Chronik/Rückblick mit scheinbaren Analogien und ohne Anspruch auf Vollständigkeit

 

„Händchen falten, Köpfchen senken und an Adolf Hitler denken. Er gibt uns täglich Brot, er hilft aus aller Not.

Amen.“ Deutsches Kindergartengebet

 

„Der Kampf gegen die Religion ist der Kampf für den Sozialismus“  Ausstellungsspruchband Moskau 1932

 

„Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“ Richard v. Weizsäcker

 

1933

          das Deutsche Reich hat 66 Mio. Einwohner (63% ev., 32% kath. Christen, 0,9% Juden), eine Fläche 

          von 470 700 qkm (bei Reichsgründung 1871 waren es noch 550 500 qkm, Aktionen deutscher Eliten

          von 1914-18 verursachten große Gebiets- und Menschenverluste u. hohe Reparationsleistungen), die

          Staatsverschuldung beträgt ca. RM 11 400 000 000, der durchschnittl. Arbeitnehmerlohn ist RM 125

          im Monat, ca. 5 800 000 Deutsche sind arbeitslos und 242 000 in der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

          „freiwilliger Arbeitsdienst“, namhafte deutsche Industriellen des Keppler-Kreises wie Friedrich Flick (bis

          1945 RM 7 650 000 an „Destinatäre“), Fritz Thyssen („I paid Hitler“), Bankiers Kurt v. Schröder, Prof.

          Emil Meyer u.v.a. auch ausländ. Spendern wie Royal Dutch Shells Sir Henry Detering unterstützen die

          NSDAP mit Spenden (Telford Taylor, US-Hauptankläger in Nürnberg wird am 27.8.1947 sagen: „Ohne

          die Zusammenarbeit der deutschen Industrie und der NSDAP hätten Hitler und seine Parteigenossen

          niemals die Macht in Deutschland ergreifen und festigen können...“) (>16.10.34/ 1935/ 10.6.49),

          HJ-„Jahr der Organisation“

01.01. Neujahrsempfänge des vom Volk direkt gewählten parteilosen Reichspräs. Paul v. Hindenburg, als

          Diplomatischer Korps-Doyen entbietet Nuntius Orsenigo in Verbindung mit „Hoffnung auf ein besseres

          Morgen…innigste Wünsche für das…Wohlergehen Eurer Exzellenz“ (>30.1.33/ 2.8.34/ 22.8.42),

          SPD-Neujahrsaufruf, Parteivorsitz. O. Wels bekundet SPD-Opposition zur Regierung v. Schleicher

04.01. Köln, K. v. Schröder-Villa, Hitler/Franz v. Papen-Geheimtreff zum Sturz der v. Schleicher-Regierung

11.01. Hamburg, St. Trinitatis-Kirche, Probst Georg Sieveking verliest das „Altonaer Bekenntnis“ von 21 ev.

          Pastoren - mit harten Worten gegen gottlose Kommunisten und gottlose Nationalsozialisten (>9.5.33)

15.01. Lippe-Detmold, Landtagswahl, die NSDAP erhält 39,5% der Stimmen und ist Wahlsieger

22.01. Berlin, Bülowplatz, Aufmarsch tausender SA-Männer vor dem KPD-Karl-Liebknecht-Haus, die unter

          starkem Polizeischutz einen Horst-Wessel-Stein errichten. Die Spuchbänder am KP-Gebäude sind: „In

          ihrem Geist vorwärts im Kampf gegen Kriegsgefahr, Faschismus, Hunger und Frost, für Arbeit, Brot u.

          Freiheit“ „Im Zeichen des Leninismus wählt rote Betriebsräte, stärkt die revolutionäre Gewerkschafts-

          Opposition“. 108 KPD-Mitgl., die sich der SA entgegenstellen werden verhaftet, andere mit Gummi-

          knüppeln verjagt (am 25.1. protestieren ca. 130 000 KPD-Anhänger die Errichtung eines Mahnmals für

          SA-Führer Horst Wessel gegenüber dem Karl-Liebknecht-Haus)

23.01. „Der Angriff“ „Der gestrige Tag hat es bewiesen: Berlin gehört uns!“

28.01. Rücktritt von Reichskanzler General Kurt v. Schleichers „Kabinett der Barone“ (>30.6.1934)

30.01. Hitler’s Ernennung (nicht Machtergreifung) zum Reichskanzler durch Reichspräs. Paul v. Hindenburg,

          Amtsmeineide der neuen Regierung ihre Kraft für das Wohl des Volkes einzusetzen, Verfassung und

          Gesetze zu wahren, Geschäfte unparteiisch u. gerecht zu führen (Jochen Klepper: „Bündnis von Adel

          und Pöbel“ - von 11 Ministern sind 5 adelig: Vizekanzler Franz v. Papen, Reichswehr- / Reichskriegs-

          min. Werner v. Blomberg, Reichsfinanzmin. Graf Schwerin v. Krosigk, Reichsverkehrsmin. Freiherr

          v. Eltz-Rübenach u. Reichsaußenmin. Konstantin Freiherr v. Neurath, Aufmarsch/ Fackelzug von SA,

          SS, HJ und 100 000er jubelnder Deutscher u.a. Claus Schenk Graf v. Stauffenberg von 19 Uhr-1 Uhr

          nachts zur Reichskanzlei. Preußens Akademie der Künste-Ehrenpräsident Max Liebermann sagt über

          das nächtliche Spektakel: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen.möchte.“ (>28.2.33/

          23.3.33/ 12.9.33/ 1.7.34/ 16.10.34/ 30.1.37/ 13.9.39/ 20.7.44/ 30.1.45/ 11.10.49/ 10.4.2000),

          KPD-Aufruf zum Generalstreik: „Hitler, Papen, Hugenberg, Frick, Göring, Seldte! Dies neue Kabinett

          der offenen, faschistischen Diktatur ist die…unverhüllteste Kriegserklärung an die Werktätigen…“,

          die NSDAP hat 849 009 Genossen, die Hitler-Jugend hat ca. 1 000 000 Mitglieder (>11.10.49),

          „Der Angriff“ „Deutsches Berlin: Fahnen heraus!“ „So verbauen Bonzen Arbeitergroschen“ (>21.1.34),

          „Vorwärts“ „Hitler-Papen-Kabinett ,Feine Leute’ und drei Nazis – Kabinett des Großkapitals“ (>6.3.33),

          „Vossische Zeitung“ „Kabinett Hitler=Papen=Hugenberg – Regierung der Harzburger Front ohne

          Verständigung mit dem Zentrum ernannt“

01.02. Reichspräs. Paul v. Beneckendorff und v. Hindenburg löst Reichstag auf (Wahlgesetznovelle 2.2.33),

          Reichskanzler Hitlers „Aufruf der Reichsregierung an das deutsche Volk“: „Bolschewismus vernichtet

          Deutschland…Christentum Basis unserer Moral…kein Kommunismus…Vierjahresplan…Rettung des

          Bauern…des Arbeiters…gegen Arbeitslosigkeit…Wahrung der Lebensrechte…Wiedererringung der

          Freiheit…Möge der allmächtige Gott unsere Arbeit in seine Gnade nehmen…“ (>8.2.33/ 4.3.33/

          23.2.46/ 22.2.60),

          Lübeck, Verhaftung von SPD-MdR u. „Lübecker Volksbote“-Redakteur Dr. Julius Leber nachdem sein

          Reichsbanner-Leibwächter Willi Rath am 31.1. einen Mann erstach (Dr. L. u. W. R. werden im Namen

          des Volkes zu 20 bzw. 12 Mon. Haft verurteilt, Dr. L. ist bis 1937 in KZ-Haft) (>11.1933/ 20.10.44)

02.02. Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, polizeil. Durchsuchung d. KPD-Parteizentrale (Schließung am 23.2.33),

          Reichskanzler Hitler ernennt Hermann Göring zum Reichskommissar für Luftfahrt (>15.3.33/ 29.4.33),

          SPD-Wahlaufruf u.a. für Enteignung von Großbauern, Schwerindustrie u. für sozialist. Planwirtschaft

03.02. Berlin, Reichskanzler Hitler informiert Reichsheer- u. Reichsmarine-Befehlshaber (u.a. Reichswehr-

          minister Werner v. Blomberg, Generale Kurt v. Hammerstein-Equord, Wilhelm Adam, Ludwig Beck,

          Fedor v. Bock, Walther v. Brauchitsch, Erich von dem Bussche-Ippenburg, Wolfgang Fleck, Werner

          v. Fritsch, Curt v. Gienanth, Wilhelm Ritter v. Leeb, Gerd v. Rundstedt, Admirale Dr. Erich Raeder, Dr.

          Otto Groos u. Vize-Admiral Conrad Albrecht über seine Pläne zu „völliger Umkehrung gegenwärtiger

          innenpolitischer Zustände“, gegen „Versailles“, Pazifismus, Demokratie, zu Jugenderziehung, Todes-

          strafe, Wehrpflicht und Wehrmacht-Aufbau (Generalleutn. „v. Liebmann-Protokoll“) (>31.1.34/ 2.8.34)

04.02. „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des deutschen Volkes“ (schränkt Pressefreiheit ein

          u. ermöglicht 3 Monate „Schutzhaft“/Unterbindungsgewahrsam - aus der Schutzhaft Entlassene unter-

          schreiben oft unter Zwang eine (Gestapo-)“Verpflichtungserklärung.

          Ich,……………….geb………….aus…………….(Bez…………..) verpflichte mich hierdurch, in Zukunft

          jeden Verkehr mit Angehörigen oder Anhängern der Kommunistischen o. Sozialdemokratischen Partei

          Deutschlands aufzugeben und mich jeder staatsfeindlichen politischen Betätigung oder Propaganda,

          insbesondere jeder Teilnahme an hoch- oder landesverräterischen Umtrieben, zu enthalten. Mir ist

          bekannt, daß meine Freilassung aus der Haft nur unter diesen Voraussetzungen erfolgt, und daß ich

          eine erneute Freiheitsbeschränkung zu gewärtigen habe, wenn ich dieser Verpflichtung nicht nach-

          komme. Gleichzeitig erkläre ich hiermit, daß von mir irgendwelche Ansprüche auf Grund der gegen

          mich getroffenen polizeilichen Maßnahmen nicht erhoben werden.

          …………………………den…………..193………………………………………………(Vor- und Zuname)“

          (>28.2.33/ 14.12.37/ 25.1.38/ 27./28.1.50/ 1.6.67),

          Dr. phil. Bernhard Rust (1914/18 „unter dem Donner der Geschütze das Eiserne Kreuz erhalten. Dein

          Heldenvater“, 1925 NSDAP-Gauleiter Hannover/Braunschweig) wird preuß. Kultusminister (Zitat Rust:

          „Hauptaufgabe der Erziehung ist es, Nationalsozialisten zu bilden.“)  > verfolgte Schüler (>30.4.34/

          10.1938/ 12.4.51/ 30.3./6.4.54/ 15.6.54/ 8.10.57/ 28.2.58/ 18.3.63),

          Verbot „Kampfgemeinschaft revolutionärer Nationalsozialisten“ von Hitlergegner Dr. Otto Strasser (der

          „Schwarze Front“-Chef flieht über Österreich in die CSR - wo er von ca. 10.1934-01.1935 mit Hilfe von

          R. Formis einen illegalen NS-kritischen Sender betreibt - die Schweiz, Frankreich, Portugal u. Kanada;

          1934 wird Bruder Gregor ermordet, 1955 kehrt Otto S. in die BRD zurück) (>30.6.34/ 3.11.34/ 17.6.56)

05.02. „Evangelium im Dritten Reich“ „Die Glaubensbewegung ,Deutsche Christen’ veranstaltet am 3.2.1933

          in der St.Marienkirche…einen Dankgottesdienst…Predigt hält Reichsltr. Pfarrer Joachim Hossenfelder

06.02. „Verordnung des Reichspräsidenten zur Herstellung geordneter Regierungsverhältnisse in Preußen“

          überträgt SPD-Min.-Präs. Otto Braun’s Regierungsbefugnisse an kath. Vizekanzler Franz v. Papen

07.02. „Völkischer Beobachter“ meldet Reichskanzler Hitler verzichte auf sein Jahresgehalt von RM 29 200

          und seine Aufwandsentschädigung von RM 18 000, das Geld soll den Angehörigen von im Kampf

          getöteten SA- u. SS-Männern zugute kommen (>12.3.35),

          Berlin, Lustgarten, Großdemonstration von ca. 200 000 SPD-Anhängern

08.02. Vatikan; Botschafter D. v. Bergen informiert Berlin man begrüße hier Hitlers „Kampfansage an den

          Bolschewismus, dessen Überwindung eine der größten Sorgen des Hl. Stuhls ist.“ (>20.7.33/ 1.7.49)

10.02. Berlin, Sportpalast, vor jubelnden Pg’s wie dem Wahlhelfer, Kaiser-Sohn u. NSDAP-Ehrenmitgl.Nr. 24

          Prinz August v. Preußen und unterm Text „Der Marxismus muß sterben“ sagt Reichskanzler Hitler u.a.

          Deutsches Volk, gib uns die Zeit von vier Jahren und dann urteile und richte…Ich hege felsenfest die

          Überzeugung, daß eben doch dann einmal die Stunde kommt, in der die Millionen, die uns heute ver-

          fluchen, hinter uns stehen und mit uns begrüßen werden dann das gemeinsam geschaffene, wieder

          erkämpfte, bitter erworbene deutsche Reich der Größe u. der Ehre u. der Kraft und der Herrlichkeit u.

          der Gerechtigkeit. Amen!“ (13 Jahre später leben Millionen Deutsche für 45 Jahre im Marxismus)

          (>13.7.34/ 30.4./20.6.37/ 31.6.39/ 26./27.1.46),

          Friedhof Berlin-Friedrichsfelde, KPD-Führer Wilhelm Pieck hält Trauerrede bei der Beerdigung dreier

          von Nationalsozialisten erschlagener junger Arbeiter

11.02. Berlin, Reichskanzler Hitler eröffnet 23.Internationale Automobil- und Motorradausstellung mit „Sieben

          Punkten zur Volksmotorisierung“ (der Reichsverband der Automobilindustrie RDA beklagte im Vorfeld

          hohe KfZ-Steuern und fehlenden Strassenbau) (>1.3.33/ 31.5.33/ 17.1.34/ 7.3.34/ 22.6.34/ 15.11.38)

12.02. Eisleben, Friedrich-Jahn-Turnhalle, NSDAP-Kreisleiter „Bubi“ Ludolf v. Alvensleben’s SA-Standarte

          ermordet bei „Rote-Hilfe“-Veranstaltung drei Menschen und verletzt viele andere schwer (>7.9.39)

13.02. „Frankfurter Zeitung“ berichtet über Wahlversprechen des kommissarischen preuß. Kultusministers u.

          Gauleiters Dr. B. Rust, deutsche Schulen „von allem Nichtdeutschen“ und er „was dort nicht hingehöre

          und undeutsch sei, abschneiden werde, mit aller Brutalität der Pflicht. Schon in den nächsten Wochen

          seien Verfügungen zu erwarten, die über den neuen Willen keinen Zweifel mehr lassen würden.“

          (Nationalsozialist Dr. B. Rust gründet die Tradition deutscher Bildungsdiskriminierung mit rassistisch-

          religiösen Schwerpunkt, die Sozialisten Paul Wandel, Else Zaisser, Hans-Joachim Laabs, Fritz Lange,

          Alfred Lemnitz, Margot Honecker - später alle hoch pensioniert - setzen 1949 Bildungsdiskriminierung

          mit religiös-ideologischem Schwerpunkt fort um wieder tausende Menschen lebenslang zu schädigen.

          Es ist deutsche Gerechtigkeit einen Polen wg. Schlachtung eigener Tiere im Namen des Deutschen

          Volkes zum Tode zu verurteilen aber Staatsanwälte und Richter nicht zu verpflichten deutsche Kinder-

          u. Menschenrechte verletzende Bildungsdiskriminierung - oft mit dem Leben nahe am soziokulturellen

          Existenzminimum - einem internationalen, den Menschenrechten verpflichteten Gremium vorzulegen)

          >verfolgte Schüler (25.2.33/ 1.4.33/ 26.4.33/ 04.1933/ 1.5.33/ 8.5.33/ 15.7.33/ 14.11.38/ 16.7.42/

          23.4.50/ 8.2.51/ 15.2.51/ 18.8.76/ 17.8.90/ 6.9.90/ 21.1.99/ 1.1.2001/ 3.4.2001/ 27.8.2001/ 11.11.2001)

15.02. Freie Stadt Danzig, der deutsche Senat kündigt Danzig-poln. Hafenpolizeiabkommen (>28.5.33),

          Preußische Akademie der Künste schliesst eigenen Sektion Dichtkunst-Präs. Heinrich Mann und die

          Künstlerin Käthe Kollwitz wg. ihrer „Dringender Appell“r KPD-/SPD-Einheitsfront-Unterschriften zur

          Reichstagswahl aus (er emigriert 1933 nach Frankreich u. 1940 in die USA, Bruder Thomas M. kehrte

          nach deutscher Medienhetzkampagne nicht heim ins Reich, auch die Neffen Golo u. Klaus emigrieren

          1933; sie bleibt trotz Ausstellungsverbot im Dt. Reich und stirbt am 22.4.45) (>13.9.40/ 21./22.4.46),

          Stuttgart, „Kabelattentat“, KPD-Mitgl. u.a. Kurt Hager stören Rundfunkübertragung der Rede A. Hitlers

          (H. wird im KZ Heuberg inhaftiert, emigriert, Internierung, 1946 SED, 1952 Ltr. der Abt. Wissenschaft,

          Volksbildung, Kultur, 1958 Ltr. SED-Politbüro Schulkommission, 1967 Vors. Volkskammer-Ausschuß

          für Volksbildung, 1976 Staatsrats-Mitgl.) (>12.10.49/ 25.3.50/ 15./17.1.59)  > verfolgte Schüler

17.02. Preuß. Innenminister H. Göring’s „Schießerlaß“ macht es der Polizei zur Pflicht „Stahlhelm“ u. SA bei

          Wahleinsätzen mit der Waffe zu unterstützen „Polizeibeamte, die in Ausübung dieser Pflichten von der

          Schusswaffe Gebrauch machen, werden ohne Rücksicht auf die Folgen des Schusswaffengebrauchs

          von mir gedeckt…“ (>22.2.33)

19.02. Dresden, Reichsinnenmin. Dr. Wilhelm Frick (NSDAP) u.a. „Wenn man sagt, wir hätten kein

          Programm, so ist doch der Name Hitler Programm genug.“

20.02. Berlin, Reichstagspräsidentenpalais, NSDAP-Parteispendentreffen 25 führender Unternehmer (u.a.

          Dr. Carl Bosch, August v. Finck - Bank Merck, Finck&Co., Friedrich Flick, Dr. Gustav Krupp v. Bohlen

          u. Halbach, Dr. Günther Quandt - AFA- /DWM AG, August Rosterg - Wintershall, Dr. Hjalmar Schacht,

          Georg v. Schnitzler -Interessengemeinschaft Farbenindustrie (BASF, Bayer, Hoechst, Weller ter Meer

          Uerdingen…), Kurt v. Schröder, Fritz Springorum - Hoesch AG, Ernst Tengelmann - Gelsenkirchener

          Bergwerks AG, Fritz Thyssen, Dr. Albert Vögler - Vereinigte Stahlwerke); Reichskanzler Hitler u.a. „Wir

          stehen heute vor folgender Situation: Weimar hat uns eine bestimmte Verfassungsform aufoktroyiert,

          mit der man uns auf eine demokrat. Basis gestellt hat. Damit ist uns aber keine leistungsfähige Regie-

          rungsgewalt beschert…Wir müssen…die ganzen Machtmittel in die Hand bekommen...“, Dr. Schacht:

          „Und nun meine Herren, an die Kasse!“, Reichstagspräs. Göring „Das erbetene Opfer (3 Mio. RM) wird

          der Industrie…umso leichter fallen wenn sie weiß, daß die Wahlen am 5.März die letzten innerhalb v.

          10 Jahren voraussichtl. aber von 100 Jahren sein werden“ (Scheinwahlen bis 1945)(>24.3.33/ 30.5.33/

          26.6.33 1.9.33/ 12.12.37/ 7.4.41/ 07.1943/ 12.11.43/ 14.4.45/ 4.10.45/ 10.6.49/ 4.10.49/ 30.3.54)

22.02. Preuß. Innenminister H. Göring’s Erlaß zur Bildung einer Hilfspolizei aus ca. 40 000 SA- und SS- und

          ca. 10 000 Stahlhelm-Mitgliedern (>26.4.33)

23.02. Berlin, Sportpalast, der vom Christen zu SPD u. zum KPD-MdR gewandelte Wilhelm Pieck spricht bei

          letzter legaler KPD-Wahlkundgebung gegen Pakt mit der SPD wg. deren ,Sozialfaschismus’(>25.5.33)

24.02. Breslau, Tagebucheintrag des jüd.-deutschen Pädagogen Dr. Willy Cohn „Nirgends ist mehr Recht in

          Deutschland! Nirgends.“  > verfolgte Schüler (>10.11.38/ 8.12.45/ 21.1.99/ 11.11.2001)

25.02. preuß. NSDAP-Kultusmin. Rust’s Erlaß zu Aufhebung/Abbau „weltlicher“ Reform-/Sammelschulen –

          führt zu ihrer Schliessung u. oft „christliche Nächstenliebe“ vermissende zwangsweise Aufnahme sog.

          „gottloser“ SchülerInnen in Bekenntnis-/Konfessionsschulen  > verfolgte Schüler (>25.4.33/ 22.5.46)

27.02. Reichstagsbrand (Marinus van der Lubbe wird am Brandort verhaftet, dort fordern NSDAP-Eliten:

          „alles ist festzusetzen, was mit den Kommunisten im Bunde steht“. Kripokommissar Dr. jur. W. Zirpins

          beginnt Verhöre von van der Lubbe) (>28.2.33/ 29.3.33/ 14./20.9.33/ 21.9./23.12.33/ 12.6.40/ 1.9.41),

          „Frankfurter Zeitung“ „Die Nation ist obdachlos geworden“

28.02. rückwirkende „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ und „Verordnung

          des Reichspräsidenten gegen den Verrat am Deutschen Volk und hochverräterische Umtriebe“ „§1

          Art. 114, 115, 117, 118, 123, 124 u. 153 der Verfassung werden...außer Kraft gesetzt“; Verhaftung v.

          ca. 11 000 KPD-Funktionären/ -Abgeordneten wie Ernst Busse, Todesurteile für KPD-Mitgl. (>29.3.33/

          21.9.33), unbegrenzte Schutzhaft/Unterbindungsgewahrsam/ Sicherungsverwahrung, KPD-Verbot u. -

          Vermögenseinzug, Jugendweiheverbot (>5.3.33/ 24.11.33), Konzentrationslagerbau (SS-Sturmführer

          August Harbaum vom SS-Hauptamt sagt später aus, daß von 3.1942-4.1945 ca. 45 000 SS-Mitgl. in

          KZ’s eingesetzt waren), Grundrechteaufhebung, Telefonüberwachung, Zensur/Postzensur (in der BRD

          die „IZÜVO“, in der DDR „Auffangstellen für anti-demokratischen Schriftverkehr“ bzw. „Stelle 12“)

          (>25.4.35/ 16.7.45/ 9.7.51),

          Verordnung über den Reichskommissar für die Luftfahrt -wird H. Göring: „Wer Jude ist, bestimme ich“,

          Staatssekr. wird Lufthansa-Chef u. NSDAP-Mitgl. Nr. 123 885 Erhard Milch und inoffizieller Stabschef

          der seit 1919 „aufzulösenden“ Luftwaffe wird „Luftkommandoamtsleiter“ Walther Wever) (>05.1934),

          Pazifist Carl v. Ossietzky wird verhaftet (1931 publizierte er die den Vertrag von Versailles verletzende

          geheime dt. Wiederaufrüstung durch eine strategische Partnerschaft mit der UdSSR mittels der 1926

          gegründeten, vom geschäftsführenden Direktor Major Fritz Tschunke geleiteten Gesellschaft zur

          Förderung gewerblicher Unternehmungen und wurde dafür vom Reichsgericht im Namen des Volkes

          zu 1½ Jahren Haft verurteilt. Bereits 1917 trugen Regierung und Generalstab von Kaiser Wilhelm II.

          (Zitat „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.“) zur Destabilisierung Rußlands im Krieg u. zum

          Erfolg der Oktoberrevolution bei, indem sie Wladimir Iljitsch Lenin mit 32 russ. Revolutionären die

          Reise aus dem Schweizer Exil über Rügen nach Rußland und die kommunistische Revolution mit

          RM 10 000 000 finanzierten. Den Preis der deutschen Hilfe zahlten später alle Kommunismus-Opfer!

          Die GEFU hatte in der UdSSR Produktionsgemeinschaften für Bau, Erprobung, Ausbildung von/an

          Flugzeugen, Panzern, Bomben, Giftgas, Granaten in Lipezk, Kasan u. Saratow. Eingeweiht waren u.a.

          Major Oskar Ritter v. Niedermayer (Weltkrieg-Afghanistanveteran, Reichswehrliasonoffizier Moskau,

          1933 NSDAP, 1942 bekriegt Ordinarius Gen-Maj. die UdSSR im Kaukasus), General Wilhelm Speidel

          (1948 wg. Geiselmorden in Griechenland zu 20 Jahren Haft verurteilt, 1951 amnestiert, Bruder vom

          NATO-Landstreitkräftebefehlshaber Mitteleuropa Dr. Hans Speidel), Leutnant Hans Seidemann (1937

          Legion Condor-Stabschef, 1942 „Fliegerführer Afrika“, 1967 mit militär. Ehren als General a.D. beige-

          setzt) (>15.9.33/ 29.1.34/ 23.11.36/ 12.6.37/ 18.7.38/ 31.8.50/ 1970/ 9.10.90/ 3.12.92/ 13.5.2000);

          KPD-Reichstagsfraktionsvorsitz. Ernst Torgler geht freiwillig zur Polizei u. wird verhaftet, KPD-Mitgl.

          Ludwig Renn geb. Arnold Vieth v. Golßenau wird verhaftet (1936-38 span. Bürgerkrieg) (>12.7.47),

          Publizist Erich Mühsam wird verhaftet (er wird nach wiederholten sadistischen Folterungen am 9.7.34

          im KZ Oranienburg ermordet, seine Frau Kreszentia Zensl Mühsam flieht 1934 nach Prag, wird in die

          UdSSR „eingeladen“, am 11.9.39 in Verbindung mit Herbert Wehners Moskau-Aktivitäten (>14.12.37)

          zu 8 Jahren Haft verurteilt, 1947 wird ihre Heimkehr in die SBZ von der SED verhindert, am 8.10.49 zu

          ewiger Verbannung in Sibirien verurteilt kommt sie 1955 in die DDR, wird „Verfolgte des NS-Regimes“

          und erhält eine „Ehrenpension“) (>21.3.33/ 7.4.33),

          Berlin; Autor Bertolt Brecht u. Helene Weigel fliehen via Prag nach Zürich (>22.10.48/ 17.6.53/ 5.5.90),

          Breslau, SAP-Gründungsmitgl. Dr. Ernst Eckstein wird verhaftet (der Patient von Dr. Rudolf Stern wird

          im KZ Breslau-Dürrgoy von der SA gefoltert und stirbt am 8.5. an den Folgen) (>24.9.38),

          Kiel, der evangel. Pfarrerssohn, KPD-Mitgl. und Student Klaus Fuchs geht in die Illegalität (06.1933

          Flucht nach Paris u. Großbritannien, Bristol University Studium bei Prof. Nevill Mott, 1937 Promotion,

          Edinburgh University Studium bei Prof. Max Born, 1939 2.Promotion, 1940-41 Internierung, 1942 brit.

          Staatsbürger, 1943-46 mit Prof. Rudolf Ernst Peierls an brit. „tube alloy“ und amerik. „Manhattan“

          Atombombenprojekten beteiligt verrät der „Kundschafter des Friedens“ u.a. das Land das ihm Asyl u.

          Bildung gewährte an Stalin’s KGB, 1946-50 Atomic Energy Research Establishment Harwell, am

          2.3.50 zu 14 Jahren Haft u. Entzug brit. Staatsbürgerschaft verurteilt, am 23.6.59 begnadigt geht er in

          den DDR-Unrechtsstaat - dem Land religiöser Bildungsdiskriminierung - wo sein Pfarrervater trotzdem

          Theologieprof. der Karl-Marx-Uni. Leipzig ist, Fuchs wird SED-Mitgl. u. VdN, 1959 Zentralinstitut für

          Kernforschung-Bereichsleiter, 1961 Prof. TU Dresden, 1962 VVO, 1967 SED-ZK, 1972 Akademie der

          Wissenschaften, 1975 Nationalpreis, 1986 „Hervorragender Wissenschaftler des Volkes“!) (>04.1933/

          28.8.38/ 03.1940/ 18.6.40/ 17./24.8.43/ 16.7.45/ 6.8.45/ 29.8.49/ 27.1.50/ 10.2.50/ 27.6.59/ 15.1.62),

          preuß. Oberjustizrat Dr. jur. Ernst Karl Melsheimer kündigt seine 5jährige SPD-Mitgliedschaft (er wird

          1933 Landgerichtsdirektor, 1937 Kammergerichtsrat und in der DDR Generalstaatsanwalt) (>3.1.48)

    02. Walter Ulbricht (KPD) wird mit Haftbefehl gesucht, Max Fechner (SPD) wird ins KZ Oranienburg einge-

          liefert, ex-SPD-Reichskanzler Philipp Scheidemann flieht, Medizinstudent Albert Wollenberger (KPD)

          flieht in die Schweiz (>10.7.51/ 13.3.91)  >verfolgte Schüler, auch Dr. Friedrich Wolf (KPD) u. Familie

          fliehen in die Schweiz, Vermögenseinzug/Ausbürgerungsliste, 1934 UdSSR, 1936 Sowjetbürger, 1943

          NKFD, 1945 KPD/SED, 1945 DEFA-Mitgr., 1949-51 Botschafter (Sohn Markus: Studium Moskau,

          27.5.45 Ankunft SBZ, 1945 KPD/SED, 1946-49 Berliner Rundfunk mit Ps. Michael Storm, 1949-51

          Botschaftsrat, 1951 APN/MfS Institut für Wirtschaftswissenschaftliche Forschung, 1952 Ltr. HV XV/

          HV A, 1953 stellv. Staatssekr., 1955-86 stellv. Stasi-Min., 1980 GenOberst, 1983-2002 Ehrenpension

          für Kämpfer gegen den Faschismus, 1986 Ruhestand, 1990 Flucht in UdSSR; 24.9.91 Verhaftung an

          dt.-österreichisch. Grenze) (>16.8.51/6.12.93/ 27.5.97),

          Dr. Netty Radvanyi geb. Reiling alias Dr. Anna Seghers (KPD) wird verhaftet aber wg. ihrer ungar.

          Staatsbürgerschaft nach kurzer Zeit entlassen (und flieht danach über die Schweiz nach Frankreich

          und später nach Mexiko, bis 1950 mexik. Staatsbürgerschaft, 1947 SBZ, SED, Kulturbund- und Dt.-

          Sowjet. Freundschaft-Vizepräs., 1952-78 Präsidentin DDR-Schriftstellerverband) (>22./25.5.1952)

01.03. Reichskanzlei, A. Hitler empfängt Auto-Union-Direktor Klaus v. Oertzen (NSDAP), Porsche GmbH-

          Geschäftsführer Dr.-Ing. Ferdinand Porsche und Rennfahrer Hans Stuck (>27.9.33/ 22.6.34/ 15.7.34),

          Berlin, NSDAP-Mitgl. Nr. 143.642 u. MdL Preußen Erich Hilgenfeldt wird NS-Volkswohlfahrt-Leiter

          (später ca. 17 Mio. Mitgl., Hilgenfeld wird Winterhilfswerk-Reichsbeauftragter, MdR, NS-Frauenschaft-

          Hauptamtsleiter, SS-Brigadeführer, Kriegsverdienstkreuz-Träger) (>7.4.34/ 27.9.40/ 25.4.45/ 05.1946),

          Berlin, 8stündige Razzia in jüd. Centralverein-Büros mit Verhaftungen und Beschlagnahmungen,

          „Völkischer Beobachter“ „Jetzt wird rücksichtslos durchgegriffen“,

          „Neue Züricher Zeitung“ „Einbruch der Barbarei in die deutsche Kultur“,

          Hannover, der christlich konvertierte jüd. Prof. Dr. Theodor Lessing emigriert in die CSR (seine Frau

          die Volkshochschulleiterin Ada Lessing verliert im März ihre Stellung und folgt ihm ins Exil) (>30.8.33),

          Kurt Georg Kiesinger wird NSDAP-Mitgl. Nr. 2 633 930 (1966 Bundeskanzler d. cDU/cSU/SPD-Reg.)

02.03. Köln, Wahlkundgebung des kath. Zentrum, Zentrum-Vors. u. Nuntius Pacelli-Berater Dr. Ludwig Kaas

          sagt u.a. „Ich unterstütze mit der gesamten moralischen Autorität der kath. Zentrumspartei jede staat-

          liche Maßnahme, die diesem dämonischen Geist, der jenseits der deutschen Ostgrenze genug

          namenloses Elend physischer und moralischer Natur angerichtet hat, den Zugang zu deutschem

          Lande sperrt und dafür sorgt, daß auch die letzten Spuren dieser destruktiven Geistesrichtung bei uns

          überwunden werden.“ (>23.3.33)

03.03. Berlin, KPD-MdR Ernst Thälmann (er bezeichnete SPD-Mitgl. als Sozialfaschisten) wird mittels von

          Dr. jur. Hans Mittelbach unterzeichneten Haftbefehl verhaftet (>27./29.9.39/ 8.11.39/ 18.8.44/ 11.4.62),

          „Vorwärts - Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ wird verboten,

          Frankfurt/M., Reichstagspräs. H. Göring u.a. „Volksgenossen, meine Maßnahmen werden nicht ange-

          kränkelt sein durch irgendwelche juristische Bedenken. Meine Maßnahmen werden nicht angekränkelt

          sein durch irgendeine Bürokratie. Hier habe ich keine Gerechtigkeit zu üben, hier habe ich nur zu ver-

          nichten und auszurotten, weiter nichts.“

04.03. „Völkischer Beobachter“ veröffentlicht Aufruf „Die Berliner Hochschullehrer für Adolf Hitler“ (Mitunter-

          zeichner ist der Rassehygieniker Prof. Dr. Eugen Fischer, 1898 Promotion, 1900 Habilitation für Fach

          Anthropologie, 1906 Rasse-Studien u.a. in deutschen Konzentrationslagern für Herero- und Nama in

          Deutsch-Südwestafrika, von hier werden u.a. hunderte abgetrennte Herero-Schädel für „wissenschaft-

          liche Messungen“ nach Berlin gesandt, 1913 Autor „Die Rehobother Bastards u. das Bastardierungs-

          problem beim Menschen“, 1921 Co-Autor des Standardwerkes für dt. Rassekunde: „Menschliche

          Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“ - Prof. F. behauptet hier afrikanische Herero seien Tiere, 1925

          Mitherausgeber von „Volk und Rasse“, 1926 Co-Juror für den „besten nordischen Kopf“- Wettbewerb,

          1927-42 Direktor Kaiser-Wilhelm-Institut, 1933-35 Rektor Friedrich-Wilhelm-Uni. Berlin, spricht am

          >11.11.1933 auf der Festveranstaltung Leipzig, 1936 dankt Hitler für Nürnberger Rassegestze, >1937

          Mitgl. Anthropologen-Gutachter-Kommissionen für sog. „Rheinlandbastarde“, Preuß. Akademie der

          Wissenschaften, Author f. Zentralorgan der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene, Richter

          Erbgesundheitsgericht, 1940 Ausbilder sog. Eignungsprüfer zur Eindeutschung poln. Kinder, 1943

          Berichterstatter von Eva Justin’s Dissertation „Lebensschicksale artfremd erzogener Zigeunerkinder u.

          ihrer Nachkommen“ >10.7.1941, 1941 Beirat „Forschungsabt. Judenfrage“, 1942 Emeritierung, 1944

          Dt. Adlerschildorden, Kaiser-Wilhelm-Inst. wird Eugen-Fischer-Institut, 1945 IMT-Ankläger R.Jackson

          „Dschingis Khans und Eugen Fischers haften im Gedächtnis der Menscheit, niemals früher jedoch,

          hätten ein Dschingis Khan und ein Eugen Fischer sich die Hand gereicht“, als „Mitläufer“ entnazifiziert,

          1951 Mitgl. Gesellschaft f. Konstitutionswissen Tübingen, 1952 Ehrenmitgl. Deutsche Gesellschaft für

          Anthropologie, 1959 Autor „Begegnungen mit Toten“(>15.3.33/ 11.11.33/ 31.5.40/ 18.6.53/ 18.9.2001),

          Otto Braun (1932 durch Reichspräsident v. Hindenburgs u. Reichskanzler v. Papens „Preußenputsch“

          amtsenthobener demokratisch gewählter preuß. SPD-Min.-Präs.) verlässt das Dt. Reich im Auto und

          bezieht sein Haus in der Schweiz (>24.3.33),

          „Metallarbeiter-Zeitung“ „Das Erscheinen der Metallarbeiter-Zeitung ist bis zum 15.März verboten“

05.03. 8.(Mehrparteien-)Reichstagswahl (nach in Deutschland üblichen Straßenschlachten zwischen SPD-

          Reichsbanner-, KPD-Rotfrontkämpferbund- , NSDAP-SA- und DNVP-Stahlhelm-Wahlhelfern um 647

          Mandate und Regierungsmacht): NSDAP 43,9% (NSDAP-Programm Pkt. 20 „Um jedem fähigen und

          fleißigen Deutschen das Erreichen höherer Bildung und…Einrücken in führende Stellung zu ermög-

          lichen, hat der Staat für einen gründlichen Ausbau unseres gesamten Volksbildungswesens Sorge zu

          tragen…Erfassen des Staatsgedankens muß…durch die Schule (Staatsbürgerkunde) erzielt werden.“-

          „In großer Not wählte Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Wählt auch Ihr Liste 1“ „Der Reichs-

          tag in Flammen! Von Kommunisten in Brand gesteckt! So würde das ganze Land aussehen, wenn der

          Kommunismus und die mit ihm verbündete Sozialdemokratie…an die Macht kämen!...Wählt Hitler“),

          SPD 18,3%, KPD 12,3% („Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, der wählt den Krieg“ -

          81 Mandate sind annulliert, bei nur 566 AdV hat die NSDAP die absolute Mehrheit!), Zentrum 11,2% ,

          DNVP („Sozial ist, wer Arbeit schafft“) 8%, Bayer. Volkspartei 2,7%, Dt. Staatspartei 0,9% (>8.3.33/

          23.3.33/ 1.4.33/ 12.11.33/ 18.10.45/ 1.9.57/ 18.3.90),

          Hamburg, Rotfrontkämpfer u. Bürgerschaftsabgeordneter Edgar (Etkar) André verhaftet (>10.7.36),

          Regierungserklärung Hitlers u.a. „unser Rechtswesen muß in erster Linie der Erhaltung der Volksge-

          meinschaft dienen...Nicht das Individuum kann der Mittelpunkt der gesetzlichen Sorge sein, sondern

          das Volk" (Gleichschaltung/Beseitigung nicht NSDAP-regierter Landesregierungen, nach Verfassungs-

          bruch beginnt Zeit des Unrechts, angekündigter NSDAP-Aufnahmestop führt bei Beamten, Richtern,

          Staatsanwälten, Professoren u. anderen Mitläufern zu 1,6 Mio.„Märzgefallenen“-Massenbeitritten aus

          denen sich z.T. das nationalsozialistische Führerkorps als auch dt. Nachkriegseliten rekrutieren - 1935

          sind 62% der NSDAP-Mitgl. jünger als 41 Jahre, überproportional zur Gesamtbevölkerung sind viele

          Mitgl. Angestellte, Beamte u. Selbstständige - unterproportional ist der Anteil der Arbeiter und Bauern),

          bereits 2,5 Mio. deutsche NSDAP-Mitgl. befolgen die 12 Gebote vom NSDAP-Organisationshandbuch:

            1. Der Führer hat immer Recht!

            2. Verletze nie die Disziplin!

            3. Vergeude nie deine Zeit in Schwätzereien, in selbstgefälliger Kritik, sondern fasse an und schaffe!

            4. Sei stolz, aber nicht dünkelhaft!

            5. Das Programm sei dir Dogma; es fordert von dir äußerste Hingebung an die Bewegung!

            6. Du bist Repräsentant der Partei, danach richte dein Betragen und Auftreten!

            7. Treue und Selbstlosigkeit sei dir höchstes Gebot!

            8. Übe treue Kameradschaft, dann bist du ein wahrer Sozialist!

            9. Behandle deine Volksgenossen so, wie du behandelt zu werden wünschest!

          10. Im Kampfe sei zäh und verschwiegen!

          11. Mut ist nicht Rüpelhaftigkeit!

          12. Recht ist, was der Bewegung und damit Deutschland, d.h. deinem Volke nützt!

          (>30.9./3.10.33/ 20./24.7.50/ 10./16.7.58/ 23.3.59),

          Berlin, SPD-„Vorwärts-Haus“ wird durchsucht u. SPD-Mitglieder - z.B. Kurt Eisner - verhaftet (bis zur

          Ermordung 1942 wird er u.a. in den KZ Esterwegen, Dachau u. Sachsenhausen inhaftiert) (>08.1942),

          Verein Deutscher Zeitungs-Verleger: „Das neugebildete Präsidium des Vereins gelobt Ihnen, Herr

          Reichskanzler, daß die im Verein Deutscher Zeitungs-Verleger zusammengeschlossenen Verleger

          ihre Kraft freudigst in den Dienst Ihrer Führerschaft…für die geistige und seelische Erneuerung der

          deutschen Nation stellen.“,

          Sachsen, NSDAP-Reichskommissar Manfred Freiherr v. Killinger verbietet „die Vorbereitung und

          Veranstaltung kommunistischer und sozialdemokratischer Jugendweihen“ (bereits 1889 hielt der SPD-

          Reichstagsabgeordnete u. spätere Braunschweiger SPD-Justizmin. Ewald Vogtherr in Berlin die Fest-

          rede für eine proletarische Jugendweihe, 1903 fand in Bremen die erste eigenständige SPD-Jugend-

          weihe statt, 1907 nahm der spätere SED-Generalsekretär Walter Ulbricht in Leipzig an einer SPD-

          Jugendweihe teil, noch vor dem 1.Weltkrieg formuliert die SPD „Der Zweck der Feier ist die Aufnahme

          der jungen Genossen in den Kreis der Volks- und Kampfgemeinschaft…“, ein beliebter Weihespruch

          in der Weimarer Republik: „Seid geweiht dem Arbeitsvolke und der Arbeit Sturmgebet. Seid geweiht

          der Feuerwolke, die vor euren Vätern geht. Seid geweiht der Mutter Erde, daß sie ganz euch eigen

          werde.“ stammte vom SPD-Genossen Bruno Schönlank, 1923 wurde SPD-Genosse Otto Grotewohl

          Amtsnachfolger Ewald Vogtherrs in Braunschweig, am 1.4.1928 nahm in Lübeck Herbert Frahm -

          bekannt als SPD-Bundeskanzler Willy Brandt - an einer sozialistischen Jugendweihe teil und 1954 zu

          Zeiten der Vorbereitung und Veranstaltung sozialistischer DDR-Jugendweihen - als die Verweigerung

          der Teilnahme durch andersdenkende religiös gebundene Kinder mit Verfassungs- u. Menschenrechte

          verletzender Bildungsdiskriminierung und lebenslangem Unterschichtendasein bestraft wird - ist aus

          SPD-Genosse Grotewohl ein SED-(„Unsere-Regierung-gehört-zur-Jugend-und-unsere-Jugend-gehört-

          zur-Regierung“)-Ministerpräsident geworden) (> 30.3.41/ 6.7.54/ 2.10.90)  >verfolgte Schüler,

          Sachsen, Jugendherberge Burg Hohnstein wird Schutzhaftlager unter SA-Führer Heinicker (>21.4.50)

06.03. Berlin, Polizeirazzia gegen den „Vorwärts - Zentralorgan der SPD“,

          Berlin, ex-Polizeivizepräs. Dr. Bernhard Weiß flieht in die Tschechoslowakei; der dt.-jüd. Philosoph u.

          KPD-Mitgl. Dr. Ernst Bloch flieht in die Schweiz (kehrt 1948 aus den USA in die SBZ zurück)(>21.5.49)

6./12.3. mehrtägige, reichsweite antisemitische Straßenkrawalle, Geschäftsschliessungen, Plünderungen,

          körperliche Mißhandlungen u. Verhaftungen jüd. Deutscher (>30.3.33/ 1.4.33/ 9.11.38)

07.03. Dresden, Semperoper, GMD Fritz Busch wird durch SA bei Proben behindert (er emigriert nach Groß-

          britannien, die Dirigenten Otto Klemperer in die USA bzw. Hans Walter David in die UdSSR) (>5.2.40)

08.03. NSDAP-Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick über gewählte KPD-MdR bei kommender Reichstags-

          eröffnung: „Kommunisten (werden) durch dringendere und nützlichere Arbeiten verhindert sein an der

          Sitzung teilzunehmen. Dazu werden wir ihnen in den Konzentrationslagern Gelegenheit geben.“,

          Berlin, Regisseur u. Deutsche Theater-Leiter Max Reinhardt emigriert nach Österreich (ab 1937 USA),

          Dortmund, dutzende SA-uniformierte Deutsche stürmen und besetzen das Landgericht

09.03. Berlin, Verhaftung der illegalen Asylanten/Zuwanderer Georgi Dimitroff, Blagoi Popoff u. Wasili Taneff

          wg. des Reichstagsbrandes (Reichsgerichtsrat und NSDAP-Mitgl. Paul Vogt führt die Ermittlungen

          gegen sie, M. van der Lubbe u. E. Torgler, er lässt die Beschuldigten während der 6monatigen U-Haft

          in Fesseln halten und dringt auch auf eine „zuverlässige Besetzung“ für das den Prozeß verhandelnde

          Gericht. Als Senatspräsident verantwortet Vogt später auch schlimmste „Rasseschande“-Urteile und

          wird 1950 bei den Waldheimer Prozessen in der DDR selbst verurteilt) (>21.9.33/ 21.4.50),

          Chemnitz, Verhaftung und Abtransport des SPD-MdR Bernhardt Kuhnt auf einem offenen Karren

10.03. Bonn, Kinderanstalt für seelisch Abnorme wird v. Prof. Dr. Dr. Walther Poppenreuther (1931 NSDAP,

          Leiter Institut f. Arbeitspsychologie, Berater Deutsches Institut f. techn. Arbeitsschulung, 1934 Autor

          „Hitler, der politische Psychologe“) mit SA-Trupp besetzt, die Wohnung des jüd. Klinikchefs Prof. Dr.

          Otto Löwenstein wird verwüstet u. er vertrieben (Nachfolger wird Prof. Poppenreuter, erst 1990 wird in

          der BRD die Walter-Poppenreuter-Medaille vom Bund Deutscher Hirngeschädigter zurückgezogen),

          München, weil der jüd. Rechtsanwalt Dr. Michael Siegel einen inhaftierten Juden vertrat wird er mit

          dem Schild „Ich bin ein Jude, aber ich will mich nie mehr bei der Polizei beschweren“ barfuß durch die

          Innenstadt getrieben (das Bild geht durch die Weltpresse) (>7.4.33/ 13.8.34/ 8.7.71),

          „Niedersächsische Tages-Zeitung“ „Säubert die Rathäuser! Schluß mit der Ausplünderung Hannovers

          durch sozialdemokratische Postenjäger…“ (>13.3.33),

          Potsdam, Kreiswahlleiter informiert den mit Haftbefehl gesuchten polit. KPD-Leiter Walter Ulbricht, daß

          er zum MdR gewählt ist (>10.1933/ 14.10.37),

          USA; Nobelpreisträger Prof. Dr. Albert Einstein, Leiter d. Kaiser-Wilhelm-Instituts Berlin, sagt in den

          USA u.a. „Solange mir eine Möglichkeit offensteht, werde ich mich nur in einem Lande aufhalten, in

          dem die politische Freiheit, Toleranz und die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz herrschen…Diese

          Bedingungen sind gegenwärtig in Deutschland nicht erfüllt.“ (>28.3.1933/ 11.11.1933/ 2.8.1939)

11.03. Reichspräs. v. Hindenburg’s Erlaß zur Errichtung des Reichsministerium für Volksaufklärung und

          Propaganda („Für Zwecke der Aufklärung und Propaganda unter der Bevölkerung über die Politik der

          Reichsregierung und den nationalen Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes wird ein Reichsmin.

          für Volksaufklärung und Propaganda errichtet.“) (Minister wird Dr. Joseph Goebbels) (>12.10.50),

          Berlin, der jüd.-dt. Publizist und KPD-Mitgl. Dr. phil. Anton Kantorowicz flieht über die Schweiz nach

          Frankreich (1934 Gen.-Sekr. Schutzverband Dt. Schriftsteller im Exil, Gründer „Bibliothek verbrannter

          Bücher“, 1936-38 span. Bürgerkrieg, 1939-41 französ. Internierungslager, 1941-46 USA, 1946 SBZ,

          SED, Herausgeber „Ost und West“, 1950-57 Professor Humboldt-Uni.) (>1.11.34/ 17.7.56/ 22.8.57),

          Breslau, Amts- und Landgericht, dutzende SA-uniformierte Deutsche stürmen die Gebäude, brüllen

          „Juden raus“ und treiben jüd. Anwälte, Staatsanwälte und Richter auf die Straßen,

          Lübeck, der jüdische „Lübecker Volksbote“-Redakteur Dr. Fritz Solmnitz wird verhaftet und durch die

          Innenstadt getrieben, er muß am Hals das Schild „Jude“ tragen (Dr. S. stirbt am 19.9.1933 an den in

          der Strafanstalt Fuhlsbüttel erlittenen Mißhandlungen, die Verantwortlichen werden nie bestraft)

    03. Bayern und Preußen beurlauben jüdische Richter,

          Thüringen, Verordnung zu öffentlichen Aufträgen bestimmt, daß nur „Unternehmungen des guten

          alten Mittelstandes und christliche Geschäfte“ berücksichtigt werden,

          Berlin, der jüd.-dt. KPD-„Rote Fahne“-Redakteur Albert Norden flieht in die CSR (1938 Ausbürgerung,

          1939-40 franz. Internierung, 1941-46 USA, 1946 SBZ, SED, 1947-48 DWK-Pressechef, 1949-52 HA-

          Leiter Amt f. Informationen bei MinPräs. Grotewohl im Staat verfolgter Schüler, 1952 Prof. Humboldt-

          Uni., 1954 Staatssekr. ) (>8.7.38/ 15.7.42/ 12.10.49/ 7.1.54),

          Berlin, der dt.-jüd. Student Helmut Flieg (bereits 1931 in Chemnitz ein verfolgter Schüler) flieht in die

          CSR und wird Stefan Heym, 1935-36 US-Stipendium, Promotion, 1937-42 Redakteur/Autor in USA,

          1943-45 US-Army Propagandaabt., 1953 Rückkehr in die DDR, dem Staat verfolgter Schüler)

          (>22.5.79/ 21.10.94/ 10.11.94),

          Bremen, Karl Carstens legt das Abitur ab (er erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistisch.

          Begabtenförderung als SA-Mitgl., studiert Jura, promoviert 1938, 1940 NSDAP (>20.11.75/ 27.6.81)

12.03. Reichspräs. v. Hindenburg’s schwarz-weiß-roter- und Hakenkreuz-Flaggenerlaß („Feier des Sieges

          der nationalen Revolution“ - für Reichstagspräs. Göring sind 03.1933 schwarz = Katholizismus/Rom,

          rot = Kommunismus/Moskau, gold = Judentum/Jerusalem u. somit Symbole der Feinde Deutschlands)

13.03. Köln, Oberbürgermeister Dr. jur. K. Adenauer (Zentrum) u. 13 weitere Rhein-Provinz-Bürgermeister

          werden amtsenthoben (die NSDAP forderte im März-Wahlkampf: „Fort mit Adenauer! Schluß mit der

          schwarz-roten Korruptionsmehrheit! Herunter mit den Riesengehältern!“ Schon 1929 betrugen Dr.

          Adenauer’s - des „teuersten OBB“ - Einkünfte ca. RM 120 000(!) und „mehr als der Reichspräsident“;

          bereits ab 18.3.33 untersagt Kölns Stadtverwaltung Juden die Nutzung städt. Sportanlagen u. die Ver-

          gabe öffentl. Aufträge an jüd. Firmen, ähnl. Maßnahmen trifft am 24.3. München,.am 28.3. Oldenburg,

          am 29.3. Bremen, am 31.3. u.a. Dortmund, Essen, Karlsruhe - am 16.3.45 amtiert Dr. A. wieder als

          Kölner Oberbürgermeister) (>13.4.33/ 14.11.33/ 6.10.45/ 23.3.49/ 7.9.49/ 19.4.67),

          München, Klaus und Erika Mann emigrieren in die Schweiz (>11.6.35/ 10.1938)

14.03. Dresden; Obb Dr. Wilhelm Külz (DDP) wird amtsenthoben (1935-45 Rechtsanwalt)(>28.6.33/ 5.7.45),

          Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen-Reichsführer Dr. Hans Frank fordert Ausschluß jüd.-

          dt. Juristen aus Gerichten u. Anwaltskammern (am 30.3. fordern BNSDJ-Referendare den Ausschluß

          jüd.-dt. Rechtsanwälte),

          Dt. Beamtenbund „Wie das Berufsbeamtentum in der Vergangenheit an Deutschlands Größe uneigen-

          nützig mitgearbeitet hat, so will es auch am Wiederaufstieg der Nation tätigen Anteil haben. Es kann

          für den deutschen Beamten nichts anderes geben, als daß er sich willig u. mit voller Hingabe zur Ver-

          fügung stellt und die Regierung durch treue Pflichterfüllung unterstützt.“ (>20.8.34/ 10.10.46/ 11.5.51),

          Emden, Wilhelmsgymnasium, Polizeibeamtensohn Henri Nannen erhält das Abitur (sein Vater wurde

          am 8.3.34 auf grund des Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums amtsenthoben. Henri

          wird Mitglied von NS-Studentenbund, KdF, nationalsozialistischer Kulturgemeinde und Deutschen

          Luftsportverband, erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung und

          studiert bis 1937 in München u.a. Kunstgeschichte u. Journalistik (>1./16.8.36/ 18.7.37/ 04.1939)

15.03. Reichsinnenministerium gibt Weisungen zum Einreiseverbot von sog. Ostjuden,

          Gründung Deutscher Luftsportverband e.V. (wird Basis für spätere Luftwaffe),

          Berlin, Deutsche Akademie der Dichtung der Preußischen Akademie der Künste, Gerhart Hauptmann

          (der Literaturnobelpreisträger hisst am „Tag d. nationalen Arbeit“ die Hakenkreuzfahne an seiner Villa,

          erklärt sich 11.1933 öffentlich solidarisch mit Hitler’s Plan zum Völkerbund-Austritt, nimmt 1942 aus

          der Hand von Reichsstatthalter Baldur v. Schirach den Ehrenring der Stadt Wien in Empfang, schreibt

          03.1945 „Die Untat von Dresden“), Gottfried Benn, Rudolf Binding, Theodor Däubler, Ludwig Fulda,

          Max Halbe, Bernhard Kellermann, Oskar Loerke, Max Mell, Alfred Mombert, Walter v. Molo, Fritz

          v. Unruh, Josef Ponten, Wilhelm Scholz, Wilhelm Schmidt-Bonn, Hermann Stehr, Eduard Stucken,

          Franz Werfel u. Alfred Döblin - der gleichzeitig den Austritt erklärt - unterzeichnen Loyalitätserklärung

          für A. Hitler’s Reichsregierung (>26.10.33/ 13.9.40/ 29.3.45/ 6.4.45/ 7.4.46/ 18.6.53),

          Juristensohn, Student, KPD-Mitgl. u. Rotfrontkämpfer Johannes R. Becher (Zitat: „Unter materieller

          Not hatte ich während meiner Kindheit nicht zu leiden.“) flüchtet in die CSR und UdSSR (1943 NKFD-

          Gründungsmitgl.) (>24.3.34/ 12./13.7.43/ 10.6.45),

          Ingenieurssohn, Lyriker u. KPD-Mitgl. Ernst Weinert flieht in die Schweiz, später UdSSR (1943 NKFD-

          Gründungsmitgl.) (>1.11.34/ 12./13.7.43/ 03.1946),

          Saarland; der VölkIinger Industrielle Dr. Herrmann Röchling initiert „Deutsche Front“ aus NSDAP,

          bürgerlichen Parteien u. kath. Zentrum (>13.1.35/ 1.3.35/ 12.11.42/ 30.6.48/25.1.49/ 12.1994)

16.03. „Der Führer - Monatsschrift für Führer u. Helfer der Arbeiterjugendbewegung“, Erich Ollenhauer (Vors.

          d. Sozialistischen Arbeiterjugend) schreibt: „Wir haben niemals aus unserer sozialistischen Gesinnung

          einen Hehl gemacht…jedermann, der die Geschichte…der dt. Jugendverbände in den letzten zwanzig

          Jahren kennt, der weiß, daß…die Leistung der sozialistischen Jugendbewegung einfach nicht wegzu-

          denken ist…Die Wahl des 5.März entbindet uns nicht von der Verpflichtung zur sozialistischen

          Jugendarbeit…Jeder bleibt auf seinem Posten! Jeder erfüllt an seinem Platz seine Pflicht! Wir rechnen

          auf euch, wie ihr auf uns zählen könnt! Treue um Treue! Es lebe der Sozialismus!“ (Ollenhauer u. die

          SPD-Führer Rudolf Breitscheid, Siegmund Crummenerl - dessen Adlatus Alfred Nau wird nach 1945

          als „Altgenosse, der die Kriegskasse der SPD“ vor dem Reichsfiskus „rettete“ SPD-Schatzmeister - , .

          Curt Geyer, Rudolf Hilferding, Erich Rinner, Friedrich Stampfer, Hans Vogel, Herbert Weichmann u.

          Otto Wels flüchten 05.1933 nach Prag, deklarieren sich am 2.6.33 zum Parteivorstand, 1938 fliehen

          sie mit Familien vor dem Einmarsch dt. Truppen nach Paris, einige sterben im Exil, werden verhaftet u.

          ermordet, andere fliehen ab 1940 mit Hilfe der amerikan. Emergency Rescue Committee und Joint

          Labor Committee von Frankreich über Spanien, Portugal nach USA u. Großbritannien; Ollenhauer

          wird 1949 MdB, 1952-63 SPD-Vorsitz.; Weichmann wird Rechnungshof-Präs., 1965-72 Erster Bürger-

          meister Hamburgs) (>26.4.33/ 4.5.33/  9.5.33/ 18.6.33/ 18.7.33/ 11.6.35/ 27./29.9.39/ 5.2.40/ 09.1940),

          „Kölnische Zeitung“ „Erste Aufgabe der Presse ist Gleichschaltung zwischen Regierung und Volk...“,

          „Völkischer Beobachter“ Leitartikel des ev. Pfarrers Alfred Freitag: „Adolf Hitlers Regierungsgrundlage:

          das Christentum.“ „Noch niemals in den fast 1½ Jahrzehnten des Untergangs Deutschlands…seit dem

          Verbrechen von 1918 hat ein einzelner Staatsmann, geschweige denn die gesamte Reichsführung…

          sich so grundsätzlich auf den Boden des Christentums gestellt wie Adolf Hitler und die von ihm zur

          Mitarbeit berufenen Männer seiner Regierung“, ein anderer Artikel im gleichen Blatt: „Hand in Hand mit

          dem Geburtenschwund geht eine gewaltige Vergreisung des deutschen Volkes“ (>1.6.33/ 3.6.33),

          Berlin, Bankier, Hitlerfreund, Kepplerkreis-Mitgl. Dr. phil. Hjalmar Schacht löst Dr. jur. Hans Luther als

          Reichsbankpräs. ab (Dr. H. Luther wird neuer dt. Botschafter in den USA) (>05.1933/ 26.8.36),

          Leipzig, Reichsgerichtspräsident Dr. Erwin Bumke beurlaubt in vorauseilendem Gehorsam den dt.-jüd.

          Senatspräsidenten Dr. Alfons David (ab 1.8.33 Zwangs-Ruhestand, 1939 Emigration in die USA)

17.03. Berlin, „Deutscher Freidenker-Verband“-Zentrale von SA besetzt, Verbandsverbot/ Vermögenseinzug,

          Staatskommissar Dr. Julius Lippert befiehlt Entlassung jüd. Krankenhausärzte in Berlin (>19.6.36),

          „Emder Zeitung“ „Kommunisten kommen ins KZ“,

          Gründung „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“ (30.6.34/17.8.38/28.5.40/17.12.44/30.9.46/19.10.50/9.11.89)

18.03. Berlin, die SA ermordet den jüd. Bäckerlehrling Siegbert Kindermann

19.03. Verordnung zur Beschleunigung des Verfahrens in Hochverrats- und Landesverratssachen,

          „Deutsche Richterzeitung“, Ergebenheitsadresse vom Präsidium des Deutschen Richterbundes u.a.:

          „Der deutsche Richterbund begrüßt den Willen der neuen Regierung, der…Not und Verelendung des

          deutschen Volkes ein Ende zu machen…Deutsches Recht gelte in deutschen Landen! Der deutsche

          Richter war von jeher…verantwortungsbewußt. Stets war er vom sozialen Empfinden erfüllt, er hat nur

          nach Gesetz u. Gewissen gesprochen…Der deutsche Richterbund bringt der neuen Regierung volles

          Vertrauen entgegen...“ (>20.3.33) (nach dem Ende definiert als „bewußte Teilnahme an einem über

          das ganze Land verbreiteten und von der Regierung organisierten System der Grausamkeit und

          Ungerechtigkeit unter Verletzung…der Gesetze der Menschlichkeit, begangen im Namen des Rechts

          unter der Autorität des Justizministeriums und mit Hilfe der Gerichte. Der Dolch des Mörders war unter

          der Robe des Juristen verborgen.“) (>30.9./3.10.33/ 2.4.35/ 23.4.41/ 13.11.46/13.10.47/ 30.3./6.4.54)

20.03. Bayr. Bischofskonferenz; Kardinal Faulhaber sagt u.a. „In Rom beurteilt man den Nationalsozialismus

          wie den Faschismus als…einzige Rettung vor…Kommunismus u. Bolschewismus“ (>20.7.33/ 1.4.39),

          Ergebenheitsadresse des Preußischen Richtervereins: „In dem Aufbruche des deutschen Volkes

          sehen die preußischen Richter und Staatsanwälte den richtigen Weg, der ungeheuren Not und Ver-

          elendung unseres Volkes ein Ende zu machen. Sie sind überzeugt…den Wiederaufstieg Deutsch-

          lands herbeizuführen. Deutsches Recht gelte allein in deutschen Landen!...“; 

          Ergebenheitsadresse des Deutschen Notarvereins: „Der Deutsche Notarverein begrüßt die heute be-

          kanntgegebene Erklärung des Deutschen Richterbundes und schließt sich ihr an. Auch wir deutschen

          Notare sind davon überzeugt, daß es dem Zusammenarbeiten aller aufbauwilligen Kräfte gelingen

          wird, die Gesundung unseres gesamten öffentlichen Lebens…und den Wiederaufstieg Deutschlands

          herbeizuführen.“ (>26.3.33/ 30.9./3.10.33)

21.03. Garnisonskirche Potsdam, Reichstagseröffnung, Reichspräs. v. Hindenburg u.a.: „Möge der alte Geist

          dieser Ruhmesstätte auch das heutige Geschlecht beseelen, möge er uns…in nationaler Selbstbesin-

          nung…zusammenführen zum Segen eines in sich geeinten, freien, stolzen Deutschland…“, Reichs-

          kanzler Hitler u.a.: „In einer einzigartigen Erhebung hat das Volk in wenigen Wochen die nationale

          Ehre wieder hergestellt…“ und Generalsuperintendent u. DNVP-Mitgl. Otto Dibelius Predigt-Zitat: „Wir

          haben von Dr. Martin Luther gelernt, daß die Kirche der rechtmäßigen staatlichen Gewalt nicht in den

          Arm fallen darf, wenn sie tut, wozu sie berufen ist. Auch dann nicht, wenn sie hart und rücksichtslos

          schaltet.“, Goebbels notiert „Alle erheben sich von den Plätzen u. bringen dem greisen Feldmarschall

          der dem jungen Kanzler seine Hand reicht, jubelnde Huldigungen dar.“- „Nun danket alle Gott“ wird

          intoniert, vor ca. 250 000 Hakenkreuz- u. schwarz-weiß-rote Fahnen schwenkender jubelnder Bürger

          paradieren draussen hinter dem später zum Generalfeldmarschall mit hoher Aufwandsentschädigung

          beförderten Kommandeur Ernst Busch mit Adj Henning v. Tresckow das Infanterieregiment 9, die SA

          und der „Stahlhelm“ (> 6.4.33/ 25.6.41/ 18.8.42/ 28.6.44/ 20.7.44/ 11.10.49/ 20.4.50),

          Verordnung über die Gewährung v. Straffreiheit (für Straftaten bei national. Erhebung wie der Matthias

          Erzberger-Mord durch Heinrich Tillessen/Heinrich Schulz o. der Potempa-Mörder) (>24.3.33/ 6.1.47),

          Verordnung zur Abwehr heimtück. Angriffe gegen die Regierung der national. Erhebung (>20.12.34),

          Verordnung über Bildung von Sondergerichten (lt. späterem Rundschreiben von Justizmin. Thierack

          an Generalstaatsanwälte u. Oberlandesgerichtspräsidenten sind es „Standgerichte der inneren Front“)

          Entfall der bei schweren Delikten üblichen gerichtl. Voruntersuchung, Ladungsfristreduzierung = 3Tge,

          Richter können Beweisanträge ablehnen - als „Panzertruppe der Rechtpflege“ fällen die über 1 000

          Richter der Sondergerichte bis 1945 ca. 15 000 Todesurteile - bis >25.8.98 ohne Wiedergutmachung,

          keiner dieser Juristen wird vor Gericht gestellt) (>1.12.33/ 24.4.34/ 20.12.34/ 24.10.39/ 15.10.41/

          21.10.44/ 03.1950/ 9.8.51/ 1.3.56/ 11.3.61/ 14.4.61/ 13.6.61) deutsche Gerechtigkeit,

          KZ Oranienburg errichtet, Kommandant Werner Schäfer; ca. 3 000 Häftlinge, ca. 16 Tote (>11.11.33),

          „Völkischer Beobachter“ „Am Mittwoch wird in der Nähe von e das 1.Konzentrationslager mit

          einem Fassungsvermögen für 5 000 Menschen errichtet werden. Hier werden die gesamten kommu-

          nistischen und soweit...notwendig ist, Reichsbanner- und sozialdemokratischen Funktionäre, die die

          Sicherheit des Staates gefährden, zusammengezogen, da es auf die Dauer nicht möglich ist...diese

          Funktionäre in den Gerichtsgefängnissen unterzubringen...“, das KZ Dachau (Torinschrift: Arbeit

          macht frei, Kommandanten u.a. Hilmar Wäckerle, Theodor Eicke, Hans Loritz, Martin Weiss, Heinrich

          Deubel, Alex Piorkowski, Lagerärzte u.a. Dr. Enno Lolling, Dr. Rudolf Brachtel, Dr. Sigmund Rascher,

          Dr. Claus Schilling, Dr. Fritz Hintermayer, Dr. Helmuth Vetter, Dr. Wilhelm Witteler) hat 1945 (>03.43)

          125 Außenstellen u. ca. 200 000 Häftlinge (Phlegmonenversuche an kath. Pfarrern/ Ordensbrüdern,

          Unterkühlungs-, Unterdruck- und Malariaerregerversuche u.v.a. Experimente töten eine unbekannte

          Zahl Häftlinge qualvoll, neben 30 000 registrierten Toten werden ab 1941 tausende sowjet. Kriegs-

          gefangene erschossen und nichtregistrierte Häftlinge durch Hunger, Krankheit, Erschöpfung, Folter,

          Erschießen, Erhängen und Spritzen getötet) (>1.10.1933/ 21.5.1941)

22.03. Dachau, erstes KZ eröffnet (insges. ca. 200 000 Häftlinge u. 30 000 Tote)(>26.6.33/ 29.4.45/ 9.5.65),

          Dr. Alfons Stauder, Leiter Hartmannbund, telegraphiert Reichskanzler Hitler: „Die ärztlichen Spitzen-

          verbände…, Ärztevereinsbund und Verband der Ärzte Deutschlands, begrüßen freudigst den ent-

          schlossenen Willen der Reichsregierung der nationalen Erhebung, eine wahre Volksgemeinschaft aller

          Stände, Berufe u. Klassen aufzubauen u. stellen sich freudigst in den Dienst dieser großen vaterländ.

          Aufgabe mit dem Gelöbnis treuester Pflichterfüllung als Diener der Volksgesundheit.“ (>13.4.33),

23.03. Berlin, Reichstag, Reichskanzler A. Hitler in programmatischer Rede u.a. „Die nationale Regierung

          sieht in…beiden christl. Konfessionen wichtigste Faktoren der Erhaltung unseres Volkstums…ihre

          Rechte sollen nicht angetastet werden…Sorge gilt dem…Zusammenleben zwischen Kirche u. Staat“;

          mit 444 NSDAP-, DNVP-, Bayerische Volkspartei- (u.a. BVP-Vors. u. 1945 bayr. Min.Präs., 1949 BRD-

          Finanzmin. Dr. jur. Fritz Schäffer  >28.9.45) u. Zentrums- (u.a. Zentrum-Vors. Dr. Ludwig Kaas, ex-

          Reichskanzler Dr. Heinrich Brüning >21.5.34 und der Christl. Gewerkschaftsfunktionär Jakob Kaiser

          >3.5.33/ >26.6.45 SBZ-CDU-Gründungsmitgl.) und (ex-DDP) Deutsche Staatspartei-Stimmen (u.a.

          Dr. Theodor Heuss, 1932 Autor von „Hitlers Weg“, >10.4.38/ >10.8.48, die Deutschen mit einem „cave

          canem“ bissigen Hund vergleichender erster BRD-Bundespräs., Dr. jur. Reinhold Maier - 1945-53 Min.

          Präs. Württemb.-Baden, DVP-Gründungsmitgl., 1948 Parlamentar. Rat, FDP, 1952-64 MdL, 1953-59

          MdB sowie Gewerkschaftssekr. Ernst Lemmer, 1946 cDUD-Mitgl., SBZ-FDGB-Vorst., 1956-62 und

          1964/65 Bundesmin. >19.4.39/ 20.7.44) bei 94 SPD-Gegenstimmen - Fraktionsvors. Otto Wels sagt

          u.a. „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht…Wir grüßen die Verfolgten und

          Bedrängten…Ihre Standhaftigkeit und…Treue verdienen Bewunderung…“ (trotzdem flüchtet auch er

          05.1933 nach Prag; 81 KPD-AdR’s sind verhaftet - 43 KPD-, 42 SPD- u. 4 Zentrum-AdR werden im

          3. Reich ermordet!) für das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich (Ermächtigungsgesetz

          endet demokrat. Gewaltenteilung u. Beachtung der Reichshaushaltsordnung, berechtigt Regierung

          4 Jahre ohne Reichstagsmitwirkung Gesetze zu erlassen „Art.2 Die von der Reichsregierung

          beschlossenen Reichsgesetze können von der Reichsverfassung abweichen“; bis 1945 tagen die

          MdR noch 19x nach dem folgenden Muster: Reichstagspräs. Göring eröffnet, Reichskanzler Hitler

          spricht, Göring dankt überschwenglich, das Plenum akklamiert und „der teuerste Männergesangverein

          Deutschlands“ singt abschliessend das „Horst-Wessel“- oder „Deutschlandlied“ (>4./5.7.33/ 20.7.33/

          26.7.39/ 2.2.44/ 11.12.48/ 12.9.49/ 01.-03.51/ 14.6.52/ 4.10.60/ 30.5.68)

24.03. „Völkischer Beobachter“ (Herausgeber Adolf Hitler) „Der Wille des deutschen Volkes erfüllt: Der

          Reichstag übergibt Adolf Hitler die Herrschaft“ „Aufruf des Nationalsozialistischen Deutschen Ärzte-

          bundes:..Es gibt wohl keinen Beruf, der für Größe und Zukunft der Nation so bedeutungsvoll ist wie

          der ärztliche…Aber keiner ist auch so verjudet wie er und so hoffnungslos in volksfremdes Denken

          hineingezogen…Beseitigung der jüdischen Vertrauens- und Versorgungsärzte“ damit der „schändliche

          Zustand“ ein Ende finde „daß arbeitende deutsche Mädchen und Frauen vom Staat gezwungen

          werden, sich von Rassefremden untersuchen zu lassen.“ (ca. 45% der Ärzte werden NSDAP-Mitgl.,

          26% SA-Mitglied, 7% SS-Mitglied) (>10.10.46/ 29.10.99),

          „Berliner Lokal-Anzeiger“ „Indem die Regierung entschlossen ist, die politische und moralische

          Entgiftung unseres öffentlichen Lebens durchzuführen, schafft und sichert sie Voraussetzungen für

          eine wirklich tiefe innere Religiosität...Herr Ludwig Kaas (Zentrum) vollzieht sanft und salbungsvoll den

          hundertprozentigen Umfall des Zentrums. Er legt es wie in Butter.“,

          ex-Zentrum-Reichskanzler Dr. phil. Joseph Wirth emmigriert nach Votum für das Ermächtigungsgesetz

          in die Schweiz (1953 „Bund der Deutschen“-Gründer, 1955 Stalin-Preisträger) (>19.7.53/ 13.3.91),

          Reichsverband d. Deutschen Industrie, Präs. Dr. jur. Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach’s Loyalitäts-

          erklärung an NSDAP-Reichskanzler Hitler „...durch die Wahlen ist die Grundlage für ein stabiles

          Regierungsfundament geschaffen...Die deutsche Industrie, die sich als einen…unentbehrlichen Faktor

          für den nationalen Aufbau betrachtet, ist bereit, an dieser Aufgabe tatkräftig mitzuwirken u. der Reichs-

          verband wird alles tun, um der Reichsregierung bei ihrem schweren Werke zu helfen “ (>3.5.33),

          Freilassung der, weil sie einen Kommunisten zu Tode traten zum Tode verurteilten (durch v. Papen zu

          lebenslanger Haft reduziert) u. von A. Hitler „Meine Kameraden“ titulierten 5 SA-Mörder von Potempa,

          Berlin, Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung Dr. jur. Günther Gereke (Dt. Landvolk) wird verhaftet

          und 1933 im Namen des Volkes wg. Unterschlagung zu 2½ Jahren Haft verurteilt (>26.7.52),

          Chemnitz, die verhafteten Stadträte Müller und Westfählinger müssen den verhafteten SPD-AdR

          Bernhard Kuhnt auf einer Karre „zum Dreckwaschen“ durch die Strassen ziehen,

          München, Erlaß des bayr. Justizministers Dr. Hans Frank „daß Richter jüdischer Abstammung nicht

          mehr mit...Strafrechtspflege und der Disziplinargerichtsbarkeit befaßt...und daß Staats- und Amtsan-

          wälte jüdischer Abstammung nicht mehr als Vertreter der Anklage in Gerichtssitzungen tätig werden.“

25.03. Propagandamin. Dr. Goebbels vor Rundfunkintendanten: „Wir sind heute die Herren von Deutschland

          und an dieser Tatsache wird nichts mehr geändert…Der Geist der pöbelhaften individualistischen

          Massen-Anbetung wird ersetzt durch den Geist eines neuen Heroismus…Dieser Geist wird auch in

          den Häusern des Rundfunks Einzug halten. Und es wäre nun naiv zu glauben, daß irgendein Mensch

          die Kraft oder die Möglichkeit hätte, sich dem zu widersetzen…Und so wie sich die geistige Revolution

          auf dem Gebiet der Politik schon durchgesetzt hat…so wird sie auch die Rundfunkhäuser erobern.“

26.03. Ergebenheitsadresse des Deutscher Anwaltvereins: „Der Vorstand des Deutschen Anwaltvereins be-

          grüßt die Erstarkung nationalen Denkens und Wollens, die sich im deutschen Volk vollzogen hat. Er

          wird seine ganze Kraft einsetzen, um der Gesundung von Volk und Reich zu dienen…Die deutsche

          Anwaltschaft, der Not des Volkes verbunden, sieht in der Erfüllung ihrer Aufgabe, dem Rechte zu

          dienen, die Ordnung zu fördern, dem Redlichen sein Recht zu sichern u. die Schwachen zu schützen,

          den Weg, auf dem sie das Ihrige zur Gesundung des Reiches…beisteuern kann…“) (>7.4.33/ 18.5.33/

          30.9./3.10.33/ 27.12.33/ 05.1936)

27.03. Japan verläßt den Völkerbund (Japans Delegierter Yosuke Matsuoka verliess die Sitzung am 24.2.)

          (>14.10.33/ 7.7.37/ 26./30.3.41),

          Kassel, Rechtsanwalt Dr. Max Plaut wird zu Tode geprügelt,

          „NS-Kurier Stuttgart“ über Inhaftierte aus Baden und Württemberg „Marxistentreffen auf dem Heuberg“

28.03. Fuldaer Bischofskonferenz kath. Bischöfe formuliert „Kundgebung betreffend die Stellungnahme der

          Katholiken zur nationalsozialistischen Bewegung“ (sie stellt Katholiken NSDAP-Genossenschaft frei -

          1931 hatten einige Bischöfe die Unvereinbarkeit von kath. Glauben u. Nationalsozialismus verkündet.

          Jetzt u.a. „Ohne die in unseren früheren Maßnahmen liegende Verurteilung bestimmter religiös sitt-

          licher Irrtümer aufzuheben, glaubt daher das Episkopat das Vertrauen hegen zu können, daß die vor-

          bezeichneten allgemeinen Verbote und Warnungen nicht mehr als notwendig betrachtet werden

          brauchen. Für die kath. Christen, denen die Stimme ihrer Kirche heilig ist, bedarf es auch im gegen-

          wärtigen Zeitpunkte keiner besonderen Mahnung zur Treue gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit

          und zur gewissenhaften Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten unter grundsätzlicher Ablehnung

          allen rechtswidrigen oder umstürzlerischen Verhaltens.“ (>3.4.33/ 3.6.33/ 22.7.33/ 28.10.65),

          Beitritt kath. Studenten(-vereinigungen) zum Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund unter

          Dr. Oskar Stäbel (der den Vorlesungsboykott jüd. Dozenten am 1.4.33, die 12 Thesen wider den

          undeutschen Geist u. Bücherverbrennung ausruft, NSDStB-Mitgl. erfüllen die politischen Kriterien

          nationalsozialistischer Begabtenförderung) (>29.3.33/ 1.4.33/ 13.4.33/ 11.12.33/ 10.5.33/ 29.3.35),

          NSDAP-Boykott-Aufruf jüd. Geschäfte „Kein guter Deutscher kauft bei einem Juden oder läßt sich von

          ihm oder seinen Hintermännern Waren anpreisen…Der Boykott…wird vom ganzen Volk getragen…“

          (der Hilferuf der Reichsvertretung der dt. Juden „im Namen der Religion“ an beide christlichen Kirchen

          wird von der ev. Kirche ausweichend und von der kath. Kirche überhaupt nicht beantwortet),

          „Völkischer Beobachter“ „Gegenschlag gegen die jüdische Greuel-Propaganda“ (>1.4.1933),

          Belgien; Brüssel, Prof. Dr. Albert Einstein gibt seinen dt. Paß an die Dt. Botschaft, er kündigt schriftlich

          Stellung und Mitgliedschaften bei der Preuß. Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Physikal.

          Gesellschaft und der Friedensklasse des Pour le mérite (das Dt. Reich plündert seine Bankkonten und

          seine Wohnung, Prof. E. lehrt in den USA und wird später US-Bürger) (>31.3.33/ 2.8.39)

29.03. Reichsregierung erläßt erstes verfassungsänderndes rückwirkendes „Gesetz über Verhängung und

          Vollzug der Todesstrafe“ („Lex van der Lubbe“) (>12.5.33/ 3.7.34/ 5.12.52/ 22.3.2001),

          Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund-Reichsführer Dr. Oskar Stäbel fordert Vorlesungs-

          boykott für jüd. Professoren (09.1933 wird NSDAP-MdR Dr. S. auch Dt. Studentenschaft-Reichsführer,

          nach 1945 in der Organisation Gehlen) (>13.4.33/ 11.12.33/ 6.11.36)

30.03. Josias Erbprinz zu Waldeck-Pyrmont (NSDAP 1929, SS 1930, MdR 1933, NSDAP-Verbindungsstab,

          Akademie für Dt. Recht, SS-Obergruppenführer, Polizei-General Fulda/Werra) an Reichsführer SS

          H. Himmler: „Heute vormittag erschien bei mir mein Vetter (Friedrich-Christian) Prinz zu Schaumburg-

          Lippe in Uniform eines SS-Sturmbannführers. Er erzählte mir, daß er seit zwei Tagen Adjutant des

          Ministers Goebbels sei u. daß Herr Dr. Goebbels ihm erklärt habe, er sei sofort SS-Sturmbannführer...

          Ich mache darauf aufmerksam, daß mein Vetter von außerordentl. schlechtem Charakter ist. Die

          Vorgänge sind dem RF SS seit 1929 bekannt. Ich möchte daher abraten, denselben, falls er einen

          ordnungsmäßig ausgefüllten Aufnahmeschein einreichen sollte, aufzunehmen...“ (Josias z. W.-P. wird

          am 14.8.1947 im Buchenwald-Prozeß zu lebensl. Haft verurteilt, als Küster des ev. Gefängnispfarrers

          in Landsberg wird er bereits 1950 amnestiert) (>11.4./14.8.47),

          SPD tritt aus Sozialistischer Arbeiterinternationale aus (Gegenstück zur KomIntern) (>17.5.33)

30.03. Aachen, Regierungspräsident „Die Trumpf-Schokoladenwerke Aachen/Berlin sind ein rein deutsches

          Unternehmen und befinden sich seit ihrer Gründung im Jahre 1857 in christlichem Familienbesitz.“,

          Nürnberg, Julius Streicher, der Führer des „Zentral-Komitees zur Abwehr der jüdischen Greuel- und

          Boykotthetze“ veröffentlicht acht Grundsätze zum Boykott jüdischer Geschäfte, Waren usw. am 1.4.33

31.03. Reichstag akklamiert 1.Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Dt. Reich (Landtageneubildg.

          ohne Wahlen entsprechend Reichstags-Zusammensetzung /„Verreichlichung“) (>7.4.33/ 30.1.34),

          KZ Oranienburg eröffnet,

          Radiosender melden, daß ab 4.4. das Dt. Reich nur mit polizeilicher Erlaubnis verlassen werden kann,

          Schutzverband deutscher Schriftsteller schliesst Erich Kästner (Zitat „Was auch immer geschieht: Nie

          dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!“) aus (seine

          Werke werden am >10.5.33 öffentlich verbrannt) (>22.9.33),

          „Völkischer Beobachter“ „Alljuda soll den Kampf so lange haben bis der Sieg unser ist! National-

          sozialisten! Schlagt den Weltfeind! Und wenn die Welt voll Teufel wär, es muß uns doch gelingen!“,

          Berlin, der österreich.-ungar. Physiker Prof. Dr. Leo Szilard emigriert nach Großbritannien (>2.8.39),

          Breslau, Boykott-Anordnung des Zentralkomitee zur Abwehr jüdischer Greuel- u. Boykottpropaganda,

          München, Massenkundgebung d. Zentralkomitee zur Abwehr jüdischer Greuel- u. Boykottpropaganda

          („Frauen und Männer! Arbeiter der Stirn und der Faust! Gebt dem Weltjuden die Antwort..Kommt alle“)

01.04. NSDAP-Propagandamin. Joseph Goebbels verkündet „Tag des Judenboykotts“, erstes planmäßiges

          Pogrom zur „Abwehr der jüdischen Greuelhetze gegen das neue Deutschland“ mit SA-Mitgl. vor jüd.

          Anwaltskanzleien, Arztpraxen u. Geschäften: „Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!“ „Meidet

          jüdische Ärzte und Rechtsanwälte“ „Achtung Deutsche! Diese jüdischen Inhaber…sind Schädlinge

          und Totengräber des deutschen Handwerks! Sie zahlen dem deutschen Arbeiter Hungerlöhne!...“, z.T.

          für Auslandspresse zweisprachig „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda,

          kauft nur bei Deutschen! - Germans defend yourself against jewish atrocity propaganda, buy only at

          German shops“, „arische“ Unternehmer werben mit „Anerkannt deutschchristliches Unternehmen“, der

          „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes“ mit „Kauft Deutsche Ware nur in Deutschen Geschäften“

          (einige jüd. Geschäfte werden wg. angeblichen Preiswuchers polizeilich geschlossen und die Inhaber

          in Schutzhaft genommen, in Breslau läßt sich z.B. ein SA-Oberstammführer eine RM 15 000 „Spende“

          von jüd. Kaufhauseignern zahlen), Beginn von Arisierungen/Enteignungen jüd. Kaufhäuser deren

          Aktienkurse sinken, deren jüd. Eigner zum Verkauf ihrer kostengünstigen Anteile genötigt werden u. in

          Folge z.T. Grundstücke dem Reich übertragen müssen. Aus den jüd. Kaufhäusern Hermann Tietz wird

          judenfreies „Hertie“, Wertheim wird judenfreie „Allgemeine Warenhausgesellschaft AG“, bis 1939 wird

          Helmut Horten neuer Eigner der jüd. Kaufhäuser Alsberg u. Ness; nach 1945 werden Grundstücke u.

          Kaufhäuser in der DDR „Volkes eigen“, in der BRD führen Arisierer/Nachfolger die Firmen (>27.11.84)

          (sogar die Bundestagsbibliothek wird auf einem arisierten Grundstück errichtet) (>6.1.88/ 12.5.98),

          Ing. Wilhelm Renner (1934-39 HASAG-Obering./-45 Prokurist, 1944 Wehrwirtschaftsführer)(>08.1942/

          4.12.43/ 18.4.45), Dr. jur. Gerhard Schröder (1945 CDU-Gründungsmitgl., 1949-80 MdB, 1953

          Bundesinnen-, 1961 Bundesaußen-, 1966 Bundesverteidigungsminister) und Schauspieler Otto Lang

          treten der NSDAP bei (Lang wird NSDAP-Mitgl. Nr. 1 795 025) (>1.11.53),

          deutsche Schulen schliessen heute jüdische SchülerInnen vom Unterricht aus  > verfolgte Schüler,

          Nürnberg, Ruth Wassermann (7 J.): „Plötzlich stand ein kleiner Knirps vor mir und verspottete mich

          „Jude, Jude, Meck-Meck-Meck! Schweinefleisch und Speck-Speck-Speck! Schweinefleisch schmeckt

          gut! Du bist ein dreckiger Jud!“  > verfolgte Schüler,

          Kiel, der jüd.-dt. Anwalt Schumm wird angegriffen, nach seinem Warnschuß wird er in Haft ermordet,

          Lauenburg/Pommern, Bürgermeister Dr. jur. Horst Neubauer wird NSDAP-Mitgl. (>1.11.1940),

          Lübeck, der „verfolgte Schüler“ Herbert Ernst Karl Frahm (1930 SPD, 1931 SAP) emigriert mit Hilfe

          des Fischers u. SPD-Mitgl. Paul Stooß über Dänemark nach Oslo um das norweg. SAP-Büro zu leiten

          (wo am 9.9.33 in von Ernst v. Weizsäcker geleiteter Dt. Botschaft ein „Agitator namens Frahn“ bekannt

          ist, am 1.7.40 flieht er nach Schweden u. kehrt 1945 zurück. Den Helfer Stooß besucht er nie wieder,

          der verlässt deswegen 1970 die SPD) (>5.9.38/ 15.3.39/ 1.7.40/ 9.11.45/ 5.3.46/ 11.12.52/ 7.10.65)

02.04. „Hamburger Tageblatt“ „Karstadt wieder ein rein christliches Unternehmen. Aus dem Aufsichtsrat der

          Rudolf Karstadt AG sind Dr. Gustav Gumpel, Dr. Norbert Labowsky, Julius Oppenheimer, Albert

          Schöndorff, Dr. Fritz Warburg und Dr. Arno Wittgensteiner ausgetreten. Da bekanntlich aus dem

          Vorstand und aus den Geschäftsleitungen der Filialen…jüdische Mitarbeiter…ausgeschieden sind, ist

          nunmehr der Karstadt-Konzern wieder ein rein christliches Unternehmen.“,

          SAP-Vorsitz. Max Seydewitz flieht nach Prag (1910-31 SPD, 1931 SAP, später Norwegen, Schweden,

          1946 SED, 1947-52 Sächs. Min.-Präs., 1960 Prof. h.c., 1962 VVO) (>19.1.1955)

03.04. „Völkischer Beobachter“ „Der Boykott vom Sonnabend ist lediglich als Generalprobe für eine Reihe

          von Maßnahmen zu betrachten...“,

          Verband deutscher Faustkämpfer (VdF) wird „judenfreier“ Sportverband (>9.6.33/ 4./10.9.33),

          Gründung „Kreuz und Adler - Bund katholischer Deutscher“ „Gründungsaufruf an die kath. Deutschen!

          Das deutsche Volk steht an einem Wendepunkt seiner nationalpolitischen Entwicklung…Aus dieser

          Erkenntnis ist…der Bund kath. Deutscher „Kreuz und Adler“ entstanden…Der Bund ist überparteilich

          Schirmherr Franz v. Papen, Bundesausschuß u.a. mit Prof. Theodor Brauer, Prof. Gert Buchheit, Prof.

          Max Buchner, Prof. Hanns Eibl, Prof. Karl Hugelmann…Dr. Eugen Kogon…“ (ab >3.10.33 AKD-Teil)

04.04. Corder Catchpool, Sekretär der (Quäker-)„Religious Society of Friends“, wird wg. seiner wahrheits-

          getreuen Berichterstattung aus dem Deutschen Reich ausgewiesen (>6.12.75/ 21.12.76),

          Gesetz über Betriebsvertretungen und über wirtschaftliche Vereinigungen (u.a. zur staatl. Intervention

          bei Betriebsratswahlen und gewählter Betriebsräte) (>26.9.33),

          Gesetz zur Abwehr politischer Gewalttaten

05.04. Berlin, Hitler-Jugend-Obergebietsführer Karl Naberberg besetzt mit 50 HJ-Kommandos rechtswidrig

          das „Reichsausschuß der deutschen Jugendbewegung“-Büro (über 5 000 000 Mitgl.) u. stehlen Akten;

          Reichsausschußvorsitz. u. Wehrsport-Ertüchtiger General a.D. Ludwig Vogt tritt zurück (am 10.4. folgt

          ein rechtswidriger Überfall auf den „Reichsverband für deutsche Jugendherbergen“ durch die auf dem

          Weg zur Staatsjugend befindliche HJ - gefolgt von Jugendherbergen-Enteignung) (>17.6.33),

          Gesetz über die Förderung der Eheschließungen (Ehestandsdarlehen für Arier ohne Erbkrankheiten,

          die sich „jederzeit rückhatlos für den nationalsozialistischen Staat“ einsetzen) (>1.6.33)

06.04. „Reichsanzeiger“ veröffentlicht unter „Evangelischer Appell an Amerika“ Text der Kurzwellenradio-

          Ansprache von Generalsuperintendent Otto Dibelius u.a. „An den Schauernachrichten über grausame

          u. blutige Behandlung der Kommunisten ist kein wahres Wort. Auf Grund dieser falschen Nachrichten

          hat nun das Judentum in mehreren Ländern eine Agitation gegen Deutschland begonnen. Um diesen

          Boykott zu brechen, haben die deutschen Nationalsozialisten nun ihrerseits eine Boykottbewegung

          gegen das Judentum in Deutschland eingeleitet...“, er bittet die christlichen Freunde in Amerika sich

          dafür einzusetzen „daß keine falschen Nachrichten über Deutschland mehr verbreitet und geglaubt

          werden.“ (der kath. Erzbischof von Paderborn, Dr. Kaspar Klein telegrafierte dem Bonifatius-Verein

          New York: „Übermitteln Sie Herrn Kardinal namens des Bonifatius-Vereins dringende Bitte, gegen die

          den Weltfrieden so stark störende und Deutschland zu Unrecht beschuldigende Greuelpropaganda

          allen Einfluß geltend zu machen.“) 1933/34 werden ca. 60 000 der 300 000 KPD-Genossen verhaftet,

          ca. 2 000 sterben in Gefängnissen, Lagern usw. (>26.7.33/ 28.10.65),

          Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtner fordert Rücktritt von Reichsrichter Dr. Hermann Grossmann (SPD),

          Stuttgart, der jüd. Unternehmer und Turnverein Cannstatt-Mitgl. Fritz Rodenfelder begeht Selbstmord

          („Der Stürmer“ „Der tote Jude. Deutsche und jüdische Turnvereine - Fritz Rosenfelder ist vernünftig

          und hängt sich auf“) (>9.4.33)

07.04. Reichstag akklamiert Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums 㤠2a Beamte, die sich

          im marxistischen (sozialdemokratischen bzw. kommunistischen) Sinn betätigen…(einer ist Deutsche

          Demokrat. Partei-Gründer u. jetziges SPD-Mitgl. Oberschulrat Dr. Heinrich Deiters) (>8.8.45/ 1.9.45/

          04.1947/ 19.9.50/ 28.1.72) § 3 Beamte, die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand zu

          versetzen...“ („Arierparagraph“ bedeutet -zigtausende Berufsverbote z.B. für Prof. Dr. jur. Ernst Cohn,

          für Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Jedin und den Romanist u. Ordinarius Prof. Dr. Victor Klemperer,

          der 1935 entlassen wird  >12.2.45/ 23.11.45; andere sind die 717 aus dem Justizdienst entlassenen

          Richter u. Staatsanwälte wie der Referendar Dr. jur. Friedrich Karl Kaul (1935-37 KZ, 1937 Kolumbien/

          Nicaragua/USA, 1946 SBZ, SED, DDR-Anwalt), §4 Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen Be-

          tätigung nicht die Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten“

          (>15.3.51/ 22.5.75), § 6 bietet die Möglichkeit wg. „Vereinfachung der Verwaltung“ ohne Angabe von

          Gründen Beamte in den Ruhestand zu entsenden (ab 16.6. wird das Gesetz auf Angestellte/Arbeiter

          des öffentl. Dienstes ausgedehnt. Millionen öffentl. Beschäftigte müssen den „Ariernachweis“, die von

          Standes- bzw. Pfarramt beglaubigte Urkunde zur „Feststellung der arischen Abstammung“ vorlegen,

          die mit Familien-Stammbuch u. (auch) mit Hilfe der Kirchen(-bücher), wie z.B. Pfarrer Karl Themel’s

          Kirchenbuchstelle Alt-Berlin, möglich wird - über 95% Beamteter setzen ihre Karriere im Dritten Reich

          fort - das Reichsgericht erklärt diese Diskriminierung zum „allgemeinen Rechtsgrundsatz“) (>11.4.33/

          5.5.33/ 30.5.33/ 20.7.33/ 6./7.9.33/ 7.4.35/ 10./16.9.35/ 19.9.50/ 11.5.51/ 28.1.72/ 26.9.95),

          Reichstag akklamiert 2. Gesetz zur Gleichschaltung der Länder (Einsatz von Reichsstatthaltern, zu-

          meist NSDAP-Gauleiter; der preuß. Bildungsmin. Dr. Rust sagt wenig später „Unsere Gleichschaltung

          bedeutet, daß die neue deutsche Weltanschauung als schlechthin gültige die beherrschende Stellung

          über allen anderen einnehmen soll.“) (>23.7.52),

          Reichstag akklamiert Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft (zur Zulassungs-Rücknahme

          nichtarischer u. im kommunistischen Sinne Tätiger, Berufsverbot für 4 394 Rechtsanwälte u.a. Hilde

          Benjamin (1949-53 wird sie wg. harter Urteile gefürchtete Oberste Gericht der DDR-Vizepräs., 1953-

          67 erste DDR-Justizministerin / der Welt), KPD-Mitgl. Dr. jur. Götz Berger (seit 1931 in H. B.’s Kanzlei

          (Emigration, 1936-39 Int. Brigade Spanien, 1939-43 Internierung, 1943-45 UdSSR, 1946 KPD/SED,

          1951-57 DDR-Oberrichter, „Antifaschistischer Widerstandskämpfer d. DDR“ hohe Opferrente/Ehren-

          pension, 1958 Anwalt, Arbeit f. Sekretariat W. Ulbricht, 1.12.76 Berufsverbot/Entzug RA-Zulassung,

          15.11.89 rehabilitiert), Dr. Robert Kempner (Justitiar preuß. Innenmin., 1933-35 Emigrantenberater,

          1935 Verhaftung), KPD-Mitgl. Dr. Karl Friedrich Kaul (bis 1935 Versicherungsvertr./ Rechtskonsulent,

          bis 1937 KZ’s Lichtenberg/ Dachau, Emigration, 1945 SBZ Hilfsrichter, 1946 SED, 1948 Anwalt in Ost-

          u. Westberlin, ab 1956 Nebenkläger/Verteidiger in polit. BRD-Prozessen, 1960 Prof., 1962 Vizepräs.

          Vereinig. Demokrat. Juristen, Autor, Fernsehmoderator) (>18.5.33/ 21.5.33/ 26.5.33/ 30.9./3.10.33/

          31.10.33/ 12.3.35/ 13.12.35/ 21.2.36/ 27.9.38/ 28.8.42/ 15.5.53/ 15.7.53/ 1.3.54/ 26.11.76/ 30.9.97),

          Vizekanzler Franz v. Papen (Zentrum) u. Georg Dertinger (DNVP, 1945 CDU, 1949 DDR-Außenmin.)

          reisen zu Konkordatsverhandlungen nach Rom, auch Prälat Dr. Ludwig Kaas (kath. Zentrumspartei-

          Vorsitzender) verläßt das Dt. Reich und beginnt sein „Exil“ im Vatikan (letzter Zentrum-Vors. wird

          Dr. Heinrich Brüning) (>10.4.33/ 20.4.33/ 20.7.33/ 21.5.34, 10.10.49/ 15.1.53),

          Deutscher Anwaltsverein-Vorsitz. Rudolf Dix fordert Amtsniederlegung jüd. DAV-Vorstände(>18.5.33),

          „Sonnenburger Anzeiger“ über am Vortag eingelieferte Häftlinge u.a. die keiner Straftat angeklagten

          Publizisten Carl v. Ossietzky und Erich Mühsam und Rechtsanwalt Hans Litten: „Mit dem Gesang der

          Nationalhymne mußten die Häftlinge vom Bahnhof nach dem ehemaligen Zuchthaus marschieren,

          wobei vielfach der Gummiknüppel der Berliner Hilfspolizei nachhalf.“ (>5.2.38/ 30./31.1.45/ 02.1945)

08.04. Österreich; Salzburg, Dirigent Herbert v. Karajan tritt erstmals NSDAP bei(>1.5.33/ 25.10.35/ 3.11.57)

09.04. Deutsche Turnerschaft unter NSDAP-Mitgl. Dr. phil. Edmund Neuendorff führt Arierparagraph ein

          (>26./31.7.33)

10.04. Gesetz über die Einführung eines Feiertags der nationalen Arbeit (>15.4.33/ 1.5.33),

          Vatikan; Papst Pius XI empfängt Vizekanzler v. Papen und NSDAP-Reichsminister Hermann Göring

11.04. Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums

12.04. KL (KZ) Dachau, die ersten drei jüdischen Häftlinge werden erschossen,

          Münster i. W., Edith Stein - spätere Karmeliterin - schreibt an Papst Pius XI „…Seit Wochen sehen

          wir in Deutschland Taten geschehen, die jeder Gerechtigkeit und Menschlichkeit, von Nächstenliebe

          gar nicht zu reden, Hohn sprechen. Jahre hindurch haben die nationalsozialistischen Führer den

          Judenhass gepredigt. Nachdem sie jetzt die Regierungsgewalt in ihre Hände gebracht und ihre

          Anhängerschaft, darunter nachweislich verbrecherische Elemente, bewaffnet haben, ist diese Saat

          des Hasses aufgegangen…Wir alle, die wir treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in

          Deutschland mit offenen Augen betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen der Kirche,

          wenn das Schweigen noch länger anhält. Wir sind auch der Überzeugung, daß dieses Schweigen

          nicht imstande sein wird, auf die Dauer den Frieden mit der gegenwärtigen deutschen Regierung zu

          erkaufen…“ (am 10.4.38 wird E. Stein denunziert, sie flieht in die Niederlande) (>10.4.38/ 30.8.38),

          Preußisches Kultusministerium erläßt Verordnung zum preußischen Studentenrecht

13.04. Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund (NSDStB, seit 1931 mit absoluter Mehrheit in den

          Studentenvertretungen an 28 Hochschulen) und Deutsche Studentenschaft DSt propagieren öffentlich

          12 Thesen „Wider den undeutschen Geist“:…

          These 4:   Unser gefährlichster Widersacher ist der Jude und der, der ihm hörig ist.

          These 5:   Der Jude kann nur jüdisch denken. Schreibt er deutsch, dann lügt er. Der Deutsche, der

                           deutsch schreibt aber undeutsch denkt ist ein Verräter. Der Student, der undeutsch spricht

                           und schreibt, ist außerdem gedankenlos und wird seiner Aufgabe untreu…

          These 7:   Wir fordern die Zensur…Der undeutsche Geist wird aus den öffentl. Büchereien ausgemerzt

          These 11: Wir fordern die Auslese von Studenten und Professoren nach der Sicherheit des Denkens

                           im deutschen Geist…

          An allen Hochschulorten wird am 10.Mai 1933 das zersetzende Schrifttum den Flammen überantwor-

          tet“(>26.4.33/ 10.5.33) (Reichsschundkampfstelle d. evangelischen Jungmännerbünde, Sophienstr.19,

          Berlin N54, versendet Material zur Schund- u. Schmutzbekämpfung und gibt kostenlos Auskunft),

          „Deutsches Ärzteblatt“ „Vertreter der Ärzteschaft beim Reichskanzler…Hitler berief am 5. April den

          Kommissar der ärztl. Spitzenverbände Dr. (Gerhard) Wagner zur Berichterstattung über die Gleich-

          schaltung der Ärzteschaft. Danach empfing er Vertreter…unter Führung von Geheimrat Dr. (Alfons)

          Stauder…Die Ärzteschaft bekundete erneut das…am großen Tag von Potsdam abgegebene Gelöbnis

          freudigster Entschlossenheit, dem Aufrufe zur Bildung einer wahren Volksgemeinschaft im Sinne der

          nationalen Erhebung mit ganzer Kraft zu folgen…“ (>18./21.4.33/ 1.5.34/ 7.2.35/ 30.10.39/ 06.1940),

          Preuß. Min.-Präs. H. Göring ordnet Prüfung/Erweiterung der seit SPD-Reichspräs. Friedrich Ebert zur

          „Reinhaltung der Rasse im besetzten Gebiet von farbigen Blut“ in Aachen, Düsseldorf, Köln, Koblenz

          und Wiesbaden geführten afro-dt. Rheinlandkinder-Listen an (>1.5.34/ 7.2.35/ 23.3.35/ 7.3.36/ 1937),

          Universität Frankfurt/M., der ev. Prof. Dr. theol. Paul Tillich wird lt. Gesetz zur Wiederherstellung des

          Berufsbeamtentums suspendiert, er emigriert u. lehrt in New York, Harvard u. Chicago (>31.3.42),

          Universität Köln, der durch Oberbürgermeister Dr. Adenauer hierher berufene Ordinarius für öffentl. u.

          Staatsrecht Prof. Dr. jur. Hans Kelsen wird lt. Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums

          suspendiert (in der Rechtsfakultät verweigert Prof. Karl Schmitt, als Katholik ab 1.5.33 NSDAP-Mitgl.,

          die Petition ans preuß. Min. für Wissenschaft u. Volksbildung für den jüd. Kollegen zu unterzeichnen),

          K. emigriert, lehrt in Genf, Prag, Harvard u. der University of California) (>1.5.34/ 12.5.34/ 21.10.49)

15.04. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund-Bundesvorstand (Theodor Leipart, Wilhelm Leuschner)

          dankt „daß die Reichsregierung diesen nseren Tag (1.Mai) zum gesetzlichen Feiertag der nationalen

          Arbeit, zum deutschen Volksfeiertag erklärt hat. Der deutsche Arbeiter soll am 1.Mai standesbewußt

          demonstrieren, soll ein vollberechtigtes Mitgl. der deutschen Volksgemeinschaft werden. Kollegen u.

          Kolleginnen in Stadt und Land, ihr seid die Pioniere des Maigedankens. Denkt immer daran und seid

          stolz darauf.“ (>2.5.33),

          Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter- und Angestelltenverbände-Generalsekr. Ernst Lemmer: „Der

          Vorstand des Gewerkschaftsringes richtet an seine Verbände und Untergliederungen…die Aufforde-

          rung, daß alle Mitglieder…am Tag der deutschen Arbeit an den Veranstaltungen…sich beteiligen.“

          (>2.5.33/ 19.4.39),

          Deutscher Industrie- und Handelstag (DIHT) spricht „Herrn Reichskanzler, den wärmsten Dank für den

          großen Gedanken des deutschen 1.Mai aus. Möge in gegenseitigem Verstehen der Leistungen und

          Bedürfnisse aller Träger der Arbeit daraus eine unzerbrechliche, unverbrüchliche starke Volksgemein-

          schaft der nationalen Arbeit für Größe, Freiheit und Wohlfahrt des deutschen Volkes erwachsen.“

16.04. Hamburg, Verhaftung von KPD-Mitgl. Fiete Schulze (>18.3.35),

          „Schutzhaftlager“ Königstein, der Kommunist Fritz Gumpert aus Heidenau wird auf entsetzlichste Art

          zu Tode gefoltert (er hinterlässt eine Frau und fünf schulpflichtige Kinder)

18./21.4. Wiesbaden, Kongreß d. Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin „Die heutige Tagung steht am

          Beginn einer neuen Ära…Wir Ärzte können in ganz besonderem Maße übersehen, welche Gefahr

          dem deutschen Volke drohte…müssen erbbiologische Fragen eine besondere Berücksichtigung er-

          fahren. Der Hausarzt ist dazu berufen, die…Rassenhygiene in der Familie wieder aufzunehmen.“

19.04. „Der Kicker“ „Vorstand des DFB und…Dt. Sportbehörde halten Angehörige der jüd. Rasse, ebenso…

          Mitglieder der marxistischen Bewegung…in führenden Stellungen…nicht tragbar.“ (>9.7.33/ 11.1933/

          1.3.43/ 10.7.49),

          Berlin, nach tätlichem Überfall flieht die 64jährige jüd.-dt. Dichterin und Heinrich v. Kleist Preisträgerin

          Else Lasker-Schüler in die Schweiz

20.04. Berlin u. weitere Städte machen Reichspräs. v. Hindenburg u. Reichskanzler Hitler zu Ehrenbürgern,

          Berlin; Schauspielhaus, Akademie für Deutsche Dichtung-Präsident und NSDAP-Mitgl. 1 352 376

          Hanns Johst widmet die Uraufführung seines Dramas „Schlageter“ am 44.Geburtstag „Adolf Hitler in

          liebender Verehrung und unwandelbarer Treue“ (Kriecherei lohnt sich, 1934 wird Johst Preußischer

          Staatsrat, 1935 Reichsschriftumskammer-Präsident u. erhält den mit RM 20 000 dotierten „Preis der

          NSDAP für Kunst und Wissenschaft, 1940 Goethe-Medaille, 1941 Kantate-Dichterpreis Leipzig, 1949

          wird SS-Gruppenführer J. als „Mitläufer“ und 1951 zumindest als „Belasteter“ entnazifiziert) (>18.8.34),

          Preuß. Staatskommissar im Kultusministerium und Bildungsmin. Dr. Bernhard Rust verfügt Bildung

          Nationalpolitischer Erziehungsanstalten (Ministerialrat Dr. Joachim Haupt ist bis 1935 NAPOLA-

          Inspekteur, ihm folgt SS-Gruppenführer August Heißmeyer, später mit Reichsfrauenführerin Gertrud

          Scholtz-Klink verheiratet), Zugangskriterien: politische Zuverlässigkeit, schulische Leistung, rassische

          Überprüfung mit Motto: „Glauben, gehorchen und kämpfen“, erste NAPOLAS sind Kösslin, Potsdam,

          Plön, danach Wahlstatt, Naumburg/S., Berlin-Spandau, Diez/Oranienstein, Ilfeld, Stuhm, Dresden-

          Klotzsche, Backnang, Ballenstedt, Schulpforta, Bensberg, Köthen, Loben, Rottweil, Wien-Breitensee/-

          Theresanium, Traiskirchen (Ostmark), Schloß Ploschkowitz/Leitmeritz (Sudetengau), Reißen/Lissa

          (Warthegau), Koningsheide (Niederlande), Kolmar/Berg (Luxemburg), später über 30 Eliteschulen mit

          Abiturabschluß, 1941 z.B. 6 000 Schüler, Schüler waren u.a.: Jagdflieger und Führer des Richthofen-

          Geschwaders der Bundesluftwaffe Erich Hartmann, ev. Landesbischof v. Thüringen Dr. Werner Leich,

          Bundesmin. u. Bundestagsvizepräs. Hans Klein (CDU), Bundespressesprecher und Generalkonsul u.

          Botschafter Rüdiger Freiherr v. Wechmar (FDP), NATO-Oberbefehlshaber General Leopold Chalepa,

          General und MdEP Martin Holzfuß, General Dr. Günter Kießling, General Hans Poeppel, Staatssekr.

          Georg Poetzsch-Heffter, österr. Justizmin. Dr. Harald Ofner (FPÖ), österr. Außenmin. Leopold Gratz

          (SPÖ), österr. Kaffeehauseigner/Fall „Lucona“ Udo Proksch, Autor Ludwig Harig, Hans Müncheberg

          (ab 1953 DDR-Fernsehproduzent), Journalisten Dr. Helmuth Karasek („Spiegel“/„Zeit“/„Tagesspiegel“,

          K. macht 1952 in der DDR das Abitur, flüchtet nach West-Berlin, studiert im Wintersemester 1952/53

          in Tübingen und promoviert 1956), Mainhardt Graf Nayhauß-Cormons, Manfred Sack, Hans Buchholz,

          Grafiker Horst Janssen, Ruhrkohle Essen-Verkaufsleiter Engelbert v. Nayhauß, Krupp-Verkaufsdirekt.

          Heiner Schmidt, DDR-DTSB u. NOK-Präs. Manfred Ewald, Psychiater Prof. Dr. Christof Wunderlich,

          Gerd-Ekkehard Lorenz (1949 Widerständler in Altenburg/Thür.), Rechtsanwalt Manfred Roeder, ex-

          Akzo NV-Vorst./Aufsichtsrat Dr. jur. Hans-Günther Zempelin (sie erfüllen die politischen Kriterien

          nationalsozialistischer, z.T.später die sozialistischer Begabtenförderung oder die finanziellen

          Kriterien demokratischer Begabtenförderung) Bildungsdiskriminierung, deutsche Gerechtigkeit

          (>26.4.33/ 04.1935/ 04.1939/ 10.12.40/ 1957/ 1968/ 23.1.77/ 12.1977/ 25.8.82/ 24.1.95/ 24.9.2002),

          Reichstag akklamiert Gesetz über Bildung von Studentenschaften („§2 Die Studentenschaft ist Glied

          der Hochschule und vertritt die Gesamtheit der Studenten. Sie hat mitzuwirken, daß…Studenten ihre

          Pflichten gegen Volk, Staat u. Hochschule erfüllen") nur Studenten „deutscher Abstammung u. Mutter-

          sprache" können Mitgl. sein/ unterstellt praktisch gesamte Studentenschaft dem NSDStB (Motto: „Der

          deutsche Student kämpft für Führer und Volk in der Mannschaft des NSD-Studentenbundes“)

          (>26.4.33/ 29.3.35/ 9.1.53),

          Vatikan; kath. Zentrumspartei-Vorsitz. Dr. L. Kaas’ Geburtstagstelegramm an Reichskanzler A. Hitler:

          „Zum heutigen Tage aufrichtige Segenswünsche und die Versicherung unbeirrter Mitarbeit am großen

          Werk der Schaffung eines innerlich geeinten, sozialbefriedeten…Deutschlands.“ (>20.7.33)

21.04. Gesetz über das Schlachten von Tieren u. VO über das Schächten von Tieren (ohne Betäubung ver-

          boten da „das dem deutschen Empfinden fremd ist“)(>16.8.33/ 14.11.33/ 15.5.42/ 4.10.43/ 17.5.2002),

          Rudolf Heß wird zum Stellvertreter des Führers und Parteiführer mit Ministerrang ernannt

22.04. Gesetz über die Bildung von Studentenschaften an den wissenschaftlichen Hochschulen (um „mitzu-

          wirken, daß die Studenten ihre Pflichten gegen Voölk, Staat und Hochschule erfüllen“) (>7.2.34),

          Reichsarbeitsministerium, Verordnung über die Zulassung von Ärzten zur Tätigkeit bei den Kranken-

          kassen (zur Tätigkeit von Kassenärzten nichtarischer Abstammung sowie von Kassenärzten, die sich

          im kommunistischen Sinn betätigt hatten - Entlassung und keine Neuzulassung),

          Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtner setzt Strafrechtskommission ein (nullum crimen sine lege wechselt

          zu nullum crimen sine poena)

23.04. „Berliner Börsen-Courier“ veröffentlicht ‚Schwarze Liste’ vom ‚Ausschuß zur Neuordnung der Berliner

          Stadt- und Volksbüchereien’ (das „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“ veröffentlicht am 16.5.

          eine ,Schwarze Liste’ der ,Zentralstelle für das deutsche Bibliothekswesen’ des NSDAP-Bibliothekars

          Dr. Wolfgang Herrmann. 1936 folgt für nicht geflüchtete, lesende deutsche Volksgenossen die erste

          ,Liste des schädlichen und unerwünschten Schriftums’ und nach dem Angriff deutscher Truppen auf

          Polen eine ,Liste des deutschfeindlichen, schädlichen und unerwünschten polnischen Schrifttums’!)

          (>26.4.33/ 10.5.33)

24.04. Rundfunkrede des Preußische Akademie der Künste Mitgl. Dr. Gottfried Benn über „Der neue Staat

          und die Intellektuellen“ „Welch intellektueller Defekt, welch moralisches Manko, nicht in dem Blick der

          Gegenseite über die kulturelle Leistung hinaus, nicht in ihrem großen Gefühl der Opferbereitschaft und

          Verlust des Ich an das Totale, den Staat, die Rasse, das Immanente, nicht in ihrer Wendung zum

          Ökonomischen, zum mythischen Kollektiv, in diesem allem nicht das anthropologisch Tiefere zu

          sehen.“ wenn doch der neue Staat, laut Benn, den „unfruchtbar gewordenen marxistischen Gegensatz

          von Arbeitnehmer und Arbeitgeber auflösen will.“ (>26.10.33/ 2.7.45)

25.04. Berlin, Reichskanzler A. Hitler und sein Bevollmächtigter für ev. Kirchen L. Müller treffen u.a. den ev.

          Oberkirchenratspräs. Dr. Hermann Kapler u. ex-Kirchentagspräs. Wilhelm v. Pechmann (>11.7.33),

          Reichspräs. v. Hindenburg beruft Hans Frank als Reichskommissar für die Gleichschaltung d. Justiz,

          Reichstag akklamiert Dr. Frick’s Gesetz gegen Überfüllung dt. Schulen u. Hochschulen (Abiturienten-

          quote max. 15 000/Jahr, Hochschulen-Frauenquote 10%, ,Nicht-Arier-Quote’ max. 1,5%. 1934 wird

          mittels DurchführungsVO zuerst in Preußen der Hochschulzugang u.a. abhängig von „Bewährung…in

          nationalen Verbänden SA, HJ und BdM“ u. „Überprüfung politischer Zuverlässigkeit durch den

          zuständigen Gauleiter der NSDAP“)  Bildungsdiskriminierung > verfolgte Schüler (>27.4.33/ 6.5.33/

          8.5.33/ 10.5.33/ 26.5.33/ 16.6.33/ 1.4.34/ 4.4.34/ 1936/ 04.1940/ 02.1945/ 11.5.50/ 15.3.51/ 5.4.54),

          Göttingen, Georg-August-Universität beurlaubt Prof. Dr. Max Born wg. des Gesetzes zur Wiederher-

          stellung des Berufsbeamtentums (er emigriert nach Großbritannien, der „Nichtarier“ kehrt bereits 1953

          ins „Land der unbegrenzten Zumutbarkeiten“ - im ersten Bundestag sitzen wieder viele ex-NSDAP’ler -

          zurück) (>12.4.57),

          Kiel, Christian-Albrechts-Uni. beurlaubt Prof. Dr. jur. Gerhart Husserl wg. des Gesetzes zur Wiederher-

          stellung des Berufsbeamtentums (Nachfolger: „Kieler Schule“ Prof. Dr. jur. Karl Larenz - Zitat: „Volks-

          genosse ist, wer deutschen Blutes ist. Wer außerhalb der Volksgemeinschaft steht, steht auch nicht im

          Recht.“,  1937 NSDAP, 1949 wieder Uni. Kiel Professur, später Ludwig-Maximilians-Uni. München)

26.04. Gesetz zur Errichtung Geheimen Staatspolizeiamtes (Gestapa) „um die wirksame Bekämpfung aller

          gegen den Bestand und die Sicherheit des Staates gerichteten Bestrebungen zu sichern.“ unter der

          Leitung des preuß. Innenmin.-Dezernenten zur Bekämpfung der kommunist. Bewegung, Rudolf Diels,

          (1933 Diels-Bericht über sadistische Folter durch deutsche Hilfspolizei in ,Vernehmungsstellen’ u.a.

          „Die Opfer…waren…tagelang in enge Schränke gesperrt worden, um ihnen ,Geständnisse’ zu erpres-

          sen. Die ,Vernehmungen’ hatten mit Prügeln begonnen und geendet; dabei hatte ein Dutzend Kerle in

          Abständen von Stunden mit Eisenstäben, Gummiknüppeln u. Peitschen auf die Opfer eingedroschen.

          Eingeschlagene Zähne u. gebrochene Knochen legten von den Torturen Zeugnis ab…Es gab keinen,

          dessen Körper nicht vom Kopf bis zu den Füßen die blauen, gelben und grünen Male der unmensch-

          lichen Prügel an sich trug. Bei vielen waren die Augen zugeschwollen und unter den Nasenlöchern

          klebten Krusten geronnenen Blutes…“, 1934 Regierungspräs. Köln, 1940 Regierungspräs. Hannover,

          1948 entnazifiziert, 1949 rehabilitiert sich Diels in Hitler-Jugend „Puppenspieler“ - >23.4.41 - Rudolf

          Augstein’s „Spiegel“ mit der Acht-Fortsetzungen-Serie „Die Nacht der langen Messer fand nicht statt“),

          die Gestapo hat später 31 374 Beamte/Angestellte die auf die in allen deutschen Bevölkerungs-

          schichten bestehende breite Denunziationsbereitschaft bauen (>30.11.33/ 8.2.50/ 9.3.80),

          Berlin, Reichskanzler A. Hitler empfängt kath. Bischof u. Preuß. Staatsratsmitgl. Dr. Wilhelm Berning

          sowie Generalvikar Dr. Paul Steinmann, Dr. B. erklärt Reichskanzler Hitler, daß die Bischöfe „freudig

          den neuen Staat anerkennen und die Gläubigen zum Gehorsam und zur Ehrfurcht ihm gegenüber

          anhalten werden.“, Judenpolitik kommt auch zur Rede, auf 1500 Jahre antijüd. Kirchentraditionen hin-

          weisend sagt Hitler: „Vielleicht erweise ich dem Christentum einen Gefallen; deswegen ihre Zurück-

          drängung vom Studium und den staatlichen Berufen.“ (auch der jüd. Jurastudent Norbert Wollheim

          beendet in dieser Zeit sein Studium) Bildungsdiskriminierung  > verfolgte Schüler (>16.11.38),

          Berlin, letzte SPD-Reichskonferenz (>17.5.33/ 14.9.45/ 5./6.10.45/ 19.4.46/ 21./22.4.46/ 9./10.5.46),

          NSDStB versendet ,Braune Liste verbrennungswürdiger Literatur’ von 71 Autoren (>10.5.33)

27.04. „Deutsche Allgemeine Zeitung“ u.a. „Ein Volk von Selbstachtung kann vor allem seine höheren

          Tätigkeiten nicht in so weitem Maße wie bisher durch Fremdstämmige vornehmen lassen…würde

          als geistige Überlegenheit anderer Rassen gedeutet werden können, die…abzulehnen ist.“

    04. Alfred Rosenberg (Diplom-Architekt, 1919 DAP/NSDAP, Redakteur „Völkischer Beobachter“, MdR,

          Autor von „Mythos des 20.Jahrhunderts“) wird Leiter vom außenpolit. Amt der NSDAP (1934 wird R.

          Leiter v. Überwachungsausschuss der weltanschaulichen Erziehung der NSDAP) (>17.7.40),

          Dr. jur. Gerhard Bohne (1930 NSDAP) leitet die Berufsgruppe Rechtsanwälte im BNSDJ (>30.10.39),

          Aachen, Techn. Hochschule, Prof. Dr. Alfred Meusel wird beurlaubt, entlassen u. emigriert (>5.7.52),

          Dresden, Dürerschule, die dt.-jüd. Schülerin Ruth Joachimsthal wird vom nationalsozialistischen

          Deutschlehrer belehrt: „Joachimsthal, im Deutschunterricht haben Juden nichts mehr zu melden.“

          (Ruth J. betritt diese Schule nie wieder, >8.5.33)  > verfolgte Schüler,

          Hannover, Pfarrerssohn Werner Blumenberg’s Widerstandsgruppe „Sozialistische Front“ (Mitgl. u.a.

          Wilhelm Bluhm, Egon Franke, Franz Nause, Walter Spengemann, Willi Wendt) veröffentlicht erste

          Sozialistische Blätter“ (die Gruppe wird verraten, Blumenberg flüchtet am 17.8.36 in die Niederlande

          u. kommt bis zu seinem Tod 1965 nie wieder nach Deutschland zurück) (>27./28.8.36),

          Hansestadt Hamburg, Gymnasium Johanneum, der dt.-jüd. Schüler Ralph Giordano wird am ersten

          Schultag belehrt: „Hie Arier - Hie Nichtarier“  > verfolgte Schüler (>2.5.40),

          Kiel, Pädagogische Akademie, Entlassung von (Quäker-)„Religious Society of Friends“u. SPD-Mitgl.

          Prof. Dr. Lic.theol. Emil Fuchs (Vater v. KPD-Mitgl. Klaus Fuchs), Verhaftung, Berufsverbot (Gelegen-

          heitsarbeiter u.a. für Quäker, 1948-49 Gastvorlesungen in Pendle Hill/USA, 1949 SPD-Austritt, DDR-

          Übersiedlung, 1950 Theologie u. Relig.-Philosophie-Prof. Leipzig, CDU-Ehrenmitgl., 1954 VVO, 1958

          Gründungsmitgl. Christl. Friedenskonferenz, 1959 VVO, 1964 Friedensmedaille) (>9.2.61/ 12.5.62),

          Rastatt, Ludwig-Wilhelm-Gymnasium, Juristensohn und Hitler-Jugend Mitgl. Hanns Martin Schleyer

          legt sein Abitur ab (wird SS-Mitgl., leistet freiwilligen Arbeitsdienst, erfüllt die politischen Kriterien

          nationalsozialistischer Begabtenförderung, studiert Jura, 1937 NSDAP) (>16.6.33/ 1.5.37),

          Erstes Verbot der „Zeugen Jehovas“ (>1.4.35/ 13.9.49/ 31.8.50)  > verfolgte Schüler,

          Evangelische Jugend Deutschlands, Reichswart Erich Stange u.a. „Die gottgesetzten Grundlagen von

          Heimat, Volk und Staat werden wieder neu erkannt. Das Volk steht auf. Eine Bewegung bricht sich

          Bahn, die eine Überbrückung der Klassen, Stände u. Stammesgegensätze verheißt…Darum kann die

          Haltung der jungen evangelischen Front in diesen Tagen keine andere sein als die einer leidenschaft-

          lichen Teilnahme an dem Schicksal unseres Volkes und zugleich eine radikale Entschlossenheit, wie

          sie das Wort Gottes fordert.“ (>10.7.33/ 12.9.33/ 19.12.33),

          „Ziel und Weg - Zeitschrift des Nationalsozialstischen Deutschen Ärztebundes e.V.“ „Wir übernehmen

          die Führung“ (01.1933 sind 2 800 Ärzte Mitglied, 10.1933 sind 11 000, 1943 sind 46 000 Ärzte Mitgl.)

28.04. Heidelberg, Prof. Dr. Gustav Radbruch, Rechtsphilosoph und ex-Justizminister, wird als einer der

          ersten aus dem Lehramt entlassen (>12.9.45),

          SA-Gruppenführer Hans v. Tschammer und Osten (seit 1929 NSDAP) wird Reichssportkommissar

          (ab 19.7. Reichssportführer, später Präs. des Dt. Olympischen Ausschusses)

29.04. Luftfahrt-Reichskommissariat wird Reichsluftfahrtministerium, Minister ist H. Göring, Staatssekr. bleibt

          Erhard Milch (1923 Junkers-Verwaltungschef, 1926-45 Lufthansa-Vorst., 1933 NSDAP, 1935 General-

          leutn., 1936 General der Flieger, 1937 Senator Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Medaille zur Erinnerung

          an den 13.3.1938/ Wiedervereinigung Österreichs mit Deutschland sowie Medaille zur Erinnerung an

          den 1.10.1938/ Wiedervereinigung des Sudetengaues mit Deutschland, 1938 Luftwaffe-General-

          inspektor, 1939 Generaloberst, 1940 Norwegen Kommandant Luftflotte 5, 1940 Generalfeldmarschall),

          Gründung Reichsluftschutzbund RLB (bis 20 000 000 Beitragszahler, 1935 Luftschutzgesetz zu

          Verdunkelung/Fliegeralarm usw.) (>26.5.35/ 18.7.36/ 13.5.38/ 19.7.40/ 11.2.58)

30.04. Berlin; NSDAP-Pressechef Dr. Otto Dietrich wird Reichsverband der Deutschen Presse-Vorsitz. (1937

          Staatssekr. Propagandamin., Zitat 1935: „Die öffentliche Meinung des deutschen Volkes ist der

          Nationalsozialismus.“, 1941 SS-Obergruppenführer) (>31.8.33/ 15.2.40/ 16.8.50),

          Berlin, Kaiser-Wilhelm-Institut, Abdankung u. Emigration des jüd. Direktors u. IG Farben-Aufsichtsrats

          Prof. Fritz Haber (Nobelpreisträger H. gilt als Vater chem. Kriegsführung, seine Forschung zu Chlor- u.

          Senfgasverwendung ermöglichte dt. Heeresleitung am 22.4.1915 mit Bruch d. Haager Konvention den

          Einsatz von 50 t Chlorgas in Ypern/Belgien resultierend in ca. 15 000 Opfern. Zitat Haber: „Angesichts

          des Umstandes, daß unsere Gegner unter Verzicht auf jeden Rassenstolz ein buntes Völkergemisch

          gegen uns ins Feld führen, ist die Anwendung dieses Mittels voll gerechtfertigt. Wir erreichen auf diese

          Weise unseren kriegerischen Zweck u. sparen an kostbaren Blute“(>15.12.39/ 5.6.42/ 9.11.44/ 6.8.45)

01.05. Tag der nationalen Arbeit, Berlin Tempelhofer Feld, Kundgebung mit ca. 1 500000 Teilnehm., abendl.

          Abschluß der Feiern mit Ansprache v. Reichskanzler Hitler; Reichspropagandamin. Dr. Goebbels im

          Rundfunk: „Am heutigen Abend findet sich über Klassen, Stände und konfessionelle Unterschiede

          hinweg das ganze deutsche Volk zusammen, um endgültig die Ideologie des Klassenkampfes zu zer-

          stören und der neuen Idee der Verbundenheit u. der Volksgemeinschaft die Bahn freizulegen.“,

          Brilon, Westfalen, Zentrum-Bürgermeister Josef Sauvigny’s Rede u.a. „Das neugeformte Deutschland

          feiert heute seinen 1.Nationalfeiertag…Noch brausen die Stürme der nationalen Revolution über es

          hinweg…Doch während bisher sich deutsche Kraft und deutsches Aufbaustreben zerspalten und ver-

          bluten am Parteigezänk und ewigen Führerwechsel, ist es heute ein Wille, der uns eint, eine Kraft, die

          uns leitet, ein Führer, der uns ruft, vergessend des Parteihasses von gestern, hat das große Sammeln

          begonnen, die Einigung aller Deutschen, deutschen Blutes zur gemeinsamen Tat, deren Sinnbild der

          heutige Festtag ist…Im Auftrage der NSDAP heiße ich Sie alle auf das herzlichste willkommen…Ich

          bitte…mit mir einzustimmen in den Ruf: Das arbeitende deutsche Volk, sein ehrwürdiger Reichspräsi-

          dent, die Verkörperung deutscher Treue, der Kanzler Hitler, sein tatgewordener Aufbauwille, sie leben

          hoch, hoch, hoch!...“ (S. wird 1933 SA-, später NSDAP-Mitgl. und „Opa war in Ordnung“ des nie mit

          Bildungsdiskriminierung gestraften kath. MdB und CDU/CSU-Fraktionsvors. Dr. jur. Friedrich Merz)

          (>1.5.50/ 1.5.55/ 20.6.2000/ 10.10.2000)

          Lübeck, die 15jährige Isa Vermehren verweigert bei Fahnenappell den „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“,

          wird vom Gymnasium relegiert u. Opfer staatsdoktrinübergreifender deutscher Bildungsdiskriminierung

          > verfolgte Schüler (1938 zum Katholizismus konvertiert, 1944 wird die gesamte Familie nach Flucht

          des Bruders u. Diplomaten Erich V. nach Großbritannien in Sippenhaft genommen, Isa V. überlebt die

          KZ Ravensbrück, Buchenwald u. Dachau. Später wird auch an DDR-Schulen der „Flaggenappell“-Kult

          an „Festtagen“ praktiziert) (>14.12.34/ 21.4.41/ 24.4.45/ 24.5.51/ 5.8.57/ 4.11.89),

          „Sürag“ „Die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation hat so gewaltige Erfolge zu verzeichnen

          daß die endgültige Ausschaltung des Marxismus aus dem deutschen Arbeitertum nur noch eine Frage

          der Zeit ist…dann ist ein Bollwerk größten Ausmaßes gefallen..dann besitzt die NSDAP...die Millionen-

          heere der deutschen Arbeiter…“ („national und sozialistisch ist das Denken, Wollen und Handeln der

          ddeutsche Rundfunk AG-Programmzeitung“ von Dr. Franz Burda, 1934 NSKK, 1938 NSDAP,

          Arisierung der jüd. Gebrüder Berthold, Ludwig und Karl Reiss-Großdruckerei, Freund von NSDAP-

          Gauleiter u. Reichsstatthalter Robert Wagner, Verleger NS-Zeitschrift „Die Deutsche Arbeitsfront“,

          1942 Generalstabskarten der „Kartographischen Anstalt Dr. Franz Burda“, 1949 Bauparerzeitschrift

          „Das Haus“, 1954 „Bunte“, 1967 Bundesverdienstkreuz) (>22.6.40/ 3.5.46/ 14.6.85),

          Eine Sperre für NSDAP-Neuanträge wird verfügt, die erst am >20.4.37 aufgehoben wird. Zu den vor

          „Torschluss“ eingetretenen - „Ich verspreche, als treuer Gefolgsmann des Führers die Partei mit allen

          meinen Kräften zu fördern“ - zählen NSDAP-Mitgl. Nr. 1 290 912 Gottfried v. Bismarck (1933 NSDAP-

          Kreisleiter Rügen, 1933-44 AdR, 1935 Reg.Präs. Stettin, später Reg.Präs. Potsdam, 07.1944 Haft u.

          Verlust aller Ämter) u. Bruder Otto v. Bismarck (1933-36 Diplomat London, 1936-40 Auswärtiges Amt,

          1940-43 Diplomat Rom, 1946 CDU), NSDAP-Mitgl. Nr. 1 878 921 Hans Kehrl (Industrieller, IHK-Präs.

          Niederlausitz, 1936 SS, 1938 Reichswirtschaftsmin.-Generalreferent, 1939 RWM-Bevollmächtigter für

          Böhmen u. Mähren, 1943 Chef Rohstoffamt Reichsrüstungsmin.), NSDAP-Genosse Nr. 2 633 930

          Dr. Kurt Kiesinger (1966 BRD-Bundeskanzler), NSDAP-Genosse Nr. 2 636 406 Dr. Günther Quandt

          (Industrieller, Accumulatoren-Fabrik AFA - später VARTA und Deutsche Waffen- u. Munitionsfabriken

          DWM, der „entnazifiziert“ in der BRD sein Imperium ausbaut - die 12jährige Polin Sofia Czarmecka ist

          8 Jahre später eine von vielen DWM-später IWK Industrie-Werke-Karlsruhe Zwangsarbeiterinnen, als

          verfolgte Schülerin trägt sie zum Quandt-Familie Reichtum bei >12.12.37), NSDAP-Genosse Nr.

          2 673 178 Dr. jur. Karl-Heinz Gerstner (1940-45 Mitarbeiter Dt. Botschaft Paris, 1948 Berliner Zeitung,

          1973 Chefreporter, als IM „Ritter“ beim MfS erfaßt - Vater war Ministerialrat Dr. Karl Ritter und Verbin-

          dungsmann zwischen AA u. Oberkommando der Wehrmacht, in Nürnberg zu 4 Jahren Haft verurteilt),

          NSDAP-Genosse Nr. 2 675 123 Luitpold Steidle (1943 BDO, 1949 DDR-CDUD-Gesundheitsminister),

          NSDAP-Genosse Nr. 2 732 006 Gerichtsassess. Dr. jur. Wolfgang Immerwahr Fränkel (1936 stellv.

          Reichsanwalt, genannt „Fanatiker der Todesstrafe“, 1951 Bundesanwalt, 1962 Generalbundesanwalt),

          NSDAP-Genosse Nr. 2 837 625 Gerichtsass. Dr. jur. Gustav Adolf Baron Steengracht v. Moyland (SA,

          1936 Dienststelle Ribbentrop, 1938 Legationssekr., 1939 Leg.Rat, 1941 Min.Dir. (>4.2.38/ 31.3.43),

          NSDAP-Genosse Nr. 2 856 334 Kunsthistoriker Werner Meinhof (Kampfbund für deutsche Kultur),

          NSDAP-Genosse Nr. 3 430 914 Dirigent Herbert v. Karajan (musikalisch. Leiter Opernhaus Ulm, 1935

          Generalmusikdirektor, 1939 Staatskapellmeister, 1951 Dirigent bei Wieland Wagner’s 1.Nachkriegs

          Bayreuther Festspielen, 1955 Direktor Berliner Philharmoniker), NSDAP-Gen. 2 473 997 Fa. Oetker-

          Pudding-Werke-Chef u. späterer Freundeskreis Reichsführer-SS Mitgl. Dr. Richard Kaselowsky,

          NSDAP-Genosse Nr. 3 204 950 IOC- u. Freundeskreis Reichsführer-SS Mitgl. Dr. Karl F. Ritter v. Halt,

          NSDAP-Genosse Nr. 2 208 548 Diplomsportlehrer Josef „Sepp“ Herberger (1936 Fußballreichstrainer,

          1949 National- dann DFB-Bundestrainer, 1962 Bundesverdienstkreuz >1./16.8.36), die Brüder Fritz,

          Adolf, Rudolf Dassler (Sportartikel Adidas/Puma), NSDAP-Genosse Nr. 2 594 441 Bodo Lafferentz

          (Vereinigung dt. Arbeitgeberverbände-Mitarbeiter, 1933 KdF-Reichamtsleiter, 1937 Geschäftsführer

          Gesellschaft zur Vorbereitung des Dt. Volkswagens GezuVor, 1939 SS-Obersturmführer, Stab SS-

          Rasse- und Siedlungshauptamt RuSHA, VW-Hauptgeschäftsführer, 1943 Heirat mit Verena Wagner,

          gründet mit NSDAP-Mitgl. Nr. 6 078 391 Wieland Wagner das Institut für physikalische Forschung

          Bayreuth als KZ Flossenburg-Außenlager), Ministerialratssohn Hans-Günther Sohl (1935 Krupp-

          Rohstoffmanager, 1939 Vereinigte Stahlwerke Vorst., 1943 Reichsvereinigung Eisen-Erzbeschaffer,

          1953 Generaldirektor Thyssen, 1956 Vorsitz. Wirtschaftsvereinigung Eisen- u. Stahlindustrie, 1972

          BDI-Präs.), NSDAP-Genosse Nr. 3 620 600 Vikar Ingo Braecklein, Prof. Dr. Bolko v. Richthofen

          (Historiker, 1933-42 Ordinarius, „Kampfbund für deutsche Kultur“, 1942 bei Dr. Reinhard Gehlen’s

          „Fremde Heere Ost“ und Autor vom

          „Gedicht an Sowjetbürger:

           Jede Minute der Nacht

           kann Dich der Henker holen.

           Offen dann oder verstohlen

           wirst Du zur Schlachtbank gebracht.“, 1945 Nürnberger Prozeß Verteidigungsberater, CSU, 1964

          Bundesverdienstkreuz, 1969 Präs. Gesellschaft für Vor- u. Frühgeschichte) sowie Suevia-Studenten-

          corps-Mitgl. Dr. jur. Fritz Karl Ries (1934 Gesellschafter der Flügel&Polter KG Leipzig deren Vermögen

          1937 auf Dr. R. übergeht, auch die Mitteldeutsche Gummi- u. Guttapercha-Gesellschaft MIGUIN

          Edelmuth&Co Frankfurt/O., die Herea-Gummiwerke GmbH Finsterwalde, im besetzten Polen die

          Oberschlesischen Gummiwerke GmbH Trzebinia und Gummiwerke Wartheland AG Litzmannstadt/

          Lodz gehen in „Kondom-König“ Ries’ Besitz, für die mit tausenden Zwangsarbeitern erwirtschafteten

          Verdienste erhält Dr. R. 1942 das Kriegsverdienstkreuz, wird am >30.6.46 auf Volksentscheids-Basis

          in der SBZ enteignet, in der ABZ als „Mitläufer“ entnazifiziert, nach 1949 in der BRD für „Verluste“ im

          Osten entschädigt und 1967 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt) sowie SA-Mitgl. und Industrieller

          Willy Sachs (Fichtel&Sachs AG, 1943 SS-Obersturmbannführer, Wehrwirtschaftsführer, in der ABZ

          als „Mitläufer“ entnazifiziert und 1957 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt) (>29.11.40/ 10.9.69).

          Auch Dr. Hans Beyer, Dr. Karl-Heinz Gerstner (1931-35 Jurastudium, 1933 NSDAP-Mitgl. 2 673 178,

          er erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des

          Faschismus, 1936-39 Referendar, 1937 Promotion, 1938-40 Gerichtsassessor, 1940-45 Legations-

          sekretär Dt. Botschaft Paris u. Auswärtiges Amt, 1948-73 Redaktion „Berliner Zeitung“, 1957 SED

          >17.12.98), Hans Gorzynski, Fritz Karsunke, Erich Kellner, Werner Masseck, Horst Meischner u. Ernst

          Pridöhl sind bereits Parteigenossen während Dr. Charlotte Bergmann, Kurt Debes, Ilse Dietze, Anton-

          Theodor Eversmann, Dr. Gerhard Fickel, Georg Hempel, Karl-Heinz Just, Wolfgang Petermann, Dr.

          Reinhard Schwarzlose, Werner Steuwer, Erich Ullmann u. Paul Vollmert „leider“ ihre Parteibücher erst

          1937 nach Aufhebung der Aufnahmesperre erhalten (sie finden sich später „entnazifiziert“ z.T. in der

          sozialistischen Volkskammer bzw. wie Ernst Aschenbach, Dr. Georg Graf Henckel v. Donnersmarck

          und Prof. Dr. Pascual Jordan mit vielen anderen im Bundestag wieder) (>6.9.53/ 15.9.57)

02.05. unter Dr. Robert Ley`s „Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ und Walter Schuhmann’s

          Nationalsozialistischer Betriebszellenorganisation“ erfolgt Besetzung von Gewerkschaftshäusern u.

          -schulen, Beschlagnahme von Gewerkschaftsvermögen (Bank der Arbeiter, Angestellten u. Beamten

          wird Bank der Deutschen Arbeit AG), Verhaftung von Gewerkschaftsfunktionären wie Theodor Leipart,

          Wilhelm Leuschner, Nikolaus Bernhard u.v.a. (Leuschner wird am 8.9.44 im Namen des Dt. Volkes

          zum Tode verurteilt, Leipart begrüßt 1946 die SPD/KPD-Vereinigung und wird SED-Mitgl.), Dr. Ley

          kommentiert „Wir treten heute in den zweiten Abschnitt der nationalsozialistischen Revolution ein…

          Gewiß, wir haben die Macht, aber wir haben noch nicht das ganze Volk, dich Arbeiter, haben wir noch

          nicht 100%ig…Du sollst auch von den letzten marxistischen Fesseln befreit werden.“ (>10.5.33/

          19.5.33/ 10./11.6.33/ 20.1.34/ 26.5.38/ 12.8.44/ 23.7.45/ 20.5.46),

          „Berliner Börsen-Courier“ „Alle Führer der freien Gewerkschaften in Schutzhaft“

03.05. Berlin, Reichskanzler Hitler empfängt RDI-Vors. Dr. jur. Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach,

          Erlaß zur Zulassung von Ausländern bzw. ausländischen Nichtariern zu dt. Schulen u. Hochschulen,

          München, NSDAP-Ortsgruppe Bogenhausen erhebt „Einspruch…, daß in den für den Ortsgruppen-

          Bezirk in Betracht kommenden Volksschulen…auch im neuen Schuljahr 1933/34 Judenkinder mit

          Deutschen Kindern gemeinsam unterrichtet werden sollen.“  > verfolgte Schüler,

          „Völkischer Beobachter“ „Der zweite Abschnitt der nationalsozialistischen Revolution: Säuberung der

          Freien Gewerkschaften und Aufbau einer neuen Arbeiterorganisation“ (>10.5.33),

          Christliche Gewerkschaften ordnen sich ins „Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ ein, die

          Gewerkschaftsführer u.a. Franz Behrens, Dr. Theodor Brauer, Jakob Kaiser, Bernhard Otte werden

          Mitglied im 60köpfigen „Arbeitskonvent der Deutschen Arbeitsfront“ der noch im Mai erstmals tagt

04.05. Berlin, letzte SPD-Vorstandssitzung (Vorstandsmitgl. S. Crummenerl, P. Hertz, F. Stampfer, H. Vogel,

          O. Wells emigrieren/flüchten, E. Ollenhauer z.B. flieht am 6.5. nach Prag, 1938 nach Paris, 1940 nach

          Spanien u. Portugal, 1941 nach Großbritannien, ist am >5./6.10.45 in Hannover)

05.05. Breslau, jüd.-dt. Autor Walter Tausk’s Tagebuchnotiz: „In den Schulen werden jetzt die nichtarischen,

          also jüdischen Kinder durch einige Lehrer von den anderen getrennt, für sich gesetzt!..Zum Teil haben

          das die Kinder, die arischen, selbst verlangt! Sie wurden von offenen Pöbeleien der Lehrer unterstützt,

          die z.B. in der Augustaschule, Breslau, die jüdischen Kinder nicht mit drannehmen, „weil sie ja doch

          keine deutsche Geschichte verstünden, die sie auch nichts anginge.“  > verfolgte Schüler (>24.9.38),

          Kassel, Landeskirchenamt appelliert vergeblich an den Deutschen Evangelischen Kirchenausschuß u.

          „An das Gewissen der Kirche“ zu antijüdischen Ausgrenzungen u.a. „Der evangelischen Kirche muß

          der schwere Vorwurf gemacht werden, daß sie der Verfolgung ihrer eigenen Glaubenskinder keinen

          Einhalt gebot - ja, daß sie von den Kanzeln herunter den Segen für die Arbeit der gegen ihre eigenen

          Glaubenskinder arbeitenden Männer erflehte - und der Mehrzahl evangelischer Glaubensgenossen

          muß der Vorwurf gemacht werden, daß sie bewußt diesen Kampf gegen ihre eigenen Brüder im

          Glauben führten - und daß sie beide, Kirche u. Kirchenangehörige, Menschen des gleichen Glaubens,

          mit denen sie im Gottesdienst vereint sind, vor den Türen der Kirchen räudigen Hunden gleich aus

          ihrer Gesellschaft ausstoßen.“ (mangelnde „christliche Solidarität“ erleben auch -zigtausende wg. ihres

          Glaubens verfolgte Schüler in der DDR und, nach deren Beitritt, in der BRD) (>17.8.90/ 8.11.2000),

          Thüringen, ev. Landesbischof Wilhelm Reichardt erlässt Gesetz gegen den Marxismus in der Kirche

          (>12.9.33/ 1.5.39/ 18.8.64/ 2./6.7.71),

          UdSSR; Moskau, Verlängerung des Berliner dt.-sowj. Freundschaftsvertrages wird ratifiziert (>15.9.33)

06.05. preuß. Kultusminister Dr. Rust’s Erlaß zur Umwandlung universitärer Pädagogischen Akademien in

          „Hochschulen für Lehrerbildung“ im „Neuen (nationalsozialistischen) Geist“ (Dr. Rust: „Die Lehrpläne

          der Pädagogischen Akademien lassen deutlich den Versuch des abgetretenen Regimes durchblicken,

          unter den Decknamen von allerhand schönen wissenschaftlichen Dispositionen eine marxistische

          Lehrerschaft zur Zersetzung des deutschen Volkes heranzuziehen…“, bis 1936 sind HfLs im Gesamt-

          Reich eingeführt an denen ab 1936 auch künftige Studienräte zwei Semester absolvieren müssen)

          mit nur zweijährigem Volksschullehrer-Studium (>5.12.50) unter Erfüllung der politischen Kriterien

          nationalsozialistischer Begabtenförderung (freiwilliges „Arbeitsdienst“-/„Hauswirtschafts“-Jahr

          und Mitgliedschaft in einer NS-Organisation wie sie z.B. drei Jahre später von BDM-Scharführerin

          Hannelore „Loki“ Glaser erfüllt werden; ex-SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidts Gattin betreibt

          Wehrsportunterricht mit Kleinkaliberschießen, absolviert den Luftschutzkursus ehe sie 1937 das Abitur

          besteht und von 1938-40 an einer Hochschule für Lehrerbildung, wo „Verhalten und Leistungen in der

          NSDAP und ihren Gliederungen…entscheidend…auch für das abschließende Urteil (sind)“ erfolgreich

          studiert - im Rahmen sozialer Kanzlergattinnen-Engagements thematisiert Pädagogin Schmidt später

          nie das Schicksal jener politische Kriterien sozialistischer Begabtenförderung nicht erfüllender

          verfolgter SchülerInnen) (>10.7.33/ 2.5.40/ 8.2.41/ 24.8.49),

          Braunschweig; SS-Obergruppenführer Dietrich Klagges (1925 NSDAP) wird Ministerpräs. (bis 1945, in

          K.’s Amtszeit führt Landespolizeileiter u. SS-Gruppenführer Friedrich Jeckeln die dt. „Geiselqote“ 10:1

          ein als er am >4.7.33 im Pappelhof Rieseberg/Braunschweig 10 Unbeteiligte: Hermann Behme,

          Julius Bley, Hans Grimminger, Kurt Heinemann, Reinhold Liesegang, Wilhelm Ludwig, Walter

          Römling, Gustav Schmidt, Alfred Staats und Willi Steinfaß als ,Sühne’ für den Mord am SS-Mann

          Gerhard Landmann erschiessen lässt (>29.8.41/ 29./30.9.41/ 22.2.49/ 25.4.50/ 08.1970),

          Karlsruhe, Verein für das Deutschtum im Ausland VDA und Hitler-Jugend-Reichsjugendführer unter-

          zeichnen Abkommen gegenseitiger Mitgliedschaft (VDA-Ehrenvors. ist Reichspräs. P. v. Hindenburg,

          VDA-Bundesleiter ist Dr. Hans Steinacher) (>8.5.33/ 4.7.33/ 27.10.33/ 24.6.39/ 27.6.81),

          Thüringen, Reichsstatthalter wird NSDAP-Min. Präs. Fritz Sauckel (Zitat 1934 „Denn Thüringer-Land

          ist Hitler-Land“) (>18.6.33/ 21.3.42/ 20.4.42/ 6.1.43/ 29.4.45/ 14.11.45/1.10.46)

07.05. Berlin, Preußische Akademie der Künste, erzwungener Rücktritt von Ehrenpräs. Max Liebermann

          (Zitat: „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.“ L. stirbt 1935, die jüd. Witwe des

          Impressionisten begeht 85jährig vor ihrer Deportation in ein KZ Selbstmord),

          jüdisch-deutschen Beschäftigten der Reichswehr wird gekündigt

08.05. preuß. Kultusminister Dr. Rust’s Erlaß bezüglich Schüler nichtarischer Abstammung an höheren und

          mittleren Schulen („Wie ich erfahre, sind einzelne Leiter höherer Lehranstalten bereits dazu überge-

          gangen, Schüler nichtarischer Abstammung, zum Teil auch Angehörige fremder Staaten, vom Besuch

          der höheren Lehranstalten auszuschliessen…“ (Ausführungen zum Gesetz v. 25.4.1933/ 15.7.1933)

          > verfolgte Schüler,

          Auslandsorganisation der NSDAP AO wird NSDAP-Gau (Reichsdeutsche von Argentinien bis

          Palästina gründen NSDAP-Landesgruppen), Gauleiter ist Ernst Wilhelm Bohle (Landesgruppenleiter

          Südafrika, 1937 wird E. Bohle Staatssekr.und Chef der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt,

          Landesgruppenleiter Schweiz ist Wilhelm Gustloff - später Namenspatron des KdF-Schiffes, in der

          NSDAP-Landesgruppe Frankreich wird später z.B. Dr. jur. Christian Graf Dönhoff für die Rückführung

          geflüchteter Deutscher verantwortlich - in der BBZ/BRD schreibt der ex-NSDAP AO-Kolonialreferent

          mit Goebbels-Propagandisten und NSDAP-Mitgl. für „DIE ZEIT“) (>2.9.36/ 21.3.46),

          KZ Dachau, der gefolterte KPD-Reichstagsabgeordnete Hans Beimler ermordet einen Aufseher und

          flieht in dessen Kleidung (1936 wird Beimler im span. Bürgerkrieg erschossen - in der DDR werden

          Straßen, Fabriken, ein Orden u. Kindersoldaten-Wettkämpfe nach ihm benannt) (>17.7.56/ 01.1967)

09.05. Beschlagnahme des noch nicht ins Ausland gebrachten SPD-Vermögens (>22.6.33/ 18.7.33),

          Hanns Lilje’s u. Walter Künneth’s „Aufruf der Jungreformatorischen Bewegung zum Neubau d. Kirche“

          u.a. „Wir fordern, daß die evangelische Kirche in freudigem „JA“ zum neuen deutschen Staat den ihr

          von Gott gegebenen Auftrag…erfüllt“ lehnen aber „grundsätzlich die Ausschließung von Nichtariern

          aus der Kirche ab“ (>21.10.44)

10.05. Gründung Deutsche Arbeitsfront unter Dr. Robert Ley (Zitat: „Die Arbeit ist nicht des Lohnes und des

          Geldverdienens wegens da, sondern die Arbeit ist Selbstzweck, und die gerechte Entlöhnung ist eine

          notwendige Anerkennung für die Leistung.“), wird mit ca. 23 Mio. Mitgl. größte NS-Massenorganisation

          (Beitragsaufkommen in 1939 RM 539 000 000), §1 Die DAF ist die Organisation der schaffenden

          Deutschen der Stirn und der Faust…§3 Die DAF ist eine Gliederung der NSDAP. §4 Die Führung der

          DAF hat die NSDAP…(Handwerks- und Handelskammern ordnen an, daß „nur noch Lehrlinge einge-

          stellt werden, die Mitglied der HJ oder des BDM sind, andernfalls das Lehrverhältnis nicht anerkannt

          wird…“) (>28.4.1934/ 24.10.1934/ 19.3.1940/ 15.6.1945/ 9./11.2.1946),

          Tag der Bücherverbrennung an allen deutschen Universitäten unter Teilnahme von Professoren und

          Rektoren, als Auftakt zur Verbrennung „marxistisch jüd.“ Bücher (ein Plakattext „Vergesst die Bibel

          nicht, auch sie ist jüdisches Geistesgut!“) in Berlin hält Prof. Dr. Alfred Bäumler, Ordinarius f. Politische

          Pädagogik eine Vorlesung über die nationalsozialistische Revolution, ihre geistigen u. philosophischen

          Grundbedingungen (Zitat Heinrich Heine: „Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am

          Ende Menschen.“) (in der DDR-Diktatur des Proletariats werden Schriften, die „den moralischen und

          politischen Anschauungen der Werktätigen widersprechen“ illegale „Schund- und Schmutzliteratur“,

          Verordnungen v. 15.9.55, 26.3.69, § 146 StGB 1968, das sozialistische Buchwesen, der Leipziger

          Kommissions- und Großbuchhandel, der „Volksbuchhandel“ u. der Schriftstellerverband der DDR

          regeln Einzelheiten, da „die Kunst, die Wissenschaft und ihre Lehre frei“ sind)(>26.10.33/ 17.8./1.9.34/

          27.5.43/ 10.5.46/ 10.5.47/ 15./17.3.51/ 22./25.5.52/ 1.6.55/ 15./18.12.65/ 1.6.66/ 23.8.66/ 3.4.68/

          11.4.68) - deutsche Leitkultur,

          Berlin, Opernplatz, Propagandaminister u. Doktor der Literaturwissenschaften J. Goebbels’ Brandrede

          an „meine Kommilitonen“ (sie erfüllen die ideologischen Kriterien der NS-Begabtenförderung)

          endet mit „einem Gelöbnis,…, das heute wieder unter diesem Himmel und umleuchtet von dieser

          Flamme ein Schwur sein soll: das Reich und die Nation und unser Führer Adolf Hitler: Heil! Heil! Heil!“,

          Dresden, Dr. phil. Wilhelm Hartnacke (NSDAP) wird für deutsche Schlichtheit gegen ,Bildungsinflation’

          agierender sächs. Kultusminister (Zitat: „Die Entartung der Schule zu einem Berechtigungsinstitut muß

          ein Ende haben.“) > verfolgte Schüler (>15.6.53/ 14.3.63/ 1.7.63/ 4.12.2001),

          Frankfurt/M., Pädagogische Akademie, NS-Pädagoge Prof. Dr. Ernst Krieck: „Das Studentenfreikorps

          lädt die Gesamtheit des Professorenkollegiums zu der Verbrennung d. marxistischen u. korruptionisti-

          schen Schriften ein, die Mittwochabend, den 10. Mai, auf dem Römerberg stattfinden wird. Die Stu-

          denten würden es im Hinblick auf die große symbolische Bedeutung dieser Zeremonie begrüßen, die

          Gesamtheit d. Professorenschaft dort zu sehen. Ich lade daher die Kollegen ein, zahlreich daran teil-

          zunehmen. Abmarsch: von der Universität auf den Römerberg Mittwoch, 20 Uhr, mit Musik. Die

          Korporationen werden in Uniform daran teilnehmen, ebenso die SA-Bataillone.“ -„Brandredner“ ist ev.

          Studentenpfarrer Otto Fricke (später „Bekennde Kirche“ und Helfer für Rassenhygieniker Verschuer)

12.05. Gesetz über Wiedereinführung der Militärgerichtsbarkeit (>1.10.36/ 4.4.63);

          „Westdeutscher Beobachter“ „Die neuen Bestimmungen über Beamte, Ärzte und Anwälte reinigen

          das öffentliche Leben von nichtarischen, fremdgearteten Elementen“ schreibt u.a. der „Staatsrechtler

          des neuen Reiches“ Prof. Dr. Carl Schmitt (1910 Promotion, Autor „Über Schuld und Schuldart“, 1914

          Autor „Der Wert des Staates und die Bedeutung des Einzelnen“, 1916 Habilitation, ab 1921 Professor

          in Greifswald, Bonn, Köln und Berlin, lehrt die späteren NS-Staatsrechtler Ernst Forsthoff, Ernst Huber

          und Theodor Maunz, 1922 Autor „Politische Theologie“, 1924 Autor „Diktatur des Reichspräsidenten“,

          1926 Autor „Die Kernfrage des Völkerbundes“, Rechtsberater der Reichskanzler Kurt v. Schleicher u.

          Franz v. Papen, 1928 Autor „Verfassungslehre“/ Neuauflage 1970, 1.5.1933 NSDAP-Mitgl., 06.1933

          im Führerrat Akademie für Deutsches Recht, 07.1933 Preuß. Staatsrat, 1934 Hauptschriftleiter der

          Deutsche Juristen Zeitung des Bundes Nationalsozialistischer Dt. Juristen BNSDJ, 1934 rechtfertigt

          Katholik Schmitt in der DJZ die Morde der Röhm-Affaire - zu deren Opfern das befreundete Ehepaar

          v. Schleicher gehören - mit „Der wahre Führer ist immer auch der Richter“, ebenfalls 1934 schreibt S.

          in der „Juristischen Wochenschrift“ „Das gesamte heutige deutsche Recht…muß ausschließlich und

          allein vom Geist des Nationalsozialismus beherrscht sein…Jede Auslegung muß eine Auslegung im

          nationalsozialistischen Sinne sein.“ und in der Deutschen Juristischen Zeitung „Heute wird jeder den

          Satz: Kein Verbrechen ohne Strafe…gegenüber dem Satz: Keine Strafe ohne Gesetz…als die höhere

          und stärkere Rechtswahrheit empfinden“, 1935 nennt S. die Nürnberger Rassegesetze „Verfassung

          der Freiheit“, 1936 „Das Judentum in Rechts- u..Wirtschaftswissenschaft“-Kongreßvorsitz., 1937 z.T.

          Ämterverlust, 1939 Autor „Völkerrechtliche Großraumordnung“, 1940 Autor „Positionen und Begriffe“:

          „Der Führer schützt das Recht vor dem schlimmsten Mißbrauch, wenn er…Kraft seines Führertums

          als Oberster Gerichtsherr unmittelbar Recht schafft“, 1950 Autor „Die Lage der europäischen Rechts-

          wissenschaft“, 1954 Autor „Gespräch über Macht und den Zugang zu Machthabern“, 1956 Autor

          „Hamlet oder Hekuba“, 1959 veröffentlichen ex-NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Hans Barion (kath. Theologe),

          Prof. Dr. Ernst Forsthoff u. Prof. Dr. Werner Weber die „Festschrift für Carl Schmitt zum 70.Geburtstag

          dargebracht von Freunden u. Schülern“. Am 16.12.66 wird über einen von Deutschlands Besten

          Christen, dem intellektuellen Opportunisten Schmitt in der „Frankfurter Rundschau“ gemeldet, er sei

          zu Zeiten der Großen Koalition der „heimliche staatsrechtliche Berater“ Bundeskanzler Kiesingers - ein

          Dementi erfolgt nicht) (>4.7.40/ 1.10.54/ 1.12.66/ 7.11.68)

15.05. Tübingen, „Juden und Fremdrassigen ist der Zutritt zum städtischen Freibad zu verwehren.“

16.05. Deutscher Beamtenbund erklärt „plötzlich schwingt ein einfacher großer Gedanke auch durch unsere

          Reihen: Gleichschaltung…im Sinne der Weltanschauungsgemeinschaft…der gleichgearteten Kräfte

          nach innen u. außen…Herbeiführung einer wahren Volksgemeinschaft…“ (>15.10.33/ 11.5.51)

17.05. Reichstag, A. Hitler spricht im Rahmen einer Friedensresolution zu Außenpolitik u. Abrüstung, mit der

          Neuheit im dt. Parlamentsprotokoll - Zustimmung durch Erheben von den Plätzen zu deklarieren - wird

          nicht ohne Verwunderung registriert, daß die noch teilnehmenden 65 SPD-MdR unter Paul Löbe sich

          entgegen der Exil-SPD Empfehlung erheben u. eine Loyalitätserklärung für Hitler abgeben (>15.6.33)

18.05. Gründung Deutsche Evangelische Kirche (Landeskirchen-Zusammenschluß) (>11.7.33/ 27./31.8.45),

          Deutscher Anwaltverein tritt Bund Nationalsozialistischer Dt. Juristen bei (>21.5.33/ 30.9.33/27.12.33)

19.05. Reichstag akklamiert Gesetz zum Schutze der nationalen Symbole und Gesetz über Treuhänder der

          Arbeit, §1 Der Reichskanzler ernennt auf Vorschlag…Treuhänder… §4 Treuhänder…sind an Richt-

          linien und Weisungen der Reichsregierung gebunden.“

20.05. „Westfälische Zeitung“ berichtet über „Fahnenweihe“ darunter auch die Fahne der Reichsbahn-SS

          Bielefeld: „Dann weihte Parteigenosse Pfarrer Niemöller die drei neuen Hakenkreuzfahnen...Mit

          erhobenen Händen gelobte man dem Wahrzeichen der Einigkeit, der Hakenkreuzfahne, die Treue.

          Die Fahnenweihe klang aus im Horst-Wessel-Lied.“

    05. Gründung von Dr. H. Schacht’s „Scheinfirma“ Metallurgische Forschungsgesellschaft mbH mit

          Reichsbank- und Reichswehrvorstand und RM 1 000 000 Grundkapital von fünf Industriekonzernen

          u.a. Krupp, Siemens, Rheinmetall, Gutehoffnungshütte zur verschleierten Teilfinanzierung der nach

          dem Vertrag von Versailles hohen illegalen Rüstungsausgaben mittels vom Reichsfinanzministerium

          mit 4% verzinster sog. MeFo-Wechsel (zum Fälligkeitstermin 1938 nicht gedeckte Wechsel von ca.

          RM 12 000 000 000) (>7.1.39),

          „Deutsche Juristenzeitung“ „Die restlose Ausrottung des inneren Feindes gehört zur deutschen Ehre.

          An ihr kann der Richter durch großzügige Auslegung der Strafprozeßordnung teilnehmen.“,

          Bayerischer Heimat- und Königsbund, Landesleiter Georg Enoch von und zu Guttenberg verbreitet

          Aufruf „An die königstreuen Bayern!“ u.a. „Geduld verlangt diese Zeit von uns. Wir dürfen sie auch

          haben; denn diejenigen, die sie uns von Staats wegen befehlen, sie arbeiten an einem guten Ziel: Es

          gilt den nationalen Willen im ganzen deutschen Volke zu erneuern…Betrachten wir die Arbeit, vor der

          Hitler steht. Das Vertrauen des deutschen Volkes hat ihm ermöglicht, die Lösung seiner Aufgabe in

          einem Zuge über das ganze Reich in Angriff zu nehmen. Eine geschichtliche Fügung, die der Opfer

          wert ist. Bayern bringt sie bewußt der gemeinsamen deutschen Sache…Wir sind bereit, das Unsrige

          dazu zu tun…Wir ordnen uns ein, um dem Ganzen zu dienen. Einordnen aber heißt nicht aufgeben.

          Schweigen für eine Zeit kann die Treue, aber verleugnen wird sie sich niemals. Und wenn einer wie

          Hitler dem Volke seine besten Kräfte zurückgeben soll, dann vertrauen wir, daß er dem Bayern seine

          Treue nicht nehmen will…“ (07.1933 löst v. Guttenberg den BHKB auf, bei Röhm-Affaire vom 30.6.34

          wird v. Guttenberg für Monate inhaftiert, 1940 stirbt der Vater des späteren CSU-Staatssekretärs

          Karl Theodor von und zu Guttenberg als Kapitänleutnant der in Bremerhaven zum Truppentransporter

          umgebauten SS „Europa“) (>22.4.38/ 06.1991),

          KWG-Präsident Prof. Dr. Max Planck an A. Hitler: „Die zur 22.Ordentlichen Hauptversammlung der

          Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften versammelten Mitglieder beehren sich

          dem Herrn Reichskanzler ehrerbietige Grüße zu übersenden und hierdurch feierlich zu geloben, daß

          auch die deutsche Wissenschaft bereit ist, am Wiederaufbau des neuen nationalen Staates, der ihr

          Schutz u. Schirmherr zu sein gewillt ist, nach besten Kräften mitzuarbeiten.“ (>14.7.33/ 7./8.6.2001),

          KZ Moringen/Göttingen eröffnet, Lagerdirektor wird bis 1945 NSDAP-Mitgl. u. „Arbeitshaus“ Moringen-

          Direktor Hugo Krack (>06.1940/ 05.1949),

          Wuppertal-Barmen, Bekennende Kirche-Präses lic. theol. Paul Humburg schreibt Hitler-Lied u.a. „Der

          Tag bricht an! Jungdeutschland stillgestanden! Zum heiligen Schwur empor die treue Hand! Deutsch-

          land erwacht aus Not, aus Bruderzwist und Banden! Heil dir, mein einges dt. Vaterland!...“ (>19.10.57)

21.05. Deutscher Richterbund DRB tritt Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ bei („Der Deutsche

          Richterbund sieht seine Hauptaufgabe…in der Mitwirkung des gesamten Richtertums an der Neuge-

          staltung des deutschen Rechts und der dt. Rechtsordnung, die in Zukunft von einem Reichsrichtertum

          getragen sein soll. Frei von Fesseln, entsprechend dem germanischen Richterideal, muß der Richter

          jeder Vergewerkschaftung oder Verfachschaftung entzogen bleiben.“ - auch Tübingens Landgerichts-

          rat u. Dozent für Staatsrecht Prof. Dr. Karl Schmid, 1940-44 Kriegsverwaltungsrat bei der Oberfeld-

          kommandantur Lille/Frankreich, 1945 zu Prof. Dr. Carlo Schmid gemausert und Württemberg-Hohen-

          zollernscher SPD-Regierungschef, 1948-49 Parlamentar. Rat, 1949-72 MdB, 1966-69 Bundesmin. f.

          Bundesratsangelegenheiten)(>30.9./3.10.33/ 05.1936/ 1.9.48/ 6.7.49/ 9.1.51/ 9.5.58/ 10.10.59/ 8.6.60)

22.05. Luxemburg, deutsche Fußballmannschaft wird nach ihrem Hitler-Gruß ausgepfiffen

25.05. KPD-MdR Wilhelm Pieck flieht nach Paris (07.1945 kehrt er aus Moskau nach Berlin zurück u. wird

          KPD-ZK-Vors.) (>4.8.34/ 3./15.10.35/ 18.10.45),

          Berlin, Protesterklärung der Zeugen Jehovas an Reichsregierung (>7.10.34/ 10.7.50)

26.05. Gesetz über die Einziehung kommunistischen Vermögens (Beginn politisch motivierter Enteignungen,

          entwickelt sich über Arisierung jüd. Sach- u. Geldvermögens, Einziehung „volks- und staatsfeindlicher“

          Vermögen im Dt. Reich, Österreich, Tschechien, Polen, Frankreich, Belgien u. Niederlanden, Zwangs-

          anleihen u. Besitznahme fremdstaatl. Goldreserven zur größten Besitzumverteilung der dt. Geschichte

          gefolgt von Profit aus Zwangsarbeit, vom Besitzwechsel bei Bodenreform /Enteignungen in SBZ/DDR)

          (>18.7.33/ 18.11.38/ 12.5.39/ 4.10.39/ 29.5.41/ 2.9.45/ 8.2.49/ 29.10.45/ 26.11.54/ 03.1994),

          Österreich; Regierung Dr. Dollfuß verbietet Kommunistische Partei Österreichs (>30.5.33/ 19.6.33),

          USA; „New York Times“ veröffentlicht Pastor Harry Fosdick’s, von 1 200 Kirchenmännern gezeichnete,

          Protestnote gegen den deutschen Antisemitismus

28.05. Freie Stadt Danzig; NSDAP-Wahlsieg mit absoluter Volkstag-Mehrheit durch ca. 95% dt. Wähler, ,

          UdSSR; Fertigstellung vom „Weißmeer-Ostsee-Kanal namens Stalin“ bei dessen Bau mind. 100 000

          sowjet. GULag-Zwangsarbeiter starben

29.05. Berlin, Führerstellvertreter Rudolf Heß trifft Wirtschaftsvertreter u.a. Carl v. Siemens, Fritz Thyssen,

          Hugo Stinnes, Deutsche Bank-Direktor Emil Georg v. Stauß u. Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach,

          letzterer schreibt am gleichen Tag an Reichsbankpräs. Dr. Hjalmar Schacht: „…habe ich kürzlich in

          einer Besprechung mit Herrn Reichskanzler…vorgeschlagen, alle Sammlungen seiner Partei in einer

          großen Sammlung zu konzentrieren, die gleichmäßig und im richtigen Verhältnis zu ihrer Belegschaft

          möglichst alle Firmen der deutschen Wirtschaft einschl. Landwirtschaft und Bankenwelt trifft…“

30.05. Reichsverband der Deutschen Industrie Präsident Dr. jur. Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach wird

          Vorsitz. des „Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft“-Kuratorium (unterstützt durch die von Dr.

          G. Krupp u. Dr. Carl Köttgen geleitete „Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände“ beträgt das

          Spendenaufkommen 1933 RM 36 000 000 u. bis 1945 RM 700 000 000! Jeder Unternehmer spendet

          5 Promille der Jahreslohn- u. Gehaltssumme zugunsten der NSDAP. Zur Umrechnung kann der später

          von der Bundesbank berechnete RM 1:DM 5,9 Kurs verwendet werden) (>20.6.48/ 10.6.49/ 30.3.54),

          Österreich; Regierung Dr. Dollfuß verbietet Republikanischen Schutzbund (>19.5.33),

          Schweiz; Genf, Völkerbund verurteilt deutsche antisemitische Politik und entscheidet zugunsten einer

          Petition des jüdischen Oberschlesiers Franz Bernheim der durch antisemitische Maßnahmen seinen

          Arbeitsplatz verlor, das Deutsche Reich wird verpflichtet den Rechtszustand wiederherzustellen, der

          vor dem 30.1.1933 in Oberschlesien galt. Bis zur Gleichschaltung Oberschlesiens 1937 besitzen

          jüdische Deutsche hier bürgerliche Rechte (>14.10.33/ 26.9.95)

31.05. Reichsregierung befreit neue(!) KFZ von der Steuer (Abarten dieser Politik gibt es noch heute)

01.06. Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit („maßgebend von…Alt-Pg. Fritz Reinhardt, 1928-30

          Gauleiter Oberbayern, 1928-33 Leiter NSDAP-Rednerschule, seit 1933 Staatssekretär i. Reichsfinanz-

          ministerium geschaffen“, u.a. werden Arbeitsplätze berufstätiger Frauen mittels RM 1 000-Ehestands-

          darlehen, RM 600-Ausstattungshilfen mit z.T. betrieblichen Massenhochzeiten zugunsten v. Männern

          „freigemacht“ bzw. werden Frauen in die Hauswirtschaft „überführt“. 1935 wird zudem erstmals die

          Arbeitslosen-Statistik/ -erfassung verändert) (>20.9.33/ 23.12.38),

          Gesetz zur Minderung der Arbeitslosigkeit u.a. mit zinslosen Einkaufsgutschein-Ehestandsdarlehen

          (mit jedem Kind reduziert sich die Tilgung um 25%, nach 4 Kindern ist das Darlehen „abgekindert“)

02.06. Hamburg, Gründung „Deutsche Rechtsfront“ unter Dr. jur. Hans Frank,

          Verordnung über Tätigkeit von Zahnärzten u. -technikern bei Krankenkassen (Nicht-Arier-Ausschluß)

03.06. Fuldaer Bischofskonferenz, Hirtenbrief mit Bekenntnis zum NS-Staat ohne „versteckten Vorbehalt“

          u.a. „…Wir wollen dem Staat um keinen Preis die Kräfte der Kirche entziehen und wir dürfen es nicht,

          weil nur die Volkskraft und die Gotteskraft…uns erretten…kann. Ein abwartendes Beiseitestehen oder

          gar eine Feindseligkeit der Kirche dem Staate gegenüber müßte Kirche u. Staat verhängnisvoll treffen“

          und „Zu unserer großen Freude haben die führenden Männer des neuen Staates ausdrücklich erklärt,

          daß sie sich selbst und ihr Werk auf den Boden des Christentums stellen. Dies ist ein öffentliches,

          feierliches Bekenntnis, das den herzlichen Dank aller Katholiken verdient. Nicht mehr soll also der

          Unglaube und die von ihm entfesselte Unsittlichkeit das Mark des dt. Volkes vergiften, nicht mehr der

          mörderische Bolschewismus mit seinem satanischen Gotteshaß die deutsche Volksseele bedrohen

          und verwüsten…Es fällt deswegen uns Katholiken auch keineswegs schwer, die neue starke

          Betonung der Autorität im deutschen Staatswesen zu würdigen und uns ihr mit jener Bereitschaft zu

          unterwerfen, die sich nicht nur als eine natürliche Tugend, sondern wiederum als eine übernatürliche

          kennzeichnet, weil wir in jeder menschlichen Obrigkeit einen Abglanz der göttlichen Herrschaft und

          eine Teilnahme an der ewigen Autorität Gottes erblicken…“ (>20.7.33/ 1.7.49/ 23.4.50/ 28.7.50)

05.06. Vatikan/Österreich; Konkordat durch Kardinalstaatssekr. E. Pacelli, den österreich. Bundeskanzler

          Dr. E. Dollfuß und Justizminister Dr. jur. K. v. Schuschnigg unterzeichnet (>20.7.33/ 12.7.38)

06.06. Berlin, ein afghan. Student ermordet Afghanistan’s Botschafter Sardar Khan (>3.11.33/ 28.4.78),

          Westdeutsche Spielervereinigung führt „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“ beim Fußball ein (>7.8.33)

08.06. USA; New York, der jüd.-amerik. Boxer Max Baer schlägt ev.-deutschen Boxer Max Schmeling k.o.

          (aus Protest gegen die Judenverfolgung in Deutschland trägt Baer Boxershorts mit Davidstern)

8./11.6. München; 1.dt. Gesellentag der kath. Arbeiterjugend, ca. 25 000 Teiln., in seiner Rede sagt der kath.

          Gesellenverein-Generalsekr. Dr. Johannes Nattermann u.a. „Wiederum hat die dt. Nation den Schild

          des heiligen Reiches gegen Unglauben u. Heidentum geführt. Wiederum war das dt. Volk seiner

          Sendung treu. So, deutsche Jugend, deute ich die Stunde unserer Gegenwart…“ (die SA verprügelt

          hunderte Teiln. Dr. N. schreibt: „Gott-Volk-Reich. Das Buch vom 1.deutschen Gesellentag“) (>13.8.33)

09.06. Hamburg, Deutsche Halbschwergewichtsboxmeisterschaft, der Sinto Johann Wilhelm Trollmann siegt

          über Adolf Witt (Trollmann wird der Titel aberkannt, 1938 wird er sterilisiert, 1942 ins KZ Neuengamme

          eingeliefert u. am 9.2.43 ermordet; fast 70 Jahre später erklärt der Deutsche Boxverband „Nach

          reichlicher Prüfung werden wir die deutsche Meisterschaft des Jahres 1933, die Herr Trollmann in

          einem Meisterschaftskampf errungen hat, als solche würdigen und ihn in unsere Listen aufnehmen.")

10./11.6. Dortmund, Feierlichkeiten zur Weihe der NSBO-Fahnen beginnen mit Amtswalterbesprechung in

          der Westfalenhalle u. einem Konzert des Sturmbanns V/ 30.SS-Standarte-Musikzuges u. Dortmunds

          Straßenbahn-Blasorchester, am Sonntag folgt der Marsch diverser nationalsozialister Betriebszellen

          zur Kampfbahn „Rote Erde“ u. einem ökumenischen Feldgottesdienst mit dem ev. Pfarrer Quincke und

          dem kath. Geistlichen Findhammer (nach Platzkonzerten am Aschenplatz, Horst-Wessel-Platz, Markt-

          platz, Hiltropwall, Rosenterrasse, Löwendenkmal u. Stahlwerksplatz) nimmt Reichsmin. Dr. Goebbels

          die Fahnenweihe vor

11.06. Universität Münster, Audiomax, der kath. Dogmatiker Prof. Dr. Michael Schmaus referiert auf Bitten

          der kath.-theolog. Fachschaft für Angehörige aller Fakultäten über „Begegnungen zwischen kath.

          Christentum und nationalsozialistischer Weltanschauung“ u.a. „Da im Hintergrund aller Geschichte der

          göttliche Wille steht, können wir aus der Geschichte ohne Furcht uns zu täuschen ablesen, daß Gott

          dem deutschen Volke eine der größten Aufgaben zudachte“ über die „selbstverständliche Forderung

          der Zeit “ sich nicht nur „rückhaltlos in den neuen Staat einzuordnen, sondern auch die geistigen

          Grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung zu würdigen“ damit „der Bau des Reiches

          gelingt…das sein wird eine Opfergemeinschaft von unerschütterlich in Gott gegründeten, aus dem

          deutschen Volkstum genährten, demütig auf Gott vertrauenden, ihrer Verantwortung bewußten, von

          Christus geformten deutschen Menschen.“ Der vielbeachtete Vortrag wird in Heft 1, der „dem Aufbau

          des Dritten Reiches aus geeinten Kräften des nationalsozialistischen Staates und des kath. Glaubens“

          dienenden Schriftenreihe „Reich und Kirche“ veröffentlicht (1945 hält Prof. S. an der Uni. München

          Vorlesungen über das „Wesen des Christentums“ - ab 1951 gehört der spätere Kardinal Joseph

          Ratzinger zu seinen Schülern, 1954 veröffentlicht Prof. S. diese Thesen in Ettal bereits in 3.Auflage!),

          „Der Reichswart“-Herausgeber NSDAP-AdR Graf Ernst zu Reventlow fordert „Gleichberechtigung für

          deutsche Nichtchristen“ (>17.10.33)  

12.06. Gesetz gegen den Verrat d. deutschen Volkswirtschaft (Meldepflicht f. Auslandskonten, Devisen über

          RM 200) (>8.3.34/ 17.7.34/ 8.11.34/ 5.12.34/ 23.10.35/ 23.11.35/ 12.12.38/ 7.2.56/ 11.7.56/ 20.9.61),

          Dt. ArbeitsFront-Führer R. Ley erklärt Katholische Arbeitervereine als „staatsfeindlich“ (>28.4.34)

12.6./27.7. Großbritannien; London, Weltwirtschaftskonferenz (aus dem Vertrag von Versailles resultierende

          dt. Reparationszahlungen wurden 1932 eingestellt), Reichswirtschaftsmin: Dr. Alfred Hugenberg

          (DNVP) überreicht (später) veröffentlichtes Memorandum mit dt. Forderungen nach Lebensraum im

          Osten und Rückgabe dt. Kolonien in Afrika (>28.6.33/ 5.5.34/ 30.1.37/ 5.11.37/ 18.7.49/ 27.2.53)

13.06. Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD wird „Reichsstelle für akadem. Auslandsarbeit“ unter

          SS-Gruppenführer Ewald v. Massow, u.a. mit SA-Chef Ernst Röhm, Alfred Rosenberg (>04.35/ 5.8.50)

14.06. Reichsfilmkammergesetz zur „Gleichschaltung“ der Filmwirtschaft (>22.9.33/ 1937/ 7.8.52)

15.06. KZ Breitenau-Guxhagen b. Kassel auf Gelände der Landesarbeitsanstalt eröffnet (1940 Gestapo-

          Arbeitserziehungslager, ca. 9 000 Häftlinge, der jüngste ist 12 Jahre)  > verfolgte Schüler (>23.6.33),

          Berlin, SPD-Vorstände um Paul Löbe widerrufen Prager SoPaDe-Exilvorstandserklärungen (>08.1936/

          14.6.54)

16.06. Berlin, Opernplatz, Deutsche Studentenschaft-Kundgebung, Staatskommissar u. preuß. Bildungsmin.

          Dr. Rust verkündet neuen Studententyp und studentischen Arbeitsdienst, dies sei „die wahre große

          praktische Schule…, denn hier hört die Belehrung und das Wort auf und die Tat beginnt…Wer im

          Arbeitsdienstlager versagt, der hat das Recht verwirkt, Deutschland als Akademiker führen zu wollen.“

          - Deutsche Arbeitslager als Charakterschule für studentische „Kameraden der Arbeit“ (>28.7.37/

          4.5.57/ 28.2.58) (freiwilligen studentischen Arbeitsdienst leisten z.B. Hanns-Martin Schleyer, 1.7.33

          SS, 1.5.37 NSDAP/Leiter Studentenwerk Heidelberg, 1938 Leiter Studentenwerk Innsbruck, 1939

          Promotion, 1941 Leiter Studentenwerk Prag, 1943 Zentralverband der Industrie f. Böhmen u. Mähren,

          1948 als „Mitläufer“ entnazifiziert, 1951 Daimler Benz, 1963 Vorst. Daimler Benz AG, 1973 BDA-Präs.

          oder Hans Rößner, 1933 SA, 1934 SD/SS, 1936 Beteiligung Thomas Mann Ehrendoktorwürde-Aber-

          kennung, Promotion, 1940 Reichssicherheitshauptamt Abt.-Leiter IIIc3 „Volkskultur und Kunst“, 1941

          beamteter Sturmbannführer, 1943 Zitat Rößner „Der Jude nistet sich dort ein, wo das sog. kulturelle

          u. geistige Leben…sich ein eigenes Reich zu schaffen im Begriff war.“,1948-53 Lektor Stalling Verlag,

          1953-58 Verlagsleiter Insel-Verlag, danach Verlagsleiter Klaus Piper-Verlag München, hier betreut er

          die jüd. Autorin Hannah Arendt! Erstmals wird das 4.Semester ’33 zum studentischen Arbeitsdienst

          eingezogen, in Folge wird Universitätszulassung von ½jähriger Dienstpflicht - 4 Monate Arbeitsdienst,

          2 Monate SA-Lagerdienst - abhängig gemacht um die politischen Kriterien nationalsozialistischer

          Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus zu erfüllen. In bester deutscher Tradition erfüllt

          ex-Sozialistisches Hochschulbund-Mitgl., Ökonomie- u. Jura-Student Karl Schiller diese Kriterien. Er

          tritt Juni ’33 dem Nationalsozialistischen Dt. Studentenbund NSDStB bei, 1935 promoviert SA-Mann

          Schiller in Heidelberg u. leitet 1935-41 am Institut für Weltwirtschaft Kiel eine Forschungsgruppe, am

          1.5.1937 wird Dr. Schiller NSDAP-Genosse Nr. 4 663 250 und 1938 NSDAP-Ortsgruppenleiter, 1939

          habilitiert Dr. S. an der Uni. Kiel u. wird Nationalsozialistischer Dt. Dozentenbund NSDDB-Mitgl., 1941-

          45 wird Prof. Dr. S. dekorierter Ostfront-Wehrmacht-Oberstleutnant, 1944 Ernennung als Professor für

          Nationalökonomie Uni. Rostock. Der „Braunschweiger“/„Wendehals“-Uni. Kiel-Gastprofessor von 1946

          -zum SPD-Genossen gewandelte- nach Schleswig-Holsteins Landtagswahl ’47 als Wirtschaftsmin./

          Staatssekr. von der SPD berufene Prof. Schiller scheitert wg. seiner NS-Vergangenheit am Einspruch

          der brit. Militärregierung. Er wird am 23.5.47 Professor für Volkswirtschaft Uni. Hamburg u. Leiter des

          Instituts für Außenhandel u. Überseewirtschaft, 9.10.48 Wirtschafts- u. Verkehrssenator Hamburg, bis

          1957 Bürgerschafts-Mitgl., 1961-65 Wirtschaftssenator Berlin, 1964-72 SPD-Präsidium, 1965-72 MdB,

          1968-72 SPD-Wirtschafts- u. Finanzmin., Zitat Prof. Dr. K. Schiller - nach G. Schröder: „Man kann die

          Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selber.“) (>29.6.33/ 4.5.57/ 4.5.65/ 1.12.66/ 15.7.69),

          Bernau/Bogensee, Reichskanzler A. Hitler eröffnet in ex-Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund-

          Schule die neue Reichsführerschule der NSDAP (>14.5.46/ 10.1.48),

          Preuß. Volkszählung mit Erfassung (auch jüd.) Religionszugehörigkeit durch 500 000 nationalgesinnte

          Mitarbeiter (für RM 1 350 000 überträgt IBM-Tochter Dehomag mit Hilfe hunderter Zeitarbeitskräfte die

          Erfassungsbogen auf 60spaltige Hollerith-Karten, Spalte 22/Zeile 3 = Jude) (>1.1.37/ 28.6.37/ 17.5.39)

17.06. NSDAP-Mitgl. Baldur v. Schirach wird Jugendführer des Deutschen Reiches (für HJ/ NS-Schülerbund,

          bis 6.1934 auch für Nationalsozialist. Deutscher Studentenbund NSDStB verantwortlich); Zitat: „Die HJ

          ist eine weltanschauliche Erziehungsgemeinschaft“; er befielt Auflösung des Reichsausschuß der dt.

          Jugendverbände u. des Großdeutschen Bundes (unter dessen Führer Vizeadmiral Adolf v. Trotha) mit

          Unter- u. Teilorganisationen - v. Trotha kämpfte 1900 als Kapitänleutnant mit dt. Eingreiftruppen beim

          Boxeraufstand gegen Chinesen (>4.6.41), war Stabschef der dt. Hochseeflotte im 1.Weltkrieg, 1921

          Führer d. Dt.-Nationalen u. späteren Großdeutschen Jugendbundes, 1933 preuß. Staatsrat, wird nun

          Vors. des NS-Reichsbundes dt. Seegeltung und des Seegeltungsinstituts Magdeburg, Senator der Dt.

          Akademie München, 1936 Ehrenführer der Marine-Hitler-Jugend u. 1939 zum Admiral befördert)

          > verfolgte Schüler (>7.3.46/ 2.9.46/ 10.10.46/ 13.12.48); zeitgenössisches HJ-Lied:

          Es zittern die morschen Knochen            Und liegt vom Kampfe in Trümmern,

          Der Welt vor dem roten Krieg.                  Die ganze Welt zuhauf,

          Wir haben die Knechtschaft gebrochen,    Das soll uns den Teufel kümmern,

          Für uns war's ein großer Sieg.                 Wir bauen sie wieder auf.

 

          Wir werden weiter marschieren,               Wir werden weiter marschieren,

          Wenn alles in Scherben fällt,                   Wenn alles in Scherben fällt,

          Denn heute, da hört uns Deutschland       Denn heute, da hört uns Deutschland

          Und morgen die ganze Welt.                   Und morgen die ganze Welt..(Hans Baumann, kath. HJ-Poet

          u.a. auch der Hitler-Jugend-Lieder „In den Ostwind hebt die Fahnen“. „Nun laßt die Fahnen fliegen“,

          Jungvolk-Führer, Mitglied Reichsjugendführung, 1941 Dietrich-Eckart-Preis, 1942 verfasst Einleitung

          zur Hitler-Broschüre „Der Retter Europas“, nach 1945 erfolgreicher Jugendbuchautor, Baumann-

          Lieder werden in westdeutschen Schulen, von Gewerkschaften und Bundeswehr gesungen, 1956 F.-

          Gerstäcker-Preis, 1959 Gerhart-Hauptmann-Preis der Berliner Freien Volksbühne/ 1962 aberkannt),

          Schwerin, Mecklenburgs Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt droht bei HJ-Treffen mit Verbot sämt-

          licher, auch kirchlicher, Jugendbünde und Enteignung ihrer Einrichtungen (>16.2.34/ 4.3.34/ 28.4.53)

18.06. Erfurt, 60 000 SA-Männer defilieren, 300 000 Deutsche huldigen Reichskanzler Hitler der u.a. in einer

          Rede warnt „Wenn zwischen unserer Generation noch vereinzelte Menschen leben, die da glauben,

          sie könnten sich nicht mehr umstellen, so werden wir ihnen die Kinder nehmen und sie zu dem er-

          ziehen, was für das deutsche Volk notwendig ist.“ (>5.6.36/ 2.9.37/ 15.6.54) deutsche Gerechtigkeit,

          CSR; Prag, „Neuer Vorwärts“ SPD-Emigranten fordern Daheimgebliebene auf „Zerbrecht die Ketten!“

19.06. Berlin, SPD-Reichskonferenz wählt im Preuß. Landtag „judenfreies“ arisches Vorstandsdirektorium,

          Österreich; Regierung Dollfuß verbietet Nationalsozialistische Partei unter Alfred Proksch (>25.7.34)

20.06. Düsseldorf, der afro-dt. Hilarius Gilges wird verhaftet und ermordet (>7.2.35/ 1936/ 24.5.40/ 31.5.40)

21./26.6. Berlin, „Köpenicker Blutwoche“, wg. ca. 27 000 Köpenicker SPD- /KPD-Wahlstimmen soll hier polit.

          Widerstand durch brutale SA-Übergriffe gebrochen werden (weil ein SPD-Mitgl. zwei in sein Haus ein-

          gedrungene SA-Mitgl. erschießt werden sein Vater u. ein Bruder in gleicher Nacht im Schuppen ihres

          Hauses von der SA gehenkt, Schütze Anton Schmauch stirbt als Folteropfer am 16.1.34 im Polizei- 

          Krankenhaus; die SA durchsucht zahllose Häuser u. errichtet „Verhörzentren“ in Gaststätten, ca. 500

          Menschen werden gefoltert, verschleppt u. ca. 90(?) - u.a. Richard Aßmann, Fr. Georg v. Eppenstein,

          Paul v. Essen, Erich Janitzky, ex-MinPräs. Johannes Stelling - werden ermordet) (>27.6.33/ 19.7.50)

22.06. Reichsinnenmin. Dr. W. Frick erklärt SPD zur staats- u. volksfeindlichen Partei mit Verbot der SAJ u.

          Schliessung der Friedrich-Ebert-Stiftung, die jungen, befähigten und die politischen Kriterien der SPD

          erfüllenden Arbeitern Stipendien/Studienbeihilfen gewährte) (>25.6.33/ 6.5.45/ 21./22.4.46/ 23.8.61/

          4./5.5.2001),

          Deutsche Arbeitsfront-Führer Dr. Robert Ley erklärt „sog. katholische u. evangelische Arbeitervereine

          sind als Staatsfeinde zu betrachten…“ (>28.4.34)

23.06. „Kasseler Post“ „Eine Stunde unter Schutzhäftlingen. Besuch im Konzentrationslager Breitenau“,

          Berlin, Pfarrerssohn u. Landgerichtsrat Dr. jur. August Jäger (1.3.33 NSDAP) wird Staatskommissar

          für die ev. Kirche (enthebt 07.1933 Generalsuperintendent O.Dibelius seiner Ämter, 1934 DEK-

          Rechtswalter, 1938 Senatspräs. Kammergericht Berlin, 1939 stellv. Chef Zivilverwaltung Poznan/

          Posen/ Wartheland-Gauleiter Greiser’s Stellvertreter;1940 Regierungspräs. u. stellv. Reichsstatthalter

          Wartheland, hier nutzt er seine (kirchen)politischen Ansichten gemeinsam mit Arthur Greiser, am

          17.6.49 trotz Bischof Dibelius Gnadengesuch u.a. wg. Verbrechen gegen die Menschlichkeit in

          Poznan/Posen hingerichtet) (>19.4.34/ 18.11.35/ 10.7.40/ 16.5.46/ 14.7.46/ 03.1947/ 9.3.57),

          SPD-Vorstände Paul Löbe, Max Westphal, Franz Künstler und Paul Szillat kommen in KZ-„Schutzhaft“

24.06. Preußen verbietet als letztes Land die Zeugen Jehovas auf Grund der Verordnung zum Schutze von

          Volk und Vaterland vom 28.2.1933 > verfolgte Schüler (>12.12.36/ 31.8.50)

25.06. Verhaftung des jüd. SPD-MdR Ernst Heilmann (nach 7jähriger Odyssee durch Gestapo-Lager und KZ

          wird er 1940 im KZ Buchenwald ermordet; Sohn Peter Heilmann wird im Dt. Reich aus politischen und

          rassischen Gründen das Studium versagt)  > verfolgte Schüler (>11.11.33/ 23./26.5.47/ 3.7.58)

26.06. Gründung „Akademie für Deutsches Recht“ zur Umsetzung nationalsozialistischen Programms auf

          dem Gebiet des Rechts (Rechtsreform im NS-Sinn) (ab 7.1934 öffentl. Körperschaft), Präsidenten:

          Dr. Karl Lasch, Dr. Hans Frank, Dr. Otto Georg Thierack, Mitglieder u.a. Prof. Dr. Friedrich Berber, Dr.

          Ernst Féaux de la Croix, Prof. Dr. Karl-Maria Hettlage (SS-Hauptsturmführer, Ltr. Amt für Wirtschaft u.

          Finanzen des Reichsmin. für Rüstung u. Kriegsproduktion, von 1959-62 u. 1967-69 BRD Staatssekr.),

          Prof. Dr. Reinhard Höhn (in der BRD u.a. Präs. der Bad Harzburger Akademie für Führungskräfte der

          Wirtschaft), Prof. Dr. Maximilian Mikorey, Prof. Dr. Hans-Carl Nipperday (arbeitet hier am Gesetz zur

          Ordnung der nationalen Arbeit; in der BRD jurist. Kommentator, gutachterlicher Arbeitsrechtler, 1954-

          63 Bundesarbeitsgerichtspräsident u. die „herrschende Meinung“ Prägender, in der Laudatio zu N.’s

          Tod schreibt 1968 CDU-Arbeitsmin. Hans Katzer’s Ministerium „Einer der großen deutschen Rechts-

          lehrer ist von uns gegangen. Sein gesamtes Wirken war geprägt von der Kraft schöpferischer Ideen.“)

          u. Bankier Kurt v. Schröder)(>30.6.34/ 14.10.36/ 1938/ 19./21.5.39/ 1.4.40/ 1.10.44/ 05.1952/ 20.2.53),

          KZ Dachau, Lagerkommandant ist SS-Standartenführer Theodor Eicke (Zitat „Toleranz bedeutet

          Schwäche“) Dachau wird Schulungsort für alle KZ SS-Wachverbände, Eicke verfügt daß die sich aus

          HJ-Mitgliedern rekrutieren, da sie „als als einzige Soldaten auch in Friedenszeiten Tag und Nacht am

          Feind, am Feind hinter dem Draht“ stünden, Wachverbände entscheiden u.a. über Zahl der Ochsen-

          ziemerschläge aufs nackte Gesäß auf dem „Prügelbock“ oder das „Baumhängen“ mit auf dem Rücken

          zusammengebundenen und an den Handgelenken bis zur Ohnmacht hochgezogener Häftlinge wg.

          mangelnder Arbeitsleistung

27.06. Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtners Amnestiegesetz für Straftaten, die „zur Durchsetzung des

          Nationalsozialistischen Staates begangen wurden“ (>9.12.1949/ 22.2.1954)

28.06. Auflösung Deutsche Staatspartei (ex-DDP) und Deutsche Nationale Volkspartei (DNVP-Reichswirt-

          schaftsmin. Dr. A. Hugenberg tritt zurück, bleibt als „Gast der NSDAP“ MdR! Nachfolger ist Allianz-

          Versicherungsdirektor und NSDAP-Mitgl. Nr. 2 651 252 Dr. Kurt Schmitt) (>1.8.34/ 16.10.34/ 18.7.49),

          Plön, NAPOLA-Einweihung am Vertrag-von-Versailles-Jahrestag: „Junge Kameraden! Unser Leben

          gilt Deutschland. Die Folgen der Schanddiktatur haben wir täglich vor Augen…Deutschland ist nicht

          frei. Ihr sollt nicht ruhen und rasten, bis der Vertrag beseitigt ist…auch wenn wir sterben müssen.“

    06. Berlin, Edgar Mowrer, Auslandspressevereins-Vorsitz., wird zu Rücktritt und Ausreise gedrängt,

          Universität Heidelberg, Sommersemester, Prof. Dr. Viktor v. Weizsäcker: „Auch als Ärzte sind wir ver-

          antwortlich beteiligt an der Aufopferung des Individuums für die Gesamtheit. Es wäre illusionär, ja es

          wäre nicht einmal fair, wenn der deutsche Arzt seinen verantwortlichen Anteil an der notgeborenen

          Vernichtungspolitik glaubte nicht beitragen zu müssen. An der Vernichtung unwerten Lebens oder

          unwerter Zeugungsfähigkeit, an der Ausschaltung des Unwerten durch Internierung, an der staats-

          politischen Vernichtungspolitik war er auch früher beteiligt.“,

          Nürnberg, der 10jährige dt.-jüd. Arno Hamburger wird von Mitschüler als „Judensau“ beschimpft, er

          schlägt ihn und muss die Schule verlassen (u. besucht bis 1937 eine jüd. Volksschule, emigriert 1939

          nach Palästina, kehrt 1945 als Soldat nach Nürnberg zurück, übersetzt bei den Nürnberger Prozessen

          und beginnt danach 1949 eine Lehre)  > verfolgte Schüler (>1.2.39/ 6.8.42/ 3.7.45/ 7.10.65),

          Ulm, SA- und NSDAP-Mitgl. Ludwig Unselds 9jähriger Sohn Siegfried Unseld wird Mitglied beim

          „Deutschen Jungvolk in der Hitler-Jungend“ (der Vater wird SA-Scharführer, später SA-Sturmführer,

          der Sohn wird Fähnleinführer, später Stammführer, erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialis-

          tischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus, 1942 Notabitur, bis 1945 Kriegsmarine,

          wiederholt 1946 das Abitur, schliesst 1947 erfolgreich eine Buchhandelslehre ab, erfüllt die

          finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, studiert

          Philosophie in Tübingen, promoviert 1951, trifft u.a. Walter Jens und Martin Walser, wird Mitarbeiter

          später Gesellschafter und zuletzt Besitzer von Suhrkamp-Verlag GmbH&Co, KG, engagiert sich seit

          1965 u.a. mit Günter Gaus u. Günter Grass für die SPD) (>1.12.42/ 09.1944/ 17.9.44/ 23.5.2001)

29.06. Allianz-Generaldirektor Dr. jur. Kurt Schmitt wird Reichswirtschaftsminister (>5.7.34/ 1.8.34),

          Erlaß des preuß. Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volkbildung zur Relegation von („linken“)

          Studierenden an preuß. Hochschulen (ähnliche Erlasse folgen reichsweit)  >verfolgte Schüler

30.06. Reichskanzlei definiert Aufgaben des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda

          „...zuständig für alle Aufgaben der geistigen Einwirkung auf die Nation, die Werbung für den Staat,

          Kultur und Wirtschaft, der Unterrichtung der in- und ausländischen Öffentlichkeit...“,

          Parteilogo Hakenkeuz und ausgesuchte Portraits Hitlers werden zur corporate identity,

          die Arbeitslosigkeit beträgt im Reichsdurchschnitt 9,7%,

          Köln, Gefängnispfarrer Ernst Flatow ist der erste wg. nichtarischer Abstammung vom Konsistorium der

          rheinischen Kirchenprovinz der ev. Kirche Entlassene (>11.7.39/ 13.4.42)

01.07. Berlin, SPD-MdR Friedrich Ebert’s Verhaftung (ex-Reichspräs. Ebert’s Sohn, SPD-Redakteur, 1939-

          40 Wehrmacht, 1940-45 Reichsverlagsamt, 1945 SPD, 1946 SED-ZK, 1948-67 OBB Ost-Berlin, 1949-

          79 AdV, 1950-58 DSF-Präs., -79 Politbüro, 1971 stellv. Staatsratsvors.) (>10.8.33/ 10.1945/ 2.12.49),

          Verbot „Friedensbund Dt. Katholiken“ mit Fr. Franziskus Stratmann (Nachkriegszitat: „Fragt man mich

          wer mehr Verantwortung dafür trägt daß die Dinge in Deutschland so gelaufen sind, das ½% Gangster

          oder die 99% Ordentlichen, so würde ich ohne weiters sagen: diese Ordentlichen…Ich denke z.B. an

          die dt. Professoren…deren Umfall…ich 1933 aus größter Nähe miterlebt habe.“) (> 11.11.33/ 06.1945)

02.07. Berlin, Lazaruskirche, Massentrauung ev. Paare, die Männer tragen SA-Uniformen

03.07. Hamburg, Reichsbund deutscher Beamten-Treffen, Motto: „Erst Deutscher, dann Beamter“ (>20.8.34)

04.07. Braunschweig; SS-Männer ermorden zehn Häftlinge - 7 der Ermordeten sind Kommunisten (>5.4.50)

4./5.7. Auflösung von Zentrumspartei und Bayerischer Volkspartei (als Preis für das Konkordat?) (>20.7.33)

05.07. München, Kardinal Faulhaber protestiert gegen Verhaftung mehrerer hundert kath. Priester,

          NSDAP-Mitgl. Dr.-Ing. Fritz Todt wird Generalinspektor für das dt. Straßenwesen („Organisation Todt“,

          Zitat: „Die deutsche Straße muß der Ausdruck deutschen Wesens sein.“) (>23.9.33/ 15.4.38/ 28.5.38)

06.07. Universität Freiburg i. Breisgau, Vortrag von Prof. Dr. Wendelin Rauch: „EUGENIK. Es ist, als ob man

          in diesem Namen das tiefste Wort aus dem Bereich des natürlich Großen und Bedeutungsvollen und

          das schlichteste Wort aus dem Bereich des Guten und Schönen gesucht und zu gesteigerter Tiefe

          und Schönheit zusammengesetzt hätte.“ (>10.5.43),

          Berlin, Reichskanzler Hitler vor Freunden u.a. „Der Faschismus mag in Gottes Namen seinen Frieden

          mit der Kirche machen. Ich werde das auch tun. Warum nicht? Das wird mich nicht abhalten, mit

          Stumpf und Stiel, mit allen seinen Wurzeln und Fasern das Christentum in Deutschland auszurotten…

          Ob nun Altes oder Neues Testament…alles das ist doch nur derselbe jüdische Schwindel. Es ist alles

          eins und macht uns nicht frei…Man ist entweder Christ oder Deutscher…Den Jesus können Sie nicht

          zum Arier machen“ (>20.7.33/ 1.4.55/ 10.2.56/ 11.2.58/ 12.12.58/ 13.8.68),

          Berlin, Dr. Kurt Schumacher (SPD-MdR) wird verhaftet (er ist bis 16.3.43 ununterbrochen in Haft, ab

          07.1934 im KZ Dachau wo er schwere Gesundheitsschäden erleidet, 08.1944 wird er wieder verhaftet,

          einen Monat im KZ Neuengamme inhaftiert ehe er entlassen wird) (>12.7.33/ 5.3.46/ 9.5.46/ 19.6.49)

08.07. Preuß. Min.-Präs. H. Göring ernennt Dirigent Dr. Wilhelm Furtwängler zum Preuß. Staatsrat (Dr. F. ist

          seit 6.1933 mit Wilhelm Backhaus, Georg Kulenkampff u. Max v. Schillings Mitglied d. Kommission zur

          Überprüfung der Musikprogramme u. Konzertvereine, 1934 Reichsmusikkammer-Vizepräs., 1936 wird

          er musikalischer Leiter der Bayreuther Festspiele, dirigiert mehrfach zu Hitlers Geburtstagsfeiern und

          zur Eröffnung der NSDAP-Reichsparteitage Wagners „Meistersinger“ mit dem Ensemble d. Staatsoper

          Berlin, am 5.9.1938 -nach Österreich’s Anschluss sogar mit den Wiener Philharmonikern, Anfang 1945

          sucht er bei Schweiz-Tournee Asyl. Trotz viel Kritik vom Ausland - Alexander Mitscherlich sagt 1946

          im Inland über Dr. F. „Soll es mit den alten Spielern weitergehen?.. Wenn es mit den alten Spielern

          weitergehen sollte, dann wäre nichts gewonnen, dann wäre jedes Opfer umsonst.“ - wird Heidelberg’s

          Dr. h.c. F. 1946 entnazifiziert und 1949 wieder (West-)Berliner Philharmoniker-Direktor) (>21.7.33)

09.07. Deutscher Fußball-Bund DFB beschließt einstimmig Eingliederung in NS-Reichssportführer Hans v.

          Tschammer und Ostens Reichssportkommissariat im Reichsinnenministerium (Zitat DFB-Präsident

          und Polizeikommissar Felix Linnemann: „Wir sind heute stolz darauf, daß sich die Amtswalter des

          Deutschen Fußball-Bundes versammelten, um als erste sportliche Organisation ihre Auflösung zu

          beschließen und sich mit allem lebenden und toten Inventar in den eben gegründeten Reichsverband

          für Leibesübungen der NSDAP einzugliedern.“) (>7.8.33/ 11.1933/ 10.10.46)

10.07. Lauenburg i. Pommern, Hochschule für Lehrerbildung-Eröffnung, Preuß. Kultusmin. Dr. Rust sagt u.a.

          „Die Schule hat sich auszurichten nach dem Geiste unseres großen feldgrauen Heeres u. hat dafür zu

          sorgen, daß ein ganzes Volk in seiner Totalität auf diesen Gedanken hin erzogen wird. Meine Herren

          Lehrer, Sie sind die SA-Führer der deutschen Volksbildung…“ (>1./5.8.33/ 7.6.34/ 21.8.34/ 1.5.36)

11.07. Berlin, Friedrich-Wilhelms-Universität, 110 Studenten (u.a. Liselotte Herrmann), die einen „Aufruf zur

          Verteidigung demokratischer Rechte und Freiheiten“ unterzeichneten, werden von Eugeniker-Rektor

          Prof. Dr. Eugen Fischer’s Universität relegiert  > verfolgte Schüler (>11.11.33/ 12.6.37/ 11./13.12.81),

          Berlin, Reichskommissar Dr. A. Jäger, der Bevollmächtigte für ev. Kirchen L. Müller (beide NSDAP) u.

          Vertreter aller Landeskirchen unterzeichnen Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche („Art. 5.

          An der Spitze der Kirche steht der lutherische Reichsbischof.“) (>14.7.33/ 23.7.33/ 27.9.33/ 20.3.47)

12.07. Potsdam, Eröffnung Reichsjugendführerschule zur Hitler-Jugendführer-Ausbildung (>5.8.39/ 22.5.46),

          „Stuttgarter NS-Kurier“ „…wurde der berüchtigte Reichstagsabgeordnete Schumacher verhaftet…Mit

          Dr. Schumacher ist einer der schamlosesten sozialdemokratischen Hetzer unschädlich gemacht…“

13.07. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s Anordnung zur Einführung des Hitlergrußes „Nachdem der Parteienstaat

          in Deutschland überwunden ist und die gesamte Verwaltung im Deutschen Reiche unter der Leitung

          des Reichskanzlers Adolf Hitler steht, erscheint es angebracht, den von ihm eingeführten Gruß allge-

          mein als deutschen Gruss anzuwenden…Die Beamtenschaft muß auch hierin dem deutschen Volke

          vorangehen. Deshalb und um eine gleichmässige Übung innerhalb der Behörden zu gewährleisten,

          bitte ich für Ihren Geschäftsbereich anzuordnen: 1. Sämtliche Beamte, Angestellte und Arbeiter von

          Behörden grüßen im Dienst und innerhalb der dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des

          rechten Armes…3. Es wird von den Beamten erwartet, dass sie auch ausserhalb des Dienstes in

          gleicher Weise grüssen. Für meinen Geschäftsbereich habe ich dementsprechende Anordnung ge-

          troffen.“ (zumeist von Zeugen Jehovas nicht mitgetragene deutsche Leitkultur: „Volksgenosse, trittst

          Du ein, soll Dein Gruß ,Heil Hitler’ sein!“) (>19.8.33/ 20.8.33/ 21.12.33/ 24.7.44)

14.07. Reichstag akklamiert Gesetz gegen die Neubildung von Parteien („§1 In Deutschland besteht als

          einzige politische Partei die NSDAP“) (seit NSDAP-Gründung haben Frauen kein Recht auf Partei-

          mandate, obwohl das passive Wahlrecht für Frauen nun endet protestieren sie nicht),

          Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit

          (mögl. Widerruf aller Einbürgerungen vom 9.11.18 bis 30.1.33, juristische Grundlage für ca. 39 000

          Ausbürgerungen - einschl. im Ausland lebender Oppositioneller, einschl. Vermögensbeschlagnahme,

          Innen u. Außenmin. entscheiden über Schicksal der Angehörigen - mittels im „Reichanzeiger“ bis 1945

          veröffentlichter ca. Ausbürgerungslisten die zu Verlust von Pensions- u. Rentenansprüchen führen)

          (>25.8.33/ 17.7.34/ 8.6.35/ 7.4.45/ 11.5.51/ 16.7.52/ 20.2.67),

          Gesetz über die Volksabstimmung (>14.10.33/ 18.3.38),

          Gesetz zur Einziehung volks- u. staatsfeindlichen Vermögens (führt u.a. zur Aktien-Beschlagnahme

          SPD-eigener „Konzentration AG“-Firmen) (>18.7.33/ 18.11.38/ 6.11.45/ 29.10.46/ 2.12.49/ 03.1994),

          Gesetz zur Befragung des Volkes durch den Führer (>12.11.33/ 19.8.34/ 1.3.35/ 18.10.35/ 10.4.38/

          30.6.46/ 29.7.54/ 30.7.58/ 6.4.68/ 14.5.90),

          Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (schwerer Alkoholismus, Blindheit, Depression,

          Epilepsie, manische Depression, schwere Mißbildung, Schizophrenie, Schwachsinn, Taubstummheit,

          Veitstanz - Zwangssterilisierung „Erbkranker mit angeborenem moralischen Schwachsinn“ (Kriminelle,

          Fürsorgezöglinge, Prostituierte) und „mit angeborenem intellektuellem Schwachsinn“ (u.a. „Intelligenz-

          prüfungsbogen“-Zwang f. Hilfsschüler, allen anderen sind weiterbildende Schulen o. Berufsausbildung

          untersagt > verfolgte Schüler) - obwohl im Widerspruch zur kath. Lehre der Unverletztlichkeit des

          menschl. Körpers unterzeichnet wenig später Kardinalstaatssekr. Pacelli, der spätere Papst Pius XII,

          das Konkordat mit dem Dt. Reich - ab 1935 „Trotzschwangerschaft“-Zwangsabtreibung bis 6 Mon.)

          (>20.7.33/ 13.8.33/ 6.3.34/ 31.1.35/ 6.7.35/ 9.7.35/ 12.12.35/ 26.6.36/ 14.11.39/ 24.12.41/ 4.3.42/

          8.5.45/ 5.11.57/ 2.1.65/ 6.5.74/ 16.11.76/ 3.12.80/ 10.2.86/ 31.10.86/ 25.2.87/ 5.5.88/ 8.9.93/ 25.8.98),

          Gesetz über die Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche (>23.7.33/ 27./31.8.45/ 20.3.47),

          Reichsverband evangelischer Taubstummen-Seelsorger Deutschlands: „Ein Wort an die erbkranken

          evangelischen Taubstummen. Die Obrigkeit hat befohlen: Wer erbkrank ist, soll in Zukunft keine

          Kinder mehr bekommen. Denn unser deutsches Vaterland braucht gesunde und tüchtige Menschen.

          Viele Menschen haben von Geburt an ein schweres Gebrechen oder Leiden. Die einen haben keine

          gesunden Hände, Arme, Füße...andere sind am Geiste so schwach...wieder andere sind blind und Du

          selbst, lieber Freund, leidest an Taubheit...Es gibt taubstumme Kinder deren Vater oder Mutter auch

          taubstumm ist...Sie haben das Gebrechen geerbt. Sie sind erbkrank. Zu diesen Menschen sagt die

          Obrigkeit: Du darfst Dein Gebrechen nicht noch weiter...vererben; Du mußt ohne Kinder bleiben.

          Wenn Du an ererbter Taubheit leidest, bekommst Du wohl eine Vorladung vor das Erbgesundheits-

          gericht...Du wirst die Wahrheit sagen, wenn Du gefragt wirst. Denn so will es Gott von Dir...Vielleicht

          bestimmt das Erbgesundheitsgericht: Du sollst durch eine Operation unfruchtbar gemacht werden...

          Sieh, da will die Obrigkeit Dir helfen. Sie will Dich bewahren vor der Vererbung Deines Gebrechens...

          Die Obrigkeit hat befohlen: Niemand darf über die Unfruchtbarmachung sprechen. Du selbst auch

          nicht. Merke wohl: Du darfst zu keinem Menschen darüber sprechen! Auch Deine Angehörigen nicht!

          Und der Arzt, der Richter, sie alle müssen schweigen! Gehorche der Obrigkeit!...Denke an die Zukunft

          Deines Volkes und bringe ihr dieses Opfer...Vertraue auf Gott und vergiß nicht das Bibelwort: Wir

          wissen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ („Die innere Mission“ berichtete

          bereits in der Ausgabe 26/1931(!) über Sterilisierung fordernde evangelische Ärzte und Pfarrer „Träger

          erblicher Anlagen, die Ursache sozialer Minderwertigkeit und Fürsorgebedürftigkeit sind, sollten tun-

          lichst von der Fortpflanzung ausgeschlossen werden.“),

          NS-pädagogische Rechenaufgabe: „Der Bau einer Irrenanstalt erfordert RM 6 000 000. Wie viele

          Siedlungshäuser zu je RM 1 500 hätte man dafür erbauen können?“

14.07. KWG-Präsident u. Nobelpreisträger Prof. Dr. Max Planck an Innenmin. Dr. W. Frick u.a. „Dem Herrn

          Reichsminister…beehre ich mich ergebenst mitzuteilen, daß die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur

          Förderung der Wissenschaften gewillt ist, sich systematisch in den Dienst des Reiches hinsichtlich der

          rassehygienischen Forschung zu stellen.“(>1.1.37/ 10.5.43/ 23.10.44/ 27.6.45/ 26.2.48/ 7./8.6.2001)

14./16..7. Leipzig, NSDAP-Sachsentreffen, Reichskanzler A. Hitler erklärt vor 25 0000 Amtswaltern „Die

          Religionen und die Kirchen werden ihre Freiheit behalten…Politik ist aber unsere Sache.“ (>20.7.33/

          14.7.45/ 7.10.49/ 19.6.49/ 5.1.55)

15.07. Saarbrücken, jüd. Elternabend mit „Aussprache über die Situation der jüdischen Schulkinder in Saar-

          brücken“, wg. des „Schulmartyriums“ der jüd. Kinder halten „Die Teilnehmer des Elternabends…die

          Gründung einer jüd. Volksschule…zum frühest möglichen Termin für dringend wünschenswert…Es

          mehren sich die Fälle, in denen jüdische Kinder in ihren Klassen, auf dem Schulhofe oder dem

          Schulwege groben Gewalttätigkeiten seitens ihrer Mitschüler ausgesetzt sind…“  >verfolgte Schüler

          Italien; Rom, Viermächte-Pakt von Ministerpräsident Benito Mussolini sowie den Botschaftern

          Ullrich v. Hassell (Dt. Reich), Henry de Jouvenel (Frankreich) u. Sir Ronald Graham (Großbritannien)

          unterzeichnet; die Staaten verpflichten sich, alle Anstrengungen zu machen, um im Rahmen des

          Völkerbundes eine Politik wirksamer Zusammenarbeit zwischen allen Mächten zur Erhaltung des

          Friedens zur Anwendung zu bringen (>14.10.33/ 3.10.35/ 7.3.36)

16.07. „Münchener Illustrierte Presse“ „Frühappell im Erziehungslager - Disziplin erzieht zu gemeinschaft-

          licher aufbauender Arbeit“ steht auf der Titelseite unter einem Bild von in Linie angetretenen Männern

          mittleren Alters im Konzentrationslager Dachau

18.07. Erlaß zum Studium von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ (>12.3.35/ 4.12.49/ 30.3.53),

          „Bekanntmachung – Es ist allgemein bekannt, daß große Teile des früheren SPD-Vermögens teils ins

          Ausland, teils im Inland verschoben worden sind, um dieses Vermögen dem staatlichen Zugriff zu ent-

          ziehen...Sachdienliche Angaben über bekanntgewordene Vermögensverschiebungen…werden vom

          Geheimen Staatspolizeiamt…Polizeipräsidenten (usw.)…entgegengenommen.“ (>31.5.90/ 03.1994/

          25.8.98/ 17.1.2000)

19.07. Pfarrer Wilhelm Niemöller, NSDAP-Genosse seit 1923 und Bruder Martin Niemöllers, wird wegen

          Verstoßes gegen die Parteidisziplin aus der Partei ausgeschlossen, er prozessiert erfolgreich gegen

          den Ausschluß – ein Parteigericht verfügt am 21.9.1934 die Rücknahme des Ausschlusses

20.07. Berlin, Gründung Selbsthilfeorganisation „Reichsverband christl.-dt. Staatsbürger nichtarischer oder

          nicht rein arischer Abstammung e.V.“, Vorsitz. Gustav Friedrich/Dr. Richard Wolff (>22.3.35/ 09.1936),

          Vatikan; Kardinalstaatssekr. Eugenio Pacelli u. Vizekanzler Franz v. Papen unterzeichnen im Beisein

          von NSDAP-Mitgl. Nr.4, MdR u. MinDir Dr. Rudolf Buttmann, ex-Zentrum-Vorsitz. Dr. Ludwig Kaas,

          Konsul Dr. Eugen Klee, Monsignores Guiseppe Pizzardo, Alfredo Ottavani und Giovanni Montini

          Konkordat zwischen dem Hl. Stuhl und dem Dt. Reich“ mit Geheim-Annex zur Befreiung kath. Kleriker

          von der lt. „Vertrag von Versailles“ verbotenen Wehrpflicht und gegen Verzicht von Politklerikalismus

          werden kath. Eigentum, Bekenntnisschulen: „Beibehaltung und Neueinrichtung…bleibt gewährleistet“,

          staatl. Kirchensteuereinzug,.bischöfl. Staatsbesoldung nach Treueeid: „Vor Gott und auf die heiligen

          Evangelien schwöre u. verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, dem deutschen Reich...

          Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von

          meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtgemäßen Sorge um das…Interesse des deutschen

          Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen Amtes jeden Schaden zu verhüten

          trachten, der es bedrohen könnte.“ garantiert (am 30.6.33 sagt Camera Apostolica-Camerlengo u.

          Kardinal Pietro Gasparri: „Solange Hitler dem Heiligen Stuhl und den kath. Würdenträgern in Deutsch-

          land nicht den Krieg erklärt…sollen der Hl. Stuhl u. die kath. Würdenträger…darauf verzichten die

          Hitler-Partei zu verurteilen.“ - am 10.9.33 Tausch der Ratifizierungsurkunden. Prälat Dr. Kaas der im

          Reichstag das ,Zentrum’ zum „Ja“ für das „Ermächtigungsgesetz“ führte, setzt ab 8.4.33 seine Karriere

          erfolgreich im Vatikan fort, 1934 Kardinalkollegiums-Sekr., 1936 Papstkirche-Vermögensverwalter, er

          kehrt bis zum Tod 1952 nie nach D. zurück; E. Pacelli wird >2.3.39 Papst, am >1.7.49 und >28.7.50

          Antikommunismus-Dekrete  > verfolgte Schüler; v. Papen bleibt Vizekanzler bis zur Röhm-Affäire

          1934, vom 28.7.34 bis „Anschluß“ Botschafter in Österreich, 1939-44 Botschafter in der Türkei, 1946

          IMT Freispruch, 1947 von dt. Spruchkammer als „hauptschuldig“ (Steigbügelhalter Hitlers) zu 8 Jahren

          Haft und Vermögenseinzug verurteilt, 1949 amnestiert, 1959 wieder päpstlicher Geheimkämmerer,

          1957 bestätigt das BVerfg das Konkordat als gültiges Recht, 1968 bestätigt das BVerfg Aberkennung

          der Berufsoffizierspension v. Papen’s) (>22.7.33/ 24.7.33/ 2.9.33/ 17.9.33/ 2.2.36/ 7.6.36/ 1.4.39/

          17.4.39/ 26.7.39/ 2.9.39/ 1.6.40/ 2.8.44/ 22.7.51/ 26.3.57/ 24.7.59/ 28.10.65)

21.07. Bayreuth, Eröffnung der Wagner-Festpiele mit „Die Meistersinger“, in der Ehrenloge sitzt das NSDAP-

          Führerkorps mit Reichskanzler Hitler: „ab 1933 wird Bayreuth in der Festspielzeit zum Mittelpunkt

          europäischer Politik“ (NSDAP-Mitgl. 29 349 Winifred Wagner leitet die durch massiven Eintrittskarten-

          kauf von SA, NSDAP u. -Gliederungen unterstützten und von Steuern befreiten Festspiele, ab 1940

          unterstützt ihr späterer Schwiegersohn KdF-Reichsamtsleiter Dr. B. Lafferentz die „Kriegsfestspiele“

          durch massiven Eintrittskartenkauf für Soldaten, Rüstungsarbeiter usw.). (>26.12.34/ 1975),

          Preuß.-ev. Oberkirchenrat, Erlaß zur KZ-Seelsorge durch Gemeindepfarrer (>6.2.53/ 1.7.58)

22.07. Kardinal Bertram dankt für die Fuldaer Bischofskonferenz dem „Hochzuverehrenden Herrn Reichs-

          kanzler…Dass die harmonische Zusammenarbeit von Kirche und Staat zur Erreichung dieses hohen

          Ziels im Reichskonkordat einen feierlichen Ausdruck u. feste…Grundlinien gefunden hat…“ (>24.7.33)

23.07. Ev. Kirchenwahlen, „Deutsche Christen“ (1931 aus Arbeitsgemeinschaft nationalsozialist. ev. Pfarrer

          hervorgegangen) erhalten 70% der Stimmen (das Monatsblatt für Deutsche Christen ist NSDAP-Mitgl.

          u. Schriftleiter Walter Grundmann’s „Christenkreuz und Hakenkreuz“) (>6./7.9.33/ 10.12.33/

          29./31.5.34/ 9.8.34/ 4.4.39/ 6.5.39/ 1958/ 1.7.58/ 10.6.69)

24.07. „Kirchl. Amtsblatt d. Kirchenprovinz Sachsen“ „An den Herrn Reichskanzler. Die Sächs. Provinzial-

          synode, die am 24.August 1933 nach ihrer Neubildung in Magdeburg zusammengetreten ist, entbietet

          dem Kanzler und Führer des Dt. Reiches dankbar ehrerbietige Grüße!...Die Synode verspricht dem

          Führer, nach ihren Kräften dafür zu sorgen, daß die Kirche der Provinz…nach dem Willen des Führers

          das Ihre tut…In seinem Dienst steht das evangelische Volk der Lutherprovinz freudig u. bedingungslos

          hinter dem Führer! Sie Herr Reichskanzler, haben uns gerufen. Wir stehen stehen an unserer Stelle u.

          geloben Ihnen Treue! Gott segne Sie und Ihre Arbeit für Deutschland! Sieg Heil!...“ (> 10.11.83),

          „Völkischer Beobachter“ „Anerkennung des nationalsozist. Deutschlands durch die Katholische Kirche“

          „Durch die Unterzeichnung des Reichskonkordats ist der Nationalsozialismus in Deutschland von der

          kath. Kirche in der denkbar feierlichsten Weise anerkannt worden. Die jahrelange Hetze die gegen die

          angebliche Religionsfeindlichkeit der NSDAP getrieben wurde, ist nunmehr von kirchlicher autoritativer

          Seite selbst widerlegt worden. Diese Tatsache bedeutet eine ungeheuere moralische Stärkung der

          nationalsozialistischen Reichsregierung und ihres Ansehens.“,

          München, Kardinal Michael v. Faulhaber’s Glückwunschbrief an Reichskanzler Hitler zum Konkordat:

          „Was die alten Parlamente und Parteien in 60 Jahren nicht fertigbrachten, hat Ihr staatsmännischer

          Weitblick in sechs Monaten weltgeschichtlich verwirklicht. Für Deutschlands Ansehen nach Osten und

          Westen und vor der ganzen Welt bedeutet dieser Handschlag mit dem Papsttum, der größten

          sittlichen Macht der Weltgeschichte, eine Großtat von unermeßlichem Segen.“ (>7.6.36)

26.07. Runderlass von Reichsfinanzmin. Graf Schwerin v. Krosigk zur Auswanderung von Juden nur unter

          Erhebung der Reichsfluchtsteuer (>25.08.33),

          ev. Generalsuperintendent Otto Dibelius beteuert in einem Schreiben an den preuß. Oberkirchenrat,

          er sei seit seinem Studium „im Kampf gegen Judentum und Sozialdemokratie gestanden.“

    07. der jüd. deutsche Journalist, Gewerkschafter, SPD-Mitgl. u. Wirtschaftswissenschaftler Fritz Naphtali

          wird aus der Haft entlassen und emigriert nach Palästina (>30.3.54),

          die jüd. deutsche Philosophin Hannah Arendt wird wg. illegaler Tätigkeit - der Dokumentation anti-

          semitischer Äußerungen für die Zionistische Vereinigung für Deutschland - von der Gestapo verhaftet,

          (im August flieht H. Arendt über CSR u. Schweiz nach Frankreich, 1941 flieht sie nach Internierung im

          franz. Lager Gurs über Portugal in die USA) (>28.8.33/ 05.1940/ 10.1940/ 11.1949/ 11.4.61/ 17.6.93),

26./31.7. Stuttgart, 15.Deutsches Turnfest (Ehrengast unter den 600 000 Besuchern ist - auf Einladung

          Dr. E. Neuendorff’s – Reichskanzler Adolf Hitler) (>24./31.7.38)

27.07. Cuxhaven, der dt. jüd. Oskar Danker und seine nichtjüd. Freundin Adele werden mit Schildern „Ich

          nehm als Judenjunge immer nur deutsche Mädchen mit aufs Zimmer“ und „Ich bin im Ort das größte

          Schwein und laß mich nur mit Juden ein“ fotografiert, ähnliches geschieht in vielen Städten („Ich habe

          ein Christenmädchen geschändet“ „Ich bin ein Rassenschänder…“ „Ich blonder Engel schlief bei

          diesem Judenbengel…“) (>7.8.35)

29.07. München, Bekanntmachung d. Kommandeurs der Bayerischen Politischen Polizei, Heinrich Himmler:

          „Um in Obersalzberg während des Aufenthalts des Herrn Reichskanzlers den Straßenverkehr in

          Ordnung zu halten, wird folgendes verfügt: I. Straßenbenützung A. Straße Berchtesgaden–Obersalz-

          berg. Die Straße dürfen nur folgende Fahrzeuge befahren: 1. Der Wagen des Herrn Reichskanzlers

          und die Fahrzeuge, die zur unmittelbaren Begleitung gehören. 2. Die Fahrzeuge von Regierungsmit-

          gliedern. 3. Die Fahrzeuge der Bayerischen Politischen Polizei u. des Bezirksamtes Berchtesgaden...

          II. Es wird von der Bevölkerung erwartet, daß sie im Interesse der Erholung des Volkskanzlers...dazu

          beiträgt, dem Volkskanzler den Aufenthalt in Obersalzberg so angenehm als möglich zu gestalten. Es

          ist notwendig, daß jeder unnötige Lärm...zu unterbleiben habe(n)...“ (abertausende Deutsche pilgern

          jährlich zum Urlaubsort Hitlers um ihn oder sein Domizil zu sehen!), 1935 beginnt ein Millionen RM

          teurer Geländeumbau, vom 1900 m hohen „Kehlstein“ bis ins Tal werden ca. 1000 ha z.T. zwangs-

          weise aufgekauft oder enteignet (>26.5.1952; nach 1945 erhalten die wenigsten Alteigner ihr Land

          zurück, die „öffentliche Hand“ veräußert ihre Grundstücke an Dritte), Hitlers altes „Haus Wachenfels“

          wird zum neuen großen „Berghof“, das „Moosländer Teehaus“ und der „Gutshof Obersalzberg“ werden

          gebaut, ein pompöses Berghotel ersetzt den alten „Platterhof“ u. auf dem „Kehlstein“ wird am 16.9.38

          das RM 30 000 000 teuere, über einen 130m langen Stollen u. einen 130m hohen Aufzug erreichbare

          Teehaus „Adlerhorst“ eingeweiht. Im „Führergebiet“, mit einem 14km langen hohen Zaun gesichert,

          haben auch NSDAP-Parteikanzleileiter u. Führersekr. Bormann, Reichspropagandamin. Dr. Goebbels

          sowie Reichsluftfahrtmin. und Reichsmarschall Göring ihre Villen (>5.5.1960),

          NSDAP-Reichsjugendführer Baldur v. Schirach verbietet Doppelmitgliedschaft in Hitler-Jugend und in

          einem bündischen o. kirchlichen Jugendverband (gleichzeitig wird der Druck der HJ beizutreten durch

          Androhung von Nachteilen auf die Kirchenjugend verstärkt. In Herzogenrath bei Aachen erklärt z.B.

          die örtliche HJ-Führung den Eltern, wer nicht der Hitler-Jugend angehört habe, könne später „nicht in

          die deutsche Volksbewegung eintreten". Die Folge sei, „daß er demnach auch keine öffentliche Stelle,

          keine Staatsstelle und dergleichen bekleiden kann" . > verfolgte Schüler,

          „Deutsches Ärzteblatt“ veröffentlicht Anordnung zur Zusammenarbeit arischer und nichtarischer Ärzte

29./30.7. Eisenach, Gründung völkischer Arbeitsgemeinschaft Deutsche Glaubensbewegung unter Prof.

           Jacob Hauer und Graf Reventlow (Mitgliedschaft bedingt Kirchenaustritt (>17.10.33/ 26.4.35/ 28.8.37)

31.07. Reichsinnenministerium, 26 789 Menschen befinden sich in „Schutzhaft“(-Lagern)

1./5.8. Pädagogisch-psychologisches Institut München, Tagung „Erziehung im nationalsozialistischen Staat“,

          Bayern’s NSDAP-Kultusmin., NS-Lehrerbund-Gründer und -Reichswalter Hans Schemm erklärt „Der

          Nationalsozialismus kam zum Siege durch sein begeistertes Bekenntnis zur Totalität. Und wir werden

          deswegen nicht nachgeben, bis auch…die, welche nicht wollen, aus irgendwelchen Gründen wegge-

          storben sind.“ (Zitate Schemm: „Von jetzt an kommt es für Sie nicht darauf an, festzustellen, ob etwas

          wahr ist, sondern ob es im Sinne der nationalsozialistischen Revolution ist.“ „Nationalsozialismus ist

          politisch angewandte Biologie“)  > verfolgte Schüler

04.08. Berchtesgaden, A. Hitler empfängt Sosthenes Behn, Gründer des US-Konzern ITT; Kurt v. Schröder

          (ein Keppler-Kreis-Initiator, NSDAP- u. Freundeskreis Reichsführer SS-Mitgl.) erhält RM 250 000 Auf-

          sichtsratsmandat in ITT’s Standard-Elektrizitäts-Gesellschaft (1938 erwirbt ITT 28% von Focke-Wulf),

          KZ Breslau-Dürrgoy, ex-SPD-Reichstagspräs. Paul Löbe wird eingeliefert (>7.9.49/ 13.6.50/ 20.6.91)

07.08. Deutscher Fußball-Bund DFB führt „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“ ein (>11.1933),

          b. Detmold, SPD-„Volksblatt“-Redakteur Felix Fechenbach wird bei „Schutzhaft“-Transport ermordet

10.08. KZ Oranienburg, SPD-MdR Friedrich Ebert wird hier acht Monate inhaftiert

13.08. „Germania“ (kath. Zentrum-Zeitung) „Restlos als christlicher Sittlichkeit entsprechen können wir

          Katholiken das (Sterilisierungs-)Gesetz nicht bezeichnen; hierin haben der Papst und die deutschen

          Bischöfe zu klar gesprochen; sie haben die chirurgische Unfruchtbarkeit als unsittliches Mittel der

          Eugenik verworfen und für das katholische Gewissen unerträglich erklärt. Gleichwohl haben die

          deutschen Bischöfe selbst an dem früheren Gesetzentwurf einiges Gute anerkannt; da das Gesetz

          selber nun dem Entwurf gegenüber bedeutend verbessert ist, werden Katholiken also das Gute daran

          auch künftig anerkennen dürfen, ohne sich grundsätzlich zum ganzen Inhalt des Gesetzes zu be-

          kennen.“ (Author ist Prof. Dr. Josef Mayer, er schrieb das Buch „Gesetzliche Unfruchtbarmachung

          Geisteskranker“, Zitate aus diesem Buch mit Imprimatur (bischöfliche Druckerlaubnis): „Die Geistes-

          kranken, die moralisch irren und andere Minderwertige haben ebenso so wenig ein Recht, Kinder zu

          erzeugen, als sie ein Recht haben, Brand zu stiften.“ „Erblich belastete Geisteskranke befinden sich in

          ihrem Triebleben auf der Stufe der unvernünftigen Tiere.“ „Wenn darum ein Mensch der ganzen

          Gemeinschaft gefährlich ist und sie durch irgendein Vergehen zu verderben droht, dann ist es löblich

          und heilsam, ihn zu töten damit das Gemeinwohl gerettet wird.“),

          Nürnberg, dt. Herrenmenschen scheren einem Mädchen die Kopfhaare und zwingen sie ein Schild

          „Ich habe mich mit einem Juden eingelassen“ zu tragen (>7.8.35/ 4.2.41)  deutsche Gerechtigkeit

          Trier, Heilig-Rock-Wallfahrt, der kath Gesellenverein-Generalsekr. Dr. Johannes Nattermann sagt vor

          Teilnehmern der kath. Gesellenwallfahrt u.a. „Der Gesellenverein und die NSDAP haben das gleiche

          Ziel: die Einheit des deutschen Volkes....Ich wäre glücklich, wenn aus echten treuen Kolpingssöhnen

          ebenso treue SA- und SS-Männer würden.“ (>7.10.51)

16.08. Preußischer Innenminister Hermann Göring erläßt Verbot der „Vivisektion an Tieren aller Art für das

          gesamte preußische Staatsgebiet“

17.08. NSDAP-Pressestelle: „Der Ministerpräsident hat die zuständigen Ministerien beauftragt, ihm

          unverzüglich ein Gesetz vorzulegen, nach dem die Vivisektion mit hohen Strafen belegt wird. Bis

          zum Erlaß dieses Gesetzes werden Personen, die trotz des Verbotes die Vivisektion veranlassen,

          durchführen oder sich daran beteiligen, ins Konzentrationslager abgeführt.“ (>14.11.33/ 17.5.2002)

18.08. Berlin, 10. Funkausstellung, Propagandaminister Dr. Goebbels stellt „Volksempfänger“ für RM 76 vor

          (Werbetext: „Ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger“), im Ausstellungskatalog ist

          zu lesen: „...die nationalsozialistische Revolution hat sich mit einem Griff des Rundfunks bemächtigt...

          Im Vollzug der nationalsozialistischen Revolution sind die Ausschüsse des Rundfunks und ähnliche

          Einrichtungen überwunden...Der Staat bestimmt durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und

          Propaganda den Willen und den Weg. Seitdem der Herr Reichsminister Dr. Goebbels die Gleichschal-

          tung des Propagandaapparates der NSDAP mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Pro-

          paganda vollzogen hat, sind die ersten großen Voraussetzungen für ein neues nationalsozialistisches

          Staatswesen geschaffen.“ Verfasser ist Horst Dreßler-Andres („entnazifiziert“ wird er 1950 Intendant

          des DDR-Landessenders Weimar, später Mitarbeiter im Büro des Nationalrates der Nationalen Front)

19.08. Großbritannien; London, White City, bei Athletikturnier salutiert dt. Nationalmannschaft mit Hitler-Gruß

20.08. Berlin-Neukölln, kath. Jugendtag, Dr. Erich Klausener, Prälat Georg Puchowski, Generalvikar Paul

          Steinmann, Prälat Weber und viele andere Kleriker grüßen die Jugendlichen mit dem Hitler-Gruß,

          „Breslauer Neueste Nachrichten“ „Polizeiaktion gegen Kommunisten in Oberschlesien“,

22.08. KZ Dachau, Franz Stenzer (KPD-ZK) wird erschossen

25.08. Dt. Reich u. Zionistische Vereinigung für Deutschland unterzeichnen „Haavara-Abkommen“ (auf Basis

          „Menschen gegen Waren“ zahlen dt. Juden hr Vermögen auf Treuhandkonten ein, jüd. Organisationen

          kaufen im Dt. Reich davon dt. Waren für Palästina u. Ausreisewillige erhalten das zur Einwanderung in

          Palästina nötige „Vorzeigegeld“/Startkapital, bis 1940 emigrieren ca. 50 000 dt. Juden mittels Transfer

          von ca. RM 140 000 000; 1940 sind ca. 30% der Bevölkerung Palästinas gebildete, wohlhabende jüd.

          Flüchtlinge die bereits die Wirtschaft z.T. kontrollieren)(>18.5.34/ 1.2.39/ 17.5.39/ 23.10.41/ 29.11.47),

          Erste Ausbürgerungsliste mit 33 Namen u.a. SPD-Politiker Dr. Rudolf Breitscheid, Albert Grzesinski,

          Philipp Scheidemann, Max Sievers, Otto Wels; KPD-Politiker Wilhelm Pieck, Fritz Heckert, Max Hölz,

          Willi Münzenberg; die Publizisten Dr. Lion Feuchtwanger (11.1933 erkennt ihm die Uni. München den

          Doktortitel ab, 1953 DDR-Nationalpreisträger 1 Kl., 1954 DDR-Ehrendoktor), Emil Gumbel, Berthold

          Jacob, Heinrich Mann, Alfred Kerr, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Pol.-Vizepräs. Bernhard Weiß, Dt.Liga

          für Menschenrechte-Gen.Sekr. Kurt Grossmann (>29.3.34/ 9.3.35/ 17.11.43/ 7.4.45/ 20.2.67/ 28.4.84)

26.08. Kultusmin. Dr. Rust’s Erlaß zur „Pflege der Beziehungen der Schule zur Hitlerjugend“ (u.a. Be-

          nennung von HJ-Vertrauensmann) (>30.7.34/ 19.12.48/ 17./18.1.51)  > verfolgte Schüler 

27.08. Reichsgesetz zur Befreiung des Reichspräsidenten v. Hindenburg von Reichs- und Landessteuern u.

          Dotation/Schenkung der Domäne Langenau und des Forst Preußenwald (1351 ha) bei Gut Neudeck,

          der kommissar. preuß. Innenmin. H. Göring sagt bei Übergabe der in kostbarem Leder gebundenen

          Schenkungsurkunde mit preuß. Staatswappen u. dem Spruch „Gott mit uns“ „…übereignet Preußen in

          Ehrfurcht und Dankbarkeit als eine Schenkung des Landes die Domäne Langenau u. Forst Preußen-

          wald zur dauernden Vereinigung mit dem angrenzenden Altbesitz Neudeck…“ (hinzu kommt wenig

          später über RM 1 000 000 für die Instandsetzung der Domäne Langenau) (>1.7.34/ 8.8.34/ 20.1.45)

    08. „Volk und Rasse“ (Ausgabe Nr. 8) „Der preußische Staat gibt jährlich an RM aus für einen: Normalen

          Volksschüler=125; Hilfsschüler=573; Geisteskranken=950; blind- oder taubgeborenen Schüler=1500“,

          Borkum, deutsches Leitkultur-Borkum-Lied: „Und wer Dir naht mit platten Füssen, die Nase krumm,

          die Haare kraus, der soll nicht Deinen Strand geniesen, der muß hinaus, der muß hinaus“;

          Norderney, Schilder in Tanzlokalen „Die deutsche Frau tanzt mit keinem Juden“ (Ende ’33 - nachdem

          der jüd. Hotelbesitzer Julius Hoffmann vergeblich gegen Norderneys Lokalpolitiker vorm Landgericht

          klagte - verkündet die Kurverwaltung „Nordseebad Norderney ist judenfrei“; andernorts gibt es

          Schilder wie „Juden sind in der Gemeinde Blossersberg nicht erwünscht! Wer den Juden kennt, kennt

          den Teufel!“ „Juden sind in Behringersdorf nicht erwünscht“) (>10.2.53/ 24.1.2001)

28.08. Magistrat Unna verbietet jüd. Deutschen den Besuch des städtischen Schwimmbades Bornekampstr.

30.08. Tschechoslowakei; Marienbad, sudetendeutsche Nazis ermorden Prof. Dr. Theodor Lessing

30.8./3.9. Nürnberg, NSDAP-,Reichsparteitag des Sieges’, Aufmarsch von 100 000 SA-, SS- und Stahlhelm-

          Mitgl., 150 000 Amtswaltern u. 70 000 Hitlerjungen; Hitler u. Röhm nehmen „Herbstparade der SA“ ab

          (die SA war 1932 mit ca. 420 000 Mitgl. stärker als die Reichswehr -1934 sind es ca. 4 200 000 Mitgl.,

          dann sinken die Zahlen), Hitler spricht vom „Dritten Reich“ (NSDAP-Pressechef Dr. Otto Dietrich be-

          schwichtigt am 31.8. u.a.: „Über das neue Deutschland der Diszilin und Autorität herrscht kein Kaiser

          oder kein König, kein Despot oder Tyrann.“), es spricht u.a. auch der Leiter des Aufklärungsamts für

          Bevölkerungspolitik u. Rassenpflege Dr. Walter Groß (1934 Rassenpolit. Amt der NSDAP), am letzten

          Abend inszeniert Reichsbühnenbildner, Ordens- u. Diplomatenuniformengestalter Benno v. Arent ein

          Großfeuerwerk, Leni Riefenstahl dreht ersten NSDAP-Parteitagsfilm „Sieg des Glaubens“ (>10.9.33/

          1.12.33/ 26.1./10.2.34)

01.09. Karlsruhe, neuer Leiter im badischen Landeskriminalpolizeiamt ist Paul Werner (1928 Staatsanwalt,

          1932 Amtsgerichtsrat Lörrach, 1.5.1933 NSDAP) (>30.5.37),

          München, neuer Oberlandesgerichtspräs. ist Georg Neithardt (er führte 1924 als Landgerichtsdirektor

          den Hochverratsprozeß gegen Hitler u. dessen Bürgerbräu- u. Feldherrenhalle-Mitstreiter, fällte milde

          Urteile und lies Hitler gegen den zwingenden Wortlaut von § 9 Republikschutzgesetz nicht ausweisen.

          1950 wird „Hauptschuldiger“ Neithardts Nachlass eingezogen, 1951 wird das Urteil aufgehoben und

          dt. Steuerzahler zahlen Witwe Wilhelmine bis zum Tod 1992 zudem eine generöse Pension)(>13.2.85)

02.09. Breslau, Kardinal Bertram schreibt an Kardinalstaatssekr. Pacelli u.a. „…groß ist überall der Druck auf

          die einzelnen Mitglieder…In allen Zweigen des wirtschaftlichen Lebens werden sie zurückgesetzt…

          überall werden die Lehrer gedrängt, die Schüler zur Hitler-Jugend zu führen…peinlich berührt das

          Verbot an die Hitler-Jugend, gleichzeitig zum katholischen Verein zu gehören…unsere Sorge ist um

          diejenigen katholischen Beamten und Angestellten, die aus Dienst und Anstellung entlassen werden,

          weil sie national als unzuverlässig bezeichnet werden…“ (E. Pacelli wird 1939 Papst Pius XII, 1949/50

          für Antikommunismus-Dekrete mitverantwortlich)  > verfolgte Schüler (>2.3.39/ 1.7.49/ 28.7.50),

          UdSSR und Italien (obwohl B. Mussolini’s faschistischer Regierung durch ital. Diplomaten in Charkow

          u. Odessa die Ursachen für Millionen Tote bei der großen Hungersnot 1932/33 bekannt sind) unter-

          zeichnen Freundschafts-, Neutralitäts und Nichtangriffspakt (>22.6.41)

5./6.9. Berlin, ev. Synode d. Altpreußischen Union beschliesst Gesetz betr. die Rechtsverhältnisse der Geist-

          lichen und Kirchenbeamten (mit rassistisch. Arierparagraphen zum Ausschluß aller nichtarischer Ab-

          stammung o. mit einer Person nichtarischer Abstammung Verheirateter - später wird unter Führung

          R. Bultmann’s und H. v. Soden’s eine gegen den Arierparagraphen gerichtete abweichende Erklärung

          „Neues Testament und Rassenfrage“ verfasst die für Juden und Heiden nur Glaube und Taufe zur

          Kirchenzugehörigkeit bestimmt u. u.a. von den Professoren der neutestamentarischen Wissenschaft

          W. Brandt, K. Deißner, A. Deißmann, K. Heim, J. Jeremias, A. Jülicher, H. Lietzmann, E. Lohmeyer,

          W. Lütgert, A. Oepke und K. Schmidt unterschrieben wird) (>12.9.33/ 27.9.33/ 13.11.33/ 15.2.46)

10.09. „Wochenschau“ Beilage v. „Düsseldorfer Nachrichten“ „Der Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg

          Der Massenaufmarsch der SA, SS und des Stahlhelms als Schlußkundgebung“

11.09. „Für die Lippische Landeskirche ordnen wir hiermit folgendes an: 1. Sämtliche Pfarrer, Beamte,

          Angestellte der Landeskirche sowie der Kirchengemeinden grüßen im Dienst und innerhalb der

          dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des rechten Arms. 2. Es wird von allen erwartet,

          daß sie auch außerhalb des Dienstes in gleicher Weise grüßen...Der Landeskirchenrat; gez. Corvey,

          Weber, Josephson, Thelemann, Meyer, Toelle, Ruperti”

12.09. Sachsen, ev. Landesbischof Otto Koch am Sarg von „Handbuch zur Judenfrage“-Hg. Theodor Fritsch:

          „...ich habe auch gemerkt wie dieser Mann das Wesen des Christentums im Kampf gegen das Juden-

          tum erkannt hat, den wesentlichen Unterschied zwischen Christen- und Judentum. Goethe hat das

          bekannte Wort geprägt: Der eigentliche Sinn des Lebens sei der Kampf zwischen Glaube u. Unglaube

          ..., der eigentliche Sinn der Weltgeschichte ist der Kampf zwischen Christentum und Judentum...“,

          Thüringen, Gesetz über die Stellung der kirchl. Amtsträger „Der Landeskirchenrat hat…beschlossen:

          §1 Als Pfarrer, Hilfspfarrer o. Beamter der Thür. Ev. Kirche o. einer Kirchengemeinde darf nur berufen

          werden, wer die Gewähr bietet, daß er rückhaltlos für den nationalen Staat eintritt…Nicht berufen

          werden darf, wer nichtarischer Abstammung oder wer mit einer Person nichtarischer Abstammung

          verheiratet ist. §2 Wer als Pfarrer, Hilfspfarrer o. Beamter im Dienst der Thür. Ev. Kirche o. Kirchen-

          gemeinde steht, kann in den Ruhestand versetzt oder sofern er noch nicht unwiderruflich angestellt ist,

          entlassen werden, wenn nach seinem Verhalten zu befürchten ist, daß er nicht rückhaltlos für den

          nationalen Staat eintritt...“ gez. Landesbischof Wilhelm Reichardt (>1.5.39/ 18.8.64/ 2./6.7.71),

          Deutsche Adelsgenossenschaft DAG (die Pflege der Rassenfrage als Aufgabe versteht; seit 1928 wird

          EDDA das Eiserne Buch Deutschen Adels Deutscher Art publiziert) verschärft den 1920 eingeführten

          Ariernachweis („Wenn von Beamten vier arische Großeltern verlangt werden, wenn das Erbhofgesetz

          arische Ahnen bis 1800 verlangt, so kann und muß man an einen Adel wesentlich höhere Anforde-

          rungen stellen“ - d.h. auch für Thomas Mann’s „General Dr. von Staat“ und dessen mittlerweile zahl-

          reichen NSDAP-Genossen), prominente nationalsozialistische Standesvertreter werden in den

          Vorstand berufen (ADG-Adelsmarschall Adolf zu Bentheim-Tecklenburg schreibt am 16.9.33 im

          Deutsches Adelsblatt“ „An den reinblütigen deutschen Adel“) (>19.5.39/ 22.6.41/ 20.7.44),

          München, Uraufführung des Propagandafilms „Hitlerjunge Quex“ (mit Heinrich George, Heini Völker

          u.a.), Reichsjugendführer Baldur v. Schirach schreibt HJ-Fahnenlied für Film „Hitlerjunge Quex“:

          „Vorwärts! Vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren.

           Vorwärts! Vorwärts! Jugend kennt keine Gefahren.

           Deutschland, du wirst leuchtend stehen, mögen wir auch untergehn

           Ist das Ziel auch noch so hoch, Jugend zwingt es doch!

           Unsre Fahne flattert uns voran, in die Zukunft ziehen wir Mann für Mann.

           Wir marschieren für Hitler durch Nacht und Not, mit der Fahne der Jugend, für Freiheit und Brot.

           Unsre Fahne flattert uns voran. Unsre Fahne ist die neue Zeit.

           Und die Fahne führt uns in die Ewigkeit. Ja, die Fahne ist mehr als der Tod!

           Jugend! Jugend! Wir sind der Zukunft Soldaten.

           Jugend! Jugend! Träger der kommenden Taten.

           Ja, durch unsre Fäuste fällt, was sich uns entgegenstellt.

           Jugend! Jugend! Wir sind der Zukunft Soldaten.

           Jugend! Jugend! Träger der kommenden Taten.

           Führer! Dir gehören wir, wir Kam’raden dir.“

13.09. Reichsnährstand-Gründung mit Zwangsmitgliedschaft aller an Agrarprodukt-Erzeugung u.-Absatz Be-

          teiligter unter Reichsbauernführer Richard Walter Darré (Autor „Neuadel aus Blut und Boden“ und

          „Das Schwein als Kriterium für nordische Völker und Semiten“) (>30.1.35/ 9./12.7.52),

          Winterhilfswerk-Gründung (Zitat von Gauleiter und „Frankenführer“ Julius Streicher „Wir haben das

          Christentum der Tat verwirklicht. Das Winterhilfswerk ist das christlichste Werk, Deutschland das

          christlichste Volk.“) mit Erlaß zum RM 0,50-Eintopfsonntag für alle am 1.Sonntag der Monate Okt.-

          Mai, die Ersparnis zum normalen Sonntagsessen sind dem Winterhilfswerk zu spenden, NSV-Leiter

          Erich Hilgenfeldt wird WHV-Reichsbeauftragter (ab 1935 werden 10% der Einkommenssteuer ein-

          behalten) (>3.4.35/ 3.10.35/ 8.3.91),

          Staatskommissar und preuß. Kultusmin. Dr. Rust`s erster Erlaß zu „Vererbungs- und Rassenlehre in

          den Schulen“ als Pflichtfach (gilt ab 15.1.35 für das gesamte Deutsche Reich) > verfolgte Schüler,

          Hansestadt Hamburg, 9.Deutscher Diakonentag sendet „Huldigungsgruß“ an A. Hitler: „Dem Führer

          unseres Volkes u. Retter unseres Vaterlandes vor dem Untergang im Bolschewismus senden tausend

          Diakone...namens der gesamten Deutschen Diakonenschaft das Gelöbnis alter deutscher Mannes-

          treue und des Einsatzes aller ihrer Kräfte für Aufbau u. Vollendung des Dritten Reiches.“ Der Berliner

          Landesbischof Ludwig Müller verkündet „daß in Zukunft keiner auf die Kanzel kommt, der nicht das

          Volk verstehen gelernt hat, der im Arbeitsdienst, in der SA oder bei den Soldaten gelernt hat, sich...

          zusammenzureißen.“ Oberkonsistorialrat Friedrich Peter sagt in seiner Festrede: „Diakonie muß, wie

          die SA das Soldatentum des Dritten Reiches ist, das Soldatentum der Kirche sein.“, Pfarrer Horst

          Schirrmacher sagt u.a. „...evangelische Diakonie (ist) Dienst und Kampf. Wir grüßen Euch alle als die

          SA Jesu Christi und die SS der Kirche, ihr wackeren Sturmabteilungen und Schutzstaffeln im Angriff

          gegen Not, Elend, Verzweiflung und Verwahrlosung, Sünde und Verderben...Evangelische Diakonie

          u. Nationalsozialismus gehören in Deutschland zusammen...Der echte Nationalsozialist ist Protestant

          und der echte deutsche Protestant ist Nationalsozialist.“ Die Diakone singen das Horst-Wessel-Lied:

          Die Fahne hoch! Die Reihen dicht geschlossen!

          SA marschiert mit ruhig festem Schritt.

          Kameraden, die Rotfront und Reaktion erschossen,

          marschier’n im Geist in unseren Reihen mit.

          Die Straße frei den braunen Bataillonen!

          Die Straße frei dem Sturmabteilungsmann!

          Es schau’n aufs Hakenkreuz voll Hoffnung schon Millionen,

          der Tag für Freiheit und für Brot bricht an.   usw. usf. (>20.11.36/ 24.12.36)

14./20.9. Großbritannien; London, eine Internationale Kommission zur Untersuchung d. Reichstagsbrandes,

          ein Juristenkolleg unter Ho Chi Minh-Anwalt Dennis N. Pritt, tagt als Reichstagsbrand-Gegenprozess

          und urteilt v. d. Lubbe sei kein Alleintäter, es bestehe der schwere Verdacht, daß NS-Kreise die

          Brandstiftung veranlassten, Kommunisten nicht schuldig sind und die Reichstagsbrand-Verordnung

          ungültig ist (1954 erhält Pritt den Stalin-Friedenspreis) (>21.9./23.12.33/ 10.11.59/8.4.60/ 8.9.63)

15.09. „Germania“ (kath. Zentrums-Zeitung) berichtet über Eröffnung des neuen preußischen Staatsrats:

          „Im geistlichen Kleid schritt an der Spitze der Bischof von Osnabrück, Dr. Hermann Wilhelm Berning…

          Dann brachte der Ministerpräsident (Hermann Göring) ein dreifaches ,Sieg Heil‘ auf den Führer aus

          und die Versammlung sang stehend das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied, das auch von Bischof

          Berning und den übrigen kath. Geistlichen mit erhobener Hand gesungen wurde.“,

          UdSSR beendet militärische Zusammenarbeit mit Dt. Reich einschl. Übungen auf sowjet. Territorium

    09. ev. Pastoren gründen Pfarrernotbund - später Teil der „Bekennenden Kirche“ (Staatspolizei-Bericht

          v. 18.9.34: „Bei den dem Notbund angehörenden Pfarrern handelt es sich z.T. um reaktionäre Kräfte,

          z.T. aber auch um Persönlichkeiten, die rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten und

          sich dagegen wehren, daß ihre Gegnerschaft geg. den Reichsbischof u. geg. die ,Deutschen Christen‘

          als Stellungnahme geg. den Nationalsozialismus ausgelegt wird.“) (>24.3.34/ 20.11.36/ 19.3.37),

          Ostpreußen, Flugblatt der Bekennenden Kirche: „Wir sagen ,Ja’ zum Hakenkreuz, dem Siegeszeichen

          Adolf Hitlers, dem Siegeszeichen des Nationalsozialismus, dem Zeichen der Hoffnung unsres

          geeinten Deutschen Reiches. Gern und freudig flaggen wir unsre Häuser und Kirchen mit der Haken-

          kreuzfahne und bezeugen damit vor aller Welt: Wir folgen dem Führer! Wir gehorchen dem Führer als

          unsrer gottgegebenen Obrigkeit!“,

          Herrlingen, Landschulheim, der 12jährige Wolfgang Leonhard (er erfüllte die politischen Kriterien

          kommunistischer Begabtenförderung, 1931 Karl-Marx-Gymnasium Berlin, KPD-„Junger Pioner“ –

          zeitgenössisches JP-Frage/Antwort-Spiel: „Wer hat uns verraten?“ Antwort: „Die Sozialdemokraten“

          „Wer macht uns frei?“ Antwort: „Die Kommunistische Partei“) wird von Mutter Susanne L. an das

          Viggbyholm-Internat Schweden geschickt (1935-37 Karl-Liebknecht-Schule Moskau, „Junger Pionier

          der Sowjetunion“, 1940-43 Studium in der UdSSR, 1943-45 NKFD) (>12./13.7.43/ 8.5.45/ 13.3.49),

          Herrlingen, Anna Essinger schliesst ihr Landschulheim, mit 66 verfolgten Schülern u. Lehrern geht

          sie nach Großbritannien u. eröffnet am 5.10. in Kent die „New Herrlingen Bunce Court School“)

          (>09.1938/ 16.11.38)

17.09. Berlin, St. Hedwigs-Kathedrale, von der NSDAP am 23.8. angeregter kath. Dankgottesdienst zur

          Konkordatsratifizierung wird vom Apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo, Kapitularvikar Dr. Paul

          Steinmann und Domprediger Pater Marianus Vetter in Anwesenheit der Repräsentanten von Reichs-

          regierung, NSDAP, SS und SA zelebriert, sie singen das „Te Deum“ und vor der mit kath. und NS-

          Fahnen geschmückten Kathedrale singen Tausende die Nationalhymne und das Horst-Wessel-Lied;

          Bamberg, Erzbischof Jacobus Hauck ordnet für Pfarrgemeinden seine Diözese ein „Te Deum“ zum

          Dank an Gott für den Abschluß des Reichskonkordats…in dem sich Staat und Kirche einträchtigem

          Zusammenwirken gefunden haben.“,

          Berlin, Gründung „Reichsvertretung der deutschen Juden“ unter Dr. Leo Baeck (>10./16.9.35),

          Düsseldorf-Kaiserswerth, Diakonissenanstalt, Hundertjahr-Feier, Ansprache von Pastor Walter Jeep

          (Innere Mission) u.a.: „...rechte evangelische Menschen (seien eigentlich die), die den Totalitätsan-

          spruch dieses neuen Deutschen Reiches nicht nur am besten verstehen können, sondern auch am

          echtesten, treuesten zu verwirklichen fähig sind.“ Nach einer „Hitlerfahnen-Weihe im Kindergarten“

          des Diakonissen-Stammhauses, Hakenkreuzfähnchen schwenkend und die „Fahne hoch!“ singend

          marschieren über hundert kleine „Vaterlands- und Hitleranhänger“ durch Kaiserswerth. „Das Herz

          konnte einem aufgehen bei dem lieblichen Bild und der hellen Begeisterung von Deutschlands

          jüngster Zukunft. Gleich an der ersten Straßenecke begegneten wir einem SA-Führer. Der Mann

          grüßte freundlich und mit todernsten Gesichtchen streckten sich über 100 Ärmchen zum Gegengruß.“

21.09. Berlin, Reichskanzler Hitler ruft „Arbeitschlacht“ zur Verminderung der Arbeitslosigkeit aus (Bereit-

          stellung weiterer RM 500 000 000 für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen)

21.9./23.12. Leipzig, Reichsgericht, Reichstagsbrand-Prozeß geg. ,van der Lubbe u. Genossen’ (Genossen

          sind die bulgar. Kommunisten Georgi Dimitroff, Blagoi Popoff, Wasili Taneff, KPD-MdR Ernst Torgler),

          Vorsitz. Richter ist Reichsgerichtspräsident Dr. Wilhelm Bünger; Ankläger sind Oberreichsanwalt

          Dr. Karl Werner (NSDAP) u. Landgerichtsdirektor Dr. Heinrich Felix Parrisius (Dr. P. wird später mit

          Wilhelm Eichler Stellvertreter von Volksgerichtshof-Chefankläger Paul Jorns), psychiatrischer Gut-

          achter von van der Lubbe ist Charité-Prof. Dr. Karl Bonhoeffer (Vater von Pastor Dietrich Bonhoeffer,

          Schwiegervater von Reichsjustizmin.-Prozeßbeobachter Dr. Hans v. Dohnanyi, Richter Erbgesund-

          heitsobergericht, 1942 Wissenschaftl. Senat Heeressanitätswesen) mangels Beweisen werden die

          Genossen am 23.12. freigesprochen. Obwohl zur Tatzeit Brandstiftung kein todeswürdiges Delikt war

          wird Marinus v. d. L. im Namen des Deutschen Volkes zum Tode verurteilt u. am 10.1.1934 enthauptet

          (1967 wird das Urteil auf 8 Jahre Zuchthaus „reduziert“, 1980 wird das Reichsgerichtsurteil komplett

          aufgehoben, doch der Staat legt Revision ein, 1983 lehnt der Bundesgerichtshof ein Wiederaufnahme-

          verfahren ab: zwar sei das Todesurteil wg. Brandstiftung „rechtswidrig“ gewesen, darum 1967 in eine

          Haftstrafe umgewandelt worden - dem 80jährige Bruder Johannes Markus van der Lubbe werden

          trotzdem die hohen Verfahrenskosten auferlegt) (>10.1.34/ 27./29.9.39/ 24.12.42/ 20.12.50/ 26.6.81)

22.09. Reichstag akklamiert Reichskulturkammergesetz, die Reichskulturkammer („fördert eine einheitliche

          Kultur und regelt soziale und wirtschaftliche Belange aller Kulturschaffenden“ - Kulturkammerpräs. ist

          Propagandamin. Dr. Goebbels, Geschäftsführer, Gen.Sekr., Vizepräs. wird Hans Hinkel) besteht aus

          Reichsschrifttums- , (Präs. bis 1935 Hans Friedrich Blunck, danach Hanns Johst), Reichspresse- ,

          (Präs.bis 1945 Max Amann  >24.4.35/ 15.4.36), Reichsrundfunk-, (Präs.bis 1939 Horst Dreßler-Andres 

          >1950), Reichstheater-, Reichsmusik-, (1.Präs. Komponist Richard Strauss, dann Dr. Peter Raabe),

          Reichsfilm-, (Präs. bis 1945 Carl Auen) u. Reichskammer der bildenden Künste (1.Präs. Eugen Hönig)

          nur in einer der Einzelkammern Aufgenommene können ihren Beruf ausüben, Nichtaufgenommene/

          Ausgeschlossene haben praktisch Berufsverbot) (>18.8.34/ 09.1936/ 12.11.38/ 6.6.45/ 8.8.45/

          19.7.35/ 7.1.54/ 3.11.76)

23.09. „Dresdener Anzeiger“ Staatl. Kunstakademie-Rektor Prof. Richard Müller (NSDAP) kommentiert Eröff-

          nung der (ersten dt. „Entartete Kunst“-)Ausstellung „Spiegelbilder des Verfalls in der Kunst“) (>4.3.36),

          Frankfurt/M., Dr. Fritz Todt, Generalinspekt. für das dt. Straßenwesen, bei der feierlichen Übergabe

          von Spaten an 720 spalierstehende Arbeitslose u.a.: „Kameraden(!),…soeben kommt ihr vom Arbeits-

          amt. Es ist der Wille unseres Führers, daß ihr diese Stätte nicht mehr betretet. Wir(!) gehen nicht mehr

          stempeln, sondern wir bauen Straßen…“

26.09. Gesetz zur Änderung des Gesetzes über Betriebsvertretungen u. über wirtschaftliche Vereinigungen

27.09. Wittenberg, ev. „Nationalsynode“, Festgottesdienst mit „Theologensturm“ bestehend aus Theologie-

          studenten des sächsischen Landesbischofs Friedrich Coch in feldgrauer Uniform, lila Kreuz und SS-

          Runen auf dem Arm, der ev. Landesbischof Ludwig Müller wird neuer Reichsbischof (>07.1993),

          („Der Stürmer“ „Reichsbischof Dr. Ludwig Müller...ist seit langem mutiger Bekenner des National-

          sozialismus...Ein Reichsbischof, der selbst rassisch gut geartet ist muß zwangsläufig auch das Gute

          für die Kirche wollen...Daß Reichsbischof Müller...das Gute für die Kirche des Protestantismus will, hat

          er bereits in der Tat bewiesen, durch die Einführung des Arierparagraphen...“),

          Gründung Oberster Nationaler Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt, NSDAP-Mitgl., NSKK- u. SA-

          Kraftfahrwesen-Führer Adolf Hühnlein wird ,Führer des deutschen Kraftfahrsports’; Juden u. Nichtarier

          erhalten keine Rennlizenz (>15.2.36/ 1.4.36/ 28.1.38/ 28.4.40)

29.09. Reichstag akklamiert Reichserbhofgesetz (Blut- u. Boden-Ideologie): Bauer kann nur sein, wer dt.

          Staatsbürger u. deutschen oder stammesgleichen Blutes ist und ist nicht, wer unter den Vorfahren

          väterlicher- oder mütterlicherseits jüdisches oder farbiges Blut hat. Der Erbhof geht ungeteilt auf den

          Anerben über; Miterben haben nur Recht auf Aussteuer, Berufsausbildung und Heimatzuflucht,

          Dr. jur. Wolfgang Diewerge (NSDAP-Mitgl. 278234, beim „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes“

          Rechtsabt.-Leiter) überreicht Auswärtigen Amt sein Gutachten über „Die pressemäßige Unterstützung

          des Kairo-Prozesses“ (d.h. gelenkte anti-jüdische Propaganda auf arabisch-jüd. Konflikt in Ägypten.

          1935 wird Dr. Diewerge Autor von „Als Sonderberichterstatter zum Kairoer Judenprozess“, 1936 von

          „Der Fall Gustloff“, 1937 v. „Ein Jude hat geschossen“, 1939 v. „Anschlag gegen den Frieden: ein

          Gelbbuch über Grünspan und seine Helfershelfer“, 1940 „Der neue Reichsgau Danzig-Westpreussen:

          ein Aufbaubericht vom Aufbauwerk im deutschen Osten“, 1941 „Kriegsziel der Weltplutokratie“ - Über-

          setzung v. T. Kaufman’s „Germany must perish“, 1942 „Deutsche Soldaten sehen die Sowjet-Union“.

          Dr. Diewerge wird 1935 NSDAP-Reichsredner, dann Ministerialdirigent Reichspropagandaministerium,

          SS-Standartenführer, ist bei Entscheidungen um einen Thälmann-Prozess und die Grynszpan-Schau-

          prozessvorbereitungen beteiligt, wird Reichssender Danzig-Intendant, nach 1945 entnazifiziert, als

          Rechtsanwalt zugelassen und wird Referent beim NRW-FDP-Vorsitz. Friedrich Middelhauve und

          Rednerschulung-Beauftragter im FDP-Landesverband und am 17.2.66 vom Landgericht Essen im

          Namen des Volkes wg. Meineides beim Essener „Grünspan-Prozess“ zu einem Jahr Haft verurteilt)

          (>4.2.36/ 29./30.9.38/ 7.11.38/ 1.10.40/ 16.1.53)

30.09. Deutscher Anwaltverein (Vorsitz. seit 05.1933 ist Hermann Voß) beschränkt Mitgliedschaft auf Arier

          (1947 schreibt ein in der späteren BRD prominenter Jurist über die Anwaltschaft u.a. „Alles in allem…

          wird man sagen dürfen, daß die deutsche Anwaltschaft die Probe der großen Versuchung der Jahre

          1933 bis 1945 bestanden hat.“) (>30.9./3.10.33/ 27.12.33/ 1936)

30.9./3.10. Leipzig, 4.Reichstagung des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen unter dem Motto:

          „Durch Nationalsozialismus dem Deutschen Volk das deutsche Recht“ als Deutscher Juristentag,

          Reichsrechtsführer Dr. Hans Frank erklärt den Juristen „Recht ist, was dem deutschen Volke nützt,

          Unrecht, was ihm schadet“, bei Massenkundgebung am Reichsgericht bekennen 20 000 teilnehmende

          deutsche Juristen mit ausgestrecktem rechten Arm: „Wir schwören beim ewigen Herrgott,…bei dem

          Geist unserer Toten,…bei all denen, die Opfer einer volksfremden Justiz einmal geworden sind,…bei

          der Seele des deutschen Volkes, daß wir unserem Führer auf seinem Wege als deutsche Juristen

          folgen wollen bis an das Ende unserer Tage“ u. marschieren durch Leipzig; als der Führer die Juristen

          am 3.10. adressiert versichert ihm Dr. Frank „Sie können sich auf Ihre deutschen Juristen verlassen!“

          (der BNSDJ unter Dr. jur. Frank wird 1936 Nationalsozialistischer Rechtswahrerbund mit ca. 104 000

          Mitgl., ab 1942 unter Dr. Otto Thierack) (>2.12.33/ 01.1935/ 05.1936/ 23.4.41/ 10.10.46/ 13.11.46/

          13.10.47/ 2.10.52/ 2./3.4.58/ 23.3.59/ 26.6.81/ 20./22.4.90/ 1.10.94) deutsche Gerechtigkeit,

          aus gegebenen Anlaß leistet auch der Deutsche Richterbund dem nationalsozialistischem Staat sein

          Treuebekenntnis: „Hohe Verehrung, aber auch unverbrüchliche Treue schlingen ein unauflösliches

          Band zwischen dem, der die Geschicke des deutschen Volkes leitet, seinem Führer, und den

          deutschen Richtern. Eng um ihn geschart, wie der Heerbann um seinen Herzog, werden wir ihm im

          Kampfe zur Seite stehn und das Schlachtfeld entweder nie oder erst dann verlassen wenn der Sieg

          errungen ist: die Rettung des deutschen Volkes.“ (>8.5.45/ 13.11.46/13.10.1947/ 1.4.50/ 10.10.59)

01.10. Berlin, Reichsernährungsmin. Darré und Reichsmin. für Propaganda u. Volksaufklärung Dr. Goebbels

          proklamieren u.a. „Des deutschen Volkes Stärke liegt in der deutschen Erde, in der Kraft der Arbeit

          deutschen Bauerntums. Mit jedem Jahre erneuert sich die Dankesschuld der Gesamtheit aller Volks-

          genossen gegenüber dem Stande, der als Sachwalter deutschen Bodens in unermüdlicher, harter

          Arbeit des Volkes Brot und Nahrung schafft. In schwerer Notzeit unter Führung seines Volkskanzlers

          Adolf Hitler zu unlösbarer Einheit zusammengeschlossen, im Bewußtsein dieser Dankespflicht und der

          ewigen Verbundenheit zwischen Stadt u. Land, hat sich das deutsche Volk im Jahre seiner nationalen

          Wiedergeburt zum ersten Male zum Erntedankfest vereinigt…“,

          Hameln, Bückeberg, „Tag des deutschen Bauern“ – A. Hitler spricht vor 500 000 Teilnehmern (1934

          huldigen 700 000, 1935 und 1936 1 000 000 und 1937 ca. 1 200 000 Deutsche am Bückeberg Reichs-

          kanzler Hitler bei dem von Reichsbauernführer Darré ausgerufenen „Ehrentag des dt. Bauerntums“,

          dem früheren Erntedankfest) (>30.1.1935),

          Jahrestag des 1. HJ-Reichsjugendtages Potsdam (bereits 1932 defilierten ca. 100 000 Hitler-Jugend-

          Mitglieder sieben Stunden vor der NSDAP-Parteiprominenz (>27./30.5.1950),

          KZ Dachau, „Disziplinar- und Strafordnung für das Gefangenenlager“ von Stockhieben bis Todesstrafe

          §11 Wer im Lager, der Arbeitsstelle…zum Zwecke der Aufwiegelung politisiert, aufreizende Reden hält

          …Cliquen bildet…wahre oder unwahre Nachrichten zum Zwecke der gegnerischen Greuelpropaganda

          über das KZ sammelt…, weitererzählt…wird kraft revolutionären Rechts als Aufwiegler gehängt!

          §12 Wer einen Posten o. SS-Mann tätlich angreift, den Gehorsam verweigert…während des Marsches

          oder der Arbeit johlt, schreit, hetzt o. Ansprachen hält, wird als Meuterer auf der Stelle erschossen…“

          deutsche Gerechtigkeit

03.10. Gründung „Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher“ AKD (nach Gründungsaufruf v. „Stellvertreter

          des Führers“ Rudolf Heß: u.a. „1. In dem kath. Volksteil das Nationalbewusstsein zu stärken, eine ehr-

          liche rückhaltlose Mitarbeit am Nationalsozialismus zu vertiefen…und die Reihen der aktiven Kämpfer

          zu vergrößern 2. Im besonderen für ein klares Verhältnis zwischen Kirche, Staat u. NSDAP zu sorgen)

          AKD-Reichsleiter ist Vizekanzler Franz v. Papen, Reichsgeschäftsführer ist Graf Roderich v. Thun und

          Hohenstein (Funktionäre sind u.a. Staatssekr. Hans Dauser, Major a.D. u. späterer Reichskirchenmin.-

          Ministerialdirigent Hermann von Detten und Köln’s Regierungspräs. Dr. Rudolf zur Bonsen (die AKD

          wird nach Vizekanzler v. Papen’s Amtsenthebung >7.8.34 aufgelöst)

    10. Walter Ulbricht (KPD) flieht nach Moskau (u. kehrt 1945 mit sowj. Armee zurück) (>30.4.45/ 16.10.57)

04.10. Reichstag akklamiert Schriftleitergesetz (Zulassung als Redakteur/Journalist nach rassisch-politisch

          und ideologischen Kriterien - um vom Volk alles fernzuhalten, was geeignet ist Gemeinschaftswillen,

          Kraft, Kultur, Wehrhaftigkeit, Wirtschaft des Volkes zu schwächen - führt zu Berufsverbot für mind.

          1 300 „jüd. u. marxistischer“ Journalisten u. Schließung vieler Zeitungen) (>7.9.49/ 22.5.75/ 3.11.76)

05.10. Frankfurt/O., Reichsjugendführer Baldur v. Schirach erklärt vor HJ-Führern u.a. „Ich gehöre keiner

          Konfession an…ich glaube nur an Deutschland.“

07.10. Neumünster, Pastor Ernst Emil Heinrich Szymanowski wird Probst in Bad Segeberg (1919-21

          Theologiestudium, 1924 Pastor in Kating, 1926 NSDAP, 1933 Deutsche Christen, 1935 Beamter im

          Reichsmin. f. kirchl. Angelegenheiten, 1936 SS, 1942 als Ernst E. H. Biberstein Einsatzgruppenleiter

          Kiew und Taganrog/UdSSR, 1948 Todesurteil wg. 65fachen Mordbefehls, 1951 zu lebenlanger Haft

          begnadigt, 1958 nach kirchl. Fürsprache entlassen) (>15.9.47/ 9.5.58)

10.10. Bayreuth, Verhaftung von Mathematikstudent und KPD-Mitgl. Georg Klaus (in Untersuchungshaft

          gefoltert wird er am 25.5.34 vom Landgericht München wg. Hochverrats im Namen des Deutschen

          Volkes zu 2 Jahren Haft verurteilt, es folgen 3 Jahre „Schutzhaft“ im KZ Dachau mit anschließendem

          Studierverbot  > verfolgte Schüler, Wehrdienst, 1956 SED, 1947 Studium, 1948 Promotion, Dozent

          für dialektischen u. historischen Materialismus, 1950 Habilitation, 1957 Autor: „Jesuiten, Gott, Materie -

          des Jesuitenpaters Wetter Revolte wider Vernunft und Wissenschaft“, 1959 Deutsche Akademie der

          Wissenschaften, 1962 Direktor ZI für Philosophie) (>1.7.49)

12.10. Universität Berlin, Prof. Ernst Bergmann’s Vortrag „Nordisch-germanischer Glaube oder Christentum“

          u.a. zur Unvereinbarkeit von Christentum und Nationalsozialismus  > verfolgte Schüler (>28.8.37)

13.10. Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens

14.10. Deutsches Reich verläßt nach langer Völkerbund-feindlicher Propaganda den „Völkerbund“ u. Genfer

          Abrüstungskonferenz (Anlaß zu Volksabstimmung/Reichstagsauflösung/Wahl für gewolltes Ein-Partei-

          Parlament), die ev. Kirche (Pfarrer Martin Niemöller im Namen von 2 500 Pfarrern) und kath. Kirche

          (Dr. Erich Klausener u.a.) gratulieren Hitler zur „Wahrung deutscher Ehre“ (>12.11.33/ 15.1.34)

15.10. Berlin; Pfarrer Martin Niemöller telegrafiert mit weiteren Bekennende Kirche-Vertretern aus Anlaß des

          deutschen Völkerbund-Austritts an Reichskanzler Hitler „In dieser für Volk u. Vaterland entscheiden-

          den Stunde grüßen wir unseren Führer. Wir danken für die mannhafte Tat und das klare Wort, die

          Deutschlands Ehre wahren. Im Namen von mehr als 2 500 ev. Pfarrern, die der Glaubensbewegung

          Deutsche Christen nicht angehören, geloben wir treue Gefolgschaft…“(>27.1.34/ 24.3.34/ 19.10.45),

          Berlin, NSDAP-Reichsbeamtenführer Hermann Neef gründet Reichsbund der Deutschen Beamten

          u.a. „zur Erziehung der Mitglieder zu vorbildlichen Nationalsozialisten“ usw. usf. (>20.8.34/ 11.5.51),

          München, Grundsteinlegung „Haus der Deutschen Kunst“ mit Festzug „Glanzzeiten deutscher Kultur“

          (der Apostolischen Nuntius Alberto Vassallo di Torregrossa sagt dabei in Gegenwart von Bayerns

          Staatsminister und NSDAP-Mitgl. Nr. 2, Hermann Esser, zum Reichsführer A. Hitler u.a. „Ich habe Sie

          lange nicht verstanden. Ich habe mich aber lange darum bemüht. Heute verstehe ich Sie.“ Am 12.11.

          dient diese Aussage des Nuntius - versehen mit dem Zusatz „Auch jeder deutsche Katholik versteht

          heute Adolf Hitler und stimmt am 12.November mit: „Ja“ - der Wählerwerbung) (>12.11.33/ 30.1.34)

15./22.10. Nationalsozialistische Handwerker-, Handels- u. Gewerbeorganisation NS-Hago-Mittelstandstreff

          (NSDAP-Mittelstandsgliederung, ab 1935 in DAF-Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und Handel)

17.10. Führerstellvertr. Rudolf Heß’ Erlaß zum Verbot der Benachteiligung konfessionsloser NSDAP-Mitgl.

20.10. Preußen verweigert Approbation nichtarischer Medizin- u. Zahnmedizinstudenten, Promotion nur bei

          gleichzeitigem Verzicht auf deutsche Staatsangehörigkeit möglich

26.10. „Vossische Zeitung“ Preußische Akademie der Künste propagiert „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“

          für A. Hitler von 88 Sektion Dichtkunst-Mitgliedern u. Schriftstellern u.a. Gottfried Benn, Hanns Johst,

          Rudolf Binding, Arnold Bronnen, Hermann Claudius, Otto Flake, Hanns Franck, Friedrich Griese,

          Carl Haensel, Agnes Miegel, Börries v. Münchhausen, Eckart v. Naso, Helene v. Nostitz-Wallwitz,

          Anton Schnack, Friedrich Schnack, Wilhelm v. Scholz, Lothar Schreyer, Lulu v. Strauß und Torney,

          Bruno Süßkind, Ina Seidel (>2.7.45/ 22./25.5.52)

27.10. Volksdeutsche Rat unter Geopolitiker Prof. Dr. Karl Haushofer (Zitat „So hat der nationalsozialistische

          Gedanke in der Welt, im Lichte der Erdkunde betrachtet, dasselbe uralte…ewigjunge Doppelgesicht

          wie der mystische Janus: eines, das…erdumspannend Weltfernen überschaut und eines, das nur im

          eigensten Volksboden jeder Rasse vollkommen verstanden werden kann“) wird Volkstumszentralstelle

          (sein Sohn ist der Geograf Prof. Dr. Albrecht Haushofer, der - obwohl „jüd. Mischling 2.Grades “ - als

          Heß-Protegé an Berlin’s Hochschule für Politik lehrt, viele diplomatische Geheimmissionen im Ausland

          unternimmt, freier Mitarbeiter der Dienststelle Ribbentrop u. der Informationsabteilung im Auswärtigen

          Amt unter Staatssekretär Ernst Freiherr v. Weizsäcker wird, 1938 als Volkstumsspezialist an Verhand-

          lungen zum Münchner Abkommen teilnimmt, 1940 Lehrsstuhl an der Kaiser-Wilhelm-Universität, 1941

          nach Heß’ Großbritannien-Flug erstmals und 1944 nach Stauffenberg-Attentat abermals verhaftet, in

          Haft Autor v. „Moabiter Sonnette“ u.a. „Ich klage mich in meinem Herzen an: ich habe mein Gewissen

          lang betrogen, ich hab mich selbst und andere belogen…“) (>9./10.6.35/ 29./30.9.38/ 24.6.39/ 23.4.45/

          10.10.45/ 10.3.46)

31.10. Pflichtmitgliedschaft von Juristen u. Rechtsanwälten im Bund Nationalsozialistischer Juristen BNSDJ

          (es werden nur Arier aufgenommen) (>13.12.1935)

01.11. Schweiz; „Neue Züricher Zeitung“ „Der Freiburger Erzbischof (Dr. Conrad Gröber)...hat noch in der

          Zeit der Reichstagswahlen sehr entschieden gegen gewisse nationalsozialistische Auffassungen

          Stellung genommen und längere Zeit war das Verhältnis der nationalsozialistischen badischen

          Regierung zur Kirche sehr gespannt. Umso größere Beachtung findet das Bekenntnis zum neuen

          Regime, das der Kirchenfürst auf einer kath. Massenveranstaltung (am 9.10.) in Karlsruhe ausge-

          sprochen hat...Auch äußerlich trat die Wandlung in Karlsruhe dadurch zutage, daß die Versammlungs-

          teilnehmer, die sicherlich vor einem halben Jahre noch stramme Zentrumsleute waren, den Erzbischof

          mit dem Deutschen Gruß empfingen. Das Verhalten des hohen kirchl. Würdenträgers erscheint

          bezeichnend für den neuen Kurs, den der deutsche Episkopat nach dem Abschluß des Reichs-

          konkordats eingeschlagen hat.“ (>2.3.34),

          Berlin, Landgerichtsdirekt., Pfarrerssohn u. NSDAP-Mitgl. Dr. Friedrich Jung wird Generalstaatsanwalt

          (>4.6.37/ 23.4.41/ 01.1943/ 9.10.55)

03.11. Afghanistan, Kabul, ein afghan. Schüler der deutschen Schule tötet König Nadir Schah (>15.4.38),

          Universität Freiburg, Rektor u. NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Martin Heidegger’s „Aufruf an die Deutschen

          Studenten“ „Nicht Lehrsätze und Ideen seien die Regeln Eures Seins. Der Führer selbst und allein ist

          die heutige und künftige deutsche Wirklichkeit und ihr Gesetz.“ (>11.11.33)

    11. „Deutsche Volksgesundheit - Organ des Kampfbundes für Deutsche Gesundheits- und Rassenpflege - 

          Haltet den Dieb - Wie lange noch darf jüdischer Geist die Deutsche Reform knebeln?“,

          „Rassenprobleme im Dritten Reich“ Autor Dr. Hans Macco u.a. „So stelle ich als Rheinländer die For-

          derung auf: Sterilisierung aller Mulatten, die uns die schwarze Schmach…hinterlassen hat.“ (>8.2.34),

          NSDAP-Wahlwerbung: „In 8 Monaten 2½ Millionen Volksgenossen in Arbeit u. Brot gebracht! Den

          Klassenkampf und seine Parteien beseitigt! Den Bolschewismus zerschlagen! Die Kleinstaaterei über-

          wunden! Ein Reich der Sauberkeit und Ordnung aufgebaut!...Stimme mit Ja! Wähle zum Reichstag

          Adolf Hitler und seine Getreuen!“ (>30.7.1998),

          gemeinsamer Aufruf von DFB-Präs. SS-Obersturmbannführer Felix Linnemann und Deutsche Sport-

          behörde-Führer u. IOC-Mitglied Dr. Karl Ferdinand Ritter v. Halt: „In der Volksgemeinschaft des Dritten

          Reiches hat der Sport seine politische Mission erhalten…Als Führer des DFB und des DSB haben wir

          dem Kanzler Treue und Gefolgschaft gelobt…Er war der Niederschlag dessen was uns alle beseelte.

          Am 12.November werden wir ihm aufs Neue unsere Gefolgschaft beweisen.“(>1935/ 18.9.1944),

          „Warum muß der Katholik die Reichstagsliste Adolf Hitlers wählen? Weil im nationalsozialistischen

          Staat an sich und durch das Reichskonkordat 1. die Religion geschützt ist, 2. der kirchliche Frieden

          gesichert ist, 3. die öffentliche Sittlichkeit gewährt bleibt, 4. der Sonntag geheiligt wird, 5., 6., 7., 8…,

          Deshalb muß der Katholik am 12. Nov. so wählen: Volksabstimmung: Ja - Reichstagswahl: A. Hitler“

10.11. deutscher Luthertag anläßl. Martin Luther’s 450.Geburtstag - Kirchenhistoriker Hans Preuß zieht für

          die Allgemeine Ev.-Lutherische Kirchenzeitung über zwei Ausgaben unter „Luther und Hitler“ zwischen

          beiden Parallelen, u.a. „Man hat gesagt, das deutsche Volk habe drei Mal geliebt: Karl den Großen,

          Luther und Friedrich den Großen. Wir dürfen nun getrost unseren Volkskanzler hinzufügen. Und das

          ist wohl die lieblichste Parallele zwischen Martin Luther und Adolf Hitler.“ (>17.12.41/ 22./25.9.83)

11.11. Leipzig, Festveranstaltung „Mit Adolf Hitler für des deutschen Volkes Ehre, Freiheit und Recht!“ mit

          „Bekenntnis der Professoren und Intellektuellen an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu

          Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat“ unterzeichnet u.a. von Prof. Dr. Friedrich Alverdes,

          Prof. Dr. Georg Anschütz, Prof. Dr. Adolf Bach, Prof. Dr. Johannes Behm, Dr. Edwin Blanck, Prof. Dr.

          Fritz Blättner, Prof. Dr. Wilhelm Blaschke, Prof. Dr. Werner Blume, Prof. Dr. Paul Böckmann, Prof. Dr.

          Otto Bollnow, Prof. Dr. Conrad Borchling, Prof. Dr. Gustav Bredemann, Prof. Dr. Ernst Broermann,

          Prof. Dr. Paul Brohmer, Prof. Dr. Alfred Burgardsmeir, Prof. Dr. Adolf Butenandt, Prof. Dr. Hans

          Freiherr v. Campenhausen, Prof. Dr. Adolf Dabelow, Prof. Dr. Hans Dachs, Prof. Dr. Gustav Deuchler,

          Prof. Dr. Rudolf Dittler, Prof. Dr. Heinz Dotterweich, Prof. Dr. Richard Egenter, Prof. Dr. Theodor Fahr,

          Prof. Dr. Rainer Fetscher (>7./8.5.45), Prof. Ulrich Fleck, Prof. Hans Fliege, Prof. Wilhelm Flitner, Prof.

          Dr. Günther Franz, Prof. Dr. Hans Freyer, Prof. Dr. Hans-Georg Gadamer, Prof. Dr. Arnold Gehlen (!)

          („BND“), Prof. Dr. Gustav Giemsa, Prof. Dr. Wilhelm Giese, Prof. Dr. Franz Groebbels, Prof. Dr. Hans

          Großmann, Prof. Dr. Rudolf Großmann, Prof. Dr. Konstantin v. Haffner, Prof. Dr. Helmut Hasse, Prof.

          Dr. Otto Heckmann, Prof. Dr. Martin Heidegger, Prof. Dr. Wilhelm Heinitz, Dr. Rudolf Heinz, Prof. Dr.

          Johannes Hempel, Prof. Dr. Paul Hesse, Dr. Max Heuwieser, Prof. Dr. Theodor Heynemann, Dr.

          Emanuel Hirsch, Prof. Dr. Edgar Irmscher, Prof. Dr. Eduard Jacobshagen, Prof. Dr. Fritz Jäger, Prof.

          Dr. Erich Jaensch, Prof. Dr. Maximilian Jahrmärker, Prof. Dr. Harro Jensen, Prof. Dr. Eduard Keeser,

          Prof. Dr. Erwin Kehrer, Prof. Dr. Egon Keining, Prof. Dr. Hugo Knipping, Prof. Dr. Wilhelm Knoll, Prof.

          Dr. Peter Koch, Prof. Dr. Ernst Kretschmer, Dr. Albrecht Langelüdecke, Prof. Dr. Gerhard Mackenroth,

          Prof. Dr. Johann Mannhardt, Dr. Friedrich Mauz, Prof. Dr. Kurt May, Prof. Dr. Martin Mayer, Prof. Dr.

          Waldemar Mitscherlich, Prof. Dr. Walther Mitzka, Prof. Dr. Hans Möller, Prof. Dr. Wilhelm Mommsen,

          Dr. Peter Mühlens, Prof. Dr. Paul Mulzer, Prof. Dr. Hans Naujoks, Prof. Dr. Friedrich Neumann, Prof.

          Dr. Arthur Nikisch, Prof. Dr. Herrmann Noack, Prof. Dr. Bernhard Nocht, Prof. Dr. Max Pagenstecher,

          Prof. Dr. Siegfried Passarge, Dr. Hans Petersson, Prof. Dr. Robert Petsch, Prof. Dr. Heinrich Pette,

          Prof. Dr. Wilhelm Pfannenstiehl, Prof. Dr. Wilhelm Pinder, Dr. Hans Plischke,  Prof. Dr. Hans Preuß,

          Prof. Dr. Georg Raederscheidt, Prof. Dr. Otto Reche, Dr. Joachim v. Reckow, Prof. Dr. Eduard

          Reichenow, Dr. Ferdinand Reiff, Dr. Adolf Rein, Prof. Dr. Hermann Rein, Prof. Dr. Heinrich Remy, Dr.

          Joachim Ritter, Dr. Erich Rix, Prof. Dr. Josef Schmid, Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch (>6./13.9.1937),

          Prof. Dr. Karl C. Thalheim (Zitate: „Die Reinigung des dt. Kulturlebens von zersetzenden Einflüssen,

          die besonders vom Judentum ausgingen, war für eine…Erneuerung eine unbedingte Voraussetzung.“

          /1966: „Ich bin nie Antisemit gewesen.“) (>19.6.35/ 24.3.52),

          Prof. Dr. Eugen Fischer: „...einen nationalen Staat haben wir aufgerichtet, und wir sind dabei ihn auf-

          zubauen, einen Staat aus Blut und Boden, einen Staat aus der deutschen Volksverbundenheit heraus

          aufgebaut auf Volkstum, Rasse und deutscher Seele...der Führer hat die Größe gehabt zu sagen: Ich

          frage das ganze deutsche Volk, ob es mit seinem Willen hinter mir steht; und morgen wird das ganze

          deutsche Volk sagen: Ja! Ja! “,

          Prof. Dr. Richard Golf: „...mit Adolf Hitler für des deutschen Volkes Ehre, Freiheit und Recht.“,

          Prof. Dr. Martin Heidegger: „...keiner kann fernbleiben am Tage der Bekundung dieses Willens,

          Heil Hitler.“,

          Prof. Dr. Emanuel Hirsch: „...aus dem allen nun das Letzte, das ich zu sagen habe: Wir haben einen

          Führer, der immer und allezeit dies bekannt hat, daß er als nichts denn ein Werkzeug des Schöpfers

          aller Dinge sich weiß. Er weiß, die Vorsehung läßt ihn den Dienst tun, sie steht über ihm u. lenkt ihn.“,

          Prof. Dr. Friedrich Neumann: „Wir lehnen jeden Humanismus ab, der allen Völkern die gleiche Lebens-

          form aufzwingt.“ (1933 NSDAP, Bücherverbrennung beteiligt, 1971 Uni. Marburg Brüder-Grimm-Med.),

          Prof. Dr. Wilhelm Pinder: „...Das ist Politik aus Sittlichkeit, das ist Politik aus dem Herzen, aus einem

          geradezu religiösen Untergrund her. Das ist etwas Neues in der Geschichte...“(H. Nannens Professor),

          Prof. Dr. Friedrich Schumann: „…Nationalsozialistische Erziehung des deutschen Volkes bedeutet Er-

          ziehung zu der Überzeugung, daß ein Volk nur aus seiner Ehre heraus leben kann. Volk ist nicht nur

          eine geschichtliche Größe, sondern in dem es das ist, eine sittliche Größe.“ (>18.8.35/ 4.12.48/

          18.6.53),

          „Emsland-Lager“ (KZ Börgermoor, Esterwegen, Neusustrum) sind fertig gestellt und mit ca. 4 000 in

          „Schutzhaft“ befindlichen Gefangenen belegt (Kommandant von 1934-43 wird SA-Führer, Oberreg.Rat

          u. Reg.Dir. Werner Schäfer, Zitat: „Gesetzgeber im Emsland bin ich allein.“), weitere „Emsland-Lager“

          werden in Alexisdorf, Aschendorfermoor, Bathorn, Brual-Rhede, Dalum, Fullen, Groß-Hesepe, Versen,

          Oberlangen, Walchum, Wesuwe u. Wietmarschen errichtet, unter den bis ’45 ca. 60 000 „Schutzhaft“-

          Gefangenen sind u.a. Hans Alexander, Bernhard Bästlein, Friedrich Ebert jun., Otto Eggerstedt, Ernst

          Heilmann, Dr. Julius Leber und Carl v. Ossietzky, später werden auch ca. 100 000 Kriegsgefangene

          hier inhaftiert; ca. 30 000 Todesopfer davon ca. 26 000 sowjet. Kriegsgefangene (W. Schäfer wird

          1953 in Oldenburg wg. Körperverletzung im Namen des Volkes zu 2½ Haft unter U-Haft-Anrechnung

          verurteilt und kommt sofort frei); bekannt ist das „Lagerlied der Moorsoldaten“ die mit Hacke und

          Spaten ca. 50 000 ha Moor entwässern und kultivieren sollten:

          „Wohin auch das Auge blicket,                                        Auf und nieder geh’n die Posten,

          Moor und Heide nur ringsum.                                          Keiner, keiner kann hindurch,

          Vogelsang uns nicht erquicket,                                       Flucht wird nur das Leben kosten,

          Eichen stehen kahl und krumm.                                      Vierfach ist umzäunt die Burg.

          Wir sind die Moorsoldaten                                              Wir sind die Moorsoldaten

          und ziehen mit dem Spaten ins Moor…                            und ziehen mit dem Spaten ins Moor…

 

          Morgens ziehen die Kolonnen                                         Doch für uns gibt es kein Klagen,

          durch das Moor zur Arbeit hin,                                        ewig kann’s nicht Winter sein.

          graben bei dem Brand der Sonnen,                                  Einmal werden froh wir sagen:

          doch zur Heimat steht der Sinn.                                      Heimat, du bist wieder mein!

          Wir sind die Moorsoldaten                                              Dann zieh’n die Moorsoldaten

          und ziehen mit dem Spaten ins Moor…                            nicht mehr mit dem Spaten ins Moor…“,

          (nach Kriegsbeginn werden einige „Emsland-Lager“ Kriegsgefangenlager für ca. 70 000 Soldaten)

12.11. 9. (und erste Einparteien-)Reichstagswahl mit Einheits-„Liste des Führers“, Motto:

          „Früher = Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verwahrlosung, Streik, Aussperrung

           Heute = Arbeit, Freude, Zucht, Volkskameradschaft, Darum Deine Stimme dem Führer“ (=92,2%),

           Volksbefragung zu Austritt aus der Genfer Abrüstungskonferenz und aus dem Völkerbund, Frage:

          „Billigst Du, deutscher Mann, und Du, deutsche Frau, diese Politik Deiner Reichsregierung und bist Du

           bereit, sie als den Ausdruck Deiner eigenen Auffassung und Deines eigenen Willens zu erklären und

           Dich feierlich zu ihr bekennen.“ (Ja = 96,3%), geheime Stimmabgabe (Wandschirm/Wahlkabine) ist

          verpönt (>13.10.50/ 26.3.68),

          50% der Mandate sind NSDAP-Funktionären vorbehalten, 50% gehen an SS, SA u. der NSDAP ange-

          schlossener Verbände (z.B. macht Hitler Prof. Dr. jur. Friedrich Grimm - 1933 Autor von „Reichsreform

          und Außenpolitik“, 1934 von: Ein Volk, ein Reich, ein Führer in „Hitlers deutsche Sendung“ - bis 1945

          zum MdR, nach 1945 wird Rechtsanwalt Dr. G. Generalamnestie-Verfechter und Ehrenpräsident vom

          Bundesverband ehemaliger Internierter und Entnazifizierungsgeschädigter“), Scheinparlamentarier/

          Abgeordnete erhalten Diäten von RM 600 monatlich sowie Reichsbahn-Freikarte

13.11. Berlin, Sportpalast, Massenkundgebung von 20 000 „Deutsche Christen“ geleitet u.a. von Studienrat,

          Gauobmann, brandenburgischer u. preußischer Synodaler und Mitgl. des preußischen Kirchensenats

          Dr. Reinhold Krause - der spricht über „Ein Volk, ein Führer…ein Gott, eine Kirche“ und von „Wenn wir

          Nationalsozialisten uns schämen eine Krawatte vom Juden zu kaufen, dann müßten wir uns erst recht

          schämen…das innerste Religiöse vom Juden anzunehmen.“ (ab 1951 wird er Studienrat in der BRD),

          Oberkonsistorialräten Albert Freitag, Siegfried Nobiling, Reichsleitungsreferent Dr. Friedrich Werner,

          Bischöfen Joachim Hossenfelder u. Friedrich Peter, den Pfarrern Friedrich Tausch, Karl Jakubski und

          Probst Fritz Lörzer) fordert „Reformation aus dem Geist des Nationalsozialismus“, Abschaffung des

          jüd. Alten Testaments, Säuberung des Neuen Testaments von der „Sündenbock- und Minderwertig-

          keitstheologie des Rabbiners Paulus“ u. „von aller orientalischen Entstellung gereinigten… heldischen

          Jesusgestalt als Grundlage eines artgemäßen Christentums“ (>11.12.33/ 2./6.7.1971)

14.11. Berlin, Adolf Hitler erhält von Oberbürgermeister Dr. jur. Heinrich Sahm die Ehrenbürger-Urkunde

          (von 1936 bis zu seinem Tod 1939 ist Dr. Sahm für das Dritte Reich als Diplomat in Norwegen tätig),

          kath. Vizekanzler v. Papen schmeichelt Hitler u.a. mit „In 9 Monaten ist es dem Genie Ihrer Führung…

          gelungen, aus einem…zerissenen u. hoffnungslosen Volk…ein geeintes Reich zu schaffen“(>25.7.34),

          Reichstierschutzgesetz, Präambel u.a. „Die Schaffung eines Reichsgesetzes zum Schutz der Tiere ist

          seit Jahrzehnten Wunsch des deutschen Volkes, das besonders tierliebend ist und sich den hohen

          ethischen Verpflichtungen dem Tiere gegenüber bewußt ist.“, das Gesetz verbietet u.a. bei Haftstrafe

          von bis zu 2 Jahren „ein Tier unnötig zu quälen oder roh zu misshandeln“ (> 4.10.43/ 17.5.2002)

15.11. Berlin, Kundgebung nach Zusammenschluss d. verschiedenen Diakonissen-Verbände zur „Diakonie-

          gemeinschaft“, Emil Karow, Bischof von Berlin u.a. „Wir haben eben so kraftvolle Worte vom National-

          sozialismus gehört. Gestatten Sie mir, die Schwestern in der Kirche mit der SA zu vergleichen.“ Pastor

          Großmann, Berlin-Zehlendorf: „Als Adolf Hitler die Macht ergriff, ging ein Aufatmen durch ihre (die

          Diakonie) Reihen. Sie dankt unserem Führer, daß sie im neuen Staat mitarbeiten darf...Wenn die SA

          die politischen Soldaten des Reiches sind, so sind unsere Schwestern die Soldaten der Kirche...“

16.11. USA; Präs. Roosevelt und UdSSR-Sonderbotschafter Maxim Litvinov vereinbaren, trotz unbezahlter

          zaristisch-russischer Schulden u. fehlender Religionsfreiheit, die Wiederaufnahme der seit der

          Oktoberrevolution 1917 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen beider Staaten (>11.6.42)

20.11. ev. Reichsbischof Ludwig Müller und NSDAP-Reichsjugendführer Baldur v. Schirach unterzeichnen

          „Abkommen über die Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitler-Jugend –

          1.Das evangelische Jugendwerk erkennt die einheitliche staatspolitische Erziehung der deutschen

          Jugend durch den nationalsozialistischen Staat und die HJ als Träger der Staatsidee an. Die

          Jugendlichen des Evangelischen Jugendwerkes unter 18 Jahren werden in die HJ eingegliedert.

          Wer nicht Mitglied in der HJ wird, kann fürderhin innerhalb dieser Alterstufen nicht Mitglied des

          Evangelischen Jugendwerkes sein.

          2.Geländesportliche (einschließlich turnerische und sportliche) und staatspolitische Erziehung wird

          bis zum 18. Lebensjahre nur in der HJ getätigt.

          3.Die Mitglieder des Evangelischen Jugendwerkes tragen entsprechend ihrer Zugehörigkeit zur HJ

          den Dienstanzug der HJ.

          4.An zwei Nachmittagen in der Woche u. an zwei Sonntagen im Monat bleibt dem Ev. Jugendwerk die

          volle Freiheit seiner Betätigung in erzieherischer und kirchlicher Hinsicht mit Ausnahme der in Ziffer 2

          genannten Betätigung. An diesen Tagen werden, wenn nötig, die Mitglieder jeweils von der anderen

          Organisation beurlaubt. Für die Mitglieder des Ev. Jugendwerkes wird der Dienst in der HJ ebenfalls

          auf zwei Wochentage und zwei Sonntage im Monat beschränkt. Außerdem wird für die ev. Lebensge-

          staltung u. evangelische Jugenderziehung durch volksmissionarische Kurse u. Lager den Mitgliedern

          des Evangelischen Jugendwerkes vom Dienst in der HJ Urlaub erteilt.“ (>27.1.34/ 4.3.34/ 4.6.36)

          > verfolgte Schüler („eingegliedert“ werden ca. 700 000 Jugendliche)

23.11. Prinz Heinrich XXXIII Reuß zu Köstritz, Gatte der Prinzessin v. Preußen Victoria v. Hohenzollern, an

          Reichsführer SS Himmler: „Euer Hochwohlgeboren darf ich melden, daß ich zu längerem Aufenthalte

          in Berlin eingetroffen bin…Ich darf…die sehr ergebene Anfrage an Euer Hochwohlgeboren richten, mir

          freundlich gestatten zu wollen, als unbesoldeter Hilfsarbeiter…arbeiten zu dürfen…Der Verbindungs-

          stab der SS…erscheint mir als richtig, ganz abgesehen von meinem Verbundenheitsgefühl zur SS…“

24.11. Reichstag akklamiert Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über Maßregeln der

          Sicherung und Besserung (dient Einführung sog. „Sicherungsverwahrung“ (>13.4.42/ 1.6.67/ 26.1.98),

          Berlin, Voßstr., der kommunistische Schauspieler Hans Otto (er wurde am 27.2.33 vom Staatstheater

          entlassen und am 13.11.von der SA in Berlin verhaftet) stirbt als deutsches NS-Folteropfer,

          „Frankfurter Zeitung“ berichtet über Berliner Sportpalast-Rede von „Deutsche Christen-Gauobmann

          Dr. Reinhold Krause, der dabei das Alte Testament „Buch der Viehtreiber und Zuhälter“ nannte

25.11. Reichstag akklamiert Gesetz über Preisnachlässe- Rabattgesetz gegen „artfremden Händlergeist der

          liberalistischen Systemzeit“ (>15.7.53/ 25.7.2001)

27.11. Gründung der Deutsche Arbeitsfront-Unterorganisation „Kraft durch Freude“ (KdF hat fünf Bereiche:

          Amt Deutsches Volksbildungswerk „zur weltanschaulichen Erziehung der von der Partei nicht erfaßten

          Volksgenossen“/ Amt Volkstum und Heimat/ Sportamt zur „rassischen Vervollkommnung/ Amt

          Schönheit der Arbeit/ Amt für Reisen, Wandern und Urlaub (Leiter Dr. Lafferentz) (>20.3.47/ 04.1961)

29.11. Gesetz über den Aufbau des dt. Handwerks (Reichshandwerksführer wird Wilhelm Georg Schmidt

          aus Wiesbaden, NSDAP 1923, 1930 Handwerkskammerpräs., Zitat: Über dem Leben der Nation und

          seinen immer wechselnden Erscheinungsformen steht das Recht, das geboren aus Rasse und Seele

          des Volkes, ewige Bindung der Nation an die ihr ureigenen Werte bedeutet.“)

30.11. 2.Gesetz über die Geheime Staatspolizei (>27.6.36/ 27.9.39/ 8.2.50/ 9.3.80)

01.12. Reichstag akklamiert Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat (NSDAP = Körperschaft

          öffentl. Rechts) „§1 Nach dem Sieg der nationalsozialistischen Revolution ist die Nationalsozialistische

          Deutsche Arbeiterpartei die Trägerin des deutschen Staatsgedankens und mit dem Staat unlöslich

          verbunden…“ (in SBZ/DDR = „führende Rolle/führende Kraft der SED“) (>31.12.35/ 1.12.36/ 17.10.49/

          23./24.7.48/ 20./24.7.50/ 22./25.5.52/ 27./30.5.52/ 3.10.67/ 6.4.68/ 9.4.68/ 7.10.74/ 13./15.10.82),

          Stellvertreter d. Führers der NSDAP Rudolf Heß u. SA-Stabschef Ernst Röhm werden Reichsminister

          ohne Geschäftsbereich,

          Premiere des Leni Riefenstahl Propagandafilms „Sieg des Glaubens“ über den NSDAP-„Parteitag des

          Sieges“,

          Reichspräs. Paul v. Hindenburg ernennt Carl Eduard Herzog v. Sachsen-Coburg Gotha (NSDAP, SA,

          Ehrenführer Nationalsozialistisches Kraftfahrerkorps) zum Deutsche Rote Kreuz-Präsident (in seiner

          Präsidentschaft -bis 1945- wird das DRK arisiert, 1947 wird er als „Mitläufer“ entnazifiziert), Dr. med.

          Paul Hocheisen (NSDAP, SA) wird bis 1936 stellvertr. DRK-Präsident (>4.1.37/ 02.1946),

          München, Dr. jur. Ernst Mantel ist beim Sondergericht (1934 Volksgerichtshof, 1937 Kriegsgerichtsrat,

          1938 Heeresrechtsabt., 1945 Generalrichter) (>1.9.39/ 30.3.41/ 5.4.45/ 7.12.50/ 25.5.56/ 15.10.57)

02.12. Verordnung über die Vereidigung der Beamten und der Soldaten (>20.8.34)

07.12. Gesetz zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Invaliden-, Angestellten- und knappschaftlichen

          Versicherung („Sanierungsgesetz“) (>21.12.37)

08.12. „Münchener Medizinische Wochenschrift“ „Die Stelle eines ärztlichen Direktors der städt. Frauenklinik

          Stuttgart mit 192 Betten ist zu besetzen. Gehalt nach besonderer Vereinbarung. Konsiliarpraxis,

          Sprechstunden- und Gutachtertätigkeit sind gestattet. Eintritt möglichst bald. Reichsrechtliche

          Regelung der Anstellungsbestimmungen ist in Aussicht zu nehmen. Bewerber mit besonderer

          Befähigung die längere und erfolgreiche klinische Tätigkeit nachweisen können, werden ersucht, ihre

          Bewerbung mit Lebenslauf, Stammliste, Zeugnisabschriften, Nachweis über die arische Abstammung

          und einem Ausweise über wissenschaftliche Arbeiten bis zum 30. Dezember...

          Stuttgart, 4. Dezember 1933; Bürgermeisteramt“

10.12. sächs. Landessynode verabschiedet die vom Leiter des NS-Pfarrerbundes Sachsen, Oberkirchenrat

          Walter Grundmann verfassten „28 Thesen der sächsischen Volkskirche zum inneren Aufbau der

          Deutschen Evangelischen Kirche“, die vom „Deutsche Christen“-Reichsleiter Dr. jur. Christian Kinder

          für die gesamte Bewegung als verbindlich erklärt werden (>16.9.34/ 6.5.39/ 1958/ 2./6.7.1971)

11.12. „Bekenntnis der Deutschen Christen“ u.a. „1. Wir Deutschen Christen…sind durch Gottes Schöpfung

          hineingestellt in die Blut- und Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes und sind als Träger

          dieses Schicksals verantwortlich für seine Zukunft. Deutschland ist unsere Aufgabe…3. Wie jedem

          Volk, so hat auch unserem Volk der ewige Gott ein arteigenes Gesetz eingeschaffen. Es gewann

          Gestalt in dem Führer Adolf Hitler und in dem von ihm geformten nationalsozialistischen Staat. Dieses

          Gesetz spricht zu uns in der aus Blut und Boden erwachsenen Geschichte unseres Volkes. Die Treue

          zu diesem Gesetz fordert von uns den Kampf für Ehre und Freiheit…4. Der Weg zur Erfüllung des

          deutschen Gesetzes ist die gläubige deutsche Gemeinde…Aus dieser Gemeinde Deutscher Christen

          soll im nationalsozialistischen Staat Adolf Hitlers die das ganze Volk umfassende Deutsche christliche

          Nationalkirche erwachsen: Ein Volk! Ein Gott! Ein Reich! Eine Kirche!“ (>2./6.7.1971),

          Berlin, Dt. Studentenschafts- u. Nationalsozialist. Dt. Studentenbund-Reichsführer Dr. Oskar Stäbel’s

          Aufruf zur Kampfwoche „Jugend für den deutschen Sozialismus“ (>01.1949/ 2.9.46/ 15.5.53)

14.12. Reichstag akklamiert Gesetz zur Neuordnung des Zeitungswesens

16.12. Frankfurt/M., Prof. Dr. med Paul Grosser’s dt.-jüd. Familie flüchtet nach Frankreich (u.a. schlugen zu-

          vor „arische“ Mitschüler der Wöhlerschule seinen 8jährigen Sohn Alfred Grosser krankenhausreif, der

          macht in Frankreich das baccalauréat, studiert und wird Soziologe, Politikwissenschaftler u. Publizist)

          > verfolgte Schüler

18./19.12. Gesetz u. Verordnung zur Schaffung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung (dient u.a. der

          Emigrantenvermögenskontrolle u. dem 1936-41 praktizierten dubiosen „Rückwanderer-Mark“ System)

21.12. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s Richtlinie zur Schulordnung macht „Heil Hitler“ als „Deutscher Gruß“ ab

          01.34 in Schulen zur Pflicht: „Wo bisher der kath. Religionsunterricht mit dem Wechselspruch ,Gelobt

          sei Jesus Christus’-,In Ewigkeit.Amen’ begonnen u. beendet wurde, ist der Deutsche Gruß zu Beginn

          der Stunde vor u. am Ende der Stunde nach dem Wechselspruch zu erweisen“  > verfolgte Schüler

          (>13.8.61)

27.12. Deutscher Anwaltsverein wird nach 62 Jahren liqidiert, das Vereinsvermögen übernimmt der BNSDJ

          (1935 sind ca. 14 000 Anwälte BNSDJ-Mitgl.; 1989 sind die meisten der ca. 600 DDR-Anwälte/Diplom-

          juristen - sie erfüllten politische Kriterien sozialistischer Begabtenförderung in der Diktatur des

          Proletariats an juristischen Kaderschmieden in Berlin, Potsdam, Leipzig, Halle, Jena - sozialistische

          Rechtsanwaltskollegiums-Mitgl.) (>30.12.35/ 05.1936/ 07.1948/ 4.12.49/ 07.1958/ 7.8.90/ 30.8.90)

31.12. in 1933 wurden 64 Todesurteile, z.T. mit einem Handbeil vollstreckt, „Bund Nationalsozialistischer

          Deutscher Juristen“ zählt 80 000(!) Mitglieder, 95% der Lehrer sind Mitglied im Nationalsozialistischen

          Lehrerbund, es gibt ca. 50 KZ und 4 100 000 Arbeitslose, NS-Volkswohlfahrt („Braune Schwestern“)

          wird reichsweite Organisation, die Hitler-Jugend entwickelt sich zum semistaatlichen Jugendverband

          mit ca. 2 300 000 Mitgliedern, NS-Frauenschaft hat ca. 850 000 Mitgl., BDM „Bund Deutscher Mädel“

          hat 593 000 Mitgl. > verfolgte Schüler, ca. 37 000 jüdische Bürger flüchten

1934

          Reichsjugendführung veröffentlicht erste Auflage von „HJ im Dienst“ (>1952),

          HJ-„Jahr der Schulung“ (Ausbildung v. ca. 12 000 Hitler-Jugend- und ca. 24 000 Jungvolk-Führern),

          Trude Mohr wird Nachfolgerin Lydia Gottschewskis als Reichsreferentin des „Bund Deutscher Mädel“,

          „Jahrbuch der Caritaswissenschaft": „Echter Caritasdienst muß Dienst der Rassenhygiene sein, weil

          nur durch die Aufartung des Volkes auch die beste Grundlage für die Ausbreitung des Reiches Gottes

          auf Erden geschaffen wird.“,

          „Das Singeschiff“ Liederbuch der kath. Jugend (2.Auflage), Vorwort v. Ludwig Wolter, Generalpräses

          der kath. Jugend „Nun soll ein zweites Singeschiff vom Ufer stoßen und hinausfahren, die deutschen

          Ströme und Flüsse entlang, in sturmfroher Wikingfahrt, junge Herzen erobern. Dieses zweite Singe-

          schiff…trägt ein feldgraues Gewand, ein Soldatengewand…Neue kämpferische Zeit ist angebrochen.

          Es geht um Freiheit und Ehre des Vaterlandes…So laßt uns singen als rechte Soldaten des Vater-

          landes und des Gottesreiches…Du junge Mannschaft, Heil dir und glückliche Fahrt“

02.01. „Der Brunnen“ (Düsseldorf) „Wie turmhoch steht Horst Wessel über diesen Jesus von Nazareth!...Wie

          unerreichbar hoch“ (>13.8.61)

05.01. Ministerial-Verordnung zum Wechselspruch beim kath. Religionsunterricht (bisher zu Beginn u. Ende:

          „Gelobt sei Jesus Christus - in Ewigkeit Amen“ muß nun zu Beginn „Heil Hitler! Gelobt sei Jesus

          Christus - in Ewigkeit Amen“ und am Ende „Gelobt sei Jesus Christus - in Ewigkeit Amen, Heil Hitler!“

          gesagt werden („Hitler ist der Anfang UND das Ende“) > verfolgte Schüler

10.01. Leipzig, Martinus van der Lubbe wird auf grund eines Fehlurteils hingerichtet (>20.12.50/ 26.6.81)

11.01. jüdische Student(Inn)en dürfen nur noch in Ausnahmefällen promovieren  > verfolgte Schüler

15.01. Freie Stadt Danzig; der Hohe Kommissar des Völkerbundes (Danzig’s Schutzmacht) Helmer Rosting

          (Dänemark) wird von Sean Lester (Irland) ersetzt (bis 1945 gibt Irland nur ca. 70 jüd. Flüchtlingen

          Asyl; 1943 schlägt H. Rosting als dän. Rot-Kreuz-Direktor dem Reichsbevollmächtigten Dr. W. Best

          einen Tausch dän. Juden gegen dän. Kriegsgefangene vor) (>28.5.33/ 14.10.33/ 1.3.37/ 2.10.43)

17.01. Dr.-Ing. F. Porsche GmbH’s „Exposé betreffend Bau eines Deutschen Volkswagens“ an Reichs-

          verkehrsminister Paul Freiherr v. Eltz-Rübenach (>7.3.34/ 8.5.34/ 22.6.34/ 30.1.37)

18.01. Leipzig, Reichsgericht urteilt im Namen des Deutschen Volkes im Falle von Unzucht/„Missbrauch“

          durch einen Hitlerjugend-Führer u.a. „Nach dem Willen des Staates tritt die Hitlerjugend als zumindest

          gleichwertige Erziehungseinrichtung neben die Eltern…Durch die Führer der HJ soll die gesamte

          Lebensführung der deutschen Jugendlichen im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung

          beeinflußt und die Jugend im Geiste des neuen Staates erzogen werden…“ (>14.12.34/ 2.4.35/

          11.8.37/ 11.9.37/ 13.3.42/ 15.6.54/ 2.10.54/ 25.4.57)

20.01. Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit; „§ 1 Im Betriebe arbeiten der Unternehmer als Führer des

          Betriebes, die Angestellten u. Arbeiter als Gefolgschaft gemeinsam zur Förderung der Betriebszwecke

          und zum gemeinsamen Nutzen von Volk und Staat...§ 18(1) Für größere Wirtschaftsgebiete, deren

          Abgrenzung der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister und dem

          Reichsminister des Inneren bestimmt, werden Treuhänder der Arbeit ernannt. Sie sind Reichsbeamte

          u. unterstehen der Dienstaufsicht des Reichsarbeitsministers..§ 65 Folgende Gesetze u.Verordnungen

          treten außer Kraft: 1. Das Betriebsrätegesetz.., 2. Das Gesetz zur Betriebsbilanz.., 3. Das Gesetz über

          Entsendung v. Betriebsratsmitgliedern in den Aufsichtsrat, 4. Das Gesetz über Betriebsvertretungen,

          6. Die Tarifvertragsordnung.., 7. Die Verordnung über das Schlichtungswesen...“ usw.,

          „Junge Kirche“ „Die Hannoversche Landeskirche hat...in Bevensen bei Uelzen eine Theologenschule

          errichtet, die in Anwesenheit des Landesbischofs D. Marahrens und zahlreicher Ehrengäste eröffnet

          wurde. Vizepräs. Hahn von der Hannoverschen Kirchenregierung...erklärte: ,Es darf um des Volkes

          und um der Kirche willen nicht mehr möglich sein, daß Geistliche dem jungen Deutschen, der im

          Braunhemd marschiert, verständnislos oder gleichgültig gegenüberstehen. Für die Kirche im National-

          sozialistischen Deutschland ergibt sich deshalb die Forderung: die Diener der Kirche, die national-

          sozialistischen Gemeinden und einer nationalsozialistischen Jugend dienen wollen, müssen National-

          sozialisten sein. Demgemäß sollen die Lehrgänge der Theologenschule unter Leitung eines

          bewährten SA-Führers stehen.“,

          „Deutsche Richter-Zeitung“ „Kameraden der Rechtsfront! Wie das Jahr 1933, steht auch das Jahr

          1934, das zweite Jahr des Sieges der heldischen Idee des Nationalsozialismus, eingemeißelt in der

          Geschichte des deutschen Volkes als ein Jahr gewaltigen Aufbaus…Auch uns nationalsozialistische

          Rechtswahrer brachte es einen gewaltigen Schritt unserem großen Ziel näher. Wir haben nicht nur

          alle deutschen Juristen um die Fahne des Führers versammelt. Wir durften schon die Fundamente der

          Gesetzgebung legen, auf der das 1000jährige Rechtsreich des Nationalsozialismus errichtet wird. Die

          heiligen Werte unserer Altvorderen: Rasse, Blut und Boden, Ehr und Wehr treten wieder in den

          Vordergrund all unseres Rechtsdenkens und Rechtswirkens und verdrängen den heuchlerischen

          Geist der marxistisch-liberalistischen Verfallzeit endgültig aus unserem Rechtsleben.“,

          „Der Tag“ über HJ-Bannfahnen-Weihe in Potsdam u.a. „Wo die ganze Jugend einig wird, hat auch die

          konfessionelle Jugend das moralische Recht ihres Sonderdaseins verloren. Die jungen Deutschen

          sollen sich nicht auf der Grundlage eines konfessionellen Bekenntnisses zusammenschließen,

          sondern auf der Grundlage ihres Deutschtums.“ (>24.11.54/ 30.11.54)

21.01. Hitler-Architekt Ludwig Troost stirbt, Nachfolger wird Albert Speer (1931 NSDAP, Mitgl. Nr. 474 481,

          1933 Amtsleiter für die künstlerische Gestaltung von Großkundgebungen in der Propagandaleitung, er

          entwirft u.a. die RM 90 000 000 Neue Reichskanzlei u. das RM 700 000 000 Steuergelder teuere

          NSDAP-Reichsparteitags-„Zeppelinfeld“ in Nürnberg) (>8./14.9.36/ 30.1.37/ 29.4.38/ 2.8.38/ 14.9.38)

24.01. Potsdam, HJ-Großkundgebung zu HJ’ler Herbert Noskus 2.Todestag mit 342 HJ-Bannfahnenweihen

          in der Ganisonskirche

26.01. Deutsches Reich und Polen unterzeichnen 10jährigen Nichtangriffspakt (>14.4.39/ 28.4.39)

26.1./10.2. UdSSR; Moskau, KPdSU-„Parteitag der Sieger“

    01. Feldafing, Eröffnung der „Nationalsozialistischen Deutschen Oberschule Starnberger See“ der SA,

          ca. 6 000 Aufnahmeanträge in 1934(!), Leiter u.a. Julius Goerlitz, Hans Simons, kath. Religionslehrer

          ist SA-Mitgl. Josef Roth (Pfarrer in Kardinal v. Faulhaber’s Erzdiözese München-Freising, ab 08.1935

          Referatsleiter für kath. Angelegenheiten im Reichskirchenministerium, 1.4.36 Ministerialrat, später

          Ministerialdirigent, er wird nie laisiert, suspendiert o. wie 1949/50 mittels Antikommunismus-Dekreten

          exkommuniziert), Zugangskriterien: arische Abstammung, körperliche und schulische Leistung,

          Charakter, jede Kadetten-Klasse ist als SA-Sturm zusammengefaßt - „nie fiel ein ,Feldafinger’ bei der

          Abschlussprüfung durch“, wird 1939 „Reichsschule der NSDAP Feldafing“; Schüler u.a. „Frankfurter

          Rundschau“-Chef Werner Holzer, „ZEIT-Magazin“-Chef Jochen Steinmayr, „Gruner+Jahr“-Heraus-

          geber und „Eltern“-Chefredakteur Otto Schuster, „Deutsche Bank“-Chef Dr. Alfred Herrhausen, Autor

          Hans Fischach, TUI-/Touropa-Touristikspezialist Ernst Esser u. Priester-Pädagoge Martin Bormann Jr.

          (sie erfüllten die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur

          des Faschismus) (>10.12.40/ 03.1948/ 1.7.49/ 28.7.50/ 29.6.51/ 1.9.56/ 21.11.83/ 25.8.89/ 30.11.89),

          Hirschberg/Schlesien, Gotthardt Feist (KPD, Vater der späteren Margot Honecker) wird verhaftet und

          wg. Vorbereitung zum Hochverrat im Namen des Deutschen Volkes zu 2¾ Jahren Haft verurteilt (ohne

          neues Gerichtsurteil ist er bis 04.1939 in den KZ Lichtenburg/Torgau und Buchenwald in „Schutzhaft“)

27.01. Berlin, nach Treffen von Reichsbischof Müller mit ev. Bischöfen erklären diese u.a. „Unter dem Ein-

          druck der großen Stunde, in der die Kirchenführer der Deutschen Evangelischen Kirche mit dem Herrn

          Reichskanzler versammelt waren, bekräftigen sie einmütig ihre Treue zum Dritten Reich und seinem

          Führer. Die Kirchenführer verurteilen aufs schärfste alle Machenschaften der Kritik an Staat, Volk und

          Bewegung, insbesondere…Benutzung der ausländ. Presse...Die versammelten Kirchenführer stellen

          sich geschlossenen hinter den Reichsbischof und sind gewillt, seine Maßnahmen und Verordnungen

          in dem von ihm gewünschten Sinne durchzuführen, die kirchenpolitische Opposition gegen sie zu

          verhindern u. mit allen ihnen verfassungsmäßig zustehenden Mitteln die Autorität des Reichsbischofs

          zu festigen.“

30.01. Reichstag akklamiert Gesetz über den Neuaufbau des Reiches („Verreichlichung“, Auflösung der

          Länderparlamente - auch der bayr. Landtagspräsident und Staatsminister Hermann Esser (ex-SPD,

          NSDAP-Mitgl. Nr. 2) verliert eine Aufgabe, er wird 1934 Passionsspiele Oberammergau-Schirmherr,

          1939 Autor „Die jüdische Weltpest“, Staatssekr. im Reichspropagandaministerium) (>14.2.34/ 23.7.52)

31.01. Chef der Heeresleitung und NSDAP-Gegner Generaloberst Kurt Freiherr v. Hammerstein-Equord tritt

          zurück (am 1.2. wird Generalleutnant Werner Freiherr v. Fritsch zum Nachfolger ernannt) (>24.1.1938)

01.02. Berlin, John Schehr (ex-KPD-MdR und Thälmann-Vertreter) wird gemeinsam mit Eugen Schönhaar,

          Rudolf Schwarz u. Erich Steinfurth (alle KPD) von Gestapo-Beamten „auf der Flucht“ erschossen (ihre

          Leichen werden im Potsdamer Forst gefunden) (>03.1946/ 12.9.92)

04.02. Tschechoslowakei; „Neuer Vorwärts“ ex-SPD-MdR u. KZ Oranienburg Häftling Gerhart Seger „Welch

          ein Meer von Tränen, welch ein Gebirge von Hass haben die Nationalsozialisten mit der Einrichtung

          von KZ erzeugt! Welch eine schreckliche Reihe von Todesopfern…die bei lebendigem Leibe buch-

          stäblich zerschlagen worden sind…es ist unsagbar grauenhaft und es ist fast zum Verzweifeln, daß

          das mitten im Herzen Europas geschen kann.“

07.02. Reichskanzler Hitler u. Reichsinnenmin. Dr. Frick proklamieren vor NSDStB-Vertretern die neue

          Verfassung für die politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung erfüllende

          deutsche Studentenschaft um sie zu „ehrbewußten und wahrhaften deutschen Männern und zum

          verantwortungsbereiten selbstlosen Dienst für Volk und Staat zu erziehen.“ (>21.8.33),

08.02. „Deutsche Zeitung“ erscheint mit Beilage-Artikel „Das Erbe der Schwarzen Schmach“ (>7.2.1935)

12.02. Österreich; Regierung Dr. Dollfuß verbietet Sozialdemokratische Arbeiterpartei

14.02. Gesetz über die Auflösung des Reichsrates (die DDR löst die Länderkammer am >8.12.58 auf)

16.02. Gesetz zur Überleitung der Rechtspflege auf das Reich (der Reichspräs. erhält das Begnadigungs-

          und das Niederschlagungsrecht für anhängige Strafsachen) deutsche Gerechtigkeit (>5.12.34),

          Reichslichtspielgesetz unterstützt Reichspropagandaministers Ministerialrat Dr. Ernst Seeger bei

          Ausrichtung und Zensur deutscher Filmschaffender auf „nationalsozialistisches Empfinden“,

          Berlin, Sondergericht verurteilt den Kommunisten Richard Hüttig wg. schweren Landfriedensbruch u.

          versuchten Mord im Namen des Deutschen Volkes zum Tode, die Tat war dem unbewaffneten H.

          nicht nachzuweisen (R. Hüttig wird am 14.6. mit einem Handbeil in Plötzensee hingerichtet) (>9.9.51),

          Lübeck, Bugenhagenhaus, ev. Dompastor Helmut Johnsen „übergibt“ dem Lübecker HJ-Führer

          Horst Wegner 924 Ev. Jugend-Mitglieder (Zitat Johnsen: „Lübeck ist das erste Land, in dem die Ein-

          gliederung restlos durchgeführt ist…Deutschland über alles - evangelisch bis in den Tod.“) (>15.11.34)

17.02. nach dt. Boykott u. „1000-Mark-Sperre“ der österreich. Grenze verfassen Großbritannien, Frankreich

          u. Italien „Deklaration zur Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit und Integrität Österreichs“ (>25.7.34)

24.02. Gertrud Scholtz-Klink (1928 NSDAP, 1930 NS-Frauenschaft-Leiterin, 1934 weibl. Arbeitsdienst-

          Leiterin) wird Reichsführerin der NS-Frauenschaft und des Dt. Frauenwerkes (>25.8.34/ 1.3.39)

26.02. Berlin, Verhaftung von KPD-Mitgl. Ernst Engelberg 4 Tge. nach Verteidigung seiner Dissertation (am

          17.10.34 wird er wg. Vorbereitung zum Hochverrat im Namen des Deutschen Volkes zu 1½ Jahren

          Haft verurteilt, geht 1935 in die Schweiz, 1940 in die Türkei, kommt 1948 in die SBZ zurück, wird SED-

          Mitgl., PH Potsdam-Dozent, 1949 Uni. Leipzig-Professor - der „Kämpfer gegen den Faschismus“ wird

          u.a. mit Vaterländischen Verdienst- u. Karl Marx-Orden geehrt)  > verfolgte Schüler  (>18./19.3.58)

27.02. Regierung beschliesst Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus d. Wirtschaft (>27.11.34) u.

          Gesetz über die Feiertage („Christi Himmelfahrt“ wird auch Herrentags-Bollerwagenfahrer-Feiertag,

          Volkstrauertag - 5.Sonntag vor Ostern - wird „Heldengedenktag“, ab 1939 auch „Tag der Wehrfreiheit“

          in Erinnerung der Wiedereinführung allgemeiner Wehrpflicht am 16.3.35) (>23.2.37/ 21.10.39/ 4.3.41/

          25.6.42/ 23.8.42/ 20.7.44/ 11.3.45/ 7.7.56/ 24.1.62)

28.02. Fastenhirtenbrief vom Bischof von Osnabrück Dr. Wilhelm Berning betont, daß „das neue Reich die

          Gottlosigkeit des Bolschewismus niedergerungen hat.“,

          Reichswehrmin. v. Blomberg’s Erlaß zur Geltung des Arierparagraphen für die Reichwehr (>25.5.34)

    03. Aachen, die 4jährige Anne Frank reist zu ihrer 1933 in die Niederlande emigrierten Familie (>4.8.44),

          Gründung des Hitler-Jugend-Streifendienst (blau-schwarze Armbinde mit aufgesticktem gelbem

          „HJ-Streifendienst“ unter HJ-Personalchef Heinz Hugo John und Heinrich Lüer) (>1.5.34/ 12./15.5.59),

          Berlin, KPD-Mitgl. Karl Maron flieht nach Dänemark (1935 UdSSR, Komm. Internationale, 1943-45

          NKFD-Redakteur „Freies Deutschland“, 1945 m.Gruppe Ulbricht in Berlin)(>30.4.45/ 17.6.53/ 10.2.56),

          „Der Stürmer“ „Rassenschande - Wohlwertjude Steinitz schändet seine Verkäuferinnen…“,

          Berlin, Reichskanzler A. Hitler gibt in seiner Steuerklärung 1933 neben seinem RM 60 000 Jahres-

          gehalt zusätzliche Einkünfte von RM 1 232 335 an (>12.3.35/ 2.5.38/ 30.4.45/ 25.10.56/ 17.2.60)

02.03. Freiburg, kath. Erzbischof Dr. Conrad Gröber (seit 1934 „Förderndes Mitglied der SS“, fordert in

          „tunlichster Bälde Verhandlungen aufzunehmen mit dem Zwecke, die katholische Jugend in die Hitler-

          Jugend einzureihen…Die katholischen Organisationen sollen die Führerschulen für die katholische

          Hitler-Jugend bilden.“ > verfolgte Schüler

04.03. Eingliederungsgottesdienst der ev. Jugendverbände, ev. Reichsjugendpfarrer Karl Friedrich Zahn:

          „Die Kirche läßt ihre Jugend freudig mitmarschieren unter den Fahnen des Dritten Reiches, und die

          Hitler-Jugend sieht fortan an der Kirche und ihrer Jugendarbeit nicht mehr einen Feind, sondern

          einen guten Freund.“  > verfolgte Schüler

06.03. Berlin, Avus, Hans Stuck fährt mit Auto-Union-Rennwagen mehrere Weltrekorde (>8.5.34/ 15.7.34),

          Reichsärzteführer Dr. Wagner verpflichtet alle dt. Ärzte den im J. F.Lehmann Verlag veröffentlichten

          GVeN-Kommentar von Dr. Arthur Gütt, Dr. Ernst Rüdin und Dr. Falk Ruttke sowie Kommentaren über

          „Eingriffe zur Unfruchtbarmachung des Mannes und zur Entmannung“ von Prof. Dr. Erich Lexer und

          „Eingriffe zur Unfruchtbarmachung der Frau“ von Prof. Dr. Albert Döderlein zu kaufen

07.03. „Autonarr“ Hitler eröffnet 24.Int. Automobilausstellung und fordert Auto für „einfachen Mann“ (>9.3.34)

08.03. Amtsgericht Berlin verurteilt im Namen des Deutschen Volkes den Schauspieler Heinz Rühmann wg.

          Devisenvergehen zu hoher Geldstrafe (>19.11.38/ 22.5.79)

09.03. „Leipziger Neueste Nachrichten“ „Schafft den deutschen Volkswagen“ (>8.5.34/ 22.6.34/ 28.5.37)

15.03. Erstes Erbgesundheitsgericht in Berlin ordnet im Namen des Deutschen Volkes innerhalb von zwei

          Monaten 325 Sterilisationen an, volkstümlicher Namen des medizinischen Eingriffs: „Hitlerschnitt“

          (im gesamten Dt. Reich werden bereits im ersten Jahr 43 775 Menschen sterilisiert)

16.03. München, Blumenschule, nationalsozialistischer Diktattext u.a. „Wie Jesus die Menschen von der

          Sünde und Hölle befreite, so rettete Hitler das deutsche Volk vor dem Verderben. Jesus und Hitler

          wurden verfolgt, aber während Jesus gekreuzigt wurde, wurde Hitler zum Kanzler erhoben. Während

          die Jünger Jesu ihren Meister verleugneten und ihn im Stiche ließen, fielen die 16 Kameraden für

          ihren Führer…“  > verfolgte Schüler (>15.1.55)

23.03. Gesetz über Reichsverweisungen (1.reichseinheitl. Ausweisungsgesetz für Ausländer u. Staatenlose,

          die sich „staatsfeindlich betätigen" bzw. „die innere oder äußere Sicherheit des Reiches gefährden")

24.03. „Junge Kirche“ berichtet, daß Pfarrer Wilhelm Niemöllers berühmter Bruder Martin Niemöller dem

          Reichsbischof Ludwig Müller entgegenhielt: „...daß ich nicht die Gewähr dafür biete, daß ich jederzeit

          rückhaltlos für den nationalen Staat eintrete - dieser Beweis dürfte Ihnen schwer fallen.“ (Martin

          Niemöller sagt 1938 vor Sondergericht, seit 1924 stets die NSDAP gewählt zu haben!),

29.03. zweite Ausbürgerungsliste mit 35 Namen u.a. J. R. Becher, Prof. A. Einstein, O. Graf, M. Seydewitz

01.04. Erlaß betreffend Einführung von einem „Landjahr“ für Volksschulabgänger, 9monatige unbezahlte

          Landarbeit „zwecks Vertiefung der seelischen Verbundenheit“. NSDAP-Mitgl. und Ministerialrat im

          preuß. und im Reichserziehungsministerium Dr. Rudolf Benze (später SS-Sturmbannführer und Leiter

          „Deutsches Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht“, in der BRD Mitgl. von Pestalozzi-Gesellschaft

          und Gauß-Gesellschaft) schreibt in der Zeitschrift „Nationalpolitische Erziehung im Dritten Reich“ das

          Landjahr soll „rassisch erbgesunde Jungen und Mädchen der Groß- und Industriestädte nach…

          Entlassung aus der Volksschule in Lagern zusammenfassen, um sie den Segen von Blut und Boden

          erleben zu lassen.“  > verfolgte Schüler,

          Text aus deutschem Erstklässler-Schulbuch: „Mein Führer! (Das Kind spricht:)

          Ich kenne dich wohl und habe dich lieb

                                                               wie Vater und Mutter.

          Ich will Dir immer gehorsam sein

                                                              wie Vater und Mutter.

          Und wenn ich groß bin, helfe ich dir

                                                              wie Vater und Mutter.

          Und freuen sollst du dich an mir

                                                              wie Vater und Mutter.“

          Text aus Fünftklässler-Schulbuch: „Zu Nürnberg, der alten Reichsstadt, findet alljährlich die Heerschau

          des deutschen Volkes statt, wenn die braunen Kolonnen der Bewegung, die feldgrauen Einheiten der

          Wehrmacht und die Hunderttausende aus dem deutschen Volke zu den großen Parteitagen der

          NSDAP hinströmen.“ (>1.9.49/ 1.9.58)

04.04. Erlaß betreffend die Beschränkung des Besuchs der höheren Schulen  > verfolgte SchülerInnen

          (z.B. erhalten von 10 000 Abiturientinnen des Jahrgangs nur 1 500 eine Studienberechtigung)

07.04. NS-Volkswohlfahrt gründet „Hilfswerk Mutter und Kind“ zur Verdrängung kirchl. Hilfsdienste speziell

          bei der Betreuung „erbtüchtiger“ bedürftiger Frauen u.a. durch Pflegedienste Brauner Schwestern der

          NS-Schwesternschaft, Müttererholungsheime, Erntekindergärten u. Kindertagesstätten usw. in denen

          Kinder mit Texten wie „Bin ich erst groß und nicht mehr klein, werd' ich Soldat des Führers sein!“ die

          politischen Ziele der NSDAP bereits vor Eintritt in die HJ erlernen (>12.12.50/ 15./17.1.59/ 14.9.61),

          Marienkirche Leipzig, Schreiben d. Pfarramtes an die Superintendentur Leipzig: „Über die Rundfrage

          über Bastarde wird hier gemeldet, daß in hiesiger Gemeinde nur ein Fall bekannt ist. Es handelt sich

          um das unehelige Kind der xxx. Das Kind heißt xxx und ist xx.xx.1925 geboren Der Vater ist ein

          Zigeuner.“  > verfolgte Schüler (>17.3.82)

    04. Sondergericht Hamburg verhandelt gegen ca. 50 vom Ersten Staatsanwalt Dr. jur. Heinrich Jauch wg.

          des bewaffneten Überfalls „Roter Marine“-Mitgl. am 21.2.33 auf den SA-Treff Adlerhotel, wg. Mordes

          u. anderer Straftaten angeklagte Kommunisten, u.a. werden viele wie Richard Krebs alias Jan Valtin

          zu langen Haftstrafen u. u.a. Johnny Dettmer, Hermann Fischer, Arthur Schmidt u. Alfred Wehrenberg

          zum Tode verurteilt (und am 19.5.34 von Scharfrichter Carl Gröpler mit dem Handbeil enthauptet),

          Thüringen, Suhl, dem inhaftierten deutsch-jüdischen Unternehmer Arthur Simson wird die Zustimmung

          zur Arisierung / Enteignung seiner Fahrzeug- und Waffenfabrik abgepresst,

          Oberschlesien, Ratibor, Gymnasium, Professorensohn u. Halbwaise Herbert Hupka legt das Abitur ab,

          (der „Mischling 1.Grades“ erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförde-

          rung weil er die jüd. Mutter verschweigt, Germanistik- u. Geschichtsstudium Halle / Leipzig, Promotion

          1940, Wehrmacht, 1943 wird Leutnant Hupka wg. Verschweigens seiner halbjüd. Herkunft von Kriegs-

          gericht zu 1 Jahr Haft verurteilt u. wehrunwürdig aus der Wehrmacht ausgestossen, die Mutter wird ins

          KZ Theresienstadt deportiert u. 1945 von sowjet. Truppen befreit, Dr. H. wird am 14.10.45 aus Ratibor

          vertrieben, 1945-58 Journalist, 1955-72 SPD, 1959-90 Kuratorium Unteilbares Deutschland, 1969-72

          SPD-MdB, 1972-87 CDU-MdB) (>22.3.35/ 04.1940/ 8.5.45/ 24.11.48/ 10.7.45/ 23.2.72)

12.04. Rechsinnenmin. Dr. Wilhelm Frick’s erster Erlaß über die Schutzhaft (>25.1.38)

19.04. Pfarrerssohn Dr. jur. August Jäger (NSDAP) wird Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche

20.04. Reichsführer SS H. Himmler wird stellvertr. Chef der Geheimen Staatspolizei in Preußen

24.04. Gesetz zur Änderung von Vorschriften des Strafrechts und Strafverfahrens (führt zur Schaffung des

          Volksgerichtshofes) (>14.7.34/ 18.4.36/ 16.9.39/ 21.2.40),

25.04. Reichsschrifttumskammer veröffentlicht erste „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“

          (in der DDR wird „Schundliteratur“ von der „Auffangstelle für anti-demokratischen Schriftverkehr“ bzw.

          der „Stelle 12“ von Zoll oder Postzensur konfisziert) (>3.11.76)

28.04. Anordnung des Deutsche ArbeitsFront-Führers Dr. Robert Ley: „Es besteht Veranlassung, darauf hin-

          zuweisen, daß Mitglieder anderweitiger Berufs- und Standesorganisationen, insbes. konfessioneller

          Arbeiter- und Gesellenvereine, nicht Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sein können. Wo

          Doppelmitgliedschaft…besteht, ist die Mitgliedschaft zur DAF sofort zu löschen.“ (>10.2.37)

    05. Luftwaffestabschef Walther Wever fordert zur Ausschaltung künftiger entfernter strategischer Ziele im

          Osten die Entwicklung des Langstrecken-„Ural Bombers“ (>10.3.35/ 22.6.41/ 5.2.59),

          „Der Stürmer - Deutsches Wochenblatt zum Kampfe um die Wahrheit“ (Sondernummer 1/ Ritualmord-

          Nummer) „Jüdischer Mordplan gegen nichtjüdische Menschheit aufgedeckt…Der Verdacht, in dem die

          Juden stehen, ist der des Menschenmordes. Sie werden bezichtigt, nichtjüdische Kinder und nicht-

          jüdische Erwachsene an sich zu locken, sie zu schlachten und ihnen das Blut abzuzapfen. Sie werden

          bezichtigt, dieses Blut in die Mazzen (ungesäuertes Brot) zu verbacken…“

01.05. Berlin, „Die Jugend grüßt den Arbeiter und Führer“ zum „Tag der nationalen Arbeit“ (>11.10.49),

          Erlaß zur Gründung des Reichministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung unter

          preuß. Kultusmin. Dr. phil. Bernhard Rust  > verfolgte Schüler (>29./31.5.34),

          Aufklärungsamt für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege wird „Rassenpolitische Amt der NSDAP“

          unter Dr. Walter Groß (1925 NSDAP, 1932 NS-Ärztebund-Leitung, 1935/37 Kaiser-Wilhelm-Institut für

          Anthropologie Kuratorium/Senator, 1936 MdR, Prof. h.c., 1945 Suizid) mit „Neues Volk - Blätter, später

          Monatshefte des Rassenpolit. Amtes der NSDAP“ (hier veröffentlicht Anthropologe Dr. Wolfgang Abel

          1934 seine Schmähschrift „Bastarde am Rhein“) (>11.3.35/ 23.3.35/ 7.2.35/ 7.3.36/ 1937/ 1.2.43),

          „Der Stürmer“ „Jüdischer Mordplan gegen die nichtjüdische Menschheit aufgedeckt“,

          Einsatzbeginn von Hitler-Jugend-Streifendienst zur Überwachung u. Disziplinierung (>12./15.5.59),

          Polen; ex-KPD-Mitgl., ex-Gerichtsreferendar und „Breslauer Neueste Nachrichten"-Korrespondent in

          Warschau wird NSDAP-Mitgl. 3 453 917 (1935-39 wissenschaftl. Hilfsarbeiter Dt. Botschaft Warschau

          u. sowjet. „Kundschafter des Friedens“, 1939-41 stellv. Leiter der handelspolit. Abt. unter Botschafter

          v. d. Schulenburg in Moskau, 1941-43 Legationssekr. unter Außenmin. v. Ribbentrop, 04.1943 Wehr-

          macht, 01.1945  „Übertritt“ zur sowjet. Armee, 1945 stellv. u. 1949 Chefredakteur „Berliner Zeitung",

          1946 SED, 1950-51 stellv. Chefredakteur „Neues Deutschland“, 1951-52 Chefred. „Die Wirtschaft",

          ab 1955 pers. Mitarbeiter Walter Ulbrichts, 1959 Gesandter, 1967-71 SED-ZK-Kandidat, 1973-76 Ltr.

          DDR-Vertretung bei UN Genf, einer „Unserer Besten“ wird natürlich auch vielfacher deutscher Träger

          des Vaterländischen Verdienstordens der DDR) (>10.8.44/ 30.9.46/ 15.6.61)

02.05. Erlaß betreffend Einführung des „Hauswirtschaftlichen Jahres“ für Nicht-Abiturientinnen (>20.4.1938),

          Gründung „Zentralbüro des Politischen Polizeikommandeurs der Länder“ unter Preußens stellv.

          Gestapo-Chef H. Himmler (>2.5.35/ 1.12.47)

03.05. Wiesbaden, Hitlerjugend Bann 80-„Verpflichtungserklärung“ u.a. „Die Hitlerjugend tritt heute mit der

          Frage an Dich heran: Warum stehst Du noch außerhalb der HJ?...Bist Du für den Führer und somit für

          die Hitlerjugend, dann unterschreibe die anliegende Aufnahmeerklärung. Bist Du aber nicht gewillt, der

          HJ beizutreten, dann schreibe uns dies auf der anliegenden Erklärung…“ (>31.12.34)

05.05. Gründung Kolonialpolitisches Amt der NSDAP unter SA-Obergruppenführer Franz Xaver Ritter v. Epp

          (>14.6.35/ 12./14.5.37/ 10.4.38/ 13.2.39),

          UdSSR / Polen verlängern sowjet.-polnischen Nichtangriffspakt bis 31.12.45 (>23.8.39/ 17.9.39)

08.05. Reichverband der Automobilindustrie-Präs. Dr. Robert Allmers u.-Generalsekr. Wilhelm Scholz treffen

          zur „Volkswagen-Frage“ u.a. Ernst Hagemeier (Adler), Paul v. Buttlar (BMW), Wilhelm Kissel (Daimler-

          Benz) u. Auto-Union (Carl Hahn) (das kath. NSDAP-Mitgl. Dr.-Ing. Carl Hahn kritisiert Pläne. Direktors-

          sohn u. Hitler-Jugend-Mitgl. Carl Hahn jun. erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer

          Begabtenförderung u. später die finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung, 1946

          Abitur Chemnitz/ SBZ, 1946-51 Studium Köln/ Zürich/ Bristol (er erfüllt finanziellen Kriterien demo-

          kratischer Begabtenförderung), 1952 Promotion, 1982 VW-Vorstandvorsitz.) (>22.6.34)

13.05. Berlin, HJ-Führer Hartmann Lauterbacher (geb. Österreich) wird Hitler-Jugend-Stabsführer (>6.4.45)

15.05. Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes – verhindert Landflucht und freie Arbeitsplatzwahl

18.05. Gesetz zur Reichsfluchtsteuer von 25% reduziert Vermögens-Freigrenzen von RM 200 000 auf

          RM 50 000 für die von Auswanderungswilligen zu zahlenden hohen Abgaben, statt RM 10 000 dürfen

          nur noch RM 2 000 mitgenommen werden, das restl. Vermögen muß auf Sperrkonto (ab 14.4.38 auch

          in Österreich) „Juden dürfen kein deutsches Kulturgut mitnehmen, wenn sie auswandern.“

21.05. ex-Reichskanzler u. Zentrum-Vors. Dr. Heinrich Brüning flüchtet über die Niederlande nach Groß-

          britannien (1935 USA, 1939-51 Professor Harvard University, 1945 IMT-Gegner, 1947/48 Gast-

          professur Köln, NS-Persilschein-Schreiber, 1951-55 Professor Uni. Köln, 1955-70 USA) (>13.3.91)

24.05. Reichswehrmin. W. v. Blomberg’s Erlass zu „Die Wehrmacht und der Nationalsozialismus“ u.a.: „Der

          Nationalsozialismus leitet das Gesetz seines Handelns aus den Lebensnotwendigkeiten des ganzen

          Volkes und aus der Pflicht zu gemeinsamer Arbeit für die Gesamtheit der Nation ab. Er beruht auf der

          Idee der Blut- und Schicksalsgemeinschaft aller deutschen Menschen. Daß dieses Gesetz auch die

          Grundlage der dienstl. Arbeit des deutschen Soldaten ist u. bleiben muß, ist unbestritten…“ (>3.8.34)

27./30.5. Dresden, „Sachsen umjubelt den Führer“ beim Besuch der Reichs-Theaterfestwoche (>29.5.34)

28.05. Coburg, Schloß Hohenfels, Eröffnung der Reichsschule der NS-Frauenschaft

29.05. „Dresdner Anzeiger“ „Die Liebe zum Führer, den wir heute jubelnd begrüßen konnten…hat Hundert-

          tausende auf den Straßen warten lassen“ (zur 1.Reichs-Theaterfestwoche vom 27.5.-3.6. ist D. ein

          Hakenkreuzflaggenmeer, gedrängt grüssen u.a. NSKK-Flaggenabordnungen und Bürger ihren Führer

          mit gestrecktem rechten Arm u. rythmisch-frenetischen „Heil“-Rufen (nie recherchiert wird wieviele von

          ihnen nach 1949 SED-Regierenden und am 19.12.89 unter jenen 200 000 Theaterplatzbesuchern

          sind, die Erich Honecker und zwischen Flughafen und Frauenkirche Dr. Helmut Kohl zujubeln)

29./31.5. W.-Barmen, Bekenntnissynode verabschiedet Barmer (Theologische) Erklärung auf Entwurfsbasis

          des Schweizer Theologen Karl Barth die 10 Thesen gegen die Deutschen (Ev.) Christen und den

          nationalsozialistischen Totalitätsanspruch sind u.a. (1) „Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne u.

          müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch

          noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.“

          (2) „Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens in denen wir nicht Jesus

          Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung u.

          Heiligung durch ihn bedürften.“ (3) „Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt

          ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden welt-

          anschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.“ (4) „Wir verwerfen die falsche Lehre, als

          könne u. dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen

          ausgestattete Führer geben und geben lassen…“ > verfolgte Schüler (>8.3.63/ 2./6.7.71)

07.06. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß zur „Staatsjugendtag"-Einführung, schulfreier Sonnabend „für die

          Erziehung der Schuljugend im nationalsozialistischen Staat“ (HJ-Dienst u.-Schulung, Schulunterricht

          für restl. Schüler, zeitnah: HJ-Vertrauenslehrer-Einführung - für die DDR-Staatsjugend werden FDJ- u.

          Pionier-Nachmittage geschaffen und an den Schulen werden Pionierleiter und FDJ-Sekretär benannt)

          (>19.1.51)  > verfolgte Schüler

16.06. „Der Erbarzt“ (Redakteur Dr. Otmar Freiherr v. Verschuer) ist Beilage zu „Deutsches Ärzteblatt“

17.06. Marburg, Vizekanzler v. Papen‘s u.a. von Edgar Jung verfasste, mit Dr. Goebbel‘s Veröffentlichungs-

          verbot belegte Rede zur deutschen Revolution und „Verwilderung der politischen Sitten“(Dr. Jung wird

          am 23.6. verhaftet u. am 1.7. ermordet, in den Tagen dazwischen ist v. Papen mit Dr. Goebbels beim

          Deutschen Derby!) (>30.6.34/ 25.7.34)

19.06. Berlin, Landgericht unter Dr. Walter Böhmert verurteilt in Abwesenheit die KPD-Parteiselbstschutz-

          mitgl. Friedrich Bröde, Michael Klause, Max Matern, Erich Mielke und Erich Ziemer wg. Mordes an den

          Polizeibeamten Paul Anlauf u. Franz Lenck am 9.8.31 auf dem Bülowplatz im Namen des Deutschen

          Volkes zum Tode, 7 anwesende Angeklagte erhalten Haftstrafen (Mielke u.Ziemer flohen 1931 in die

          UdSSR, andere später) (>26.10.38/ 30.6.46/ 7.2.47/ 8.2.50/ 1.11.57/ 16.11.58/ 19.2.82/ 26.10.93)

22.06. Reichverband der Automobilindustrie u. Dr.-Ing. Ferdinand Porsche GmbH unterzeichnen Vertrag zur

          Konstruktion des Volkswagens,

          „Kunst am Bau“-Erlaß zum Adler mit Hakenkreuz an allen Partei-, Wehrmacht- u. Regierungsbauten

24.06. Berlin, Bischof Bares, Generalvikar Steinmann, Prälat Banasch grüßen Katholikentag mit Hitler-Gruß,

          Gau Koblenz-Trier, Reichsbildungsmin. Dr. Rust vor NSDAP-, HJ- und BDM-FührerInnen u.a. „Ich

          werde nicht dulden, daß in deutschen Schulen Religion und Nationalsozialismus beleidigt werden

          durch den Ruf: Heil unserem Führer Jesus Christus.“  > verfolgte Schüler (>13.8.61)

30.06. Röhm-Affäire/ -„Putsch“/„Nacht der langen Messer“ (in Zusammenarbeit Regierung u. Reichswehr) ist

          Vorwand zum Mord u.a. mit Hilfe der Leibstandarte-SS Adolf Hitler an ca. 85 Menschen (12 davon

          Reichstagsabgeordnete - andere Schätzungen gehen bis ca. 1 000 Menschen, Ernst Röhm’s SA hat

          1934 ca. 4 500 000 Mitgl.) u.a. SA-Stabschef Röhm (von SS-Brigadeführer Theodor Eicke und SS-

          Sturmbannführer Michael Lippert in Stadelheim erschossen) u. 19 höhere SA-Führer u.a. Karl Ernst u.

          Edmund Heines, die Regimekritiker u. Jugendführer Dr. Fritz Beck, Adalbert Probst, Walter Häbich u.

          Dr. Erich Klausener (der Leiter d. Katholischen Aktion wird in seinem Reichsverkehrsministeriumsbüro

          v. SS-Hauptsturmführer Kurt Gildisch erschossen und die Kirche schweigt) als auch Dr. Fritz Gerlich,

          Dr. Edgar Jung, Herbert v. Bose, Reichswehrgenerale a.D. Ferdinand v. Bredow u. Kurt v. Schleicher

          mit Frau (von Gestapo-Beamten ermordet), der bayr. ex-Min.Präs. Gustav v. Kahr, Gregor Strasser,

          Pater Dr. Bernhard Stempfle und „versehentlich“ der Münchner Musikkritiker Dr. Willi Schmidt

          (>1.7.34/ 20.7.34/ 3.8.34/ 13.12.34/ 14.5.57),

          „Extra=Blatt“ „Röhm verhaftet und abgesetzt…Befehl des Obersten SA-Führers Adolf Hitler…Der

          Führer an den neuen Stabschef…Folgende sieben Verräter wurden bereits erschossen…“,

          Reichsmarinewerft Wilhelmshaven, Stapellauf des dritten 16 000 t Panzerschiffes „Admiral Graf Spee“

          (am 17.12.1939 versenkt) in Anwesenheit von Taufpatin Huberta v. Spee (>31.5.37/ 19.12.39),

          Berlin, Dr. Max Winkler’s Cautio Treuhand GmbH kauft Ullstein-Verlag der jüd. dt. Brüder Franz, Hans,

          Hermann, Louis, Rudolf Ullstein unter Wert u. überführt ihn in den NSDAP Franz-Eher-Verlag (>1937)

01.07. Reichspräsident P. v. Hindenburg dankt Reichskanzler A. Hitler für die Mordaktion: „…daß Sie durch

          Ihr entschlossenes Zugreifen und den tapferen Einsatz Ihrer eigenen Person alle hochverräterischen

          Umtriebe im Keim erstickt haben.“ (>2.8.34/ 18.8.34/ 20.1.45/ 1.7.77),

          Reichswehrminister W. v. Blomberg preist Reichskanzler Hitler’s „soldatische Entschlossenheit“,

          „Völkischer Beobachter“ „Die Säuberungs-Aktion des Führers im ganzen Reich durchgeführt!“

03.07. Reichsjustizmin. Dr. Gürtner’s rückwirkendes Gesetz über Maßnahmen der Staatsnotwehr „Die zur

          Niederschlagung hoch- und landesverräterischer Angriffe am 30.Juni, 1. und 2.Juli vollzogenen Maß-

          nahmen sind als Staatsnotwehr rechtens. gez. Adolf Hitler, Dr. Wilhelm Frick“; legalisiert die Morde der

          Röhm-Affaire (der kath. bayr. Justizmin. Dr. Gürtner vereitelte 1923 gegen Recht u. Gesetz die Über-

          stellung Hitlers, Ludendorffs u. anderer Putschisten ans Reichsgericht und setzte sich für die NSDAP-

          Wiederzulassung ein, Dr. Gürtners Referent u. persönl. Beobachter beim Reichstagsbrand-Prozeß

          >21.9.1933, Dr. Hans v. Dohnanyi begleitet am 7.August den Reichsjustizminister zur Beisetzung von

          Reichspräsident v. Hindenburg nach Ostpreußen u. wird noch im Herbst ’34 Leiter des Ministerbüros)

          (>2.8.34/ 14.10.36/ 4.9.38)

04.07. Berlin, Gestapo-Zentrale Prinz-Albrecht-Str., Theodor Eicke wird Inspektor der Konzentrationslager u.

          Führer der SS-Totenkopfwachverbände (Zitat: „Es gibt nur eines, was Gültigkeit hat: der Befehl.“)

05.07. Gesetz über die Umwandlung von Kapitalgesellschaften (Steuerprivileg bei Wandlung von anonymer

          Kapital- in Personengesellschaft; NS-Ziele u.a. Einheit von Haftung und Herrschaft) (>12.11.56)

13.07. Reichstag, Reichskanzler Hitler zur Röhm-Affaire: „In dieser Stunde war ich verantwortlich für das

          Schicksal der deutschen Nation und damit des deutschen Volkes oberster Gerichtsherr." (>30.1.1948)

    07. Albert Derichsweiler wird Reichsführer Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund/NSDStB

14.07. Berlin, Preußenhaus, Vorstellung und Vereidigung der zum Zeitpunkt 32 Volksgerichtshofs-Mitglieder,

          Präsident wird Dr. Fritz Rehn, Senatsvorsitzende werden Wilhelm Bruner und Dr. Eduard Springmann,

          Anklagevertreter werden der durch seine Ermittlungen in den Luxemburg- /Liebknecht-Mordfällen ein-

          schlägig bekannte ex-Reichsanwalt -seit 1933 NSDAP-Mitgl.- Paul Jorns sowie Oberstaatsanwälte Dr.

          Felix Parrisius und Wilhelm Eichler. Gäste sind u.a. Reichsjustizmin Dr. Franz Gürtner, Reichsrechts-

          führer Dr. Hans Frank, Reichsgerichtspräsident Dr. Erwin Bumke, Oberreichsanwalt Dr. Paul Werner,

          Reichsverkehrsmin. Paul v. Eltz-Rübenach, Reichsführer SS Heinrich Himmler u. Staatssekr. Gottfried

          Feder, Dr. Roland Freisler u. Erhard Milch (>2.8.34/ 18.2.35/ 18.4.36/ 20.5.42/ 17.4.47/ 21.10.86)

15.07. Nürburgring, mit Unterstützung des Führers der Deutschen wird beim Großen Preis v. Deutschland

          ein deutscher Sieg mit einem deutschen Auto-Union-Rennwagen vom deutschen Fahrer Hans Stuck

          errungen (Zitat: „Heil unserem Führer.“)

17.07. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Weisung betr. Entzug des Doktor-Titels („Tragens eines deutschen

          akademischen Grades unwürdig.“ u.a. bei Ausbürgerung, Devisenvergehen, Rassenschande und

          Homosexualität) (>3.10.38/ 7.6.39/ 11.5.51/ 6.9.56/ 19.4.58)

18.07. Universität Hamburg, Promotion des Rechtsanwalts Gert Bucerius (1946 Lizentiat „Die Zeit“ >21.3.46)

20.07. „Deutsche Justiz, Rechtspflege und Rechtspolitik - Amtliches Organ des Reichsministers der Justiz,

          des Preußischen Justizministers und des Bayerischen Justizministers“ veröffentlicht Reichsminister

          Dr. Franz Gürtner’s Aufruf „An die deutschen Justizbehörden“ über die „Niederschlagung der hoch- u.

          landesverräterischen Angriffe auf die Volksgemeinschaft vom 30.Juni, 1.Juli und 2.Juli 1934…“,

          SS (1925 als Hitlers Leibgarde gegründet) wird „im Hinblick auf die großen Verdienste, besonders im

          Zusammenhang mit den Ereignissen des 30.Juni 1934“ zur selbständigen Organisation in der NSDAP.

          (SS-Eid: „Ich schwöre Dir, Adolf Hitler, als Führer und Kanzler des Reiches, Treue und Tapferkeit. Ich

          gelobe Dir u. den von Dir bestimmten Vorgesetzten Gehorsam bis in den Tod so wahr mir Gott helfe.“)

24.07. „Westdeutscher Beobachter“ „Wenn die Völker in Eintracht leben wollen, muß der Jude sterben.“

25.07. Österreich; Wien, Bundeskanzler Dr. E. Dollfuß wird bei Putsch-Versuch von SS-Standarte-89-Mitgl.

          in österreich. Uniformen erschossen, Minister werden gefangen genommen, wg. Putschistenkontakten

          wird der deutsche Botschafter Dr. Kurt Rieth am 16.8. durch Hitler’s Außerordentlichen Gesandten und

          kath. ex-Vizekanzler v. Papen ersetzt (nach Österreichs Anschluß erhält der parteilose v. Papen das

          Goldene NSDAP Parteiabzeichen) (>7.8.34/ 11.7.36/ 11./12.3.38/ 17.4.39/ 24.2.47)

01.08. Reichsgesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches (Ämtervereinigung, verletzt sog.

          Ermächtigungsgesetz, daß Unantastbarkeit der Rechte des Reichspräs. garantiert)(>19.8.34/ 12.9.60),

          Reichsbankpräs. Dr. Hjalmar Schacht wird entgegen vom Reichsbankgesetz festgelegter Unabhängig-

          keit nach Dr. Kurt Schmitt’s Erkrankung Reichswirtschaftsminister (Dr. Schmitt wird 1946 als

          „Hauptschuldiger“ entnazifiziert, später wird der Minister nur „Mitläufer“) (>16.10.34/ 4.2.38)

02.08. Reichspräsident v. Hindenburg stirbt, Hitler ist Staatsoberhaupt und verzichtet per Erlaß auf den Titel

          „Reichspräsident“ da „die Größe des Dahingeschiedenen…dem Titel…einmalige Bedeutung gegeben“

          habe (das Büro des Reichspräsidenten wird Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers u. bleibt

          unter Staatssekretär Dr. jur. Otto Meißner, der nun nach F. Ebert (SPD), P. v. Hindenburg (parteilos)

          auch A. Hitler (NSDAP) „hingebungsvoll“ dient, er wird Mitglied der Akademie für Deutsches Recht,

          1937 Staatsminister, erhält wie andere NS-Minister, -Staatssekretäre, -Juristen und -Militärs später

          substantielle monatliche Sonderzahlungen u. 1945 zum 65.Geburtstag eine persönliche RM 100 000-

          Hitler-Dotation, wird 1947 im Ministerprozeß angeklagt und freigesprochen) (>7.9.60/ 12.9.60),

          „Völkischer Beobachter“ „Die ersten Urteile des Volksgerichtshofes…Während der Landesverrats-

          senat unter Ausschluß der Öffentlichkeit tagte, hatten sich bei den beiden Hochverratssenaten zwei

          Kommunisten wg. Vorbereitung zum Hochverrat zu verantworten…Max Theiß…wurde zu einem Jahr,

          neun Monaten Zuchthaus und…Johann Brinkheger…zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.“

03.08. Reichswehrmin. W. v. Blomberg befiehlt Vereidigung der Reichswehr (100 000 Berufssoldaten u. ca.

          4 000 Offiziere) auf Reichskanzler Hitler „Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer

          des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht unbedingten

          Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben

          einzusetzen.“ (>20.8.34/ 9.11.35/ 24.1.38/ 5.9.38/ 16.10.43)

3./5.8. Frankfurt/M., Reichstagung des 1929 gegründeten Nationalsozialistischen Lehrerbundes NSLB, vor

          tausenden Teilnehmern sprechen u.a. Reichsbildungsmin. Dr. Rust und NSLB-Gründer Hans Schemm

04.08. UdSSR; Moskau, „Offener Brief an alle ehemalig. Mitglieder der Sozialdemokrat. ArbeiterJugend“ des

          vom SPD-Mitgl. zum à la UdSSR-„Rätedeutschland“-Kämpfer gewandelten KPD-Vors. Wilhelm Pieck

07.08. Gesetz über die Gewährung von Straffreiheit (>23.4.36/ 11.11.49/ 31.12.49),

          Vizekanzler v. Papens offizielle Amtsenthebung u. Ernennung als Außerordentlicher Gesandter,

          deutsches Nationaldenkmal Tannenberg/Ostpreußen; Reichspräs. Paul v. Hindenburg’s Beissetzung

09.08. Berlin, Deutsche Ev. Nationalsynode verabschiedet mit großer Mehrheit mehrere Kirchengesetze u.a.

          das ev. Kirchengesetz über den Diensteid der Geistlichen und Beamten: „Ich, NN, schwöre einen Eid

          zu Gott dem Allwissenden und Heiligen, daß ich als ein berufener Diener im Amt der Verkündigung

          sowohl in meinem gegenwärtigen wie in jedem anderen geistlichen Amte, so wie es einem Diener des

          Evangeliums in der Dt. Ev. Kirche geziemt, dem Führer des Deutschen Volkes u. Staates Adolf Hitler

          treu u. gehorsam sein…für das deutsche Volk mit jedem Opfer u. jedem Dienst…mich einsetzen…daß

          ich die mir anvertrauten Pflichten des geistlichen Amts gemäß den Ordnungen der Dt. Ev. Kirche…

          gewissenhaft wahrnehmen…daß ich als rechter Verkündiger u. Seelsorger allezeit der Gemeinde…mit

          allen meinen Kräften in Treue und Liebe dienen werde. So wahr mir Gott helfe!“ (>19.10.45/ 2./6.7.71)

17.8./1.9. UdSSR; Moskau, Allunionskongreß sowjet. Schriftsteller erklärt „sozialistischen Realismus“ zur

          Grundlage sowjet. Kunst und Kultur (deutsche Teilnehmer u.a. Johannes R. Becher, Oskar Graf,

          Egon Kisch, Klaus Mann, Ernst Toller und Friedrich Wolf) (>15./17.3.51)

18.08. Radioappell des Reichspräsidentensohnes Oberst Oskar von Hindenburg u.a. „Mein nunmehr

          verewigter Vater selbst hat in Adolf Hitler seinen unmittelbaren Nachfolger als Oberhaupt des

          deutschen Reiches gesehen und ich handle in Übereinstimmung mit meines Vaters Absicht, wenn

          ich alle deutschen Männer und Frauen aufrufe, für die Übergabe des Amtes meines Vaters an den

          Führer und Reichskanzler zu stimmen.“,

          „Völkischer Beobachter“ „Aufruf der Kulturschaffenden: ,Wir glauben an diesen Führer, der unseren

          heißen Wunsch nach Eintracht erfüllt hat…Der Führer hat uns aufgefordert im Vertrauen und Treue zu

          ihm zu stehen. Niemand von uns wird fehlen wenn es gilt, das zu bekunden.“ (gez. u.a. Bildhauer und

          Schriftsteller Ernst Barlach, Dirigent Wilhelm Furtwängler, Graphiker Erich Heckel, Maler Emil Nolde,

          Dramaturg Hanns Johst, Bildhauer Georg Kolbe, Dichterin Agnes Miegel, Komponist Hans Pfitzner,

          Historiker Wilhelm Pinder, Architekt Ludwig Mies van der Rohe, Komponist Richard Strauss,

          Intendant Heinz Tietjen) (>25.6.45/ 11./13.12.81)

19.08. nachträgl. Volksbefragung zum bereits vollzogenen Gesetz über die Zusammenlegung der Ämter und

          Machtbefugnisse von Reichspräsident und Reichskanzler (Frage: „Stimmst Du, deutscher Mann, und

          Du, deutsche Frau, der in diesem Gesetz getroffenen Regelung zu? Das ganze Volk beantwortet

          diese Frage mit einem einstimmigen JA“; Motto: „Ja! Führer wir folgen Dir!“ und 90% aller gültigen

          Stimmen = JA) (>26.3.68)

20.08. Gesetz über die Vereidigung der Beamten und der Soldaten der Wehrmacht (Beamten-Eidesformel

          mit religiöser Eid-Bindung: „Ich schwöre: Ich werde dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes

          Adolf Hitler treu und gehorsam sein, die Gesetze beachten und meine Amtspflichten gewissenhaft

          erfüllen, so wahr mir Gott helfe." (>26.1.37/ 11.5.51) (einer der wenigen Eidverweigerer ist der ev.

          Pfarrersohn und Staatsanwalt Dr. Martin Gauger, er schreibt: „Nach sorgfältiger Prüfung sehe ich mich

          gewissenshalber außerstande den Treueeid auf den Reichskanzler u. Führer Adolf Hitler zu leisten,

          wie ihn das Reichsgesetz vom 20.8.1934 von allen Beamten verlangt.“, er wird aus dem Staatsdienst

          entlassen und wird Jurist für die ev. Kirche, verweigert 1940 den Wehrdienst, flieht in die Niederlande,

          ist ab 12.6.41 im KZ Buchenwald, die ev. Landesbischöfe Hans Meiser und Theophil Wurm lehnen es

          ab sich für M. G. einzusetzen, am 14.7.41 wird M. G. mit 92 Mithäftlingen in die Euthanasieanstalt

          Pirna/Sonnenstein gebracht und am 15.7.41 ermordet) (Major Hermann Foertsch verfasst neue

          Wehrmacht-Eidesformel >9.11.35/ 1.9.39/ 15.7.43/ 16.10.43/ 9.10.50)

21.08. „Befreiung“ nichtarischer Schüler vom nationalpolitischen Unterricht an Sonnabenden,

          „Nationalsozialistische Erziehung“ (Jahrgang 1934, S.32) Prof. Dr. Ernst Storm u.a. „dem Hochschul-

          lehrerstand ist zu wünschen, daß sich im neuen Jahr der Dozent neben dem Arbeiter und Studenten

          in die SA einreiht. Das darf aber nicht auf Einzelfälle beschränkt bleiben, in die SA gehört jeder rüstige

          Dozent. Er als berufenster Jugendführer findet er dort das beste Wirkungsfeld für den Ausbau des

          Dritten Reiches...Für jeden deutschen Dozenten sollten der oberste SA-Führer und sein Stabschef die

          Vorbilder sein, damit der volksfremde deutsche Gelehrte bald der Vergangenheit angehört.“ (1934 hat

          die SA ca. 4 200 000 Mitglieder)

25.08. Berlin, Internationaler Hauswirtschaftskongreß, Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink u.a. „Die

          dt. Frau…muß arbeiten können, geistig und körperlich gesung sein…sie muß so sein, daß sie alles

          was von ihr gefordert wird, gern tut.“ (>13.6.1940)

27.08. Oberregierungsrat Dr. jur. Hans Globke unterzeichnet, wie Hunderttausende beamtete, später 131er 

          genannte Staatsdiener, in diesen Tagen die für Personal-Akten bestimmte Vereidigungsbestätigung

          für den neuen Beamten-Diensteid u. Treuegelöbnis auf den Führer des Deutschen Reiches u. Volkes:

          „Ich schwöre: Ich werde dem Führer des Dt. Reiches, Adolf Hitler, treu u. gehorsam sein, die Gesetze

          beachten u. seine Amtspflichten gewissenhaft erfüllen, so wahr mir GOTT helfe“ (>18.1.46/ 11.5.51)

4./10.9. Nürnberg, NSDAP-Reichsparteitag ,Triumph des Willens’, A. Hitler vor 200 000 NSDAP-Genossen:

          „In den nächsten 1 000 Jahren findet in Deutschland keine Revolution mehr statt.“ (>17.12.60), über

          Aufgaben der Hitler-Jugend: „Wir wollen, daß dieses Volk treu ist…ihr müsst diese Treue lernen. Wir

          wollen, daß dieses Volk gehorsam ist…ihr müsst Gehorsam üben…ihr könnt nicht anders sein als mit

          uns verbunden…ihr schließt euch den Kolonnen an und wir wissen alle: vor uns liegt Deutschland, in

          uns marschiert Deutschland u. hinter uns kommt Deutschland!“ > verfolgte Schüler; NSDAP-Reichs-

          leiter Rudolf Heß proklamiert „Die Partei ist Hitler, Hitler aber ist Deutschland und Deutschland ist

          Hitler, Heil Hitler! Sieg Heil! Sieg Heil Hitler!“ 50 000 Reichsarbeitsdienst’ler mit blitzenden Spaten im

          Stechschritt rufen im Chor „Ein Volk, ein Führer! Nichts für den Einzelnen! Alles für Deutschland! Heil

          Hitler!“ Ehrengast ist u.a. Boxidol Max Schmeling, Leni Riefenstahl dreht ihren 2.NSDAP-Parteitagsfilm

16.09. „Evangelium im Dritten Reich - Kirchenzeitung der ev. Nationalsozialisten“ „Der Reichsbischof und Dr.

          Kinder in Nürnberg“ (Konsistorialrat Dr. Christian Kinder, NSDAP, ist Deutsche Christen-Reichsleiter)

          („Die Deutschen Christen sind die SA Jesu Christi“/Ein Volk, ein Reich, ein Glaube)(>13.11.33/ 6.5.39)

24.09. Reichswehrmin. W. v. Blomberg’s Verordnung zur Aufstellung der SS-Verfügungstruppe (ab 14.12.34

          werden Politische Bereitschaften der SS mit Leibstandarte A. Hitler zu SS-Verfügungstruppe vereinigt

          und vom späteren SS-Oberstgruppenführer Paul Hausser ausgebildet) (>17.8.38/ 1.5.55/ 15.12.67)

07.10. in- und ausländische Zeugen Jehovas schicken ca. 20 000 Protestbriefe und –telegramme an Reichs-

          regierung mit denen gegen deren Behandlung im Deutschen Reich protestiert wird (>10.7.50)

09.10. Frankreich; Marseille, bei Attentat werden der jugoslaw. König Alexander I. und der franz.. Außenmin.

          Jean Barthou getötet (Ustascha-Gründer Dr. jur. Ante Pavelic - wg. einer jugoslaw. Todesstrafe im ital.

          Exil - wird als „Drahtzieher“ in Frankreich in absentia zum Tode verurteilt) (>10.4.41/ 18.5.41)

16.10. Kodifikation d. Reichssteuergesetze (u.a. Kapitalverkehrs-, Körperschafts-, Umsatzsteuer; Einführung

          der Absetzbarkeit von Schmiergeldern als Betriebsaufwendung: fördert 65 Jahre Korruption)(>27.2.91/

          27.6.2001)

    10. Gestapo-Amt, Gründung „Sonderdezernat Homosexualität“ unter KripoKommissar Gerhard Kanthack

          (im Reichkriminalpolizeiamt RKPA gibt es 1937 die Reichzentrale zur Bekämpfung der Homosexualität

          und Abtreibung V B 3 d, ca. 2 500 Homosexuelle werden im Dritten Reich zwangskastriert, ca. 15 000

          werden in KZ’s getötet) (>22.5.35/ 10.10.36/ 13.12.36),

          China; Rückzug („langer Marsch“) von ca. 100 000 kommunist. Truppen u. Parteigenossen (>18.7.38)

24.10. Verordnung über die Deutsche ArbeitsFront (Organisation der „schaffenden Deutschen der Stirn und

          der Faust“ – Zusammenschluß ehemaliger Gewerkschaften u. der Unternehmerverbände) (>10.10.46)

26.10. Gründung Braunkohle-Benzin AG BRABAG zur synth. Benzinherstellung (>1935/ 12.5.44/ 12.11.44)

01.11. Zusammenlegung v. Reichsinnenministerium und Preuß. Ministerium des Innern,

03.11. 3. Ausbürgerungsliste u.a. mit Dr. Alfred Kantorowicz, Klaus Mann, Dr. Otto Strasser, Bodo Uhse,

          Erich Weinert (>03.1946/ 17.6.56)

05.11. Berlin, NSDAP-Reichsjugendführer Baldur v. Schirach u.a. „Wir können von dem Prinzip nicht ab-

          gehen, daß alle Jugend zu uns gehört! Dieses Ziel werden wir unerbittlich im Auge behalten, und wir

          werden jeden Widerstand niederwerfen.“ > verfolgte Schüler (>1.10.48),

          Leipzig, Oberbürgermeister Dr. Carl Goerdeler wird Reichskommissar für Preisüberwachung (>8.9.44)

08.11. München, Bürgerbräukeller, Reichskanzler Hitler überreicht der DRK- und SS-Fürsorgeschwester

          Eleonora Pia Bauer den NSDAP-Blutorden für Helden des 9.November 1923 (NSDAP-Mitgl. Pia wird

          NS-Schwesternschaft-Ehrenoberin, Sohn Wilhelm B. ist Verlagsleiter im NSDAP Franz Eher-Verlag,

          wird Präsidialrat und Vizepräs. der Reichsschrifttumskammer. Schwester Pia wird 1949 zu 10 Jahren

          Arbeitslager verurteilt und 1950 aus gesundheitl. Gründen freigelassen, sie stirbt 1981),

          Schweiz; National- u. Ständerat verabschieden Bankengesetz (kodifiziert das Bankkundengeheimnis

          anders als im Dt. Reich u. von dt. Devisenschutzkommando-„Kavallerie“ besetzten Ländern)(>5.12.34/

          26.4.38/ 26.8.38/ 9.11.38/ 15.11.38/ 18.11.38/ 21.11.38/ 3.12.38/ 12.5.39/ 8.10.39/ 19.10.39/ 15.1.40/

          24.1.40/ 23.5.40/ 30.7.40/ 22.1.40/ 12.3.41/ 05.1941/ 29.5.41/ 18.10.41/ 26.5.42/ 4./7.4.45/ 13.5.61)

09.11. Rundbrief 1 der Bekennenden Kirche: „Nach in Oeynhausen vorliegenden Berichten sind von den

          Kirchenbehörden der Deutschen Evangelischen Kirche insgesamt 942 Maßregelungen von Pfarrern

          und Kirchenbeamten erfolgt...Disziplinarverfahren 88, Suspensionen, Beurlaubungen usw. 184“

    11. „Aufruf des Zentralkomitees der KPD an die christlichen Werktätigen Deutschlands - …Christliche

          Volksgenossen! Die Faschisten die Eure Priester verfolgen, die Euch Jungkatholiken knebeln und

          fesseln, hetzen Euch auf gegen uns…Das Zentralkomitee der KPD erklärt hiermit: Wir Kommunisten

          werden niemals euren religiösen Glauben verhöhnen und verspotten. Wir sichern euch vollste

          Glaubens- und Gewissensfreiheit zu…Wir werden keinerlei Einrichtung die eurem Glauben, die eurer

          Religion dient, antasten oder einschränken. Im kommenden sozialistischen Deutschland ist für jeden

          Platz der aufrichtig am Aufbau des Sozialismus mithilft…Für Glaubens- und Gewissensfreiheit!...

          Nieder mit dem Glaubens- und Gewissensterror!...“ (>7.8.1935)  >verfolgte Schüler,

          Reichsausschuß für Volksgesundheitsdienst bei Dr. jur. Wilhelm Frick’s Reichsinnenmin. veröffentlicht

          die von Dr. med. Fritz Heinsius mit dem Reichsgesundheitsamt u. Rassenpolitischen Amt der NSDAP

          aufgestellten „Zehn Gebote für die Gattenwahl“: „1. Gedenke, daß Du ein Deutscher bist 2. Du sollst,

          wenn Du erbgesund bist, nicht ehelos bleiben 3. Halte deinen Körper rein 4. Du sollst Geist und Seele

          rein erhalten 5. Wähle als Deutscher nur einen Gatten gleichen oder nordischen Blutes 6. Bei der

          Wahl deines Gatten frage nach seinen Vorfahren 7. Gesundheit ist Voraussetzung auch für äußere

          Schönheit 8. Heirate nur aus Liebe 9. Suche dir keinen Gespielen, sondern einen Gefährten für die

          Ehe 10. Der Sinn der Ehe liegt in gesunder Nachkommenschaft“ (>30.1.35/ 28.5.35/ 10./16.9.35),

          Reichskulturkammer-Vizepräs. Dr. jur. Walther Funk vor Reichsmusikkammer u.a. „Zu den Aufgaben

          der geistigen Einwirkung auf die Nation gehört auch die Kunst, denn diese ist für die Staatspolitik ein

          unentbehrlicher Teil der Propaganda. Durch die Kunst und in der Kunst vollzieht sich eine geistige

          Beeinflussung des Volkes, die der Staat lenken, formen u. mit Gehalt erfüllen muß.“ (>4.2.38/ 24.4.59)

11.11. Hannover, Kundgebung d. Deutschen Forschungsgemeinschaft, Nobelpreisträger und Präsident der

          Physikalisch-Technischen Reichsanstalt Parteigenosse Prof. Dr. Johannes Stark sagt u.a.: „Wir dt.

          Forscher bewundern die Genialität, mit der unser großer Führer Adolf Hitler die Bedeutung sowohl der

          naturwissenschaftl. wie der geisteswissenschaftl. Forschung erkannt hat…Wir deutschen Forscher

          stellen uns nicht abseits vom nationalsozialistischen Dienst am Volk…Gemeinsam mit der NSDAP

          huldigen wir heute öffentlich dem Gönner und Förderer der Dt. Forschung Adolf Hitler.“ (>12./14.5.37),

          Stuttgart, hunderte Tübinger Theologiestudenten grüssen ev. Bischof Theophil Wurm mit „Hitler-Gruß“

12.11. Reichsjugendführung gibt zum Langemarck-Gedenktag („1914 stürmten junge dt. kriegsfreiwillige

          Regimenter unter Gesang des Deutschlandliedes die feindlichen Stellungen“) das Langemarck-

          Stipendium für NS-Arbeiter- und Bauernkinder-Vorstudienlehrgänge bis zum Abitur bekannt (ein

          Langemarck-Abiturient ist Heinz Felfe, NS-Schülerbund, 1931 Hitler-Jugend, 1936 NSDAP/SS, 1937-

          39 NSDAP-Gauleitung Sachsen, 1939 Wehrdienst, 1940-41 Langemarck-Stipendium, Jura-Studium

          abgebrochen, Kriminalkommissar-Lehrgang, 1943-44 Ref. Leiter Reichssicherheitshauptamt, 3.3.45

          Flucht aus Berlin, 1947-49 Jura-Studium Bonn, Dipl.-Jurist, 1949 KGB, 1951 Organisation Gehlen,

          1958 Ref. Leiter Bundesnachrichtendienst, am 6.11.1961 wird Regierungsrat Felfe verhaftet, 1963 im

          Namen des Volkes zu 14 Jahren Haft verurteilt, 1969 in Herleshausen gegen 21 Häftlinge u. Spione

          aus der DDR u. UdSSR ausgetauscht) (>30.3.36/ 1.7.46/ 3.1.51/ 30.4.53/ 10.6.59/ 23.7.63/ 14.2.69)

15.11. Braunschweig, im Grußwort an seine Pfarrerschaft u. Gemeinden erklärt der neu zum Landesbischof

          gewählte Pfarrersohn Helmuth Johnsen „Jeder im Lande soll wissen, daß ich bewußter Lutheraner

          bin…Jeder im Lande soll wissen, daß ich Nationalsozialist bin.“ (>1.7.58)

22.11. Freie Stadt Danzig, die nationalsozialistische Volkstagsfraktion spricht NSDAP-Senatspräsident Dr.

          Hermann Rauschning wg. Differenzen mit NSDAP-Gauleiter Forster ihr Misstrauen aus (Dr. R. tritt

          am 24.11. zurück, flüchtet 04.1935 über Polen in die Schweiz, hier 1940 Autor „Gespräche mit Hitler“,

          lebt ab 1948 in den USA, 1954 temporäre Rückkehr in die BRD) (>1.3.37/ 23.10.37/ 18.6.39/ 11.1.56)

27.11. Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der dt.

          Wirtschaft führt zur Reichswirtschaftskammer-Gründung unter NSDAP-Mitgl. Albert Pietzsch mit 18

          provinziellen Wirtschaftskammern, geführt u.a. von Karl Bollmeyer, Erwin Fengler, Otto Fitzner, Ewald

          Hecker, Bodo Karcher, Fritz Kiehm, Walter Köhler, Carl Lüer, Friedrich Reinhart, Heinrich Ries, Kurt

          v. Schröder, Reinhold Thiel, Borbet v. Thyssen, Karl Zucker u. Wilhelm Wohlfahrt; der Reichsgruppen

          der Wirtschaft: Industrie, Handel, Banken, Versicherung, Energiewirtschaft u. Handwerk mit dutzenden

          Wirtschaftsgruppen, hunderten Fach- und Fachuntergruppen. Gründung „Reichsgruppe Industrie“

          (zentrale Unternehmerorganisation u. - interessenvertretung geleitet Flick-Direktor Ernst Tengelmann -

          später Gottfried Dierig, ab 1938-45 von NSDAP-/SS-Mitgl., Mannesmann-Direktor u. Wehrwirtschafts-

          führer, Dr. Wilhelm Zangen - die RGI definiert ab 1939 Kriegsziele deutscher Industrie wie Arisierung,

          Ausschaltung u. Übernahme von Konkurrenten. Dr. W. Zangen’s Assistent wird NSDAP-Mitgl. Dr.

          Ernst Wolf Mommsen, Stellvertreter wird Salzdetfurth-Generaldirektor Rudolf Stahl u. Hauptgeschäfts-

          führer wird Dr. Karl Guth, Schwager von Dr. Ludwig Erhard - Mitarbeiter, später Leiter vom RGI-

          finanzierten „Institut für Wirtschaftsbeobachtung“ - 1944 Autor der Denkschrift „Kriegsfinanzierung und

          Schuldenkonsolidierung“ und Teilnehmer im „Kleinen Sachverständigenkreis“ der RGI zu dem die o.g.

          sowie Dr. Anton Reithinger (IG Farben), Günter Kaiser (Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe), Dr.

          Karl Albrecht (RGI-Außenwirtschaftsexperte), Paul Binder (RGI-Steuerexperte) u. Ferdinand Grüning

          (Reichswirtschaftskammer) zählen und der vorteilhafte Lösungsvorschläge zur Bearbeitung wirtschaft-

          licher Nachkriegsprobleme vom Standpunkt der Industrie definiert. Vom „Kleinen Sachverständigen-

          kreis“ informiert werden u.a. Friedrich Flick, Philipp Reemstma, Dr. Heinrich Dinkelbach (Vereinigte

          Stahlwerke), Dr. Fritz Jessen (Siemens), Dr. Hermann Schmitz (IG Farben), Oswald Rösler (Deutsche

          Bank) u. Carl Goetz (Dresdner Bank). Dr. Erhard scheitert nach einem Jahr am >21.12.46 als bayr.

          Wirtschaftsminister, betreut dann die „Währungsreform“-Vorbereitung, wird 1949 Bundeswirtschafts-

          minister und 1963 Bundeskanzler. 1934-57 ist Dr. Zangen Mannesmann-Direktor, wird 1940-45 Chef

          tausender Zwangsarbeiter, 1941 Autor „Der Kriegseinsatz der deutschen Industrie“, erhält 1956 das

          Bundesverdienstkreuz-Träger u. ist bis 1966 Mannesmann-Aufsichtsratsvorsitz.) (>25.7.36/ 10.12.37/

          1.9.40/ 18.8.43/ 22.10.45/ 20.6.48/ 12.11.48/ 10.6.49/ 10.7.63/ 15.10.63/ 1.10.66/ 4.2.2000)

05.12. Zweites Gesetz zur Überleitung der Rechtspflege auf das Reich (>24.1.35),

          Gesetz über das Kreditwesen führt u.a. zur Reichsbank-Bankenaufsicht und zur Zwangsabgabe

          privater Gold- und Devisenbestände (>03.1938/ 22.1.40/ 27.9.41/ 7.2.56)

13.12. Gesetz über den Ausgleich bürgerlich-rechtlicher Ansprüche (befreit NSDAP-Genossen von finanziell.

          Haftung für Sach- u. Personenschäden während der „Erhebung“ bis einschl. 2.8.34)

14.12. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s Erlaß betreffend Flaggenehrung bei Schulbeginn u. Schulschluß(>5.8.57)

          zeitgenössisches deutsches Liedgut:

          „Wir sind die fröhliche Hitlerjugend, wir brauchen keine christliche Tugend,

           denn unser Führer ist Adolf Hitler, ist unser Erlöser, unser Vermittler…

           Die Kirche kann mir gestohlen werden, das Hakenkreuz macht uns selig auf Erden,

           ihm folge ich auf Schritt und Tritt, Baldur von Schirach nimm mich mit.“  > verfolgte Schüler

20.12. Reichsgesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei u. zum Schutz der Parteiuniformen,

          Propaganda-Losung in 1934 „Führer befiel, wir folgen. Alle sagen ja“,

          Reichskanzler Hitler übergibt seiner Gönnerin, der Mehrheitsaktionärin der Bechstein-Pianoforte AG

          Helene Bechstein das Goldenen Ehrenzeichen der NSDAP (es wird berichtet, daß Fr. Bechstein ihr

          „Ehrenzeichen“ auch nach 1945 weiterhin verdeckt trug)

26.12. Schreiben von Fr. Winifred Wagner (Witwe Siegfried Wagners und Schwiegertochter Richard W.)

          „Mein lieber, lieber Freund und Führer! Die Freude, die Du mir mit Deinem Bild gemacht hast läßt sich

          gar nicht in Worte fassen...Durch nichts hättest Du mir eine größere Freude machen können, als durch

          dieses Wundergeschenk...Hab‘ unendlichen Dank, Du Spender solch‘ namenloser Freude!

          In treuer Freundschaft Deine Winnie“ (>14.6.37/ 20.4.39/ 9.11.39/ 29.5.61/ 9.10.64/ 1975)

31.12. in 1934 wurden 79 Todesurteile, z.T. mit einem Handbeil vollstreckt, die NSDAP hat ca. 2 494 000

          Genossen, die Hitler-Jugend hat ca. 3 600 000 Mitglieder  > verfolgte Schüler, NS-Frauenschaft hat

          ca. 1 500 000 Mitgl., in Deutschland gibt es ein Kfz/100 Einwohner, in Frankreich ein Kfz/28 Ein-

          wohner, in USA ein Kfz/6 Einwohner (>26.5.1938)

1935

          „Jahr der Leibesertüchtigung“ („Reichssportwettkampf“ und „Sportabzeichen“),

          Friedrich Brandstetters u. Julius Klinkhardts „Fähnlein-Fibel“ erscheint (Zitat: „Der Führer kommt!

          Hurra! Schulfrei! Jubelnd kommt Fritz heim. Aber er legt nur seine Schulsachen hin. Dann jagt er

          wieder fort. Wohin? Zum Rathaus eilt er, denn da ist heute der Führer zu sehen. In der Stadt ist viel

          Leben. Von allen Häusern flattern die Fahnen. Die Straßen sind voller Menschen…Sie stehen auf

          Leitern und Stühlen, sie sitzen in den Bäumen, sie klammern sich an Laternenpfählen…“) (>9.10.64),

          General Erich Ludendorffs Buch „Der totale Krieg“ erscheint in 1.Auflage,

          Reichsjugendführung-Presse- und Propagandachef Erich Fischers Hitler-Jugend Handbuch „Die junge

          Kameradschaft“ erscheint (Hitler-Jugend-Zeitschrift „Junge Welt“-Hauptschriftleiter Herbert Reinecker,

          1954 Deutscher Filmpreis der Bundesregierung, Autor der ZDF-Serien „Derrick“ u. „Der Kommissar“)

          beschreibt darin die „Fahnenweihe in der Marienburg“ (>20.4.1936/ 12.2.1947/ 26.10.1962),

          HJ-„Jahr der Leibesertüchtigung“ („Reichssportwettkampf“ und „Sportabzeichen“),

          der Keppler-Kreis wird „Freundeskreis Reichsführer SS“ (Mitglieder sind u.a. Braunkohle-Benzin AG’s

          Fritz Kranefuß, der Reichbankbeirat, spätere Bundesbankpräsident und International Monetary Fond-

          Gouvernor Dr. Karl Blessing, IG Farben-Vorstand u. spätere Bundesverdienstkreuzträger Dr. Heinrich

          Bütefisch, der spätere reichste Bundesdeutsche Friedrich Flick, das International Olympic Committee-

          und NSDAP-Genosse und späterer BRD-NOK-Präsident Dr. Karl Ferdinand Ritter v. Halt, der Bankier

          Kurt Freiherr v. Schröder, der Unternehmer Karl Friedrich Otto Wolff und der Puddingkönig Dr. August

          Oetker, das jährl. Spendenaufkommen beträgt ca. RM 1 000 000) (>13.9.36),

          Fürth, Gustav Schickedanz (NSDAP-Mitgl. 1 355 993/ „christliches“ Versandhaus Quelle-Eigner) hat

          die Arisierung der als „Camelia-Juden“ diffamierten und nach Großbritannien emigrierten Vereinigte

          Papierwerke AG Nürnberg-Eigner Emil u. Oskar Rosenfelder günstig abgeschlossen, er verkauft u.a.

          Hitler-Portraits fur RM 0,90, wird NSDAP-Stadtrat, 1945-48 in Haft, zahlt 1951 den Rosenfelder-Erben

          DM 1 600 000 Entschädigung,.als der ,Versandhauskönig’ 1977 stirbt hat Quelle ca. DM 8000000000

          Umsatz - ca. DM 1 000 000 000 durch die Vereinigte Papierwerke Schickedanz&Co., Procter&Gamble

          zahlt 1994 für den „Tempo“ und „Camelia“-Hersteller Vereinigte Papierwerke ca. DM 1 000 000 000)

01.01. Berlin; Dr. jur. Friedrich Ernst wird Reichkommissar für das Kreditwesen (1940-41 Reichskommissar

          für die Behandlung feindlichen Vermögens) (>3.11.39/ 15.1.40/ 24.3.52)

02.01. Berlin, Reichskriegsministerium, Kapitän Wilhelm Canaris ist militärischer Geheimdienst-Chef (ab ’39

          „Amt Ausland/ Abwehr“ u.a. mit Auslandsspionage-, Spionageabwehr-, Sabotage- u. den Kommando-

          verband-Gruppen „Baulehrkompanie 800 z.b.V./ Lehrregiment z.b.V. 800/ Division Brandenburg“ und

          wird ab 02.1944 in das RSHA integriert) (>15.4.38/ 10.1940/ 29.6.41/ 29.9.42/ 18.10.42/ 5.4.45),

          Stuttgart, Verhaftung von KPO-Mitgl. Willi Bleicher (1936 wg. Vorbereitung zum Hochverrat vom OLG

          im Namen des Volkes zu 2½ Jahren Haft verurteilt, danach ins KZ Buchenwald deportiert wo er mit

          anderen das jüd. Kind Stefan Jerzy Zweig rettet) (>3.3.41/ 11.4.45/ 8.5.45/ 1950/ 19.4./7.5.63)

03.01. Staatsoper Berlin, Gemeinsame Bekundung der Führerkorps von NSDAP, Staat und Wehrmacht zur

          „Einheit und Geschlossenheit der Nation“

    01. „Deutsche Richterzeitung“ u.a. „Kameraden der Rechtsfront! Wie das Jahr 1933, steht auch das Jahr

          1934, das zweite Jahr des Sieges der heldischen Idee des Nationalsozialismus, eingemeißelt in der

          Geschichte des deutschen Volkes als ein Jahr gewaltigen Aufbaus…Auch uns nationalsozialistische

          Rechtswahrer brachte es einen gewaltigen Schritt unserem großen Ziel näher. Wir haben nicht nur

          alle deutschen Juristen um die Fahne des Führers versammelt. Wir durften schon die Fundamente der

          Gesetzgebeung legen auf der das tausendjährige Reich des Nationalsozialismus errichtet wird…“

05.01. Türkei; Istanbul, Erzbischof Angelo Roncalli ist Apostolischer Nuntius (am 5.9.40 hört er hier von dt.

          Greueln an poln. Juden u. wird Fluchthelfer für tausende europ. Juden, 12.1944 Nachfolger des zuvor

          mit Vichy-Frankreichs Präs. Pétain kollaborierenden Nuntius Valerio Valeri u. für die Absetzung eben-

          falls kollaborierender franz. Bischöfe verantwortlich; ab 28.10.58 Papst Johannes XXIII) (>5.8.42/

          19.7.44/ 2.8.44/ 15.10.45/ 13.4.59/ 28.12.59/ 3.1.62/ 16.3.62/ 7.3.63)

13.01. Saarland, Saarstatut-Volksbefragung, die kath. Arbeiter-Mehrheit stimmt mit 90,5% für Beitritt zum Dt.

          Reich (die für „status-quo“ werbende SPD-/KPD Einheitsfront erhält 8,8%; die KPD umwarb die Saar-

          Katholiken mit dem Versprechen „niemals Kirchen zu schänden oder Priester zu ermorden: Jeder

          Katholik könne der KPD beitreten, ohne aus der Kirche austreten zu müssen“ -bei den Vorbereitungen

          lernten sich hier die KPD-Funktionäre Herbert Wehner u. Erich Honecker kennen), A. Hitler sagt zum

          Ergebnis „Eure Entscheidung, deutsche Volksgenossen von der Saar, gibt mir heute die Möglichkeit…

          die Erklärung abzugeben, daß nach dem Vollzug eurer Rückkehr das Dt. Reich keine territorialen

          Forderungen an Frankreich mehr stellen wird“ (>28.2.35/ 1.3.35/ 22.6.40/ 30./31.5.73/ 6.1.87/ 23.8.90)

15.01. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß zur Vererbungslehre und Rassekunde im Unterricht der Fächer

          Familienkunde, Erbgesundheits- u. Rassenpflege, Erdkunde, Geschichte „so daß nach des Führers

          Willen kein Knabe u…Mädchen die Schule verläßt, ohne zur letzten Erkenntnis über die Notwendigkeit

          und das Wesen der Blutreinheit geführt zu sein.“ - „Bei der Besprechung der europäischen Rassen…

          insbesondere der Rassenkunde des deutschen Volkes muß das nordisch-bestimmte Rassengemisch

          des heutigen deutschen Volkes gegenüber andersrassigen fremdvölkischen Gruppen…herausgestellt

          werden…Gefahren der Rassenmischung mit fremdartigen Gruppen sind nachdrücklich darzustellen,

          da Völker u. Kulturen ihrer Sendung nur dann gerecht werden können, wenn sie die durch ihre Rasse

          bedingte Aufgabe in ihrer Geschichte erfüllen.“ Propaganda bezeichnet Juden, Sinti, Roma, Slawen

          insbes. Russen, Polen, Afrikaner u. Asiaten als Untermenschen und Arier als Herrenmenschen)

          rassistische Bildungsdiskriminierung, verfolgte Schüler (>7.2.35/ 29.1.38/ 12.11.38/ 31.5.40/ 3.11.88)

21.01. