Chronik/Rückblick mit scheinbaren Analogien und ohne Anspruch auf Vollständigkeit
„Händchen falten, Köpfchen senken
und an Adolf Hitler denken. Er gibt uns täglich Brot, er hilft aus aller Not.
Amen.“ Deutsches Kindergartengebet
„Der Kampf gegen die Religion ist der Kampf für den Sozialismus“ Ausstellungsspruchband Moskau 1932
„Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“ Richard v. Weizsäcker
1933
das Deutsche Reich hat 66 Mio. Einwohner (63% ev., 32% kath. Christen, 0,9% Juden), eine Fläche
von 470 700 qkm (bei Reichsgründung 1871 waren es noch 550 500 qkm, Aktionen deutscher Eliten
von 1914-18 verursachten große Gebiets- und Menschenverluste u. hohe Reparationsleistungen), die
Staatsverschuldung beträgt ca. RM 11 400 000 000, der durchschnittl. Arbeitnehmerlohn ist RM 125
im Monat, ca. 5 800 000 Deutsche sind arbeitslos und 242 000 in der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
„freiwilliger Arbeitsdienst“, namhafte deutsche Industriellen des Keppler-Kreises wie Friedrich Flick (bis
1945 RM 7 650 000 an „Destinatäre“), Fritz Thyssen („I paid Hitler“), Bankiers Kurt v. Schröder, Prof.
Emil Meyer u.v.a. auch ausländ. Spendern wie Royal Dutch Shells Sir Henry Detering unterstützen die
NSDAP mit Spenden (Telford Taylor, US-Hauptankläger in Nürnberg wird am 27.8.1947 sagen: „Ohne
die Zusammenarbeit der deutschen Industrie und der NSDAP hätten Hitler und seine Parteigenossen
niemals die Macht in Deutschland ergreifen und festigen können...“) (>16.10.34/ 1935/ 10.6.49)
01.01. SPD-Neujahrsaufruf, Parteivorsitz. O. Wels bekundet SPD-Opposition zur Regierung v. Schleicher
04.01. Köln, K. v. Schröder-Villa, Hitler/Franz v. Papen-Geheimtreff zum Sturz der v. Schleicher-Regierung
11.01. Hamburg, St. Trinitatis-Kirche, Probst Georg Sieveking verliest das „Altonaer Bekenntnis“ von 21 ev.
Pastoren -
mit harten Worten gegen gottlose Kommunisten und
gottlose Nationalsozialisten (>9.5.33)
15.01. Lippe-Detmold,
Landtagswahl, die NSDAP erhält 39,5% der Stimmen und ist Wahlsieger
22.01. Berlin, Bülowplatz,
Aufmarsch tausender SA-Männer vor dem KPD-Karl-Liebknecht-Haus, die unter
starkem Polizeischutz einen
Horst-Wessel-Stein errichten. Die Spuchbänder am KP-Gebäude sind: „In
ihrem Geist vorwärts im Kampf gegen
Kriegsgefahr, Faschismus, Hunger und Frost, für Arbeit, Brot u.
Freiheit“ „Im Zeichen des Leninismus
wählt rote Betriebsräte, stärkt die revolutionäre Gewerkschafts-
Opposition“. 108 KPD-Mitgl., die sich
der SA entgegenstellen werden verhaftet, andere mit Gummi-
knüppeln verjagt (am 25.1. protestieren
ca. 130 000 KPD-Anhänger die Errichtung eines Mahnmals für
SA-Führer Horst Wessel gegenüber dem
Karl-Liebknecht-Haus)
23.01. „Der Angriff“ „Der gestrige
Tag hat es bewiesen: Berlin gehört uns!“
28.01. Rücktritt von Reichskanzler
General Kurt v. Schleichers „Kabinett der Barone“ (>30.6.1934)
30.01. Hitler’s Ernennung (nicht Machtergreifung) zum Reichskanzler durch Reichspräs. Paul v. Hindenburg,
Amtsmeineide der neuen Regierung ihre Kraft für das Wohl des Volkes einzusetzen, Verfassung und
Gesetze zu wahren, Geschäfte unparteiisch u. gerecht zu führen (Jochen Klepper: „Bündnis von Adel
und Pöbel“ - von 11 Ministern sind 5 adelig: Vizekanzler Franz v. Papen, Reichswehr- / Reichskriegs-
min. Werner v. Blomberg, Reichsfinanzmin.Graf Schwerin v. Krosigk, Reichsverkehrsmin. Freiherr
v. Eltz-Rübenach u. Reichsaußenmin. Konstantin Freiherr v. Neurath, Aufmarsch/ Fackelzug von SA,
SS, HJ und 100 000er jubelnder Deutscher u.a. Claus Schenk Graf v. Stauffenberg von 19 Uhr-1 Uhr
nachts zur Reichskanzlei. Preußens Akademie der Künste-Ehrenpräsident Max Liebermann sagt über
das nächtliche Spektakel: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen.möchte.“ (>28.2.33/
23.3.33/ 1.7.34/ 16.10.34/ 30.1.37/ 13.9.39/ 20.7.44/ 30.1.45/ 11.10.49/ 10.4.2000),
KPD-Aufruf zum Generalstreik: „Hitler, Papen, Hugenberg, Frick, Göring, Seldte! Dies neue Kabinett
der offenen, faschistischen Diktatur ist die…unverhüllteste Kriegserklärung an die Werktätigen…“,
die NSDAP hat 849 009 Genossen, die Hitler-Jugend hat ca. 1 000 000 Mitglieder (>11.10.49),
„Der Angriff“ „Deutsches Berlin: Fahnen heraus!“ „So verbauen Bonzen Arbeitergroschen“ (>21.1.34),
„Vorwärts“ „Hitler-Papen-Kabinett ,Feine Leute’ und drei Nazis – Kabinett des Großkapitals“ (>6.3.33),
„Vossische Zeitung“ „Kabinett Hitler=Papen=Hugenberg – Regierung der Harzburger Front ohne
Verständigung mit dem Zentrum ernannt“
01.02. Reichspräs. Paul v. Beneckendorff und v. Hindenburg löst Reichstag auf (Wahlgesetznovelle 2.2.33),
Reichskanzler Hitlers „Aufruf der Reichsregierung an das deutsche Volk“: „Bolschewismus vernichtet
Deutschland…Christentum Basis unserer Moral…kein Kommunismus…Vierjahresplan…Rettung des
Bauern…des Arbeiters…gegen Arbeitslosigkeit…Wahrung der Lebensrechte…Wiedererringung der
Freiheit…Möge der allmächtige Gott unsere Arbeit in seine Gnade nehmen…“ (>8.2.33/ 4.3.33/
23.2.46/ 22.2.60),
Lübeck, Verhaftung von SPD-MdR u. „Lübecker Volksbote“-Redakteur Dr. Julius Leber nachdem sein
Reichsbanner-Leibwächter Willi Rath am 31.1. einen Mann erstach (Dr. L. u. W. R. werden im Namen
des Volkes zu 20 bzw. 12 Mon. Haft verurteilt, Dr. L. ist bis 1937 in KZ-Haft) (>11.1933/ 20.10.44)
02.02. Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, polizeil. Durchsuchung d. KPD-Parteizentrale (Schließung am 23.2.33),
Reichskanzler Hitler ernennt Hermann Göring zum Reichskommissar für Luftfahrt (>15.3.33/ 29.4.33),
SPD-Wahlaufruf u.a. für Enteignung von Großbauern, Schwerindustrie u. für sozialist. Planwirtschaft
03.02. Berlin, Reichskanzler
Hitler informiert Reichsheer- u. Reichsmarine-Befehlshaber (u.a. Reichswehr-
minister Werner v. Blomberg, Generale
Kurt v. Hammerstein-Equord, Wilhelm Adam, Ludwig Beck,
Fedor v. Bock, Walther v.
Brauchitsch, Erich von dem Bussche-Ippenburg, Wolfgang Fleck, Werner
v. Fritsch, Curt v. Gienanth, Wilhelm
Ritter v. Leeb, Gerd v. Rundstedt, Admirale Dr. Erich Raeder, Dr.
Otto Groos u. Vize-Admiral Conrad
Albrecht über seine Pläne zu „völliger Umkehrung gegenwärtiger
innenpolitischer Zustände“, gegen
„Versailles“, Pazifismus, Demokratie, zu Jugenderziehung, Todes-
strafe, Wehrpflicht und
Wehrmacht-Aufbau (Generalleutn. „v. Liebmann-Protokoll“) (>31.1.34/ 2.8.34)
04.02. „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des deutschen Volkes“ (schränkt Pressefreiheit ein
u. ermöglicht 3 Monate „Schutzhaft“/Unterbindungsgewahrsam - aus der Schutzhaft Entlassene unter-
schreiben oft unter Zwang eine (Gestapo-)“Verpflichtungserklärung.
Ich,……………….geb………….aus…………….(Bez…………..) verpflichte mich hierdurch, in Zukunft
jeden Verkehr mit Angehörigen oder
Anhängern der Kommunistischen o. Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands aufzugeben und mich jeder
staatsfeindlichen politischen Betätigung oder Propaganda,
insbesondere jeder Teilnahme an hoch-
oder landesverräterischen Umtrieben, zu enthalten. Mir ist
bekannt, daß meine Freilassung aus
der Haft nur unter diesen Voraussetzungen erfolgt, und daß ich
eine erneute Freiheitsbeschränkung zu
gewärtigen habe, wenn ich dieser Verpflichtung nicht nach-
komme. Gleichzeitig erkläre ich
hiermit, daß von mir irgendwelche Ansprüche auf Grund der gegen
mich getroffenen polizeilichen
Maßnahmen nicht erhoben werden.
…………………………den…………..193………………………………………………(Vor- und Zuname)“
(>28.2.33/ 14.12.37/ 25.1.38/ 27./28.1.50/ 1.6.67),
Dr. phil. Bernhard Rust (1914/18 „unter dem Donner der Geschütze das Eiserne Kreuz erhalten. Dein
Heldenvater“, 1925 NSDAP-Gauleiter Hannover/Braunschweig) wird preuß. Kultusminister (Zitat Rust:
„Hauptaufgabe der Erziehung ist es, Nationalsozialisten zu bilden.“) > verfolgte Schüler (>30.4.34/
10.1938/ 12.4.51/ 30.3./6.4.54/ 15.6.54/ 8.10.57/ 28.2.58/ 18.3.63),
Verbot „Kampfgemeinschaft revolutionärer Nationalsozialisten“ von Hitlergegner Dr. Otto Strasser (der
„Schwarze Front“-Chef flieht über Österreich in die CSR - wo er von ca. 10.1934-01.1935 mit Hilfe von
R. Formis einen illegalen NS-kritischen Sender betreibt - die Schweiz, Frankreich, Portugal u. Kanada;
1934 wird Bruder Gregor ermordet, 1955 kehrt Otto S. in die BRD zurück) (>30.6.34/ 3.11.34/ 17.6.56)
05.02. „Evangelium im Dritten
Reich“ „Die Glaubensbewegung ,Deutsche Christen’ veranstaltet am 3.2.1933
in der St.Marienkirche…einen
Dankgottesdienst…Predigt hält Reichsltr. Pfarrer Joachim Hossenfelder
06.02. „Verordnung des Reichspräsidenten zur Herstellung geordneter Regierungsverhältnisse in Preußen“
überträgt SPD-Min.-Präs. Otto Braun’s Regierungsbefugnisse an kath. Vizekanzler Franz v. Papen
07.02. „Völkischer Beobachter“
meldet Reichskanzler Hitler verzichte auf sein Jahresgehalt von RM 29 200
und seine Aufwandsentschädigung von
RM 18 000, das Geld soll den Angehörigen von im Kampf
getöteten SA- u. SS-Männern zugute
kommen (>12.3.35),
Berlin, Lustgarten, Großdemonstration
von ca. 200 000 SPD-Anhängern
08.02. Vatikan; Botschafter D. v. Bergen informiert Berlin man begrüße hier Hitlers „Kampfansage an den
Bolschewismus, dessen Überwindung eine der größten Sorgen des Hl. Stuhls
ist.“ (>20.7.33/ 1.7.49)
10.02. Berlin, Sportpalast, vor jubelnden Pg’s wie dem Wahlhelfer, Kaiser-Sohn u. NSDAP-Ehrenmitgl.Nr. 24
Prinz August v. Preußen und unterm Text „Der Marxismus muß sterben“ sagt Reichskanzler Hitler u.a.
„Deutsches Volk, gib uns die Zeit von vier Jahren und dann urteile und richte…Ich hege felsenfest die
Überzeugung, daß eben doch dann einmal die Stunde kommt, in der die Millionen, die uns heute ver-
fluchen, hinter uns stehen und mit uns begrüßen werden dann das gemeinsam geschaffene, wieder
erkämpfte, bitter erworbene deutsche Reich der Größe u. der Ehre u. der Kraft und der Herrlichkeit u.
der Gerechtigkeit. Amen!“ (13 Jahre später leben Millionen Deutsche für 45 Jahre im Marxismus)
(>13.7.34/ 30.4./20.6.37/ 31.6.39/ 26./27.1.46),
Friedhof Berlin-Friedrichsfelde, KPD-Führer Wilhelm Pieck hält Trauerrede bei der Beerdigung dreier
von Nationalsozialisten erschlagener junger Arbeiter
11.02. Berlin, Reichskanzler
Hitler eröffnet 23.Internationale Automobil- und Motorradausstellung mit
„Sieben
Punkten zur Volksmotorisierung“ (der
Reichsverband der Automobilindustrie RDA beklagte im Vorfeld
hohe KfZ-Steuern und fehlenden
Strassenbau) (>1.3.33/ 31.5.33/ 17.1.34/ 7.3.34/ 22.6.34/ 15.11.38)
12.02. Eisleben,
Friedrich-Jahn-Turnhalle, NSDAP-Kreisleiter „Bubi“ Ludolf v. Alvensleben’s
SA-Standarte
ermordet bei
„Rote-Hilfe“-Veranstaltung drei Menschen und verletzt viele andere schwer
(>7.9.39)
13.02. „Frankfurter Zeitung“
berichtet über Wahlversprechen des kommissarischen preuß. Kultusministers u.
Gauleiters Dr. B. Rust, deutsche Schulen
„von allem Nichtdeutschen“ und er „was dort nicht hingehöre
und undeutsch sei, abschneiden werde,
mit aller Brutalität der Pflicht. Schon in den nächsten Wochen
seien Verfügungen zu erwarten, die
über den neuen Willen keinen Zweifel mehr lassen würden.“
(Nationalsozialist Dr. B. Rust
gründet die Tradition deutscher Bildungsdiskriminierung mit rassistisch-
religiösen Schwerpunkt, die
Sozialisten Paul Wandel, Else Zaisser, Hans-Joachim Laabs, Fritz Lange,
Alfred Lemnitz, Margot Honecker - später alle hoch pensioniert - setzen
1949 Bildungsdiskriminierung
mit religiös-ideologischem
Schwerpunkt fort um wieder tausende Menschen lebenslang zu schädigen.
Es ist deutsche Gerechtigkeit einen
Polen wg. Schlachtung eigener Tiere im Namen des Deutschen
Volkes zum Tode zu verurteilen aber
Staatsanwälte und Richter nicht zu verpflichten deutsche Kinder-
u. Menschenrechte verletzende
Bildungsdiskriminierung - oft mit dem Leben nahe am soziokulturellen
Existenzminimum - einem internationalen, den Menschenrechten verpflichteten Gremium vorzulegen)
>verfolgte Schüler (1.4.33/ 26.4.33/ 04.1933/ 1.5.33/ 8.5.33/ 15.7.33/ 14.11.38/ 16.7.42/ 23.4.50/
8.2.51/ 15.2.51/ 18.8.76/ 17.8.90/ 6.9.90/ 21.1.99/ 1.1.2001/ 3.4.2001/ 27.8.2001/ 11.11.2001)
15.02. Freie Stadt Danzig, der deutsche Senat kündigt Danzig-poln. Hafenpolizeiabkommen (>28.5.33),
Preußische Akademie der Künste schliesst eigenen Sektion Dichtkunst-Präs. Heinrich Mann und die
Künstlerin
Käthe Kollwitz wg. ihrer „Dringender
Appell“ für
KPD-/SPD-Einheitsfront-Unterschriften zur
Reichstagswahl aus (er emigriert 1933 nach Frankreich u. 1940 in die USA, Bruder Thomas M. kehrte
nach deutscher Medienhetzkampagne nicht heim ins Reich, auch die Neffen Golo u. Klaus emigrieren
1933; sie bleibt trotz Ausstellungsverbot im Dt. Reich und stirbt am 22.4.45) (>13.9.40/ 21./22.4.46),
Stuttgart, „Kabelattentat“, KPD-Mitgl. u.a. Kurt Hager stören Rundfunkübertragung der Rede A. Hitlers
(H. wird im KZ Heuberg inhaftiert, emigriert, Internierung, 1946 SED, 1952 Ltr. der Abt. Wissenschaft,
Volksbildung, Kultur, 1958 Ltr. SED-Politbüro Schulkommission, 1967 Vors. Volkskammer-Ausschuß
für Volksbildung, 1976 Staatsrats-Mitgl.) (>12.10.49/ 25.3.50/ 15./17.1.59) > verfolgte Schüler
17.02. Preuß. Innenminister H. Göring’s
„Schießerlaß“ macht es der Polizei zur Pflicht „Stahlhelm“ u. SA bei
Wahleinsätzen mit der Waffe zu
unterstützen „Polizeibeamte, die in Ausübung dieser Pflichten von der
Schusswaffe Gebrauch machen, werden
ohne Rücksicht auf die Folgen des Schusswaffengebrauchs
von mir gedeckt…“ (>22.2.33)
19.02. Dresden, Reichsinnenmin.
Dr. Wilhelm Frick (NSDAP) u.a. „Wenn man sagt, wir hätten kein
Programm, so ist doch der Name Hitler
Programm genug.“
20.02. Berlin, Reichstagspräsidentenpalais, NSDAP-Parteispendentreffen 25 führender Unternehmer (u.a.
Dr. Carl Bosch, August v. Finck - Bankhaus Merck, Finck&Co., Friedrich Flick, Gustav Krupp v. Bohlen
u. Halbach, Dr. Günther Quandt - AFA- /DWM AG, August Rosterg - Wintershall, Dr. Hjalmar Schacht,
Georg v. Schnitzler -Interessengemeinschaft Farbenindustrie (BASF, Bayer, Hoechst, Weller ter Meer
Uerdingen…), Kurt v. Schröder, Fritz Springorum - Hoesch AG, Ernst Tengelmann - Gelsenkirchener
Bergwerks AG, Fritz Thyssen, Dr. Albert Vögler - Vereinigte Stahlwerke); Reichskanzler Hitler u.a. „Wir
stehen heute vor folgender Situation: Weimar hat uns eine bestimmte Verfassungsform aufoktroyiert,
mit der man uns auf eine demokrat. Basis gestellt hat. Damit ist uns aber keine leistungsfähige Regie-
rungsgewalt beschert…Wir müssen…die ganzen Machtmittel in die Hand bekommen...“, Dr. Schacht:
„Und nun meine Herren, an die Kasse!“, Reichstagspräs. Göring „Das erbetene Opfer (3 Mio. RM) wird
der Industrie…umso leichter fallen, wenn sie weiß, daß die Wahlen am 5.März die letzten innerhalb
von 10 Jahren voraussichtl. aber von 100 Jahren sein werden“ (3 „Scheinwahlen“ bis 1945) (>30.5.33/
26.6.33 1.9.33/ 12.12.37/ 7.4.41/ 07.1943/ 12.11.43/ 14.4.45/ 4.10.45/ 10.6.49/ 4.10.49/ 30.3.54)
22.02. Preuß. Innenminister H. Göring’s Erlaß zur Bildung einer Hilfspolizei aus ca. 40 000 SA- und SS- und
ca. 10 000
Stahlhelm-Mitgliedern (>26.4.33)
23.02. Berlin, Sportpalast, der vom Christen zu SPD u. zum KPD-MdR gewandelte Wilhelm Pieck spricht bei
letzter legaler KPD-Wahlkundgebung gegen Pakt mit der SPD wg. deren ,Sozialfaschismus’(>25.5.33)
24.02. Breslau, Tagebucheintrag
des jüd.-deutschen Pädagogen Dr. Willy Cohn „Nirgends ist mehr Recht in
Deutschland! Nirgends.“ > verfolgte
Schüler (>10.11.38/ 8.12.45/ 21.1.99/ 11.11.2001)
27.02. Reichstagsbrand (Marinus van der Lubbe wird am Brandort verhaftet, dort fordern NSDAP-Eliten:
„alles ist festzusetzen, was mit den Kommunisten im Bunde steht“. Kripokommissar Dr. jur. W. Zirpins
beginnt Verhöre von van der Lubbe) (>28.2.33/ 29.3.33/ 14./20.9.33/ 21.9./23.12.33/ 12.6.40/ 1.9.41),
„Frankfurter Zeitung“ „Die Nation ist obdachlos geworden“
28.02. rückwirkende „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ und „Verordnung
des Reichspräsidenten gegen den Verrat am Deutschen Volk und hochverräterische Umtriebe“ „§1
Art. 114, 115, 117, 118, 123, 124 u. 153 der Verfassung werden...außer Kraft gesetzt“; Verhaftung v.
ca. 11 000 KPD-Funktionären/ -Abgeordneten wie Ernst Busse, Todesurteile für KPD-Mitgl. (>29.3.33/
21.9.33), unbegrenzte Schutzhaft/Unterbindungsgewahrsam/ Sicherungsverwahrung, KPD-Verbot u. -
Vermögenseinzug, Jugendweiheverbot (>5.3.33/ 24.11.33), Konzentrationslagerbau (SS-Sturmführer
August Harbaum vom SS-Hauptamt sagt später aus, daß von 3.1942-4.1945 ca. 45 000 SS-Mitgl. in
KZ’s eingesetzt waren), Grundrechteaufhebung, Telefonüberwachung, Zensur/Postzensur (in der BRD
die „IZÜVO“, in der DDR „Auffangstellen für anti-demokratischen Schriftverkehr“ bzw. „Stelle 12“)
(>25.4.35/ 16.7.45/ 9.7.51),
Verordnung über den Reichskommissar für
die Luftfahrt -wird H. Göring: „Wer Jude ist, bestimme ich“,
Staatssekr. wird Lufthansa-Chef u.
NSDAP-Mitgl. Nr. 123 885 Erhard Milch und inoffizieller Stabschef
der seit 1919 „aufzulösenden“ Luftwaffe wird „Luftkommandoamtsleiter“ Walther Wever) (>05.1934),
Pazifist Carl v. Ossietzky wird verhaftet (1931 publizierte er die den Vertrag von Versailles verletzende
geheime dt. Wiederaufrüstung durch eine strategische Partnerschaft mit der UdSSR mittels der 1926
gegründeten, vom geschäftsführenden Direktor Major Fritz Tschunke geleiteten Gesellschaft zur
Förderung gewerblicher Unternehmungen und wurde dafür vom Reichsgericht im Namen des Volkes
zu 1½ Jahren Haft verurteilt. Bereits 1917 trugen Regierung und Generalstab von Kaiser Wilhelm II.
(Zitat „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.“) zur Destabilisierung Rußlands im Krieg u. zum
Erfolg der Oktoberrevolution bei, indem sie Wladimir Iljitsch Lenin mit 32 russ. Revolutionären die
Reise aus dem Schweizer Exil über Rügen nach Rußland und die kommunistische Revolution mit
RM 10 000 000 finanzierten. Den Preis der deutschen Hilfe zahlten später alle Kommunismus-Opfer!
Die GEFU hatte in der UdSSR Produktionsgemeinschaften für Bau, Erprobung, Ausbildung von/an
Flugzeugen, Panzern, Bomben, Giftgas, Granaten in Lipezk, Kasan u. Saratow. Eingeweiht waren u.a.
Major Oskar Ritter v. Niedermayer (Weltkrieg-Afghanistanveteran, Reichswehrliasonoffizier Moskau,
1933 NSDAP, 1942 bekriegt Ordinarius Gen-Maj. die UdSSR im Kaukasus), General Wilhelm Speidel
(1948 wg. Geiselmorden in Griechenland zu 20 Jahren Haft verurteilt, 1951 amnestiert, Bruder vom
NATO-Landstreitkräftebefehlshaber Mitteleuropa Dr. Hans Speidel), Leutnant Hans Seidemann (1937
Legion Condor-Stabschef, 1942 „Fliegerführer Afrika“, 1967 mit militär. Ehren als General a.D. beige-
setzt) (>15.9.33/ 29.1.34/ 23.11.36/ 12.6.37/ 18.7.38/ 31.8.50/ 1970/ 9.10.90/ 3.12.92/ 13.5.2000);
KPD-Reichstagsfraktionsvorsitz. Ernst Torgler geht freiwillig zur Polizei u. wird verhaftet, KPD-Mitgl.
Ludwig Renn geb. Arnold Vieth v. Golßenau wird verhaftet (1936-38 span. Bürgerkrieg) (>12.7.47),
Publizist Erich Mühsam wird verhaftet (er wird nach wiederholten sadistischen Folterungen am 9.7.34
im KZ Oranienburg ermordet, seine Frau Kreszentia Zensl Mühsam flieht 1934 nach Prag, wird in die
UdSSR „eingeladen“, am 11.9.39 in Verbindung mit Herbert Wehners Moskau-Aktivitäten (>14.12.37)
zu 8 Jahren Haft verurteilt, 1947 wird ihre Heimkehr in die SBZ von der SED verhindert, am 8.10.49 zu
ewiger Verbannung in Sibirien verurteilt kommt sie 1955 in die DDR, wird „Verfolgte des NS-Regimes“
und erhält eine „Ehrenpension“) (>21.3.33/ 7.4.33),
Berlin; Autor Bertolt Brecht u. Helene Weigel fliehen via Prag nach Zürich (>22.10.48/ 17.6.53/ 5.5.90),
Breslau, SAP-Gründungsmitgl. Dr. Ernst Eckstein wird verhaftet (der Patient von Dr. Rudolf Stern wird
im KZ Breslau-Dürrgoy von der SA gefoltert und stirbt am 8.5. an den Folgen) (>24.9.38),
Kiel, der evangel. Pfarrerssohn, KPD-Mitgl. und Student Klaus Fuchs geht in die Illegalität (06.1933
Flucht nach Paris u. Großbritannien, Bristol University Studium bei Prof. Nevill Mott, 1937 Promotion,
Edinburgh University Studium bei Prof. Max Born, 1939 2.Promotion, 1940-41 Internierung, 1942 brit.
Staatsbürger, 1943-46 mit Prof. Rudolf Ernst Peierls an brit. „tube alloy“ und amerik. „Manhattan“
Atombombenprojekten beteiligt verrät der „Kundschafter des Friedens“ u.a. das Land das ihm Asyl u.
Bildung gewährte an Stalin’s KGB, 1946-50 Atomic Energy Research Establishment Harwell, am
2.3.50 zu 14 Jahren Haft u. Entzug brit. Staatsbürgerschaft verurteilt, am 23.6.59 begnadigt geht er in
den DDR-Unrechtsstaat - dem Land religiöser Bildungsdiskriminierung - wo sein Pfarrervater trotzdem
Theologieprof. der Karl-Marx-Uni. Leipzig ist, Fuchs wird SED-Mitgl. u. VdN, 1959 Zentralinstitut für
Kernforschung-Bereichsleiter, 1961 Prof. TU Dresden, 1962 VVO, 1967 SED-ZK, 1972 Akademie der
Wissenschaften, 1975 Nationalpreis, 1986 „Hervorragender Wissenschaftler des Volkes“!) (>04.1933/
28.8.38/ 03.1940/ 18.6.40/ 17./24.8.43/ 16.7.45/ 6.8.45/ 29.8.49/ 27.1.50/ 10.2.50/ 27.6.59/ 15.1.62),
preuß. Oberjustizrat Dr. jur. Ernst Karl Melsheimer kündigt seine 5jährige SPD-Mitgliedschaft (er wird
1933 Landgerichtsdirektor, 1937 Kammergerichtsrat und in der DDR Generalstaatsanwalt) (>3.1.48)
02. Walter Ulbricht (KPD) wird mit Haftbefehl gesucht, Max Fechner (SPD) wird ins KZ Oranienburg einge-
liefert, ex-SPD-Reichskanzler Philipp Scheidemann flieht, Medizinstudent Albert Wollenberger (KPD)
flieht in die Schweiz (>10.7.51/ 13.3.91) >verfolgte Schüler, auch Dr. Friedrich Wolf (KPD) u. Familie
fliehen in die Schweiz, Vermögenseinzug/Ausbürgerungsliste, 1934 UdSSR, 1936 Sowjetbürger, 1943
NKFD, 1945 KPD/SED, 1945 DEFA-Mitgr., 1949-51 Botschafter (Sohn Markus: Studium Moskau,
27.5.45
Ankunft SBZ, 1945 KPD/SED, 1946-49 Berliner Rundfunk mit Ps.
Botschaftsrat, 1951 APN/MfS Institut für Wirtschaftswissenschaftliche Forschung >16.8.51, 1952 Ltr.
HV XV/HV A, 1953 stellv. Staatssekr., 1955-86 stellv. Stasi-Min., 1980 Generaloberst, 1986 Dienst-
ende, 1990 Flucht in UdSSR; 24.9.1991 Verhaftung an dt.-österreichisch. Grenze (>6.12.93/ 27.5.97),
Dr. Netty Radvanyi geb. Reiling alias Dr. Anna Seghers (KPD) wird verhaftet aber wg. ihrer ungar.
Staatsbürgerschaft nach kurzer Zeit entlassen (und flieht danach über die Schweiz nach Frankreich
und später nach Mexiko, bis 1950 mexik. Staatsbürgerschaft, 1947 SBZ, SED, Kulturbund- und Dt.-
Sowjet. Freundschaft-Vizepräs., 1952-78 Präsidentin DDR-Schriftstellerverband) (>22./25.5.1952)
01.03. Reichskanzlei, A. Hitler empfängt Auto-Union-Direktor Klaus v. Oertzen (NSDAP), Porsche GmbH-
Geschäftsführer Dr.-Ing. Ferdinand Porsche und Rennfahrer Hans Stuck (>27.9.33/ 22.6.34/ 15.7.34),
Berlin, NSDAP-Mitgl. Nr. 143.642 u. MdL Preußen Erich Hilgenfeldt wird NS-Volkswohlfahrt-Leiter
(später ca. 17 Mio. Mitgl., Hilgenfeld wird Winterhilfswerk-Reichsbeauftragter, MdR, NS-Frauenschaft-
Hauptamtsleiter, SS-Brigadeführer, Kriegsverdienstkreuz-Träger) (>7.4.34/ 27.9.40/ 25.4.45/ 05.1946),
Berlin, 8stündige Razzia in jüd. Centralverein-Büros mit Verhaftungen und Beschlagnahmungen,
„Völkischer Beobachter“ „Jetzt wird rücksichtslos durchgegriffen“,
„Neue Züricher Zeitung“ „Einbruch der Barbarei in die deutsche Kultur“,
Hannover, der christlich konvertierte jüd. Prof. Dr. Theodor Lessing emigriert in die CSR (seine Frau
die Volkshochschulleiterin Ada Lessing verliert im März ihre Stellung und folgt ihm ins Exil) (>30.8.33),
Kurt Georg Kiesinger wird NSDAP-Mitgl. Nr. 2 633 930 (1966 Bundeskanzler d. CDU/CSU/SPD-Reg.)
03.03. Berlin, KPD-MdR Ernst Thälmann (er bezeichnete SPD-Mitgl. als Sozialfaschisten) wird mittels von
Dr. jur. Hans Mittelbach unterzeichneten Haftbefehl verhaftet (>27./29.9.39/ 8.11.39/ 18.8.44/ 11.4.62),
„Vorwärts - Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ wird verboten,
Frankfurt/M., Reichstagspräs. H. Göring u.a. „Volksgenossen, meine Maßnahmen werden nicht ange-
kränkelt sein durch irgendwelche juristische Bedenken. Meine Maßnahmen werden nicht angekränkelt
sein durch irgendeine Bürokratie. Hier habe ich keine Gerechtigkeit zu üben, hier habe ich nur zu ver-
nichten und auszurotten, weiter nichts.“
04.03. „Völkischer Beobachter“ veröffentlicht Aufruf „Die Berliner Hochschullehrer für Adolf Hitler“ (Mitunter-
zeichner ist der Rassehygieniker Prof. Dr. Eugen Fischer, 1898 Promotion, 1900 Habilitation für Fach
Anthropologie, 1906 Rasse-Studien u.a. in deutschen Konzentrationslagern für Herero- und Nama in
Deutsch-Südwestafrika, von hier werden u.a. hunderte abgetrennte Herero-Schädel für „wissenschaft-
liche Messungen“ nach Berlin gesandt, 1913 Autor „Die Rehobother Bastards u. das Bastardierungs-
problem beim Menschen“, 1921 Co-Autor des Standardwerkes für dt. Rassekunde: „Menschliche
Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“ - Prof. F. behauptet hier afrikanische Herero seien Tiere, 1925
Mitherausgeber von „Volk und Rasse“, 1926 Co-Juror für den „besten nordischen Kopf“- Wettbewerb,
1927-42 Direktor Kaiser-Wilhelm-Institut, 1933-35 Rektor Friedrich-Wilhelm-Uni. Berlin, spricht am
>11.11.1933 auf der Festveranstaltung Leipzig, 1936 dankt Hitler für Nürnberger Rassegestze, >1937
Mitgl. Anthropologen-Gutachter-Kommissionen für sog. „Rheinlandbastarde“, Preuß. Akademie der
Wissenschaften, Author f. Zentralorgan der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene, Richter
Erbgesundheitsgericht, 1940 Ausbilder sog. Eignungsprüfer zur Eindeutschung poln. Kinder, 1943
Berichterstatter von Eva Justin’s Dissertation „Lebensschicksale artfremd erzogener Zigeunerkinder u.
ihrer Nachkommen“ >10.7.1941, 1941 Beirat „Forschungsabt. Judenfrage“, 1942 Emeritierung, 1944
Dt. Adlerschildorden, Kaiser-Wilhelm-Inst. wird Eugen-Fischer-Institut, 1945 IMT-Ankläger R.Jackson
„Dschingis Khans und Eugen Fischers haften im Gedächtnis der Menscheit, niemals früher jedoch,
hätten ein Dschingis Khan und ein Eugen Fischer sich die Hand gereicht“, als „Mitläufer“ entnazifiziert,
1951 Mitgl. Gesellschaft f. Konstitutionswissen Tübingen, 1952 Ehrenmitgl. Deutsche Gesellschaft für
Anthropologie, 1959 Autor „Begegnungen mit Toten“(>15.3.33/ 11.11.33/ 31.5.40/ 18.6.53/ 18.9.2001),
Otto Braun (1932 durch Reichspräsident v. Hindenburgs u. Reichskanzler v. Papens „Preußenputsch“
amtsenthobener demokratisch gewählter preuß. SPD-Min.-Präs.) verlässt das Dt. Reich im Auto und
bezieht sein Haus in der Schweiz,
„Metallarbeiter-Zeitung“ „Das Erscheinen der Metallarbeiter-Zeitung ist bis zum 15.März verboten“
05.03. 8.(Mehrparteien-)Reichstagswahl (nach in Deutschland üblichen Straßenschlachten zwischen SPD-
Reichsbanner-, KPD-Rotfrontkämpferbund- , NSDAP-SA- und DNVP-Stahlhelm-Wahlhelfern um 647
Mandate und Regierungsmacht): NSDAP 43,9% (NSDAP-Programm Pkt. 20 „Um jedem fähigen und
fleißigen Deutschen das Erreichen höherer Bildung und…Einrücken in führende Stellung zu ermög-
lichen, hat der Staat für einen
gründlichen Ausbau unseres gesamten Volksbildungswesens Sorge zu
tragen…Erfassen des Staatsgedankens muß…durch die Schule (Staatsbürgerkunde) erzielt werden.“-
„In großer Not wählte Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Wählt auch Ihr Liste 1“ „Der Reichs-
tag in Flammen! Von Kommunisten in Brand gesteckt! So würde das ganze Land aussehen, wenn der
Kommunismus und die mit ihm verbündete Sozialdemokratie…an die Macht kämen!...Wählt Hitler“),
SPD 18,3%, KPD 12,3% („Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, der wählt den Krieg.“
alle 81 Mandate annulliert), Zentrum 11,2%, DNVP („Sozial ist, wer Arbeit schafft“) 8%, Bayer. Volks-
partei 2,7%, Dt. Staatspartei 0,9% (>8.3.33/ 23.3.33/ 1.4.33/ 12.11.33/ 18.10.45/ 1.9.57/ 18.3.90),
Hamburg, Rotfrontkämpfer u. Bürgerschaftsabgeordneter Edgar (Etkar) André verhaftet (>10.7.36),
Regierungserklärung Hitlers u.a. „unser
Rechtswesen muß in erster Linie der Erhaltung der Volksge-
meinschaft dienen...Nicht das
Individuum kann der Mittelpunkt der gesetzlichen Sorge sein, sondern
das Volk" (Gleichschaltung/Beseitigung nicht NSDAP-regierter Landesregierungen, nach Verfassungs-
bruch beginnt Zeit des Unrechts, angekündigter NSDAP-Aufnahmestop führt bei Beamten, Richtern,
Staatsanwälten, Professoren u. anderen Mitläufern zu 1,6 Mio.„Märzgefallenen“-Massenbeitritten aus
denen sich z.T. das nationalsozialistische Führerkorps als auch dt. Nachkriegseliten rekrutieren - 1935
sind 62% der NSDAP-Mitgl. jünger als 41 Jahre, überproportional zur Gesamtbevölkerung sind viele
Mitgl. Angestellte, Beamte u. Selbstständige - unterproportional ist der Anteil der Arbeiter und Bauern),
bereits 2,5 Mio. deutsche NSDAP-Mitgl. befolgen die 12 Gebote vom NSDAP-Organisationshandbuch:
1. Der Führer hat immer Recht!
2. Verletze nie die Disziplin!
3. Vergeude nie deine Zeit in
Schwätzereien, in selbstgefälliger Kritik, sondern fasse an und schaffe!
4. Sei stolz, aber nicht
dünkelhaft!
5. Das Programm sei dir Dogma; es
fordert von dir äußerste Hingebung an die Bewegung!
6. Du bist Repräsentant der Partei,
danach richte dein Betragen und Auftreten!
7. Treue und Selbstlosigkeit sei
dir höchstes Gebot!
8. Übe treue Kameradschaft, dann
bist du ein wahrer Sozialist!
9. Behandle deine Volksgenossen so, wie
du behandelt zu werden wünschest!
10. Im Kampfe sei zäh und
verschwiegen!
11. Mut ist nicht Rüpelhaftigkeit!
12. Recht ist, was der Bewegung und damit Deutschland, d.h. deinem Volke nützt!
(>30.9./3.10.33/ 20./24.7.50/ 10./16.7.58/ 23.3.59),
Berlin, SPD-„Vorwärts-Haus“ wird durchsucht u. SPD-Mitglieder - z.B. Kurt Eisner - verhaftet (bis zur
Ermordung 1942 wird er u.a. in den KZ Esterwegen, Dachau u. Sachsenhausen inhaftiert) (>08.1942),
Verein Deutscher Zeitungs-Verleger:
„Das neugebildete Präsidium des Vereins gelobt Ihnen, Herr
Reichskanzler, daß die im Verein
Deutscher Zeitungs-Verleger zusammengeschlossenen Verleger
ihre Kraft freudigst in den Dienst Ihrer
Führerschaft…für die geistige und seelische Erneuerung der
deutschen Nation stellen.“,
Sachsen, NSDAP-Reichskommissar
Manfred Freiherr v. Killinger verbietet „die Vorbereitung und
Veranstaltung kommunistischer und
sozialdemokratischer Jugendweihen“ (bereits 1889 hielt der SPD-
Reichstagsabgeordnete u. spätere
Braunschweiger SPD-Justizmin. Ewald Vogtherr in Berlin die Fest-
rede für eine proletarische Jugendweihe,
1903 fand in Bremen die erste eigenständige SPD-Jugend-
weihe statt, 1907 nahm der spätere
SED-Generalsekretär Walter Ulbricht in Leipzig an einer SPD-
Jugendweihe teil, noch vor dem
1.Weltkrieg formuliert die SPD „Der Zweck der Feier ist die Aufnahme
der jungen Genossen in den Kreis der
Volks- und Kampfgemeinschaft…“, ein beliebter Weihespruch
in der Weimarer Republik: „Seid
geweiht dem Arbeitsvolke und der Arbeit Sturmgebet. Seid geweiht
der Feuerwolke, die vor euren Vätern
geht. Seid geweiht der Mutter Erde, daß sie ganz euch eigen
werde.“ stammte vom SPD-Genossen
Bruno Schönlank, 1923 wurde SPD-Genosse Otto Grotewohl
Amtsnachfolger Ewald Vogtherrs in
Braunschweig, am 1.4.1928 nahm in Lübeck Herbert Frahm -
bekannt als SPD-Bundeskanzler Willy
Brandt - an einer sozialistischen Jugendweihe teil und 1954 zu
Zeiten der Vorbereitung und
Veranstaltung sozialistischer DDR-Jugendweihen - als die Verweigerung
der Teilnahme durch andersdenkende
religiös gebundene Kinder mit Verfassungs- u. Menschenrechte
verletzender Bildungsdiskriminierung
und lebenslangem Unterschichtendasein bestraft wird - ist aus
SPD-Genosse Grotewohl ein SED-(„Unsere-Regierung-gehört-zur-Jugend-und-unsere-Jugend-gehört-
zur-Regierung“)-Ministerpräsident
geworden) (> 30.3.41/ 6.7.54/ 2.10.90)
>verfolgte Schüler,
Sachsen, Jugendherberge Burg Hohnstein
wird Schutzhaftlager unter SA-Führer Heinicker (>21.4.50)
06.03. Berlin, Polizeirazzia gegen den „Vorwärts - Zentralorgan der SPD“,
Berlin, ex-Polizeivizepräs. Dr. Bernhard Weiß flieht in die Tschechoslowakei; der dt.-jüd. Philosoph u.
KPD-Mitgl.
Dr. Ernst Bloch flieht in die Schweiz (kehrt 1948 aus den USA in die SBZ
zurück)(>21.5.49)
6./12.3. mehrtägige,
reichsweite antisemitische Straßenkrawalle, Geschäftsschliessungen,
Plünderungen,
körperliche Mißhandlungen u. Verhaftungen jüd. Deutscher (>30.3.33/ 1.4.33/ 9.11.38)
07.03. Dresden, Semperoper, GMD Fritz Busch wird durch SA bei Proben behindert (er emigriert nach Groß-
britannien, die Dirigenten Otto Klemperer in die USA bzw. Hans Walter David in die UdSSR) (>5.2.40)
08.03. NSDAP-Reichsinnenminister
Dr. Wilhelm Frick über gewählte KPD-MdR bei
kommender Reichstags-
eröffnung: „Kommunisten (werden)
durch dringendere und nützlichere Arbeiten verhindert sein an der
Sitzung teilzunehmen. Dazu werden wir
ihnen in den Konzentrationslagern Gelegenheit geben.“,
Berlin, Regisseur u. Deutsche
Theater-Leiter Max Reinhardt emigriert nach Österreich (ab 1937 USA),
Dortmund, dutzende SA-uniformierte
Deutsche stürmen und besetzen das Landgericht
09.03. Berlin, Verhaftung der illegalen Asylanten/Zuwanderer Georgi Dimitroff, Blagoi Popoff u. Wasili Taneff
wg. des Reichstagsbrandes (Reichsgerichtsrat und NSDAP-Mitgl. Paul Vogt führt die Ermittlungen
gegen sie,
M. van der Lubbe u. E. Torgler, er lässt
die Beschuldigten während der 6monatigen U-Haft
in Fesseln halten und dringt auch auf
eine „zuverlässige Besetzung“ für das den Prozeß verhandelnde
Gericht. Als Senatspräsident
verantwortet Vogt später auch schlimmste „Rasseschande“-Urteile und
wird 1950 bei den Waldheimer Prozessen in der DDR selbst verurteilt) (>21.9.33/ 21.4.50),
Chemnitz,
Verhaftung und Abtransport des SPD-MdR Bernhardt Kuhnt auf einem offenen Karren
10.03. Bonn,
Kinderanstalt für seelisch Abnorme wird v. Prof. Dr. Dr. Walther Poppenreuther
(1931 NSDAP,
Leiter Institut f.
Arbeitspsychologie, Berater Deutsches Institut f. techn. Arbeitsschulung, 1934
Autor
„Hitler, der politische Psychologe“)
mit SA-Trupp besetzt, die Wohnung des jüd. Klinikchefs Prof. Dr.
Otto Löwenstein wird verwüstet u. er
vertrieben (Nachfolger wird Prof. Poppenreuter, erst 1990 wird in
der BRD die
Walter-Poppenreuter-Medaille vom Bund Deutscher Hirngeschädigter
zurückgezogen),
München, weil der jüd. Rechtsanwalt
Dr.
dem Schild „Ich bin ein Jude, aber
ich will mich nie mehr bei der Polizei beschweren“ barfuß durch die
Innenstadt getrieben (das Bild geht
durch die Weltpresse) (>7.4.33/ 13.8.34/ 8.7.71),
„Niedersächsische Tages-Zeitung“ „Säubert die Rathäuser! Schluß mit der Ausplünderung Hannovers
durch
sozialdemokratische Postenjäger…“ (>13.3.33),
Potsdam, Kreiswahlleiter informiert
den mit Haftbefehl gesuchten polit. KPD-Leiter Walter Ulbricht, daß
er zum MdR gewählt ist (>10.1933/
14.10.37),
USA; Nobelpreisträger Prof.
Dr. Albert Einstein, Leiter d. Kaiser-Wilhelm-Instituts Berlin, sagt in den
USA u.a. „Solange mir eine
Möglichkeit offensteht, werde ich mich nur in einem Lande aufhalten, in
dem die politische Freiheit, Toleranz
und die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz herrschen…Diese
Bedingungen sind gegenwärtig in Deutschland nicht erfüllt.“ (>28.3.1933/ 11.11.1933/ 2.8.1939)
11.03. Reichspräs. v. Hindenburg’s
Erlaß zur Errichtung des Reichsministerium für Volksaufklärung und
Propaganda („Für Zwecke der
Aufklärung und Propaganda unter der Bevölkerung über die Politik der
Reichsregierung und den nationalen
Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes wird ein Reichsmin.
für Volksaufklärung und Propaganda
errichtet.“) (Minister wird Dr. Joseph Goebbels) (>12.10.50),
Berlin, der jüd.-dt. Publizist und KPD-Mitgl. Dr. phil. Anton Kantorowicz flieht über die Schweiz nach
Frankreich (1934 Gen.-Sekr. Schutzverband Dt. Schriftsteller im Exil, Gründer „Bibliothek verbrannter
Bücher“, 1936-38 span. Bürgerkrieg, 1939-41 französ. Internierungslager, 1941-46 USA, 1946 SBZ,
SED, Herausgeber „Ost und West“, 1950-57 Professor Humboldt-Uni.) (>1.11.34/ 17.7.56/ 22.8.57),
Breslau, Amts- und Landgericht, dutzende SA-uniformierte Deutsche stürmen die Gebäude, brüllen
„Juden raus“ und treiben jüd. Anwälte, Staatsanwälte und Richter auf die Straßen,
Lübeck, der jüdische „Lübecker
Volksbote“-Redakteur Dr. Fritz Solmnitz wird verhaftet und durch die
Innenstadt getrieben, er muß am Hals
das Schild „Jude“ tragen (Dr. S. stirbt am 19.9.1933 an den in
der Strafanstalt Fuhlsbüttel erlittenen
Mißhandlungen, die Verantwortlichen werden nie bestraft)
03. Bayern und Preußen beurlauben jüdische Richter,
Thüringen, Verordnung zu öffentlichen Aufträgen bestimmt, daß nur „Unternehmungen des guten
alten Mittelstandes und christliche Geschäfte“ berücksichtigt werden,
Berlin, der jüd.-dt. KPD-„Rote Fahne“-Redakteur Albert Norden flieht in die CSR (1938 Ausbürgerung,
1939-40 franz. Internierung, 1941-46 USA, 1946 SBZ, SED, 1947-48 DWK-Pressechef, 1949-52 HA-
Leiter Amt f. Informationen bei MinPräs. Grotewohl im Staat verfolgter Schüler, 1952 Prof. Humboldt-
Uni., 1954 Staatssekr. ) (>8.7.38/ 15.7.42/ 12.10.49/ 7.1.54),
Berlin, der dt.-jüd. Student Helmut Flieg (bereits 1931 in Chemnitz ein verfolgter Schüler) flieht in die
CSR und wird Stefan Heym, 1935-36 US-Stipendium, Promotion, 1937-42 Redakteur/Autor in USA,
1943-45 US-Army Propagandaabt., 1953 Rückkehr in die DDR, dem Staat verfolgter Schüler)
(>22.5.79/ 21.10.94/ 10.11.94),
Bremen, Karl
Carstens legt das Abitur ab (er erfüllt
die politischen Kriterien nationalsozialistisch.
Begabtenförderung als SA-Mitgl., studiert Jura, promoviert 1938, 1940 NSDAP (>20.11.75/ 27.6.81)
12.03. Reichspräs. v. Hindenburg’s schwarz-weiß-roter- und Hakenkreuz-Flaggenerlaß („Feier des Sieges
der nationalen Revolution“ - für Reichstagspräs. Göring sind 03.1933 schwarz = Katholizismus/Rom,
rot = Kommunismus/Moskau, gold = Judentum/Jerusalem u. somit Symbole der Feinde Deutschlands)
13.03. Köln, Oberbürgermeister Dr. jur. K. Adenauer (Zentrum) u. 13 weitere Rhein-Provinz-Bürgermeister
werden amtsenthoben (die NSDAP forderte im März-Wahlkampf: „Fort mit Adenauer! Schluß mit der
schwarz-roten Korruptionsmehrheit! Herunter mit den Riesengehältern!“ Schon 1929 betrugen Dr.
Adenauer’s - des „teuersten OBB“ - Einkünfte ca. RM 120 000(!) und „mehr als der Reichspräsident“;
bereits ab 18.3.33 untersagt Kölns Stadtverwaltung Juden die Nutzung städt. Sportanlagen u. die Ver-
gabe öffentl. Aufträge an jüd. Firmen, ähnl. Maßnahmen trifft am 24.3. München,.am 28.3. Oldenburg,
am 29.3. Bremen, am 31.3. u.a. Dortmund, Essen, Karlsruhe - am 16.3.45 amtiert Dr. A. wieder als
Kölner Oberbürgermeister) (>13.4.33/ 14.11.33/ 6.10.45/ 23.3.49/ 7.9.49/ 19.4.67),
München, Klaus und Erika Mann emigrieren in die Schweiz (>11.6.35/ 10.1938)
14.03. Dresden; Obb Dr. Wilhelm Külz (DDP) wird amtsenthoben (1935-45 Rechtsanwalt)(>28.6.33/ 5.7.45),
Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen-Reichsführer Dr. Hans Frank fordert Ausschluß jüd.-
dt. Juristen aus Gerichten u. Anwaltskammern (am 30.3. fordern BNSDJ-Referendare den Ausschluß
jüd.-dt. Rechtsanwälte),
Deutscher Beamtenbund: „Wie das
Berufsbeamtentum in der Vergangenheit an Deutschlands Größe
uneigennützig mitgearbeitet hat, so
will es auch an dem Wiederaufstieg der Nation tätigen Anteil
haben. Es kann für den deutschen
Beamten nichts anderes geben, als daß er sich willig und mit voller
Hingabe zur Verfügung stellt und die
Regierung durch treue Pflichterfüllung unterstützt.“
Emden, Wilhelmsgymnasium,
Polizeibeamtensohn Henri Nannen erhält das Abitur (sein Vater wurde
am 8.3.34 auf grund des Gesetz zur
Wiederherstellung des Berufsbeamtentums amtsenthoben. Henri
wird Mitglied von NS-Studentenbund,
KdF, nationalsozialistischer Kulturgemeinde und Deutschen
Luftsportverband, erfüllt die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung und
studiert bis 1937 in München u.a.
Kunstgeschichte u. Journalistik (>1./16.8.36/ 18.7.37/ 04.1939)
15.03. Reichsinnenministerium gibt Weisungen zum Einreiseverbot von sog. Ostjuden,
Gründung Deutscher Luftsportverband e.V. (wird Basis für spätere Luftwaffe),
Berlin, Deutsche Akademie der Dichtung der Preußischen Akademie der Künste, Gerhart Hauptmann
(der Literaturnobelpreisträger hisst am „Tag d. nationalen Arbeit“ die Hakenkreuzfahne an seiner Villa,
erklärt sich 11.1933 öffentlich solidarisch mit Hitler’s Plan zum Völkerbund-Austritt, nimmt 1942 aus
der Hand von Reichsstatthalter Baldur v. Schirach den Ehrenring der Stadt Wien in Empfang, schreibt
03.1945 „Die Untat von Dresden“), Gottfried Benn, Rudolf Binding, Theodor Däubler, Ludwig Fulda,
Max Halbe, Bernhard Kellermann, Oskar Loerke, Max Mell, Alfred Mombert, Walter v. Molo, Fritz
v. Unruh, Josef Ponten, Wilhelm Scholz, Wilhelm Schmidt-Bonn, Hermann Stehr, Eduard Stucken,
Franz Werfel u. Alfred Döblin - der gleichzeitig den Austritt erklärt - unterzeichnen Loyalitätserklärung
für A. Hitler’s Reichsregierung (>26.10.33/ 13.9.40/ 29.3.45/ 6.4.45/ 7.4.46/ 18.6.53),
Juristensohn, Student, KPD-Mitgl. u. Rotfrontkämpfer Johannes R. Becher (Zitat: „Unter materieller
Not hatte ich während meiner Kindheit nicht zu leiden.“) flüchtet in die CSR und UdSSR (1943 NKFD-
Gründungsmitgl.) (>24.3.34/ 12./13.7.43/ 10.6.45),
Ingenieurssohn, Lyriker u. KPD-Mitgl. Ernst Weinert flieht in die Schweiz, später UdSSR (1943 NKFD-
Gründungsmitgl.) (>1.11.34/ 12./13.7.43/ 03.1946),
Saarland; der VölkIinger Industrielle Dr. Herrmann Röchling initiert „Deutsche Front“ aus NSDAP,
bürgerlichen Parteien u. kath. Zentrum (>13.1.35/ 1.3.35/ 12.11.42/ 30.6.48/25.1.49/ 12.1994)
16.03. „Der Führer - Monatsschrift für Führer u. Helfer der Arbeiterjugendbewegung“, Erich Ollenhauer (Vors.
d. Sozialistischen Arbeiterjugend) schreibt: „Wir haben niemals aus unserer sozialistischen Gesinnung
einen Hehl gemacht…jedermann, der die Geschichte…der dt. Jugendverbände in den letzten zwanzig
Jahren kennt, der weiß, daß…die Leistung der sozialistischen Jugendbewegung einfach nicht wegzu-
denken ist…Die Wahl des 5.März entbindet uns nicht von der Verpflichtung zur sozialistischen
Jugendarbeit…Jeder bleibt auf seinem Posten! Jeder erfüllt an seinem Platz seine Pflicht! Wir rechnen
auf euch, wie ihr auf uns zählen könnt! Treue um Treue! Es lebe der Sozialismus!“ (Ollenhauer u. die
SPD-Führer Rudolf Breitscheid, Siegmund Crummenerl - dessen Adlatus Alfred Nau wird nach 1945
als „Altgenosse, der die Kriegskasse der SPD“ vor dem Reichsfiskus „rettete“ SPD-Schatzmeister - , .
Curt Geyer, Rudolf Hilferding, Erich Rinner, Friedrich Stampfer, Hans Vogel, Herbert Weichmann u.
Otto Wels flüchten 05.1933 nach Prag, deklarieren sich am 2.6.33 zum Parteivorstand, 1938 fliehen
sie mit Familien vor dem Einmarsch dt. Truppen nach Paris, einige sterben im Exil, werden verhaftet u.
ermordet,
andere fliehen ab 1940 mit Hilfe der amerikan. Emergency Rescue Committee und Joint
Labor Committee von Frankreich über Spanien, Portugal nach USA u. Großbritannien; Ollenhauer
wird 1949 MdB, 1952-63 SPD-Vorsitz.; Weichmann wird Rechnungshof-Präs., 1965-72 Erster Bürger-
meister Hamburgs) (>26.4.33/ 4.5.33/ 9.5.33/ 18.6.33/ 18.7.33/ 11.6.35/ 27./29.9.39/ 5.2.40/ 09.1940),
„Kölnische Zeitung“ „Erste Aufgabe der Presse ist Gleichschaltung zwischen Regierung und Volk...“,
„Völkischer Beobachter“ Leitartikel des ev. Pfarrers Alfred Freitag: „Adolf Hitlers Regierungsgrundlage:
das Christentum.“ „Noch niemals in den fast 1½ Jahrzehnten des Untergangs Deutschlands…seit dem
Verbrechen von 1918 hat ein einzelner Staatsmann, geschweige denn die gesamte Reichsführung…
sich so grundsätzlich auf den Boden des Christentums gestellt wie Adolf Hitler und die von ihm zur
Mitarbeit berufenen Männer seiner Regierung“, ein anderer Artikel im gleichen Blatt: „Hand in Hand mit
dem Geburtenschwund geht eine gewaltige Vergreisung des deutschen Volkes“ (>1.6.33/ 3.6.33),
Berlin, Bankier, Hitlerfreund, Kepplerkreis-Mitgl. Dr. phil. Hjalmar Schacht löst Dr. jur. Hans Luther als
Reichsbankpräs. ab (Dr. H. Luther wird neuer dt. Botschafter in den USA) (>05.1933/ 26.8.36),
Leipzig, Reichsgerichtspräsident Dr. Erwin Bumke beurlaubt in vorauseilendem Gehorsam den dt.-jüd.
Senatspräsidenten Dr. Alfons David (ab 1.8.33 Zwangs-Ruhestand, 1939 Emigration in die USA)
17.03. Berlin, „Deutscher
Freidenker-Verband“-Zentrale von SA besetzt, Verbandsverbot/ Vermögenseinzug,
Staatskommissar Dr. Julius Lippert
befiehlt Entlassung jüd. Krankenhausärzte in Berlin (>19.6.36),
„Emder Zeitung“ „Kommunisten kommen
ins KZ“,
Gründung „Leibstandarte-SS Adolf
Hitler“ (30.6.34/17.8.38/28.5.40/17.12.44/30.9.46/19.10.50/9.11.89)
18.03. Berlin, die SA ermordet den jüd. Bäckerlehrling
Siegbert Kindermann
19.03. Verordnung zur Beschleunigung des Verfahrens in Hochverrats- und Landesverratssachen,
„Deutsche Richter-Zeitung“, Ergebenheitsadresse vom Präsidium des Deutschen Richterbundes u.a.:
„Deutsches Recht gelte in deutschen Landen! Der deutsche Richter war von jeher…verantwortungs-
bewußt. Stets war er vom sozialen Empfinden erfüllt, er hat nur nach Gesetz u. Gewissen gesprochen.
…Der deutsche Richterbund bringt der neuen Regierung volles Vertrauen entgegen...“ (>20.3.33)
20.03. Bayr. Bischofskonferenz; Kardinal Faulhaber sagt u.a. „In Rom beurteilt man den Nationalsozialismus
wie den Faschismus als…einzige Rettung vor…Kommunismus u. Bolschewismus“ (>20.7.33/ 1.4.39),
Ergebenheitsadresse des Preußischen Richtervereins: „In dem Aufbruche des deutschen Volkes
sehen die preußischen Richter und Staatsanwälte den richtigen Weg, der ungeheuren Not und Ver-
elendung unseres Volkes ein Ende zu machen. Sie sind überzeugt…den Wiederaufstieg Deutsch-
lands herbeizuführen. Deutsches Recht gelte allein in deutschen Landen!...“;
Ergebenheitsadresse des Deutschen Notarvereins: „Der Deutsche Notarverein begrüßt die heute be-
kanntgegebene Erklärung des Deutschen Richterbundes und schließt sich ihr an. Auch wir deutschen
Notare sind davon überzeugt, daß es dem Zusammenarbeiten aller aufbauwilligen Kräfte gelingen
wird, die Gesundung unseres gesamten öffentlichen Lebens…und den Wiederaufstieg Deutschlands
herbeizuführen.“ (>26.3.33/ 30.9./3.10.33)
21.03. Garnisonskirche Potsdam, Reichstagseröffnung, Reichspräs. v. Hindenburg u.a.: „Möge der alte Geist
dieser Ruhmesstätte auch das heutige Geschlecht beseelen, möge er uns…in nationaler Selbstbesin-
nung…zusammenführen zum Segen eines in sich geeinten, freien, stolzen Deutschland…“, Reichs-
kanzler Hitler u.a.: „In einer einzigartigen Erhebung hat das Volk in wenigen Wochen die nationale
Ehre wieder hergestellt…“ und Generalsuperintendent u. DNVP-Mitgl. Otto Dibelius Predigt-Zitat: „Wir
haben von Dr. Martin Luther gelernt, daß die Kirche der rechtmäßigen staatlichen Gewalt nicht in den
Arm fallen darf, wenn sie tut, wozu sie berufen ist. Auch dann nicht, wenn sie hart und rücksichtslos
schaltet.“ u. Josef Goebbels notiert „Alle erheben sich von den Plätzen und bringen dem greisen Feld-
marschall der dem jungen Kanzler seine Hand reicht, jubelnde Huldigungen dar.“, vor ca. 250 000
Hakenkreuz- und schwarz-weiß-rote Fähnchen schwenkender jubelnder Deutscher paradieren das
Infanterieregiment 9, die SA und „Stahlhelm“ (> 6.4.33/ 25.6.41/ 20.4.50),
Verordnung des Reichspräs. über Gewährung von Straffreiheit (für Straftaten bei national. Erhebung)
Verordnung zur Abwehr heimtück. Angriffe gegen die Regierung der national. Erhebung (>20.12.34),
Verordnung über die Bildung von Sondergerichten (Dr. Goebbels nennt diese in einem Rundschreiben
an alle Generalstaatsanwälte und Oberlandesgerichtspräsidenten „Standgerichte der inneren Front“!
Entfall der bei schweren Delikten üblichen gerichtl. Voruntersuchung, Ladungsfristreduzierung = 3Tge,
Richter können Beweisanträge ablehnen, hier Tätige werden „Panzertruppe der Rechtpflege“ und die
über 1 000 Richter der Sondergerichte fällen bis 1945 ca. 15 000 Todesurteile - bis >25.8.98 ohne
Wiedergutmachung, keiner dieser Juristen wird vor Gericht gestellt) (>1.12.33/ 24.4.34/ 20.12.34/
24.10.39/ 15.10.41/ 21.10.44/ 03.1950/ 9.8.51/ 1.3.56/ 14.4.61/ 13.6.61) deutsche Gerechtigkeit,
KZ Oranienburg errichtet, Kommandant Werner Schäfer; ca. 3 000 Häftlinge, ca. 16 Tote (>11.11.33),
„Völkischer Beobachter“ „Am Mittwoch wird in der Nähe von e das 1.Konzentrationslager mit
einem Fassungsvermögen für 5 000 Menschen errichtet werden. Hier werden die gesamten kommu-
nistischen und soweit...notwendig ist, Reichsbanner- und sozialdemokratischen Funktionäre, die die
Sicherheit des Staates gefährden, zusammengezogen, da es auf die Dauer nicht möglich ist...diese
Funktionäre in den Gerichtsgefängnissen unterzubringen...“, das KZ Dachau (Torinschrift: Arbeit
macht frei, Kommandanten u.a. Hilmar Wäckerle, Theodor Eicke, Hans Loritz, Martin Weiss, Heinrich
Deubel, Alex Piorkowski, Lagerärzte u.a. Dr. Enno Lolling, Dr. Rudolf Brachtel, Dr. Sigmund Rascher,
Dr. Claus Schilling, Dr. Fritz Hintermayer, Dr. Helmuth Vetter, Dr. Wilhelm Witteler) hat 1945 (>03.43)
125 Außenstellen u. ca. 200 000 Häftlinge (Phlegmonenversuche an kath. Pfarrern/ Ordensbrüdern,
Unterkühlungs-, Unterdruck- und Malariaerregerversuche u.v.a. Experimente töten eine unbekannte
Zahl Häftlinge qualvoll, neben 30 000 registrierten Toten werden ab 1941 tausende sowjet. Kriegs-
gefangene erschossen und nichtregistrierte Häftlinge durch Hunger, Krankheit, Erschöpfung, Folter,
Erschießen, Erhängen und Spritzen getötet) (>1.10.1933/ 21.5.1941)
22.03. Dr. Alfons Stauder, Leiter Hartmannbund, an Reichskanzler Hitler: „Die ärztlichen Spitzenverbände...
begrüßen freudigst den entschlossenen Willen der Reichsregierung der nationalen Erhebung, eine
wahre Volksgemeinschaft aller Stände, Berufe und Klassen aufzubauen und stellen sich freudigst in
den Dienst dieser großen vaterländischen Aufgabe mit dem Gelob treuester Pflichterfüllung...“
23.03. Berlin, Reichstag, Reichskanzler A. Hitler in programmatischer Rede u.a. „Die nationale Regierung
sieht in…beiden christl. Konfessionen wichtigste Faktoren der Erhaltung unseres Volkstums…ihre
Rechte sollen nicht angetastet werden…Sorge gilt dem…Zusammenleben zwischen Kirche u. Staat“;
mit 444 NSDAP-, DNVP-, Bayerische Volkspartei- (u.a. BVP-Vors. u. 1945 bayr. Min.Präs., 1949 BRD-
Finanzmin. Dr. jur. Fritz Schäffer >28.9.45) u. Zentrums- (u.a. Zentrum-Vors. Dr. Ludwig Kaas, ex-
Reichskanzler Dr. Heinrich Brüning >21.5.34 und der Christl. Gewerkschaftsfunktionär Jakob Kaiser
>3.5.33/ >26.6.45 SBZ-CDU-Gründungsmitgl.) und (ex-DDP) Deutsche Staatspartei-Stimmen (u.a.
Dr. Theodor
Heuss, 1932 Autor von „Hitlers Weg“, >10.4.38/ >10.8.48, die Deutschen
mit einem „cave
canem“ bissigen Hund vergleichender erster BRD-Bundespräs., Dr. jur. Reinhold Maier - 1945-53 Min.
Präs. Württemb.-Baden, DVP-Gründungsmitgl., 1948 Parlamentar. Rat, FDP, 1952-64 MdL, 1953-59
MdB sowie Gewerkschaftssekr. Ernst Lemmer, 1946 cDUD-Mitgl., SBZ-FDGB-Vorst., 1956-62 und
1964/65 Bundesmin. >19.4.39/ 20.7.44) bei 94 SPD-Gegenstimmen - Fraktionsvors. Otto Wels sagt
u.a. „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht…Wir grüßen die Verfolgten und
Bedrängten…Ihre Standhaftigkeit und…Treue verdienen Bewunderung…“ (trotzdem flüchtet auch er
05.1933 nach Prag; 81 KPD-AdR’s sind verhaftet - 43 KPD-, 42 SPD- u. 4 Zentrum-AdR werden im
3. Reich ermordet!) für das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich (Ermächtigungsgesetz
endet demokrat. Gewaltenteilung u. Beachtung der Reichshaushaltsordnung, berechtigt Regierung
4 Jahre ohne Reichstagsmitwirkung Gesetze zu erlassen „Art.2 Die von der Reichsregierung
beschlossenen Reichsgesetze können von der Reichsverfassung abweichen“; bis 1945 tagen die
MdR noch 19x nach dem folgenden Muster: Reichstagspräs. Göring eröffnet, Reichskanzler Hitler
spricht, Göring dankt überschwenglich, das Plenum akklamiert und „der teuerste Männergesangverein
Deutschlands“ singt abschliessend das „Horst-Wessel“- oder „Deutschlandlied“ (>4./5.7.33/ 20.7.33/
26.7.39/ 2.2.44/ 15.9.48/ 11.12.48/ 12.9.49/ 01.-03.51/ 14.6.52/ 4.10.60),
24.03. „Völkischer Beobachter“ (Herausgeber Adolf Hitler) „Der Wille des deutschen Volkes erfüllt: Der
Reichstag übergibt Adolf Hitler die Herrschaft“ „Aufruf des Nationalsozialistischen Deutschen Ärzte-
bundes:..Es gibt wohl keinen Beruf, der für Größe und Zukunft der Nation so bedeutungsvoll ist wie
der ärztliche…Aber keiner ist auch so verjudet wie er und so hoffnungslos in volksfremdes Denken
hineingezogen…Beseitigung der jüdischen Vertrauens- und Versorgungsärzte“ damit der „schändliche
Zustand“ ein Ende finde „daß arbeitende deutsche Mädchen und Frauen vom Staat gezwungen
werden, sich von Rassefremden untersuchen zu lassen.“ (ca. 45% der Ärzte werden NSDAP-Mitgl.,
26% SA-Mitglied, 7% SS-Mitglied) (>29.10.99),
„Berliner Lokal-Anzeiger“ „Indem die Regierung entschlossen ist, die politische und moralische
Entgiftung unseres öffentlichen Lebens durchzuführen, schafft und sichert sie Voraussetzungen für
eine wirklich tiefe innere Religiosität...Herr Ludwig Kaas (Zentrum) vollzieht sanft und salbungsvoll den
hundertprozentigen Umfall des Zentrums. Er legt es wie in Butter.“,
Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach an Reichskanzler Hitler: „...durch die Wahlen ist die Grundlage
für ein stabiles Regierungsfundament geschaffen...und der Reichsverband...wird alles tun um der
Reichsregierung...zu helfen. Reichsverband der Deutschen Industrie“,
Freilassung der fünf zum Tode verurteilten (vom preuß. Reichskommissar F. v. Papen in lebenslange
Haftstrafen reduziert) und von A. Hitler „Meine Kameraden“ genannten SA-Mörder von Potempa,
Berlin, Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung Dr. jur. Günther Gereke (Dt. Landvolk) wird verhaftet
und 1933 im Namen des Volkes wg. Unterschlagung zu 2½ Jahren Haft verurteilt (>26.7.52),
Chemnitz, die verhafteten Stadträte Müller und Westfählinger müssen den verhafteten SPD-AdR
Bernhard Kuhnt auf einer Karre „zum Dreckwaschen“ durch die Strassen ziehen,
München, Erlaß des bayr. Justizministers Dr. Hans Frank „daß Richter jüdischer Abstammung nicht
mehr mit...Strafrechtspflege und der Disziplinargerichtsbarkeit befaßt...und daß Staats- und Amtsan-
wälte jüdischer Abstammung nicht mehr als Vertreter der Anklage in Gerichtssitzungen tätig werden.“
24.03. ex-Zentrum-Reichskanzler Dr. Joseph Wirth geht nach seinem Votum fürs Ermächtigungsgesetz in
die Schweiz (1953 wird er „Bund der Deutschen“-Gründungsmitgl., 1955 Stalin-Preisträger) (>13.3.91)
25.03. Propagandamin. Dr. Goebbels vor Rundfunkintendanten: „Wir sind heute die Herren von Deutschland
und an dieser Tatsache wird nichts mehr geändert…Der Geist der pöbelhaften individualistischen
Massen-Anbetung wird ersetzt durch den Geist eines neuen Heroismus…Dieser Geist wird auch in
den Häusern des Rundfunks Einzug halten. Und es wäre nun naiv zu glauben, daß irgendein Mensch
die Kraft oder die Möglichkeit hätte, sich dem zu widersetzen…Und so wie sich die geistige Revolution
auf dem Gebiet der Politik schon durchgesetzt hat…so wird sie auch die Rundfunkhäuser erobern.“
26.03. Ergebenheitsadresse des Deutscher Anwaltvereins: „Der Vorstand des Deutschen Anwaltvereins be-
grüßt die Erstarkung nationalen Denkens und Wollens, die sich im deutschen Volk vollzogen hat. Er
wird seine ganze Kraft einsetzen, um der Gesundung von Volk und Reich zu dienen…Die deutsche
Anwaltschaft, der Not des Volkes verbunden, sieht in der Erfüllung ihrer Aufgabe, dem Rechte zu
dienen, die Ordnung zu fördern, dem Redlichen sein Recht zu sichern u. die Schwachen zu schützen,
den Weg, auf dem sie das Ihrige zur Gesundung des Reiches…beisteuern kann…“) (>7.4.33/ 18.5.33/
30.9./3.10.33/ 27.12.33/ 1936)
27.03. Japan verläßt den Völkerbund (Japans Delegierter Yosuke Matsuoka verliess die Sitzung am 24.2.)
(>14.10.33/ 7.7.37/ 26./30.3.41),
Kassel, Rechtsanwalt Dr. Max Plaut wird zu Tode geprügelt,
„NS-Kurier Stuttgart“ über Inhaftierte aus Baden und Württemberg „Marxistentreffen auf dem Heuberg“
28.03. Fuldaer Bischofskonferenz kath. Bischöfe formuliert „Kundgebung betreffend die Stellungnahme der
Katholiken zur nationalsozialistischen Bewegung“ (sie stellt Katholiken NSDAP-Genossenschaft frei -
1931 hatten einige Bischöfe die Unvereinbarkeit von kath. Glauben u. Nationalsozialismus verkündet.
Jetzt u.a. „Ohne die in unseren früheren Maßnahmen liegende Verurteilung bestimmter religiös sitt-
licher Irrtümer aufzuheben, glaubt daher das Episkopat das Vertrauen hegen zu können, daß die vor-
bezeichneten allgemeinen Verbote und Warnungen nicht mehr als notwendig betrachtet werden
brauchen. Für die kath. Christen, denen die Stimme ihrer Kirche heilig ist, bedarf es auch im gegen-
wärtigen Zeitpunkte keiner besonderen Mahnung zur Treue gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit
und zur gewissenhaften Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten unter grundsätzlicher Ablehnung
allen rechtswidrigen oder umstürzlerischen Verhaltens.“ (>3.4.33/ 3.6.33/ 22.7.33/ 28.10.65),
Beitritt kath. Studenten(-vereinigungen) zum Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund unter
Dr. Oskar Stäbel (der den Vorlesungsboykott jüd. Dozenten am 1.4.33, die 12 Thesen wider den
undeutschen
Geist u. Bücherverbrennung ausruft, NSDStB-Mitgl. erfüllen die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung) (>29.3.33/ 1.4.33/ 13.4.33/ 11.12.33/ 10.5.33/ 29.3.35),
NSDAP-Boykott-Aufruf jüd. Geschäfte „Kein guter Deutscher kauft bei einem Juden oder läßt sich von
ihm oder seinen Hintermännern Waren anpreisen…Der Boykott…wird vom ganzen Volk getragen…“
(der Hilferuf der Reichsvertretung der dt. Juden „im Namen der Religion“ an beide christlichen Kirchen
wird von der ev. Kirche ausweichend und von der kath. Kirche überhaupt nicht beantwortet),
„Völkischer Beobachter“ „Gegenschlag gegen die jüdische Greuel-Propaganda“ (>1.4.1933),
Belgien; Brüssel, Prof. Dr. Albert Einstein gibt seinen dt. Paß an die Dt. Botschaft, er kündigt schriftlich
Stellung und Mitgliedschaften bei der Preuß. Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Physikal.
Gesellschaft und der Friedensklasse des Pour le mérite (das Dt. Reich plündert seine Bankkonten und
seine Wohnung, Prof. E. lehrt in den USA und wird später US-Bürger) (>31.3.33/ 2.8.39)
29.03. Reichsregierung erläßt erstes verfassungsänderndes rückwirkendes „Gesetz über Verhängung und
Vollzug der Todesstrafe“ („Lex van der Lubbe“) (>12.5.33/ 3.7.34/ 5.12.52/ 22.3.2001),
Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund-Reichsführer Dr. Oskar Stäbel fordert Vorlesungs-
boykott für jüd. Professoren (09.1933 wird NSDAP-MdR Dr. S. auch Dt. Studentenschaft-Reichsführer,
nach 1945 in der Organisation Gehlen) (>13.4.33/ 11.12.33/ 6.11.36)
30.03. Josias Erbprinz zu Waldeck-Pyrmont (NSDAP 1929, SS 1930, MdR 1933, NSDAP-Verbindungsstab,
Akademie für Dt. Recht, SS-Obergruppenführer, Polizei-General Fulda/Werra) an Reichsführer SS
H. Himmler: „Heute vormittag erschien bei mir mein Vetter (Friedrich-Christian) Prinz zu Schaumburg-
Lippe in Uniform eines SS-Sturmbannführers. Er erzählte mir, daß er seit zwei Tagen Adjutant des
Ministers Goebbels sei u. daß Herr Dr. Goebbels ihm erklärt habe, er sei sofort SS-Sturmbannführer...
Ich mache darauf aufmerksam, daß mein Vetter von außerordentl. schlechtem Charakter ist. Die
Vorgänge sind dem RF SS seit 1929 bekannt. Ich möchte daher abraten, denselben, falls er einen
ordnungsmäßig ausgefüllten Aufnahmeschein einreichen sollte, aufzunehmen...“ (Josias z. W.-P. wird
am 14.8.1947 im Buchenwald-Prozeß zu lebensl. Haft verurteilt, als Küster des ev. Gefängnispfarrers
in Landsberg wird er bereits 1950 amnestiert) (>11.4./14.8.47),
SPD tritt aus Sozialistischer Arbeiterinternationale aus (Gegenstück zur KomIntern) (>17.5.33)
30.03. Aachen, Regierungspräsident „Die
Trumpf-Schokoladenwerke Aachen/Berlin sind ein rein deutsches
Unternehmen und befinden sich seit
ihrer Gründung im Jahre 1857 in christlichem Familienbesitz.“,
Nürnberg, Julius Streicher, der
Führer des „Zentral-Komitees zur Abwehr der jüdischen Greuel- und
Boykotthetze“ veröffentlicht acht
Grundsätze zum Boykott jüdischer Geschäfte, Waren usw. am 1.4.33
31.03. Reichstag akklamiert
1.Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Dt. Reich (Landtageneubildg.
ohne Wahlen entsprechend Reichstags-Zusammensetzung
/„Verreichlichung“) (>7.4.33/ 30.1.34),
KZ Oranienburg eröffnet,
Radiosender melden, daß ab 4.4. das Dt. Reich nur mit polizeilicher Erlaubnis verlassen werden kann,
Schutzverband deutscher Schriftsteller schliesst Erich Kästner (Zitat „Was auch immer geschieht: Nie
dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!“) aus (seine
Werke werden am >10.5.33 öffentlich verbrannt) (>22.9.33),
„Völkischer Beobachter“ „Alljuda soll den Kampf so lange haben bis der
Sieg unser ist! National-
sozialisten! Schlagt den Weltfeind!
Und wenn die Welt voll Teufel wär, es muß uns doch gelingen!“,
Berlin, der österreich.-ungar. Physiker Prof. Dr. Leo Szilard emigriert nach Großbritannien (>2.8.39),
Breslau, Boykott-Anordnung des Zentralkomitee zur Abwehr jüdischer Greuel- u. Boykottpropaganda,
München, Massenkundgebung d.
Zentralkomitee zur Abwehr jüdischer Greuel- u. Boykottpropaganda
(„Frauen und Männer! Arbeiter der
Stirn und der Faust! Gebt dem Weltjuden die Antwort..Kommt alle“)
01.04. NSDAP-Propagandamin. Joseph Goebbels verkündet „Tag des Judenboykotts“, erstes planmäßiges
Pogrom zur „Abwehr der jüdischen Greuelhetze gegen das neue Deutschland“ mit SA-Mitgl. vor jüd.
Anwaltskanzleien, Arztpraxen u. Geschäften: „Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!“ „Meidet
jüdische Ärzte und Rechtsanwälte“ „Achtung Deutsche! Diese jüdischen Inhaber…sind Schädlinge
und Totengräber des deutschen Handwerks! Sie zahlen dem deutschen Arbeiter Hungerlöhne!...“, z.T.
für Auslandspresse zweisprachig „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda,
kauft nur bei Deutschen! - Germans defend yourself against jewish
atrocity propaganda, buy only at
German shops“, „arische“ Unternehmer werben mit „Anerkannt deutschchristliches Unternehmen“, der
„Kampfbund
des gewerblichen Mittelstandes“ mit „Kauft
Deutsche Ware nur in Deutschen Geschäften“
(einige jüd. Geschäfte werden wg. angeblichen Preiswuchers polizeilich geschlossen und die Inhaber
in Schutzhaft genommen, in Breslau läßt sich z.B. ein SA-Oberstammführer eine RM 15 000 „Spende“
von jüd. Kaufhauseignern zahlen), Beginn von Arisierungen/Enteignungen jüd. Kaufhäuser deren
Aktienkurse sinken, deren jüd. Eigner zum Verkauf ihrer kostengünstigen Anteile genötigt werden u. in
Folge z.T. Grundstücke dem Reich übertragen müssen. Aus den jüd. Kaufhäusern Hermann Tietz wird
judenfreies „Hertie“, Wertheim wird judenfreie „Allgemeine Warenhausgesellschaft AG“, bis 1939 wird
Helmut Horten neuer Eigner der jüd. Kaufhäuser Alsberg u. Ness; nach 1945 werden Grundstücke u.
Kaufhäuser in der DDR „Volkes eigen“, in der BRD führen Arisierer/Nachfolger die Firmen (>27.11.84)
(sogar die Bundestagsbibliothek wird auf einem arisierten Grundstück errichtet) (>6.1.88/ 12.5.98),
Ing. Wilhelm Renner (1934-39
HASAG-Obering./-45 Prokurist, 1944 Wehrwirtschaftsführer)(>08.1942/
4.12.43/ 18.4.45), Dr. jur. Gerhard
Schröder (1945 CDU-Gründungsmitgl., 1949-80 MdB, 1953
Bundesinnen-, 1961 Bundesaußen-, 1966
Bundesverteidigungsminister) und Schauspieler Otto Lang
treten der NSDAP bei (Lang wird
NSDAP-Mitgl. Nr. 1 795 025) (>1.11.53),
deutsche Schulen schliessen heute jüdische
SchülerInnen vom Unterricht aus > verfolgte Schüler,
Nürnberg, Ruth Wassermann (7 J.):
„Plötzlich stand ein kleiner Knirps vor mir und verspottete mich
„Jude, Jude, Meck-Meck-Meck! Schweinefleisch und Speck-Speck-Speck! Schweinefleisch
schmeckt
gut! Du bist ein dreckiger Jud!“ > verfolgte
Schüler,
Kiel, der jüd.-dt. Anwalt Schumm wird
angegriffen, nach seinem Warnschuß wird er in Haft ermordet,
Lauenburg/Pommern, Bürgermeister Dr.
jur. Horst Neubauer wird NSDAP-Mitgl. (>1.11.1940),
Lübeck, der „verfolgte Schüler“ Herbert Ernst Karl Frahm (1930 SPD, 1931 SAP) emigriert mit Hilfe
des Fischers u. SPD-Mitgl. Paul Stooß über Dänemark nach Oslo um das norweg. SAP-Büro zu leiten
(wo am 9.9.33 in von Ernst Freiherr v. Weizsäcker geleiteter Dt. Botschaft ein „Agitator namens Frahn“
bekannt ist, am 1.7.40 flieht er nach Schweden u. kehrt 1945 zurück. Den Helfer Stooß besucht er nie
wieder, der verlässt deswegen 1970 die SPD) (>5.9.38/ 1.7.40/ 9.11.45/ 5.3.46/ 11.12.52/ 7.10.65)
02.04. „Hamburger Tageblatt“
„Karstadt wieder ein rein christliches Unternehmen. Aus dem Aufsichtsrat der
Rudolf Karstadt AG sind Dr. Gustav
Gumpel, Dr. Norbert Labowsky, Julius Oppenheimer, Albert
Schöndorff, Dr. Fritz Warburg und Dr.
Arno Wittgensteiner ausgetreten. Da bekanntlich aus dem
Vorstand und aus den
Geschäftsleitungen der Filialen…jüdische Mitarbeiter…ausgeschieden sind, ist
nunmehr der Karstadt-Konzern wieder
ein rein christliches Unternehmen.“,
SAP-Vorsitz. Max Seydewitz flieht
nach Prag (1910-31 SPD, 1931 SAP, später Norwegen, Schweden,
1946 SED, 1947-52 Sächs. Min.-Präs.,
1960 Prof. h.c., 1962 VVO) (>19.1.1955)
03.04. „Völkischer Beobachter“ „Der Boykott vom Sonnabend ist lediglich als Generalprobe für eine Reihe
von Maßnahmen zu betrachten...“,
Verband deutscher Faustkämpfer (VdF) wird „judenfreier“ Sportverband (>9.6.33/ 4./10.9.33),
Gründung „Kreuz und Adler - Bund katholischer Deutscher“ „Gründungsaufruf an die kath. Deutschen!
Das deutsche Volk steht an einem Wendepunkt seiner nationalpolitischen Entwicklung…Aus dieser
Erkenntnis ist…der Bund kath. Deutscher „Kreuz und Adler“ entstanden…Der Bund ist überparteilich
Schirmherr Franz v. Papen, Bundesausschuß u.a. mit Prof. Theodor Brauer, Prof. Gert Buchheit, Prof.
Max Buchner, Prof. Hanns Eibl, Prof. Karl Hugelmann…Dr. Eugen Kogon…“ (ab >3.10.33 AKD-Teil)
04.04. Corder Catchpool, Sekretär der (Quäker-)„Religious Society of Friends“, wird wg. seiner wahrheits-
getreuen Berichterstattung aus dem Deutschen Reich ausgewiesen (>6.12.75/ 21.12.76),
Gesetz über Betriebsvertretungen und über wirtschaftliche Vereinigungen (u.a. zur staatl. Intervention
bei Betriebsratswahlen und gewählter Betriebsräte) (>26.9.33),
Gesetz zur Abwehr politischer Gewalttaten
05.04. Berlin, Hitler-Jugend-Obergebietsführer Karl Naberberg besetzt mit 50 HJ-Kommandos rechtswidrig
das „Reichsausschuß der deutschen Jugendbewegung“-Büro (über 5 000 000 Mitgl.) u. stehlen Akten;
Reichsausschußvorsitz. u. Wehrsport-Ertüchtiger General a.D. Ludwig Vogt tritt zurück (am 10.4. folgt
ein rechtswidriger Überfall auf den „Reichsverband für deutsche Jugendherbergen“ durch die auf dem
Weg zur Staatsjugend befindliche HJ - gefolgt von Jugendherbergen-Enteignung) (>17.6.33),
Gesetz über die Förderung der Eheschließungen (Ehestandsdarlehen für Arier ohne Erbkrankheiten,
die sich „jederzeit rückhatlos für den nationalsozialistischen Staat“ einsetzen) (>1.6.33)
06.04. „Reichsanzeiger“ veröffentlicht unter „Evangelischer Appell an Amerika“ Text der Kurzwellenradio-
Ansprache von Generalsuperintendent Otto Dibelius u.a. „An den Schauernachrichten über grausame
u. blutige Behandlung der Kommunisten ist kein wahres Wort. Auf Grund dieser falschen Nachrichten
hat nun das Judentum in mehreren Ländern eine Agitation gegen Deutschland begonnen. Um diesen
Boykott zu brechen, haben die deutschen Nationalsozialisten nun ihrerseits eine Boykottbewegung
gegen das Judentum in Deutschland eingeleitet...“, er bittet die christlichen Freunde in Amerika sich
dafür einzusetzen „daß keine falschen Nachrichten über Deutschland mehr verbreitet und geglaubt
werden.“ (der kath. Erzbischof von Paderborn, Dr. Kaspar Klein telegrafierte dem Bonifatius-Verein
New York: „Übermitteln Sie Herrn Kardinal namens des Bonifatius-Vereins dringende Bitte, gegen die
den Weltfrieden so stark störende und Deutschland zu Unrecht beschuldigende Greuelpropaganda
allen Einfluß geltend zu machen.“) 1933/34 werden ca. 60 000 der 300 000 KPD-Genossen verhaftet,
ca. 2 000 sterben in Gefängnissen, Lagern usw. (>26.7.33/ 28.10.65),
Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtner fordert Rücktritt von Reichsrichter Dr. Hermann Grossmann (SPD),
Stuttgart, der jüd. Unternehmer und Turnverein Cannstatt-Mitgl. Fritz Rodenfelder begeht Selbstmord
(„Der Stürmer“ „Der tote Jude. Deutsche und jüdische Turnvereine - Fritz Rosenfelder ist vernünftig
und hängt sich auf“) (>9.4.33)
07.04. Reichstag akklamiert Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums „§ 2a Beamte, die sich
im marxistischen (sozialdemokratischen bzw. kommunistischen) Sinn betätigen…(einer ist Deutsche
Demokrat. Partei-Gründer u. jetziges SPD-Mitgl. Oberschulrat Dr. Heinrich Deiters) (>8.8.45/ 1.9.45/
04.1947/ 19.9.50/ 28.1.72) § 3 Beamte, die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand zu
versetzen...“ („Arierparagraph“ bedeutet -zigtausende Berufsverbote z.B. für Prof. Dr. jur. Ernst Cohn,
für Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Jedin und den Romanist u. Ordinarius Prof. Dr. Victor Klemperer,
der 1935 entlassen wird >12.2.45/ 23.11.45; andere sind die 717 aus dem Justizdienst entlassenen
Richter u. Staatsanwälte wie der Referendar Dr. jur. Friedrich Karl Kaul (1935-37 KZ, 1937 Kolumbien/
Nicaragua/USA, 1946 SBZ, SED, DDR-Anwalt), §4 Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen
Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat ein-
treten…“ (>15.3.51/ 22.5.75), § 6 bietet die Möglichkeit wg. „Vereinfachung der Verwaltung“ ohne An-
gabe von Gründen Beamte in den Ruhestand zu entsenden (ab 16.6. wird das Gesetz auf Angestellte/
Arbeiter des öffentl. Dienstes ausgedehnt, Millionen öffentl. Beschäftigte müssen den „Ariernachweis“-
eine von Standesamt/Pfarramt beglaubigte Urkunde zur „Feststellung der arischen Abstammung“
vorlegen, die mit Familien-Stammbuch und (auch) mit Hilfe der Kirchen(-bücher) ermöglicht wird; das
Reichsgericht erklärt diese Diskriminierung zum „allgemeinen Rechtsgrundsatz“) (>11.4.33/ 5.5.33/
30.5.33/ 20.7.33/ 6./7.9.33/ 7.4.35/ 10./16.9.35/ 19.9.50/ 28.1.72/ 26.9.95),
Reichstag akklamiert 2. Gesetz zur Gleichschaltung der Länder (Einsatz von Reichsstatthaltern, zu-
meist NSDAP-Gauleiter; der preuß. Bildungsmin. Dr. Rust sagt wenig später „Unsere Gleichschaltung
bedeutet, daß die neue deutsche Weltanschauung als schlechthin gültige die beherrschende Stellung
über allen anderen einnehmen soll.“) (>23.7.52),
Reichstag akklamiert Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft (zur Zulassungs-Rücknahme
nichtarischer u. im kommunistischen Sinne Tätiger, Berufsverbot für 4 394 Rechtsanwälte u.a. Hilde
Benjamin (1949-53 wird sie wg. harter Urteile gefürchtete Oberste Gericht der DDR-Vizepräs., 1953-
67 erste DDR-Justizministerin / der Welt), KPD-Mitgl. Dr. jur. Götz Berger (seit 1931 in H. B.’s Kanzlei
(Emigration, 1936-39 Int. Brigade Spanien, 1939-43 Internierung, 1943-45 UdSSR, 1946 KPD/SED,
1951-57 DDR-Oberrichter, „Antifaschistischer Widerstandskämpfer d. DDR“ hohe Opferrente/Ehren-
pension,
1958 Anwalt, Arbeit f. Sekretariat W. Ulbricht, 1.12.76 Berufsverbot/Entzug RA-Zulassung,
15.11.89 rehabilitiert), Dr. Robert Kempner (Justitiar preuß. Innenmin., 1933-35 Emigrantenberater,
1935 Verhaftung), KPD-Mitgl. Dr. Karl Friedrich Kaul (bis 1935 Versicherungsvertr./ Rechtskonsulent,
bis 1937 KZ’s Lichtenberg/ Dachau, Emigration, 1945 SBZ Hilfsrichter, 1946 SED, 1948 Anwalt in Ost-
u. Westberlin, ab 1956 Nebenkläger u. Verteidiger in polit. BRD-Prozessen, 1960 Professor, 1962
Vizepräs. Vereinig. Demokrat. Juristen, Autor, Fernsehmoderator) (>18.5.33/ 21.5.33/ 26.5.33/ 30.9./
3.10.33/ 31.10.33/ 12.3.35/ 13.12.35/ 27.9.38/ 28.8.42/ 15.5.53/ 15.7.53/ 1.3.54/ 26.11.76/ 30.9.97),
Vizekanzler Franz v. Papen (Zentrum) u. Georg Dertinger (DNVP, 1945 CDU, 1949 DDR-Außenmin.)
reisen zu Konkordatsverhandlungen nach Rom, auch Prälat Dr. Ludwig Kaas (kath. Zentrumspartei-
Vorsitzender) verläßt das Dt. Reich und beginnt sein „Exil“ im Vatikan (letzter Zentrum-Vors. wird
Dr. Heinrich Brüning) (>10.4.33/ 20.4.33/ 20.7.33/ 21.5.34, 10.10.49/ 15.1.53),
Deutscher
Anwaltsverein-Vorsitz. Rudolf Dix fordert Amtsniederlegung jüd.
DAV-Vorstände(>18.5.33),
„Sonnenburger Anzeiger“ über am
Vortag eingelieferte Häftlinge u.a. die keiner Straftat angeklagten
Publizisten Carl v. Ossietzky und
Erich Mühsam und Rechtsanwalt Hans Litten: „Mit dem Gesang der
Nationalhymne mußten die Häftlinge
vom Bahnhof nach dem ehemaligen Zuchthaus marschieren,
wobei vielfach der Gummiknüppel der
Berliner Hilfspolizei nachhalf.“ (>5.2.38/ 30./31.1.45/ 02.1945)
08.04. Österreich; Salzburg, Dirigent Herbert v. Karajan tritt erstmals NSDAP bei(>1.5.33/ 25.10.35/ 3.11.57)
09.04. Deutsche Turnerschaft unter NSDAP-Mitgl. Dr. phil. Edmund Neuendorff führt Arierparagraph ein
(>26./31.7.33)
10.04. Gesetz über die Einführung eines Feiertags der nationalen Arbeit (>15.4.33/ 1.5.33),
Vatikan; Papst Pius XI empfängt Vizekanzler v. Papen und NSDAP-Reichsminister Hermann Göring
11.04. Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
12.04. KL (KZ) Dachau, die ersten
drei jüdischen Häftlinge werden erschossen,
Münster i. W., Edith Stein - spätere
Karmeliterin - schreibt an Papst Pius XI „…Seit Wochen sehen
wir in Deutschland Taten geschehen,
die jeder Gerechtigkeit und Menschlichkeit, von Nächstenliebe
gar nicht zu reden, Hohn sprechen.
Jahre hindurch haben die nationalsozialistischen Führer den
Judenhass gepredigt. Nachdem sie
jetzt die Regierungsgewalt in ihre Hände gebracht und ihre
Anhängerschaft, darunter nachweislich
verbrecherische Elemente, bewaffnet haben, ist diese Saat
des Hasses aufgegangen…Wir alle, die
wir treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in
Deutschland mit offenen Augen
betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen der Kirche,
wenn das Schweigen noch länger anhält.
Wir sind auch der Überzeugung, daß dieses Schweigen
nicht imstande sein wird, auf die
Dauer den Frieden mit der gegenwärtigen deutschen Regierung zu
erkaufen…“ (am 10.4.38 wird E. Stein
denunziert, sie flieht in die Niederlande) (>10.4.38/ 30.8.38),
Preußisches Kultusministerium erläßt Verordnung zum preußischen Studentenrecht
13.04. Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund (NSDStB, seit 1931 mit absoluter Mehrheit in den
Studentenvertretungen an 28 Hochschulen) und Deutsche Studentenschaft DSt propagieren öffentlich
12 Thesen „Wider den undeutschen Geist“:…
These 4: Unser gefährlichster Widersacher ist der Jude und der, der ihm hörig ist.
These 5: Der Jude kann nur jüdisch denken. Schreibt er deutsch, dann lügt er. Der Deutsche, der
deutsch schreibt aber undeutsch denkt ist ein Verräter. Der Student, der undeutsch spricht
und schreibt, ist außerdem gedankenlos und wird seiner Aufgabe untreu…
These 7: Wir fordern die Zensur…Der undeutsche Geist wird aus den öffentl. Büchereien ausgemerzt
These 11: Wir fordern die Auslese von Studenten und Professoren nach der Sicherheit des Denkens
im deutschen Geist…
An allen Hochschulorten wird am
10.Mai 1933 das zersetzende Schrifttum den Flammen überantwor-
tet“(>26.4.33/ 10.5.33) (Reichsschundkampfstelle
d. evangelischen Jungmännerbünde, Sophienstr.19,
Berlin N54, versendet Material zur Schund- u. Schmutzbekämpfung und gibt kostenlos Auskunft),
Preuß. Min.-Präs. H. Göring ordnet Prüfung/Erweiterung der seit SPD-Reichspräs. Friedrich Ebert zur
„Reinhaltung der Rasse im besetzten Gebiet von farbigen Blut“ in Aachen, Düsseldorf, Köln, Koblenz
und Wiesbaden geführten afro-dt. Rheinlandkinder-Listen an (>1.5.34/ 7.2.35/ 23.3.35/ 7.3.36/ 1937),
Universität Frankfurt/M., der ev. Prof. Dr. theol. Paul Tillich wird lt. Gesetz zur Wiederherstellung des
Berufsbeamtentums suspendiert, er emigriert und lehrt in New York, Harvard u. Chicago (>31.3.42),
Universität Köln, der durch Oberbürgermeister Dr. Adenauer hierher berufene Ordinarius für öffentl. u.
Staatsrecht Prof. Dr. jur. Hans Kelsen wird lt. Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
suspendiert, er emigriert und lehrt in Genf, Prag, Harvard und der University of California
15.04. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund-Bundesvorstand (Theodor Leipart, Wilhelm Leuschner)
dankt „daß die Reichsregierung diesen
nseren Tag (1.Mai) zum gesetzlichen Feiertag der nationalen
Arbeit, zum deutschen Volksfeiertag
erklärt hat. Der deutsche Arbeiter soll am 1.Mai standesbewußt
demonstrieren, soll ein
vollberechtigtes Mitgl. der deutschen Volksgemeinschaft werden. Kollegen u.
Kolleginnen in Stadt und Land, ihr
seid die Pioniere des Maigedankens. Denkt immer daran und seid
stolz darauf.“
(>2.5.33),
Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter-
und Angestelltenverbände-Generalsekr. Ernst Lemmer: „Der
Vorstand des Gewerkschaftsringes
richtet an seine Verbände und Untergliederungen…die Aufforde-
rung, daß alle Mitglieder…am Tag der
deutschen Arbeit an den Veranstaltungen…sich beteiligen.“
(>2.5.33/ 19.4.39),
Deutscher Industrie- und Handelstag
(DIHT) spricht „Herrn Reichskanzler, den wärmsten Dank für den
großen Gedanken des deutschen 1.Mai
aus. Möge in gegenseitigem Verstehen der Leistungen und
Bedürfnisse aller Träger der Arbeit
daraus eine unzerbrechliche, unverbrüchliche starke Volksgemein-
schaft der nationalen Arbeit für
Größe, Freiheit und Wohlfahrt des deutschen Volkes erwachsen.“
16.04. Hamburg, Verhaftung von KPD-Mitgl. Fiete Schulze (>18.3.35),
„Schutzhaftlager“ Königstein, der Kommunist Fritz Gumpert aus Heidenau wird auf entsetzlichste Art
zu Tode gefoltert (er hinterlässt eine Frau und fünf schulpflichtige Kinder)
18./21.4. Wiesbaden, Kongreß d.
Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin „Die heutige Tagung steht am
Beginn einer neuen Ära…Wir Ärzte
können in ganz besonderem Maße übersehen, welche Gefahr
dem deutschen Volke drohte…müssen
erbbiologische Fragen eine besondere Berücksichtigung er-
fahren. Der Hausarzt ist dazu berufen, die…Rassenhygiene in der Familie wieder aufzunehmen.“
19.04. „Der Kicker“ „Vorstand des
DFB und…Dt. Sportbehörde halten Angehörige der jüd. Rasse, ebenso…
Mitglieder der marxistischen
Bewegung…in führenden Stellungen…nicht tragbar.“ (>9.7.33/ 11.1933/
1.3.43/ 10.7.49),
Berlin, nach tätlichem Überfall
flieht die 64jährige jüd.-dt. Dichterin und Heinrich v. Kleist Preisträgerin
Else Lasker-Schüler in die Schweiz
20.04. Berlin u. weitere Städte machen Reichspräs. v. Hindenburg u. Reichskanzler Hitler zu Ehrenbürgern,
Berlin; Schauspielhaus, Akademie für Deutsche Dichtung-Präsident und NSDAP-Mitgl. 1 352 376
Hanns Johst widmet die Uraufführung seines Dramas „Schlageter“ am 44.Geburtstag „Adolf Hitler in
liebender Verehrung und unwandelbarer Treue“ (Kriecherei lohnt sich, 1934 wird Johst Preußischer
Staatsrat, 1935 Reichsschriftumskammer-Präsident u. erhält den mit RM 20 000 dotierten „Preis der
NSDAP für Kunst und Wissenschaft, 1940 Goethe-Medaille, 1941 Kantate-Dichterpreis Leipzig, 1949
wird SS-Gruppenführer J. als „Mitläufer“ und 1951 zumindest als „Belasteter“ entnazifiziert) (>18.8.34),
Preuß. Staatskommissar im Kultusministerium und Bildungsmin. Dr. Bernhard Rust verfügt Bildung
Nationalpolitischer Erziehungsanstalten (Ministerialrat Dr. Joachim Haupt ist bis 1935 NAPOLA-
Inspekteur, ihm folgt SS-Gruppenführer August Heißmeyer, später mit Reichsfrauenführerin Gertrud
Scholtz-Klink verheiratet), Zugangskriterien: politische Zuverlässigkeit, schulische Leistung, rassische
Überprüfung mit Motto: „Glauben, gehorchen und kämpfen“, erste NAPOLAS sind Kösslin, Potsdam,
Plön, danach Wahlstatt, Naumburg/S., Berlin-Spandau, Diez/Oranienstein, Ilfeld, Stuhm, Dresden-
Klotzsche, Backnang, Ballenstedt, Schulpforta, Bensberg, Köthen, Loben, Rottweil, Wien-Breitensee/-
Theresanium, Traiskirchen (Ostmark), Schloß Ploschkowitz/Leitmeritz (Sudetengau), Reißen/Lissa
(Warthegau), Koningsheide (Niederlande), Kolmar/Berg (Luxemburg), später über 30 Eliteschulen mit
Abiturabschluß, 1941 z.B. 6 000 Schüler, Schüler waren u.a.: Jagdflieger und Führer des Richthofen-
Geschwaders der Bundesluftwaffe Erich Hartmann, ev. Landesbischof v. Thüringen Dr. Werner Leich,
Bundesmin. u. Bundestagsvizepräs. Hans Klein (CDU), Bundespressesprecher und Generalkonsul u.
Botschafter Rüdiger Freiherr v. Wechmar (FDP), NATO-Oberbefehlshaber General Leopold Chalepa,
General und MdEP Martin Holzfuß, General Dr. Günter Kießling, General Hans Poeppel, Staatssekr.
Georg Poetzsch-Heffter, österr. Justizmin. Dr. Harald Ofner (FPÖ), österr. Außenmin. Leopold Gratz
(SPÖ), österr. Kaffeehauseigner/Fall „Lucona“ Udo Proksch, Autor Ludwig Harig, Hans Müncheberg
(ab 1953 DDR-Fernsehproduzent), Journalisten Dr. Helmuth Karasek („Spiegel“/„Zeit“/„Tagesspiegel“,
K. macht 1952 in der DDR das Abitur, flüchtet nach West-Berlin, studiert im Wintersemester 1952/53
in Tübingen und promoviert 1956), Mainhardt Graf Nayhauß-Cormons, Manfred Sack, Hans Buchholz,
Grafiker Horst Janssen, Ruhrkohle Essen-Verkaufsleiter Engelbert v. Nayhauß, Krupp-Verkaufsdirekt.
Heiner Schmidt, DDR-DTSB u. NOK-Präs. Manfred Ewald, Psychiater Prof. Dr. Christof Wunderlich,
Gerd-Ekkehard Lorenz (1949 Widerständler in Altenburg/Thür.), Rechtsanwalt Manfred Roeder, ex-
Akzo
NV-Vorst./Aufsichtsrat Dr. jur. Hans-Günther Zempelin (sie erfüllen die politischen Kriterien
nationalsozialistischer, z.T.später die sozialistischer Begabtenförderung oder die finanziellen
Kriterien demokratischer Begabtenförderung) Bildungsdiskriminierung, deutsche Gerechtigkeit
(>26.4.33/ 04.1935/ 04.1939/ 10.12.40/ 1957/ 1968/ 23.1.77/ 12.1977/ 25.8.82/ 24.1.95/ 24.9.2002),
Reichstag akklamiert Gesetz über Bildung von Studentenschaften („§2 Die Studentenschaft ist Glied
der Hochschule und vertritt die Gesamtheit der Studenten. Sie hat mitzuwirken, daß…Studenten ihre
Pflichten gegen Volk, Staat u. Hochschule erfüllen") nur Studenten „deutscher Abstammung u. Mutter-
sprache" können Mitgl. sein/ unterstellt praktisch gesamte Studentenschaft dem NSDStB (Motto: „Der
deutsche Student kämpft für Führer und Volk in der Mannschaft des NSD-Studentenbundes“)
(>26.4.33/ 29.3.35/ 9.1.53),
Vatikan; kath. Zentrumspartei-Vorsitz. Dr. L. Kaas’ Geburtstagstelegramm an Reichskanzler A. Hitler:
„Zum heutigen Tage aufrichtige Segenswünsche und die Versicherung unbeirrter Mitarbeit am großen
Werk der Schaffung eines innerlich geeinten, sozialbefriedeten…Deutschlands.“ (>20.7.33)
21.04. Gesetz über
das Schlachten von Tieren u. VO über
das Schächten von Tieren (ohne Betäubung ver-
boten da „das dem deutschen Empfinden fremd ist“)(>16.8.33/ 14.11.33/ 15.5.42/ 4.10.43/ 17.5.2002),
Rudolf Heß wird zum Stellvertreter des Führers und Parteiführer mit Ministerrang ernannt
22.04. Reichsarbeitsministerium, Verordnung über die Zulassung von Ärzten zur Tätigkeit bei den Kranken-
kassen (zur Tätigkeit von Kassenärzten nicht arischer Abstammung sowie von Kassenärzten, die sich
im kommunistischen Sinn betätigt hatten - Entlassung und keine Neuzulassung),
Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtner
setzt Strafrechtskommission ein (nullum
crimen sine lege wechselt
zu nullum crimen sine poena)
23.04. „Berliner Börsen-Courier“
veröffentlicht ‚Schwarze Liste’ vom ‚Ausschuß zur Neuordnung der Berliner
Stadt- und Volksbüchereien’ (das
„Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“ veröffentlicht am 16.5.
eine ,Schwarze Liste’ der ,Zentralstelle
für das deutsche Bibliothekswesen’ des NSDAP-Bibliothekars
Dr. Wolfgang Herrmann. 1936 folgt für
nicht geflüchtete, lesende deutsche Volksgenossen die erste
,Liste des schädlichen und
unerwünschten Schriftums’ und nach dem Angriff deutscher Truppen auf
Polen eine ,Liste des
deutschfeindlichen, schädlichen und unerwünschten polnischen Schrifttums’!)
(>26.4.33/ 10.5.33)
24.04. Rundfunkrede des Preußische
Akademie der Künste Mitgl. Dr. Gottfried Benn über „Der neue Staat
und die Intellektuellen“ „Welch
intellektueller Defekt, welch moralisches Manko, nicht in dem Blick der
Gegenseite über die kulturelle
Leistung hinaus, nicht in ihrem großen Gefühl der Opferbereitschaft und
Verlust des Ich an das Totale, den
Staat, die Rasse, das Immanente, nicht in ihrer Wendung zum
Ökonomischen, zum mythischen
Kollektiv, in diesem allem nicht das anthropologisch Tiefere zu
sehen.“ wenn doch der neue Staat,
laut Benn, den „unfruchtbar gewordenen marxistischen Gegensatz
von Arbeitnehmer und Arbeitgeber
auflösen will.“ (>26.10.33)
25.04. Berlin, Reichskanzler A. Hitler und sein Bevollmächtigter für ev. Kirchen L. Müller treffen u.a. den ev.
Oberkirchenratspräs. Dr. Hermann Kapler u. ex-Kirchentagspräs. Wilhelm v. Pechmann (>11.7.33),
Reichspräs. v. Hindenburg beruft Hans Frank als Reichskommissar für die Gleichschaltung d. Justiz,
Reichstag akklamiert Dr. Frick’s Gesetz gegen Überfüllung dt. Schulen u. Hochschulen (Abiturienten-
quote max. 15 000/Jahr, Hochschulen-Frauenquote 10%, ,Nicht-Arier-Quote’ max. 1,5%. 1934 wird
mittels DurchführungsVO zuerst in Preußen der Hochschulzugang u.a. abhängig von „Bewährung…in
nationalen Verbänden SA, HJ und BdM“ u. „Überprüfung politischer Zuverlässigkeit durch den
zuständigen Gauleiter der NSDAP“) Bildungsdiskriminierung > verfolgte Schüler (>27.4.33/ 6.5.33/
8.5.33/ 10.5.33/ 26.5.33/ 16.6.33/ 1.4.34/ 4.4.34/ 1936/ 04.1940/ 02.1945/ 11.5.50/ 15.3.51/ 5.4.54),
Kiel, Christian-Albrechts-Uni. beurlaubt Prof. Dr. jur. Gerhart Husserl wg. des Gesetzes zur Wiederher-
stellung des Berufsbeamtentums (Nachfolger: „Kieler Schule“ Prof. Dr. jur. Karl Larenz - Zitat: „Volks-
genosse ist, wer deutschen Blutes ist. Wer außerhalb der Volksgemeinschaft steht, steht auch nicht im
Recht.“, 1937 NSDAP, 1949 wieder Uni. Kiel Professur, später Ludwig-Maximilians-Uni. München)
26.04. Gesetz zur Errichtung Geheimen Staatspolizeiamtes (Gestapa) „um die wirksame Bekämpfung aller
gegen den Bestand und die Sicherheit des Staates gerichteten Bestrebungen zu sichern.“ unter der
Leitung des preuß. Innenmin.-Dezernenten zur Bekämpfung der kommunist. Bewegung, Rudolf Diels,
(1933 Diels-Bericht über sadistische Folter durch deutsche Hilfspolizei in ,Vernehmungsstellen’ u.a.
„Die Opfer…waren…tagelang in enge Schränke gesperrt worden, um ihnen ,Geständnisse’ zu erpres-
sen. Die ,Vernehmungen’ hatten mit Prügeln begonnen und geendet; dabei hatte ein Dutzend Kerle in
Abständen von Stunden mit Eisenstäben, Gummiknüppeln u. Peitschen auf die Opfer eingedroschen.
Eingeschlagene Zähne u. gebrochene Knochen legten von den Torturen Zeugnis ab…Es gab keinen,
dessen Körper nicht vom Kopf bis zu den Füßen die blauen, gelben und grünen Male der unmensch-
lichen Prügel an sich trug. Bei vielen waren die Augen zugeschwollen und unter den Nasenlöchern
klebten Krusten geronnenen Blutes…“, 1934 Regierungspräs. Köln, 1940 Regierungspräs. Hannover,
1948 entnazifiziert, 1949 rehabilitiert sich Diels in Hitler-Jugend „Puppenspieler“ - >23.4.41 - Rudolf
Augstein’s „Spiegel“ mit der Acht-Fortsetzungen-Serie „Die Nacht der langen Messer fand nicht statt“),
die Gestapo hat später 31 374 Beamte/Angestellte die auf die in allen deutschen Bevölkerungs-
schichten bestehende breite Denunziationsbereitschaft bauen (>30.11.33/ 8.2.50/ 9.3.80),
Berlin, Reichskanzler A. Hitler empfängt kath. Bischof u. Preuß. Staatsratsmitgl. Dr. Wilhelm Berning
sowie Generalvikar Dr. Paul Steinmann, Dr. B. erklärt Reichskanzler Hitler, daß die Bischöfe „freudig
den neuen Staat anerkennen und die Gläubigen zum Gehorsam und zur Ehrfurcht ihm gegenüber
anhalten werden.“, Judenpolitik kommt auch zur Rede, auf 1500 Jahre antijüd. Kirchentraditionen hin-
weisend sagt Hitler: „Vielleicht erweise ich dem Christentum einen Gefallen; deswegen ihre Zurück-
drängung vom Studium und den staatlichen Berufen.“ Bildungsdiskriminierung, > verfolgte Schüler,
Berlin, letzte SPD-Reichskonferenz (>17.5.33/ 14.9.45/ 5./6.10.45/ 19.4.46/ 21./22.4.46/ 9./10.5.46),
NSDStB versendet ,Braune Liste verbrennungswürdiger Literatur’ von 71 Autoren (>10.5.33)
27.04. „Deutsche Allgemeine
Zeitung“ u.a. „Ein Volk von Selbstachtung kann vor allem seine höheren
Tätigkeiten nicht in so weitem Maße
wie bisher durch Fremdstämmige vornehmen lassen…würde
als geistige Überlegenheit anderer
Rassen gedeutet werden können, die…abzulehnen ist.“
04. Alfred Rosenberg (Diplom-Architekt, 1919 DAP/NSDAP, Redakteur „Völkischer Beobachter“, MdR,
Autor von „Mythos des 20.Jahrhunderts“) wird Leiter vom außenpolit. Amt der NSDAP (1934 wird R.
Leiter v. Überwachungsausschuss der weltanschaulichen Erziehung der NSDAP) (>17.7.40),
Dr. jur. Gerhard Bohne (1930 NSDAP) leitet die Berufsgruppe Rechtsanwälte im BNSDJ (>30.10.39),
Aachen, Techn. Hochschule, Prof. Dr. Alfred Meusel wird beurlaubt, entlassen u. emigriert (>5.7.52),
Dresden, Dürerschule, die dt.-jüd. Schülerin Ruth Joachimsthal wird vom nationalsozialistischen
Deutschlehrer belehrt: „Joachimsthal, im Deutschunterricht haben Juden nichts mehr zu melden.“
(Ruth J. betritt diese Schule nie wieder, >8.5.33) > verfolgte Schüler,
Hannover, Pfarrerssohn Werner Blumenberg’s Widerstandsgruppe „Sozialistische Front“ (Mitgl. u.a.
Wilhelm Bluhm, Egon Franke, Franz Nause, Walter Spengemann, Willi Wendt) veröffentlicht erste
„Sozialistische Blätter“ (die Gruppe wird verraten, Blumenberg flüchtet am 17.8.36 in die Niederlande
u. kommt bis zu seinem Tod 1965 nie wieder nach Deutschland zurück) (>27./28.8.36),
Hansestadt Hamburg, Gymnasium Johanneum, der dt.-jüd. Schüler Ralph Giordano wird am ersten
Schultag belehrt: „Hie Arier - Hie Nichtarier“ > verfolgte Schüler (>2.5.40),
Kiel, Pädagogische Akademie, Entlassung von (Quäker-)„Religious Society of Friends“u. SPD-Mitgl.
Prof. Dr. Lic.theol. Emil Fuchs (Vater v. KPD-Mitgl. Klaus Fuchs), Verhaftung, Berufsverbot (Gelegen-
heitsarbeiter u.a. für Quäker, 1948-49 Gastvorlesungen in Pendle Hill/USA, 1949 SPD-Austritt, DDR-
Übersiedlung, 1950 Theologie u. Relig.-Philosophie-Prof. Leipzig, CDU-Ehrenmitgl., 1954 VVO, 1958
Gründungsmitgl. Christl. Friedenskonferenz, 1959 VVO, 1964 Friedensmedaille) (>9.2.61/ 12.5.62),
Rastatt, Ludwig-Wilhelm-Gymnasium,
Juristensohn und Hitler-Jugend Mitgl. Hanns
Martin Schleyer
legt sein Abitur ab (wird SS-Mitgl.,
leistet freiwilligen Arbeitsdienst, erfüllt die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung, studiert Jura, 1937 NSDAP) (>16.6.33/ 1.5.37),
Erstes Verbot der „Zeugen Jehovas“ (>1.4.35/ 13.9.49/ 31.8.50) > verfolgte Schüler,
Evangelische Jugend Deutschlands, Reichswart Erich Stange u.a. „Die gottgesetzten Grundlagen von
Heimat, Volk und Staat werden wieder neu erkannt. Das Volk steht auf. Eine Bewegung bricht sich
Bahn, die eine Überbrückung der Klassen, Stände u. Stammesgegensätze verheißt…Darum kann die
Haltung der jungen evangelischen Front in diesen Tagen keine andere sein als die einer leidenschaft-
lichen Teilnahme an dem Schicksal unseres Volkes und zugleich eine radikale Entschlossenheit, wie
sie das Wort Gottes fordert.“ (>10.7.33/ 12.9.33/ 19.12.33),
„Ziel und Weg - Zeitschrift des Nationalsozialstischen Deutschen Ärztebundes e.V.“ „Wir übernehmen
die Führung“ (01.1933 sind 2 800 Ärzte Mitglied, 10.1933 sind 11 000, 1943 sind 46 000 Ärzte Mitgl.)
28.04. Heidelberg, Prof. Dr. Gustav Radbruch, Rechtsphilosoph und ex-Justizminister, wird als einer der
ersten aus
dem Lehramt entlassen (>12.9.45),
SA-Gruppenführer Hans v. Tschammer
und Osten (seit 1929 NSDAP) wird Reichssportkommissar
(ab 19.7. Reichssportführer, später Präs. des Dt. Olympischen Ausschusses)
29.04. Luftfahrt-Reichskommissariat wird Reichsluftfahrtministerium, Minister ist H. Göring, Staatssekr. bleibt
Erhard Milch (1923 Junkers-Verwaltungschef, 1926-45 Lufthansa-Vorst., 1933 NSDAP, 1935 General-
leutn., 1936 General der Flieger, 1937 Senator Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Medaille zur Erinnerung
an den 13.3.1938/ Wiedervereinigung Österreichs mit Deutschland sowie Medaille zur Erinnerung an
den 1.10.1938/ Wiedervereinigung des Sudetengaues mit Deutschland, 1938 Luftwaffe-General-
inspektor, 1939 Generaloberst, 1940 Norwegen Kommandant Luftflotte 5, 1940 Generalfeldmarschall),
Gründung Reichsluftschutzbund RLB (bis 20 000 000 Beitragszahler, 1935 Luftschutzgesetz zu
Verdunkelung/Fliegeralarm usw.) (>26.5.35/ 18.7.36/ 13.5.38/ 19.7.40/ 11.2.58)
30.04. Berlin; NSDAP-Pressechef Dr. Otto Dietrich wird Reichsverband der Deutschen Presse-Vorsitz. (1937
Staatssekr. Propagandamin., Zitat 1935: „Die öffentliche Meinung des deutschen Volkes ist der
Nationalsozialismus.“, 1941 SS-Obergruppenführer) (>31.8.33/ 15.2.40/ 16.8.50),
Berlin, Kaiser-Wilhelm-Institut, Abdankung u. Emigration des jüd. Direktors u. IG Farben-Aufsichtsrats
Prof. Fritz Haber (Nobelpreisträger H. gilt als Vater chem. Kriegsführung, seine Forschung zu Chlor- u.
Senfgasverwendung ermöglichte dt. Heeresleitung am 22.4.1915 mit Bruch d. Haager Konvention den
Einsatz von 50 t Chlorgas in Ypern/Belgien resultierend in ca. 15 000 Opfern. Zitat Haber: „Angesichts
des Umstandes, daß unsere Gegner unter Verzicht auf jeden Rassenstolz ein buntes Völkergemisch
gegen uns ins Feld führen, ist die Anwendung dieses Mittels voll gerechtfertigt. Wir erreichen auf diese
Weise unseren kriegerischen Zweck u. sparen an kostbaren Blute“(>15.12.39/ 5.6.42/ 9.11.44/ 6.8.45)
01.05. Tag der nationalen Arbeit, Berlin Tempelhofer Feld, Kundgebung mit ca. 1 500000 Teilnehm., abendl.
Abschluß der Feiern mit Ansprache v. Reichskanzler Hitler; Reichspropagandamin. Dr. Goebbels im
Rundfunk: „Am heutigen Abend findet sich über Klassen, Stände und konfessionelle Unterschiede
hinweg das ganze deutsche Volk zusammen, um endgültig die Ideologie des Klassenkampfes zu zer-
stören und der neuen Idee der Verbundenheit u. der Volksgemeinschaft die Bahn freizulegen.“,
Brilon, Westfalen, Zentrum-Bürgermeister Josef Sauvigny’s Rede u.a. „Das neugeformte Deutschland
feiert heute seinen 1.Nationalfeiertag…Noch brausen die Stürme der nationalen Revolution über es
hinweg…Doch während bisher sich deutsche Kraft und deutsches Aufbaustreben zerspalten und ver-
bluten am Parteigezänk und ewigen Führerwechsel, ist es heute ein Wille, der uns eint, eine Kraft, die
uns leitet, ein Führer, der uns ruft, vergessend des Parteihasses von gestern, hat das große Sammeln
begonnen, die Einigung aller Deutschen, deutschen Blutes zur gemeinsamen Tat, deren Sinnbild der
heutige Festtag ist…Im Auftrage der NSDAP heiße ich Sie alle auf das herzlichste willkommen…Ich
bitte…mit mir einzustimmen in den Ruf: Das arbeitende deutsche Volk, sein ehrwürdiger Reichspräsi-
dent, die Verkörperung deutscher Treue, der Kanzler Hitler, sein tatgewordener Aufbauwille, sie leben
hoch, hoch, hoch!...“ (S. wird 1933 SA-, später NSDAP-Mitgl. und „Opa war in Ordnung“ des nie mit
Bildungsdiskriminierung gestraften kath. MdB und CDU/CSU-Fraktionsvors. Dr. jur. Friedrich Merz)
(>1.5.50/ 1.5.55/ 20.6.2000/ 10.10.2000)
Lübeck, die 15jährige Isa Vermehren
verweigert bei Fahnenappell den „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“,
wird vom Gymnasium relegiert u. Opfer
staatsdoktrinübergreifender deutscher Bildungsdiskriminierung
> verfolgte Schüler (1938 zum Katholizismus konvertiert, 1944 wird
die gesamte Familie nach Flucht
des Bruders u. Diplomaten Erich V. nach Großbritannien in Sippenhaft genommen, Isa V. überlebt die
KZ Ravensbrück, Buchenwald u. Dachau. Später wird auch an DDR-Schulen der „Flaggenappell“-Kult
an „Festtagen“ praktiziert) (>14.12.34/ 21.4.41/ 24.4.45/ 24.5.51/ 5.8.57/ 4.11.89),
„Sürag“ „Die Nationalsozialistische
Betriebszellenorganisation hat so gewaltige Erfolge zu verzeichnen
daß die endgültige Ausschaltung des Marxismus
aus dem deutschen Arbeitertum nur noch eine Frage
der Zeit ist…dann ist ein Bollwerk
größten Ausmaßes gefallen..dann besitzt die NSDAP...die Millionen-
heere der deutschen Arbeiter…“
(„national und sozialistisch ist das Denken, Wollen und Handeln der
Süddeutsche
Rundfunk AG-Programmzeitung“ von Dr. Franz Burda, 1934 NSKK, 1938 NSDAP,
Arisierung der jüd. Gebrüder
Berthold, Ludwig und Karl Reiss-Großdruckerei, Freund von NSDAP-
Gauleiter u. Reichsstatthalter Robert
Wagner, Verleger NS-Zeitschrift „Die Deutsche Arbeitsfront“,
1942 Generalstabskarten der
„Kartographischen Anstalt Dr. Franz Burda“, 1949 Bauparerzeitschrift
„Das Haus“, 1954 „Bunte“, 1967
Bundesverdienstkreuz) (>22.6.40/ 3.5.46/ 14.6.85),
Eine Sperre für NSDAP-Neuanträge wird verfügt, die erst am >20.4.37 aufgehoben wird. Zu den vor
„Torschluss“ eingetretenen - „Ich verspreche, als treuer Gefolgsmann des Führers die Partei mit allen
meinen Kräften zu fördern“ - zählen NSDAP-Mitgl. Nr. 1 878 921 Hans Kehrl (Industrieller, IHK-Präs.
Niederlausitz, 1936 SS, 1938 Reichswirtschaftsmin.-Generalreferent, 1939 RWM-Bevollmächtigter für
Böhmen u. Mähren, 1943 Chef Rohstoffamt Reichsrüstungsmin.), NSDAP-Genosse Nr. 2 633 930
Dr. Kurt Kiesinger (1966 BRD-Bundeskanzler), NSDAP-Genosse Nr. 2 636 406 Dr. Günther Quandt
(Industrieller, Accumulatoren-Fabrik AFA - später VARTA und Deutsche Waffen- u. Munitionsfabriken
DWM, der „entnazifiziert“ in der BRD sein Imperium ausbaut - die 12jährige Polin Sofia Czarmecka ist
8 Jahre später eine von vielen DWM-später IWK Industrie-Werke-Karlsruhe Zwangsarbeiterinnen, als
verfolgte Schülerin trägt sie zum Quandt-Familie Reichtum bei >12.12.37), NSDAP-Genosse Nr.
2 673 178 Dr. jur. Karl-Heinz Gerstner (1940-45 Mitarbeiter Dt. Botschaft Paris, 1948 Berliner Zeitung,
1973 Chefreporter, als IM „Ritter“ beim MfS erfaßt - Vater war Ministerialrat Dr. Karl Ritter und Verbin-
dungsmann zwischen AA u. Oberkommando der Wehrmacht, in Nürnberg zu 4 Jahren Haft verurteilt),
NSDAP-Genosse Nr. 2 675 123 Luitpold Steidle (1943 BDO, 1949 DDR-CDUD-Gesundheitsminister),
NSDAP-Genosse Nr. 2 732 006 Gerichtsassess. Dr. jur. Wolfgang Immerwahr Fränkel (1936 stellv.
Reichsanwalt, genannt „Fanatiker der Todesstrafe“, 1951 Bundesanwalt, 1962 Generalbundesanwalt),
NSDAP-Genosse Nr. 2 837 625 Gerichtsass. Dr. jur. Gustav Adolf Baron Steengracht v. Moyland (SA,
1936 Dienststelle Ribbentrop, 1938 Legationssekr., 1939 Leg.Rat, 1941 Min.Dir. (>4.2.38/ 31.3.43),
NSDAP-Genosse Nr. 2 856 334 Kunsthistoriker Werner Meinhof (Kampfbund für deutsche Kultur),
NSDAP-Genosse Nr. 3 430 914 Dirigent Herbert v. Karajan (musikalisch. Leiter Opernhaus Ulm, 1935
Generalmusikdirektor, 1939
Staatskapellmeister, 1951 Dirigent bei Wieland Wagner’s 1.Nachkriegs
Bayreuther Festspielen, 1955 Direktor
Berliner Philharmoniker), NSDAP-Gen. 2 473 997 Fa. Oetker-
Pudding-Werke-Chef u. späterer
Freundeskreis Reichsführer-SS Mitgl. Dr. Richard Kaselowsky,
NSDAP-Genosse Nr. 3 204 950 IOC- u.
Freundeskreis Reichsführer-SS Mitgl. Dr. Karl F. Ritter v. Halt,
NSDAP-Genosse Nr. 2 208 548
Diplomsportlehrer Josef „Sepp“ Herberger (1936 Fußballreichstrainer,
1949 National- dann
DFB-Bundestrainer, 1962 Bundesverdienstkreuz >1./16.8.36), die Brüder Fritz,
Adolf, Rudolf Dassler (Sportartikel
Adidas/Puma), NSDAP-Genosse Nr. 2 594 441 Bodo Lafferentz
(Vereinigung
dt. Arbeitgeberverbände-Mitarbeiter, 1933 KdF-Reichamtsleiter, 1937
Geschäftsführer
Gesellschaft
zur Vorbereitung des Dt. Volkswagens GezuVor, 1939 SS-Obersturmführer,
Stab SS-
Rasse- und Siedlungshauptamt RuSHA,
VW-Hauptgeschäftsführer, 1943 Heirat mit Verena Wagner,
gründet mit NSDAP-Mitgl. Nr. 6 078
391 Wieland Wagner das Institut für physikalische Forschung
Bayreuth als KZ
Flossenburg-Außenlager), Ministerialratssohn Hans-Günther Sohl (1935 Krupp-
Rohstoffmanager, 1939 Vereinigte Stahlwerke Vorst., 1943 Reichsvereinigung Eisen-Erzbeschaffer,
1953 Generaldirektor Thyssen, 1956
Vorsitz. Wirtschaftsvereinigung Eisen- u. Stahlindustrie, 1972
BDI-Präs.), NSDAP-Genosse Nr. 3 620 600 Vikar Ingo Braecklein, Prof. Dr. Bolko v. Richthofen
(Historiker, 1933-42 Ordinarius, „Kampfbund für deutsche Kultur“, 1942 bei Dr. Reinhard Gehlen’s
„Fremde Heere Ost“ und Autor vom
„Gedicht an
Sowjetbürger:
Jede Minute der Nacht
kann Dich der Henker holen.
Offen dann oder verstohlen
wirst Du zur Schlachtbank
gebracht.“, 1945 Nürnberger Prozeß Verteidigungsberater, CSU, 1964
Bundesverdienstkreuz, 1969 Präs.
Gesellschaft für Vor- u. Frühgeschichte) sowie Suevia-Studenten-
corps-Mitgl. Dr. jur. Fritz Karl Ries
(1934 Gesellschafter der Flügel&Polter KG Leipzig deren Vermögen
1937 auf Dr. R. übergeht, auch die
Mitteldeutsche Gummi- u. Guttapercha-Gesellschaft MIGUIN
Edelmuth&Co Frankfurt/O., die
Herea-Gummiwerke GmbH Finsterwalde, im besetzten Polen die
Oberschlesischen Gummiwerke GmbH
Trzebinia und Gummiwerke Wartheland AG Litzmannstadt/
Lodz gehen in „Kondom-König“ Ries’
Besitz, für die mit tausenden Zwangsarbeitern erwirtschafteten
Verdienste erhält Dr. R. 1942 das
Kriegsverdienstkreuz, wird am >30.6.46 auf Volksentscheids-Basis
in der SBZ enteignet, in der ABZ als
„Mitläufer“ entnazifiziert, nach 1949 in der BRD für „Verluste“ im
Osten entschädigt und 1967 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt) sowie SA-Mitgl. und Industrieller
Willy Sachs (Fichtel&Sachs AG, 1943 SS-Obersturmbannführer, Wehrwirtschaftsführer, in der ABZ
als
„Mitläufer“ entnazifiziert und 1957 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt)
(>29.11.40/ 10.9.69).
Auch Dr. Hans Beyer, Dr. Karl-Heinz
Gerstner (1931-35 Jurastudium, 1933 NSDAP-Mitgl. 2 673 178,
er
erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung
der Diktatur des
Faschismus,
1936-39 Referendar, 1937 Promotion, 1938-40 Gerichtsassessor, 1940-45
Legations-
sekretär Dt. Botschaft Paris u.
Auswärtiges Amt, 1948-73 Redaktion „Berliner Zeitung“, 1957 SED
>17.12.98), Hans Gorzynski, Fritz
Karsunke, Erich Kellner, Werner Masseck, Horst Meischner u. Ernst
Pridöhl sind bereits Parteigenossen
während Dr. Charlotte Bergmann, Kurt Debes, Ilse Dietze, Anton-
Theodor Eversmann, Dr. Gerhard Fickel, Georg Hempel, Karl-Heinz Just, Wolfgang Petermann, Dr.
Reinhard Schwarzlose, Werner Steuwer, Erich Ullmann u. Paul Vollmert „leider“ ihre Parteibücher erst
1937 nach Aufhebung der Aufnahmesperre erhalten (sie finden sich später „entnazifiziert“ z.T. in der
sozialistischen Volkskammer bzw. wie Ernst Aschenbach, Dr. Georg Graf Henckel v. Donnersmarck
und Prof. Dr. Pascual Jordan mit vielen anderen im Bundestag wieder) (>15.9.57)
02.05. unter Dr. Robert Ley`s „Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ und Walter Schuhmann’s
„Nationalsozialistischer Betriebszellenorganisation“ erfolgt Besetzung von Gewerkschaftshäusern u.
-schulen, Beschlagnahme von Gewerkschaftsvermögen, Verhaftung von Gewerkschaftsfunktionären
wie Theodor Leipart, Wilhelm Leuschner, Nikolaus Bernhard u.v.a. (Leuschner wird am 8.9.44 im
Namen des Dt. Volkes zum Tode verurteilt, Leipart begrüßt 1946 die SPD/KPD-Vereinigung und wird
SED-Mitgl.), Dr. Ley kommentiert „Wir treten heute in den zweiten Abschnitt der nationalsozialistischen
Revolution ein…Gewiß, wir haben die Macht, aber wir haben noch nicht das ganze Volk, dich Arbeiter,
haben wir noch nicht 100%ig…Du sollst auch von den letzten marxistischen Fesseln befreit werden.“
(>10.5.33/ 19.5.33/ 10./11.6.33/ 16.6.33/ 20.1.34/ 12.8.44/ 20.5.46),
„Berliner Börsen-Courier“ „Alle Führer der freien Gewerkschaften in Schutzhaft“
03.05. Erlaß zur Zulassung von Ausländern bzw. ausländischen Nichtariern zu dt. Schulen u. Hochschulen,
München, NSDAP-Ortsgruppe Bogenhausen erhebt „Einspruch…, daß in den für den Ortsgruppen-
Bezirk in Betracht kommenden Volksschulen…auch im neuen Schuljahr 1933/34 Judenkinder mit
Deutschen Kindern gemeinsam unterrichtet werden sollen.“ > verfolgte Schüler,
„Völkischer Beobachter“ „Der zweite Abschnitt der nationalsozialistischen Revolution: Säuberung der
Freien Gewerkschaften und Aufbau einer neuen Arbeiterorganisation“ (>10.5.33),
Christliche Gewerkschaften ordnen sich ins „Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ ein, die
Gewerkschaftsführer u.a. Franz Behrens, Dr. Theodor Brauer, Jakob Kaiser, Bernhard Otte werden
Mitglied im 60köpfigen „Arbeitskonvent der Deutschen Arbeitsfront“ der noch im Mai erstmals tagt
04.05. Berlin, letzte SPD-Vorstandssitzung (Vorstandsmitgl. S. Crummenerl, P. Hertz, F. Stampfer, H. Vogel,
O. Wells emigrieren/flüchten, E. Ollenhauer z.B. flieht am 6.5. nach Prag, 1938 nach Paris, 1940 nach
Spanien u. Portugal, 1941 nach Großbritannien, ist am >5./6.10.45 in Hannover)
05.05. Breslau, jüd.-dt. Autor Walter Tausk’s Tagebuchnotiz: „In den Schulen werden jetzt die nichtarischen,
also jüdischen Kinder durch einige Lehrer von den anderen getrennt, für sich gesetzt!..Zum Teil haben
das die Kinder, die arischen, selbst verlangt! Sie wurden von offenen Pöbeleien der Lehrer unterstützt,
die z.B. in der Augustaschule, Breslau, die jüdischen Kinder nicht mit drannehmen, „weil sie ja doch
keine deutsche Geschichte verstünden, die sie auch nichts anginge.“ > verfolgte Schüler (>24.9.38),
Kassel, Landeskirchenamt appelliert vergeblich an den Deutschen Evangelischen Kirchenausschuß u.
„An das Gewissen der Kirche“ zu antijüdischen Ausgrenzungen u.a. „Der evangelischen Kirche muß
der schwere Vorwurf gemacht werden, daß sie der Verfolgung ihrer eigenen Glaubenskinder keinen
Einhalt gebot - ja, daß sie von den Kanzeln herunter den Segen für die Arbeit der gegen ihre eigenen
Glaubenskinder arbeitenden Männer erflehte - und der Mehrzahl evangelischer Glaubensgenossen
muß der Vorwurf gemacht werden, daß sie bewußt diesen Kampf gegen ihre eigenen Brüder im
Glauben führten - und daß sie beide, Kirche u. Kirchenangehörige, Menschen des gleichen Glaubens,
mit denen sie im Gottesdienst vereint sind, vor den Türen der Kirchen räudigen Hunden gleich aus
ihrer Gesellschaft ausstoßen.“ (mangelnde „christliche Solidarität“ erleben auch -zigtausende wg. ihres
Glaubens verfolgte Schüler in der DDR und, nach deren Beitritt, in der BRD) (>17.8.90/ 8.11.2000),
Thüringen, ev. Landesbischof Wilhelm Reichardt erlässt Gesetz gegen den Marxismus in der Kirche
(>12.9.33/ 1.5.39/ 18.8.64/ 2./6.7.71)
06.05. preuß. Kultusminister Dr. Rust’s Erlaß zur Umwandlung universitärer Pädagogischen Akademien in
„Hochschulen für Lehrerbildung“ im „Neuen (nationalsozialistischen) Geist“ (Dr. Rust: „Die Lehrpläne
der Pädagogischen Akademien lassen deutlich den Versuch des abgetretenen Regimes durchblicken,
unter den Decknamen von allerhand schönen wissenschaftlichen Dispositionen eine marxistische
Lehrerschaft zur Zersetzung des deutschen Volkes heranzuziehen…“, bis 1936 sind HfLs im Gesamt-
Reich eingeführt an denen ab 1936 auch künftige Studienräte zwei Semester absolvieren müssen)
mit nur zweijährigem Volksschullehrer-Studium (>5.12.50) unter Erfüllung der politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung (freiwilliges „Arbeitsdienst“-/„Hauswirtschafts“-Jahr
und Mitgliedschaft in einer NS-Organisation wie sie z.B. drei Jahre später von BDM-Scharführerin
Hannelore „Loki“ Glaser erfüllt werden; ex-SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidts Gattin betreibt
Wehrsportunterricht mit Kleinkaliberschießen, absolviert den Luftschutzkursus ehe sie 1937 das Abitur
besteht und von 1938-40 an einer Hochschule für Lehrerbildung, wo „Verhalten und Leistungen in der
NSDAP und ihren Gliederungen…entscheidend…auch für das abschließende Urteil (sind)“ erfolgreich
studiert - im Rahmen sozialer Kanzlergattinnen-Engagements thematisiert Pädagogin Schmidt später
nie das Schicksal jener politische Kriterien sozialistischer Begabtenförderung nicht erfüllender
verfolgter SchülerInnen) (>10.7.33/ 2.5.40/ 8.2.41/ 24.8.49),
Braunschweig; SS-Obergruppenführer Dietrich Klagges (1925 NSDAP) wird Ministerpräs. (bis 1945, in
K.’s Amtszeit führt Landespolizeileiter u. SS-Gruppenführer Friedrich Jeckeln die dt. „Geiselqote“ 10:1
ein als er am >4.7.33 im Pappelhof Rieseberg/Braunschweig 10 Unbeteiligte: Hermann Behme,
Julius Bley, Hans Grimminger, Kurt Heinemann, Reinhold Liesegang, Wilhelm Ludwig, Walter
Römling, Gustav Schmidt, Alfred Staats und Willi Steinfaß als ,Sühne’ für den Mord am SS-Mann
Gerhard Landmann erschiessen lässt (>29.8.41/ 29./30.9.41/ 22.2.49/ 25.4.50/ 08.1970),
Karlsruhe, Verein für das Deutschtum im Ausland VDA und Hitler-Jugend-Reichsjugendführer unter-
zeichnen Abkommen gegenseitiger Mitgliedschaft (VDA-Ehrenvors. ist Reichspräs. P. v. Hindenburg,
VDA-Bundesleiter ist Dr. Hans Steinacher) (>8.5.33/ 4.7.33/ 27.10.33/ 24.6.39/ 27.6.81),
Thüringen, Reichsstatthalter wird NSDAP-Min. Präs. Fritz Sauckel (Zitat 1934 „Denn Thüringer-Land
ist Hitler-Land“) (>18.6.33/ 21.3.42/ 20.4.42/ 6.1.43/ 29.4.45/ 14.11.45/1.10.46)
07.05. Berlin, Preußische Akademie
der Künste, erzwungener Rücktritt von Ehrenpräs. Max Liebermann
(Zitat: „Ich kann gar nicht so viel
essen, wie ich kotzen möchte.“ L. stirbt 1935, die jüd. Witwe des
Impressionisten begeht 85jährig vor ihrer
Deportation in ein KZ Selbstmord),
jüdisch-deutschen Beschäftigten der
Reichswehr wird gekündigt
08.05. preuß. Kultusminister Dr.
Rust’s Erlaß bezüglich Schüler nichtarischer Abstammung an höheren und
mittleren Schulen („Wie ich erfahre,
sind einzelne Leiter höherer Lehranstalten bereits dazu überge-
gangen, Schüler nichtarischer
Abstammung, zum Teil auch Angehörige fremder Staaten, vom Besuch
der höheren Lehranstalten auszuschliessen…“
(Ausführungen zum Gesetz v. 25.4.1933/ 15.7.1933)
> verfolgte Schüler,
Auslandsorganisation der NSDAP AO wird NSDAP-Gau (Reichsdeutsche von Argentinien bis
Palästina gründen NSDAP-Landesgruppen), Gauleiter ist Ernst Wilhelm Bohle (Landesgruppenleiter
Südafrika, 1937 wird E. Bohle Staatssekr.und Chef der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt,
Landesgruppenleiter Schweiz ist Wilhelm Gustloff - später Namenspatron des KdF-Schiffes, in der
NSDAP-Landesgruppe Frankreich wird später z.B. Dr. jur. Christian Graf Dönhoff für die Rückführung
geflüchteter Deutscher verantwortlich - in der BBZ/BRD schreibt der ex-NSDAP AO-Kolonialreferent
mit Goebbels-Propagandisten und NSDAP-Mitgl. für „DIE ZEIT“) (>2.9.36/ 21.3.46),
KZ Dachau, der gefolterte KPD-Reichstagsabgeordnete Hans Beimler ermordet einen Aufseher und
flieht in dessen Kleidung (1936 wird Beimler im span. Bürgerkrieg erschossen - in der DDR werden
Straßen, Fabriken, ein Orden u. Kindersoldaten-Wettkämpfe nach ihm benannt) (>17.7.56/ 01.1967)
09.05. Beschlagnahme des noch nicht ins Ausland gebrachten SPD-Vermögens (>22.6.33/ 18.7.33),
Hanns Lilje’s u. Walter Künneth’s „Aufruf der Jungreformatorischen Bewegung zum Neubau d. Kirche“
u.a. „Wir fordern, daß die evangelische Kirche in freudigem „JA“ zum neuen deutschen Staat den ihr
von Gott gegebenen Auftrag…erfüllt“ lehnen aber „grundsätzlich die Ausschließung von Nichtariern
aus der Kirche ab“ (>21.10.44)
10.05. Gründung Deutsche Arbeitsfront unter Dr. Robert Ley (Zitat: „Die Arbeit ist nicht des Lohnes und des
Geldverdienens wegens da, sondern die Arbeit ist Selbstzweck, und die gerechte Entlöhnung ist eine
notwendige Anerkennung für die Leistung.“), wird mit ca. 23 Mio. Mitgl. größte NS-Massenorganisation
(Beitragsaufkommen in 1939 RM 539 000 000), §1 Die DAF ist die Organisation der schaffenden
Deutschen der Stirn und der Faust…§3 Die DAF ist eine Gliederung der NSDAP. §4 Die Führung der
DAF hat die NSDAP…(Handwerks- und Handelskammern ordnen an, daß „nur noch Lehrlinge einge-
stellt werden, die Mitglied der HJ oder des BDM sind, andernfalls das Lehrverhältnis nicht anerkannt
wird…“) (>28.4.1934/ 24.10.1934/ 19.3.1940/ 15.6.1945/ 9./11.2.1946),
Tag der Bücherverbrennung an allen deutschen Universitäten unter Teilnahme von Rektoren und
Professoren, als Auftakt zur Verbrennung „marxistisch jüdischer“ Bücher (ein Plakattext „Vergesst die
Bibel nicht, auch sie ist jüdisches Geistesgut!“) in Berlin hält Prof. Dr. Alfred Bäumler, Ordinarius für
Politische Pädagogik eine Vorlesung über die nationalsozialistische Revolution und ihre geistigen und
philosophischen Grundbedingungen (Zitat Heinrich Heine: „Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt
man auch am Ende Menschen.“) (in der DDR-Diktatur des Proletariats werden Schriften, die „den
moralischen und politischen Anschauungen der Werktätigen widersprechen“ illegale „Schund- und
Schmutzliteratur“, Verordnungen v. 15.9.55, 26.3.69, § 146 StGB 1968, das sozialistische Buchwesen,
der Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel, der „Volksbuchhandel“ u. der Schriftstellerverband
der DDR regeln Einzelheiten, da „die Kunst, die Wissenschaft und ihre Lehre frei“ sind!) (>26.10.33/
17.8./1.9.34/ 10.5.46/ 15./17.3.51/ 22./25.5.52/ 1.6.55/ 15./18.12.65/ 1.6.66/ 23.8.66/ 3.4.68/ 11.4.68),
Berlin, Opernplatz, Propagandaminister u. Doktor der Literaturwissenschaften J. Goebbels’ Brandrede
an „meine Kommilitonen“ (sie erfüllen die ideologischen Kriterien der NS-Begabtenförderung)
endet mit „einem Gelöbnis,…, das heute wieder unter diesem Himmel und umleuchtet von dieser
Flamme ein Schwur sein soll: das Reich und die Nation und unser Führer Adolf Hitler: Heil! Heil! Heil!“,
Dresden, Dr. phil. Wilhelm Hartnacke (NSDAP) wird für deutsche Schlichtheit gegen ,Bildungsinflation’
agierender sächs. Kultusminister (Zitat: „Die Entartung der Schule zu einem Berechtigungsinstitut muß
ein Ende
haben.“) > verfolgte Schüler
(>15.6.53/ 14.3.63/ 1.7.63/ 4.12.2001),
Frankfurt/M., Pädagogische Akademie,
NS-Pädagoge Prof. Dr. Ernst Krieck: „Das Studentenfreikorps
lädt die Gesamtheit des
Professorenkollegiums zu der Verbrennung d. marxistischen u. korruptionisti-
schen Schriften ein, die
Mittwochabend, den 10. Mai, auf dem Römerberg stattfinden wird. Die Stu-
denten würden es im Hinblick auf die
große symbolische Bedeutung dieser Zeremonie begrüßen, die
Gesamtheit d. Professorenschaft dort zu
sehen. Ich lade daher die Kollegen ein, zahlreich daran teil-
zunehmen. Abmarsch: von der
Universität auf den Römerberg Mittwoch, 20 Uhr, mit Musik. Die
Korporationen werden in Uniform daran
teilnehmen, ebenso die SA-Bataillone.“ -„Brandredner“ ist ev.
Studentenpfarrer Otto Fricke (später
„Bekennde Kirche“ und Helfer für Rassenhygieniker Verschuer)
12.05. Gesetz über Wiedereinführung der Militärgerichtsbarkeit (>1.10.36/ 4.4.63);
„Westdeutscher Beobachter“ „Die neuen Bestimmungen über Beamte, Ärzte und Anwälte reinigen
das öffentliche Leben von
nichtarischen, fremdgearteten Elementen“ schreibt u.a. der „Staatsrechtler
des neuen Reiches“ Prof. Dr. Carl
Schmitt (1910 Promotion, Autor „Über Schuld und Schuldart“, 1914
Autor „Der Wert des Staates und die
Bedeutung des Einzelnen“, 1916 Habilitation, ab 1921 Professor
in Greifswald, Bonn, Köln und Berlin,
lehrt die späteren NS-Staatsrechtler Ernst Forsthoff, Ernst Huber
und Theodor Maunz, 1922 Autor
„Politische Theologie“, 1924 Autor „Diktatur des Reichspräsidenten“,
1926 Autor „Die Kernfrage des
Völkerbundes“, Rechtsberater der Reichskanzler Kurt v. Schleicher u.
Franz v. Papen, 1928 Autor
„Verfassungslehre“/ Neuauflage 1970, 1.5.1933 NSDAP-Mitgl., 06.1933
im Führerrat Akademie für Deutsches
Recht, 07.1933 Preuß. Staatsrat, 1934 Hauptschriftleiter der
Deutsche
Juristen Zeitung des Bundes Nationalsozialistischer Dt. Juristen BNSDJ, 1934
rechtfertigt
Katholik Schmitt in der DJZ die Morde der Röhm-Affaire - zu
deren Opfern das befreundete Ehepaar
v. Schleicher gehören - mit „Der
wahre Führer ist immer auch der Richter“, ebenfalls 1934 schreibt S.
in der „Juristischen Wochenschrift“
„Das gesamte heutige deutsche Recht…muß ausschließlich und
allein vom Geist des
Nationalsozialismus beherrscht sein…Jede Auslegung muß eine Auslegung im
nationalsozialistischen Sinne sein.“
und in der Deutschen Juristischen Zeitung „Heute wird jeder den
Satz: Kein Verbrechen ohne
Strafe…gegenüber dem Satz: Keine Strafe ohne Gesetz…als die höhere
und stärkere Rechtswahrheit
empfinden“, 1935 nennt S. die Nürnberger Rassegesetze „Verfassung
der Freiheit“, 1936 „Das Judentum in
Rechts- u..Wirtschaftswissenschaft“-Kongreßvorsitz., 1937 z.T.
Ämterverlust, 1939 Autor
„Völkerrechtliche Großraumordnung“, 1940 Autor „Positionen und Begriffe“:
„Der Führer schützt das Recht vor dem
schlimmsten Mißbrauch, wenn er…Kraft seines Führertums
als Oberster Gerichtsherr unmittelbar
Recht schafft“, 1950 Autor „Die Lage der europäischen Rechts-
wissenschaft“, 1954 Autor „Gespräch
über Macht und den Zugang zu Machthabern“, 1956 Autor
„Hamlet oder Hekuba“, 1959
veröffentlichen ex-NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Hans Barion (kath. Theologe),
Prof. Dr. Ernst Forsthoff u. Prof.
Dr. Werner Weber die „Festschrift für Carl Schmitt zum 70.Geburtstag
dargebracht von Freunden u.
Schülern“. Am 16.12.66 wird über einen von Deutschlands Besten
Christen, dem intellektuellen
Opportunisten Schmitt in der „Frankfurter Rundschau“ gemeldet, er sei
zu Zeiten der Großen Koalition der „heimliche staatsrechtliche Berater“ Bundeskanzler Kiesingers - ein
Dementi erfolgt nicht) (>4.7.40/ 1.10.54/ 1.12.66/ 7.11.68)
15.05. Tübingen, „Juden und Fremdrassigen ist der Zutritt
zum städtischen Freibad zu verwehren.“
17.05. Reichstag, A. Hitler spricht im Rahmen einer Friedensresolution zu Außenpolitik u. Abrüstung, mit der
Neuheit im dt. Parlamentsprotokoll - Zustimmung durch Erheben von den Plätzen zu deklarieren - wird
nicht ohne Verwunderung registriert, daß die noch teilnehmenden 65 SPD-MdR unter Paul Löbe sich
entgegen der Exil-SPD Empfehlung erheben u. eine Loyalitätserklärung für Hitler abgeben (>15.6.33)
18.05. Gründung Deutsche Evangelische Kirche (Landeskirchen-Zusammenschluß) (>11.7.33/ 27./31.8.45),
Deutscher Anwaltverein tritt Bund Nationalsozialistischer Dt. Juristen bei (>21.5.33/ 30.9.33/27.12.33)
19.05. Reichstag akklamiert Gesetz zum Schutze der nationalen Symbole und Gesetz über Treuhänder der
Arbeit, §1 Der Reichskanzler ernennt auf Vorschlag…Treuhänder… §4 Treuhänder…sind an Richt-
linien und Weisungen der Reichsregierung gebunden.“
20.05. „Westfälische Zeitung“ berichtet über „Fahnenweihe“ darunter auch die Fahne der Reichsbahn-SS
Bielefeld: „Dann weihte Parteigenosse Pfarrer Niemöller die drei neuen Hakenkreuzfahnen...Mit
erhobenen Händen gelobte man dem Wahrzeichen der Einigkeit, der Hakenkreuzfahne, die Treue.
Die Fahnenweihe klang aus im Horst-Wessel-Lied.“
05. Gründung von Dr. H. Schacht’s „Scheinfirma“ Metallurgische
Forschungsgesellschaft mbH mit
Reichsbank- und Reichswehrvorstand
und RM 1 000 000 Grundkapital von fünf Industriekonzernen
u.a. Krupp, Siemens, Rheinmetall,
Gutehoffnungshütte zur verschleierten Teilfinanzierung der nach
dem Vertrag von Versailles hohen
illegalen Rüstungsausgaben mittels vom Reichsfinanzministerium
mit 4% verzinster sog. MeFo-Wechsel (zum
Fälligkeitstermin 1938 nicht gedeckte Wechsel von ca.
RM 12 000 000 000) (>7.1.39),
„Deutsche Juristenzeitung“ „Die
restlose Ausrottung des inneren Feindes gehört zur deutschen Ehre.
An ihr kann der Richter durch großzügige
Auslegung der Strafprozeßordnung teilnehmen.“,
Bayerischer Heimat- und Königsbund, Landesleiter Georg Enoch von und zu Guttenberg verbreitet
Aufruf „An die königstreuen Bayern!“ u.a. „Geduld verlangt diese Zeit von uns. Wir dürfen sie auch
haben; denn diejenigen, die sie uns von Staats wegen befehlen, sie arbeiten an einem guten Ziel: Es
gilt den nationalen Willen im ganzen deutschen Volke zu erneuern…Betrachten wir die Arbeit, vor der
Hitler steht. Das Vertrauen des deutschen Volkes hat ihm ermöglicht, die Lösung seiner Aufgabe in
einem Zuge über das ganze Reich in Angriff zu nehmen. Eine geschichtliche Fügung, die der Opfer
wert ist. Bayern bringt sie bewußt der gemeinsamen deutschen Sache…Wir sind bereit, das Unsrige
dazu zu tun…Wir ordnen uns ein, um dem Ganzen zu dienen. Einordnen aber heißt nicht aufgeben.
Schweigen für eine Zeit kann die Treue, aber verleugnen wird sie sich niemals. Und wenn einer wie
Hitler dem Volke seine besten Kräfte zurückgeben soll, dann vertrauen wir, daß er dem Bayern seine
Treue nicht nehmen will…“ (07.1933 löst v. Guttenberg den BHKB auf, bei Röhm-Affaire vom 30.6.34
wird v. Guttenberg für Monate inhaftiert, 1940 stirbt der Vater des späteren CSU-Staatssekretärs
Karl Theodor von und zu Guttenberg als Kapitänleutnant der in Bremerhaven zum Truppentransporter
umgebauten SS „Europa“) (>22.4.38/ 06.1991),
KWG-Präsident Prof. Dr. Max Planck an A. Hitler: „Die zur 22.Ordentlichen Hauptversammlung der
Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften versammelten Mitglieder beehren sich
dem Herrn Reichskanzler ehrerbietige Grüße zu übersenden und hierdurch feierlich zu geloben, daß
auch die deutsche Wissenschaft bereit ist, am Wiederaufbau des neuen nationalen Staates, der ihr
Schutz u. Schirmherr zu sein gewillt ist, nach besten Kräften mitzuarbeiten.“ (>14.7.33/ 7./8.6.2001),
KZ Moringen/Göttingen eröffnet, Lagerdirektor wird bis 1945 NSDAP-Mitgl. u. „Arbeitshaus“ Moringen-
Direktor Hugo Krack (>06.1940/ 05.1949),
Wuppertal-Barmen, Bekennende Kirche-Präses lic. theol. Paul Humburg schreibt Hitler-Lied u.a. „Der
Tag bricht an! Jungdeutschland stillgestanden! Zum heiligen Schwur empor die treue Hand! Deutsch-
land erwacht aus Not, aus Bruderzwist und Banden! Heil dir, mein einges dt. Vaterland!...“ (>19.10.57)
21.05. Deutscher Richterbund DRB tritt Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ bei („Der Deutsche
Richterbund sieht seine Hauptaufgabe…in der Mitwirkung des gesamten Richtertums an der Neuge-
staltung des deutschen Rechts und der dt. Rechtsordnung, die in Zukunft von einem Reichsrichtertum
getragen sein soll. Frei von Fesseln, entsprechend dem germanischen Richterideal, muß der Richter
jeder Vergewerkschaftung oder Verfachschaftung entzogen bleiben.“ - auch Tübingens Landgerichts-
rat u. Dozent für Staatsrecht Prof. Dr. Karl Schmid, 1940-44 Kriegsverwaltungsrat bei der Oberfeld-
kommandantur Lille/Frankreich, 1945 zu Prof. Dr. Carlo Schmid gemausert und Württemberg-Hohen-
zollernscher SPD-Regierungschef, 1948-49 Parlamentar. Rat, 1949-72 SPD-MdB, 1966-69 Bundes-
minister f. Bundesratsangelegenheiten) (>30.9./3.10.33/ 1.9.48/ 9.1.51/ 9.5.58/ 10.10.59/ 8.6.60)
22.05. Luxemburg, deutsche Fußballmannschaft wird nach ihrem Hitler-Gruß ausgepfiffen
25.05. KPD-MdR Wilhelm Pieck flieht nach Paris (07.1945 kehrt er aus Moskau nach Berlin zurück u. wird
KPD-ZK-Vors.) (>4.8.34/ 3./15.10.35/ 18.10.45),
Berlin, Protesterklärung der Zeugen Jehovas an Reichsregierung (>7.10.34/ 10.7.50)
26.05. Gesetz über die Einziehung kommunistischen Vermögens (Beginn politisch motivierter Enteignungen,
entwickelt sich über Arisierung jüd. Sach- u. Geldvermögens, Einziehung „volks- und staatsfeindlicher“
Vermögen im Dt. Reich, Österreich, Tschechien, Polen, Frankreich, Belgien u. Niederlanden, Zwangs-
anleihen u. Besitznahme fremdstaatl. Goldreserven zur größten Besitzumverteilung der dt. Geschichte
gefolgt von Profit aus Zwangsarbeit, vom Besitzwechsel bei Bodenreform /Enteignungen in SBZ/DDR)
(>18.7.33/ 18.11.38/ 12.5.39/ 4.10.39/ 29.5.41/ 2.9.45/ 8.2.49/ 29.10.45/ 26.11.54/ 03.1994),
Österreich; Regierung Dr. Dollfuß verbietet Kommunistische Partei Österreichs (>30.5.33/ 19.6.33),
USA; „New York Times“ veröffentlicht Pastor Harry Fosdick’s, von 1 200 Kirchenmännern gezeichnete,
Protestnote gegen den deutschen Antisemitismus
28.05. Freie Stadt Danzig; NSDAP-Wahlsieg mit absoluter Volkstag-Mehrheit durch ca. 95% dt. Wähler, ,
UdSSR;
Fertigstellung vom „Weißmeer-Ostsee-Kanal namens Stalin“ bei dessen Bau mind. 100 000
sowjet. GULag-Zwangsarbeiter starben
29.05. Berlin,
Führerstellvertreter Rudolf Heß trifft Wirtschaftsvertreter u.a. Carl v.
Siemens, Fritz Thyssen,
Hugo Stinnes, Deutsche Bank-Direktor
Emil Georg v. Stauß u. Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach,
letzterer schreibt am gleichen Tag an
Reichsbankpräs. Dr. Hjalmar Schacht: „…habe ich kürzlich in
einer Besprechung mit Herrn
Reichskanzler…vorgeschlagen, alle Sammlungen seiner Partei in einer
großen Sammlung zu konzentrieren, die
gleichmäßig und im richtigen Verhältnis zu ihrer Belegschaft
möglichst alle Firmen der deutschen
Wirtschaft einschl. Landwirtschaft und Bankenwelt trifft…“
30.05. Reichsverband der Deutschen Industrie RDI-Präsident Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach wird
Vorsitz. des „Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft“-Kuratorium (unterstützt durch die von
G. Krupp u. Dr. Carl Köttgen geleitete „Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände“ beträgt das
Spendenaufkommen 1933 RM 36 000 000 u. bis 1945 RM 700 000 000! Jeder Unternehmer spendet
5 Promille der Jahreslohn- u. Gehaltssumme zugunsten der NSDAP. Zur Umrechnung kann der später
von der Bundesbank berechnete RM 1:DM 5,9 Kurs verwendet werden) (>20.6.48/ 10.6.49/ 30.3.54),
Österreich; Regierung Dr. Dollfuß verbietet Republikanischen Schutzbund (>19.5.33),
Schweiz; Genf, Völkerbund verurteilt deutsche antisemitische Politik und entscheidet zugunsten einer
Petition des jüdischen Oberschlesiers Franz Bernheim der durch antisemitische Maßnahmen seinen
Arbeitsplatz verlor, das Deutsche Reich wird verpflichtet den Rechtszustand wiederherzustellen, der
vor dem 30.1.1933 in Oberschlesien galt. Bis zur Gleichschaltung Oberschlesiens 1937 besitzen
jüdische Deutsche hier bürgerliche Rechte (>14.10.33/ 26.9.95)
31.05. Reichsregierung befreit
neue(!) KFZ von der Steuer (Abarten dieser Politik gibt es noch heute)
01.06. Gesetz zur Verminderung der
Arbeitslosigkeit („maßgebend von…Alt-Pg. Fritz Reinhardt, 1928-30
Gauleiter Oberbayern, 1928-33 Leiter
NSDAP-Rednerschule, seit 1933 Staatssekretär i. Reichsfinanz-
ministerium geschaffen“, u.a. werden
Arbeitsplätze berufstätiger Frauen mittels RM 1 000-Ehestands-
darlehen, RM 600-Ausstattungshilfen
mit z.T. betrieblichen Massenhochzeiten zugunsten v. Männern
„freigemacht“ bzw. werden Frauen in
die Hauswirtschaft „überführt“. 1935 wird zudem erstmals die
Arbeitslosen-Statistik/ -erfassung
verändert) (>20.9.33/ 23.12.38),
Gesetz zur Minderung der
Arbeitslosigkeit u.a. mit zinslosen Einkaufsgutschein-Ehestandsdarlehen
(mit jedem Kind reduziert sich die
Tilgung um 25%, nach 4 Kindern ist das Darlehen „abgekindert“)
02.06. Hamburg, Gründung „Deutsche Rechtsfront“ unter Dr. jur. Hans Frank,
Verordnung über Tätigkeit von Zahnärzten u. -technikern bei Krankenkassen (Nicht-Arier-Ausschluß)
03.06. Fuldaer Bischofskonferenz,
Hirtenbrief mit Bekenntnis zum NS-Staat ohne „versteckten Vorbehalt“
u.a. „…Wir wollen dem Staat um keinen
Preis die Kräfte der Kirche entziehen und wir dürfen es nicht,
weil nur die Volkskraft und die
Gotteskraft…uns erretten…kann. Ein abwartendes Beiseitestehen oder
gar eine Feindseligkeit der Kirche
dem Staate gegenüber müßte Kirche u. Staat verhängnisvoll treffen“
und „Zu unserer großen Freude haben
die führenden Männer des neuen Staates ausdrücklich erklärt,
daß sie sich selbst und ihr Werk auf
den Boden des Christentums stellen. Dies ist ein öffentliches,
feierliches Bekenntnis, das den
herzlichen Dank aller Katholiken verdient. Nicht mehr soll also der
Unglaube und die von ihm entfesselte
Unsittlichkeit das Mark des dt. Volkes vergiften, nicht mehr der
mörderische Bolschewismus mit seinem
satanischen Gotteshaß die deutsche Volksseele bedrohen
und verwüsten…Es fällt deswegen uns
Katholiken auch keineswegs schwer, die neue starke
Betonung der Autorität im deutschen
Staatswesen zu würdigen und uns ihr mit jener Bereitschaft zu
unterwerfen, die sich nicht nur als
eine natürliche Tugend, sondern wiederum als eine übernatürliche
kennzeichnet, weil wir in jeder
menschlichen Obrigkeit einen Abglanz der göttlichen Herrschaft und
eine Teilnahme an der ewigen
Autorität Gottes erblicken…“ (>20.7.33/ 1.7.49/ 23.4.50/ 28.7.50)
05.06. Vatikan/Österreich; Konkordat durch Kardinalstaatssekr. E. Pacelli, den österreich. Bundeskanzler
Dr. E. Dollfuß und Justizminister Dr. jur. K. v. Schuschnigg unterzeichnet (>20.7.33/ 12.7.38)
06.06. Berlin, ein afghan. Student ermordet Afghanistan’s Botschafter Sardar Khan (>3.11.33/ 28.4.78),
Westdeutsche Spielervereinigung führt „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“ beim Fußball ein (>7.8.33)
08.06. USA; New York, der
jüd.-amerik. Boxer Max Baer schlägt ev.-deutschen Boxer Max Schmeling k.o.
(aus Protest gegen die
Judenverfolgung in Deutschland trägt Baer Boxershorts mit Davidstern)
8./11.6. München; 1.dt. Gesellentag der kath. Arbeiterjugend, ca. 25 000 Teiln., in seiner Rede sagt der kath.
Gesellenverein-Generalsekr. Dr. Johannes Nattermann u.a. „Wiederum hat die dt. Nation den Schild
des heiligen Reiches gegen Unglauben u. Heidentum geführt. Wiederum war das dt. Volk seiner
Sendung treu. So, deutsche Jugend, deute ich die Stunde unserer Gegenwart…“ (die SA verprügelt
hunderte Teiln. Dr. N. schreibt: „Gott-Volk-Reich. Das Buch vom 1.deutschen Gesellentag“) (>13.8.33)
09.06. Hamburg, Deutsche Halbschwergewichtsboxmeisterschaft, der Sinto Johann Wilhelm Trollmann siegt
über Adolf Witt (Trollmann wird der Titel aberkannt, 1938 wird er sterilisiert, 1942 ins KZ Neuengamme
eingeliefert u. am 9.2.43 ermordet; fast 70 Jahre später erklärt der Deutsche Boxverband „Nach
reichlicher Prüfung werden wir die deutsche Meisterschaft des Jahres 1933, die Herr Trollmann in
einem Meisterschaftskampf errungen hat, als solche würdigen und ihn in unsere Listen aufnehmen.")
10./11.6. Dortmund, Feierlichkeiten zur Weihe der NSBO-Fahnen beginnen mit Amtswalterbesprechung in
der Westfalenhalle u. einem Konzert des Sturmbanns V/ 30.SS-Standarte-Musikzuges u. Dortmunds
Straßenbahn-Blasorchester, am Sonntag folgt der Marsch diverser nationalsozialister Betriebszellen
zur Kampfbahn „Rote Erde“ u. einem ökumenischen Feldgottesdienst mit dem ev. Pfarrer Quincke und
dem kath. Geistlichen Findhammer (nach Platzkonzerten am Aschenplatz, Horst-Wessel-Platz, Markt-
platz, Hiltropwall, Rosenterrasse, Löwendenkmal u. Stahlwerksplatz) nimmt Reichsmin. Dr. Goebbels
die Fahnenweihe vor
11.06. Universität Münster,
Audiomax, der kath. Dogmatiker Prof. Dr.
der kath.-theolog. Fachschaft für
Angehörige aller Fakultäten über „Begegnungen zwischen kath.
Christentum und
nationalsozialistischer Weltanschauung“ u.a. „Da im Hintergrund aller
Geschichte der
göttliche Wille steht, können wir aus
der Geschichte ohne Furcht uns zu täuschen ablesen, daß Gott
dem deutschen Volke eine der größten
Aufgaben zudachte“ über die „selbstverständliche Forderung
der Zeit “ sich nicht nur
„rückhaltlos in den neuen Staat einzuordnen, sondern auch die geistigen
Grundlagen der
nationalsozialistischen Weltanschauung zu würdigen“ damit „der Bau des Reiches
gelingt…das sein wird eine
Opfergemeinschaft von unerschütterlich in Gott gegründeten, aus dem
deutschen Volkstum genährten, demütig
auf Gott vertrauenden, ihrer Verantwortung bewußten, von
Christus geformten deutschen
Menschen.“ Der vielbeachtete Vortrag wird in Heft 1, der „dem Aufbau
des Dritten Reiches aus geeinten
Kräften des nationalsozialistischen Staates und des kath. Glaubens“
dienenden Schriftenreihe „Reich und
Kirche“ veröffentlicht (1945 hält Prof. S. an der Uni. München
Vorlesungen über das „Wesen des
Christentums“ - ab 1951 gehört der spätere Kardinal Joseph
Ratzinger zu seinen Schülern, 1954 veröffentlicht
Prof. S. diese Thesen in Ettal bereits in 3.Auflage!),
„Der Reichswart“-Herausgeber NSDAP-AdR Graf Ernst zu Reventlow fordert „Gleichberechtigung für
deutsche
Nichtchristen“ (>17.10.33)
12.06. Gesetz gegen den Verrat d. deutschen Volkswirtschaft (Meldepflicht f. Auslandskonten, Devisen über
RM 200) (>8.3.34/ 17.7.34/ 8.11.34/ 5.12.34/ 23.10.35/ 23.11.35/ 12.12.38/ 7.2.56/ 11.7.56/ 20.9.61),
Dt. ArbeitsFront-Führer R. Ley erklärt Katholische Arbeitervereine als „staatsfeindlich“ (>28.4.34)
12.6./27.7. Großbritannien; London, Weltwirtschaftskonferenz (aus dem Vertrag von Versailles resultierende
dt. Reparationszahlungen wurden 1932 eingestellt), Reichswirtschaftsmin: Dr. Alfred Hugenberg
(DNVP) überreicht (später) veröffentlichtes Memorandum mit dt. Forderungen nach Lebensraum im
Osten und Rückgabe dt. Kolonien in Afrika (>28.6.33/ 5.5.34/ 30.1.37/ 5.11.37/ 18.7.49/ 27.2.53)
13.06. Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD wird „Reichsstelle für akadem. Auslandsarbeit“ unter
SS-Gruppenführer Ewald v. Massow, u.a. mit SA-Chef Ernst Röhm, Alfred Rosenberg (>04.35/ 5.8.50)
14.06. Reichsfilmkammergesetz zur „Gleichschaltung“ der Filmwirtschaft (>22.9.33/ 1937/ 7.8.52)
15.06. KZ Breitenau-Guxhagen b. Kassel auf Gelände der Landesarbeitsanstalt eröffnet (1940 Gestapo-
Arbeitserziehungslager, ca. 9 000 Häftlinge, der jüngste ist 12 Jahre) > verfolgte Schüler (>23.6.33),
Berlin, SPD-Vorstände um Paul Löbe widerrufen Prager SoPaDe-Exilvorstandserklärungen (>08.1936/
14.6.54)
16.06. Berlin, Opernplatz, Deutsche Studentenschaft-Kundgebung, Staatskommissar u. preuß. Bildungsmin.
Dr. Rust verkündet neuen Studententyp und studentischen Arbeitsdienst, dies sei „die wahre große
praktische Schule…, denn hier hört die Belehrung und das Wort auf und die Tat beginnt…Wer im
Arbeitsdienstlager versagt, der hat das Recht verwirkt, Deutschland als Akademiker führen zu wollen.“
(>4.5.57/ 28.2.58) (freiwilligen
studentischen Arbeitsdienst leisten z.B. Hanns-Martin Schleyer, 1.7.33
SS, 1.5.37 NSDAP/Leiter Studentenwerk
Heidelberg, 1938 Leiter Studentenwerk Innsbruck, 1939
Promotion, 1941 Leiter Studentenwerk
Prag, 1943 Zentralverband der Industrie f. Böhmen u. Mähren,
1948 als „Mitläufer“ entnazifiziert,
1951 Daimler Benz, 1963 Vorst. Daimler Benz AG, 1973 BDA-Präs.
oder Hans Rößner, 1933 SA, 1934
SD/SS, 1936 Beteiligung Thomas Mann Ehrendoktorwürde-Aber-
kennung, Promotion, 1940
Reichssicherheitshauptamt Abt.-Leiter IIIc3 „Volkskultur und Kunst“, 1941
beamteter Sturmbannführer, 1943 Zitat
Rößner „Der Jude nistet sich dort ein, wo das sog. kulturelle
u. geistige Leben…sich ein eigenes
Reich zu schaffen im Begriff war.“,1948-53 Lektor Stalling Verlag,
1953-58 Verlagsleiter Insel-Verlag,
danach Verlagsleiter Klaus Piper-Verlag München, hier betreut er
die jüd. Autorin Hannah Arendt!
Erstmals wird das 4.Semester ’33 zum studentischen Arbeitsdienst
eingezogen, in Folge wird
Universitätszulassung von ½jähriger Dienstpflicht - 4 Monate Arbeitsdienst,
2 Monate SA-Lagerdienst - abhängig
gemacht um die politischen Kriterien
nationalsozialistischer
Begabtenförderung
der Diktatur des Faschismus zu erfüllen. In bester deutscher Tradition
erfüllt
ex-Sozialistisches
Hochschulbund-Mitgl., Ökonomie- u. Jura-Student Karl Schiller diese Kriterien.
Er
tritt Juni ’33 dem
Nationalsozialistischen Dt. Studentenbund NSDStB bei, 1935 promoviert SA-Mann
Schiller in Heidelberg u. leitet
1935-41 am Institut für Weltwirtschaft Kiel eine Forschungsgruppe, am
1.5.1937 wird Dr. Schiller
NSDAP-Genosse Nr. 4 663 250 und 1938 NSDAP-Ortsgruppenleiter, 1939
habilitiert Dr. S. an der Uni. Kiel
u. wird Nationalsozialistischer Dt. Dozentenbund NSDDB-Mitgl., 1941-
45 wird Prof. Dr. S. dekorierter
Ostfront-Wehrmacht-Oberstleutnant, 1944 Ernennung als Professor für
Nationalökonomie Uni. Rostock. Der
„Braunschweiger“/„Wendehals“-Uni. Kiel-Gastprofessor von 1946
-zum SPD-Genossen gewandelte- nach
Schleswig-Holsteins Landtagswahl ’47 als Wirtschaftsmin./
Staatssekr. von der SPD berufene
Prof. Schiller scheitert wg. seiner NS-Vergangenheit am Einspruch
der brit. Militärregierung. Er wird
am 23.5.47 Professor für Volkswirtschaft Uni. Hamburg u. Leiter des
Instituts für Außenhandel u.
Überseewirtschaft, 9.10.48 Wirtschafts- u. Verkehrssenator Hamburg, bis
1957 Bürgerschafts-Mitgl., 1961-65
Wirtschaftssenator Berlin, 1964-72 SPD-Präsidium, 1965-72 MdB,
1968-72 SPD-Wirtschafts- u.
Finanzmin., Zitat Prof. Dr. K. Schiller - nach G. Schröder: „Man kann die
Pferde zur Tränke führen, saufen
müssen sie selber.“) (>29.6.33/ 4.5.57/ 4.5.65/ 1.12.66/ 15.7.69),
Bernau/Bogensee, Reichskanzler A. Hitler eröffnet in ex-Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund-
Schule die neue Reichsführerschule der NSDAP (>14.5.46/ 10.1.48),
Preuß. Volkszählung mit Erfassung (auch jüd.) Religionszugehörigkeit durch 500 000 nationalgesinnte
Mitarbeiter (für RM 1 350 000
überträgt IBM-Tochter Dehomag mit Hilfe hunderter Zeitarbeitskräfte die
Erfassungsbogen auf 60spaltige
Hollerith-Karten, Spalte 22/Zeile 3 = Jude) (>1.1.37/ 28.6.37/ 17.5.39)
17.06. NSDAP-Mitgl. Baldur v. Schirach wird Jugendführer des Deutschen Reiches (für HJ/ NS-Schülerbund,
bis 6.1934 auch für Nationalsozialist. Deutscher Studentenbund NSDStB verantwortlich); Zitat: „Die HJ
ist eine weltanschauliche Erziehungsgemeinschaft“; er befielt Auflösung des Reichsausschuß der dt.
Jugendverbände u. des Großdeutschen Bundes (unter dessen Führer Vizeadmiral Adolf v. Trotha) mit
Unter- u. Teilorganisationen - v. Trotha kämpfte 1900 als Kapitänleutnant mit dt. Eingreiftruppen beim
Boxeraufstand gegen Chinesen (>4.6.41), war Stabschef der dt. Hochseeflotte im 1.Weltkrieg, 1921
Führer d. Dt.-Nationalen u. späteren Großdeutschen Jugendbundes, 1933 preuß. Staatsrat, wird nun
Vors. des NS-Reichsbundes dt. Seegeltung und des Seegeltungsinstituts Magdeburg, Senator der Dt.
Akademie München, 1936 Ehrenführer der Marine-Hitler-Jugend u. 1939 zum Admiral befördert)
> verfolgte Schüler (>7.3.46/ 2.9.46/ 13.12.48); zeitgenössisches HJ-Lied:
Es zittern die morschen Knochen Und liegt vom Kampfe in Trümmern,
Der Welt vor dem roten Krieg. Die ganze Welt zuhauf,
Wir haben die Knechtschaft gebrochen, Das soll uns den Teufel kümmern,
Für uns war's ein großer Sieg. Wir
bauen sie wieder auf.
Wir werden weiter marschieren, Wir werden weiter marschieren,
Wenn alles in Scherben fällt, Wenn alles in Scherben fällt,
Denn heute, da hört uns Deutschland Denn heute, da hört uns Deutschland
Und morgen die ganze Welt. Und morgen die ganze
Welt..(Hans Baumann, kath. HJ-Poet
u.a. auch der Hitler-Jugend-Lieder
„In den Ostwind hebt die Fahnen“. „Nun laßt die Fahnen fliegen“,
Jungvolk-Führer, Mitglied
Reichsjugendführung, 1941 Dietrich-Eckart-Preis, 1942 verfasst Einleitung
zur Hitler-Broschüre „Der Retter
Europas“, nach 1945 erfolgreicher Jugendbuchautor, Baumann-
Lieder werden in westdeutschen
Schulen, von Gewerkschaften und Bundeswehr gesungen, 1956 F.-
Gerstäcker-Preis, 1959
Gerhart-Hauptmann-Preis der Berliner Freien Volksbühne/ 1962 aberkannt),
Schwerin, Mecklenburgs
Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt droht bei HJ-Treffen mit Verbot sämt-
licher, auch kirchlicher, Jugendbünde
und Enteignung ihrer Einrichtungen (>16.2.34/ 4.3.34/ 28.4.53)
18.06. Erfurt, 60 000 SA-Männer defilieren, 300 000 Deutsche huldigen Reichskanzler Hitler der u.a. in einer
Rede warnt „Wenn zwischen unserer Generation noch vereinzelte Menschen leben, die da glauben,
sie könnten sich nicht mehr umstellen, so werden wir ihnen die Kinder nehmen und sie zu dem er-
ziehen, was für das deutsche Volk notwendig ist.“ (>5.6.36/ 2.9.37/ 15.6.54) deutsche Gerechtigkeit,
CSR; Prag, „Neuer Vorwärts“ SPD-Emigranten fordern Daheimgebliebene auf „Zerbrecht die Ketten!“
19.06. Berlin, SPD-Reichskonferenz wählt im Preuß. Landtag „judenfreies“ arisches Vorstandsdirektorium,
Österreich; Regierung Dollfuß verbietet Nationalsozialistische Partei unter Alfred Proksch (>25.7.34)
20.06. Düsseldorf, der afro-dt. Hilarius Gilges wird verhaftet und ermordet (>7.2.35/ 1936/ 24.5.40/ 31.5.40)
21.06. Berlin, „Köpenicker Blutwoche“,
wg. ca. 27 000 Köpenicker SPD- u. KPD-Wahlstimmen soll hier polit.
Widerstand mit Hilfe brutaler
SA-Übergriffe gebrochen werden, nachdem ein SPD-Mitglied zwei in sein
Haus eingedrungene SA-Männer
erschießt wird sein Vater mit einem Bruder in gleicher Nacht von SA-
Männern im Schuppen ihres Hauses
gehenkt (Schütze Anton Schmauch stirbt am 16.1.34 als Folter-
opfer im Polizeikrankenhaus), viele
Köpenicker Wohnungen werden in Folgetagen von der SA durch-
sucht, ca. 500 Menschen werden
verschleppt, gefoltert, ca. 90 - u.a. Erich Janitzky, Paul v. Essen, Dr.
Georg v. Eppenstein, ex-Min. Präs.
Johannes Stelling- werden ermordet) (>27.6.33/ 19.7.50)
22.06. Reichsinnenmin. Dr. W. Frick erklärt SPD zur staats- u. volksfeindlichen Partei mit Verbot der SAJ u.
Schliessung
der Friedrich-Ebert-Stiftung, die
jungen, befähigten und die politischen Kriterien der SPD
erfüllenden Arbeitern Stipendien/Studienbeihilfen gewährte) (>25.6.33/ 6.5.45/ 21./22.4.46/ 23.8.61/
4./5.5.2001),
Deutsche Arbeitsfront-Führer Dr. Robert Ley erklärt „sog. katholische u. evangelische Arbeitervereine
sind als Staatsfeinde zu betrachten…“ (>28.4.34)
23.06. „Kasseler Post“ „Eine Stunde unter Schutzhäftlingen. Besuch im Konzentrationslager Breitenau“,
Berlin, Pfarrerssohn u. Landgerichtsrat Dr. jur. August Jäger (1.3.33 NSDAP) wird Staatskommissar
für die ev. Kirche (enthebt 07.1933 Generalsuperintendent O.Dibelius seiner Ämter, 1934 DEK-
Rechtswalter, 1938 Senatspräs. Kammergericht Berlin, 1939 stellv. Chef Zivilverwaltung Poznan/
Posen/ Wartheland-Gauleiter Greiser’s Stellvertreter;1940 Regierungspräs. u. stellv. Reichsstatthalter
Wartheland, hier nutzt er seine (kirchen)politischen Ansichten gemeinsam mit Arthur Greiser, am
17.6.49 trotz Bischof Dibelius Gnadengesuch u.a. wg. Verbrechen gegen die Menschlichkeit in
Poznan/Posen hingerichtet) (>19.4.34/ 10.7.40/ 16.5.46/ 14.7.46/ 03.1947/ 9.3.57),
SPD-Vorstände Paul Löbe, Max Westphal, Franz Künstler und Paul Szillat kommen in KZ-„Schutzhaft“
24.06. Preußen verbietet als letztes Land die Zeugen Jehovas auf Grund der Verordnung zum Schutze von
Volk und Vaterland vom 28.2.1933 > verfolgte Schüler (>12.12.36/ 31.8.50)
25.06. Verhaftung des jüd. SPD-MdR Ernst Heilmann (nach 7jähriger Odyssee durch Gestapo-Lager und KZ
wird er 1940 im KZ Buchenwald ermordet; Sohn Peter Heilmann wird im Dt. Reich aus politischen und
rassischen Gründen das Studium versagt) > verfolgte Schüler (>11.11.33/ 23./26.5.47/ 3.7.58)
26.06. Gründung „Akademie für Deutsches Recht“ zur Umsetzung
nationalsozialistischen Programms auf
dem Gebiet des Rechts (Rechtsreform im NS-Sinn) (ab 7.1934 öffentl. Körperschaft), Präsidenten:
Dr. Karl Lasch, Dr. Hans Frank, Dr. Otto Georg Thierack, Mitglieder u.a. Prof. Dr. Friedrich Berber, Dr.
Ernst Féaux de la Croix, Prof. Dr. Karl-Maria Hettlage (SS-Hauptsturmführer, Ltr. Amt für Wirtschaft u.
Finanzen des Reichsmin. für Rüstung u. Kriegsproduktion, von 1959-62 u. 1967-69 BRD Staatssekr.),
Prof. Dr. Reinhard Höhn (in der BRD u.a. Präs. der Bad Harzburger Akademie für Führungskräfte der
Wirtschaft), Prof. Dr. Maximilian Mikorey, Prof. Dr. Hans-Carl Nipperday (arbeitet hier am Gesetz zur
Ordnung der nationalen Arbeit; in der BRD jurist. Kommentator, gutachterlicher Arbeitsrechtler, 1954-
63 Bundesarbeitsgerichtspräsident u. die „herrschende Meinung“ Prägender, in der Laudatio zu N.’s
Tod schreibt 1968 CDU-Arbeitsmin. Hans Katzer’s Ministerium „Einer der großen deutschen Rechts-
lehrer ist von uns gegangen. Sein gesamtes Wirken war geprägt von der Kraft schöpferischer Ideen.“)
u. Bankier Kurt v. Schröder)(>30.6.34/ 14.10.36/ 1938/ 19./21.5.39/ 1.4.40/ 1.10.44/ 05.1952/ 20.2.53),
KZ Dachau, Lagerkommandant ist SS-Standartenführer Theodor Eicke (Zitat „Toleranz bedeutet
Schwäche“) Dachau wird Schulungsort für alle KZ SS-Wachverbände, Eicke verfügt daß die sich aus
HJ-Mitgliedern rekrutieren, da sie „als als einzige Soldaten auch in Friedenszeiten Tag und Nacht am
Feind, am Feind hinter dem Draht“ stünden, Wachverbände entscheiden u.a. über Zahl der Ochsen-
ziemerschläge aufs nackte Gesäß auf dem „Prügelbock“ oder das „Baumhängen“ mit auf dem Rücken
zusammengebundenen und an den Handgelenken bis zur Ohnmacht hochgezogener Häftlinge wg.
mangelnder Arbeitsleistung
27.06. Reichsjustizmin. Dr. Franz
Gürtners Amnestiegesetz für Straftaten, die „zur Durchsetzung des
Nationalsozialistischen Staates
begangen wurden“ (>9.12.1949/ 22.2.1954)
28.06. Auflösung Deutsche
Staatspartei (ex-DDP) und Deutsche Nationale Volkspartei
(DNVP-Reichswirt-
schaftsmin. Dr. A. Hugenberg tritt
zurück, bleibt als „Gast der NSDAP“ MdR! Nachfolger ist Allianz-
Versicherungsdirektor und
NSDAP-Mitgl. Nr. 2 651 252 Dr. Kurt Schmitt) (>1.8.34/ 16.10.34/ 18.7.49),
Plön, NAPOLA-Einweihung am
Vertrag-von-Versailles-Jahrestag: „Junge Kameraden! Unser Leben
gilt Deutschland. Die Folgen der
Schanddiktatur haben wir täglich vor Augen…Deutschland ist nicht
frei. Ihr sollt nicht ruhen und
rasten, bis der Vertrag beseitigt ist…auch wenn wir sterben müssen.“
06. Berlin, Edgar Mowrer, Auslandspressevereins-Vorsitz., wird zu Rücktritt und Ausreise gedrängt,
Universität Heidelberg, Sommersemester, Prof. Dr. Viktor v. Weizsäcker: „Auch als Ärzte sind wir ver-
antwortlich beteiligt an der Aufopferung des Individuums für die Gesamtheit. Es wäre illusionär, ja es
wäre nicht einmal fair, wenn der deutsche Arzt seinen verantwortlichen Anteil an der notgeborenen
Vernichtungspolitik glaubte nicht beitragen zu müssen. An der Vernichtung unwerten Lebens oder
unwerter Zeugungsfähigkeit, an der Ausschaltung des Unwerten durch Internierung, an der staats-
politischen Vernichtungspolitik war er auch früher beteiligt.“,
Nürnberg, der 10jährige dt.-jüd. Arno Hamburger wird von Mitschüler als „Judensau“ beschimpft, er
schlägt ihn und muss die Schule verlassen (u. besucht bis 1937 eine jüd. Volksschule, emigriert 1939
nach Palästina, kehrt 1945 als Soldat nach Nürnberg zurück, übersetzt bei den Nürnberger Prozessen
und beginnt danach 1949 eine Lehre) > verfolgte Schüler (>1.2.39/ 6.8.42/ 3.7.45/ 7.10.65),
Ulm, SA- und NSDAP-Mitgl. Ludwig Unselds 9jähriger Sohn Siegfried Unseld wird Mitglied beim
„Deutschen Jungvolk in der Hitler-Jungend“ (der Vater wird SA-Scharführer, später SA-Sturmführer,
der Sohn
wird Fähnleinführer, später Stammführer, erfüllt
die politischen Kriterien nationalsozialis-
tischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus, 1942 Notabitur, bis 1945 Kriegsmarine,
wiederholt
1946 das Abitur, schliesst 1947 erfolgreich eine Buchhandelslehre ab, erfüllt die
finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, studiert
Philosophie in Tübingen, promoviert 1951, trifft u.a. Walter Jens und Martin Walser, wird Mitarbeiter
später Gesellschafter und zuletzt Besitzer von Suhrkamp-Verlag GmbH&Co, KG, engagiert sich seit
1965 u.a. mit Günter Gaus u. Günter Grass für die SPD) (>1.12.42/ 09.1944/ 17.9.44/ 23.5.2001)
29.06. Allianz-Generaldirektor Dr. jur. Kurt Schmitt wird Reichswirtschaftsminister (>5.7.34/ 1.8.34),
Erlaß des preuß. Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volkbildung zur Relegation von („linken“)
Studierenden an preuß. Hochschulen (ähnliche Erlasse folgen reichsweit) >verfolgte Schüler
30.06. Reichskanzlei definiert
Aufgaben des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda
„...zuständig für alle Aufgaben der
geistigen Einwirkung auf die Nation, die Werbung für den Staat,
Kultur und Wirtschaft, der
Unterrichtung der in- und ausländischen Öffentlichkeit...“,
Parteilogo Hakenkeuz und ausgesuchte
Portraits Hitlers werden zur corporate
identity,
die Arbeitslosigkeit beträgt im Reichsdurchschnitt
9,7%,
Köln, Gefängnispfarrer Ernst Flatow
ist der erste wg. nichtarischer Abstammung vom Konsistorium der
rheinischen Kirchenprovinz der ev.
Kirche Entlassene (>11.7.39/ 13.4.42)
01.07. Berlin, SPD-MdR Friedrich Ebert’s Verhaftung (ex-Reichspräs. Ebert’s Sohn, SPD-Redakteur, 1939-
40 Wehrmacht, 1940-45 Reichsverlagsamt, 1945 SPD, 1946 SED-ZK, 1948-67 OBB Ost-Berlin, 1949-
79 AdV, 1950-58 DSF-Präs., -79 Politbüro, 1971 stellv. Staatsratsvors.) (>10.8.33/ 10.1945/ 2.12.49),
Verbot „Friedensbund Dt. Katholiken“ mit Fr. Franziskus Stratmann (Nachkriegszitat: „Fragt man mich
wer mehr Verantwortung dafür trägt daß die Dinge in Deutschland so gelaufen sind, das ½% Gangster
oder die 99% Ordentlichen, so würde ich ohne weiters sagen: diese Ordentlichen…Ich denke z.B. an
die dt. Professoren…deren Umfall…ich 1933 aus größter Nähe miterlebt habe.“) (> 11.11.33/ 06.1945)
02.07. Berlin, Lazaruskirche, Massentrauung ev. Paare, die Männer tragen SA-Uniformen
03.07. Hamburg, Reichsbund
deutscher Beamten-Treffen, Motto: „Erst Deutscher, dann Beamter“ (>20.8.34)
04.07. Braunschweig; SS-Männer ermorden zehn Häftlinge - 7 der Ermordeten sind Kommunisten (>5.4.50)
4./5.7. Auflösung von Zentrumspartei und Bayerischer Volkspartei (als Preis für das Konkordat?) (>20.7.33)
05.07. München, Kardinal Faulhaber
protestiert gegen Verhaftung mehrerer hundert kath. Priester,
NSDAP-Mitgl. Dr.-Ing. Fritz Todt wird
Generalinspektor für das dt. Straßenwesen („Organisation Todt“,
Zitat: „Die deutsche Straße muß der
Ausdruck deutschen Wesens sein.“) (>23.9.33/ 15.4.38/ 28.5.38)
06.07. Universität Freiburg i.
Breisgau, Vortrag von Prof. Dr. Wendelin Rauch: „EUGENIK. Es ist, als ob man
in diesem Namen das tiefste Wort aus
dem Bereich des natürlich Großen und Bedeutungsvollen und
das schlichteste Wort aus dem Bereich
des Guten und Schönen gesucht und zu gesteigerter Tiefe
und Schönheit zusammengesetzt hätte.“
(>10.5.43),
Berlin, Reichskanzler Hitler vor Freunden u.a. „Der Faschismus mag in Gottes Namen seinen Frieden
mit der Kirche machen. Ich werde das auch tun. Warum nicht? Das wird mich nicht abhalten, mit
Stumpf und Stiel, mit allen seinen Wurzeln und Fasern das Christentum in Deutschland auszurotten…
Ob nun Altes oder Neues Testament…alles das ist doch nur derselbe jüdische Schwindel. Es ist alles
eins und macht uns nicht frei…Man ist entweder Christ oder Deutscher…Den Jesus können Sie nicht
zum Arier machen“ (>20.7.33/ 1.4.55/ 10.2.56/ 11.2.58/ 12.12.58/ 13.8.68),
Berlin, Dr. Kurt Schumacher (SPD-MdR)
wird verhaftet (er ist bis 16.3.43 ununterbrochen in Haft, ab
07.1934 im KZ Dachau wo er schwere
Gesundheitsschäden erleidet, 08.1944 wird er wieder verhaftet,
einen Monat im KZ Neuengamme
inhaftiert ehe er entlassen wird) (>12.7.33/ 5.3.46/ 9.5.46/ 19.6.49)
08.07. Preuß. Min.-Präs. H. Göring
ernennt Dirigent Dr. Wilhelm Furtwängler zum Preuß. Staatsrat (Dr. F. ist
seit 6.1933 mit Wilhelm Backhaus,
Georg Kulenkampff u. Max v. Schillings Mitglied d. Kommission zur
Überprüfung der Musikprogramme u.
Konzertvereine, 1934 Reichsmusikkammer-Vizepräs., 1936 wird
er musikalischer Leiter der
Bayreuther Festspiele, dirigiert mehrfach zu Hitlers Geburtstagsfeiern und
zur Eröffnung der
NSDAP-Reichsparteitage Wagners „Meistersinger“ mit dem Ensemble d. Staatsoper
Berlin, am 5.9.1938 -nach Österreich’s Anschluss sogar mit den Wiener
Philharmonikern, Anfang 1945
sucht er bei Schweiz-Tournee Asyl.
Trotz viel Kritik vom Ausland - Alexander Mitscherlich sagt 1946
im Inland über Dr. F. „Soll es mit
den alten Spielern weitergehen?.. Wenn es mit den alten Spielern
weitergehen sollte, dann wäre nichts
gewonnen, dann wäre jedes Opfer umsonst.“ - wird Heidelberg’s
Dr. h.c. F. 1946 entnazifiziert und
1949 wieder (West-)Berliner Philharmoniker-Direktor) (>21.7.33)
09.07. Deutscher Fußball-Bund DFB beschließt einstimmig
Eingliederung in NS-Reichssportführer Hans v.
Tschammer und Ostens
Reichssportkommissariat im Reichsinnenministerium (Zitat DFB-Präsident
und Polizeikommissar Felix Linnemann:
„Wir sind heute stolz darauf, daß sich die Amtswalter des
Deutschen Fußball-Bundes
versammelten, um als erste sportliche Organisation ihre Auflösung zu
beschließen und sich mit allem
lebenden und toten Inventar in den eben gegründeten Reichsverband
für Leibesübungen der NSDAP
einzugliedern.“) (>7.8.33/ 11.1933)
10.07. Lauenburg i. Pommern, Hochschule für Lehrerbildung-Eröffnung, Preuß. Kultusmin. Dr. Rust sagt u.a.
„Die Schule hat sich auszurichten nach dem Geiste unseres großen feldgrauen Heeres u. hat dafür zu
sorgen, daß ein ganzes Volk in seiner Totalität auf diesen Gedanken hin erzogen wird. Meine Herren
Lehrer, Sie sind die SA-Führer der deutschen Volksbildung…“ (>1./5.8.33/ 7.6.34/ 21.8.34/ 1.5.36)
11.07. Berlin, Friedrich-Wilhelms-Universität, 110 Studenten (u.a. Liselotte Herrmann), die einen „Aufruf zur
Verteidigung demokratischer Rechte und Freiheiten“ unterzeichneten, werden von Eugeniker-Rektor
Prof. Dr. Eugen Fischer’s Universität relegiert > verfolgte Schüler (>11.11.33/ 12.6.37/ 11./13.12.81),
Berlin, Reichskommissar Dr. A. Jäger, der Bevollmächtigte für ev. Kirchen L. Müller (beide NSDAP) u.
Vertreter aller Landeskirchen unterzeichnen Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche („Art. 5.
An der Spitze der Kirche steht der lutherische Reichsbischof.“) (>14.7.33/ 23.7.33/ 27.9.33/ 20.3.47)
12.07. Potsdam, Eröffnung
Reichsjugendführerschule zur Hitler-Jugendführer-Ausbildung (>5.8.39/
22.5.46),
„Stuttgarter NS-Kurier“ „…wurde der
berüchtigte Reichstagsabgeordnete Schumacher verhaftet…Mit
Dr. Schumacher ist einer der
schamlosesten sozialdemokratischen Hetzer unschädlich gemacht…“
13.07. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s
Anordnung zur Einführung des Hitlergrußes „Nachdem der Parteienstaat
in Deutschland überwunden ist und die
gesamte Verwaltung im Deutschen Reiche unter der Leitung
des Reichskanzlers Adolf Hitler
steht, erscheint es angebracht, den von ihm eingeführten Gruß allge-
mein als deutschen Gruss
anzuwenden…Die Beamtenschaft muß auch hierin dem deutschen Volke
vorangehen. Deshalb und um eine
gleichmässige Übung innerhalb der Behörden zu gewährleisten,
bitte ich für Ihren Geschäftsbereich
anzuordnen: 1. Sämtliche Beamte, Angestellte und Arbeiter von
Behörden grüßen im Dienst und
innerhalb der dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des
rechten Armes…3. Es wird von den Beamten
erwartet, dass sie auch ausserhalb des Dienstes in
gleicher Weise grüssen. Für meinen
Geschäftsbereich habe ich dementsprechende Anordnung ge-
troffen.“ (zumeist von Zeugen Jehovas
nicht mitgetragene deutsche Leitkultur: „Volksgenosse, trittst
Du ein, soll Dein Gruß ,Heil Hitler’
sein!“) (>19.8.33/ 20.8.33/ 21.12.33/ 24.7.44)
14.07. Reichstag akklamiert Gesetz gegen die Neubildung von Parteien („§1 In Deutschland besteht als
einzige politische Partei die NSDAP“) (seit NSDAP-Gründung haben Frauen kein Recht auf Partei-
mandate, obwohl das passive Wahlrecht für Frauen nun endet protestieren sie nicht),
Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit
(mögl. Widerruf aller Einbürgerungen vom 9.11.18 bis 30.1.33, juristische Grundlage für ca. 39 000
Ausbürgerungen - einschl. im Ausland lebender Oppositioneller, einschl. Vermögensbeschlagnahme,
Innen u. Außenmin. entscheiden über Schicksal der Angehörigen - mittels im „Reichanzeiger“ bis 1945
veröffentlichter ca. Ausbürgerungslisten die zu Verlust von Pensions- u. Rentenansprüchen führen)
(>25.8.33/ 17.7.34/ 8.6.35/ 7.4.45/ 11.5.51/ 16.7.52/ 20.2.67),
Gesetz über die Volksabstimmung (>14.10.33/ 18.3.38),
Gesetz zur Einziehung volks- u. staatsfeindlichen Vermögens (führt u.a. zur Aktien-Beschlagnahme
SPD-eigener „Konzentration AG“-Firmen) (>18.7.33/ 18.11.38/ 6.11.45/ 29.10.46/ 2.12.49/ 03.1994),
Gesetz zur Befragung des Volkes durch den Führer (>12.11.33/ 19.8.34/ 1.3.35/ 18.10.35/ 10.4.38/
30.6.46/ 29.7.54/ 30.7.58/ 6.4.68/ 14.5.90),
Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (schwerer Alkoholismus, Blindheit, Depression,
Epilepsie, manische Depression, schwere Mißbildung, Schizophrenie, Schwachsinn, Taubstummheit,
Veitstanz - Zwangssterilisierung „Erbkranker mit angeborenem moralischen Schwachsinn“ (Kriminelle,
Fürsorgezöglinge, Prostituierte) und „mit angeborenem intellektuellem Schwachsinn“ (u.a. „Intelligenz-
prüfungsbogen“-Zwang f. Hilfsschüler, allen anderen sind weiterbildende Schulen o. Berufsausbildung
untersagt > verfolgte Schüler) - obwohl im Widerspruch zur kath. Lehre der Unverletztlichkeit des
menschl. Körpers unterzeichnet wenig später Kardinalstaatssekr. Pacelli, der spätere Papst Pius XII,
das Konkordat mit dem Dt. Reich - ab 1935 „Trotzschwangerschaft“-Zwangsabtreibung bis 6 Mon.)
(>20.7.33/ 13.8.33/ 6.3.34/ 31.1.35/ 6.7.35/ 9.7.35/ 12.12.35/ 26.6.36/ 14.11.39/ 24.12.41/ 4.3.42/
8.5.45/ 5.11.57/ 2.1.65/ 6.5.74/ 16.11.76/ 3.12.80/ 10.2.86/ 31.10.86/ 25.2.87/ 5.5.88/ 25.8.98),
Gesetz über die Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche (>23.7.33/ 27./31.8.45/ 20.3.47),
Reichsverband evangelischer Taubstummen-Seelsorger Deutschlands: „Ein
Wort an die erbkranken
evangelischen Taubstummen. Die
Obrigkeit hat befohlen: Wer erbkrank ist, soll in Zukunft keine
Kinder mehr bekommen. Denn unser
deutsches Vaterland braucht gesunde und tüchtige Menschen.
Viele Menschen haben von Geburt an ein schweres Gebrechen oder Leiden.
Die einen haben keine
gesunden Hände, Arme, Füße...andere
sind am Geiste so schwach...wieder andere sind blind und Du
selbst, lieber Freund, leidest an Taubheit...Es
gibt taubstumme Kinder deren Vater oder Mutter auch
taubstumm ist...Sie haben das
Gebrechen geerbt. Sie sind erbkrank. Zu diesen Menschen sagt die
Obrigkeit: Du darfst Dein Gebrechen
nicht noch weiter...vererben; Du mußt ohne Kinder bleiben.
Wenn Du an ererbter Taubheit leidest,
bekommst Du wohl eine Vorladung vor das Erbgesundheits-
gericht...Du wirst die Wahrheit
sagen, wenn Du gefragt wirst. Denn so will es Gott von Dir...Vielleicht
bestimmt das Erbgesundheitsgericht:
Du sollst durch eine Operation unfruchtbar gemacht werden...
Sieh, da will die Obrigkeit Dir
helfen. Sie will Dich bewahren vor der Vererbung Deines Gebrechens...
Die Obrigkeit hat befohlen: Niemand
darf über die Unfruchtbarmachung sprechen. Du selbst auch
nicht. Merke wohl: Du darfst zu
keinem Menschen darüber sprechen! Auch Deine Angehörigen nicht!
Und der Arzt, der Richter, sie alle
müssen schweigen! Gehorche der Obrigkeit!...Denke an die Zukunft
Deines Volkes und bringe ihr dieses
Opfer...Vertraue auf Gott und vergiß nicht das Bibelwort: Wir
wissen, daß denen, die Gott lieben,
alle Dinge zum Besten dienen.“ („Die innere Mission“ berichtete
bereits in der Ausgabe 26/1931(!)
über Sterilisierung fordernde evangelische Ärzte und Pfarrer „Träger
erblicher Anlagen, die Ursache
sozialer Minderwertigkeit und Fürsorgebedürftigkeit sind, sollten tun-
lichst von der Fortpflanzung ausgeschlossen
werden.“),
NS-pädagogische Rechenaufgabe: „Der
Bau einer Irrenanstalt erfordert RM 6 000 000. Wie viele
Siedlungshäuser zu je RM 1 500 hätte
man dafür erbauen können?“
14.07. KWG-Präsident u. Nobelpreisträger Prof. Dr. Max Planck an Innenmin. Dr. W. Frick u.a. „Dem Herrn
Reichsminister…beehre ich mich ergebenst mitzuteilen, daß die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur
Förderung der Wissenschaften gewillt ist, sich systematisch in den Dienst des Reiches hinsichtlich der
rassehygienischen Forschung zu stellen.“(>1.1.37/ 10.5.43/ 23.10.44/ 27.6.45/ 26.2.48/ 7./8.6.2001)
14./16..7. Leipzig, NSDAP-Sachsentreffen, Reichskanzler A. Hitler erklärt vor 25 0000 Amtswaltern „Die
Religionen und die Kirchen werden ihre Freiheit behalten…Politik ist aber unsere Sache.“ (>20.7.33/
14.7.45/ 7.10.49/ 19.6.49/ 5.1.55)
15.07. Saarbrücken, jüd. Elternabend mit „Aussprache über die Situation der jüdischen Schulkinder in Saar-
brücken“, wg. des „Schulmartyriums“ der jüd. Kinder halten „Die Teilnehmer des Elternabends…die
Gründung einer jüd. Volksschule…zum frühest möglichen Termin für dringend wünschenswert…Es
mehren sich die Fälle, in denen jüdische Kinder in ihren Klassen, auf dem Schulhofe oder dem
Schulwege groben Gewalttätigkeiten seitens ihrer Mitschüler ausgesetzt sind…“ >verfolgte Schüler
Italien; Rom, Vier-Mächte-Pakt von Ministerpräsident Benito Mussolini sowie den Botschaftern
Ullrich v. Hassell (Dt. Reich), Henry de Jouvenel (Frankreich) u. Sir Ronald Graham (Großbritannien)
unterzeichnet; die Staaten verpflichten sich, alle Anstrengungen zu machen, um im Rahmen des
Völkerbundes eine Politik wirksamer Zusammenarbeit zwischen allen Mächten zur Erhaltung des
Friedens zur Anwendung zu bringen (>14.10.33/ 3.10.35/ 7.3.36)
16.07. „Münchener Illustrierte Presse“ „Frühappell im Erziehungslager - Disziplin erzieht zu gemeinschaft-
licher aufbauender Arbeit“ steht auf der Titelseite unter einem Bild von in Linie angetretenen Männern
mittleren Alters im Konzentrationslager Dachau
18.07. Erlaß zum Studium von Adolf
Hitlers „Mein Kampf“ (>12.3.35/ 4.12.49/ 30.3.53),
„Bekanntmachung – Es ist allgemein
bekannt, daß große Teile des früheren SPD-Vermögens teils ins
Ausland, teils im Inland verschoben
worden sind, um dieses Vermögen dem staatlichen Zugriff zu ent-
ziehen...Sachdienliche Angaben über
bekanntgewordene Vermögensverschiebungen…werden vom
Geheimen
Staatspolizeiamt…Polizeipräsidenten (usw.)…entgegengenommen.“ (>31.5.90/
03.1994/
25.8.98/ 17.1.2000)
19.07. Pfarrer Wilhelm Niemöller, NSDAP-Genosse seit 1923 und Bruder Martin Niemöllers, wird wegen
Verstoßes gegen die Parteidisziplin aus der Partei ausgeschlossen, er prozessiert erfolgreich gegen
den Ausschluß – ein Parteigericht verfügt am 21.9.1934 die Rücknahme des Ausschlusses
20.07. Berlin, Gründung Selbsthilfeorganisation „Reichsverband christl.-dt. Staatsbürger nichtarischer oder
nicht rein arischer Abstammung e.V.“, Vorsitz. Gustav Friedrich/Dr. Richard Wolff (>22.3.35/ 09.1936),
Vatikan; Kardinalstaatssekr. Eugenio Pacelli u. Vizekanzler Franz v. Papen unterzeichnen im Beisein
von NSDAP-Mitgl. Nr.4, MdR u. MinDir Dr. Rudolf Buttmann, ex-Zentrum-Vorsitz. Dr. Ludwig Kaas,
Konsul Dr. Eugen Klee, Monsignores Guiseppe Pizzardo, Alfredo Ottavani und Giovanni Montini
„Konkordat zwischen dem Hl. Stuhl und dem Dt. Reich“ mit Geheim-Annex zur Befreiung kath. Kleriker
von der lt. „Vertrag von Versailles“ verbotenen Wehrpflicht und gegen Verzicht von Politklerikalismus
werden kath. Eigentum, Bekenntnisschulen: „Beibehaltung und Neueinrichtung…bleibt gewährleistet“,
staatl. Kirchensteuereinzug,.bischöfl. Staatsbesoldung nach Treueeid: „Vor Gott und auf die heiligen
Evangelien schwöre u. verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, dem deutschen Reich...
Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von
meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtgemäßen Sorge um das…Interesse des deutschen
Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen Amtes jeden Schaden zu verhüten
trachten, der es bedrohen könnte.“ garantiert (am 30.6.33 sagt Camera Apostolica-Camerlengo u.
Kardinal Pietro Gasparri: „Solange Hitler dem Heiligen Stuhl und den kath. Würdenträgern in Deutsch-
land nicht den Krieg erklärt…sollen der Hl. Stuhl u. die kath. Würdenträger…darauf verzichten die
Hitler-Partei zu verurteilen.“ - am 10.9.33 Tausch der Ratifizierungsurkunden. Prälat Dr. Kaas der im
Reichstag das ,Zentrum’ zum „Ja“ für das „Ermächtigungsgesetz“ führte, setzt ab 8.4.33 seine Karriere
erfolgreich im Vatikan fort, 1934 Kardinalkollegiums-Sekr., 1936 Papstkirche-Vermögensverwalter, er
kehrt bis zum Tod 1952 nie nach D. zurück; E. Pacelli wird >2.3.39 Papst, am >1.7.49 und >28.7.50
Antikommunismus-Dekrete > verfolgte Schüler; v. Papen bleibt Vizekanzler bis zur Röhm-Affäire
1934, vom 28.7.34 bis „Anschluß“ Botschafter in Österreich, 1939-44 Botschafter in der Türkei, 1946
IMT Freispruch, 1947 von dt. Spruchkammer als „hauptschuldig“ (Steigbügelhalter Hitlers) zu 8 Jahren
Haft und Vermögenseinzug verurteilt, 1949 amnestiert, 1959 wieder päpstlicher Geheimkämmerer,
1957 bestätigt das BVerfg das Konkordat als gültiges Recht, 1968 bestätigt das BVerfg Aberkennung
der Berufsoffizierspension v. Papen’s) (>22.7.33/ 24.7.33/ 2.9.33/ 17.9.33/ 2.2.36/ 7.6.36/ 1.4.39/
17.4.39/ 26.7.39/ 2.9.39/ 1.6.40/ 2.8.44/ 22.7.51/ 26.3.57/ 24.7.59/ 28.10.65)
21.07. Bayreuth, Eröffnung der
Wagner-Festpiele mit „Die Meistersinger“, in der Ehrenloge sitzt das NSDAP-
Führerkorps mit Reichskanzler Hitler: „ab
1933 wird Bayreuth in der
Festspielzeit zum Mittelpunkt
europäischer Politik“ (NSDAP-Mitgl. 29 349 Winifred Wagner leitet
die durch massiven Eintrittskarten-
kauf von SA, NSDAP u. -Gliederungen
unterstützten und von Steuern befreiten Festspiele, ab 1940
unterstützt ihr späterer
Schwiegersohn KdF-Reichsamtsleiter Dr. B. Lafferentz die „Kriegsfestspiele“
durch massiven Eintrittskartenkauf
für Soldaten, Rüstungsarbeiter usw.). (>26.12.34/ 1975),
Preuß.-ev. Oberkirchenrat, Erlaß zur
KZ-Seelsorge durch Gemeindepfarrer (>6.2.53/ 1.7.58)
22.07. Kardinal Bertram dankt für die Fuldaer Bischofskonferenz dem „Hochzuverehrenden Herrn Reichs-
kanzler…Dass die harmonische Zusammenarbeit von Kirche und Staat zur Erreichung dieses hohen
Ziels im
Reichskonkordat einen feierlichen Ausdruck u. feste…Grundlinien gefunden hat…“
(>24.7.33)
23.07. Ev. Kirchenwahlen, „Deutsche Christen“ (1931 aus ev. Arbeitsgemeinschaft nationalsozialist. Pfarrer
hervorgegangen) erhalten 70% der Stimmen (das Monatsblatt für Deutsche Christen ist NSDAP-Mitgl.
u. Schriftleiter Walter Grundmann’s „Christenkreuz und Hakenkreuz“) (>6./7.9.33/ 10.12.33/ 9.8.34/
4.4.39/ 6.5.39/ 1958/ 1.7.58/ 10.6.69),
24.07. „Kirchl. Amtsblatt d. Kirchenprovinz Sachsen“ „An den Herrn Reichskanzler. Die Sächs. Provinzial-
synode, die am 24.August 1933 nach ihrer Neubildung in Magdeburg zusammengetreten ist, entbietet
dem Kanzler und Führer des Dt. Reiches dankbar ehrerbietige Grüße!...Die Synode verspricht dem
Führer, nach ihren Kräften dafür zu sorgen, daß die Kirche der Provinz…nach dem Willen des Führers
das Ihre tut…In seinem Dienst steht das evangelische Volk der Lutherprovinz freudig u. bedingungslos
hinter dem Führer! Sie Herr Reichskanzler, haben uns gerufen. Wir stehen stehen an unserer Stelle u.
geloben Ihnen Treue! Gott segne Sie und Ihre Arbeit für Deutschland! Sieg Heil!...“ (> 10.11.83),
„Völkischer Beobachter“ „Anerkennung des nationalsozist. Deutschlands durch die Katholische Kirche“
„Durch die Unterzeichnung des Reichskonkordats ist der Nationalsozialismus in Deutschland von der
kath. Kirche in der denkbar feierlichsten Weise anerkannt worden. Die jahrelange Hetze die gegen die
angebliche Religionsfeindlichkeit der NSDAP getrieben wurde, ist nunmehr von kirchlicher autoritativer
Seite selbst widerlegt worden. Diese Tatsache bedeutet eine ungeheuere moralische Stärkung der
nationalsozialistischen Reichsregierung und ihres Ansehens.“,
München,
Kardinal
„Was die alten Parlamente und Parteien in 60 Jahren nicht fertigbrachten, hat Ihr staatsmännischer
Weitblick in sechs Monaten weltgeschichtlich verwirklicht. Für Deutschlands Ansehen nach Osten und
Westen und vor der ganzen Welt bedeutet dieser Handschlag mit dem Papsttum, der größten
sittlichen Macht der Weltgeschichte, eine Großtat von unermeßlichem Segen.“ (>7.6.36)
26.07. Runderlass von Reichsfinanzmin. Graf Schwerin v. Krosigk zur Auswanderung von Juden nur unter
Erhebung der Reichsfluchtsteuer (>25.08.33),
ev. Generalsuperintendent Otto Dibelius beteuert in einem Schreiben an den preuß. Oberkirchenrat,
er sei seit seinem Studium „im Kampf gegen Judentum und Sozialdemokratie gestanden.“
07. der jüd. deutsche Journalist, Gewerkschafter, SPD-Mitgl. u. Wirtschaftswissenschaftler Fritz Naphtali
wird aus der Haft entlassen und emigriert nach Palästina (>30.3.54),
die jüd. deutsche Philosophin Hannah Arendt wird wg. illegaler Tätigkeit - der Dokumentation anti-
semitischer Äußerungen für die Zionistische Vereinigung für Deutschland - von der Gestapo verhaftet,
(im August flieht H. Arendt über CSR u. Schweiz nach Frankreich, 1941 flieht sie nach Internierung im
franz. Lager Gurs über Portugal in die USA) (>28.8.33/ 05.1940/ 10.1940/ 11.1949/ 11.4.61/ 17.6.93),
26./31.7. Stuttgart, 15.Deutsches Turnfest (Ehrengast unter den 600 000 Besuchern ist - auf Einladung
Dr. E. Neuendorff’s – Reichskanzler Adolf Hitler) (>24./31.7.38)
27.07. Cuxhaven, der dt. jüd. Oskar Danker und seine nichtjüd. Freundin Adele werden mit Schildern „Ich
nehm als Judenjunge immer nur deutsche Mädchen mit aufs Zimmer“ und „Ich bin im Ort das größte
Schwein und laß mich nur mit Juden ein“ fotografiert, ähnliches geschieht in vielen Städten („Ich habe
ein Christenmädchen geschändet“ „Ich bin ein Rassenschänder…“ „Ich blonder Engel schlief bei
diesem Judenbengel…“) (>7.8.35)
29.07. München, Bekanntmachung d.
Kommandeurs der Bayerischen Politischen Polizei, Heinrich Himmler:
„Um in Obersalzberg während des
Aufenthalts des Herrn Reichskanzlers den Straßenverkehr in
Ordnung zu halten, wird folgendes
verfügt: I. Straßenbenützung A. Straße Berchtesgaden–Obersalz-
berg. Die Straße dürfen nur folgende
Fahrzeuge befahren: 1. Der Wagen des Herrn Reichskanzlers
und die Fahrzeuge, die zur
unmittelbaren Begleitung gehören. 2. Die Fahrzeuge von Regierungsmit-
gliedern. 3. Die Fahrzeuge der
Bayerischen Politischen Polizei u. des Bezirksamtes Berchtesgaden...
II. Es wird von der Bevölkerung
erwartet, daß sie im Interesse der Erholung des Volkskanzlers...dazu
beiträgt, dem Volkskanzler den
Aufenthalt in Obersalzberg so angenehm als möglich zu gestalten. Es
ist notwendig, daß jeder unnötige
Lärm...zu unterbleiben habe(n)...“ (abertausende Deutsche pilgern
jährlich zum Urlaubsort Hitlers um
ihn oder sein Domizil zu sehen!), 1935 beginnt ein Millionen RM
teurer Geländeumbau, vom 1900 m hohen
„Kehlstein“ bis ins Tal werden ca. 1000 ha z.T. zwangs-
weise aufgekauft oder enteignet
(>26.5.1952; nach 1945 erhalten die wenigsten Alteigner ihr Land
zurück, die „öffentliche Hand“
veräußert ihre Grundstücke an Dritte), Hitlers altes „Haus Wachenfels“
wird zum neuen großen „Berghof“, das
„Moosländer Teehaus“ und der „Gutshof Obersalzberg“ werden
gebaut, ein pompöses Berghotel
ersetzt den alten „Platterhof“ u. auf dem „Kehlstein“ wird am 16.9.38
das RM 30 000 000 teuere, über einen
130m langen Stollen u. einen 130m hohen Aufzug erreichbare
Teehaus „Adlerhorst“ eingeweiht. Im
„Führergebiet“, mit einem 14km langen hohen Zaun gesichert,
haben auch NSDAP-Parteikanzleileiter
u. Führersekr. Bormann, Reichspropagandamin. Dr. Goebbels
sowie Reichsluftfahrtmin. und
Reichsmarschall Göring ihre Villen (>5.5.1960),
NSDAP-Reichsjugendführer Baldur v.
Schirach verbietet Doppelmitgliedschaft in Hitler-Jugend und in
einem bündischen o. kirchlichen Jugendverband (gleichzeitig wird der Druck der HJ beizutreten durch
Androhung von Nachteilen auf die Kirchenjugend verstärkt. In Herzogenrath bei Aachen erklärt z.B.
die örtliche HJ-Führung den Eltern, wer nicht der Hitler-Jugend angehört habe, könne später „nicht in
die deutsche Volksbewegung eintreten". Die Folge sei, „daß er demnach auch keine öffentliche Stelle,
keine
Staatsstelle und dergleichen bekleiden kann" .
> verfolgte Schüler,
„Deutsches Ärzteblatt“ veröffentlicht
Anordnung zur Zusammenarbeit arischer und nichtarischer Ärzte
29./30.7. Eisenach, Gründung völkischer Arbeitsgemeinschaft Deutsche Glaubensbewegung unter Prof.
Jacob Hauer
und Graf Reventlow (Mitgliedschaft bedingt Kirchenaustritt (>17.10.33/
26.4.35/ 28.8.37)
31.07. Reichsinnenministerium, 26
789 Menschen befinden sich in „Schutzhaft“(-Lagern)
1./5.8.
Pädagogisch-psychologisches Institut München, Tagung „Erziehung im
nationalsozialistischen Staat“,
Bayerns NSDAP-Kultusminister
u. NS-Lehrerbund-Reichswalter Hans Schemm erklärt. „Der National-
sozialismus kam zum Siege durch sein
begeistertes Bekenntnis zur Totalität. Und wir werden des-
wegen nicht nachgeben, bis auch…die, welche
nicht wollen, aus irgendwelchen Gründen weggestor-
ben sind.“ (Zitat Schemm
„Nationalsozialismus ist politisch angewandte Biologie“) > verfolgte Schüler
04.08. Berchtesgaden, A. Hitler empfängt Sosthenes Behn, Gründer des US-Konzern ITT; Kurt v. Schröder
(ein Keppler-Kreis-Initiator, NSDAP- u. Freundeskreis Reichsführer SS-Mitgl.) erhält RM 250 000 Auf-
sichtsratsmandat in ITT’s Standard-Elektrizitäts-Gesellschaft (1938 erwirbt ITT 28% von Focke-Wulf),
KZ Breslau-Dürrgoy, ex-SPD-Reichstagspräs. Paul Löbe wird eingeliefert (>7.9.49/ 13.6.50/ 20.6.91)
07.08. Deutscher Fußball-Bund DFB führt „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“ ein (>11.1933),
b. Detmold, SPD-„Volksblatt“-Redakteur Felix Fechenbach wird bei „Schutzhaft“-Transport ermordet
10.08. KZ Oranienburg, SPD-MdR Friedrich Ebert wird hier acht Monate inhaftiert
13.08. „Germania“ (kath. Zentrum-Zeitung) „Restlos als christlicher Sittlichkeit entsprechen können wir
Katholiken das (Sterilisierungs-)Gesetz nicht bezeichnen; hierin haben der Papst und die deutschen
Bischöfe zu klar gesprochen; sie haben die chirurgische Unfruchtbarkeit als unsittliches Mittel der
Eugenik verworfen und für das katholische Gewissen unerträglich erklärt. Gleichwohl haben die
deutschen Bischöfe selbst an dem früheren Gesetzentwurf einiges Gute anerkannt; da das Gesetz
selber nun dem Entwurf gegenüber bedeutend verbessert ist, werden Katholiken also das Gute daran
auch künftig anerkennen dürfen, ohne sich grundsätzlich zum ganzen Inhalt des Gesetzes zu be-
kennen.“ (Author ist Prof. Dr. Josef Mayer, er schrieb das Buch „Gesetzliche Unfruchtbarmachung
Geisteskranker“, Zitate aus diesem Buch mit Imprimatur (bischöfliche Druckerlaubnis): „Die Geistes-
kranken, die moralisch irren und andere Minderwertige haben ebenso so wenig ein Recht, Kinder zu
erzeugen, als sie ein Recht haben, Brand zu stiften.“ „Erblich belastete Geisteskranke befinden sich in
ihrem Triebleben auf der Stufe der unvernünftigen Tiere.“ „Wenn darum ein Mensch der ganzen
Gemeinschaft gefährlich ist und sie durch irgendein Vergehen zu verderben droht, dann ist es löblich
und heilsam, ihn zu töten damit das Gemeinwohl gerettet wird.“),
Nürnberg, dt. Herrenmenschen scheren einem Mädchen die Kopfhaare und zwingen sie ein Schild
„Ich habe mich mit einem Juden eingelassen“ zu tragen (>7.8.35/ 4.2.41) deutsche Gerechtigkeit
Trier, Heilig-Rock-Wallfahrt, der kath Gesellenverein-Generalsekr. Dr. Johannes Nattermann sagt vor
Teilnehmern der kath. Gesellenwallfahrt u.a. „Der Gesellenverein und die NSDAP haben das gleiche
Ziel: die Einheit des deutschen Volkes....Ich wäre glücklich, wenn aus echten treuen Kolpingssöhnen
ebenso treue SA- und SS-Männer würden.“ (>7.10.51)
16.08. Preußischer Innenminister Hermann Göring erläßt Verbot der „Vivisektion an Tieren aller Art für das
gesamte preußische Staatsgebiet“
17.08. NSDAP-Pressestelle: „Der Ministerpräsident hat die zuständigen Ministerien beauftragt, ihm
unverzüglich ein Gesetz vorzulegen, nach dem die Vivisektion mit hohen Strafen belegt wird. Bis
zum Erlaß dieses Gesetzes werden Personen, die trotz des Verbotes die Vivisektion veranlassen,
durchführen oder sich daran beteiligen, ins Konzentrationslager abgeführt.“ (>14.11.33/ 17.5.2002)
18.08. Berlin, 10.
Funkausstellung, Propagandaminister Dr. Goebbels stellt „Volksempfänger“ für RM
76 vor
(Werbetext: „Ganz Deutschland hört
den Führer mit dem Volksempfänger“), im Ausstellungskatalog ist
zu lesen: „...die nationalsozialistische
Revolution hat sich mit einem Griff des Rundfunks bemächtigt...
Im Vollzug der
nationalsozialistischen Revolution sind die Ausschüsse des Rundfunks und
ähnliche
Einrichtungen überwunden...Der Staat
bestimmt durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und
Propaganda den Willen und den Weg.
Seitdem der Herr Reichsminister Dr. Goebbels die Gleichschal-
tung des Propagandaapparates der
NSDAP mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Pro-
paganda vollzogen hat, sind die ersten
großen Voraussetzungen für ein neues nationalsozialistisches
Staatswesen geschaffen.“ Verfasser ist Horst Dreßler-Andres („entnazifiziert“ wird er 1950 Intendant
des DDR-Landessenders Weimar, später Mitarbeiter im Büro des Nationalrates der Nationalen Front)
19.08. Großbritannien; London, White City, bei Athletikturnier salutiert dt. Nationalmannschaft mit Hitler-Gruß
20.08. Berlin-Neukölln, kath. Jugendtag, Dr. Erich Klausener, Prälat Georg Puchowski, Generalvikar Paul
Steinmann, Prälat Weber und viele andere Kleriker grüßen die Jugendlichen mit dem Hitler-Gruß,
„Breslauer Neueste Nachrichten“ „Polizeiaktion gegen Kommunisten in Oberschlesien“,
22.08. KZ Dachau, Franz Stenzer (KPD-ZK) wird erschossen
25.08. Dt. Reich u. Zionistische Vereinigung für Deutschland unterzeichnen „Haavara-Abkommen“ (auf Basis
„Menschen gegen Waren“ zahlen dt. Juden hr Vermögen auf Treuhandkonten ein, jüd. Organisationen
kaufen im Dt. Reich davon dt. Waren für Palästina u. Ausreisewillige erhalten das zur Einwanderung in
Palästina nötige „Vorzeigegeld“ u. Startkapital, bis 1940 emigrieren ca. 50 000 jüd. Deutsche mittels
Transfer von ca. RM 140 000 000 nach Palästina (>18.5.34/ 1.2.39/ 17.5.39/ 23.10.41),
Erste Ausbürgerungsliste mit 33 Namen u.a. SPD-Politiker Dr. Rudolf Breitscheid, Albert Grzesinski,
Philipp Scheidemann, Max Sievers, Otto Wels; KPD-Politiker Wilhelm Pieck, Fritz Heckert, Max Hölz,
Willi Münzenberg; die Publizisten Dr. Lion Feuchtwanger (11.1933 erkennt ihm die Uni. München den
Doktortitel ab, 1953 DDR-Nationalpreisträger 1 Kl., 1954 DDR-Ehrendoktor), Emil Gumbel, Berthold
Jacob, Heinrich Mann, Alfred Kerr, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Pol.-Vizepräs. Bernhard Weiß, Dt.Liga
für Menschenrechte-Gen.Sekr. Kurt Grossmann (>29.3.34/ 9.3.35/ 17.11.43/ 7.4.45/ 20.2.67/ 28.4.84)
26.08. Kultusmin. Dr. Rust’s Erlaß zur „Pflege der Beziehungen der Schule zur Hitlerjugend“ (u.a. Be-
nennung von HJ-Vertrauensmann) (>30.7.34/ 19.12.48/ 17./18.1.51) > verfolgte Schüler
27.08. Reichsgesetz zur Befreiung des Reichspräsidenten v. Hindenburg von Reichs- und Landessteuern u.
Dotation/Schenkung der Domäne Langenau und des Forst Preußenwald (1351 ha) bei Gut Neudeck,
der kommissar. preuß. Innenmin. H. Göring sagt bei Übergabe der in kostbarem Leder gebundenen
Schenkungsurkunde mit preuß. Staatswappen u. dem Spruch „Gott mit uns“ „…übereignet Preußen in
Ehrfurcht und Dankbarkeit als eine Schenkung des Landes die Domäne Langenau u. Forst Preußen-
wald zur dauernden Vereinigung mit dem angrenzenden Altbesitz Neudeck…“ (hinzu kommt wenig
später über RM 1 000 000 für die Instandsetzung der Domäne Langenau) (>1.7.34/ 8.8.34/ 20.1.45)
08. „Volk und Rasse“ (Ausgabe Nr. 8) „Der preußische Staat gibt jährlich
an RM aus für einen: Normalen
Volksschüler=125; Hilfsschüler=573;
Geisteskranken=950; blind- oder taubgeborenen Schüler=1500“,
Borkum, deutsches
Leitkultur-Borkum-Lied: „Und wer Dir naht mit platten Füssen, die Nase krumm,
die Haare kraus, der soll nicht
Deinen Strand geniesen, der muß hinaus, der muß hinaus“;
Norderney, Schilder in Tanzlokalen
„Die deutsche Frau tanzt mit keinem Juden“ (Ende ’33 - nachdem
der jüd. Hotelbesitzer Julius
Hoffmann vergeblich gegen Norderneys Lokalpolitiker vorm Landgericht
klagte - verkündet die Kurverwaltung
„Nordseebad Norderney ist judenfrei“; andernorts gibt es
Schilder wie „Juden sind in der
Gemeinde Blossersberg nicht erwünscht! Wer den Juden kennt, kennt
den Teufel!“ „Juden sind in
Behringersdorf nicht erwünscht“) (>10.2.53/ 24.1.2001)
28.08. Magistrat Unna verbietet jüd. Deutschen den Besuch des städtischen Schwimmbades Bornekampstr.
30.08. Tschechoslowakei; Marienbad, sudetendeutsche Nazis ermorden Prof. Dr. Theodor Lessing
30.8./3.9. Nürnberg, NSDAP-,Reichsparteitag des Sieges’, Aufmarsch von 100 000 SA-, SS- und Stahlhelm-
Mitgl., 150 000 Amtswaltern u. 70 000 Hitlerjungen; Hitler u. Röhm nehmen „Herbstparade der SA“ ab
(die SA war 1932 mit ca. 420 000 Mitgl. stärker als die Reichswehr -1934 sind es ca. 4 200 000 Mitgl.,
dann sinken die Zahlen), Hitler spricht vom „Dritten Reich“ (NSDAP-Pressechef Dr. Otto Dietrich be-
schwichtigt am 31.8. u.a.: „Über das neue Deutschland der Diszilin und Autorität herrscht kein Kaiser
oder kein König, kein Despot oder Tyrann.“), es spricht u.a. auch der Leiter des Aufklärungsamts für
Bevölkerungspolitik u. Rassenpflege Dr. Walter Groß (1934 Rassenpolit. Amt der NSDAP), am letzten
Abend inszeniert Reichsbühnenbildner, Ordens- u. Diplomatenuniformengestalter Benno v. Arent ein
Großfeuerwerk, Leni Riefenstahl dreht ersten NSDAP-Parteitagsfilm „Sieg des Glaubens“ (>10.9.33/
1.12.33/ 26.1./10.2.34)
01.09. Karlsruhe, neuer Leiter im
badischen Landeskriminalpolizeiamt ist Paul Werner (1928 Staatsanwalt,
1932 Amtsgerichtsrat Lörrach,
1.5.1933 NSDAP) (>30.5.37),
München, neuer
Oberlandesgerichtspräs. ist Georg Neithardt (er führte 1924 als
Landgerichtsdirektor
den Hochverratsprozeß gegen Hitler u.
dessen Bürgerbräu- u. Feldherrenhalle-Mitstreiter, fällte milde
Urteile und lies Hitler gegen den
zwingenden Wortlaut von § 9 Republikschutzgesetz nicht ausweisen.
1950 wird „Hauptschuldiger“
Neithardts Nachlass eingezogen, 1951 wird das Urteil aufgehoben und
dt. Steuerzahler zahlen Witwe
Wilhelmine bis zum Tod 1992 zudem eine generöse Pension)(>13.2.85)
02.09. Breslau, Kardinal Bertram schreibt an Kardinalstaatssekr. Pacelli u.a. „…groß ist überall der Druck auf
die einzelnen Mitglieder…In allen Zweigen des wirtschaftlichen Lebens werden sie zurückgesetzt…
überall werden die Lehrer gedrängt, die Schüler zur Hitler-Jugend zu führen…peinlich berührt das
Verbot an die Hitler-Jugend, gleichzeitig zum katholischen Verein zu gehören…unsere Sorge ist um
diejenigen katholischen Beamten und Angestellten, die aus Dienst und Anstellung entlassen werden,
weil sie national als unzuverlässig bezeichnet werden…“ (E. Pacelli wird 1939 Papst Pius XII, 1949/50
für Antikommunismus-Dekrete mitverantwortlich) > verfolgte Schüler (>2.3.39/ 1.7.49/ 28.7.50),
UdSSR und Italien (obwohl B. Mussolini’s faschistischer Regierung durch ital. Diplomaten in Charkow
u. Odessa die Ursachen für Millionen Tote bei der großen Hungersnot 1932/33 bekannt sind) unter-
zeichnen Freundschafts-, Neutralitäts und Nichtangriffspakt (>22.6.41)
5./6.9. Berlin, ev. Synode d. Altpreußischen Union beschliesst Gesetz betr. die Rechtsverhältnisse der Geist-
lichen und Kirchenbeamten (mit rassistisch. Arierparagraphen zum Ausschluß aller nichtarischer Ab-
stammung o. mit einer Person nichtarischer Abstammung Verheirateter - später wird unter Führung
R. Bultmann’s und H. v. Soden’s eine gegen den Arierparagraphen gerichtete abweichende Erklärung
„Neues Testament und Rassenfrage“ verfasst die für Juden und Heiden nur Glaube und Taufe zur
Kirchenzugehörigkeit bestimmt u. u.a. von den Professoren der neutestamentarischen Wissenschaft
W. Brandt, K. Deißner, A. Deißmann, K. Heim, J. Jeremias, A. Jülicher, H. Lietzmann, E. Lohmeyer,
W. Lütgert, A. Oepke und K. Schmidt unterschrieben wird) (>12.9.33/ 27.9.33/ 13.11.33/ 15.2.46)
10.09. „Wochenschau“ Beilage v. „Düsseldorfer Nachrichten“ „Der Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg
Der Massenaufmarsch der SA, SS und des
Stahlhelms als Schlußkundgebung“
11.09. „Für die Lippische Landeskirche ordnen wir hiermit folgendes an: 1. Sämtliche Pfarrer, Beamte,
Angestellte der Landeskirche sowie der Kirchengemeinden grüßen im Dienst und innerhalb der
dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des rechten Arms. 2. Es wird von allen erwartet,
daß sie auch außerhalb des Dienstes in gleicher Weise grüßen...Der Landeskirchenrat; gez. Corvey,
Weber, Josephson, Thelemann, Meyer, Toelle, Ruperti”
12.09. Sachsen, ev. Landesbischof Otto Koch am Sarg von „Handbuch zur Judenfrage“-Hg. Theodor Fritsch:
„...ich habe auch gemerkt wie dieser Mann das Wesen des Christentums im Kampf gegen das Juden-
tum erkannt hat, den wesentlichen Unterschied zwischen Christen- und Judentum. Goethe hat das
bekannte Wort geprägt: Der eigentliche Sinn des Lebens sei der Kampf zwischen Glaube u. Unglaube
..., der eigentliche Sinn der Weltgeschichte ist der Kampf zwischen Christentum und Judentum...“,
Thüringen, Gesetz über die Stellung der kirchl. Amtsträger „Der Landeskirchenrat hat…beschlossen:
§1 Als Pfarrer, Hilfspfarrer o. Beamter der Thür. Ev. Kirche o. einer Kirchengemeinde darf nur berufen
werden, wer die Gewähr bietet, daß er rückhaltlos für den nationalen Staat eintritt…Nicht berufen
werden darf, wer nichtarischer Abstammung oder wer mit einer Person nichtarischer Abstammung
verheiratet ist. §2 Wer als Pfarrer, Hilfspfarrer o. Beamter im Dienst der Thür. Ev. Kirche o. Kirchen-
gemeinde steht, kann in den Ruhestand versetzt oder sofern er noch nicht unwiderruflich angestellt ist,
entlassen werden, wenn nach seinem Verhalten zu befürchten ist, daß er nicht rückhaltlos für den
nationalen Staat eintritt...“ gez. Landesbischof Wilhelm Reichardt (>1.5.39/ 18.8.64/ 2./6.7.71),
Deutsche Adelsgenossenschaft DAG (die Pflege der Rassenfrage als Aufgabe versteht, seit 1928 für
das „Eiserne Buch Deutschen Adels Deutscher Art" EDDA verantwortlich) verschärft ihren 1920 einge-
führten („Wer unter seinen Vorfahren im Mannesstamm einen nach dem Jahre 1800 geborenen Nicht-
arier hat oder zu mehr als ¼ anderer als arischer Rasse entstammt oder mit jemand verheiratet ist, bei
dem dies zutrifft, kann nicht Mitglied der DAG werden.“) Arierparagraphen und beruft prominente
nationalsozialistische Standesvertreter in den Vorstand (am 16.9.33 schreibt DAG-Adelsmarschall
Adolf zu Bentheim-Tecklenburg im „Deutsches Adelsblatt“ „An den reinblütigen deutschen Adel“),
München, Uraufführung des
Propagandafilms „Hitlerjunge Quex“ (mit Heinrich George, Heini Völker
u.a.), Reichsjugendführer Baldur v.
Schirach schreibt HJ-Fahnenlied für Film „Hitlerjunge Quex“:
„Vorwärts! Vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren.
Vorwärts! Vorwärts! Jugend kennt keine Gefahren.
Deutschland, du wirst leuchtend stehen, mögen wir auch untergehn
Ist das Ziel auch noch so hoch, Jugend zwingt es doch!
Unsre Fahne flattert uns voran, in die Zukunft ziehen wir Mann für Mann.
Wir marschieren für Hitler durch Nacht und Not, mit der Fahne der Jugend, für Freiheit und Brot.
Unsre Fahne flattert uns voran. Unsre Fahne ist die neue Zeit.
Und die Fahne führt uns in die Ewigkeit. Ja, die Fahne ist mehr als der Tod!
Jugend! Jugend! Wir sind der Zukunft Soldaten.
Jugend! Jugend! Träger der kommenden Taten.
Ja, durch unsre Fäuste fällt, was sich uns entgegenstellt.
Jugend! Jugend! Wir sind der Zukunft Soldaten.
Jugend! Jugend! Träger der kommenden Taten.
Führer! Dir gehören wir, wir Kam’raden dir.“
13.09. Reichsnährstand-Gründung mit Zwangsmitgliedschaft aller an Agrarprodukt-Erzeugung u.-Absatz Be-
teiligter unter Reichsbauernführer Richard Walter Darré (Autor „Neuadel aus Blut und Boden“ und
„Das Schwein als Kriterium für nordische Völker und Semiten“) (>30.1.35/ 9./12.7.52),
Winterhilfswerk-Gründung (Zitat von Gauleiter und „Frankenführer“ Julius Streicher „Wir haben das
Christentum der Tat verwirklicht. Das Winterhilfswerk ist das christlichste Werk, Deutschland das
christlichste Volk.“) mit Erlaß zum RM 0,50-Eintopfsonntag für alle am 1.Sonntag der Monate Okt.-
Mai, die Ersparnis zum normalen Sonntagsessen sind dem Winterhilfswerk zu spenden, NSV-Leiter
Erich Hilgenfeldt wird WHV-Reichsbeauftragter (ab 1935 werden 10% der Einkommenssteuer ein-
behalten) (>3.4.35/ 3.10.35/ 8.3.91),
Staatskommissar und preuß. Kultusmin. Dr. Rust`s erster Erlaß zu „Vererbungs- und Rassenlehre in
den Schulen“ als Pflichtfach (gilt ab 15.1.35 für das gesamte Deutsche Reich) > verfolgte Schüler,
Hansestadt Hamburg, 9.Deutscher Diakonentag sendet „Huldigungsgruß“ an A. Hitler: „Dem Führer
unseres Volkes u. Retter unseres Vaterlandes vor dem Untergang im Bolschewismus senden tausend
Diakone...namens der gesamten Deutschen Diakonenschaft das Gelöbnis alter deutscher Mannes-
treue und des Einsatzes aller ihrer Kräfte für Aufbau u. Vollendung des Dritten Reiches.“ Der Berliner
Landesbischof Ludwig Müller verkündet „daß in Zukunft keiner auf die Kanzel kommt, der nicht das
Volk verstehen gelernt hat, der im Arbeitsdienst, in der SA oder bei den Soldaten gelernt hat, sich...
zusammenzureißen.“ Oberkonsistorialrat Friedrich Peter sagt in seiner Festrede: „Diakonie muß, wie
die SA das Soldatentum des Dritten Reiches ist, das Soldatentum der Kirche sein.“, Pfarrer Horst
Schirrmacher sagt u.a. „...evangelische Diakonie (ist) Dienst und Kampf. Wir grüßen Euch alle als die
SA Jesu Christi und die SS der Kirche, ihr wackeren Sturmabteilungen und Schutzstaffeln im Angriff
gegen Not, Elend, Verzweiflung und Verwahrlosung, Sünde und Verderben...Evangelische Diakonie
u. Nationalsozialismus gehören in Deutschland zusammen...Der echte Nationalsozialist ist Protestant
und der echte deutsche Protestant ist Nationalsozialist.“ Die Diakone singen das Horst-Wessel-Lied:
Die Fahne hoch! Die Reihen dicht geschlossen!
SA marschiert mit ruhig festem Schritt.
Kameraden, die Rotfront und Reaktion erschossen,
marschier’n im Geist in unseren Reihen mit.
Die Straße frei den braunen Bataillonen!
Die Straße frei dem Sturmabteilungsmann!
Es schau’n aufs Hakenkreuz voll Hoffnung schon Millionen,
der Tag für Freiheit und für Brot bricht an. usw. usf. (>20.11.36/ 24.12.36)
14./20.9. Großbritannien; London, eine Internationale Kommission zur Untersuchung d. Reichstagsbrandes,
ein Juristenkolleg unter Ho Chi Minh-Anwalt Dennis N. Pritt, tagt als Reichstagsbrand-Gegenprozess
und urteilt v. d. Lubbe sei kein Alleintäter, es bestehe der schwere Verdacht, daß NS-Kreise die
Brandstiftung veranlassten, Kommunisten nicht schuldig sind und die Reichstagsbrand-Verordnung
ungültig ist (1954 erhält Pritt den Stalin-Friedenspreis) (>21.9./23.12.33/ 10.11.59/8.4.60/ 8.9.63)
15.09. „Germania“ (kath. Zentrums-Zeitung) berichtet über Eröffnung des neuen preußischen Staatsrats:
„Im geistlichen Kleid schritt an der Spitze der Bischof von Osnabrück, Dr. Hermann Wilhelm Berning…
Dann brachte der Ministerpräsident (Hermann Göring) ein dreifaches ,Sieg Heil‘ auf den Führer aus
und die Versammlung sang stehend das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied, das auch von Bischof
Berning und den übrigen kath. Geistlichen mit erhobener Hand gesungen wurde.“,
UdSSR beendet militärische Zusammenarbeit mit Dt. Reich einschl. Übungen auf sowjet. Territorium
09. ev. Pastoren gründen Pfarrernotbund - später Teil der „Bekennenden Kirche“ (Staatspolizei-Bericht
v. 18.9.34: „Bei den dem Notbund angehörenden Pfarrern handelt es sich z.T. um reaktionäre Kräfte,
z.T. aber auch um Persönlichkeiten, die rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten und
sich dagegen wehren, daß ihre Gegnerschaft geg. den Reichsbischof u. geg. die ,Deutschen Christen‘
als Stellungnahme geg. den Nationalsozialismus ausgelegt wird.“) (>24.3.34/ 20.11.36/ 19.3.37),
Ostpreußen, Flugblatt der Bekennenden Kirche: „Wir sagen ,Ja’ zum Hakenkreuz, dem Siegeszeichen
Adolf Hitlers, dem Siegeszeichen des Nationalsozialismus, dem Zeichen der Hoffnung unsres
geeinten Deutschen Reiches. Gern und freudig flaggen wir unsre Häuser und Kirchen mit der Haken-
kreuzfahne und bezeugen damit vor aller Welt: Wir folgen dem Führer! Wir gehorchen dem Führer als
unsrer gottgegebenen Obrigkeit!“,
Herrlingen,
Landschulheim, der 12jährige Wolfgang Leonhard (er erfüllte die politischen Kriterien
kommunistischer Begabtenförderung, 1931 Karl-Marx-Gymnasium Berlin, KPD-„Junger Pioner“ –
zeitgenössisches JP-Frage/Antwort-Spiel: „Wer hat uns verraten?“ Antwort: „Die Sozialdemokraten“
„Wer macht uns frei?“ Antwort: „Die Kommunistische Partei“) wird von Mutter Susanne L. an das
Viggbyholm-Internat Schweden geschickt (1935-37 Karl-Liebknecht-Schule Moskau, „Junger Pionier
der Sowjetunion“, 1940-43 Studium in der UdSSR, 1943-45 NKFD) (>12./13.7.43/ 8.5.45/ 13.3.49),
Herrlingen, Anna Essinger schliesst ihr Landschulheim, mit 66 verfolgten Schülern u. Lehrern geht
sie nach Großbritannien u. eröffnet am 5.10. in Kent die „New Herrlingen Bunce Court School“)
(>09.1938/ 16.11.38)
17.09. Berlin, St.
Hedwigs-Kathedrale, von der NSDAP am 23.8. angeregter kath. Dankgottesdienst
zur
Konkordatsratifizierung wird vom
Apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo, Kapitularvikar Dr. Paul
Steinmann und Domprediger Pater
Marianus Vetter in Anwesenheit der Repräsentanten von Reichs-
regierung, NSDAP, SS und SA
zelebriert, sie singen das „Te Deum“
und vor der mit kath. und NS-
Fahnen geschmückten Kathedrale singen
Tausende die Nationalhymne und das Horst-Wessel-Lied;
Bamberg, Erzbischof Jacobus Hauck
ordnet für Pfarrgemeinden seine Diözese ein „Te
Deum“ zum
Dank an Gott für den Abschluß des
Reichskonkordats…in dem sich Staat und Kirche einträchtigem
Zusammenwirken gefunden haben.“,
Berlin, Gründung „Reichsvertretung der deutschen Juden“ unter Dr. Leo Baeck (>10./16.9.35),
Düsseldorf-Kaiserswerth, Diakonissenanstalt, Hundertjahr-Feier, Ansprache von Pastor Walter Jeep
(Innere Mission) u.a.: „...rechte evangelische Menschen (seien eigentlich die), die den Totalitätsan-
spruch dieses neuen Deutschen Reiches nicht nur am besten verstehen können, sondern auch am
echtesten, treuesten zu verwirklichen fähig sind.“ Nach einer „Hitlerfahnen-Weihe im Kindergarten“
des Diakonissen-Stammhauses, Hakenkreuzfähnchen schwenkend und die „Fahne hoch!“ singend
marschieren über hundert kleine „Vaterlands- und Hitleranhänger“ durch Kaiserswerth. „Das Herz
konnte einem aufgehen bei dem lieblichen Bild und der hellen Begeisterung von Deutschlands
jüngster Zukunft. Gleich an der ersten Straßenecke begegneten wir einem SA-Führer. Der Mann
grüßte freundlich und mit todernsten Gesichtchen streckten sich über 100 Ärmchen zum Gegengruß.“
21.09. Berlin, Reichskanzler
Hitler ruft „Arbeitschlacht“ zur Verminderung der Arbeitslosigkeit aus (Bereit-
stellung weiterer RM 500 000 000 für
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen)
21.9./23.12. Leipzig, Reichsgericht, Reichstagsbrand-Prozeß geg. ,van der Lubbe u. Genossen’ (Genossen
sind die bulgar. Kommunisten Georgi Dimitroff, Blagoi Popoff, Wasili Taneff, KPD-MdR Ernst Torgler),
Vorsitz. Richter ist Reichsgerichtspräsident Dr. Wilhelm Bünger; Ankläger sind Oberreichsanwalt
Dr. Karl Werner (NSDAP) u. Landgerichtsdirektor Dr. Heinrich Felix Parrisius (Dr. P. wird später mit
Wilhelm Eichler Stellvertreter von Volksgerichtshof-Chefankläger Paul Jorns), psychiatrischer Gut-
achter von van der Lubbe ist Charité-Prof. Dr. Karl Bonhoeffer (Vater von Pastor Dietrich Bonhoeffer,
Schwiegervater von Reichsjustizmin.-Prozeßbeobachter Dr. Hans v. Dohnanyi, Richter Erbgesund-
heitsobergericht, 1942 Wissenschaftl. Senat Heeressanitätswesen) mangels Beweisen werden die
Genossen am 23.12. freigesprochen. Obwohl zur Tatzeit Brandstiftung kein todeswürdiges Delikt war
wird Marinus v. d. L. im Namen des Deutschen Volkes zum Tode verurteilt u. am 10.1.1934 enthauptet
(1967 wird das Urteil auf 8 Jahre Zuchthaus „reduziert“, 1980 wird das Reichsgerichtsurteil komplett
aufgehoben, doch der Staat legt Revision ein, 1983 lehnt der Bundesgerichtshof ein Wiederaufnahme-
verfahren ab: zwar sei das Todesurteil wg. Brandstiftung „rechtswidrig“ gewesen, darum 1967 in eine
Haftstrafe umgewandelt worden - dem 80jährige Bruder Johannes Markus van der Lubbe werden
trotzdem die hohen Verfahrenskosten auferlegt) (>10.1.34/ 27./29.9.39/ 24.12.42/ 20.12.50/ 26.6.81)
22.09. Reichstag akklamiert Reichskulturkammergesetz, die Reichskulturkammer („fördert eine einheitliche
Kultur und regelt soziale und wirtschaftliche Belange aller Kulturschaffenden“ - Kulturkammerpräs. ist
Propagandamin. Dr. Goebbels, Geschäftsführer, Gen.Sekr., Vizepräs. wird Hans Hinkel) besteht aus
Reichsschrifttums- , (Präs. bis 1935 Hans Friedrich Blunck, danach Hanns Johst), Reichspresse- ,
(Präs.bis 1945 Max Amann >24.4.35/ 15.4.36), Reichsrundfunk-, (Präs.bis 1939 Horst Dreßler-Andres
>1950), Reichstheater-, Reichsmusik-, (1.Präs. Komponist Richard Strauss, dann Dr. Peter Raabe),
Reichsfilm-, (Präs. bis 1945 Carl Auen) und der Reichskammer der bildenden Künste (nur in einer der
Einzelkammern Aufgenommene können ihren Beruf ausüben, Nichtaufgenommene/ Ausgeschlossene
haben praktisch Berufsverbot) (>18.8.34/ 09.1936/ 12.11.38/ 6.6.45/ 8.8.45/ 19.7.35/ 7.1.54/ 3.11.76)
23.09. „Dresdener Anzeiger“ Staatl. Kunstakademie-Rektor Prof. Richard Müller (NSDAP) kommentiert Eröff-
nung der (ersten dt. „Entartete Kunst“-)Ausstellung „Spiegelbilder des Verfalls in der Kunst“) (>4.3.36),
Frankfurt/M., Dr. Fritz Todt, Generalinspekt. für das dt. Straßenwesen, bei der feierlichen Übergabe
von Spaten an 720 spalierstehende Arbeitslose u.a.: „Kameraden(!),…soeben kommt ihr vom Arbeits-
amt. Es ist der Wille unseres Führers, daß ihr diese Stätte nicht mehr betretet. Wir(!) gehen nicht mehr
stempeln, sondern wir bauen Straßen…“
26.09. Gesetz zur Änderung des Gesetzes über Betriebsvertretungen u. über wirtschaftliche Vereinigungen
27.09. Wittenberg, ev. „Nationalsynode“, Festgottesdienst mit „Theologensturm“ bestehend aus Theologie-
studenten des sächsischen Landesbischofs Friedrich Coch in feldgrauer Uniform, lila Kreuz und SS-
Runen auf dem Arm, der ev. Landesbischof Ludwig Müller wird neuer Reichsbischof (>07.1993),
(„Der Stürmer“ „Reichsbischof Dr. Ludwig Müller...ist seit langem mutiger Bekenner des National-
sozialismus...Ein Reichsbischof, der selbst rassisch gut geartet ist muß zwangsläufig auch das Gute
für die Kirche wollen...Daß Reichsbischof Müller...das Gute für die Kirche des Protestantismus will, hat
er bereits in der Tat bewiesen, durch die Einführung des Arierparagraphen...“),
Gründung Oberster Nationaler Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt, NSDAP-Mitgl., NSKK- u. SA-
Kraftfahrwesen-Führer Adolf Hühnlein wird ,Führer des deutschen Kraftfahrsports’; Juden u. Nichtarier
erhalten keine Rennlizenz (>15.2.36/ 1.4.36/ 28.1.38/ 28.4.40)
29.09. Reichstag akklamiert
Reichserbhofgesetz (Blut- u. Boden-Ideologie): Bauer kann nur sein, wer dt.
Staatsbürger u. deutschen oder stammesgleichen Blutes ist und ist nicht, wer unter den Vorfahren
väterlicher-
oder mütterlicherseits jüdisches oder farbiges Blut hat. Der Erbhof geht ungeteilt auf den
Anerben über; Miterben haben nur
Recht auf Aussteuer, Berufsausbildung und Heimatzuflucht,
Dr. jur. Wolfgang Diewerge
(NSDAP-Mitgl. 278234, beim „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes“
Rechtsabt.-Leiter) überreicht
Auswärtigen Amt sein Gutachten über „Die pressemäßige Unterstützung
des Kairo-Prozesses“ (d.h. gelenkte
anti-jüdische Propaganda auf arabisch-jüd. Konflikt in Ägypten.
1935 wird Dr. Diewerge Autor von „Als
Sonderberichterstatter zum Kairoer Judenprozess“, 1936 von
„Der Fall Gustloff“, 1937 v. „Ein
Jude hat geschossen“, 1939 v. „Anschlag gegen den Frieden: ein
Gelbbuch über Grünspan und seine
Helfershelfer“, 1940 „Der neue Reichsgau Danzig-Westpreussen:
ein Aufbaubericht vom Aufbauwerk im
deutschen Osten“, 1941 „Kriegsziel der Weltplutokratie“ - Über-
setzung v. T. Kaufman’s „Germany must perish“, 1942 „Deutsche
Soldaten sehen die Sowjet-Union“.
Dr. Diewerge wird 1935
NSDAP-Reichsredner, dann Ministerialdirigent Reichspropagandaministerium,
SS-Standartenführer, ist bei
Entscheidungen um einen Thälmann-Prozess und die Grynszpan-Schau-
prozessvorbereitungen beteiligt, wird
Reichssender Danzig-Intendant, nach 1945 entnazifiziert, als
Rechtsanwalt zugelassen und wird
Referent beim NRW-FDP-Vorsitz. Friedrich Middelhauve und
Rednerschulung-Beauftragter im
FDP-Landesverband und am 17.2.66 vom Landgericht Essen im
Namen des Volkes wg. Meineides beim
Essener „Grünspan-Prozess“ zu einem Jahr Haft verurteilt)
(>4.2.36/ 29./30.9.38/ 7.11.38/
1.10.40/ 16.1.53)
30.09. Deutscher Anwaltverein (Vorsitz. seit 05.1933 ist Hermann Voß) beschränkt Mitgliedschaft auf Arier
(1947 schreibt ein in der späteren BRD prominenter Jurist über die Anwaltschaft u.a. „Alles in allem…
wird man sagen dürfen, daß die deutsche Anwaltschaft die Probe der großen Versuchung der Jahre
1933 bis 1945 bestanden hat.“) (>30.9./3.10.33/ 27.12.33/ 1936)
30.9./3.10. Leipzig, 4.Reichstagung des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen unter dem Motto:
„Durch Nationalsozialismus dem Deutschen Volk das deutsche Recht“ als Deutscher Juristentag,
Reichsrechtsführer Dr. Hans Frank erklärt
den Juristen „Recht ist, was dem
deutschen Volke nützt,
Unrecht, was ihm schadet“, bei Massenkundgebung am Reichsgericht bekennen 20 000 teilnehmende
deutsche Juristen mit ausgestrecktem rechten Arm: „Wir schwören beim ewigen Herrgott,…bei dem
Geist unserer Toten,…bei all denen, die Opfer einer volksfremden Justiz einmal geworden sind,…bei
der Seele des deutschen Volkes, daß wir unserem Führer auf seinem Wege als deutsche Juristen
folgen wollen bis an das Ende unserer Tage.“ und marschieren durch Leipzig (der BNSDJ unter
Reichsrechtsführer Dr. Hans Frank wird 1936 zum ca. 104 000 Mitgl. starken Nationalsozialistischen
Rechtswahrerbund/NSRB und wird ab 1942 von Dr. Otto Thierack geführt) (>2.12.33/ 01.1935/ 1936/
23.4.41/ 2.10.52/ 2./3.4.58/ 23.3.59/ 20./22.4.90),
aus gegebenen Anlaß leistet auch der Deutsche Richterbund dem nationalsozialistischem Staat sein
Treuebekenntnis: „Hohe Verehrung, aber auch unverbrüchliche Treue schlingen ein unauflösliches
Band zwischen dem, der die Geschicke des deutschen Volkes leitet, seinem Führer, und den
deutschen Richtern. Eng um ihn geschart, wie der Heerbann um seinen Herzog, werden wir ihm im
Kampfe zur Seite stehn und das Schlachtfeld entweder nie oder erst dann verlassen wenn der Sieg
errungen ist: die Rettung des deutschen Volkes.“ (>8.5.45/ 13.11.46/13.10.1947/ 1.4.50/ 10.10.59)
01.10. Berlin, Reichsernährungsmin. Darré und Reichsmin. für Propaganda u. Volksaufklärung Dr. Goebbels
proklamieren u.a. „Des deutschen Volkes Stärke liegt in der deutschen Erde, in der Kraft der Arbeit
deutschen Bauerntums. Mit jedem Jahre erneuert sich die Dankesschuld der Gesamtheit aller Volks-
genossen gegenüber dem Stande, der als Sachwalter deutschen Bodens in unermüdlicher, harter
Arbeit des Volkes Brot und Nahrung schafft. In schwerer Notzeit unter Führung seines Volkskanzlers
Adolf Hitler zu unlösbarer Einheit zusammengeschlossen, im Bewußtsein dieser Dankespflicht und der
ewigen Verbundenheit zwischen Stadt u. Land, hat sich das deutsche Volk im Jahre seiner nationalen
Wiedergeburt zum ersten Male zum Erntedankfest vereinigt…“,
Hameln, Bückeberg, „Tag des deutschen Bauern“ – A. Hitler spricht vor 500 000 Teilnehmern (1934
huldigen 700 000, 1935 und 1936 1 000 000 und 1937 ca. 1 200 000 Deutsche am Bückeberg Reichs-
kanzler Hitler bei dem von Reichsbauernführer Darré ausgerufenen „Ehrentag des dt. Bauerntums“,
dem früheren Erntedankfest) (>30.1.1935),
Jahrestag des 1. HJ-Reichsjugendtages Potsdam (bereits 1932 defilierten ca. 100 000 Hitler-Jugend-
Mitglieder sieben Stunden vor der NSDAP-Parteiprominenz (>27./30.5.1950),
KZ Dachau, „Disziplinar- und Strafordnung für das Gefangenenlager“ von Stockhieben bis Todesstrafe
03.10. Gründung „Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher“ AKD (nach Gründungsaufruf v. „Stellvertreter
des Führers“ Rudolf Heß: u.a. „1. In dem kath. Volksteil das Nationalbewusstsein zu stärken, eine ehr-
liche rückhaltlose Mitarbeit am Nationalsozialismus zu vertiefen…und die Reihen der aktiven Kämpfer
zu vergrößern 2. Im besonderen für ein klares Verhältnis zwischen Kirche, Staat u. NSDAP zu sorgen)
AKD-Reichsleiter ist Vizekanzler Franz v. Papen, Reichsgeschäftsführer ist Graf Roderich v. Thun und
Hohenstein (Funktionäre sind u.a. Staatssekr. Hans Dauser, Major a.D. u. späterer Reichskirchenmin.-
Ministerialdirigent Hermann von Detten und Köln’s Regierungspräs. Dr. Rudolf zur Bonsen (die AKD
wird nach Vizekanzler v. Papen’s Amtsenthebung >7.8.34 aufgelöst)
10. Walter Ulbricht (KPD) flieht nach Moskau (u. kehrt 1945 mit sowj. Armee zurück) (>30.4.45/ 16.10.57)
04.10. Reichstag akklamiert Schriftleitergesetz
(Zulassung als Redakteur/Journalist nach rassisch-politisch
und ideologischen Kriterien - um vom
Volk alles fernzuhalten, was geeignet ist Gemeinschaftswillen,
Kraft, Kultur, Wehrhaftigkeit,
Wirtschaft des Volkes zu schwächen - führt zu Berufsverbot für mind.
1 300 „jüd. u. marxistischer“
Journalisten u. Schließung vieler Zeitungen) (>7.9.49/ 22.5.75/ 3.11.76)
05.10. Frankfurt/O., Reichsjugendführer Baldur v. Schirach erklärt vor HJ-Führern u.a. „Ich gehöre keiner
Konfession
an…ich glaube nur an Deutschland.“
07.10. Neumünster, Pastor Ernst Emil Heinrich Szymanowski wird Probst in Bad Segeberg (1919-21
Theologiestudium, 1924 Pastor in Kating, 1926 NSDAP, 1933 Deutsche Christen, 1935 Beamter im
Reichsmin. f. kirchl. Angelegenheiten, 1936 SS, 1942 als Ernst E. H. Biberstein Einsatzgruppenleiter
Kiew und Taganrog/UdSSR, 1948 Todesurteil wg. 65fachen Mordbefehls, 1951 zu lebenlanger Haft
begnadigt, 1958 nach kirchl. Fürsprache entlassen) (>15.9.47/ 9.5.58)
10.10. Bayreuth, Verhaftung von
Mathematikstudent und KPD-Mitgl. Georg Klaus (in Untersuchungshaft
gefoltert wird er am 25.5.34 vom
Landgericht München wg. Hochverrats im Namen des Deutschen
Volkes zu 2 Jahren Haft verurteilt,
es folgen 3 Jahre „Schutzhaft“ im KZ Dachau mit anschließendem
Studierverbot > verfolgte
Schüler, Wehrdienst, 1956 SED, 1947 Studium, 1948 Promotion, Dozent
für dialektischen u. historischen Materialismus, 1950 Habilitation, 1957 Autor: „Jesuiten, Gott, Materie -
des Jesuitenpaters Wetter Revolte wider Vernunft und Wissenschaft“, 1959 Deutsche Akademie der
Wissenschaften, 1962 Direktor ZI für Philosophie) (>1.7.49)
12.10. Universität Berlin, Prof. Ernst Bergmann’s Vortrag „Nordisch-germanischer Glaube oder Christentum“
u.a. zur Unvereinbarkeit von Christentum und Nationalsozialismus > verfolgte Schüler (>28.8.37)
13.10. Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens
14.10. Deutsches Reich verläßt
nach langer Völkerbund-feindlicher Propaganda den „Völkerbund“ u. Genfer
Abrüstungskonferenz (Anlaß zu
Volksabstimmung/Reichstagsauflösung/Wahl für gewolltes Ein-Partei-
Parlament), die ev. Kirche (Pfarrer
Martin Niemöller im Namen von 2 500 Pfarrern) und kath. Kirche
(Dr. Erich Klausener u.a.)
gratulieren Hitler zur „Wahrung deutscher Ehre“ (>12.11.33/ 15.1.34)
15.10. Berlin; der ev. Pfarrer
Martin Niemöller telegrafiert mit weiteren Bekennende Kirche-Repräsentanten
aus Anlaß des deutschen
Völkerbund-Austritts an Reichskanzler Hitler „In dieser für Volk u. Vaterland
entscheidenden Stunde grüßen wir
unseren Führer. Wir danken für die mannhafte Tat und das klare
Wort, die Deutschlands Ehre wahren.
Im Namen von mehr als 2 500 ev. Pfarrern, die der Glaubens-
bewegung Deutsche Christen nicht
angehören, geloben wir treue Gefolgschaft…“(>24.3.34/ 19.10.45),
München, Grundsteinlegung „Haus der
Deutschen Kunst“ mit Festzug „Glanzzeiten deutscher Kultur“
(der Apostolischen Nuntius Alberto
Vassallo di Torregrossa sagt dabei in
Gegenwart von Bayerns
Staatsminister und NSDAP-Mitgl. Nr.
2, Hermann Esser, zum Reichsführer A. Hitler u.a. „Ich habe Sie
lange nicht verstanden. Ich habe mich
aber lange darum bemüht. Heute verstehe ich Sie.“ Am 12.11.
dient diese Aussage des Nuntius -
versehen mit dem Zusatz „Auch jeder deutsche Katholik versteht
heute Adolf Hitler und stimmt am
12.November mit: „Ja“ - der Wählerwerbung) (>12.11.33/
30.1.34)
15./22.10. Nationalsozialistische Handwerker-, Handels- u. Gewerbeorganisation NS-Hago-Mittelstandstreff
(NSDAP-Mittelstandsgliederung, ab
1935 in DAF-Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und Handel)
17.10. Führerstellvertr. Rudolf Heß’ Erlaß zum Verbot der
Benachteiligung konfessionsloser NSDAP-Mitgl.
20.10. Preußen verweigert
Approbation nichtarischer Medizin- u. Zahnmedizinstudenten, Promotion nur bei
gleichzeitigem Verzicht auf deutsche
Staatsangehörigkeit möglich
26.10. „Vossische Zeitung“ Preußische Akademie der Künste propagiert „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“
für A. Hitler von 88 Sektion Dichtkunst-Mitgliedern u. Schriftstellern u.a. Gottfried Benn, Hanns Johst,
Rudolf Binding, Arnold Bronnen, Hermann Claudius, Otto Flake, Hanns Franck, Friedrich Griese,
Carl Haensel, Agnes Miegel, Börries v. Münchhausen, Eckart v. Naso, Helene v. Nostitz-Wallwitz,
Anton Schnack, Friedrich Schnack, Wilhelm v. Scholz, Lothar Schreyer, Lulu v. Strauß und Torney,
Bruno Süßkind, Ina Seidel (>22./25.5.52)
27.10. Volksdeutsche Rat unter Geopolitiker Prof. Dr. Karl Haushofer (Zitat „So hat der nationalsozialistische
Gedanke in der Welt, im Lichte der Erdkunde betrachtet, dasselbe uralte…ewigjunge Doppelgesicht
wie der mystische Janus: eines, das…erdumspannend Weltfernen überschaut und eines, das nur im
eigensten Volksboden jeder Rasse vollkommen verstanden werden kann“) wird Volkstumszentralstelle
(sein Sohn ist der Geograf Prof. Dr. Albrecht Haushofer, der - obwohl „jüd. Mischling 2.Grades “ - als
Heß-Protegé an Berlin’s Hochschule für Politik lehrt, viele diplomatische Geheimmissionen im Ausland
unternimmt, freier Mitarbeiter der Dienststelle Ribbentrop u. der Informationsabteilung im Auswärtigen
Amt unter Staatssekretär Ernst Freiherr v. Weizsäcker wird, 1938 als Volkstumsspezialist an Verhand-
lungen zum Münchner Abkommen teilnimmt, 1940 Lehrsstuhl an der Kaiser-Wilhelm-Universität, 1941
nach Heß’ Großbritannien-Flug erstmals und 1944 nach Stauffenberg-Attentat abermals verhaftet, in
Haft Autor v. „Moabiter Sonnette“ u.a. „Ich klage mich in meinem Herzen an: ich habe mein Gewissen
lang betrogen, ich hab mich selbst und andere belogen…“) (>9./10.6.35/ 29./30.9.38/ 24.6.39/ 23.4.45/
10.10.45/ 10.3.46)
31.10. Pflichtmitgliedschaft von
Juristen u. Rechtsanwälten im Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ
(es werden nur Arier aufgenommen)
(>13.12.1935)
01.11. Schweiz; „Neue Züricher Zeitung“ „Der Freiburger Erzbischof (Dr. Conrad Gröber)...hat noch in der
Zeit der Reichstagswahlen sehr entschieden gegen gewisse nationalsozialistische Auffassungen
Stellung genommen und längere Zeit war das Verhältnis der nationalsozialistischen badischen
Regierung zur Kirche sehr gespannt. Umso größere Beachtung findet das Bekenntnis zum neuen
Regime, das der Kirchenfürst auf einer kath. Massenveranstaltung (am 9.10.) in Karlsruhe ausge-
sprochen hat...Auch äußerlich trat die Wandlung in Karlsruhe dadurch zutage, daß die Versammlungs-
teilnehmer, die sicherlich vor einem halben Jahre noch stramme Zentrumsleute waren, den Erzbischof
mit dem Deutschen Gruß empfingen. Das Verhalten des hohen kirchl. Würdenträgers erscheint
bezeichnend für den neuen Kurs, den der deutsche Episkopat nach dem Abschluß des Reichs-
konkordats eingeschlagen hat.“ (>2.3.34),
Berlin, Landgerichtsdirekt., Pfarrerssohn u. NSDAP-Mitgl. Dr. Friedrich Jung wird Generalstaatsanwalt
(>4.6.37/ 23.4.41/ 01.1943/ 9.10.55)
03.11. Afghanistan, Kabul, ein afghan. Schüler der deutschen Schule tötet König Nadir Schah (>15.4.38),
Universität Freiburg, Rektor u. NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Martin Heidegger’s „Aufruf an die Deutschen
Studenten“ „Nicht Lehrsätze und Ideen seien die Regeln Eures Seins. Der Führer selbst und allein ist
die heutige und künftige deutsche Wirklichkeit und ihr Gesetz.“ (>11.11.33)
11. „Deutsche Volksgesundheit - Organ des Kampfbundes für Deutsche
Gesundheits- und Rassenpflege -
Haltet den Dieb - Wie lange noch darf
jüdischer Geist die Deutsche Reform knebeln?“,
„Rassenprobleme im Dritten Reich“
Autor Dr. Hans Macco u.a. „So stelle ich als Rheinländer die For-
derung auf: Sterilisierung aller
Mulatten, die uns die schwarze Schmach…hinterlassen hat.“ (>8.2.34),
NSDAP-Wahlwerbung: „In 8 Monaten 2½
Millionen Volksgenossen in Arbeit u. Brot gebracht! Den
Klassenkampf und seine Parteien
beseitigt! Den Bolschewismus zerschlagen! Die Kleinstaaterei über-
wunden! Ein Reich der Sauberkeit und
Ordnung aufgebaut!...Stimme mit Ja! Wähle zum Reichstag
Adolf Hitler und seine Getreuen!“
(>30.7.1998),
gemeinsamer Aufruf von DFB-Präs.
SS-Obersturmbannführer Felix Linnemann und Deutsche Sport-
behörde-Führer u. IOC-Mitglied Dr.
Karl Ferdinand Ritter v. Halt: „In der Volksgemeinschaft des Dritten
Reiches hat der Sport seine
politische Mission erhalten…Als Führer des DFB und des DSB haben wir
dem Kanzler Treue und Gefolgschaft
gelobt…Er war der Niederschlag dessen was uns alle beseelte.
Am 12.November werden wir ihm aufs Neue unsere Gefolgschaft
beweisen.“(>1935/ 18.9.1944),
„Warum muß der Katholik die
Reichstagsliste Adolf Hitlers wählen? Weil im nationalsozialistischen
Staat an sich und durch das Reichskonkordat 1. die Religion
geschützt ist, 2. der kirchliche Frieden
gesichert ist, 3. die öffentliche
Sittlichkeit gewährt bleibt, 4. der Sonntag geheiligt wird, 5., 6., 7., 8…,
Deshalb muß der Katholik am 12. Nov.
so wählen: Volksabstimmung: Ja - Reichstagswahl: A. Hitler“
11.11. Leipzig, Festveranstaltung
„Mit Adolf Hitler für des deutschen Volkes Ehre, Freiheit und Recht!“ mit
„Bekenntnis der Professoren und
Intellektuellen an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu
Adolf Hitler und dem
nationalsozialistischen Staat“ unterzeichnet u.a. von Prof. Dr. Friedrich
Alverdes,
Prof. Dr. Georg Anschütz, Prof. Dr.
Adolf Bach, Prof. Dr. Johannes Behm, Dr. Edwin Blanck, Prof. Dr.
Fritz Blättner, Prof. Dr. Wilhelm
Blaschke, Prof. Dr. Werner Blume, Prof. Dr. Paul Böckmann, Prof. Dr.
Otto Bollnow, Prof. Dr. Conrad
Borchling, Prof. Dr. Gustav Bredemann, Prof. Dr. Ernst Broermann,
Prof. Dr. Paul Brohmer, Prof. Dr. Alfred
Burgardsmeir, Prof. Dr. Adolf Butenandt, Prof. Dr. Hans
Freiherr v. Campenhausen, Prof. Dr.
Adolf Dabelow, Prof. Dr. Hans Dachs, Prof. Dr. Gustav Deuchler,
Prof. Dr. Rudolf Dittler, Prof. Dr.
Heinz Dotterweich, Prof. Dr. Richard Egenter, Prof. Dr. Theodor Fahr,
Prof. Dr. Rainer Fetscher
(>7./8.5.45), Prof. Ulrich Fleck, Prof. Hans Fliege, Prof. Wilhelm Flitner,
Prof.
Dr. Günther Franz, Prof. Dr. Hans
Freyer, Prof. Dr. Hans-Georg Gadamer, Prof. Dr. Arnold Gehlen (!)
(„BND“), Prof. Dr. Gustav Giemsa,
Prof. Dr. Wilhelm Giese, Prof. Dr. Franz Groebbels, Prof. Dr. Hans
Großmann, Prof. Dr. Rudolf Großmann,
Prof. Dr. Konstantin v. Haffner, Prof. Dr. Helmut Hasse, Prof.
Dr. Otto Heckmann, Prof. Dr. Martin
Heidegger, Prof. Dr. Wilhelm Heinitz, Dr. Rudolf Heinz, Prof. Dr.
Johannes Hempel, Prof. Dr. Paul
Hesse, Dr. Max Heuwieser, Prof. Dr. Theodor Heynemann, Dr.
Emanuel Hirsch, Prof. Dr. Edgar
Irmscher, Prof. Dr. Eduard Jacobshagen, Prof. Dr. Fritz Jäger, Prof.
Dr. Erich Jaensch, Prof. Dr.
Maximilian Jahrmärker, Prof. Dr. Harro Jensen, Prof. Dr. Eduard Keeser,
Prof. Dr. Erwin Kehrer, Prof. Dr.
Egon Keining, Prof. Dr. Hugo Knipping, Prof. Dr. Wilhelm Knoll, Prof.
Dr. Peter Koch, Prof. Dr. Ernst
Kretschmer, Dr. Albrecht Langelüdecke, Prof. Dr. Gerhard Mackenroth,
Prof. Dr. Johann Mannhardt, Dr.
Friedrich Mauz, Prof. Dr. Kurt May, Prof. Dr. Martin Mayer, Prof. Dr.
Waldemar Mitscherlich, Prof. Dr.
Walther Mitzka, Prof. Dr. Hans Möller, Prof. Dr. Wilhelm Mommsen,
Dr. Peter Mühlens, Prof. Dr. Paul
Mulzer, Prof. Dr. Hans Naujocks, Prof. Dr. Friedrich Neumann, Prof.
Dr. Arthur Nikisch, Prof. Dr. Herrmann
Noack, Prof. Dr. Bernhard Nocht, Prof. Dr. Max Pagenstecher,
Prof. Dr. Siegfried Passarge, Dr.
Hans Petersson, Prof. Dr. Robert Petsch, Prof. Dr. Heinrich Pette,
Prof. Dr. Wilhelm Pfannenstiehl,
Prof. Dr. Wilhelm Pinder, Dr. Hans Plischke,
Prof. Dr. Hans Preuß,
Prof. Dr. Georg Raederscheidt, Prof.
Dr. Otto Reche, Dr. Joachim v. Reckow, Prof. Dr. Eduard
Reichenow, Dr. Ferdinand Reiff, Dr.
Adolf Rein, Prof. Dr. Hermann Rein, Prof. Dr. Heinrich Remy, Dr.
Joachim Ritter, Dr. Erich Rix, Prof. Dr.
Josef Schmid, Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch (>6./13.9.1937),
Prof. Dr. Karl C. Thalheim (Zitate: „Die Reinigung des dt. Kulturlebens von zersetzenden Einflüssen,
die besonders vom Judentum ausgingen, war für eine…Erneuerung eine unbedingte Voraussetzung.“
/1966: „Ich bin nie Antisemit gewesen.“) (>24.3.52),
Prof. Dr. Eugen Fischer: „...einen
nationalen Staat haben wir aufgerichtet, und wir sind dabei ihn auf-
zubauen, einen Staat aus Blut und Boden, einen
Staat aus der deutschen Volksverbundenheit heraus
aufgebaut auf Volkstum, Rasse und
deutscher Seele...der Führer hat die Größe gehabt zu sagen: Ich
frage das ganze deutsche Volk, ob es mit
seinem Willen hinter mir steht; und morgen wird das ganze
deutsche Volk sagen: Ja! Ja! “,
Prof. Dr. Richard Golf: „...mit Adolf
Hitler für des deutschen Volkes Ehre, Freiheit und Recht.“,
Prof. Dr. Martin Heidegger:
„...keiner kann fernbleiben am Tage der Bekundung dieses Willens,
Heil Hitler.“,
Prof. Dr. Emanuel Hirsch: „...aus dem
allen nun das Letzte, das ich zu sagen habe: Wir haben einen
Führer, der immer und allezeit dies
bekannt hat, daß er als nichts denn ein Werkzeug des Schöpfers
aller Dinge sich weiß. Er weiß, die
Vorsehung läßt ihn den Dienst tun, sie steht über ihm u. lenkt ihn.“,
Prof. Dr. Friedrich Neumann: „Wir
lehnen jeden Humanismus ab, der allen Völkern die gleiche Lebens-
form aufzwingt.“ (1933 NSDAP,
Bücherverbrennung beteiligt, 1971 Uni. Marburg Brüder-Grimm-Med.),
Prof. Dr. Wilhelm Pinder: „...Das ist
Politik aus Sittlichkeit, das ist Politik aus dem Herzen, aus einem
geradezu religiösen Untergrund her.
Das ist etwas Neues in der Geschichte...“(H. Nannens Professor),
Prof. Dr. Friedrich Schumann:
„…Nationalsozialistische Erziehung des deutschen Volkes bedeutet Er-
ziehung zu der Überzeugung, daß ein Volk nur
aus seiner Ehre heraus leben kann. Volk ist nicht nur
eine geschichtliche Größe, sondern in
dem es das ist, eine sittliche Größe.“ (>18.8.35/ 4.12.48/
18.6.53),
„Emsland-Lager“ (KZ Börgermoor, Esterwegen, Neusustrum) sind fertig gestellt und mit ca. 4 000 in
„Schutzhaft“ befindlichen Gefangenen belegt (Kommandant von 1934-43 wird SA-Führer, Oberreg.Rat
u. Reg.Dir. Werner Schäfer, Zitat: „Gesetzgeber im Emsland bin ich allein.“), weitere „Emsland-Lager“
werden in Alexisdorf, Aschendorfermoor, Bathorn, Brual-Rhede, Dalum, Fullen, Groß-Hesepe, Versen,
Oberlangen, Walchum, Wesuwe u. Wietmarschen errichtet, unter den bis ’45 ca. 60 000 „Schutzhaft“-
Gefangenen sind u.a. Hans Alexander, Bernhard Bästlein, Friedrich Ebert jun., Otto Eggerstedt, Ernst
Heilmann, Dr. Julius Leber und Carl v. Ossietzky, später werden auch ca. 100 000 Kriegsgefangene
hier inhaftiert; ca. 30 000 Todesopfer davon ca. 26 000 sowjet. Kriegsgefangene (W. Schäfer wird
1953 in Oldenburg wg. Körperverletzung im Namen des Volkes zu 2½ Haft unter U-Haft-Anrechnung
verurteilt und kommt sofort frei); bekannt ist das „Lagerlied der Moorsoldaten“ die mit Hacke und
Spaten ca. 50 000 ha Moor entwässern und kultivieren sollten:
„Wohin auch das Auge blicket, Auf und
nieder geh’n die Posten,
Moor und Heide nur ringsum. Keiner,
keiner kann hindurch,
Vogelsang uns nicht erquicket, Flucht
wird nur das Leben kosten,
Eichen stehen kahl und krumm. Vierfach
ist umzäunt die Burg.
Wir sind die Moorsoldaten Wir
sind die Moorsoldaten
und ziehen mit dem Spaten ins Moor… und ziehen mit dem
Spaten ins Moor…
Morgens ziehen die Kolonnen Doch
für uns gibt es kein Klagen,
durch das Moor zur Arbeit hin, ewig
kann’s nicht Winter sein.
graben bei dem Brand der Sonnen, Einmal werden
froh wir sagen:
doch zur Heimat steht der Sinn. Heimat, du
bist wieder mein!
Wir sind die Moorsoldaten Dann
zieh’n die Moorsoldaten
und ziehen mit dem Spaten ins Moor… nicht mehr mit dem
Spaten ins Moor…“,
(nach Kriegsbeginn werden einige
„Emsland-Lager“ Kriegsgefangenlager für ca. 70 000 Soldaten)
12.11. 9. (und erste Einparteien-)Reichstagswahl mit Einheits-„Liste des Führers“, Motto:
„Früher = Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verwahrlosung, Streik, Aussperrung
Heute = Arbeit, Freude, Zucht, Volkskameradschaft, Darum Deine Stimme dem Führer“ (=92,2%),
Volksbefragung zu Austritt aus der Genfer Abrüstungskonferenz und aus dem Völkerbund, Frage:
„Billigst Du, deutscher Mann, und Du, deutsche Frau, diese Politik Deiner Reichsregierung und bist Du
bereit, sie als den Ausdruck Deiner eigenen Auffassung und Deines eigenen Willens zu erklären und
Dich feierlich zu ihr bekennen.“ (Ja = 96,3%), geheime Stimmabgabe (Wandschirm/Wahlkabine) ist
verpönt (>13.10.50/ 26.3.68),
50% der Mandate sind NSDAP-Funktionären vorbehalten, 50% gehen an SS, SA u. der NSDAP ange-
schlossener Verbände (z.B. macht Hitler Prof. Dr. jur. Friedrich Grimm - 1933 Autor von „Reichsreform
und Außenpolitik“, 1934 von: Ein Volk, ein Reich, ein Führer in „Hitlers deutsche Sendung“ - bis 1945
zum MdR, nach 1945 wird Rechtsanwalt Dr. G. Generalamnestie-Verfechter und Ehrenpräsident vom
„Bundesverband ehemaliger Internierter und Entnazifizierungsgeschädigter“), Scheinparlamentarier/
Abgeordnete erhalten Diäten von RM 600 monatlich sowie Reichsbahn-Freikarte
13.11. Berlin, Sportpalast, Massenkundgebung von 20 000 „Deutsche Christen“ geleitet u.a. von Studienrat,
Gauobmann, brandenburgischer u. preußischer Synodaler und Mitgl. des preußischen Kirchensenats
Dr. Reinhold Krause - der spricht über „Ein Volk, ein Führer…ein Gott, eine Kirche“ und von „Wenn wir
Nationalsozialisten uns schämen eine Krawatte vom Juden zu kaufen, dann müßten wir uns erst recht
schämen…das innerste Religiöse vom Juden anzunehmen.“ (ab 1951 wird er Studienrat in der BRD),
Oberkonsistorialräten Albert Freitag,
Siegfried Nobiling, Reichsleitungsreferent Dr. Friedrich Werner,
Bischöfen Joachim Hossenfelder u.
Friedrich Peter, den Pfarrern Friedrich Tausch, Karl Jakubski und
Probst Fritz Lörzer) fordert
„Reformation aus dem Geist des Nationalsozialismus“, Abschaffung des
jüd. Alten Testaments, Säuberung des
Neuen Testaments von der „Sündenbock- und Minderwertig-
keitstheologie des Rabbiners Paulus“
u. „von aller orientalischen Entstellung gereinigten… heldischen
Jesusgestalt als Grundlage eines
artgemäßen Christentums“ (>11.12.33/ 2./6.7.1971)
14.11. Berlin, Adolf Hitler erhält von Oberbürgermeister Dr. jur. Heinrich Sahm die Ehrenbürger-Urkunde
(von 1936 bis zu seinem Tod 1939 ist Dr. Sahm für das Dritte Reich als Diplomat in Norwegen tätig),
kath. Vizekanzler v. Papen schmeichelt Hitler u.a. mit „In 9 Monaten ist es dem Genie Ihrer Führung…
gelungen, aus einem…zerissenen u. hoffnungslosen Volk…ein geeintes Reich zu schaffen“(>25.7.34),
Reichstierschutzgesetz, Präambel u.a. „Die Schaffung eines Reichsgesetzes zum Schutz der Tiere ist
seit Jahrzehnten Wunsch des deutschen Volkes, das besonders tierliebend ist und sich den hohen
ethischen Verpflichtungen dem Tiere gegenüber bewußt ist.“, das Gesetz verbietet u.a. bei Haftstrafe
von bis zu 2 Jahren „ein Tier unnötig zu quälen oder roh zu misshandeln“ (> 4.10.43/ 17.5.2002)
15.11. Berlin, Kundgebung nach Zusammenschluss d. verschiedenen Diakonissen-Verbände zur „Diakonie-
gemeinschaft“, Emil Karow, Bischof von Berlin u.a. „Wir haben eben so kraftvolle Worte vom National-
sozialismus gehört. Gestatten Sie mir, die Schwestern in der Kirche mit der SA zu vergleichen.“ Pastor
Großmann, Berlin-Zehlendorf: „Als Adolf Hitler die Macht ergriff, ging ein Aufatmen durch ihre (die
Diakonie) Reihen. Sie dankt unserem Führer, daß sie im neuen Staat mitarbeiten darf...Wenn die SA
die politischen Soldaten des Reiches sind, so sind unsere Schwestern die Soldaten der Kirche...“
16.11. USA; Präs. Roosevelt und UdSSR-Sonderbotschafter Maxim Litvinov vereinbaren, trotz unbezahlter
zaristisch-russischer Schulden u. fehlender Religionsfreiheit, die Wiederaufnahme der seit der
Oktoberrevolution 1917 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen beider Staaten (>11.6.42)
20.11. ev. Reichsbischof Ludwig Müller und NSDAP-Reichsjugendführer Baldur v. Schirach unterzeichnen
„Abkommen über die Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitler-Jugend –
1.Das evangelische Jugendwerk erkennt die einheitliche staatspolitische Erziehung der deutschen
Jugend durch den nationalsozialistischen Staat und die HJ als Träger der Staatsidee an. Die
Jugendlichen des Evangelischen Jugendwerkes unter 18 Jahren werden in die HJ eingegliedert.
Wer nicht Mitglied in der HJ wird, kann fürderhin innerhalb dieser Alterstufen nicht Mitglied des
Evangelischen Jugendwerkes sein.
2.Geländesportliche (einschließlich turnerische und sportliche) und staatspolitische Erziehung wird
bis zum 18. Lebensjahre nur in der HJ getätigt.
3.Die Mitglieder des Evangelischen Jugendwerkes tragen entsprechend ihrer Zugehörigkeit zur HJ
den Dienstanzug der HJ.
4.An zwei Nachmittagen in der Woche u. an zwei Sonntagen im Monat bleibt dem Ev. Jugendwerk die
volle Freiheit seiner Betätigung in erzieherischer und kirchlicher Hinsicht mit Ausnahme der in Ziffer 2
genannten Betätigung. An diesen Tagen werden, wenn nötig, die Mitglieder jeweils von der anderen
Organisation beurlaubt. Für die Mitglieder des Evangelischen Jugendwerkes wird der Dienst in der HJ
ebenfalls auf zwei Wochentage und zwei Sonntage im Monat beschränkt. Außerdem wird für die
Lebensgestaltung u. evangelische Jugenderziehung durch volksmissionarische Kurse und Lager den
Mitgliedern des Evangelischen Jugendwerkes vom Dienst in der HJ Urlaub erteilt.“ (>4.3.34/ 4.6.36)
> verfolgte Schüler („eingegliedert“ werden ca. 700 000 Jugendliche)
23.11. Prinz Heinrich XXXIII Reuß zu Köstritz, Gatte der Prinzessin v. Preußen Victoria v. Hohenzollern, an
Reichsführer SS Himmler: „Euer Hochwohlgeboren darf ich melden, daß ich zu längerem Aufenthalte
in Berlin eingetroffen bin…Ich darf…die sehr ergebene Anfrage an Euer Hochwohlgeboren richten, mir
freundlich gestatten zu wollen, als unbesoldeter Hilfsarbeiter…arbeiten zu dürfen…Der Verbindungs-
stab der SS…erscheint mir als richtig, ganz abgesehen von meinem Verbundenheitsgefühl zur SS…“
24.11. Reichstag akklamiert Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über Maßregeln der
Sicherung und Besserung (dient Einführung sog. „Sicherungsverwahrung“ (>13.4.42/ 1.6.67/ 26.1.98),
Berlin, Voßstr., der kommunistische Schauspieler Hans Otto (er wurde am 27.2.33 vom Staatstheater
entlassen und am 13.11.von der SA in Berlin verhaftet) stirbt als deutsches NS-Folteropfer,
„Frankfurter Zeitung“ berichtet über Berliner Sportpalast-Rede von „Deutsche Christen-Gauobmann
Dr. Reinhold Krause, der dabei das Alte Testament „Buch der Viehtreiber und Zuhälter“ nannte
25.11. Reichstag akklamiert Gesetz über Preisnachlässe- Rabattgesetz gegen „artfremden Händlergeist der
liberalistischen Systemzeit“ (>15.7.53/ 25.7.2001)
27.11. Gründung der Deutsche Arbeitsfront-Unterorganisation „Kraft durch Freude“ (KdF hat fünf Bereiche:
Amt Deutsches Volksbildungswerk „zur weltanschaulichen Erziehung der von der Partei nicht erfaßten
Volksgenossen“/ Amt Volkstum und Heimat/ Sportamt zur „rassischen Vervollkommnung/ Amt
Schönheit der Arbeit/ Amt für Reisen, Wandern und Urlaub (Leiter Dr. Lafferentz) (>20.3.47/ 04.1961)
29.11. Gesetz über den Aufbau des
dt. Handwerks (Reichshandwerksführer wird Wilhelm Georg Schmidt
aus Wiesbaden, NSDAP 1923, 1930
Handwerkskammerpräs., Zitat: Über dem Leben der Nation und
seinen immer wechselnden
Erscheinungsformen steht das Recht, das geboren aus Rasse und Seele
des Volkes, ewige Bindung der
Nation an die ihr ureigenen Werte bedeutet.“)
30.11. 2.Gesetz über die Geheime Staatspolizei (>27.6.36/ 27.9.39/ 8.2.50/ 9.3.80)
01.12. Reichstag akklamiert Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat (NSDAP = Körperschaft
öffentl. Rechts) „§1 Nach dem Sieg der nationalsozialistischen Revolution ist die Nationalsozialistische
Deutsche Arbeiterpartei die Trägerin des deutschen Staatsgedankens und mit dem Staat unlöslich
verbunden…“ (in SBZ/DDR = „führende Rolle/führende Kraft der SED“) (>31.12.35/ 1.12.36/ 17.10.49/
23./24.7.48/ 20./24.7.50/ 22./25.5.52/ 27./30.5.52/ 3.10.67/ 6.4.68/ 9.4.68/ 7.10.74/ 13./15.10.82),
Stellvertreter d. Führers der NSDAP Rudolf Heß u. SA-Stabschef Ernst Röhm werden Reichsminister
ohne Geschäftsbereich,
Premiere des Leni Riefenstahl Propagandafilms „Sieg des Glaubens“ über den NSDAP-„Parteitag des
Sieges“,
Reichspräs. Paul v. Hindenburg ernennt Carl Eduard Herzog v. Sachsen-Coburg Gotha (NSDAP, SA,
Ehrenführer Nationalsozialistisches Kraftfahrerkorps) zum Deutsche Rote Kreuz-Präsident (in seiner
Präsidentschaft -bis 1945- wird das DRK arisiert, 1947 wird er als „Mitläufer“ entnazifiziert), Dr. med.
Paul Hocheisen (NSDAP, SA) wird bis 1936 stellvertr. DRK-Präsident (>4.1.37/ 02.1946),
München, Dr. jur. Ernst Mantel ist beim Sondergericht (1934 Volksgerichtshof, 1937 Kriegsgerichtsrat,
1938 Heeresrechtsabt., 1945 Generalrichter) (>1.9.39/ 30.3.41/ 5.4.45/ 7.12.50/ 25.5.56/ 15.10.57)
02.12. Verordnung über die Vereidigung der Beamten und der Soldaten (>20.8.34)
08.12. „Münchener Medizinische Wochenschrift“ „Die Stelle eines ärztlichen Direktors der städt. Frauenklinik
Stuttgart mit 192 Betten ist zu besetzen. Gehalt nach besonderer Vereinbarung. Konsiliarpraxis,
Sprechstunden- und Gutachtertätigkeit sind gestattet. Eintritt möglichst bald. Reichsrechtliche
Regelung der Anstellungsbestimmungen ist in Aussicht zu nehmen. Bewerber mit besonderer
Befähigung die längere und erfolgreiche klinische Tätigkeit nachweisen können, werden ersucht, ihre
Bewerbung mit Lebenslauf, Stammliste, Zeugnisabschriften, Nachweis über die arische Abstammung
und einem Ausweise über wissenschaftliche Arbeiten bis zum 30. Dezember...
Stuttgart, 4. Dezember 1933; Bürgermeisteramt“
10.12. sächs. Landessynode verabschiedet die vom Leiter des NS-Pfarrerbundes Sachsen, Oberkirchenrat
Walter Grundmann verfassten „28 Thesen der sächsischen Volkskirche zum inneren Aufbau der
Deutschen Evangelischen Kirche“, die vom „Deutsche Christen“-Reichsleiter Dr. jur. Christian Kinder
für die gesamte Bewegung als verbindlich erklärt werden (>16.9.34/ 6.5.39/ 1958/ 2./6.7.1971)
11.12. „Bekenntnis der Deutschen Christen“ u.a. „1. Wir Deutschen Christen…sind durch Gottes Schöpfung
hineingestellt in die Blut- und Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes und sind als Träger
dieses Schicksals verantwortlich für seine Zukunft. Deutschland ist unsere Aufgabe…3. Wie jedem
Volk, so hat auch unserem Volk der ewige Gott ein arteigenes Gesetz eingeschaffen. Es gewann
Gestalt in dem Führer Adolf Hitler und in dem von ihm geformten nationalsozialistischen Staat. Dieses
Gesetz spricht zu uns in der aus Blut und Boden erwachsenen Geschichte unseres Volkes. Die Treue
zu diesem Gesetz fordert von uns den Kampf für Ehre und Freiheit…4. Der Weg zur Erfüllung des
deutschen Gesetzes ist die gläubige deutsche Gemeinde…Aus dieser Gemeinde Deutscher Christen
soll im nationalsozialistischen Staat Adolf Hitlers die das ganze Volk umfassende Deutsche christliche
Nationalkirche erwachsen: Ein Volk! Ein Gott! Ein Reich! Eine Kirche!“ (>2./6.7.1971),
Berlin, Dt. Studentenschafts- u. Nationalsozialist. Dt. Studentenbund-Reichsführer Dr. Oskar Stäbel’s
Aufruf zur Kampfwoche „Jugend für den deutschen Sozialismus“ (>01.1949/ 2.9.46/ 15.5.53)
14.12. Reichstag akklamiert Gesetz
zur Neuordnung des Zeitungswesens
16.12. Frankfurt/M., Prof. Dr. med Paul Grosser’s dt.-jüd. Familie flüchtet nach Frankreich (u.a. schlugen zu-
vor „arische“ Mitschüler der Wöhlerschule seinen 8jährigen Sohn Alfred Grosser krankenhausreif, der
macht in Frankreich das baccalauréat, studiert und wird Soziologe, Politikwissenschaftler u. Publizist)
> verfolgte Schüler
18./19.12. Gesetz u. Verordnung zur Schaffung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung (dient u.a. der
Emigrantenvermögenskontrolle u. dem 1936-41 praktizierten dubiosen „Rückwanderer-Mark“ System)
21.12. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s Richtlinie zur Schulordnung macht „Heil Hitler“ als „Deutscher Gruß“ ab
01.34 in Schulen zur Pflicht: „Wo bisher der kath. Religionsunterricht mit dem Wechselspruch ,Gelobt
sei Jesus Christus’-,In Ewigkeit.Amen’ begonnen u. beendet wurde, ist der Deutsche Gruß zu Beginn
der Stunde vor u. am Ende der Stunde nach dem Wechselspruch zu erweisen“ > verfolgte Schüler
(>13.8.61)
27.12. Deutscher Anwaltsverein wird nach 62 Jahren liqidiert, das Vereinsvermögen übernimmt der BNSDJ
(1935 sind ca. 14 000 Anwälte BNSDJ-Mitgl.; 1989 sind die meisten der ca. 600 DDR-Anwälte/Diplom-
juristen - sie erfüllten politische Kriterien sozialistischer Begabtenförderung in
der Diktatur des
Proletariats an juristischen Kaderschmieden in Berlin, Potsdam, Leipzig, Halle, Jena - sozialistische
Rechtsanwaltskollegiums-Mitglieder) (>30.12.35/ 1936/ 07.1948/ 4.12.49/ 07.1958/ 7.8.90/ 30.8.90)
31.12. in 1933 wurden 64
Todesurteile, z.T. mit einem Handbeil vollstreckt, „Bund
Nationalsozialistischer
Deutscher Juristen“ zählt 80 000(!)
Mitglieder, 95% der Lehrer sind Mitglied im Nationalsozialistischen
Lehrerbund, es gibt ca. 50 KZ und 4
100 000 Arbeitslose, NS-Volkswohlfahrt („Braune Schwestern“)
wird reichsweite Organisation, die
Hitler-Jugend entwickelt sich zum semistaatlichen Jugendverband
mit ca. 2 300 000 Mitgliedern,
NS-Frauenschaft hat ca. 850 000 Mitgl., BDM „Bund Deutscher Mädel“
hat 593 000 Mitgl. > verfolgte Schüler, ca. 37 000 jüdische
Bürger flüchten
1934
„Jahr der Schulung“ (Ausbildung v. ca. 12 000 Hitler-Jugend- und ca. 24 000 Jungvolk-Führern),
Reichsjugendführung veröffentlicht erste Auflage von „HJ im Dienst“ (>1952),
Trude Mohr
wird Nachfolgerin Lydia Gottschewskis als Reichsreferentin des „Bund Deutscher
Mädel“,
„Jahrbuch der Caritaswissenschaft": „Echter Caritasdienst muß Dienst der Rassenhygiene sein, weil
nur durch die Aufartung des Volkes auch die beste Grundlage für die Ausbreitung des Reiches Gottes
auf Erden geschaffen wird.“,
„Das Singeschiff“
Liederbuch der kath. Jugend (2.Auflage), Vorwort v. Ludwig Wolter,
Generalpräses
der kath. Jugend „Nun soll ein
zweites Singeschiff vom Ufer stoßen und hinausfahren, die deutschen
Ströme und Flüsse entlang, in
sturmfroher Wikingfahrt, junge Herzen erobern. Dieses zweite Singe-
schiff…trägt ein feldgraues Gewand,
ein Soldatengewand…Neue kämpferische Zeit ist angebrochen.
Es geht um Freiheit und Ehre des
Vaterlandes…So laßt uns singen als rechte Soldaten des Vater-
landes und des Gottesreiches…Du junge
Mannschaft, Heil dir und glückliche Fahrt“
02.01. „Der Brunnen“ (Düsseldorf) „Wie turmhoch steht Horst Wessel über diesen Jesus von Nazareth!...Wie
unerreichbar hoch“ (>13.8.61)
05.01. Ministerial-Verordnung zum Wechselspruch beim kath. Religionsunterricht (bisher zu Beginn u. Ende:
„Gelobt sei Jesus Christus - in Ewigkeit Amen“ muß nun zu Beginn „Heil Hitler! Gelobt sei Jesus
Christus - in Ewigkeit Amen“ und am Ende „Gelobt sei Jesus Christus - in Ewigkeit Amen, Heil Hitler!“
gesagt
werden („Hitler ist der Anfang UND das Ende“) > verfolgte Schüler
10.01. Leipzig, Martinus van der Lubbe wird auf grund eines Fehlurteils hingerichtet (>20.12.50/ 26.6.81)
11.01. jüdische Student(Inn)en
dürfen nur noch in Ausnahmefällen promovieren
> verfolgte Schüler
15.01. Freie Stadt Danzig; der Hohe Kommissar des Völkerbundes (Danzig’s Schutzmacht) Helmer Rosting
(Dänemark) wird von Sean Lester (Irland) ersetzt (bis 1945 gibt Irland nur ca. 70 jüd. Flüchtlingen
Asyl; 1943 schlägt H. Rosting als dän. Rot-Kreuz-Direktor dem Reichsbevollmächtigten Dr. W. Best
einen Tausch dän. Juden gegen dän. Kriegsgefangene vor) (>28.5.33/ 14.10.33/ 1.3.37/ 2.10.43)
17.01. Dr.-Ing. F. Porsche GmbH’s „Exposé betreffend Bau eines Deutschen Volkswagens“ an Reichs-
verkehrsminister Paul Freiherr v. Eltz-Rübenach (>7.3.34/ 8.5.34/ 22.6.34/ 30.1.37)
18.01. Leipzig, Reichsgericht urteilt im Namen des Deutschen Volkes im Falle von Unzucht/„Missbrauch“
durch einen Hitlerjugend-Führer u.a. „Nach dem Willen des Staates tritt die Hitlerjugend als zumindest
gleichwertige Erziehungseinrichtung neben die Eltern…Durch die Führer der HJ soll die gesamte
Lebensführung der deutschen Jugendlichen im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung
beeinflußt und die Jugend im Geiste des neuen Staates erzogen werden…“ (>14.12.34/ 2.4.35/
11.8.37/ 11.9.37/ 13.3.42/ 15.6.54/ 2.10.54/ 25.4.57)
20.01. Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit; „§ 1 Im Betriebe arbeiten der Unternehmer als Führer des
Betriebes, die Angestellten u. Arbeiter als Gefolgschaft gemeinsam zur Förderung der Betriebszwecke
und zum gemeinsamen Nutzen von Volk und Staat...§ 18(1) Für größere Wirtschaftsgebiete, deren
Abgrenzung der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister und dem
Reichsminister des Inneren bestimmt, werden Treuhänder der Arbeit ernannt. Sie sind Reichsbeamte
u. unterstehen der Dienstaufsicht des Reichsarbeitsministers..§ 65 Folgende Gesetze u.Verordnungen
treten außer Kraft: 1. Das Betriebsrätegesetz.., 2. Das Gesetz zur Betriebsbilanz.., 3. Das Gesetz über
Entsendung v. Betriebsratsmitgliedern in den Aufsichtsrat, 4. Das Gesetz über Betriebsvertretungen,
6. Die Tarifvertragsordnung.., 7. Die Verordnung über das Schlichtungswesen...“ usw.,
„Junge Kirche“ „Die Hannoversche Landeskirche hat...in Bevensen bei Uelzen eine Theologenschule
errichtet, die in Anwesenheit des Landesbischofs D. Marahrens und zahlreicher Ehrengäste eröffnet
wurde. Vizepräs. Hahn von der Hannoverschen Kirchenregierung...erklärte: ,Es darf um des Volkes
und um der Kirche willen nicht mehr möglich sein, daß Geistliche dem jungen Deutschen, der im
Braunhemd marschiert, verständnislos oder gleichgültig gegenüberstehen. Für die Kirche im National-
sozialistischen Deutschland ergibt sich deshalb die Forderung: die Diener der Kirche, die national-
sozialistischen Gemeinden und einer nationalsozialistischen Jugend dienen wollen, müssen National-
sozialisten sein. Demgemäß sollen die Lehrgänge der Theologenschule unter Leitung eines
bewährten SA-Führers stehen.“,
„Deutsche Richter-Zeitung“ „Kameraden der Rechtsfront! Wie das Jahr 1933, steht auch das Jahr
1934, das zweite Jahr des Sieges der heldischen Idee des Nationalsozialismus, eingemeißelt in der
Geschichte des deutschen Volkes als ein Jahr gewaltigen Aufbaus…Auch uns nationalsozialistische
Rechtswahrer brachte es einen gewaltigen Schritt unserem großen Ziel näher. Wir haben nicht nur
alle deutschen Juristen um die Fahne des Führers versammelt. Wir durften schon die Fundamente der
Gesetzgebung legen, auf der das 1000jährige Rechtsreich des Nationalsozialismus errichtet wird. Die
heiligen Werte unserer Altvorderen: Rasse, Blut und Boden, Ehr und Wehr treten wieder in den
Vordergrund all unseres Rechtsdenkens und Rechtswirkens und verdrängen den heuchlerischen
Geist der marxistisch-liberalistischen Verfallzeit endgültig aus unserem Rechtsleben.“,
„Der Tag“ über HJ-Bannfahnen-Weihe in Potsdam u.a. „Wo die ganze Jugend einig wird, hat auch die
konfessionelle Jugend das moralische Recht ihres Sonderdaseins verloren. Die jungen Deutschen
sollen sich nicht auf der Grundlage eines konfessionellen Bekenntnisses zusammenschließen,
sondern auf der Grundlage ihres Deutschtums.“ (>24.11.54/ 30.11.54)
21.01. Hitler-Architekt Ludwig Troost stirbt, Nachfolger wird Albert Speer (1931 NSDAP, Mitgl. Nr. 474 481,
1933 Amtsleiter für die künstlerische Gestaltung von Großkundgebungen in der Propagandaleitung, er
entwirft u.a. die RM 90 000 000 Neue Reichskanzlei u. das RM 700 000 000 Steuergelder teuere
NSDAP-Reichsparteitags-„Zeppelinfeld“ in Nürnberg) (>8./14.9.36/ 30.1.37/ 29.4.38/ 2.8.38/ 14.9.38)
24.01. Potsdam, HJ-Großkundgebung zu HJ’ler Herbert Noskus 2.Todestag mit 342 HJ-Bannfahnenweihen
in der Ganisonskirche
26.01. Deutsches Reich und Polen unterzeichnen 10jährigen Nichtangriffspakt (>14.4.39/ 28.4.39)
26.1./10.2. UdSSR; Moskau, KPdSU-„Parteitag der Sieger“
01. Feldafing, Eröffnung der „Nationalsozialistischen Deutschen Oberschule Starnberger See“ der SA,
ca. 6 000 Aufnahmeanträge in 1934(!), Leiter u.a. Julius Goerlitz, Hans Simons, kath. Religionslehrer
ist SA-Mitgl. Josef Roth (Pfarrer in Kardinal v. Faulhaber’s Erzdiözese München-Freising, ab 08.1935
Referatsleiter für kath. Angelegenheiten im Reichskirchenministerium, 1.4.36 Ministerialrat, später
Ministerialdirigent, er wird nie laisiert, suspendiert o. wie 1949/50 mittels Antikommunismus-Dekreten
exkommuniziert), Zugangskriterien: arische Abstammung, körperliche und schulische Leistung,
Charakter, jede Kadetten-Klasse ist als SA-Sturm zusammengefaßt - „nie fiel ein ,Feldafinger’ bei der
Abschlussprüfung durch“, wird 1939 „Reichsschule der NSDAP Feldafing“; Schüler u.a. „Frankfurter
Rundschau“-Chef Werner Holzer, „ZEIT-Magazin“-Chef Jochen Steinmayr, „Gruner+Jahr“-Heraus-
geber und „Eltern“-Chefredakteur Otto Schuster, „Deutsche Bank“-Chef Dr. Alfred Herrhausen, Autor
Hans Fischach, TUI-/Touropa-Touristikspezialist Ernst Esser u. Priester-Pädagoge Martin Bormann Jr.
(sie erfüllten die politischen Kriterien
nationalsozialistischer
Begabtenförderung der Diktatur
des Faschismus) (>10.12.40/ 03.1948/ 1.7.49/ 28.7.50/ 29.6.51/ 1.9.56/ 21.11.83/ 25.8.89/ 30.11.89),
Hirschberg/Schlesien, Gotthardt Feist
(KPD, Vater der späteren Margot Honecker) wird verhaftet und
wg. Vorbereitung zum Hochverrat im
Namen des Deutschen Volkes zu 2¾ Jahren Haft verurteilt (ohne
neues Gerichtsurteil ist er bis
04.1939 in den KZ Lichtenburg/Torgau und Buchenwald in „Schutzhaft“)
30.01. Reichstag akklamiert Gesetz
über den Neuaufbau des Reiches („Verreichlichung“, Auflösung der
Länderparlamente - auch der bayr.
Landtagspräsident und Staatsminister Hermann Esser (ex-SPD,
NSDAP-Mitgl. Nr. 2) verliert eine
Aufgabe, er wird 1934 Passionsspiele Oberammergau-Schirmherr,
1939 Autor „Die jüdische Weltpest“, Staatssekr. im Reichspropagandaministerium)
(>14.2.34/ 23.7.52)
31.01. Chef der Heeresleitung und
NSDAP-Gegner Generaloberst Kurt Freiherr v. Hammerstein-Equord tritt
zurück (am 1.2. wird Generalleutnant
Werner Freiherr v. Fritsch zum Nachfolger ernannt) (>24.1.1938)
01.02. Berlin, John Schehr (ex-KPD-MdR und Thälmann-Vertreter) wird gemeinsam mit Eugen Schönhaar,
Rudolf Schwarz u. Erich Steinfurth (alle KPD) von Gestapo-Beamten „auf der Flucht“ erschossen (ihre
Leichen werden im Potsdamer Forst gefunden) (>03.1946/ 12.9.92)
04.02. Tschechoslowakei;
„Neuer Vorwärts“ ex-SPD-MdR u. KZ Oranienburg Häftling Gerhart Seger „Welch
ein Meer von Tränen, welch ein
Gebirge von Hass haben die Nationalsozialisten mit der Einrichtung
von KZ erzeugt! Welch eine
schreckliche Reihe von Todesopfern…die bei lebendigem Leibe buch-
stäblich zerschlagen worden sind…es
ist unsagbar grauenhaft und es ist fast zum Verzweifeln, daß
das mitten im Herzen Europas geschen
kann.“
08.02. „Deutsche Zeitung“
erscheint mit Beilage-Artikel „Das Erbe der Schwarzen Schmach“ (>7.2.1935)
12.02. Österreich; Regierung Dr. Dollfuß verbietet Sozialdemokratische Arbeiterpartei
14.02. Gesetz über die Auflösung des Reichsrates (die DDR löst die Länderkammer am >8.12.58 auf)
16.02. Gesetz zur Überleitung der Rechtspflege auf das Reich (der Reichspräs. erhält das Begnadigungs-
und das Niederschlagungsrecht für anhängige Strafsachen) deutsche Gerechtigkeit (>5.12.34),
Reichslichtspielgesetz unterstützt Reichspropagandaministers Ministerialrat Dr. Ernst Seeger bei
Ausrichtung und Zensur deutscher Filmschaffender auf „nationalsozialistisches Empfinden“,
Berlin, Sondergericht verurteilt den Kommunisten Richard Hüttig wg. schweren Landfriedensbruch u.
versuchten Mord im Namen des Deutschen Volkes zum Tode, die Tat war dem unbewaffneten H.
nicht nachzuweisen (R. Hüttig wird am 14.6. mit einem Handbeil in Plötzensee hingerichtet) (>9.9.51),
Lübeck, Bugenhagenhaus, ev. Dompastor Helmut Johnsen „übergibt“ dem Lübecker HJ-Führer
Horst Wegner 924 Ev. Jugend-Mitglieder (Zitat Johnsen: „Lübeck ist das erste Land, in dem die Ein-
gliederung restlos durchgeführt ist…Deutschland über alles - evangelisch bis in den Tod.“) (>15.11.34)
17.02. nach dt. Boykott u.
„1000-Mark-Sperre“ der österreich. Grenze verfassen Großbritannien, Frankreich
u. Italien „Deklaration zur
Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit und Integrität Österreichs“ (>25.7.34)
24.02. Gertrud Scholtz-Klink (1928 NSDAP, 1930 NS-Frauenschaft-Leiterin, 1934 weibl. Arbeitsdienst-
Leiterin) wird Reichsführerin der NS-Frauenschaft und des Dt. Frauenwerkes (>25.8.34/ 1.3.39)
26.02. Berlin, Verhaftung von KPD-Mitgl. Ernst Engelberg 4 Tge. nach Verteidigung seiner Dissertation (am
17.10.34 wird er wg. Vorbereitung zum Hochverrat im Namen des Deutschen Volkes zu 1½ Jahren
Haft verurteilt, geht 1935 in die Schweiz, 1940 in die Türkei, kommt 1948 in die SBZ zurück, wird SED-
Mitgl., PH Potsdam-Dozent, 1949 Uni. Leipzig-Professor - der „Kämpfer gegen den Faschismus“ wird
u.a. mit Vaterländischen Verdienst- u. Karl Marx-Orden geehrt) > verfolgte Schüler (>18./19.3.58)
27.02. Regierung beschliesst Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus d. Wirtschaft (>27.11.34) u.
Gesetz über die Feiertage („Christi Himmelfahrt“ wird auch Herrentags-Bollerwagenfahrer-Feiertag,
Volkstrauertag - 5.Sonntag vor Ostern - wird „Heldengedenktag“, ab 1939 auch „Tag der Wehrfreiheit“
in Erinnerung der Wiedereinführung allgemeiner Wehrpflicht am 16.3.35) (>23.2.37/ 21.10.39/ 4.3.41/
25.6.42/ 23.8.42/ 20.7.44/ 11.3.45/ 7.7.56/ 24.1.62)
28.02. Fastenhirtenbrief vom Bischof von Osnabrück Dr. Wilhelm Berning betont, daß „das neue Reich die
Gottlosigkeit des Bolschewismus niedergerungen hat.“,
Reichswehrmin. v. Blomberg’s Erlaß zur Geltung des Arierparagraphen für die Reichwehr (>25.5.34)
03. Aachen, die 4jährige Anne Frank reist zu ihrer 1933 in die Niederlande emigrierten Familie (>4.8.44),
Gründung des Hitler-Jugend-Streifendienst (blau-schwarze Armbinde mit aufgesticktem gelbem
„HJ-Streifendienst“ unter HJ-Personalchef Heinz Hugo John und Heinrich Lüer) (>1.5.34/ 12./15.5.59),
Berlin, KPD-Mitgl. Karl Maron flieht nach Dänemark (1935 UdSSR, Komm. Internationale, 1943-45
NKFD-Redakteur „Freies Deutschland“, 1945 m.Gruppe Ulbricht in Berlin)(>30.4.45/ 17.6.53/ 10.2.56),
„Der Stürmer“ „Rassenschande -
Wohlwertjude Steinitz schändet seine Verkäuferinnen…“
02.03. Freiburg, kath. Erzbischof
Dr. Conrad Gröber (seit 1934 „Förderndes Mitglied der SS“, fordert in
„tunlichster Bälde Verhandlungen
aufzunehmen mit dem Zwecke, die katholische Jugend in die Hitler-
Jugend einzureihen…Die katholischen
Organisationen sollen die Führerschulen für die katholische
Hitler-Jugend bilden.“ > verfolgte Schüler
04.03. Eingliederungsgottesdienst der ev. Jugendverbände, ev. Reichsjugendpfarrer Karl Friedrich Zahn:
„Die Kirche läßt ihre Jugend freudig mitmarschieren unter den Fahnen des Dritten Reiches, und die
Hitler-Jugend sieht fortan an der Kirche und ihrer Jugendarbeit nicht mehr einen Feind, sondern
einen guten Freund.“ > verfolgte Schüler
06.03. Berlin, Avus, Hans Stuck fährt mit Auto-Union-Rennwagen mehrere Weltrekorde (>8.5.34/ 15.7.34),
Reichsärzteführer Dr. Wagner verpflichtet alle dt. Ärzte den im J. F.Lehmann Verlag veröffentlichten
GVeN-Kommentar von Dr. Arthur Gütt, Dr. Ernst Rüdin und Dr. Falk Ruttke sowie Kommentaren über
„Eingriffe zur Unfruchtbarmachung des Mannes und zur Entmannung“ von Prof. Dr. Erich Lexer und
„Eingriffe zur Unfruchtbarmachung der Frau“ von Prof. Dr. Albert Döderlein zu kaufen
07.03. „Autonarr“ Hitler eröffnet
24.Int. Automobilausstellung und fordert Auto für „einfachen Mann“ (>9.3.34)
08.03. Amtsgericht Berlin
verurteilt im Namen des Deutschen Volkes den Schauspieler Heinz Rühmann wg.
Devisenvergehen zu hoher Geldstrafe
(>19.11.38/ 22.5.79)
09.03. „Leipziger Neueste
Nachrichten“ „Schafft den deutschen Volkswagen“ (>8.5.34/ 22.6.34/ 28.5.37)
15.03. Erstes
Erbgesundheitsgericht in Berlin ordnet im Namen des Deutschen Volkes innerhalb
von zwei
Monaten 325 Sterilisationen an,
volkstümlicher Namen des medizinischen Eingriffs: „Hitlerschnitt“
(im gesamten Dt. Reich werden bereits
im ersten Jahr 43 775 Menschen sterilisiert)
16.03. München, Blumenschule,
nationalsozialistischer Diktattext u.a. „Wie Jesus die Menschen von der
Sünde und Hölle befreite, so rettete
Hitler das deutsche Volk vor dem Verderben. Jesus und Hitler
wurden verfolgt, aber während Jesus
gekreuzigt wurde, wurde Hitler zum Kanzler erhoben. Während
die Jünger Jesu ihren Meister
verleugneten und ihn im Stiche ließen, fielen die 16 Kameraden für
ihren Führer…“ > verfolgte
Schüler (>15.1.55)
23.03. Gesetz über
Reichsverweisungen (1.reichseinheitl. Ausweisungsgesetz für Ausländer u.
Staatenlose,
die sich „staatsfeindlich
betätigen" bzw. „die innere oder äußere Sicherheit des Reiches
gefährden")
24.03. „Junge Kirche“ berichtet, daß Pfarrer Wilhelm Niemöllers berühmter Bruder Martin Niemöller dem
Reichsbischof Ludwig Müller entgegenhielt: „...daß ich nicht die Gewähr dafür biete, daß ich jederzeit
rückhaltlos für den nationalen Staat eintrete - dieser Beweis dürfte Ihnen schwer fallen.“ (Martin
Niemöller sagt 1938 vor Sondergericht, seit 1924 stets die NSDAP gewählt zu haben!),
29.03. zweite Ausbürgerungsliste mit 35 Namen u.a. J. R. Becher, Prof. A. Einstein, O. Graf, M. Seydewitz
01.04. Erlaß betreffend Einführung
von einem „Landjahr“ für Volksschulabgänger, 9monatige unbezahlte
Landarbeit „zwecks Vertiefung der
seelischen Verbundenheit“. NSDAP-Mitgl. und Ministerialrat im
preuß. und im
Reichserziehungsministerium Dr. Rudolf Benze (später SS-Sturmbannführer und
Leiter
„Deutsches Zentralinstitut für
Erziehung und Unterricht“, in der BRD Mitgl. von Pestalozzi-Gesellschaft
und Gauß-Gesellschaft) schreibt in
der Zeitschrift „Nationalpolitische Erziehung im Dritten Reich“ das
Landjahr soll „rassisch erbgesunde
Jungen und Mädchen der Groß- und Industriestädte nach…
Entlassung aus der Volksschule in
Lagern zusammenfassen, um sie den Segen von Blut und Boden
erleben zu lassen.“ > verfolgte
Schüler,
Text aus deutschem
Erstklässler-Schulbuch: „Mein Führer! (Das Kind spricht:)
Ich kenne dich wohl und habe dich
lieb
wie Vater und Mutter.
Ich will Dir immer gehorsam sein
wie Vater und Mutter.
Und wenn ich groß bin, helfe ich dir
wie Vater und Mutter.
Und freuen sollst du dich an mir
wie Vater und Mutter.“
Text aus Fünftklässler-Schulbuch: „Zu
Nürnberg, der alten Reichsstadt, findet alljährlich die Heerschau
des deutschen Volkes statt, wenn die
braunen Kolonnen der Bewegung, die feldgrauen Einheiten der
Wehrmacht und die Hunderttausende aus
dem deutschen Volke zu den großen Parteitagen der
NSDAP hinströmen.“ (>1.9.49/
1.9.58)
04.04. Erlaß betreffend die Beschränkung des Besuchs der höheren Schulen > verfolgte SchülerInnen
(z.B. erhalten von 10 000
Abiturientinnen des Jahrgangs nur 1 500 eine Studienberechtigung)
07.04. NS-Volkswohlfahrt gründet „Hilfswerk Mutter und Kind“ zur Verdrängung kirchl. Hilfsdienste speziell
bei der Betreuung „erbtüchtiger“ bedürftiger Frauen u.a. durch Pflegedienste Brauner Schwestern der
NS-Schwesternschaft, Müttererholungsheime, Erntekindergärten u. Kindertagesstätten usw. in denen
Kinder mit Texten wie „Bin ich erst groß und nicht mehr klein, werd' ich Soldat des Führers sein!“ die
politischen Ziele der NSDAP bereits vor Eintritt in die HJ erlernen (>12.12.50/ 15./17.1.59/ 14.9.61),
Marienkirche Leipzig, Schreiben d. Pfarramtes an die Superintendentur Leipzig: „Über die Rundfrage
über Bastarde wird hier gemeldet, daß in hiesiger Gemeinde nur ein Fall bekannt ist. Es handelt sich
um das unehelige Kind der xxx. Das Kind heißt xxx und ist xx.xx.1925 geboren Der Vater ist ein
Zigeuner.“ > verfolgte Schüler (>17.3.82)
04. Sondergericht Hamburg verhandelt gegen ca. 50 vom Ersten Staatsanwalt Dr. jur. Heinrich Jauch wg.
des bewaffneten Überfalls „Roter Marine“-Mitgl. am 21.2.33 auf den SA-Treff Adlerhotel, wg. Mordes
u. anderer Straftaten angeklagte Kommunisten, u.a. werden viele wie Richard Krebs alias Jan Valtin
zu langen Haftstrafen u. u.a. Johnny Dettmer, Hermann Fischer, Arthur Schmidt u. Alfred Wehrenberg
zum Tode verurteilt (und am 19.5.34 von Scharfrichter Carl Gröpler mit dem Handbeil enthauptet),
Thüringen, Suhl, dem inhaftierten deutsch-jüdischen Unternehmer Arthur Simson wird die Zustimmung
zur Arisierung / Enteignung seiner Fahrzeug- und Waffenfabrik abgepresst,
Oberschlesien, Ratibor, Gymnasium, Professorensohn u. Halbwaise Herbert Hupka legt das Abitur ab,
(der
„Mischling 1.Grades“ erfüllt die
politischen Kriterien nationalsozialistischer
Begabtenförde-
rung weil er die jüd. Mutter verschweigt, Germanistik- u. Geschichtsstudium Halle / Leipzig, Promotion
1940, Wehrmacht, 1943 wird Leutnant Hupka wg. Verschweigens seiner halbjüd. Herkunft von Kriegs-
gericht zu 1 Jahr Haft verurteilt u. wehrunwürdig aus der Wehrmacht ausgestossen, die Mutter wird ins
KZ Theresienstadt deportiert u. 1945 von sowjet. Truppen befreit, Dr. H. wird am 14.10.45 aus Ratibor
vertrieben, 1945-58 Journalist, 1955-72 SPD, 1959-90 Kuratorium Unteilbares Deutschland, 1969-72
SPD-MdB, 1972-87 CDU-MdB) (>22.3.35/ 04.1940/ 8.5.45/ 24.11.48/ 10.7.45/ 23.2.72)
12.04. Rechsinnenmin. Dr. Wilhelm Frick’s erster Erlaß über die Schutzhaft (>25.1.38)
19.04. Pfarrerssohn Dr. jur. August Jäger (NSDAP) wird Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche
20.04. Reichsführer SS H. Himmler
wird stellvertr. Chef der Geheimen Staatspolizei in Preußen
24.04. Gesetz zur Änderung von
Vorschriften des Strafrechts und Strafverfahrens (führt zur Schaffung des
Volksgerichtshofes) (>14.7.34/
18.4.36/ 16.9.39/ 21.2.40),
25.04. Reichsschrifttumskammer
veröffentlicht erste „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“
(in der DDR wird „Schundliteratur“
von der „Auffangstelle für anti-demokratischen Schriftverkehr“ bzw.
der „Stelle 12“ von Zoll oder
Postzensur konfisziert) (>3.11.76)
28.04. Anordnung des Deutsche ArbeitsFront-Führers Dr. Robert Ley: „Es besteht Veranlassung, darauf hin-
zuweisen, daß Mitglieder anderweitiger Berufs- und Standesorganisationen, insbes. konfessioneller
Arbeiter- und Gesellenvereine, nicht Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sein können. Wo
Doppelmitgliedschaft…besteht, ist die Mitgliedschaft zur DAF sofort zu löschen.“ (>10.2.37)
05. Luftwaffestabschef Walther Wever fordert zur
Ausschaltung künftiger entfernter strategischer Ziele im
Osten die Entwicklung des Langstrecken-„Ural Bombers“ (>10.3.35/ 22.6.41/ 5.2.59),
„Der Stürmer - Deutsches Wochenblatt zum Kampfe um die Wahrheit“ (Sondernummer 1/ Ritualmord-
Nummer) „Jüdischer Mordplan gegen nichtjüdische Menschheit aufgedeckt…Der Verdacht, in dem die
Juden stehen, ist der des Menschenmordes. Sie werden bezichtigt, nichtjüdische Kinder und nicht-
jüdische Erwachsene an sich zu locken, sie zu schlachten und ihnen das Blut abzuzapfen. Sie werden
bezichtigt, dieses Blut in die Mazzen (ungesäuertes Brot) zu verbacken…“
01.05. Berlin, „Die Jugend grüßt den Arbeiter und Führer“ zum „Tag der nationalen Arbeit“ (>11.10.49),
Erlaß zur Gründung des Reichministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung unter
preuß. Kultusmin. Dr. phil. Bernhard Rust > verfolgte Schüler,
Aufklärungsamt für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege wird „Rassenpolitische Amt der NSDAP“
unter Dr. Walter Groß (1925 NSDAP, 1932 NS-Ärztebund-Leitung, 1935/37 Kaiser-Wilhelm-Institut für
Anthropologie Kuratorium/Senator, 1936 MdR, Prof. h.c., 1945 Suizid) mit „Neues Volk - Blätter, später
Monatshefte des Rassenpolit. Amtes der NSDAP“ (hier veröffentlicht Anthropologe Dr. Wolfgang Abel
1934 seine Schmähschrift „Bastarde am Rhein“) (>11.3.35/ 23.3.35/ 7.2.35/ 7.3.36/ 1937/ 1.2.43),
„Der Stürmer“ „Jüdischer Mordplan gegen die nichtjüdische Menschheit aufgedeckt“,
Einsatzbeginn von Hitler-Jugend-Streifendienst zur Überwachung u. Disziplinierung (>12./15.5.59),
Polen; ex-KPD-Mitgl., ex-Gerichtsreferendar und „Breslauer Neueste Nachrichten"-Korrespondent in
Warschau wird NSDAP-Mitgl. 3 453 917 (1935-39 wissenschaftl. Hilfsarbeiter Dt. Botschaft Warschau
u. sowjet. „Kundschafter des Friedens“, 1939-41 stellv. Leiter der handelspolit. Abt. unter Botschafter
v. d. Schulenburg in Moskau, 1941-43 Legationssekr. unter Außenmin. v. Ribbentrop, 04.1943 Wehr-
macht, 01.1945 „Übertritt“ zur sowjet. Armee, 1945 stellv. u. 1949 Chefredakteur „Berliner Zeitung",
1946 SED, 1950-51 stellv. Chefredakteur „Neues Deutschland“, 1951-52 Chefred. „Die Wirtschaft",
ab 1955 pers. Mitarbeiter Walter Ulbrichts, 1959 Gesandter, 1967-71 SED-ZK-Kandidat, 1973-76 Ltr.
DDR-Vertretung bei UN Genf, einer „Unserer Besten“ wird natürlich auch vielfacher deutscher Träger
des Vaterländischen Verdienstordens der DDR) (>10.8.44/ 30.9.46/ 15.6.61)
02.05. Erlaß betreffend Einführung des „Hauswirtschaftlichen Jahres“ für Nicht-Abiturientinnen (>20.4.1938),
Gründung „Zentralbüro des Politischen Polizeikommandeurs der Länder“ unter Preußens stellv.
Gestapo-Chef H. Himmler (>2.5.35/ 1.12.47)
03.05. Wiesbaden, Hitlerjugend Bann 80-„Verpflichtungserklärung“ u.a. „Die Hitlerjugend tritt heute mit der
Frage an Dich heran: Warum stehst Du noch außerhalb der HJ?...Bist Du für den Führer und somit für
die Hitlerjugend, dann unterschreibe die anliegende Aufnahmeerklärung. Bist Du aber nicht gewillt, der
HJ beizutreten, dann schreibe uns dies auf der anliegenden Erklärung…“ (>31.12.34)
05.05. Gründung Kolonialpolitisches Amt der NSDAP unter SA-Obergruppenführer Franz Xaver Ritter v. Epp
(>14.6.35/ 12./14.5.37/ 10.4.38/ 13.2.39),
UdSSR / Polen verlängern sowjet.-polnischen Nichtangriffspakt bis 31.12.45 (>23.8.39/ 17.9.39)
08.05. Reichverband der Automobilindustrie-Präs. Dr. Robert
Allmers u.-Generalsekr. Wilhelm Scholz treffen
zur „Volkswagen-Frage“ u.a. Ernst
Hagemeier (Adler), Paul v. Buttlar (BMW), Wilhelm Kissel (Daimler-
Benz) u. Auto-Union (Carl Hahn) (das
kath. NSDAP-Mitgl. Dr.-Ing. Carl Hahn kritisiert Pläne. Direktors-
sohn u. Hitler-Jugend-Mitgl. Carl
Hahn jun. erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer
Begabtenförderung
u. später die finanziellen Kriterien
demokratischer Begabtenförderung, 1946
Abitur Chemnitz/ SBZ, 1946-51 Studium
Köln/ Zürich/ Bristol (er erfüllt
finanziellen Kriterien demo-
kratischer
Begabtenförderung), 1952 Promotion, 1982 VW-Vorstandvorsitz.) (>22.6.34)
13.05. Berlin, HJ-Führer Hartmann Lauterbacher (geb. Österreich) wird Hitler-Jugend-Stabsführer (>6.4.45)
15.05. Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes – verhindert
Landflucht und freie Arbeitsplatzwahl
18.05. Gesetz zur
Reichsfluchtsteuer von 25% reduziert Vermögens-Freigrenzen von RM 200 000 auf
RM 50 000 für die von
Auswanderungswilligen zu zahlenden hohen Abgaben, statt RM 10 000 dürfen
nur noch RM 2 000 mitgenommen werden,
das restl. Vermögen muß auf Sperrkonto (ab 14.4.38 auch
in Österreich) „Juden dürfen kein
deutsches Kulturgut mitnehmen, wenn sie auswandern.“
21.05. ex-Reichskanzler u. Zentrum-Vors. Dr. Heinrich Brüning flüchtet über die Niederlande nach Groß-
britannien (1935 USA, 1939-51 Professor Harvard University, 1945 IMT-Gegner, 1947/48 Gast-
professur Köln, NS-Persilschein-Schreiber, 1951-55 Professor Uni. Köln, 1955-70 USA) (>13.3.91)
24.05. Reichswehrmin. W. v.
Blomberg’s Erlass zu „Die Wehrmacht und der Nationalsozialismus“ u.a.: „Der
Nationalsozialismus leitet das Gesetz
seines Handelns aus den Lebensnotwendigkeiten des ganzen
Volkes und aus der Pflicht zu gemeinsamer
Arbeit für die Gesamtheit der Nation ab. Er beruht auf der
Idee der Blut- und
Schicksalsgemeinschaft aller deutschen Menschen. Daß dieses Gesetz auch die
Grundlage der dienstl. Arbeit des
deutschen Soldaten ist u. bleiben muß, ist unbestritten…“ (>3.8.34)
27./30.5. Dresden, „Sachsen
umjubelt den Führer“ beim Besuch der Reichs-Theaterfestwoche (>29.5.34)
28.05. Coburg, Schloß Hohenfels,
Eröffnung der Reichsschule der NS-Frauenschaft
29.05. „Dresdner Anzeiger“ „Die
Liebe zum Führer, den wir heute jubelnd begrüßen konnten…hat Hundert-
tausende auf den Straßen warten
lassen“ (zur 1.Reichs-Theaterfestwoche vom 27.5.-3.6. ist D. ein
Hakenkreuzflaggenmeer, gedrängt
grüssen u.a. NSKK-Flaggenabordnungen und Bürger ihren Führer
mit gestrecktem rechten Arm u.
rythmisch-frenetischen „Heil“-Rufen (nie recherchiert wird wieviele von
ihnen nach 1949 SED-Regierenden und
am 19.12.89 unter jenen 200 000 Theaterplatzbesuchern
sind, die Erich Honecker und zwischen
Flughafen und Frauenkirche Dr. Helmut Kohl zujubeln)
29./31.5. W.-Barmen, Bekenntnissynode verabschiedet Barmer (Theologische) Erklärung auf Entwurfsbasis
des Schweizer Theologen Karl Barth, die 10 Thesen gegen die Deutschen (Ev.) Christen sind u.a.: (1)
„Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne u. müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer
und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse u. Mächte, Gestalten u. Wahr-
heiten als Gottes Offenbarung anerkennen. (2) „Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche
unseres Lebens in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche,
in denen wir nicht der Rechtfertigung u. Heiligung durch ihn bedürften.“ (3) „Wir verwerfen die falsche
Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem
Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.“ (4)
„Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne u. dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst be-
sondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben und geben lassen…“ (>2./6.7.1971)
07.06. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß zur „Staatsjugendtag"-Einführung, schulfreier Sonnabend „für die
Erziehung der Schuljugend im nationalsozialistischen Staat“ (HJ-Dienst u.-Schulung, Schulunterricht
für restl. Schüler, zeitnah: HJ-Vertrauenslehrer-Einführung - für die DDR-Staatsjugend werden FDJ- u.
Pionier-Nachmittage geschaffen und an den Schulen werden Pionierleiter und FDJ-Sekretär benannt)
(>19.1.51) > verfolgte Schüler
16.06. „Der Erbarzt“ (Redakteur Dr. Otmar Freiherr v. Verschuer) ist Beilage zu „Deutsches Ärzteblatt“
17.06. Marburg, Vizekanzler v. Papen‘s u.a. von Edgar Jung verfasste, mit Dr. Goebbel‘s Veröffentlichungs-
verbot belegte Rede zur deutschen Revolution und „Verwilderung der politischen Sitten“(Dr. Jung wird
am 23.6. verhaftet u. am 1.7. ermordet, in den Tagen dazwischen ist v. Papen mit Dr. Goebbels beim
Deutschen Derby!) (>30.6.34/ 25.7.34)
19.06. Berlin, Landgericht unter Dr. Walter Böhmert verurteilt in Abwesenheit die KPD-Parteiselbstschutz-
mitgl.
Friedrich Bröde,
Polizeibeamten Paul Anlauf u. Franz Lenck am 9.8.31 auf dem Bülowplatz im Namen des Deutschen
Volkes zum Tode, 7 anwesende Angeklagte erhalten Haftstrafen (Mielke u.Ziemer flohen 1931 in die
UdSSR, andere später) (>26.10.38/ 30.6.46/ 7.2.47/ 8.2.50/ 1.11.57/ 16.11.58/ 19.2.82/ 26.10.93)
22.06. Reichverband der Automobilindustrie u. Dr.-Ing.
Ferdinand Porsche GmbH unterzeichnen Vertrag zur
Konstruktion des Volkswagens
24.06. Berlin, Bischof Bares, Generalvikar Steinmann, Prälat Banasch grüßen Katholikentag mit Hitler-Gruß,
Gau Koblenz-Trier, Reichsbildungsmin. Dr. Rust vor NSDAP-, HJ- und BDM-FührerInnen u.a. „Ich
werde nicht dulden, daß in deutschen Schulen Religion und Nationalsozialismus beleidigt werden
durch den Ruf: Heil unserem Führer Jesus Christus.“ > verfolgte Schüler (>13.8.61)
30.06. Röhm-Affäire/ -„Putsch“/„Nacht der langen Messer“ (in Zusammenarbeit Regierung u. Reichswehr) ist
Vorwand zum Mord u.a. mit Hilfe der Leibstandarte-SS Adolf Hitler an ca. 85 Menschen (12 davon
Reichstagsabgeordnete - andere Schätzungen gehen bis ca. 1 000 Menschen, Ernst Röhm’s SA hat
1934 ca. 4 500 000 Mitgl.) u.a. SA-Stabschef Röhm (von SS-Brigadeführer Theodor Eicke und SS-
Sturmbannführer
Edmund Heines, die Regimekritiker u. Jugendführer Dr. Fritz Beck, Adalbert Probst, Walter Häbich u.
Dr. Erich Klausener (der Leiter d. Katholischen Aktion wird in seinem Reichsverkehrsministeriumsbüro
v. SS-Hauptsturmführer Kurt Gildisch erschossen und die Kirche schweigt) als auch Dr. Fritz Gerlich,
Dr. Edgar Jung, Herbert v. Bose, Reichswehrgenerale a.D. Ferdinand v. Bredow u. Kurt v. Schleicher
mit Frau
(von Gestapo-Beamten ermordet), der
bayr. ex-Min.Präs. Gustav v. Kahr, Gregor Strasser,
Pater Dr. Bernhard Stempfle und „versehentlich“ der Münchner Musikkritiker Dr. Willi Schmidt
(>1.7.34/ 20.7.34/ 3.8.34/ 13.12.34/ 14.5.57),
„Extra=Blatt“ „Röhm verhaftet und abgesetzt…Befehl des Obersten SA-Führers Adolf Hitler…Der
Führer an den neuen Stabschef…Folgende sieben Verräter wurden bereits erschossen…“,
Reichsmarinewerft Wilhelmshaven, Stapellauf des dritten 16 000 t Panzerschiffes „Admiral Graf Spee“
(am 17.12.1939 versenkt) in Anwesenheit von Taufpatin Huberta v. Spee (>31.5.37/ 19.12.39),
Berlin, Dr. Max Winkler’s Cautio Treuhand GmbH kauft Ullstein-Verlag der jüd. dt. Brüder Franz, Hans,
Hermann, Louis, Rudolf Ullstein unter Wert u. überführt ihn in den NSDAP Franz-Eher-Verlag (>1937)
01.07. Reichspräsident P. v. Hindenburg dankt Reichskanzler A. Hitler für die Mordaktion: „…daß Sie durch
Ihr entschlossenes Zugreifen und den tapferen Einsatz Ihrer eigenen Person alle hochverräterischen
Umtriebe im Keim erstickt haben.“ (>2.8.34/ 18.8.34/ 20.1.45/ 1.7.77),
Reichswehrminister W. v. Blomberg preist Reichskanzler Hitler’s „soldatische Entschlossenheit“,
„Völkischer Beobachter“ „Die Säuberungs-Aktion des Führers im ganzen Reich durchgeführt!“
03.07. Reichsjustizmin. Dr.
Gürtner’s rückwirkendes Gesetz über Maßnahmen der Staatsnotwehr „Die zur
Niederschlagung hoch- und
landesverräterischer Angriffe am 30.Juni, 1. und 2.Juli vollzogenen Maß-
nahmen sind als Staatsnotwehr
rechtens. gez. Adolf Hitler, Dr. Wilhelm Frick“; legalisiert die Morde der
Röhm-Affaire (der kath. bayr.
Justizmin. Dr. Gürtner vereitelte 1923 gegen Recht u. Gesetz die Über-
stellung Hitlers, Ludendorffs u.
anderer Putschisten ans Reichsgericht und setzte sich für die NSDAP-
Wiederzulassung ein, Dr. Gürtners
Referent u. persönl. Beobachter beim Reichstagsbrand-Prozeß
>21.9.1933, Dr. Hans v. Dohnanyi
begleitet am 7.August den Reichsjustizminister zur Beisetzung von
Reichspräsident v. Hindenburg nach
Ostpreußen u. wird noch im Herbst ’34 Leiter des Ministerbüros)
(>2.8.34/ 14.10.36/ 4.9.38)
04.07. Berlin, Gestapo-Zentrale Prinz-Albrecht-Str., Theodor Eicke wird Inspektor der Konzentrationslager u.
Führer der SS-Totenkopfwachverbände (Zitat: „Es gibt nur eines, was Gültigkeit hat: der Befehl.“)
05.07. Gesetz über die Umwandlung von Kapitalgesellschaften (Steuerprivileg bei Wandlung von anonymer
Kapital- in Personengesellschaft; NS-Ziele u.a. Einheit von Haftung und Herrschaft) (>12.11.56)
13.07. Reichstag, Reichskanzler
Hitler zur Röhm-Affaire: „In dieser Stunde
war ich verantwortlich für das
Schicksal der deutschen Nation und
damit des deutschen Volkes oberster Gerichtsherr." (>30.1.1948)
07. Albert Derichsweiler wird Reichsführer Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund/NSDStB
14.07. Berlin, Preußenhaus, Vorstellung und Vereidigung der zum Zeitpunkt 32 Volksgerichtshofs-Mitglieder,
Präsident wird Dr. Fritz Rehn, Senatsvorsitzende werden Wilhelm Bruner und Dr. Eduard Springmann,
Anklagevertreter werden der durch seine Ermittlungen in den Luxemburg- /Liebknecht-Mordfällen ein-
schlägig bekannte ex-Reichsanwalt -seit 1933 NSDAP-Mitgl.- Paul Jorns sowie Oberstaatsanwälte Dr.
Felix Parrisius und Wilhelm Eichler. Gäste sind u.a. Reichsjustizmin Dr. Franz Gürtner, Reichsrechts-
führer Dr. Hans Frank, Reichsgerichtspräsident Dr. Erwin Bumke, Oberreichsanwalt Dr. Paul Werner,
Reichsverkehrsmin. Paul v. Eltz-Rübenach, Reichsführer SS Heinrich Himmler u. Staatssekr. Gottfried
Feder, Dr. Roland Freisler u. Erhard Milch (>2.8.34/ 18.2.35/ 18.4.36/ 20.5.42/ 17.4.47/ 21.10.86)
15.07. Nürburgring, mit Unterstützung des Führers der Deutschen wird beim Großen Preis v. Deutschland
ein deutscher Sieg mit einem deutschen Auto-Union-Rennwagen vom deutschen Fahrer Hans Stuck
errungen (Zitat: „Heil unserem Führer.“)
17.07. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Weisung betr. Entzug des Doktor-Titels („Tragens eines deutschen
akademischen Grades unwürdig.“ u.a. bei Ausbürgerung, Devisenvergehen, Rassenschande und
Homosexualität) (>3.10.38/ 7.6.39/ 11.5.51/ 6.9.56/ 19.4.58)
18.07. Universität Hamburg, Promotion des Rechtsanwalts Gert Bucerius (1946 Lizentiat „Die Zeit“ >21.3.46)
20.07. „Deutsche Justiz, Rechtspflege und Rechtspolitik - Amtliches Organ des Reichsministers der Justiz,
des Preußischen Justizministers und des Bayerischen Justizministers“ veröffentlicht Reichsminister
Dr. Franz Gürtner’s Aufruf „An die deutschen Justizbehörden“ über die „Niederschlagung der hoch- u.
landesverräterischen Angriffe auf die Volksgemeinschaft vom 30.Juni, 1.Juli und 2.Juli 1934…“,
SS (1925 als Hitlers Leibgarde gegründet) wird „im Hinblick auf die großen Verdienste, besonders im
Zusammenhang mit den Ereignissen des 30.Juni 1934“ zur selbständigen Organisation in der NSDAP.
(SS-Eid: „Ich schwöre Dir, Adolf Hitler, als Führer und Kanzler des Reiches, Treue und Tapferkeit. Ich
gelobe Dir u. den von Dir bestimmten Vorgesetzten Gehorsam bis in den Tod so wahr mir Gott helfe.“)
24.07. „Westdeutscher Beobachter“ „Wenn die Völker in Eintracht leben wollen, muß der Jude sterben.“
25.07. Österreich; Wien, Bundeskanzler Dr. E. Dollfuß wird bei Putsch-Versuch von SS-Standarte-89-Mitgl.
in österreich. Uniformen erschossen, Minister werden gefangen genommen, wg. Putschistenkontakten
wird der deutsche Botschafter Dr. Kurt Rieth am 16.8. durch Hitler’s Außerordentlichen Gesandten und
kath. ex-Vizekanzler v. Papen ersetzt (nach Österreichs Anschluß erhält der parteilose v. Papen das
Goldene NSDAP Parteiabzeichen) (>7.8.34/ 11.7.36/ 11./12.3.38/ 17.4.39/ 24.2.47)
01.08. Reichsgesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches (Ämtervereinigung, verletzt sog.
Ermächtigungsgesetz, daß Unantastbarkeit der Rechte des Reichspräs. garantiert)(>19.8.34/ 12.9.60),
Reichsbankpräs. Dr. Hjalmar Schacht wird entgegen vom Reichsbankgesetz festgelegter Unabhängig-
keit nach Dr. Kurt Schmitt’s Erkrankung Reichswirtschaftsminister (Dr. Schmitt wird 1946 als
„Hauptschuldiger“ entnazifiziert, später wird der Minister nur „Mitläufer“) (>16.10.34/ 4.2.38)
02.08. Reichspräsident v. Hindenburg stirbt, Hitler ist Staatsoberhaupt und verzichtet per Erlaß auf den Titel
„Reichspräsident“ da „die Größe des Dahingeschiedenen…dem Titel…einmalige Bedeutung gegeben“
habe (das Büro
des Reichspräsidenten wird Präsidialkanzlei
des Führers und Reichskanzlers u. bleibt
unter Staatssekretär Dr. jur.
Otto Meißner, der nun nach F. Ebert
(SPD), P. v. Hindenburg (parteilos)
auch A. Hitler (NSDAP) „hingebungsvoll“ dient, er wird Mitglied der Akademie für Deutsches Recht,
1937 Staatsminister, erhält wie andere NS-Minister, -Staatssekretäre, -Juristen und -Militärs später
substantielle monatliche Sonderzahlungen u. 1945 zum 65.Geburtstag eine persönliche RM 100 000-
Hitler-Dotation, wird 1947 im Ministerprozeß angeklagt und freigesprochen) (>7.9.60/ 12.9.60),
„Völkischer Beobachter“ „Die ersten Urteile des Volksgerichtshofes…Während der Landesverrats-
senat unter Ausschluß der Öffentlichkeit tagte, hatten sich bei den beiden Hochverratssenaten zwei
Kommunisten wg. Vorbereitung zum Hochverrat zu verantworten…Max Theiß…wurde zu einem Jahr,
neun Monaten Zuchthaus und…Johann Brinkheger…zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.“
03.08. Reichswehrmin. W. v. Blomberg befiehlt Vereidigung der Reichswehr (100 000 Berufssoldaten u. ca.
4 000 Offiziere) auf Reichskanzler Hitler „Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer
des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht unbedingten
Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben
einzusetzen.“ (>20.8.34/ 9.11.35/ 24.1.38/ 5.9.38/ 16.10.43)
3./5.8. Frankfurt/M., Reichstagung des 1929 gegründeten Nationalsozialistischen Lehrerbundes NSLB, vor
tausenden Teilnehmern sprechen u.a. Reichsbildungsmin. Dr. Rust und NSLB-Gründer Hans Schemm
04.08. UdSSR; Moskau, „Offener Brief an alle ehemalig. Mitglieder der Sozialdemokrat. ArbeiterJugend“ des
vom SPD-Mitgl. zum à la UdSSR-„Rätedeutschland“-Kämpfer gewandelten KPD-Vors. Wilhelm Pieck
07.08. Gesetz über die Gewährung von Straffreiheit (>11.11.49/ 31.12.49),
Vizekanzler v. Papens offizielle Amtsenthebung u. Ernennung als Außerordentlicher Gesandter,
Hohenstein/Ostpreußen; Tannenberg-Denkmal, Beisetzung von Reichspräs. Paul v. Hindenburg
09.08. Berlin, Deutsche Ev. Nationalsynode verabschiedet mit großer Mehrheit mehrere Kirchengesetze u.a.
das ev. Kirchengesetz über den Diensteid der Geistlichen und Beamten: „Ich, NN, schwöre einen Eid
zu Gott dem Allwissenden und Heiligen, daß ich als ein berufener Diener im Amt der Verkündigung
sowohl in meinem gegenwärtigen wie in jedem anderen geistlichen Amte, so wie es einem Diener des
Evangeliums in der Dt. Ev. Kirche geziemt, dem Führer des Deutschen Volkes u. Staates Adolf Hitler
treu u. gehorsam sein…für das deutsche Volk mit jedem Opfer u. jedem Dienst…mich einsetzen…daß
ich die mir anvertrauten Pflichten des geistlichen Amts gemäß den Ordnungen der Dt. Ev. Kirche…
gewissenhaft wahrnehmen…daß ich als rechter Verkündiger u. Seelsorger allezeit der Gemeinde…mit
allen meinen Kräften in Treue und Liebe dienen werde. So wahr mir Gott helfe!“ (>19.10.45/ 2./6.7.71)
17.8./1.9. UdSSR; Moskau, Allunionskongreß sowjet. Schriftsteller erklärt „sozialistischen Realismus“ zur
Grundlage sowjet. Kunst und Kultur (deutsche Teilnehmer u.a. Johannes R. Becher, Oskar Graf,
Egon Kisch, Klaus Mann, Ernst Toller und Friedrich Wolf) (>15./17.3.51)
18.08. Radioappell des Reichspräsidentensohnes Oberst Oskar von Hindenburg u.a. „Mein nunmehr
verewigter Vater selbst hat in Adolf Hitler seinen unmittelbaren Nachfolger als Oberhaupt des
deutschen Reiches gesehen und ich handle in Übereinstimmung mit meines Vaters Absicht, wenn
ich alle deutschen Männer und Frauen aufrufe, für die Übergabe des Amtes meines Vaters an den
Führer und Reichskanzler zu stimmen.“,
„Völkischer Beobachter“ „Aufruf der Kulturschaffenden: ,Wir glauben an diesen Führer, der unseren
heißen Wunsch nach Eintracht erfüllt hat…Der Führer hat uns aufgefordert im Vertrauen und Treue zu
ihm zu stehen. Niemand von uns wird fehlen wenn es gilt, das zu bekunden.“ (gez. u.a. Bildhauer und
Schriftsteller Ernst Barlach, Dirigent Wilhelm Furtwängler, Graphiker Erich Heckel, Maler Emil Nolde,
Dramaturg Hanns Johst, Bildhauer Georg Kolbe, Dichterin Agnes Miegel, Komponist Hans Pfitzner,
Historiker Wilhelm Pinder, Architekt Ludwig Mies van der Rohe, Komponist Richard Strauss,
Intendant Heinz Tietjen) (>25.6.45/ 11./13.12.81)
19.08. nachträgl. Volksbefragung zum bereits vollzogenen Gesetz über die Zusammenlegung der Ämter und
Machtbefugnisse von Reichspräsident und Reichskanzler (Frage: „Stimmst Du, deutscher Mann, und
Du, deutsche Frau, der in diesem Gesetz getroffenen Regelung zu? Das ganze Volk beantwortet
diese Frage mit einem einstimmigen JA“; Motto: „Ja! Führer wir folgen Dir!“ und 90% aller gültigen
Stimmen = JA) (>26.3.68)
20.08. Gesetz über die Vereidigung der Beamten und der Soldaten der Wehrmacht (Beamten-Eidesformel
mit religiöser Eid-Bindung: „Ich schwöre: Ich werde dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes
Adolf Hitler treu und gehorsam sein, die Gesetze beachten und meine Amtspflichten gewissenhaft
erfüllen, so wahr mir Gott helfe." (>26.1.1937) (einer der wenigen Eidverweigerer ist der ev. Pfarrer-
sohn und Staatsanwalt Dr. Martin Gauger, er schreibt: „Nach sorgfältiger Prüfung sehe ich mich
gewissenshalber außerstande den Treueeid auf den Reichskanzler u. Führer Adolf Hitler zu leisten,
wie ihn das Reichsgesetz vom 20.8.1934 von allen Beamten verlangt.“, er wird aus dem Staatsdienst
entlassen und wird Jurist für die ev. Kirche, verweigert 1940 den Wehrdienst, flieht in die Niederlande,
ist ab 12.6.41 im KZ Buchenwald, die ev. Landesbischöfe Hans Meiser und Theophil Wurm lehnen es
ab sich für M. G. einzusetzen, am 14.7.41 wird M. G. mit 92 Mithäftlingen in die Euthanasie-
Vergasungsanstalt Pirna/Sonnenstein gebracht und am 15.7.41 ermordet) (Major Hermann Foertsch
verfasst neue Wehrmacht-Eidesformel >9.11.35/ 1.9.39/ 15.7.43/ 16.10.43/ 9.10.50)
21.08. „Befreiung“ nichtarischer Schüler vom nationalpolitischen Unterricht an Sonnabenden,
„Nationalsozialistische Erziehung“
(Jahrgang 1934, S.32) Prof. Dr. Ernst Storm u.a. „dem Hochschul-
lehrerstand ist zu wünschen, daß sich
im neuen Jahr der Dozent neben dem Arbeiter und Studenten
in die SA einreiht. Das darf aber
nicht auf Einzelfälle beschränkt bleiben, in die SA gehört jeder rüstige
Dozent. Er als berufenster
Jugendführer findet er dort das beste Wirkungsfeld für den Ausbau des
Dritten Reiches...Für jeden deutschen
Dozenten sollten der oberste SA-Führer und sein Stabschef die
Vorbilder sein, damit der volksfremde
deutsche Gelehrte bald der Vergangenheit angehört.“ (1934 hat
die SA ca. 4 200 000 Mitglieder)
25.08. Berlin, Internationaler
Hauswirtschaftskongreß, Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink u.a. „Die
dt. Frau…muß arbeiten können, geistig
und körperlich gesung sein…sie muß so sein, daß sie alles
was von ihr gefordert wird, gern
tut.“ (>13.6.1940)
27.08. Oberregierungsrat Dr. jur.
Hans Globke unterzeichnet, wie Hunderttausende beamteter Staatsdiener
in diesen Tagen, eine für
Personal-Akten bestimmte Vereidigungsbestätigung für den neuen Beamten-
Diensteid und Treuegelöbnis auf den
Führer des Deutschen Reiches und Volkes
4./10.9. Nürnberg,
NSDAP-Reichsparteitag ,Triumph des Willens’, A. Hitler vor 200 000
NSDAP-Genossen:
„In den nächsten 1 000 Jahren findet
in Deutschland keine Revolution mehr statt.“ (>17.12.60), über
Aufgaben der Hitler-Jugend: „Wir wollen,
daß dieses Volk treu ist…ihr müsst diese Treue lernen. Wir
wollen, daß dieses Volk gehorsam
ist…ihr müsst Gehorsam üben…ihr könnt nicht anders sein als mit
uns verbunden…ihr schließt euch den
Kolonnen an und wir wissen alle: vor uns liegt Deutschland, in
uns marschiert Deutschland u. hinter
uns kommt Deutschland!“ > verfolgte
Schüler; NSDAP-Reichs-
leiter Rudolf Heß proklamiert „Die
Partei ist Hitler, Hitler aber ist Deutschland und Deutschland ist
Hitler, Heil Hitler! Sieg Heil! Sieg Heil
Hitler!“ 50 000 Reichsarbeitsdienst’ler rufen im Chor: „Ein Volk,
ein Führer! Nichts für den Einzelnen!
Alles für Deutschland! Heil Hitler!“ u. marschieren Stechschritt,
Ehrengast ist u.a. Boxidol Max
Schmeling, Leni Riefenstahl dreht ihren zweiten NSDAP-Parteitagsfilm
16.09. „Evangelium im Dritten Reich - Kirchenzeitung der ev. Nationalsozialisten“ „Der Reichsbischof und Dr.
Kinder in Nürnberg“ (Konsistorialrat Dr. Christian Kinder, NSDAP, ist Deutsche Christen-Reichsleiter)
(„Die Deutschen Christen sind die SA Jesu Christi“/Ein Volk, ein Reich, ein Glaube)(>13.11.33/ 6.5.39)
24.09. Reichswehrmin. W. v.
Blomberg’s Verordnung zur Aufstellung der SS-Verfügungstruppe (ab 14.12.34
werden Politische Bereitschaften der
SS mit Leibstandarte A. Hitler zu SS-Verfügungstruppe vereinigt
und vom späteren
SS-Oberstgruppenführer Paul Hausser ausgebildet) (>17.8.38/ 1.5.55/
15.12.67)
07.10. in- und ausländische Zeugen
Jehovas schicken ca. 20 000 Protestbriefe und –telegramme an Reichs-
regierung mit denen gegen deren
Behandlung im Deutschen Reich protestiert wird (>10.7.50)
09.10. Frankreich;
Marseille, bei Attentat werden der jugoslaw. König Alexander I. und der franz..
Außenmin.
Jean Barthou getötet (Ustascha-Gründer Dr. jur. Ante Pavelic -
wg. einer jugoslaw. Todesstrafe im ital.
Exil - wird als „Drahtzieher“ in
Frankreich in absentia zum Tode
verurteilt) (>10.4.41/ 18.5.41)
16.10. Kodifikation d. Reichssteuergesetze (u.a. Kapitalverkehrs-, Körperschafts-, Umsatzsteuer; Einführung
der Absetzbarkeit von Schmiergeldern als Betriebsaufwendung: fördert 65 Jahre Korruption)(>27.2.91/
27.6.2001)
10. Gestapo-Amt, Gründung „Sonderdezernat Homosexualität“ unter KripoKommissar Gerhard Kanthack
(im Reichkriminalpolizeiamt RKPA gibt es 1937 die Reichzentrale zur Bekämpfung der Homosexualität
und Abtreibung V B 3 d, ca. 2 500 Homosexuelle werden im Dritten Reich zwangskastriert, ca. 15 000
werden in KZ’s getötet) (>22.5.35/ 10.10.36/ 13.12.36),
China; Rückzug („langer Marsch“) von ca. 100 000 kommunist. Truppen u. Parteigenossen (>18.7.38)
24.10. Verordnung über die Deutsche Arbeitsfront (Organisation der „schaffenden Deutschen der Stirn
und der Faust“ – Zusammenschluß ehemaliger Gewerkschaften und der Unternehmerverbände)
26.10. Gründung Braunkohle-Benzin AG BRABAG zur synth. Benzinherstellung (>1935/ 12.5.44/ 12.11.44)
01.11. Zusammenlegung v. Reichsinnenministerium und Preuß. Ministerium des Innern,
03.11. 3. Ausbürgerungsliste u.a. mit Dr. Alfred Kantorowicz, Klaus Mann, Dr. Otto Strasser, Bodo Uhse,
Erich Weinert (>03.1946/ 17.6.56)
05.11. Berlin, NSDAP-Reichsjugendführer Baldur v. Schirach u.a. „Wir können von dem Prinzip nicht ab-
gehen, daß alle Jugend zu uns gehört! Dieses Ziel werden wir unerbittlich im Auge behalten, und wir
werden jeden Widerstand niederwerfen.“ > verfolgte Schüler (>1.10.48),
Leipzig, Oberbürgermeister Dr. Carl Goerdeler wird Reichskommissar für Preisüberwachung (>8.9.44)
08.11. München, Bürgerbräukeller, Reichskanzler Hitler überreicht der DRK- und SS-Fürsorgeschwester
Eleonora Pia Bauer den NSDAP-Blutorden für Helden des 9.November 1923 (NSDAP-Mitgl. Pia wird
NS-Schwesternschaft-Ehrenoberin, Sohn Wilhelm B. ist Verlagsleiter im NSDAP Franz Eher-Verlag,
wird Präsidialrat und Vizepräs. der Reichsschrifttumskammer. Schwester Pia wird 1949 zu 10 Jahren
Arbeitslager verurteilt und 1950 aus gesundheitl. Gründen freigelassen, sie stirbt 1981),
Schweiz; National- u. Ständerat verabschieden Bankengesetz (kodifiziert das Bankkundengeheimnis
anders als im Dt. Reich u. von dt.
Devisenschutzkommando-„Kavallerie“
besetzten Ländern)(>5.12.34/
26.4.38/ 26.8.38/ 9.11.38/ 15.11.38/ 18.11.38/ 21.11.38/ 3.12.38/ 12.5.39/ 8.10.39/ 19.10.39/ 15.1.40/
24.1.40/ 23.5.40/ 30.7.40/ 22.1.40/ 12.3.41/ 05.1941/ 29.5.41/ 18.10.41/ 26.5.42/ 4./7.4.45/ 13.5.61)
09.11. Rundbrief 1 der Bekennenden Kirche: „Nach in Oeynhausen vorliegenden Berichten sind von den
Kirchenbehörden der Deutschen Evangelischen Kirche insgesamt 942 Maßregelungen von Pfarrern
und Kirchenbeamten erfolgt...Disziplinarverfahren 88, Suspensionen, Beurlaubungen usw. 184“
11. „Aufruf des Zentralkomitees der KPD an die christlichen Werktätigen
Deutschlands - …Christliche
Volksgenossen! Die Faschisten die
Eure Priester verfolgen, die Euch Jungkatholiken knebeln und
fesseln, hetzen Euch auf gegen
uns…Das Zentralkomitee der KPD erklärt hiermit: Wir Kommunisten
werden niemals euren religiösen
Glauben verhöhnen und verspotten. Wir sichern euch vollste
Glaubens- und Gewissensfreiheit
zu…Wir werden keinerlei Einrichtung die eurem Glauben, die eurer
Religion dient, antasten oder
einschränken. Im kommenden sozialistischen Deutschland ist für jeden
Platz der aufrichtig am Aufbau des
Sozialismus mithilft…Für Glaubens- und Gewissensfreiheit!...
Nieder mit dem Glaubens- und
Gewissensterror!...“ (>7.8.1935) >verfolgte Schüler,
Reichsausschuß für Volksgesundheitsdienst bei Dr. jur. Wilhelm Frick’s Reichsinnenmin. veröffentlicht
die von Dr. med. Fritz Heinsius mit dem Reichsgesundheitsamt u. Rassenpolitischen Amt der NSDAP
aufgestellten „Zehn Gebote für die Gattenwahl“: „1. Gedenke, daß Du ein Deutscher bist 2. Du sollst,
wenn Du erbgesund bist, nicht ehelos bleiben 3. Halte deinen Körper rein 4. Du sollst Geist und Seele
rein erhalten 5. Wähle als Deutscher nur einen Gatten gleichen oder nordischen Blutes 6. Bei der
Wahl deines Gatten frage nach seinen Vorfahren 7. Gesundheit ist Voraussetzung auch für äußere
Schönheit 8. Heirate nur aus Liebe 9. Suche dir keinen Gespielen, sondern einen Gefährten für die
Ehe 10. Der Sinn der Ehe liegt in gesunder Nachkommenschaft“ (>30.1.35/ 28.5.35/ 10./16.9.35),
Reichskulturkammer-Vizepräs. Dr. jur. Walther Funk vor Reichsmusikkammer u.a. „Zu den Aufgaben
der geistigen Einwirkung auf die Nation gehört auch die Kunst, denn diese ist für die Staatspolitik ein
unentbehrlicher Teil der Propaganda. Durch die Kunst und in der Kunst vollzieht sich eine geistige
Beeinflussung des Volkes, die der Staat lenken, formen u. mit Gehalt erfüllen muß.“ (>4.2.38/ 24.4.59)
11.11. Hannover, Kundgebung d.
Deutschen Forschungsgemeinschaft, Nobelpreisträger und Präsident der
Physikalisch-Technischen
Reichsanstalt Parteigenosse Prof. Dr. Johannes Stark sagt u.a.: „Wir dt.
Forscher bewundern die Genialität,
mit der unser großer Führer Adolf Hitler die Bedeutung sowohl der
naturwissenschaftl. wie der
geisteswissenschaftl. Forschung erkannt hat…Wir deutschen Forscher
stellen uns nicht abseits vom
nationalsozialistischen Dienst am Volk…Gemeinsam mit der NSDAP
huldigen wir heute öffentlich dem
Gönner und Förderer der Dt. Forschung Adolf Hitler.“ (>12./14.5.37),
Stuttgart, hunderte Tübinger
Theologiestudenten grüssen ev. Bischof Theophil Wurm mit „Hitler-Gruß“
12.11. Reichsjugendführung gibt anläßl. des Langemarck-Gedenktages das Langemarck-Stipendium für NS-
Arbeiter- und Bauernkinder-Vorstudienlehrgänge bis zum Abitur bekannt (ein Langemarck-Abiturient
ist Heinz Felfe, NS-Schülerbund, 1931 Hitler-Jugend, 1936 NSDAP/SS, 1937-39 NSDAP-Gauleitung
Sachsen, 1939 Wehrdienst, 1940-41 Langemarck-Stipendium, Jura-Studium abgebrochen, Kriminal-
kommissar-Lehrgang, 1943-44 Referatsleiter Reichssicherheitshauptamt, 3.3.1945 Flucht aus Berlin,
1947-49 Jura-Studium Bonn, Dipl.-Jurist, 1949 KGB-Agent, 1951 Organisation Gehlen, 1958 Referats-
leiter Bundesnachrichtendienst, am 6.11.1961 wird Regierungsrat Felfe verhaftet, 1963 im Namen des
Volkes zu 14 Jahren Haft verurteilt u. am >14.2.69 in Herleshausen gegen 21 Häftlinge u. Spione aus
der DDR und UdSSR ausgetauscht) (>30.3.36/ 1.7.46/ 3.1.51/ 30.4.53/ 10.6.59/ 23.7.63/ 14.2.69)
15.11. Braunschweig, im Grußwort an seine Pfarrerschaft u. Gemeinden erklärt der neu zum Landesbischof
gewählte Pfarrersohn Helmuth Johnsen „Jeder im Lande soll wissen, daß ich bewußter Lutheraner
bin…Jeder im Lande soll wissen, daß ich Nationalsozialist bin.“ (>1.7.58)
27.11. Erste Verordnung zur
Durchführung des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der dt.
Wirtschaft führt zur
Reichswirtschaftskammer-Gründung unter NSDAP-Mitgl. Albert Pietzsch mit 18
provinziellen Wirtschaftskammern, geführt
u.a. von Karl Bollmeyer, Erwin Fengler, Otto Fitzner, Ewald
Hecker, Bodo Karcher, Fritz Kiehm,
Walter Köhler, Carl Lüer, Friedrich Reinhart, Heinrich Ries, Kurt
v. Schröder, Reinhold Thiel, Borbet
v. Thyssen, Karl Zucker u. Wilhelm Wohlfahrt; der Reichsgruppen
der Wirtschaft: Industrie, Handel,
Banken, Versicherung, Energiewirtschaft u. Handwerk mit dutzenden
Wirtschaftsgruppen, hunderten Fach-
und Fachuntergruppen. Gründung „Reichsgruppe Industrie“
(zentrale Unternehmerorganisation u. -
interessenvertretung geleitet Flick-Direktor Ernst Tengelmann -
später Gottfried Dierig, ab 1938-45 von
NSDAP-/SS-Mitgl., Mannesmann-Direktor u. Wehrwirtschafts-
führer, Dr. Wilhelm Zangen - die RGI definiert ab 1939 Kriegsziele
deutscher Industrie wie Arisierung,
Ausschaltung u. Übernahme von
Konkurrenten. Dr. W. Zangen’s Assistent wird NSDAP-Mitgl. Dr.
Ernst Wolf Mommsen, Stellvertreter
wird Salzdetfurth-Generaldirektor Rudolf Stahl u. Hauptgeschäfts-
führer wird Dr. Karl Guth, Schwager
von Dr. Ludwig Erhard - Mitarbeiter, später Leiter vom RGI-
finanzierten „Institut für
Wirtschaftsbeobachtung“ - 1944 Autor der Denkschrift „Kriegsfinanzierung und
Schuldenkonsolidierung“ und
Teilnehmer im „Kleinen Sachverständigenkreis“ der RGI zu dem die o.g.
sowie Dr. Anton Reithinger (IG
Farben), Günter Kaiser (Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe), Dr.
Karl Albrecht (RGI-Außenwirtschaftsexperte),
Paul Binder (RGI-Steuerexperte) u. Ferdinand Grüning
(Reichswirtschaftskammer) zählen und
der vorteilhafte Lösungsvorschläge zur Bearbeitung wirtschaft-
licher Nachkriegsprobleme vom Standpunkt der Industrie definiert. Vom „Kleinen Sachverständigen-
kreis“ informiert werden u.a. Friedrich Flick, Philipp Reemstma, Dr. Heinrich Dinkelbach (Vereinigte
Stahlwerke), Dr. Fritz Jessen (Siemens), Dr. Hermann Schmitz (IG Farben), Oswald Rösler (Deutsche
Bank) u. Carl Goetz (Dresdner Bank). Dr. Erhard scheitert nach einem Jahr am >21.12.46 als bayr.
Wirtschaftsminister, betreut dann die „Währungsreform“-Vorbereitung, wird 1949 Bundeswirtschafts-
minister und 1963 Bundeskanzler. 1934-57 ist Dr. Zangen Mannesmann-Direktor, wird 1940-45 Chef
tausender Zwangsarbeiter, 1941 Autor „Der Kriegseinsatz der deutschen Industrie“, erhält 1956 das
Bundesverdienstkreuz-Träger u. ist bis 1966 Mannesmann-Aufsichtsratsvorsitz.) (>25.7.36/ 10.12.37/
1.9.40/ 18.8.43/ 22.10.45/ 20.6.48/ 12.11.48/ 10.6.49/ 10.7.63/ 15.10.63/ 1.10.66/ 4.2.2000)
05.12. Zweites Gesetz zur Überleitung der Rechtspflege auf das Reich (>24.1.35),
Gesetz über das
Kreditwesen führt u.a. zur Reichsbank-Bankenaufsicht und zur Zwangsabgabe
privater Gold- und Devisenbestände
(>03.1938/ 22.1.40/ 27.9.41/ 7.2.56)
13.12. Gesetz über
den Ausgleich bürgerlich-rechtlicher Ansprüche (befreit NSDAP-Genossen von finanziell.
Haftung für Sach- u. Personenschäden während der „Erhebung“ bis einschl. 2.8.34)
14.12. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s Erlaß betreffend Flaggenehrung bei Schulbeginn u. Schulschluß(>5.8.57)
zeitgenössisches deutsches Liedgut:
„Wir sind die fröhliche Hitlerjugend, wir brauchen keine christliche Tugend,
denn unser Führer ist Adolf Hitler, ist unser Erlöser, unser Vermittler…
Die Kirche kann mir gestohlen werden, das Hakenkreuz macht uns selig auf Erden,
ihm folge ich auf Schritt und Tritt, Baldur von Schirach nimm mich mit.“ > verfolgte Schüler
20.12. Reichsgesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei u. zum Schutz der Parteiuniformen,
Propaganda-Losung in 1934 „Führer befiel, wir folgen. Alle sagen ja“,
Reichskanzler Hitler übergibt seiner Gönnerin, der Mehrheitsaktionärin der Bechstein-Pianoforte AG
Helene Bechstein das Goldenen Ehrenzeichen der NSDAP (es wird berichtet, daß Fr. Bechstein ihr
„Ehrenzeichen“ auch nach 1945 weiterhin verdeckt trug)
26.12. Schreiben von Fr. Winifred
Wagner (Witwe Siegfried Wagners und Schwiegertochter Richard W.)
„Mein lieber, lieber Freund und
Führer! Die Freude, die Du mir mit Deinem Bild gemacht hast läßt sich
gar nicht in Worte fassen...Durch
nichts hättest Du mir eine größere Freude machen können, als durch
dieses Wundergeschenk...Hab‘
unendlichen Dank, Du Spender solch‘ namenloser Freude!
In treuer Freundschaft Deine Winnie“
(>14.6.37/ 20.4.39/ 9.11.39/ 29.5.61/ 9.10.64/ 1975)
31.12. in 1934 wurden 79
Todesurteile, z.T. mit einem Handbeil vollstreckt, die NSDAP hat ca. 2 494 000
Genossen, die Hitler-Jugend hat ca. 3
600 000 Mitglieder > verfolgte Schüler, NS-Frauenschaft hat
ca. 1 500 000 Mitgl., in Deutschland
gibt es ein Kfz/100 Einwohner, in Frankreich ein Kfz/28 Ein-
wohner, in USA ein Kfz/6 Einwohner
(>26.5.1938)
1935
„Jahr der Leibesertüchtigung“ („Reichssportwettkampf“ und „Sportabzeichen“),
Friedrich Brandstetters u. Julius Klinkhardts „Fähnlein-Fibel“ erscheint (Zitat: „Der Führer kommt!
Hurra! Schulfrei! Jubelnd kommt Fritz heim. Aber er legt nur seine Schulsachen hin. Dann jagt er
wieder fort. Wohin? Zum Rathaus eilt er, denn da ist heute der Führer zu sehen. In der Stadt ist viel
Leben. Von allen Häusern flattern die Fahnen. Die Straßen sind voller Menschen…Sie stehen auf
Leitern und Stühlen, sie sitzen in den Bäumen, sie klammern sich an Laternenpfählen…“) (>9.10.64),
General Erich Ludendorffs Buch „Der totale Krieg“ erscheint in 1.Auflage,
Reichsjugendführung-Presse- und Propagandachef Erich Fischers Hitler-Jugend Handbuch „Die junge
Kameradschaft“ erscheint (Hitler-Jugend-Zeitschrift „Junge Welt“-Hauptschriftleiter Herbert Reinecker,
1954 Deutscher Filmpreis der Bundesregierung, Autor der ZDF-Serien „Derrick“ u. „Der Kommissar“)
beschreibt darin die „Fahnenweihe in der Marienburg“ (>20.4.1936/ 12.2.1947/ 26.10.1962),
der Keppler-Kreis wird „Freundeskreis Reichsführer SS“ (Mitglieder sind u.a. Braunkohle-Benzin AG’s
Fritz Kranefuß, der Reichbankbeirat, spätere Bundesbankpräsident und International Monetary Fond-
Gouvernor Dr. Karl Blessing, IG Farben-Vorstand u. spätere Bundesverdienstkreuzträger Dr. Heinrich
Bütefisch, der spätere reichste Bundesdeutsche Friedrich Flick, das International Olympic Committee-
und NSDAP-Genosse und späterer BRD-NOK-Präsident Dr. Karl Ferdinand Ritter v. Halt, der Bankier
Kurt Freiherr v. Schröder, der Unternehmer Karl Friedrich Otto Wolff und der Puddingkönig Dr. August
Oetker, das jährl. Spendenaufkommen beträgt ca. RM 1 000 000) (>13.9.36),
Fürth, Gustav Schickedanz (NSDAP-Mitgl. 1 355 993/ „christliches“ Versandhaus Quelle-Eigner) hat
die Arisierung der als „Camelia-Juden“ diffamierten und nach Großbritannien emigrierten Vereinigte
Papierwerke AG Nürnberg-Eigner Emil u. Oskar Rosenfelder günstig abgeschlossen, er verkauft u.a.
Hitler-Portraits fur RM 0,90, wird NSDAP-Stadtrat, 1945-48 in Haft, zahlt 1951 den Rosenfelder-Erben
DM 1 600 000 Entschädigung,.als der ,Versandhauskönig’ 1977 stirbt hat Quelle ca. DM 8000000000
Umsatz - ca. DM 1 000 000 000 durch die Vereinigte Papierwerke Schickedanz&Co., Procter&Gamble
zahlt 1994 für den „Tempo“ und „Camelia“-Hersteller Vereinigte Papierwerke ca. DM 1 000 000 000)
01.01. Berlin; Dr. jur. Friedrich Ernst wird Reichkommissar für das Kreditwesen (1940-41 Reichskommissar
für die Behandlung feindlichen Vermögens) (>3.11.39/ 15.1.40/ 24.3.52)
02.01. Berlin, Reichskriegsministerium, Kapitän Wilhelm Canaris ist militärischer Geheimdienst-Chef (ab ’39
„Amt Ausland/ Abwehr“ u.a. mit Auslandsspionage-, Spionageabwehr-, Sabotage- u. den Kommando-
verband-Gruppen „Baulehrkompanie 800 z.b.V./ Lehrregiment z.b.V. 800/ Division Brandenburg“ und
wird ab 02.1944 in das RSHA integriert) (>15.4.38/ 10.1940/ 29.6.41/ 29.9.42/ 18.10.42/ 5.4.45),
Stuttgart, Verhaftung von KPO-Mitgl. Willi Bleicher (1936 wg. Vorbereitung zum Hochverrat vom OLG
im Namen des Volkes zu 2½ Jahren Haft verurteilt, danach ins KZ Buchenwald deportiert wo er mit
anderen das jüd. Kind Stefan Jerzy Zweig rettet) (>3.3.41/ 11.4.45/ 8.5.45/ 1950/ 19.4./7.5.63)
03.01. Staatsoper Berlin, Gemeinsame Bekundung der Führerkorps von NSDAP, Staat und Wehrmacht zur
„Einheit und Geschlossenheit der Nation“
01. „Deutsche Richterzeitung“ u.a. „Kameraden der Rechtsfront! Wie das Jahr 1933, steht auch das Jahr
1934, das zweite Jahr des Sieges der heldischen Idee des Nationalsozialismus, eingemeißelt in der
Geschichte des deutschen Volkes als ein Jahr gewaltigen Aufbaus…Auch uns nationalsozialistische
Rechtswahrer brachte es einen gewaltigen Schritt unserem großen Ziel näher. Wir haben nicht nur
alle deutschen Juristen um die Fahne des Führers versammelt. Wir durften schon die Fundamente der
Gesetzgebeung legen auf der das tausendjährige Reich des Nationalsozialismus errichtet wird…“
05.01. Türkei; Istanbul, Erzbischof Angelo Roncalli ist Apostolischer Nuntius (am 5.9.40 hört er hier von dt.
Greueln an poln. Juden u. wird Fluchthelfer für tausende europ. Juden, 12.1944 Nachfolger des zuvor
mit Vichy-Frankreichs Präs. Pétain kollaborierenden Nuntius Valerio Valeri u. für die Absetzung eben-
falls kollaborierender franz. Bischöfe verantwortlich; ab 28.10.58 Papst Johannes XXIII) (>5.8.42/
19.7.44/ 2.8.44/ 15.10.45/ 13.4.59/ 28.12.59/ 3.1.62/ 16.3.62/ 7.3.63)
13.01. Saarland, Saarstatut-Volksbefragung, die kath. Arbeiter-Mehrheit stimmt mit 90,5% für Beitritt zum Dt.
Reich (die für „status-quo“ werbende SPD-/KPD Einheitsfront erhält 8,8%; die KPD umwarb die Saar-
Katholiken mit dem Versprechen „niemals Kirchen zu schänden oder Priester zu ermorden: Jeder
Katholik könne der KPD beitreten, ohne aus der Kirche austreten zu müssen“ -bei den Vorbereitungen
lernten sich hier die KPD-Funktionäre Herbert Wehner u. Erich Honecker kennen), A. Hitler sagt zum
Ergebnis „Eure Entscheidung, deutsche Volksgenossen von der Saar, gibt mir heute die Möglichkeit…
die Erklärung abzugeben, daß nach dem Vollzug eurer Rückkehr das Dt. Reich keine territorialen
Forderungen an Frankreich mehr stellen wird“ (>28.2.35/ 1.3.35/ 22.6.40/ 30./31.5.73/ 6.1.87/ 23.8.90)
15.01. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß zur Vererbungslehre und Rassekunde im Unterricht der Fächer
Familienkunde, Erbgesundheits- u. Rassenpflege, Erdkunde, Geschichte „so daß nach des Führers
Willen kein Knabe u…Mädchen die Schule verläßt, ohne zur letzten Erkenntnis über die Notwendigkeit
und das Wesen der Blutreinheit geführt zu sein.“ - „Bei der Besprechung der europäischen Rassen…
insbesondere der Rassenkunde des deutschen Volkes muß das nordisch-bestimmte Rassengemisch
des heutigen deutschen Volkes gegenüber andersrassigen fremdvölkischen Gruppen…herausgestellt
werden…Gefahren der Rassenmischung mit fremdartigen Gruppen sind nachdrücklich darzustellen,
da Völker u. Kulturen ihrer Sendung nur dann gerecht werden können, wenn sie die durch ihre Rasse
bedingte Aufgabe in ihrer Geschichte erfüllen.“ Propaganda bezeichnet Juden, Sinti, Roma, Slawen
insbes. Russen, Polen, Afrikaner u. Asiaten als Untermenschen und Arier als Herrenmenschen)
rassistische Bildungsdiskriminierung, verfolgte Schüler (>7.2.35/ 29.1.38/ 12.11.38/ 31.5.40/ 3.11.88)
21.01. Gesetz über die Entpflichtung und Versetzung von Hochschullehrern aus Anlass des Neuaufbaus des
deutschen Hochschulwesens
23.01. das Dt. Reich lässt Rudolf Formis, verantwortlicher Ingenieur für den „Schwarze Front“-Sender in der
CSR, vom SD - u.a. Alfred Naujocks - bei Prag ermorden (Staatssekr. Dr. jur. Bernhard v. Bülow’s
Appell an die CSR-Regierung den Betrieb von Dr. Strassers reichsfeindlichen „Schwarzsender“ einzu-
stellen war zuvor erfolglos geblieben) (>11.6.37/ 31.8.39/ 9.11.39) deutsche Gerechtigkeit
24.01. Drittes Gesetz zur Überleitung der Rechtspflege auf das Reich
29.01. München, Bayerische
Staatministerium für Unterricht und Kultur an Reichserziehungsministerium u.a.
„Die Anwesenheit jüd. Kinder im
Unterricht macht die Durchführung des Lehrplanes, insbesondere
des gesinnungsmäßigen Unterrichts…im
Geiste des Nationalsozialismus unmöglich…Es ist ausge-
schlossen, daß sich ein Angehöriger
des Jungvolkes, der Hitler-Jugend oder eine Angehörige des
BDM sich neben einen arischen Schüler
setzt.“ > verfolgte Schüler
30.01. Reichsbauernführer u.
Reichsernährungsmin. Richard Walter Darré’s Rasse- u. Siedlungsamt wird
RuSHA/-Hauptamt, Diplomlandwirt Darré plant Züchtung germanischen
Neuadels aus Blut und Boden
u.a. mittels „Hegehöfe“
„Sippenpflegestellen“ „Zuchtwarten“ und Klassifizierung gebärfähiger Frauen in
vier Hauptgruppen (Klasse 1, die
rassisch besten 10% eines Jahrgangs. Klasse 2, der Rest jener
Mädchen gegen deren Nachkommen keine
grundsätzlichen Bedenken bestehen. Klasse 3, Mädchen
gegen deren Verehelichung keine
staatsrechtlichen Bedenken vorliegen - ihnen wird die Ehe unter
Bedingung der Kinderlosigkeit
(Sterilisation) gestattet. Klasse 4, Mädchen gegen deren Verehelichung
schwere Bedenken vorliegen weil man
von ihnen keine Nachkommen wünscht z.B. Geisteskranke,
Dirnen, rückfällige Verbrecherinnen und
zunächst alle unehelichen Kinder wg. Einschleppung uner-
wünschten Blutes „man denke an die
Großstädte…der farbige Student, der „schwarze“ Künstler, die
Hawaian-Jazz-Band, der chinesische
Matrose oder mittelamerikanische Früchtehändler usw.“
04.02. Reichstag akklamiert Gesetz zur Devisenbewirtschaftung (>1.8.36/ 7.2.56)
05.02. Berlin, Reichsinnenmin.-Referent Dr. jur. Hans Gisevius (NSDAP) plädiert bei interministeriellen Treff
zum Schicksal des inhaftierten KPD-Vorsitz. Ernst Thälmann gegen einen ordentl. Prozess (>18.8.44)
07.02. Reichsinnenmin., Sachverständigenbeirat für Bevölkerungs-u. Rassenpolitik erörtert Sterilisationen,
u.a. die Planung illegaler Sterilisationen mittels Röntgen-Bestrahlung nach Rasse-Gutachten der vom
ex-SPD-Reichspräs. Friedrich Ebert als „schwarze Schmach“ bezeichneten „Rheinlandbastarde“ (und
die als Nicht-Arier in Kürze keine weiterführende dt. Schule besuchen dürfen >verfolgte Schüler)
(>11.3.35/ 1936/ 7.3.36/ 1937/ 31.5.40/ 29.6.56/ 19.11.62/ 16.11.76/ 3.12.80)
14.02. Schlesien, Leipe bei Jauer, Ev. Pfarramt schreibt an Kanzlei des Führers u.a.: „...bitten wir um die
Erlaubnis, der mittleren Glocke den Namen „Adolf Hitler-Glocke“ geben und diesen Namen in die
Glocke eingießen lassen zu dürfen...“ (>15.3.1940)
02. „Deutscher Glaube“ (Heft „Hornung“) „Grundsätzliches zu einer Jungvolkweihe“ u.a. „Aus der
Kinderstube werden die jungen Leute für immer entlassen, die Volksgemeinschaft, der Staat nimmt sie
auf in den Pflichtkreis nationalen und sozialen Lebens…“ (>22.3.42/ 13.11.54),
Herbert Wehner (KPD) flieht nach Prag (über Moskau und Schweden kehrt er 1946 zurück und tritt in
SPD ein) (>3./15.10.35/ 14.12.37)
16.02. Berlin, Volksgerichtshof verurteilt Benita v. Falkenhayn und Renate v. Natzmer wg. Landesverrat im
Namen des Deutschen Volkes zum Tode (sie werden am 18.2. in Plötzensee unter Staatsanwalt
Paul Jorns Aufsicht von Scharfrichter Carl Gröpler mittels Handbeil enthauptet. Ebenfalls mittels Hand-
beil enthauptet C. Gröpler am 6.6.35 und 4.11.36 in Hamburg die dort im Namen des Deutschen
Volkes zum Tode verurteilten KPD-Mitgl. Fiete Schulze und Edgar (Etkar) André) (>10.7.36/ 9.9.51)
26.02. Reichsarbeitsmin. Franz Seldte’s Gesetz über die Einführung eines Arbeitsbuches (Bedarfssteuerung
abhängig Beschäftigter, 1. Durchführungsverordnung am 16.5.35) (>16.9.38/ 13.3.42)
28.02. Gesetz über die Straffreiheit für das Saarland, der saarländische spätere FDJ- u. DDR-Staatsratsvor-
sitz. Erich Honecker flüchtet nach Paris > verfolgte Schüler (>1.3.35/ 4.12.35/ 7.3.46/ 29.10.76)
01.03. Saarland, Saarbrücken, Staatsakt zum Beitritt ins Reich. Reichskanzler Hitler wird jubelnd empfangen
(„Die Saar ist frei, Heil dem Führer“ - Pfalz und Saarland werden Gau Saarpfalz); gemeinsam mit
Reichspropagandaminister Dr. Josef Goebbels, Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick u. dem Reichs-
kommissar für die Rückgliederung Saarland’s Josef Bürckel grüßen beim Staatsakt die kath. Bischöfe
von Speyer u. Trier Dr. Ludwig Sebastian u. Dr. Franz Bornewasser die Menschen draußen im Lande
mit dem Deutschen Hitler-Gruß (>10.1940/ 1.1.57/ 3.10.90)
09.03. Verordnung über den weiteren Ausbau des Gemeinschaftslagers H. Kerrl für Referendare (>4.1.39),
Schweiz; Basel, Gestapo-Beamte entführen jüd. Publizisten Berthold Jacob (bereits am 11.3. wird er
in Gestapo-Haft von Sicherheitsdienst-Chef R. Heydrich vernommen, nach Protesten an die Schweiz
rücküberstellt; geht 1935 nach Paris, flüchtet nach dt. Angriff nach Portugal, wird am 25.9.41 auch
hier vom deutschen SD entführt und „erkrankt und stirbt“ 02.1944 in Gestapo-Haft) (>12.3.35/ 8.2.49)
10.03. Reichsluftfahrtmin. Göring verkündet Vertrag v. Versailles (Art. 198) verletzende Existenz dt. Luftwaffe
(Zitat „Die schlagkräftige deutsche Luftwaffe als Element des Friedens“ - führt bereits völkerrechts-
widrige Spionage-„Aufklärungsflüge“ über anderen Staaten aus) (>25.7.36/ 1.9.39/ 01.1940/ 10.1940)
11.03. Reichsinnenmin.,
Sachverständigenbeirat für Bevölkerungs- und Rassenpolitik mit Beirat-Obmann
Prof. Dr. Ernst Rüdin erörtert auf
Veranlassung von Ministerialrat Dr. Arthur Gütt u.a. ein Referat vom
Leiter Rassenpolitisches Amt der
NSDAP Dr. Walter Groß über „Wege zur Lösung der Bastardfrage“
12.03. Berlin-Lichterfelde, im Zusammenhang mit dem entführten jüd. Publizisten Berthold Jacob wird der
jüd. ex-Justiziar Dr. jur. Robert Kempner von Gestapo-Beamten verhaftet (Dr. K. wird bald wieder ent-
lassen, emigriert nach Italien wo er u.a. in Florenz an einer Internatsschule für jüd. verfolgte Schüler
aus dem Deutschen Reich tätig wird, 1939 Flucht in die USA, wird Regierungsberater, 1943 Mitglied
United Nations War Crimes Commission, 1945 stellv. US-Hauptankläger IMT Nürnberg, 1947 Gast-
professor Erlangen, 1951 Rechtsanwalt Ffm, tätig in diversen politischen BRD-Prozessen)(>20.10.43/
14.11.45/1.10.46/ 14.5.62/ 27.7.64/ 2./4.12.97),
München, Finanzamt Ost, Reichskanzler Hitlers Kartei- u. Adremakarte wird im Finanzamt vernichtet,
(nach A. Hitlers RM 297 005
Steuerschuld für 1933 einigten sich Fritz Reinhardt, ex-NSDAP-Gauleiter
Oberbayern und nun Staatssekretär im
Reichsfinanzministerium und Dr. Ludwig Mirre, Präsident des
Finanzamtes München, daß das
Staatsoberhaupt von jeglicher Steuer befreit sein müsse, in der Folge
läßt A. Hitler sich sein Gehalt als
Reichskanzler u. zusätzlich das als Reichspräsident wieder auf sein
Konto überweisen - darüberhinaus wurde geschätzt, daß seit 1934 ca. 1 Mio.Exemplare/Jahr von
„Mein Kampf“ (in den Kapitel 11 u. 14 sind Hitlers Ansichten zu Volk, Rasse und Lebensraum zu lesen
und machen spätere Plädoyers auf Nichtwissen unehrlich) verkauft werden, ab 1936 standesamtliches
Traugeschenk, mit der Taschenbuch-Ausgabe für dt. Truppen werden insges. mehr als 9 800 000
Exemplare verkauft. Des Reichskanzlers jährl. Tantiemen betragen 1 500 000 - 2 000 000 RM; 1944
befinden sich auf Hitlers Konto beim Franz Eher-Verlag Tantiemen in Höhe von RM 5 525 811 und auf
Hitlers Konto bei der Schweizer Bankgesellschaft ca. RM 15 000 000) (>24.4.35/ 10.4.36/ 30.4.45)
15.03. Kammergericht Berlin verurteilt jüd.-dt. KPD-Mitgl. Heinz Brandt wg. Vorbereitung zum Hochverrat im
Namen des Deutschen Volkes zu 6 Jahren Haft (Eltern u. Bruder kommen 1939 in das Warschauer
Ghetto, Vater u. Bruder sterben hier, die Mutter wird 1943 nach Auschwitz deportiert u. ermordet; nach
Sicherheitsverwahrung im KZ Sachsenhausen u. Auschwitz und dem Todesmarsch wird er 1945 von
amerik. Truppen im KZ Buchenwald befreit) (>18.1.45/ 11.4.45/ 23.11.50/ 13.6.53/ 14.9.58/ 16.6.61)
16.03. Gesetz zur Wiederherstellung der nationalen Verteidigungskraft (Vertrag von Versailles verletzender
Aufbau von 36 Wehrmacht-Divisionen/Wehrpflicht verbessert Arbeitslosenstatistik), Proklamation: „Die
Regierung des heutigen Dt. Reiches aber wünscht nur eine einzige moralische und materielle Macht,
es ist die Macht für das Reich und damit wohl auch für Europa den Frieden wahren zu können…“, im
Reichstag umarmen sich Reichsminister, v. Blomberg stößt mit anderen drei Hochrufe auf Hitler aus
(die Zulassung zum Studium wird mit Abschluß des Wehrdienstes gekoppelt) (>24.8.36/ 12.3.57), .
„Extra-BZ“ „Der Führer verkündet: Allgemeine Wehrpflicht für Deutschland - Historische Stunden“,
„Hamburger Tageblatt“ „Ernste Bibelforscher vor Gericht - Eine staatsfeindliche Sekte - Gefängnis-
strafen für dreißig Funktionäre…Der 7.Oktober 1934 war der große Tag; überall zur bestimmten
Stunde, kam man zusammen; den Hitlergruß verweigerte man, im übrigen huldigte man dem Pazifis-
mus und bekannte sich als Kriegsdienstverweigerer für den Fall eines Falles…“ (Hermann Okraß,
„H. T.“-Chefredakteur, wird nach dem Krieg mittels Zahlung von RM 6 000 entnazifiziert) (>3.10.37)
17.03. Staatsoper Berlin,
Heldengedenktag-Hauptfeier, Reichswehrmin. v. Blomberg’s Rede u.a. „Die Welt
hat zur Kenntnis nehmen müssen, daß
Deutschland an seiner Niederlage im Weltkrieg nicht zugrunde
gegangen ist…Wir bekennen uns zu
einem Deutschland das sich niemals ergeben…wird.“ (>15.7.35),
Reichskanzler A. Hitler erklärt u.a.
„Deutschland gibt schließlich Frankreich das feierlicheVersprechen,
daß es nach Lösung der Saarfrage
nicht länger territoriale Forderungen an Frankreich richtet…In
dieser Stunde erneuert die dt.
Regierung vor dem dt. Volk u. vor der gesamten Welt die Versicherung
ihrer Entschlossenheit niemals über
die Grenzen…der Freiheit des Reiches hinauszugehen. Mit der
Wiederbewaffnung Deutschlands
beabsichtigt sie nicht, ein Instrument für kriegsähnliche Attacken zu
zu schaffen, sondern…ausschließl. für
die Verteidigung und damit für die Erhaltung des Friedens…“,
Bommelsen/Fallingbostel, Gen.
Johannes Blaskowitz Heldengedenktag-Ansprache zur Einweihung v.
Soldaten-Ehrenmal u.a.: „Und war die
Not am höchsten, war Gottes Hilf’ am nächsten. Sie gab uns
unseren Führer, der alle nationalen Kräfte
in eine mächtige Bewegung zusammenfaßte und die wahre
Volksgemeinschaft neu erstehen ließ,
der gestern die Wehrhoheit des deutschen Volkes wieder her-
stellen ließ u. damit das Vermächtnis
unserer toten Helden erfüllte.“ (Gen. B. begeht 1948 Selbstmord)
18.03. Hamburg, Hanseatisches Oberlandesgericht unter Vorsitz. Richter Dr. Otto Roth verurteilt KPD-Mitgl.
Fiete Schulze wg. Hochverrats und polit. Verantwortung beim Hamburger Aufstand im Namen des
Deutschen
Volkes zur von Staatsanwalt Stegemann (Zitat: „Es gibt kein objektives
Recht - Strafrecht
ist heute Kampfrecht“) geforderten 3fachen Todesstrafe und 260 Jahren Zuchthaus (am 6.6.35 wird er
von Scharfrichter Carl Gröpler per Handbeil enthauptet, die Staatsanwaltschaft beim Hanseat. OLG
hebt 1981 das Todesurteil auf) (>28.6.36/ 10.7.36/ 11.6.66/ 19.3.71) deutsche Gerechtigkeit
19./20.3. Berlin, erste
Luftschutzübung einschl. Gesamtverdunkelung
21.03. Persien, Hitler-Sympathisant Reza Schah Pahlevi verfügt Umbenennung in Iran („Land der Arier“)
(>25.8.41/ 23.2./9.3.55/ 2.6.67)
22.03. Reichsbildungsmin. Dr. Rust: „kein jüdischer Student im Studienjahr 1934/35 zugelassen“ (>04.1936)
(1935 wird der Arztsohn, Kommunist u. „Mischling 1.Grades“ o. „2.Grades“ Klaus Gysi, Zitat: „½ oder
¼ ist ein bischen duster mit dem Großvater“ vor der Promotion aus rassisch. Gründen von Eugeniker-
Rektor Prof.
Dr. Eugen Fischer’s Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin relegiert, 1949 ist der verfolgte
Schüler im Dienst der
DDR-Diktatur, die ihrerseits Schüler/Studenten aus religiösen und politischen
Gründen diskriminiert/relegiert)
(>6./.9.6.47/ 21.4.48/ 12.10.49/ 1.9.62),
Berlin, Gründung „Hilfsausschuß für katholische
Nichtarier“, Vorsitz. ist Bischof Dr. Wilhelm Berning
(>12.7.37; erst 1940 wird in Wien eine „Erzbischhöfliche
Hilfsstelle für katholische Nichtarier“ unter
Pater Ludger Born gegründet) (>09.1936/ 03.1937/ 1938)
23.03. Leipzig, Institut für Rassen- und Völkerkunde, Prof. Dr. Otto Reche schreibt an Regierungsrat Freiherr
v. Zschinsky „...In Sachen Bastarduntersuchungen hatte ich beim Rassenpolitischen Amt der NSDAP
angeregt, die ganze Bastardfrage möglichst bald prinzipiell zu regeln. Herr Dr. Groß schreibt mir
heute, daß er meine Anregung im Original an das Reichsministerium des Innern weitergegeben habe
und daß dieses sich z. Zt. mit der Regelung der Bastardfrage beschäftige...“ (>1937/ 24.9.39)
27.03. Reichsbildungsmin.-Erlaß zu „Schülerauslese an Höheren Schulen“ nach körperlicher (Jugendliche
mit schweren Leiden, Erbkrankheiten, Scheu vor Körperpflege), charakterlicher (allgemeines
Verhalten gegen Sitte und Anstand, Kameradschaftlichkeit, Zucht und Ordnung), geistiger (Reife,
Denkfähigkeit) und völkischer („Schüler, die durch ihr Verhalten in u. außer der Schule die Volks-
gemeinschaft oder den Staat wiederholt schädigen, sind von der Schule zu verweisen.“) Auslese,
(auch Versagen bei Leibesübungen, Verweigern vom Deutschen (Hitler-)Gruß u. Mitsingen von NS-
Liedgut usw. zählt, betroffenen wird der Besuch höherer Schulen verboten. Staatsziel ist: „körperliche,
charakterliche, geistige, völkische Auslese“ aller „Ungeeigneten und Unwürdigen“) >verfolgte Schüler
(>10.9.35/ 21.6.37/ 15.2.51/ 1.5.53/ 12.12.55)
29.03. Verordnung zur Durchführung
des Gesetzes zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat definiert
die zur NSDAP gehörenden
Gliederungen/ Gruppierungen, es sind SA, SS, NSSK, HJ (Jungvolk,
BDM, Jungmädel), NSDDB
(Nationalsozialistischer Deutscher Dozentenbund), NSDStB (National-
sozialistischer Deutscher
Studentenbund) und die Nationalsozialistische Frauenschaft unter Reichs-
frauenführerin Gertrud Scholtz-Klink
(Zitat: „ Wenn auch unsere Waffe auf diesem Gebiet nur der
Kochlöffel ist, so soll seine
Durchschlagskraft nicht geringer sein als die anderer Waffen.“) und später
ca. 8 000 000 Mitgliedern
(>7./9.3.47/ 23./24.11.60),
Berlin, Ufa-Palast, Premiere des Leni
Riefenstahl Propagandafilms „Triumph des Willens“ über den
NSDAP-Reichsparteitag in Nürnberg
1934 (L. R. erhält dafür am 1.5. den Nationalpreis für Film),
„Völkischer Beobachter“ „Die Seele
des Nationalsozialismus wird in diesem Film lebendig!“
31.03. „National-Zeitung“ „Gegner
der Hitler-Jugend - Gegner des Staates“!
> verfolgte Schüler
01.04. reichsweites Verbot der „Zeugen Jehovas“ (>13.09.1949/ 31.08.1950) > verfolgte Schüler
02.04. Berlin, Staatsoper, Staatsakt zur der „Verreichlichung“ der Justiz, Schilderung des Staatsaktes durch
Dr. Franz Schlegelberger: „...feierlich zogen, in Amtstracht und Ornat, 700 deutsche Richter, unter
ihnen die Präsidenten und leitenden Staatsanwälte aller deutschen Gerichte, die Dekane der rechts-
wissenschaftlichen Fakultäten und die Vertreter der Anwaltschaft in den festlichen Raum ein, an ihrer
Spitze in seiner pelzverbrämten Robe der Reichsgerichtspräsident Herr Dr. Erwin Bumke. Hierbei
vereinten sich zum ersten Mal alle deutschen Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaats-
anwälte in Berlin... Nachdem der Führer eingetroffen und die einleitende Musik verklungen war“...
redeten der preußische Ministerpräsident Hermann Göring und Reichsjustizminister Dr. Franz Gürtner:
„so können wir mit gutem Gewissen“, sagte der, „dem deutschen Volke und seinem Führer heute
feierlich geloben, unseren Stolz und unsere Kraft daranzusetzen, treue Hüter des Rechts zu sein...
Stürmisch brausten die Heil-Rufe auf den Führer durch den großen Raum und brachen aufs neue
hervor, als der Führer dem Reichsjustizminister dankend die Hand schüttelte.“ (>2.4.1958)
03.04. das Winterhilfswerk-Spendenaufkommen für 1934/35 betrug RM 362 000 000 (1935/36 RM 372 Mio.,
1936/37 RM 423 Mio.)
05.04. Köln, Reichsbildungsmin.
Dr. Rust auf kulturpolitischer Tagung u.a. „Für die Jugend unseres Volkes,
die einst in eiserner
Geschlossenheit, wenn sie Männer geworden sind, beieinander stehen soll, muß
es heißen: Eine Jugend steht unter
einer Flagge und die sitzt da (er zeigt auf die HJ). Ich werde in der
nächsten Zeit mit verschiedenen
Maßnahmen dieser Jugend…noch stärker unter die Arme greifen.“
10.04. Berliner Dom,
Reichstagspräs. H. Göring heiratet Staatsschauspielerin Emmi Sonnemann, zehn-
tausende jubelnde Deutsche bilden ein
Spalier für das Paar
04. Mathematik-Lehrbuch für höhere Schulen, Aufgaben: „Der jährliche Aufwand des Staates für einen
Geisteskranken beträgt RM 766, ein Tauber oder Blinder kostet RM 615, ein Krüppel RM 600. In
geschlossenen Anstalten werden auf Staatskosten versorgt: 167 000 Geisteskranke, 8 300 Taube
und Blinde, 20 600 Krüppel. Wie viele Mill. kosten diese Gebrechen jährlich? Wie viele erbgesunde
Familien könnten bei RM 60 Monatsmiete für diese Summe untergebracht werden?“,
Deutsches Schulgebete: „Herrgott, Du hast uns einen Mann gesandt, mit starkem Herzen und mit
fester Hand. Du schenktest ihm den reinen Flammengeist, der uns aus Todesnacht zum Lichte reißt.
Du sandtest ihn, Herrgott, in letzter Stund, wir bitten Dich aus tiefstem Herzensgrund, schütz’ ihn vor
Rache und vor Hinterlist, erhalt’ ihn weil er doch Dein Werkzeug ist. Amen.“,
„Herrgott, steh’ dem Führer bei, daß sein Werk das Deine sei. Daß Dein Werk das seine sei,
Herrgott, steh’ dem Führer bei. Herrgott steh’ uns Allen bei, daß unser Werk das Deine sei. Dein
Werk das unsre sei, Herrgott, steh’ uns Allen bei. Amen.“
Deutsches Kindergartengebet: „Händchen falten, Köpfchen senken und an Adolf Hitler denken, der
uns gibt das täglich Brot und der uns führt aus aller Not. Amen.“
Berlin,
Offizierssohn und Hitler-Jugend-Mitgl. Rüdiger v. Wechmar erfüllt die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus und wird in der NAPOLA
Spandau aufgenommen (>11.3.1941),
Braunschweig, Schule Hinter der Masch, der dt.-jüd. Schüler Manfred Frenkel (14 J.) verlässt wg. nicht
zu verkraftender Diskriminierung die Schule und beginnt eine Lehre > verfolgte Schüler (>29.10.38),
Göttingen, Tobis-Film-Generaldirektor-Tochter Elisabeth Noelle erfüllt die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus, erhält ihr Abitur, wird
Nationalsozialistischer Dt. Studentenbund-Mitgl. u. studiert als Quotenfrau Geschichte, Journalistik u.
Philosophie
(1937 Dt. Akadem. Austauschdienst DAAD-Stipendium für University of Missouri „School
of Journalism“, 1940 Promotion Berlin, Journalistin „Deutsche Allgemeine Zeitung“, Dr. J. Goebbels
„Die-öffentliche-Meinung-ist-zum-größten-Teil-das-Ergebnis-einer-willensmäßigen-Beeinflussung“-
Propaganda-Zeitschrift „Das Reich“, „Frankfurter Anzeiger“, 1947 E. Noelle-Neumann und ex-NSDAP-
Journalist-Gatte Erich Neumann - Neumann-Zitat über jüd. Ghetto Warschau: „Mit einem Blick kann
man hier die ungeheure abstoßende Vielfalt aller jüdischen Typen des Ostens überschauen - eine An-
sammlung des Asozialen.“ - gründen Allensbach Institut für Demoskopie, 1961-64 Dozentin FU Berlin,
1965-83 Professur Uni. Mainz, 1976 Bundesverdienstkreuz, 1978-91 University of Chicago-Gast-
professur, 1980 Kuratorium „Studienstiftung des Deutschen Volkes“, Autorin „Die Schweigespirale“,
1993-94 Uni. München-Gastprofessur) (>14.7.40/ 04.1949/ 02.1945/ 07.1955/ 20.9.55/ 06.1994),
München, Max-Gymnasium, Metzgersohn Franz Josef Strauß legt das Abitur ab, nach freiwilligem
Arbeitsdienst beginnt er sein Germanistik- u. Geschichtsstudium an der
Universität München (>1.5.37)
20.04. SA-Stabschef Victor Lutze übergibt A. Hitler 27 Flugzeuge des „Jagdgeschwader SA Horst Wessel“
24.04. Anordnungen der Reichspressekammer (1) zur Wahrung der Unabhängigkeit des Zeitungsverlags-
wesens (Ausschluß unerwünschter Verleger), (2) zur Schließung von Zeitungsverlagen zwecks Besei-
tigung ungesunder Wettbewerbsverhältnisse (Parteiverlage vor Privatverlagen), (3) zur Beseitigung
der „Skandalpresse“ (der Franz Eher-Verlag, u.a. Herausgeber der NSDAP-Parteizeitung „Völkischer
Beobachter“ und von Hitlers Buch „Mein Kampf“, erwirbt 1935 unter Verlagsdirektor und Präsident der
Reichspressekammer Max Amann ca. 100 Zeitungsverlage, der Netto-Gewinn vom Franz Eher-Verlag
steigt von 1936-42 von RM 3 987 000 auf RM 106 700 000, die zum Verlag gehörende Hausdruckerei
Adolf Müller & Söhne hat das Druckmonopol für diverse NSDAP-Druckerzeugnisse) (>29.10.45)
25.04. Anordnung der Reichsschrifttumskammer zur
Zentralisierung der Zensur (>23.5.49/ 7.10.49/ 6.4.68)
26.04. Berlin, Sportpalast, Massenkundgebung von 18 000 „Deutsche Glaubensbewegung“-Anhängern (eine
von Prof. Dr. Jakob Hauer am 29.7.33 gegründete „Deutsche Christen“-Konkurrenz), Motto: „Durch
deutschen Glauben zur religiösen Einheit - Dem deutschen Kind die deutsche Gemeinschaftsschule“
(>2.2.36/ 20.3.36/ 17.7.41/ 10.1950/ 14.10.54)
05. Köln-Bickendorf, Stadtverwaltung errichtet erstes bewachtes
deutsches Zigeunerlager (>17.7.36)
01.05. Berlin, Reichskanzler A. Hitler sagt am Tag der nationalen Arbeit zu 100 000 schaffenden deutschen
Volksgenossen der Stirn und der Faust u.a. „Mein Wille - das muß unser aller Bekenntnis sein - ist
euer Glaube! Mein Glaube ist mir - genau so wie euch - alles auf dieser Welt!“,
Staatsoper, NS-Parteitag-Filmemacherin L. Riefenstahl erhält Nationalpreis (>16.12.49),
Berlin, Gründung jüd. Leonore Goldschmidt-Schule (an öffentl. Schulen verfolgte Schüler sind hier
u.a. Peter Weidenreich bis zur Flucht mit den Eltern Erich u. Helen Weidenreich 1937 in die USA - als
Peter Wyden
US-Senator Ron Wyden’s Vater und Autor von: „Wall.
The Inside Story of Divided Berlin”
und „Stella“ - sowie Stella Goldschlag-Kübler, die berüchtigte spätere jüd.-dt. Denunziantin unzähliger
in Verstecken lebender dt.-jüd. Berliner)
02.05. Verwaltungsgericht Preußen
urteilt im Namen des Deutschen Volkes, daß die Gestapo keiner ordent-
lichen Verwaltungsgerichtsbarkeit
untersteht (in guter deutscher Justiztradition werden später auch in
der DDR die Stasi - und danach in der
BRD - verbrecherische DDR-Verwaltungsakte wie z.B. die
Menschenrechte verletzende politische
Bildungsdiskriminierung nicht justitiabel)
> verfolgte Schüler
03.05. Berlin, die Philharmoniker unter Dirigent Dr. Wilhelm Fürtwängler (Abendgage RM 2 000) unterstützen
mit Beethoven-Gala in Anwesenheit von Reichskanzler Hitler, Luftwaffe-Oberbefehlshaber Göring und
Propagandamin. Goebbels das NSDAP-Winterhilfswerk, danach dankt Hitler dem Dirigent mit Rosen
04.05. UdSSR; Moskau, KPdSU-GenSekr. J. Stalin verkündet neue Losung „Kader entscheiden alles“ (seine
sozialistischen deutschen Kadervasallen nennen ihn „Führer und Lehrer der Menschheit im Kampf für
Frieden, Domokratie und Sozialismus“ u. führen u.a. auch die DDR-Verfassung verletzende Bildungs-
diskriminierung Minderjähriger ein) > verfolgte Schüler (>1936/
2.12.46/ 21.12.51/ 26.11.52/ 6.3.53)
10.05. Reichsjustizminister Dr. Franz Gürtner, Tagebucheintrag: „Oberstaatsanwaltschaft Bautzen berichtet
über ein Strafverfahren gegen 14 Beschuldigte wg. schwerer Mißhandlung von Juden, Tat begangen
in März 1934. Die Juden, die in Schutzhaft gebracht worden waren, wurden zunächst gezwungen zwei
Pfund fettiges Schweinefleisch zu essen und alsdann auf der Fahrt zur tschechischen Grenze, über
die sie abgeschoben werden sollten, auf das Unmenschlichste mißhandelt. Infolge der Mißhandlung
ist ein Jude gestorben…Die Angelegenheit hat hochpolitischen Charakter…Die tschechische, öster-
reichische und polnische
Gesandtschaft haben dem Auswärtigen Amt Verbalnoten zugehen lassen.“
21.05. Reichstag, Reichskanzler Hitlers 13-Punkte-„Friedens-Rede“ wird über Reichslautsprechersäulen den
auf dem Königsplatz wartenden Bürgern übertragen, er sagt dem Scheinparlament „als Vertretern der
dt. Nation jene Aufklärungen geben zu können, die ich für nötig erachte zum Verständnis der Haltung
u. der Entschlüsse der Dt. Reichsregierung zu den uns alle bewegenden großen Fragen der Zeit.“,
Reichstag akklamiert Wehrgesetz und die Volksvertreter salutieren geschlossen mit dem Hitler-Gruß
(die Wehrmacht wird „soldatische Erziehungsschule des deutschen Volkes“ und die Reichsmarine zur
Kriegsmarine - „Volljuden“ werden nicht zur Wehrmacht zugelassen, am 26.5.36 folgt 1.Ergänzung,
jüdische „Mischlinge“ können keine Wehrmacht-Vorgesetzten werden)
22.05. „Das Schwarze Korps“ Rechtshistoriker Ordinarius Dr. Karl August Eckhardt fordert „Widernatürliche
(„homosexuelle“) Unzucht ist todeswürdig“ (nach 1945 Direktor Historisches Institut Witzenhausen)
26.05. Reichstag akklamiert Reichsluftschutz-Gesetz (definiert bestimmte Zwangsmaßnahmen) (>11.2.58)
28.05. Berlin, Gestapo-Amtsleiter Dr. jur. Werner Best (NSDAP-Mitgl. 341 338) fordert von Reichsjustizmin.
Dr. jur. Franz Gürtner Eheschließungen zwischen Ariern u. Nichtariern zu verhindern, weil „Kreise des
deutschen Volkes die Schädlichkeit der jüd. Rasse noch nicht…erkannt haben.“ (ex-Staatskommissar
für das Polizeiwesen und Landespolizeipräsident Hessen, SD-Organisationschef München und SS-
Standartenführer Dr. B. wird 1939/40 RSHA-Amtsleiter, 1940/42 Leiter Verwaltungsstab Militärbefehls-
haber Frankreich, 1942/45 Reichsbevollmächtigter Dänemark) (>4.6.37/ 9.4.40/ 27.9.40/ 20.9.48),
USA; „New York Times“ „Alle Juden verlassen Hersbruck…in der Nähe von Nürnberg wurde eine
Hakenkreuzfahne an einem Haus gehisst in dem bis vor kurzem der letzte jüdische Einwohner lebte“
31.05. Hitlerfreund,
Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräs. Dr. H. Schacht wird
Bevollmächtigter für
die Kriegswirtschaft (da Aufrüstung,
die u.a. zu Millionen Toten und Milliarden-Haushaltsdefiziten führt
straffrei ist wird er nach 1945 nicht
verurteilt und bleibt als Entwicklungsländer-Finanzberater und
Schacht&Co.-Bank-Düsseldorf-Mitinhaber weiterhin Großverdiener)
(>12.1938)
01.06. Alt Rhese, Führerschule
der deutschen Ärzteschaft unter NSDAP-Mitgl. Dr. Hans Deuschl eröffnet
06./07. „Die deutsche Schule“
„Wehrerziehung ist keine Sonderaufgabe einer umfassenden Allgemeiner-
ziehung, sondern das Kernstück
unserer gesamten Erziehungsverantwortung“ (>18.3.1963)
08.06. Ausbürgerungsliste u.a. mit Bertolt Brecht, Karl Höltermann, Erika Mann,.Erich Ollenhauer (>10.1938)
9./10.6. Königsberg, Stadthalle, Ostlandtagung des Volksbund für das Deutschtum im Ausland mit Gruß-
botschaften des preuß. Min.-Präs.H.
Göring und Reichsinnenmin. Dr. W. Frick, es sprechen „u.a. der
Bürgermeister von Königsberg, Pg. Dr.
Will, der Leiter des Landesverbandes Ostpreußen des VDA,
Pg. Dr. Oberländer und der
Bundesleiter des VDA, Dr. Steinacher…Professor Oberländer, der nach
Memel gerichtet, verspricht, daß wir
nicht ruhen und rasten werden, bis wieder Recht im deutschen
Osten herrschen wird…Wir wissen, daß
dieser Kampf einmal aufhören wird, aber erst dann, wenn sich
die Freiheit des Volkstums, die der
Führer…für uns Nationalsozialisten verpflichtend gemacht hat,
zugunsten des Friedens in Europa durchgesetzt hat.“ (>13.2.39/ 23.3.39/ 24.6.39/ 29.6.41/ 29.4.60)
14.06. Freiburg i. Br., Beginn Deutsche Kolonialtagung u. Kolonialausstellung unter den Schirmherren Franz
Ritter v. Epp (SA-Obergruppenführer, Reichsstatthalter, Leiter Kolonialpolitisches Amt der NSDAP,
MdR) und Dr. jur. Heinrich Schnee (ex-Dt.-Ostafrika-Gouverneur, 1933 NSDAP, MdR, ex-Präs. Dt.
Kolonialgesellschaft, Präsident Deutsche Weltwirtschaftliche Gesellschaft) (>1937/ 25.9.49/ 1.10.50)
17.06. Reichsbildungsminister Dr.
Rust fordert von Studenten freiwilligen Wehrdienst (>28.2.58)
18.06. Großbritannien / Deutsches Reich unterzeichnen ein, die Bestimmungen des Versailler Vertrages
widersprechendes Flottenabkommen (>28.4.39)
22.06. Universität Bonn, Preußen’s Kultusmin. B. Rust versetzt Prof. theol. Karl Barth in den Ruhestand
26.06. Gesetz zur Änderung des Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchs ermöglicht Abortion auf
grund „rassenhygienischer Indikation“ (später auf poln. und sowjet. Zwangsarbeiterinnen und auf von
sowjet. Truppen vergewaltigte deutsche Frauen erweitert),
Gesetz über den Reichsarbeitsdienst (macht aus freiwilligem Arbeitsdienst der Weimarer Republik
einen 6 Monate Pflicht-„Ehrendienst“ aller Männer von 18-25 Jahren für RM 0,25 Tagessold – Frauen
bis 1939 auf freiwilliger Basis - unter Staatssekretär, Reichsarbeitsdienstführer Konstantin Hierl dient
u.a. politischer Indoktrination u. zunehmend paramilitärischer Ausbildung: „Kamerad! Der Arbeitsdienst
hat Dich durch seine straffe Erziehung zum Nationalsozialisten geformt und in die junge Mannschaft
Deutschlands eingereiht. Du hast in der Arbeit am deutschen Boden erfahren, welche Freude und
innere Befriedigung es bedeutet, als dienendes Glied einem starken Staate anzugehören…“,
„Wir packen die Spaten und trocknen die Moore, Wir führen die Pferde, die Sonne brennt heiß,
wir stampfen und waten und fahren die Lore. Es tropft auf die Erde vom Körper der Schweiß.
Hart gräbt unser Spaten die Distel, den Dorn,
dann keimen die Saaten, bald reift auch das Korn.“ (Ferdinand Oppenberg) (>24.7.1952)
29.06. Aachen, NSDAP-Kreisparteitag, Reichsmusikkammer- u. NSDAP-Mitgl. Herbert v. Karajan leitet Chor,
Orchester und Volksgenossen u.a. beim „Horst-Wessel-Lied“ zum Hitler-Jugend-Fackelzug (>7.5.78)
01.07. Generalfeldmarschall August v. Mackensen erhält als Dotation per Reichsgesetz Erbhof Brüssow
(zuvor für RM 350 000 restauriert) mit 1 000 ha Nutzfläche,
Berlin, Reichsführer SS Heinrich Himmler, Reichsernährungsmin. u. Reichsbauernführer Walter Darré
und Uni. Berlin-Prof. Herman Wirth gründen Pseudo-„Forschungsgesellschaft für Geistesurgeschichte
Deutsches Ahnenerbe e.V.“ (ab 1937 „Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e.V.“ unter
H. Himmler mit Kurator Prof. Walther Wüst u. Reichsgeschäftsführer Wolfram Sievers, zahlreichen
sog. wissenschaftliche Abteilungen u. eigener Ahnenerbe-Stiftung, ab 1939 (mit SS-Untersturmführer
u. Historiker Prof. Dr. Peter Paulsen’s „Kommando Paulsen“ in Polen) am Kunstraub in besetzten
Ländern und KZ-Menschenversuchen u.a. mit Giftgas beteiligt, 1942 Amt A -Ahnenerbe- im SS-HA mit
Institut für Wehrwissenschaftliche Zweckforschung dessen Abt. H der Reichsuniversität-Straßburg-
Prof. Dr. August Hirt leitet) (>26.10.39/ 9.2.42/ 07.1944/ 25.2.45/ 25.10.46/ 20.7.47/ 30.11./3.12.98),
Berlin, Gründung „Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschland“, Gründungsmitgl. sind u.a.
Reichsbildungsmin. Dr. Bernhard Rust u. der ev. Theologe und NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Gerhard Kittel,
als Präsident wird Prof. Walter Frank berufen (>13./14.5.37)
03.07. Hansestadt Hamburg, Schule Binderstr., die Elternschaft beschließt Gesuch an den Senat die jüd.
Schüler der Schule an jüd. Schulen zu „überweisen“ da deren Gegenwart das „germanische
Empfinden“ verletze > verfolgte Schüler (>10.9.35/ 15.11.38)
06.07. Erlass betr. Überweisung von Kindern in die Hilfsschule (>9.7.35)
07.07. Reichsinnenmin. Dr. jur. W. Frick u.a. „Wir Nationalsozialisten fordern die Entkonfessionalisierung des
gesamten öffentlichen Lebens…Wir wollen keine katholischen u. keine protestantischen Beamten, wir
wollen deutsche Beamte…Wir brauchen keine kath. und keine protestant. Tagespresse, sondern eine
deutsche Tagespresse…kath. Jugendverbände passen nicht mehr in unsere heutige Zeit.“ (>3./6.2.58)
09.07. Erlass zu Vorarbeit und Mitwirkung der Schulen bei der Durchführung des GzVeN (>12.12.35/ 4.3.40)
12.07. Preußisches Kammergericht bestätigt im Namen des Deutschen Volkes das vom Regierungspräs.
Münster erteilte Verbot von
Sportübungen und Gruppenfahrten katholischer Jugendverbände: „...diese
Art von Betonung einer
(konfessionellen) Spaltung von vornherein den Keim einer Zersetzung des
deutschen Volkes in sich trägt und
jede derartige Zersetzung ist geeignet, den kommunistischen
Bestrebungen ihrerseits Vorschub zu leisten
und ihre Ziele zu unterstützen"
> verfolgte Schüler
14.07. „Kampfblatt für den deutschen Glauben“ „Wer die Jugend ans Bibel-Christentum kettet, versündigt
sich an der Zukunft. Und das tun heute noch beide Konfessionen in all ihren Richtungen! ...Das ist
Verrat an unserem Volke...“ > verfolgte Schüler
15.07. Berlin, Kurfürstendamm,
antijüd. Krawalle mit Angriffen auf jüd. Eigentum (die wenigen eingreifenden
Polizisten werden von fanatisierten
Berlinern als „Judenknechte“ beschimpft),
Reichskriegsmin. W. v. Blomberg’s
Erlaß über Einkaufsverbot dt. Soldaten in jüd. Geschäften
16.07. Gründung
Reichskirchenministerium, erster Minister Hanns Kerrl, später Hermann Muhs
(> 9.3.1957)
18.07. Vierte Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses („...wird...
hiermit verordnet: Artikel 1 Die Unterbrechung der Schwangerschaft nach § 10a des Gesetzes...und
die Unfruchtbarmachung sollen nach Möglichkeit gleichzeitig durchgeführt werden),
Göring-Erlaß gegen „politischen Katholizismus“
19.07. Richard Strauss’ Nachfolger als Reichsmusikkammer Präsident wird Aachen’s langjähriger General-
musikdirektor Dr. Peter Raabe (Dr. R. erteilt tausenden Musikern wie Edwin Geist oder Carl Stenzel
schriftlich („Gemäß § 10 der Ersten Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammergesetz vom
1. Nov. 1933 lehne ich Ihren, mir zur entgültigen Entscheidung vorgelegten Aufnahmeantrag ab, da
Sie die nach der Reichskulturkammergesetzgebung erforderliche Eignung im Sinne der nationalsozia-
listischen Staatsführung nicht besitzen. Durch diese Entscheidung verlieren Sie mit sofortiger Wirkung
das Recht der weiteren Berufsausübung…“) Berufsverbot, weil sie Jude, Mischling 1.Grades oder jüd.
Ehepartner haben. Edwin Geist emigriert danach nach Litauen und wird am 10.12.42 im berüchtigten
Fort Nr. 9 (IX) bei Kaunas erschossen) (>30.8.35/ 27.10.42/ 19.9.50/ 1.8.54/ 23.12.74/ 3.11.76)
23.07. Preußische
Polizeiverordnung, § 1 Allen konfessionellen Jugendverbänden…ist jede
Betätigung…ins-
besondere eine solche politischer,
sportlicher u. volkssportlicher Art untersagt. § 2 Für konfessionelle
Jugendverbände…einschl. der
sog. Pfarrjugend, gelten folgende Bestimmungen. Es ist verboten:
1. Das Tragen von Uniformen,
uniformähnlicher Kleidung u. Uniformstücken, die auf die Zugehörigkeit
zu einem konfessionellen Jugendverband
schließen lassen…2. das Tragen von Abzeichen…3. das
geschlossene Aufmarschieren, Wandern,
Zelten…4. das öffentliche Mitführen o. Zeigen von Bannern,
Fahnen u. Wimpeln…5. jegliche
Ausübung u. Anleitung zu Sport…aller Art.
> verfolgte Schüler
25.07. Dortmund, jüd. Deutschen wird der Zutritt zu sämtlichen Frei-, Hallen- und Luftbädern verboten
25.7./21.8. UdSSR; Moskau, VII.Kongreß der Kommunistischen Internationale (aller Kommunist. Parteien),
der KPD-Delegierte Ulbricht sagt am 7.8. „In diesem Kampf um die Verteidigung gegen den faschist.
Terror haben die Kommunisten Schulter an Schulter mit den kath. Werktätigen gestanden. Wenn der
,Völkische Beobachter’ von kommunistischen Anbiederungsversuchen an die Katholiken spricht, so
antworten wir: Wir Kommunisten werden überall…kämpfen, wo es gilt Meinungs-, Gewissens- und
Vereinsfreiheit zu verteidigen u. zu erkämpfen…Wir sind bereit, unter Zurückstellung alles Trennenden
in der Weltanschauung mit Euch gemeinsam zu kämpfen für Gewissensfreiheit…“) (>25.11.36/ 2.7.41)
31.07. Verbot des Besuchs von Schullandheimen durch nichtarische Schüler > verfolgte Schüler
07.08. Gelsenkirchen, mit Schildern „Ich bin ein Rassenschänder“ und „Ich blonder Engel schlief bei diesem
Judenbengel“ werden der dt. jüd. Julius Rosenberg und seine nichtjüd. Freundin Elisabeth fotografiert
11.08. „Westdeutscher Beobachter“ „Bekanntmachung – Ich löse hiermit meine Verlobung mit Frl. Else
Mallweg auf. Denn obwohl Frl. Mallweg meine Gesinnung kannte, kaufte sie ihre Aussteuer beim
Juden...Dies alles zwingt mich, meine Verlobung rückgängig zu machen...Köln, Otto Füngler“
08. Chemnitz, Verhaftung von SPD-Mitgl. Erich Mückenberger (bis 08.1936 im KZ Sachsenburg inhaftiert,
01.1938 in Chemnitz im Namen des Volkes wg. „Hochverrats“ zu 10 Monaten Haft verurteilt, 1942-45
Wehrmacht-Strafbataillon, 1945 SPD (>21./22.4.46/ 20./24.7.50),
„Der Stürmer“ „Albert Hirschland - Der Rasseschänder von Magdeburg“
15.08. Berlin, Sportpalast,
antisemitische Massenveranstaltung mit Motto: „Frauen und Mädchen, die Juden
sind Euer Verderben“
17.08. Reichsinnenmin. ordnet Freimaurer-Auflösung an, Enteignung der Großlogen- und Logen-Vermögen
24.08. Führer-Stellvertreter
Rudolf Heß’ Aufruf zum Eintritt in die Hitler-Jugend u.a. „…alle, die es mit
ihrem
Bekenntnis zum Führer und zu seiner
Bewegung ehrlich meinen, aus Verantwortungsbewußtsein
gegenüber der deutschen Zukunft ihren
Kindern den Weg zur Hitlerjugend freigeben und sie das Werk
des Führers unterstützen.“ > verfolgte Schüler (>1936/ 1./5.6.49/ 7.2.53/ 6.1.61)
25.08. Pastor Martin Niemöller
verkündet in Predigt, daß die jüdische Geschichte dunkel und unheil-
verkündend sei, das jüdische Volk für
immer unter einem Fluch stehe, da es nicht nur den Christus
Gottes ans Kreuz gebracht habe,
sondern auch die Verantwortung für das Ende aller rechtschaffen-
den Menschen trage, die je ermordet
worden seien.
30.08. Reichsmusikkammer (in deren Gremien der Leipziger Thomaskantor und NSDAP-Mitgl. Karl Straube
mitwirkt) schliesst erste nichtarische Kirchenmusiker aus (>11.11.37)
31.08. UdSSR; b. Stalino, Bergmann Alexej Stachanow fördert angeblich 1400% Kohle über Soll (>13.10.48)
10.09. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß betreffend Rassentrennung auf öffentl. Schulen u.a. „Die Kinder
jüdischer Abstammung bilden für die…ungestörte Durchführung der nationalsozialistischen Jugend-
erziehung auf den allgemeinen öffentlichen Schulen ein starkes Hindernis… Eine Hauptvoraussetzung
für jede gedeihliche Erziehungsarbeit ist die rassische Übereinstimmung von Lehrern und Schülern…
Die Herstellung nationalsozialistischer Klassengemeinschaften als Grundlage einer auf dem
deutschen Volkstumsgedanken beruhenden Jugenderziehung ist nur möglich, wenn eine klare
Scheidung nach der Rassezugehörigkeit der Kinder vorgenommen wird. Ich beabsichtige daher, vom
Schuljahr 1936 ab für die reichsangehörigen Schüler aller Schularten eine möglichst vollständige
Rassentrennung durchzuführen...“ ( z.B. werden Hela und Käthe Schohl vom Opel-Realgymnasium in
Rüsselsheim verwiesen, besuchen dann die jüd. Schule Mainz, am >6.8.36 wird die Firma des Vaters
in Flörsheim/M. in den Konkurs getrieben und arisiert, nach der Reichspogromnacht 1938 wird Vater
Max S. im KZ Buchenwald inhaftiert. Nachdem die USA der Fam. Schohl die Einreise verweigern flieht
sie am 30.3.40 nach Übertragung von Haus und Haushalt mit RM 10/Person nach Jugoslawien,
Großmutter Schohl wird nach Theresienstadt deportiert und stirbt 1942. Max Schohl wird von Kroatien
nach Auschwitz deportiert und stirbt am 1.12.1943, 1944 wird seine „arische“ Frau Liesel mit ihren
„Mischlingstöchtern“ Hela u. Käthe zur Zwangsarbeit zurück ins Reich deportiert, sie überlebten aber
eine Entschädigung wird ihnen 1950 im Namen des Volkes von einem hess. Landgericht verweigert.
1956 werden der Ehefrau Liesel S. in zweiter Instanz im Namen des Volkes DM 6 750 Entschädigung
gewährt! In Peine/Niedersachsen wird 1935 der 10jährige Solomon Perel von der Schule verwiesen,
die Eltern emigrieren mit ihm nach Lodz/Polen > verfolgte Schüler (>2.2.36/ 20.3.36/ 9.9.39/ 1.4.58)
10./16.9. Nürnberg, NSDAP-,Reichsparteitag der Freiheit’, Parade v. 54 000 - polierte Spaten schulternder -
Arbeitsdienst’ler, „Appell der Jugend“ v. 65 000 HJ’lern -2 000 davon Adolf-Hitler-Marsch-Teilnehmer -;
HJ-Jungvolkführer Hans Scholl erfüllte
die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabten-
förderung der Diktatur des Faschismus - der Gymnasiast ist Fahnenträger der Hitler-Jugend Ulm.
A. Hitler an „Meine deutsche Jugend…Was wir von unserer deutschen Jugend wünschen, ist etwas
anderes, als es die Vergangenheit gewünscht hat. In unseren Augen da muß der deutsche Junge der
Zukunft schlank und rank sein, flink wie die Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. Wir
müssen einen neuen Menschen erziehen…“ Am 16.9. paradiert die Wehrmacht mit schwerer Artillerie
vor dem NS-Führerkorps, Leni Riefenstahl dreht 3.Parteitagsfilm „Tag der Freiheit Unsere Wehrmacht“
(>18.2.43/ 16.12.49/ 7.6.51/ 15.6.71/ 11/16.4.81),
Reichstag akklamiert Reichsflaggengesetz (Art. 1. Die Reichsfarben sind schwarz-weiß-rot. Art. 2
Reichs- und Nationalflagge ist die Hakenkreuzflagge…), Gesetz zum Schutze des Deutschen Blutes
und der Deutschen Ehre „§ 1.Eheschließungen zwischen Juden u. Staatsangehörigen deutschen oder
artverwandten Blutes sind verboten (in ,schöpferischer Gesetzesanwendung’ verschärft das Reichs-
gericht das Gesetz u. stellte fest „Rassenschande nach §§ 2, 5 Abs. 2 Blutschutzgesetz kann auch
begangen werden, ohne das es zu einer körperlichen Berührung zwischen den Beteiligten kommt“)
und das Reichsbürgergesetz „§ 2. Reichsbürger sind nur Staatsangehörige deutschen oder artver-
wandten Blutes...“(dieser Volksbegriff findet sich auch in dt. Staatsangehörigkeitsgesetzen vom
22.2.55, 19.12.63 und 20.12.74 - nach denen Deutsche im Sinne des GG alle Nachkommen auch
vor Jahrhunderten emigrierter Deutscher aus früheren deutschen Ländern sind) (Berufsverbote für
Juden im öffentl. Dienst ab 31.12.35) und das Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen
Volkes (Ehetauglichkeitszeugnis vom Gesundheitsamt + Stammbuch „Ariernachweis“ für alle Bürger
notwendig u. auch mit Hilfe der Kirchen(-bücher) ermöglicht), beim Verlesen des Paragraphen der
Juden das „Zeigen der jüdischen Farben gestattet“ und „Ausübung dieser Befugnis unter staatlichen
Schutz“ stellt brechen die Reichstagsabgeordneten in Gelächter aus, Reichstagspräs. Göring sagt:
„Männer des Reichstags! Sie aber bitte ich sich des Ernstes der Stunde bewußt zu sein. Bedenken
Sie, jahrtausendalte Sehnsucht der Deutschen ist durch den Führer zur Wirklichkeit geworden: Ein
Volk, ein Reich, ein Führer! Und darüber unsere Flagge, unser Feldzeichen, unser Hakenkreuz! Unser
Führer, dem Retter und Schöpfer: Sieg Heil! Sieg Heil! Sieg Heil! Die Sitzung ist geschlossen.“,
(„Wenn ich…zum Ausdruck bringe: Die Juden haben überhaupt nichts mehr zu verlieren…dann dürfen
Sie sich nicht wundern, wenn sie kämpfen…man muß das immer offenlassen. Wie z.B. gestern in
meisterhafter Weise der Führer das in seiner Rede getan hat: Wir hoffen, daß mit diesen Judenge-
setzen…ein erträgliches Verhältnis zwischen dem deutschen und… jüdischen Volk herbeizuführen…
Das ist gekonnt! Wenn man aber gleich…gesagt hätte: So, das sind die heutigen Judengesetze…Im
nächsten Monat kommen die nächsten, und zwar so bis ihr bettelarm wieder im Ghetto sitzt…dann
dürfen Sie sich nicht wundern, wenn die Juden…gegen uns mobilmachen.“ sagt Minister Goebbels. /
„Die beiden Nürnberger Gesetze…enthalten die grundlegende Lösung dieses Rassenproblems. Sie
bringen die blutmäßig klare Scheidung zwischen Deutschtum und Judentum u. schaffen dadurch die
gesetzliche Grundlage für einen modus vivendi, der allen Belangen gerecht wird. Ihre grundlegende
Bedeutung besteht darin, daß sie das Eindringen weiteren jüdischen Blutes in den deutschen Volks-
körper für alle Zukunft verhindert…Der Dreiachteljude, der einen volljüdischen u. einen halbjüdischen
Großelternteil besitzt, gilt als Mischling…der Fünfachteljude mit zwei volljüdischen…“ usw. schreibt für
RM 3000 Honorar der Katholische Dtsche. Studentenverbindung Bavaria Bonn-Mitgl. u. Judenreferent
Ministerialrat Dr. jur. Hans Globke - mit Staatssekr. Dr. Wilhelm Stuckart Kommentator der Gesetze
(1949 wird Dr. Globke MinDir u. CDU-Bundeskanzler Dr. Adenauer’s Bürochef, 1953-63 als Kanzler-
amt-Staatssekr. Verfügungsgewalt über nicht abzurechnenden „Reptilienfonds“, ab 1955 Weisungs-
befugnis über General a.D. Reinhard Gehlen’s BND - SS-Obergruppenführer Dr. Stuckart wird am
14.4.49 in Nürnberg zu 4 Jahren Haft verurteilt aber entlassen, als „Mitläufer“ eingestuft wird er Stadt-
kämmerer Helmstedt u. 1951 dritter niedersachs. BHE-Landesvorsitz.) (>21.10.35/ 14.11.35/ 03.1936/
5.7.41/ 9.9.41/ 24.12.41/ 20.1.42/ 3.12.41/ 13.3.42/ 4.11.47/4.4.49/ 7.6.51/ 13.7.67/ 1983),
Reichsvertretung der deutschen Juden wird Reichsvertretung der Juden in Deutschland (>4.739)
15.09. „Völkischer Beobachter“ „Die Gesetze von Nürnberg - Grundlegende Programmforderungen der
NSDAP auf
der Nürnberger Reichstagssitzung erfüllt“
16.09. „Der Angriff“ „Die Presse ist dem deutschen Volke verpflichtet“
24.09. Gesetz zur Sicherung der
Dt. Evangelischen Kirche verbindet mittels Verordnungen Kirche und Staat
(am 3.10. setzt Reichskirchenmin. H.
Kerrl 8köpfigen Reichskirchenausschuß RKA ein) (>20.11.36),
USA; „New York Times“ „Nazis planen den Aufkauf aller jüdischen
Geschäfte…“,
„Tegernseer Zeitung“ „Bekanntmachung d. Gemeinde Königsdorf:…Kühe u. Rinder, welche von Juden
direkt oder indirekt gekauft wurden, sind vom Zutrieb zum gemeindlichen Bullen ausgeschlossen…“
03.10. Äthiopien; Angriff ital. Truppen unter General E. De Bono und Marschall P. Badoglio auf den ältesten
christlichen Staat der Welt „um eine unmittelbare Bedrohung der Äthiopier abzuwenden“ (endet u.a.
mit Hilfe
von Giftgas in Annexion Äthiopiens - das
Völkerbund-Wirtschaftsembargo gegen Italien wird
vom Dt. Reich unterlaufen; wie „Deutschland das christlichste Volk“ und seine ev. und kath. Bischöfe
reagieren u. der Vatikan kath. ital. Militärs und Politiker wie später kath. Kinder oder Kuba’s Min.Präs.
Fidel Castro exkommuniziert ist nicht bekannt) (>2.5.36/ 8.4.37/ 28.9.37/ 23.9.43/ 28.7.50/ 3.1.62)
3./15.10. UdSSR; „Brüsseler KPD-Parteikonferenz“, W. Pieck erklärt u.a. „Wir richteten unseren Hauptangriff
gegen die Sozialdemokratie noch in einer Zeit, in der wir den Hauptangriff gegen die faschistische
Bewegung hätten richten müssen.“ W. Pieck wird Parteivorsitz, H. Wehner wird ZK-Mitgl.
11.10. Reichsinnenmin., Juden-Denkschrift v. Rassereferent Dr. jur. Bernhard Lösener (>24.11.38/ 29.1.42)
18.10. Gesetz zum Schutz der Erbgesundheit des dt. Volkes erzwingt „Ehetauglichkeitszeugnis“, Heiratsver-
bot für vom Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses Betroffene (>14.11.39/ 20.3.40/ 15.6.44),
Schenkungsurkunde (vollzogen von A. Hitler, gegengezeichnet von H. Göring): „Dem Generalfeld-
marschall August v. Mackensen, dem letzten aus der ruhmreichen preuß. Armee hervorgegangenen
Generalfeldmarschall, wird die Domäne Brüssow im brandenburgischen Kreis Prenzlau als Schenkung
zur Begründung eines Mackensen’schen Erbhofs übereignet. So werde die deutsche Scholle wieder
zur Heimat des deutschen Bauerngeschlechts, aus dem der ehrwürdige Feldmarschall erwuchs!“
21.10. Tschechien; Uranfundort Jachymov, der „deutsche“ Künstler Max Krause heiratet seine jüd. Freundin
Johanna weil das Gesetz zum Schutze des Deutschen Blutes und der Deutschen Ehre eine Heirat in
Deutschland nicht zulässt (1936 werden beide wg. Rassenschande inhaftiert u. kommen nur auf grund
glücklicher Umstände frei, 1938 verhängt die Reichskulturkammer gegen Max wg. „jüd. Versippung“
Berufsverbot, 1943 muß sich Johanna Krause Zwangsabtreibung u. Zwangssterilisation unterziehen,
sie überlebt mehrere KZ aber ihre Mutter stirbt im KZ Theresienstadt. Max u. Johanna Krause leben
nach 1945 in der SBZ/DDR, zwei ihrer
früheren Nazi-Peiniger - SS-Offizier Herbert Ossmann und SS-
Obersturmführer u. Gestapo-Judenreferatsleiter in Dresden Henry Schmidt
machen natürlich auch hier
Karriere und verfolgen Max u. Johanna Krause weiterhin bis zur Verhaftung) (>2.8.39/ 15./28.9.87)
23.10. Berlin, Schöffengericht verurteilt den kath. Generalvikar Otto Seelmeyer und den Generalsekretär
vom Bonifatiusverein Wilhelm Freckmann wg. Devisenvergehen im Namen des Deutschen Volkes zu
4½ Jahren Haft u. RM 150 000 Geldstrafe bzw. 5 Jahren Haft und RM 150 000 Geldstrafe (>23.11.35)
25.10. Würzburg, SA-Reiterstaffel-Mitgl. und Arisierer Josef Neckermann übernimmt die „Judenkaufhäuser“
(Siegmund) Ruschkewitz und Merkur (S. Ruschkewitz stirbt auf dem Weg nach Palästina, sein Sohn
Ernst wird 1945 im KZ Buchenwald ermordet; N. macht 1936 die erste Million RM u. ist 1937 NSDAP-
Genosse, 1938 übernimmt N. Wäschemanufaktur und Villa des jüd. Berliners Karl Amson Joel, 1939
gründen N. und Hertie-Chef Georg Karg die Zentralarbeitsgemeinschaft für (Soldaten- und Häftlings-)
Bekleidung GmbH, 1942 ist N. Hitlers Geburtstagsgast, 1943 erhält N. das Kriegsverdienstkreuz 1.Kl.,
nach 1945 als Mitläufer entnazifiziert, zahlt N. den Ruschkewitz-Erben eine geringe und Karl Joel,
Großvater des amerik. Sänger Billy Joel, DM 2 000 000 Entschädigung, N.s 1.Versandhauskatalog
erscheint 1950, 1962 gründen Multimillionär N. u. „Hotelplan“ „Neckermann-Reisen NUR“, 1967 wird
N. „Deutsche Sporthilfe“-Vorsitz., die u.a. Schickeria-Gala’s mit ex-NSDAP-Mitgl. v. Karajan und den
(West)Berliner Philharmonikern für Eintrittspreise bis DM 50 000 („Mozart hinter Stacheldraht gibt es
nur im Wohlfahrtsstaat“) organisiert, 1994 erhält der erfolgreiche „Deutsches Reiterkreuz in Gold mit
Brillianten“-Turnierreiter das Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband) Zitat Dr. h.c. N:
„In politischen Dingen liegt mir keine tätige Opposition. Ich tauge nicht zum Martyrer.“) (>8.9.72),
Suhl, Arthur Simson’s jüd. Waffenfirma wird arisiert und Kern der NS-Industriestiftung Gustloff-Werke
27.10. Indienststellung ersten dt.
U-Boot-Verbandes „Weddingen“ nach erstem Weltkrieg
28.10. 120.Jahrestag des
Wartburgfestes und Selbstauflösung der Deutschen Burschenschaft
01.11. Gründung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, 97% aller Lehrer treten bei,
Reichsinnenmin. Dr. Frick’s Erlass fordert Beamtenanwärter, die nach 1935 „das 16.Lebensjahr voll-
enden, mit Erfolg der Hitlerjugend angehört haben“ (15 Jahre später: DDR-Karrieren nur mittels FDJ)
04.11. Volksgerichtshof unter dem Vorsitz. Landgerichtdirektor Paul Lämmle u.a. mit Landgerichtsdirektor
Dr. jur. Günther Löhmann und Sturmbannführer Karl v. Laffert verurteilt den seit 04.1933 inhaftierten
ex-KPD-MdR Fritz Selbmann im Namen des Volkes wg. Aufforderung zum Hochverrat zu 7 Jahren
Haft (bis 1940 Einzelhaft Zuchthaus Waldheim, 1940-42 „Schutzhaft“ im KZ Sachsenhausen, 1942-45
im KZ Flossenbürg u.a. mit 10 Monaten Dunkelarrest bei dem er Teil seiner Sehkraft verliert, 06.1945
Landesverwaltung Sachsen, 12.1946 sächs. Wirtschaftsminister, 9.3.48 stellv. DWK-Vorsitzender)
(>20.4.45/ 4.7.45/ 11.12.46/ 4.7.48)
09.11. Verbot der Anthroposophischen Gesellschaft (>12.3.36/ 1990),
München, öffentliche Wehrmacht-Rekrutenvereidigung mit „Hitler-Eid“ am Putsch-Jahrestag
14.11. 1.Verordnung zum Reichsbürgergesetz führt u.a. zu öffentl. Amts- u. Wahlrechts-Entzug für dt. Juden
denn „ein Jude kann nicht Reichsbürger sein“ u. Eheverbot mit nicht-jüd. Personen „fremden Blutes“
19.11. Düsseldorf, Gestapo-Beamte besetzen und schliessen zeitweilig das Zentralbüro der katholischen
Jugend, das
kath. Jugendmagazin „
20.11. Großbritannien; die Church of England-Bischöfe protestieren gegen die Behandlung deutscher Juden
23.11. Landgericht Berlin verurteilt wg. Devisenvergehen (illegale Ausfuhr v. RM 180 000 in die Niederlande)
den kath. Bischof v. Meißen Dr. Petrus Legge zu RM 100 000 Geldstrafe, seinen Bruder Dr. Theodor
Legge zu 5 Jahren Haft und RM 70 000 Geldstrafe sowie Generalvikar Prof. Dr. Wilhelm Soppa zu
3 Jahren Haft (der behilfliche, in die Niederlande geflüchtete Universum-Bank A.G. Münster-Direktor,
Dr. Friedrich Hofius, wird im Dt. Reich zum „Bankier des Teufels“) (>27.3.49/ 23.4.50/ 20.10.57)
26.11. Reichsinnenmin. Dr. jur. Frick’s Erlass über das Verbot von Rassenmischehen überträgt Nürnberger
Gesetze auf „Eheschließungen von deutschblütigen…mit Zigeunern, Negern oder ihren Bastarden“
01.12. „Deutsche Juristenzeitung“
Reichsinnenmin. Dr. Wilhelm Frick „Reichsbürger ist demgegenüber nur
der Staatsangehörige, dem der Vollbesitz
der politischen Rechte und Pflichten zusteht. Die Erlangung
des Reichsbürgerrechts ist
insbesondere von der Erfüllung zweier Voraussetzungen abhängig. Grund-
sätzlich kann niemand Reichsbürger
werden, der nicht deutschen oder artverwandten Blutes (deutsch-
blütig) ist; ferner aber muß er durch
sein Verhalten den Willen und die Eignung zum Dienst am
deutschen Volke bekunden. Da die
Deutschblütigkeit eine Voraussetzung des Reichsbürgerrechtes
bildet, kann kein Jude Reichsbürger
werden. Dasselbe aber gilt auch für die Angehörigen anderer
Rassen, deren Blut dem deutschen Blute nicht artverwandt ist, z.B. für Zigeuner und Neger.“
04.12. Berlin; der Saarländer KPD-Genosse Erich Honecker wird von Gestapo-Beamten verhaftet, 1½ Jahre
Untersuchungshaft bis zum Urteil (>8.6.37)
05.12. USA; New York, Box-Idol Max Schmeling ist im Auftrag deutscher Olympiade-Organisatoren hier um
drohenden US-Olympiaboykott zu verhindern und trifft AAU-Präs. Avery Brundage, der „kein Freund
der Juden“ war (Hitler lädt Schmeling nach der Rückkehr zum Essen und in seine Privatwohnung ein,
Schmeling erhält nach der Olympiade das „Deutsche Olympia-Ehren-Abzeichen 1.Klasse“) (> 5.9.72)
07.12. „Tag der nationalen Solidarität“, Luftwaffe-Befehlshaber Hermann Göring sagt in Hamburg u.a. „Erz
hat stets ein Reich stark gemacht, Butter und Schmalz haben höchstens ein Volk fett gemacht.“, die
reichsweiten Winterhilfswerk-Straßensammlungen erbringen 1935 über RM 4 000 000 (>14./15.39)
12.12. Erlass zur Sterilisation von Hilfsschulkindern (nach sog. Intelligenzprüfung),
„Lebensborn e.V.“ auf Veranlassung von Reichsführer SS H. Himmler unter administrativer Leitung
von SS-Gruppenführer Bernd v. Kanne, SS-Oberführer Max Sollmann, SS-Standartenführer Guntram
Pflaum u. medizinisch-ideeller Leitung von SS-Oberführer Dr. med. Gregor Ebner gegründet (Ziele:
„Heilig soll uns sein jede Mutter guten Blutes“ „Kinderreichtum in der SS zu unterstützen“ „jede Mutter
guten Blutes zu schützen u. zu betreuen u. für hilfsbedürftige Mütter u. Kinder guten Blutes zu sorgen“
Kampf gegen Abtreibung, Erhöhung ,arischer’ Geburtenrate) 8 eigene Entbindungsheime mit Standes-
ämtern zur Geburten-Geheimhaltung und 4 Kinderstationen im Dt. Reich (im Reich gab es ca. 8 000
Lebensborn-Kinder von SS-Vätern; im Krieg u.a. auch Lebensborn-Heime für dt. Soldatenkinder in
Belgien (Wegimont), Frankreich (Lamorlaye), Niederlande (Njimwegen), Polen (Bad Polzin, Bromberg,
Smoscewo, Kraków, Otwock), Norwegen (Bergen, Geilo, Godthaab, Hurdalsverk, Klekken, Os, Oslo,
Stalheim, Trondheim) allein in Norwegen ca. 12 000 von Himmler als Vikinger-Nachfahren betrachtet -
in Norwegen werden diese Kinder nach 1945 für Jahrzehnte diskriminiert; vor Kriegsende werden die
„Lebensborn-Heime“ aufgelöst, viele Kinder werden u.a. nach Bayern/Heim Steinhöring verschleppt u.
bei Kriegsende vom Heimpersonal dem Schicksal überlassen ohne die Identität ihrer wahren Eltern zu
kennen) > verfolgte Schüler (>1.1.37/ 07.1942/ 19.2.42/ 25.6.42/ 16.9.42/ 12.11.42/ 1.7.47/10.3.48)
13.12. Reichsärzteordnung verwehrt u.a. jüdischen Medizinstudenten die Approbation,
Reichsjustizmin. Dr. Gürtners Rechtsberatungsgesetz als Meisterwerk deutscher Rechtsphilosophie
tritt als „Gesetz zur Verhütung von Missbräuchen auf dem Gebiet der Rechtsberatung“ in Kraft - „§ 5
Juden wird die Erlaubnis nicht erteilt.“ - dient u.a. zur Pfründesicherung arischer Bildungsbürger indem
den durch rassisch-politisch-religiöse Diskriminierung aus dem Justizdienst ausgeschlossenen jüd. u.
kommunist. Juristen die Rechtskonsulententätigkeit per „Berufsverbot“ verwehrt wird (>1936/ 27.9.38)
17.12. Landgericht Berlin fällt
erstes „Rasseschande“-Urteil und verurteilt im Namen des Deutschen Volkes
den Juden Otto Jaffe wg. Rasseschande mit einer arischen Frau zu 1¼ Jahr Gefängnis
18.12. Hauptverwaltung Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft, Vermerk: „Nach Verfügung -21 Bfsb 12- vom
11. März 1935 wird bei Reisen des Führers und Reichskanzlers aus besonderen Rücksichten ehr-
erbietiger Aufmerksamkeit Fahrgeld nicht erhoben und zwar sowohl bei Reisen in Sonderwagen wie
auch in Sonderzügen...“
21.12. Schweden; Hildas, nach Selbstmordversuch stirbt der 1930 emigrierte und 1933 ausgebürgerte ex-
„Weltbühne“-Herausgeber Dr. jur. Kurt Tucholsky (1927 „Deutsche Richter“-Zitat: „Dieses verhetzte
Kleinbürgertum, das heute auf den Universitäten randaliert, ist gefühlskälter und erbarmungsloser als
selbst die vertrockneten alten Herren…wenn diese Jungen einmal ihre Talare anziehen, werden unsre
Kinder etwas erleben. Ihr Mangel an Rechtsgefühl ist vollkommen.“) (>20.10.89)
31.12. in 1935 wurden 94 Todesurteile vollstreckt, ca. 2 500 000 Arbeitslose, Hitler-Jugend hat ca. 3 900 000
Mitgl. >verfolgte Schüler, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei hat ca. 2 500 000 Mitgl.-
nur 30,3% davon sind Arbeiter, eine Mehrheit von 50,8% der NSDAP-Mitgl. sind Angestellte, Beamte,
Selbstständige und sind gemessen am Anteil der Gesamtbevölkerung drastisch überpräsentiert, ein
Führerkorps von ca. 281 000 Menschen besteht in Staat, Partei, Wirtschaft, Massenorganisationen
(>1.9.39/ 8.5.45/ 6.3.51/ 31.12.51/ 31.12.57),
Julius Streichers „Der Stürmer“ - „Nürnberger Wochenblatt zum Kampfe um die Wahrheit“ erreicht eine
Auflage von 500 000, noch mehr Leser erhält das Blatt durch Zeitungsschaukästen. In der Fußzeile
der Titelseite jeder Ausgabe steht „Die Juden sind unser Verderben!“ und werden als „Volksverderber“
„Schmarotzer“ „Bazillen“ „Wanzen“ u. Deutsche mit Kontakten zu Juden werden in der Denunzianten-
Rubrik „Pranger“ als „Judenknechte“ bezeichnet
1936
Reichsjugendführer B. v. Schirach proklamiert 1936 zum „Jahr des Jungvolkes“, laut dem für Eltern
bestimmten Handbuch sind Ziele der Jungvolk-Ausbildung: „Wir bilden Ihren Sohn aus und erziehen
ihn, und wir formen aus ihm einen Mann der Tat, einen Mann des Sieges. Er muß in eine harte Schule
genommen werden, um seine Fäuste zu stählen, seinen Mut zu stärken, damit er einen Glauben be-
kommt, einen Glauben an Deutschland…Für uns sind ein Befehl und eine Anordnung die heiligsten
Pflichten.“ (am 19.4., dem Tag vor Hitlers Geburtstag, meldet v. Schirach das 90% aller 10jährigen
Arier der Aufforderung Folge geleistet hatten). Auch der kath. Professorensohn Hans-Jochen Vogel -
Bruder des späteren pfälz. CDU-Min.-Präs. Dr. Bernhard Vogel - sagt die „Schwertworte“: „Jungvolk-
Jungen sind hart, schweigsam u. treu, Jungvolkjungen sind Kameraden, des Jungvolkjungen höchstes
ist die
Ehre“ (H. V. leistet 1940 den HJ-Eid, erfüllt
die politischen Kriterien nationalsozialistischer
Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus, wird Hitler-Jugend Scharführer u. erhält 1943 an
Gießen’s
Landgraf-Ludwig-Oberschule für Jungen das Abitur, er erfüllt die finanziellen
Kriterien
demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, 1946 Studium, 1950 Promotion,
SPD, 1954 Amtsgerichsrat, 1960-72 Oberbürgermeister München, 1972-81 MdB, Bundesbau- u.
Bundesjustizminister, 1983-94 MdB, 1987-91 SPD-Vorsitz., 2001 Nationaler Ethikrat) (>19.4.93),
Berlin, der 14jährige Hans-Jürgen Wischnewski, der bereits früher HJ-Mitglied werden wollte, leistet
den Eid: „Ich verspreche, in der Hitler-Jugend allzeit meine Pflicht zu tun in Liebe und Treue zum
Führer und unsrer Fahne. So wahr mir Gott helfe!“ (er sagt später „Ich mache auch gar keinen Hehl
daraus, daß es sogar Spaß gemacht hat…es wäre unredlich, wenn ich sagen würde, daß das ganz
schrecklich
gewesen wäre.“) u. erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabten-
förderung (1941 Abitur an der Theodor-Körner-Oberschule für Jungen in Berlin, zu Kriegsende Ober-
leutnant, 1946 SPD, 1957-90 MdB, 1961-65 MdEP, 1966-68 Bundesminister, 1974-79 Kanzleramts-
minister bei Bundeskanzler Helmut Schmidt) (>8./14.9.36/ 18.10.77),
Elvira Bauers Kinderbuch „Trau‘ keinem Fuchs auf grüner Heid‘ und keinem Jud‘ bei seinem Eid“ er-
scheint, Leseprobe: „Nun wird es in der Schule schön, denn alle Juden müssen gehn, die Großen und
die Kleinen. Da hilft kein Schrein und Weinen und auch kein Zorn und Wut. Fort mit der Judenbrut!“
> verfolgte Schüler,
Berlin, Bismarck-Oberlyzeum, die 16jährige Helga Treuherz, als „Mischling 1.Grades“ kein BDM-Mitgl.
u. häufig Opfer antisemitischer Belästigungen am Lyzeum verlässt trotz bester Noten und des ihr aus
rassischen Gründen versperrten Studiums die Schule >Schaden in der Ausbildung, verfolgte Schüler
(1938 emigriert sie mit der Mutter nach Frankreich, dem jüd. Vater wird die Einreise verweigert. Er wird
am 16.6.44 zuerst nach Theresienstadt und am 9.10.44 in das KZ Auschwitz deportiert, danach wird
Helga T. Halbwaise) (>29.6.56/ 1.4.58),
Berlin, Königstädtische Gymnasium, die 16jährige dt.-jüd. Ruth Fromm muss die Schule verlassen
> verfolgte Schüler (>1.4.58),
Hansestadt Hamburg, Käthnerkampschule, Hans-Jürgen Massaquoi (10jähriger nichtarischer Sohn
des Konsuls von Liberia u. einer Deutschen) darf weder zur Hitler-Jugend noch, trotz guter Zeugnisse,
eine weiterführende Schule besuchen >Schaden in der Ausbildung, verfolgte Schüler (1940 beginnt
seine 3jährige Bauschlosserlehre, 1948 verlässt er Deutschland, studiert in den USA, wird Redakteur
der afro-amerik. Zeitschrift Ebony und u.a. Autor von:„Neger, Neger, Schornsteinfeger!“ (>20.4.36/
1.12.36/ 1941/ 29.6.56/ 1.4.58),
Mannheim, der 13jährige jüd.-dt. Ernst Michel und Schwester Lotte müssen die Schule verlassen
>Schaden in der Ausbildung, verfolgte Schüler (1939 verweigern ihm die USA Asyl und er wird am
2.9.39 zur Zwangsarbeit im Dt. Reich verhaftet, später für das IG-Farben Bunawerk nach Auschwitz
deportiert, hier werden die Eltern ermordet. Lotte überlebt in Frankreich, Ernst überlebt Auschwitz, den
Todesmarsch, wird in Nürnberg IMT-Berichterstatter und emigriert 1946 in die USA) (>27.3.41/
18.1.45/ 14.11.45/ 29.6.56/ 1.4.58),
Bund Nationalsozialistischer deutscher Juristen BNSDJ ist Nationalsozialistischer Rechtswahrerbund
NSRB unter Leitung von Dr. Hans Frank (ab ’42 unter Dr. Otto Thierack) (>26.10.39/ 15.9.48/ 1.4.50/
04.1953/ 15.6.53/ 5.6.58/ 31.12.89/ 23.9.91/ 31.12.94/ 14.12.95)
01.01. Steuerkarte Verheirateter
muß zur Mischehen-Feststellung Konfession von Mann u. Frau aufweisen,
Chef der U-Boot-Flottille „Weddingen“
Karl Dönitz wird zum Führer der U-Boote ernannt (>4.9.1939)
03.01. Reichsinnenmin. Dr. jur. Frick, Runderlaß zur 1.Ausführungsverordnung vom Blutschutzgesetz u.a.
„2(a) Das dt Volk setzt sich aus Angehörigen verschiedener Rassen (nordische, fälische, dinarische,
ostische, westische, ostbaltische)…zusammen. 2(c) Zu den artfremden Rassen gehören alle anderen
Rassen, das sind in Europa außer den Juden regelmäßig nur die Zigeuner…“ (>17.7.36/ 17.3.82)
08.01. Wuppertal, Beginn sog. Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse (626 Personen u.a. Sozialdemokraten,
Kommunisten u. Mitgl. christl. Organisationen werden wg. „Beteiligung an hochverräterischen Unter-
nehmungen“
angeklagt und im Namen des Deutschen Volkes z.T. zu langen Haftstrafen
verurteilt
17.01. Berlin,
NSDAP-(Landespartei-)Gautag, Propagandamin. Dr. Goebbels fordert u.a. „Wir
müssen an der
Beherrschung der Welt teilnehmen, wir
müssen deshalb ein Herrenvolk werden und…müssen…unser
Volk zum Herrenvolk erziehen. Das muß
beim kleinsten Pimpf (V., 10-14jährige HJ-Jungen) anfangen,
der schon in dieser Herrenmoral
erzogen werden muß.“ (>1.12.36/ 28.2.39/ 24.10.39/ 17.7.41/
10.10.41/ 9.2.42/ 1943 / 21.6.44/ 5.3.43)
24.01. Reichskriegsmin. Verfügung den westblickenden Reichsadler am „Gott mit uns“-Koppelschloss durch
den nach Osten blickenden NSDAP-Adler zu ersetzen
30.01. Reichskriegsmin. v. Blomberg’s Erlass zum - seit 1934 praktizierten - nationalpolitischen Unterricht an
Offiziersschulen
02.02. „Deutsche Schulgemeinde“-Aufruf für Deutsche Gemeinschaftsschule > verfolgte Schüler (>20.3.36/
2.7.37/ 5.9.37/ 16.5.38/ 15.11.38/ 25.8.45/ 2.10.45/ 28.10.45/ 10.12.45/ 21./22.4.46/ 15./16.8.46),
. Frankreich; Paris, Hotel Lutetia, Tagung von mehr als 100 Angehörigen der dt.Oppostion im Ausland;
unter Vorsitz von Heinrich Mann gründen 37 Mitgl. dt. bürgerlicher Parteien, 27 SPD’ler, 20 KPD’ler,
3 SAP’ler und Revolutionäre Sozialisten den „Ausschuß zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront“
(>24.5.36/ 10./24.6.36/ 21./22.4.46)
04.02. Schweiz; Davos, der
jüd.-schweiz. Student David Frankfurter erschiesst NSDAP-Landesgruppenleiter
Wilhelm Gustloff (G. wird am 12.2. in
Anwesenheit A. Hitlers in Schwerin beerdigt)
10.02. Preuß. Gesetz über die Geheime Staatspolizei (bindet u.a. Regierungspräs. an Gestapo-Weisungen)
11.02. Reichsbildungsmin.-Erlaß zu „Körperl. Auslese der
Schüler höherer Schulen“ Bildungsdiskriminierung
6./16.2. Garmisch-Partenkirchen,
IV.Winter-Olympiade, zuvor wurden „Juden unerwünscht“-Schilder entfernt
15.02. Berlin, Reichskanzler Hitler eröffnet Internationale Automobil- und Motorrad-Ausstellung, Mercedes-
Silberpfeilpilot Manfred v. Brauchitsch sagt u.a. „Mein Führer, als Vertreter der deutschen Rennfahrer
danke ich Ihnen…wir geloben…alles daranzusetzen, um…die stolzen Fahnen des Dritten Reiches auf
den Rennbahnen Europas als Siegeszeichen sehen zu lassen." (>1.4.36/ 14.4.51/ 1.11.57)
21.02. Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtner’s Bekanntmachung der neuen Reichs-Rechtsanwaltsverordnung
„Der Rechtsanwalt ist der berufene, unabhängige Vertreter u. Berater in allen Rechtsangelegenheiten.
Sein Beruf ist kein Gewerbe, sondern Dienst am Recht.“ (Dr. jur. Reinhard Neubert wird Präsident der
Reichsrechtsanwaltskammer; Zitat Dr. jur. Walter Lewald 1947: „Alles in allem…wird man sagen
dürfen, daß die deutsche Anwaltschaft die Probe der großen Versuchung der Jahre 1933 - 1945
bestanden hat.“) deutsche Gerechtigkeit (>13.9.90)
22.02. Reichsärzteführer Dr. Leonardo Conti bestimmt, daß kein „Jude oder Judenmischling“ als Arzt
eingestellt werden darf
03.03. Berlin, weitere Ausbürgerungsliste mit 25 Namen, u.a. der Schriftsteller Arnold Zweig
04.03. München, Eröffnung
„ENTARTETE KUNST ausstellung von ,kulturdokumenten’ des bolschewismus
und jüdischer zersetzungsarbeit“
(>18.7.37/ 31.5.38)
07.03. links-rhein. Rheinland,
Einmarsch, Segnung durch kath. Priester an Rheinbrücken u. Stationierung dt.
Truppen, einseitige Versailler- u.
Locarno-Vertrag-Kündigung, Frankreich ruft Völkerbund an, Rückzug
französ. Truppen (noch 1936 beginnt
hier Bau militär. Befestigungen/Westwall) (>1937/ 28.5.38),
Reichstag/Krolloper, Reichskanzler
Hitler „Die dt. Reichsregierung hat mit dem heutigen Tage die volle
und uneingeschränkte Souveränität des
Reiches in der demilitarisierten Zone des Rheinlandes wieder
hergestellt…Männer des Dt.
Reichstags! In dieser historischen Stunde, da dt. Truppen in den West-
provinzen des Reiches…dabei sind in
ihre künftigen Friedensgarnisonen einzumarschieren, vereinen
wir uns alle in zwei Schwüren…bei der
Wiederherstellung der Ehre unseres Volkes keiner Macht zu
beugen…mehr als je zuvor für die
Verständigung zwischen den Völkern Europas eintreten werden,…
Deutschland wird NIEMALS den Frieden
brechen.“, die „ernannten“ Parteiliste-Abgeordneten applau-
dieren stehend minutenlang, dann
verkündet H. Reichstagsauflösung und Neuwahlen am 29.3.1936,
am Abend finden im ganzen Dt. Reich
wieder Fackelzüge statt
08.03. Krolloper, Heldengedenktag-Hauptfeier
u.a. mit Reichskanzler Hitler, Feldmarschall A. v. Mackensen,
Luftwaffe-Oberbefehlshaber H. Göring,
Heeresleitungschef Gen. H. v. Seekt, Gen. W. v. Fritsch, Adm.
E. Raeder u. Gen. Alfred v. Krauß aus
Österreich, Reichskriegsmin. W. v. Blomberg’s Ansprache u.a.
„Wir wollen keinen Angriffskrieg doch
wir fürchten auch keinen Verteidigungskrieg…Wir in der Armee
sind Nationalsozialisten. Partei und
Armee sind näher zusammengerückt…Der nationalsozialistische
Staat stellt uns seine gesamte
wirtschaftliche Kraft, sein Volk und seine gesamte männliche Jugend
zur Verfügung…Eine enorme
Verantwortung ruht auf unseren Schultern.“ (>26.6.36)
11.03. alle Schulen mit mehr 90% Hitler-Jugend-Mitgl. dürfen die Hitlerjugend-Flagge hissen (B. v. Schirach-
Fahnenspruch „Es dröhnen die Trommeln durch das Land, die Trommeln der Ha-Jot, ihr Fahnen, weht
in unserer Hand, die Fahne ist das Vaterland, der Feind muß aufs Schafott…“)
03. C.H. Becksche Buchhandlung veroffentlicht von Staatssekr. Dr. Wilhelm Stuckart u. Oberregierungsrat
Dr. jur. Hans Globke verfasstes „Erläuterungswerk“ (jurist. Kommentar) zur dt. Rassegesetzgebung
12.03. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlass zur Schliessung der Waldorf-/ Rudolf-Steiner-Schulen u.a.
wegen der von ihnen vertretenen Weltanschauung > verfolgte Schüler, Bildungsdiskriminierung
14.03. München, Reichskanzler
Hitler sagt u.a. „Mein Ziel ist der Friede, der auf der Gleichberechtigung der
Völker begründet ist. Wir sind eine
Großmacht Europas und wollen als Großmacht gewürdigt werden.“
18.03. Erstausgabe der für den
öffentl. Aushang bestimmten NSDAP-Zeitung „Die Parole der Woche“ (für
den Inhalt verantwortlich zeichnen
u.a. Walter Schulze, Hannes Kremer, W. Wächter) mit dem Titel
von Rudolf Heß „Der 29.März ist der
Tag des Dankes an den Führer!“
19.03. Reichsjugendführung gibt Vereinbarung zur Eingliederung der Schüler der Napolas in die HJ bekannt
20.03. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Gesetzentwurf zur Auflösung „mit dem Gedanken der nationalsozialis-
tischen Volksgemeinschaft unvereinbar(en)“ Bekenntnisschulen / Konfessionsschulen (Plakattext:
„Adolf Hitlers Jugend geht in die Gemeinschaftsschule“) (am 27.3. stimmen Reichskirchenmin. und am
28.3. die Reichskanzlei zu) >verfolgte Schüler (>30.3.36/ 26.7.39/ 25.8.45/ 20.5.46/ 1.9.46/ 14.10.54)
26.03. Rundschreiben des ev.
Reichskirchenausschuß an alle Landeskirchen: „Aus Stadt und Land kommt
an uns der Wunsch, daß nach
Beendigung der Kundgebung in Köln (Verf., mit Hitlers Wahlkampfrede)
am Sonnabend d. 28. d. Mts. abends um
20 Uhr die Glocken aller ev. Kirchen im Deutschen Reich in
den Gesang des Niederländischen
Dankgebetes einfallen mächten.“ (>28.3.36)
27.03. Essen, Krupp-Werke, am Ende
einer Deutschlandtour spricht Hitler vor 100 000 Krupparbeitern, der
dt. Bevölkerung wird eine Stunde
Arbeitspause verordnet damit die gesamte dt. Bevölkerung die Rede
vor den öffentlichen
„Rechslautsprechersäulen“ verfolgen kann
28.03. Köln,
Hbf./Hohenzollernbrücke, nach Hitlers Ansprache setzt sich sein Sonderzug unter
„Heil“-Rufen
jubelnder deutscher Menschenmassen
langsam in Bewegung (Hitler: „800 Jahre hat man gebraucht,
bis dieses Meisterwerk der Gotik
vollendet wurde. Jetzt ist Köln wieder Deutsch und nie wieder wird
ein deutscher Soldat diese Stadt
betreten…“) (9 Jahre später wird Köln von amerik. Truppen besetzt)
29.03. 10.Reichstagswahl, Ja/Nein-Wahl aller die nicht als Volljuden galten („Liste des Führers“ = 99%),
(„Vor 1933 sterbendes Volk…das bedeutet: Politische Schwäche - Senkung der Lebenshaltung – Not
und Untergang, nach 1933 wachsendes junges Volk…Hitler schafft: Siedlungen, Arbeit u. Brot –
Kinderreichenbeihilfe – Ehestandsdarlehen…Adolf Hitler ist das Leben und die Zukunft - Darum am
29.März bei der Wahl: Das ganze deutsche Volk für den Führer und sein Aufbauwerk!“, ein neuer
Reichstagsabgeordneter ist Sohn eines Richters, Karl Wolff (1.Weltkrieg, Gardeleutnant/ EK I, 1920-
25 Angestellter, 1925-33 Selbstständiger, 1931 NSDAP-Mitgl. 695 131/SS-Mitgl. 14 235, 03.-06.1933
Adjutant Reichsstatthalter Gen. Ritter v. Epp, 06.1935 Chefadjutant Reichsführer-SS H. Himmler,
01.1934 SS-Obersturmbannführer, 07.1934 SS-Oberführer, 11.1935 SS-Brigadeführer) (>13.8.42)
30.03. Reichsbildungsmin. Dr.
Rust’s Erlaß zum schulischen Förderungs- und Stipendiums-Privileg exklusiv
für Hitler-Jugend (>3.1.51/
30.4.53/ 10.6.59) verfolgte Schüler
01.04. Reichsjugendführer v. Schirach an Generalleutn. W. v. Brauchitsch „Ich halte es für meine Pflicht, Sie,
bevor andere Ihnen berichten, meinerseits eine Darstellung des Vorfalls mitzuteilen, der sich heute
vormittag ereignet hat. Obwohl ich nicht genau weiß, in welcher verwandtschaftlicher Beziehung Sie,
hochverehrter Herr General, zu dem Rennfahrer Manfred v. Brauchitsch stehen, halte ich es doch für
richtig, Sie davon in Kenntnis zu setzen, daß ich Herrn Manfred v. Brauchitsch u. seinen Bruder heute
früh um 10.15 in deren Wohnung, Berlin, Hohenzollern-Damm 60, mit einer Hundepeitsche gezüchtigt
habe. Die Brüder Brauchitsch hatten vor etwa 10 Tagen in der Gastwirtschaft Hotel Post und Jäger in
Urfeld (Walchensee) in angetrunkenem Zustand beleidigende Äußerungen über meine Frau getan...“
(der Mercedes-Werksfahrer u. NSKK-Führer v. Brauchitsch wird 1940 persönl. Referent von Junkers-
Chef Dr. Heinrich Koppenberg, 1944 Referent im Reichsmin. für Rüstung und Kriegsproduktion und
1948 AvD-Präsident (>28.4.40/ 22.11.51)
10.04. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s
Erlaß zur Aushändigung von „Mein Kampf“ als Traugeschenk (>14.6.36)
15.04. Reichspressekammer-Präs. Amann’s
Anordnung betreffs nötigen Nachweis arischer Abstammung
04. Anklam, Otto-Lilienthal-Gymnasium, Chefarztsohn u. Hitler-Jugend-Mitgl. Heinrich Hannover erfüllt
die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung und besucht diese Schule
(1943 NSDAP, Reichsarbeitsdienst, Division Hermann Göring-Kriegsfreiwilliger, 1945 Abitur, 1946-50
Jura-Studium, 1954 Anwalt/ Strafverteidiger in vielen polit. Strafsachen) (>22.7.61),
Berlin, Friedrich-Werdersche Gymnasium, Arztsohn Joachim Lipschitz legt das Abitur ab, ein Studium
wird aus
rassischen Gründen verweigert (1936 Lehre, 1938 RAD, 1939 Wehrmacht) > verfolgte
Schüler, Schaden in der Ausbildung (>25.6.45/ 29.6.56),
Grevenbroich, Kreisbaumeistersohn und
Hitler-Jugend-Jungvolkführer Dieter Wellershoff erfüllt die
politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus u.
besucht das Gymnasium (1943 Reichsarbeitsdienst, Division Hermann Göring-Kriegsfreiwilliger an der
Ostfront, 1946 Abitur, 1947 Germanistik-, Kunstgeschichte u. Psychologie-Studium, 1952 Promotion,
1956-59 Redakteur, 1959 Lektor Kiepenheuer&Witsch, ab 1981 freier Schriftsteller),
Swinemünde (Usedom), NS-Frauenschaftsleiterintochter, Jungmädelgruppenführerin und Halbwaise
Erika Assmuss erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begagtenförderung und
besucht die Oberschule, 1939 BdM, 1944 Abitur, 1945-46 Institut Rabe Raketenbau u. -entwicklung
Bleicherode, Lehrerausbildung, SED, Schulreferentin, CIC-Agentin, Dozentin SED-Parteihochschule
,Karl Marx’ (>21.6.51),
Torgau, das
Militärstrafgefängnis Torgau-Fort Zinna wird wieder eröffnet
18.04. Gesetz über den Volksgerichtshof (§1 Der Volksgerichtshof wird ordentliches Gericht…) für politische
Delikte gegen dessen Urteile keine Revision möglich ist (1934-36 Präs. Dr. Fritz Rehn, 1936-42 Präs.
Dr. Otto Thierack, 1942-45 Präs. Dr. Roland Freisler, 5 Richter in bis zu 6 Senaten, Richter werden auf
Vorschlag des Justizmin. v. Reichskanzler ernannt), mit 5 191 Todesurteilen wird das Gericht ein ent-
scheidendes Instrument polit. Herrschaft, es löschte u.a. die „Weiße Rose“, Goerdeler, U. v. Hassel,
Feldmarsch. E. v. Witzleben u. 200 weitere Widerstandskämpfer, Ordensschwester Restituta, Lehrerin
Lepaul, den 16jährigen Günther Jurka, den Gastwirt der Radio London hörte, den Zwangsarbeiter der
versuchte in die Schweiz zu fliehen, aus. Am VGH wirkten insges. 570 Richter u. Staatsanwälte (in der
BRD leben VGH-Juristen unbestraft: „73 Richter u. 121 Anklagevertreter des VGH in der…BRD wieder
amtierten“ u. deutsche Gerechtigkeit reflektieren, u.a. Dr. Bernhard Bach, Karl-Hermann Bellwinkel,
Dr. Karl Bruchhaus, Dr. Paul Emmerich, Dr. Georg Eisert, Dr. Eduard Guntz, Dr. Wilhelm Grendel, Dr.
Wilmar Hager, Dr. Konrad Höher, Kurt Jaager, Dr. Helmut Jaeger, Dr. Heinz-Günther Lell, Dr. Gerd
Lenhardt, Dr. Alfred Münich, Dr. Kurt Naucke, Hans-Joachim Rehse, Otto Rathmeyer, Helmut Scherf,
Dr. Franz Schlüter, Dr. Edmund Stark, Karl Spahr und Dr. Paul Reimers (an mind. 97 Todesurteilen
beteiligt, z.B. geg. Pater Alois Grimm, Dr. R’s Urteilsbegründung: „Grimm, ein Jesuitenpater, hat im 4.
u. Anfang des 5.Kriegsjahres zu Volksgenossen darunter zu einem Soldaten, sich schwer zersetzend,
hetzerisch u. defaitistisch geäußert. Er hat damit im Dienst der Feindpropaganda unsere Kampfkraft
angegriffen…ist für immer ehrlos...mit dem Tode bestraft.“ - er wird am 11.11.44 geköpft) u.v.a.m.
Dr. Reimers z.B. urteilt als Landgerichtsrat in Ravensburg bis zum Erhalt seiner hohen Pension 1963
im Namen des Volkes)(>5.6.44/ 21.4.50/ 11.3.55/ 13.6.61/ 14.5.62/ 6.12.68/ 26.6.80/ 5.4.83/ 21.10.86)
19.04. Reichsjugendführer Baldur
v. Schirach gibt im Rundfunk bekannt, daß im laufenden Jahr 90% aller
Zehnjährigen in das ,Deutsche
Jungvolk’ eingetreten sind (Reichskanzler Hitler sagt im April ’43 u.a.
„Noch nie in der deutschen Geschichte
war einer jungen Generation ein so schönes Schicksal be-
schieden als euch. Ihr lebt als
Jugend in einem jungen Reich, erfüllt mit einem freudigen Leben, mit
einer starken Hoffnung, mit einer
unzerstörbaren Zuversicht…“)
20.04. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß über die Vereinheitlichung des höheren Schulwesens; ab April
entfällt mit der Schulreform das 13.Schuljahr (Oberprima), unterschiedliche höhere Schultypen werden
reichsweit in „Oberschule für Jungen“/„Mädchen“ vereinheitlicht, Übergangsregelungen f. „Gymnasien,
die nach der Schulplanung…als Nebenform noch bestehen bleiben…“ > verfolgte Schüler (>8.9.39),
die Wehrmacht huldigt Reichskanzler Hitler zum Geburtstag mittels Truppenparade mit hunderten
Offizieren, 14 000 Soldaten und über 1 500 Militärfahrzeugen,
Gemeinsames Geburtstagslied der Kinder bei Jugendabordnungen-Empfang durch Adolf Hitler:
„Lieber guter Führer wie haben wir Dich lieb,
mit uns’ren kleinen Händen woll’n wir Dir Blumen schenken. Hab Du uns dann auch lieb.
Lieber guter Führer wie haben wir Dich lieb.
In unserm kleinen Herzchen hast Du das schönste Plätzchen. Wie haben wir Dich lieb.“,
NSDAP-Reichspressechef Dr. Otto Dietrich erklärt zum Geburtstag des Führers „Wohl kein Sterblicher
ist je von soviel Liebe und Vertrauen getragen worden wie Adolf Hitler, der Mann aus dem Volke.“,
Westpreußen; Schloss Marienburg
(einstiger Sitz des Deutschen Ordens), zentrale Vereidigungs-
zeremonie 10jähriger Kinder für
Aufnahme ins ,Deutsche Jungvolk’, bei Fackellicht, Trommeln und
Fanfaren leisten die 10jährigen den
HJ-Eid: „Ich gelobe, dem Führer Adolf Hitler treu und selbstlos in
der Hitler-Jugend zu dienen. Ich
gelobe, mich allzeit einzusetzen für die Einigkeit und Kameradschaft
der deutschen Jugend. Ich gelobe
Gehorsam dem Reichsjugendführer und allen Führern der HJ. Ich
gelobe bei unserer heiligen Fahne, daß
ich immer versuchen werde ihrer würdig zu sein, so wahr mir
Gott helfe.“ Zeremonie endet mit dem
gemeinsamen Singen des HJ-Fahnenliedes (>18.8.52),
ca. 800 000 Jungen (95% des Jahrgangs
1926) werden in die HJ (Deutsches Jungvolk) übernommen,
auch der 10jährige Fritz Streletz
leistet heute diesen Eid (besucht 1941-43 eine Heeresunteroffiziers-
vorschule, 1948 wird Unteroffizier
Fritz S. - nach drei „lehrreichen Jahren“ aus sowjet. Kriegsgefangen-
schaft entlassen - SED-Mitgl. u. geht
zur Kasernierten Volkspolizei KVP, 1951 Zugführer/ Volkspolizei-
Oberrat, 1953 Oberstleutnant, IM
„Birnbaum“, erfüllt die politischen
Kriterien sozialistischer Be-
gabtenförderung
der Diktatur des Proletariats, Studium Offiziershochschule Dresden, 1956
Oberst,
Studium Generalstabsakademie Moskau,
Dipl. rer. mil., 1961 Stabschef MB III, 1964 Generalmajor,
1969 Generalleutnant, 1971 Sekr.
Nationaler Verteidigungsrat NVR, 1976 Vaterländ. Verdienstorden,
1979 Generaloberst, stellv.
Verteidigungsminister, NVA-Hauptstabschef, 1981 SED-ZK, 1984 K.-Marx-
Orden, 06.1989 Empfang bei
SPD-Saarbrücken, 1989 Rücktritt, 05.1991 Ermittlungsverfahren wg.
„Anstiftung zum Totschlag“)
(>12.11.92)
24.04. Übergabe der ersten
NSDAP-Ordensburgen (Parteischulen) Vogelsang/ Eifel, Kroningen, Falkenburg/
Pommern, Sonthofen/ Allgäu,
Marienburg/ Ostpreußen (>14.5.46)
25.04. Schkopau, IG Farbenindustrie gründet Buna-Werk zur synthet. Kautschuk-Herstellung (Direktoren
werden u.a.: Dr. Otto Ambros, Dr. Carl Wulff, Techn. Direktor wird Dipl.-Ing. Wilhelm Biedenkopf, Vater
des spät. CDU-Ministerpräs. Prof. Dr. Kurt B.; Chemiker werden u.a. Dr. Hajo Eilers, Dr. Hans Kehlen
u. der Vater von Bündnis90/Grünen-MdB Hans-Christian Ströbele. Von 1945 hier beschäftigten 10 000
Menschen sind ca. 6 000 Zwangsarbeiter u. Kinderarbeiter, auch der jüd.-italien. Chemiker Primo Levi
war zeitweise hier Zwangsarbeiter) (>7.4.41/ 4.12.42/ 19.2.44/ 07.45/ 1./3.7.45/ 14.8.47/ 27.5.57)
29.04. Verordnung des Polit. Polizeikommandeurs zum Verbot der Sieben-Tage-Adventisten (>26.2.58)
01.05. 97% aller Erzieher sind
Mitglied im Nationalsozialistischen Lehrerbund, 32% sind NSDAP-Genossen,
10 533 Lehrer sind in HJ/Jungvolk und
7 500 Lehrerinnen im BDM/Jungmädel verantwortlich tätig
02.05. Äthiopien; Addis Abeba, ital. Truppen haben mit Luftwaffe (einer der Piloten ist der spät. Außenmin.
Galeazzo Ciano) u. Giftgas die afrik. Truppen besiegt (ca. 760 000 Äthiopier wurden Kriegsopfer,
Faschistenführer Mussolini erklärt Abessinien für italienisch, König Vittorio
Emanuele III wird Kaiser
von Äthiopien, wenig später paktieren Mussolini u. Hitler)(>30.6.36/ 25.10.36/ 8.4.37/ 28.9.37/ 23.9.43)
05.05. Berlin,
Schauspielhaus/Preuß. Staatstheater-Intendant Gustaf 5.12.53 wird Preußischer
Staatsrat
(>19.10.39/ 05.1945/ 5.12.53)
08.05. Schloß Burg/Wupper, 1.Reichstagung Reichsfachschaft Komponisten „sendet Ihnen, mein Führer,
als dem ersten Künstler der deutschen Nation, in steter Einsatzbereitschaft ergebenste Treue. gez.
Paul Graener“
09.05. Duisburg, Helmut Horten, Sohn eines OLG-Köln Senatspräs. kauft Gebr. Alsberg Kaufhaus als erstes
seiner späteren Kaufhaus-Kette (die jüd. Eigner Hermann Strauß u. Ernst Lauter „emigrieren“, Mutter
Amalia Lauter wird 1942 über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert) (>1.1.37/ 27.11.84)
11.05. Vatikan; Papst Pius XI beschreibt Kommunismus als größtes Übel der Menschheit (>1.7.49/ 28.7.50)
22.05. „Pariser Tageblatt“ berichtet über „Das Schwarze Korps“-Artikel „Sie beten um Hitlers Tod“ (>7.6.36)
23.05. Reichsverwaltungsblatt, der Staats- und Kirchenrechtler und Oberverwaltungsgerichtsrat Prof. Dr.
Ulrich Scheuner schreibt über „Die Gerichte und die Prüfung politischer Staatshandlungen“ und vertritt
die Rechtsauffassung „daß die Nachprüfung von politischen Staats- und Verwaltungshandlungen den
Gerichten im Nationalsozialistischen Führerstaat in jedem Fall entzogen ist.“ (verfolgte Schüler der
NS- und SED-Diktatur können das bestätigen. Prof. Dr. S. lehrt 1940 in Göttingen. ab 1941 in
Straßburg, 1947 ist er beim Evangelischen Hilfswerk Stuttgart, ab 1950 an der Friedrich-Wilhelm-Uni.
Bonn, verfasst für das Bundesfinanzmin. ein Gutachten wonach polnische Zwangsarbeiter der
Reichswerke H. Göring keine Entschadigung einklagen können, 1954 Mitherausgeber des 4bändigen
Handbuchs „Grundrechte“(!) und bleibt damit ein lebenslang „Hochdotierter“) (>23.11.1941)
24.05. Ingolstadt, Bischof
gute Patrioten gewesen...Die guten Katholiken haben gewiß im Jahre 1918 nicht die Revolution ge-
macht, die guten katholischen Soldaten haben wahrhaftig nicht die Deserteure gespielt, und die guten
Katholiken werden niemals auf seiten der Revolutionäre sein, mag es noch so schlecht gehen.",
Frankreich; Paris, der „Ausschuß zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront“ veröffentlicht Aufruf zu
Rheinlandbesetzung und Hitlers Kriegspolitik unterzeichnet u.a. von Siegfried Aufhäuser, Karl Böchel,
Rudolf Breitscheid (alle SPD), Hans Beimler, Franz Dahlem, Alfred Kantorowicz, Walter Ulbricht (alle
KPD), Herbert Frahm unter dem Pseudonym Willy Brandt, Dr. Walter Fabian, Jacob Walcher alias
Jim Schwab (alle SAP), Lion Feuchtwanger, Heinrich Mann (Bürgertumsvertreter) (>29.4.51/ 20.8.57),
Niederlande; kath. Bischöfe erklären Mitgliedschaft in der Nationaal-Socialistische Beweging NSB als
unvereinbar mit dem katholischen Glauben (>2.10.36)
04.06. Berlin, der ev. Pfarrer Wilhelm Jannasch überreicht MinRat Dr. jur. Heinrich Doehle die Denkschrift
der Vorläufigen KirchenLeitung der Bekennenden Kirche an Reichskanzler A. Hitler u.a. „Längst sind
der ev. Kirche durch durch einen zwischen dem Reichsjugendführer und dem dazu nicht ermächtigten
Reichsbischof abgeschlossenen Vertrag ihre eigenen Jugendorganisationen genommen worden…
Entkonfessionalisierung der Schule wird vom Staat bewußt gefördert. Unter Verletzung von Rechten
der Kirche wird die Abschaffung der Bekenntnisschule betrieben…Von den ev. Angehörigen der NS-
Organisationen wird gefordert, sich uneingeschränkt auf die nationalsozialistische Weltanschauung zu
verpflichten…Wenn hier Blut, Rasse, Volkstum und Ehre den Rang von Ewigkeitswerten erhalten, so
wird der ev. Christ durch das erste Gebot gezwungen, diese Bewertung abzulehnen…Wenn den
Christen im Rahmen der nationalsozialistischen Weltanschauung ein Antisemitismus aufgedrängt wird,
der zum Judenhaß verpflichtet, so steht für ihn dagegen das christliche Gebot der Nächstenliebe…
Unser Volk droht die ihm von Gott gesetzten Schranken zu durchbrechen, es will sich selbst zum Maß
aller Dinge machen…In diesem Zusammenhang müssen wir dem Führer und Reichskanzler unsere
Sorge kundtun, daß ihm vielfach Verehrung in einer Form dargeboten wird, die allein Gott zukommt…
Wir bitten aber um die Freiheit für unser Volk…daß nicht einst die Enkel den Vätern fluchen, weil sie
ihnen zwar einen Staat…hinterließen, das Reich Gottes aber ihnen verschlossen.“ (>14.3.37/ 26.2.46)
> verfolgte Schüler
05.06. Hansestadt Hamburg, Oberlandesgericht urteilt im Namen des Deutschen Volkes daß die religiöse
Erziehung der Zeugen Jehovas-Kinder „das geistige Wohl der Kinder auf das schwerste gefährdet “
was zum Entzug elterlichen Sorgerechts und Heimeinweisung der Kinder führt > verfolgte Schüler
(>2.9.37/ 3.12.37/ 22.4.65/ 20.12.65)
06.06. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß zur Werbung für Luft- und Seefahrt-Ingenieure (Luftwaffe bzw.
Kriegsmarine) an höheren Schulen (>10.11.36)
07.06. München, Kardinal
des Wahnsinns gehabt - dürfen deshalb die deutschen Katholiken in Bausch und Bogen verdächtigt
werden? Ihr alle seid mir Zeugen dafür, daß wir an allen Sonn- und Feiertagen in allen Kirchen beim
Hauptgottesdienst für den Führer beten, wie wir es im Konkordat versprochen haben. Und jetzt konnte
man…in großen Buchstaben am Kopf der Zeitung lesen: ,Sie beten um Hitlers Tod!'. Wir fühlen uns
beleidigt durch diese Verdächtigung unserer Staatsgesinnung. Wir geben heute eine Antwort darauf,
eine christliche Antwort: Katholische Männer, wir beten jetzt zusammen ein Vaterunser für das Leben
des Führers. Das ist unsere Antwort."
10./24.6. Frankreich; Paris, Tagung des KPD-Politbüro, Walter Ulbricht wird Politbüro-Sekr., Wilhelm Pieck
presentiert Richtlinien für die Ausarbeitung einer politischen Plattform der deutschen Volksfront die
später u.a. die volle u. uneingeschränkte Freiheit der Person, der Wohnung, der Presse, der Religion
usw. sichern soll (à la SED-Unrechtsstaat mit Verfassungsbruch, Bildungsdiskriminierung) (>7.10.49)
14.06. „Pfaffenhofener Volksblatt“
über von Bürgermeister Otto Bauer vollzogene Trauung von Hauptsturm-
führer Kaspar Schwarzhuber mit Frl.
Maria Margarete Fleißner u.a. „Unser Führer…grüßt jedes Haus,
jedes schlichte Heim. Darum lege ich
auch in Eure Hände das Kampfbuch des Führers“…„Anschlie-
ßend folgte…durch SS-Sturmführer Dr.
Gerhäuser die SS-Trauung, die in ihrer Art einen feierlichen
Akt darstellt…Es ist kein heidnischer
Kult…es ist eine echt deutsche würdevolle Eheweihe.“ (>8.2.59)
17.06. Reichsinnenmin. Dr. W.
Fricks Erlaß zur Zusammenführung aller Polizeikräfte im Deutschen Reich,
Reichsführer SS H. Himmler wird „Chef
der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern“ mit
zwei Hauptämtern (die uniformierte
Ordnungspolizei und Feuerwehr unter Polizeigeneral Dipl. Ing.
Kurt Daluege und die Sicherheitspolizei
bestehend aus Kriminalpolizei - ab 20.9. unter Arthur Nebe -,
Geheime
Staatspolizei u. SicherheitsDienst des Reichsführers SS ab 26.6.
unter Reinhard Heydrich)
18.06. Reichführer SS Heinrich
Himmler wird Chef der deutschen Polizei
19.06. Schwanenwerder, Villa Dr. J. Goebbels (in 03.1936 vom Berliner Staatskommissar Dr. Julius Lippert
zwangsarisierter Besitz der jüd. Ärztin Dr. Charlotte Hertz), die Schmelings gehören zu Dr. Goebbels
familiären Freundeskreis und der Reichspropagandaminister mit Frau Magda, der Schriftsteller Hans
Hellmut Zerlett mit Frau Irma und Max Schmelings Frau Anny Ondra hören hier die Radioreportage
des WM-Kampfes Joe Lewis:Max Schmeling (Reichsrundfunk-Reporter Arno Hellmis: „Aus dem
gefürchteten Braunen Bomber ist ein armer kleiner Neger-Boy geworden.“, Reichskanzler Hitler erlässt
Schmeling die Steuern auf dessen $ 130 000 Gage) (>29.10.36),
Erlass über die Amtstracht in der Reichsjustizverwaltung verpflichtet Staatsanwälte, Richter und
beamtete Amtstrachtträger das heute vom Führer verliehene Adler und Hakenkreuz-Hoheitsabzeichen
ab 1.10.36 an der Amtstracht zu tragen
26.06. Reichskriegsmin. v. Blomberg’s „Weisungen für die einheitliche Vorbereitung eines möglichen
Krieges“ (>24.6.37)
28.06. Belgien;
Brüssel, Internationale Amnestiekonferenz für die politischen Gefangenen in
Deutschland
30.06. Schweiz; Genf, Äthiopiens Kaiser Haile Selassie berichtet dem Völkerbund über ital. Gasangriffe
03.07. Schweiz; Genf, aus
Protest gegen das Unrecht der Juden-Diskriminierungen im Deutschen Reich
begeht Stefan Lux öffentlichen
Selbstmord im Völkerbund-Gebäude (>18.8.76)
10.07. Hamburg, Hanseatisches Oberlandesgericht unter Vorsitz. Richter Dr. Otto Roth verurteilt KPD-Mitgl.
u. Folteropfer Edgar (Etkar) André wg. Hochverrat in Tateinheit mit (einem vor Gericht unbewiesenen)
Mord im Namen des Deutschen Volkes zum Tode (wg. zahlreicher, auch internationaler Proteste
befiehlt der Generalstaatsanwalt die Einäscherung und Beisetzung unter strengster Verschwiegenheit
am 4.11., dem Tag der Urteilsvollstreckung durch Scharfrichter Carl Gröpler; die Gestapo fordert von
der Friedhofsverwaltung Ohlsdorf die Geheimhaltung der Grabnummer sowie die Meldung jeder
diesbezüglichen Nachfrage an die Gestapo 6, Krim. Insp. Kr…) deutsche Gerechtigkeit
In 07.1936 schreibt der dän. Autor Martin Andersen Nexö an Adolf Hitler u.a.: „Wir unterzeichnenden
Dänen ersuchen…Herrn Reichskanzler Hitler um Amnestie für die aus politischen, rassemäßigen oder
religiösen Gründen in dt. Zuchthäusern, Gefängnissen u. KZ befindlichen Gefangenen…“ (>21.4.50)
11.07. Deutsch-österreichisches Abkommen über die Wiederherstellung freundschaftlicher Beziehungen
(der österreich. Titularbischof Dr. Alois Hudal schreibt in jenen Tagen in Rom gerade sein Buch über
„Die Grundlagen des Nationalsozialismus: eine ideengeschichtliche Untersuchung“ - ein Exemplar
erhält A. Hitler mit Bischof Hudal’s persönl. Widmung: „Dem Siegfried deutscher Größe“ (>3.3.41/
15.8.41/ 14.7.42/ 15.5.47/ 30.5.48/ 31.8.48)
17.07. Berlin, Sinti und Roma
werden wg. „Säuberung“ für Olympiade in das Lager Marzahn eingewiesen u.
hier auf Dauer festgehalten (einer
ist der 9jährige Otto Rosenberg, allen Lagerkindern ist der Besuch
öffentlicher Schulen verboten >Schaden in der Ausbildung, verfolgte Schüler (>29.6.56),
bereits im
gleichen Jahr „forschen“ Beamte der
„Rassenhygienischen Forschungsstelle“ im Lager, 1943 werden
die Sinti und Roma aus Marzahn in das
KZ Auschwitz deportiert, O. R. ist der einzige seiner Familie
der Auschwitz überlebt, er wird Vater
von Petra R. und der Sängerin Marianne R., erst 1987 erinnert
der Senat Berlin mit einer Tafel an das
furchtbare Schicksal jener ca. 700 Menschen) (1972 werden
München’s Prostituierte wg. der Olympiade aus der Stadt
verwiesen)(>11.1936/ 28.7./5.8.1973)
18.07. Spanien; Militär-Putsch gegen republikanisch. Regierung (>25.7.36/ 7.8.36/ 13.9.36/ 9.10.36/ 17.7.56)
23.07. Schweinfurt, in Anwesenheit vieler NS-Führerkorps-Mitgl. schenkt SS-Sturmbannführer, NSDAP-
Mitgl. und Fichtel&Sachs-Industrieller Willy Sachs der Stadt das Willy-Sachs-Stadion (>22.4.37)
25.07. Bayreuth, Wagner-Festspiele, zwei Emmissäre General Franco’s, die marokkanischen NSDAP/AO-
Mitgl. u. Mannesmann-Verteter Johannes Bernhardt u. Adolf Langenheim überzeugen Reichskanzler
Hitler zur Militärhilfe für die span. Putschisten (deutsch-ital. Luftbrücke transportiert zur Unterstützung
ab 26.7. innerhalb 10 Tagen mit 20 Lufthansa Ju-52 u. 9 ital. Savoia-Flugzeugen 15 000 von Spanien
abgeschnittene Legionäre General Francos aus Ceuta u. Tetuan/Marokko nach Sevilla, zudem stellt
das Dt. Reich im August 26 Transport- u. Jagdflugzeuge, Geschütze, Panzer u. deutsche „Freiwilligen-
Verbände“ mit ca. 15 000 Truppen, 420 werden getötet) (>28.7.36/ 08.1936/ 18.9.36/ 25.10.36/
6./7.11.36/ 15.11.36/ 31.3.37/ 8.4.37/ 26.4.37/ 31.5.37/ 18.7.37/ 27.3.39/ 6.6.39/ 23.10.40/ 12.5.99)
28.07. Vertrag von Reichsjugendführer v. Schirach mit Reichssportführer v. Tschammer und Osten u.a.: „Der
Reichsjugendführer und der Reichssportführer stimmen in der Auffassung überein, das die gesamte
körperliche, charakterliche u. weltanschauliche Erziehung aller Jugendlichen...ausschließlich im Deut-
schen Jungvolk (Hitler-Jugend) erfolgt...“ > verfolgte Schüler (Flieger-, Motor-, Marine-, Nachrichten-
HJ, ab 1939 intensivierte vormilitärische Ausbildung in Wehrertüchtigungslagern, 1939 erreichen
51 500 Hitler-Jungen die HJ-Scharfschützen-Medaille) (>27./30.5.52/ 17.8.52/ 01.1967/ 1.2.78),
Belgien; Brüssel, Internationaler GewerkschaftsBund IGB u. Sozialistische ArbeiterInternationale SAI
rufen zur Unterstützung und Spenden für spanische Arbeiter und Bauern auf (>18.9.36)
31.07. KZ Sachsenhausen/ Brandenburg errichtet,
Torinschrift: Arbeit macht frei (Schrifttafel im KZ „Es gibt
einen Weg zur Freiheit. Die Meilensteine heissen: Gehorsam, Fleiss, Ehrlichkeit, Ordnung, Sauberkeit,
Nüchternheit, Wahrhaftigkeit, Opfersinn und Liebe zum Vaterlande!“) Kommandanten u.a. Hans Loritz,
Hermann Baranowski, Walter Eisfeld, Anton Kaindl; Lagerarzt Dr. Heinz Baumkötter, bis 1945 ca.
240 000 Häftlinge, ca 100 000 Ermordete/Tote u.a. Bayume Mohamed Hussein aus Tanganyika,
Streichung jüdischen Religionsunterrichts an bayrischen Schulen(>4.9.36/ 1.1.53)> verfolgte Schüler
01.08. Berlin, Errichtung von Devisenfahndungsamt (weisungsbefugt für Steuer- u. Zollfahndung, Finanz- u.
Zollämter) unter SD- und Gestapo-Chef Reinhard Heydrich (>03.1938/ 22.1.40/ 05.1940)
1./16.8. Berlin, XI. Sommer-Olympiade, zur Eröffnungsfeier der von Prof. Dr. C.Diem organisierten Spiele
salutieren die meisten der ca. 100 000 Anwesenden - und viele Sportler (keine Amerikaner) vor Hitlers
Ehrentribüne - mit „Deutschem Gruß“ (die dt.-jüd. Fechterin Helene Mayer kommt aus den USA um
fürs Dt.
Reich anzutreten, gewinnt Silber u. salutiert mit „Hitler-Gruß“) -
NSDAP-Reichssportführer
v. Tschammer und Osten’s Deutscher Reichsbund für Leibesübungen nominiert Hermann Ratjen als
„Fräulein Dora Ratjen“ für den Frauenhochsprung! Reichskanzler Hitler verweigert u.a. auch dem vier-
fachen afro-amerikan. Goldmedaillen-Gewinner Jesse Owens die Gratulation, Henri Nannen ist einer
der Stadionsprecher. L. Riefenstahl dreht für eine persönl. RM 250 000-Gage mittels RM 1 500 000-
Budget die Olympiafilme „Fest der Völker“ u. „Fest der Schönheit“ mit Henri Nannen als Filmsprecher
(Polizeibeamtensohn Nannen erfüllt
die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabten-
förderung der Diktatur des Faschismus, studiert 1934-38 bei Prof. Dr. Wilhelm Pinder in München
Kunstgeschichte u. schreibt u.a. im nationalsozialistischen Franz Eher-Verlag, 1939 wunschgemäß
Luftwaffe, wird Kriegsberichter in der UdSSR und in Italien Leutnant beim von „Schwarze Korps“-Chef-
redakteur SS-Standartenführer Gunter d’Alquien mit SS-Obersturmführer Hans Weidemann geleiteten
Propagandaunternehmen „Südstern“, 1948 „Stern“-Herausgeber /-Chefredakteur nennt Multimillionär-
Kunstsammler Nannen seine Yacht „Positano“, ob zur Erinnerung an Salerno ’43?, 1983 veröffentlicht
der „Stern“ gefälschte Hitler-Tagebücher, Rücktritt, 1989 Ehrenbürger Emden) (>18.7.37/ 04.1939),
am 7.8. grüssen über 50 000 dt. Fußballfreunde den Führer und seine Entourage aus Regierungs- u.
Parteiführerkorps mit Hitler-Gruß, Deutschland- u. Horst-Wessel-Lied, die Nationalelf scheidet nach
0:2 gegen Norwegen aus: neuer Reichstrainer wird Katholik u. NSDAP-Mitgl. Josef ,Sepp’ Herberger
(1921-22 erste DFB-„Berufsspieler“-Affaire - gegen RM 10 000 ,Handgeld’ Vereinswechsel, Spieler-
sperre wg. Verstoßes geg. Amateurparagraphen, 1926-30 mittels Ausnahmegenehmigung von Prof.
Dr. Carl Diem ohne Abitur Sportstudium, 1933 NSDAP) (>18.7.37/ 4.4.38/ 12.9.39/ 26.11.39/ 14.6.40/
25.6.40/ 5.11.41/ 10.7.42/ 6.11.42/ 18.3.45/ 3.7.46/ 4.7.54/ 10./24.10.64/ 18.7.2000)
06.08. Flörsheim/M., die Chem. Fabrik Electro des dt.-jüd. Eigentümers Max Schohl hat arische Eigentümer
07.08. Spanien; Madrid, Cerro de los Angeles/Berg d. Engel, Scheinexekution der großen (später zerstörten)
Herz-Jesu-Statue durch religionsfeindliche Republikaner-Miliz (>9.11.38/ 27.3.39/ 30.5.68/ 12.3.2001)
11.08. Großbritannien; London, NSDAP-Mitgl. Joachim v. Ribbentrop wird dt. Botschafter (>4.2.38/ 7.4.38)
19./24.8. UdSSR; Moskau, Oberste Gerichtshof (Militärsenat) verurteilt im ersten Schauprozeß die von
Staatsanwalt A. Wyschinski u.a. angeklagten ex-Komintern-Vors. G. Sinowjew (Zitat: „Von den 100
Millionen Einwohnern Rußlands müssen wir 90 Millionen überzeugen, den Rest, der nicht hört,
müssen wir ausrotten.“), ex-Lenin-Stellvertr. L. Kamenew und viele weitere zum Tode (>23./30.1.37)
24.08. Reichsaußenmin. v. Neurath’s Staatssekr. Dr. jur. Hans Dieckhoff beehrt sich im i. A. der Deutschen
Regierung Frankreichs.Botschafter zum Nichteinmischungsabkommen im span. Bürgerkrieg mitzu-
teilen: „Die Deutsche Regierung hat mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß sich auch alle
anderen in Frage kommenden Regierungen der von der Französischen Regierung vorgeschlagenen
Erklärung angeschlossen haben. Sie hat beschlossen, die in dieser Erklärung vorgesehenen
Maßnahmen für Deutschland nunmehr sofort in Kraft zu setzen…“ (>18.9.36/ 9.10.36/ 6./.7.11.36)
(1937 wird Dr. jur. Dieckhoff Nachfolger von Dr. jur. Hans Luther als dt. Botschafter in den USA),
Gesetz zur Wiederherstellung der nationalen Verteidigungskraft - Wehrpflicht auf 2 Jahre verlängert
27./28.8. Niederlande; Amsterdam, Gestapo-Kriminaldirektor Bruno Sattler verpflichtet ex-SPD-Vorstands-
mitgl. Herbert Kriedemann der sich zur Mitarbeit als V-Mann („S 9“) bereit erklärt (H. K. wird wenig
später nach „eigenen Angaben von jeder weiteren Mitarbeit in Emigrantenkreisen ausgeschlossen“ u.
daraufhin 09.1938 als V-Mann gelöscht - nach 1946 „ist er nach eigenen Angaben die Verpflichtung,
als V-Mann für die Gestapo zu arbeiten, nur zum Schein und mit Wissen von Parteifreunden einge-
gangen“) (>02.1942/ 8.2.46/ 29.6./2.7.47)
29.08. Hamburger Anzeiger“ „Die Strassen des Führers - Reichsautobahn Hamburg-Bremen…das große
Mittelstück steht, wird seit ein paar Wochen von Kraftfahrzeugen aller Art aufgesucht…“
08. „Sozialistische Aktion - Monatszeitung der SoPaDe“ schreibt über „Der Freiheitskampf in Spanien…
Natürlich gibt es Ereignisse, in denen…das…spanische Volk an den Meuterern…Rache geübt hat…
Und kann man bestreiten, daß, wenn hier und da Kirchen und Klöster in Flammen aufgehen, weil sie
Stätten der bewaffneten Verschwörung u. des bewaffneten Aufruhrs gegen das spanische Volk sind,
das nur entweder aus der Notwehr oder eine gerechte Vergeltung ist?...“ (>27.3.39)
02.09. Erlangen, IV.Reichstagung
der Auslandsdeutschen mit 4 000 Teilnehmern aus aller Welt (die AO
Auslandsorganisation der NSDAP
verfügt inzwischen über 600 Ortsgruppen außerhalb Deutschlands)
04.09. Verbot jüdischen
Religionsunterrichtes wird auf Mittelschulen ausgedehnt (>1.1.53)
8./14.9. Nürnberg, NSDAP-,Reichsparteitag der Ehre’ wird mit den „Glocken sämtlicher Nürnberger Kirchen
feierlich eingeläutet“. Unterm Flakscheinwerfer-„Lichtdom“ des ,Amt für Schönheit der Arbeit’-Leiters
Albert Speer betet Arbeitsfront-Führer Dr. R. Ley „Wir glauben an einen Herrgott im Himmel…der Sie,
mein Führer, uns gesandt hat, damit Sie Deutschland befreien.“ Parade v. 43 000 Reichsarbeitsdienst-
lern. Sonntag ist „Tag der Hitler-Jugend“, Parade v. 50 000 HJ-Teilnehmern am „Adolf-Hitler-Marsch“
nach Nürnberg (Teilnahme gilt als Auszeichnung, dabei der 18jährige HJ-Scharführer und Gymnasiast
Helmut Schmidt, 1939 Offiziersanwärter, 1940 Leutnant >8.9.1941/ 22.11.1941, 1942-44 Referent
Luftfahrtmin., 1944 Oberleutnant, 1946 SPD, 1946-49 Studium, 1947-48 Vors. Sozialist. Studenten-
bund, 1953 MdB, 1969 Bundesmin., 1974-82 Bundeskanzler), der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr.
Philip Lenard u. der Dichter Heinrich Anacker werden mit dem NSDAP-Preis für Kunst u. Wissenschaft
ausgezeichnet, Hitler kündigt Vierjahresplan zur Unabhängigkeit von ausländ. Rohstoffen sowie sportl.
und wehrsportliche Nationalsozialistische Kampfspiele 1937 an (>18.10.36/ 01.1967)
09. Berlin, Reichskulturkammer-Generalsekr. Heinz Hinkel’s Verfügung den „Reichsverband christlich-dt.
Staatsbürger nichtarischer oder nicht rein arischer Abstammung e.V.“ in „Paulus-Bund Vereinigung
nichtarischer Christen e.V.“ umzubenennen (>03.1937/ 1938)
13.09. Bankier, NSDAP- und Freundeskreis Reichsführer SS-Mitglied Kurt Freiherr v. Schröder wird SS-
Brigadeführer (er hält bis 1945 diverse Aufsichtsratsmandate u.a. bei Braunkohle-Benzin AG, Felten u.
Guilleaume Carlswerk AG, Deutscher Verkehrskredit-Kreditbank, Mitropa AG, Thyssenhütte AG, ist
Präs. der Rheinischen Industrie- und Handelskammer und der Gauwirtschaftskammer Köln-Aachen
sowie Leiter der Organisation der Privatbanken; 1947 wird v. S. von deutscher Spruchkammer wg.
Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 3 Monaten Haft und einer Geldstrafe verurteilt) (>27.8.43),
Spanien; Präs. Manuel Azaña y Díaz’ Regierung zahlt 510 t Gold u. Silber an die UdSSR für sowjet.
Waffenlieferungen (am 24.7.36 zahlte die Regierung ca. 170 t Gold an Frankreich für franz. Waffen)
18.09. Spanien; Salamanca, Dt. Reich erkennt Gen. Franco-Regierung an, Botschafter Gen. Wilhelm Faupel
(ex-Freiwilliger bei Hereroaufstand-Niederschlagung (>18.9.2001), Militärberater Argentinien u. Präs.
Ibero-Amerikanisches Institut; Presseattache=Willi Kohn, ex-Presseattache Argentinien) (>6./.7.11.38),
UdSSR; Moskau, Komintern beschliesst Aufstellung Internationaler Brigaden für Spanien (>25.10.36)
01.10. Berlin, Gründungsversammlung d. Reichskriegsgerichts (drei Senate mit je einem Senatspräsidenten,
einem Reichskriegsgerichtsrat u. drei Offizieren, Senatspräs. und Reichskriegsanwaltschaft-Vertreter
legen Strafmaß vor Verhandlung fest, Pflichtverteidiger nur bei zu erwartender Todesstrafe als Alibi-
funktion; ab 11.41 ein 4.Senat. Vom 26.8.39 bis 7.2.45 verhängen tressengeschmückte dt. Offiziere
ca. 1 400 Todesurteile -mind. 313 wg. Landesverrat, 340 wg. Spionage, 251 wg. Wehrkraftzersetzung,
116 wg. Feindbegünstigung, 96 wg. Hoch- u. 24 wg. Kriegsverrat. Im gleichen Zeitraum verhängt die
gesamte westalliierte Militärjustiz ca. 300 Todesurteile, die dt. Kaiserreichs-Militärjustiz verhängte im
1. Weltkrieg 150 Todesurteile, vollstreckt wurden 48(!). Kein NS-Wehrmachtrichter wird später In der
BRD rechtskräftig verurteilt, stattdessen sind sie in der „Dienststelle Blank“, im Bundesverteidigungs-
u. Bundesjustizministerium, beim Bundesgerichtshof usw. tätig; 1993 schreibt SPD-Justizsenatorin
Prof. Dr. Jutta Limbach über RKG-Opfer was dt. Politiker jeder Coleur sinngemäß über - zig tausende
andere Opfer „deutscher Gerechtigkeit“ sagen: „Der Wunsch der Opfer und ihrer Angehörigen nach
Sühne und Wiedergutmachung wird kaum mehr erfüllt werden können.“) (>26.8.39/ 1941/ 12.7.41/
10.6.44/ 4.5.57/ 7.10.65/ 31.10.69/ 20.11.75/ 28.5.98/ 22.1.2001/ 18.5.2001/ 10.4.2002)
02.10. Verordnung der BDM „Bund Deutscher Mädel“-Reichsreferentin Trude Mohr-Bürkner zur Regelung
des pflichtmäßigen Jungmädeldienstes (Motto: „Auch Du gehörst dem Führer“) > verfolgte Schüler,
Niederlande; Synode der Niederländischen Reformierten Kirchen (GKN) erklärt Mitgliedschaft in der
Nationaal-Socialistische Beweging NSB als unvereinbar mit ihrem Glauben (>7.5.46/ 5.10.53)
06.10. Berlin-Moabit, Berufsoffizier Claus Schenk Graf v. Stauffenberg (1926 Abitur, 1927-29 Infanterie-
schule, 1934 Kavallerieschule) beginnt Militärakademie-Studium (1938 Absolvent d. Generalstabsaus-
bildung, 1943 Oberstleutnant i.G. , Zitat: „Wir sind als Generalstäbler alle mitverantwortlich.“) (>7.4.43)
09.10. Spanien’s Himmel breitet seine Sterne über unsern Schützengräben aus…“, Ankunft erster deutscher
Spanienkämpfer (à la Erich Mielke, Heinz Hoffmann, Wilhelm Zaisser, Ludwig Renn, Erich Ziemer - er
stirbt hier 1937 u. ex-KPD-MdR u. KJVD-Vors. Artur Becker, er stirbt hier 1938; als Thälmann-Bataillon
Teil der Internationalen Brigaden) (>22.9.38/ 27.3.39/ 30.7.46/ 28.4.59/ 26./27.12.79)
10.10. Chef d. Dt. Polizei H. Himmlers Geheimerlaß zur Bekämpfung der Homosexualität und Abtreibung mit
beim Preuß. Landeskriminalpolizeiamt angesiedelter Erfassungszentrale u. der RSHA-Reichszentrale
unter NSDAP- und SS-Mitgl. Kriminaldirektor Josef Meisinger (>6.5.37/ 1.10.40/ 19.5.43)
14.10. Reichskanzler Hitler entscheidet nach Fürsprache von Reichsjustizmin. Dr. Gürtner, daß Dr. Hans
v. Dohnanyi wg. seines unvollständigen Ariernachweises keine Nachteile haben soll u. sichert dessen
Karriere und die Sicherheit weiterer Familienmitglieder (Dr. v. Dohnanyi bringt am 7.4.43 Sprengstoff
zum geplanten Hitler-Attentat in einem Flugzeug nach Smolensk/UdSSR) (>13.3.43)
15.10. Reichsbildungsmin. Dr.
Rust’s Erlaß für Erteilung von Privatunterricht (nur von Ariern für Arier!)
18.10. Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes (>22.10.36/ 28.10.36/ 5.11.36/ 7.11.37/ 12.11.38/
1.11.51)
22.10. Erlaß über die Durchführung des Vierjahresplans
25.10. Berlin, Unterzeichnung dt.-italienischen (Achse Berlin-Rom) Vertrages (>25.11.36),
Hauptstadt der Bewegung München, Grundsteinlegung für „Haus des Deutschen Rechts“ einschließl.
Anmarsch von Universitätsprofessoren usw. (wird Sitz der Akademie für Deutsches Recht) (>1938/
14.10.39/ 17.1.41/ 17.7.41) deutsche Gerechtigkeit,
Weimar, Reichspropagandamin. J.
Goebbels sagt zur Eröffnung der „Woche des deutschen Buches“
u.a. „Wie es dem Soldaten nicht
erlaubt sein kann, zu schlagen und zu schießen, wann und wo er will,
wie man es dem Bauern nicht gestatten
darf, zu säen und zu ernten, was und wo er will“ (so besitze
auch) „der schreibende Mensch nicht
das Recht, die Grenzen des Volkswohls zu sprengen um sein
individuelles Eigenleben
auszuleben.“,
Spanien; Cartagena, vier sowjet. Frachtschiffe transportieren ca. 500 t Gold, ein Großteil der 1936
viertgrößten Goldreserven weltweit, in die UdSSR (u.a. zur Bezahlung sowjet. Hilfs- u. Rüstungsgüter,
trotzdem
verliert die linke republikan. Volksfront den Bürgerkrieg und Spanien natürlich
sein Gold)
28.10. Berlin, der Vierjahresplan-Beauftragte H. Göring spricht vor tausenden jubelnden „Volksgenossen und
Volksgenossinnen“ im Sportpalast zum Vierjahresplan, er endet den Vortrag mit „Allmächtiger Gott,
segne den
Führer, segne sein Volk und segne sein Werk!"
29.10. Bernau/Bogensee,
Propagandamin. Dr. Goebbels erhält zum 39.Geburtstag von der Reichsauptstadt
ein „stilles Blockhaus“ (1939 Waldhof
am Bogensee) um „nach der Mühe der täglichen Arbeit im
Dienste von Volk und Reich…Ruhe,
Erholung und Sammlung (zu) finden.“ (>22.5.1946)
04.11. Berchtesgaden/Führergebiet Obersalzberg, Besuch Kardinal v. Faulhaber’s auf Einladung A. Hitler’s
u.a. wg. „Spanien“ u. „die außenpolitische Gefahr des Bolschewismus“; auf Hitlers Klage, daß die kath.
Kirche gegen das Sterilisierungsgesetz sei, antwortet der Kardinal: „Von kirchlicher Seite, Herr Reichs-
kanzler, wird dem Staat nicht verwehrt, im Rahmen des Sittengesetzes in gerechter Notwehr diese
Schädlinge der Volksgemeinschaft fernzuhalten. In diesem Obersatz sind wir uns einig. Wir gehen
auseinander in der Frage, wie sich der Staat gegen das Verderbnis der Rasse wehren kann.“ Hitler:
„Soll der Kampf der Kirche gegen die Rassengesetze des Dritten Reiches weitergehen?“ Faulhaber:
„Herr Reichskanzler, es hat auch früher unter der Monarchie Staatsgesetze gegeben, die vom staat-
lichen Gesetzgeber für eine Notwendigkeit erachtet, von der Kirche aber abgelehnt wurden...So wird
sich auch in anderen Fragen, in denen die Kirche ihren dogmatisch sittlichen Standpunkt nicht ver-
lassen kann, trotzdem ein modus vivendi finden...“ Hitler mahnt Kardinal F. „Überlegen Sie…und
sprechen Sie mit den anderen Führern der Kirche, in welcher Weise Sie die…Aufgabe des National-
sozialismus, den Bolschewismus nicht Herr werden zu lassen, unterstützen und in ein friedliches
Verhältnis zum Staat kommen wollen.“ (>24.12.36/ 13.3.38/ 15.3.38/ 5.4.39/ 21.4.39/ 2.9.39/ 3.9.39),
Oldenburg, NSDAP-Kultusminister Julius Pauly’s Erlaß zur Entfernung von Schulkreuzen u.a. „Sämt-
liche öffentlichen Gebäude des Staates, der Gemeinden u. Gemeindeverbände gehören dem ganzen
deutschen Volke ohne Rücksicht auf das religiöse Glaubensbekenntnis…Dies gilt auch für Schul-
gebäude …Demgemäß ordnen wir an, daß künftig in Gebäuden des Staates, der Gemeinden und
Gemeindeverbände…kirchliche u. andere religiöse Zeichen…nicht mehr angebracht werden dürfen.
Die bereits vorhandenen sind zu entfernen.“ (1941 werden Schulkreuze in Bayern entfernt, in der DDR
werden Schulkreuze verboten, in der BRD müssen 1995 Schulkreuze ggf. entfernt werden) (>27.3.39/
10.7.40/ 23.4.41/ 24.3.46/ 9.11.49/ 7.5.53/ 10.2.56/ 16.5.95)
05.11. 2.Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes
(Ziel ist allgem. Dienstpflicht) (>13.2.39)
06.11. Dr. Gustav Adolf Scheel wird Reichsführer Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund/NSDStB
und Deutsche Studentenschaft/DSt (Zitat: „Deutscher Student, es ist nicht nötig, daß Du lebst, wohl
aber, daß Du Deine Pflicht erfüllst.“ 1930 NSDAP, 1934 SS, 1935 Promotion, 27.11.41 auch Gauleiter/
Reichsstatthalter Salzburg, 1944 Reichsführer Nationalsozialist. Dt. Dozentenbund/NSDDB, bis 1977
Arzt/Hamburg) (>22.7.49/ 16.1.53)
6./.7.11. Spanien; Cadiz, 6 000 freiwillige dt. Legion Condor-Truppen unter General Hugo Sperrle mit ca. 100
Flugzeugen helfen Gen. Franco beim Putsch gegen span. Regierung u. testen Kriegsgerät (>31.3.37/
27.4.37/ 31.5.37/ 11./12.3.38/ 1.10.38/ 19./20.11.38/ 23.3.39/ 1.9.39/ 9.4.40/ 10.5.40/ 11.2.41/ 6.4.41/
20.5.41/ 22.6.41/ 10.9.43/ 7.2.45/ 26./27.12.79/ 6.12.95/ 16.10.98/ 24.3.99/ 10.12.2001)
10.11. Reichsbildungsmin. Dr.
Rust’s Erlaß über die Ablegung der Reifeprüfung an den höheren Schulen im
Jahre 1937 (wg. sinkender
Abiturientenzahlen u. wg. Wehrpflicht/ Kriegsplanung steigenden Offiziers-
bedarfs können
Unterprimaner-Offiziersbewerber auf Drängen vom Heerespersonalamt 1937
vorzeitig
und mit weniger strenger
Abiturprüfung höhere Schulen verlassen)
> verfolgte Schüler
(>20.3.37)
11. Reichsinnenministerium, Gründung „Rassenhygienische Forschungsstelle“ (Rassenhygiene-Institut,
Leiter ist Kinderarzt Dr. phil., Dr. med. Robert Ritter) zur Erfassung, Untersuchung, Erstellung von ca.
23 822 Sinti/Roma-„Rassegutachten“ mit „Zigeunersippenarchiv“ dient Schulausschluß, Entlassung
aus der Wehrmacht, Zwangssterilisation, Enteignung, KZ-Einweisung, sog. „medizin. Versuchen“ und
Völkermord (>1.1.37 „Mischlings- und Fremdrassigenkartei“/ 20.1.40/ 10.7.41/ 7.8.41/ 16.12.42/
9.5.44/ 2.8.44/ 17.3.82) > verfolgte Schüler
15.11. Spanien; Cartagena
wird von dt. Legion Condor unter Gen. Hugo Sperrle bombardiert
20.11. Ev. Kirchenleitung erklärt „alle Kräfte der Kirche gegen den Bolschewismus einzusetzen.“, auch Teile
der Bekennenden Kirche erklären: „Wir stehen mit dem Reichskirchenausschuß hinter dem Führer im
Lebenskampf des deutschen Volkes gegen den Bolschewismus.“ (>24.12.36/ 19.3.37/ 2./6.7.71)
23.11. Norwegen; Oslo, der KZ-Häftling Carl v. Ossietzky erhält Friedensnobelpreis (die Entgegennahme in
Oslo wird von der dt. Regierung untersagt, das Preisgeld von ca. RM 100 000 wird von Ossietzkys
Generalbevollmächtigten u. ex-Reichwehroffizier Dr. jur. Kurt Wannen unterschlagen. 02.1938 findet
ein Strafprozeß gegen Dr. W. statt, im Namen des deutschen Volkes wird ihm u.a. der akademische
Grad abgesprochen -am 19.10.2000 macht die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald diese Strafe
posthum für Kurt W. und andere rückgängig. Carl v. Ossietzky, der sich mit dem Satz „In Deutschland
gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat.“ als
Prophet qualifiziert, stirbt am 4.5.38 an den Folter-Folgen seiner KZ-Haft)(>30.1.37/ 10.12.83/ 3.12.92)
25.11. Berlin, v. Ribbentrop u. Botschafter Kintomo Mushakoji unterzeichnen dt.-japan. AntikomIntern-Pakt
mit geheimen Zusatzprotokoll (am >6.11.37 tritt Italien der Achse Berlin-Rom-Tokio bei, am 13.1.39
Ungarn, am 27.3.39 Spanien, ab 25.11.41 Finnland, das dt. besetzte Dänemark und Kroatien u.v.a.m.)
(>17.8.37/ 6.11.37/ 23.8.39/ 27.9.40/ 27.11.41/ 29.1.2002)
26.11. Reichsinnenmin. Dr. W. Fricks Runderlaß zu neuen Bezeichnungen der Religionszugehörigkeit u.a.
zu „Gottgläubigen“ (ca. 5% der Bevölkerung gehören 1939 zur arischen Ethnoreligion, zur „Religion
nationalsozialistischer Kämpfer“ - „Nordland“ wird „Kampfblatt Gottgläubigen Deutschtums“, einer sich
selbst als „gottgläubigen“ Deutschen bezeichnender ist der Germanist, SA- und NSDAP-Genosse Nr.
4 923 958 u. späterer SS-Hauptsturmführer Dr. Hans Ernst Schneider, 1.2.38 Referent im SS-Rasse-
und Siedlungshauptamt RuSHA, 1939 verantwortlich für die „Sicherstellung deutschen Kulturgutes in
Warschau“, 1940 Verbindungsoffizier des SS-Ahnenerbe mit dem Höheren SS- und Polizeiführer der
Niederlande und anschließend Leiter der SS-Ahnenerbe „Zentralstelle Germanischer Wissenschafts-
einsatz“ mit Büros in Den Haag und Brüssel, der hier u.a. Geburtstagsgeschenke für Reichsführer SS
und Chef d. deutschen Polizei Himmler und mit anderen beim Reichskommissar für die besetzten
Niederlande tätigen SS-Ahnenerbe Parteigängern medizinisch-technische Geräte aus hiesigen
Universitäten für Dr. Sigmund Rascher’s Menschenversuche an KZ-Häftlingen besorgt; April 1945
„entfernt“ er sich von der Truppe, wechselt den Namen zu Hans Schwerte, studiert, heiratet 1947
seine „Witwe“ Annemarie, promoviert 1948, habilitiert 1958, wird 1965 Ordinarius und 1970 von der
„linksliberalen Mehrheit“ zum TH Aachen-Rektor gewählt, wird 1976 Beauftragter der Landesregierung
Nordrhein-Westfalens für Kooperation mit Hochschulen in Belgien u. Niederlanden, erhält 1983 das
Bundesverdienstkreuz und wird 1990 TH Aachen-Ehrensenator. 1995 beleuchtet der niederländische
TV-Sender KRO „Eine deutsche Karriere“ von „U-Boot-Fahrer“ Dr. Schneider alias Prof. Dr. Schwerte.
(>15.5.41/ 28.4.95),
Spanien; Legion Condor-Panzertruppenchef Wilhelm v. Thoma erhält 7 000 weitere dt. Truppen
01.12. Gesetz über die Vernehmung der Leiter der NSDAP und ihrer Gliederungen (juristische „Verkleidung“
von Rechtsprivilegien für Parteigenossen),
Gesetz gegen Wirtschaftssabotage (>29.11.48),
Gesetz über Hitler-Jugend: „Von der Jugend hängt die Zukunft des Deutschen Volkes ab. Die
gesamte deutsche Jugend muß deshalb auf ihre künftigen Pflichten vorbereitet werden. Die Reichs-
regierung hat daher folgendes Gesetz beschlossen, daß hiermit verkündet wird. § 1 Die gesamte
deutsche Jugend innerhalb des Reichsgebietes ist in der Hitler-Jugend zusammengefaßt. § 2 Die
gesamte deutsche Jugend ist außer in Elternhaus und Schule in der Hitler-Jugend körperlich, geistig
und sittlich im Geist des Nationalsozialismus zum Dienst am Volk und zur Volksgemeinschaft zu er-
ziehen…“, HJ wird zur Erziehungsinstitution, Zitat Baldur v. Schirach: „Wer von frühester Jugend in
diesem Deutschland Adolf Hitlers seine Pflicht erfüllt, tüchtig, treu und tapfer ist, braucht um seine
Zukunft keine Sorge haben.“ > verfolgte Schüler (>28.1.74/ 13.11.95),
weitere Ausbürgerungsliste mit 39 Namen, u.a. Autor Thomas Mann (>19.12.36/ 11.1941/ 7.11.76)
03.12. Schreiben der Geschäftsleitung Philip F. Reemtsma an Führeradjutant Julius Schaub, MdR: „Unter
Bezugnahme auf unsere heutige Unterhaltung bestätige ich Ihnen...für die Weihnachtsbescherung in
der Reichskanzlei gern 20 Exemplare des Adolf Hitler-Albums in Leder gebunden, sowie die bereits
bei meinem Besuch auf dem Obersalzberg versprochenen Cigaretten namens meiner Firma zur Ver-
fügung stelle. Es gehen...in den nächsten Tagen die Alben und 10 000 Cigaretten an Ihre Adresse.“
(1933 schenkten Philip u. Hermann R. der Hitlerjugend ein Flugzeug, 1939 wird P. R. Wehrwirtschafts-
führer, Zitat A. Meyer in „Hitlers Holding“: „Der Reemtsma-Konzern unterstützte selbstständig oder
gemeinsam mit der Deutschen Bank erheblich die NSDAP…Nach der Machtergreifung produzierte er
95% aller Zigaretten. Er…revanchierte sich - wiederum gemeinsam mit Abs von der Deutschen Bank -
bei der Finanzierung der Reichswerke.“/ J. Schaub, NSDAP-Genosse Nr. 81, SS-Mitgl. Nr. 7, 1936
MdR, SS-Obergruppenführer, vernichtet 1945 in München u. Berchtesgaden Hitler-Akten, bis 1949
interniert, wird mangels Beweisen von einer Mordanklage freigesprochen, er stirbt 1967 in München)
04.12. Spanien; Madrid, Bombardierung durch dt. „Legion Condor“-Piloten (>24./26.9.39/ 7.9.40/ 6.4.41)
07.12. Pressekonferenz von
Reichsjugendführer v. Schirach: „Die Kampfzeit der Bewegung hat die Führer
der Jugend besonders
ausgelesen..Unsere zukünftigen Führer werden…nach einem anderen System
ausgelesen werden müssen…Im Frühjahr
1939 wird der Bau unserer Akademie für Jugendführung in
Braunschweig fertiggestellt sein.
Dort werden diejenigen Jugendführer, die sich als Unterbannführer…
ausgezeichnet haben, nach
abgeschlossenem Arbeits- u. Militärdienst für ein Jahr zusammengefaßt
und…als zukünftige Bannführer
ausgebildet.“ (das Bannführer-/Jugendführerpatent wird später Lauf-
bahnbedingung des Führerkorps) (>5.8.39)
09.12. Leipzig, Reichsgericht urteilt im Namen des Deutschen Volkes u.a.: „Der Begriff Geschlechtsverkehr
im Sinne des Blutschutzgesetzes umfasst nicht jede unzüchtige Handlung, ist aber auch nicht auf den
Beischlaf beschränkt…“
12.12. dt. Zeugen Jehovas verteilen im Dt. Reich eine Resolution gegen ihr Verbot u. Verfolgung (>20.6.37)
13.12. Würzburg, Landgericht
verurteilt jüd.-schweiz. Dr. jur. Leopold Obermayer wg. Vergehen
gegen § 175
im Namen des Deutschen Volkes zu 10
Jahren Haft, aber „stirbt“ am 22.2.42 im KZ Mauthausen (einer
seiner Peiniger - Würzburg’s
Gestapo-Chef Josef Gerum - wird 1948 entnazifiziert u. freigelassen)
19.12. Universität Bonn, Prof. Karl Justus Obenauer informiert Thomas Mann, daß er nach Ausbürgerung
aus der Liste der Ehrendoktoren gestrichen ist (>11.1941/ 19.4.58/ 16.11.76)
21.12. Entfall hebräischen Sprachunterrichts an bayrischen Humanist. Gymnasien > verfolgte Schüler
23.12. Nürnberg; Attentatsversuch auf Adolf Hitler durch Student Helmut Hirsch
24.12. kath. Hirtenwort über die Abwehr des Bolschewismus u.a. „Der Führer…hat den Anmarsch des Bol-
schewismus von weitem gesichtet u. sein Sinnen u. Sorgen darauf gerichtet, diese ungeheure Gefahr
von unserem dt. Volk und dem Abendland abzuwehren. Die dt. Bischöfe halten es für ihre Pflicht, das
Oberhaupt des Dt. Reiches in diesem Abwehrkampf…zu unterstützen…Katholiken werden bereit
sein..., dem Staat zu geben, was des Staates ist, und den Führer in der Abwehr des Bolschewismus
und seinen anderen Aufgaben zu unterstützen…“ (>20.2.38/ 15.3.38/ 19.5.40/ 14.9.50/ 7.11.55)
28.12. Verfügung des
Reichsjustizministers Dr. Gürtner über künftige Hinrichtungsmethode mit dem
Fallbeil
31.12. in 1936 wurden 68
Todesurteile, z.T. mit einem Handbeil vollstreckt, ca. 1 500 000 Arbeitslose,
Hitler-
Jugend ca. 5 400 000 Mitglieder > verfolgte
Schüler, über 260 größere jüd. Firmen sind arisiert (z.B.
Warenhauskette Hermann Tietz (Hertie)
von Georg Karg, Gebr. Arnhold-Bank von Dresdner Bank),
insges. emigrierten ca. 110 000 jüd.
Deutsche und zahlten RM 153 300 000 Reichsfluchtsteuer
1937
Dr. Jutta Rüdiger wird BDM „Bund Deutscher Mädel“-Reichsreferentin und Nachfolgerin Trude Mohrs
(Zitat: „Die schwerste und…schönste Verpflichtung, die unserer Mädelgemeinschaft gegeben wurde,
ist Trägerin und Hüterin der Weltanschauung zu sein, die unser Volk frei und glücklich gemacht hat,
deutsche Art und deutsches Blut weiterzugeben an kommende Generationen…Das BDM-Mädel muß
sich mit den Fragen der Rasse und des Blutes auseinandersetzen und soll wissen um die Kämpfe des
Volkstums und der Wirtschaft um aus diesem Wissen heraus bereit zu sein zum letzten Einsatz…“),
das „Korps der politischen Leiter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)“ um-
fasst bereits ca. 700 000 Personen (>8.5.45/ 31.12.51/ 2.10.90),
Dr. Max Roscher (Vizepräs. Deutsche Weltwirtschaftliche Gesellschaft) veröffentlicht „Warum Welt-
wirtschaft?“ (>25.9.49/ 1.10.50),
Reichsbildungsministeriums-Richtlinien für 1937 u.a. „Die Volksschule hat nicht die Aufgabe, vielerlei
Kenntnisse zum Nutzen des einzelnen zu vermitteln, sie hat alle Kräfte der Jugend für den Dienst am
Volk und Staat zu entwickeln und nutzbar zu machen…die deutsche Jugend zur Volksgemeinschaft u.
zum vollen Einsatz für Führer u. Nation zu erziehen.“(90% aller Schüler besuchen nur die Volksschule)
(>25.5.40/ 23.7.42/ 18.9.42/ 12.12.55/ 1958/ 31.12.65/ 4.12.2001) >verfolgte Schüler,
Berlin, Gründung SD Wannsee-Institut für Osteuropa in einer arisierten Villa, Leiter ist der Georgier
Prof.
11.1940 RSHA-Gästehaus und Sonderreferat Diensstelle) (>30.10.39),
Berlin, Gestapo-Zentrale, Gründung „Sonderkommission 3“ zur Koordinierung von Festnahmen über
Gutachten - durch die Anthropologen-Kommissionen von Dr. Wolfgang Abel, Dr. Eugen Fischer und
Herbert Göllner mit Regierungsassessor Dr. Albath, Regierungsrat Dr. Kernert, Regierungsrat Thorn,
den Medizinern Dr. Berg, Dr. Friedel, Dr. Hoffmann, Dr. Kernert, Dr. Neumann, Dr. Schade und
Dr. Schoeneck - bis zur Zuführung zur illegalen (Zwangs-) Sterilisation der Rheinlandbastarde, d. h.
der von afro-französ. und afro-amerik. Soldaten mit dt. Frauen gezeugten dunkelhäutigen 500-800
Kinder (z.B. am 30.6.1937 im Evangelischen Krankenhaus Köln durch Chefchirurg Prof. Dr. Nieden,
die eines 17jährigen dessen Vater aus Madagaskar kam, am 2.7.37 in der Frankfurter Universitäts-
Frauenklinik durch Prof. Dr. Siebke, die einer 15jährigen - sogar 12jährige aus dieser „nicht-arischen“
Minderheit müssen unter die Skalpelle deutscher Mehrheits-Chirurgen). Im Sinne dt. Leitkultur werden
in BRD und DDR keine Betroffenen -von ex-SPD-Reichspräs. Friedrich Ebert als „schwarze Schmach“
bezeichnet - als Verfolgte des NS-Regimes anerkannt und fair entschädigt. 1986 berichtet der
Saarländische Rundfunk in „Deutsche sind weiß, Neger können keine Deutschen sein“ über das
Schicksal des afro-dt. Jugendlichen Hans Haug, der 1937 von drei Beamten abgeholt und sofort in
Saarbrücken sterilisiert wurde) (>31.5.40/ 28.8.40/ 29.6.56/ 19.11.62/ 16.11.76/ 3.12.80/ 1988),
Cautio Treuhand GmbH-Chef Dr. Max Winkler wird Reichsbeauftragter für die deutsche Filmwirtschaft
und leitet 01.1937 die „Überführung“/ „Verstaatlichung“ der Tobis-Filmkunst ein (>18.3.37/ 19.10.39),
Berlin, Reichsaussenmin. Freiherr v. Neurath wird SS-Mitgl. und NSDAP-Mitgl. 3 805 222 (>2.2.43)
01.01. Berlin, Gründung
Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost u.a. mit Physiker Manfred v. Ardenne
(kriegswichtige Sonderaufgaben/
Institut für kernphysikalische Forschung Miersdorf/Zeuthen (>1.5.41),
Berlin, der Aufsichtsratsvorsitz.
Georg Wertheim gleichnamiger jüd.-dt. Kaufhausketten-Dynastie tritt
zurück, auch sein dt.-jüd.
Syndikus Fritz Sternberg verlässt die Firma, mehrere Wertheim-Grundstücke
in Berlin werden danach unter Wert
verkauft, 1938 ist „Wertheim“ wie zuvor Hertie, Karstadt u. Horten
arisiert (mehr als 60 Jahre später
kämpft Wertheim-Enkelin Barbara Principe - ihre Eltern Günther und
Frieda Wertheim flüchten nach
Reichspogromnacht mit der 6jährigen Tochter über Kuba in die USA -
noch immer mit dem deutschen
Rechtsstaat um ihr Millionen-Erbe) (>01.1938/ 12.5.98),
NSDAP-Büro Otto v. Kursell ist „Volksdeutsche Mittelstelle“ unter Staatsrat/MdR Werner Lorenz(VOMI
ist zuständig für Verbreitung nationalsozialistischer Leitkultur/Volkstumspolitik unter „Volksdeutschen“
im Ausland, Umsiedlung/Rücksiedlung Volksdeutscher aus Südtirol, später Baltenstaaten/Bessarabien
u. Bukowina, Eindeutschung insbes. poln. Kinder dt. Blutes mit Lebensborn e.V., ab 7.10.39 unter
„Reichskommissar zur Festigung des dt. Volkstums“ - ab 15.6.41 autarkes SS-Hauptamt) (>19.2.42),
Frankfurt/M., Universitäts-„Haus der
Volksgesundheit“, Katholik Dr. Josef Mengele wird Forschungs-
assistent in Prof. Dr. Otmar Freiherr
v. Verschuers „Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene“ (hier
wird die erste reichsweite zentrale
Personendatenbank als „Mischlings- und Fremdrassigenkartei“
aufgebaut und wird später mit dem
„Zigeunersippenarchiv“ für Deportationen in die KZ genutzt! Viele
KZ haben eigene Hollerith-Karten
Kodierungen: Auschwitz=001, Buchenwald=002, Dachau=003 usw.
und eigene Lochkarten-Abteilungen zur
Häftlings- und Arbeitsfähigkeits-Erfassung mittels 5stelliger
Häftlings-Hollerith-Kennziffer zur
Weitergabe an die im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt
WVHA befindliche zentrale
Häftlingsdatei. 1969 führt die DDR eine Datenbank-freundliche Republik-
weite PKZ ein) (>17.5.39/ 10.5.43/
26.1.67)
04.01. Dr. med. Ernst Robert
Grawitz (NSDAP, Chef SS-Sanitätsamt, Reichsarzt SS, Honorarprofessor Graz
Ostmark, SS-General, Zitat: „Heute
steht ein neues Deutsches Rotes Kreuz…nationalsozialistisch
geführt zu jedem Einsatz bereit.“)
wird geschäftsführender DRK-Präsident, er verschafft der SS
Kredite in Millionenhöhe aus
DRK-Kassen (>05.40/ 28.7.44/ 24.4.45)
18.01. Gründung von „Adolf-Hitler-Schulen“ durch Initiative von NSDAP-Reichsschulungsleiter u. Deutsche
Arbeitsfront-Führer Dr. Robert Ley sowie Reichsjugendführer Baldur v. Schirach, als Einheiten der
HJ und Vorstufe zur NS-Ordensburg steht den Schülern nach der Reifeprüfung „jede Laufbahn in der
Partei und im Staat offen“, Zulassungskriterien: hervorragende Bewährung im deutschen Jungvolk,
Vorschlag der örtlichen NSDAP-Führung zur Aufnahme, Dr. R. Ley: „ Die Adolf-Hitler-Schulen sind die
politische Erziehungsstätte einer Auslese der deutschen Jugend. Wer diese Ausbildung durchlaufen
hat, ist politisch geprägt und ein bedingungsloser Kämpfer des Nationalsozialismus. Fanatisch durch-
drungen vom Glauben an die Idee, muß er dem ganzen Volk Vorbild nationalsozialistischen Lebens
sein, ein fester Richtblock für alle schwankenden Gestalten, ein Feind aller Volksschädlinge. Der
Junge wird nicht Nutznießer einer Einrichtung der Bewegung, sondern ihr Repräsentant, Träger der
ihm dort eingepflanzten Idee.“, erste Schulen ohne Religionsunterricht, später über 30 Adolf-Hitler-
Schulen (anläßl. der Grundsteinlegung
weiterer „Adolf-Hitler-Schulen“ in 1938 sagt B. v. Schirach u.a.:
„Die Waffen des Intellekts werden
dieser Generation gegeben und zwar die schärfsten und härtesten,
aber sie sollen nicht um ihrer selbst
willen zu einem törichten und verderblichen Scheingefecht unter-
einander gebraucht werden, sondern
einer höheren Idee dienen.“), Lied der Adolf-Hitler-Schüler: „Wir
tragen stolz des Führers Namen, wir
wollen seine Besten sein. Und keiner fragt, woher wir kamen, bei
uns gilt nur der Kerl allein. Wir
nehmen keine halben mit, wir singen und marschieren, marschieren im
gleichen Schritt und Tritt.“, Schüler
waren u.a. „Zeit“-Herausgeber Dr. Theo Sommer, Historiker Prof.
Dr. Harald Scholtz, Schauspieler
Eberhard „Hardy“ Krüger, FDJ-Zentralrat- und SED-Politbüro-Mitgl.
Werner Lamberz; andere NS-Eliteschüler sind u.a. CDU-MdB u. Staatssekr. Dr. Rudolf Sprung, CSU-
MdB u. Schatzmeister Dr. Karl-Heinz Spilker, Willy Brandt-Referent Reinhard Wilke, General a. D.
Hans
Poeppel, Generalmajor a. D. Jochen Löser, Bahn-Chef Heinz Dürr u.v.a. (sie erfüllten die poli-
tischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung)(>19.4.37/ 10.12.40/ 18.1.55/ 1968)
23./30.1. UdSSR; Moskau, Oberste Gerichtshof (Militärsenat) verurteilt die von Staatsanwalt A. Wyschinski
wg. Spionage, Vaterlandsverrat und Vorbereitung terroristischer Akte angeklagten Mitglieder des sog.
sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums: J. L. Pjatakow, L. P. Serebrjakow, M. S. Bogusiawski,
I. A. Knjasew, J. N. Drobnis, I. J. Hrasche, J. A. Liwschwitz, N. I. Muralow, B. O. Norkin, G. J. Puschin,
J. D. Turok, A. A. Schestow und S. A. Rataitschak zum Tode; K. B. Radek, G. Sokolnikow u. V. Arnold
zu je 10 Jahren und M. Stroilow zu 8 Jahren Haft (>11.6.37/ 20.7.37/ 2./13.3.38/ 14.6.40)
26.01. Reichsbeamtengesetz, Präambel: „Ein im deutschen Volk wurzelndes, von nationalsozialistischer
Weltanschauung durchdrungenes Berufsbeamtentum, das dem Führer des Deutschen Reichs und
Volks, Adolf Hitler in Treue verbunden ist, bildet einen Grundpfeiler des nationalsozialistischen
Staates...Bereitschaft rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat einzutreten und sich in seinem
ganzen Verhalten von der Tatsache leiten lassen, daß die NSDAP in unlöslicher Verbundenheit (Verf.,
bis in den Tod!) mit dem Volk Trägerin des deutschen Staatsgedankens ist. §1 Der deutsche Beamte
steht zum Führer und zum Reich in einem öffentlich-rechtlichem Dienst- und Treueverhältnis. Er ist der
Vollstrecker des von der NSDAP getragenen Staates.“ (mehr als 80% aller Beamten in Preussen sind
bereits NSDAP-Genossen, (>17.9.45/ 1.9.48/ 11.5.51/ 14.7.53/ 1.10.61)
30.01. Reichstag akklamiert Gesetz zur Verlängerung d. Gesetzes zur Behebung der Not von Volk u. Reich
und Gesetz über Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien (Aktienrechtsreform
ermöglicht auf Antrag des Reichswirtschaftsministers die Auflösung von Gesellschaften, verbietet u.a.
Neugründung von Gesellschaften mit unter RM 500 000 Kapital, begrenzt Aufsichtsratsmandate auf
10 pro Person) (>14.4.45),
Adolf Hitler erklärt vor dem Reichstag zum Vertrag von Versailles (einschl. des § 231 zu Kriegsschuld-
u. Reparationsleistungen), daß er „die deutsche Unterschrift feierlichst“ zurückziehe und somit die
„Fesseln von Versailles“ überwunden seien (von DDR- und BRD-Parlamenten, höchsten Gerichten u.
Bildungsdiskriminierten bestätigt bleibt Deutschland bis in das nächste Jahrtausend eine „GmbH“)
(>6./13.9.37/ 10.4.38/ 23.8.39/ 7.10.49/ 10.10.49/ 7.10.65/ 27.3.73/ 17.8.90/ 21.1.99/ 11.11.2001),
Erlaß zur Stiftung des Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft: „Die Annahme des Nobelpreises
wird damit für alle Zukunft Deutschen untersagt“ (>25.8.49),
Heinrich George wird NS-„Staatsschauspieler“ (der Vater von Schauspieler Götz George spielte u.a. in
„Hitlerjunge
Quex“ „Unternehmen
er stirbt inhaftiert am 26.9.1946 im sowjet. NKWD-Lager Nr. 7 Sachsenhausen) (>10.8.45),
Prof. A. Speer wird Generalbauinspektor für die Neugestaltung der Reichshauptstadt „Germania“ (er
und Stab belegen die Akademie der Künste) (>14.9.38/ 7.1.39/ 24.3.50/ 20.6.91/ 15.7.92/ 19.4.99),
Reichsverkehrsmin. Paul v. Eltz-Rübenach verweigert NSDAP-Mitgliedschaft und tritt zurück
02.02.
Reichspostministerium-Staatssekr. Dr.-Ing. Wilhelm Ohnesorge wird
Reichspostminister,
Reichsbahn-Generaldirektor Dr.-Ing.
Julius Dorpmüller wird Reichsverkehrsminister (ab 1939 zudem
wieder Dt. Reichsbahn-Generaldirekt.,
ab 1941 transportiert die Deutsche Reichsbahn über 3 000 000
Menschen, darunter hunderttausende
Kinder, aus dem besetzten Europa in Deportationszügen mit
Viehwaggons gegen Bezahlung in die
Vernichtungslager, 1944 erhält Dr. D. zum Dienstjubiläum von
Reichskanzler Hitler ein RM 60 000
Spitzweg-Gemälde, 1949 wird Dr. D. posthum als „Entlasteter“
entnazifiziert, Bahn-Verantwortliche
wie Staatssekr. u. stellvert. Reichsbahn-Generaldirektor Dr.-Ing.
Albert Ganzenmüller und andere
Bahn-Beamte werden später nie bestraft) (>14.9.38/ 3.9.39/
14./15.12.39/ 10.1.41/ 29.6.41/
22.6.42/ 28.7.42/ 13.8.42/ 27.10.42/ 26.2.43/ 15.5.44/ 31.7.44)
05.02. Großbritannien; London, bei Akkreditierungsübergabe grüsst Botschafter u. ex-Henkell-Sektvertreter
Joachim v. Ribbentrop den brit. König
George VI mit dem „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“ (>4.2.38)
02. Oberkommando d. Wehrmacht
ernennt Oberstleutn. Erwin Rommel als Verbindungsoffizier zur Hitler-
Jugend (R. schlägt sofort
vormilitärische HJ-Ausbildung durch Offiziere vor u. erhält „Dienstanweisung
für den Verbindungsoffizier der
Wehrmacht beim Jugendführer des Deutschen Reiches" 1938 wird der
10jähriger Sohn Manfred Rommel
HJ-Jungvolk-Mitglied, erfüllt die
politischen Kriterien national-
sozialistischer
Begabtenförderung und bestätigt noch 1989: „Ich war gerne beim Jungvolk,
ich war
auch gerne Hitlerjunge.“ E. Rommel
erhält 08.1938 neue Aufgaben, bei der Besetzung der sudeten-
deutschen Gebiete der CSR befehligt
er Hitlers „Führerbegleitkommando“)(>1.10.38/ 11.8.39/ 27.4.45)
10.02. Gesetz zur Neuregelung der Verhältnisse der Reichsbank und der Reichsbahn (polit. „Übernahme“),
Berlin, 4.Reichsberufswettkampf der Jugend wird von Reichsjugendführer v. Schirach und DAF-Führer
Ley eröffnet, Dr. Ley zitiert aus „Der Schulungsbrief - Das zentrale Monatsblatt der NSDAP und DAF“:
„Adolf Hitler! Dir sind wir allein verbunden! Wir wollen in dieser Stunde das Gelöbnis erneuern:
Wir glauben auf dieser Erde allein an Adolf Hitler.
Wir glauben, daß der Nationalsozialismus der allein seligmachende Glaube für unser Volk ist.
Wir glauben, daß es einen Herrgott im Himmel gibt, der uns geschaffen hat, der uns führt, der uns
lenkt und der uns sichtbar segnet.
Und wir glauben, daß dieser Herrgott uns Adolf Hitler gesandt hat, damit Deutschland für alle Ewigkeit
ein Fundament werde.“ (>21.12.49/ 2.11.54/ 19.8.70)
16.02. UdSSR; die ersten
zehn dt. Antifaschisten u.a. Emil Larisch, Kurt Nixdorf, Wilhelm Pfeiffer,
Arthur
Thilo und Otto Walther werden ans Dt. Reich ausgeliefert (>05.1937)
23.02. Dortmund, Elisabeth v.
Sachsen-Meiningen’s an Reichskriegsminister W. v. Blomberg: „Hoheit dankt
Exselens für seine Rede am hohen
Heldengedenktag. Gott segne Ihre Worte und unser deutsches
Vaterland, auch danke ich für Ihre
Kameradschafts-Liebe zum Reichsfürsten Adolf...überreichen Sie
dem Reichsfürsten Adolf meinen Brief...gez. Königl. Hoheit Elisabeth v.
Sachsen-Meiningen“
01.03. Freie Stadt Danzig; Dr. Carl Jacob Burckhardt (Schweiz) ist Hoher Kommissar des Völkerbundes, der
Schutzmacht Danzig’s (>23.10.37/ 17.12.38/ 28.4.39/ 4.5.39/ 3.4.39/ 18.6.39/ 3.7.39/ 23.8.39/ 1.9.39)
04.03. „Völkischer Beobachter“
„Der Jugendführer des Dt. Reiches, Baldur v. Schirach, hat folgenden Aufruf
zur Jungvolkwerbung 1937 erlassen:
Deutsche Eltern, deutsche Jugend! Wieder rückt der Tag heran,
andem ein neuer Jahrgang deutscher
Jugend in den Dienst des Führers tritt…Im vorigen Jahr hat
dieser Aufruf zur Folge gehabt, daß fast Hundert vom Hundert aller
deutschen Jungen und Mädel, die
das 10. Lebensjahr vollendet hatten,
freiwillig in unsere Reihen eintraten…Keiner darf abseits stehen,
wenn es darum geht, Deutschland
stärker und glücklicher zu machen. Es gibt keine größere Ehre als
diesem Reiche dienen zu dürfen…Alle Jugend dem Führer!“
06.03. Berlin, Sondergericht I
verurteilt im Namen des Deutschen Volkes 6 Zeugen Jehovas wg. Vergehens
gegen die Verordnung vom 28.2.1933 zu
Strafen von 3-10 Monaten Haft. Sie hatten den „Wachtturm“
bezogen bzw. Beiträge entrichtet oder
Kalender der Zeugen Jehovas gekauft
08.03. Berlin, Volksgerichtshof
spricht den denunzierten dt.-amerik.-jüd. Widerständler Helmut Helle Hirsch
wg. eines geplanten Sprengstoffanschlages
auf das Nürnberger NSDAP-Parteitagsgelände des ver-
suchten Mordes am fränkischen
„Stürmer“-Herausgeber Julius Strasser für schuldig und verurteilt ihn
im Namen des Deutschen Volkes zum
Tode (H. Hirsch wird am 4.6.1937 in Plötzensee enthauptet)
09.03. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s Gesetz über die Sicherung der Reichsgrenze und über Vergeltungsmaß-
nahmen (1.Durchführungsverordnung v. 17.8.37) wird Rechtsgrundlage für massenhafte, vom Dt.
Reich nicht quantifizierter Vertreibung der Bevölkerung aus vom Dt. Reich annektierten Gebieten u.
Ländern (später folgt Vertreibung der dt. Bevölkerung aus Gebieten östl. der Oder/Neiße) (>21.10.44)
10.03. Volksgerichtshof unter Volksgerichtsrat Paul Lämmle, mit Landgerichtsdirektor Dr. Günther Löhmann
u. SS-Obergruppenführern Hess und Kühne verurteilt KPD-(BB-Ressort)-Mitarbeiter Dr. Felix Bobek
wg. Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens u. Landesverrat im Namen des Deutschen
Volkes zum Tode (seine und Gerhard Diel’s Hinrichtung durch Scharfrichter Johann Reichhart in
Plötzensee wird am 22.1.38 öffentlich bekanntgegeben; Frau Dr. Gertrud Bobek flüchtete im März
1935 - noch vor der Verhaftung ihres Ehegatten - mit ihren Töchtern in die UdSSR) (>18.3.54)
14.03. Vatikan, Enzyklika „Mit brennender Sorge“ zur Lage der kath. Kirche im Dt. Reich u. Konkordatbruch-
Vorwurf: „Wer die Rasse oder das Volk oder den Staat o. die Staatsform, die Träger der Staatsgewalt
oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung...aus dieser Wertskala herauslöst...
und sie mit Götzenkult vergöttert, der verkehrt u. fälscht die gottgeschaffene...Ordnung der Dinge...
Wer in sakrilegischer Verkennung...irgendeinen Sterblichen, und wäre er der Größte aller Zeiten,
neben...o. gar über u. gegen Ihn zu stellen wagt, der muß sich sagen lassen, daß er ein Wahnsinniger
ist...Die formelle Aufrechterhaltung eines...von Unberufenen kontrollierten, gefesselten Religionsunter-
richts im Rahmen einer Schule, die...planmäßig u. gehässig derselben Religion entgegenarbeitet kann
niemals einer solchen...Schulart die...Billigung eines...Christen eintragen.“ (am >21.3. in kath. Kirchen
verlesen) > verfolgte Schüler (>9.4.37/ 6.5.37/ 13.5.37/ 19.10.51/ 20.3.52/ 11.1.53/ 3.5.53/ 11.7.53)
18.03. „Durchbruch - Kampfblatt für Deutschen Glauben, Rasse und Volkstum“ Reichsfrauenführerin Gertrud
Scholtz-Klink schreibt „Deutsch-sein heißt: den Glauben an das ewige Deutschland in sich tragen…
Christ-sein heißt: dem Messiasideal, der Kirche, verfallen sein. Wir reißen dem Christentum seine
religiöse Maske herunter und zeigen was es in Wirklichkeit ist: die Mischung zwischen jüdischer und
nicht-jüdischer Rassenseele.“ (>15.6.46/ 18.1.50/ 1953/ 14.3.54),
Cautio Treuhand GmbH-Chef und Reichsbeauftragter
für die deutsche Filmwirtschaft Dr. Max Winkler
kauft u. „überführt“ Alfred
Hugenberg’s Universum Film AG in Staatsbesitz (1941 ist die gesamte Film-
wirtschaft im Propagandaministerium
„verstaatlicht“ (>19.10.39/ 18.3.37/ 20.10.45/ 7.8.52/ 16.4.53)
19.03. KZ Sachsenhausen, der christl. Nichtarier u. „Bekennende Kirche“-Justiziar Dr. jur. Friedrich Weißler
wird ermordet,
Vatikan; Enzyklika „Divini Redemptoris“ über atheistischen Kommunismus u.a. „Der Kommunismus
ist in seinem innersten Kern schlecht und es darf sich auf keinem Gebiet auf Zusammenarbeit mit ihm
einlassen, wer immer die christliche Kultur retten will. Je mehr ein Land, in das sich der Kommunismus
einzuschleichen weiß, durch Alter und Größe seiner christlichen Kultur hervorragt, um so verheeren-
der wird sich in ihm der Haß der Leute ,ohne Gott’ austoben.“ > verfolgte Schüler (>1.7.49)
21.03. in allen kath. Kirchen des Dt. Reiches wird die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ verlesen (>1.5.37)
03. „Paulus-Bund Vereinigung nichtarischer Christen e.V.“ wird wg. behördl. „Volljuden“-Zwangsausschluß
jüd. „Mischlings“ „Vereinigung 1937“, Vorsitz. Dr. Heinrich Spiero, Dr. Friedrich Karl Lesser (>08.1939)
Staatsverschuldung beträgt ca. RM 16 000 000 000 (+ ca. RM 12 000 000 000 offene Mefo-Wechsel),
Berlin,
Bismarck-Gymnasium, HJ-Fähnleinführer Richard v. Weizsäcker erfüllte die politischen
Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung u. legt knapp 17jährig das Abitur ab(>14.4.45)
31.03. Spanien; Durango, von deutscher Legion Condor unter Gen. Hugo Sperrle u. Stabschef Dr. Wolfram
Freiherr v. Richthofen (Cousin des „Roten Baron“ Manfred v. R.) bombardiert, mind. 248 Tote (der Dt.
Lufthansa-Beauftragte Major a.D. Martin Wronsky meldet an Staatsrat Dr. Emil Georg v. Stauss „Das
Städtchen Durango bei Bilbao ist ohne jede Artillerie-Beschießung allein durch Flugzeug-Bombarde-
ment derart zerstört, daß kaum ein einziges Haus erhalten ist.“ (>27.4.37)
05.04. Neuendettelsau/Franken,
Ev.-lutherische Diakonissenanstalt, Vortrag des ärztlichen Leiters und
Psychiaters Dr. Rudolph Boeckh
(Boeckh, seit 1932 in der NSDAP, war auf Empfehlung des Betheler
Pastors Friedrich v. Bodelschwingh
eingestellt worden) vor NSDAP-Ortsgruppe u.a.: „Alles Kranke,
das nicht wieder der Gesundung
zugeführt werden kann, ist Last...Die Entscheidung über die Frage,
ob ein Mensch vernichtet werden darf,
steht allein dem Mann zu, der unter Berufung auf den Schöpfer
die Gewalt in seiner Hand hat, über
Leben und Tod zu entscheiden...Das kann und darf allein der
Führer.“ (aus keiner evangelischen Einrichtung sind mehr Bewohner zur Ermordung abgeholt worden
wie aus Neuendettelsau, der Eid Hippokrates lautet: „Ich werde meine ärztliche Verordnung zum
Nutzen der Kranken geben, nach meiner Kraft und nach meinem Urteil. Was Verderben und Schaden
bringt, will ich von ihnen fernhalten. Ich werde niemandem ein tödlich wirkendes Gift verabreichen,
auch auf Verlangen nicht. Ich werde auch keinen solch verwerflichen Rat erteilen.“)
07.04.Berlin, Adolf-Glaßbrenner-Schule, Eugen Herman-Friede darf auf kein Gymnasium oder Oberschule
wechseln (als diskriminierter jüd.-dt. Schüler muß er eine jüd. Mittelschule bis zur Schließung >20.6.42
besuchen, ab 1943 im Untergrund, schließt sich einer Widerstandsgruppe an, 1944 Verhaftung,
23.4.45 - seinem 19.Geburtstag - Haftentlassung, 1945 KPD, Besuch Parteihochschule, Journalist,
1947-48 Studium ohne Abitur, 1948 Verhaftung, verläßt 1949 die SBZ) > verfolgte Schüler,
Berlin,
Bismarck-Gymnasium, der 17jährige(!) Diplomatensohn Richard v. Weizsäcker erfüllte die
politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung u. legt sein Abitur ab (>25.6.41),
Bunzlau/Schlesien, Zahnsche Erziehungsanstalt u. Oberschule für Jungen, Oberlandwirtschaftsrats-/
Beamtensohn
u. Hitler-Jugend-Mitgl. Dieter Hildebrandt erfüllt
die politischen Kriterien national-
sozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus und wird hier Schüler (1943-45
Flakhelfer,
NSDAP, Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht, 1947 Abitur, er erfüllt die finanziellen
Kriterien
demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, Studium, SPD, Kabarettist/Autor),
Freie
Stadt Danzig, Städtisches Gymnasium, Arztsohn u. Hitler-Jugend-Mitgl. Horst
Ehmke erfüllt die
politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus u.
wird hier Schüler (1943-45 Flakhelfer, 1944 NSDAP-Mitgl. Nr. 9 842 687, Wehrmacht, 1946 Abitur
Flensburg,
Volkswirtschafts- u. Jurastudium, 1947 SPD, er erfüllt die finanziellen
Kriterien demo-
kratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, 1949/50 Stipendiat Princeton/USA,
1952 Promotion, 1960 Habilitation, 1967 Staatssekr., 1969-74 Kanzleramts-Chef, Bundesjustiz-,
-forschungs- u -postminister, 1969-94 MdB, 1973-91 SPD-Vorstand, Autor, Friedrich-Ebert-Stiftung)
(>8.3.84/ 29.12.84),
Freie Stadt Danzig; Conradinum Gymnasium, NSDAP-Mitgl. Wilhelm Grass Sohn, Hitler-Jugend-Mitgl.
Günter Grass
erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer
Begabtenförderung der
Diktatur des Faschismus u. wird hier Schüler (>09.1944),
Freie Stadt Danzig; Conradinum Gymnasium, HJ-Mitgl. Klaus Rainer Röhl - Sohn eines Lehrers und
NSDAP-Mitgl. - erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung u. wird
hier Schüler (1943-45 Flakhelfer, Wehrmacht, 1948 Abitur in der BBZ, 1949 Lehramtsstudium, 1956
KPD, Hg. der DDR-subventionierten Zeitschrift „konkret“, 1993 Promotion, 1995 FDP) (>15.6.72),
Frankfurt/M., Elisabethengymnasium, Schulleiter Bär fühlt sich verpflichtet „amtlich festzustellen, daß
die Elisabethen-Schule seit Ostern 1937 vollkommen judenfrei ist“ > verfolgte Schüler,
Halle/S., Friedrich-Nietzsche-Oberschule, Juristensohn u. HJ-Jungvolk-Mitgl. Hans-Dietrich Genscher
erfüllt die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung
der Diktatur des
Faschismus u. wird Schüler (1943 Flakhelfer, RAD, 1944 NSDAP-Mitgl. Nr. 10 123 636, Wehrmacht,
1946 SBZ-Abitur/ Jurastudium, LDPD, 1950 Gerichtsreferendar OLG Halle, 1952 Republikflucht, FDP,
1952-54 Gerichtsreferendar OLG Bremen, 1954 Rechtsanwalt, 1962-64 FDP-Bundesgeschäftsführer,
1965-98 MdB, 1969-74 BRD-Innen- u. 1974-92 BRD-Außenmin., 2000 H.-D.-Genscher-Consult GmbH
Geschäftsführer) (>07.1946/ 23.9.83/ 12.9.90/ 23.12.91/ 7.2.92/ 19.6.2000/ 8.9.2000),
Köln, Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, kath. Schreiner- u. Kunsttischlersohn Heinrich Böll ist kein Mitglied
der Hitler-Jugend und legt sein Abitur ab (1938 Reichsarbeitsdienst, 1939 Studiumsabbruch, 1939-45
Wehrmacht, 1946-47 Germanistik-Studium, 1947 erste Veröffentlichungen, 1951 freier Autor, Mitglied
Gruppe 47, 1972 Literaturnobelpreis, 1976 Kirchenaustritt) (>10.9.47/ 19.8.65),
Köln, Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, Legationsratssohn Karl Eduard v. Schnitzler ist kein Mitglied der
Hitler-Jugend und legt sein Abitur ab (Reichsarbeitsdienst, wg. Verweigerung der Mitgliedschaft im
Nationalsozialistischen Studentenbund Studiumsabbruch, 1940-45 Wehrmacht, Kriegsgefangenschaft,
1945-47 NWDR, 1947 SBZ, 1948 SED, DDR-Rundfunk u. -Fernsehen) (>21.3.60),
Traunstein, der kath. Polizeibeamtensohn Joseph Ratzinger besucht die staatl. Oberschule für Jungen
(1941
Hitler-Jugend, er erfüllt die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabten-
förderung , 1943 Flakhelfer, Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht, 1946 Abitur, 1946-51 Philosophie- u.
Theologiestudium, er erfüllt die
finanziellen Kriterien demokratischer
Begabtenförderung im
Rechtsstaat, 1953 Promotion, 1957 Habilitation, 1951 Priester- u. 1977 Bischofsweihe, Berufung zum
Kardinal) (>2.8.43/ 12.1945/ 28.7.50/ 29.6.51/ 20.12.85/ 8.10.88/ 29.12.2000/ 5.2.2001)
08.04. Schweiz; Universität Lausanne verleiht ital. Faschistenführer Benito Mussolini die Ehrendoktorwürde
09.04. Reichspressekonferenz, Reichspropagandamin. Dr. Goebbels gibt Richtlinien für Sittlichkeitsprozesse
gegen kath. Geistliche und Ordensangehörige (>13.5.37/ 16.3.62/ 14.9.95/ 18.5.2001),
der auf Grund des Gesetzes über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassene deutsch-
jüd. Dr. jur. Friedrich Karl Kaul emigriert nach Kolumbien (>4.5.46)
14.04. Tagung des evangelischen
„Ausschuß für Rassenhygiene und Rassenpflege“, Obermedizinalrat Dr.
Ewald Meltzer, Leiter der ev. Anstalt
in Großhennersdorf/Sachsen u. ein Herausgeber der „Zeitschrift
für die Behandlung Anomaler“ u.a.:
„...ich sage, wenn 1916 angeordnet worden wäre, daß die Idioten
auf sanften Wege aus dem Leben kommen
müßten, so würde man schon damals den Notstandspara-
graphen haben anwenden können...Da
würde ich in schweren Fällen von Lebensmittelknappheit oder,
wo dringend Räume gebraucht werden
für Verwundete, solchen Schritt begreifen. Der Gesunde und
Kräftigste muß hinaus, da soll auch
der Kranke seinen Zoll dem Vaterland zahlen. In einem solchen
Fall würde ich es für erlaubt
(halten).“ Zwischenfrage von Dr. Depuhl vom Ev. Landeswohlfahrtsdienst
Hannover: „Sollen auch die Alten
getötet werden?“ Dr. Meltzer: „Nein, nur in schweren Fällen von
Idiotie...ich glaube der Staat wäre
berechtigt, diesen Notstandsparagraphen anzuwenden.“
15.04. Reichsbildungsmin. Rust’s
Erlaß zum Promotionsverbot für jüd. Student(Inn)en > verfolgte
Schüler,
Schaden in der Ausbildung
(>29.6.56)
19.04. Pommern, Eröffnung der Adolf-Hitler-Schule in der NS-Ordensburg Krössinsee
20.04. NSDAP-Reichsschatzmeister Franz Xaver Schwarz’ (MdR, SS-Obergruppenführer) Anordnung zur
Lockerung (ab 10.5.Aufhebung) der
NSDAP-Mitgliedersperre als Parteianwärter („SED-Kandidat“)
22.04. Schweinfurt, SS-Sturmbannführer Konsul Willy Sachs (Fichtel&Sachs, 1933 SA; NSDAP, SS und
Reichsjägermeister H. Göring’s Jagdfreund, 1936 im Stab Reichsführer SS) an Reichskanzlei SS-
Sturmbannführer Hans Ebhardt: „…bin wieder gut zu Hause angekommen und denke gern an das
große Erlebnis am Geburtstag unseres Führers...Beiliegend gestatte ich mir nun, Ihnen wie
versprochen einen „F&S-Ehrendolch“, sowie eine Brieftasche zu übersenden...Bleistifte haben wir
z.Zt. nicht
vorrätig; sobald wieder welche kommen, werde ich an mein Versprechen denken...“
26.04. Spanien; Guernica, von dt. Legion Condor unter Gen. Hugo Sperrle u. Stabschef Dr. Wolfram Freiherr
v. Richthofen (Cousin v. „Roten Baron“ Manfred v. R.)bombardiert, 1654 Tote/899 Verletzte, Fliehende
werden von den Flugzeugbesatzungen mit Bordwaffen beschossen (Dr. v. Richthofen schreibt in sein
Kriegstagebuch: „Guernica, Stadt von 5 000 Einwohnern, buchstäblich dem Erdboden gleich gemacht,
Bombenlöcher auf Straßen noch zu sehen, einfach toll.“; dt. Bomben zerstören auch Benisanet und
Ginestar, 1943 wird Dr. v. R. Feldmarschall; Heinz Trettner ist Staffelkapitän der Legion Condor-
Kampfgruppe 88, ab 1.11.56 Bundeswehr-Generalmaj.; der dt.-jüd. Hafenarbeiter Dagobert Biermann
- DDR-Liedermacher Wolf Biermann’s Vater - sabotiert Nachschubschiffe für die Legion Condor, wird
1937 vom Volksgerichtshof im Namen des deutschen Volkes zu 6 Jahren Haft verurteilt u. am 22.2.43
im KZ Auschwitz ermordet) (>6.8.39/ 7.2.45/ 27./30.5.50/ 1.11.56/ 1./2.6.57/ 12.5.99)
28.04. Volksgerichthof verurteilt
im Namen des Deutschen Volkes wg. Verbindungen mit kommunistischen
Widerständlern (Hochverrates) die
kath. Jugendführer Dr. Joseph Cornelius Rossaint zu 11 Jahren
Zuchthaus, Franz Steber zu 5 Jahren Zuchthaus,
Hermann Jülich zu 2 Jahren Zuchthaus und Karl
Kremer zu 18 Monaten Zuchthaus (Neffe
Reinhardt Rossaint sagt später „Rossaint wurde von der
Kirchenführung alleingelassen.
Niemand aus der Hierarchie des Erzbistums Köln setzte sich für ihn
ein. Im Gegenteil, sein Verhalten
wurde abgelehnt und verurteilt.“) (>15.1.1945),
„Der Völkische Beobachter“
„Katholisch-kommunistische Einheitsfront aufgedeckt“
30.4./20.6. Berlin, große Wirtschafts-, Militär- u. Propaganda Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit“ (u.a. mit
Architekt Egon Eiermann - einem der Meister deutscher Nachkriegsarchitektur - errichtet)
01.05. Berlin, Lustgarten, Reichskanzler Hitler droht wg. Papst Pius XI Enzyklika „Mit brennender Sorge“ vor
1 200 000 stürmisch Beifall spendenden Deutschen: „Wir können nicht dulden, daß…die Autorität des
deutschen Volkes von irgendeiner anderen Stelle angegriffen wird. Das gilt…für alle Kirchen…Wenn
sie versuchen, durch irgendwelche Maßnahmen, Schreiben, Enzykliken usw. sich Rechte anzumaßen,
die nur dem Staat zukommen, werden wir sie zurückdrücken in die ihnen gebührende geistlich-seel-
sorgerische Tätigkeit. Es geht auch nicht an, von dieser Seite aus die Moral des Staates zu kritisieren,
wenn man selbst mehr als genug Grund hätte, sich um die eigene Moral zu kümmern.“ (>6.5.37),
Bielefeld, die Pudding- u. Backpulver-Firma Dr. August Oetker mit ihrer „Block“ und „Betriebszellen“-
Struktur einschl. Betriebsblockwart, Betriebsobmann, Betriebsfrauenwalterin, Betriebsjugendwalter u.
Betriebssportwart wird von A. Hitler als „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ ausgezeichnet (Dr.
Richard Kaselowsky, SS-Gruppen- u. Oetker-Betriebsführer und -Stiefvater, NSDAP- u. Freundeskreis
Reichsführer SS-Mitglied empfängt die Auszeichnung für den Wehrmachtlieferanten. Rudolf-August
Oetker, Konzernerbe, NSDAP-Mitgl. und späterer freiwilliger SS-Untersturmführer, erwirbt als tüchtiger
junger Geschäftsmann bereits 1940 vom dt.-jüd. Ehepaar Carl und Elli „Sara“ Lippmann deren einst
für RM 117 000 in bester Hamburger Lage erworbenes Nachbargrundstück für lediglich RM 45 500,
nach 1945 expandiert R.-A. O. in Reederei-, Fluglinien-, Brauerei-, Versicherungs-, Lebens- und
Genußmittelgeschäfte und übergibt seinen Nachfahren ein Milliarden-Imperium),
Berlin, der Chef Kommandoamt der Ordnungspolizei Adolf v. Bomhard wird NSDAP-Mitgl. 3 933 982
(>9.11.40),
Berlin, Pfarrersohn und Student Ernst-Joachim Gießmann wird NSDAP-Mitglied 4 509 402 (>29.6.65),
Berlin, der HJ-Oberscharführer u. Referent der Reichsjugendführung Dr. Heinrich Abel wird NSDAP-
Mitgl. (1943 als Antifaschist BDO-/ NKFD-Mitgl.) (>22.9.53),
Dortmund, Industriellensohn und Olympionike Willi Daume wird NSDAP-Mitglied 6 098 980 (>4.2.61),
Halle/S., HJ-Jungvolkführer u. Lehrer Werner Dorst wird NSDAP-Mitgl. 4 530 412 (1939 Studienass.,.
1941 Oberstleutnant, EK 1, 1944 NKFD, 1945-49 Antifa-Schule Krasnogorsk (>1.2.49/ 6.1.74),
Hannover,
Anwaltsassessor Hans Puvogel erfüllte
die politischen Kriterien nationalsozialistischer
Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus, wird NSDAP-Mitgl. 4 182 837 u. promoviert 1937
in Göttingen) (>12.5.76),
Heidelberg, Studentenwerk-Leiter Hanns Martin Schleyer wird NSDAP-Mitgl. 5 056 527 (>14.5.42),
Leipzig, der
Germanistik- und Geschichtsstudent und SA-Mitglied Günter Kertzscher erfüllte die
politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus
und wird NSDAP-Mitgl. Nr. 4 532 251 (1939 wird er Studienassesssor im höheren Schuldienst, 1941
promoviert er, 1943 NKFD-Mitgl. u. „Freies Deutschland“-Redakteur, 1945 KPD, 1946 SED, 1949-55
„Berliner Zeitung“-Chefredakteur, 1954.58 AdV, 1955-83 „Neues Deutschland“ stellv. Chefredakteur,
München, Scharfrichter und NSKK-Mitgl. Johann Reichhart wird NSDAP-Mitglied,
München, der
kath. Student Franz Strauß erfüllte die
politischen Kriterien nationalsozialistischer
Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus und wird Mitglied der NSDAP-Gliederung NSKK
Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps (J. S. wird 08.39 zur Wehrmacht einberufen, erhält ab 12.39
„Studienurlaub“, legt 1940 das Referendarexamen ab, ist am 10.5.40 beim Angriff auf Frankreich und
Benelux-Länder, ab 11.40 abermals „Studienurlaub“, 01.41 Assessorprüfung, ab Frühjahr ’41 mit der
Heeresflakabt. 277 bei Przemysl/Polen, ist S. seit 22.6.41 beim Angriff auf die UdSSR von Lemberg
>29.6.1941 bis zum Donez, 09.41- 02.42 Offiziersanwärterlehrgang, ab 15.2.42 Leutnant Heeresflak-
artillerieabt. 289, 11.42 durchbricht die Artillerieabt. 289 mit der 22.Panzerdiv. die Einschließung vor
Stalingrad, 01.43 verläßt S. Rußland, wird am 1.2.43 Studienrat und von 05.43 - 04.45 Ausbildungs-
offizier der Heeresflakschule Altenstadt/Schongau und bis 07.44 „Offizier für wehrgeistige Führung“ -
Wehrmachtpendant zum Polit-Kommissar der sowjet. Armee - 08.44 wird S. Oberleutnant, später als
Franz Josef Strauß mehrfacher BRD-Minister wird er beliebtes Angriffsziel für „Spiegel“-Herausgeber
Rudolf Augstein >23.4.41, sowie Verhandlungspartner von DDR-Devisen- und Kreditbeschaffer MfS-
Außenhandelsstaatssekr. Dr. A. Schalck-Golodkowski, der von 1942-45 als Internatsoberschüler in
Waldsieversdorf ebenfalls die
politischen Kriterien nationalsozialistischer
Begabtenförderung
der Diktatur des Faschismus erfüllte u. nach HJ-Jungvolk-Braunhemd - „Ich verspreche, allzeit
meine Pflicht zu tun, in Liebe und Treue zum Führer und unserer Fahne.“ - ein FDJ-Blauhemd trägt),
Würzburg, SA-Reiterstaffel-Mitgl. und Arisierer Josef Neckermann wird NSDAP-Mitgl. Nr. 4 516 510
und nicht zu vergessen: Werner Behrend wird NSDAP-Mitgl. Nr. 4 926 829 (1945 CDUD; Leiter der
Preisüberwachung Kreisverwaltung Schönberg, 1952 CDUD-Vorsitz. Kreisverband Schwerin-Stadt,
1956 Vorsitz. CDUD-Bezirksverband Suhl, 1970 Vorsitz. CDUD-Bezirksverband Erfurt, Nachfolge-
kandidat u. später Mitgl. CDUD-Hauptvorstand) (>23.12.43/ 7.6.44/ 18.6.44/ 27.4.45/ 20.9.61/ 8.10.88)
06.05. „Das Schwarze Korps“
veröffentlicht Schmähbild wg. der „Sittlichkeits“-Prozesse gegen römisch-kath.
Geistliche, es zeigt einen
„Oberhirten“ mit einer Schweineherde, die Etiketten wie „Vergewaltigung“,
„Sadistische Orgien in Klöstern“,
„Unzucht wider die Natur in Gotteshäusern“ und „Missbrauch von
Kindern und Schwachsinnigen“ tragen,
der „Oberhirte“ sieht nichts, er hat eine Zeitung mit der Über-
schrift „Politik“ vor Augen, unter
dem Schmähbild ist zu lesen „Weide meine Lämmer!“ (>29.1.2002)
09.05. Aufruf von
Reichjugendführer Baldur v. Schirach und seines Beauftragten für
Leibeserziehung Hans
v. Tschammer und Osten u.a. „Die
deutsche Jugend gehört dem Führer! Das Gesetz, nach dem HJ
und BDM einst freiwillig angetreten
sind, ist heute das Gesetz der gesamten deutschen Jugend. Der
Wille zum Einsatz, zur Leistung und
zur Zucht beseelt alle deutschen Jungen und Mädel. Darum rufen
wir euch, deutsche Mädel von 17 bis
21 Jahren, zum Dienst auf. Wir wollen ein junges gesundes Volk
heranbilden. Darum gilt auch für euch
die Körperertüchtigungspflicht des BDM…“
11.05. Gesetz über das Paß-, das Ausländerpolizei- und das Meldewesen sowie über das Ausweiswesen
(führt bald zu Kennkarten-Einführung - später Personalausweis genannt - mit Fingerabdrücken –
später
biometrische Daten genannt) (>22.7.38/ 5.10.38/ 10.9.39)
12./14.5. München, 2.Jahrestagung der Forschungsabt. Judenfrage des Reichsinstituts für Geschichte des
neuen Deutschland u.a. mit Reichsstatthalter Franz Xaver Ritter v. Epp (beteiligt am Völkermord an
den Hereros in Dt.-Südwestafrika, 1919 Freikorps, 1924 Präs. Kolonialkriegerbund, 1928 NSDAP,
MdR, Mitgl. Akademie für Dt. Recht, 1934 Führer Kolonialpolitisches Amt, 1936 Reichskolonialbund-
Führer), Staatssekr. Dr. Ernst Boepple (Mitbegründer DAP, 1929 NSDAP, 1933 SS), Historiker
Dr. Wilhelm Grau (1937 NSDAP), Prof. Dr. Johannes Stark (1931 NSDAP, 1933 Präs. Physikalisch-
Techn. Reichsanstalt) spricht über „Judentum in der Naturwissenschaft“, Prof. Dr. Rudolf Mentzel
(1922 SA, 1925 NSDAP, 1932 SS, habilitiert 1933 über Giftgase, Deutsche Forschungsgemeinschaft-
Präsident), Ministerialdirektor und „Vater des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“
Dr. Arthur Gütt (1932 NSDAP, 1933 SS, 1936 Reichsausschuß zum Schutze Dt. Blutes), Demograph
Dr. Friedrich Bergdörffer, der ev. Theologe Prof. Dr. Gerhard Kittel spricht über „Das Konnubium mit
Nichtjuden im antiken Judentum“ u. der Rassenhygieniker Prof. Dr. Otmar v. Verschuer (1928 Kaiser-
Wilhem-Institut) spricht über „Was kann der Historiker, Genealoge und Statistiker zur Erforschung des
biologischen Problems der Judenfrage beitragen?“ (>24./26.3.39)
13.05. „Völkischer Beobachter“ „In diesen Tagen kommen in ganz Deutschland (besonders vor dem Land-
gericht Koblenz) zahlreiche (ca. eintausend § 175 „Sittlichkeits“-)Prozesse gegen römisch-katholische
Geistliche oder Ordensbrüder zur Verhandlung...Beschämend für die Kirche, die es soweit kommen
ließ...aber mit Hirtenbriefen usw. sich in Politik einmischte...“ (>8.6.37/ 14.9.95/ 16.3.62/ 29.1.2002)
14.05. „Allgemeine Evangelisch-Lutherische Kirchenzeitung“ veröffentlicht das Glaubensbekenntnis eines
Lehrers der Königin Luisen-Schule Wanne: „Ich glaube an Deutschland, Gottes anderen lieben Sohn,
den Herrn seiner selbst, der empfangen ist unter nördlichem Himmel, geboren zwischen Alpen und
Meer, gelitten unter Papisten und Mammonisten, verleumdet, geschlagen und verelendet, ist versucht
von Teufeln aller Art bis zur Hölle, nach Jahrzehnten der Verarmung und Verelendung immer wieder
auferstanden vom staatlichen und völkischen Tode, aufgefahren in die geistig-seelische Welt
Eckeharts, Bachs und Goethes, sitzend mit dem großen Bruder von Nazareth zur Rechten des
Allmächtigen, von dannen er kommen wird zu richten die lebendig Begrabenen und die Toten.“
19.05.
u. dessen
Nazi-Kritik vor 500 Priestern am 18.5., u.a. „The fight is to take the children away from us…
Ihr werdet vielleicht fragen wie eine Nation von 60 Millionen…intelligenten Menschen, sich in Furcht u.
Knechtschaft einem Ausländer unterwerfen kann, einem österreichischen Tapezierer u. wie mir gesagt
wird einem schlechten dazu, und einigen Verbündeten wie Goebbels und Göring.“ und fügt ironisch
hinzu daß 60 Mio. deutscher Gehirne unbemerkt entfernt wurden (>28.5.37/ 10.4.38/ 31.1.39/ 27.6.39)
21.05. Schulverwaltung Kiel informiert „Jüdische Schüler(innen) sind von der Teilnahme an Sammlungen,
Abgaben, Ausflügen, Spielnachmittagen, vom Baden und Turnen befreit.“ > verfolgte Schüler
28.05. Deutschlandhalle, 20 000 jubelnde Anhänger bei NSDAP-Großkundgebung, Reichspropagandamin.
Dr. Goebbels sagt u.a. „Der Angriff des Kardinals Mundelein gegen den nationalsozialistischen Staat
kommt zwar aus dem Ausland aber seine Inspiratoren sitzen, wie nachgewiesen werden kann, in
Deutschland selbst…Eine große Zahl katholischer Geistlicher ist wegen Sexualverbrechen verhandelt
worden. Das ist nicht mehr eine Angelegenheit bedauernswerter Einzelverfehlungen, sondern eine
solche allgemein sittlicher Korruption, wie sie die Geschichte der Zivilisation kaum jemals gekannt hat.
Keine andere Gesellschaftsschicht hat je solche Verderbtheit zu verbergen gehabt. Es ist kein Zweifel,
daß die Tausende von Fällen die ans Licht gekommen sind, nur ein kleiner Bruchteil des ganzen
moralischen Sumpfes sind…“ (>3.6.37/ 28.7.50/ 16.3.62/ 25.1.83/ 14.9.95/ 17.7.96/ 29.1.2002),
Gründung Gesellschaft zur Vorbereitung des Volkswagens Gezuvor, Geschäftsführer: sind NSDAP-
Mitglieder Dr. Bodo Lafferentz (DAF/KdF, später „Kriegsfestspiele“ Bayreuth), Dr. Ferdinand Porsche
(Direktor Porsche KG) und Jacob Werlin (Vorstand Daimler Benz AG, später Generalinspektor des
Führers für das KFZ-Wesen) (Gezuvor wird ab 16.9.38 Volkswagenwerk GmbH) (>21.7.33/ 26.5.38),
Gerichtsassessor Willi Geiger wird NSDAP-Mitglied (am 1.5.1938 wird SA-Rottenführer Geiger in
Bamberg Landgerichtsrat, 1939 Staatsanwalt Sondergericht Bamberg u. erwirkt „mehrere Todesurteile
in Bagatell- und mittelschweren Strafsachen“, 1941 Promotion, 1947 als „unbelastet“ entnazifiziert,
Landgerichtsrat Bamberg, 1950 Richter am BGH UND 1951 Richter am BVerfG, 1966 Präs. Dt.
Katholikentag, 1975 BVerfG-Berichterstatter zu „Extremisten im öffentl. Dienst“) (>22.5.75)
05. UdSSR; Moskau, deutscher Botschafter Friedrich Werner Graf
von der Schulenburg fordert mittels
Namenslisten die Ausweisung 67
deutscher Staatsbürger (1937 werden ca. 178 dt. Antifaschisten und
1938 werden ca. 445 dt.
Antifaschisten ausgewiesen - einer ist Erwin Jöris, er wird 1950 in der DDR
von einen SMT zu 25 Jahren
Arbeitslager verurteilt und kehrt 1956 heim) (>27./29.9.1939),
Deutsches Reich; die zwei
deutschen Juristen Kurt Schumann (später NS-Kriegsgerichtsrat, in sowjet.
Gefangenschaft NKFD-Mitgl., in der
SBZ NDPD-Mitgl. und Landgerichtsdirektor, in der DDR Präsident
des Obersten Gerichts u. Professor)
und Hans Filbinger (später NS-Marinerichter, in der ABZ Rechts-
anwalt, in der BRD CDU-Mitgl.,
Stadtrat, MdL, Landesinnenmin. und Min.-Präs. Baden-Württemberg)
beginnen im Sturm auf NSDAP-Mitgliedschaft
als Nr. 5 777 794 bzw. 4 026 789 erfolgreiche Karrieren,
einer ist an Todesurteilen der
Sozialisten, der andere an Todesurteilen der Nationalsozialisten beteiligt
und beide sind vis-à-vis verfolgte Schüler exemplarisch für
europäische u. „Deutsche Gerechtigkeit“)
30.05. Berlin, der badische Landeskriminalamts-Leiter Paul
Werner wird stellvertretender Leiter vom ent-
stehenden Reichskriminalpolizeiamt
RKPA und noch1937 SS-Sturmbannführer (>14.12.37)
30.05. Spanien; Malgrat, ein U-Boot versenkt span. Küstenschiff „Ciudad de Barcelona” mit Int. Brigadisten
31.05. Spanien; Almeria wird von dt. Panzerschiff „Graf Spee“ u. Torpedobooten beschossen (>19.12.39)
01.06. Bulgarien; Sofia, dt. Botschaftsattaché Alfred de Chapeaurouge wird NSDAP-Mitgl. Nr. 3 936 581
(ab 1953 CDU-Bildungsexperte Hamburger Bürgerschaft, ab 1966 Bürgerschaftsvizepräsident)
02.06. UdSSR; Moskau, KPdSU-Generalsekr.
Stalin spricht über die „Sklaven in den Händen der deutschen
Reichswehr…unsere Aufklärung ist
schlecht und…von Spionage durchsetzt.“ (>11.6.37/ 20.7.37)
03.06. „Freiburger Zeitung“ über
„Sittlichkeitsprozesse“ u.a. „Ein Zug des Grauens…Klosterbrüder vergehen
sich an Gebrechlichen…Die
Irrenanstalt als Unterschlupf…Schleppenden Ganges und mit zitternden
Gliedern standen diese armen Opfer
stammelnd und weinend vor dem Richter…alle Phasen der
widernatürlichen Unzucht…Lüstlinge
allergrößten Kalibers…Scheußlichste homosexuelle Verbrechen“
04.06. Reichsjustizmin., Treffen zur Vorgehensweise bei, von der Staatsführung für erforderlich gehaltener,
„verschärfter Vernehmung“ (wie z.B. bis zu 25 Stockhiebe auf das Gesäß) politischer Häftlinge u.a.
mit Ministerialdirektor Dr. Wilhelm Crohne, Oberstaatsanwälte Werner v. Haacke u. Dr. Günther Joel,
Generalstaatsanwälte Dr. Friedrich Jung u. Dr. Hans Semler, Ministerialrat Dr. Werner Best (Gestapo),
Oberregierungsrat Heinrich Müller (Gestapo) (führt am 1.7.37 u. 12.6.42 zu Erlaß/Anweisung der SiPo
u. SD-Chefs über die Durchführung verschärfter Vernehmung bzw. Folter)(>23.4.41/ 01.1943/ 9.10.55)
08.06. Berlin, Volksgerichtshof (2.Senat) unter Volksgerichtsrat Walter Hartmann und u.a. mit dem stellvertr.
„Völkische Beobachter“-Chefredakteur Wilhelm Weiß als Beisitzer verurteilt im Namen des Deutschen
Volkes die kommunist. Jugendverbandsfunktionäre Bruno Baum, Erich Honecker u. Edwin Lauterbach
wg. Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmen zu 13, 10 und 2½ Jahren Zuchthaus
(Ermittlungsrichter war Hans-Joachim Rehse) (>27.4.45/ 15.9.45/
30.4.68)
08.06. „Baseler Nationalzeitung“ über „Sittlichkeitsprozesse“ u.a. „…Das politische Ziel ist klar: die kath.
Kirche soll unmöglich gemacht und vernichtet werden.“
11.06. UdSSR; Moskau, sowjet. Militärtribunal verurteilt Marschall M. N. Tuchatschewskij und die Generale
V. I. Putna, I. E. Jakir, I. P. Uborewitsch, R. P. Eideman, A. I. Kork, B. M. Feldman u. V. M. Primakov
wg. Spionage und Sabotage für eine ausländische Macht (Dt. Reich) zum Tode, tausende sowjet.
Offiziere werden in Folge verurteilt (auf Veranlassung Reinhard Heydrich waren zuvor u.a. mit Hilfe v.
Kripo-Chef Arthur Nebe, Regierungsass. Dr. jur. Hermann Behrends u. SD-Beamten Alfred Naujocks
gefälschte Akten über die, aus Zeiten geheimer Reichswehr-Aufrüstung, bekannten sowjet. Militärs
dem unwissenden tschech. Präsidenten E. Benes zugespielt worden, der sowjet. Botschafter in Prag
übergab sie am 15.5.37 in Moskau KPdSU-Generalsekr. Stalin, sie dienten als Beweis für die Verur-
teilungen u. schwächten so die sowjet. Armee) (>20.7.37/ 1.10.38/ 9.11.39/ 22.6.41/ 22./31.10.47)
12.06. Stuttgart, Volksgerichtshof unter Dr. jur. Karl Engert, mit Landsgerichtsdirektor Dr. Georg Zieger, SA-
Brigadeführer Daniel Hauer, Studienprofessor Heinlein u. SA-Sturmbannführer Bertold Wiitmer verur-
teilt die von Staatsanwalt Dr. Kurt Kaven angeklagten kommunist. Widerständler Lieselotte Herrmann,
Arthur Göritz, Stefan Lovasz u. Josef Steidle u.a. wg. Landesverrats im Namen des Deutschen Volkes
zum Tode. Trotz hunderter ausländ. Gnadengesuche wird die Mutter eines 4jährigen Kindes (dessen
Vater 1933 in NS-Haft starb u. die bereits 1933 wg. ihrer politischen Überzeugung von der Universität
relegiert wurde >Schaden in der Ausbildung, verfolgte Schüler) sowie die drei Männer am >20.6.38
enthauptet (>29.6.56/ 11./13.12.81)
14.06. Stadtremda b. Rudolstadt, Schreiben des ev. Pfarrer Heinrich Thauer u.a.: „Heute ist es 10 Jahre her,
daß ich Sie...ansprechen durfte. Es war nach Ihrem Prozeß gegen den dortigen katholischen Pfarrer
(Domkapitular Georg Sponsel, Ansbach)...Schließlich schrieben Sie mir in meinen Kalender „Verficht
dein Recht! Ansbach, den 14.Juni 1927, Adolf Hitler.“ Dieses kleine Erlebnis ist für mich von großer
Bedeutung, denn von diesem Tage an habe ich Ihnen mein Führer Gefolgschaft geleistet, auf
welchem Posten ich auch stand...“ (> 9.11.39/ 29.5.61/ 9.10.64/ 1975)
15.06. „Der nationalsozialistische Erzieher“ Reichskanzler A. Hitler u.a. „…eine Sorge habe ich…Das ist die
die Sorge, ob es uns gelingt, den Führernachwuchs für die NSDAP heranzubilden.“
16.06. Leutnant Nicolaus v. Below wird A. Hitler’s Luftwaffenadjudant (bis zum 30.4.45)
20.06. dt. Zeugen Jehovas verteilen im Dt. Reich einen „Offener Brief an das bibelgläubige und Christus
liebende Volk Deutschlands“ mit Einzelheiten ihrer Verfolgung durch Justiz und Polizei
21.06. Berlin, Runderlaß der Geheimen