diewerge Autor von „Als
Sonderberichterstatter zum Kairoer Judenprozess“, 1936 von
„Der Fall Gustloff“, 1937 v. „Ein
Jude hat geschossen“, 1939 v. „Anschlag gegen den Frieden: ein
Gelbbuch über Grünspan und seine
Helfershelfer“, 1940 „Der neue Reichsgau Danzig-Westpreussen:
ein Aufbaubericht vom Aufbauwerk im
deutschen Osten“, 1941 „Kriegsziel der Weltplutokratie“ - Über-
setzung v. T. Kaufman’s „Germany must perish“, 1942 „Deutsche
Soldaten sehen die Sowjet-Union“.
Dr. Diewerge wird 1935
NSDAP-Reichsredner, dann Ministerialdirigent Reichspropagandaministerium,
SS-Standartenführer, ist bei
Entscheidungen um einen Thälmann-Prozess und die Grynszpan-Schau-
prozessvorbereitungen beteiligt, wird
Reichssender Danzig-Intendant, nach 1945 entnazifiziert, als
Rechtsanwalt zugelassen und wird
Referent beim NRW-FDP-Vorsitz. Friedrich Middelhauve und
Rednerschulung-Beauftragter im
FDP-Landesverband und am 17.2.66 vom Landgericht Essen im
Namen des Volkes wg. Meineides beim
Essener „Grünspan-Prozess“ zu einem Jahr Haft verurteilt)
(>4.2.36/ 29./30.9.38/ 7.11.38/ 1.10.40/
16.1.53)
30.09. Deutscher Anwaltsverein (Vorsitz. seit 05.1933 ist
Hermann Voß) beschränkt Mitgliedschaft auf Arier
30.9./3.10. Leipzig, 4.
„Durch Nationalsozialismus dem Deutschen Volk das deutsche Recht“ als Deutscher Juristentag,
Unrecht, was ihm schadet“, bei Massenkundgebung am Reichsgericht bekennen 20 000 teilnehmende
deutsche Juristen mit ausgestrecktem rechten Arm: „Wir schwören beim ewigen Herrgott,…bei dem
Geist unserer Toten,…bei all denen, die Opfer einer volksfremden Justiz einmal geworden sind,…bei
der Seele des deutschen Volkes, daß wir unserem Führer auf seinem Wege als deutsche Juristen
folgen wollen bis an das Ende unserer Tage.“ und marschieren durch Leipzig (der BNSDJ unter
Reichsrechtsführer Dr. Hans Frank wird 1936 zum ca. 104 000 Mitgl. starken Nationalsozialistischen
Rechtswahrerbund/NSRB und wird ab 1942 von Dr. Otto Thierack geführt) (>2.12.33/ 23.4.41/
2.10.52/ 2./3.4.58/ 23.3.59),
aus gegebenen Anlaß leistet auch der Deutsche Richterbund dem nationalsozialistischem Staat sein
Treuebekenntnis: „Hohe Verehrung, aber auch unverbrüchliche Treue schlingen ein unauflösliches
Band zwischen dem, der die Geschicke des deutschen Volkes leitet, seinem Führer, und den
deutschen Richtern. Eng um ihn geschart, wie der Heerbann um seinen Herzog, werden wir ihm im
Kampfe zur Seite stehn und das Schlachtfeld entweder nie oder erst dann verlassen wenn der Sieg
errungen ist: die Rettung des deutschen Volkes.“ (>8.5.45/ 13.11.46/13.10.1947/ 1.4.50/ 10.10.59)
01.10. Berlin, Reichsernährungsmin. Darré und Reichsmin. für Propaganda u. Volksaufklärung Dr. Goebbels
proklamieren u.a. „Des deutschen Volkes Stärke liegt in der deutschen Erde, in der Kraft der Arbeit
deutschen Bauerntums. Mit jedem Jahre erneuert sich die Dankesschuld der Gesamtheit aller Volks-
genossen gegenüber dem Stande, der als Sachwalter deutschen Bodens in unermüdlicher, harter
Arbeit des Volkes Brot und Nahrung schafft. In schwerer Notzeit unter Führung seines Volkskanzlers
Adolf Hitler zu unlösbarer Einheit zusammengeschlossen, im Bewußtsein dieser Dankespflicht und der
