Chronik/Rückblick mit scheinbaren Analogien und ohne Anspruch auf Vollständigkeit

 

„Händchen falten, Köpfchen senken und an Adolf Hitler denken. Er gibt uns täglich Brot, er hilft aus aller Not.

Amen.“ Deutsches Kindergartengebet

 

„Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“ Richard v. Weizsäcker

 

1933

          das Deutsche Reich hat 66 Mio. Einwohner (63% ev., 32% kath. Christen, 0,9% Juden), eine Fläche

          von 470 700 qkm (bei Reichsgründung 1871 waren es noch 550 500 qkm, Aktionen deutscher Eliten

          von 1914-18 verursachten große Gebiets- und Menschenverluste und hohe Reparationsleistungen),

          die Staatsverschuldung beträgt ca. RM 11 400 000 000, durchschnittl. Arbeitnehmer-Monatslohn ist

          RM 125, es gibt ca. 5 800 000 Arbeitslose und 242 000 in der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

          „freiwilliger Arbeitsdienst“, namhafte deutsche Industriellen des Keppler-Kreises wie Friedrich Flick (bis

          ’45 RM 7 650 000 an „Destinatäre“), Fritz Thyssen („I paid Hitler“), Bankiers Kurt Freiherr v. Schröder,

          Prof. Dr. Emil Meyer u.v.a. auch ausländ. Spendern wie Royal Dutch Shells Sir Henry Detering unter-

          stützen die NSDAP mit Spenden (Telford Taylor, US-Hauptankläger in Nürnberg wird am 27.8.1947

          sagen: „Ohne die Zusammenarbeit der deutschen Industrie und der NSDAP hätten Hitler und seine

          Parteigenossen niemals die Macht in Deutschland ergreifen und festigen können...“) (>16.10.34/ 1935)

04.01. Köln, K. v. Schröder-Villa, Hitler/Franz v. Papen-Geheimtreff zum Sturz der v. Schleicher-Regierung

15.01. Lippe-Detmold, Landtagswahl, die NSDAP erhält 39,5% der Stimmen und ist Wahlsieger

22.01. Berlin, Bülowplatz, Aufmarsch tausender SA-Männer vor dem KPD-Karl-Liebknecht-Haus, die unter

          starkem Polizeischutz einen Horst-Wessel-Stein errichten. Die Spuchbänder am KP-Gebäude sind: „In

          ihrem Geist vorwärts im Kampf gegen Kriegsgefahr, Faschismus, Hunger und Frost, für Arbeit, Brot u.

          Freiheit“ „Im Zeichen des Leninismus wählt rote Betriebsräte, stärkt die revolutionäre Gewerkschafts-

          Opposition“. 108 KPD-Mitgl., die sich der SA entgegenstellen werden verhaftet, andere mit Gummi-

          knüppeln verjagt (am 25.1. protestieren ca. 130 000 KPD-Anhänger die Errichtung eines Mahnmals für

          SA-Führer Horst Wessel gegenüber dem Karl-Liebknecht-Haus)

23.01. „Der Angriff“ „Der gestrige Tag hat es bewiesen: Berlin gehört uns!“

28.01. Rücktritt von Reichskanzler General Kurt v. Schleichers „Kabinett der Barone“ (>30.6.1934)

30.01. Hitler’s Ernennung (nicht Machtergreifung) zum Reichskanzler durch Reichspräs. Paul v. Hindenburg,

          Amtsmeineide der neuen Regierung ihre Kraft für das Wohl des Volkes einzusetzen, Verfassung und

          Gesetze zu wahren, Geschäfte unparteiisch u. gerecht zu führen (Jochen Klepper: „Bündnis von Adel

          und Pöbel“ - von 11 Ministern sind 5 adelig: Vizekanzler Franz v. Papen, Reichswehr- / Reichskriegs-

          min. Werner v. Blomberg, Reichsfinanzmin.Graf Schwerin v. Krosigk, Reichsverkehrsmin. Freiherr

          v. Eltz-Rübenach u. Reichsaußenmin. Konstantin Freiherr v. Neurath, Aufmarsch/ Fackelzug von SA,

          SS, HJ und 100 000er jubelnder Deutscher u.a. Claus Schenk Graf v. Stauffenberg von 19 Uhr-1 Uhr

          nachts zur Reichskanzlei. Preußens Akademie der Künste-Ehrenpräsident Max Liebermann sagt über

          das nächtliche Spektakel: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen.möchte.“ (>28.2.33/

          23.3.33/ 1.7.34/ 16.10.34/ 13.9.39/ 20.7.44/ 30.1.45/ 12.10.49/ 10.4.2000),

          KPD-Aufruf zum Generalstreik: „Hitler, Papen, Hugenberg, Frick, Göring, Seldte! Dies neue Kabinett

          der offenen, faschistischen Diktatur ist die…unverhüllteste Kriegserklärung an die Werktätigen…“,

          die NSDAP hat 849 009 Genossen, die Hitler-Jugend hat ca. 1 000 000 Mitglieder (>11.10.49),

          „Der Angriff“ „Deutsches Berlin: Fahnen heraus!“ „So verbauen Bonzen Arbeitergroschen“ (>21.1.34),

          „Vossische Zeitung“ „Kabinett Hitler=Papen=Hugenberg – Regierung der Harzburger Front ohne

          Verständigung mit dem Zentrum ernannt“

01.02. Reichspräs. Paul v. Beneckendorff und v. Hindenburg löst Reichstag auf (Wahlgesetznovelle 2.2.33),

          Reichskanzler Hitlers „Aufruf der Reichsregierung an das deutsche Volk“: „Vierjahresplan…Rettung

          des deutschen Bauern…- Rettung des deutschen Arbeiters durch…umfassenden Angriff gegen die

          Arbeitslosigkeit…- Wahrung der Lebensrechte - Wiedererringung der Freiheit unseres Volkes -…Möge

          der allmächtige Gott unsere Arbeit in seine Gnade nehmen…“,

          Lübeck, Verhaftung von SPD-MdR u. „Lübecker Volksbote“-Redakteur Dr. Julius Leber nachdem sein

          Reichsbanner-Leibwächter Willi Rath am 31.1. einen Mann erstach (Dr. L. u. W. R. werden im Namen

          des Volkes zu 20 bzw. 12 Mon. Haft verurteilt, Dr. L. ist bis 1937 in KZ-Haft) (>11.1933/ 20.10.1944)

02.02. Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, polizeil. Durchsuchung d. KPD-Parteizentrale (Schließung am 23.2.33),

          Reichskanzler Hitler ernennt Hermann Göring zum Reichskommissar für Luftfahrt (>15.3.33/ 29.4.33)

03.02. Berlin, Reichskanzler Hitler informiert Reichsheer- u. Reichsmarine-Befehlshaber (u.a. Reichswehr-

          minister Werner v. Blomberg, Generale Kurt v. Hammerstein-Equord, Wilhelm Adam, Ludwig Beck,

          Fedor v. Bock, Walther v. Brauchitsch, Erich von dem Bussche-Ippenburg, Wolfgang Fleck, Werner

          v. Fritsch, Curt v. Gienanth, Wilhelm Ritter v. Leeb, Gerd v. Rundstedt, Admirale Dr. Erich Raeder, Dr.

          Otto Groos u. Vize-Admiral Conrad Albrecht über seine Pläne zu „völliger Umkehrung gegenwärtiger

          innenpolitischer Zustände“, gegen „Versailles“, Pazifismus, Demokratie, zu Jugenderziehung, Todes-

          strafe, Wehrpflicht und Wehrmacht-Aufbau (Generalleutn. „v. Liebmann-Protokoll“) (>31.1.34/ 2.8.34)

04.02. „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des deutschen Volkes“ (schränkt Pressefreiheit ein

          und ermöglicht 3 Mon. „Schutzhaft“/Unterbindungsgewahrsam) (>28.2.33/ 25.1.38/ 1.6.67),

          Dr. phil. Bernhard Rust (1914/18 „unter dem Donner der Geschütze das Eiserne Kreuz erhalten. Dein

          Heldenvater“, 1925 NSDAP-Gauleiter Hannover/Braunschweig) wird preuß. Kultusminister (Zitat Rust:

          „Hauptaufgabe der Erziehung ist es, Nationalsozialisten zu bilden.“)  > verfolgte Schüler (>30.4.34/

          10.1938/ 12.4.51/ 30.3./6.4.54/ 15.6.54/ 8.10.57/ 18.3.63)

05.02. „Evangelium im Dritten Reich“ „Die Glaubensbewegung ,Deutsche Christen’ veranstaltet am 3.2.1933

          in der St.Marienkirche…einen Dankgottesdienst…Predigt hält Reichsltr. Pfarrer Joachim Hossenfelder

06.02. „Verordnung des Reichspräsidenten zur Herstellung geordneter Regierungsverhältnisse in Preußen“

          überträgt SPD-Min.-Präs. Otto Braun’s Regierungsbefugnisse an kath. Vizekanzler Franz v. Papen

07.02. „Völkischer Beobachter“ meldet Reichskanzler Hitler verzichte auf sein Jahresgehalt von RM 29 200

          und seine Aufwandsentschädigung von RM 18 000, das Geld soll den Angehörigen von im Kampf

          getöteten SA- u. SS-Männern zugute kommen (>12.3.35),

          Berlin, Lustgarten, Großdemonstration von ca. 200 000 SPD-Anhängern

10.02. Berlin, Reichskanzler Hitlers 1.Sportpalastrede vor jubelnden Pg’s wie dem konservativen Wahlhelfer

          Prinz August Wilhelm v. Preußen, Kaiser-Sohn u. NSDAP-Ehrenmitglied Nr. 24 u.a. „Deutsches Volk,

          gib uns vier Jahre Zeit…Ich hege felsenfest die Überzeugung, daß eben doch dann einmal die Stunde

          kommt, in der die Millionen, die uns heute verfluchen, hinter uns stehen und mit uns begrüßen werden

          dann das gemeinsam geschaffene, wieder erkämpfte, bitter erworbene deutsche Reich der Größe und

          der Ehre und der Kraft und der Herrlichkeit und der Gerechtigkeit. Amen!“ (>30.4./20.6.37/ 31.6.39),

          Friedhof Berlin-Friedrichsfelde, KPD-Führer Wilhelm Pieck hält Trauerrede bei der Beerdigung dreier

          von Nationalsozialisten erschlagener junger Arbeiter

11.02. Berlin, Reichskanzler Hitler eröffnet 23.Internationale Automobil- und Motorradausstellung mit „Sieben

          Punkten zur Volksmotorisierung“ (der Reichsverband der Automobilindustrie RDA beklagte im Vorfeld

          hohe KfZ-Steuern und fehlenden Strassenbau) (>1.3.33/ 31.5.33/ 17.1.34/ 7.3.34/ 22.6.34/ 15.11.38)

12.02. Eisleben, Friedrich-Jahn-Turnhalle, NSDAP-Kreisleiter „Bubi“ Ludolf  v. Alvensleben’s SA-Standarte

          ermordet bei „Rote-Hilfe“-Veranstaltung drei Menschen und verletzt viele andere schwer (>8.10.39)

13.02. „Frankfurter Zeitung“ berichtet über Wahlversprechen des kommissarischen preuß. Kultusministers u.

          Gauleiters Dr. B. Rust, deutsche Schulen „von allem Nichtdeutschen“ und er „was dort nicht hingehöre

          und undeutsch sei, abschneiden werde, mit aller Brutalität der Pflicht. Schon in den nächsten Wochen

          seien Verfügungen zu erwarten, die über den neuen Willen keinen Zweifel mehr lassen würden.“

          (Nationalsozialist Dr. B. Rust gründet die Tradition deutscher Bildungsdiskriminierung mit rassistisch-

          religiösen Schwerpunkt, die Sozialisten Paul Wandel, Else Zaisser, Hans-Joachim Laabs, Fritz Lange,

          Alfred Lemnitz, Margot Honecker - später alle hoch pensioniert - setzen 1949 Bildungsdiskriminierung

          mit religiös-ideologischem Schwerpunkt fort um wieder tausende Menschen lebenslang zu schädigen.

          Es ist deutsche Gerechtigkeit einen Polen wg. Schlachtung eigener Tiere im Namen des Deutschen

          Volkes zum Tode zu verurteilen aber Staatsanwälte und Richter nicht zu verpflichten deutsche Kinder-

          u. Menschenrechte verletzende Bildungsdiskriminierung - oft mit dem Leben nahe am soziokulturellen

          Existenzminimum - einem internationalen, den Menschenrechten verpflichteten Gremium vorzulegen)

          >verfolgte Schüler (1.4.33/ 25.4.33/ 04.1933/ 1.5.33/ 8.5.33/ 15.7.33/ 14.11.38/ 16.7.42/ 23.4.50/

          8.2.51/ 15.2.51/ 18.8.76/ 17.8.90/ 6.9.90/ 21.1.99/ 1.1.2001/ 3.4.2001/ 27.8.2001/ 11.11.2001)

15.02. Preußische Akademie der Künste schliesst eigenen Sektion Dichtkunst-Präs. Heinrich Mann und die

          Künstlerin Käthe Kollwitz wg. ihrer „Dringender Appell“r KPD-/SPD-Einheitsfront-Unterschriften zur

          Reichstagswahl aus (er emigriert 1933 nach Frankreich u. 1940 in die USA, Bruder Thomas M. kehrte

          nach deutscher Medienhetzkampagne nicht heim ins Reich, auch die Neffen Golo u. Klaus emigrieren

          1933; sie bleibt trotz Ausstellungsverbot im Dt. Reich und stirbt am 22.4.45) (>13.9.40/ 21./22.4.46),

          Stuttgart, „Kabelattentat“, KPD-Mitgl. u.a. Kurt Hager stören Rundfunkübertragung der Rede A. Hitlers

          (H. wird im KZ Heuberg inhaftiert, emigriert, Internierung, 1946 SED, 1952 Ltr. der Abt. Wissenschaft,

          Volksbildung, Kultur, 1958 Ltr. SED-Politbüro Schulkommission, 1967 Vors. Volkskammer-Ausschuß

          für Volksbildung, 1976 Staatsrats-Mitgl.) (>12.10.49/ 25.3.50/ 15./17.1.59)  > verfolgte Schüler

17.02. Preuß. Innenminister H. Göring’s „Schießerlaß“ macht es der Polizei zur Pflicht „Stahlhelm“ u. SA bei

          Wahleinsätzen mit der Waffe zu unterstützen „Polizeibeamte, die in Ausübung dieser Pflichten von der

          Schusswaffe Gebrauch machen, werden ohne Rücksicht auf die Folgen des Schusswaffengebrauchs

          von mir gedeckt…“ (>22.2.33)

19.02. Dresden, Reichsinnenmin. Dr. Wilhelm Frick (NSDAP) u.a. „Wenn man sagt, wir hätten kein

          Programm, so ist doch der Name Hitler Programm genug.“

20.02. Berlin, Reichstagspräsidentenpalais, NSDAP-Parteispendentreffen 25 führender Unternehmer (u.a.

          Dr. Carl Bosch, August v. Finck - Bankhaus Merck, Finck&Co., Friedrich Flick, Gustav Krupp v. Bohlen

          u. Halbach, Dr. Hjalmar Schacht, Kurt v. Schröder, Georg v. Schnitzler, Fritz Springorum -Hoesch AG,

          Ernst Tengelmann - Gelsenkirchener Bergwerks AG, Fritz Thyssen u. Dr. Albert Vögler - Vereinigte

          Stahlwerke); Reichskanzler Hitler u.a. „Wir stehen heute vor folgender Situation: Weimar hat uns eine

          bestimmte Verfassungsform aufoktroyiert, mit der man uns auf eine demokratische Basis gestellt hat.

          Damit ist uns aber keine leistungsfähige Regierungsgewalt beschert…Wir müssen erst die ganzen

          Machtmittel in die Hand bekommen...“, Dr. Schacht: „Und nun meine Herren, an die Kasse!“, Reichs-

          tagspräs. Göring „Das erbetene Opfer (3 Mio. RM) wird der Industrie…umso leichter fallen, wenn sie

          weiß, daß die Wahlen am 5.März die letzten innerhalb von 10 Jahren voraussichtlich aber von

          100 Jahren sein werden“ (3 Scheinwahlen folgen bis 45) (>1.6.33/ 1.9.33/ 12.11.43/ 14.4.45/ 4.10.45)

22.02. Preuß. Innenminister H. Göring’s Erlaß zur Bildung einer Hilfspolizei aus ca. 40 000 SA- und SS- und

          ca. 10 000 Stahlhelm-Mitgliedern (>26.4.33)

23.02. Berlin, Sportpalast, MdR Wilhelm Pieck spricht bei letzter legaler KPD-Wahlkundgebung (>25.5.33)

24.02. Breslau, Tagebucheintrag des jüd.-deutschen Pädagogen Dr. Willy Cohn „Nirgends ist mehr Recht in

          Deutschland! Nirgends.“  > verfolgte Schüler (>10.11.38/ 8.12.45/ 21.1.99/ 11.11.2001)

27.02. Reichstagsbrand (Marinus van der Lubbe wird am Brandort verhaftet, dort fordern NSDAP-Eliten:

           „alles ist festzusetzen, was mit den Kommunisten im Bunde steht“. Kripokommissar Dr. jur. W. Zirpins

          beginnt Verhöre von M. van der Lubbe) (>28.2.33/ 29.3.33/ 21.9.33/ 12.6.40),

          „Frankfurter Zeitung“ „Die Nation ist obdachlos geworden“

28.02. rückwirkende „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ und „Verordnung

          des Reichspräsidenten gegen den Verrat am Deutschen Volk und hochverräterische Umtriebe“ „§1

          Art. 114, 115, 117, 118, 123, 124 u. 153 der Verfassung werden...außer Kraft gesetzt“; Verhaftung v.

          ca. 11 000 KPD-Funktionären/ -Abgeordneten wie Ernst Busse, Todesurteile für KPD-Mitgl. (>29.3.33/

          21.9.33), unbegrenzte Schutzhaft/Unterbindungsgewahrsam/ Sicherungsverwahrung, KPD-Verbot u. -

          Vermögenseinzug, Jugendweiheverbot (>5.3.33/ 24.11.33), Konzentrationslagerbau (SS-Sturmführer

          August Harbaum vom SS-Hauptamt sagt später aus, daß von 3.1942-4.1945 ca. 45 000 SS-Mitgl. in

          KZ’s eingesetzt waren), Grundrechteaufhebung, Telefonüberwachung, Zensur/Postzensur (in der BRD

          die „IZÜVO“, in der DDR „Auffangstellen für anti-demokratischen Schriftverkehr“ bzw. „Stelle 12“)

          (>25.4.35/ 16.7.45/ 9.7.51),

          Verordnung über den Reichskommissar für die Luftfahrt -wird H. Göring: „Wer Jude ist, bestimme ich“,

          Staatssekr. wird Lufthansa-Chef u. NSDAP-Mitgl. Nr. 123 885 Erhard Milch und inoffizieller Stabschef

          der seit 1919 „aufzulösenden“ Luftwaffe wird „Luftkommandoamtsleiter“ Walther Wever) (>05.1934),

          Pazifist Carl v. Ossietzky wird verhaftet (1931 publizierte er die den Vertrag von Versailles verletzende

          geheime dt. Wiederaufrüstung durch eine strategische Partnerschaft mit der UdSSR mittels der 1926

          gegründeten, vom geschäftsführenden Direktor Major Fritz Tschunke geleiteten Gesellschaft zur

          Förderung gewerblicher Unternehmungen und wurde dafür vom Reichsgericht im Namen des Volkes

          zu 1½ Jahren Haft verurteilt. Bereits 1917 trugen Regierung und Generalstab von Kaiser Wilhelm II.

          (Zitat „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.“) zur Destabilisierung Rußlands im Krieg u. zum

          Erfolg der Oktoberrevolution bei, indem sie Wladimir Iljitsch Lenin mit 32 russ. Revolutionären die

          Reise aus dem Schweizer Exil über Rügen nach Rußland und die kommunistische Revolution mit

          RM 10 000 000 finanzierten. Den Preis der deutschen Hilfe zahlten später alle Kommunismus-Opfer!

          Die GEFU hatte in der UdSSR Produktionsgemeinschaften für Bau, Erprobung, Ausbildung von/an

          Flugzeugen, Panzern, Bomben, Giftgas, Granaten in Lipezk, Kasan u. Saratow. Eingeweiht waren u.a.

          Major Oskar Ritter v. Niedermayer (Weltkrieg-Afghanistanveteran, Reichswehrliasonoffizier Moskau,

          1933 NSDAP, 1942 bekämpft Ordinarius Generalmaj. die UdSSR im Kaukasus), General Wilhelm

          Speidel (1948 wg. Geiselmorden in Griechenland zu 20 Jahren Haft verurteilt, 1951 amnestiert, Bruder

          vom NATO-Landstreitkräftebefehlshaber Mitteleuropa Dr. Hans Speidel), Leutnant Hans Seidemann

          (1937 Legion Condor-Stabschef, 1942 „Fliegerführer Afrika“, 1967 mit militär. Ehren als General a.D.

          beigesetzt) (>15.9.33/ 29.1.34/ 23.11.36/ 12.6.37/ 31.8.50/ 19.4.70/ 9.10.90/ 3.12.92/ 13.5.2000),

          KPD-Reichstagsfraktionsvorsitz. Ernst Torgler meldet sich freiwillig bei der Polizei und wird verhaftet,

          Publizist Erich Mühsam wird verhaftet (er wird nach wiederholten sadistischen Folterungen am 9.7.34

          im KZ Oranienburg ermordet, seine Frau Kreszentia Zensl Mühsam flieht 1934 nach Prag, wird in die

          UdSSR „eingeladen“, am 11.9.39 in Verbindung mit Herbert Wehners Moskau-Aktivitäten (>14.12.37)

          zu 8 Jahren Haft verurteilt, 1947 wird ihre Heimkehr in die SBZ von der SED verhindert, am 8.10.49 zu

          ewiger Verbannung in Sibirien verurteilt kommt sie 1955 in die DDR, wird „Verfolgte des NS-Regimes“

          und erhält eine „Ehrenpension“) (>21.3.33/ 7.4.33),

          Breslau, SAP-Gründungsmitgl. Dr. Ernst Eckstein wird verhaftet (der Patient von Dr. Rudolf Stern wird

          im KZ Breslau-Dürrgoy von der SA gefoltert und stirbt am 8.5. an den Folgen) (>24.9.38),

          Kiel, Akademiker- u. Pfarrerssohn, KPD-Mitgl.u. Student Klaus Fuchs geht in die Illegalität (06.1933

          Flucht nach Paris u. Großbritannien, Bristol University Studium bei Prof. Nevill Mott, 1937 Promotion,

          Edinburgh University Studium bei Prof. Max Born, 1939 2.Promotion, 1940-41 Internierung, 1942 brit.

          Staatsbürger, mit Prof. Rudolf Ernst Peierls an brit. „alloy tube“ und amerik. „Manhattan“ Atombomben-

          Projekten beteiligt, Spion für UdSSR, am 2.3.50 in London zu 14 Jahren Haft verurteilt, Entzug brit.

          Staatsbürgerschaft, 23.6.59 Begnadigung, geht in die DDR, SED, Zentralinstitut für Kernforschung

          Bereichsleiter, 1961 Prof. TU Dresden, 1962 VVO, 1967 SED-ZK, 1972 Akademie d. Wissenschaften,

          1975 Nationalpreis) (>04.1933/ 28.8.38/ 16.7.45/ 29.8.49/ 27.6.59/ 15.1.62),

          Schriftsteller Bertolt Brecht u. Frau Helene Weigel fliehen in die Tschechoslowakei (>17.6.53/ 5.5.90),

          Dr. Ernst Karl Melsheimer, preuß. Oberjustizrat, kündigt seine 5jährige SPD-Mitgliedschaft (er wird

          noch 1933 Landgerichtsdirektor und in der DDR Generalstaatsanwalt) (>3.1.48)

    02. Walter Ulbricht (KPD) wird mit Haftbefehl gesucht, Max Fechner (SPD) wird ins KZ Oranienburg einge-

          liefert, Medizinstudent Albert Wollenberger (KPD) flieht in die Schweiz (>10.7.51)  >verfolgte Schüler,

          Dr. Friedrich Wolf (KPD) u. Familie flieht in die Schweiz, Vermögenseinzug/Ausbürgerungsliste, 1934

          UdSSR, 1936 Sowjetbürger, 1943 NKFD, 1945 KPD/SED, 1945 DEFA-Mitgr., 1949-51 Botschafter

          (Sohn Markus: Studium Moskau, 27.5.45 Ankunft SBZ, 1945 KPD/SED, 1946-49 Berliner Rundfunk

          mit Ps. Michael Storm, 1949-51 Botschaftsrat, 1951 APN/MfS Institut für Wirtschaftswissenschaftliche

          Forschung >16.8.51, 1952 Ltr. HV XV/HV A, 1953 stellv. Staatssekr., 1955-86 stellv. Stasi-Min., 1980

          Generaloberst, 1986 Dienstende, 1990 Flucht in UdSSR; 24.9.1991 Verhaftung an dt.-österreichisch.

          Grenze (>6.12.1993/ 27.5.1997),

          Dr. Netty Radvanyi geb. Reiling alias Dr. Anna Seghers (KPD) wird verhaftet aber wg. ihrer ungar.

          Staatsbürgerschaft nach kurzer Zeit entlassen (und flieht danach über die Schweiz nach Frankreich

          und später nach Mexiko, bis 1950 mexik. Staatsbürgerschaft, 1947 SBZ, SED, Kulturbund- und Dt.-

          Sowjet. Freundschaft-Vizepräs., 1952-78 Präsidentin DDR-Schriftstellerverband) (>22./25.5.1952)

01.03. Berlin; Reichskanzlei, A. Hitler empfängt Auto-Union-Direktor Klaus v. Oertzen, Porsche GmbH-

          Geschäftsführer Dr.-Ing. h.c. Ferdinand Porsche und den Rennfahrer Hans Struck (>22.6.34),

          Berlin, 8stündige Razzia in jüd. Centralverein-Büros mit Verhaftungen und Beschlagnahmungen,

          „Völkischer Beobachter“ „Jetzt wird rücksichtslos durchgegriffen“,

          „Neue Züricher Zeitung“ „Einbruch der Barbarei in die deutsche Kultur“,

          Hannover, der christlich konvertierte jüd. Prof. Dr. Theodor Lessing emigriert in die CSR (seine Frau

          die Volkshochschulleiterin Ada Lessing verliert im März ihre Stellung und folgt ihm ins Exil) (>30.8.33),

          Kurt Georg Kiesinger wird NSDAP-Mitgl. Nr. 2 633 930 (1966 Bundeskanzler d. CDU/CSU/SPD-Reg.)

03.03. Berlin, KPD-MdR Ernst Thälmann wird mittels von Dr. Hans Mittelbach unterzeichneten Haftbefehl

          verhaftet (>27./29.9.39/ 8.11.39/ 17.8.44/ 11.4.62),

          „Vorwärts - Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ wird verboten,

          Frankfurt/M., Reichstagspräs. H. Göring u.a. „Volksgenossen, meine Maßnahmen werden nicht ange-

          kränkelt sein durch irgendwelche juristische Bedenken. Meine Maßnahmen werden nicht angekränkelt

          sein durch irgendeine Bürokratie. Hier habe ich keine Gerechtigkeit zu üben, hier habe ich nur zu ver-

          nichten und auszurotten, weiter nichts.“

04.03. „Völkischer Beobachter“ veröffentlicht Aufruf „Die Berliner Hochschullehrer für Adolf Hitler“ (Mitunter-

          zeichner ist der Rassehygieniker Prof. Dr. Eugen Fischer, 1898 Promotion, 1900 Habilitation für Fach

          Anthropologie, 1906 Rasse-Studien u.a. in deutschen Konzentrationslagern für Herero- und Nama in

          Deutsch-Südwestafrika, von hier werden u.a. hunderte abgetrennte Herero-Schädel für „wissenschaft-

          liche Messungen“ nach Berlin gesandt, 1913 Autor „Die Rehobother Bastards u. das Bastardierungs-

          problem beim Menschen“, 1921 Co-Autor des Standardwerkes für dt. Rassekunde: „Menschliche

          Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“ - Prof. F. behauptet hier afrikanische Herero seien Tiere, 1925

          Mitherausgeber von „Volk und Rasse“, 1926 Co-Juror für den „besten nordischen Kopf“- Wettbewerb,

          1927-42 Direktor Kaiser-Wilhelm-Institut, 1933-35 Rektor Friedrich-Wilhelm-Uni. Berlin, spricht am

          >11.11.1933 auf der Festveranstaltung Leipzig, 1936 dankt Hitler für Nürnberger Rassegestze, >1937

          Mitgl. Anthropologen-Gutachter-Kommissionen für sog. „Rheinlandbastarde“, Preuß. Akademie der

          Wissenschaften, Author f. Zentralorgan der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene, Richter

          Erbgesundheitsgericht, 1940 Ausbilder sog. Eignungsprüfer zur Eindeutschung poln. Kinder, 1943

          Berichterstatter von Eva Justin’s Dissertation „Lebensschicksale artfremd erzogener Zigeunerkinder u.

          ihrer Nachkommen“ >10.7.1941, 1941 Beirat „Forschungsabt. Judenfrage“, 1942 Emeritierung, 1944

          Dt. Adlerschildorden, Kaiser-Wilhelm-Inst. wird Eugen-Fischer-Institut, 1945 IMT-Ankläger R.Jackson

          „Dschingis Khans und Eugen Fischers haften im Gedächtnis der Menscheit, niemals früher jedoch,

          hätten ein Dschingis Khan und ein Eugen Fischer sich die Hand gereicht“, als „Mitläufer“ entnazifiziert,

          1951 Mitgl. Gesellschaft f. Konstitutionswissen Tübingen, 1952 Ehrenmitgl. Deutsche Gesellschaft für

          Anthropologie, 1959 Autor „Begegnungen mit Toten“(>15.3.33/ 11.11.33/ 31.5.40/ 18.6.53/ 18.9.2001),

          Otto Braun (1932 durch Reichspräsident v. Hindenburgs u. Reichskanzler v. Papens „Preußenputsch“

          amtsenthobener demokratisch gewählter preuß. SPD-Min.-Präs.) verlässt das Dt. Reich im Auto und

          bezieht sein Haus in der Schweiz,

          „Metallarbeiter-Zeitung“ „Das Erscheinen der Metallarbeiter-Zeitung ist bis zum 15.März verboten“

05.03. 8.(Mehrparteien-)Reichstagswahl (nach in Deutschland üblichen Straßenschlachten zwischen SPD-

          Reichsbanner-, KPD-Rotfrontkämpferbund- , NSDAP-SA- und DNVP-Stahlhelm-Wahlhelfern um 647

          Abgeordnetenmandate und Regierungsmacht, die zu Millionen Opfern deutscher Eliten bis über das

          Ende dieses Dritten Reiches hinaus führen wird): NSDAP 43,9% („In großer Not wählte Hindenburg

          Adolf Hitler zum Reichskanzler. Wählt auch Ihr Liste 1“ „Der Reichstag in Flammen! Von Kommunisten

          in Brand gesteckt! So würde das ganze Land aussehen, wenn der Kommunismus und die mit ihm

          verbündete Sozialdemokratie…an die Macht kämen!...Wählt Hitler“), SPD 18,3%, KPD 12,3%

          („Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, der wählt den Krieg.“ alle 81 Mandate werden

          konfisziert >8.3.33), Zentrum 11,2%, DNVP („Sozial ist, wer Arbeit schafft“) 8%, Bayerische Volkspartei

          2,7%, ex-DDP/ Deutsche Staatspartei 0,9% (>23.3.33/ 12.11.33);

          Regierungserklärung Hitlers u.a. „unser Rechtswesen muß in erster Linie der Erhaltung der Volksge-

          meinschaft dienen...Nicht das Individuum kann der Mittelpunkt der gesetzlichen Sorge sein, sondern

          das Volk" (Gleichschaltung/Beseitigung nicht NSDAP-regierter Landesregierungen, nach Verfassungs-

          bruch beginnt Zeit des Unrechts, angekündigter NSDAP-Aufnahmestop führt u.a. bei Richtern, Staats-

          anwälten, Professoren und Beamten zu „Märzgefallenen“-Massenbeitritten aus denen sich z.T. das

          nationalsozialistischen Führerkorps als auch dt. Nachkriegseliten rekrutieren - 1935 sind 62% der Mit-

          glieder jünger als 41 Jahre und die NSDAP hat einen zur Gesamtbevölkerung überproportionalen An-

          teil Angestellter, Beamter, Selbstständiger und einen unterproportionalen Anteil von Arbeitern, Bauern)

          bereits 2,5 Mio. deutsche NSDAP-Mitgl. befolgen die 12 Gebote vom NSDAP-Organisationshandbuch:

            1. Der Führer hat immer Recht!

            2. Verletze nie die Disziplin!

            3. Vergeude nie deine Zeit in Schwätzereien, in selbstgefälliger Kritik, sondern fasse an und schaffe!

            4. Sei stolz, aber nicht dünkelhaft!

            5. Das Programm sei dir Dogma; es fordert von dir äußerste Hingebung an die Bewegung!

            6. Du bist Repräsentant der Partei, danach richte dein Betragen und Auftreten!

            7. Treue und Selbstlosigkeit sei dir höchstes Gebot!

            8. Übe treue Kameradschaft, dann bist du ein wahrer Sozialist!

            9. Behandle deine Volksgenossen so, wie du behandelt zu werden wünschest!

          10. Im Kampfe sei zäh und verschwiegen!

          11. Mut ist nicht Rüpelhaftigkeit!

          12. Recht ist, was der Bewegung und damit Deutschland, d.h. deinem Volke nützt!

          (>20./24.7.1950 /10./16.7.1958),

          Verein Deutscher Zeitungs-Verleger: „Das neugebildete Präsidium des Vereins gelobt Ihnen, Herr

          Reichskanzler, daß die im Verein Deutscher Zeitungs-Verleger zusammengeschlossenen Verleger

          ihre Kraft freudigst in den Dienst Ihrer Führerschaft…für die geistige und seelische Erneuerung der

          deutschen Nation stellen.“,

          Sachsen, NSDAP-Reichskommissar Manfred Freiherr v. Killinger verbietet „die Vorbereitung und

          Veranstaltung kommunistischer und sozialdemokratischer Jugendweihen“ (bereits 1889 hielt der SPD-

          Reichstagsabgeordnete u. spätere Braunschweiger SPD-Justizmin. Ewald Vogtherr in Berlin die Fest-

          rede für eine proletarische Jugendweihe, 1903 fand in Bremen die erste eigenständige SPD-Jugend-

          weihe statt, 1907 nahm der spätere SED-Generalsekretär Walter Ulbricht in Leipzig an einer SPD-

          Jugendweihe teil, noch vor dem 1.Weltkrieg formuliert die SPD „Der Zweck der Feier ist die Aufnahme

          der jungen Genossen in den Kreis der Volks- und Kampfgemeinschaft…“, ein beliebter Weihespruch

          in der Weimarer Republik: „Seid geweiht dem Arbeitsvolke und der Arbeit Sturmgebet. Seid geweiht

          der Feuerwolke, die vor euren Vätern geht. Seid geweiht der Mutter Erde, daß sie ganz euch eigen

          werde.“ stammte vom SPD-Genossen Bruno Schönlank, 1923 wurde SPD-Genosse Otto Grotewohl

          Amtsnachfolger Ewald Vogtherrs in Braunschweig, am 1.4.1928 nahm in Lübeck Herbert Frahm -

          bekannt als SPD-Bundeskanzler Willy Brandt - an einer sozialistischen Jugendweihe teil und 1954 zu

          Zeiten der Vorbereitung und Veranstaltung sozialistischer DDR-Jugendweihen - als die Verweigerung

          der Teilnahme durch andersdenkende religiös gebundene Kinder mit Verfassungs- u. Menschenrechte

          verletzender Bildungsdiskriminierung und lebenslangem Unterschichtendasein bestraft wird - ist aus

          SPD-Genosse Grotewohl ein SED-(„Unsere-Regierung-gehört-zur-Jugend-und-unsere-Jugend-gehört-

          zur-Regierung“)-Ministerpräsident geworden) (> 30.3.41/ 6.7.54/ 2.10.90)  >verfolgte Schüler,

          Sachsen, Jugendherberge Burg Hohnstein wird Schutzhaftlager unter SA-Führer Heinicker (>21.4.50)

06.03. Berlin, ex-Polizeivizepräs. Dr. Bernhard Weiß flieht in die Tschechoslowakei; der dt.-jüd. Philosoph u.

          KPD-Mitgl. Dr. Ernst Bloch flieht in die Schweiz (kehrt 1948 aus den USA in die SBZ zurück)(>13.8.61)

6./12.3. mehrtägige, reichsweite antisemitische Straßenkrawalle, Geschäftsschliessungen, Plünderungen,

          körperliche Mißhandlungen u. Verhaftungen jüd. Deutscher. In der Semperoper Dresden wird am 7.3.

          Generalmusikdirektor Fritz Busch aus dem Publikum beschimpft (>30.3.1933/ 1.4.1933/ 9.11.1938)

08.03. NSDAP-Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick über gewählte KPD-MdR bei kommender Reichstags-

          eröffnung: „Kommunisten (werden) durch dringendere und nützlichere Arbeiten verhindert sein an der

          Sitzung teilzunehmen. Dazu werden wir ihnen in den Konzentrationslagern Gelegenheit geben.“,

          Berlin, Regisseur u. Deutsche Theater-Leiter Max Reinhardt emigriert nach Österreich (ab 1937 USA),

          Dortmund, dutzende SA-uniformierte Deutsche stürmen und besetzen das Landgericht

09.03. Berlin, Verhaftung der illegalen Asylanten/Zuwanderer Georgi Dimitroff, Blagoi Popoff u. Wasili Taneff

          wg. des Reichstagsbrandes (Reichsgerichtsrat und NSDAP-Mitgl. Paul Vogt führt die Ermittlungen

          gegen sie, M. van der Lubbe u. E. Torgler, er lässt die Beschuldigten während der 6monatigen U-Haft

          in Fesseln halten und dringt auch auf eine „zuverlässige Besetzung“ für das den Prozeß verhandelnde

          Gericht. Als Senatspräsident verantwortet Vogt später auch schlimmste „Rasseschande“-Urteile und

          wird 1950 bei den Waldheimer Prozessen in der DDR selbst verurteilt) (>21.9.33/ 21.4.50),

          Chemnitz, Verhaftung und Abtransport des SPD-MdR Bernhardt Kuhnt auf einem offenen Karren

10.03. Bonn, Kinderanstalt für seelisch Abnorme wird v. Prof. Dr. Dr. Walther Poppenreuther (1931 NSDAP,

          Leiter Institut f. Arbeitspsychologie, Berater Deutsches Institut f. techn. Arbeitsschulung, 1934 Autor

          „Hitler, der politische Psychologe“) mit SA-Trupp besetzt, die Wohnung des jüd. Klinikchefs Prof. Dr.

          Otto Löwenstein wird verwüstet u. er vertrieben (Nachfolger wird Prof. Poppenreuter, erst 1990 wird in

          der BRD die Walter-Poppenreuter-Medaille vom Bund Deutscher Hirngeschädigter zurückgezogen),

          München, der jüdische Rechtsanwalt Michael Siegel hatte einen verhafteten Juden vertreten, er wird

          barfuß durch die Innenstadt getrieben, er muß am Hals ein Schild tragen „Ich bin ein Jude, aber ich

          will mich nicht über die Nazis beschweren“, das Foto geht durch die Weltpresse,

          „Niedersächsische Tages-Anzeiger“ „Säubert die Rathäuser!“ (>13.3.1933),

          Potsdam, Kreiswahlleiter informiert den mit Haftbefehl gesuchten polit. KPD-Leiter Walter Ulbricht, daß

          er zum MdR gewählt ist (>10.1933/ 14.10.1937),

          USA; Nobelpreisträger Prof. Dr. Albert Einstein, Leiter d. Kaiser-Wilhelm-Instituts Berlin, sagt in den

          USA u.a. „Solange mir eine Möglichkeit offensteht, werde ich mich nur in einem Lande aufhalten, in

          dem die politische Freiheit, Toleranz und die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz herrschen…Diese

          Bedingungen sind gegenwärtig in Deutschland nicht erfüllt.“ (>28.3.1933/ 11.11.1933/ 2.8.1939)

11.03. Reichspräs. v. Hindenburg’s Erlaß zur Errichtung des Reichsministerium für Volksaufklärung und

          Propaganda („Für Zwecke der Aufklärung und Propaganda unter der Bevölkerung über die Politik der

          Reichsregierung und den nationalen Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes wird ein Reichsmin.

          für Volksaufklärung und Propaganda errichtet.“) (Minister wird Dr. Joseph Goebbels) (>12.10.50),

          Berlin, der jüd.-dt. Publizist und KPD-Mitgl. Dr. phil. Anton Kantorowicz flieht über die Schweiz nach

          Frankreich (1934 Gen.-Sekr. Schutzverband Dt. Schriftsteller im Exil, Gründer „Bibliothek verbrannter

          Bücher“, 1936-38 span. Bürgerkrieg, 1939-41 französ. Internierungslager, 1941-46 USA, 1946 SBZ,

          SED, Herausgeber „Ost und West“, 1950-57 Pprofessor Humboldt-Uni.) (>1.11.34/ 22.8.57),

          Breslau, Amtsgericht und Landgericht, dutzende SA-uniformierte Deutsche stürmen die Gebäude,

          brüllen „Juden raus“ und treiben jüd. Anwälte, Staatsanwälte und Richter auf die Straßen,

          Lübeck, der jüdische „Lübecker Volksbote“-Redakteur Dr. Fritz Solmnitz wird verhaftet und durch die

          Innenstadt getrieben, er muß am Hals das Schild „Jude“ tragen (Dr. S. stirbt am 19.9.1933 an den in

          der Strafanstalt Fuhlsbüttel erlittenen Mißhandlungen, die Verantwortlichen werden nie bestraft)

    03. Bayern und Preußen beurlauben jüdische Richter,

          Thüringen, Verordnung zu öffentlichen Aufträgen bestimmt, daß nur „Unternehmungen des guten

          alten Mittelstandes und christliche Geschäfte“ berücksichtigt werden,

          Berlin, der jüd.-dt. KPD-„Rote Fahne“-Redakteur Albert Norden flieht in die CSR (1938 Ausbürgerung,

          1939-40 franz. Internierung, 1941-46 USA, Fabrik- u. journalistische Arbeit, 1946 SBZ, SED, 1947-48

          DWK-Pressechef, 1949-52 HA-Leiter Amt für Informationen bei Min.-Präs. O. Grotewohl im Staat

          verfolgter Schüler) (>8.7.38/ 12.10.49),

          Berlin, der jüd.-dt. Student Helmut Flieg (bereits 1931 in Chemnitz ein verfolgter Schüler) flieht nach

          CSR und wird Stefan Heym, 1935-36 US-Stipendium, Promotion, 1937-42 Redakteur/Autor in USA,

          1943-45 US-Army Propagandaabt., 1953 DDR, der Staat verfolgter Schüler) (>22.5.79/ 10.11.94),

          Bremen, Karl Carstens legt das Abitur ab (er erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistisch.

          Begabtenförderung als SA-Mitgl., studiert Jura, promoviert 1938, 1940 NSDAP (>20.11.75/ 27.6.81)

12.03. Reichspräs. v. Hindenburgs Hakenkreuz-Flaggenerlaß („Feier des Sieges der nationalen Revolution“)

13.03. Bayr. Bischofskonferenz; Kardinal Faulhaber erklärt der Papst lobe Hitler’s Anti-Kommunismus (Zitat

          Pius XI: „Hitler ist der erste und einzige Staatsmann, der öffentlich gegen die Bolschewisten spricht“),

          München, Klaus und Erika Mann emigrieren in die Schweiz (>11.6.35/ 10.1938),

          Köln, Oberbürgermeister Dr. Konrad Adenauer (Zentrum) und 13 weitere Rhein-Provinz-Bürgermeister

          werden amtsenthoben (die NSDAP forderte im März-Wahlkampf: „Fort mit Adenauer! Schluß mit der

          schwarz-roten Korruptionsmehrheit! Herunter mit den Riesengehältern!“ Bereits 1929 betrugen Dr.

          Adenauer’s - des „teuersten OBB“ - Einkünfte ca. RM 120 000(!) und „mehr als der Reichspräsident“.

          Bereits am 18.3.33 untersagt Köln’s Stadtverwaltung Juden die Nutzung städt. Sportanlagen u. die

          Vergabe öffentl. Aufträge an jüd. Firmen. Stadtverwaltungen treffen am 24.3. in München,.am 28.3. in

          Oldenburg, am 29.3. in Bremen, am 31.3. u.a. in Dortmund, Essen, Karlsruhe ähnl. Maßnahmen. Ab

          16.3.1945 amtiert Dr. A. wieder als Oberbürgermeister in Köln) (>6.10.45/ 23.3.49/ 7.9.49/ 19.4.67)

14.03. Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen-Reichsführer Dr. Hans Frank fordert Ausschluß jüd.-

          dt. Juristen aus Gerichten u. Anwaltskammern (am 30.3. fordern BNSDJ-Referendare den Ausschluß

          jüd.-dt. Rechtsanwälte),

          Deutscher Beamtenbund: „Wie das Berufsbeamtentum in der Vergangenheit an Deutschlands Größe

          uneigennützig mitgearbeitet hat, so will es auch an dem Wiederaufstieg der Nation tätigen Anteil

          haben. Es kann für den deutschen Beamten nichts anderes geben, als daß er sich willig und mit voller

          Hingabe zur Verfügung stellt und die Regierung durch treue Pflichterfüllung unterstützt.“

          Emden, Wilhelmsgymnasium, Polizeibeamtensohn Henri Nannen erhält das Abitur (sein Vater wurde

          am 8.3.34 auf grund des Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums amtsenthoben. Henri

          wird Mitglied von NS-Studentenbund, KdF, nationalsozialistischer Kulturgemeinde und Deutschen

          Luftsportverband, erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung und

          studiert bis 1937 in München u.a. Kunstgeschichte u. Journalistik (>1./16.8.36/ 18.7.37/ 04.1939)

15.03. Reichsinnenministerium gibt Weisungen zum Einreiseverbot von sog. Ostjuden,

          Gründung Deutscher Luftsportverband e.V. (wird Basis für spätere Luftwaffe),

          Berlin, Deutsche Akademie der Dichtung der Preußischen Akademie der Künste, Gerhart Hauptmann

          (der Literaturnobelpreisträger hisst am „Tag d. nationalen Arbeit“ die Hakenkreuzfahne an seiner Villa,

          erklärt sich 11.1933 öffentlich solidarisch mit Hitler’s Plan zum Völkerbund-Austritt, nimmt 1942 aus

          der Hand von Reichsstatthalter Baldur v. Schirach den Ehrenring der Stadt Wien in Empfang, schreibt

          03.1945 „Die Untat von Dresden“, akzeptiert 05.1945 das von KPD-Mitgl. Johannes R. Becher ange-

          botene SBZ-Kulturbund-Ehrenpräsidentenamt an, begrüßt 10.1945 in der KB-Zeitschrift „Aufbau“ „das

          Bestreben des Kulturbundes zur demokratisch. Erneuerung Deutschlands“, hofft „daß ihm seine hohe

          Aufgabe gelingen wird, eine geistige Neugeburt des deutschen Volkes herbeizuführen“ und wird als

          „großer Demokrat“ am 28.7.46 in Hiddensee/SBZ beigesetzt), Gottfried Benn, Rudolf Binding, Theodor

          Däubler, Ludwig Fulda, Max Halbe, Bernhard Kellermann, Oskar Loerke, Max Mell, Alfred Mombert,

          Walter v. Molo, Fritz v. Unruh, Josef Ponten, Wilhelm Scholz, Wilhelm Schmidt-Bonn, Hermann Stehr,

          Eduard Stucken, Franz Werfel u. Alfred Döblin - der gleichzeitig den Austritt erklärt - unterzeichnen

          Loyalitätserklärung für A. Hitler’s Reichsregierung (>26.10.33/ 13.9.40/ 29.3.45/ 18.6.53),

          Juristensohn, Abiturient/Student, KPD-Mitgl., Schriftsteller und Rotfrontkämpfer Johannes R. Becher

          (Zitat: „Unter materieller Not hatte ich während meiner Kindheit nicht zu leiden.“) flüchtet über die CSR

          in die UdSSR (1943 NKFD-Gründungsmitgl., 1945 SBZ, Kulturbund-Gründungsmitgl. und -Präsident,

          ab 1946 SED-PV/ -ZK, 1949-58 AdV, 1954-58 Kulturminister im Staat verfolgter Schüler) (>24.3.34/

          08.1949/ 24.3.50/ 26./28.11.50/ 1.5.51/ 30.6.53/ 13.11.54)

16.03. Hitlerfreund, Keppler-Kreis-Mitgl., Bankier Dr. Hjalmar Schacht wird Reichsbankpräsident (>05.1933),

          „Der Führer - Monatsschrift für Führer u. Helfer der Arbeiterjugendbewegung“, Erich Ollenhauer (Vors.

          d. Sozialistischen Arbeiterjugend) schreibt: „Wir haben niemals aus unserer sozialistischen Gesinnung

          einen Hehl gemacht…jedermann, der die Geschichte…der dt. Jugendverbände in den letzten zwanzig

          Jahren kennt, der weiß, daß…die Leistung der sozialistischen Jugendbewegung einfach nicht wegzu-

          denken ist…Die Wahl des 5.März entbindet uns nicht von der Verpflichtung zur sozialistischen

          Jugendarbeit…Jeder bleibt auf seinem Posten! Jeder erfüllt an seinem Platz seine Pflicht! Wir rechnen

          auf euch, wie ihr auf uns zählen könnt! Treue um Treue! Es lebe der Sozialismus!“ (Ollenhauer u. die

          SPD-Führer Rudolf Breitscheid, Siegmund Crummenerl, Curt Geyer, Rudolf Hilferding, Erich Rinner,

          Friedrich Stampfer, Hans Vogel, Herbert Weichmann u. Otto Wels fliehen Anfang Mai 1933 nach Prag,

          deklarieren sich selbst am 2.6.33 zum Parteivorstand, fliehen 1938 mit Familien vor dem Einmarsch

          dt. Truppen nach Paris, einige sterben im Exil, werden verhaftet und ermordet, andere fliehen ab 1940

          mit Hilfe der amerikan. Emergency Rescue Committee und Joint Labor Committee von Frankreich

          über Spanien u. Portugal nach USA und Großbritannien; Ollenhauer wird 1949 MdB, 1952-63 SPD-

          Vorsitz. und Weichmann wird Rechnungshof-Präs., 1965-72 Erster Bürgermeister Hamburgs)

          (>26.4.33/ 9.5.33/ 18.6.33/ 11.6.35/ 27./29.9.39/ 5.2.40/ 09.1940),

          „Kölnische Zeitung“ „Erste Aufgabe der Presse ist Gleichschaltung zwischen Regierung und Volk...“,

          „Völkischer Beobachter“ Leitartikel des ev. Pfarrers Alfred Freitag: „Adolf Hitlers Regierungsgrundlage:

          das Christentum.“ „Noch niemals in den fast 1½ Jahrzehnten des Untergangs Deutschlands…seit dem

          Verbrechen von 1918 hat ein einzelner Staatsmann, geschweige denn die gesamte Reichsführung…

          sich so grundsätzlich auf den Boden des Christentums gestellt wie Adolf Hitler und die von ihm zur

          Mitarbeit berufenen Männer seiner Regierung“, ein anderer Artikel im gleichen Blatt: „Hand in Hand mit

          dem Geburtenschwund geht eine gewaltige Vergreisung des deutschen Volkes“ (>1.6.33/ 3.6.33),

          Leipzig, Reichsgerichtspräsident Dr. Erwin Bumke beurlaubt in vorauseilendem Gehorsam den dt.-jüd.

          Senatspräsidenten Dr. Alfons David (ab 1.8.33 Zwangs-Ruhestand, 1939 Emigration in die USA)

17.03. Berlin, „Deutscher Freidenker-Verband“-Zentrale von SA besetzt, Verbandsverbot/ Vermögenseinzug,

          Staatskommissar Dr. Julius Lippert befiehlt Entlassung jüd. Krankenhausärzte in Berlin (>19.6.36),

          „Emder Zeitung“ „Kommunisten kommen ins KZ“,

          Gründung „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“ (30.6.34/17.8.38/28.5.40/17.12.44/30.9.46/19.10.50/9.11.89)

18.03. Berlin, die SA ermordet den jüd. Bäckerlehrling Siegbert Kindermann

19.03. Verordnung zur Beschleunigung des Verfahrens in Hochverrats- und Landesverratssachen,

          „Deutsche Richter-Zeitung“, Ergebenheitsadresse vom Präsidium des Deutschen Richterbundes u.a.:

          „Deutsches Recht gelte in deutschen Landen! Der deutsche Richter war von jeher…verantwortungs-

          bewußt. Stets war er vom sozialen Empfinden erfüllt, er hat nur nach Gesetz u. Gewissen gesprochen.

          …Der deutsche Richterbund bringt der neuen Regierung volles Vertrauen entgegen...“ (>20.3.33)

20.03. Ergebenheitsadresse des Preußischen Richtervereins: „In dem Aufbruche des deutschen Volkes

          sehen die preußischen Richter und Staatsanwälte den richtigen Weg, der ungeheuren Not und Ver-

          elendung unseres Volkes ein Ende zu machen. Sie sind überzeugt…den Wiederaufstieg Deutsch-

          lands herbeizuführen. Deutsches Recht gelte allein in deutschen Landen!...“;

          Ergebenheitsadresse des Deutschen Notarvereins: „Der Deutsche Notarverein begrüßt die heute be-

          kanntgegebene Erklärung des Deutschen Richterbundes und schließt sich ihr an. Auch wir deutschen

          Notare sind davon überzeugt, daß es dem Zusammenarbeiten aller aufbauwilligen Kräfte gelingen

          wird, die Gesundung unseres gesamten öffentlichen Lebens…und den Wiederaufstieg Deutschlands

          herbeizuführen.“ (>26.3.33/ 30.9./3.10.33)

21.03. Garnisonskirche Potsdam, Reichstagseröffnung, Reichspräs. v. Hindenburg u.a.: „Möge der alte Geist

          dieser Ruhmesstätte auch das heutige Geschlecht beseelen, möge er uns…in nationaler Selbstbesin-

          nung…zusammenführen zum Segen eines in sich geeinten, freien, stolzen Deutschland…“, Reichs-

          kanzler Hitler u.a.: „In einer einzigartigen Erhebung hat das Volk in wenigen Wochen die nationale

          Ehre wieder hergestellt…“ und Generalsuperintendent u. DNVP-Mitgl. Otto Dibelius Predigt-Zitat: „Wir

          haben von Dr. Martin Luther gelernt, daß die Kirche der rechtmäßigen staatlichen Gewalt nicht in den

          Arm fallen darf, wenn sie tut, wozu sie berufen ist. Auch dann nicht, wenn sie hart und rücksichtslos

          schaltet.“ (>20.4.50), Parade von Infanterieregiment 9, SA u. „Stahlhelm“ vor ca. 250 000 Hakenkreuz-

          und schwarz-weiß-rote Fähnchen schwenkender jubelnder deutscher Zuschauer (> 6.4.33),

          Verordnung des Reichspräs. über Gewährung von Straffreiheit (für Straftaten bei national. Erhebung),

          Verordnung des Reichspräs. zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen

          Erhebung (>20.12.1934),

          Reichsregierung, Verordnung über die Bildung von Sondergerichten (Dr. Goebbels nennt die Sonder-

          gerichte „Standgerichte der inneren Front“ in einem Rundschreiben an alle Generalstaatsanwälte und

          Oberlandesgerichtspräsidenten! Entfall der bei schweren Delikten üblichen gerichtl. Voruntersuchung,

          Reduzierung der Ladungsfrist auf 3 Tage, Richter können Beweisanträge ablehnen - hier Tätige ver-

          stehen sich bald als „Panzertruppe der Rechtpflege“) (>1.12.33/ 24.4.34/ 20.12.34/ 24.10.39),

          KZ Oranienburg errichtet, Kommandant Werner Schäfer; ca. 3 000 Häftlinge, ca. 16 Tote (>11.11.33),

          „Völkischer Beobachter“ „Am Mittwoch wird in der Nähe von e das 1.Konzentrationslager mit

          einem Fassungsvermögen für 5 000 Menschen errichtet werden. Hier werden die gesamten kommu-

          nistischen und soweit...notwendig ist, Reichsbanner- und sozialdemokratischen Funktionäre, die die

          Sicherheit des Staates gefährden, zusammengezogen, da es auf die Dauer nicht möglich ist...diese

          Funktionäre in den Gerichtsgefängnissen unterzubringen...“, das KZ Dachau (Torinschrift: Arbeit

          macht frei, Kommandanten u.a. Hilmar Wäckerle, Theodor Eicke, Hans Loritz, Martin Weiss, Heinrich

          Deubel, Alex Piorkowski, Lagerärzte u.a. Dr. Enno Lolling, Dr. Rudolf Brachtel, Dr. Sigmund Rascher,

          Dr. Claus Schilling, Dr. Fritz Hintermayer, Dr. Helmuth Vetter, Dr. Wilhelm Witteler) hat 1945 (>03.43)

          125 Außenstellen u. ca. 200 000 Häftlinge (Phlegmonenversuche an kath. Pfarrern/ Ordensbrüdern,

          Unterkühlungs-, Unterdruck- und Malariaerregerversuche u.v.a. Experimente töten eine unbekannte

          Zahl Häftlinge qualvoll, neben 30 000 registrierten Toten werden ab 1941 tausende sowjet. Kriegs-

          gefangene erschossen und nichtregistrierte Häftlinge durch Hunger, Krankheit, Erschöpfung, Folter,

          Erschießen, Erhängen und Spritzen getötet) (>1.10.1933/ 21.5.1941)

22.03. Dr. Alfons Stauder, Leiter Hartmannbund, an Reichskanzler Hitler: „Die ärztlichen Spitzenverbände...

          begrüßen freudigst den entschlossenen Willen der Reichsregierung der nationalen Erhebung, eine

          wahre Volksgemeinschaft aller Stände, Berufe und Klassen aufzubauen und stellen sich freudigst in

          den Dienst dieser großen vaterländischen Aufgabe mit dem Gelob treuester Pflichterfüllung...“

23.03. Berlin, Krolloper, Reichskanzler A. Hitler sagt in seiner programmatischen Rede u.a. „Die nationale

          Regierung sieht in…beiden christl. Konfessionen wichtigste Faktoren der Erhaltung unseres Volks-

          tums…ihre Rechte sollen nicht angetastet werden…Sorge gilt dem…Zusammenleben zwischen

          Kirche u. Staat“, Reichstag stimmt mit 444 NSDAP-, DNVP-, Bayerische Volkspartei- (u.a. BVP-Vors.

          u. 1945 erster bayr. Min.Präs., 1949 BRD-Finanzmin. Dr. jur. Fritz Schäffer  >28.9.45), Zentrum- (u.a.

          Zentrum-Vors. Prälat Dr. Ludwig Kaas, ex-Reichskanzler Dr. Heinrich Brüning >21.5.34 u. der Christl.

          Gewerkschaftsfunktionär Jakob Kaiser >3.5.33/ >26.6.45 SBZ-CDU-Gründungsmitgl.) und ex-DDP

          Deutsche Staatspartei-Stimmen (u.a. Dr. Theodor Heuß, >10.4.38/ >10.8.48, die Deutschen mit einem

          bissigen Hund „cave canem“ vergleichender spät. BRD-Bundespräs., Dr. jur. Reinhold Maier - 1945-53

          Min.Präs. Württemberg-Baden, DVP-Gründungsmitgl., 1948 Mitgl. Parlamentarischer Rat, FDP, 1952-

          64 MdL, 1953-59 MdB sowie Gewerkschaftssekr. Ernst Lemmer, 1946 CDUD-Mitgl. im SBZ-FDGB-

          Vorstand, 1956-62 u. 1964/65 Bundesmin. >19.4.39/ 20.7.44) bei 94 SPD-Gegenstimmen - Fraktions-

          vors. Otto Wels u.a. „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht…Wir grüßen die Ver-

          folgten und Bedrängten…Ihre Standhaftigkeit und ihre Treue verdienen Bewunderung…“ (81 gewählte

          KPD-AdRs sind verhaftet; 54 KPD- , 58 SPD- u. 6 Zentrum-MdR werden im Dritten Reich ermordet!)

          für das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich (Ermächtigungsgesetz beendet demokrat.

          Gewaltenteilung, Beachtung der Reichshaushaltsordnung RHO, berechtigt die Regierung 4 Jahre

          ohne Reichstagsmitwirkung Gesetze zu erlassen): „Art.2. Die von der Reichsregierung beschlossenen

          Reichsgesetze können von der Reichsverfassung abweichen“; die MdR tagen bis 1945 noch 19x und

          verlaufen nach gleichem Muster: Reichstagspräs. Göring eröffnet, Reichskanzler Hitler spricht, Göring

          dankt überschwenglich, das Plenum akklamiert und „der teuerste Männergesangverein Deutschlands“

          singt zum Abschluß das „Horst-Wessel“- oder „Deutschlandlied“ (>4./5.7.33/ 20.7.33/ 2.2.44/ 4.10.60),

          „Völkischer Beobachter“ (Herausgeber Adolf Hitler) „Der Wille des deutschen Volkes erfüllt: Der

          Reichstag übergibt Adolf Hitler die Herrschaft“ „Aufruf des Nationalsozialistischen Deutschen Ärzte-

          bundes:..Es gibt wohl keinen Beruf, der für Größe und Zukunft der Nation so bedeutungsvoll ist wie

          der ärztliche…Aber keiner ist auch so verjudet wie er und so hoffnungslos in volksfremdes Denken

          hineingezogen…Beseitigung der jüdischen Vertrauens- und Versorgungsärzte“ damit der „schändliche

          Zustand“ ein Ende finde „daß arbeitende deutsche Mädchen und Frauen vom Staat gezwungen

          werden, sich von Rassefremden untersuchen zu lassen.“ (ca. 45% der Ärzte werden NSDAP-Mitgl.,

          26% SA-Mitglied, 7% SS-Mitglied) (>29.10.1999),

          „Berliner Lokal-Anzeiger“ „Indem die Regierung entschlossen ist, die politische und moralische

          Entgiftung unseres öffentlichen Lebens durchzuführen, schafft und sichert sie Voraussetzungen für

          eine wirklich tiefe innere Religiosität...Herr Ludwig Kaas (Zentrum) vollzieht sanft und salbungsvoll den

          hundertprozentigen Umfall des Zentrums. Er legt es wie in Butter.“,

          Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach an Reichskanzler Hitler: „...durch die Wahlen ist die Grundlage

          für ein stabiles Regierungsfundament geschaffen...und der Reichsverband...wird alles tun um der

          Reichsregierung...zu helfen. Reichsverband der Deutschen Industrie“

23.03. Berlin, Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung Dr. jur. Günther Gereke (Dt. Landvolk) wird verhaftet

          u. 1933 im Namen des Volkes wg. Unterschlagung zu 2½ Jahren Haft verurteilt (>26.7.52),

          München, Erlaß des bayr. Justizministers Dr. Hans Frank „daß Richter jüdischer Abstammung nicht

          mehr mit...Strafrechtspflege und der Disziplinargerichtsbarkeit befaßt...und daß Staats- und Amtsan-

          wälte jüdischer Abstammung nicht mehr als Vertreter der Anklage in Gerichtssitzungen tätig werden.“

25.03. Reichsmin. für Propaganda u. Volksaufklärung Dr. J. Goebbels zu dt. Rundfunkintendanten: „Wir sind

          heute die Herren von Deutschland und an dieser Tatsache wird nichts mehr geändert…Der Geist der

          pöbelhaften individualistischen Massen-Anbetung wird ersetzt durch den Geist eines neuen Herois-

          mus…Dieser Geist wird auch in den Häusern des Rundfunks Einzug halten. Und es wäre nun naiv zu

          glauben, daß irgendein Mensch die Kraft oder die Möglichkeit hätte, sich dem zu widersetzen…Und so

          wie sich die geistige Revolution auf dem Gebiet der Politik schon durchgesetzt hat…so wird sie auch

          die Rundfunkhäuser erobern.“

26.03. Ergebenheitsadresse des Deutschen Anwaltvereins: „Der Vorstand des Deutschen Anwaltvereins be-

          grüßt die Erstarkung nationalen Denkens und Wollens, die sich im deutschen Volk vollzogen hat. Er

          wird seine ganze Kraft einsetzen, um der Gesundung von Volk und Reich zu dienen…Die deutsche

          Anwaltschaft, der Not des Volkes verbunden, sieht in der Erfüllung ihrer Aufgabe, dem Rechte zu

          dienen, die Ordnung zu fördern, dem Redlichen sein Recht zu sichern u. die Schwachen zu schützen,

          den Weg, auf dem sie das Ihrige zur Gesundung des Reiches…beisteuern kann…“) (>30.9./3.10.33)

27.03. Japan verläßt den Völkerbund (Japans Delegierter Yosuke Matsuoka verliess die Sitzung am 24.2.)

          (>14.10.33/ 7.7.37/ 26./30.3.41),

          Kassel, Rechtsanwalt Dr. Max Plaut wird zu Tode geprügelt,

          „NS-Kurier Stuttgart“ über Inhaftierte aus Baden und Württemberg „Marxistentreffen auf dem Heuberg“

28.03. Fuldaer Bischofskonferenz kath. Bischöfe stellt Katholiken NSDAP-Genossenschaft frei (1931 hatten

          einige Bischöfe die Unvereinbarkeit von kath. Glauben u. Nationalsozialismus verkündet) „Ohne die in

          unseren früheren Maßnahmen liegende Verurteilung bestimmter religiös sittlicher Irrtümer aufzuheben,

          glaubt daher das Episkopat das Vertrauen hegen zu können, daß die vorbezeichneten allgemeinen

          Verbote und Warnungen nicht mehr als notwendig betrachtet werden brauchen. Für die katholischen

          Christen, denen die Stimme ihrer Kirche heilig ist, bedarf es auch im gegenwärtigen Zeitpunkte keiner

          besonderen Mahnung zur Treue gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit und zur gewissenhaften Er-

          füllung der staatsbürgerlichen Pflichten unter grundsätzlicher Ablehnung allen rechtswidrigen oder

          umstürzlerischen Verhaltens.“ (>3.6.33/ 28.10.65),

          kath. Studenten(-vereinigungen) treten Reichsstudentenführer Oskar Stabel’s Nationalsozialistischen

          Deutschen Studentenbund bei (der den Vorlesungsboykott jüd. Dozenten am 1.4.33, die 12 Thesen

          wider den undeutschen Geist u. Bücherverbrennung ausruft, NSDStB-Mitgl. erfüllen die politischen

          Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung (>1.4.33/ 13.4.33/ 10.5.33/ 29.3.35),

          NSDAP-Boykott-Aufruf jüd. Geschäfte „Kein guter Deutscher kauft bei einem Juden oder läßt sich von

          ihm oder seinen Hintermännern Waren anpreisen…Der Boykott…wird vom ganzen Volk getragen…“

          (der Hilferuf der Reichsvertretung der dt. Juden „im Namen der Religion“ an beide christlichen Kirchen

          wird von der ev. Kirche ausweichend und von der kath. Kirche überhaupt nicht beantwortet),

          „Völkischer Beobachter“ „Gegenschlag gegen die jüdische Greuel-Propaganda“ (>1.4.1933),

          Belgien; Brüssel, Prof. Dr. Albert Einstein gibt seinen dt. Paß an die Deutsche Botschaft, kündigt

          schriftlich Stellung und Mitgliedschaften bei der Preuß. Akademie der Wissenschaften, der Deutschen

          Physikalischen Gesellschaft und der Friedensklasse des Pour le mérite (das Dt. Reich plündert seine

          Bankkonten und seine Wohnung, Prof. E. lehrt in den USA und wird später US-Bürger) (>2.8.1939)

29.03. Reichsregierung erläßt erstes verfassungsänderndes rückwirkendes „Gesetz über Verhängung und

          Vollzug der Todesstrafe“ („Lex van der Lubbe“) (>12.5.33/ 3.7.34/ 5.12.52/ 22.3.2001)

30.03. Josias Erbprinz zu Waldeck-Pyrmont (NSDAP 1929, SS 1930, MdR 1933, NSDAP-Verbindungsstab,

          Akademie für Dt. Recht, SS-Obergruppenführer, Polizei-General Fulda/Werra) an Reichsführer SS H.

          Himmler: „Heute vormittag erschien bei mir mein Vetter (Friedrich-Christian) Prinz zu Schaumburg-

          Lippe in Uniform eines SS-Sturmbannführers. Er erzählte mir, daß er seit zwei Tagen Adjutant des

          Ministers Goebbels sei u. daß Herr Dr. Goebbels ihm erklärt habe, er sei sofort SS-Sturmbannführer...

          Ich mache darauf aufmerksam, daß mein Vetter von außerordentl. schlechtem Charakter ist. Die

          Vorgänge sind dem RF SS seit 1929 bekannt. Ich möchte daher abraten, denselben, falls er einen

          ordnungsmäßig ausgefüllten Aufnahmeschein einreichen sollte, aufzunehmen...“ (Josias z. W.-P. wird

          am 14.8.1947 im Buchenwald-Prozeß zu lebensl. Haft verurteilt, als Küster des ev. Gefängnispfarrers

          in Landsberg wird er bereits 1950 amnestiert),

          SPD tritt aus Sozialistischer Arbeiterinternationale aus (Gegenstück zur Komintern) (>17.5.33),

30.03. Aachen, Regierungspräsident „Die Trumpf-Schokoladenwerke Aachen/Berlin sind ein rein deutsches

          Unternehmen und befinden sich seit ihrer Gründung im Jahre 1857 in christlichem Familienbesitz.“,

          Nürnberg, Julius Streicher, der Führer des „Zentral-Komitees zur Abwehr der jüdischen Greuel- und

          Boykotthetze“ veröffentlicht acht Grundsätze zum Boykott jüdischer Geschäfte, Waren usw. am 1.4.33

31.03. Reichstag akklamiert 1.Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Dt. Reich (Landtageneubildg.

          ohne Wahlen entsprechend Reichstags-Zusammensetzung /„Verreichlichung“) (>7.4.33/ 30.1.34),

          KZ Oranienburg eröffnet,

          Radiosender melden, daß ab 4.4. das Dt. Reich nur mit polizeilicher Erlaubnis verlassen werden kann,

          „Völkischer Beobachter“ „Alljuda soll den Kampf so lange haben bis der Sieg unser ist! National-

          sozialisten! Schlagt den Weltfeind! Und wenn die Welt voll Teufel wär, es muß uns doch gelingen!“,

          Breslau, Boykott-Anordnung des Zentralkomitee zur Abwehr jüdischer Greuel- u. Boykottpropaganda,

          München, Massenkundgebung d. Zentralkomitee zur Abwehr jüdischer Greuel- u. Boykottpropaganda

          („Frauen und Männer! Arbeiter der Stirn und der Faust! Gebt dem Weltjuden die Antwort..Kommt alle“)

01.04. „Tag des Judenboykotts“, erstes planmäßiges Pogrom zur „Abwehr der jüdischen Greuelhetze gegen

          das neue Deutschland“ mit SA-Mitgl. vor jüd. Anwaltskanzleien, Arztpraxen u. Geschäften: „Deutsche!

          Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!“ „Meidet jüdische Ärzte und Rechtsanwälte“ „Achtung Deutsche!

          Diese jüdischen Inhaber…sind Schädlinge und Totengräber des deutschen Handwerks! Sie zahlen

          dem deutschen Arbeiter Hungerlöhne!...“, z.T. für Auslandspresse zweisprachig „Deutsche, verteidigt

          Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen! - Germans defend yourself

          against jewish atrocity propaganda, buy only at German shops“, „arische“ Unternehmer werben mit

          „Anerkannt deutschchristliches Unternehmen“ und der „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes“

          mit „Kauft Deutsche Ware nur in Deutschen Geschäften“ (einige jüd. Geschäfte werden wg. angeb-

          lichen Preiswuchers polizeilich geschlossen und die Geschäftseigner in Schutzhaft genommen, in

          Breslau läßt sich z.B. ein SA-Oberstammführer eine RM 15 000 „Spende“ von jüd. Kaufhauseignern

          zahlen), Beginn v. Arisierungen/Enteignungen jüd. Kaufhäuser deren Aktienkurse sinken u. deren jüd.

          Eigner zum Verkauf ihrer kostengünstigen Anteile genötigt werden u. in Folge z.T. auch Grundstücke

          ans Dt. Reich übertragen müssen. Aus den jüd. Kaufhäusern Hermann Tietz wird judenfreies „Hertie“,

          Wertheim wird judenfreie „Allgemeine Warenhausgesellschaft AG“, bis 1939 ist Helmut Horten neuer

          Eigner der jüd. Kaufhäuser Alsberg und Ness; nach 1945 werden Kaufhäuser und Grundstücke in der

          DDR „Volkes eigen“, in der BRD führen Arisierer und Nachfolger die Firmen (>27.11.84), auch die

          Bundestagsbibliothek wird auf einem arisierten Grundstück errichtet) (>6.1.88/ 12.5.98),

          Ing. Wilhelm Renner (1934-39 HASAG-Obering./-45 Prokurist, 1944 Wehrwirtschaftsführer)(>08.1942/

          4.12.43/ 18.4.45), Dr. jur. Gerhard Schröder (1945 CDU-Gründungsmitgl., 1949-80 MdB, 1953

          Bundesinnen-, 1961 Bundesaußen-, 1966 Bundesverteidigungsminister) und Schauspieler Otto Lang

          treten der NSDAP bei (Lang wird NSDAP-Mitgl. Nr. 1 795 025) (>1.11.53),

          deutsche Schulen schliessen heute jüdische SchülerInnen vom Unterricht aus  > verfolgte Schüler,

          Nürnberg, Ruth Wassermann (7 J.): „Plötzlich stand ein kleiner Knirps vor mir und verspottete mich

          „Jude, Jude, Meck-Meck-Meck! Schweinefleisch und Speck-Speck-Speck! Schweinefleisch schmeckt

          gut! Du bist ein dreckiger Jud!“  > verfolgte Schüler,

          Kiel, der jüd.-dt. Anwalt Schumm wird angegriffen, nach seinem Warnschuß wird er in Haft ermordet,

          Lauenburg/Pommern, Bürgermeister Dr. jur. Horst Neubauer wird NSDAP-Mitgl. (>1.11.1940),

          Lübeck, der „verfolgte Schüler“ Herbert Ernst Karl Frahm (1930 SPD, 1931 SAP) emigriert mit Hilfe

          des Fischers u. SPD-Mitgl. Paul Stooß über Dänemark nach Oslo um das norweg. SAP-Büro zu leiten

          (wo am 9.9.33 in von Ernst Freiherr v. Weizsäcker geleiteter Dt. Botschaft ein „Agitator namens Frahn“

          bekannt ist, am 1.7.40 flieht er nach Schweden u. kehrt 1945 zurück. Den Helfer Stooß besucht er nie

          wieder, der verlässt deswegen 1970 die SPD) (>5.9.38/ 1.7.40/ 9.11.45/ 5.3.46/ 11.12.52/ 7.10.65)

02.04. „Hamburger Tageblatt“ „Karstadt wieder ein rein christliches Unternehmen. Aus dem Aufsichtsrat der

          Rudolf Karstadt AG sind Dr. Gustav Gumpel, Dr. Norbert Labowsky, Julius Oppenheimer, Albert

          Schöndorff, Dr. Fritz Warburg und Dr. Arno Wittgensteiner ausgetreten. Da bekanntlich aus dem

          Vorstand und aus den Geschäftsleitungen der Filialen…jüdische Mitarbeiter…ausgeschieden sind, ist

          nunmehr der Karstadt-Konzern wieder ein rein christliches Unternehmen.“,

          SAP-Vorsitz. Max Seydewitz flieht nach Prag (1910-31 SPD, 1931 SAP, später Norwegen, Schweden,

          1946 SED, 1947-52 Sächs. Min.-Präs., 1960 Prof. h.c., 1962 VVO) (>19.1.1955)

03.04. „Völkischer Beobachter“ „Der Boykott vom Sonnabend ist lediglich als Generalprobe für eine Reihe

          von Maßnahmen zu betrachten...“,

          Verband deutscher Faustkämpfer (VdF) wird „judenfreier“ Sportverband (>9.6.33/ 4./10.9.1933),

          Gründung „Kreuz und Adler - Bund katholischer Deutscher“ BkD (Schirmherr F. v. Papen, Geschäfts-

          führer Graf Roderich v. Thun und Hohenstein (Mitgl. u.a. Theodor Brauer, Alois Dempf, Carl Schmitt,

          Albert Mirgeler, Otto Schilling; ab >3.10.33 wird BkD Teil der Arbeitsgemeinschaft kath. Deutscher)

04.04. Corder Catchpool, Sekretär der (Quäker-)„Religious Society of Friends“, wird wg. seiner wahrheits-

          getreuen Berichterstattung aus dem Deutschen Reich ausgewiesen (>6.12.75/ 21.12.76),

          Gesetz zur Abwehr politischer Gewalttaten

05.04. Berlin, Hitler-Jugend-Obergebietsführer Karl Naberberg überfällt mit 50 HJ-Kommando das Büro vom

          Reichsausschuß der deutschen Jugendbewegung“ (über 5 000 000 Mitgl.) und entwenden Akten, der

          Reichsausschußvorsitz. u. Wehrsport-Ertüchtiger General a.D. Vogt tritt zurück (am 10.4. überfällt ein

          HJ-Kommando den „Reichsverband für deutsche Jugendherbergen“ - Jugendherbergen-Enteignung)

06.04. „Reichsanzeiger“ veröffentlicht unter „Evangelischer Appell an Amerika“ Text der Kurzwellenradio-

          Ansprache von Generalsuperintendent Otto Dibelius u.a. „An den Schauernachrichten über grausame

          u. blutige Behandlung der Kommunisten ist kein wahres Wort. Auf Grund dieser falschen Nachrichten

          hat nun das Judentum in mehreren Ländern eine Agitation gegen Deutschland begonnen. Um diesen

          Boykott zu brechen, haben die deutschen Nationalsozialisten nun ihrerseits eine Boykottbewegung

          gegen das Judentum in Deutschland eingeleitet...“, er bittet die christlichen Freunde in Amerika sich

          dafür einzusetzen „daß keine falschen Nachrichten über Deutschland mehr verbreitet und geglaubt

          werden.“ (der kath. Erzbischof von Paderborn, Dr. Kaspar Klein telegrafierte dem Bonifatius-Verein

          New York: „Übermitteln Sie Herrn Kardinal namens des Bonifatius-Vereins dringende Bitte, gegen die

          den Weltfrieden so stark störende und Deutschland zu Unrecht beschuldigende Greuelpropaganda

          allen Einfluß geltend zu machen.“) 1933/34 werden ca. 60 000 der 300 000 KPD-Genossen verhaftet,

          ca. 2 000 sterben in Gefängnissen, Lagern usw. (>26.7.33/ 28.10.65),

          Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtner fordert Rücktritt von Reichsrichter Dr. Hermann Grossmann (SPD)

07.04. Reichstag akklamiert Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums „§ 2a Beamte, die sich

          im marxistischen (sozialdemokratischen bzw. kommunistischen) Sinn betätigen…(einer ist Deutsche

          Demokrat. Partei-Gründer u. jetziges SPD-Mitgl. Oberschulrat Dr. Heinrich Deiters) (>8.8.45/ 1.9.45/

          04.1947/ 19.9.50/ 28.1.72) § 3 Beamte, die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand zu

          versetzen...“ („Arierparagraph“, Romanist u. Ordinarius Prof. Dr. Victor Klemperer wird 1935 entlassen

          >12.2.45/ 23.11.45; andere sind z.B. 717 aus dem Justizdienst entlassene Richter und Staatsanwälte

          wie Referendar Dr. jur. Friedrich Karl Kaul, 1935-37 KZ, 1937 Kolumbien/Nicaragua/USA, 1946 SBZ,

          SED, DDR-Anwalt), §4 Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung nicht die Gewähr da-

          für bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten…“ (>15.3.51/ 22.5.75), § 6

          bietet die Möglichkeit wg. „Vereinfachung der Verwaltung“ ohne Angabe von Gründen Beamte in den

          Ruhestand zu entsenden (ab 16.6. wird das Gesetz auf Angestellte/Arbeiter des öffentl. Dienstes aus-

          gedehnt, Millionen öffentl. Beschäftigte müssen „Ariernachweis“ - eine von Standesamt/Pfarramt be-

          glaubigte Urkunde zur „Feststellung der arischen Abstammung“ vorlegen, mit Familien-Stammbuch u.

          (auch) mit Hilfe der Kirchen(-bücher) ermöglicht; das Reichsgericht erklärt diese Diskriminierung zum

          „allgemeinen Rechtsgrundsatz“) (>11.4.33/ 30.5.33/ 10./16.9.35/ 19.9.50/ 26.9.95),

          Reichstag akklamiert 2. Gesetz zur Gleichschaltung der Länder (Einsatz von Reichsstatthaltern, zu-

          meist NSDAP-Gauleiter, der preuß. Bildungsmin. Dr. Rust sagt wenig später „Unsere Gleichschaltung

          bedeutet, daß die neue deutsche Weltanschauung als schlechthin gültige die beherrschende Stellung

          über allen anderen einnehmen soll.“),

          Reichstag akklamiert Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft (zur Zulassungs-Rücknahme

          nichtarischer u. im kommunistischen Sinne Tätiger, Berufsverbot für 4 394 Rechtsanwälte u.a. Hilde

          Benjamin (1949-53 wird sie wg. harter Urteile gefürchtete Vizepräs. am Obersten Gericht der DDR,

          1953-67 erste Justizministerin d. DDR/ der Welt), KPD-Mitgl. Dr. jur. Götz Berger (seit 1931 in H. B.’s

          Kanzlei (Emigration, 1936-39 Int. Brigade Spanien, 1939-43 Internierung, 1943-45 UdSSR, 1946 KPD/

          SED, 1951-57 DDR-Oberrichter, als „Antifaschistischer Widerstandskämpfer d. DDR“ hohe Opferrente

          Ehrenpension, 1958 Anwalt, Arbeit f. Sekretariat W. Ulbricht, 1.12.76 Berufsverbot/Entzug Zulassung

          RA, 15.11.89 Rehabilitation), Dr. Robert Kempner (Justitiar preuß. Innenmin., 12.3.35 Verhaftung,

          Emigration, 1939 USA-Regierungsberater, 1945 stellv. alliierter Hauptankläger Nürnberg, 1947 Gast-

          professor Erlangen, ab 1951 Rechtsanwalt Ffm, tätig in diversen politischen BRD-Prozessen) und

          KPD-Mitgl. Dr. Karl Friedrich Kaul (bis 1935 Versicherungsvertreter/ Rechtskonsulent, bis 1937 KZ

          Lichtenberg/ Dachau, Emigration, 1945 SBZ Hilfsrichter, 1946 SED, 1948 Rechtsanwalt für Ost- u.

          Westberlin, ab 1956 Nebenkläger u. Verteidiger in polit. BRD-Prozessen, 1960 Professor, 1962 Vize-

          präs. DDR-Vereinigung Demokratischer Juristen, Autor und Fernsehmoderator) (>18.5.33/ 21.5.33/

          30.9./3.10.33/ 31.10.33/ 13.12.35/ 27.9.40/ 28.8.42/ 15.5.53/ 15.7.53/ 1.3.54/ 26.11.76/ 30.9.97),

          Vizekanzler Franz v. Papen (Zentrum) u. Georg Dertinger (DNVP, 1945 CDU, 1949 DDR-Außenmin.)

          reisen zu Konkordatsverhandlungen nach Rom, auch Prälat Dr. Ludwig Kaas, kath. Zentrumspartei-

          Vorsitzender, verläßt das Dt. Reich und beginnt sein „Exil“ im Vatikan (letzter Zentrum-Vors. wird

          Dr. Heinrich Brüning) (>10.4.33/ 20.4.33/ 20.7.33/ 21.5.34, 10.10.49/ 15.1.53),

          Deutscher Anwaltsverein-Vorsitz. Rudolf Dix fordert Amtsniederlegung jüd. DAV-Vorstände(>18.5.33),

          „Sonnenburger Anzeiger“ über am Vortag eingelieferte Häftlinge u.a. die keiner Straftat angeklagten

          Publizisten Carl v. Ossietzky und Erich Mühsam und Rechtsanwalt Hans Litten: „Mit dem Gesang der

          Nationalhymne mußten die Häftlinge vom Bahnhof nach dem ehemaligen Zuchthaus marschieren,

          wobei vielfach der Gummiknüppel der Berliner Hilfspolizei nachhalf.“ (>5.2.38/ 30./31.1.45/ 02.1945)

08.04. Österreich; Salzburg, Dirigent Herbert v. Karajan tritt erstmals NSDAP bei(>1.5.33/ 25.10.35/ 3.11.57)

10.04. Vatikan; Papst Pius XI empfängt Vizekanzler v. Papen und NSDAP-Reichsminister Hermann Göring

11.04. Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums

12.04. KL (KZ) Dachau, die ersten drei jüdischen Häftlinge werden erschossen,

          Münster i. W., Edith Stein - spätere Karmeliterin - schreibt an Papst Pius XI „…Seit Wochen sehen

          wir in Deutschland Taten geschehen, die jeder Gerechtigkeit und Menschlichkeit, von Nächstenliebe

          gar nicht zu reden, Hohn sprechen. Jahre hindurch haben die nationalsozialistischen Führer den

          Judenhass gepredigt. Nachdem sie jetzt die Regierungsgewalt in ihre Hände gebracht und ihre

          Anhängerschaft, darunter nachweislich verbrecherische Elemente, bewaffnet haben, ist diese Saat

          des Hasses aufgegangen…Wir alle, die wir treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in

          Deutschland mit offenen Augen betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen der Kirche,

          wenn das Schweigen noch länger anhält. Wir sind auch der Überzeugung, daß dieses Schweigen

          nicht imstande sein wird, auf die Dauer den Frieden mit der gegenwärtigen deutschen Regierung zu

          erkaufen…“ (am 10.4.38 wird E. Stein denunziert, sie flieht in die Niederlande) (>10.4.38/ 30.8.38),

          Preußisches Kultusministerium erläßt Verordnung zum preußischen Studentenrecht

13.04. Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund (NSDStB, seit 1931 mit absoluter Mehrheit in den

          Studentenvertretungen an 28 deutschen Hochschulen und führt den Dachverband der Deutschen

          Studentenschaft) propagiert öffentlich „12 Thesen wider den undeutschen Geist:…

          These 4:   Unser gefährlichster Widersacher ist der Jude und der, der ihm hörig ist.

          These 5:   Der Jude kann nur jüdisch denken. Schreibt er deutsch, dann lügt er. Der Deutsche, der

                           deutsch schreibt aber undeutsch denkt ist ein Verräter. Der Student, der undeutsch spricht

                           und schreibt, ist außerdem gedankenlos und wird seiner Aufgabe untreu…

          These 7:   Wir fordern die Zensur…Der undeutsche Geist wird aus den öffentl. Büchereien ausgemerzt

          These 11: Wir fordern die Auslese von Studenten und Professoren nach der Sicherheit des Denkens

                           im deutschen Geist…

          An allen Hochschulorten wird am 10.Mai 1933 das zersetzende Schrifttum den Flammen überantwor-

          tet“(>26.4.33/ 10.5.33) (Reichsschundkampfstelle d. evangelischen Jungmännerbünde, Sophienstr.19,

          Berlin N54, versendet Material zur Schund- u. Schmutzbekämpfung und gibt kostenlos Auskunft),

          Preuß. Min.-Präs. H. Göring ordnet Prüfung/Erweiterung der seit SPD-Reichspräs. Friedrich Ebert zur

          „Reinhaltung der Rasse im besetzten Gebiet von farbigen Blut“ in Aachen, Düsseldorf, Köln, Koblenz

          und Wiesbaden geführten afro-dt. Rheinlandkinder-Listen an (>1.5.34/ 7.2.35/ 23.3.35/ 7.3.36/ 1937),

          Universität Frankfurt/M., der ev. Prof. Dr. theol. Paul Tillich wird lt. Gesetz zur Wiederherstellung des

          Berufsbeamtentums suspendiert, er emigriert und lehrt in New York, Harvard u. Chicago (>31.3.42)  

15.04. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund-Bundesvorstand (Theodor Leipart, Wilhelm Leuschner)

          dankt „daß die Reichsregierung diesen nseren Tag (1.Mai) zum gesetzlichen Feiertag der nationalen

          Arbeit, zum deutschen Volksfeiertag erklärt hat. Der deutsche Arbeiter soll am 1.Mai standesbewußt

          demonstrieren, soll ein vollberechtigtes Mitgl. der deutschen Volksgemeinschaft werden. Kollegen u.

          Kolleginnen in Stadt und Land, ihr seid die Pioniere des Maigedankens. Denkt immer daran und seid

          stolz darauf.“ (>2.5.33),

          Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter- und Angestelltenverbände-Generalsekr. Ernst Lemmer: „Der

          Vorstand des Gewerkschaftsringes richtet an seine Verbände und Untergliederungen…die Aufforde-

          rung, daß alle Mitglieder…am Tag der deutschen Arbeit an den Veranstaltungen…sich beteiligen.“

          (>2.5.33/ 19.4.39),

          Deutscher Industrie- und Handelstag (DIHT) spricht „Herrn Reichskanzler, den wärmsten Dank für den

          großen Gedanken des deutschen 1.Mai aus. Möge in gegenseitigem Verstehen der Leistungen und

          Bedürfnisse aller Träger der Arbeit daraus eine unzerbrechliche, unverbrüchliche starke Volksgemein-

          schaft der nationalen Arbeit für Größe, Freiheit und Wohlfahrt des deutschen Volkes erwachsen.“

16.04. Königstein, der kommunist. Arbeiter Fritz Gumpert aus Heidenau wird im „Schutzhaftlager“ auf die

          entsetzlichste Art zu Tode gefoltert (er hinterlässt eine Frau und fünf schulpflichtige Kinder)

18./21.4. Wiesbaden, Kongreß d. Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin „Die heutige Tagung steht am

          Beginn einer neuen Ära…Wir Ärzte können in ganz besonderem Maße übersehen, welche Gefahr

          dem deutschen Volke drohte…müssen erbbiologische Fragen eine besondere Berücksichtigung er-

          fahren. Der Hausarzt ist dazu berufen, die…Rassenhygiene in der Familie wieder aufzunehmen.“

19.04. „Der Kicker“ „Vorstand des DFB und…Dt. Sportbehörde halten Angehörige der jüd. Rasse, ebenso…

          Mitglieder der marxistischen Bewegung…in führenden Stellungen…nicht tragbar.“ (>9.7.33/ 11.1933/

          1.3.43/ 10.7.49),

          Berlin, nach tätlichem Überfall flieht die 64jährige jüd.-dt. Dichterin und Heinrich v. Kleist Preisträgerin

          Else Lasker-Schüler in die Schweiz

20.04. Berlin u. weitere Städte machen Reichspräs. v. Hindenburg u. Reichskanzler Hitler zu Ehrenbürgern,

          Berlin; Schauspielhaus, Akademie für Deutsche Dichtung-Präsident und NSDAP-Mitgl. 1 352 376

          Hanns Johst widmet die Uraufführung seines Dramas „Schlageter“ am 44.Geburtstag „Adolf Hitler in

          liebender Verehrung und unwandelbarer Treue“ (Kriecherei lohnt sich, 1934 wird Johst Preußischer

          Staatsrat, 1935 Reichsschriftumskammer-Präsident u. erhält den mit RM 20 000 dotierten „Preis der

          NSDAP für Kunst und Wissenschaft, 1940 Goethe-Medaille, 1941 Kantate-Dichterpreis Leipzig, 1949

          wird SS-Gruppenführer J. als „Mitläufer“ und 1951 zumindest als „Belasteter“ entnazifiziert) (>18.8.34),

          Preuß. Staatskommissar im Kultusministerium und Bildungsmin. Dr. Bernhard Rust verfügt Bildung

          Nationalpolitischer Erziehungsanstalten (Ministerialrat Dr. Joachim Haupt ist bis 1935 NAPOLA-

          Inspekteur, ihm folgt SS-Gruppenführer August Heißmeyer, später mit Reichsfrauenführerin Gertrud

          Scholtz-Klink verheiratet), Zugangskriterien: politische Zuverlässigkeit, schulische Leistung, rassische

          Überprüfung mit Motto: „Glauben, gehorchen und kämpfen“, erste NAPOLAS sind Kösslin, Potsdam,

          Plön, danach Wahlstatt, Naumburg/S., Berlin-Spandau, Diez/Oranienstein, Ilfeld, Stuhm, Dresden-

          Klotzsche, Backnang, Ballenstedt, Schulpforta, Bensberg, Köthen, Loben, Rottweil, Wien-Breitensee/-

          Theresanium, Traiskirchen (Ostmark), Schloß Ploschkowitz/Leitmeritz (Sudetengau), Reißen/Lissa

          (Warthegau), Koningsheide (Niederlande), Kolmar/Berg (Luxemburg), später über 30 Eliteschulen mit

          Abiturabschluß, 1941 z.B. 6 000 Schüler, Schüler waren u.a.: Jagdflieger und Führer des Richthofen-

          Geschwaders der Bundesluftwaffe Erich Hartmann, ev. Landesbischof v. Thüringen Werner Leich,

          Bundesmin. u. Bundestagsvizepräs. Hans Klein (CDU), Bundespressesprecher und Generalkonsul u.

          Botschafter Rüdiger Freiherr v. Wechmar (FDP), NATO-Oberbefehlshaber General Leopold Chalepa,

          General und MdEP Martin Holzfuß, General Dr. Günter Kießling, General Hans Poeppel, Staatssekr.

          Georg Poetzsch-Heffter, österr. Justizmin. Dr. Harald Ofner (FPÖ), österr. Außenmin. Leopold Gratz

          (SPÖ), österr. Kaffeehauseigner/Fall „Lucona“ Udo Proksch, Autor Ludwig Harig, Hans Müncheberg

          (ab 1953 DDR-Fernsehproduzent), Journalisten Dr. Helmuth Karasek („Spiegel“/„Zeit“/„Tagesspiegel“,

          K. macht 1952 in der DDR das Abitur, flüchtet nach West-Berlin, studiert im Wintersemester 1952/53

          in Tübingen und promoviert 1956), Mainhardt Graf Nayhauß-Cormons, Manfred Sack, Hans Buchholz,

          Grafiker Horst Janssen, Ruhrkohle Essen-Verkaufsleiter Engelbert v. Nayhauß, Krupp-Verkaufsdirekt.

          Heiner Schmidt, DDR-DTSB u. NOK-Präs. Manfred Ewald, Psychiater Prof. Dr. Christof Wunderlich,

          Gerd-Ekkehard Lorenz (1949 Widerständler in Altenburg/Thür.), ex-Akzo NV-Vorstand/Aufsichtsrat Dr.

          jur. Hans-Günther Zempelin (sie erfüllen die politischen Kriterien nationalsozialistischer u. zudem

          im Einzelfall auch sozialistischer Begabtenförderung) (>04.1935/ 10.12.40/ 1957/ 1968/ 23.1.77).

          Reichstag akklamiert Gesetz über Bildung von Studentenschaften („§2 Die Studentenschaft ist Glied

          der Hochschule und vertritt die Gesamtheit der Studenten. Sie hat mitzuwirken, daß…Studenten ihre

          Pflichten gegen Volk, Staat u. Hochschule erfüllen") nur Studenten „deutscher Abstammung u. Mutter-

          sprache" können Mitgl. sein/ unterstellt praktisch gesamte Studentenschaft dem NSDStB (>29.3.35).

          Vatikan; kath. Zentrumspartei-Vorsitzender Dr. L. Kaas’ Geburtstagstelegramm an Reichskanzler

          Hitler: „Zum heutigen Tage aufrichtige Segenswünsche und die Versicherung unbeirrter Mitarbeit am

          großen Werk der Schaffung eines innerlich geeinten, sozialbefriedeten…Deutschlands.“ (>20.7.33)

21.04. Rudolf Heß wird zum Stellvertreter des Führers und Parteiführer mit Ministerrang ernannt

22.04. Reichsarbeitsministerium, Verordnung über die Zulassung von Ärzten zur Tätigkeit bei den Kranken-

          kassen (zur Tätigkeit von Kassenärzten nicht arischer Abstammung sowie von Kassenärzten, die sich

          im kommunistischen Sinn betätigt hatten - Entlassung und keine Neuzulassung),

          Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtner setzt Strafrechtskommission ein (nullum crimen sine lege wechselt

          zu nullum crimen sine poena)

23.04. „Berliner Börsen-Courier“ veröffentlicht ‚Schwarze Liste’ vom ‚Ausschuß zur Neuordnung der Berliner

          Stadt- und Volksbüchereien’ (das „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“ veröffentlicht am 16.5.

          eine ,Schwarze Liste’ der ,Zentralstelle für das deutsche Bibliothekswesen’ des NSDAP-Bibliothekars

          Dr. Wolfgang Herrmann. 1936 folgt für nicht geflüchtete, lesende deutsche Volksgenossen die erste

          ,Liste des schädlichen und unerwünschten Schriftums’ und nach dem Angriff deutscher Truppen auf

          Polen eine ,Liste des deutschfeindlichen, schädlichen und unerwünschten polnischen Schrifttums’!)

          (>26.4.33/ 10.5.33)

24.04. Rundfunkrede des Preußische Akademie der Künste Mitgl. Dr. Gottfried Benn über „Der neue Staat

          und die Intellektuellen“ „Welch intellektueller Defekt, welch moralisches Manko, nicht in dem Blick der

          Gegenseite über die kulturelle Leistung hinaus, nicht in ihrem großen Gefühl der Opferbereitschaft und

          Verlust des Ich an das Totale, den Staat, die Rasse, das Immanente, nicht in ihrer Wendung zum

          Ökonomischen, zum mythischen Kollektiv, in diesem allem nicht das anthropologisch Tiefere zu

          sehen.“ wenn doch der neue Staat, laut Benn, den „unfruchtbar gewordenen marxistischen Gegensatz

          von Arbeitnehmer und Arbeitgeber auflösen will.“ (>26.10.33)

25.04. Reichstag akklamiert Dr. Frick’s Gesetz gegen Überfüllung dt. Schulen u. Hochschulen (Abiturienten-

          quote max. 15 000/Jahr, Hochschulen-Frauenquote 10%, ,Nicht-Arier-Quote’ max. 1,5%. Mittels

          Durchführungsverordnungen wird 1934 zuerst in Preußen der Hochschulzugang u.a. abhängig von

          „Bewährung…in nationalen Verbänden SA, HJ und BdM“ u. „Überprüfung politischer Zuverlässigkeit

          durch den zuständigen Gauleiter der NSDAP“)  > Bildungsdiskriminierung/ verfolgte Schüler

          (>27.4.33/ 6.5.33/ 8.5.33/ 10.5.33/ 16.6.33/ 1.4.34/ 4.4.34/ 1936/ 04.1940/ 11.5.50/ 15.3.51/ 5.4.54)

26.04. Gesetz zur Gründung der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) „um die wirksame Bekämpfung aller

          gegen den Bestand und die Sicherheit des Staates gerichteten Bestrebungen zu sichern.“ unter der

          Leitung des preuß. Innenmin.-Dezernenten zur Bekämpfung der kommunist. Bewegung, Rudolf Diels,

          (1933 Diels-Bericht über sadistische Folter durch deutsche Hilfspolizei in ,Vernehmungsstellen’ u.a.

          „Die Opfer…waren…tagelang in enge Schränke gesperrt worden, um ihnen ,Geständnisse’ zu erpres-

          sen. Die ,Vernehmungen’ hatten mit Prügeln begonnen und geendet; dabei hatte ein Dutzend Kerle in

          Abständen von Stunden mit Eisenstäben, Gummiknüppeln u. Peitschen auf die Opfer eingedroschen.

          Eingeschlagene Zähne u. gebrochene Knochen legten von den Torturen Zeugnis ab…Es gab keinen,

          dessen Körper nicht vom Kopf bis zu den Füßen die blauen, gelben und grünen Male der unmensch-

          lichen Prügel an sich trug. Bei vielen waren die Augen zugeschwollen und unter den Nasenlöchern

          klebten Krusten geronnenen Blutes…“, 1934 Regierungspräs. Köln, 1940 Regierungspräs. Hannover,

          1948 entnazifiziert, 1949 rehabilitiert sich Diels in Hitler-Jugend „Puppenspieler“ - >23.4.41 - Rudolf

          Augstein’s „Spiegel“ mit der Acht-Fortsetzungen-Serie „Die Nacht der langen Messer fand nicht statt“),

          die Gestapo hat später 31 374 Beamte/Angestellte die auf die in allen deutschen Bevölkerungs-

          schichten bestehende breite Denunziationsbereitschaft bauen (>8.2.50/ 9.3.80),

          Reichskanzlei, Antrittsbesuch des Preußischen Staatsratsmitglieds und kath. Bischofs von Osnabrück

          Dr. Wilhelm Berning, Dr. B. erklärt Reichskanzler Hitler, daß die Bischöfe „freudig den neuen Staat

          anerkennen und die Gläubigen zum Gehorsam u. zur Ehrfurcht ihm gegenüber anhalten werden.“,

          Berlin, letzte SPD-Reichskonferenz (>17.5.33/ 14.9.45/ 5./6.10.45/ 19.4.46/ 21./22.4.46/ 9./10.5.46),

          NSDStB versendet ,Braune Liste verbrennungswürdiger Literatur’ von 71 Autoren (>10.5.33)

27.04. „Deutsche Allgemeine Zeitung“ u.a. „Ein Volk von Selbstachtung kann vor allem seine höheren

          Tätigkeiten nicht in so weitem Maße wie bisher durch Fremdstämmige vornehmen lassen…würde

          als geistige Überlegenheit anderer Rassen gedeutet werden können, die…abzulehnen ist.“

    04. Alfred Rosenberg (Diplom-Architekt, 1919 DAP/NSDAP, Redakteur „Völkischer Beobachter“, MdR,

          Autor von „Mythos des 20.Jahrhunderts“) wird Leiter vom außenpolit. Amt der NSDAP (1934 wird R.

          Leiter v. Überwachungsausschuss der weltanschaulichen Erziehung der NSDAP) (>17.7.40),

          Dr. jur. Gerhard Bohne (1930 NSDAP) leitet die Berufsgruppe Rechtsanwälte im BNSDJ (>30.10.39),

          Aachen, Techn. Hochschule, Prof. Dr. Alfred Meusel wird beurlaubt, entlassen u. emigriert (>5.7.52),

          Dresden, Dürerschule, die dt.-jüd. Schülerin Ruth Joachimsthal wird vom nationalsozialistischen

          Deutschlehrer belehrt: „Joachimsthal, im Deutschunterricht haben Juden nichts mehr zu melden.“

          (Ruth J. betritt diese Schule nie wieder, >8.5.33)  > verfolgte Schüler,

          Hamburg, Gymnasium Johanneum, der dt.-jüd. Schüler Ralph Giordano wird am 1.Schultag belehrt:

          „Hie Arier - Hie Nichtarier“  > verfolgte Schüler (>2.5.40),

          Kiel, Pädagogische Akademie, Prof. Dr. Lic.theol. Emil Fuchs (Quäker-)Religious Society of Friends“-

          u. SPD-Mitgl., KPD-Mitgl. Klaus Fuchs Vater) wird entlassen, verhaftet, Berufsverbot (Gelegenheits-

          arbeiter u.a. für Quäker, 1948-49 Gastvorlesungen in Pendle Hill/USA, 1949 SPD-Austritt, Übersied-

          lung in die DDR, 1950 Professor für Systematische Theologie u. Religionsphilosophie Uni. Leipzig,

          Ehrenmitgl. CDUD, 1954 VVO, 1958 Gründungsmitgl. Christl. Friedenskonferenz, 1959 VVO, 1964

          Friedensmedaille) (>9.2.61/ 12.5.62),

          Rastatt, Ludwig-Wilhelm-Gymnasium, Juristensohn und Hitler-Jugend Mitgl. Hanns Martin Schleyer

          legt sein Abitur ab (wird SS-Mitgl., leistet freiwilligen Arbeitsdienst, erfüllt die politischen Kriterien

          nationalsozialistischer Begabtenförderung, studiert Jura, 1937 NSDAP) (>16.6.33/ 1.5.37),

          Erstes Verbot der „Zeugen Jehovas“ (>1.4.35/ 13.9.49/ 31.8.50)  > verfolgte Schüler,

          Evangelische Jugend Deutschlands, Reichswart Erich Stange u.a. „Die gottgesetzten Grundlagen von

          Heimat, Volk und Staat werden wieder neu erkannt. Das Volk steht auf. Eine Bewegung bricht sich

          Bahn, die eine Überbrückung der Klassen, Stände u. Stammesgegensätze verheißt…Darum kann die

          Haltung der jungen evangelischen Front in diesen Tagen keine andere sein als die einer leidenschaft-

          lichen Teilnahme an dem Schicksal unseres Volkes und zugleich eine radikale Entschlossenheit, wie

          sie das Wort Gottes fordert.“ (>10.7.33/ 12.9.33/ 19.12.33),

          „Ziel und Weg - Zeitschrift des Nationalsozialstischen Deutschen Ärztebundes e.V.“ „Wir übernehmen

          die Führung“ (01.1933 sind 2 800 Ärzte Mitglied, 10.1933 sind 11 000, 1943 sind 46 000 Ärzte Mitgl.)

28.04. Heidelberg, Prof. Dr. Gustav Radbruch, Rechtsphilosoph und ex-Justizminister, wird als einer der

          ersten aus dem Lehramt entlassen (>12.9.45),

          SA-Gruppenführer Hans v. Tschammer und Osten (seit 1929 NSDAP) wird Reichssportkommissar

          (ab 19.7. Reichssportführer, später Präs. des Dt. Olympischen Ausschusses)

29.04. Luftfahrt-Reichskommissariat wird Reichsluftfahrtministerium, Minister ist H. Göring, Staatssekr. bleibt

          Erhard Milch (1923 Junkers-Verwaltungschef, 1926-45 Lufthansa-Vorst., 1933 NSDAP, 1935 General-

          leutn., 1936 General der Flieger, 1937 Senator Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Medaille zur Erinnerung

          an den 13.3.1938/ Wiedervereinigung Österreichs mit Deutschland sowie Medaille zur Erinnerung an

          den 1.10.1938/ Wiedervereinigung des Sudetengaues mit Deutschland, 1938 Luftwaffe-General-

          inspektor, 1939 Generaloberst, 1940 Norwegen Kommandant Luftflotte 5, 1940 Generalfeldmarschall),

          Gründung Reichsluftschutzbund RLB (bis 20 000 000 Beitragszahler, 1935 Luftschutzgesetz zu

          Verdunkelung/Fliegeralarm usw.) (>26.5.35/ 18.7.36/ 13.5.38/ 19.7.40)

30.04. Berlin, Kaiser-Wilhelm-Institut, Abdankung u. Emigration des jüd. Nobelpreisträgers Prof. Fritz Haber

          (der KWI-Direktor und IG Farben-Aufsichtsrat gilt als Vater chem. Kriegsführung, seine Forschung zur

          Verwendung von Chlor- u. Senfgas ermöglichte der dt. Heeresleitung am 22.4.1915 in Ypern/Belgien

          unter Bruch der Haager Konvention den Einsatz von 50 t Chlorgas resultierend in ca. 15 000 Opfern.

          Zitat Haber: „Angesichts des Umstandes, daß unsere Gegner unter Verzicht auf jeden Rassenstolz ein

          buntes Völkergemisch gegen uns ins Feld führen, ist die Anwendung dieses Mittels voll gerechtfertigt.

          Wir erreichen auf diese Weise unseren kriegerischen Zweck u. sparen an kostbaren Blute“ (>15.12.39/

          5.6.42/ 9.11.44/ 6.8.45)

01.05. Berlin, Tempelhofer Feld, Tag d. nationalen Arbeit, Kundgebung mit ca. 1 500000 Deutschen, abendl.

          Abschluß der Feiern mit Ansprache v. Reichskanzler Hitler; Reichspropagandamin. Dr. Goebbels im

          Rundfunk: „Am heutigen Abend findet sich über Klassen, Stände und konfessionelle Unterschiede

          hinweg das ganze deutsche Volk zusammen, um endgültig die Ideologie des Klassenkampfes zu zer-

          stören und der neuen Idee der Verbundenheit u. der Volksgemeinschaft die Bahn freizulegen.“,

          Brilon, Westfalen, Zentrum-Bürgermeister Josef Sauvigny’s Rede u.a. „Das neugeformte Deutschland

          feiert heute seinen 1.Nationalfeiertag…Noch brausen die Stürme der nationalen Revolution über es

          hinweg…Doch während bisher sich deutsche Kraft und deutsches Aufbaustreben zerspalten und ver-

          bluten am Parteigezänk und ewigen Führerwechsel, ist es heute ein Wille, der uns eint, eine Kraft, die

          uns leitet, ein Führer, der uns ruft, vergessend des Parteihasses von gestern, hat das große Sammeln

          begonnen, die Einigung aller Deutschen, deutschen Blutes zur gemeinsamen Tat, deren Sinnbild der

          heutige Festtag ist…Im Auftrage der NSDAP heiße ich Sie alle auf das herzlichste willkommen…Ich

          bitte…mit mir einzustimmen in den Ruf: Das arbeitende deutsche Volk, sein ehrwürdiger Reichspräsi-

          dent, die Verkörperung deutscher Treue, der Kanzler Hitler, sein tatgewordener Aufbauwille, sie leben

          hoch, hoch, hoch!...“ (S. wird 1933 SA- , später NSDAP-Mitgl. und „Opa war in Ordnung“ des nie mit

          Bildungsdiskriminierung gestraften kath. MdB und CDU/CSU-Fraktionsvors. Dr. jur. Friedrich Merz)

          (>20.6.2000/ 10.10.2000),

          Lübeck, die 15jährige Isa Vermehren verweigert bei Fahnenappell den „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“,

          wird vom Gymnasium relegiert u. Opfer staatsdoktrinübergreifender deutscher Bildungsdiskriminierung

          > verfolgte Schüler (1938 zum Katholizismus konvertiert, 1944 wird die gesamte Familie nach Flucht

          des Bruders u. Diplomaten Erich V. nach Großbritannien in Sippenhaft genommen, Isa V. überlebt die

          KZ Ravensbrück, Buchenwald u. Dachau. Später wird auch an DDR-Schulen der „Flaggenappell“-Kult

          an „Festtagen“ praktiziert) (>14.12.34/ 24.4.45/ 5.8.57/ 4.11.89),

          „Sürag“ „Die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation hat so gewaltige Erfolge zu verzeichnen

          daß die endgültige Ausschaltung des Marxismus aus dem deutschen Arbeitertum nur noch eine Frage

          der Zeit ist…dann ist ein Bollwerk größten Ausmaßes gefallen..dann besitzt die NSDAP...die Millionen-

          heere der deutschen Arbeiter…“ („national und sozialistisch ist das Denken, Wollen und Handeln der

          ddeutsche Rundfunk AG-Programmzeitung“ von Dr. Franz Burda, 1934 NSKK, 1938 NSDAP,

          Arisierung der jüd. Gebrüder Berthold, Ludwig und Karl Reiss-Großdruckerei, Freund von NSDAP-

          Gauleiter u. Reichsstatthalter Robert Wagner, Verleger NS-Zeitschrift „Die Deutsche Arbeitsfront“,

          1942 Generalstabskarten der „Kartographischen Anstalt Dr. Franz Burda“, 1949 Bauparerzeitschrift

          „Das Haus“, 1954 „Bunte“, 1967 Bundesverdienstkreuz) (>22.6.40/ 3.5.46/ 14.6.85),

          Eine Sperre für NSDAP-Neuanträge wird verfügt, die erst am >20.4.37 aufgehoben wird. Zu den vor

          „Torschluss“ eingetretenen - „Ich verspreche, als treuer Gefolgsmann des Führers die Partei mit allen

          meinen Kräften zu fördern“ - zählen NSDAP-Mitgl. Nr. 1 878 921 Hans Kehrl (Industrieller, IHK-Präs.

          Niederlausitz, 1936 SS, 1938 Reichswirtschaftsmin.-Generalreferent, 1939 RWM-Bevollmächtigter für

          Böhmen u. Mähren, 1943 Chef Rohstoffamt Reichsrüstungsmin.), NSDAP-Genosse Nr. 2 633 930

          Dr. Kurt Kiesinger (1966 BRD-Bundeskanzler), NSDAP-Genosse Nr. 2 636 406 Günther Quandt

          (Industrieller, Accumulatoren-Fabrik AFA - später VARTA und Deutsche Waffen- u. Munitionsfabriken

          DWM, der „entnazifiziert“ in der BRD sein Imperium ausbaut - die 12jährige Polin Sofia Czarmecka ist

          8 Jahre später eine von vielen DWM-später IWK Industrie-Werke-Karlsruhe Zwangsarbeiterinnen, als

          verfolgte Schülerin trägt sie zum Quandt-Familie Reichtum bei >12.12.37), NSDAP-Genosse Nr.

          2 673 178 Dr. jur. Karl-Heinz Gerstner (1940-45 Mitarbeiter Dt. Botschaft Paris, 1948 Berliner Zeitung,

          1973 Chefreporter, als IM „Ritter“ beim MfS erfaßt - Vater war Ministerialrat Dr. Karl Ritter und Verbin-

          dungsmann zwischen AA u. Oberkommando der Wehrmacht, in Nürnberg zu 4 Jahren Haft verurteilt),

          NSDAP-Genosse Nr. 2 675 123 Luitpold Steidle (1943 BDO, 1949 DDR-CDUD-Gesundheitsminister),

          NSDAP-Genosse Nr. 2 732 006 Gerichtsassess. Dr. jur. Wolfgang Immerwahr Fränkel (1936 stellv.

          Reichsanwalt, genannt „Fanatiker der Todesstrafe“, 1951 Bundesanwalt, 1962 Generalbundesanwalt),

          NSDAP-Genosse Nr. 2 837 625 Gerichtsass. Dr. jur. Gustav Adolf Baron Steengracht v. Moyland (SA,

          1936 Dienststelle Ribbentrop, 1938 Legationssekr., 1939 Leg.Rat, 1941 Min.Dir. (>4.2.38/ 31.3.43),

          NSDAP-Genosse Nr. 3 430 914 Herbert v. Karajan (Dirigent, musikalisch. Leiter Opernhaus Ulm, 1935

          Generalmusikdirektor, 1939 Staatskapellmeister, 1951 Dirigent bei Wieland Wagner’s 1.Nachkriegs

          Bayreuther Festspielen, 1955 Direktor Berliner Philharmoniker), NSDAP-Gen. 2 473 997 Fa. Oetker-

          Pudding-Werke-Chef u. späterer Freundeskreis Reichsführer-SS Mitgl. Dr. Richard Kaselowsky,

          NSDAP-Genosse Nr. 3 204 950 IOC- u. Freundeskreis Reichsführer-SS Mitgl. Dr. Karl F. Ritter v. Halt,

          NSDAP-Genosse Nr. 2 208 548 Diplomsportlehrer Josef „Sepp“ Herberger (1936 Fußballreichstrainer,

          1949 National- dann DFB-Bundestrainer, 1962 Bundesverdienstkreuz >1./16.8.36), die Brüder Fritz,

          Adolf, Rudolf Dassler (Sportartikel Adidas/Puma), NSDAP-Genosse Nr. 2 594 441 Bodo Lafferentz

          (Vereinigung dt. Arbeitgeberverbände-Mitarbeiter, 1933 KdF-Reichamtsleiter, 1937 Geschäftsführer

          Gesellschaft zur Vorbereitung des Dt. Volkswagens GezuVor, 1939 SS-Obersturmführer, Stab SS-

          Rasse- und Siedlungshauptamt RuSHA, VW-Hauptgeschäftsführer, 1943 Heirat mit Verena Wagner,

          gründet mit NSDAP-Mitgl. Nr. 6 078 391 Wieland Wagner das Institut für physikalische Forschung

          Bayreuth als KZ Flossenburg-Außenlager), Ministerialratssohn Hans-Günther Sohl (1935 Krupp-

          Rohstoffmanager, 1939 Vereinigte Stahlwerke Vorst., 1943 Reichsvereinigung Eisen-Erzbeschaffer,

          1953 Generaldirektor Thyssen, 1956 Vorsitz. Wirtschaftsvereinigung Eisen- u. Stahlindustrie, 1972

          BDI-Präs.), NSDAP-Genosse Nr. 3 620 600 Vikar Ingo Braecklein und Prof. Dr. Bolko v. Richthofen

          (Historiker, 1933-42 Ordinarius, „Kampfbund für deutsche Kultur“, 1942 bei Dr. Reinhard Gehlens

          „Fremde Heere Ost“ und Autor vom „Gedicht an Sowjetbürger:

           Jede Minute der Nacht

           kann Dich der Henker holen.

           Offen dann oder verstohlen

           wirst Du zur Schlachtbank gebracht.“, 1945 Nürnberger Prozeß Verteidigungsberater, CSU, 1964

          Bundesverdienstkreuz, 1969 Präs. Gesellschaft für Vor- u. Frühgeschichte) sowie Suevia-Studenten-

          corps-Mitgl. Dr. jur. Fritz Karl Ries (1934 Gesellschafter der Flügel&Polter KG Leipzig deren Vermögen

          1937 auf Dr. R. übergeht, auch die Mitteldeutsche Gummi- u. Guttapercha-Gesellschaft MIGUIN

          Edelmuth&Co Frankfurt/O., die Herea-Gummiwerke GmbH Finsterwalde, im besetzten Polen die

          Oberschlesischen Gummiwerke GmbH Trzebinia und Gummiwerke Wartheland AG Litzmannstadt/

          Lodz gehen in „Kondom-König“ Ries’ Besitz, für die mit tausenden Zwangsarbeitern erwirtschafteten

          Verdienste erhält Dr. R. 1942 das Kriegsverdienstkreuz, wird am >30.6.46 auf Volksentscheids-Basis

          in der SBZ enteignet, in der ABZ als „Mitläufer“ entnazifiziert, nach 1949 in der BRD für „Verluste“ im

          Osten entschädigt und 1967 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt) (>29.11.40/ 10.9.69).

          Auch Dr. Hans Beyer, Dr. Karl-Heinz Gerstner (1931-35 Jurastudium, 1933 NSDAP-Mitgl. 2 673 178,

          er erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des

          Faschismus, 1936-39 Referendar, 1937 Promotion, 1938-40 Gerichtsassessor, 1940-45 Legations-

          sekretär Dt. Botschaft Paris u. Auswärtiges Amt, 1948-73 Redaktion „Berliner Zeitung“, 1957 SED

          >17.12.98), Hans Gorzynski, Fritz Karsunke, Erich Kellner, Werner Masseck, Horst Meischner u. Ernst

          Pridöhl sind bereits Parteigenossen während Dr. Charlotte Bergmann, Kurt Debes, Ilse Dietze, Anton-

          Theodor Eversmann, Dr. Gerhard Fickel, Georg Hempel, Karl-Heinz Just, Wolfgang Petermann,

          Dr. Reinhard Schwarzlose, Werner Steuwer, Erich Ullmann u. Paul Vollmert „leider“ ihre Parteibücher

          erst 1937 nach Aufhebung der Aufnahmesperre erhalten (sie finden sich später „entnazifiziert“ z.T. in

          der „Nationalen Front“ als Abgeordnete der sozialistischen DDR-Volkskammer)

02.05. unter Dr. Robert Ley`s „Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ erfolgt die Besetzung von

          Gewerkschaftshäusern, Beschlagnahme v. Gewerkschaftsvermögen, Verhaftung von Gewerkschafts-

          funktionären u.a. Theodor Leipart, Wilhelm Leuschner, Nikolaus Bernhard u.v.a. (Leuschner wird am

          8.9.44 im Namen des Deutschen Volkes zum Tode verurteilt, Leipart begrüßt 1946 die SPD/KPD-

          Vereinigung u. wird SED-Mitglied), Dr. Ley kommentiert „Wir treten heute in den zweiten Abschnitt der

          nationalsozialistischen Revolution ein…Gewiß, wir haben die Macht, aber wir haben noch nicht das

          ganze Volk, dich Arbeiter, haben wir noch nicht 100%ig…Du sollst auch von den letzten marxistischen

          Fesseln befreit werden.“ (>10.5.33/ 19.5.33/ 20.1.34/ 12.8.44/ 20.5.46),

          „Berliner Börsen-Courier“ „Alle Führer der freien Gewerkschaften in Schutzhaft“

03.05. Erlaß zur Zulassung von Ausländern bzw. ausländischen Nichtariern zu dt. Schulen u. Hochschulen,

          München, NSDAP-Ortsgruppe Bogenhausen erhebt „Einspruch…, daß in den für den Ortsgruppen-

          Bezirk in Betracht kommenden Volksschulen…auch im neuen Schuljahr 1933/34 Judenkinder mit

          Deutschen Kindern gemeinsam unterrichtet werden sollen.“  > verfolgte Schüler,

          „Völkischer Beobachter“ „Der zweite Abschnitt der nationalsozialistischen Revolution: Säuberung der

          Freien Gewerkschaften und Aufbau einer neuen Arbeiterorganisation“ (>10.5.33),

          Christliche Gewerkschaften ordnen sich ins „Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ ein, die

          Gewerkschaftsführer u.a. Franz Behrens, Dr. Theodor Brauer, Jakob Kaiser, Bernhard Otte werden

          Mitglied im 60köpfigen „Arbeitskonvent der Deutschen Arbeitsfront“ der noch im Mai erstmals tagt

04.05. Berlin, letzte SPD-Vorstandssitzung (Vorstandsmitgl. Ollenhauer flieht am 6.5. nach Prag, 1938 nach

          Paris, 1940 nach Spanien u. Portugal, 1941 nach Großbritannien, ist am >5./6.10.45 in Hannover)

05.05. Breslau, jüd.-dt. Autor Walter Tausk’s Tagebuchnotiz: „In den Schulen werden jetzt die nichtarischen,

          also jüdischen Kinder durch einige Lehrer von den anderen getrennt, für sich gesetzt!..Zum Teil haben

          das die Kinder, die arischen, selbst verlangt! Sie wurden von offenen Pöbeleien der Lehrer unterstützt,

          die z.B. in der Augustaschule, Breslau, die jüdischen Kinder nicht mit drannehmen, „weil sie ja doch

          keine deutsche Geschichte verstünden, die sie auch nichts anginge.“  > verfolgte Schüler (>24.9.38)

06.05. preuß. Kultusminister Dr. Rust’s Erlaß zur Umwandlung universitärer Pädagogischen Akademien in

          „Hochschulen für Lehrerbildung“ im „Neuen (nationalsozialistischen) Geist“ (Dr. Rust: „Die Lehrpläne

          der Pädagogischen Akademien lassen deutlich den Versuch des abgetretenen Regimes durchblicken,

          unter den Decknamen von allerhand schönen wissenschaftlichen Dispositionen eine marxistische

          Lehrerschaft zur Zersetzung des deutschen Volkes heranzuziehen…“, bis 1936 sind HfLs im Gesamt-

          Reich eingeführt an denen ab 1936 auch künftige Studienräte zwei Semester absolvieren müssen) mit

          nur zweijährigem Volksschullehrer-Studium unter den politischen Kriterien nationalsozialistischer

          Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus (freiwilliges „Arbeitsdienst“-/„Hauswirtschafts“-

          Jahr und Mitgliedschaft in einer NS-Organisation wie sie z.B. drei Jahre später von BDM-Scharführerin

          Hannelore „Loki“ Glaser erfüllt werden; ex-SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidts Gattin betreibt

          Wehrsportunterricht mit Kleinkaliberschießen, absolviert den Luftschutzkursus ehe sie 1937 das Abitur

          besteht und von 1938-40 an einer Hochschule für Lehrerbildung, wo „Verhalten und Leistungen in der

          NSDAP und ihren Gliederungen…entscheidend…auch für das abschließende Urteil (sind)“ erfolgreich

          studiert - im Rahmen der üblichen sozialen Kanzlergattinnen-Engagements thematisiert Pädagogin

          Schmidt später nie das Schicksal jener politische Kriterien sozialistischer Begabtenförderung der

          Diktatur des Proletariats nicht erfüllender verfolgter SchülerInnen) (>10.7.33/ 2.5.40/ 8.2.41),

          Braunschweig; SS-Obergruppenführer Dietrich Klagges (1925 NSDAP) wird Ministerpräs. (bis 1945, in

          K.’s Amtszeit führt Landespolizeileiter u. SS-Gruppenführer Friedrich Jeckeln die dt. „Geiselqote“ 10:1

          ein als er am 4.7.33 im Pappelhof Rieseberg/Braunschweig zehn Unbeteiligte: Hermann Behme,

          Julius Bley, Hans Grimminger, Kurt Heinemann, Reinhold Liesegang, Wilhelm Ludwig, Walter

          Römling, Gustav Schmidt. Alfred Staats und Willi Steinfaß als ,Sühne’ für den Mord am SS-Mann

          Gerhard Landmann erschiessen lässt (>29.8.41/ 29./30.9.1941/ 22.2.49),

          Karlsruhe, Verein für das Deutschtum im Ausland VDA und Hitler-Jugend-Reichsjugendführer unter-

          zeichnen Abkommen gegenseitiger Mitgliedschaft (VDA-Ehrenvors. ist Reichspräs. P. v. Hindenburg,

          VDA-Bundesleiter ist Dr. Hans Steinacher) (>8.5.33/ 4.7.33/ 27.10.33/ 24.6.39/ 27.6.81)

07.05. Berlin, Preußische Akademie der Künste, erzwungener Rücktritt von Ehrenpräs. Max Liebermann

          (Zitat: „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.“ L. stirbt 1935, die jüd. Witwe des

          Impressionisten begeht 85jährig vor ihrer Deportation in ein KZ Selbstmord),

          jüdisch-deutschen Beschäftigten der Reichswehr wird gekündigt

08.05. preuß. Kultusminister Dr. Rust’s Erlaß bezüglich Schüler nichtarischer Abstammung an höheren und

          mittleren Schulen („Wie ich erfahre, sind einzelne Leiter höherer Lehranstalten bereits dazu überge-

          gangen, Schüler nichtarischer Abstammung, zum Teil auch Angehörige fremder Staaten, vom Besuch

          der höheren Lehranstalten auszuschliessen…“ (Ausführungen zum Gesetz v. 25.4.1933/ 15.7.1933)

          > verfolgte Schüler,

          Auslandsorganisation der NSDAP AO wird NSDAP-Gau (Reichsdeutsche von Argentinien bis

          Palästina gründen NSDAP-Landesgruppen, Gauleiter wird ab 3.10.33 Landesgruppenleiter Südafrika

          Ernst Wilhelm Bohle, 1937 ist Bohle Staatssekr. Auswärtiges Amt; Landesgruppenleiter Schweiz ist

          z.B. Wilhelm Gustloff - später Namenspatron des KdF-Schiffes. In der Landesgruppe Frankreich wird

          später z.B. Dr. jur. Christian Graf Dönhoff für die Rückführung geflüchteter Deutscher verantwortlich –

          in der BBZ/BRD schreibt der ex-NSDAP AO-Kolonialreferent mit Goebbels-Propagandisten und

          NSDAP-Mitgl. für „DIE ZEIT“) (>2.9.36/ 21.3.46),

          KZ Dachau, der gefolterte KPD-Reichstagsabgeordnete Hans Beimler ermordet einen Aufseher und

          flieht in dessen Kleidung (1936 stirbt Beimler im spanischen Bürgerkrieg - in der DDR werden Straßen,

          Fabriken, ein Orden und Kindersoldaten-Wettkämpfe nach ihm benannt) (>01.1967)

09.05. Beschlagnahme des noch nicht ins Ausland gebrachten SPD-Vermögens (>22.6.1933/ 18.7.1933)

10.05. Gründung Deutsche Arbeitsfront unter Dr. Robert Ley (Zitat: „Die Arbeit ist nicht des Lohnes und des

          Geldverdienens wegens da, sondern die Arbeit ist Selbstzweck, und die gerechte Entlöhnung ist eine

          notwendige Anerkennung für die Leistung.“), wird mit ca. 23 Mio. Mitgl. größte NSDAP-Organisation

          (Beitragsaufkommen in 1939 RM 539 000 000), §1 Die DAF ist die Organisation der schaffenden

          Deutschen der Stirn und der Faust…§3 Die DAF ist eine Gliederung der NSDAP. §4 Die Führung der

          DAF hat die NSDAP…(Handwerks- und Handelskammern ordnen an, daß „nur noch Lehrlinge einge-

          stellt werden, die Mitglied der HJ oder des BDM sind, andernfalls das Lehrverhältnis nicht anerkannt

          wird…“) (>28.4.1934/ 24.10.1934/ 19.3.1940/ 15.6.1945/ 9./11.2.1946),

          Tag der Bücherverbrennung an allen deutschen Universitäten unter Teilnahme von Rektoren und

          Professoren, als Auftakt zur Verbrennung „marxistisch jüdischer“ Bücher (ein Plakattext „Vergesst die

          Bibel nicht, auch sie ist jüdisches Geistesgut!“) in Berlin hält Prof. Dr. Alfred Bäumler, Ordinarius für

          Politische Pädagogik eine Vorlesung über die nationalsozialistische Revolution und ihre geistigen und

          philosophischen Grundbedingungen (in der sozialist. Diktatur des Proletariats DDR werden Schriften,

          die „den moralischen und politischen Anschauungen der Werktätigen widersprechen“ illegale „Schund-

          und Schmutzliteratur“, Verordnungen v. 15.9.55, 26.3.69, § 146 StGB 1968, das sozialistische Buch-

          wesen, der Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel, der „Volksbuchhandel“ u. der Schriftsteller-

          verband der DDR regeln Einzelheiten, da „die Kunst, die Wissenschaft und ihre Lehre frei“ sind!)

          (>26.10.33/ 22./25.5.52/ 15./18.12.65/ 1.6.66/ 3.4.68/ 11.4.68),

          Berlin, Opernplatz, Reichspropagandamin. Dr. Goebbels „Brandrede“: „Und deshalb tut ihr gut daran,

          um diese mitternächtliche Stunde den Ungeist der Vergangenheit den Flammen anzuvertrauen. Das

          ist eine starke, große und symbolische Handlung, eine Handlung, die vor aller Welt demonstrieren soll:

          Hier sinkt die geistige Grundlage der November-Republik zu Boden. Die deutsche Volksseele kann

          nun wieder selbst zum Ausdruck kommen. Diese Flammen werfen ihr Licht nicht allein auf das Ende

          einer vergangenen Ära, sondern auch auf den Beginn einer neuen.“,

          Dresden, Dr. phil. Wilhelm Hartnacke (NSDAP) wird für deutsche Schlichtheit gegen ,Bildungsinflation’

          agierender sächs. Kultusminister (Zitat: „Die Entartung der Schule zu einem Berechtigungsinstitut muß

          ein Ende haben.“) > verfolgte Schüler (>15.6.53/ 14.3.63/ 1.7.63/ 4.12.2001),

          Frankfurt/M., Pädagogische Akademie, NS-Pädagoge Prof. Dr. Ernst Krieck: „Das Studentenfreikorps

          lädt die Gesamtheit des Professorenkollegiums zu der Verbrennung d. marxistischen u. korruptionisti-

          schen Schriften ein, die Mittwochabend, den 10. Mai, auf dem Römerberg stattfinden wird. Die Stu-

          denten würden es im Hinblick auf die große symbolische Bedeutung dieser Zeremonie begrüßen, die

          Gesamtheit d. Professorenschaft dort zu sehen. Ich lade daher die Kollegen ein, zahlreich daran teil-

          zunehmen. Abmarsch: von der Universität auf den Römerberg Mittwoch, 20 Uhr, mit Musik. Die

          Korporationen werden in Uniform daran teilnehmen, ebenso die SA-Bataillone.“ -„Brandredner“ ist ev.

          Studentenpfarrer Otto Fricke (später „Bekennde Kirche“ und Helfer für Rassenhygieniker Verschuer)

12.05. „Westdeutscher Beobachter“ „Die neuen Bestimmungen über Beamte, Ärzte und Anwälte reinigen

          das öffentliche Leben von nichtarischen, fremdgearteten Elementen“ schreibt u.a. der „Staatsrechtler

          des neuen Reiches“ Prof. Dr. Carl Schmitt (1910 Promotion, Autor „Über Schuld und Schuldart“, 1914

          Autor „Der Wert des Staates und die Bedeutung des Einzelnen“, 1916 Habilitation, ab 1921 Professor

          in Greifswald, Bonn, Köln und Berlin, lehrt die späteren NS-Staatsrechtler Ernst Forsthoff, Ernst Huber

          und Theodor Maunz, 1922 Autor „Politische Theologie“, 1924 Autor „Diktatur des Reichspräsidenten“,

          1926 Autor „Die Kernfrage des Völkerbundes“, Rechtsberater der Reichskanzler Kurt v. Schleicher u.

          Franz v. Papen, 1928 Autor „Verfassungslehre“/ Neuauflage 1970, 1.5.1933 NSDAP-Mitgl., 06.1933

          im Führerrat Akademie für Deutsches Recht, 07.1933 Preuß. Staatsrat, 1934 Hauptschriftleiter der

          Deutsche Juristen Zeitung des Bundes Nationalsozialistischer Dt. Juristen BNSDJ, 1934 rechtfertigt

          Katholik Schmitt in der DJZ die Morde der Röhm-Affaire - zu deren Opfern das befreundete Ehepaar

          v. Schleicher gehören - mit „Der wahre Führer ist immer auch der Richter“, ebenfalls 1934 schreibt S.

          in der „Juristischen Wochenschrift“ „Das gesamte heutige deutsche Recht…muß ausschließlich und

          allein vom Geist des Nationalsozialismus beherrscht sein…Jede Auslegung muß eine Auslegung im

          nationalsozialistischen Sinne sein.“ und in der Deutschen Juristischen Zeitung „Heute wird jeder den

          Satz: Kein Verbrechen ohne Strafe…gegenüber dem Satz: Keine Strafe ohne Gesetz…als die höhere

          und stärkere Rechtswahrheit empfinden“, 1935 nennt S. die Nürnberger Rassegesetze „Verfassung

          der Freiheit“, 1936 „Das Judentum in Rechts- u..Wirtschaftswissenschaft“-Kongreßvorsitz., 1937 z.T.

          Ämterverlust, 1939 Autor „Völkerrechtliche Großraumordnung“, 1940 Autor „Positionen und Begriffe“:

          „Der Führer schützt das Recht vor dem schlimmsten Mißbrauch, wenn er…Kraft seines Führertums

          als Oberster Gerichtsherr unmittelbar Recht schafft“, 1950 Autor „Die Lage der europäischen Rechts-

          wissenschaft“, 1954 Autor „Gespräch über Macht und den Zugang zu Machthabern“, 1956 Autor

          „Hamlet oder Hekuba“, 1959 veröffentlichen ex-NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Hans Barion (kath. Theologe),

          Prof. Dr. Ernst Forsthoff u. Prof. Dr. Werner Weber die „Festschrift für Carl Schmitt zum 70.Geburtstag

          dargebracht von Freunden u. Schülern“. Am 16.12.66 wird über einen von Deutschlands Besten

          Christen, dem intellektuellen Opportunisten Schmitt in der „Frankfurter Rundschau“ gemeldet, er sei

          zu Zeiten der Großen Koalition der „heimliche staatsrechtliche Berater“ Bundeskanzler Kiesingers - ein

          Dementi erfolgt nicht) (>4.7.1940/ 1.12.1966/ 7.11.1968)

15.05. Tübingen, „Juden und Fremdrassigen ist der Zutritt zum städtischen Freibad zu verwehren.“

17.05. Reichstag, A. Hitler spricht im Rahmen einer Friedensresolution zur Außenpolitik und Abrüstung, mit

          einer Neuheit im dt. Parlamentsprotokoll -Zustimmung durch Erheben von den Plätzen zu deklarieren -

          wird nicht ohne Verwunderung registriert, daß die noch teilnehmenden 65 SPD-MdR unter Paul Löbe

          sich entgegen der Empfehlung der Exil-SPD erheben und eine Loyalitätserklärung für Hitler abgeben

18.05. Deutsche Evangelische Kirche gegründet (Zusammenschluß bisheriger Landeskirchen) (>10.7.1933),

          Deutscher Anwaltsverein tritt Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ bei (>21.5.33/ 30.9.33)

19.05. Reichstag akklamiert Gesetz zum Schutze der nationalen Symbole und Gesetz über Treuhänder der

          Arbeit, §1 Der Reichskanzler ernennt auf Vorschlag…Treuhänder… §4 Treuhänder…sind an Richt-

          linien und Weisungen der Reichsregierung gebunden.“

20.05. „Westfälische Zeitung“ berichtet über „Fahnenweihe“ darunter auch die Fahne der Reichsbahn-SS

          Bielefeld: „Dann weihte Parteigenosse Pfarrer Niemöller die drei neuen Hakenkreuzfahnen...Mit

          erhobenen Händen gelobte man dem Wahrzeichen der Einigkeit, der Hakenkreuzfahne, die Treue.

          Die Fahnenweihe klang aus im Horst-Wessel-Lied.“

    05. Gründung von Dr. H. Schacht’s „Scheinfirma“ Metallurgische Forschungsgesellschaft mbH mit

          Reichsbank- und Reichswehrvorstand und RM 1 000 000 Grundkapital von fünf Industriekonzernen

          u.a. Krupp, Siemens, Rheinmetall, Gutehoffnungshütte zur verschleierten Teilfinanzierung der nach

          dem Vertrag von Versailles hohen illegalen Rüstungsausgaben mittels vom Reichsfinanzministerium

          mit 4% verzinster sog. MeFo-Wechsel (zum Fälligkeitstermin 1938 nicht gedeckte Wechsel von ca.

          RM 12 000 000 000) (>7.1.39),

          „Deutsche Juristenzeitung“ „Die restlose Ausrottung des inneren Feindes gehört zur deutschen Ehre.

          An ihr kann der Richter durch großzügige Auslegung der Strafprozeßordnung teilnehmen.“,

          Bayerischer Heimat- und Königsbund, Landesleiter Georg Enoch von und zu Guttenberg verbreitet

          Aufruf „An die königstreuen Bayern!“ u.a. „Geduld verlangt diese Zeit von uns. Wir dürfen sie auch

          haben; denn diejenigen, die sie uns von Staats wegen befehlen, sie arbeiten an einem guten Ziel: Es

          gilt den nationalen Willen im ganzen deutschen Volke zu erneuern…Betrachten wir die Arbeit, vor der

          Hitler steht. Das Vertrauen des deutschen Volkes hat ihm ermöglicht, die Lösung seiner Aufgabe in

          einem Zuge über das ganze Reich in Angriff zu nehmen. Eine geschichtliche Fügung, die der Opfer

          wert ist. Bayern bringt sie bewußt der gemeinsamen deutschen Sache…Wir sind bereit, das Unsrige

          dazu zu tun…Wir ordnen uns ein, um dem Ganzen zu dienen. Einordnen aber heißt nicht aufgeben.

          Schweigen für eine Zeit kann die Treue, aber verleugnen wird sie sich niemals. Und wenn einer wie

          Hitler dem Volke seine besten Kräfte zurückgeben soll, dann vertrauen wir, daß er dem Bayern seine

          Treue nicht nehmen will…“ (07.1933 löst v. Guttenberg den BHKB auf, bei Röhm-Affaire vom 30.6.34

          wird v. Guttenberg für Monate inhaftiert, 1940 stirbt der Vater des späteren CSU-Staatssekretärs

          Karl Theodor von und zu Guttenberg als Kapitänleutnant der in Bremerhaven zum Truppentransporter

          umgebauten SS „Europa“) (>22.4.38),

          Prof. Dr. Max Planck, Präs. Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, an A. Hitler: „Die zur 22.Ordentlichen Haupt-

          versammlung der KWI-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften versammelten Mitglieder be-

          ehren sich, dem Herrn Reichskanzler ehrerbietige Grüße zu übersenden u. hierdurch feierlich zu gelo-

          ben, daß auch die deutsche Wissenschaft bereit ist, am Wiederaufbau des neuen nationalen Staates,

          der ihr Schutz und Schirmherr zu sein gewillt ist, nach besten Kräften mitzuarbeiten.“ (>14.7.33)

21.05. Deutscher Richterbund DRB tritt Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ bei (auch der Tübinger

          Landgerichtsrat u. Dozent für Staatsrecht Prof. Dr. Karl Schmid, 1940-44 Kriegsverwaltungsrat bei der

          Oberfeldkommandantur Lille/Frankreich, 1945 zu Prof. Dr. Carlo Schmid gemausert und Württemberg-

          Hohenzollernscher SPD-Regierungschef, 1948-49 Parlamentarischer Rat, 1949-72 SPD-MdB, 1966-

          69 Bundesminister f. Angelegenheiten d. Bundesrates) (>30.9./3.10.33/ 1.9.48/ 9.1.51/ 9.5.58/ 8.6.60)

22.05. Luxemburg, westdeutsche Fußballmannschaft wird nach ihrem Hitler-Gruß ausgepfiffen

25.05. KPD-MdR Wilhelm Pieck flieht nach Paris (07.45 kehrt er nach Berlin zurück, 07.45 KPD-ZK-Vorsitz.),

          Berlin, Protesterklärung der Zeugen Jehovas an Reichsregierung (>7.10.34/ 10.7.50)

26.05. Gesetz über die Einziehung kommunistischen Vermögens (Beginn politisch motivierter Enteignungen,

          entwickelt sich über Arisierung jüd. Sach- u. Geldvermögens, Einziehung „volks- und staatsfeindlicher“

          Vermögen im Dt. Reich, Österreich, Tschechien, Polen, Frankreich, Belgien und Niederlanden, den

          Zwangsanleihen u. der Besitznahme fremdstaatl. Goldreserven zur größten Besitzumverteilung der dt.

          Geschichte, gefolgt von Profit aus Zwangsarbeit, vom Besitzwechsel bei Bodenreform / Enteignungen

          in SBZ/DDR) (>18.7.33/ 18.11.38/ 12.5.39/ 4.10.39/ 29.5.41/ 2.9.45/ 8.2.49/ 29.10.45/ 03.1994)

28.05. Freie Stadt Danzig; NSDAP-Wahlsieg mit absoluter Mehrheit durch ca. 95% deutsche Wähler

29.05. Berlin, Führerstellvertreter Rudolf Heß trifft Wirtschaftsvertreter u.a. Carl v. Siemens, Fritz Thyssen,

          Hugo Stinnes, Deutsche Bank-Direktor Emil Georg v. Stauß u. Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach,

          letzterer schreibt am gleichen Tag an Reichsbankpräs. Dr. Hjalmar Schacht: „…habe ich kürzlich in

          einer Besprechung mit Herrn Reichskanzler…vorgeschlagen, alle Sammlungen seiner Partei in einer

          großen Sammlung zu konzentrieren, die gleichmäßig und im richtigen Verhältnis zu ihrer Belegschaft

          möglichst alle Firmen der deutschen Wirtschaft einschl. Landwirtschaft und Bankenwelt trifft…“

30.05. Reichsverband der Deutschen Industrie RDI-Präsident Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach wird

          Vorsitz. des „Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft“-Kuratorium (unterstützt durch die von

          G. Krupp u. Dr. Carl Köttgen geleitete „Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände“ beträgt das

          Spendenaufkommen 1933 RM 36 000 000 u. bis 1945 RM 700 000 000! Jeder Unternehmer spendet

          5 Promille der Jahreslohn- u. Gehaltssumme zugunsten der NSDAP. Zur Umrechnung kann der später

          von der Bundesbank berechnete RM 1:DM 5,9 Kurs verwendet werden) (>10.6.49/ 20.6.48/ 30.3.54),

          Schweiz; Genf, Völkerbund verurteilt deutsche antisemitische Politik und entscheidet zugunsten einer

          Petition des jüdischen Oberschlesiers Franz Bernheim der durch antisemitische Maßnahmen seinen

          Arbeitsplatz verlor, das Deutsche Reich wird verpflichtet den Rechtszustand wiederherzustellen, der

          vor dem 30.1.1933 in Oberschlesien galt. Bis zur Gleichschaltung Oberschlesiens 1937 besitzen

          jüdische Deutsche hier bürgerliche Rechte (>14.10.33/ 26.9.95)

31.05. Reichsregierung befreit neue(!) KFZ von der Steuer (Abarten dieser Politik gibt es noch heute)

01.06. Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit („maßgebend von…Alt-Pg. Fritz Reinhardt, 1928-30

          Gauleiter Oberbayern, 1928-33 Leiter NSDAP-Rednerschule, seit 1933 Staatssekretär i. Reichsfinanz-

          ministerium geschaffen“, u.a. werden Arbeitsplätze berufstätiger Frauen mittels RM 1 000-Ehestands-

          darlehen, RM 600-Ausstattungshilfen mit z.T. betrieblichen Massenhochzeiten zugunsten v. Männern

          „freigemacht“ bzw. werden Frauen in die Hauswirtschaft „überführt“. 1935 wird zudem erstmals die

          Arbeitslosen-Statistik/ -erfassung verändert) (>20.9.33/ 23.12.38),

          Gesetz zur Minderung der Arbeitslosigkeit u.a. mit zinslosen Einkaufsgutschein-Ehestandsdarlehen

          (mit jedem Kind reduziert sich die Tilgung um 25%, nach 4 Kindern ist das Darlehen „abgekindert“)

02.06. Verordnung über Tätigkeit v. Zahnärzten u. –technikern bei Krankenkassen (Nicht-Arier-Ausschluß)

03.06. Fuldaer Bischofskonferenz, Hirtenbrief mit Bekenntnis zum NS-Staat ohne „versteckten Vorbehalt“

          u.a. „…Wir wollen dem Staat um keinen Preis die Kräfte der Kirche entziehen und wir dürfen es nicht,

          weil nur die Volkskraft und die Gotteskraft…uns erretten…kann. Ein abwartendes Beiseitestehen oder

          gar eine Feindseligkeit der Kirche dem Staate gegenüber müßte Kirche u. Staat verhängnisvoll treffen“

          und „Zu unserer großen Freude haben die führenden Männer des neuen Staates ausdrücklich erklärt,

          daß sie sich selbst und ihr Werk auf den Boden des Christentums stellen. Dies ist ein öffentliches,

          feierliches Bekenntnis, das den herzlichen Dank aller Katholiken verdient. Nicht mehr soll also der

          Unglaube und die von ihm entfesselte Unsittlichkeit das Mark des dt. Volkes vergiften, nicht mehr der

          mörderische Bolschewismus mit seinem satanischen Gotteshaß die deutsche Volksseele bedrohen

          und verwüsten…Es fällt deswegen uns Katholiken auch keineswegs schwer, die neue starke

          Betonung der Autorität im deutschen Staatswesen zu würdigen und uns ihr mit jener Bereitschaft zu

          unterwerfen, die sich nicht nur als eine natürliche Tugend, sondern wiederum als eine übernatürliche

          kennzeichnet, weil wir in jeder menschlichen Obrigkeit einen Abglanz der göttlichen Herrschaft und

          eine Teilnahme an der ewigen Autorität Gottes erblicken…“ (>20.7.33/ 1.7.49/ 23.4.50/ 28.7.50)

05.06. Vatikan/Österreich; Konkordat durch Kardinalstaatssekr. E. Pacelli, den österreich. Bundeskanzler

          Dr. E. Dollfuß und Justizminister Dr. K. Schuschnigg unterzeichnet (>20.7.33)

06.06. Westdeutsche Spielervereinigung führt „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“ beim Fußball ein (>7.8.33)

08.06. USA; New York, der jüd.-amerik. Boxer Max Baer schlägt ev.-deutschen Boxer Max Schmeling k.o.

          (aus Protest gegen die Judenverfolgung in Deutschland trägt Baer Boxershorts mit Davidstern)

8./11.6. München; 1.dt. Gesellentag der kath. Arbeiterjugend, ca. 25 000 Teiln., in seiner Rede sagt der kath.

          Gesellenverein-Generalsekr. Dr. Johannes Nattermann u.a. „Wiederum hat die dt. Nation den Schild

          des heiligen Reiches gegen Unglauben u. Heidentum geführt. Wiederum war das dt. Volk seiner

          Sendung treu. So, deutsche Jugend, deute ich die Stunde unserer Gegenwart…“ (die SA verprügelt

          hunderte Teiln. Dr. N. schreibt: „Gott-Volk-Reich. Das Buch vom 1.deutschen Gesellentag“) (>13.8.33)

09.06. Hamburg, Deutsche Halbschwergewichtsboxmeisterschaft, der Sinto Johann Wilhelm Trollmann siegt

          über Adolf Witt (Trollmann wird der Titel aberkannt, 1938 wird er sterilisiert, 1942 ins KZ Neuengamme

          eingeliefert u. am 9.2.43 ermordet; fast 70 Jahre später erklärt der Deutsche Boxverband „Nach

          reichlicher Prüfung werden wir die deutsche Meisterschaft des Jahres 1933, die Herr Trollmann in

          einem Meisterschaftskampf errungen hat, als solche würdigen und ihn in unsere Listen aufnehmen.")

11.06. Universität Münster, Audiomax, der kath. Dogmatiker Prof. Dr. Michael Schmaus referiert auf Bitten

          der kath.-theolog. Fachschaft für Angehörige aller Fakultäten über „Begegnungen zwischen kath.

          Christentum und nationalsozialistischer Weltanschauung“ u.a. „Da im Hintergrund aller Geschichte der

          göttliche Wille steht, können wir aus der Geschichte ohne Furcht uns zu täuschen ablesen, daß Gott

          dem deutschen Volke eine der größten Aufgaben zudachte“ über die „selbstverständliche Forderung

          der Zeit “ sich nicht nur „rückhaltlos in den neuen Staat einzuordnen, sondern auch die geistigen

          Grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung zu würdigen“ damit „der Bau des Reiches

          gelingt…das sein wird eine Opfergemeinschaft von unerschütterlich in Gott gegründeten, aus dem

          deutschen Volkstum genährten, demütig auf Gott vertrauenden, ihrer Verantwortung bewußten, von

          Christus geformten deutschen Menschen.“ Der vielbeachtete Vortrag wird in Heft 1, der „dem Aufbau

          des Dritten Reiches aus geeinten Kräften des nationalsozialistischen Staates und des kath. Glaubens“

          dienenden Schriftenreihe „Reich und Kirche“ veröffentlicht (1945 hält Prof. S. an der Uni. München

          Vorlesungen über das „Wesen des Christentums“ - ab 1951 gehört der spätere Kardinal Joseph

          Ratzinger zu seinen Schülern, 1954 veröffentlicht Prof. S. diese Thesen in Ettal bereits in 3.Auflage!)

12.06. Gesetz gegen den Verrat d. deutschen Volkswirtschaft (Meldepflicht: Auslandskonten, Devisen über

          RM 200) (>8.3.34/ 17.7.34/ 8.11.34/ 5.12.34/ 23.10.35/ 23.11.35/ 12.12.38/ 7.2.56/ 11.7.56/ 20.9.61)

12.6./27.7. Großbritannien; London, Weltwirtschaftskonferenz, Reichswirtschaftsmin: Dr. Alfred Hugenberg

          (DNVP) überreicht (später) veröffentlichtes Memorandum mit seinen Forderungen nach deutschem

          Lebensraum im Osten u. Rückgabe dt. Kolonien in Afrika (>28.6.33/ 5.5.34/ 5.11.37/ 18.7.49)

14.06. Reichsfilmkammergesetz zur „Gleichschaltung“ der Filmwirtschaft (>22.9.33/ 1937/ 7.8.52)

15.06. KZ Breitenau-Guxhagen b. Kassel auf Gelände der Landesarbeitsanstalt eröffnet (1940 Gestapo-

          Arbeitserziehungslager, ca. 9 000 Häftlinge, der jüngste ist 12 Jahre)  > verfolgte Schüler (>23.6.33)

16.06. Berlin, Opernplatz, Deutsche Studentenschaft-Kundgebung, Staatskommissar u. preuß. Bildungsmin.

          Dr. Rust verkündet neuen Studententyp und den studentischen Arbeitsdienst, dies sei „die wahre

          große praktische Schule…, denn hier hört die Belehrung und das Wort auf und die Tat beginnt…Wer

          im Arbeitsdienstlager versagt, der hat das Recht verwirkt, Deutschland als Akademiker führen zu

          wollen.“ (>28.2.58) (freiwilligen studentischen Arbeitsdienst leisten z.B. Hanns-Martin Schleyer, 1.7.33

          SS, 1.5.37 NSDAP/Leiter Studentenwerk Heidelberg, 1938 Leiter Studentenwerk Innsbruck, 1939

          Promotion, 1941 Leiter Studentenwerk Prag, 1943 Zentralverband der Industrie f. Böhmen u. Mähren,

          1948 als „Mitläufer“ entnazifiziert, 1951 Daimler Benz, 1963 Vorst. Daimler Benz AG, 1973 BDA-Präs.

          oder Hans Rößner, 1933 SA, 1934 SD/SS, 1936 Beteiligung Thomas Mann Ehrendoktorwürde-Aber-

          kennung, Promotion, 1940 Reichssicherheitshauptamt Abt.-Leiter IIIc3 „Volkskultur und Kunst“, 1941

          beamteter Sturmbannführer, 1943 Zitat Rößner „Der Jude nistet sich dort ein, wo das sog. kulturelle

          u. geistige Leben…sich ein eigenes Reich zu schaffen im Begriff war.“,1948-53 Lektor Stalling Verlag,

          1953-58 Verlagsleiter Insel-Verlag, danach Verlagsleiter Klaus Piper-Verlag München, hier betreut er

          die jüd. Autorin Hannah Arendt! Erstmals wird das 4.Semester ’33 zum studentischen Arbeitsdienst

          eingezogen, in Folge wird Universitätszulassung von ½jähriger Dienstpflicht - 4 Monate Arbeitsdienst,

          2 Monate SA-Lagerdienst - abhängig gemacht um die politischen Kriterien nationalsozialistischer

          Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus zu erfüllen. In bester deutscher Tradition erfüllt

          ex-Sozialistisches Hochschulbund-Mitgl., Ökonomie- u. Jura-Student Karl Schiller diese Kriterien. Er

          tritt Juni ’33 dem Nationalsozialistischen Dt. Studentenbund NSDStB bei, 1935 promoviert SA-Mann

          Schiller in Heidelberg u. leitet 1935-41 am Institut für Weltwirtschaft Kiel eine Forschungsgruppe, am

          1.5.1937 wird Dr. Schiller NSDAP-Genosse Nr. 4 663 250 und 1938 NSDAP-Ortsgruppenleiter, 1939

          habilitiert Dr. S. an der Uni. Kiel u. wird Nationalsozialistischer Dt. Dozentenbund NSDDB-Mitgl., 1941-

          45 wird Prof. Dr. S. dekorierter Ostfront-Wehrmacht-Oberstleutnant, 1944 Ernennung als Professor für

          Nationalökonomie Uni. Rostock. Der „Braunschweiger“/„Wendehals“-Uni. Kiel-Gastprofessor von 1946

          -zum SPD-Genossen gewandelte- nach Schleswig-Holsteins Landtagswahl ’47 als Wirtschaftsmin./

          Staatssekr. von der SPD berufene Prof. Schiller scheitert wg. seiner NS-Vergangenheit am Einspruch

          der brit. Militärregierung. Er wird am 23.5.47 Professor für Volkswirtschaft Uni. Hamburg u. Leiter des

          Instituts für Außenhandel u. Überseewirtschaft, 9.10.48 Wirtschafts- u. Verkehrssenator Hamburg, bis

          1957 Bürgerschafts-Mitgl., 1961-65 Wirtschaftssenator Berlin, 1964-72 SPD-Präsidium, 1965-72 MdB,

          1968-72 SPD-Wirtschafts- u. Finanzminister, Zitat Prof. Dr. K. Schiller -nach G. Schröder: „Man kann

          die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selber.“) (>29.6.33/ 4.5.65/ 1.12.66/ 15.7.69),

          Preuß. Volkszählung mit Erfassung (auch jüd.) Religionszugehörigkeit durch 500 000 nationalgesinnte

          Mitarbeiter (für RM 1 350 000 überträgt IBM-Tochter Dehomag mit Hilfe hunderter Zeitarbeitskräfte die

          Erfassungsbogen auf 60spaltige Hollerith-Karten, Spalte 22/Zeile 3 = Jude) (>1.1.37/ 28.6.37/ 17.5.39)

17.06. Baldur v. Schirach wird Jugendführer des Deutschen Reiches (HJ/ NS-Schülerbund, bis 6.1934 auch

          für Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund NSDStB verantwortlich); Zitat: „Die HJ ist eine

          weltanschauliche Erziehungsgemeinschaft“, der „Großdeutsche Jugendbund“ unter seinem Führer

          Vizeadmiral Adolf v. Trotha wird aufgelöst (v. Trotha kämpfte 1900 als Kapitänleutnant mit den dt.

          Eingreiftruppen beim Boxeraufstand gegen die Chinesen (> 4.6.1941), war ex-Stabschef der dt. Hoch-

          seeflotte im 1.Weltkrieg, 1921 Führer des Dt.-Nationalen und späteren Großdeutschen Jugendbundes,

          1933 preuß. Staatsrat, er wird nun Vors. des NS-Reichsbundes dt. Seegeltung und des Seegeltungs-

          instituts Magdeburg, Senator der Dt. Akademie München, 1936 Ehrenführer der Marine-Hitler-Jugend

          u. 1939 zum Admiral befördert)  > verfolgte Schüler (>7.3.46/ 13.12.48), zeitgenössisches HJ-Lied:

          Es zittern die morschen Knochen            Und liegt vom Kampfe in Trümmern,

          Der Welt vor dem roten Krieg.                  Die ganze Welt zuhauf,

          Wir haben die Knechtschaft gebrochen,    Das soll uns den Teufel kümmern,

          Für uns war's ein großer Sieg.                 Wir bauen sie wieder auf.

 

          Wir werden weiter marschieren,               Wir werden weiter marschieren,

          Wenn alles in Scherben fällt,                   Wenn alles in Scherben fällt,

          Denn heute, da hört uns Deutschland       Denn heute, da hört uns Deutschland

          Und morgen die ganze Welt.                   Und morgen die ganze Welt..(Hans Baumann, kath. HJ-Poet

          u.a. auch der Hitler-Jugend-Lieder „In den Ostwind hebt die Fahnen“. „Nun laßt die Fahnen fliegen“,

          Jungvolk-Führer, Mitglied Reichsjugendführung, 1941 Dietrich-Eckart-Preis, 1942 verfasst Einleitung

          zur Hitler-Broschüre „Der Retter Europas“, nach 1945 erfolgreicher Jugendbuchautor, Baumann-

          Lieder werden in westdeutschen Schulen, von Gewerkschaften und Bundeswehr gesungen, 1956 F.-

          Gerstäcker-Preis, 1959 Gerhart-Hauptmann-Preis der Berliner Freien Volksbühne/ 1962 aberkannt),

          Schwerin, Mecklenburgs Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt droht bei HJ-Treffen mit Verbot sämt-

          licher, auch kirchlicher, Jugendbünde und Enteignung ihrer Einrichtungen (>16.2.34/ 4.3.34/ 28.4.53)

18.06. CSR; Prag, „Neuer Vorwärts“ SPD-Emigranten fordern Daheimgebliebene auf „Zerbrecht die Ketten!“

19.06. Österreich; Regierung Dr. Dollfuß verbietet die Nationalsozialistische Partei Österreichs (>17.2.34)

20.06. Düsseldorf, der afro-dt. Hilarius Gilges wird verhaftet und ermordet (>7.2.35/ 1936/ 24.5.40/ 31.5.40)

21.06. Berlin, „Köpenicker Blutwoche“, wg. ca. 27 000 Köpenicker SPD- u. KPD-Wahlstimmen soll hier polit.

          Widerstand mit Hilfe brutaler SA-Übergriffe gebrochen werden, nachdem ein SPD-Mitglied zwei in sein

          Haus eingedrungene SA-Männer erschießt wird sein Vater mit einem Bruder in gleicher Nacht von SA-

          Männern im Schuppen ihres Hauses gehenkt (Schütze Anton Schmauch stirbt am 16.1.34 als Folter-

          opfer im Polizeikrankenhaus), viele Köpenicker Wohnungen werden in Folgetagen von der SA durch-

          sucht, ca. 500 Menschen werden verschleppt, gefoltert, ca. 90 - u.a. Erich Janitzky, Paul v. Essen, Dr.

          Georg v. Eppenstein, ex-Min. Präs. Johannes Stelling- werden ermordet) (>27.6.33/ 19.7.50)

22.06. Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick erklärt SPD zur staats- und volksfeindlichen Partei (>25.6.33),

          Deutsche Arbeitsfront-Führer Dr. Robert Ley erklärt „sog. katholische u. evangelische Arbeitervereine

          sind als Staatsfeinde zu betrachten…“

23.06. „Kasseler Post“ „Eine Stunde unter Schutzhäftlingen. Besuch im Konzentrationslager Breitenau“,

          Berlin, Dr. August Jäger (Pfarrerssohn, Landgerichtsrat, 1.3.33 NSDAP) wird preuß. Staatskommissar

          für Kirchen (er enthebt im Juli 1933 Generalsuperintendent Otto Dibelius seiner Ämter, 1938 Senats-

          präs. Kammergericht Berlin, 1939 stellvert. Chef Zivilverwaltung Poznan/Posen, 1940 Regierungspräs.

          und stellvertr. Reichsstatthalter Wartheland, hier nutzt er seine (kirchen)politischen Ansichten gemein-

          sam mit Arthur Greiser, trotz Gnadengesuches von Otto Dibelius wird Dr. J. wg. Kriegsverbrechen und

          Verbrechen gegen die Menschlichkeit am 17.6.49 in Posen hingerichtet) (>10.7.40/ 14.7.46),

          SPD-Vorstände Paul Löbe, Max Westphal, Franz Künstler und Paul Szillat kommen in KZ-„Schutzhaft“

24.06. Preußen verbietet als letztes Land die Zeugen Jehovas auf Grund der Verordnung zum Schutze von

          Volk und Vaterland vom 28.2.1933 > verfolgte Schüler (>12.12.36/ 31.8.50)

25.06. Verhaftung des jüd. SPD-MdR Ernst Heilmann (nach 7jähriger Odyssee durch Gestapo-Lager und KZ

          wird er 1940 im KZ Buchenwald ermordet; Sohn Peter Heilmann wird im Dt. Reich aus politischen und

          rassischen Gründen das Studium versagt)  > verfolgte Schüler (>11.11.33/ 23./26.5.47/ 3.7.58)

26.06. Gründung der „Akademie für Deutsches Recht“ zur Umsetzung nationalsozialistischen Programms

          auf dem Gebiet des Rechts (Rechtsreform im NS-Sinn) (ab 7.1934 öffentl. Körperschaft), Präsidenten:

          Dr. Karl Lasch, Dr. Hans Frank, Dr. Otto Georg Thierack, Mitglieder u.a. Prof. Dr. Friedrich Berber, Dr.

          Ernst Féaux de la Croix, Prof. Dr. Karl-Maria Hettlage (SS-Hauptsturmführer, Ltr. Amt für Wirtschaft u.

          Finanzen des Reichsmin. für Rüstung u. Kriegsproduktion, von 1959-62 u. 1967-69 BRD Staatssekr.),

          Prof. Dr. Reinhard Höhn (in der BRD u.a. Präs. der Bad Harzburger Akademie für Führungskräfte der

          Wirtschaft), Prof. Dr. Maximilian Mikorey, Prof. Dr. Hans-Carl Nipperday (arbeitet hier am Gesetz zur

          Ordnung der nationalen Arbeit; in der BRD juristischer Kommentator, gutachterlicher Arbeitsrechtler,

          1954-63 Bundesarbeitsgerichtspräsident und ein die „herrschende Meinung“ Prägender, 1968 schreibt

          das Bundesmin. für Arbeit u. Soziales in einer Laudatio zu seinem Tod „Einer der großen deutschen

          Rechtslehrer ist von uns gegangen. Sein gesamtes Wirken war geprägt von der Kraft schöpferischer

          Ideen.“) und Bankier Kurt Freiherr v. Schröder) (>14.10.36/ 1938/ 1.10.44/ 05.1952/ 20.2.53),

          KZ Dachau, SS-Standartenführer Theodor Eicke (Zitat „Toleranz bedeutet Schwäche“) wird Lager-

          kommandant, er macht Dachau zum Schulungsort für alle KZ SS-Wachverbände u. verfügt daß diese

          sich aus Hitler-Jugend-Mitgliedern rekrutieren, da sie „als als einzige Soldaten auch in Friedenszeiten

          Tag und Nacht am Feind, am Feind hinter dem Draht“ stünden, Wachverbände entscheiden u.a. über

          Zahl der Ochsenziemerschläge auf das nackte Gesäß auf dem „Prügelbock“ oder das „Baumhängen“

          mit auf dem Rücken zusammengebundenen und an den Handgelenken bis zur Ohnmacht hoch-

          gezogener Häftlinge wg. mangelnder Arbeitsleistung

27.06. Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtners Amnestiegesetz für Straftaten, die „zur Durchsetzung des

          Nationalsozialistischen Staates begangen wurden“ (>9.12.1949/ 22.2.1954)

28.06. Auflösung Deutsche Staatspartei (ex-DDP) und Deutsche Nationale Volkspartei (DNVP-Reichswirt-

          schaftsmin. Dr. A. Hugenberg tritt zurück, bleibt als „Gast der NSDAP“ MdR! Nachfolger ist Allianz-

          Versicherungsdirektor und NSDAP-Mitgl. Nr. 2 651 252 Dr. Kurt Schmitt) (>1.8.34/ 16.10.34/ 18.7.49),

          Plön, NAPOLA-Einweihung am Vertrag-von-Versailles-Jahrestag: „Junge Kameraden! Unser Leben

          gilt Deutschland. Die Folgen der Schanddiktatur haben wir täglich vor Augen…Deutschland ist nicht

          frei. Ihr sollt nicht ruhen und rasten, bis der Vertrag beseitigt ist…auch wenn wir sterben müssen.“

    06. Universität Heidelberg, Sommersemester, Prof. Dr. Viktor v. Weizsäcker: „Auch als Ärzte sind wir ver-

          antwortlich beteiligt an der Aufopferung des Individuums für die Gesamtheit. Es wäre illusionär, ja es

          wäre nicht einmal fair, wenn der deutsche Arzt seinen verantwortlichen Anteil an der notgeborenen

          Vernichtungspolitik glaubte nicht beitragen zu müssen. An der Vernichtung unwerten Lebens oder

          unwerter Zeugungsfähigkeit, an der Ausschaltung des Unwerten durch Internierung, an der staats-

          politischen Vernichtungspolitik war er auch früher beteiligt.“,

          Nürnberg, der 10jährige dt.-jüd. Arno Hamburger wird von Mitschüler als „Judensau“ beschimpft, er

          schlägt ihn und muss die Schule verlassen (u. besucht bis 1937 eine jüd. Volksschule, emigriert 1939

          nach Palästina, kehrt 1945 als Soldat nach Nürnberg zurück, übersetzt bei den Nürnberger Prozessen

          und beginnt danach 1949 eine Lehre)  > verfolgte Schüler (>1.2.39/ 6.8.42/ 3.7.45/ 7.10.65),

          Ulm, SA- und NSDAP-Mitgl. Ludwig Unselds 9jähriger Sohn Siegfried Unseld wird Mitglied beim

          „Deutschen Jungvolk in der Hitler-Jungend“ (der Vater wird SA-Scharführer, später SA-Sturmführer,

          der Sohn wird Fähnleinführer, später Stammführer, erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialis-

          tischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus, 1942 Notabitur, bis 1945 Kriegsmarine,

          wiederholt 1946 das Abitur, schliesst 1947 erfolgreich eine Buchhandelslehre ab, erfüllt die

          finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, studiert

          Philosophie in Tübingen, promoviert 1951, trifft u.a. Walter Jens und Martin Walser, wird Mitarbeiter

          später Gesellschafter und zuletzt Besitzer von Suhrkamp-Verlag GmbH&Co, KG, engagiert sich seit

          1965 u.a. mit Günter Gaus u. Günter Grass für die SPD) (>1.12.42/ 09.1944/ 17.9.44/ 23.5.2001)

29.06. Erlaß des preuß. Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volkbildung zur Relegation von („linken“)

          Studierenden an preuß. Hochschulen (ähnliche Erlasse folgen reichsweit)  >verfolgte Schüler

30.06. Reichskanzlei definiert Aufgaben des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda

          „...zuständig für alle Aufgaben der geistigen Einwirkung auf die Nation, die Werbung für den Staat,

          Kultur und Wirtschaft, der Unterrichtung der in- und ausländischen Öffentlichkeit...“,

          Parteilogo Hakenkeuz und ausgesuchte Portraits Hitlers werden zur corporate identity,

          die Arbeitslosigkeit beträgt im Reichsdurchschnitt 9,7%,

          Köln, Gefängnispfarrer Ernst Flatow ist der erste wg. nichtarischer Abstammung vom Konsistorium der

          rheinischen Kirchenprovinz der ev. Kirche Entlassene (>11.7.39/ 13.4.42)

01.07. Berlin, Friedrich Ebert wird verhaftet (SPD-MdR, Sohn v. Ex-Reichskanzler u. Reichspräs. F. Ebert,

          Redakteur verschied. SPD-Zeitungen, bis Ende 1933 inhaftiert, 1939-40 Wehrmacht, 1940-45 Reichs-

          verlagsamt, 1945 SPD, 1946 ZK der SED, 1948-67 Oberbürgermeister Ost-Berlin, 1949-79 AdV,

          1950-58 Präs. d. Gesellschaft f. Deutsch-Sowjet. Freundschaft, 1950-79 SED-Politbüro) (>10.1945)

02.07. Berlin, Lazaruskirche, Massentrauung ev. Paare, die Männer tragen SA-Uniformen

03.07. Hamburg, „Reichsbund der deutschen Beamten“-Treffen, Motto: „Erst Deutscher, dann Beamter“

          (>20.8.1934)

04.07. Braunschweig; SS-Männer ermorden zehn Häftlinge - sieben der Ermordeten sind Kommunisten

4./5.7. Auflösung von Zentrumspartei und Bayerischer Volkspartei (als Preis für das Konkordat?) (>20.7.33)

05.07. München, Kardinal Faulhaber protestiert gegen Verhaftung mehrerer hundert kath. Priester,

          NSDAP-Mitgl. Dr.-Ing. Fritz Todt wird Generalinspektor für das dt. Straßenwesen („Organisation Todt“,

          Zitat: „Die deutsche Straße muß der Ausdruck deutschen Wesens sein.“) (>23.9.33/ 15.4.38/ 28.5.38)

06.07. Universität Freiburg i. Breisgau, Vortrag von Prof. Dr. Wendelin Rauch: „EUGENIK. Es ist, als ob man

          in diesem Namen das tiefste Wort aus dem Bereich des natürlich Großen und Bedeutungsvollen und

          das schlichteste Wort aus dem Bereich des Guten und Schönen gesucht und zu gesteigerter Tiefe

          und Schönheit zusammengesetzt hätte.“ (>10.5.43),

          Berlin, Reichskanzler Hitler vor Freunden u.a. „Der Faschismus mag in Gottes Namen seinen Frieden

          mit der Kirche machen. Ich werde das auch tun. Warum nicht? Das wird mich nicht abhalten, mit

          Stumpf und Stiel, mit allen seinen Wurzeln und Fasern das Christentum in Deutschland auszurotten…

          Ob nun Altes oder Neues Testament…alles das ist doch nur derselbe jüdische Schwindel. Es ist alles

          eins und macht uns nicht frei…Man ist entweder Christ oder Deutscher…Den Jesus können Sie nicht

          zum Arier machen“ (>1.4.55/ 10.2.56/ 11.2.58/ 12.12.58),

          Berlin, Dr. Kurt Schumacher (SPD-MdR) wird verhaftet (er ist bis 16.3.43 ununterbrochen in Haft, ab

          07.1934 im KZ Dachau wo er schwere Gesundheitsschäden erleidet, 08.1944 wird er wieder verhaftet,

          einen Monat im KZ Neuengamme inhaftiert ehe er entlassen wird) (>12.7.33/ 5.3.46/ 9.5.46/ 19.6.49)

08.07. Preuß. Min.-Präs. H. Göring ernennt Dirigent Dr. Wilhelm Furtwängler zum Preuß. Staatsrat (Dr. F. ist

          seit 6.1933 mit Wilhelm Backhaus, Georg Kulenkampff u. Max v. Schillings Mitglied d. Kommission zur

          Überprüfung der Musikprogramme u. Konzertvereine, 1934 Reichsmusikkammer-Vizepräs., 1936 wird

          er musikalischer Leiter der Bayreuther Festspiele, dirigiert mehrfach zu Hitlers Geburtstagsfeiern und

          zur Eröffnung der NSDAP-Reichsparteitage Wagners „Meistersinger“ mit dem Ensemble d. Staatsoper

          Berlin, am 5.9.1938 -nach Österreich’s Anschluss sogar mit den Wiener Philharmonikern, Anfang 1945

          sucht er bei Schweiz-Tournee Asyl. Trotz viel Kritik vom Ausland - Alexander Mitscherlich sagt 1946

          im Inland über Dr. F. „Soll es mit den alten Spielern weitergehen?.. Wenn es mit den alten Spielern

          weitergehen sollte, dann wäre nichts gewonnen, dann wäre jedes Opfer umsonst.“ - wird Heidelberg’s

          Dr. h.c. F. 1946 entnazifiziert und 1949 wieder (West-)Berliner Philharmoniker-Direktor) (>21.7.33)

09.07. Deutscher Fußball-Bund DFB beschließt einstimmig Eingliederung in NS-Reichssportführer Hans v.

          Tschammer und Ostens Reichssportkommissariat im Reichsinnenministerium (Zitat DFB-Präsident

          und Polizeikommissar Felix Linnemann: „Wir sind heute stolz darauf, daß sich die Amtswalter des

          Deutschen Fußball-Bundes versammelten, um als erste sportliche Organisation ihre Auflösung zu

          beschließen und sich mit allem lebenden und toten Inventar in den eben gegründeten Reichsverband

          für Leibesübungen der NSDAP einzugliedern.“) (>7.8.33/ 11.1933)

10.07. evangelische Landeskirchenvertreter verabschieden die Verfassung der Deutschen Evangelischen

          Kirche („Art. 5. An der Spitze der Kirche steht der lutherische Reichsbischof.“) (>23.7.33),

          Lauenburg i. Pommern, Hochschule für Lehrerbildung-Eröffnung, Preuß. Kultusmin. Dr. Rust sagt u.a.

          „Die Schule hat sich auszurichten nach dem Geiste unseres großen feldgrauen Heeres u. hat dafür zu

          sorgen, daß ein ganzes Volk in seiner Totalität auf diesen Gedanken hin erzogen wird. Meine Herren

          Lehrer, Sie sind die SA-Führer der deutschen Volksbildung…“ (>1./5.8.33/ 7.6.34/ 21.8.34/ 1.5.36)

11.07. Berlin, Friedrich-Wilhelms-Universität, 110 Studenten (u.a. Liselotte Herrmann), die einen „Aufruf zur

          Verteidigung demokratischer Rechte und Freiheiten“ unterzeichneten, werden von Eugeniker-Rektor

          Prof. Dr. Eugen Fischer’s Universität relegiert  > verfolgte Schüler (>11.11.33/ 12.6.37/ 11./13.12.81),

          „Der Stürmer“ „Reichsbischof Dr. Ludwig Müller...ist seit langem mutiger Bekenner des National-

          sozialismus...Ein Reichsbischof, der selbst rassisch gut geartet ist muß zwangsläufig auch das Gute

          für die Kirche wollen...Daß Reichsbischof Müller...das Gute für die Kirche des Protestantismus will, hat

          er bereits in der Tat bewiesen, durch die Einführung des Arierparagraphen...“

12.07. Potsdam, Eröffnung Reichsjugendführerschule zur Hitler-Jugendführer-Ausbildung (>5.8.39/ 22.5.46),

          „Stuttgarter NS-Kurier“ „…wurde der berüchtigte Reichstagsabgeordnete Schumacher verhaftet…Mit

          Dr. Schumacher ist einer der schamlosesten sozialdemokratischen Hetzer unschädlich gemacht…“

13.07. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s Anordnung zur Einführung des Hitlergrußes „Nachdem der Parteienstaat

          in Deutschland überwunden ist und die gesamte Verwaltung im Deutschen Reiche unter der Leitung

          des Reichskanzlers Adolf Hitler steht, erscheint es angebracht, den von ihm eingeführten Gruß allge-

          mein als deutschen Gruss anzuwenden…Die Beamtenschaft muß auch hierin dem deutschen Volke

          vorangehen. Deshalb und um eine gleichmässige Übung innerhalb der Behörden zu gewährleisten,

          bitte ich für Ihren Geschäftsbereich anzuordnen: 1. Sämtliche Beamte, Angestellte und Arbeiter von

          Behörden grüßen im Dienst und innerhalb der dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des

          rechten Armes…3. Es wird von den Beamten erwartet, dass sie auch ausserhalb des Dienstes in

          gleicher Weise grüssen. Für meinen Geschäftsbereich habe ich dementsprechende Anordnung ge-

          troffen.“ (zumeist von Zeugen Jehovas nicht mitgetragene deutsche Leitkultur: „Volksgenosse, trittst

          Du ein, soll Dein Gruß ,Heil Hitler’ sein!“) (>19.8.33/ 20.8.33/ 21.12.33/ 24.7.44)

14.07. Reichstag akklamiert Gesetz gegen die Neubildung von Parteien („§1 In Deutschland besteht als

          einzige politische Partei die NSDAP“),

          Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit

          (mögl. Widerruf aller Einbürgerungen vom 9.11.18 bis 30.1.33, juristische Grundlage für ca. 39 000

          Ausbürgerungen - einschl. im Ausland lebender Oppositioneller, einschl. Vermögensbeschlagnahme,

          Innen u. Außenmin. entscheiden über Schicksal der Angehörigen - mittels im „Reichanzeiger“ bis 1945

          veröffentlichter Ausbürgerungslisten die zu Verlust von Pensions- u. Rentenansprüchen führen)

          (>25.8.33/ 17.7.34/ 7.4.45/ 11.5.51/ 16.7.52/ 20.2.67),

          Gesetz über die Volksabstimmung (>14.10.33/ 18.3.38),

          Gesetz zur Einziehung volks- u. staatsfeindlichen Vermögens (>18.7.33/ 18.11.38/ 2.12.49/ 03.1994),

          Gesetz zur Befragung des Volkes durch den Führer (>12.11.33/ 19.8.34/ 1.3.35/ 10.4.38/ 30.6.46/

          29.7.54/ 30.7.58/ 6.4.68/ 14.5.90),

          Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (schwerer Alkoholismus, Blindheit, Depression,

          Epilepsie, manische Depression, schwere Mißbildung, Schizophrenie, Schwachsinn, Taubstummheit,

          Veitstanz, Zwangssterilisierung „Erbkranker mit angeborenem moralischen Schwachsinn“ - Kriminelle,

          Strafgefangene, Fürsorgezöglinge, Prostituierte - u. „mit angeborenem intellektuellem Schwachsinn“ -

          Hilfsschüler müssen „Intelligenzprüfungsbogen“ ausfüllen, ab 1935 „Trotzschwangerschaft“-Zwangs-

          abtreibung bis 6 Mon.)(>13.8.33/ 6.3.34/ 31.1.35/ 26.6.36/ 24.12.41/ 8.5.45/ 6.5.74/ 16.11.76/ 3.12.80),

          Gesetz zur Verfassung der „Deutschen Evangelischen Kirchen“,

          Reichsverband evangelischer Taubstummen-Seelsorger Deutschlands: „Ein Wort an die erbkranken

          evangelischen Taubstummen. Die Obrigkeit hat befohlen: Wer erbkrank ist, soll in Zukunft keine

          Kinder mehr bekommen. Denn unser deutsches Vaterland braucht gesunde und tüchtige Menschen.

          Viele Menschen haben von Geburt an ein schweres Gebrechen oder Leiden. Die einen haben keine

          gesunden Hände, Arme, Füße...andere sind am Geiste so schwach...wieder andere sind blind und Du

          selbst, lieber Freund, leidest an Taubheit...Es gibt taubstumme Kinder deren Vater oder Mutter auch

          taubstumm ist...Sie haben das Gebrechen geerbt. Sie sind erbkrank. Zu diesen Menschen sagt die

          Obrigkeit: Du darfst Dein Gebrechen nicht noch weiter...vererben; Du mußt ohne Kinder bleiben.

          Wenn Du an ererbter Taubheit leidest, bekommst Du wohl eine Vorladung vor das Erbgesundheits-

          gericht...Du wirst die Wahrheit sagen, wenn Du gefragt wirst. Denn so will es Gott von Dir...Vielleicht

          bestimmt das Erbgesundheitsgericht: Du sollst durch eine Operation unfruchtbar gemacht werden...

          Sieh, da will die Obrigkeit Dir helfen. Sie will Dich bewahren vor der Vererbung Deines Gebrechens...

          Die Obrigkeit hat befohlen: Niemand darf über die Unfruchtbarmachung sprechen. Du selbst auch

          nicht. Merke wohl: Du darfst zu keinem Menschen darüber sprechen! Auch Deine Angehörigen nicht!

          Und der Arzt, der Richter, sie alle müssen schweigen! Gehorche der Obrigkeit!...Denke an die Zukunft

          Deines Volkes und bringe ihr dieses Opfer...Vertraue auf Gott und vergiß nicht das Bibelwort: Wir

          wissen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ („Die innere Mission“ berichtete

          bereits in der Ausgabe 26/1931(!) über Sterilisierung fordernde evangelische Ärzte und Pfarrer „Träger

          erblicher Anlagen, die Ursache sozialer Minderwertigkeit und Fürsorgebedürftigkeit sind, sollten tun-

          lichst von der Fortpflanzung ausgeschlossen werden.“),

          NS-pädagogische Rechenaufgabe: „Der Bau einer Irrenanstalt erfordert RM 6 000 000. Wie viele

          Siedlungshäuser zu je RM 1 500 hätte man dafür erbauen können?“

14.07. Nobelpreisträger Prof. Dr. Max Planck, Präs. Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, an Reichsinnenminister

          Dr. Wilhelm Frick u.a. „Dem Herrn Reichsminister…beehre ich mich ergebenst mitzuteilen, daß die

          Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften gewillt ist, sich systematisch in den

          Dienst des Reiches hinsichtlich der rassehygienischen Forschung zu stellen.“ (>23.10.1944)

15.07. Saarbrücken, jüd. Elternabend mit „Aussprache über die Situation der jüdischen Schulkinder in Saar-

          brücken“, wg. des „Schulmartyriums“ der jüd. Kinder halten „Die Teilnehmer des Elternabends…die

          Gründung einer jüd. Volksschule…zum frühest möglichen Termin für dringend wünschenswert…Es

          mehren sich die Fälle, in denen jüdische Kinder in ihren Klassen, auf dem Schulhofe oder dem

          Schulwege groben Gewalttätigkeiten seitens ihrer Mitschüler ausgesetzt sind…“  >verfolgte Schüler

16.07. „Münchener Illustrierte Presse“ „Frühappell im Erziehungslager - Disziplin erzieht zu gemeinschaft-

          licher aufbauender Arbeit“ steht auf der Titelseite unter einem Bild von in Linie angetretenen Männern

          mittleren Alters im Konzentrationslager Dachau

18.07. Erlaß zum Studium von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ (>4.12.1949/ 30.3.1953),

          „Bekanntmachung – Es ist allgemein bekannt, daß große Teile des früheren SPD-Vermögens teils ins

          Ausland, teils im Inland verschoben worden sind, um dieses Vermögen dem staatlichen Zugriff zu ent-

          ziehen...Sachdienliche Angaben über bekanntgewordene Vermögensverschiebungen…werden vom

          Geheimen Staatspolizeiamt…Polizeipräsidenten (usw.)…entgegengenommen.“ (>31.5.90/ 03.1994/

          25.8.98/ 17.1.2000)

19.07. Pfarrer Wilhelm Niemöller, NSDAP-Genosse seit 1923 und Bruder Martin Niemöllers, wird wegen

          Verstoßes gegen die Parteidisziplin aus der Partei ausgeschlossen, er prozessiert erfolgreich gegen

          den Ausschluß – ein Parteigericht verfügt am 21.9.1934 die Rücknahme des Ausschlusses

20.07. Vatikan; Kardinalstaatssekr. Eugenio Pacelli u. Vizekanzler Franz v. Papen unterzeichnen im Beisein

          von NSDAP-Mitgl. 4, MdR und MinDir Dr. Rudolf Buttmann und ex-Zentrum Vorsitz. Dr. Ludwig Kaas

          Konkordat zwischen dem Hl. Stuhl u. dem Dt. Reich“, garantiert kath. Eigentum, Bekenntnisschulen,

          staatl. Kirchensteuereinzug, keinen Politklerikalismus, bischöfl. Staatsbesoldung mit Treueeid: „Vor

          Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre u. verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt,

          dem deutschen Reich...Treue. Ich schwöre u. verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung

          zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtgemäßen Sorge um das…Interesse

          des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen Amtes jeden Schaden zu

          verhüten trachten, der es bedrohen könnte.“ (Camera Apostolica-Camerlengo Kardinal Pietro Gasparri

          sagte am 30.6.33: „Solange Hitler dem Heiligen Stuhl und den kath. Würdenträgern in Deutschland

          nicht den Krieg erklärt…sollen der Heilige Stuhl und die kath. Würdenträger…darauf verzichten die

          Hitler-Partei zu verurteilen.“ Prälat Dr. Kaas hatte das Zentrum zuvor im Reichstag zum „Ja“ für das

          „Ermächtigungsgesetz“ geführt u. setzte seit 8.4.33 seine Karriere erfolgreich im Vatikan fort, 1934

          Kardinalkollegiums-Sekretär, 1936 Papstkirche Vermögensverwalter, kehrt bis zum Tod 1952 nie nach

          D. zurück, 10.9.33 Tausch d. Ratifizierungsurkunden (Pacelli wird >2.3.39 Papst, am >1.7.49/ 28.7.50

          Antikommunismus-Dekrete  > verfolgte Schüler; v. Papen bleibt bis zur Röhm-Affäire 1934 Vize-

          kanzler, vom 28.7.34 bis „Anschluß“ Botschafter in Österreich, 1939-44 Botschafter in der Türkei, 1946

          IMT Freispruch, 1947 von dt. Spruchkammer als „hauptschuldig“ (Steigbügelhalter Hitlers) zu 8 Jahren

          Haft u. Vermögenseinzug verurteilt, 1949 amnestiert, 1959 wieder päpstl. Geheimkämmerer, 1957 be-

          stätigt das BVerfg das Konkordat als gültiges Recht, 1968 BVerfg bestätigt Aberkennung v. Papen’s

          Berufsoffizierspension) (>2.9.33/ 1.4.39/ 17.4.39/ 2.9.39/ 2.8.44/ 26.3.57/ 24.7.59/ 28.10.65),

          München, Kardinal Michael v. Faulhaber’s Glückwunschbrief an Reichskanzler Hitler zum Konkordat:

          „Was die alten Parlamente und Parteien in 60 Jahren nicht fertigbrachten, hat Ihr staatsmännischer

          Weitblick in sechs Monaten weltgeschichtlich verwirklicht. Für Deutschlands Ansehen nach Osten und

          Westen und vor der ganzen Welt bedeutet dieser Handschlag mit dem Papsttum, der größten

          sittlichen Macht der Weltgeschichte, eine Großtat von unermeßlichem Segen.“

21.07. Bayreuth, Eröffnung der Wagner-Festpiele mit „Die Meistersinger“, in der Ehrenloge sitzt das NSDAP-

          Führerkorps mit Reichskanzler Hitler: „ab 1933 wird Bayreuth in der Festspielzeit zum Mittelpunkt

          europäischer Politik“ (NSDAP-Mitgl. 29 349 Winifred Wagner leitet die durch massiven Eintrittskarten-

          kauf von SA, NSDAP u. -Gliederungen unterstützten und von Steuern befreiten Festspiele, ab 1940

          unterstützt ihr späterer Schwiegersohn KdF-Reichsamtsleiter Dr. B. Lafferentz die „Kriegsfestspiele“

          durch massiven Eintrittskartenkauf für Soldaten, Rüstungsarbeiter usw.). (>26.12.34/ 1975),

          Preuß.-evangel. Oberkirchenrat, Erlaß zur Konzentrationslager-Seelsorge durch Gemeindepfarrer

          (>6.2.53/ 1.7.58)

23.07. Ev. Kirchenwahlen im Dt. Reich, „Deutsche Christen“ erhalten fast überall die Mehrheit (>10.6.1969),

24.07. „Kirchl. Amtsblatt d. Kirchenprovinz Sachsen“ „An den Herrn Reichskanzler. Die Sächs. Provinzial-

          synode, die am 24.August 1933 nach ihrer Neubildung in Magdeburg zusammengetreten ist, entbietet

          dem Kanzler und Führer des Dt. Reiches dankbar ehrerbietige Grüße!...Die Synode verspricht dem

          Führer, nach ihren Kräften dafür zu sorgen, daß die Kirche der Provinz…nach dem Willen des Führers

          das Ihre tut…In seinem Dienst steht das evangelische Volk der Lutherprovinz freudig u. bedingungslos

          hinter dem Führer! Sie Herr Reichskanzler, haben uns gerufen. Wir stehen stehen an unserer Stelle u.

          geloben Ihnen Treue! Gott segne Sie und Ihre Arbeit für Deutschland! Sieg Heil!...“ (> 10.11.1983),

          „Völkischer Beobachter“ „Durch die Unterzeichnung des Reichskonkordats ist der Nationalsozialis-

          mus in Deutschland von der katholischen Kirche in der denkbar feierlichsten Weise anerkannt worden.

          Die jahrelange Hetze die gegen die angebliche Religionsfeindlichkeit der NSDAP getrieben wurde, ist

          nunmehr von kirchlicher autoritativer Seite selbst widerlegt worden. Diese Tatsache bedeutet eine

          ungeheuere moralische Stärkung der nationalsozialistischen Reichsregierung und ihres Ansehens.“

26.07. ev. Generalsuperintendent Otto Dibelius beteuert in einem Schreiben an den preuß. Oberkirchenrat,

          er sei seit seinem Studium „im Kampf gegen Judentum und Sozialdemokratie gestanden.“

    07. die jüd. deutsche Philosophin Hannah Arendt wird wg. illegaler Tätigkeit - der Dokumentation anti-

          semitischer Äußerungen für die Zionistische Vereinigung für Deutschland - von der Gestapo verhaftet,

          (im August flieht H. Arendt über CSR u. Schweiz nach Frankreich, 1941 flieht sie nach Internierung im

          französ. Lager Gurs über Portugal in die USA) (>28.8.33/ 05.1940/ 10.1940/ 11.4.61/ 17.6.93),

          Cuxhaven, Liebespaar wird öffentlich mit Schildern am Hals angeprangert, sie: „Ich bin im Ort das

          größte Schwein und laß mich nur mit Juden ein“, er: „Ich nehm als Judenjunge immer nur deutsche

          Mädchen mit aufs Zimmer“ - ähnliches geschieht in vielen Städten („Ich habe ein Christenmädchen

          geschändet“ „Ich bin ein Rassenschänder…“ „Ich blonder Engel schlief bei diesem Judenbengel…“)

29.07. München, Bekanntmachung d. Kommandeurs der Bayerischen Politischen Polizei, Heinrich Himmler:

          „Um in Obersalzberg während des Aufenthalts des Herrn Reichskanzlers den Straßenverkehr in

          Ordnung zu halten, wird folgendes verfügt: I. Straßenbenützung A. Straße Berchtesgaden–Obersalz-

          berg. Die Straße dürfen nur folgende Fahrzeuge befahren: 1. Der Wagen des Herrn Reichskanzlers

          und die Fahrzeuge, die zur unmittelbaren Begleitung gehören. 2. Die Fahrzeuge von Regierungsmit-

          gliedern. 3. Die Fahrzeuge der Bayerischen Politischen Polizei u. des Bezirksamtes Berchtesgaden...

          II. Es wird von der Bevölkerung erwartet, daß sie im Interesse der Erholung des Volkskanzlers...dazu

          beiträgt, dem Volkskanzler den Aufenthalt in Obersalzberg so angenehm als möglich zu gestalten. Es

          ist notwendig, daß jeder unnötige Lärm...zu unterbleiben habe(n)...“ (abertausende Deutsche pilgern

          jährlich zum Urlaubsort Hitlers um ihn oder sein Domizil zu sehen!), 1935 beginnt ein Millionen RM

          teurer Geländeumbau, vom 1900 m hohen „Kehlstein“ bis ins Tal werden ca. 1000 ha z.T. zwangs-

          weise aufgekauft oder enteignet (>26.5.1952; nach 1945 erhalten die wenigsten Alteigner ihr Land

          zurück, die „öffentliche Hand“ veräußert ihre Grundstücke an Dritte), Hitlers altes „Haus Wachenfels“

          wird zum neuen großen „Berghof“, das „Moosländer Teehaus“ und der „Gutshof Obersalzberg“ werden

          gebaut, ein pompöses Berghotel ersetzt den alten „Platterhof“ u. auf dem „Kehlstein“ wird am 16.9.38

          das RM 30 000 000 teuere, über einen 130m langen Stollen u. einen 130m hohen Aufzug erreichbare

          Teehaus „Adlerhorst“ eingeweiht. Im „Führergebiet“, mit einem 14km langen hohen Zaun gesichert,

          haben auch NSDAP-Parteikanzleileiter u. Führersekr. Bormann, Reichspropagandamin. Dr. Goebbels

          sowie Reichsluftfahrtmin. und Reichsmarschall Göring ihre Villen (>5.5.1960),

          NSDAP-Reichsjugendführer Baldur v. Schirach verbietet Doppelmitgliedschaft in Hitler-Jugend und in

          einem bündischen o. kirchlichen Jugendverband (gleichzeitig wird der Druck der HJ beizutreten durch

          Androhung von Nachteilen auf die Kirchenjugend verstärkt. In Herzogenrath bei Aachen erklärt z.B.

          die örtliche HJ-Führung den Eltern, wer nicht der Hitler-Jugend angehört habe, könne später „nicht in

          die deutsche Volksbewegung eintreten". Die Folge sei, „daß er demnach auch keine öffentliche Stelle,

          keine Staatsstelle und dergleichen bekleiden kann" . > verfolgte Schüler,

          „Deutsches Ärzteblatt“ veröffentlicht Anordnung zur Zusammenarbeit arischer und nichtarischer Ärzte

31.07. Reichsinnenministerium, 26 789 Menschen befinden sich in „Schutzhaft“(-Lagern)

1./5.8. Pädagogisch-psychologisches Institut München, Tagung „Erziehung im nationalsozialistischen Staat“,

          Bayerns NSDAP-Kultusminister u. NS-Lehrerbund-Reichswalter Hans Schemm erklärt. „Der National-

          sozialismus kam zum Siege durch sein begeistertes Bekenntnis zur Totalität. Und wir werden des-

          wegen nicht nachgeben, bis auch…die, welche nicht wollen, aus irgendwelchen Gründen weggestor-

          ben sind.“ (Zitat Schemm „Nationalsozialismus ist politisch angewandte Biologie“) > verfolgte Schüler

04.08. Berchtesgaden, A. Hitler empfängt Sosthenes Behn, Gründer des US-Konzern ITT; Kurt v. Schröder

          (ein Keppler-Kreis-Initiator, NSDAP- u. Freundeskreis Reichsführer SS-Mitgl.) erhält RM 250 000 Auf-

          sichtsratsmandat in ITT’s Standard-Elektrizitäts-Gesellschaft (1938 erwirbt ITT 28% von Focke-Wulf)

07.08. Deutscher Fußball-Bund DFB führt „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“ ein (>11.1933)

10.08. KZ Oranienburg, Friedrich Ebert (Sohn vom SPD-Reichspräsident F. Ebert, 1928-33 SPD-MdR, 1946

          SED-Zentralsekretariat, 1948-67 Oberbürgermeister Ostberlin, 1949 SED-Politbüro, 1971 stellvertr.

          DDR-Staatsratsvors. und SED-Fraktionsvors. in der Volkskammer) wird hier acht Monate inhaftiert

13.08. „Germania“ (kath. Zentrum-Zeitung) „Restlos als christlicher Sittlichkeit entsprechen können wir

          Katholiken das (Sterilisierungs-)Gesetz nicht bezeichnen; hierin haben der Papst und die deutschen

          Bischöfe zu klar gesprochen; sie haben die chirurgische Unfruchtbarkeit als unsittliches Mittel der

          Eugenik verworfen und für das katholische Gewissen unerträglich erklärt. Gleichwohl haben die

          deutschen Bischöfe selbst an dem früheren Gesetzentwurf einiges Gute anerkannt; da das Gesetz

          selber nun dem Entwurf gegenüber bedeutend verbessert ist, werden Katholiken also das Gute daran

          auch künftig anerkennen dürfen, ohne sich grundsätzlich zum ganzen Inhalt des Gesetzes zu be-

          kennen.“ (Author ist Prof. Dr. Josef Mayer, er schrieb das Buch „Gesetzliche Unfruchtbarmachung

          Geisteskranker“, Zitate aus diesem Buch mit Imprimatur (bischöfliche Druckerlaubnis): „Die Geistes-

          kranken, die moralisch irren und andere Minderwertige haben ebenso so wenig ein Recht, Kinder zu

          erzeugen, als sie ein Recht haben, Brand zu stiften.“ „Erblich belastete Geisteskranke befinden sich in

          ihrem Triebleben auf der Stufe der unvernünftigen Tiere.“ „Wenn darum ein Mensch der ganzen

          Gemeinschaft gefährlich ist und sie durch irgendein Vergehen zu verderben droht, dann ist es löblich

          und heilsam, ihn zu töten damit das Gemeinwohl gerettet wird.“),

          Trier, Heilig-Rock-Wallfahrt, der kath Gesellenverein-Generalsekr. Dr. Johannes Nattermann sagt vor

          Teilnehmern der kath. Gesellenwallfahrt u.a. „Der Gesellenverein und die NSDAP haben das gleiche

          Ziel: die Einheit des deutschen Volkes....Ich wäre glücklich, wenn aus echten treuen Kolpingssöhnen

          ebenso treue SA- und SS-Männer würden.“ (>7.10.51)

16.08. Preußischer Innenminister Hermann Göring erläßt Verbot der „Vivisektion an Tieren aller Art für das

          gesamte preußische Staatsgebiet“

17.08. NSDAP-Pressestelle: „Der Ministerpräsident hat die zuständigen Ministerien beauftragt, ihm

          unverzüglich ein Gesetz vorzulegen, nach dem die Vivisektion mit hohen Strafen belegt wird. Bis zum

          Erlaß dieses Gesetzes werden Personen, die trotz des Verbotes die Vivisektion veranlassen, durch-

          führen oder sich daran beteiligen, ins Konzentrationslager abgeführt.“ (> 14.11.33)

18.08. Berlin, 10. Funkausstellung, Propagandaminister Dr. Goebbels stellt „Volksempfänger“ für RM 76 vor

          (Werbetext: „Ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger“), im Ausstellungskatalog ist

          zu lesen: „...die nationalsozialistische Revolution hat sich mit einem Griff des Rundfunks bemächtigt...

          Im Vollzug der nationalsozialistischen Revolution sind die Ausschüsse des Rundfunks und ähnliche

          Einrichtungen überwunden...Der Staat bestimmt durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und

          Propaganda den Willen und den Weg. Seitdem der Herr Reichsminister Dr. Goebbels die Gleichschal-

          tung des Propagandaapparates der NSDAP mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Pro-

          paganda vollzogen hat, sind die ersten großen Voraussetzungen für ein neues nationalsozialistisches

          Staatswesen geschaffen.“ Verfasser ist Horst Dreßler-Andres („entnazifiziert“ wird er 1950 Intendant

          des DDR-Landessenders Weimar, später Mitarbeiter im Büro des Nationalrates der Nationalen Front)

19.08. Großbritannien; London, White City, bei Athletikturnier salutiert dt. Nationalmannschaft mit Hitler-Gruß

20.08. Berlin-Neukölln, kath. Jugendtag, Dr. Erich Klausener, Prälat Georg Puchowski, Generalvikar Paul

          Steinmann, Prälat Weber und viele andere Kleriker grüßen die Jugendlichen mit dem Hitler-Gruß,

          „Breslauer Neueste Nachrichten“ „Polizeiaktion gegen Kommunisten in Oberschlesien“,

22.08. KZ Dachau, Franz Stenzer (KPD-ZK) wird erschossen

25.08. Dt. Reich u. Zionistische Vereinigung für Deutschland unterzeichnen „Haavara-Abkommen“ (auf Basis

          „Menschen gegen Waren“ zahlen jüd. Deutsche im Reich ihr Vermögen auf Treuhandkonten ein, jüd.

          Organisationen kaufen im Dt. Reich davon dt. Waren für Palästina u. Ausreisewillige erhalten das zur

          Einwanderung in Palästina nötige „Vorzeigegeld“ u. Startkapital, bis 1940 emigrieren ca. 50 000 jüd.

          Deutsche mittels Transfer von ca. RM 140 000 000 nach Palästina (>1.2.39/ 17.5.39),

          1.Ausbürgerungsliste mit 33 Namen u.a. SPD-Politiker Dr. Rudolf Breitscheid, Philipp Scheidemann,

          Max Sievers, Otto Wels; KPD-Politiker Wilhelm Pieck, Fritz Heckert, Willi Münzenberg, Max Hölz; der

          Schriftsteller u. Publizisten Dr. Lion Feuchtwanger (11.1933 erkennt ihm die Universität München den

          Doktortitel ab, 1953 wird er DDR-Nationalpreisträger 1 Kl. und 1954 DDR-Ehrendoktor), Emil Gumbel,

          Berthold Jacob, Heinrich Mann, Alfred Kerr, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Philipp Scheidemann, Pol.-

          Vizepräs. Dr. Bernhard Weiß u. Dt. Liga für Menschenrechte-Generalsekr. Kurt Grossmann (>9.3.35)

27.08. Reichsgesetz zur Befreiung des Reichspräsidenten v. Hindendurg von Reichs- und Landessteuern u.

          Dotation/Schenkung der Domäne Langenau und des Forst Preußenwald (1351 ha) bei Gut Neudeck,

          der kommissar. preuß. Innenmin. H. Göring sagt bei Übergabe der in kostbarem Leder gebundenen

          Schenkungsurkunde mit preuß. Staatswappen und dem Spruch „Gott mit uns“ u.a. „…übereignet

          Preußen in Ehrfurcht und Dankbarkeit als eine Schenkung des Landes die Domäne Langenau und

          Forst Preußenwald zur dauernden Vereinigung mit dem angrenzenden Altbesitz Neudeck…“ (hinzu

          kommen wenig später mehr als RM 1 000 000 für die Instandsetzung der Domäne Langenau)

    08. „Volk und Rasse“ (Ausgabe Nr. 8) „Der preußische Staat gibt jährlich an RM aus für einen: Normalen

          Volksschüler=125; Hilfsschüler=573; Geisteskranken=950; blind- oder taubgeborenen Schüler=1500“,

          Borkum, deutsches Leitkultur-Borkum-Lied: „Und wer Dir naht mit platten Füssen, die Nase krumm,

          die Haare kraus, der soll nicht Deinen Strand geniesen, der muß hinaus, der muß hinaus“;

          Norderney, Schilder in Tanzlokalen „Die deutsche Frau tanzt mit keinem Juden“ (Ende ’33 - nachdem

          der jüd. Hotelbesitzer Julius Hoffmann vergeblich gegen Norderneys Lokalpolitiker vorm Landgericht

          klagte - verkündet die Kurverwaltung „Nordseebad Norderney ist judenfrei“; andernorts gibt es

          Schilder wie „Juden sind in der Gemeinde Blossersberg nicht erwünscht! Wer den Juden kennt, kennt

          den Teufel!“ „Juden sind in Behringersdorf nicht erwünscht“) (>10.2.53/ 24.1.2001)

28.08. Magistrat Unna verbietet jüd. Deutschen den Besuch des städtischen Schwimmbades Bornekampstr.

30.08. Tschechoslowakei; Marianske Lazne, sudetendeutsche Nazis ermorden Prof. Dr. Theodor Lessing

30.8./3.9. Nürnberg, NSDAP-,Reichsparteitag des Sieges’, Aufmarsch von 100 000 SA-, SS- und Stahlhelm-

          Mitgl., 150 000 Amtswaltern u. 70 000 Hitlerjungen; Hitler u. Röhm nehmen „Herbstparade der SA“ ab

          (die SA war 1932 mit ca. 420 000 Mitgl. stärker als die Reichswehr -1934 sind es ca. 4 200 000 Mitgl.,

          dann sinken die Zahlen), es spricht u.a. Dr. Walter Groß, Leiter Aufklärungsamt f. Bevölkerungspolitik

          und Rassenpflege (1934 Rassenpolit. Amt der NSDAP), am letzten Abend inszeniert Reichsbühnen-

          bildner, Ordens- u. Diplomatenuniformengestalter Benno v. Arent ein Großfeuerwerk, Leni Riefenstahl

          dreht ersten NSDAP-Parteitagsfilm „Sieg des Glaubens“ (>10.9.33/ 1.12.33)

01.09. Karlsruhe, neuer Leiter im badischen Landeskriminalpolizeiamt ist Paul Werner (1928 Staatsanwalt,

          1932 Amtsgerichtsrat Lörrach, 1.5.1933 NSDAP) (>30.5.37),

          München, neuer Oberlandesgerichtspräs. ist Georg Neithardt (er führte 1924 als Landgerichtsdirektor

          den Hochverratsprozeß gegen Hitler u. dessen Bürgerbräu- u. Feldherrenhalle-Mitstreiter, fällte milde

          Urteile und lies Hitler gegen den zwingenden Wortlaut von § 9 Republikschutzgesetz nicht ausweisen.

          1950 wird „Hauptschuldiger“ Neithardts Nachlass eingezogen, 1951 wird das Urteil aufgehoben und

          dt. Steuerzahler zahlen Witwe Wilhelmine bis zum Tod 1992 zudem eine generöse Pension)(>13.2.85)

02.09. Breslau, Kardinal Bertram schreibt an Kardinalstaatssekr. Pacelli u.a. „…groß ist überall der Druck auf

          die einzelnen Mitglieder…In allen Zweigen des wirtschaftlichen Lebens werden sie zurückgesetzt…

          überall werden die Lehrer gedrängt, die Schüler zur Hitler-Jugend zu führen…peinlich berührt das

          Verbot an die Hitler-Jugend, gleichzeitig zum katholischen Verein zu gehören…unsere Sorge ist um

          diejenigen katholischen Beamten und Angestellten, die aus Dienst und Anstellung entlassen werden,

          weil sie national als unzuverlässig bezeichnet werden…“ (E. Pacelli wird 1939 Papst Pius XII, 1949/50

          für Antikommunismus-Dekrete mitverantwortlich)  > verfolgte Schüler (>2.3.39/ 1.7.49/ 28.7.50)

10.09. „Wochenschau“ Beilage v. „Düsseldorfer Nachrichten“ „Der Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg

          Der Massenaufmarsch der SA, SS und des Stahlhelms als Schlußkundgebung“

11.09. „Für die Lippische Landeskirche ordnen wir hiermit folgendes an: 1. Sämtliche Pfarrer, Beamte,

          Angestellte der Landeskirche sowie der Kirchengemeinden grüßen im Dienst und innerhalb der

          dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des rechten Arms. 2. Es wird von allen erwartet,

          daß sie auch außerhalb des Dienstes in gleicher Weise grüßen...Der Landeskirchenrat; gez. Corvey,

          Weber, Josephson, Thelemann, Meyer, Toelle, Ruperti”

12.09. Sachsen, Landesbischof Otto Koch am Sarg von „Handbuch zur Judenfrage“-Herausgeber Theodor

          Fritsch: „...ich habe auch gemerkt wie dieser Mann das Wesen des Christentums im Kampf gegen das

          Judentum erkannt hat, den wesentlichen Unterschied zwischen Christen- u. Judentum. Goethe hat

          das bekannte Wort geprägt: Der eigentliche Sinn des Lebens sei der Kampf zwischen Glaube und Un-

          glaube..., der eigentliche Sinn der Weltgeschichte ist der Kampf zwischen Christentum u. Judentum...“,

          Thüringen, „Der Landeskirchenrat hat folgendes Gesetz beschlossen: § 1 Als Pfarrer, Hilfspfarrer oder

          als Beamter der Thüringer Ev. Kirche oder einer Kirchengemeinde darf nur berufen werden, wer die

          Gewähr bietet, daß er rückhaltlos für den nationalen Staat eintritt…Nicht berufen werden darf, wer

          nichtarischer Abstammung oder wer mit einer Person nichtarischer Abstammung verheiratet ist. § 2

          Wer als Pfarrer, Hilfspfarrer oder Beamter im Dienst der Thüringer Ev. Kirche oder Kirchengemeinde

          steht, kann in den Ruhestand versetzt oder sofern er noch nicht unwiderruflich angestellt ist, entlassen

          werden, wenn nach seinem Verhalten zu befürchten ist, daß er nicht rückhaltlos für den nationalen

          Staat eintritt...“, gez. Landesbischof Wilhelm Reichardt,

          Deutsche Adelsgenossenschaft DAG (die Pflege der Rassenfrage als Aufgabe versteht, seit 1928 für

          das „Eiserne Buch Deutschen Adels Deutscher Art" EDDA verantwortlich) verschärft ihren 1920 einge-

          führten („Wer unter seinen Vorfahren im Mannesstamm einen nach dem Jahre 1800 geborenen Nicht-

          arier hat oder zu mehr als ¼ anderer als arischer Rasse entstammt oder mit jemand verheiratet ist, bei

          dem dies zutrifft, kann nicht Mitglied der DAG werden.“) Arierparagraphen und beruft prominente

          nationalsozialistische Standesvertreter in den Vorstand (am 16.9.33 schreibt DAG-Adelsmarschall

          Adolf zu Bentheim-Tecklenburg im „Deutsches Adelsblatt“ „An den reinblütigen deutschen Adel“),

          München, Uraufführung des Propagandafilms „Hitlerjunge Quex“ (mit Heinrich George, Heini Völker

          u.a.), Reichsjugendführer Baldur v. Schirach schreibt HJ-Fahnenlied für Film „Hitlerjunge Quex“:

          „Vorwärts! Vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren.

           Vorwärts! Vorwärts! Jugend kennt keine Gefahren.

           Deutschland, du wirst leuchtend stehen, mögen wir auch untergehn

           Ist das Ziel auch noch so hoch, Jugend zwingt es doch!

           Unsre Fahne flattert uns voran, in die Zukunft ziehen wir Mann für Mann.

           Wir marschieren für Hitler durch Nacht und Not, mit der Fahne der Jugend, für Freiheit und Brot.

           Unsre Fahne flattert uns voran. Unsre Fahne ist die neue Zeit.

           Und die Fahne führt uns in die Ewigkeit. Ja, die Fahne ist mehr als der Tod!

           Jugend! Jugend! Wir sind der Zukunft Soldaten.

           Jugend! Jugend! Träger der kommenden Taten.

           Ja, durch unsre Fäuste fällt, was sich uns entgegenstellt.

           Jugend! Jugend! Wir sind der Zukunft Soldaten.

           Jugend! Jugend! Träger der kommenden Taten.

           Führer! Dir gehören wir, wir Kam’raden dir.“

13.09. Reichsnährstand-Gründung mit Zwangsmitgliedschaft aller an Agrarprodukt-Erzeugung u.-Absatz Be-

          teiligter unter Reichsbauernführer Richard Walter Darré (Autor „Neuadel aus Blut und Boden“/

          „Das Schwein als Kriterium für nordische Völker und Semiten“) (>30.1.35/ 9./12.7.52),

          Winterhilfswerk-Gründung mit Erlaß zum RM 0,50-Eintopfsonntag für alle am 1.Sonntag der Monate

          Okt.-Mai, die Ersparnis zum normalen Sonntagsessen sind dem Winterhilfswerk zu spenden (>3.4.35),

          Staatskommissar und preuß. Bildungsmin. Dr. Rust`s Erlaß zu „Vererbungs- und Rassenlehre in den

          Schulen“ als Pflichtfach (gilt ab 15.1.35 für das gesamte Deutsche Reich) > verfolgte Schüler,

          Hamburg, 9. Deutscher Diakonentag sendet „Huldigungsgruß“ an A. Hitler: „Dem Führer unseres

          Volkes und Retter unseres Vaterlandes vor dem Untergang im Bolschewismus senden tausend Dia-

          kone...namens der gesamten Deutschen Diakonenschaft das Gelöbnis alter deutscher Mannestreue

          und des Einsatzes aller ihrer Kräfte für Aufbau und Vollendung des Dritten Reiches.“ Der Berliner

          Landesbischof Ludwig Müller verkündet „daß in Zukunft keiner auf die Kanzel kommt, der nicht das

          Volk verstehen gelernt hat, der im Arbeitsdienst, in der SA oder bei den Soldaten gelernt hat, sich...

          zusammenzureißen.“ Oberkonsistorialrat Friedrich Peter sagt in seiner Festrede: „Diakonie muß, wie

          die SA das Soldatentum des Dritten Reiches ist, das Soldatentum der Kirche sein.“, Pfarrer Horst

          Schirrmacher sagt u.a. „...evangelische Diakonie (ist) Dienst und Kampf. Wir grüßen Euch alle als die

          SA Jesu Christi und die SS der Kirche, ihr wackeren Sturmabteilungen und Schutzstaffeln im Angriff

          gegen Not, Elend, Verzweiflung und Verwahrlosung, Sünde und Verderben...Evangelische Diakonie

          u. Nationalsozialismus gehören in Deutschland zusammen...Der echte Nationalsozialist ist Protestant

          und der echte deutsche Protestant ist Nationalsozialist.“ Die Diakone singen das Horst-Wessel-Lied:

          Die Fahne hoch! Die Reihen dicht geschlossen!

          SA marschiert mit ruhig festem Schritt.

          Kameraden, die Rotfront und Reaktion erschossen,

          marschier’n im Geist in unseren Reihen mit.

          Die Straße frei den braunen Bataillonen!

          Die Straße frei dem Sturmabteilungsmann!

          Es schau’n aufs Hakenkreuz voll Hoffnung schon Millionen,

          der Tag für Freiheit und für Brot bricht an.   usw. usf.

15.09. „Germania“ (kath. Zentrums-Zeitung) berichtet über Eröffnung des neuen preußischen Staatsrats:

          „Im geistlichen Kleid schritt an der Spitze der Bischof von Osnabrück, Dr. Hermann Wilhelm Berning…

          Dann brachte der Ministerpräsident (Hermann Göring) ein dreifaches ,Sieg Heil‘ auf den Führer aus

          und die Versammlung sang stehend das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied, das auch von Bischof

          Berning und den übrigen kath. Geistlichen mit erhobener Hand gesungen wurde.“,

          UdSSR beendet militärische Zusammenarbeit mit Dt. Reich einschl. Übungen auf sowjet. Territorium

    09. Pastor Niemöller gründet Pfarrernotbund - später Teil der „Bekennenden Kirche“ (Staatspolizei-Bericht

          v. 18.9.34: „Bei den dem Notbund angehörenden Pfarrern handelt es sich z.T. um reaktionäre Kräfte,

          z.T. aber auch um Persönlichkeiten, die rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten und

          sich dagegen wehren, daß ihre Gegnerschaft geg. den Reichsbischof u. geg. die ,Deutschen Christen‘

          als Stellungnahme geg. den Nationalsozialismus ausgelegt wird.“) (>24.3.34/ 20.11.36/ 19.3.37),

          Ostpreußen, Flugblatt der Bekennenden Kirche: „Wir sagen ,Ja’ zum Hakenkreuz, dem Siegeszeichen

          Adolf Hitlers, dem Siegeszeichen des Nationalsozialismus, dem Zeichen der Hoffnung unsres

          geeinten Deutschen Reiches. Gern und freudig flaggen wir unsre Häuser und Kirchen mit der Haken-

          kreuzfahne und bezeugen damit vor aller Welt: Wir folgen dem Führer! Wir gehorchen dem Führer als

          unsrer gottgegebenen Obrigkeit!“,

          Herrlingen, der 12jährige Wolfgang Leonhard (er erfüllt die politischen Kriterien kommunistischer

          Begabtenförderung, 1931 Karl-Marx-Gymnasium Berlin, kommunistischer „Junger Pioner“ –

          zeitgenössisches JP-Frage/Antwort-Spiel: „Wer hat uns verraten?“ Antwort: „Die Sozialdemokraten“

          „Wer macht uns frei?“ Antwort: „Die Kommunistische Partei“) wird von Mutter Susanne L. an das

          Viggbyholm-Internat Schweden geschickt (1935-37 Karl-Liebknecht-Schule Moskau, „Junger Pionier

          der Sowjetunion“, 1940-43 Studium in der UdSSR, 1943-45 NKFD) (>12./13.7.43/ 8.5.45/ 13.3.49)

17.09. Berlin, St. Hedwigs-Kathedrale, von der NSDAP am 23.8. angeregter kath. Dankgottesdienst zur

          Konkordatsratifizierung wird vom Apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo, Kapitularvikar Dr. Paul

          Steinmann und Domprediger Pater Marianus Vetter in Anwesenheit der Repräsentanten von Reichs-

          regierung, NSDAP, SS und SA zelebriert, sie singen das „Te Deum“ und vor der mit kath. und NS-

          Fahnen geschmückten Kathedrale singen tausende Deutsche Nationalhymne und Horst-Wessel-Lied;

          Bamberg, Erzbischof Jacobus Hauck ordnet für Pfarrgemeinden seine Diözese ein „Te Deum“ zum

          Dank an Gott für den Abschluß des Reichskonkordats…in dem sich Staat und Kirche einträchtigem

          Zusammenwirken gefunden haben.“,

          Düsseldorf-Kaiserswerth, Diakonissenanstalt, Hundertjahr-Feier, Ansprache von Pastor Walter Jeep

          (Innere Mission) u.a.: „...rechte evangelische Menschen (seien eigentlich die), die den Totalitätsan-

          spruch dieses neuen Deutschen Reiches nicht nur am besten verstehen können, sondern auch am

          echtesten, treuesten zu verwirklichen fähig sind.“ Nach einer „Hitlerfahnen-Weihe im Kindergarten“

          des Diakonissen-Stammhauses, Hakenkreuzfähnchen schwenkend und die „Fahne hoch!“ singend

          marschieren über hundert kleine „Vaterlands- und Hitleranhänger“ durch Kaiserswerth. „Das Herz

          konnte einem aufgehen bei dem lieblichen Bild und der hellen Begeisterung von Deutschlands

          jüngster Zukunft. Gleich an der ersten Straßenecke begegneten wir einem SA-Führer. Der Mann

          grüßte freundlich und mit todernsten Gesichtchen streckten sich über 100 Ärmchen zum Gegengruß.“

21.09. Berlin, Reichskanzler Hitler ruft „Arbeitschlacht“ zur Verminderung der Arbeitslosigkeit aus (Bereit-

          stellung weiterer RM 500 000 000 für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen)

21.9./23.12. Leipzig, Reichsgericht, Reichstagsbrand-Prozeß geg. ,van der Lubbe u. Genossen’ (Genossen

          sind die bulgar. Kommunisten Georgi Dimitroff, Blagoi Popoff, Wasili Taneff, KPD-MdR Ernst Torgler),

          Vorsitz. Richter ist Reichsgerichtspräsident Dr. Wilhelm Bünger; Ankläger sind Oberreichsanwalt

          Dr. Karl Werner (NSDAP) u. Landgerichtsdirektor Dr. Heinrich Felix Parrisius (Dr. P. wird später mit

          Wilhelm Eichler Stellvertreter von Volksgerichtshof-Chefankläger Paul Jorns), psychiatrischer Gut-

          achter von van der Lubbe ist Charité-Prof. Dr. Karl Bonhöffer (Vater von Theologe Dietrich Bonhöffer,

          Schwiegervater von Reichsjustizmin.-Prozeßbeobachter Dr. Hans v. Dohnanyi, Richter Erbgesund-

          heitsobergericht, 1942 Wissenschaftl. Senat Heeressanitätswesen) mangels Beweisen werden die

          Genossen am 23.12. freigesprochen. Obwohl zur Tatzeit Brandstiftung kein todeswürdiges Delikt war

          wird Marinus van der L. im Namen des Deutschen Volkes zum Tode verurteilt und am 10.1.1934 ent-

          hauptet (1967 wird das Urteil auf 8 Jahre Zuchthaus „reduziert“, 1980 wird das Reichsgerichtsurteil

          komplett aufgehoben, doch der Staat legt Revision ein, 1983 lehnt der Bundesgerichtshof den Antrag

          auf Wiederaufnahmeverfahren ab: zwar sei das Todesurteil wg. Brandstiftung „rechtswidrig“ gewesen,

          darum 1967 in eine Haftstrafe umgewandelt worden - dem 80jährige Bruder Johannes Markus van der

          Lubbe werden trotzdem die hohen Verfahrenskosten auferlegt!) (>10.1.34/ 27./29.9.39/ 26.6.81)

22.09. Reichstag akklamiert Reichskulturkammergesetz, die Reichskulturkammer („fördert eine einheitliche

          Kultur und regelt soziale und wirtschaftliche Belange aller Kulturschaffenden“) besteht aus Reichs-

          schrifttums- , (Präs. bis 1935 Hans Friedrich Blunck, danach Hanns Johst), Reichspresse- , (Präs.bis

          1945 Max Amann  >24.4.35/ 15.4.36), Reichsrundfunk-, (Präs.bis 1939 Horst Dreßler-Andres  >1950),

          Reichstheater-, Reichsmusik-, (Präs. bis 1935 Komponist Richard Strauss, danach Dr. Peter Raabe),

          Reichsfilm-, (Präs. bis 1945 Carl Auen) und der Reichskammer der bildenden Künste (nur in einer der

          Einzelkammern Aufgenommene können ihren Beruf ausüben, Nichtaufgenommene/ Ausgeschlossene

          haben praktisch Berufsverbot), Reichskulturkammer-Präs. ist der Reichsminister für Volksaufklärung

          und Propaganda Dr. Goebbels (>6.6.45/ 8.8.45/ 19.7.35/ 3.11.76)

23.09. Frankfurt/M., Dr. Fritz Todt, Generalinspekt. für das dt. Straßenwesen, bei der feierlichen Übergabe

          von Spaten an 720 spalierstehende Arbeitslose u.a.: „Kameraden(!),…soeben kommt ihr vom Arbeits-

          amt. Es ist der Wille unseres Führers, daß ihr diese Stätte nicht mehr betretet. Wir(!) gehen nicht mehr

          stempeln, sondern wir bauen Straßen…“

27.09. Wittenberg, ev. „Nationalsynode“, Festgottesdienst mit „Theologensturm“ bestehend aus Theologie-

          studenten des sächsischen Landesbischofs Friedrich Coch in feldgrauer Uniform, lila Kreuz und SS-

          Runen auf dem Arm (>07.1993)

29.09. Reichstag akklamiert Reichserbhofgesetz (Blut- u. Boden-Ideologie): Bauer kann nur sein, wer dt.

          Staatsbürger u. deutschen oder stammesgleichen Blutes ist und ist nicht, wer unter den Vorfahren

          väterlicher- oder mütterlicherseits jüdisches oder farbiges Blut hat. Der Erbhof geht ungeteilt auf den

          Anerben über; Miterben haben nur Recht auf Aussteuer, Berufsausbildung und Heimatzuflucht,

          Dr. jur. Wolfgang Diewerge (NSDAP-Mitgl. 278234, beim „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes“

          Rechtsabt.-Leiter) überreicht Auswärtigen Amt sein Gutachten über „Die pressemäßige Unterstützung

          des Kairo-Prozesses“ (d.h. gelenkte anti-jüdische Propaganda auf arabisch-jüd. Konflikt in Ägypten.

          1935 wird Dr. Diewerge Autor von „Als Sonderberichterstatter zum Kairoer Judenprozess“, 1936 von

          „Der Fall Gustloff“, 1937 v. „Ein Jude hat geschossen“, 1939 v. „Anschlag gegen den Frieden: ein

          Gelbbuch über Grünspan und seine Helfershelfer“, 1940 „Der neue Reichsgau Danzig-Westpreussen:

          ein Aufbaubericht vom Aufbauwerk im deutschen Osten“, 1941 „Kriegsziel der Weltplutokratie“ - Über-

          setzung v. T. Kaufman’s „Germany must perish“, 1942 „Deutsche Soldaten sehen die Sowjet-Union“.

          Dr. Diewerge wird 1935 NSDAP-Reichsredner, dann Ministerialdirigent Reichspropagandaministerium,

          SS-Standartenführer, ist bei Entscheidungen um einen Thälmann-Prozess und die Grynszpan-Schau-

          prozessvorbereitungen beteiligt, wird Reichssender Danzig-Intendant, nach 1945 entnazifiziert, als

          Rechtsanwalt zugelassen und wird Referent beim NRW-FDP-Vorsitz. Friedrich Middelhauve und

          Rednerschulung-Beauftragter im FDP-Landesverband und am 17.2.66 vom Landgericht Essen im

          Namen des Volkes wg. Meineides beim Essener „Grünspan-Prozess“ zu einem Jahr Haft verurteilt)

          (>4.2.36/ 29./30.9.38/ 7.11.38/ 1.10.40/ 16.1.53)

30.09. Deutscher Anwaltsverein (Vorsitz. seit 05.1933 ist Hermann Voß) beschränkt Mitgliedschaft auf Arier

30.9./3.10. Leipzig, 4.Reichstagung des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen unter dem Motto:

          „Durch Nationalsozialismus dem Deutschen Volk das deutsche Recht“, bei Massenkundgebung am

          Reichsgericht bekennen über 20 000 teilnehmende deutsche Juristen mit ausgestrecktem rechten

          Arm: „Wir schwören beim ewigen Herrgott,…bei dem Geist unserer Toten,…bei all denen, die Opfer

          einer volksfremden Justiz einmal geworden sind,…bei der Seele des deutschen Volkes, daß wir

          unserem Führer auf seinem Wege als deutsche Juristen folgen wollen bis an das Ende unserer Tage.“

          und marschieren durch Leipzig (der von Reichsrechtsführer Dr. Hans Frank geführte BNSDJ wird

          1936 zum ca. 104 000 Mitgl. starken Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund/NSRB u. ab 1942 von

          Dr. Otto Thierack geführt) (>2.10.52/ 2./3.4.58)

01.10. Hameln, Bückeberg, „Tag des deutschen Bauern“ – A. Hitler spricht vor 500 000 Teilnehmern (1934

          huldigen 700 000, 1935 und 1936 1 000 000 und 1937 ca. 1 200 000 Deutsche am Bückeberg Reichs-

          kanzler Hitler bei dem von Reichsbauernführer Darré ausgerufenen „Ehrentag des dt. Bauerntums“,

          dem früheren Erntedankfest) (>30.1.1935),

          Jahrestag des 1. HJ-Reichsjugendtages Potsdam (bereits 1932 defilierten ca. 100 000 Hitler-Jugend-

          Mitglieder sieben Stunden vor der NSDAP-Parteiprominenz (>27./30.5.1950),

          KZ Dachau, „Disziplinar- und Strafordnung für das Gefangenenlager“ von Stockhieben bis Todesstrafe

03.10. Gründung „Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher“ AKD (nach Gründungsaufruf v. „Stellvertreter

          des Führers“ Rudolf Heß) AKD-Reichsleiter ist Vizekanzler Franz v. Papen, Reichsgeschäftsführer ist

          Graf Roderich v. Thun und Hohenstein (Funktionäre sind u.a. Staatssekr. Hans Dauser, Major a.D.

          und späterer Reichskirchenmin.-Ministerialdirigent Hermann von Detten und Köln’s Regierungspräs.

          Dr. Rudolf zur Bonsen, die AKD wird nach Vizekanzler v. Papen’s Amtsenthebung 08.1934 aufgelöst)

    10. Walter Ulbricht (KPD) flieht nach Moskau (er kehrt 1945 mit der sowj. Armee zurück) (>16.10.57)

04.10. Reichstag akklamiert Schriftleitergesetz (Zulassung als Redakteur/Journalist nach rassisch-politisch

          und ideologischen Kriterien - um vom Volk alles fernzuhalten, was geeignet ist Gemeinschaftswillen,

          Kraft, Kultur, Wehrhaftigkeit, Wirtschaft des Volkes zu schwächen - führt zu Berufsverbot für mind.

          1 300 „jüd. u. marxistischer“ Journalisten u. Schließung vieler Zeitungen) (>7.9.49/ 22.5.75/ 3.11.76)

07.10. Neumünster, Pastor Ernst Emil Heinrich Szymanowski wird Probst in Bad Segeberg (1919-21

          Theologiestudium, 1924 Pastor in Kating, 1926 NSDAP, 1933 Deutsche Christen, 1935 Beamter im

          Reichsmin. f. kirchl. Angelegenheiten, 1936 SS, 1942 als Ernst E. H. Biberstein Einsatzgruppenleiter

          Kiew und Taganrog/UdSSR, 1948 Todesurteil wg. 65fachen Mordbefehls, 1951 zu lebenlanger Haft

          begnadigt, 1958 nach kirchl. Fürsprache entlassen) (>15.9.47)

10.10. Bayreuth, Verhaftung von Mathematikstudent und KPD-Mitgl. Georg Klaus (in Untersuchungshaft

          gefoltert wird er am 25.5.34 vom Landgericht München wg. Hochverrats im Namen des Deutschen

          Volkes zu 2 Jahren Haft verurteilt, es folgen 3 Jahre „Schutzhaft“ im KZ Dachau mit anschließendem

          Studierverbot  > verfolgte Schüler, Wehrdienst, 1956 SED, 1947 Studium, 1948 Promotion, Dozent

          für dialektischen u. historischen Materialismus, 1950 Habilitation, 1957 Autor: „Jesuiten, Gott, Materie -

          des Jesuitenpaters Wetter Revolte wider Vernunft und Wissenschaft“, 1959 Deutsche Akademie der

          Wissenschaften, 1962 Direktor ZI für Philosophie) (>1.7.49)

13.10. Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens

14.10. Deutsches Reich verläßt nach langer Völkerbund-feindlicher Propaganda den „Völkerbund“ u. Genfer

          Abrüstungskonferenz (Anlaß zu Volksabstimmung/Reichstagsauflösung/Wahl für gewolltes Ein-Partei-

          Parlament), die ev. Kirche (Pfarrer Martin Niemöller im Namen von 2 500 Pfarrern) und kath. Kirche

          (Dr. Erich Klausener u.a.) gratulieren Hitler zur „Wahrung deutscher Ehre“ (>12.11.33/ 15.1.34)

15.10. München, Grundsteinlegung „Haus der Deutschen Kunst“ mit Festzug „Glanzzeiten deutscher Kultur“

          (der Apostolischen Nuntius Alberto Vassallo di Torregrossa sagt dabei in Gegenwart von Bayerns

          Staatsminister und NSDAP-Mitgl. Nr. 2, Hermann Esser, zum Reichsführer A. Hitler u.a. „Ich habe Sie

          lange nicht verstanden. Ich habe mich aber lange darum bemüht. Heute verstehe ich Sie.“ Am 12.11.

          dient diese Aussage des Nuntius - versehen mit dem Zusatz „Auch jeder deutsche Katholik versteht

          heute Adolf Hitler und stimmt am 12.November mit: „Ja“ - der Wählerwerbung) (>12.11.33/ 30.1.34)

15./22.10. Nationalsozialistische Handwerker-, Handels- u. Gewerbeorganisation NS-Hago-Mittelstandstreff

          (NSDAP-Mittelstandsgliederung, ab 1935 in DAF-Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und Handel)

20.10. Preußen verweigert Approbation nichtarischer Medizin- u. Zahnmedizinstudenten, Promotion nur bei

          gleichzeitigem Verzicht auf deutsche Staatsangehörigkeit möglich

26.10. „Vossische Zeitung“ Preußische Akademie der Künste propagiert „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“

          für A. Hitler von 88 Sektion Dichtkunst-Mitgliedern u. Schriftstellern u.a. Gottfried Benn, Hanns Johst,

          Rudolf Binding, Arnold Bronnen, Hermann Claudius, Otto Flake, Hanns Franck, Friedrich Griese,

          Carl Haensel, Börries v. Münchhausen, Eckart v. Naso, Helene v. Nostitz-Wallwitz, Anton Schnack,

          Friedrich Schnack, Wilhelm v. Scholz, Lothar Schreyer, Lulu v. Strauß und Torney, Bruno Süßkind,

          Ina Seidel (>22./25.5.52)

27.10. Volksdeutsche Rat unter Geopolitiker Prof. Dr. Karl Haushofer (Zitat „So hat der nationalsozialistische

          Gedanke in der Welt, im Lichte der Erdkunde betrachtet, dasselbe uralte…ewigjunge Doppelgesicht

          wie der mystische Janus: eines, das…erdumspannend Weltfernen überschaut und eines, das nur im

          eigensten Volksboden jeder Rasse vollkommen verstanden werden kann“) wird Volkstumszentralstelle

          (sein Sohn ist der Geograf Prof. Dr. Albrecht Haushofer, der - obwohl „jüd. Mischling 2.Grades “ - als

          Heß-Protegé an Berlin’s Hochschule für Politik lehrt, viele diplomatische Geheimmissionen im Ausland

          unternimmt, freier Mitarbeiter der Dienststelle Ribbentrop u. der Informationsabteilung im Auswärtigen

          Amt unter Staatssekretär Ernst Freiherr v. Weizsäcker wird, 1938 als Volkstumsspezialist an Verhand-

          lungen zum Münchner Abkommen teilnimmt, 1940 Lehrsstuhl an der Kaiser-Wilhelm-Universität, 1941

          nach Heß’ Großbritannien-Flug erstmals und 1944 nach Stauffenberg-Attentat abermals verhaftet, in

          Haft Autor v. „Moabiter Sonnette“ u.a. „Ich klage mich in meinem Herzen an: ich habe mein Gewissen

          lang betrogen, ich hab mich selbst und andere belogen…“) (>9./10.6.35/ 29./30.9.38/ 24.6.39/ 23.4.45/

          10.10.45/ 10.3.46)

31.10. Pflichtmitgliedschaft von Juristen u. Rechtsanwälten im Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ

          (es werden nur Arier aufgenommen) (>13.12.1935)

01.11. Schweiz; „Neue Züricher Zeitung“ „Der Freiburger Erzbischof (Dr. Conrad Gröber)...hat noch in der

          Zeit der Reichstagswahlen sehr entschieden gegen gewisse nationalsozialistische Auffassungen

          Stellung genommen und längere Zeit war das Verhältnis der nationalsozialistischen badischen

          Regierung zur Kirche sehr gespannt. Umso größere Beachtung findet das Bekenntnis zum neuen

          Regime, das der Kirchenfürst auf einer kath. Massenveranstaltung (am 9.10.) in Karlsruhe ausge-

          sprochen hat...Auch äußerlich trat die Wandlung in Karlsruhe dadurch zutage, daß die Versammlungs-

          teilnehmer, die sicherlich vor einem halben Jahre noch stramme Zentrumsleute waren, den Erzbischof

          mit dem Deutschen Gruß empfingen. Das Verhalten des hohen kirchl. Würdenträgers erscheint

          bezeichnend für den neuen Kurs, den der deutsche Episkopat nach dem Abschluß des Reichs-

          konkordats eingeschlagen hat.“ (>2.3.34)

03.11. Universität Freiburg, Rektor u. NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Martin Heidegger’s „Aufruf an die Deutschen

          Studenten“ „Nicht Lehrsätze und Ideen seien die Regeln Eures Seins. Der Führer selbst und allein ist

          die heutige und künftige deutsche Wirklichkeit und ihr Gesetz.“ (>11.11.33)

    11. „Deutsche Volksgesundheit - Organ des Kampfbundes für Deutsche Gesundheits- und Rassenpflege - 

          Haltet den Dieb - Wie lange noch darf jüdischer Geist die Deutsche Reform knebeln?“,

          „Rassenprobleme im Dritten Reich“ Autor Dr. Hans Macco u.a. „So stelle ich als Rheinländer die For-

          derung auf: Sterilisierung aller Mulatten, die uns die schwarze Schmach…hinterlassen hat.“ (>8.2.34),

          NSDAP-Wahlwerbung: „In 8 Monaten 2½ Millionen Volksgenossen in Arbeit u. Brot gebracht! Den

          Klassenkampf und seine Parteien beseitigt! Den Bolschewismus zerschlagen! Die Kleinstaaterei über-

          wunden! Ein Reich der Sauberkeit und Ordnung aufgebaut!...Stimme mit Ja! Wähle zum Reichstag

          Adolf Hitler und seine Getreuen!“ (>30.7.1998),

          gemeinsamer Aufruf von DFB-Präs. SS-Obersturmbannführer Felix Linnemann und Deutsche Sport-

          behörde-Führer u. IOC-Mitglied Dr. Karl Ferdinand Ritter v. Halt: „In der Volksgemeinschaft des Dritten

          Reiches hat der Sport seine politische Mission erhalten…Als Führer des DFB und des DSB haben wir

          dem Kanzler Treue und Gefolgschaft gelobt…Er war der Niederschlag dessen was uns alle beseelte.

          Am 12.November werden wir ihm aufs Neue unsere Gefolgschaft beweisen.“(>1935/ 18.9.1944),

          „Warum muß der Katholik die Reichstagsliste Adolf Hitlers wählen? Weil im nationalsozialistischen

          Staat an sich und durch das Reichskonkordat 1. die Religion geschützt ist, 2. der kirchliche Frieden

          gesichert ist, 3. die öffentliche Sittlichkeit gewährt bleibt, 4. der Sonntag geheiligt wird, 5., 6., 7., 8…,

          Deshalb muß der Katholik am 12. Nov. so wählen: Volksabstimmung: Ja - Reichstagswahl: A. Hitler“

11.11. Leipzig, Festveranstaltung „Mit Adolf Hitler für des deutschen Volkes Ehre, Freiheit und Recht!“ mit

          „Bekenntnis der Professoren und Intellektuellen an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu

          Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat“ unterzeichnet u.a. von Prof. Dr. Friedrich Alverdes,

          Prof. Dr. Georg Anschütz, Prof. Dr. Adolf Bach, Prof. Dr. Johannes Behm, Dr. Edwin Blanck, Prof. Dr.

          Fritz Blättner, Prof. Dr. Wilhelm Blaschke, Prof. Dr. Werner Blume, Prof. Dr. Paul Böckmann, Prof. Dr.

          Otto Bollnow, Prof. Dr. Conrad Borchling, Prof. Dr. Gustav Bredemann, Prof. Dr. Ernst Broermann,

          Prof. Dr. Paul Brohmer, Prof. Dr. Alfred Burgardsmeir, Prof. Dr. Adolf Butenandt, Prof. Dr. Hans

          Freiherr v. Campenhausen, Prof. Dr. Adolf Dabelow, Prof. Dr. Hans Dachs, Prof. Dr. Gustav Deuchler,

          Prof. Dr. Rudolf Dittler, Prof. Dr. Heinz Dotterweich, Prof. Dr. Richard Egenter, Prof. Dr. Theodor Fahr,

          Prof. Dr. Rainer Fetscher, Prof. Dr. Ulrich Fleck, Prof. Dr. Hans Fliege, Prof. Dr. Wilhelm Flitner, Prof.

          Dr. Günther Franz, Prof. Dr. Hans Freyer, Prof. Dr. Hans-Georg Gadamer, Prof. Dr. Arnold Gehlen (!)

          („BND“), Prof. Dr. Gustav Giemsa, Prof. Dr. Wilhelm Giese, Prof. Dr. Franz Groebbels, Prof. Dr. Hans

          Großmann, Prof. Dr. Rudolf Großmann, Prof. Dr. Konstantin v. Haffner, Prof. Dr. Helmut Hasse, Prof.

          Dr. Otto Heckmann, Prof. Dr. Martin Heidegger, Prof. Dr. Wilhelm Heinitz, Dr. Rudolf Heinz, Prof. Dr.

          Johannes Hempel, Prof. Dr. Paul Hesse, Dr. Max Heuwieser, Prof. Dr. Theodor Heynemann, Dr.

          Emanuel Hirsch, Prof. Dr. Edgar Irmscher, Prof. Dr. Eduard Jacobshagen, Prof. Dr. Fritz Jäger, Prof.

          Dr. Erich Jaensch, Prof. Dr. Maximilian Jahrmärker, Prof. Dr. Harro Jensen, Prof. Dr. Eduard Keeser,

          Prof. Dr. Erwin Kehrer, Prof. Dr. Egon Keining, Prof. Dr. Hugo Knipping, Prof. Dr. Wilhelm Knoll, Prof.

          Dr. Peter Koch, Prof. Dr. Ernst Kretschmer, Dr. Albrecht Langelüdecke, Prof. Dr. Gerhard Mackenroth,

          Prof. Dr. Johann Mannhardt, Dr. Friedrich Mauz, Prof. Dr. Kurt May, Prof. Dr. Martin Mayer, Prof. Dr.

          Waldemar Mitscherlich, Prof. Dr. Walther Mitzka, Prof. Dr. Hans Möller, Prof. Dr. Wilhelm Mommsen,

          Dr. Peter Mühlens, Prof. Dr. Paul Mulzer, Prof. Dr. Hans Naujocks, Prof. Dr. Friedrich Neumann, Prof.

          Dr. Arthur Nikisch, Prof. Dr. Herrmann Noack, Prof. Dr. Bernhard Nocht, Prof. Dr. Max Pagenstecher,

          Prof. Dr. Siegfried Passarge, Dr. Hans Petersson, Prof. Dr. Robert Petsch, Prof. Dr. Heinrich Pette,

          Prof. Dr. Wilhelm Pfannenstiehl, Prof. Dr. Wilhelm Pinder, Dr. Hans Plischke,  Prof. Dr. Hans Preuß,

          Prof. Dr. Georg Raederscheidt, Prof. Dr. Otto Reche, Dr. Joachim v. Reckow, Prof. Dr. Eduard

          Reichenow, Dr. Ferdinand Reiff, Dr. Adolf Rein, Prof. Dr. Hermann Rein, Prof. Dr. Heinrich Remy, Dr.

          Joachim Ritter, Dr. Erich Rix, Prof. Dr. Josef Schmid, Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch (>6./13.9.1937),

          Prof. Dr. Karl Thalheim (Zitate: „Die Reinigung des dt. Kulturlebens von zersetzenden Einflüssen, die

          besonders vom Judentum ausgingen, war für eine…Erneuerung eine unbedingte Voraussetzung.“

          /1966: „Ich bin nie Antisemit gewesen.“),

          Prof. Dr. Eugen Fischer: „...einen nationalen Staat haben wir aufgerichtet, und wir sind dabei ihn auf-

          zubauen, einen Staat aus Blut und Boden, einen Staat aus der deutschen Volksverbundenheit heraus

          aufgebaut auf Volkstum, Rasse und deutscher Seele...der Führer hat die Größe gehabt zu sagen: Ich

          frage das ganze deutsche Volk, ob es mit seinem Willen hinter mir steht; und morgen wird das ganze

          deutsche Volk sagen: Ja! Ja! “,

          Prof. Dr. Richard Golf: „...mit Adolf Hitler für des deutschen Volkes Ehre, Freiheit und Recht.“,

          Prof. Dr. Martin Heidegger: „...keiner kann fernbleiben am Tage der Bekundung dieses Willens,

          Heil Hitler.“,

          Prof. Dr. Emanuel Hirsch: „...aus dem allen nun das Letzte, das ich zu sagen habe: Wir haben einen

          Führer, der immer und allezeit dies bekannt hat, daß er als nichts denn ein Werkzeug des Schöpfers

          aller Dinge sich weiß. Er weiß, die Vorsehung läßt ihn den Dienst tun, sie steht über ihm u. lenkt ihn.“,

          Prof. Dr. Friedrich Neumann: „Wir lehnen jeden Humanismus ab, der allen Völkern die gleiche Lebens-

          form aufzwingt.“ (1933 NSDAP, Bücherverbrennung beteiligt, 1971 Uni. Marburg Brüder-Grimm-Med.),

          Prof. Dr. Wilhelm Pinder: „...Das ist Politik aus Sittlichkeit, das ist Politik aus dem Herzen, aus einem

          geradezu religiösen Untergrund her. Das ist etwas Neues in der Geschichte...“(H. Nannens Professor),

          Prof. Dr. Friedrich Schumann: „…Nationalsozialistische Erziehung des deutschen Volkes bedeutet Er-

          ziehung zu der Überzeugung, daß ein Volk nur aus seiner Ehre heraus leben kann. Volk ist nicht nur

          eine geschichtliche Größe, sondern in dem es das ist, eine sittliche Größe.“ (>18.8.35/ 4.12.48/

          18.6.53),

          „Emsland-Lager“ (KZ Börgermoor, Esterwegen, Neusustrum) sind fertig gestellt und mit ca. 4 000 in

          „Schutzhaft“ befindlichen Gefangenen belegt (Kommandant von 1934-43 wird SA-Führer, Oberreg.Rat

          u. Reg.Dir. Werner Schäfer, Zitat: „Gesetzgeber im Emsland bin ich allein.“), weitere „Emsland-Lager“

          werden in Alexisdorf, Aschendorfermoor, Bathorn, Brual-Rhede, Dalum, Fullen, Groß-Hesepe, Versen,

          Oberlangen, Walchum, Wesuwe u. Wietmarschen errichtet, unter den bis ’45 ca. 60 000 „Schutzhaft“-

          Gefangenen sind u.a. Hans Alexander, Bernhard Bästlein, Friedrich Ebert jun., Otto Eggerstedt, Ernst

          Heilmann, Dr. Julius Leber und Carl v. Ossietzky, später werden auch ca. 100 000 Kriegsgefangene

          hier inhaftiert; ca. 30 000 Todesopfer davon ca. 26 000 sowjet. Kriegsgefangene (W. Schäfer wird

          1953 in Oldenburg wg. Körperverletzung im Namen des Volkes zu 2½ Haft unter U-Haft-Anrechnung

          verurteilt und kommt sofort frei); bekannt ist das „Lagerlied der Moorsoldaten“ die mit Hacke und

          Spaten ca. 50 000 ha Moor entwässern und kultivieren sollten:

          „Wohin auch das Auge blicket,                                        Auf und nieder geh’n die Posten,

          Moor und Heide nur ringsum.                                          Keiner, keiner kann hindurch,

          Vogelsang uns nicht erquicket,                                       Flucht wird nur das Leben kosten,

          Eichen stehen kahl und krumm.                                      Vierfach ist umzäunt die Burg.

          Wir sind die Moorsoldaten                                              Wir sind die Moorsoldaten

          und ziehen mit dem Spaten ins Moor…                            und ziehen mit dem Spaten ins Moor…

 

          Morgens ziehen die Kolonnen                                         Doch für uns gibt es kein Klagen,

          durch das Moor zur Arbeit hin,                                        ewig kann’s nicht Winter sein.

          graben bei dem Brand der Sonnen,                                  Einmal werden froh wir sagen:

          doch zur Heimat steht der Sinn.                                      Heimat, du bist wieder mein!

          Wir sind die Moorsoldaten                                              Dann zieh’n die Moorsoldaten

          und ziehen mit dem Spaten ins Moor…                            nicht mehr mit dem Spaten ins Moor…“,

          (nach Kriegsbeginn werden einige „Emsland-Lager“ Kriegsgefangenlager für ca. 70 000 Soldaten)

12.11. 9. (und erste Einparteien-)Reichstagswahl mit Einheits-„Liste des Führers“, Motto:

          „Früher = Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verwahrlosung, Streik, Aussperrung

           Heute = Arbeit, Freude, Zucht, Volkskameradschaft, Darum Deine Stimme dem Führer“ (=92,2%),

           Volksbefragung zu Austritt aus der Genfer Abrüstungskonferenz und aus dem Völkerbund, Frage:

          „Billigst Du, deutscher Mann, und Du, deutsche Frau, diese Politik Deiner Reichsregierung und bist Du

           bereit, sie als den Ausdruck Deiner eigenen Auffassung und Deines eigenen Willens zu erklären und

           Dich feierlich zu ihr bekennen.“ (Ja = 96,3%), geheime Stimmabgabe (Wandschirm/Wahlkabine) ist

          verpönt (>13.10.50/ 26.3.68),

          50% der Mandate sind NSDAP-Funktionären vorbehalten, 50% gehen an SS, SA u. der NSDAP ange-

          schlossener Verbände (z.B. macht Hitler Prof. Dr. jur. Friedrich Grimm - 1933 Autor von „Reichsreform

          und Außenpolitik“, 1934 von: Ein Volk, ein Reich, ein Führer in „Hitlers deutsche Sendung“ - bis 1945

          zum MdR, nach 1945 wird Rechtsanwalt Dr. G. Generalamnestie-Verfechter und Ehrenpräsident vom

          Bundesverband ehemaliger Internierter und Entnazifizierungsgeschädigter“), Scheinparlamentarier/

          Abgeordnete erhalten Diäten von RM 600 monatlich sowie Reichsbahn-Freikarte

13.11. Berlin, Sportpalast, Massenkundgebung von 20 000 „Deutsche Christen“ (geleitet u.a. von Studienrat,

          Gauobmann, brandenburgischer u. preußischer Synodaler und Mitgl. des preußischen Kirchensenats

          Dr. Reinhold Krause - der spricht über „Ein Volk, ein Führer…ein Gott, eine Kirche“ und von „Wenn wir

          Nationalsozialisten uns schämen eine Krawatte vom Juden zu kaufen, dann müßten wir uns erst recht

          schämen…das innerste Religiöse vom Juden anzunehmen.“ u. ist noch 1951 Studienrat in der BRD -,

          Oberkonsistorialräten Albert Freitag, Siegfried Nobiling, Reichsleitungsreferent Dr. Friedrich Werner,

          Bischöfen Joachim Hossenfelder u. Friedrich Peter, den Pfarrern Friedrich Tausch, Karl Jakubski und

          Probst Fritz Lörzer) fordert „Reformation aus dem Geist des Nationalsozialismus“, Abschaffung des

          jüd. Alten Testaments, Säuberung des Neuen Testaments von der „Sündenbock- und Minderwertig-

          keitstheologie des Rabbiners Paulus“ u. „von aller orientalischen Entstellung gereinigten… heldischen

          Jesusgestalt als Grundlage eines artgemäßen Christentums“ (>11.12.33/ 2./6.7.1971)

14.11. Reichstierschutzgesetz, Präambel u.a. „Die Schaffung eines Reichsgesetzes zum Schutz der Tiere ist

          seit Jahrzehnten Wunsch des deutschen Volkes, das besonders tierliebend ist und sich den hohen

          ethischen Verpflichtungen dem Tiere gegenüber bewußt ist.“, das Gesetz verbietet u.a. bei Haftstrafe

          von bis zu 2 Jahren „ein Tier unnötig zu quälen oder roh zu misshandeln“ (> 4.10.43),

          kath. Vizekanzler v. Papen schmeichelt Hitler u.a. mit „In 9 Monaten ist es dem Genie Ihrer Führung…

          gelungen, aus einem…zerissenen u. hoffnungslosen Volk…ein geeintes Reich zu schaffen.“(>25.7.34)

15.11. Berlin, Kundgebung nach Zusammenschluss d. verschiedenen Diakonissen-Verbände zur „Diakonie-

          gemeinschaft“, Emil Karow, Bischof von Berlin u.a. „Wir haben eben so kraftvolle Worte vom National-

          sozialismus gehört. Gestatten Sie mir, die Schwestern in der Kirche mit der SA zu vergleichen.“ Pastor

          Großmann, Berlin-Zehlendorf: „Als Adolf Hitler die Macht ergriff, ging ein Aufatmen durch ihre (die

          Diakonie) Reihen. Sie dankt unserem Führer, daß sie im neuen Staat mitarbeiten darf...Wenn die SA

          die politischen Soldaten des Reiches sind, so sind unsere Schwestern die Soldaten der Kirche...“

23.11. Prinz Heinrich XXXIII Reuß zu Köstritz, Gatte der Prinzessin v. Preußen Victoria v. Hohenzollern, an

          Reichsführer SS Himmler: „Euer Hochwohlgeboren darf ich melden, daß ich zu längerem Aufenthalte

          in Berlin eingetroffen bin…Ich darf…die sehr ergebene Anfrage an Euer Hochwohlgeboren richten, mir

          freundlich gestatten zu wollen, als unbesoldeter Hilfsarbeiter…arbeiten zu dürfen…Der Verbindungs-

          stab der SS…erscheint mir als richtig, ganz abgesehen von meinem Verbundenheitsgefühl zur SS…“

24.11. Reichstag akklamiert Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über Maßregeln der

          Sicherung und Besserung (dient Einführung sog. „Sicherungsverwahrung“ (>13.4.42/ 1.6.67/ 26.1.98),

          Berlin, Voßstr., der kommunistische Schauspieler Hans Otto (er wurde am 27.2.33 vom Staatstheater