Chronik/Rückblick mit scheinbaren Analogien und ohne Anspruch auf Vollständigkeit
„Händchen falten, Köpfchen senken
und an Adolf Hitler denken. Er gibt uns täglich Brot, er hilft aus aller Not.
Amen.“ Deutsches Kindergartengebet
„Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“ Richard v. Weizsäcker
1933
das Deutsche Reich hat 66 Mio. Einwohner (63% ev., 32% kath. Christen, 0,9% Juden), eine Fläche
von 470 700 qkm (bei Reichsgründung 1871 waren es noch 550 500 qkm, Aktionen deutscher Eliten
von 1914-18 verursachten große Gebiets- und Menschenverluste u. hohe Reparationsleistungen), die
Staatsverschuldung beträgt ca. RM 11 400 000 000, der durchschnittl. Arbeitnehmerlohn ist RM 125
m Monat, ca. 5 800 000 Deutsche sind arbeitslos und 242 000 in der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
„freiwilliger Arbeitsdienst“, namhafte deutsche Industriellen des Keppler-Kreises wie Friedrich Flick (bis
1945 RM 7 650 000 an „Destinatäre“), Fritz Thyssen („I paid Hitler“), Bankiers Kurt v. Schröder, Prof.
Emil Meyer u.v.a. auch ausländ. Spendern wie Royal Dutch Shells Sir Henry Detering unterstützen die
NSDAP mit Spenden (Telford Taylor, US-Hauptankläger in Nürnberg wird am 27.8.1947 sagen: „Ohne
die Zusammenarbeit der deutschen Industrie und der NSDAP hätten Hitler und seine Parteigenossen
niemals die Macht in Deutschland ergreifen und festigen können...“) (>16.10.34/ 1935/ 10.6.49)
01.01. SPD-Neujahrsaufruf, Parteivorsitz. O. Wels bekundet SPD-Opposition zur Regierung v. Schleicher
04.01. Köln, K. v. Schröder-Villa, Hitler/Franz v. Papen-Geheimtreff zum Sturz der v. Schleicher-Regierung
15.01. Lippe-Detmold,
Landtagswahl, die NSDAP erhält 39,5% der Stimmen und ist Wahlsieger
22.01. Berlin, Bülowplatz,
Aufmarsch tausender SA-Männer vor dem KPD-Karl-Liebknecht-Haus, die unter
starkem Polizeischutz einen
Horst-Wessel-Stein errichten. Die Spuchbänder am KP-Gebäude sind: „In
ihrem Geist vorwärts im Kampf gegen
Kriegsgefahr, Faschismus, Hunger und Frost, für Arbeit, Brot u.
Freiheit“ „Im Zeichen des Leninismus
wählt rote Betriebsräte, stärkt die revolutionäre Gewerkschafts-
Opposition“. 108 KPD-Mitgl., die sich
der SA entgegenstellen werden verhaftet, andere mit Gummi-
knüppeln verjagt (am 25.1.
protestieren ca. 130 000 KPD-Anhänger die Errichtung eines Mahnmals für
SA-Führer Horst Wessel gegenüber dem
Karl-Liebknecht-Haus)
23.01. „Der Angriff“ „Der gestrige
Tag hat es bewiesen: Berlin gehört uns!“
28.01. Rücktritt von Reichskanzler
General Kurt v. Schleichers „Kabinett der Barone“ (>30.6.1934)
30.01. Hitler’s Ernennung (nicht Machtergreifung) zum Reichskanzler durch Reichspräs. Paul v. Hindenburg,
Amtsmeineide der neuen Regierung ihre Kraft für das Wohl des Volkes einzusetzen, Verfassung und
Gesetze zu wahren, Geschäfte unparteiisch u. gerecht zu führen (Jochen Klepper: „Bündnis von Adel
und Pöbel“ - von 11 Ministern sind 5 adelig: Vizekanzler Franz v. Papen, Reichswehr- / Reichskriegs-
min. Werner v. Blomberg, Reichsfinanzmin.Graf Schwerin v. Krosigk, Reichsverkehrsmin. Freiherr
v. Eltz-Rübenach u. Reichsaußenmin. Konstantin Freiherr v. Neurath, Aufmarsch/ Fackelzug von SA,
SS, HJ und 100 000er jubelnder Deutscher u.a. Claus Schenk Graf v. Stauffenberg von 19 Uhr-1 Uhr
nachts zur Reichskanzlei. Preußens Akademie der Künste-Ehrenpräsident Max Liebermann sagt über
das nächtliche Spektakel: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen.möchte.“ (>28.2.33/
23.3.33/ 1.7.34/ 16.10.34/ 30.1.37/ 13.9.39/ 20.7.44/ 30.1.45/ 12.10.49/ 10.4.2000),
KPD-Aufruf zum Generalstreik: „Hitler, Papen, Hugenberg, Frick, Göring, Seldte! Dies neue Kabinett
der offenen, faschistischen Diktatur ist die…unverhüllteste Kriegserklärung an die Werktätigen…“,
die NSDAP hat 849 009 Genossen, die Hitler-Jugend hat ca. 1 000 000 Mitglieder (>11.10.49),
„Der Angriff“ „Deutsches Berlin: Fahnen heraus!“ „So verbauen Bonzen Arbeitergroschen“ (>21.1.34),
„Vossische Zeitung“ „Kabinett Hitler=Papen=Hugenberg – Regierung der Harzburger Front ohne
Verständigung mit dem Zentrum ernannt“
01.02. Reichspräs. Paul v. Beneckendorff und v. Hindenburg löst Reichstag auf (Wahlgesetznovelle 2.2.33),
Reichskanzler Hitlers „Aufruf der Reichsregierung an das deutsche Volk“: „Bolschewismus vernichtet
Deutschland…Christentum Basis unserer Moral…kein Kommunismus…Vierjahresplan…Rettung des
Bauern…des Arbeiters…gegen Arbeitslosigkeit…Wahrung der Lebensrechte…Wiedererringung der
Freiheit…Möge der allmächtige Gott unsere Arbeit in seine Gnade nehmen…“ (>8.2.33/ 4.3.33),
Lübeck, Verhaftung von SPD-MdR u. „Lübecker Volksbote“-Redakteur Dr. Julius Leber nachdem sein
Reichsbanner-Leibwächter Willi Rath am 31.1. einen Mann erstach (Dr. L. u. W. R. werden im Namen
des Volkes zu 20 bzw. 12 Mon. Haft verurteilt, Dr. L. ist bis 1937 in KZ-Haft) (>11.1933/ 20.10.44)
02.02. Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, polizeil. Durchsuchung d. KPD-Parteizentrale (Schließung am 23.2.33),
SPD-Wahlaufruf u.a. für Enteignung von Großbauern, Schwerindustrie u. für sozialist. Planwirtschaft
03.02. Berlin, Reichskanzler
Hitler informiert Reichsheer- u. Reichsmarine-Befehlshaber (u.a. Reichswehr-
minister Werner v. Blomberg, Generale
Kurt v. Hammerstein-Equord, Wilhelm Adam, Ludwig Beck,
Fedor v. Bock, Walther v.
Brauchitsch, Erich von dem Bussche-Ippenburg, Wolfgang Fleck, Werner
v. Fritsch, Curt v. Gienanth, Wilhelm
Ritter v. Leeb, Gerd v. Rundstedt, Admirale Dr. Erich Raeder, Dr.
Otto Groos u. Vize-Admiral Conrad
Albrecht über seine Pläne zu „völliger Umkehrung gegenwärtiger
innenpolitischer Zustände“, gegen
„Versailles“, Pazifismus, Demokratie, zu Jugenderziehung, Todes-
strafe, Wehrpflicht und
Wehrmacht-Aufbau (Generalleutn. „v. Liebmann-Protokoll“) (>31.1.34/ 2.8.34)
04.02. „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des deutschen Volkes“ (schränkt Pressefreiheit ein
u. ermöglicht 3 Monate „Schutzhaft“/Unterbindungsgewahrsam - aus der Schutzhaft Entlassene unter-
schreiben oft unter Zwang eine (Gestapo-)“Verpflichtungserklärung.
Ich,……………….geb………….aus…………….(Bez…………..) verpflichte mich hierdurch, in Zukunft
jeden Verkehr mit Angehörigen oder
Anhängern der Kommunistischen o. Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands aufzugeben und mich
jeder staatsfeindlichen politischen Betätigung oder Propaganda,
insbesondere jeder Teilnahme an hoch-
oder landesverräterischen Umtrieben, zu enthalten. Mir ist
bekannt, daß meine Freilassung aus
der Haft nur unter diesen Voraussetzungen erfolgt, und daß ich
eine erneute Freiheitsbeschränkung zu
gewärtigen habe, wenn ich dieser Verpflichtung nicht nach-
komme. Gleichzeitig erkläre ich
hiermit, daß von mir irgendwelche Ansprüche auf Grund der gegen
mich getroffenen polizeilichen
Maßnahmen nicht erhoben werden.
…………………………den…………..193………………………………………………(Vor- und Zuname)“
(>28.2.33/ 14.12.37/ 25.1.38/ 27./28.1.50/ 1.6.67),
Dr. phil. Bernhard Rust (1914/18 „unter dem Donner der Geschütze das Eiserne Kreuz erhalten. Dein
Heldenvater“, 1925 NSDAP-Gauleiter Hannover/Braunschweig) wird preuß. Kultusminister (Zitat Rust:
„Hauptaufgabe der Erziehung ist es, Nationalsozialisten zu bilden.“) > verfolgte Schüler (>30.4.34/
10.1938/ 12.4.51/ 30.3./6.4.54/ 15.6.54/ 8.10.57/ 28.2.58/ 18.3.63)
05.02. „Evangelium im Dritten
Reich“ „Die Glaubensbewegung ,Deutsche Christen’ veranstaltet am 3.2.1933
in der St.Marienkirche…einen Dankgottesdienst…Predigt
hält Reichsltr. Pfarrer Joachim Hossenfelder
06.02. „Verordnung des
Reichspräsidenten zur Herstellung geordneter Regierungsverhältnisse in Preußen“
überträgt SPD-Min.-Präs. Otto Braun’s
Regierungsbefugnisse an kath. Vizekanzler Franz v. Papen
07.02. „Völkischer Beobachter“
meldet Reichskanzler Hitler verzichte auf sein Jahresgehalt von RM 29 200
und seine Aufwandsentschädigung von
RM 18 000, das Geld soll den Angehörigen von im Kampf
getöteten SA- u. SS-Männern zugute
kommen (>12.3.35),
Berlin, Lustgarten, Großdemonstration
von ca. 200 000 SPD-Anhängern
08.02. Vatikan; Botschafter D. v. Bergen informiert Berlin man begrüße hier Hitlers „Kampfansage an den
Bolschewismus, dessen Überwindung eine der größten Sorgen des Hl. Stuhls
ist.“ (>20.7.33/ 1.7.49)
10.02. Berlin, Reichskanzler Hitlers 1.Sportpalastrede vor jubelnden Pg’s wie dem konservativen Wahlhelfer
Prinz August
Wilhelm v. Preußen, Kaiser-Sohn u. NSDAP-Ehrenmitglied Nr. 24 u.a. „Deutsches Volk,
gib uns vier Jahre Zeit…Ich hege felsenfest die Überzeugung, daß eben doch dann einmal die Stunde
kommt, in der die Millionen, die uns heute verfluchen, hinter uns stehen und mit uns begrüßen werden
dann das gemeinsam geschaffene, wieder erkämpfte, bitter erworbene deutsche Reich der Größe und
der Ehre und der Kraft und der Herrlichkeit und der Gerechtigkeit. Amen!“ (>30.4./20.6.37/ 31.6.39),
Friedhof Berlin-Friedrichsfelde, KPD-Führer Wilhelm Pieck hält Trauerrede bei der Beerdigung dreier
von Nationalsozialisten erschlagener junger Arbeiter
11.02. Berlin, Reichskanzler
Hitler eröffnet 23.Internationale Automobil- und Motorradausstellung mit
„Sieben
Punkten zur Volksmotorisierung“ (der
Reichsverband der Automobilindustrie RDA beklagte im Vorfeld
hohe KfZ-Steuern und fehlenden
Strassenbau) (>1.3.33/ 31.5.33/ 17.1.34/ 7.3.34/ 22.6.34/ 15.11.38)
12.02. Eisleben,
Friedrich-Jahn-Turnhalle, NSDAP-Kreisleiter „Bubi“ Ludolf v. Alvensleben’s SA-Standarte
ermordet bei
„Rote-Hilfe“-Veranstaltung drei Menschen und verletzt viele andere schwer
(>8.10.39)
13.02. „Frankfurter Zeitung“
berichtet über Wahlversprechen des kommissarischen preuß. Kultusministers u.
Gauleiters Dr. B. Rust, deutsche
Schulen „von allem Nichtdeutschen“ und er „was dort nicht hingehöre
und undeutsch sei, abschneiden werde,
mit aller Brutalität der Pflicht. Schon in den nächsten Wochen
seien Verfügungen zu erwarten, die
über den neuen Willen keinen Zweifel mehr lassen würden.“
(Nationalsozialist Dr. B. Rust
gründet die Tradition deutscher Bildungsdiskriminierung mit rassistisch-
religiösen Schwerpunkt, die Sozialisten
Paul Wandel, Else Zaisser, Hans-Joachim Laabs, Fritz Lange,
Alfred Lemnitz, Margot Honecker -
später alle hoch pensioniert - setzen 1949 Bildungsdiskriminierung
mit religiös-ideologischem
Schwerpunkt fort um wieder tausende Menschen lebenslang zu schädigen.
Es ist deutsche Gerechtigkeit einen
Polen wg. Schlachtung eigener Tiere im Namen des Deutschen
Volkes zum Tode zu verurteilen aber
Staatsanwälte und Richter nicht zu verpflichten deutsche Kinder-
u. Menschenrechte verletzende
Bildungsdiskriminierung - oft mit dem Leben nahe am soziokulturellen
Existenzminimum - einem
internationalen, den Menschenrechten verpflichteten
Gremium vorzulegen)
>verfolgte Schüler (1.4.33/ 25.4.33/ 04.1933/ 1.5.33/ 8.5.33/
15.7.33/ 14.11.38/ 16.7.42/ 23.4.50/
8.2.51/ 15.2.51/ 18.8.76/ 17.8.90/
6.9.90/ 21.1.99/ 1.1.2001/ 3.4.2001/ 27.8.2001/ 11.11.2001)
15.02. Freie Stadt Danzig, der deutsche Senat kündigt Danzig-poln. Hafenpolizeiabkommen (>28.5.33),
Preußische Akademie der Künste schliesst eigenen Sektion Dichtkunst-Präs. Heinrich Mann und die
Künstlerin
Käthe Kollwitz wg. ihrer „Dringender
Appell“ für
KPD-/SPD-Einheitsfront-Unterschriften zur
Reichstagswahl aus (er emigriert 1933 nach Frankreich u. 1940 in die USA, Bruder Thomas M. kehrte
nach deutscher Medienhetzkampagne nicht heim ins Reich, auch die Neffen Golo u. Klaus emigrieren
1933; sie bleibt trotz Ausstellungsverbot im Dt. Reich und stirbt am 22.4.45) (>13.9.40/ 21./22.4.46),
Stuttgart, „Kabelattentat“, KPD-Mitgl. u.a. Kurt Hager stören Rundfunkübertragung der Rede A. Hitlers
(H. wird im KZ Heuberg inhaftiert, emigriert, Internierung, 1946 SED, 1952 Ltr. der Abt. Wissenschaft,
Volksbildung, Kultur, 1958 Ltr. SED-Politbüro Schulkommission, 1967 Vors. Volkskammer-Ausschuß
für Volksbildung, 1976 Staatsrats-Mitgl.) (>12.10.49/ 25.3.50/ 15./17.1.59) > verfolgte Schüler
17.02. Preuß. Innenminister H.
Göring’s „Schießerlaß“ macht es der Polizei zur Pflicht „Stahlhelm“ u. SA bei
Wahleinsätzen mit der Waffe zu
unterstützen „Polizeibeamte, die in Ausübung dieser Pflichten von der
Schusswaffe Gebrauch machen, werden
ohne Rücksicht auf die Folgen des Schusswaffengebrauchs
von mir gedeckt…“ (>22.2.33)
19.02. Dresden, Reichsinnenmin.
Dr. Wilhelm Frick (NSDAP) u.a. „Wenn man sagt, wir hätten kein
Programm, so ist doch der Name Hitler
Programm genug.“
20.02. Berlin, Reichstagspräsidentenpalais, NSDAP-Parteispendentreffen 25 führender Unternehmer (u.a.
Dr. Carl Bosch, August v. Finck - Bankhaus Merck, Finck&Co., Friedrich Flick, Gustav Krupp v. Bohlen
u. Halbach, Dr. Hjalmar Schacht, Kurt v. Schröder, Georg v. Schnitzler, Fritz Springorum -Hoesch AG,
Ernst Tengelmann - Gelsenkirchener Bergwerks AG, Fritz Thyssen u. Dr. Albert Vögler - Vereinigte
Stahlwerke); Reichskanzler Hitler u.a. „Wir stehen heute vor folgender Situation: Weimar hat uns eine
bestimmte Verfassungsform aufoktroyiert, mit der man uns auf eine demokratische Basis gestellt hat.
Damit ist uns aber keine leistungsfähige Regierungsgewalt beschert…Wir müssen erst die ganzen
Machtmittel in die Hand bekommen...“, Dr. Schacht: „Und nun meine Herren, an die Kasse!“, Reichs-
tagspräs. Göring „Das erbetene Opfer (3 Mio. RM) wird der Industrie…umso leichter fallen, wenn sie
weiß, daß die Wahlen am 5.März die letzten innerhalb von 10 Jahren voraussichtlich aber von
100 Jahren sein werden“ (3 Scheinwahlen folgen bis 45) (>1.6.33/ 1.9.33/ 12.11.43/ 14.4.45/ 4.10.45)
22.02. Preuß. Innenminister H.
Göring’s Erlaß zur Bildung einer Hilfspolizei aus ca. 40 000 SA- und SS- und
ca. 10 000 Stahlhelm-Mitgliedern
(>26.4.33)
23.02. Berlin, Sportpalast, MdR Wilhelm Pieck spricht bei letzter legaler KPD-Wahlkundgebung (>25.5.33)
24.02. Breslau, Tagebucheintrag des
jüd.-deutschen Pädagogen Dr. Willy Cohn „Nirgends ist mehr Recht in
Deutschland! Nirgends.“ > verfolgte
Schüler (>10.11.38/ 8.12.45/ 21.1.99/ 11.11.2001)
27.02. Reichstagsbrand (Marinus
van der Lubbe wird am Brandort verhaftet, dort fordern NSDAP-Eliten:
„alles ist festzusetzen, was mit den
Kommunisten im Bunde steht“. Kripokommissar Dr. jur. W. Zirpins
beginnt Verhöre von M. van der Lubbe)
(>28.2.33/ 29.3.33/ 21.9.33/ 12.6.40),
„Frankfurter Zeitung“ „Die Nation ist
obdachlos geworden“
28.02. rückwirkende „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ und „Verordnung
des Reichspräsidenten gegen den Verrat am Deutschen Volk und hochverräterische Umtriebe“ „§1
Art. 114, 115, 117, 118, 123, 124 u. 153 der Verfassung werden...außer Kraft gesetzt“; Verhaftung v.
ca. 11 000 KPD-Funktionären/ -Abgeordneten wie Ernst Busse, Todesurteile für KPD-Mitgl. (>29.3.33/
21.9.33), unbegrenzte Schutzhaft/Unterbindungsgewahrsam/ Sicherungsverwahrung, KPD-Verbot u. -
Vermögenseinzug, Jugendweiheverbot (>5.3.33/ 24.11.33), Konzentrationslagerbau (SS-Sturmführer
August Harbaum vom SS-Hauptamt sagt später aus, daß von 3.1942-4.1945 ca. 45 000 SS-Mitgl. in
KZ’s eingesetzt waren), Grundrechteaufhebung, Telefonüberwachung, Zensur/Postzensur (in der BRD
die „IZÜVO“, in der DDR „Auffangstellen für anti-demokratischen Schriftverkehr“ bzw. „Stelle 12“)
(>25.4.35/ 16.7.45/ 9.7.51),
Verordnung über den Reichskommissar für die
Luftfahrt -wird H. Göring: „Wer Jude ist, bestimme ich“,
Staatssekr. wird Lufthansa-Chef u.
NSDAP-Mitgl. Nr. 123 885 Erhard Milch und inoffizieller Stabschef
der seit 1919 „aufzulösenden“ Luftwaffe wird „Luftkommandoamtsleiter“ Walther Wever) (>05.1934),
Pazifist Carl v. Ossietzky wird verhaftet (1931 publizierte er die den Vertrag von Versailles verletzende
geheime dt. Wiederaufrüstung durch
eine strategische Partnerschaft mit der UdSSR mittels der 1926
gegründeten, vom geschäftsführenden
Direktor Major Fritz Tschunke geleiteten Gesellschaft
zur
Förderung
gewerblicher Unternehmungen und
wurde dafür vom Reichsgericht im Namen des Volkes
zu 1½ Jahren Haft verurteilt. Bereits
1917 trugen Regierung und Generalstab von Kaiser Wilhelm II.
(Zitat „Am deutschen Wesen soll die
Welt genesen.“) zur Destabilisierung Rußlands im Krieg u. zum
Erfolg der
Oktoberrevolution bei, indem sie Wladimir Iljitsch Lenin mit 32 russ.
Revolutionären die
Reise aus dem Schweizer Exil über
Rügen nach Rußland und die kommunistische Revolution mit
RM 10 000 000 finanzierten. Den Preis
der deutschen Hilfe zahlten später alle Kommunismus-Opfer!
Die GEFU hatte in der UdSSR Produktionsgemeinschaften für Bau, Erprobung, Ausbildung von/an
Flugzeugen, Panzern, Bomben, Giftgas, Granaten in Lipezk, Kasan u. Saratow. Eingeweiht waren u.a.
Major Oskar Ritter v. Niedermayer (Weltkrieg-Afghanistanveteran, Reichswehrliasonoffizier Moskau,
1933 NSDAP, 1942 bekämpft Ordinarius Generalmaj. die UdSSR im Kaukasus), General Wilhelm
Speidel (1948 wg. Geiselmorden in Griechenland zu 20 Jahren Haft verurteilt, 1951 amnestiert, Bruder
vom NATO-Landstreitkräftebefehlshaber Mitteleuropa Dr. Hans Speidel), Leutnant Hans Seidemann
(1937 Legion Condor-Stabschef, 1942 „Fliegerführer Afrika“, 1967 mit militär. Ehren als General a.D.
beigesetzt) (>15.9.33/ 29.1.34/ 23.11.36/ 12.6.37/ 31.8.50/ 19.4.70/ 9.10.90/ 3.12.92/ 13.5.2000),
KPD-Reichstagsfraktionsvorsitz. Ernst
Torgler meldet sich freiwillig bei der Polizei und wird verhaftet,
Publizist Erich Mühsam wird verhaftet (er wird nach wiederholten sadistischen Folterungen am 9.7.34
im KZ Oranienburg ermordet, seine Frau Kreszentia Zensl Mühsam flieht 1934 nach Prag, wird in die
UdSSR „eingeladen“, am 11.9.39 in Verbindung mit Herbert Wehners Moskau-Aktivitäten (>14.12.37)
zu 8 Jahren Haft verurteilt, 1947 wird ihre Heimkehr in die SBZ von der SED verhindert, am 8.10.49 zu
ewiger Verbannung in Sibirien verurteilt kommt sie 1955 in die DDR, wird „Verfolgte des NS-Regimes“
und erhält eine „Ehrenpension“) (>21.3.33/ 7.4.33),
Breslau, SAP-Gründungsmitgl. Dr.
Ernst Eckstein wird verhaftet (der Patient von Dr. Rudolf Stern wird
im KZ Breslau-Dürrgoy von der SA
gefoltert und stirbt am 8.5. an den Folgen) (>24.9.38),
Kiel, Akademiker- u. Pfarrerssohn, KPD-Mitgl.u. Student Klaus Fuchs geht in die Illegalität (06.1933
Flucht nach Paris u. Großbritannien, Bristol University Studium bei Prof. Nevill Mott, 1937 Promotion,
Edinburgh University Studium bei Prof. Max Born, 1939 2.Promotion, 1940-41 Internierung, 1942 brit.
Staatsbürger, mit Prof. Rudolf Ernst Peierls an brit. „alloy tube“ und amerik. „Manhattan“ Atombomben-
Projekten beteiligt, Spion für UdSSR, am 2.3.50 in London zu 14 Jahren Haft verurteilt, Entzug brit.
Staatsbürgerschaft, 23.6.59 Begnadigung, geht in die DDR, SED, Zentralinstitut für Kernforschung
Bereichsleiter, 1961 Prof. TU Dresden, 1962 VVO, 1967 SED-ZK, 1972 Akademie d. Wissenschaften,
1975
Nationalpreis) (>04.1933/ 28.8.38/ 16.7.45/ 29.8.49/ 27.6.59/ 15.1.62),
Schriftsteller Bertolt Brecht u. Frau Helene Weigel fliehen in die Tschechoslowakei (>17.6.53/ 5.5.90),
Dr. Ernst Karl Melsheimer, preuß.
Oberjustizrat, kündigt seine 5jährige SPD-Mitgliedschaft (er wird
noch 1933 Landgerichtsdirektor und in
der DDR Generalstaatsanwalt) (>3.1.48)
02. Walter Ulbricht (KPD) wird mit Haftbefehl gesucht, Max Fechner (SPD) wird ins KZ Oranienburg einge-
liefert, ex-SPD-Reichskanzler Philipp Scheidemann flieht, Medizinstudent Albert Wollenberger (KPD)
flieht in die Schweiz (>10.7.51/ 13.3.91) >verfolgte Schüler, auch Dr. Friedrich Wolf (KPD) u. Familie
fliehen in die Schweiz, Vermögenseinzug/Ausbürgerungsliste, 1934 UdSSR, 1936 Sowjetbürger, 1943
NKFD, 1945 KPD/SED, 1945 DEFA-Mitgr., 1949-51 Botschafter (Sohn Markus: Studium Moskau,
27.5.45
Ankunft SBZ, 1945 KPD/SED, 1946-49 Berliner Rundfunk mit Ps.
Botschaftsrat, 1951 APN/MfS Institut für Wirtschaftswissenschaftliche Forschung >16.8.51, 1952 Ltr.
HV XV/HV A, 1953 stellv. Staatssekr., 1955-86 stellv. Stasi-Min., 1980 Generaloberst, 1986 Dienst-
ende, 1990 Flucht in UdSSR; 24.9.1991 Verhaftung an dt.-österreichisch. Grenze (>6.12.93/ 27.5.97),
Dr. Netty Radvanyi geb. Reiling alias Dr. Anna Seghers (KPD) wird verhaftet aber wg. ihrer ungar.
Staatsbürgerschaft nach kurzer Zeit entlassen (und flieht danach über die Schweiz nach Frankreich
und später nach Mexiko, bis 1950 mexik. Staatsbürgerschaft, 1947 SBZ, SED, Kulturbund- und Dt.-
Sowjet. Freundschaft-Vizepräs., 1952-78 Präsidentin DDR-Schriftstellerverband) (>22./25.5.1952)
01.03. Berlin; Reichskanzlei, A. Hitler empfängt Auto-Union-Direktor Klaus v. Oertzen, Porsche GmbH-
Geschäftsführer Dr.-Ing. h.c. Ferdinand Porsche und den Rennfahrer Hans Struck (>22.6.34),
Berlin, 8stündige Razzia in jüd. Centralverein-Büros mit Verhaftungen und Beschlagnahmungen,
„Völkischer Beobachter“ „Jetzt wird rücksichtslos durchgegriffen“,
„Neue Züricher Zeitung“ „Einbruch der Barbarei in die deutsche Kultur“,
Hannover, der christlich konvertierte jüd. Prof. Dr. Theodor Lessing emigriert in die CSR (seine Frau
die Volkshochschulleiterin Ada Lessing verliert im März ihre Stellung und folgt ihm ins Exil) (>30.8.33),
Kurt Georg Kiesinger wird NSDAP-Mitgl. Nr. 2 633 930 (1966 Bundeskanzler d. CDU/CSU/SPD-Reg.)
03.03. Berlin, KPD-MdR Ernst Thälmann wird mittels von Dr. Hans Mittelbach unterzeichneten Haftbefehl
verhaftet (>27./29.9.39/ 8.11.39/ 17.8.44/ 11.4.62),
„Vorwärts - Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ wird verboten,
Frankfurt/M., Reichstagspräs. H. Göring u.a. „Volksgenossen, meine Maßnahmen werden nicht ange-
kränkelt sein durch irgendwelche juristische Bedenken. Meine Maßnahmen werden nicht angekränkelt
sein durch irgendeine Bürokratie. Hier habe ich keine Gerechtigkeit zu üben, hier habe ich nur zu ver-
nichten und auszurotten, weiter nichts.“
04.03. „Völkischer Beobachter“ veröffentlicht Aufruf „Die Berliner Hochschullehrer für Adolf Hitler“ (Mitunter-
zeichner ist der Rassehygieniker Prof. Dr. Eugen Fischer, 1898 Promotion, 1900 Habilitation für Fach
Anthropologie, 1906 Rasse-Studien u.a. in deutschen Konzentrationslagern für Herero- und Nama in
Deutsch-Südwestafrika, von hier werden u.a. hunderte abgetrennte Herero-Schädel für „wissenschaft-
liche Messungen“ nach Berlin gesandt, 1913 Autor „Die Rehobother Bastards u. das Bastardierungs-
problem beim Menschen“, 1921 Co-Autor des Standardwerkes für dt. Rassekunde: „Menschliche
Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“ - Prof. F. behauptet hier afrikanische Herero seien Tiere, 1925
Mitherausgeber von „Volk und Rasse“, 1926 Co-Juror für den „besten nordischen Kopf“- Wettbewerb,
1927-42 Direktor Kaiser-Wilhelm-Institut, 1933-35 Rektor Friedrich-Wilhelm-Uni. Berlin, spricht am
>11.11.1933 auf der Festveranstaltung Leipzig, 1936 dankt Hitler für Nürnberger Rassegestze, >1937
Mitgl. Anthropologen-Gutachter-Kommissionen für sog. „Rheinlandbastarde“, Preuß. Akademie der
Wissenschaften, Author f. Zentralorgan der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene, Richter
Erbgesundheitsgericht, 1940 Ausbilder sog. Eignungsprüfer zur Eindeutschung poln. Kinder, 1943
Berichterstatter von Eva Justin’s Dissertation „Lebensschicksale artfremd erzogener Zigeunerkinder u.
ihrer Nachkommen“ >10.7.1941, 1941 Beirat „Forschungsabt. Judenfrage“, 1942 Emeritierung, 1944
Dt. Adlerschildorden, Kaiser-Wilhelm-Inst. wird Eugen-Fischer-Institut, 1945 IMT-Ankläger R.Jackson
„Dschingis Khans und Eugen Fischers haften im Gedächtnis der Menscheit, niemals früher jedoch,
hätten ein Dschingis Khan und ein Eugen Fischer sich die Hand gereicht“, als „Mitläufer“ entnazifiziert,
1951 Mitgl. Gesellschaft f. Konstitutionswissen Tübingen, 1952 Ehrenmitgl. Deutsche Gesellschaft für
Anthropologie, 1959 Autor „Begegnungen mit Toten“(>15.3.33/ 11.11.33/ 31.5.40/ 18.6.53/ 18.9.2001),
Otto Braun (1932 durch Reichspräsident v. Hindenburgs u. Reichskanzler v. Papens „Preußenputsch“
amtsenthobener demokratisch gewählter preuß. SPD-Min.-Präs.) verlässt das Dt. Reich im Auto und
bezieht sein Haus in der Schweiz,
„Metallarbeiter-Zeitung“ „Das Erscheinen der Metallarbeiter-Zeitung ist bis zum 15.März verboten“
05.03. 8.(Mehrparteien-)Reichstagswahl (nach in Deutschland üblichen Straßenschlachten zwischen SPD-
Reichsbanner-, KPD-Rotfrontkämpferbund- , NSDAP-SA- und DNVP-Stahlhelm-Wahlhelfern um 647
Abgeordnetenmandate und Regierungsmacht, die zu Millionen Opfern deutscher Eliten bis über das
Ende dieses Dritten Reiches hinaus führen wird): NSDAP 43,9% („In großer Not wählte Hindenburg
Adolf Hitler zum Reichskanzler. Wählt auch Ihr Liste 1“ „Der Reichstag in Flammen! Von Kommunisten
in Brand gesteckt! So würde das ganze Land aussehen, wenn der Kommunismus und die mit ihm
verbündete Sozialdemokratie…an die Macht kämen!...Wählt Hitler“), SPD 18,3%, KPD 12,3%
(„Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, der wählt den Krieg.“ alle 81 Mandate werden
konfisziert >8.3.33), Zentrum 11,2%, DNVP („Sozial ist, wer Arbeit schafft“) 8%, Bayerische Volkspartei
2,7%, ex-DDP/ Deutsche Staatspartei 0,9% (>23.3.33/ 12.11.33/ 18.3.90);
Regierungserklärung Hitlers u.a. „unser Rechtswesen muß in erster Linie der
Erhaltung der Volksge-
meinschaft dienen...Nicht das Individuum
kann der Mittelpunkt der gesetzlichen Sorge sein, sondern
das Volk"
(Gleichschaltung/Beseitigung nicht NSDAP-regierter Landesregierungen, nach Verfassungs-
bruch beginnt Zeit des Unrechts,
angekündigter NSDAP-Aufnahmestop führt u.a. bei Richtern, Staats-
anwälten, Professoren und Beamten zu
„Märzgefallenen“-Massenbeitritten aus denen sich z.T. das
nationalsozialistischen Führerkorps
als auch dt. Nachkriegseliten rekrutieren - 1935 sind 62% der Mit-
glieder jünger als 41 Jahre
und die NSDAP hat einen zur Gesamtbevölkerung überproportionalen An-
teil Angestellter, Beamter,
Selbstständiger und einen unterproportionalen Anteil von Arbeitern, Bauern)
bereits 2,5 Mio. deutsche NSDAP-Mitgl.
befolgen die 12 Gebote vom NSDAP-Organisationshandbuch:
1. Der Führer hat immer Recht!
2. Verletze nie die Disziplin!
3. Vergeude nie deine Zeit in
Schwätzereien, in selbstgefälliger Kritik, sondern fasse an und schaffe!
4. Sei stolz, aber nicht
dünkelhaft!
5. Das Programm sei dir Dogma; es
fordert von dir äußerste Hingebung an die Bewegung!
6. Du bist Repräsentant der Partei,
danach richte dein Betragen und Auftreten!
7. Treue und Selbstlosigkeit sei
dir höchstes Gebot!
8. Übe treue Kameradschaft, dann
bist du ein wahrer Sozialist!
9. Behandle deine Volksgenossen so,
wie du behandelt zu werden wünschest!
10. Im Kampfe sei zäh und
verschwiegen!
11. Mut ist nicht Rüpelhaftigkeit!
12. Recht ist, was der Bewegung und
damit Deutschland, d.h. deinem Volke nützt!
(>20./24.7.1950 /10./16.7.1958),
Verein Deutscher Zeitungs-Verleger:
„Das neugebildete Präsidium des Vereins gelobt Ihnen, Herr
Reichskanzler, daß die im Verein
Deutscher Zeitungs-Verleger zusammengeschlossenen Verleger
ihre Kraft freudigst in den Dienst
Ihrer Führerschaft…für die geistige und seelische Erneuerung der
deutschen Nation stellen.“,
Sachsen, NSDAP-Reichskommissar
Manfred Freiherr v. Killinger verbietet „die Vorbereitung und
Veranstaltung kommunistischer und
sozialdemokratischer Jugendweihen“ (bereits 1889 hielt der SPD-
Reichstagsabgeordnete u. spätere
Braunschweiger SPD-Justizmin. Ewald Vogtherr in Berlin die Fest-
rede für eine proletarische
Jugendweihe, 1903 fand in Bremen die erste eigenständige SPD-Jugend-
weihe statt, 1907 nahm der spätere
SED-Generalsekretär Walter Ulbricht in Leipzig an einer SPD-
Jugendweihe teil, noch vor dem
1.Weltkrieg formuliert die SPD „Der Zweck der Feier ist die Aufnahme
der jungen Genossen in den Kreis der
Volks- und Kampfgemeinschaft…“, ein beliebter Weihespruch
in der Weimarer Republik: „Seid
geweiht dem Arbeitsvolke und der Arbeit Sturmgebet. Seid geweiht
der Feuerwolke, die vor euren Vätern
geht. Seid geweiht der Mutter Erde, daß sie ganz euch eigen
werde.“ stammte vom SPD-Genossen
Bruno Schönlank, 1923 wurde SPD-Genosse Otto Grotewohl
Amtsnachfolger Ewald Vogtherrs in
Braunschweig, am 1.4.1928 nahm in Lübeck Herbert Frahm -
bekannt als SPD-Bundeskanzler Willy
Brandt - an einer sozialistischen Jugendweihe teil und 1954 zu
Zeiten der Vorbereitung und
Veranstaltung sozialistischer DDR-Jugendweihen - als die Verweigerung
der Teilnahme durch andersdenkende
religiös gebundene Kinder mit Verfassungs- u. Menschenrechte
verletzender Bildungsdiskriminierung
und lebenslangem Unterschichtendasein bestraft wird - ist aus
SPD-Genosse Grotewohl ein
SED-(„Unsere-Regierung-gehört-zur-Jugend-und-unsere-Jugend-gehört-
zur-Regierung“)-Ministerpräsident geworden)
(> 30.3.41/ 6.7.54/ 2.10.90) >verfolgte Schüler,
Sachsen, Jugendherberge Burg
Hohnstein wird Schutzhaftlager unter SA-Führer Heinicker (>21.4.50)
06.03. Berlin, ex-Polizeivizepräs. Dr. Bernhard Weiß flieht in die
Tschechoslowakei; der dt.-jüd. Philosoph u.
KPD-Mitgl. Dr. Ernst Bloch flieht in
die Schweiz (kehrt 1948 aus den USA in die SBZ zurück)(>13.8.61)
6./12.3.
mehrtägige, reichsweite antisemitische Straßenkrawalle, Geschäftsschliessungen,
Plünderungen,
körperliche Mißhandlungen u.
Verhaftungen jüd. Deutscher. In der Semperoper Dresden wird am 7.3.
Generalmusikdirektor Fritz Busch aus
dem Publikum beschimpft (>30.3.1933/ 1.4.1933/ 9.11.1938)
08.03. NSDAP-Reichsinnenminister
Dr. Wilhelm Frick über gewählte KPD-MdR bei
kommender Reichstags-
eröffnung: „Kommunisten (werden)
durch dringendere und nützlichere Arbeiten verhindert sein an der
Sitzung teilzunehmen. Dazu werden wir
ihnen in den Konzentrationslagern Gelegenheit geben.“,
Berlin, Regisseur u. Deutsche
Theater-Leiter Max Reinhardt emigriert nach Österreich (ab 1937 USA),
Dortmund, dutzende
SA-uniformierte Deutsche stürmen und besetzen das Landgericht
09.03. Berlin, Verhaftung der illegalen Asylanten/Zuwanderer Georgi Dimitroff, Blagoi Popoff u. Wasili Taneff
wg. des Reichstagsbrandes (Reichsgerichtsrat und NSDAP-Mitgl. Paul Vogt führt die Ermittlungen
gegen sie,
M. van der Lubbe u. E. Torgler, er lässt
die Beschuldigten während der 6monatigen U-Haft
in Fesseln halten und dringt auch auf
eine „zuverlässige Besetzung“ für das den Prozeß verhandelnde
Gericht. Als Senatspräsident
verantwortet Vogt später auch schlimmste „Rasseschande“-Urteile und
wird 1950 bei den Waldheimer Prozessen in der DDR selbst verurteilt) (>21.9.33/ 21.4.50),
Chemnitz,
Verhaftung und Abtransport des SPD-MdR Bernhardt Kuhnt auf einem offenen Karren
10.03. Bonn, Kinderanstalt
für seelisch Abnorme wird v. Prof. Dr. Dr. Walther Poppenreuther (1931 NSDAP,
Leiter Institut f.
Arbeitspsychologie, Berater Deutsches Institut f. techn. Arbeitsschulung, 1934
Autor
„Hitler, der politische Psychologe“)
mit SA-Trupp besetzt, die Wohnung des jüd. Klinikchefs Prof. Dr.
Otto Löwenstein wird verwüstet u. er
vertrieben (Nachfolger wird Prof. Poppenreuter, erst 1990 wird in
der BRD die
Walter-Poppenreuter-Medaille vom Bund Deutscher Hirngeschädigter
zurückgezogen),
München, der jüdische Rechtsanwalt
barfuß durch die Innenstadt
getrieben, er muß am Hals ein Schild tragen „Ich bin ein Jude, aber ich
will mich nicht über die Nazis beschweren“,
das Foto geht durch die Weltpresse,
„Niedersächsische Tages-Anzeiger“
„Säubert die Rathäuser!“ (>13.3.1933),
Potsdam, Kreiswahlleiter informiert
den mit Haftbefehl gesuchten polit. KPD-Leiter Walter Ulbricht, daß
er zum MdR gewählt ist (>10.1933/
14.10.1937),
USA; Nobelpreisträger Prof.
Dr. Albert Einstein, Leiter d. Kaiser-Wilhelm-Instituts Berlin, sagt in den
USA u.a. „Solange mir eine
Möglichkeit offensteht, werde ich mich nur in einem Lande aufhalten, in
dem die politische Freiheit, Toleranz
und die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz herrschen…Diese
Bedingungen sind gegenwärtig in Deutschland nicht erfüllt.“ (>28.3.1933/ 11.11.1933/ 2.8.1939)
11.03. Reichspräs. v. Hindenburg’s
Erlaß zur Errichtung des Reichsministerium für Volksaufklärung und
Propaganda („Für Zwecke der
Aufklärung und Propaganda unter der Bevölkerung über die Politik der
Reichsregierung und den nationalen
Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes wird ein Reichsmin.
für Volksaufklärung und Propaganda
errichtet.“) (Minister wird Dr. Joseph Goebbels) (>12.10.50),
Berlin, der jüd.-dt. Publizist und
KPD-Mitgl. Dr. phil. Anton Kantorowicz flieht über die Schweiz nach
Frankreich (1934 Gen.-Sekr.
Schutzverband Dt. Schriftsteller im Exil, Gründer „Bibliothek verbrannter
Bücher“, 1936-38 span. Bürgerkrieg,
1939-41 französ. Internierungslager, 1941-46 USA, 1946 SBZ,
SED, Herausgeber „Ost und West“,
1950-57 Pprofessor Humboldt-Uni.) (>1.11.34/ 22.8.57),
Breslau, Amts- und Landgericht, dutzende SA-uniformierte Deutsche stürmen die Gebäude, brüllen
„Juden raus“ und treiben jüd. Anwälte, Staatsanwälte und Richter auf die Straßen,
Lübeck, der jüdische „Lübecker
Volksbote“-Redakteur Dr. Fritz Solmnitz wird verhaftet und durch die
Innenstadt getrieben, er muß am Hals
das Schild „Jude“ tragen (Dr. S. stirbt am 19.9.1933 an den in
der Strafanstalt Fuhlsbüttel
erlittenen Mißhandlungen, die Verantwortlichen werden nie bestraft)
03. Bayern und Preußen beurlauben jüdische Richter,
Thüringen, Verordnung zu öffentlichen Aufträgen bestimmt, daß nur „Unternehmungen des guten
alten Mittelstandes und christliche Geschäfte“ berücksichtigt werden,
Berlin, der jüd.-dt. KPD-„Rote Fahne“-Redakteur Albert Norden flieht in die CSR (1938 Ausbürgerung,
1939-40 franz. Internierung, 1941-46 USA, 1946 SBZ, SED, 1947-48 DWK-Pressechef, 1949-52 HA-
Leiter Amt f. Informationen bei MinPräs. Grotewohl im Staat verfolgter Schüler, 1952 Prof. Humboldt-
Uni., 1954 Staatssekr. ) (>8.7.38/ 15.7.42/ 12.10.49/ 7.1.54),
Berlin, der jüd.-dt. Student Helmut Flieg (bereits 1931 in Chemnitz ein verfolgter Schüler) flieht nach
CSR und wird Stefan Heym, 1935-36 US-Stipendium, Promotion, 1937-42 Redakteur/Autor in USA,
1943-45 US-Army Propagandaabt., 1953 DDR, der Staat verfolgter Schüler) (>22.5.79/ 10.11.94),
Bremen, Karl
Carstens legt das Abitur ab (er erfüllt
die politischen Kriterien nationalsozialistisch.
Begabtenförderung als SA-Mitgl., studiert Jura, promoviert 1938, 1940 NSDAP (>20.11.75/ 27.6.81)
12.03. Reichspräs. v. Hindenburgs Hakenkreuz-Flaggenerlaß („Feier des Sieges der nationalen Revolution“)
13.03. Köln, Oberbürgermeister Dr. Konrad Adenauer (Zentrum) u. 13 weitere Rhein-Provinz-Bürgermeister
werden amtsenthoben (die NSDAP forderte im März-Wahlkampf: „Fort mit Adenauer! Schluß mit der
schwarz-roten Korruptionsmehrheit! Herunter mit den Riesengehältern!“ Schon 1929 betrugen Dr.
Adenauer’s - des „teuersten OBB“ - Einkünfte ca. RM 120 000(!) und „mehr als der Reichspräsident“;
bereits ab 18.3.33 untersagt Kölns Stadtverwaltung Juden die Nutzung städt. Sportanlagen u. die Ver-
gabe öffentl. Aufträge an jüd. Firmen, ähnl. Maßnahmen trifft am 24.3. München,.am 28.3. Oldenburg,
am 29.3. Bremen, am 31.3. u.a. Dortmund, Essen, Karlsruhe - am 16.3.45 amtiert Dr. A. wieder als
Kölner Oberbürgermeister) (>13.4.33/ 6.10.45/ 23.3.49/ 7.9.49/ 19.4.67),
München, Klaus und Erika Mann emigrieren in die Schweiz (>11.6.35/ 10.1938)
14.03. Bund
Nationalsozialistischer Deutscher Juristen-Reichsführer Dr. Hans Frank fordert
Ausschluß jüd.-
dt. Juristen aus Gerichten u.
Anwaltskammern (am 30.3. fordern BNSDJ-Referendare den Ausschluß
jüd.-dt. Rechtsanwälte),
Deutscher Beamtenbund: „Wie das
Berufsbeamtentum in der Vergangenheit an Deutschlands Größe
uneigennützig mitgearbeitet hat, so
will es auch an dem Wiederaufstieg der Nation tätigen Anteil
haben. Es kann für den deutschen
Beamten nichts anderes geben, als daß er sich willig und mit voller
Hingabe zur Verfügung stellt und die
Regierung durch treue Pflichterfüllung unterstützt.“
Emden, Wilhelmsgymnasium,
Polizeibeamtensohn Henri Nannen erhält das Abitur (sein Vater wurde
am 8.3.34 auf grund des Gesetz zur
Wiederherstellung des Berufsbeamtentums amtsenthoben. Henri
wird Mitglied von NS-Studentenbund, KdF,
nationalsozialistischer Kulturgemeinde und Deutschen
Luftsportverband, erfüllt die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung und
studiert bis 1937 in München u.a.
Kunstgeschichte u. Journalistik (>1./16.8.36/ 18.7.37/ 04.1939)
15.03. Reichsinnenministerium gibt Weisungen zum Einreiseverbot von sog. Ostjuden,
Gründung Deutscher Luftsportverband e.V. (wird Basis für spätere Luftwaffe),
Berlin, Deutsche Akademie der Dichtung der Preußischen Akademie der Künste, Gerhart Hauptmann
(der Literaturnobelpreisträger hisst am „Tag d. nationalen Arbeit“ die Hakenkreuzfahne an seiner Villa,
erklärt sich 11.1933 öffentlich solidarisch mit Hitler’s Plan zum Völkerbund-Austritt, nimmt 1942 aus
der Hand von Reichsstatthalter Baldur v. Schirach den Ehrenring der Stadt Wien in Empfang, schreibt
03.1945 „Die Untat von Dresden“, akzeptiert 05.1945 das von KPD-Mitgl. Johannes R. Becher ange-
botene SBZ-Kulturbund-Ehrenpräsidentenamt an, begrüßt 10.1945 in der KB-Zeitschrift „Aufbau“ „das
Bestreben des Kulturbundes zur demokratisch. Erneuerung Deutschlands“, hofft „daß ihm seine hohe
Aufgabe gelingen wird, eine geistige Neugeburt des deutschen Volkes herbeizuführen“ und wird als
„großer Demokrat“ am 28.7.46 in Hiddensee/SBZ beigesetzt), Gottfried Benn, Rudolf Binding, Theodor
Däubler, Ludwig Fulda, Max Halbe, Bernhard Kellermann, Oskar Loerke, Max Mell, Alfred Mombert,
Walter v. Molo, Fritz v. Unruh, Josef Ponten, Wilhelm Scholz, Wilhelm Schmidt-Bonn, Hermann Stehr,
Eduard Stucken, Franz Werfel u. Alfred Döblin - der gleichzeitig den Austritt erklärt - unterzeichnen
Loyalitätserklärung für A. Hitler’s Reichsregierung (>26.10.33/ 13.9.40/ 29.3.45/ 18.6.53),
Juristensohn, Student, KPD-Mitgl. u. Rotfrontkämpfer Johannes R. Becher (Zitat: „Unter materieller
Not hatte ich während meiner Kindheit nicht zu leiden.“) flüchtet in die CSR und UdSSR (1943 NKFD-
Gründungsmitgl.) (>24.3.34/ 12./13.7.43/ 10.6.45),
Ingenieurssohn, Lyriker u. KPD-Mitgl. Ernst Weinert flieht in die Schweiz, später UdSSR (1943 NKFD-
Gründungsmitgl.) (>1.11.34/ 12./13.7.43/ 03.1946)
16.03. „Der Führer - Monatsschrift für Führer u. Helfer der Arbeiterjugendbewegung“, Erich Ollenhauer (Vors.
d. Sozialistischen Arbeiterjugend) schreibt: „Wir haben niemals aus unserer sozialistischen Gesinnung
einen Hehl gemacht…jedermann, der die Geschichte…der dt. Jugendverbände in den letzten zwanzig
Jahren kennt, der weiß, daß…die Leistung der sozialistischen Jugendbewegung einfach nicht wegzu-
denken ist…Die Wahl des 5.März entbindet uns nicht von der Verpflichtung zur sozialistischen
Jugendarbeit…Jeder bleibt auf seinem Posten! Jeder erfüllt an seinem Platz seine Pflicht! Wir rechnen
auf euch, wie ihr auf uns zählen könnt! Treue um Treue! Es lebe der Sozialismus!“ (Ollenhauer u. die
SPD-Führer Rudolf Breitscheid, Siegmund Crummenerl - dessen Adlatus Alfred Nau wird nach 1945
als „Altgenosse, der die Kriegskasse der SPD“ vor dem Reichsfiskus „rettete“ SPD-Schatzmeister - , .
Curt Geyer, Rudolf Hilferding, Erich Rinner, Friedrich Stampfer, Hans Vogel, Herbert Weichmann u.
Otto Wels flüchten 05.1933 nach Prag, deklarieren sich am 2.6.33 zum Parteivorstand, 1938 fliehen
sie mit Familien vor dem Einmarsch dt. Truppen nach Paris, einige sterben im Exil, werden verhaftet u.
ermordet,
andere fliehen ab 1940 mit Hilfe der amerikan. Emergency Rescue Committee und Joint
Labor Committee von Frankreich über Spanien, Portugal nach USA u. Großbritannien; Ollenhauer
wird 1949 MdB, 1952-63 SPD-Vorsitz.; Weichmann wird Rechnungshof-Präs., 1965-72 Erster Bürger-
meister Hamburgs) (>26.4.33/ 4.5.33/ 9.5.33/ 18.6.33/ 18.7.33/ 11.6.35/ 27./29.9.39/ 5.2.40/ 09.1940),
„Kölnische Zeitung“ „Erste Aufgabe der Presse ist Gleichschaltung zwischen Regierung und Volk...“,
„Völkischer Beobachter“ Leitartikel des ev. Pfarrers Alfred Freitag: „Adolf Hitlers Regierungsgrundlage:
das Christentum.“ „Noch niemals in den fast 1½ Jahrzehnten des Untergangs Deutschlands…seit dem
Verbrechen
von 1918 hat ein einzelner Staatsmann, geschweige denn die gesamte
sich so grundsätzlich auf den Boden des Christentums gestellt wie Adolf Hitler und die von ihm zur
Mitarbeit berufenen Männer seiner Regierung“, ein anderer Artikel im gleichen Blatt: „Hand in Hand mit
dem Geburtenschwund geht eine gewaltige Vergreisung des deutschen Volkes“ (>1.6.33/ 3.6.33),
Berlin, Bankier, Hitlerfreund, Kepplerkreis-Mitgl. Dr. Hjalmar Schacht wird Reichsbankpräs. (>05.1933)
Leipzig,
Senatspräsidenten Dr. Alfons David (ab 1.8.33 Zwangs-Ruhestand, 1939 Emigration in die USA)
17.03. Berlin, „Deutscher
Freidenker-Verband“-Zentrale von SA besetzt, Verbandsverbot/ Vermögenseinzug,
Staatskommissar Dr. Julius Lippert
befiehlt Entlassung jüd. Krankenhausärzte in Berlin (>19.6.36),
„Emder Zeitung“ „Kommunisten kommen
ins KZ“,
Gründung „Leibstandarte-SS Adolf
Hitler“ (30.6.34/17.8.38/28.5.40/17.12.44/30.9.46/19.10.50/9.11.89)
18.03. Berlin, die SA ermordet den jüd. Bäckerlehrling
Siegbert Kindermann
19.03. Verordnung zur Beschleunigung des Verfahrens in Hochverrats- und Landesverratssachen,
„Deutsche Richter-Zeitung“, Ergebenheitsadresse vom Präsidium des Deutschen Richterbundes u.a.:
„Deutsches Recht gelte in deutschen Landen! Der deutsche Richter war von jeher…verantwortungs-
bewußt. Stets war er vom sozialen Empfinden erfüllt, er hat nur nach Gesetz u. Gewissen gesprochen.
…Der deutsche Richterbund bringt der neuen Regierung volles Vertrauen entgegen...“ (>20.3.33)
20.03. Bayr. Bischofskonferenz; Kardinal Faulhaber sagt u.a. „In Rom beurteilt man den Nationalsozialismus
wie den Faschismus als…einzige Rettung vor…Kommunismus u. Bolschewismus“ (>20.7.33/ 1.4.39),
Ergebenheitsadresse des Preußischen Richtervereins: „In dem Aufbruche des deutschen Volkes
sehen die preußischen Richter und Staatsanwälte den richtigen Weg, der ungeheuren Not und Ver-
elendung unseres Volkes ein Ende zu machen. Sie sind überzeugt…den Wiederaufstieg Deutsch-
lands herbeizuführen. Deutsches Recht gelte allein in deutschen Landen!...“;
Ergebenheitsadresse des Deutschen Notarvereins: „Der Deutsche Notarverein begrüßt die heute be-
kanntgegebene Erklärung des Deutschen Richterbundes und schließt sich ihr an. Auch wir deutschen
Notare sind davon überzeugt, daß es dem Zusammenarbeiten aller aufbauwilligen Kräfte gelingen
wird, die Gesundung unseres gesamten öffentlichen Lebens…und den Wiederaufstieg Deutschlands
herbeizuführen.“ (>26.3.33/ 30.9./3.10.33)
21.03. Garnisonskirche Potsdam, Reichstagseröffnung, Reichspräs. v. Hindenburg u.a.: „Möge der alte Geist
dieser Ruhmesstätte auch das heutige Geschlecht beseelen, möge er uns…in nationaler Selbstbesin-
nung…zusammenführen zum Segen eines in sich geeinten, freien, stolzen Deutschland…“, Reichs-
kanzler Hitler u.a.: „In einer einzigartigen Erhebung hat das Volk in wenigen Wochen die nationale
Ehre wieder hergestellt…“ und Generalsuperintendent u. DNVP-Mitgl. Otto Dibelius Predigt-Zitat: „Wir
haben von Dr. Martin Luther gelernt, daß die Kirche der rechtmäßigen staatlichen Gewalt nicht in den
Arm fallen darf, wenn sie tut, wozu sie berufen ist. Auch dann nicht, wenn sie hart und rücksichtslos
schaltet.“ (>20.4.50), Parade von Infanterieregiment 9, SA u. „Stahlhelm“ vor ca. 250 000 Hakenkreuz-
und schwarz-weiß-rote Fähnchen schwenkender jubelnder deutscher Zuschauer (> 6.4.33),
Verordnung des Reichspräs. über Gewährung von Straffreiheit (für Straftaten bei national. Erhebung),
Verordnung des Reichspräs. zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen
Erhebung (>20.12.1934),
Reichsregierung, Verordnung über die Bildung von Sondergerichten (Dr. Goebbels nennt die Sonder-
gerichte „Standgerichte der inneren Front“ in einem Rundschreiben an alle Generalstaatsanwälte und
Oberlandesgerichtspräsidenten! Entfall der bei schweren Delikten üblichen gerichtl. Voruntersuchung,
Reduzierung der Ladungsfrist auf 3 Tage, Richter können Beweisanträge ablehnen - hier Tätige ver-
stehen sich bald als „Panzertruppe der Rechtpflege“) (>1.12.33/ 24.4.34/ 20.12.34/ 24.10.39),
KZ Oranienburg errichtet, Kommandant Werner Schäfer; ca. 3 000 Häftlinge, ca. 16 Tote (>11.11.33),
„Völkischer Beobachter“ „Am Mittwoch wird in der Nähe von e das 1.Konzentrationslager mit
einem Fassungsvermögen für 5 000 Menschen errichtet werden. Hier werden die gesamten kommu-
nistischen und soweit...notwendig ist, Reichsbanner- und sozialdemokratischen Funktionäre, die die
Sicherheit des Staates gefährden, zusammengezogen, da es auf die Dauer nicht möglich ist...diese
Funktionäre in den Gerichtsgefängnissen unterzubringen...“, das KZ Dachau (Torinschrift: Arbeit
macht frei, Kommandanten u.a. Hilmar Wäckerle, Theodor Eicke, Hans Loritz, Martin Weiss, Heinrich
Deubel, Alex Piorkowski, Lagerärzte u.a. Dr. Enno Lolling, Dr. Rudolf Brachtel, Dr. Sigmund Rascher,
Dr. Claus Schilling, Dr. Fritz Hintermayer, Dr. Helmuth Vetter, Dr. Wilhelm Witteler) hat 1945 (>03.43)
125 Außenstellen u. ca. 200 000 Häftlinge (Phlegmonenversuche an kath. Pfarrern/ Ordensbrüdern,
Unterkühlungs-, Unterdruck- und Malariaerregerversuche u.v.a. Experimente töten eine unbekannte
Zahl Häftlinge qualvoll, neben 30 000 registrierten Toten werden ab 1941 tausende sowjet. Kriegs-
gefangene erschossen und nichtregistrierte Häftlinge durch Hunger, Krankheit, Erschöpfung, Folter,
Erschießen, Erhängen und Spritzen getötet) (>1.10.1933/ 21.5.1941)
22.03. Dr. Alfons Stauder, Leiter Hartmannbund, an Reichskanzler Hitler: „Die ärztlichen Spitzenverbände...
begrüßen freudigst den entschlossenen Willen der Reichsregierung der nationalen Erhebung, eine
wahre Volksgemeinschaft aller Stände, Berufe und Klassen aufzubauen und stellen sich freudigst in
den Dienst dieser großen vaterländischen Aufgabe mit dem Gelob treuester Pflichterfüllung...“
23.03. Berlin, Krolloper, Reichskanzler A. Hitler sagt in seiner programmatischen Rede u.a. „Die nationale
Regierung sieht in…beiden christl. Konfessionen wichtigste Faktoren der Erhaltung unseres Volks-
tums…ihre Rechte sollen nicht angetastet werden…Sorge gilt dem…Zusammenleben zwischen
Kirche u. Staat“, Reichstag stimmt mit 444 NSDAP-, DNVP-, Bayerische Volkspartei- (u.a. BVP-Vors.
u. 1945 erster bayr. Min.Präs., 1949 BRD-Finanzmin. Dr. jur. Fritz Schäffer >28.9.45), Zentrum- (u.a.
Zentrum-Vors. Prälat Dr. Ludwig Kaas, ex-Reichskanzler Dr. Heinrich Brüning >21.5.34 u. der Christl.
Gewerkschaftsfunktionär Jakob Kaiser >3.5.33/ >26.6.45 SBZ-CDU-Gründungsmitgl.) und ex-DDP
Deutsche Staatspartei-Stimmen (u.a. Dr. Theodor Heuß, >10.4.38/ >10.8.48, die Deutschen mit einem
bissigen Hund „cave canem“ vergleichender spät. BRD-Bundespräs., Dr. jur. Reinhold Maier - 1945-53
Min.Präs. Württemberg-Baden, DVP-Gründungsmitgl., 1948 Mitgl. Parlamentarischer Rat, FDP, 1952-
64 MdL, 1953-59 MdB sowie Gewerkschaftssekr. Ernst Lemmer, 1946 CDUD-Mitgl. im SBZ-FDGB-
Vorstand, 1956-62 u. 1964/65 Bundesmin. >19.4.39/ 20.7.44) bei 94 SPD-Gegenstimmen - Fraktions-
vors. Otto Wels u.a. „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht…Wir grüßen die Ver-
folgten und Bedrängten…Ihre Standhaftigkeit und ihre Treue verdienen Bewunderung…“ (81 gewählte
KPD-AdRs sind verhaftet; 54 KPD- , 58 SPD- u. 6 Zentrum-MdR werden im Dritten Reich ermordet!)
für das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich (Ermächtigungsgesetz beendet demokrat.
Gewaltenteilung, Beachtung der Reichshaushaltsordnung RHO, berechtigt die Regierung 4 Jahre
ohne Reichstagsmitwirkung Gesetze zu erlassen): „Art.2. Die von der Reichsregierung beschlossenen
Reichsgesetze können von der Reichsverfassung abweichen“; die MdR tagen bis 1945 noch 19x und
verlaufen nach gleichem Muster: Reichstagspräs. Göring eröffnet, Reichskanzler Hitler spricht, Göring
dankt überschwenglich, das Plenum akklamiert und „der teuerste Männergesangverein Deutschlands“
singt zum Abschluß das „Horst-Wessel“- oder „Deutschlandlied“ (>4./5.7.33/ 20.7.33/ 2.2.44/ 4.10.60),
Freilassung der fünf Mörder von Potempa,
„Völkischer Beobachter“ (Herausgeber
Adolf Hitler) „Der Wille des deutschen Volkes erfüllt: Der
Reichstag übergibt Adolf Hitler die
Herrschaft“ „Aufruf des Nationalsozialistischen Deutschen Ärzte-
bundes:..Es gibt wohl keinen Beruf,
der für Größe und Zukunft der Nation so bedeutungsvoll ist wie
der ärztliche…Aber keiner ist auch so
verjudet wie er und so hoffnungslos in volksfremdes Denken
hineingezogen…Beseitigung der
jüdischen Vertrauens- und Versorgungsärzte“ damit der „schändliche
Zustand“ ein Ende finde „daß
arbeitende deutsche Mädchen und Frauen vom Staat gezwungen
werden, sich von Rassefremden
untersuchen zu lassen.“ (ca. 45% der Ärzte werden NSDAP-Mitgl.,
26% SA-Mitglied, 7% SS-Mitglied)
(>29.10.1999),
„Berliner Lokal-Anzeiger“ „Indem die
Regierung entschlossen ist, die politische und moralische
Entgiftung unseres öffentlichen
Lebens durchzuführen, schafft und sichert sie Voraussetzungen für
eine wirklich tiefe innere
Religiosität...Herr Ludwig Kaas (Zentrum) vollzieht sanft und salbungsvoll den
hundertprozentigen Umfall des
Zentrums. Er legt es wie in Butter.“,
Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach an
Reichskanzler Hitler: „...durch die Wahlen ist die Grundlage
für ein stabiles Regierungsfundament
geschaffen...und der Reichsverband...wird alles tun um der
Reichsregierung...zu helfen.
Reichsverband der Deutschen Industrie“
23.03. Berlin, Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung Dr. jur. Günther Gereke (Dt. Landvolk) wird verhaftet
u. 1933 im Namen des Volkes wg. Unterschlagung zu 2½ Jahren Haft verurteilt (>26.7.52),
München, Erlaß des bayr. Justizministers Dr. Hans Frank „daß Richter jüdischer Abstammung nicht
mehr mit...Strafrechtspflege und der Disziplinargerichtsbarkeit befaßt...und daß Staats- und Amtsan-
wälte jüdischer Abstammung nicht mehr als Vertreter der Anklage in Gerichtssitzungen tätig werden.“
24.03. ex-Zentrum-Reichskanzler Joseph Wirth geht nach seinem Votum fürs Ermächtigungsgesetz in die
Schweiz (>13.3.91)
25.03. Reichsmin. für Propaganda
u. Volksaufklärung Dr. J. Goebbels zu dt. Rundfunkintendanten: „Wir sind
heute die Herren von Deutschland und
an dieser Tatsache wird nichts mehr geändert…Der Geist der
pöbelhaften
individualistischen Massen-Anbetung wird ersetzt durch den Geist eines
neuen Herois-
mus…Dieser Geist wird auch in den
Häusern des Rundfunks Einzug halten. Und es wäre nun naiv zu
glauben, daß irgendein Mensch die
Kraft oder die Möglichkeit hätte, sich dem zu widersetzen…Und so
wie sich die geistige Revolution auf
dem Gebiet der Politik schon durchgesetzt hat…so wird sie auch
die Rundfunkhäuser erobern.“
26.03. Ergebenheitsadresse des Deutschen Anwaltvereins: „Der Vorstand des Deutschen Anwaltvereins be-
grüßt die Erstarkung nationalen Denkens und Wollens, die sich im deutschen Volk vollzogen hat. Er
wird seine ganze Kraft einsetzen, um der Gesundung von Volk und Reich zu dienen…Die deutsche
Anwaltschaft, der Not des Volkes verbunden, sieht in der Erfüllung ihrer Aufgabe, dem Rechte zu
dienen, die Ordnung zu fördern, dem Redlichen sein Recht zu sichern u. die Schwachen zu schützen,
den Weg, auf
dem sie das Ihrige zur Gesundung des Reiches…beisteuern kann…“)
(>30.9./3.10.33)
27.03. Japan verläßt den Völkerbund (Japans Delegierter Yosuke Matsuoka verliess die Sitzung am 24.2.)
(>14.10.33/ 7.7.37/ 26./30.3.41),
Kassel, Rechtsanwalt Dr. Max Plaut wird zu Tode geprügelt,
„NS-Kurier Stuttgart“ über Inhaftierte aus Baden und Württemberg „Marxistentreffen auf dem Heuberg“
28.03. Fuldaer Bischofskonferenz kath. Bischöfe formuliert „Kundgebung betreffend die Stellungnahme der
Katholiken zur nationalsozialistischen Bewegung“ (sie stellt Katholiken NSDAP-Genossenschaft frei -
1931 hatten einige Bischöfe die Unvereinbarkeit von kath. Glauben u. Nationalsozialismus verkündet.
Jetzt u.a. „Ohne die in unseren früheren Maßnahmen liegende Verurteilung bestimmter religiös sitt-
licher Irrtümer aufzuheben, glaubt daher das Episkopat das Vertrauen hegen zu können, daß die vor-
bezeichneten allgemeinen Verbote und Warnungen nicht mehr als notwendig betrachtet werden
brauchen. Für die katholischen Christen, denen die Stimme ihrer Kirche heilig ist, bedarf es auch im
gegenwärtigen Zeitpunkte keiner besonderen Mahnung zur Treue gegenüber der rechtmäßigen
Obrigkeit und zur gewissenhaften Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten unter grundsätzlicher
Ablehnung allen rechtswidrigen oder umstürzlerischen Verhaltens.“ (>3.6.33/ 28.10.65),
kath. Studenten(-vereinigungen) treten Reichsstudentenführer Oskar Stabel’s Nationalsozialistischen
Deutschen Studentenbund bei (der den Vorlesungsboykott jüd. Dozenten am 1.4.33, die 12 Thesen
wider den
undeutschen Geist u. Bücherverbrennung ausruft, NSDStB-Mitgl. erfüllen die politischen
Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung (>1.4.33/ 13.4.33/ 10.5.33/ 29.3.35),
NSDAP-Boykott-Aufruf jüd. Geschäfte „Kein guter Deutscher kauft bei einem Juden oder läßt sich von
ihm oder seinen Hintermännern Waren anpreisen…Der Boykott…wird vom ganzen Volk getragen…“
(der Hilferuf der Reichsvertretung der dt. Juden „im Namen der Religion“ an beide christlichen Kirchen
wird von der ev. Kirche ausweichend und von der kath. Kirche überhaupt nicht beantwortet),
„Völkischer Beobachter“ „Gegenschlag gegen die jüdische Greuel-Propaganda“ (>1.4.1933),
Belgien; Brüssel, Prof. Dr. Albert Einstein gibt seinen dt. Paß an die Deutsche Botschaft, kündigt
schriftlich Stellung und Mitgliedschaften bei der Preuß. Akademie der Wissenschaften, der Deutschen
Physikalischen Gesellschaft und der Friedensklasse des Pour le mérite (das Dt. Reich plündert seine
Bankkonten und seine Wohnung, Prof. E. lehrt in den USA und wird später US-Bürger) (>2.8.1939)
29.03. Reichsregierung erläßt
erstes verfassungsänderndes rückwirkendes „Gesetz über Verhängung und
Vollzug der Todesstrafe“ („Lex van
der Lubbe“) (>12.5.33/ 3.7.34/ 5.12.52/ 22.3.2001)
30.03. Josias Erbprinz zu Waldeck-Pyrmont (NSDAP 1929, SS 1930, MdR 1933, NSDAP-Verbindungsstab,
Akademie für Dt. Recht, SS-Obergruppenführer, Polizei-General Fulda/Werra) an Reichsführer SS H.
Himmler: „Heute vormittag erschien bei mir mein Vetter (Friedrich-Christian) Prinz zu Schaumburg-
Lippe in Uniform eines SS-Sturmbannführers. Er erzählte mir, daß er seit zwei Tagen Adjutant des
Ministers Goebbels sei u. daß Herr Dr. Goebbels ihm erklärt habe, er sei sofort SS-Sturmbannführer...
Ich mache darauf aufmerksam, daß mein Vetter von außerordentl. schlechtem Charakter ist. Die
Vorgänge sind dem RF SS seit 1929 bekannt. Ich möchte daher abraten, denselben, falls er einen
ordnungsmäßig ausgefüllten Aufnahmeschein einreichen sollte, aufzunehmen...“ (Josias z. W.-P. wird
am 14.8.1947 im Buchenwald-Prozeß zu lebensl. Haft verurteilt, als Küster des ev. Gefängnispfarrers
in Landsberg wird er bereits 1950 amnestiert),
SPD tritt aus Sozialistischer Arbeiterinternationale aus (Gegenstück zur KomIntern) (>17.5.33)
30.03. Aachen, Regierungspräsident „Die
Trumpf-Schokoladenwerke Aachen/Berlin sind ein rein deutsches
Unternehmen und befinden sich seit
ihrer Gründung im Jahre 1857 in christlichem Familienbesitz.“,
Nürnberg, Julius Streicher, der
Führer des „Zentral-Komitees zur Abwehr der jüdischen Greuel- und
Boykotthetze“ veröffentlicht acht
Grundsätze zum Boykott jüdischer Geschäfte, Waren usw. am 1.4.33
31.03. Reichstag akklamiert
1.Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Dt. Reich (Landtageneubildg.
ohne Wahlen entsprechend
Reichstags-Zusammensetzung /„Verreichlichung“) (>7.4.33/ 30.1.34),
KZ Oranienburg eröffnet,
Radiosender melden, daß ab 4.4. das
Dt. Reich nur mit polizeilicher Erlaubnis verlassen werden kann,
„Völkischer Beobachter“ „Alljuda soll
den Kampf so lange haben bis der Sieg unser ist! National-
sozialisten! Schlagt den Weltfeind!
Und wenn die Welt voll Teufel wär, es muß uns doch gelingen!“,
Breslau, Boykott-Anordnung des Zentralkomitee zur Abwehr jüdischer Greuel- u.
Boykottpropaganda,
München, Massenkundgebung d.
Zentralkomitee zur Abwehr jüdischer Greuel- u. Boykottpropaganda
(„Frauen und Männer! Arbeiter der
Stirn und der Faust! Gebt dem Weltjuden die Antwort..Kommt
alle“)
01.04. „Tag des Judenboykotts“,
erstes planmäßiges Pogrom zur „Abwehr der jüdischen Greuelhetze gegen
das neue Deutschland“ mit SA-Mitgl.
vor jüd. Anwaltskanzleien, Arztpraxen u. Geschäften: „Deutsche!
Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!“
„Meidet jüdische Ärzte und Rechtsanwälte“ „Achtung Deutsche!
Diese jüdischen Inhaber…sind
Schädlinge und Totengräber des deutschen Handwerks! Sie zahlen
dem deutschen Arbeiter Hungerlöhne!...“, z.T. für Auslandspresse zweisprachig „Deutsche,
verteidigt
Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda,
kauft nur bei Deutschen! - Germans defend
yourself
against
jewish atrocity propaganda, buy only at German shops“, „arische“ Unternehmer werben mit
„Anerkannt deutschchristliches
Unternehmen“ und der „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes“
mit „Kauft Deutsche Ware nur in Deutschen Geschäften“ (einige jüd.
Geschäfte werden wg. angeb-
lichen Preiswuchers polizeilich
geschlossen und die Geschäftseigner in Schutzhaft genommen, in
Breslau läßt sich z.B. ein
SA-Oberstammführer eine RM 15 000 „Spende“ von jüd. Kaufhauseignern
zahlen), Beginn v.
Arisierungen/Enteignungen jüd. Kaufhäuser deren Aktienkurse sinken u. deren
jüd.
Eigner zum Verkauf ihrer
kostengünstigen Anteile genötigt werden u. in Folge z.T. auch Grundstücke
ans Dt. Reich übertragen müssen. Aus
den jüd. Kaufhäusern Hermann Tietz wird judenfreies „Hertie“,
Wertheim wird judenfreie „Allgemeine Warenhausgesellschaft
AG“, bis 1939 ist Helmut Horten neuer
Eigner der jüd. Kaufhäuser Alsberg
und Ness; nach 1945 werden Kaufhäuser und Grundstücke in der
DDR „Volkes eigen“, in der BRD führen
Arisierer und Nachfolger die Firmen (>27.11.84), auch die
Bundestagsbibliothek wird auf einem
arisierten Grundstück errichtet) (>6.1.88/ 12.5.98),
Ing. Wilhelm Renner (1934-39
HASAG-Obering./-45 Prokurist, 1944 Wehrwirtschaftsführer)(>08.1942/
4.12.43/ 18.4.45), Dr. jur. Gerhard
Schröder (1945 CDU-Gründungsmitgl., 1949-80 MdB, 1953
Bundesinnen-, 1961 Bundesaußen-, 1966
Bundesverteidigungsminister) und Schauspieler Otto Lang
treten der NSDAP bei (Lang wird
NSDAP-Mitgl. Nr. 1 795 025) (>1.11.53),
deutsche Schulen schliessen heute
jüdische SchülerInnen vom Unterricht aus
> verfolgte Schüler,
Nürnberg, Ruth Wassermann (7 J.):
„Plötzlich stand ein kleiner Knirps vor mir und verspottete mich
„Jude, Jude, Meck-Meck-Meck! Schweinefleisch und Speck-Speck-Speck! Schweinefleisch
schmeckt
gut! Du bist ein dreckiger Jud!“ > verfolgte
Schüler,
Kiel, der jüd.-dt. Anwalt Schumm wird
angegriffen, nach seinem Warnschuß wird er in Haft ermordet,
Lauenburg/Pommern, Bürgermeister Dr.
jur. Horst Neubauer wird NSDAP-Mitgl. (>1.11.1940),
Lübeck, der „verfolgte Schüler“ Herbert Ernst Karl Frahm (1930 SPD, 1931 SAP) emigriert mit Hilfe
des Fischers u. SPD-Mitgl. Paul Stooß über Dänemark nach Oslo um das norweg. SAP-Büro zu leiten
(wo am 9.9.33 in von Ernst Freiherr v. Weizsäcker geleiteter Dt. Botschaft ein „Agitator namens Frahn“
bekannt ist, am 1.7.40 flieht er nach Schweden u. kehrt 1945 zurück. Den Helfer Stooß besucht er nie
wieder, der verlässt deswegen 1970 die SPD) (>5.9.38/ 1.7.40/ 9.11.45/ 5.3.46/ 11.12.52/ 7.10.65)
02.04. „Hamburger Tageblatt“
„Karstadt wieder ein rein christliches Unternehmen. Aus dem Aufsichtsrat der
Rudolf Karstadt AG sind Dr. Gustav
Gumpel, Dr. Norbert Labowsky, Julius Oppenheimer, Albert
Schöndorff, Dr. Fritz Warburg und Dr.
Arno Wittgensteiner ausgetreten. Da bekanntlich aus dem
Vorstand und aus den Geschäftsleitungen
der Filialen…jüdische Mitarbeiter…ausgeschieden sind, ist
nunmehr der Karstadt-Konzern wieder
ein rein christliches Unternehmen.“,
SAP-Vorsitz. Max Seydewitz flieht
nach Prag (1910-31 SPD, 1931 SAP, später Norwegen, Schweden,
1946 SED, 1947-52 Sächs. Min.-Präs.,
1960 Prof. h.c., 1962 VVO) (>19.1.1955)
03.04. „Völkischer Beobachter“ „Der Boykott vom Sonnabend ist lediglich als Generalprobe für eine Reihe
von Maßnahmen zu betrachten...“,
Verband deutscher Faustkämpfer (VdF) wird „judenfreier“ Sportverband (>9.6.33/ 4./10.9.1933),
Gründung „Kreuz und Adler - Bund katholischer Deutscher“ BkD (Schirmherr F. v. Papen, Geschäfts-
führer Graf Roderich v. Thun und Hohenstein (Mitgl. u.a. Theodor Brauer, Alois Dempf, Carl Schmitt,
Albert Mirgeler, Otto Schilling; ab >3.10.33 wird BkD Teil der Arbeitsgemeinschaft kath. Deutscher)
04.04. Corder Catchpool, Sekretär der (Quäker-)„Religious Society of Friends“, wird wg. seiner wahrheits-
getreuen
Berichterstattung aus dem Deutschen
Gesetz über Betriebsvertretungen und über wirtschaftliche Vereinigungen (u.a. zur staatl. Intervention
bei Betriebsratswahlen und gewählter Betriebsräte) (>26.9.33),
Gesetz zur Abwehr politischer Gewalttaten
05.04. Berlin,
Hitler-Jugend-Obergebietsführer Karl Naberberg überfällt mit 50 HJ-Kommando das
Büro vom
„Reichsausschuß der deutschen
Jugendbewegung“ (über 5 000 000 Mitgl.) und entwenden Akten, der
Reichsausschußvorsitz. u.
Wehrsport-Ertüchtiger General a.D. Vogt tritt zurück (am 10.4. überfällt ein
HJ-Kommando den „Reichsverband für
deutsche Jugendherbergen“ - Jugendherbergen-Enteignung)
06.04. „Reichsanzeiger“
veröffentlicht unter „Evangelischer Appell an Amerika“ Text der
Kurzwellenradio-
Ansprache von Generalsuperintendent
Otto Dibelius u.a. „An den Schauernachrichten über grausame
u. blutige Behandlung der Kommunisten
ist kein wahres Wort. Auf Grund dieser falschen Nachrichten
hat nun das Judentum in mehreren
Ländern eine Agitation gegen Deutschland begonnen. Um diesen
Boykott zu brechen, haben die
deutschen Nationalsozialisten nun ihrerseits eine Boykottbewegung
gegen das Judentum in Deutschland
eingeleitet...“, er bittet die christlichen Freunde in Amerika sich
dafür einzusetzen „daß keine falschen
Nachrichten über Deutschland mehr verbreitet und geglaubt
werden.“ (der kath. Erzbischof von
Paderborn, Dr. Kaspar Klein telegrafierte dem
Bonifatius-Verein
New York: „Übermitteln Sie Herrn
Kardinal namens des Bonifatius-Vereins dringende Bitte, gegen die
den Weltfrieden so stark störende und
Deutschland zu Unrecht beschuldigende Greuelpropaganda
allen Einfluß geltend zu machen.“)
1933/34 werden ca. 60 000 der 300 000 KPD-Genossen verhaftet,
ca. 2 000 sterben in Gefängnissen,
Lagern usw. (>26.7.33/ 28.10.65),
Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtner
fordert Rücktritt von Reichsrichter Dr. Hermann Grossmann (SPD)
07.04. Reichstag akklamiert Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums „§ 2a Beamte, die sich
im marxistischen (sozialdemokratischen bzw. kommunistischen) Sinn betätigen…(einer ist Deutsche
Demokrat. Partei-Gründer u. jetziges SPD-Mitgl. Oberschulrat Dr. Heinrich Deiters) (>8.8.45/ 1.9.45/
04.1947/ 19.9.50/ 28.1.72) § 3 Beamte, die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand zu
versetzen...“ („Arierparagraph“ bedeutet -zigtausende Berufsverbote z.B. für Prof. Dr. jur. Ernst Cohn,
für Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Jedin und den Romanist u. Ordinarius Prof. Dr. Victor Klemperer,
der 1935 entlassen wird >12.2.45/ 23.11.45; andere sind die 717 aus dem Justizdienst entlassenen
Richter u. Staatsanwälte wie der Referendar Dr. jur. Friedrich Karl Kaul (1935-37 KZ, 1937 Kolumbien/
Nicaragua/USA, 1946 SBZ, SED, DDR-Anwalt), §4 Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen
Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat ein-
treten…“ (>15.3.51/ 22.5.75), § 6 bietet die Möglichkeit wg. „Vereinfachung der Verwaltung“ ohne An-
gabe von Gründen Beamte in den Ruhestand zu entsenden (ab 16.6. wird das Gesetz auf Angestellte/
Arbeiter des öffentl. Dienstes ausgedehnt, Millionen öffentl. Beschäftigte müssen den „Ariernachweis“-
eine von Standesamt/Pfarramt beglaubigte Urkunde zur „Feststellung der arischen Abstammung“
vorlegen, die mit Familien-Stammbuch und (auch) mit Hilfe der Kirchen(-bücher) ermöglicht wird; das
6./7.9.33/ 7.4.35/ 10./16.9.35/ 19.9.50/ 26.9.95),
Reichstag akklamiert 2. Gesetz zur
Gleichschaltung der Länder (Einsatz von Reichsstatthaltern, zu-
meist NSDAP-Gauleiter, der preuß.
Bildungsmin. Dr. Rust sagt wenig später „Unsere Gleichschaltung
bedeutet, daß die neue deutsche
Weltanschauung als schlechthin gültige die beherrschende Stellung
über allen anderen einnehmen soll.“),
Reichstag akklamiert Gesetz über die
Zulassung zur Rechtsanwaltschaft (zur Zulassungs-Rücknahme
nichtarischer u. im kommunistischen
Sinne Tätiger, Berufsverbot für 4 394 Rechtsanwälte u.a. Hilde
Benjamin (1949-53 wird sie wg. harter
Urteile gefürchtete Vizepräs. am Obersten Gericht der DDR,
1953-67 erste Justizministerin d.
DDR/ der Welt), KPD-Mitgl. Dr. jur. Götz Berger (seit 1931 in H. B.’s
Kanzlei (Emigration, 1936-39 Int. Brigade
Spanien, 1939-43 Internierung, 1943-45 UdSSR, 1946 KPD/
SED, 1951-57 DDR-Oberrichter, als
„Antifaschistischer Widerstandskämpfer d. DDR“ hohe Opferrente
Ehrenpension, 1958 Anwalt, Arbeit f.
Sekretariat W. Ulbricht, 1.12.76 Berufsverbot/Entzug Zulassung
RA, 15.11.89 Rehabilitation), Dr.
Robert Kempner (Justitiar preuß. Innenmin.,
12.3.35 Verhaftung,
Emigration, 1939
USA-Regierungsberater, 1945 stellv. alliierter Hauptankläger Nürnberg, 1947
Gast-
professor Erlangen, ab 1951
Rechtsanwalt Ffm, tätig in diversen politischen BRD-Prozessen) und
KPD-Mitgl. Dr. Karl Friedrich Kaul
(bis 1935 Versicherungsvertreter/ Rechtskonsulent, bis 1937 KZ
Lichtenberg/ Dachau, Emigration, 1945
SBZ Hilfsrichter, 1946 SED, 1948 Rechtsanwalt für Ost- u.
Westberlin, ab 1956 Nebenkläger u.
Verteidiger in polit. BRD-Prozessen, 1960 Professor, 1962 Vize-
präs. DDR-Vereinigung Demokratischer
Juristen, Autor und Fernsehmoderator) (>18.5.33/ 21.5.33/
30.9./3.10.33/ 31.10.33/ 13.12.35/
27.9.40/ 28.8.42/ 15.5.53/ 15.7.53/ 1.3.54/ 26.11.76/ 30.9.97),
Vizekanzler Franz v. Papen (Zentrum) u. Georg Dertinger (DNVP, 1945 CDU, 1949 DDR-Außenmin.)
reisen zu Konkordatsverhandlungen nach Rom, auch Prälat Dr. Ludwig Kaas, kath. Zentrumspartei-
Vorsitzender, verläßt das Dt. Reich und beginnt sein „Exil“ im Vatikan (letzter Zentrum-Vors. wird
Dr. Heinrich Brüning) (>10.4.33/ 20.4.33/ 20.7.33/ 21.5.34, 10.10.49/ 15.1.53),
Deutscher
Anwaltsverein-Vorsitz. Rudolf Dix fordert Amtsniederlegung jüd.
DAV-Vorstände(>18.5.33),
„Sonnenburger Anzeiger“ über am
Vortag eingelieferte Häftlinge u.a. die keiner Straftat angeklagten
Publizisten Carl v. Ossietzky und
Erich Mühsam und Rechtsanwalt Hans Litten: „Mit dem Gesang der
Nationalhymne mußten die Häftlinge
vom Bahnhof nach dem ehemaligen Zuchthaus marschieren,
wobei vielfach der Gummiknüppel der
Berliner Hilfspolizei nachhalf.“ (>5.2.38/ 30./31.1.45/ 02.1945)
08.04. Österreich;
Salzburg, Dirigent Herbert v. Karajan tritt erstmals NSDAP bei(>1.5.33/
25.10.35/ 3.11.57)
10.04. Gesetz über die Einführung eines Feiertags der nationalen Arbeit (>15.4.33/ 1.5.33),
Vatikan;
Papst Pius XI empfängt Vizekanzler v. Papen und NSDAP-
11.04. Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur
Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
12.04. KL (KZ) Dachau, die ersten
drei jüdischen Häftlinge werden erschossen,
Münster i. W., Edith Stein - spätere
Karmeliterin - schreibt an Papst Pius XI „…Seit Wochen sehen
wir in Deutschland Taten geschehen,
die jeder Gerechtigkeit und Menschlichkeit, von Nächstenliebe
gar nicht zu reden, Hohn sprechen.
Jahre hindurch haben die nationalsozialistischen Führer den
Judenhass gepredigt. Nachdem sie
jetzt die Regierungsgewalt in ihre Hände gebracht und ihre
Anhängerschaft, darunter nachweislich
verbrecherische Elemente, bewaffnet haben, ist diese Saat
des Hasses aufgegangen…Wir alle, die
wir treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in
Deutschland mit offenen Augen
betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen
der Kirche,
wenn das Schweigen noch länger
anhält. Wir sind auch der Überzeugung, daß dieses Schweigen
nicht imstande sein wird, auf die
Dauer den Frieden mit der gegenwärtigen deutschen Regierung zu
erkaufen…“ (am 10.4.38 wird E. Stein
denunziert, sie flieht in die Niederlande) (>10.4.38/ 30.8.38),
Preußisches Kultusministerium erläßt
Verordnung zum preußischen Studentenrecht
13.04. Nationalsozialistischer Deutscher
Studentenbund (NSDStB, seit 1931 mit absoluter Mehrheit in den
Studentenvertretungen an 28 deutschen
Hochschulen und führt den Dachverband der Deutschen
Studentenschaft) propagiert
öffentlich „12 Thesen wider den undeutschen Geist:…
These 4: Unser gefährlichster Widersacher ist der
Jude und der, der ihm hörig ist.
These 5: Der Jude kann nur jüdisch denken. Schreibt
er deutsch, dann lügt er. Der Deutsche, der
deutsch schreibt
aber undeutsch denkt ist ein Verräter. Der Student, der undeutsch spricht
und schreibt, ist
außerdem gedankenlos und wird seiner Aufgabe untreu…
These 7: Wir fordern die Zensur…Der undeutsche Geist
wird aus den öffentl. Büchereien ausgemerzt
These 11: Wir fordern die Auslese von
Studenten und Professoren nach der Sicherheit des Denkens
im deutschen Geist…
An allen Hochschulorten wird am
10.Mai 1933 das zersetzende Schrifttum den Flammen überantwor-
tet“(>26.4.33/ 10.5.33) (Reichsschundkampfstelle
d. evangelischen Jungmännerbünde, Sophienstr.19,
Berlin N54, versendet Material zur Schund- u. Schmutzbekämpfung und gibt kostenlos Auskunft),
Preuß. Min.-Präs. H. Göring ordnet Prüfung/Erweiterung der seit SPD-Reichspräs. Friedrich Ebert zur
„Reinhaltung der Rasse im besetzten Gebiet von farbigen Blut“ in Aachen, Düsseldorf, Köln, Koblenz
und Wiesbaden geführten afro-dt. Rheinlandkinder-Listen an (>1.5.34/ 7.2.35/ 23.3.35/ 7.3.36/ 1937),
Universität Frankfurt/M., der ev. Prof. Dr. theol. Paul Tillich wird lt. Gesetz zur Wiederherstellung des
Berufsbeamtentums suspendiert, er emigriert und lehrt in New York, Harvard u. Chicago (>31.3.42),
Universität Köln, der durch Oberbürgermeister Dr. Adenauer hierher berufene Ordinarius für öffentl. u.
Staatsrecht Prof. Dr. jur. Hans Kelsen wird lt. Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
suspendiert, er emigriert und lehrt in Genf, Prag, Harvard und der University of California
15.04. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund-Bundesvorstand (Theodor Leipart, Wilhelm Leuschner)
dankt „daß die Reichsregierung diesen
nseren Tag (1.Mai) zum gesetzlichen Feiertag der nationalen
Arbeit, zum deutschen Volksfeiertag
erklärt hat. Der deutsche Arbeiter soll am 1.Mai standesbewußt
demonstrieren, soll ein
vollberechtigtes Mitgl. der deutschen Volksgemeinschaft werden. Kollegen u.
Kolleginnen in Stadt und Land, ihr
seid die Pioniere des Maigedankens. Denkt immer daran und seid
stolz darauf.“ (>2.5.33),
Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter-
und Angestelltenverbände-Generalsekr. Ernst Lemmer: „Der
Vorstand des Gewerkschaftsringes
richtet an seine Verbände und Untergliederungen…die Aufforde-
rung, daß alle Mitglieder…am Tag der
deutschen Arbeit an den Veranstaltungen…sich beteiligen.“
(>2.5.33/ 19.4.39),
Deutscher Industrie- und Handelstag
(DIHT) spricht „Herrn Reichskanzler, den wärmsten Dank für den
großen Gedanken des deutschen 1.Mai
aus. Möge in gegenseitigem Verstehen der Leistungen und
Bedürfnisse aller Träger der Arbeit
daraus eine unzerbrechliche, unverbrüchliche starke Volksgemein-
schaft der nationalen Arbeit für
Größe, Freiheit und Wohlfahrt des deutschen Volkes erwachsen.“
16.04. „Schutzhaftlager“ Königstein, der Kommunist Fritz Gumpert aus Heidenau wird auf entsetzlichste Art
zu Tode gefoltert (er hinterlässt eine Frau und fünf schulpflichtige Kinder)
18./21.4. Wiesbaden, Kongreß d.
Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin „Die heutige Tagung steht am
Beginn einer neuen Ära…Wir Ärzte
können in ganz besonderem Maße übersehen, welche Gefahr
dem deutschen Volke drohte…müssen
erbbiologische Fragen eine besondere Berücksichtigung er-
fahren. Der Hausarzt ist dazu berufen, die…Rassenhygiene in der Familie wieder aufzunehmen.“
19.04. „Der Kicker“ „Vorstand des
DFB und…Dt. Sportbehörde halten Angehörige der jüd. Rasse, ebenso…
Mitglieder der marxistischen
Bewegung…in führenden Stellungen…nicht tragbar.“ (>9.7.33/ 11.1933/
1.3.43/ 10.7.49),
Berlin, nach tätlichem Überfall
flieht die 64jährige jüd.-dt. Dichterin und Heinrich v. Kleist Preisträgerin
Else Lasker-Schüler in die Schweiz
20.04. Berlin u. weitere Städte machen Reichspräs. v. Hindenburg u. Reichskanzler Hitler zu Ehrenbürgern,
Berlin; Schauspielhaus, Akademie für Deutsche Dichtung-Präsident und NSDAP-Mitgl. 1 352 376
Hanns Johst widmet die Uraufführung seines Dramas „Schlageter“ am 44.Geburtstag „Adolf Hitler in
liebender Verehrung und unwandelbarer Treue“ (Kriecherei lohnt sich, 1934 wird Johst Preußischer
Staatsrat, 1935 Reichsschriftumskammer-Präsident u. erhält den mit RM 20 000 dotierten „Preis der
NSDAP für Kunst und Wissenschaft, 1940 Goethe-Medaille, 1941 Kantate-Dichterpreis Leipzig, 1949
wird SS-Gruppenführer J. als „Mitläufer“ und 1951 zumindest als „Belasteter“ entnazifiziert) (>18.8.34),
Preuß. Staatskommissar im Kultusministerium und Bildungsmin. Dr. Bernhard Rust verfügt Bildung
Nationalpolitischer Erziehungsanstalten (Ministerialrat Dr. Joachim Haupt ist bis 1935 NAPOLA-
Inspekteur, ihm folgt SS-Gruppenführer August Heißmeyer, später mit Reichsfrauenführerin Gertrud
Scholtz-Klink verheiratet), Zugangskriterien: politische Zuverlässigkeit, schulische Leistung, rassische
Überprüfung mit Motto: „Glauben, gehorchen und kämpfen“, erste NAPOLAS sind Kösslin, Potsdam,
Plön, danach Wahlstatt, Naumburg/S., Berlin-Spandau, Diez/Oranienstein, Ilfeld, Stuhm, Dresden-
Klotzsche, Backnang, Ballenstedt, Schulpforta, Bensberg, Köthen, Loben, Rottweil, Wien-Breitensee/-
Theresanium, Traiskirchen (Ostmark), Schloß Ploschkowitz/Leitmeritz (Sudetengau), Reißen/Lissa
(Warthegau), Koningsheide (Niederlande), Kolmar/Berg (Luxemburg), später über 30 Eliteschulen mit
Abiturabschluß, 1941 z.B. 6 000 Schüler, Schüler waren u.a.: Jagdflieger und Führer des Richthofen-
Geschwaders der Bundesluftwaffe Erich Hartmann, ev. Landesbischof v. Thüringen Werner Leich,
Bundesmin. u. Bundestagsvizepräs. Hans Klein (CDU), Bundespressesprecher und Generalkonsul u.
Botschafter Rüdiger Freiherr v. Wechmar (FDP), NATO-Oberbefehlshaber General Leopold Chalepa,
General und MdEP Martin Holzfuß, General Dr. Günter Kießling, General Hans Poeppel, Staatssekr.
Georg Poetzsch-Heffter, österr. Justizmin. Dr. Harald Ofner (FPÖ), österr. Außenmin. Leopold Gratz
(SPÖ), österr. Kaffeehauseigner/Fall „Lucona“ Udo Proksch, Autor Ludwig Harig, Hans Müncheberg
(ab 1953 DDR-Fernsehproduzent), Journalisten Dr. Helmuth Karasek („Spiegel“/„Zeit“/„Tagesspiegel“,
K. macht 1952 in der DDR das Abitur, flüchtet nach West-Berlin, studiert im Wintersemester 1952/53
in Tübingen und promoviert 1956), Mainhardt Graf Nayhauß-Cormons, Manfred Sack, Hans Buchholz,
Grafiker Horst Janssen, Ruhrkohle Essen-Verkaufsleiter Engelbert v. Nayhauß, Krupp-Verkaufsdirekt.
Heiner Schmidt, DDR-DTSB u. NOK-Präs. Manfred Ewald, Psychiater Prof. Dr. Christof Wunderlich,
Gerd-Ekkehard Lorenz (1949 Widerständler in Altenburg/Thür.), ex-Akzo NV-Vorstand/Aufsichtsrat Dr.
jur. Hans-Günther Zempelin (sie erfüllen die politischen Kriterien nationalsozialistischer u. zudem
im Einzelfall auch sozialistischer Begabtenförderung) (>04.1935/ 10.12.40/ 1957/ 1968/ 23.1.77).
Reichstag akklamiert Gesetz über Bildung von Studentenschaften („§2 Die Studentenschaft ist Glied
der Hochschule und vertritt die Gesamtheit der Studenten. Sie hat mitzuwirken, daß…Studenten ihre
Pflichten gegen Volk, Staat u. Hochschule erfüllen") nur Studenten „deutscher Abstammung u. Mutter-
sprache" können Mitgl. sein/ unterstellt praktisch gesamte Studentenschaft dem NSDStB (Motto: „Der
deutsche Student kämpft für Führer und Volk in der Mannschaft des NSD-Studentenbundes“)
(>29.3.35/ 9.1.53),
Vatikan; kath. Zentrumspartei-Vorsitzender Dr. L. Kaas’ Geburtstagstelegramm an Reichskanzler
Hitler: „Zum heutigen Tage aufrichtige Segenswünsche und die Versicherung unbeirrter Mitarbeit am
großen Werk der Schaffung eines innerlich geeinten, sozialbefriedeten…Deutschlands.“ (>20.7.33)
21.04. Rudolf Heß wird zum
Stellvertreter des Führers und Parteiführer mit Ministerrang ernannt
22.04. Reichsarbeitsministerium, Verordnung über die Zulassung von Ärzten zur Tätigkeit bei den Kranken-
kassen (zur Tätigkeit von Kassenärzten nicht arischer Abstammung sowie von Kassenärzten, die sich
im kommunistischen Sinn betätigt hatten - Entlassung und keine Neuzulassung),
Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtner setzt
Strafrechtskommission ein (nullum crimen
sine lege wechselt
zu nullum crimen sine poena)
23.04. „Berliner Börsen-Courier“
veröffentlicht ‚Schwarze Liste’ vom ‚Ausschuß zur Neuordnung der Berliner
Stadt- und
Volksbüchereien’ (das „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“ veröffentlicht
am 16.5.
eine ,Schwarze Liste’ der
,Zentralstelle für das deutsche Bibliothekswesen’ des NSDAP-Bibliothekars
Dr. Wolfgang Herrmann. 1936 folgt für
nicht geflüchtete, lesende deutsche Volksgenossen die erste
,Liste des
schädlichen und unerwünschten Schriftums’ und nach dem Angriff deutscher
Truppen auf
Polen eine ,Liste
des deutschfeindlichen, schädlichen und unerwünschten polnischen Schrifttums’!)
(>26.4.33/ 10.5.33)
24.04. Rundfunkrede des Preußische Akademie der Künste Mitgl. Dr. Gottfried Benn
über „Der neue Staat
und die Intellektuellen“ „Welch
intellektueller Defekt, welch moralisches Manko, nicht in dem Blick der
Gegenseite über die kulturelle
Leistung hinaus, nicht in ihrem großen Gefühl der Opferbereitschaft und
Verlust des Ich an das Totale, den
Staat, die Rasse, das Immanente, nicht in ihrer Wendung zum
Ökonomischen, zum mythischen
Kollektiv, in diesem allem nicht das anthropologisch Tiefere zu
sehen.“ wenn doch der neue Staat,
laut Benn, den „unfruchtbar gewordenen marxistischen Gegensatz
von Arbeitnehmer und Arbeitgeber
auflösen will.“ (>26.10.33)
25.04. Kiel, Christian-Albrechts-Uni. beurlaubt Prof. Dr. jur. Gerhart Husserl wg. des Gesetzes zur Wieder-
herstellung des Berufsbeamtentums (Nachfolger wird Prof. Dr. Karl Larenz - Zitat: „Volksgenosse ist,
wer deutschen Blutes ist. Wer außerhalb der Volksgemeinschaft steht, steht auch nicht im Recht.“,
1937 NSDAP, 1949 wieder Uni. Kiel Professur, später Ludwig-Maximilians-Uni. München),
Reichspräs. v. Hindenburg beruft Hans Frank als Reichskommissar für die Gleichschaltung d. Justiz,
Reichstag akklamiert Dr. Frick’s Gesetz gegen Überfüllung dt. Schulen u. Hochschulen (Abiturienten-
quote max. 15 000/Jahr, Hochschulen-Frauenquote 10%, ,Nicht-Arier-Quote’ max. 1,5%. Mittels
Durchführungsverordnungen wird 1934 zuerst in Preußen der Hochschulzugang u.a. abhängig von
„Bewährung…in nationalen Verbänden SA, HJ und BdM“ u. „Überprüfung politischer Zuverlässigkeit
durch den zuständigen Gauleiter der NSDAP“) > Bildungsdiskriminierung/ verfolgte Schüler
(>27.4.33/ 6.5.33/ 8.5.33/ 10.5.33/ 16.6.33/ 1.4.34/ 4.4.34/ 1936/ 04.1940/ 11.5.50/ 15.3.51/ 5.4.54)
26.04. Gesetz zur Gründung der Geheimen Staatspolizei (Gestapo)
„um die wirksame Bekämpfung aller
gegen den Bestand und die Sicherheit
des Staates gerichteten Bestrebungen zu sichern.“ unter der
Leitung des preuß.
Innenmin.-Dezernenten zur Bekämpfung der kommunist. Bewegung, Rudolf Diels,
(1933 Diels-Bericht über sadistische
Folter durch deutsche Hilfspolizei in ,Vernehmungsstellen’ u.a.
„Die Opfer…waren…tagelang in enge
Schränke gesperrt worden, um ihnen ,Geständnisse’ zu
erpres-
sen. Die
,Vernehmungen’ hatten mit Prügeln begonnen und geendet; dabei hatte ein
Dutzend Kerle in
Abständen von Stunden mit
Eisenstäben, Gummiknüppeln u. Peitschen auf die Opfer eingedroschen.
Eingeschlagene Zähne u. gebrochene
Knochen legten von den Torturen Zeugnis ab…Es gab keinen,
dessen Körper nicht vom Kopf bis zu
den Füßen die blauen, gelben und grünen Male der unmensch-
lichen Prügel an sich trug. Bei
vielen waren die Augen zugeschwollen und unter den Nasenlöchern
klebten Krusten geronnenen Blutes…“,
1934 Regierungspräs. Köln, 1940 Regierungspräs. Hannover,
1948 entnazifiziert, 1949
rehabilitiert sich Diels in Hitler-Jugend „Puppenspieler“ - >23.4.41 -
Rudolf
Augstein’s „Spiegel“ mit der
Acht-Fortsetzungen-Serie „Die Nacht der langen Messer fand nicht statt“),
die Gestapo hat später 31 374
Beamte/Angestellte die auf die in allen deutschen Bevölkerungs-
schichten bestehende breite
Denunziationsbereitschaft bauen (>8.2.50/ 9.3.80),
Reichskanzlei, Antrittsbesuch des
Preußischen Staatsratsmitglieds und kath. Bischofs von Osnabrück
Dr. Wilhelm Berning, Dr. B. erklärt
Reichskanzler Hitler, daß die Bischöfe „freudig den neuen Staat
anerkennen und die Gläubigen zum
Gehorsam u. zur Ehrfurcht ihm gegenüber anhalten werden.“,
Berlin, letzte SPD-Reichskonferenz
(>17.5.33/ 14.9.45/ 5./6.10.45/ 19.4.46/ 21./22.4.46/ 9./10.5.46),
NSDStB versendet
,Braune Liste verbrennungswürdiger Literatur’ von 71 Autoren
(>10.5.33)
27.04. „Deutsche Allgemeine
Zeitung“ u.a. „Ein Volk von Selbstachtung kann vor allem seine höheren
Tätigkeiten nicht in so weitem Maße
wie bisher durch Fremdstämmige vornehmen lassen…würde
als geistige Überlegenheit anderer
Rassen gedeutet werden können, die…abzulehnen ist.“
04. Alfred Rosenberg (Diplom-Architekt, 1919 DAP/NSDAP, Redakteur „Völkischer Beobachter“, MdR,
Autor von „Mythos des 20.Jahrhunderts“) wird Leiter vom außenpolit. Amt der NSDAP (1934 wird R.
Leiter v. Überwachungsausschuss der weltanschaulichen Erziehung der NSDAP) (>17.7.40),
Dr. jur. Gerhard Bohne (1930 NSDAP) leitet die Berufsgruppe Rechtsanwälte im BNSDJ (>30.10.39),
Aachen, Techn. Hochschule, Prof. Dr. Alfred Meusel wird beurlaubt, entlassen u. emigriert (>5.7.52),
Dresden, Dürerschule, die dt.-jüd. Schülerin Ruth Joachimsthal wird vom nationalsozialistischen
Deutschlehrer belehrt: „Joachimsthal, im Deutschunterricht haben Juden nichts mehr zu melden.“
(Ruth J. betritt diese Schule nie wieder, >8.5.33) > verfolgte Schüler,
Hansestadt Hamburg, Gymnasium Johanneum, der dt.-jüd. Schüler Ralph Giordano wird am ersten
Schultag belehrt: „Hie Arier - Hie Nichtarier“ > verfolgte Schüler (>2.5.40),
u. SPD-Mitgl., KPD-Mitgl. Klaus Fuchs Vater) wird entlassen, verhaftet, Berufsverbot (Gelegenheits-
arbeiter u.a. für Quäker, 1948-49 Gastvorlesungen in Pendle Hill/USA, 1949 SPD-Austritt, Übersied-
lung in die DDR, 1950 Professor für Systematische Theologie u. Religionsphilosophie Uni. Leipzig,
Ehrenmitgl. CDUD, 1954 VVO, 1958 Gründungsmitgl. Christl. Friedenskonferenz, 1959 VVO, 1964
Friedensmedaille) (>9.2.61/ 12.5.62),
Rastatt,
Ludwig-Wilhelm-Gymnasium, Juristensohn und Hitler-Jugend Mitgl. Hanns Martin Schleyer
legt sein Abitur ab (wird SS-Mitgl.,
leistet freiwilligen Arbeitsdienst, erfüllt die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung, studiert Jura, 1937 NSDAP) (>16.6.33/ 1.5.37),
Erstes Verbot der „Zeugen Jehovas“ (>1.4.35/ 13.9.49/ 31.8.50) > verfolgte Schüler,
Evangelische Jugend Deutschlands, Reichswart Erich Stange u.a. „Die gottgesetzten Grundlagen von
Heimat, Volk und Staat werden wieder neu erkannt. Das Volk steht auf. Eine Bewegung bricht sich
Bahn, die eine Überbrückung der Klassen, Stände u. Stammesgegensätze verheißt…Darum kann die
Haltung der jungen evangelischen Front in diesen Tagen keine andere sein als die einer leidenschaft-
lichen Teilnahme an dem Schicksal unseres Volkes und zugleich eine radikale Entschlossenheit, wie
sie das Wort Gottes fordert.“ (>10.7.33/ 12.9.33/ 19.12.33),
„Ziel und Weg - Zeitschrift des Nationalsozialstischen Deutschen Ärztebundes e.V.“ „Wir übernehmen
die Führung“ (01.1933 sind 2 800 Ärzte Mitglied, 10.1933 sind 11 000, 1943 sind 46 000 Ärzte Mitgl.)
28.04. Heidelberg, Prof. Dr. Gustav Radbruch, Rechtsphilosoph und ex-Justizminister, wird als einer der
ersten aus dem
Lehramt entlassen (>12.9.45),
SA-Gruppenführer Hans v. Tschammer
und Osten (seit 1929 NSDAP) wird Reichssportkommissar
(ab 19.7. Reichssportführer, später Präs. des Dt. Olympischen Ausschusses)
29.04. Luftfahrt-Reichskommissariat wird Reichsluftfahrtministerium, Minister ist H. Göring, Staatssekr. bleibt
Erhard Milch (1923 Junkers-Verwaltungschef, 1926-45 Lufthansa-Vorst., 1933 NSDAP, 1935 General-
leutn., 1936 General der Flieger, 1937 Senator Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Medaille zur Erinnerung
an den 13.3.1938/ Wiedervereinigung Österreichs mit Deutschland sowie Medaille zur Erinnerung an
den 1.10.1938/ Wiedervereinigung des Sudetengaues mit Deutschland, 1938 Luftwaffe-General-
inspektor, 1939 Generaloberst, 1940 Norwegen Kommandant Luftflotte 5, 1940 Generalfeldmarschall),
Gründung
Verdunkelung/Fliegeralarm usw.) (>26.5.35/ 18.7.36/ 13.5.38/ 19.7.40/ 11.2.58)
30.04. Berlin,
Kaiser-Wilhelm-Institut, Abdankung u. Emigration des jüd. Nobelpreisträgers
Prof. Fritz Haber
(der KWI-Direktor und IG
Farben-Aufsichtsrat gilt als Vater chem. Kriegsführung, seine Forschung zur
Verwendung von Chlor- u. Senfgas
ermöglichte der dt. Heeresleitung am 22.4.1915 in Ypern/Belgien
unter Bruch der Haager Konvention den
Einsatz von 50 t Chlorgas resultierend in ca. 15 000 Opfern.
Zitat Haber: „Angesichts des
Umstandes, daß unsere Gegner unter Verzicht auf jeden Rassenstolz ein
buntes Völkergemisch gegen uns ins
Feld führen, ist die Anwendung dieses Mittels voll gerechtfertigt.
Wir erreichen auf diese Weise unseren
kriegerischen Zweck u. sparen an kostbaren Blute“ (>15.12.39/
5.6.42/ 9.11.44/ 6.8.45)
01.05. Berlin, Tempelhofer Feld,
Tag d. nationalen Arbeit, Kundgebung mit ca. 1 500000 Deutschen, abendl.
Abschluß der Feiern mit Ansprache v.
Reichskanzler Hitler; Reichspropagandamin. Dr. Goebbels im
Rundfunk: „Am heutigen Abend findet
sich über Klassen, Stände und konfessionelle Unterschiede
hinweg das ganze deutsche Volk
zusammen, um endgültig die Ideologie des Klassenkampfes zu zer-
stören und der neuen Idee der
Verbundenheit u. der Volksgemeinschaft die Bahn freizulegen.“,
Brilon, Westfalen,
Zentrum-Bürgermeister Josef Sauvigny’s Rede u.a. „Das neugeformte Deutschland
feiert heute seinen 1.Nationalfeiertag…Noch brausen die Stürme der nationalen Revolution über es
hinweg…Doch während bisher sich deutsche Kraft und deutsches Aufbaustreben zerspalten und ver-
bluten am Parteigezänk und ewigen Führerwechsel, ist es heute ein Wille, der uns eint, eine Kraft, die
uns leitet, ein Führer, der uns ruft, vergessend des Parteihasses von gestern, hat das große Sammeln
begonnen, die Einigung aller Deutschen, deutschen Blutes zur gemeinsamen Tat, deren Sinnbild der
heutige Festtag ist…Im Auftrage der NSDAP heiße ich Sie alle auf das herzlichste willkommen…Ich
bitte…mit mir einzustimmen in den Ruf: Das arbeitende deutsche Volk, sein ehrwürdiger Reichspräsi-
dent, die Verkörperung deutscher Treue, der Kanzler Hitler, sein tatgewordener Aufbauwille, sie leben
hoch, hoch,
hoch!...“ (S. wird 1933 SA- ,
später NSDAP-Mitgl. und „Opa war in Ordnung“ des nie mit
Bildungsdiskriminierung gestraften
kath. MdB und CDU/CSU-Fraktionsvors. Dr. jur.
Friedrich Merz)
(>20.6.2000/ 10.10.2000),
Lübeck, die 15jährige Isa Vermehren
verweigert bei Fahnenappell den „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“,
wird vom Gymnasium relegiert u. Opfer
staatsdoktrinübergreifender deutscher Bildungsdiskriminierung
> verfolgte Schüler (1938 zum Katholizismus konvertiert, 1944 wird
die gesamte Familie nach Flucht
des Bruders u. Diplomaten Erich V.
nach Großbritannien in Sippenhaft genommen, Isa V. überlebt die
KZ Ravensbrück, Buchenwald u. Dachau.
Später wird auch an DDR-Schulen der „Flaggenappell“-Kult
an „Festtagen“ praktiziert)
(>14.12.34/ 24.4.45/ 5.8.57/ 4.11.89),
„Sürag“ „Die Nationalsozialistische
Betriebszellenorganisation hat so gewaltige Erfolge zu verzeichnen
daß die endgültige Ausschaltung des
Marxismus aus dem deutschen Arbeitertum nur noch eine Frage
der Zeit ist…dann ist ein Bollwerk
größten Ausmaßes gefallen..dann besitzt die
NSDAP...die Millionen-
heere der deutschen Arbeiter…“
(„national und sozialistisch ist das Denken, Wollen und Handeln der
Süddeutsche
Rundfunk AG-Programmzeitung“ von Dr. Franz Burda, 1934 NSKK, 1938 NSDAP,
Arisierung der jüd. Gebrüder
Berthold, Ludwig und Karl Reiss-Großdruckerei, Freund von NSDAP-
Gauleiter u. Reichsstatthalter Robert
Wagner, Verleger NS-Zeitschrift „Die Deutsche Arbeitsfront“,
1942 Generalstabskarten der
„Kartographischen Anstalt Dr. Franz Burda“, 1949 Bauparerzeitschrift
„Das Haus“, 1954 „Bunte“, 1967
Bundesverdienstkreuz) (>22.6.40/ 3.5.46/ 14.6.85),
Eine Sperre für NSDAP-Neuanträge wird verfügt, die erst am >20.4.37 aufgehoben wird. Zu den vor
„Torschluss“ eingetretenen - „Ich verspreche, als treuer Gefolgsmann des Führers die Partei mit allen
meinen Kräften zu fördern“ - zählen NSDAP-Mitgl. Nr. 1 878 921 Hans Kehrl (Industrieller, IHK-Präs.
Niederlausitz, 1936 SS, 1938 Reichswirtschaftsmin.-Generalreferent, 1939 RWM-Bevollmächtigter für
Böhmen u. Mähren, 1943 Chef Rohstoffamt Reichsrüstungsmin.), NSDAP-Genosse Nr. 2 633 930
Dr. Kurt Kiesinger (1966 BRD-Bundeskanzler), NSDAP-Genosse Nr. 2 636 406 Günther Quandt
(Industrieller, Accumulatoren-Fabrik AFA - später VARTA und Deutsche Waffen- u. Munitionsfabriken
DWM, der „entnazifiziert“ in der BRD sein Imperium ausbaut - die 12jährige Polin Sofia Czarmecka ist
8 Jahre später eine von vielen DWM-später IWK Industrie-Werke-Karlsruhe Zwangsarbeiterinnen, als
verfolgte Schülerin trägt sie zum Quandt-Familie Reichtum bei >12.12.37), NSDAP-Genosse Nr.
2 673 178 Dr. jur. Karl-Heinz Gerstner (1940-45 Mitarbeiter Dt. Botschaft Paris, 1948 Berliner Zeitung,
1973 Chefreporter, als IM „Ritter“ beim MfS erfaßt - Vater war Ministerialrat Dr. Karl Ritter und Verbin-
dungsmann zwischen AA u. Oberkommando der Wehrmacht, in Nürnberg zu 4 Jahren Haft verurteilt),
NSDAP-Genosse Nr. 2 675 123 Luitpold Steidle (1943 BDO, 1949 DDR-CDUD-Gesundheitsminister),
NSDAP-Genosse Nr. 2 732 006 Gerichtsassess. Dr. jur. Wolfgang Immerwahr Fränkel (1936 stellv.
Reichsanwalt, genannt „Fanatiker der Todesstrafe“, 1951 Bundesanwalt, 1962 Generalbundesanwalt),
NSDAP-Genosse Nr. 2 837 625 Gerichtsass. Dr. jur. Gustav Adolf Baron Steengracht v. Moyland (SA,
1936 Dienststelle Ribbentrop, 1938 Legationssekr., 1939 Leg.Rat, 1941 Min.Dir. (>4.2.38/ 31.3.43),
NSDAP-Genosse Nr. 3 430 914 Herbert v. Karajan (Dirigent, musikalisch. Leiter Opernhaus Ulm, 1935
Generalmusikdirektor, 1939
Staatskapellmeister, 1951 Dirigent bei Wieland Wagner’s 1.Nachkriegs
Bayreuther Festspielen, 1955 Direktor
Berliner Philharmoniker), NSDAP-Gen. 2 473 997 Fa. Oetker-
Pudding-Werke-Chef u. späterer
Freundeskreis Reichsführer-SS Mitgl. Dr. Richard Kaselowsky,
NSDAP-Genosse Nr. 3 204 950 IOC- u.
Freundeskreis Reichsführer-SS Mitgl. Dr. Karl F. Ritter v. Halt,
NSDAP-Genosse Nr. 2 208 548
Diplomsportlehrer Josef „Sepp“ Herberger (1936 Fußballreichstrainer,
1949 National- dann
DFB-Bundestrainer, 1962 Bundesverdienstkreuz >1./16.8.36), die Brüder Fritz,
Adolf, Rudolf Dassler (Sportartikel
Adidas/Puma), NSDAP-Genosse Nr. 2 594 441 Bodo Lafferentz
(Vereinigung
dt. Arbeitgeberverbände-Mitarbeiter, 1933 KdF-Reichamtsleiter, 1937
Geschäftsführer
Gesellschaft
zur Vorbereitung des Dt. Volkswagens GezuVor, 1939 SS-Obersturmführer,
Stab SS-
Rasse- und Siedlungshauptamt RuSHA,
VW-Hauptgeschäftsführer, 1943 Heirat mit Verena Wagner,
gründet mit NSDAP-Mitgl. Nr. 6 078
391 Wieland Wagner das Institut für physikalische Forschung
Bayreuth als KZ
Flossenburg-Außenlager), Ministerialratssohn Hans-Günther Sohl (1935 Krupp-
Rohstoffmanager, 1939 Vereinigte Stahlwerke Vorst., 1943 Reichsvereinigung Eisen-Erzbeschaffer,
1953 Generaldirektor Thyssen, 1956
Vorsitz. Wirtschaftsvereinigung Eisen- u. Stahlindustrie, 1972
BDI-Präs.), NSDAP-Genosse Nr. 3 620
600 Vikar Ingo Braecklein und Prof. Dr. Bolko v. Richthofen
(Historiker, 1933-42 Ordinarius,
„Kampfbund für deutsche Kultur“, 1942 bei Dr. Reinhard Gehlens
„Fremde Heere Ost“ und Autor vom
„Gedicht an Sowjetbürger:
Jede Minute der Nacht
kann Dich der Henker holen.
Offen dann oder verstohlen
wirst Du zur Schlachtbank
gebracht.“, 1945 Nürnberger Prozeß Verteidigungsberater, CSU, 1964
Bundesverdienstkreuz, 1969 Präs.
Gesellschaft für Vor- u. Frühgeschichte) sowie Suevia-Studenten-
corps-Mitgl. Dr. jur. Fritz Karl Ries
(1934 Gesellschafter der Flügel&Polter KG Leipzig deren Vermögen
1937 auf Dr. R. übergeht, auch die
Mitteldeutsche Gummi- u. Guttapercha-Gesellschaft MIGUIN
Edelmuth&Co Frankfurt/O., die
Herea-Gummiwerke GmbH Finsterwalde, im besetzten Polen die
Oberschlesischen Gummiwerke GmbH
Trzebinia und Gummiwerke Wartheland AG Litzmannstadt/
Lodz gehen in „Kondom-König“ Ries’
Besitz, für die mit tausenden Zwangsarbeitern erwirtschafteten
Verdienste erhält Dr. R. 1942 das
Kriegsverdienstkreuz, wird am >30.6.46 auf Volksentscheids-Basis
in der SBZ enteignet, in der ABZ als
„Mitläufer“ entnazifiziert, nach 1949 in der BRD für „Verluste“ im
Osten entschädigt und 1967 mit dem
Bundesverdienstkreuz geehrt) (>29.11.40/ 10.9.69).
Auch Dr. Hans Beyer, Dr. Karl-Heinz
Gerstner (1931-35 Jurastudium, 1933 NSDAP-Mitgl. 2 673 178,
er
erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung
der Diktatur des
Faschismus,
1936-39 Referendar, 1937 Promotion, 1938-40 Gerichtsassessor, 1940-45
Legations-
sekretär Dt. Botschaft Paris u.
Auswärtiges Amt, 1948-73 Redaktion „Berliner Zeitung“, 1957 SED
>17.12.98), Hans Gorzynski, Fritz
Karsunke, Erich Kellner, Werner Masseck, Horst Meischner u. Ernst
Pridöhl sind bereits Parteigenossen
während Dr. Charlotte Bergmann, Kurt Debes, Ilse Dietze, Anton-
Theodor Eversmann, Dr. Gerhard Fickel,
Georg Hempel, Karl-Heinz Just, Wolfgang Petermann,
Dr. Reinhard Schwarzlose, Werner
Steuwer, Erich Ullmann u. Paul Vollmert „leider“ ihre Parteibücher
erst 1937 nach Aufhebung der
Aufnahmesperre erhalten (sie finden sich später „entnazifiziert“ z.T. in
der „Nationalen Front“ als
Abgeordnete der sozialistischen DDR-Volkskammer)
02.05. unter Dr. Robert Ley`s
„Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ erfolgt die Besetzung von
Gewerkschaftshäusern, Beschlagnahme
v. Gewerkschaftsvermögen, Verhaftung von Gewerkschafts-
funktionären u.a. Theodor Leipart,
Wilhelm Leuschner, Nikolaus Bernhard
u.v.a. (Leuschner wird am
8.9.44 im Namen des Deutschen Volkes
zum Tode verurteilt, Leipart begrüßt 1946 die SPD/KPD-
Vereinigung u. wird SED-Mitglied),
Dr. Ley kommentiert „Wir treten heute in den zweiten Abschnitt der
nationalsozialistischen Revolution
ein…Gewiß, wir haben die Macht, aber wir haben noch nicht das
ganze Volk, dich Arbeiter, haben wir
noch nicht 100%ig…Du sollst auch von den letzten marxistischen
Fesseln befreit werden.“
(>10.5.33/ 19.5.33/ 20.1.34/ 12.8.44/ 20.5.46),
„Berliner Börsen-Courier“ „Alle
Führer der freien Gewerkschaften in Schutzhaft“
03.05. Erlaß zur Zulassung von Ausländern bzw. ausländischen Nichtariern zu dt. Schulen u. Hochschulen,
München, NSDAP-Ortsgruppe Bogenhausen erhebt „Einspruch…, daß in den für den Ortsgruppen-
Bezirk in Betracht kommenden Volksschulen…auch im neuen Schuljahr 1933/34 Judenkinder mit
Deutschen Kindern gemeinsam unterrichtet werden sollen.“ > verfolgte Schüler,
„Völkischer Beobachter“ „Der zweite Abschnitt der nationalsozialistischen Revolution: Säuberung der
Freien Gewerkschaften und Aufbau einer neuen Arbeiterorganisation“ (>10.5.33),
Christliche Gewerkschaften ordnen sich ins „Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ ein, die
Gewerkschaftsführer u.a. Franz Behrens, Dr. Theodor Brauer, Jakob Kaiser, Bernhard Otte werden
Mitglied im 60köpfigen „Arbeitskonvent der Deutschen Arbeitsfront“ der noch im Mai erstmals tagt
04.05. Berlin, letzte SPD-Vorstandssitzung (Vorstandsmitgl. S. Crummenerl, P. Hertz, F. Stampfer, H. Vogel,
O. Wells emigrieren/flüchten, E. Ollenhauer z.B. flieht am 6.5. nach Prag, 1938 nach Paris, 1940 nach
Spanien u. Portugal, 1941 nach Großbritannien, ist am >5./6.10.45 in Hannover)
05.05. Breslau, jüd.-dt. Autor
Walter Tausk’s Tagebuchnotiz: „In den Schulen werden jetzt die nichtarischen,
also jüdischen Kinder durch einige
Lehrer von den anderen getrennt, für sich gesetzt!..Zum
Teil haben
das die Kinder, die arischen, selbst verlangt!
Sie wurden von offenen Pöbeleien der Lehrer unterstützt,
die z.B. in der Augustaschule,
Breslau, die jüdischen Kinder nicht mit drannehmen, „weil sie ja doch
keine deutsche Geschichte verstünden,
die sie auch nichts anginge.“ > verfolgte Schüler (>24.9.38)
06.05. preuß. Kultusminister Dr. Rust’s Erlaß zur Umwandlung universitärer Pädagogischen Akademien in
„Hochschulen für Lehrerbildung“ im „Neuen (nationalsozialistischen) Geist“ (Dr. Rust: „Die Lehrpläne
der Pädagogischen Akademien lassen deutlich den Versuch des abgetretenen Regimes durchblicken,
unter den Decknamen von allerhand schönen wissenschaftlichen Dispositionen eine marxistische
Lehrerschaft zur Zersetzung des deutschen Volkes heranzuziehen…“, bis 1936 sind HfLs im Gesamt-
Reich eingeführt an denen ab 1936 auch künftige Studienräte zwei Semester absolvieren müssen)
mit nur zweijährigem Volksschullehrer-Studium (>5.12.50) unter Erfüllung der politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung (freiwilliges „Arbeitsdienst“-/„Hauswirtschafts“-Jahr
und Mitgliedschaft in einer NS-Organisation wie sie z.B. drei Jahre später von BDM-Scharführerin
Hannelore „Loki“ Glaser erfüllt werden; ex-SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidts Gattin betreibt
Wehrsportunterricht mit Kleinkaliberschießen, absolviert den Luftschutzkursus ehe sie 1937 das Abitur
besteht und von 1938-40 an einer Hochschule für Lehrerbildung, wo „Verhalten und Leistungen in der
NSDAP und ihren Gliederungen…entscheidend…auch für das abschließende Urteil (sind)“ erfolgreich
studiert - im Rahmen sozialer Kanzlergattinnen-Engagements thematisiert Pädagogin Schmidt später
nie das Schicksal jener politische Kriterien sozialistischer Begabtenförderung nicht erfüllender
verfolgter SchülerInnen) (>10.7.33/ 2.5.40/ 8.2.41/ 24.8.49),
Braunschweig; SS-Obergruppenführer Dietrich Klagges (1925 NSDAP) wird Ministerpräs. (bis 1945, in
K.’s Amtszeit führt Landespolizeileiter u. SS-Gruppenführer Friedrich Jeckeln die dt. „Geiselqote“ 10:1
ein als er am 4.7.33 im Pappelhof Rieseberg/Braunschweig zehn Unbeteiligte: Hermann Behme,
Julius Bley, Hans Grimminger, Kurt Heinemann, Reinhold Liesegang, Wilhelm Ludwig, Walter
Römling, Gustav Schmidt. Alfred Staats und Willi Steinfaß als ,Sühne’ für den Mord am SS-Mann
Gerhard Landmann erschiessen lässt (>29.8.41/ 29./30.9.1941/ 22.2.49),
Karlsruhe, Verein für das Deutschtum im Ausland VDA und Hitler-Jugend-Reichsjugendführer unter-
zeichnen Abkommen gegenseitiger Mitgliedschaft (VDA-Ehrenvors. ist Reichspräs. P. v. Hindenburg,
VDA-Bundesleiter ist Dr. Hans Steinacher) (>8.5.33/ 4.7.33/ 27.10.33/ 24.6.39/ 27.6.81)
07.05. Berlin, Preußische Akademie
der Künste, erzwungener Rücktritt von Ehrenpräs. Max Liebermann
(Zitat: „Ich kann gar nicht so viel
essen, wie ich kotzen möchte.“ L. stirbt 1935, die jüd. Witwe des
Impressionisten begeht 85jährig vor
ihrer Deportation in ein KZ Selbstmord),
jüdisch-deutschen Beschäftigten der
Reichswehr wird gekündigt
08.05. preuß. Kultusminister Dr.
Rust’s Erlaß bezüglich Schüler nichtarischer Abstammung an höheren und
mittleren Schulen („Wie ich erfahre,
sind einzelne Leiter höherer Lehranstalten bereits dazu überge-
gangen, Schüler nichtarischer
Abstammung, zum Teil auch Angehörige fremder Staaten, vom Besuch
der höheren Lehranstalten
auszuschliessen…“ (Ausführungen zum Gesetz v. 25.4.1933/ 15.7.1933)
> verfolgte Schüler,
Auslandsorganisation der NSDAP AO
wird NSDAP-Gau (Reichsdeutsche von Argentinien bis
Palästina gründen
NSDAP-Landesgruppen, Gauleiter wird ab 3.10.33 Landesgruppenleiter Südafrika
Ernst Wilhelm Bohle, 1937 ist Bohle
Staatssekr. Auswärtiges Amt; Landesgruppenleiter Schweiz ist
z.B. Wilhelm Gustloff - später
Namenspatron des KdF-Schiffes. In der Landesgruppe Frankreich wird
später z.B. Dr. jur. Christian Graf
Dönhoff für die Rückführung geflüchteter Deutscher verantwortlich –
in der BBZ/BRD schreibt der ex-NSDAP
AO-Kolonialreferent mit Goebbels-Propagandisten und
NSDAP-Mitgl. für „DIE ZEIT“)
(>2.9.36/ 21.3.46),
KZ Dachau, der gefolterte
KPD-Reichstagsabgeordnete Hans Beimler ermordet einen Aufseher und
flieht in dessen Kleidung (1936
stirbt Beimler im spanischen Bürgerkrieg - in der DDR werden Straßen,
Fabriken, ein Orden und Kindersoldaten-Wettkämpfe
nach ihm benannt) (>01.1967)
09.05. Beschlagnahme des noch nicht ins Ausland gebrachten SPD-Vermögens (>22.6.33/ 18.7.33),
Hanns Lilje’s u. Walter Künneth’s „Aufruf der Jungreformatorischen Bewegung zum Neubau d. Kirche“
u.a. „Wir fordern, daß die evangelische Kirche in freudigem „JA“ zum neuen deutschen Staat den ihr
von Gott gegebenen Auftrag…erfüllt“ lehnen aber „grundsätzlich die Ausschließung von Nichtariern
aus der Kirche ab“ (>21.10.44)
10.05. Gründung Deutsche
Arbeitsfront unter Dr. Robert Ley (Zitat: „Die Arbeit ist nicht des Lohnes und
des
Geldverdienens wegens da, sondern die
Arbeit ist Selbstzweck, und die gerechte Entlöhnung ist eine
notwendige Anerkennung für die
Leistung.“), wird mit ca. 23 Mio. Mitgl. größte NSDAP-Organisation
(Beitragsaufkommen in 1939 RM 539 000
000), §1 Die DAF ist die Organisation der schaffenden
Deutschen der Stirn und der Faust…§3
Die DAF ist eine Gliederung der NSDAP. §4 Die Führung der
DAF hat die NSDAP…(Handwerks- und
Handelskammern ordnen an, daß „nur noch Lehrlinge einge-
stellt werden, die Mitglied der HJ
oder des BDM sind, andernfalls das Lehrverhältnis nicht anerkannt
wird…“) (>28.4.1934/ 24.10.1934/ 19.3.1940/
15.6.1945/ 9./11.2.1946),
Tag der Bücherverbrennung an allen
deutschen Universitäten unter Teilnahme von Rektoren und
Professoren, als Auftakt zur
Verbrennung „marxistisch jüdischer“ Bücher (ein Plakattext „Vergesst die
Bibel nicht, auch sie ist jüdisches
Geistesgut!“) in Berlin hält Prof. Dr. Alfred Bäumler, Ordinarius für
Politische Pädagogik eine Vorlesung
über die nationalsozialistische Revolution und ihre geistigen und
philosophischen Grundbedingungen (in
der sozialist. Diktatur des Proletariats DDR werden Schriften,
die „den moralischen und politischen
Anschauungen der Werktätigen widersprechen“ illegale „Schund-
und Schmutzliteratur“, Verordnungen
v. 15.9.55, 26.3.69, § 146 StGB 1968, das sozialistische Buch-
wesen, der Leipziger Kommissions- und
Großbuchhandel, der „Volksbuchhandel“ u. der Schriftsteller-
verband der DDR regeln Einzelheiten,
da „die Kunst, die Wissenschaft und ihre Lehre frei“ sind!)
(>26.10.33/ 17.8./1.9.34/ 15./17.3.51/ 22./25.5.52/ 15./18.12.65/ 1.6.66/ 3.4.68/ 11.4.68),
Berlin, Opernplatz,
Reichspropagandamin. Dr. Goebbels „Brandrede“: „Und deshalb tut ihr gut daran,
um diese mitternächtliche Stunde den
Ungeist der Vergangenheit den Flammen anzuvertrauen. Das
ist eine starke, große und
symbolische Handlung, eine Handlung, die vor aller Welt demonstrieren soll:
Hier sinkt die geistige Grundlage der
November-Republik zu Boden. Die deutsche Volksseele kann
nun wieder selbst zum Ausdruck
kommen. Diese Flammen werfen ihr Licht nicht allein auf das Ende
einer vergangenen Ära, sondern auch
auf den Beginn einer neuen.“,
Dresden, Dr. phil. Wilhelm Hartnacke (NSDAP) wird für deutsche Schlichtheit gegen ,Bildungsinflation’
agierender sächs. Kultusminister (Zitat: „Die Entartung der Schule zu einem Berechtigungsinstitut muß
ein Ende haben.“) > verfolgte Schüler (>15.6.53/ 14.3.63/ 1.7.63/ 4.12.2001),
Frankfurt/M., Pädagogische Akademie,
NS-Pädagoge Prof. Dr. Ernst Krieck: „Das Studentenfreikorps
lädt die Gesamtheit des
Professorenkollegiums zu der Verbrennung d. marxistischen u. korruptionisti-
schen Schriften ein, die
Mittwochabend, den 10. Mai, auf dem Römerberg stattfinden wird. Die Stu-
denten würden es im Hinblick auf die
große symbolische Bedeutung dieser Zeremonie begrüßen, die
Gesamtheit d. Professorenschaft dort
zu sehen. Ich lade daher die Kollegen ein, zahlreich daran teil-
zunehmen. Abmarsch: von der
Universität auf den Römerberg Mittwoch, 20 Uhr, mit Musik. Die
Korporationen werden in Uniform daran
teilnehmen, ebenso die SA-Bataillone.“ -„Brandredner“ ist ev.
Studentenpfarrer Otto Fricke (später
„Bekennde Kirche“ und Helfer für Rassenhygieniker Verschuer)
12.05. „Westdeutscher Beobachter“
„Die neuen Bestimmungen über Beamte, Ärzte und Anwälte reinigen
das öffentliche Leben von
nichtarischen, fremdgearteten Elementen“ schreibt u.a. der „Staatsrechtler
des neuen Reiches“ Prof. Dr. Carl
Schmitt (1910 Promotion, Autor „Über Schuld und Schuldart“, 1914
Autor „Der Wert des Staates und die
Bedeutung des Einzelnen“, 1916 Habilitation, ab 1921 Professor
in Greifswald, Bonn, Köln und Berlin,
lehrt die späteren NS-Staatsrechtler Ernst Forsthoff, Ernst Huber
und Theodor Maunz, 1922 Autor
„Politische Theologie“, 1924 Autor „Diktatur des Reichspräsidenten“,
1926 Autor „Die Kernfrage des
Völkerbundes“, Rechtsberater der Reichskanzler Kurt v. Schleicher u.
Franz v. Papen, 1928 Autor
„Verfassungslehre“/ Neuauflage 1970, 1.5.1933 NSDAP-Mitgl., 06.1933
im Führerrat Akademie für Deutsches
Recht, 07.1933 Preuß. Staatsrat, 1934 Hauptschriftleiter der
Deutsche
Juristen Zeitung des Bundes Nationalsozialistischer Dt. Juristen BNSDJ, 1934
rechtfertigt
Katholik Schmitt in der DJZ die Morde der Röhm-Affaire - zu
deren Opfern das befreundete Ehepaar
v. Schleicher gehören - mit „Der
wahre Führer ist immer auch der Richter“, ebenfalls 1934 schreibt S.
in der „Juristischen Wochenschrift“
„Das gesamte heutige deutsche Recht…muß ausschließlich und
allein vom Geist des
Nationalsozialismus beherrscht sein…Jede Auslegung muß eine Auslegung im
nationalsozialistischen
Sinne sein.“ und in der Deutschen
Juristischen Zeitung „Heute wird jeder den
Satz: Kein Verbrechen ohne
Strafe…gegenüber dem Satz: Keine Strafe ohne Gesetz…als die höhere
und stärkere Rechtswahrheit
empfinden“, 1935 nennt S. die Nürnberger Rassegesetze „Verfassung
der Freiheit“, 1936 „Das Judentum in
Rechts- u..Wirtschaftswissenschaft“-Kongreßvorsitz., 1937 z.T.
Ämterverlust, 1939 Autor
„Völkerrechtliche Großraumordnung“, 1940 Autor „Positionen und Begriffe“:
„Der Führer schützt das Recht vor dem
schlimmsten Mißbrauch, wenn er…Kraft seines Führertums
als Oberster Gerichtsherr unmittelbar
Recht schafft“, 1950 Autor „Die Lage der europäischen Rechts-
wissenschaft“, 1954 Autor „Gespräch
über Macht und den Zugang zu Machthabern“, 1956 Autor
„Hamlet oder Hekuba“, 1959
veröffentlichen ex-NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Hans Barion (kath. Theologe),
Prof. Dr. Ernst Forsthoff u. Prof.
Dr. Werner Weber die „Festschrift für Carl Schmitt zum 70.Geburtstag
dargebracht von Freunden u.
Schülern“. Am 16.12.66 wird über einen von Deutschlands Besten
Christen, dem intellektuellen
Opportunisten Schmitt in der „Frankfurter Rundschau“ gemeldet, er sei
zu Zeiten der Großen Koalition der
„heimliche staatsrechtliche Berater“ Bundeskanzler Kiesingers - ein
Dementi erfolgt nicht) (>4.7.1940/
1.12.1966/ 7.11.1968)
15.05. Tübingen, „Juden und Fremdrassigen ist der Zutritt
zum städtischen Freibad zu verwehren.“
17.05. Reichstag, A. Hitler
spricht im Rahmen einer Friedensresolution zur Außenpolitik und Abrüstung, mit
einer Neuheit im dt.
Parlamentsprotokoll -Zustimmung durch Erheben von den Plätzen zu deklarieren -
wird nicht ohne Verwunderung
registriert, daß die noch teilnehmenden 65 SPD-MdR unter Paul Löbe
sich entgegen der Empfehlung der
Exil-SPD erheben und eine Loyalitätserklärung für Hitler abgeben
18.05. Deutsche Evangelische
Kirche gegründet (Zusammenschluß bisheriger Landeskirchen) (>10.7.1933),
Deutscher
Anwaltsverein tritt Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ bei
(>21.5.33/ 30.9.33)
19.05. Reichstag akklamiert Gesetz zum Schutze der nationalen Symbole und Gesetz über Treuhänder der
Arbeit, §1 Der Reichskanzler ernennt auf Vorschlag…Treuhänder… §4 Treuhänder…sind an Richt-
linien und Weisungen der Reichsregierung gebunden.“
20.05. „Westfälische Zeitung“ berichtet über „Fahnenweihe“ darunter auch die Fahne der Reichsbahn-SS
Bielefeld: „Dann weihte Parteigenosse Pfarrer Niemöller die drei neuen Hakenkreuzfahnen...Mit
erhobenen Händen gelobte man dem Wahrzeichen der Einigkeit, der Hakenkreuzfahne, die Treue.
Die Fahnenweihe klang aus im Horst-Wessel-Lied.“
05. Gründung von Dr. H. Schacht’s „Scheinfirma“ Metallurgische
Forschungsgesellschaft mbH mit
Reichsbank- und Reichswehrvorstand
und RM 1 000 000 Grundkapital von fünf Industriekonzernen
u.a. Krupp, Siemens, Rheinmetall, Gutehoffnungshütte
zur verschleierten Teilfinanzierung der nach
dem Vertrag von Versailles hohen
illegalen Rüstungsausgaben mittels vom Reichsfinanzministerium
mit 4% verzinster sog. MeFo-Wechsel
(zum Fälligkeitstermin 1938 nicht gedeckte Wechsel von ca.
RM 12 000 000 000) (>7.1.39),
„Deutsche Juristenzeitung“ „Die
restlose Ausrottung des inneren Feindes gehört zur deutschen Ehre.
An ihr kann der Richter durch
großzügige Auslegung der Strafprozeßordnung teilnehmen.“,
Bayerischer Heimat- und Königsbund, Landesleiter Georg Enoch von und zu Guttenberg verbreitet
Aufruf „An die königstreuen Bayern!“ u.a. „Geduld verlangt diese Zeit von uns. Wir dürfen sie auch
haben; denn diejenigen, die sie uns von Staats wegen befehlen, sie arbeiten an einem guten Ziel: Es
gilt den nationalen Willen im ganzen deutschen Volke zu erneuern…Betrachten wir die Arbeit, vor der
Hitler steht. Das Vertrauen des deutschen Volkes hat ihm ermöglicht, die Lösung seiner Aufgabe in
einem Zuge über das ganze Reich in Angriff zu nehmen. Eine geschichtliche Fügung, die der Opfer
wert ist. Bayern bringt sie bewußt der gemeinsamen deutschen Sache…Wir sind bereit, das Unsrige
dazu zu tun…Wir ordnen uns ein, um dem Ganzen zu dienen. Einordnen aber heißt nicht aufgeben.
Schweigen für eine Zeit kann die Treue, aber verleugnen wird sie sich niemals. Und wenn einer wie
Hitler dem Volke seine besten Kräfte zurückgeben soll, dann vertrauen wir, daß er dem Bayern seine
Treue nicht nehmen will…“ (07.1933 löst v. Guttenberg den BHKB auf, bei Röhm-Affaire vom 30.6.34
wird v. Guttenberg für Monate inhaftiert, 1940 stirbt der Vater des späteren CSU-Staatssekretärs
Karl Theodor von und zu Guttenberg als Kapitänleutnant der in Bremerhaven zum Truppentransporter
umgebauten
SS „Europa“) (>22.4.38),
Prof. Dr. Max Planck, Präs.
Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, an A. Hitler: „Die zur 22.Ordentlichen Haupt-
versammlung der KWI-Gesellschaft zur
Förderung der Wissenschaften versammelten Mitglieder be-
ehren sich, dem Herrn Reichskanzler
ehrerbietige Grüße zu übersenden u. hierdurch feierlich zu gelo-
ben, daß auch die deutsche
Wissenschaft bereit ist, am Wiederaufbau des neuen nationalen Staates,
der ihr Schutz und Schirmherr zu sein
gewillt ist, nach besten Kräften mitzuarbeiten.“ (>14.7.33)
21.05. Deutscher Richterbund DRB tritt Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ bei („Der Deutsche
Richterbund sieht seine Hauptaufgabe…in der Mitwirkung des gesamten Richtertums an der Neuge-
staltung des deutschen Rechts und der deutschen Rechtsordnung, die in Zukunft von einem Reichs-
richtertum getragen sein soll. Frei von Fesseln, entsprechend dem germanischen Richterideal, muß
der Richter jeder Vergewerkschaftung oder Verfachschaftung entzogen bleiben.“ - auch der Tübinger
Landgerichtsrat u. Dozent für Staatsrecht Prof. Dr. Karl Schmid, 1940-44 Kriegsverwaltungsrat bei der
Oberfeldkommandantur Lille/Frankreich, 1945 zu Prof. Dr. Carlo Schmid gemausert und Württemberg-
Hohenzollernscher SPD-Regierungschef, 1948-49 Parlamentarischer Rat, 1949-72 SPD-MdB, 1966-
69 Bundesminister f. Angelegenheiten d. Bundesrates) (>30.9./3.10.33/ 1.9.48/ 9.1.51/ 9.5.58/ 8.6.60)
22.05. Luxemburg, westdeutsche
Fußballmannschaft wird nach ihrem Hitler-Gruß ausgepfiffen
25.05. KPD-MdR Wilhelm Pieck flieht nach Paris (07.1945 kehrt er nach Berlin zurück u. wird KPD-ZK-Vors.)
(>3./15.10.35),
Berlin, Protesterklärung der Zeugen Jehovas an Reichsregierung (>7.10.34/ 10.7.50)
26.05. Gesetz über die Einziehung kommunistischen Vermögens (Beginn politisch motivierter Enteignungen,
entwickelt sich über Arisierung jüd. Sach- u. Geldvermögens, Einziehung „volks- und staatsfeindlicher“
Vermögen im Dt. Reich, Österreich, Tschechien, Polen, Frankreich, Belgien und Niederlanden, den
Zwangsanleihen u. der Besitznahme fremdstaatl. Goldreserven zur größten Besitzumverteilung der dt.
Geschichte, gefolgt von Profit aus Zwangsarbeit, vom Besitzwechsel bei Bodenreform / Enteignungen
in SBZ/DDR) (>18.7.33/ 18.11.38/ 12.5.39/ 4.10.39/ 29.5.41/ 2.9.45/ 8.2.49/ 29.10.45/ 03.1994)
28.05. Freie Stadt Danzig; NSDAP-Wahlsieg mit absoluter Volkstag-Mehrheit durch ca. 95% dt. Wähler
29.05. Berlin,
Führerstellvertreter Rudolf Heß trifft Wirtschaftsvertreter u.a. Carl v.
Siemens, Fritz Thyssen,
Hugo Stinnes, Deutsche Bank-Direktor
Emil Georg v. Stauß u. Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach,
letzterer schreibt am gleichen Tag an
Reichsbankpräs. Dr. Hjalmar Schacht: „…habe ich kürzlich in
einer Besprechung mit Herrn
Reichskanzler…vorgeschlagen, alle Sammlungen seiner Partei in einer
großen Sammlung zu konzentrieren, die
gleichmäßig und im richtigen Verhältnis zu ihrer Belegschaft
möglichst alle Firmen der
deutschen Wirtschaft einschl. Landwirtschaft und Bankenwelt trifft…“
30.05. Reichsverband der Deutschen
Industrie RDI-Präsident Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach wird
Vorsitz. des „Adolf-Hitler-Spende der
deutschen Wirtschaft“-Kuratorium (unterstützt durch die von
G. Krupp u. Dr. Carl Köttgen
geleitete „Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände“ beträgt das
Spendenaufkommen 1933 RM 36 000 000
u. bis 1945 RM 700 000 000! Jeder Unternehmer spendet
5 Promille der Jahreslohn- u.
Gehaltssumme zugunsten der NSDAP. Zur Umrechnung kann der später
von der Bundesbank berechnete RM 1:DM
5,9 Kurs verwendet werden) (>10.6.49/ 20.6.48/ 30.3.54),
Schweiz; Genf, Völkerbund
verurteilt deutsche antisemitische Politik und entscheidet zugunsten einer
Petition des jüdischen Oberschlesiers
Franz Bernheim der durch antisemitische Maßnahmen seinen
Arbeitsplatz verlor, das Deutsche
Reich wird verpflichtet den Rechtszustand wiederherzustellen, der
vor dem 30.1.1933 in Oberschlesien
galt. Bis zur Gleichschaltung Oberschlesiens 1937 besitzen
jüdische Deutsche hier bürgerliche
Rechte (>14.10.33/ 26.9.95)
31.05. Reichsregierung befreit
neue(!) KFZ von der Steuer (Abarten dieser Politik gibt es noch heute)
01.06. Gesetz zur Verminderung der
Arbeitslosigkeit („maßgebend von…Alt-Pg. Fritz Reinhardt, 1928-30
Gauleiter Oberbayern, 1928-33 Leiter
NSDAP-Rednerschule, seit 1933 Staatssekretär i. Reichsfinanz-
ministerium geschaffen“, u.a. werden
Arbeitsplätze berufstätiger Frauen mittels RM 1 000-Ehestands-
darlehen, RM 600-Ausstattungshilfen
mit z.T. betrieblichen Massenhochzeiten zugunsten v. Männern
„freigemacht“ bzw. werden Frauen in
die Hauswirtschaft „überführt“. 1935 wird zudem erstmals die
Arbeitslosen-Statistik/ -erfassung
verändert) (>20.9.33/ 23.12.38),
Gesetz zur Minderung der
Arbeitslosigkeit u.a. mit zinslosen Einkaufsgutschein-Ehestandsdarlehen
(mit jedem Kind reduziert sich die
Tilgung um 25%, nach 4 Kindern ist das Darlehen „abgekindert“)
02.06. Hamburg, Gründung „Deutsche Rechtsfront“ unter Dr. jur. Hans Frank,
Verordnung über Tätigkeit von Zahnärzten u. -technikern bei Krankenkassen (Nicht-Arier-Ausschluß)
03.06. Fuldaer Bischofskonferenz,
Hirtenbrief mit Bekenntnis zum NS-Staat ohne „versteckten Vorbehalt“
u.a. „…Wir wollen dem Staat um keinen
Preis die Kräfte der Kirche entziehen und wir dürfen es nicht,
weil nur die Volkskraft und die
Gotteskraft…uns erretten…kann. Ein abwartendes Beiseitestehen oder
gar eine Feindseligkeit der Kirche
dem Staate gegenüber müßte Kirche u. Staat verhängnisvoll treffen“
und „Zu unserer großen Freude haben
die führenden Männer des neuen Staates ausdrücklich erklärt,
daß sie sich selbst und ihr Werk auf
den Boden des Christentums stellen. Dies ist ein öffentliches,
feierliches Bekenntnis, das den
herzlichen Dank aller Katholiken verdient. Nicht mehr soll also der
Unglaube und die von ihm entfesselte
Unsittlichkeit das Mark des dt. Volkes vergiften, nicht mehr der
mörderische Bolschewismus mit seinem
satanischen Gotteshaß die deutsche Volksseele bedrohen
und verwüsten…Es fällt deswegen uns
Katholiken auch keineswegs schwer, die neue starke
Betonung der Autorität im deutschen
Staatswesen zu würdigen und uns ihr mit jener Bereitschaft zu
unterwerfen, die sich nicht nur als
eine natürliche Tugend, sondern wiederum als eine übernatürliche
kennzeichnet, weil wir in jeder
menschlichen Obrigkeit einen Abglanz der göttlichen Herrschaft und
eine Teilnahme an der ewigen Autorität
Gottes erblicken…“ (>20.7.33/ 1.7.49/ 23.4.50/ 28.7.50)
05.06. Vatikan/Österreich;
Konkordat durch Kardinalstaatssekr. E. Pacelli, den österreich. Bundeskanzler
Dr. E. Dollfuß und Justizminister Dr.
K. Schuschnigg unterzeichnet (>20.7.33)
06.06. Westdeutsche Spielervereinigung führt
„Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“ beim Fußball ein (>7.8.33)
08.06. USA; New York, der
jüd.-amerik. Boxer Max Baer schlägt ev.-deutschen Boxer Max Schmeling k.o.
(aus Protest gegen die Judenverfolgung
in Deutschland trägt Baer Boxershorts mit Davidstern)
8./11.6. München; 1.dt. Gesellentag der kath. Arbeiterjugend, ca. 25 000 Teiln., in seiner Rede sagt der kath.
Gesellenverein-Generalsekr. Dr. Johannes Nattermann u.a. „Wiederum hat die dt. Nation den Schild
des heiligen Reiches gegen Unglauben u. Heidentum geführt. Wiederum war das dt. Volk seiner
Sendung treu. So, deutsche Jugend, deute ich die Stunde unserer Gegenwart…“ (die SA verprügelt
hunderte Teiln. Dr. N. schreibt: „Gott-Volk-Reich. Das Buch vom 1.deutschen Gesellentag“) (>13.8.33)
09.06. Hamburg, Deutsche
Halbschwergewichtsboxmeisterschaft, der Sinto Johann Wilhelm Trollmann siegt
über Adolf Witt (Trollmann wird der
Titel aberkannt, 1938 wird er sterilisiert, 1942 ins KZ Neuengamme
eingeliefert u. am 9.2.43 ermordet;
fast 70 Jahre später erklärt der Deutsche Boxverband „Nach
reichlicher Prüfung werden wir die
deutsche Meisterschaft des Jahres 1933, die Herr Trollmann in
einem Meisterschaftskampf errungen
hat, als solche würdigen und ihn in unsere Listen aufnehmen.")
11.06. Universität Münster,
Audiomax, der kath. Dogmatiker Prof. Dr.
der kath.-theolog. Fachschaft für
Angehörige aller Fakultäten über „Begegnungen zwischen kath.
Christentum und
nationalsozialistischer Weltanschauung“ u.a. „Da im Hintergrund aller
Geschichte der
göttliche Wille steht, können wir aus
der Geschichte ohne Furcht uns zu täuschen ablesen, daß Gott
dem deutschen Volke eine der größten
Aufgaben zudachte“ über die „selbstverständliche Forderung
der Zeit “ sich nicht nur
„rückhaltlos in den neuen Staat einzuordnen, sondern auch die geistigen
Grundlagen der
nationalsozialistischen Weltanschauung zu würdigen“ damit „der Bau des Reiches
gelingt…das sein wird eine
Opfergemeinschaft von unerschütterlich in Gott gegründeten, aus dem
deutschen Volkstum genährten, demütig
auf Gott vertrauenden, ihrer Verantwortung bewußten, von
Christus geformten deutschen
Menschen.“ Der vielbeachtete Vortrag wird in Heft 1, der „dem Aufbau
des Dritten Reiches aus geeinten
Kräften des nationalsozialistischen Staates und des kath. Glaubens“
dienenden
Schriftenreihe „Reich und Kirche“ veröffentlicht (1945 hält Prof. S. an der
Uni. München
Vorlesungen über das „Wesen des
Christentums“ - ab 1951 gehört der spätere Kardinal Joseph
Ratzinger zu seinen Schülern, 1954
veröffentlicht Prof. S. diese Thesen in Ettal bereits in 3.Auflage!)
12.06. Gesetz gegen den Verrat d. deutschen Volkswirtschaft (Meldepflicht: Auslandskonten, Devisen über
RM 200) (>8.3.34/ 17.7.34/ 8.11.34/ 5.12.34/ 23.10.35/ 23.11.35/ 12.12.38/ 7.2.56/ 11.7.56/ 20.9.61)
12.6./27.7. Großbritannien;
London, Weltwirtschaftskonferenz, Reichswirtschaftsmin: Dr.
Alfred Hugenberg
(DNVP) überreicht (später)
veröffentlichtes Memorandum mit seinen Forderungen nach deutschem
Lebensraum im Osten u. Rückgabe dt.
Kolonien in Afrika (>28.6.33/ 5.5.34/ 5.11.37/ 18.7.49)
13.06. Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD wird „Reichsstelle für akadem. Auslandsarbeit“ unter
SS-Gruppenführer Ewald v. Massow, u.a. mit SA-Chef Ernst Röhm, Alfred Rosenberg (>04.35/ 5.8.50)
14.06. Reichsfilmkammergesetz zur „Gleichschaltung“ der Filmwirtschaft (>22.9.33/ 1937/ 7.8.52)
15.06. Berlin, SPD-Vorstände um Paul Löbe widerrufen Prager SoPaDe-Exilvorstands-Erklärungen,
KZ Breitenau-Guxhagen b. Kassel auf Gelände der Landesarbeitsanstalt eröffnet (1940 Gestapo-
Arbeitserziehungslager, ca. 9 000 Häftlinge, der jüngste ist 12 Jahre) > verfolgte Schüler (>23.6.33)
16.06. Berlin, Opernplatz,
Deutsche Studentenschaft-Kundgebung, Staatskommissar u. preuß. Bildungsmin.
Dr. Rust verkündet neuen Studententyp
und den studentischen Arbeitsdienst, dies sei „die wahre
große praktische Schule…, denn hier
hört die Belehrung und das Wort auf und die Tat beginnt…Wer
im Arbeitsdienstlager versagt, der
hat das Recht verwirkt, Deutschland als Akademiker führen zu
wollen.“ (>28.2.58) (freiwilligen
studentischen Arbeitsdienst leisten z.B. Hanns-Martin Schleyer, 1.7.33
SS, 1.5.37 NSDAP/Leiter Studentenwerk
Heidelberg, 1938 Leiter Studentenwerk Innsbruck, 1939
Promotion, 1941 Leiter Studentenwerk
Prag, 1943 Zentralverband der Industrie f. Böhmen u. Mähren,
1948 als „Mitläufer“ entnazifiziert,
1951 Daimler Benz, 1963 Vorst. Daimler Benz AG, 1973 BDA-Präs.
oder Hans Rößner, 1933 SA, 1934
SD/SS, 1936 Beteiligung Thomas Mann Ehrendoktorwürde-Aber-
kennung, Promotion, 1940
Reichssicherheitshauptamt Abt.-Leiter IIIc3 „Volkskultur und Kunst“, 1941
beamteter Sturmbannführer, 1943 Zitat
Rößner „Der Jude nistet sich dort ein, wo das sog. kulturelle
u. geistige Leben…sich ein eigenes
Reich zu schaffen im Begriff war.“,1948-53 Lektor Stalling Verlag,
1953-58 Verlagsleiter Insel-Verlag, danach
Verlagsleiter Klaus Piper-Verlag München, hier betreut er
die jüd. Autorin Hannah Arendt!
Erstmals wird das 4.Semester ’33 zum studentischen Arbeitsdienst
eingezogen, in Folge wird Universitätszulassung
von ½jähriger Dienstpflicht - 4 Monate Arbeitsdienst,
2 Monate SA-Lagerdienst - abhängig
gemacht um die politischen Kriterien
nationalsozialistischer
Begabtenförderung
der Diktatur des Faschismus zu erfüllen. In bester deutscher Tradition
erfüllt
ex-Sozialistisches
Hochschulbund-Mitgl., Ökonomie- u. Jura-Student Karl Schiller diese Kriterien.
Er
tritt Juni ’33 dem
Nationalsozialistischen Dt. Studentenbund NSDStB bei, 1935 promoviert SA-Mann
Schiller in Heidelberg u. leitet 1935-41
am Institut für Weltwirtschaft Kiel eine Forschungsgruppe, am
1.5.1937 wird Dr. Schiller
NSDAP-Genosse Nr. 4 663 250 und 1938 NSDAP-Ortsgruppenleiter, 1939
habilitiert Dr. S. an der Uni. Kiel
u. wird Nationalsozialistischer Dt. Dozentenbund NSDDB-Mitgl., 1941-
45 wird Prof. Dr. S. dekorierter
Ostfront-Wehrmacht-Oberstleutnant, 1944 Ernennung als Professor für
Nationalökonomie Uni. Rostock. Der
„Braunschweiger“/„Wendehals“-Uni. Kiel-Gastprofessor von 1946
-zum SPD-Genossen gewandelte- nach
Schleswig-Holsteins Landtagswahl ’47 als Wirtschaftsmin./
Staatssekr. von der SPD berufene
Prof. Schiller scheitert wg. seiner NS-Vergangenheit am Einspruch
der brit. Militärregierung. Er wird am
23.5.47 Professor für Volkswirtschaft Uni. Hamburg u. Leiter des
Instituts für Außenhandel u.
Überseewirtschaft, 9.10.48 Wirtschafts- u. Verkehrssenator Hamburg, bis
1957 Bürgerschafts-Mitgl., 1961-65
Wirtschaftssenator Berlin, 1964-72 SPD-Präsidium, 1965-72 MdB,
1968-72 SPD-Wirtschafts- u.
Finanzminister, Zitat Prof. Dr. K. Schiller -nach G. Schröder: „Man kann
die Pferde zur Tränke führen, saufen
müssen sie selber.“) (>29.6.33/ 4.5.65/ 1.12.66/ 15.7.69),
Preuß. Volkszählung mit Erfassung
(auch jüd.) Religionszugehörigkeit durch 500 000 nationalgesinnte
Mitarbeiter (für RM 1 350 000
überträgt IBM-Tochter Dehomag mit Hilfe hunderter Zeitarbeitskräfte die
Erfassungsbogen auf 60spaltige
Hollerith-Karten, Spalte 22/Zeile 3 = Jude) (>1.1.37/ 28.6.37/ 17.5.39)
17.06. Baldur v. Schirach wird
Jugendführer des Deutschen Reiches (HJ/ NS-Schülerbund, bis 6.1934 auch
für Nationalsozialistischer Deutscher
Studentenbund NSDStB verantwortlich); Zitat: „Die HJ ist eine
weltanschauliche
Erziehungsgemeinschaft“, der „Großdeutsche Jugendbund“ unter seinem Führer
Vizeadmiral Adolf v. Trotha wird
aufgelöst (v. Trotha kämpfte 1900 als Kapitänleutnant mit den dt.
Eingreiftruppen beim Boxeraufstand
gegen die Chinesen (> 4.6.1941), war ex-Stabschef der dt. Hoch-
seeflotte im 1.Weltkrieg, 1921 Führer
des Dt.-Nationalen und späteren Großdeutschen Jugendbundes,
1933 preuß. Staatsrat, er wird nun Vors. des NS-Reichsbundes dt.
Seegeltung und des Seegeltungs-
instituts Magdeburg, Senator der Dt.
Akademie München, 1936 Ehrenführer der Marine-Hitler-Jugend
u. 1939 zum Admiral befördert) > verfolgte Schüler (>7.3.46/ 13.12.48), zeitgenössisches
HJ-Lied:
Es zittern die morschen Knochen Und liegt vom Kampfe in Trümmern,
Der Welt vor dem roten Krieg. Die ganze Welt zuhauf,
Wir haben die Knechtschaft gebrochen, Das soll uns den Teufel kümmern,
Für uns war's ein großer Sieg. Wir bauen sie wieder auf.
Wir werden weiter marschieren, Wir werden weiter marschieren,
Wenn alles in Scherben fällt, Wenn alles in Scherben fällt,
Denn heute, da hört uns
Deutschland Denn heute, da hört uns
Deutschland
Und morgen die ganze Welt. Und morgen die ganze
Welt..(Hans Baumann, kath. HJ-Poet
u.a. auch der Hitler-Jugend-Lieder
„In den Ostwind hebt die Fahnen“. „Nun laßt die Fahnen fliegen“,
Jungvolk-Führer, Mitglied
Reichsjugendführung, 1941 Dietrich-Eckart-Preis, 1942 verfasst Einleitung
zur Hitler-Broschüre „Der Retter
Europas“, nach 1945 erfolgreicher Jugendbuchautor, Baumann-
Lieder werden in westdeutschen
Schulen, von Gewerkschaften und Bundeswehr gesungen, 1956 F.-
Gerstäcker-Preis, 1959
Gerhart-Hauptmann-Preis der Berliner Freien Volksbühne/ 1962 aberkannt),
Schwerin, Mecklenburgs
Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt droht bei HJ-Treffen mit Verbot sämt-
licher, auch kirchlicher, Jugendbünde
und Enteignung ihrer Einrichtungen (>16.2.34/ 4.3.34/ 28.4.53)
18.06. CSR; Prag, „Neuer Vorwärts“ SPD-Emigranten
fordern Daheimgebliebene auf „Zerbrecht die Ketten!“
19.06. Österreich;
Regierung Dr. Dollfuß verbietet die Nationalsozialistische Partei Österreichs
(>17.2.34)
20.06. Düsseldorf, der afro-dt. Hilarius Gilges wird verhaftet und ermordet (>7.2.35/ 1936/ 24.5.40/ 31.5.40)
21.06. Berlin, „Köpenicker
Blutwoche“, wg. ca. 27 000 Köpenicker SPD- u. KPD-Wahlstimmen soll hier polit.
Widerstand mit Hilfe brutaler
SA-Übergriffe gebrochen werden, nachdem ein SPD-Mitglied zwei in sein
Haus eingedrungene SA-Männer
erschießt wird sein Vater mit einem Bruder in gleicher Nacht von SA-
Männern im Schuppen ihres Hauses
gehenkt (Schütze Anton Schmauch stirbt am 16.1.34 als Folter-
opfer im Polizeikrankenhaus), viele
Köpenicker Wohnungen werden in Folgetagen von der SA durch-
sucht, ca. 500 Menschen werden
verschleppt, gefoltert, ca. 90 - u.a. Erich Janitzky, Paul v. Essen, Dr.
Georg v. Eppenstein, ex-Min. Präs.
Johannes Stelling- werden ermordet) (>27.6.33/ 19.7.50)
22.06.
Friedrich-Ebert-Stiftung, die
jungen, befähigten und die politischen Kriterien der SPD erfüllenden
Arbeitern Stipendien/Studienbeihilfen gewährte) (>25.6.33/ 6.5.45/ 21./22.4.46/ 23.8.61/ 4./5.5.2001),
Deutsche Arbeitsfront-Führer Dr. Robert Ley erklärt „sog. katholische u. evangelische Arbeitervereine
sind als Staatsfeinde zu betrachten…“
23.06. „Kasseler Post“ „Eine
Stunde unter Schutzhäftlingen. Besuch im Konzentrationslager Breitenau“,
Berlin, Dr. August Jäger
(Pfarrerssohn, Landgerichtsrat, 1.3.33 NSDAP) wird preuß. Staatskommissar
für Kirchen (er enthebt im Juli 1933 Generalsuperintendent
Otto Dibelius seiner Ämter, 1938 Senats-
präs. Kammergericht Berlin, 1939
stellvert. Chef Zivilverwaltung Poznan/Posen, 1940 Regierungspräs.
und stellvertr. Reichsstatthalter
Wartheland, hier nutzt er seine (kirchen)politischen Ansichten gemein-
sam mit Arthur Greiser, trotz
Gnadengesuches von Otto Dibelius wird Dr. J. wg. Kriegsverbrechen und
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
am 17.6.49 in Posen hingerichtet) (>10.7.40/ 14.7.46),
SPD-Vorstände Paul Löbe, Max Westphal, Franz
Künstler und Paul Szillat kommen in KZ-„Schutzhaft“
24.06. Preußen verbietet als
letztes Land die Zeugen Jehovas auf Grund der Verordnung zum Schutze von
Volk und Vaterland vom 28.2.1933 >
verfolgte Schüler (>12.12.36/
31.8.50)
25.06. Verhaftung des jüd. SPD-MdR Ernst Heilmann (nach 7jähriger Odyssee durch Gestapo-Lager und KZ
wird er 1940 im KZ Buchenwald ermordet; Sohn Peter Heilmann wird im Dt. Reich aus politischen und
rassischen Gründen das Studium versagt) > verfolgte Schüler (>11.11.33/ 23./26.5.47/ 3.7.58)
26.06. Gründung der „Akademie für Deutsches Recht“ zur Umsetzung nationalsozialistischen Programms
auf dem Gebiet des Rechts (Rechtsreform im NS-Sinn) (ab 7.1934 öffentl. Körperschaft), Präsidenten:
Dr. Karl Lasch, Dr. Hans Frank, Dr. Otto Georg Thierack, Mitglieder u.a. Prof. Dr. Friedrich Berber, Dr.
Ernst Féaux de la Croix, Prof. Dr. Karl-Maria Hettlage (SS-Hauptsturmführer, Ltr. Amt für Wirtschaft u.
Finanzen des Reichsmin. für Rüstung u. Kriegsproduktion, von 1959-62 u. 1967-69 BRD Staatssekr.),
Prof. Dr. Reinhard Höhn (in der BRD u.a. Präs. der Bad Harzburger Akademie für Führungskräfte der
Wirtschaft), Prof. Dr. Maximilian Mikorey, Prof. Dr. Hans-Carl Nipperday (arbeitet hier am Gesetz zur
Ordnung der nationalen Arbeit; in der BRD juristischer Kommentator, gutachterlicher Arbeitsrechtler,
1954-63 Bundesarbeitsgerichtspräsident und ein die „herrschende Meinung“ Prägender, 1968 schreibt
das Bundesmin. für Arbeit u. Soziales in einer Laudatio zu seinem Tod „Einer der großen deutschen
Rechtslehrer ist von uns gegangen. Sein gesamtes Wirken war geprägt von der Kraft schöpferischer
Ideen.“) und Bankier Kurt Freiherr v. Schröder) (>14.10.36/ 1938/ 1.10.44/ 05.1952/ 20.2.53),
KZ Dachau, SS-Standartenführer Theodor Eicke (Zitat „Toleranz bedeutet Schwäche“) wird Lager-
kommandant, er macht Dachau zum Schulungsort für alle KZ SS-Wachverbände u. verfügt daß diese
sich aus Hitler-Jugend-Mitgliedern rekrutieren, da sie „als als einzige Soldaten auch in Friedenszeiten
Tag und Nacht am Feind, am Feind hinter dem Draht“ stünden, Wachverbände entscheiden u.a. über
Zahl der Ochsenziemerschläge auf das nackte Gesäß auf dem „Prügelbock“ oder das „Baumhängen“
mit auf dem Rücken zusammengebundenen und an den Handgelenken bis zur Ohnmacht hoch-
gezogener Häftlinge wg. mangelnder Arbeitsleistung
27.06. Reichsjustizmin. Dr. Franz
Gürtners Amnestiegesetz für Straftaten, die „zur Durchsetzung des
Nationalsozialistischen Staates
begangen wurden“ (>9.12.1949/ 22.2.1954)
28.06. Auflösung Deutsche
Staatspartei (ex-DDP) und Deutsche Nationale Volkspartei
(DNVP-Reichswirt-
schaftsmin. Dr. A. Hugenberg tritt
zurück, bleibt als „Gast der NSDAP“ MdR! Nachfolger ist Allianz-
Versicherungsdirektor und
NSDAP-Mitgl. Nr. 2 651 252 Dr. Kurt Schmitt) (>1.8.34/ 16.10.34/ 18.7.49),
Plön, NAPOLA-Einweihung am
Vertrag-von-Versailles-Jahrestag: „Junge Kameraden! Unser Leben
gilt Deutschland. Die Folgen der
Schanddiktatur haben wir täglich vor Augen…Deutschland ist nicht
frei. Ihr sollt nicht ruhen und
rasten, bis der Vertrag beseitigt ist…auch wenn wir sterben müssen.“
06. Universität Heidelberg, Sommersemester, Prof. Dr. Viktor v. Weizsäcker: „Auch als Ärzte sind wir ver-
antwortlich beteiligt an der Aufopferung des Individuums für die Gesamtheit. Es wäre illusionär, ja es
wäre nicht einmal fair, wenn der deutsche Arzt seinen verantwortlichen Anteil an der notgeborenen
Vernichtungspolitik glaubte nicht beitragen zu müssen. An der Vernichtung unwerten Lebens oder
unwerter Zeugungsfähigkeit, an der Ausschaltung des Unwerten durch Internierung, an der staats-
politischen Vernichtungspolitik war er auch früher beteiligt.“,
Nürnberg, der 10jährige dt.-jüd. Arno Hamburger wird von Mitschüler als „Judensau“ beschimpft, er
schlägt ihn und muss die Schule verlassen (u. besucht bis 1937 eine jüd. Volksschule, emigriert 1939
nach Palästina, kehrt 1945 als Soldat nach Nürnberg zurück, übersetzt bei den Nürnberger Prozessen
und beginnt danach 1949 eine Lehre) > verfolgte Schüler (>1.2.39/ 6.8.42/ 3.7.45/ 7.10.65),
Ulm, SA- und NSDAP-Mitgl. Ludwig Unselds 9jähriger Sohn Siegfried Unseld wird Mitglied beim
„Deutschen Jungvolk in der Hitler-Jungend“ (der Vater wird SA-Scharführer, später SA-Sturmführer,
der Sohn
wird Fähnleinführer, später Stammführer, erfüllt
die politischen Kriterien nationalsozialis-
tischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus, 1942 Notabitur, bis 1945 Kriegsmarine,
wiederholt
1946 das Abitur, schliesst 1947 erfolgreich eine Buchhandelslehre ab, erfüllt die
finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, studiert
Philosophie in Tübingen, promoviert 1951, trifft u.a. Walter Jens und Martin Walser, wird Mitarbeiter
später Gesellschafter und zuletzt Besitzer von Suhrkamp-Verlag GmbH&Co, KG, engagiert sich seit
1965 u.a. mit Günter Gaus u. Günter Grass für die SPD) (>1.12.42/ 09.1944/ 17.9.44/ 23.5.2001)
29.06. Erlaß des preuß. Ministers
für Wissenschaft, Kunst und Volkbildung zur Relegation von („linken“)
Studierenden an preuß. Hochschulen (ähnliche Erlasse folgen reichsweit) >verfolgte Schüler
30.06. Reichskanzlei definiert
Aufgaben des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda
„...zuständig für alle Aufgaben der
geistigen Einwirkung auf die Nation, die Werbung für den Staat,
Kultur und Wirtschaft, der
Unterrichtung der in- und ausländischen Öffentlichkeit...“,
Parteilogo Hakenkeuz und ausgesuchte
Portraits Hitlers werden zur corporate
identity,
die Arbeitslosigkeit beträgt im
Reichsdurchschnitt 9,7%,
Köln, Gefängnispfarrer Ernst Flatow
ist der erste wg. nichtarischer Abstammung vom Konsistorium der
rheinischen Kirchenprovinz der ev.
Kirche Entlassene (>11.7.39/ 13.4.42)
01.07. Berlin, Friedrich Ebert wird verhaftet (SPD-MdR, Sohn v. Ex-Reichskanzler u. Reichspräs. F. Ebert,
Redakteur verschied. SPD-Zeitungen, bis Ende 1933 inhaftiert, 1939-40 Wehrmacht, 1940-45 Reichs-
verlagsamt, 1945 SPD, 1946 ZK der SED, 1948-67 Oberbürgermeister Ost-Berlin, 1949-79 AdV,
1950-58
Präs. d. Gesellschaft f. Deutsch-Sowjet. Freundschaft, 1950-79 SED-Politbüro)
(>10.1945)
02.07. Berlin, Lazaruskirche, Massentrauung ev. Paare, die Männer tragen SA-Uniformen
03.07. Hamburg, „Reichsbund der deutschen Beamten“-Treffen, Motto: „Erst Deutscher, dann Beamter“
(>20.8.1934)
04.07. Braunschweig; SS-Männer ermorden zehn Häftlinge - sieben der Ermordeten sind Kommunisten
4./5.7. Auflösung von Zentrumspartei und Bayerischer Volkspartei (als Preis für das Konkordat?) (>20.7.33)
05.07. München, Kardinal Faulhaber
protestiert gegen Verhaftung mehrerer hundert kath. Priester,
NSDAP-Mitgl. Dr.-Ing. Fritz Todt wird
Generalinspektor für das dt. Straßenwesen („Organisation Todt“,
Zitat: „Die deutsche Straße muß der
Ausdruck deutschen Wesens sein.“) (>23.9.33/ 15.4.38/ 28.5.38)
06.07. Universität Freiburg i.
Breisgau, Vortrag von Prof. Dr. Wendelin Rauch: „EUGENIK. Es ist, als ob man
in diesem Namen das tiefste Wort aus
dem Bereich des natürlich Großen und Bedeutungsvollen und
das schlichteste Wort aus dem Bereich
des Guten und Schönen gesucht und zu gesteigerter Tiefe
und Schönheit zusammengesetzt hätte.“
(>10.5.43),
Berlin, Reichskanzler Hitler vor
Freunden u.a. „Der Faschismus mag in Gottes Namen seinen Frieden
mit der Kirche machen. Ich werde das
auch tun. Warum nicht? Das wird mich nicht abhalten, mit
Stumpf und Stiel, mit allen seinen
Wurzeln und Fasern das Christentum in Deutschland auszurotten…
Ob nun Altes oder Neues
Testament…alles das ist doch nur derselbe jüdische Schwindel. Es ist alles
eins und macht uns nicht frei…Man ist
entweder Christ oder Deutscher…Den Jesus können Sie nicht
zum Arier machen“ (>1.4.55/
10.2.56/ 11.2.58/ 12.12.58),
Berlin, Dr. Kurt Schumacher (SPD-MdR)
wird verhaftet (er ist bis 16.3.43 ununterbrochen in Haft, ab
07.1934 im KZ Dachau wo er schwere
Gesundheitsschäden erleidet, 08.1944 wird er wieder verhaftet,
einen Monat im KZ Neuengamme
inhaftiert ehe er entlassen wird) (>12.7.33/ 5.3.46/ 9.5.46/ 19.6.49)
08.07. Preuß. Min.-Präs. H. Göring
ernennt Dirigent Dr. Wilhelm Furtwängler zum Preuß. Staatsrat (Dr. F. ist
seit 6.1933 mit Wilhelm Backhaus,
Georg Kulenkampff u. Max v. Schillings Mitglied d. Kommission zur
Überprüfung der Musikprogramme u.
Konzertvereine, 1934 Reichsmusikkammer-Vizepräs., 1936 wird
er musikalischer Leiter der
Bayreuther Festspiele, dirigiert mehrfach zu Hitlers Geburtstagsfeiern und
zur Eröffnung der
NSDAP-Reichsparteitage Wagners „Meistersinger“ mit dem Ensemble d. Staatsoper
Berlin, am 5.9.1938 -nach
Österreich’s Anschluss sogar mit den Wiener Philharmonikern, Anfang 1945
sucht er bei Schweiz-Tournee Asyl.
Trotz viel Kritik vom Ausland - Alexander Mitscherlich sagt 1946
im Inland über Dr. F. „Soll es mit
den alten Spielern weitergehen?.. Wenn es mit den
alten Spielern
weitergehen sollte, dann wäre nichts
gewonnen, dann wäre jedes Opfer umsonst.“ - wird Heidelberg’s
Dr. h.c. F. 1946 entnazifiziert und
1949 wieder (West-)Berliner Philharmoniker-Direktor) (>21.7.33)
09.07. Deutscher Fußball-Bund DFB beschließt einstimmig
Eingliederung in NS-Reichssportführer Hans v.
Tschammer und Ostens
Reichssportkommissariat im Reichsinnenministerium (Zitat DFB-Präsident
und Polizeikommissar Felix Linnemann:
„Wir sind heute stolz darauf, daß sich die Amtswalter des
Deutschen Fußball-Bundes
versammelten, um als erste sportliche Organisation ihre Auflösung zu
beschließen und sich mit allem
lebenden und toten Inventar in den eben gegründeten Reichsverband
für Leibesübungen der NSDAP
einzugliedern.“) (>7.8.33/ 11.1933)
10.07. evangelische Landeskirchenvertreter verabschieden die Verfassung der Deutschen Evangelischen
Kirche („Art. 5. An der Spitze der Kirche steht der lutherische Reichsbischof.“) (>23.7.33),
Lauenburg i. Pommern, Hochschule für Lehrerbildung-Eröffnung, Preuß. Kultusmin. Dr. Rust sagt u.a.
„Die Schule hat sich auszurichten nach dem Geiste unseres großen feldgrauen Heeres u. hat dafür zu
sorgen, daß ein ganzes Volk in seiner Totalität auf diesen Gedanken hin erzogen wird. Meine Herren
Lehrer, Sie sind die SA-Führer der deutschen Volksbildung…“ (>1./5.8.33/ 7.6.34/ 21.8.34/ 1.5.36)
11.07. Berlin, Friedrich-Wilhelms-Universität, 110 Studenten (u.a. Liselotte Herrmann), die einen „Aufruf zur
Verteidigung demokratischer Rechte und Freiheiten“ unterzeichneten, werden von Eugeniker-Rektor
Prof. Dr. Eugen Fischer’s Universität relegiert > verfolgte Schüler (>11.11.33/ 12.6.37/ 11./13.12.81),
„Der Stürmer“ „
sozialismus...Ein
für die
Kirche wollen...Daß
er bereits in der Tat bewiesen, durch die Einführung des Arierparagraphen...“ (>6./7.9.33)
12.07. Potsdam, Eröffnung
Reichsjugendführerschule zur Hitler-Jugendführer-Ausbildung (>5.8.39/
22.5.46),
„Stuttgarter NS-Kurier“ „…wurde der
berüchtigte Reichstagsabgeordnete Schumacher verhaftet…Mit
Dr. Schumacher ist einer der
schamlosesten sozialdemokratischen Hetzer unschädlich gemacht…“
13.07. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s
Anordnung zur Einführung des Hitlergrußes „Nachdem der Parteienstaat
in Deutschland überwunden ist und die
gesamte Verwaltung im Deutschen Reiche unter der Leitung
des Reichskanzlers Adolf Hitler
steht, erscheint es angebracht, den von ihm eingeführten Gruß allge-
mein als deutschen Gruss
anzuwenden…Die Beamtenschaft muß auch hierin dem deutschen Volke
vorangehen. Deshalb und um eine
gleichmässige Übung innerhalb der Behörden zu gewährleisten,
bitte ich für Ihren
Geschäftsbereich anzuordnen: 1. Sämtliche Beamte, Angestellte und Arbeiter von
Behörden grüßen im Dienst und
innerhalb der dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des
rechten Armes…3. Es wird von den Beamten
erwartet, dass sie auch ausserhalb des Dienstes in
gleicher Weise grüssen. Für meinen
Geschäftsbereich habe ich dementsprechende Anordnung ge-
troffen.“ (zumeist von Zeugen Jehovas
nicht mitgetragene deutsche Leitkultur: „Volksgenosse, trittst
Du ein, soll Dein Gruß
,Heil Hitler’ sein!“) (>19.8.33/ 20.8.33/ 21.12.33/ 24.7.44)
14.07. Reichstag akklamiert Gesetz gegen die Neubildung von Parteien („§1 In Deutschland besteht als
einzige politische Partei die NSDAP“),
Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit
(mögl. Widerruf aller Einbürgerungen vom 9.11.18 bis 30.1.33, juristische Grundlage für ca. 39 000
Ausbürgerungen - einschl. im Ausland lebender Oppositioneller, einschl. Vermögensbeschlagnahme,
Innen u. Außenmin. entscheiden über Schicksal der Angehörigen - mittels im „Reichanzeiger“ bis 1945
veröffentlichter Ausbürgerungslisten die zu Verlust von Pensions- u. Rentenansprüchen führen)
(>25.8.33/ 17.7.34/ 7.4.45/ 11.5.51/ 16.7.52/ 20.2.67),
Gesetz über die Volksabstimmung (>14.10.33/ 18.3.38),
Gesetz zur Einziehung volks- u. staatsfeindlichen Vermögens (>18.7.33/ 18.11.38/ 2.12.49/ 03.1994),
Gesetz zur Befragung des Volkes durch den Führer (>12.11.33/ 19.8.34/ 1.3.35/ 10.4.38/ 30.6.46/
29.7.54/ 30.7.58/ 6.4.68/ 14.5.90),
Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (schwerer Alkoholismus, Blindheit, Depression,
Epilepsie, manische Depression, schwere Mißbildung, Schizophrenie, Schwachsinn, Taubstummheit,
Veitstanz, Zwangssterilisierung „Erbkranker mit angeborenem moralischen Schwachsinn“ - Kriminelle,
Strafgefangene, Fürsorgezöglinge, Prostituierte - u. „mit angeborenem intellektuellem Schwachsinn“ -
obwohl im Widerspruch zur kath. Lehre der Unverletztlichkeit des menschl. Körpers unterzeichnet nur
Tage später Kardinalstaatssekr. Pacelli, der spätere Papst Pius XII das Konkordat mit dem Dt. Reich -
„Intelligenzprüfungsbogen“-Zwang f. Hilfsschüler, ab 1935 „Trotzschwangerschaft“-Zwangsabtreibung
bis 6 Mon.) (>20.7.33/ 13.8.33/ 6.3.34/ 31.1.35/ 26.6.36/ 24.12.41/ 8.5.45/ 6.5.74/ 16.11.76/ 3.12.80/
31.10.86/ 5.5.88/ 25.8.98),
Gesetz zur Verfassung der „Deutschen Evangelischen Kirchen“,
Reichsverband evangelischer
Taubstummen-Seelsorger Deutschlands: „Ein Wort an die erbkranken
evangelischen Taubstummen. Die
Obrigkeit hat befohlen: Wer erbkrank ist, soll in Zukunft keine
Kinder mehr bekommen. Denn unser
deutsches Vaterland braucht gesunde und tüchtige Menschen.
Viele Menschen haben von Geburt an
ein schweres Gebrechen oder Leiden. Die einen haben keine
gesunden Hände, Arme, Füße...andere
sind am Geiste so schwach...wieder andere sind blind und Du
selbst, lieber Freund, leidest an
Taubheit...Es gibt taubstumme Kinder deren Vater oder Mutter auch
taubstumm ist...Sie haben das
Gebrechen geerbt. Sie sind erbkrank. Zu diesen Menschen sagt die
Obrigkeit: Du darfst Dein Gebrechen
nicht noch weiter...vererben; Du mußt ohne Kinder bleiben.
Wenn Du an ererbter Taubheit leidest, bekommst Du wohl eine Vorladung
vor das Erbgesundheits-
gericht...Du wirst die Wahrheit
sagen, wenn Du gefragt wirst. Denn so will es Gott von Dir...Vielleicht
bestimmt das Erbgesundheitsgericht:
Du sollst durch eine Operation unfruchtbar gemacht werden...
Sieh, da will die Obrigkeit Dir
helfen. Sie will Dich bewahren vor der Vererbung Deines Gebrechens...
Die Obrigkeit hat befohlen: Niemand
darf über die Unfruchtbarmachung sprechen. Du selbst auch
nicht. Merke wohl: Du darfst zu
keinem Menschen darüber sprechen! Auch Deine Angehörigen nicht!
Und der Arzt, der Richter, sie alle
müssen schweigen! Gehorche der Obrigkeit!...Denke an
die Zukunft
Deines Volkes und bringe ihr
dieses Opfer...Vertraue auf Gott und vergiß nicht das Bibelwort: Wir
wissen, daß denen, die Gott lieben,
alle Dinge zum Besten dienen.“ („Die innere Mission“ berichtete
bereits in der Ausgabe 26/1931(!)
über Sterilisierung fordernde evangelische Ärzte und Pfarrer „Träger
erblicher Anlagen, die Ursache
sozialer Minderwertigkeit und Fürsorgebedürftigkeit sind, sollten tun-
lichst von der Fortpflanzung ausgeschlossen
werden.“),
NS-pädagogische Rechenaufgabe: „Der
Bau einer Irrenanstalt erfordert RM 6 000 000. Wie viele
Siedlungshäuser zu je RM 1 500 hätte
man dafür erbauen können?“
14.07. Nobelpreisträger Prof. Dr. Max Planck, Präs. Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, an Reichsinnenminister
Dr. Wilhelm Frick u.a. „Dem Herrn Reichsminister…beehre ich mich ergebenst mitzuteilen, daß die
Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften gewillt ist, sich systematisch in den
Dienst des Reiches hinsichtlich der rassehygienischen Forschung zu stellen.“ (>23.10.44),
14./16..7. Leipzig, NSDAP-Sachsentreffen, Reichskanzler A. Hitler erklärt vor 25 0000 Amtswaltern „Die
Religionen und die Kirchen werden ihre Freiheit behalten…Politik ist aber unsere Sache.“ (>20.7.33/
14.7.45/ 7.10.49/ 19.6.49/ 5.1.55)
15.07. Saarbrücken, jüd.
Elternabend mit „Aussprache über die Situation der jüdischen Schulkinder in
Saar-
brücken“, wg. des „Schulmartyriums“
der jüd. Kinder halten „Die Teilnehmer des Elternabends…die
Gründung einer jüd. Volksschule…zum
frühest möglichen Termin für dringend wünschenswert…Es
mehren sich die Fälle, in denen
jüdische Kinder in ihren Klassen, auf dem Schulhofe oder dem
Schulwege groben Gewalttätigkeiten
seitens ihrer Mitschüler ausgesetzt sind…“
>verfolgte Schüler
16.07. „Münchener Illustrierte Presse“ „Frühappell im Erziehungslager - Disziplin erzieht zu gemeinschaft-
licher aufbauender Arbeit“ steht auf der Titelseite unter einem Bild von in Linie angetretenen Männern
mittleren Alters im Konzentrationslager Dachau
18.07. Erlaß zum Studium von Adolf
Hitlers „Mein Kampf“ (>4.12.1949/ 30.3.1953),
„Bekanntmachung – Es ist allgemein
bekannt, daß große Teile des früheren SPD-Vermögens teils ins
Ausland, teils im Inland verschoben
worden sind, um dieses Vermögen dem staatlichen Zugriff zu ent-
ziehen...Sachdienliche Angaben über
bekanntgewordene Vermögensverschiebungen…werden vom
Geheimen
Staatspolizeiamt…Polizeipräsidenten (usw.)…entgegengenommen.“ (>31.5.90/
03.1994/
25.8.98/ 17.1.2000)
19.07. Pfarrer Wilhelm Niemöller,
NSDAP-Genosse seit 1923 und Bruder Martin Niemöllers, wird wegen
Verstoßes gegen die Parteidisziplin
aus der Partei ausgeschlossen, er prozessiert erfolgreich gegen
den Ausschluß – ein Parteigericht
verfügt am 21.9.1934 die Rücknahme des Ausschlusses
20.07. Vatikan; Kardinalstaatssekr. Eugenio Pacelli u. Vizekanzler Franz v. Papen unterzeichnen im Beisein
von NSDAP-Mitgl. Nr.4, MdR und MinDir Dr. Rudolf Buttmann u. ex-Zentrum-Vorsitz. Dr. Ludwig Kaas
„Konkordat zwischen dem Hl. Stuhl und dem Dt. Reich“ mit Geheim-Annex zur Befreiung kath. Kleriker
von der lt. „Vertrag von Versailles“ verbotenen Wehrpflicht und gegen Verzicht von Politklerikalismus
wird kath. Eigentum, Bekenntnisschulen, staatl. Kirchensteuereinzug,.bischöfl. Staatsbesoldung nach
Treueeid: „Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem
Bischof geziemt, dem deutschen Reich...Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig
gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtgemäßen Sorge
um das…Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen Amtes
jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.“ garantiert (am 30.6.33 sagt Camera
Apostolica-Camerlengo Kardinal Pietro Gasparri: „Solange Hitler dem Heiligen Stuhl und den kath.
Würdenträgern in Deutschland nicht den Krieg erklärt…sollen der Hl. Stuhl u. die kath. Würdenträger
…darauf verzichten die Hitler-Partei zu verurteilen.“ - am 10.9.33 Tausch der Ratifizierungsurkunden)
(Prälat Dr. Kaas der zuvor im Reichstag das ,Zentrum’ zum „Ja“ für das „Ermächtigungsgesetz“ führte,
setzte seine Karriere ab 8.4.33 erfolgreich im Vatikan fort, 1934 Kardinalkollegiums-Sekr., 1936 Papst-
kirche-Vermögensverwalter, kehrt bis zum Tod 1952 nie nach D. zurück; E. Pacelli wird >2.3.39 Papst,
am >1.7.49/ 28.7.50 Antikommunismus-Dekrete > verfolgte Schüler; v. Papen bleibt bis zur Röhm-
Affäire 1934 Vizekanzler, vom 28.7.34 bis „Anschluß“ Botschafter in Österreich, 1939-44 Botschafter
in der Türkei, 1946 IMT Freispruch, 1947 von dt. Spruchkammer als „hauptschuldig“ (Steigbügelhalter
Hitlers) zu 8 Jahren Haft und Vermögenseinzug verurteilt, 1949 amnestiert, 1959 wieder päpstlicher
Geheimkämmerer, 1957 bestätigt das BVerfg das Konkordat als gültiges Recht, 1968 bestätigt das
BVerfg die Aberkennung v. Papen’s Berufsoffizierspension) (>2.9.33/ 17.9.33/ 7.6.36/ 1.4.39/ 17.4.39/
2.9.39/ 2.8.44/ 26.3.57/ 24.7.59/ 28.10.65),
München,
Kardinal
„Was die alten Parlamente und Parteien in 60 Jahren nicht fertigbrachten, hat Ihr staatsmännischer
Weitblick in sechs Monaten weltgeschichtlich verwirklicht. Für Deutschlands Ansehen nach Osten und
Westen und vor der ganzen Welt bedeutet dieser Handschlag mit dem Papsttum, der größten
sittlichen Macht der Weltgeschichte, eine Großtat von unermeßlichem Segen.“ (>7.6.36)
21.07. Bayreuth, Eröffnung der Wagner-Festpiele
mit „Die Meistersinger“, in der Ehrenloge sitzt das NSDAP-
Führerkorps mit Reichskanzler Hitler:
„ab 1933 wird Bayreuth in der
Festspielzeit zum Mittelpunkt
europäischer Politik“ (NSDAP-Mitgl. 29 349 Winifred Wagner leitet
die durch massiven Eintrittskarten-
kauf von SA, NSDAP u. -Gliederungen
unterstützten und von Steuern befreiten Festspiele, ab 1940
unterstützt ihr späterer
Schwiegersohn KdF-Reichsamtsleiter Dr. B. Lafferentz die „Kriegsfestspiele“
durch massiven Eintrittskartenkauf
für Soldaten, Rüstungsarbeiter usw.). (>26.12.34/ 1975),
Preuß.-evangel. Oberkirchenrat, Erlaß
zur Konzentrationslager-Seelsorge durch Gemeindepfarrer
(>6.2.53/ 1.7.58)
23.07. Ev. Kirchenwahlen im Reich, „Deutsche Christen“ erhalten fast überall die Mehrheit (>4.4.39/ 10.6.69)
24.07. „Kirchl. Amtsblatt d.
Kirchenprovinz Sachsen“ „An den Herrn Reichskanzler. Die Sächs. Provinzial-
synode, die am 24.August 1933 nach
ihrer Neubildung in Magdeburg zusammengetreten ist, entbietet
dem Kanzler und Führer des Dt.
Reiches dankbar ehrerbietige Grüße!...Die Synode
verspricht dem
Führer, nach ihren Kräften dafür zu
sorgen, daß die Kirche der Provinz…nach dem Willen des Führers
das Ihre tut…In seinem Dienst steht
das evangelische Volk der Lutherprovinz freudig u. bedingungslos
hinter dem Führer! Sie Herr
Reichskanzler, haben uns gerufen. Wir stehen stehen an unserer Stelle u.
geloben Ihnen Treue! Gott segne Sie und
Ihre Arbeit für Deutschland! Sieg Heil!...“ (>
10.11.1983),
„Völkischer Beobachter“ „Durch die
Unterzeichnung des Reichskonkordats ist der Nationalsozialis-
mus in Deutschland von der katholischen
Kirche in der denkbar feierlichsten Weise anerkannt worden.
Die jahrelange Hetze die gegen die
angebliche Religionsfeindlichkeit der NSDAP getrieben wurde, ist
nunmehr von kirchlicher autoritativer
Seite selbst widerlegt worden. Diese Tatsache bedeutet eine
ungeheuere moralische Stärkung der
nationalsozialistischen Reichsregierung und ihres Ansehens.“
26.07. ev. Generalsuperintendent
Otto Dibelius beteuert in einem Schreiben an den preuß. Oberkirchenrat,
er sei seit seinem Studium „im Kampf
gegen Judentum und Sozialdemokratie gestanden.“
07. die jüd. deutsche Philosophin Hannah Arendt wird wg. illegaler Tätigkeit - der Dokumentation anti-
semitischer Äußerungen für die Zionistische Vereinigung für Deutschland - von der Gestapo verhaftet,
(im August flieht H. Arendt über CSR u. Schweiz nach Frankreich, 1941 flieht sie nach Internierung im
französ. Lager Gurs über Portugal in die USA) (>28.8.33/ 05.1940/ 10.1940/ 11.4.61/ 17.6.93),
der jüd. deutsche Journalist, Gewerkschafter, SPD-Mitgl. und Wirtschaftswissenschaftler Fritz Naphtali
wird aus der Haft entlassen und emigriert nach Palästina (>30.3.54),
Cuxhaven, Liebespaar wird öffentlich mit Schildern am Hals angeprangert, sie: „Ich bin im Ort das
größte Schwein und laß mich nur mit Juden ein“, er: „Ich nehm als Judenjunge immer nur deutsche
Mädchen mit aufs Zimmer“ - ähnliches geschieht in vielen Städten („Ich habe ein Christenmädchen
geschändet“ „Ich bin ein Rassenschänder…“ „Ich blonder Engel schlief bei diesem Judenbengel…“)
29.07. München, Bekanntmachung d.
Kommandeurs der Bayerischen Politischen Polizei, Heinrich Himmler:
„Um in Obersalzberg während des
Aufenthalts des Herrn Reichskanzlers den Straßenverkehr in
Ordnung zu halten, wird folgendes
verfügt: I. Straßenbenützung A. Straße Berchtesgaden–Obersalz-
berg. Die Straße dürfen nur folgende Fahrzeuge
befahren: 1. Der Wagen des Herrn Reichskanzlers
und die Fahrzeuge, die zur
unmittelbaren Begleitung gehören. 2. Die Fahrzeuge von Regierungsmit-
gliedern. 3. Die Fahrzeuge der
Bayerischen Politischen Polizei u. des Bezirksamtes Berchtesgaden...
II. Es wird von der Bevölkerung
erwartet, daß sie im Interesse der Erholung des Volkskanzlers...dazu
beiträgt, dem Volkskanzler den
Aufenthalt in Obersalzberg so angenehm als möglich zu gestalten. Es
ist notwendig, daß jeder unnötige
Lärm...zu unterbleiben habe(n)...“ (abertausende Deutsche pilgern
jährlich zum Urlaubsort Hitlers um
ihn oder sein Domizil zu sehen!), 1935 beginnt ein Millionen RM
teurer Geländeumbau, vom 1900 m hohen
„Kehlstein“ bis ins Tal werden ca. 1000 ha z.T. zwangs-
weise aufgekauft oder enteignet
(>26.5.1952; nach 1945 erhalten die wenigsten Alteigner ihr Land
zurück, die „öffentliche Hand“
veräußert ihre Grundstücke an Dritte), Hitlers altes „Haus Wachenfels“
wird zum neuen großen „Berghof“, das
„Moosländer Teehaus“ und der „Gutshof Obersalzberg“ werden
gebaut, ein pompöses Berghotel
ersetzt den alten „Platterhof“ u. auf dem „Kehlstein“ wird am 16.9.38
das RM 30 000 000 teuere, über einen
130m langen Stollen u. einen 130m hohen Aufzug erreichbare
Teehaus „Adlerhorst“ eingeweiht. Im
„Führergebiet“, mit einem 14km langen hohen Zaun gesichert,
haben auch NSDAP-Parteikanzleileiter
u. Führersekr. Bormann, Reichspropagandamin. Dr. Goebbels
sowie Reichsluftfahrtmin. und
Reichsmarschall Göring ihre Villen (>5.5.1960),
NSDAP-Reichsjugendführer Baldur v.
Schirach verbietet Doppelmitgliedschaft in Hitler-Jugend und in
einem bündischen o. kirchlichen Jugendverband (gleichzeitig wird der Druck der HJ beizutreten durch
Androhung von Nachteilen auf die Kirchenjugend verstärkt. In Herzogenrath bei Aachen erklärt z.B.
die örtliche HJ-Führung den Eltern, wer nicht der Hitler-Jugend angehört habe, könne später „nicht in
die deutsche Volksbewegung eintreten". Die Folge sei, „daß er demnach auch keine öffentliche Stelle,
keine
Staatsstelle und dergleichen bekleiden kann" . > verfolgte Schüler,
„Deutsches Ärzteblatt“ veröffentlicht
Anordnung zur Zusammenarbeit arischer und nichtarischer Ärzte
31.07. Reichsinnenministerium, 26
789 Menschen befinden sich in „Schutzhaft“(-Lagern)
1./5.8. Pädagogisch-psychologisches
Institut München, Tagung „Erziehung im nationalsozialistischen Staat“,
Bayerns NSDAP-Kultusminister u.
NS-Lehrerbund-Reichswalter Hans Schemm erklärt. „Der National-
sozialismus kam zum Siege durch sein
begeistertes Bekenntnis zur Totalität. Und wir werden des-
wegen nicht nachgeben, bis auch…die,
welche nicht wollen, aus irgendwelchen Gründen weggestor-
ben sind.“ (Zitat Schemm
„Nationalsozialismus ist politisch angewandte Biologie“) > verfolgte Schüler
04.08. Berchtesgaden, A. Hitler
empfängt Sosthenes Behn, Gründer des US-Konzern ITT; Kurt v. Schröder
(ein Keppler-Kreis-Initiator, NSDAP-
u. Freundeskreis Reichsführer SS-Mitgl.) erhält RM 250 000 Auf-
sichtsratsmandat in ITT’s Standard-Elektrizitäts-Gesellschaft
(1938 erwirbt ITT 28% von Focke-Wulf)
07.08. Deutscher Fußball-Bund DFB führt „Hitler-Gruß/Deutschen
Gruß“ ein (>11.1933)
10.08. KZ Oranienburg, Friedrich Ebert (Sohn vom SPD-Reichspräsident F. Ebert, 1928-33 SPD-MdR, 1946
SED-Zentralsekretariat, 1948-67 Oberbürgermeister Ostberlin, 1949 SED-Politbüro, 1971 stellvertr.
DDR-Staatsratsvors. und SED-Fraktionsvors. in der Volkskammer) wird hier acht Monate inhaftiert
13.08. „Germania“ (kath. Zentrum-Zeitung) „Restlos als christlicher Sittlichkeit entsprechen können wir
Katholiken das (Sterilisierungs-)Gesetz nicht bezeichnen; hierin haben der Papst und die deutschen
Bischöfe zu klar gesprochen; sie haben die chirurgische Unfruchtbarkeit als unsittliches Mittel der
Eugenik verworfen und für das katholische Gewissen unerträglich erklärt. Gleichwohl haben die
deutschen Bischöfe selbst an dem früheren Gesetzentwurf einiges Gute anerkannt; da das Gesetz
selber nun dem Entwurf gegenüber bedeutend verbessert ist, werden Katholiken also das Gute daran
auch künftig anerkennen dürfen, ohne sich grundsätzlich zum ganzen Inhalt des Gesetzes zu be-
kennen.“ (Author ist Prof. Dr. Josef Mayer, er schrieb das Buch „Gesetzliche Unfruchtbarmachung
Geisteskranker“, Zitate aus diesem Buch mit Imprimatur (bischöfliche Druckerlaubnis): „Die Geistes-
kranken, die moralisch irren und andere Minderwertige haben ebenso so wenig ein Recht, Kinder zu
erzeugen, als sie ein Recht haben, Brand zu stiften.“ „Erblich belastete Geisteskranke befinden sich in
ihrem Triebleben auf der Stufe der unvernünftigen Tiere.“ „Wenn darum ein Mensch der ganzen
Gemeinschaft gefährlich ist und sie durch irgendein Vergehen zu verderben droht, dann ist es löblich
und heilsam, ihn zu töten damit das Gemeinwohl gerettet wird.“),
Trier, Heilig-Rock-Wallfahrt, der kath Gesellenverein-Generalsekr. Dr. Johannes Nattermann sagt vor
Teilnehmern der kath. Gesellenwallfahrt u.a. „Der Gesellenverein und die NSDAP haben das gleiche
Ziel: die Einheit des deutschen Volkes....Ich wäre glücklich, wenn aus echten treuen Kolpingssöhnen
ebenso treue SA- und SS-Männer würden.“ (>7.10.51)
16.08. Preußischer Innenminister Hermann Göring erläßt Verbot der „Vivisektion an Tieren aller Art für das
gesamte preußische Staatsgebiet“
17.08. NSDAP-Pressestelle: „Der Ministerpräsident hat die zuständigen Ministerien beauftragt, ihm
unverzüglich ein Gesetz vorzulegen, nach dem die Vivisektion mit hohen Strafen belegt wird. Bis zum
Erlaß dieses Gesetzes werden Personen, die trotz des Verbotes die Vivisektion veranlassen, durch-
führen oder sich daran beteiligen, ins Konzentrationslager abgeführt.“ (> 14.11.33)
18.08. Berlin, 10.
Funkausstellung, Propagandaminister Dr. Goebbels stellt „Volksempfänger“ für RM
76 vor
(Werbetext: „Ganz Deutschland hört
den Führer mit dem Volksempfänger“), im Ausstellungskatalog ist
zu lesen: „...die
nationalsozialistische Revolution hat sich mit einem Griff des Rundfunks
bemächtigt...
Im Vollzug der
nationalsozialistischen Revolution sind die Ausschüsse des Rundfunks und
ähnliche
Einrichtungen überwunden...Der Staat
bestimmt durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und
Propaganda den Willen und den Weg.
Seitdem der Herr Reichsminister Dr. Goebbels die Gleichschal-
tung des Propagandaapparates der
NSDAP mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Pro-
paganda vollzogen hat, sind die
ersten großen Voraussetzungen für ein neues nationalsozialistisches
Staatswesen geschaffen.“ Verfasser ist Horst Dreßler-Andres („entnazifiziert“ wird er 1950 Intendant
des DDR-Landessenders Weimar, später Mitarbeiter im Büro des Nationalrates der Nationalen Front)
19.08. Großbritannien; London, White City, bei Athletikturnier salutiert dt. Nationalmannschaft mit Hitler-Gruß
20.08. Berlin-Neukölln, kath. Jugendtag, Dr. Erich Klausener, Prälat Georg Puchowski, Generalvikar Paul
Steinmann, Prälat Weber und viele andere Kleriker grüßen die Jugendlichen mit dem Hitler-Gruß,
„Breslauer Neueste Nachrichten“ „Polizeiaktion gegen Kommunisten in Oberschlesien“,
22.08. KZ Dachau, Franz Stenzer (KPD-ZK) wird erschossen
25.08. Dt.
„Menschen
gegen Waren“ zahlen jüd. Deutsche im
Organisationen kaufen im Dt.
Einwanderung in Palästina nötige „Vorzeigegeld“ u. Startkapital, bis 1940 emigrieren ca. 50 000 jüd.
Deutsche mittels Transfer von ca. RM 140 000 000 nach Palästina (>1.2.39/ 17.5.39),
Erste Ausbürgerungsliste mit 33 Namen u.a. SPD-Politiker Dr. Rudolf Breitscheid, Albert Grzesinski,
Philipp Scheidemann, Max Sievers, Otto Wels; KPD-Politiker Wilhelm Pieck, Fritz Heckert, Max Hölz,
Willi Münzenberg; die Schriftsteller/Publizisten Dr. Lion Feuchtwanger (11.1933 erkennt ihm die Uni.
München den Doktortitel ab, 1953 wird er DDR-Nationalpreisträger 1 Kl. und 1954 DDR-Ehrendoktor),
Emil Gumbel, Berthold Jacob, Heinrich Mann, Alfred Kerr, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Pol.-Vizepräs.
Bernhard Weiß u. Dt. Liga für Menschenrechte-Gen.Sekr. Kurt Grossmann (>9.3.35/ 20.2.67/ 28.4.84)
26.08. Kultusmin. Dr. Rust’s Erlaß zur „Pflege der Beziehungen der Schule zur Hitlerjugend“ (u.a. Be-
nennung von HJ-Vertrauensmann) (>30.7.34/ 19.12.48/ 17./18.1.51) > verfolgte Schüler
27.08. Reichsgesetz zur Befreiung des Reichspräsidenten v. Hindenburg von Reichs- und Landessteuern u.
Dotation/Schenkung der Domäne Langenau und des Forst Preußenwald (1351 ha) bei Gut Neudeck,
der kommissar. preuß. Innenmin. H. Göring sagt bei Übergabe der in kostbarem Leder gebundenen
Schenkungsurkunde mit preuß. Staatswappen u. dem Spruch „Gott mit uns“ „…übereignet Preußen in
Ehrfurcht und Dankbarkeit als eine Schenkung des Landes die Domäne Langenau u. Forst Preußen-
wald zur dauernden Vereinigung mit dem angrenzenden Altbesitz Neudeck…“ (hinzu kommt wenig
später über RM 1 000 000 für die Instandsetzung der Domäne Langenau) (>1.7.34/ 8.8.34/ 20.1.45)
08. „Volk und Rasse“ (Ausgabe Nr. 8) „Der preußische Staat gibt jährlich
an RM aus für einen: Normalen
Volksschüler=125; Hilfsschüler=573;
Geisteskranken=950; blind- oder taubgeborenen Schüler=1500“,
Borkum, deutsches
Leitkultur-Borkum-Lied: „Und wer Dir naht mit platten Füssen, die Nase krumm,
die Haare kraus, der soll nicht
Deinen Strand geniesen, der muß hinaus, der muß hinaus“;
Norderney, Schilder in Tanzlokalen „Die
deutsche Frau tanzt mit keinem Juden“ (Ende ’33 - nachdem
der jüd. Hotelbesitzer Julius
Hoffmann vergeblich gegen Norderneys Lokalpolitiker vorm Landgericht
klagte - verkündet die Kurverwaltung
„Nordseebad Norderney ist judenfrei“; andernorts gibt es
Schilder wie „Juden sind in der
Gemeinde Blossersberg nicht erwünscht! Wer den Juden kennt, kennt
den Teufel!“ „Juden sind in
Behringersdorf nicht erwünscht“) (>10.2.53/ 24.1.2001)
28.08. Magistrat Unna verbietet jüd. Deutschen den Besuch des städtischen Schwimmbades Bornekampstr.
30.08. Tschechoslowakei; Marienbad, sudetendeutsche Nazis ermorden Prof. Dr. Theodor Lessing
30.8./3.9. Nürnberg, NSDAP-,Reichsparteitag des Sieges’, Aufmarsch von 100 000 SA-, SS- und Stahlhelm-
Mitgl., 150 000 Amtswaltern u. 70 000 Hitlerjungen; Hitler u. Röhm nehmen „Herbstparade der SA“ ab
(die SA war 1932 mit ca. 420 000 Mitgl. stärker als die Reichswehr -1934 sind es ca. 4 200 000 Mitgl.,
dann sinken die Zahlen), es spricht u.a. Dr. Walter Groß, Leiter Aufklärungsamt f. Bevölkerungspolitik
und Rassenpflege (1934 Rassenpolit. Amt der NSDAP), am letzten Abend inszeniert Reichsbühnen-
bildner, Ordens- u. Diplomatenuniformengestalter Benno v. Arent ein Großfeuerwerk, Leni Riefenstahl
dreht ersten NSDAP-Parteitagsfilm „Sieg des Glaubens“ (>10.9.33/ 1.12.33)
01.09. Karlsruhe, neuer Leiter im
badischen Landeskriminalpolizeiamt ist Paul Werner (1928 Staatsanwalt,
1932 Amtsgerichtsrat Lörrach, 1.5.1933 NSDAP) (>30.5.37),
München, neuer
Oberlandesgerichtspräs. ist Georg Neithardt (er führte 1924 als
Landgerichtsdirektor
den Hochverratsprozeß gegen Hitler u.
dessen Bürgerbräu- u. Feldherrenhalle-Mitstreiter, fällte milde
Urteile und lies Hitler gegen den
zwingenden Wortlaut von § 9 Republikschutzgesetz nicht ausweisen.
1950 wird „Hauptschuldiger“
Neithardts Nachlass eingezogen, 1951 wird das Urteil aufgehoben und
dt. Steuerzahler zahlen
Witwe Wilhelmine bis zum Tod 1992 zudem eine generöse Pension)(>13.2.85)
02.09. Breslau, Kardinal Bertram schreibt an Kardinalstaatssekr. Pacelli u.a. „…groß ist überall der Druck auf
die einzelnen Mitglieder…In allen Zweigen des wirtschaftlichen Lebens werden sie zurückgesetzt…
überall werden die Lehrer gedrängt, die Schüler zur Hitler-Jugend zu führen…peinlich berührt das
Verbot an die Hitler-Jugend, gleichzeitig zum katholischen Verein zu gehören…unsere Sorge ist um
diejenigen katholischen Beamten und Angestellten, die aus Dienst und Anstellung entlassen werden,
weil sie national als unzuverlässig bezeichnet werden…“ (E. Pacelli wird 1939 Papst Pius XII, 1949/50
für Antikommunismus-Dekrete mitverantwortlich) > verfolgte Schüler (>2.3.39/ 1.7.49/ 28.7.50)
6./7.9. die Synode der Altpreußischen Union übernimmt rassistischen Arierparagraphen (>12.9.33)
10.09. „Wochenschau“ Beilage v. „Düsseldorfer Nachrichten“ „Der Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg
Der
Massenaufmarsch der SA, SS und des Stahlhelms als Schlußkundgebung“
11.09. „Für die Lippische Landeskirche ordnen wir hiermit folgendes an: 1. Sämtliche Pfarrer, Beamte,
Angestellte der Landeskirche sowie der Kirchengemeinden grüßen im Dienst und innerhalb der
dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des rechten Arms. 2. Es wird von allen erwartet,
daß sie auch außerhalb des Dienstes in gleicher Weise grüßen...Der Landeskirchenrat; gez. Corvey,
Weber, Josephson, Thelemann, Meyer, Toelle, Ruperti”
12.09. Sachsen, Landesbischof Otto Koch am Sarg von „Handbuch zur Judenfrage“-Herausgeber Theodor
Fritsch: „...ich habe auch gemerkt wie dieser Mann das Wesen des Christentums im Kampf gegen das
Judentum erkannt hat, den wesentlichen Unterschied zwischen Christen- u. Judentum. Goethe hat
das bekannte Wort geprägt: Der eigentliche Sinn des Lebens sei der Kampf zwischen Glaube und Un-
glaube..., der eigentliche Sinn der Weltgeschichte ist der Kampf zwischen Christentum u. Judentum...“,
Thüringen, „Der Landeskirchenrat hat folgendes Gesetz beschlossen: § 1 Als Pfarrer, Hilfspfarrer oder
als Beamter der Thüringer Ev. Kirche oder einer Kirchengemeinde darf nur berufen werden, wer die
Gewähr bietet, daß er rückhaltlos für den nationalen Staat eintritt…Nicht berufen werden darf, wer
nichtarischer Abstammung oder wer mit einer Person nichtarischer Abstammung verheiratet ist. § 2
Wer als Pfarrer, Hilfspfarrer oder Beamter im Dienst der Thüringer Ev. Kirche oder Kirchengemeinde
steht, kann in den Ruhestand versetzt oder sofern er noch nicht unwiderruflich angestellt ist, entlassen
werden, wenn nach seinem Verhalten zu befürchten ist, daß er nicht rückhaltlos für den nationalen
Staat eintritt...“, gez. Landesbischof Wilhelm Reichardt,
Deutsche Adelsgenossenschaft DAG (die Pflege der Rassenfrage als Aufgabe versteht, seit 1928 für
das „Eiserne Buch Deutschen Adels Deutscher Art" EDDA verantwortlich) verschärft ihren 1920 einge-
führten („Wer unter seinen Vorfahren im Mannesstamm einen nach dem Jahre 1800 geborenen Nicht-
arier hat oder zu mehr als ¼ anderer als arischer Rasse entstammt oder mit jemand verheiratet ist, bei
dem dies zutrifft, kann nicht Mitglied der DAG werden.“) Arierparagraphen und beruft prominente
nationalsozialistische Standesvertreter in den Vorstand (am 16.9.33 schreibt DAG-Adelsmarschall
Adolf zu Bentheim-Tecklenburg im „Deutsches Adelsblatt“ „An den reinblütigen deutschen Adel“),
München, Uraufführung des
Propagandafilms „Hitlerjunge Quex“ (mit Heinrich George, Heini Völker
u.a.), Reichsjugendführer Baldur v.
Schirach schreibt HJ-Fahnenlied für Film „Hitlerjunge Quex“:
„Vorwärts! Vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren.
Vorwärts! Vorwärts! Jugend kennt keine Gefahren.
Deutschland, du wirst leuchtend stehen, mögen wir auch untergehn
Ist das Ziel auch noch so hoch, Jugend zwingt es doch!
Unsre Fahne flattert uns voran, in die Zukunft ziehen wir Mann für Mann.
Wir marschieren für Hitler durch Nacht und Not, mit der Fahne der Jugend, für Freiheit und Brot.
Unsre Fahne flattert uns voran. Unsre Fahne ist die neue Zeit.
Und die Fahne führt uns in die Ewigkeit. Ja, die Fahne ist mehr als der Tod!
Jugend! Jugend! Wir sind der Zukunft Soldaten.
Jugend! Jugend! Träger der kommenden Taten.
Ja, durch unsre Fäuste fällt, was sich uns entgegenstellt.
Jugend! Jugend! Wir sind der Zukunft Soldaten.
Jugend! Jugend! Träger der kommenden Taten.
Führer! Dir gehören wir, wir Kam’raden dir.“
13.09. Reichsnährstand-Gründung mit Zwangsmitgliedschaft aller an Agrarprodukt-Erzeugung u.-Absatz Be-
teiligter unter Reichsbauernführer Richard Walter Darré (Autor „Neuadel aus Blut und Boden“ und
„Das Schwein als Kriterium für nordische Völker und Semiten“) (>30.1.35/ 9./12.7.52),
Winterhilfswerk-Gründung mit Erlaß zum RM 0,50-Eintopfsonntag für alle am 1.Sonntag der Monate
Okt.-Mai, die Ersparnis zum normalen Sonntagsessen sind dem Winterhilfswerk zu spenden (>3.4.35),
Staatskommissar und preuß. Kultusmin. Dr. Rust`s erster Erlaß zu „Vererbungs- und Rassenlehre in
den Schulen“ als Pflichtfach (gilt ab 15.1.35 für das gesamte Deutsche Reich) > verfolgte Schüler,
Hansestadt Hamburg, 9.Deutscher Diakonentag sendet „Huldigungsgruß“ an A. Hitler: „Dem Führer
unseres Volkes u. Retter unseres Vaterlandes vor dem Untergang im Bolschewismus senden tausend
Diakone...namens der gesamten Deutschen Diakonenschaft das Gelöbnis alter deutscher Mannes-
treue und des Einsatzes aller ihrer Kräfte für Aufbau u. Vollendung des Dritten Reiches.“ Der Berliner
Landesbischof Ludwig Müller verkündet „daß in Zukunft keiner auf die Kanzel kommt, der nicht das
Volk verstehen gelernt hat, der im Arbeitsdienst, in der SA oder bei den Soldaten gelernt hat, sich...
zusammenzureißen.“ Oberkonsistorialrat Friedrich Peter sagt in seiner Festrede: „Diakonie muß, wie
die SA das Soldatentum des Dritten Reiches ist, das Soldatentum der Kirche sein.“, Pfarrer Horst
Schirrmacher sagt u.a. „...evangelische Diakonie (ist) Dienst und Kampf. Wir grüßen Euch alle als die
SA Jesu Christi und die SS der Kirche, ihr wackeren Sturmabteilungen und Schutzstaffeln im Angriff
gegen Not, Elend, Verzweiflung und Verwahrlosung, Sünde und Verderben...Evangelische Diakonie
u. Nationalsozialismus gehören in Deutschland zusammen...Der echte Nationalsozialist ist Protestant
und der echte deutsche Protestant ist Nationalsozialist.“ Die Diakone singen das Horst-Wessel-Lied:
Die Fahne hoch! Die Reihen dicht geschlossen!
SA marschiert mit ruhig festem Schritt.
Kameraden, die Rotfront und Reaktion erschossen,
marschier’n im Geist in unseren Reihen mit.
Die Straße frei den braunen Bataillonen!
Die Straße frei dem Sturmabteilungsmann!
Es schau’n aufs Hakenkreuz voll Hoffnung schon Millionen,
der Tag für Freiheit und für Brot bricht an. usw. usf.
15.09. „Germania“ (kath. Zentrums-Zeitung) berichtet über Eröffnung des neuen preußischen Staatsrats:
„Im geistlichen Kleid schritt an der Spitze der Bischof von Osnabrück, Dr. Hermann Wilhelm Berning…
Dann brachte der Ministerpräsident (Hermann Göring) ein dreifaches ,Sieg Heil‘ auf den Führer aus
und die Versammlung sang stehend das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied, das auch von Bischof
Berning und den übrigen kath. Geistlichen mit erhobener Hand gesungen wurde.“,
UdSSR beendet militärische Zusammenarbeit mit Dt. Reich einschl. Übungen auf sowjet. Territorium
09. Pastor Niemöller gründet Pfarrernotbund - später Teil der „Bekennenden Kirche“ (Staatspolizei-Bericht
v. 18.9.34: „Bei den dem Notbund angehörenden Pfarrern handelt es sich z.T. um reaktionäre Kräfte,
z.T. aber auch um Persönlichkeiten, die rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten und
sich dagegen wehren, daß ihre Gegnerschaft geg. den Reichsbischof u. geg. die ,Deutschen Christen‘
als Stellungnahme geg. den Nationalsozialismus ausgelegt wird.“) (>24.3.34/ 20.11.36/ 19.3.37),
Ostpreußen, Flugblatt der Bekennenden
Kirche: „Wir sagen ,Ja’ zum Hakenkreuz, dem
Siegeszeichen
Adolf Hitlers, dem Siegeszeichen des
Nationalsozialismus, dem Zeichen der Hoffnung unsres
geeinten Deutschen Reiches. Gern und
freudig flaggen wir unsre Häuser und Kirchen mit der Haken-
kreuzfahne und bezeugen damit vor
aller Welt: Wir folgen dem Führer! Wir gehorchen dem Führer als
unsrer gottgegebenen Obrigkeit!“,
Herrlingen, der 12jährige Wolfgang
Leonhard (er erfüllt die politischen
Kriterien kommunistischer
Begabtenförderung,
1931 Karl-Marx-Gymnasium Berlin, kommunistischer „Junger Pioner“ –
zeitgenössisches
JP-Frage/Antwort-Spiel: „Wer hat uns verraten?“ Antwort: „Die Sozialdemokraten“
„Wer macht uns frei?“ Antwort: „Die
Kommunistische Partei“) wird von Mutter Susanne L. an das
Viggbyholm-Internat Schweden
geschickt (1935-37 Karl-Liebknecht-Schule Moskau, „Junger Pionier
der Sowjetunion“, 1940-43 Studium in
der UdSSR, 1943-45 NKFD) (>12./13.7.43/ 8.5.45/ 13.3.49)
17.09. Berlin, St.
Hedwigs-Kathedrale, von der NSDAP am 23.8. angeregter kath. Dankgottesdienst
zur
Konkordatsratifizierung wird vom
Apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo, Kapitularvikar Dr. Paul
Steinmann und Domprediger Pater
Marianus Vetter in Anwesenheit der Repräsentanten von Reichs-
regierung, NSDAP, SS und SA
zelebriert, sie singen das „Te Deum“
und vor der mit kath. und NS-
Fahnen geschmückten Kathedrale singen
Tausende die Nationalhymne und das Horst-Wessel-Lied;
Bamberg, Erzbischof Jacobus Hauck
ordnet für Pfarrgemeinden seine Diözese ein „Te
Deum“ zum
Dank an Gott für den Abschluß des
Reichskonkordats…in dem sich Staat und Kirche einträchtigem
Zusammenwirken gefunden haben.“,
Düsseldorf-Kaiserswerth, Diakonissenanstalt, Hundertjahr-Feier, Ansprache von Pastor Walter Jeep
(Innere Mission) u.a.: „...rechte evangelische Menschen (seien eigentlich die), die den Totalitätsan-
spruch dieses neuen Deutschen Reiches nicht nur am besten verstehen können, sondern auch am
echtesten, treuesten zu verwirklichen fähig sind.“ Nach einer „Hitlerfahnen-Weihe im Kindergarten“
des Diakonissen-Stammhauses, Hakenkreuzfähnchen schwenkend und die „Fahne hoch!“ singend
marschieren über hundert kleine „Vaterlands- und Hitleranhänger“ durch Kaiserswerth. „Das Herz
konnte einem aufgehen bei dem lieblichen Bild und der hellen Begeisterung von Deutschlands
jüngster Zukunft. Gleich an der ersten Straßenecke begegneten wir einem SA-Führer. Der Mann
grüßte freundlich und mit todernsten Gesichtchen streckten sich über 100 Ärmchen zum Gegengruß.“
21.09. Berlin, Reichskanzler
Hitler ruft „Arbeitschlacht“ zur Verminderung der Arbeitslosigkeit aus (Bereit-
stellung weiterer RM 500 000 000 für
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen)
21.9./23.12. Leipzig, Reichsgericht, Reichstagsbrand-Prozeß geg. ,van der Lubbe u. Genossen’ (Genossen
sind die bulgar. Kommunisten Georgi Dimitroff, Blagoi Popoff, Wasili Taneff, KPD-MdR Ernst Torgler),
Vorsitz. Richter ist Reichsgerichtspräsident Dr. Wilhelm Bünger; Ankläger sind Oberreichsanwalt
Dr. Karl Werner (NSDAP) u. Landgerichtsdirektor Dr. Heinrich Felix Parrisius (Dr. P. wird später mit
Wilhelm Eichler Stellvertreter von Volksgerichtshof-Chefankläger Paul Jorns), psychiatrischer Gut-
achter von van der Lubbe ist Charité-Prof. Dr. Karl Bonhöffer (Vater von Theologe Dietrich Bonhöffer,
Schwiegervater von Reichsjustizmin.-Prozeßbeobachter Dr. Hans v. Dohnanyi, Richter Erbgesund-
heitsobergericht, 1942 Wissenschaftl. Senat Heeressanitätswesen) mangels Beweisen werden die
Genossen am 23.12. freigesprochen. Obwohl zur Tatzeit Brandstiftung kein todeswürdiges Delikt war
wird Marinus van der L. im Namen des Deutschen Volkes zum Tode verurteilt und am 10.1.1934 ent-
hauptet (1967 wird das Urteil auf 8 Jahre Zuchthaus „reduziert“, 1980 wird das Reichsgerichtsurteil
komplett aufgehoben, doch der Staat legt Revision ein, 1983 lehnt der Bundesgerichtshof den Antrag
auf Wiederaufnahmeverfahren ab: zwar sei das Todesurteil wg. Brandstiftung „rechtswidrig“ gewesen,
darum 1967 in eine Haftstrafe umgewandelt worden - dem 80jährige Bruder Johannes Markus van der
Lubbe werden trotzdem die hohen Verfahrenskosten auferlegt!) (>10.1.34/ 27./29.9.39/ 26.6.81)
22.09. Reichstag akklamiert
Reichskulturkammergesetz, die Reichskulturkammer („fördert eine einheitliche
Kultur und regelt soziale und
wirtschaftliche Belange aller Kulturschaffenden“) besteht aus Reichs-
schrifttums- , (Präs. bis 1935 Hans
Friedrich Blunck, danach Hanns Johst), Reichspresse- , (Präs.bis
1945 Max Amann >24.4.35/ 15.4.36), Reichsrundfunk-,
(Präs.bis 1939 Horst Dreßler-Andres >1950),
Reichstheater-, Reichsmusik-, (Präs.
bis 1935 Komponist Richard Strauss, danach Dr. Peter Raabe),
Reichsfilm-, (Präs. bis 1945 Carl
Auen) und der Reichskammer der bildenden Künste (nur in einer der
Einzelkammern Aufgenommene können
ihren Beruf ausüben, Nichtaufgenommene/ Ausgeschlossene
haben praktisch Berufsverbot),
Reichskulturkammer-Präs. ist der Reichsminister für Volksaufklärung
und Propaganda Dr. Goebbels
(>6.6.45/ 8.8.45/ 19.7.35/ 3.11.76)
23.09. Frankfurt/M., Dr. Fritz Todt, Generalinspekt. für das dt. Straßenwesen, bei der feierlichen Übergabe
von Spaten an 720 spalierstehende Arbeitslose u.a.: „Kameraden(!),…soeben kommt ihr vom Arbeits-
amt. Es ist der Wille unseres Führers, daß ihr diese Stätte nicht mehr betretet. Wir(!) gehen nicht mehr
stempeln, sondern wir bauen Straßen…“
26.09. Gesetz zur Änderung des Gesetzes über Betriebsvertretungen u. über wirtschaftliche Vereinigungen
27.09. Wittenberg, ev. „Nationalsynode“, Festgottesdienst mit „Theologensturm“ bestehend aus Theologie-
studenten des sächsischen Landesbischofs Friedrich Coch in feldgrauer Uniform, lila Kreuz und SS-
Runen auf dem Arm (>07.1993)
29.09. Reichstag akklamiert
Reichserbhofgesetz (Blut- u. Boden-Ideologie): Bauer kann nur sein, wer dt.
Staatsbürger u. deutschen oder stammesgleichen Blutes ist und ist nicht, wer unter den Vorfahren
väterlicher-
oder mütterlicherseits jüdisches oder farbiges Blut hat. Der Erbhof geht ungeteilt auf den
Anerben über; Miterben
haben nur Recht auf Aussteuer, Berufsausbildung und Heimatzuflucht,
Dr. jur. Wolfgang Diewerge
(NSDAP-Mitgl. 278234, beim „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes“
Rechtsabt.-Leiter) überreicht
Auswärtigen Amt sein Gutachten über „Die pressemäßige Unterstützung
des Kairo-Prozesses“ (d.h. gelenkte
anti-jüdische Propaganda auf arabisch-jüd. Konflikt in Ägypten.
1935 wird Dr. Diewerge Autor von „Als
Sonderberichterstatter zum Kairoer Judenprozess“, 1936 von
„Der Fall Gustloff“, 1937 v. „Ein
Jude hat geschossen“, 1939 v. „Anschlag gegen den Frieden: ein
Gelbbuch über Grünspan und seine
Helfershelfer“, 1940 „Der neue Reichsgau Danzig-Westpreussen:
ein Aufbaubericht vom Aufbauwerk im
deutschen Osten“, 1941 „Kriegsziel der Weltplutokratie“ - Über-
setzung v. T. Kaufman’s „Germany must perish“, 1942 „Deutsche
Soldaten sehen die Sowjet-Union“.
Dr. Diewerge wird 1935
NSDAP-Reichsredner, dann Ministerialdirigent Reichspropagandaministerium,
SS-Standartenführer, ist bei
Entscheidungen um einen Thälmann-Prozess und die Grynszpan-Schau-
prozessvorbereitungen beteiligt, wird
Reichssender Danzig-Intendant, nach 1945 entnazifiziert, als
Rechtsanwalt zugelassen und wird
Referent beim NRW-FDP-Vorsitz. Friedrich Middelhauve und
Rednerschulung-Beauftragter im
FDP-Landesverband und am 17.2.66 vom Landgericht Essen im
Namen des Volkes wg. Meineides beim
Essener „Grünspan-Prozess“ zu einem Jahr Haft verurteilt)
(>4.2.36/ 29./30.9.38/ 7.11.38/
1.10.40/ 16.1.53)
30.09. Deutscher Anwaltsverein (Vorsitz. seit 05.1933 ist
Hermann Voß) beschränkt Mitgliedschaft auf Arier
30.9./3.10. Leipzig, 4.Reichstagung des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen unter dem Motto:
„Durch Nationalsozialismus dem Deutschen Volk das deutsche Recht“, bei Massenkundgebung am
Reichsgericht bekennen 20 000 teilnehmende deutsche Juristen mit ausgestrecktem rechten Arm:
„Wir schwören beim ewigen Herrgott,…bei dem Geist unserer Toten,…bei all denen, die Opfer einer
volksfremden Justiz einmal geworden sind,…bei der Seele des deutschen Volkes, daß wir unserem
Führer auf seinem Wege als deutsche Juristen folgen wollen bis an das Ende unserer Tage.“ und
marschieren durch Leipzig (der von Reichsrechtsführer Dr. Hans Frank geführte BNSDJ wird 1936
zum ca. 104 000 Mitgl. starken Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund/NSRB und ab 1942 von
Dr. Otto Thierack geführt) (>2.12.33/ 23.4.41/ 2.10.52/ 2./3.4.58),
aus gegebenen Anlaß leistet auch der Deutsche Richterbund dem nationalsozialistischem Staat sein
Treuebekenntnis: „Hohe Verehrung, aber auch unverbrüchliche Treue schlingen ein unauflösliches
Band zwischen dem, der die Geschicke des deutschen Volkes leitet, seinem Führer, und den
deutschen Richtern. Eng um ihn geschart, wie der Heerbann um seinen Herzog, werden wir ihm im
Kampfe zur Seite stehn und das Schlachtfeld entweder nie oder erst dann verlassen wenn der Sieg
errungen ist: die Rettung des deutschen Volkes.“ (>8.5.45/ 13.11.46/13.10.1947/ 1.4.50)
01.10. Berlin, Reichsernährungsmin. Darré und Reichsmin. für Propaganda u. Volksaufklärung Dr. Goebbels
proklamieren u.a. „Des deutschen Volkes Stärke liegt in der deutschen Erde, in der Kraft der Arbeit
deutschen Bauerntums. Mit jedem Jahre erneuert sich die Dankesschuld der Gesamtheit aller Volks-
genossen gegenüber dem Stande, der als Sachwalter deutschen Bodens in unermüdlicher, harter
Arbeit des Volkes Brot und Nahrung schafft. In schwerer Notzeit unter Führung seines Volkskanzlers
Adolf Hitler zu unlösbarer Einheit zusammengeschlossen, im Bewußtsein dieser Dankespflicht und der
ewigen Verbundenheit zwischen Stadt u. Land, hat sich das deutsche Volk im Jahre seiner nationalen
Wiedergeburt zum ersten Male zum Erntedankfest vereinigt…“,
Hameln, Bückeberg, „Tag des deutschen Bauern“ – A. Hitler spricht vor 500 000 Teilnehmern (1934
huldigen 700
000, 1935 und 1936 1 000 000 und 1937 ca. 1 200 000 Deutsche am Bückeberg
kanzler
Hitler bei dem von
dem früheren Erntedankfest) (>30.1.1935),
Jahrestag
des 1. HJ-
Mitglieder sieben Stunden vor der NSDAP-Parteiprominenz (>27./30.5.1950),
KZ Dachau, „Disziplinar- und Strafordnung für das Gefangenenlager“ von Stockhieben bis Todesstrafe
03.10. Gründung „Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher“ AKD (nach Gründungsaufruf v. „Stellvertreter
des Führers“ Rudolf Heß) AKD-Reichsleiter ist Vizekanzler Franz v. Papen, Reichsgeschäftsführer ist
Graf Roderich v. Thun und Hohenstein (Funktionäre sind u.a. Staatssekr. Hans Dauser, Major a.D.
und späterer Reichskirchenmin.-Ministerialdirigent Hermann von Detten und Köln’s Regierungspräs.
Dr. Rudolf zur Bonsen, die AKD wird nach Vizekanzler v. Papen’s Amtsenthebung 08.1934 aufgelöst)
10. Walter
Ulbricht (KPD) flieht nach Moskau (er kehrt 1945 mit der sowj. Armee zurück)
(>16.10.57)
04.10. Reichstag akklamiert
Schriftleitergesetz (Zulassung als Redakteur/Journalist nach rassisch-politisch
und ideologischen Kriterien - um vom
Volk alles fernzuhalten, was geeignet ist Gemeinschaftswillen,
Kraft, Kultur, Wehrhaftigkeit,
Wirtschaft des Volkes zu schwächen - führt zu Berufsverbot für mind.
1 300 „jüd. u. marxistischer“
Journalisten u. Schließung vieler Zeitungen) (>7.9.49/ 22.5.75/ 3.11.76)
07.10. Neumünster, Pastor Ernst Emil Heinrich Szymanowski wird Probst in Bad Segeberg (1919-21
Theologiestudium, 1924 Pastor in Kating, 1926 NSDAP, 1933 Deutsche Christen, 1935 Beamter im
Reichsmin. f. kirchl. Angelegenheiten, 1936 SS, 1942 als Ernst E. H. Biberstein Einsatzgruppenleiter
Kiew und Taganrog/UdSSR, 1948 Todesurteil wg. 65fachen Mordbefehls, 1951 zu lebenlanger Haft
begnadigt, 1958 nach kirchl. Fürsprache entlassen) (>15.9.47/ 9.5.58)
10.10. Bayreuth, Verhaftung von
Mathematikstudent und KPD-Mitgl. Georg Klaus (in Untersuchungshaft
gefoltert wird er am 25.5.34 vom
Landgericht München wg. Hochverrats im Namen des Deutschen
Volkes zu 2 Jahren Haft verurteilt,
es folgen 3 Jahre „Schutzhaft“ im KZ Dachau mit anschließendem
Studierverbot > verfolgte
Schüler, Wehrdienst, 1956 SED, 1947 Studium, 1948 Promotion, Dozent
für dialektischen u. historischen Materialismus, 1950 Habilitation, 1957 Autor: „Jesuiten, Gott, Materie -
des Jesuitenpaters Wetter Revolte wider Vernunft und Wissenschaft“, 1959 Deutsche Akademie der
Wissenschaften, 1962 Direktor ZI für Philosophie) (>1.7.49)
13.10. Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens
14.10. Deutsches Reich verläßt
nach langer Völkerbund-feindlicher Propaganda den „Völkerbund“ u. Genfer
Abrüstungskonferenz (Anlaß zu
Volksabstimmung/Reichstagsauflösung/Wahl für gewolltes Ein-Partei-
Parlament), die ev. Kirche (Pfarrer
Martin Niemöller im Namen von 2 500 Pfarrern) und kath. Kirche
(Dr. Erich Klausener u.a.)
gratulieren Hitler zur „Wahrung deutscher Ehre“ (>12.11.33/ 15.1.34)
15.10. München, Grundsteinlegung
„Haus der Deutschen Kunst“ mit Festzug „Glanzzeiten deutscher Kultur“
(der Apostolischen Nuntius Alberto
Vassallo di Torregrossa sagt dabei in
Gegenwart von Bayerns
Staatsminister und NSDAP-Mitgl. Nr.
2, Hermann Esser, zum Reichsführer A. Hitler u.a. „Ich habe Sie
lange nicht verstanden. Ich habe mich aber
lange darum bemüht. Heute verstehe ich Sie.“ Am 12.11.
dient diese
Aussage des Nuntius - versehen mit dem Zusatz „Auch jeder deutsche Katholik
versteht
heute Adolf Hitler und stimmt am 12.November
mit: „Ja“ - der Wählerwerbung) (>12.11.33/
30.1.34)
15./22.10. Nationalsozialistische Handwerker-, Handels- u. Gewerbeorganisation NS-Hago-Mittelstandstreff
(NSDAP-Mittelstandsgliederung, ab
1935 in DAF-Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und Handel)
20.10. Preußen verweigert
Approbation nichtarischer Medizin- u. Zahnmedizinstudenten, Promotion nur bei
gleichzeitigem Verzicht auf deutsche
Staatsangehörigkeit möglich
26.10. „Vossische Zeitung“
Preußische Akademie der Künste propagiert „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“
für A. Hitler von 88 Sektion
Dichtkunst-Mitgliedern u. Schriftstellern u.a. Gottfried Benn, Hanns Johst,
Rudolf Binding, Arnold Bronnen,
Hermann Claudius, Otto Flake, Hanns Franck, Friedrich Griese,
Carl Haensel, Börries v. Münchhausen,
Eckart v. Naso, Helene v. Nostitz-Wallwitz, Anton Schnack,
Friedrich Schnack, Wilhelm v. Scholz,
Lothar Schreyer, Lulu v. Strauß und Torney, Bruno Süßkind,
Ina Seidel (>22./25.5.52)
27.10. Volksdeutsche Rat unter Geopolitiker Prof. Dr. Karl Haushofer (Zitat „So hat der nationalsozialistische
Gedanke in der Welt, im Lichte der Erdkunde betrachtet, dasselbe uralte…ewigjunge Doppelgesicht
wie der mystische Janus: eines, das…erdumspannend Weltfernen überschaut und eines, das nur im
eigensten Volksboden jeder Rasse vollkommen verstanden werden kann“) wird Volkstumszentralstelle
(sein Sohn ist der Geograf Prof. Dr. Albrecht Haushofer, der - obwohl „jüd. Mischling 2.Grades “ - als
Heß-Protegé an Berlin’s Hochschule für Politik lehrt, viele diplomatische Geheimmissionen im Ausland
unternimmt, freier Mitarbeiter der Dienststelle Ribbentrop u. der Informationsabteilung im Auswärtigen
Amt unter Staatssekretär Ernst Freiherr v. Weizsäcker wird, 1938 als Volkstumsspezialist an Verhand-
lungen zum Münchner Abkommen teilnimmt, 1940 Lehrsstuhl an der Kaiser-Wilhelm-Universität, 1941
nach Heß’ Großbritannien-Flug erstmals und 1944 nach Stauffenberg-Attentat abermals verhaftet, in
Haft Autor v. „Moabiter Sonnette“ u.a. „Ich klage mich in meinem Herzen an: ich habe mein Gewissen
lang betrogen, ich hab mich selbst und andere belogen…“) (>9./10.6.35/ 29./30.9.38/ 24.6.39/ 23.4.45/
10.10.45/ 10.3.46)
31.10. Pflichtmitgliedschaft von
Juristen u. Rechtsanwälten im Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ
(es werden nur Arier aufgenommen)
(>13.12.1935)
01.11. Schweiz; „Neue Züricher Zeitung“ „Der Freiburger Erzbischof (Dr. Conrad Gröber)...hat noch in der
Zeit der Reichstagswahlen sehr entschieden gegen gewisse nationalsozialistische Auffassungen
Stellung genommen und längere Zeit war das Verhältnis der nationalsozialistischen badischen
Regierung zur Kirche sehr gespannt. Umso größere Beachtung findet das Bekenntnis zum neuen
Regime, das der Kirchenfürst auf einer kath. Massenveranstaltung (am 9.10.) in Karlsruhe ausge-
sprochen hat...Auch äußerlich trat die Wandlung in Karlsruhe dadurch zutage, daß die Versammlungs-
teilnehmer, die sicherlich vor einem halben Jahre noch stramme Zentrumsleute waren, den Erzbischof
mit dem Deutschen Gruß empfingen. Das Verhalten des hohen kirchl. Würdenträgers erscheint
bezeichnend für den neuen Kurs, den der deutsche Episkopat nach dem Abschluß des Reichs-
konkordats eingeschlagen hat.“ (>2.3.34)
03.11. Universität Freiburg,
Rektor u. NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Martin Heidegger’s „Aufruf an die Deutschen
Studenten“ „Nicht Lehrsätze und Ideen
seien die Regeln Eures Seins. Der Führer selbst und allein ist
die heutige und künftige deutsche
Wirklichkeit und ihr Gesetz.“ (>11.11.33)
11. „Deutsche Volksgesundheit - Organ des Kampfbundes für Deutsche
Gesundheits- und Rassenpflege -
Haltet den Dieb - Wie lange noch darf
jüdischer Geist die Deutsche Reform knebeln?“,
„Rassenprobleme im Dritten Reich“
Autor Dr. Hans Macco u.a. „So stelle ich als Rheinländer die For-
derung auf: Sterilisierung aller
Mulatten, die uns die schwarze Schmach…hinterlassen hat.“ (>8.2.34),
NSDAP-Wahlwerbung: „In 8 Monaten 2½
Millionen Volksgenossen in Arbeit u. Brot gebracht! Den
Klassenkampf und seine Parteien
beseitigt! Den Bolschewismus zerschlagen! Die Kleinstaaterei über-
wunden! Ein Reich der Sauberkeit und
Ordnung aufgebaut!...Stimme mit Ja! Wähle zum
Reichstag
Adolf Hitler und seine Getreuen!“
(>30.7.1998),
gemeinsamer Aufruf von DFB-Präs.
SS-Obersturmbannführer Felix Linnemann und Deutsche Sport-
behörde-Führer u. IOC-Mitglied Dr.
Karl Ferdinand Ritter v. Halt: „In der Volksgemeinschaft des Dritten
Reiches hat der Sport seine
politische Mission erhalten…Als Führer des DFB und des DSB haben wir
dem Kanzler Treue und Gefolgschaft
gelobt…Er war der Niederschlag dessen was uns alle beseelte.
Am 12.November werden wir ihm aufs
Neue unsere Gefolgschaft beweisen.“(>1935/
18.9.1944),
„Warum muß der Katholik die
Reichstagsliste Adolf Hitlers wählen? Weil im nationalsozialistischen
Staat an sich und durch das Reichskonkordat 1. die Religion
geschützt ist, 2. der kirchliche Frieden
gesichert ist, 3. die öffentliche
Sittlichkeit gewährt bleibt, 4. der Sonntag geheiligt wird, 5., 6., 7., 8…,
Deshalb muß der Katholik am 12. Nov.
so wählen: Volksabstimmung: Ja - Reichstagswahl: A. Hitler“
11.11. Leipzig, Festveranstaltung
„Mit Adolf Hitler für des deutschen Volkes Ehre, Freiheit und Recht!“ mit
„Bekenntnis der Professoren und
Intellektuellen an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu
Adolf Hitler und dem
nationalsozialistischen Staat“ unterzeichnet u.a. von Prof. Dr. Friedrich
Alverdes,
Prof. Dr. Georg Anschütz, Prof. Dr.
Adolf Bach, Prof. Dr. Johannes Behm, Dr. Edwin Blanck, Prof. Dr.
Fritz Blättner, Prof. Dr. Wilhelm Blaschke,
Prof. Dr. Werner Blume, Prof. Dr. Paul Böckmann, Prof. Dr.
Otto Bollnow, Prof. Dr. Conrad
Borchling, Prof. Dr. Gustav Bredemann, Prof. Dr. Ernst Broermann,
Prof. Dr. Paul Brohmer, Prof. Dr.
Alfred Burgardsmeir, Prof. Dr. Adolf Butenandt, Prof. Dr. Hans
Freiherr v. Campenhausen, Prof. Dr.
Adolf Dabelow, Prof. Dr. Hans Dachs, Prof. Dr. Gustav Deuchler,
Prof. Dr. Rudolf Dittler, Prof. Dr.
Heinz Dotterweich, Prof. Dr. Richard Egenter, Prof. Dr. Theodor Fahr,
Prof. Dr. Rainer Fetscher, Prof. Dr.
Ulrich Fleck, Prof. Dr. Hans Fliege, Prof. Dr. Wilhelm Flitner, Prof.
Dr. Günther Franz, Prof. Dr. Hans
Freyer, Prof. Dr. Hans-Georg Gadamer, Prof. Dr. Arnold Gehlen (!)
(„BND“), Prof. Dr. Gustav Giemsa,
Prof. Dr. Wilhelm Giese, Prof. Dr. Franz Groebbels, Prof. Dr. Hans
Großmann, Prof. Dr. Rudolf Großmann,
Prof. Dr. Konstantin v. Haffner, Prof. Dr. Helmut Hasse, Prof.
Dr. Otto Heckmann, Prof. Dr. Martin
Heidegger, Prof. Dr. Wilhelm Heinitz, Dr. Rudolf Heinz, Prof. Dr.
Johannes Hempel, Prof. Dr. Paul
Hesse, Dr. Max Heuwieser, Prof. Dr. Theodor Heynemann, Dr.
Emanuel Hirsch, Prof. Dr. Edgar
Irmscher, Prof. Dr. Eduard Jacobshagen, Prof. Dr. Fritz Jäger, Prof.
Dr. Erich Jaensch, Prof. Dr.
Maximilian Jahrmärker, Prof. Dr. Harro Jensen, Prof. Dr. Eduard Keeser,
Prof. Dr. Erwin Kehrer, Prof. Dr. Egon
Keining, Prof. Dr. Hugo Knipping, Prof. Dr. Wilhelm Knoll, Prof.
Dr. Peter Koch, Prof. Dr. Ernst
Kretschmer, Dr. Albrecht Langelüdecke, Prof. Dr. Gerhard Mackenroth,
Prof. Dr. Johann Mannhardt, Dr.
Friedrich Mauz, Prof. Dr. Kurt May, Prof. Dr. Martin Mayer, Prof. Dr.
Waldemar Mitscherlich, Prof. Dr.
Walther Mitzka, Prof. Dr. Hans Möller, Prof. Dr. Wilhelm Mommsen,
Dr. Peter Mühlens, Prof. Dr. Paul
Mulzer, Prof. Dr. Hans Naujocks, Prof. Dr. Friedrich Neumann, Prof.
Dr. Arthur Nikisch, Prof. Dr.
Herrmann Noack, Prof. Dr. Bernhard Nocht, Prof. Dr. Max Pagenstecher,
Prof. Dr. Siegfried Passarge, Dr.
Hans Petersson, Prof. Dr. Robert Petsch, Prof. Dr. Heinrich Pette,
Prof. Dr. Wilhelm Pfannenstiehl,
Prof. Dr. Wilhelm Pinder, Dr. Hans Plischke,
Prof. Dr. Hans Preuß,
Prof. Dr. Georg Raederscheidt, Prof.
Dr. Otto Reche, Dr. Joachim v. Reckow, Prof. Dr. Eduard
Reichenow, Dr. Ferdinand Reiff, Dr.
Adolf Rein, Prof. Dr. Hermann Rein, Prof. Dr. Heinrich Remy, Dr.
Joachim Ritter, Dr. Erich Rix, Prof.
Dr. Josef Schmid, Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch (>6./13.9.1937),
Prof. Dr. Karl C. Thalheim (Zitate: „Die Reinigung des dt. Kulturlebens von zersetzenden Einflüssen,
die besonders vom Judentum ausgingen, war für eine…Erneuerung eine unbedingte Voraussetzung.“
/1966: „Ich bin nie Antisemit gewesen.“) (>24.3.52),
Prof. Dr. Eugen Fischer: „...einen
nationalen Staat haben wir aufgerichtet, und wir sind dabei ihn auf-
zubauen, einen Staat aus Blut und
Boden, einen Staat aus der deutschen Volksverbundenheit heraus
aufgebaut auf Volkstum, Rasse und
deutscher Seele...der Führer hat die Größe gehabt zu sagen: Ich
frage das ganze deutsche Volk, ob es
mit seinem Willen hinter mir steht; und morgen wird das ganze
deutsche Volk sagen: Ja! Ja! “,
Prof. Dr. Richard Golf: „...mit Adolf
Hitler für des deutschen Volkes Ehre, Freiheit und Recht.“,
Prof. Dr. Martin Heidegger:
„...keiner kann fernbleiben am Tage der Bekundung dieses Willens,
Heil Hitler.“,
Prof. Dr. Emanuel Hirsch: „...aus dem
allen nun das Letzte, das ich zu sagen habe: Wir haben einen
Führer, der immer und allezeit dies
bekannt hat, daß er als nichts denn ein Werkzeug des Schöpfers
aller Dinge sich weiß. Er weiß, die
Vorsehung läßt ihn den Dienst tun, sie steht über ihm u. lenkt ihn.“,
Prof. Dr. Friedrich Neumann: „Wir
lehnen jeden Humanismus ab, der allen Völkern die gleiche Lebens-
form aufzwingt.“ (1933 NSDAP,
Bücherverbrennung beteiligt, 1971 Uni. Marburg Brüder-Grimm-Med.),
Prof. Dr. Wilhelm Pinder: „...Das ist
Politik aus Sittlichkeit, das ist Politik aus dem Herzen, aus einem
geradezu religiösen Untergrund her.
Das ist etwas Neues in der Geschichte...“(H. Nannens Professor),
Prof. Dr. Friedrich Schumann: „…Nationalsozialistische
Erziehung des deutschen Volkes bedeutet Er-
ziehung zu der Überzeugung, daß ein
Volk nur aus seiner Ehre heraus leben kann. Volk ist nicht nur
eine geschichtliche Größe, sondern in
dem es das ist, eine sittliche Größe.“ (>18.8.35/ 4.12.48/
18.6.53),
„Emsland-Lager“ (KZ Börgermoor, Esterwegen, Neusustrum) sind fertig gestellt und mit ca. 4 000 in
„Schutzhaft“ befindlichen Gefangenen belegt (Kommandant von 1934-43 wird SA-Führer, Oberreg.Rat
u. Reg.Dir. Werner Schäfer, Zitat: „Gesetzgeber im Emsland bin ich allein.“), weitere „Emsland-Lager“
werden in Alexisdorf, Aschendorfermoor, Bathorn, Brual-Rhede, Dalum, Fullen, Groß-Hesepe, Versen,
Oberlangen, Walchum, Wesuwe u. Wietmarschen errichtet, unter den bis ’45 ca. 60 000 „Schutzhaft“-
Gefangenen sind u.a. Hans Alexander, Bernhard Bästlein, Friedrich Ebert jun., Otto Eggerstedt, Ernst
Heilmann, Dr. Julius Leber und Carl v. Ossietzky, später werden auch ca. 100 000 Kriegsgefangene
hier inhaftiert; ca. 30 000 Todesopfer davon ca. 26 000 sowjet. Kriegsgefangene (W. Schäfer wird
1953 in Oldenburg wg. Körperverletzung im Namen des Volkes zu 2½ Haft unter U-Haft-Anrechnung
verurteilt und kommt sofort frei); bekannt ist das „Lagerlied der Moorsoldaten“ die mit Hacke und
Spaten ca. 50 000 ha Moor entwässern und kultivieren sollten:
„Wohin auch das Auge blicket, Auf und
nieder geh’n die Posten,
Moor und Heide nur ringsum. Keiner,
keiner kann hindurch,
Vogelsang uns nicht erquicket, Flucht
wird nur das Leben kosten,
Eichen stehen kahl und krumm. Vierfach
ist umzäunt die Burg.
Wir sind die Moorsoldaten Wir
sind die Moorsoldaten
und ziehen mit dem Spaten ins Moor… und ziehen mit dem
Spaten ins Moor…
Morgens ziehen die Kolonnen Doch
für uns gibt es kein Klagen,
durch das Moor zur Arbeit hin, ewig
kann’s nicht Winter sein.
graben bei dem Brand der Sonnen, Einmal werden
froh wir sagen:
doch zur Heimat steht der Sinn. Heimat, du
bist wieder mein!
Wir sind die Moorsoldaten Dann
zieh’n die Moorsoldaten
und ziehen mit dem Spaten ins Moor… nicht mehr mit dem
Spaten ins Moor…“,
(nach Kriegsbeginn werden einige
„Emsland-Lager“ Kriegsgefangenlager für ca. 70 000 Soldaten)
12.11. 9. (und erste Einparteien-)Reichstagswahl mit Einheits-„Liste des Führers“, Motto:
„Früher = Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verwahrlosung, Streik, Aussperrung
Heute = Arbeit, Freude, Zucht, Volkskameradschaft, Darum Deine Stimme dem Führer“ (=92,2%),
Volksbefragung zu Austritt aus der Genfer Abrüstungskonferenz und aus dem Völkerbund, Frage:
„Billigst Du, deutscher Mann, und Du, deutsche Frau, diese Politik Deiner Reichsregierung und bist Du
bereit, sie als den Ausdruck Deiner eigenen Auffassung und Deines eigenen Willens zu erklären und
Dich feierlich zu ihr bekennen.“ (Ja = 96,3%), geheime Stimmabgabe (Wandschirm/Wahlkabine) ist
verpönt (>13.10.50/ 26.3.68),
50% der Mandate sind NSDAP-Funktionären vorbehalten, 50% gehen an SS, SA u. der NSDAP ange-
schlossener Verbände (z.B. macht Hitler Prof. Dr. jur. Friedrich Grimm - 1933 Autor von „Reichsreform
und Außenpolitik“, 1934 von: Ein Volk, ein Reich, ein Führer in „Hitlers deutsche Sendung“ - bis 1945
zum MdR, nach 1945 wird Rechtsanwalt Dr. G. Generalamnestie-Verfechter und Ehrenpräsident vom
„Bundesverband ehemaliger Internierter und Entnazifizierungsgeschädigter“), Scheinparlamentarier/
Abgeordnete erhalten Diäten von RM 600 monatlich sowie Reichsbahn-Freikarte
13.11. Berlin, Sportpalast,
Massenkundgebung von 20 000 „Deutsche Christen“ (geleitet u.a. von Studienrat,
Gauobmann, brandenburgischer u.
preußischer Synodaler und Mitgl. des preußischen Kirchensenats
Dr. Reinhold Krause - der spricht
über „Ein Volk, ein Führer…ein Gott, eine Kirche“ und von „Wenn wir
Nationalsozialisten uns schämen eine
Krawatte vom Juden zu kaufen, dann müßten wir uns erst recht
schämen…das innerste Religiöse vom
Juden anzunehmen.“ u. ist noch 1951 Studienrat in der BRD -,
Oberkonsistorialräten Albert Freitag,
Siegfried Nobiling, Reichsleitungsreferent Dr. Friedrich Werner,
Bischöfen Joachim Hossenfelder u.
Friedrich Peter, den Pfarrern Friedrich Tausch, Karl Jakubski und
Probst Fritz Lörzer) fordert
„Reformation aus dem Geist des Nationalsozialismus“, Abschaffung des
jüd. Alten Testaments, Säuberung des
Neuen Testaments von der „Sündenbock- und Minderwertig-
keitstheologie des Rabbiners Paulus“
u. „von aller orientalischen Entstellung gereinigten… heldischen
Jesusgestalt als Grundlage eines artgemäßen Christentu