ewigen Verbundenheit zwischen Stadt u. Land, hat sich das deutsche Volk im Jahre seiner nationalen
Wiedergeburt zum ersten Male zum Erntedankfest vereinigt…“,
Hameln, Bückeberg, „Tag des deutschen Bauern“ – A. Hitler spricht vor 500 000 Teilnehmern (1934
huldigen 700
000, 1935 und 1936 1 000 000 und 1937 ca. 1 200 000 Deutsche am Bückeberg
kanzler
Hitler bei dem von
dem früheren Erntedankfest) (>30.1.1935),
Jahrestag
des 1. HJ-
Mitglieder sieben Stunden vor der NSDAP-Parteiprominenz (>27./30.5.1950),
KZ Dachau, „Disziplinar- und Strafordnung für das Gefangenenlager“ von Stockhieben bis Todesstrafe
03.10. Gründung „Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher“ AKD (nach Gründungsaufruf v. „Stellvertreter
des Führers“ Rudolf Heß) AKD-Reichsleiter ist Vizekanzler Franz v. Papen, Reichsgeschäftsführer ist
Graf Roderich v. Thun und Hohenstein (Funktionäre sind u.a. Staatssekr. Hans Dauser, Major a.D.
und späterer Reichskirchenmin.-Ministerialdirigent Hermann von Detten und Köln’s Regierungspräs.
Dr. Rudolf zur Bonsen, die AKD wird nach Vizekanzler v. Papen’s Amtsenthebung 08.1934 aufgelöst)
10. Walter Ulbricht (KPD) flieht nach Moskau (u. kehrt 1945 mit sowj. Armee zurück) (>30.4.45/ 16.10.57)
04.10. Reichstag akklamiert
Schriftleitergesetz (Zulassung als Redakteur/Journalist nach rassisch-politisch
und ideologischen Kriterien - um vom
Volk alles fernzuhalten, was geeignet ist Gemeinschaftswillen,
Kraft, Kultur, Wehrhaftigkeit,
Wirtschaft des Volkes zu schwächen - führt zu Berufsverbot für mind.
1 300 „jüd. u.
marxistischer“ Journalisten u. Schließung vieler Zeitungen) (>7.9.49/
22.5.75/ 3.11.76)
07.10. Neumünster, Pastor Ernst Emil Heinrich Szymanowski wird Probst in Bad Segeberg (1919-21
Theologiestudium, 1924 Pastor in Kating, 1926 NSDAP, 1933 Deutsche Christen, 1935 Beamter im
Reichsmin. f. kirchl. Angelegenheiten, 1936 SS, 1942 als Ernst E. H. Biberstein Einsatzgruppenleiter
Kiew und Taganrog/UdSSR, 1948 Todesurteil wg. 65fachen Mordbefehls, 1951 zu lebenlanger Haft
begnadigt, 1958 nach kirchl. Fürsprache entlassen) (>15.9.47/ 9.5.58)
10.10. Bayreuth, Verhaftung von
Mathematikstudent und KPD-Mitgl. Georg Klaus (in Untersuchungshaft
gefoltert wird er am 25.5.34 vom Landgericht
München wg. Hochverrats im Namen des Deutschen
Volkes zu 2 Jahren Haft verurteilt,
es folgen 3 Jahre „Schutzhaft“ im KZ Dachau mit anschließendem
Studierverbot > verfolgte
Schüler, Wehrdienst, 1956 SED, 1947 Studium, 1948 Promotion, Dozent
für dialektischen u. historischen Materialismus, 1950 Habilitation, 1957 Autor: „Jesuiten, Gott, Materie -
des Jesuitenpaters Wetter Revolte wider Vernunft und Wissenschaft“, 1959 Deutsche Akademie der
Wissenschaften, 1962 Direktor ZI für Philosophie) (>1.7.49)
13.10. Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens
14.10. Deutsches Reich verläßt
nach langer Völkerbund-feindlicher Propaganda den „Völkerbund“ u. Genfer
Abrüstungskonferenz (Anlaß zu
Volksabstimmung/Reichstagsauflösung/Wahl für gewolltes Ein-Partei-
Parlament), die ev. Kirche (Pfarrer
Martin Niemöller im Namen von 2 500 Pfarrern) und kath. Kirche
(Dr. Erich Klausener u.a.)
gratulieren Hitler zur „Wahrung deutscher Ehre“ (>12.11.33/ 15.1.34)
15.10. München, Grundsteinlegung
„Haus der Deutschen Kunst“ mit Festzug „Glanzzeiten deutscher Kultur“
(der Apostolischen Nuntius Alberto
Vassallo di Torregrossa sagt dabei in
Gegenwart von Bayerns
Staatsminister und NSDAP-Mitgl. Nr.
2, Hermann Esser, zum Reichsführer A. Hitler u.a. „Ich habe Sie
lange nicht verstanden. Ich habe mich
aber lange darum bemüht. Heute verstehe ich Sie.“ Am 12.11.
dient diese
Aussage des Nuntius - versehen mit dem Zusatz „Auch jeder deutsche Katholik
versteht
heute Adolf Hitler und stimmt am
12.November mit: „Ja“ - der Wählerwerbung) (>12.11.33/
30.1.34)
15./22.10. Nationalsozialistische Handwerker-, Handels- u. Gewerbeorganisation NS-Hago-Mittelstandstreff
(NSDAP-Mittelstandsgliederung, ab
1935 in DAF-Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und Handel)
20.10. Preußen verweigert
Approbation nichtarischer Medizin- u. Zahnmedizinstudenten, Promotion nur bei
gleichzeitigem Verzicht auf deutsche
Staatsangehörigkeit möglich
26.10. „Vossische Zeitung“ Preußische Akademie der Künste propagiert „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“
für A. Hitler von 88 Sektion Dichtkunst-Mitgliedern u. Schriftstellern u.a. Gottfried Benn, Hanns Johst,
Rudolf Binding, Arnold Bronnen, Hermann Claudius, Otto Flake, Hanns Franck, Friedrich Griese,
Carl Haensel, Agnes Miegel, Börries v. Münchhausen, Eckart v. Naso, Helene v. Nostitz-Wallwitz,
Anton Schnack, Friedrich Schnack, Wilhelm v. Scholz, Lothar Schreyer, Lulu v. Strauß und Torney,
Bruno Süßkind, Ina Seidel (>22./25.5.52)
27.10. Volksdeutsche Rat unter Geopolitiker Prof. Dr. Karl Haushofer (Zitat „So hat der nationalsozialistische
Gedanke in der Welt, im Lichte der Erdkunde betrachtet, dasselbe uralte…ewigjunge Doppelgesicht
wie der mystische Janus: eines, das…erdumspannend Weltfernen überschaut und eines, das nur im
eigensten Volksboden jeder Rasse vollkommen verstanden werden kann“) wird Volkstumszentralstelle
(sein Sohn ist der Geograf Prof. Dr. Albrecht Haushofer, der - obwohl „jüd. Mischling 2.Grades “ - als
Heß-Protegé an Berlin’s Hochschule für Politik lehrt, viele diplomatische Geheimmissionen im Ausland
unternimmt, freier Mitarbeiter der Dienststelle Ribbentrop u. der Informationsabteilung im Auswärtigen
Amt unter Staatssekretär Ernst Freiherr v. Weizsäcker wird, 1938 als Volkstumsspezialist an Verhand-
lungen zum Münchner Abkommen teilnimmt, 1940 Lehrsstuhl an der Kaiser-Wilhelm-Universität, 1941
nach Heß’ Großbritannien-Flug erstmals und 1944 nach Stauffenberg-Attentat abermals verhaftet, in
Haft Autor v. „Moabiter Sonnette“ u.a. „Ich klage mich in meinem Herzen an: ich habe mein Gewissen
lang betrogen, ich hab mich selbst und andere belogen…“) (>9./10.6.35/ 29./30.9.38/ 24.6.39/ 23.4.45/
10.10.45/ 10.3.46)
31.10. Pflichtmitgliedschaft von
Juristen u. Rechtsanwälten im Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ
(es werden nur Arier aufgenommen)
(>13.12.1935)
01.11. Schweiz; „Neue Züricher Zeitung“ „Der Freiburger Erzbischof (Dr. Conrad Gröber)...hat noch in der
Zeit der
Stellung genommen und längere Zeit war das Verhältnis der nationalsozialistischen badischen
Regierung zur Kirche sehr gespannt. Umso größere Beachtung findet das Bekenntnis zum neuen
Regime, das der Kirchenfürst auf einer kath. Massenveranstaltung (am 9.10.) in Karlsruhe ausge-
sprochen hat...Auch äußerlich trat die Wandlung in Karlsruhe dadurch zutage, daß die Versammlungs-
teilnehmer, die sicherlich vor einem halben Jahre noch stramme Zentrumsleute waren, den Erzbischof
mit dem Deutschen Gruß empfingen. Das Verhalten des hohen kirchl. Würdenträgers erscheint
bezeichnend
für den neuen Kurs, den der deutsche Episkopat nach dem Abschluß des
konkordats eingeschlagen hat.“ (>2.3.34),
Berlin, Landgerichtsdirekt., Pfarrerssohn u. NSDAP-Mitgl. Dr. Friedrich Jung wird Generalstaatsanwalt
(>4.6.37/ 23.4.41/ 01.1943/ 9.10.55)
03.11. Afghanistan, Kabul, ein afghan. Schüler der deutschen Schule tötet König Nadir Schah (>15.4.38),
Universität Freiburg, Rektor u. NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Martin Heidegger’s „Aufruf an die Deutschen
Studenten“ „Nicht Lehrsätze und Ideen seien die Regeln Eures Seins. Der Führer selbst und allein ist
die heutige und künftige deutsche Wirklichkeit und ihr Gesetz.“ (>11.11.33)
11. „Deutsche Volksgesundheit - Organ des Kampfbundes für Deutsche
Gesundheits- und Rassenpflege -
Haltet den Dieb - Wie lange noch darf
jüdischer Geist die Deutsche Reform knebeln?“,
„Rassenprobleme im Dritten Reich“
Autor Dr. Hans Macco u.a. „So stelle ich als Rheinländer die For-
derung auf: Sterilisierung aller
Mulatten, die uns die schwarze Schmach…hinterlassen hat.“ (>8.2.34),
NSDAP-Wahlwerbung: „In 8 Monaten 2½
Millionen Volksgenossen in Arbeit u. Brot gebracht! Den
Klassenkampf und seine Parteien
beseitigt! Den Bolschewismus zerschlagen! Die Kleinstaaterei über-
wunden! Ein Reich der Sauberkeit und
Ordnung aufgebaut!...Stimme mit Ja! Wähle zum
Reichstag
Adolf Hitler und seine Getreuen!“
(>30.7.1998),
gemeinsamer Aufruf von DFB-Präs. SS-Obersturmbannführer
Felix Linnemann und Deutsche Sport-
behörde-Führer u. IOC-Mitglied Dr.
Karl Ferdinand Ritter v. Halt: „In der Volksgemeinschaft des Dritten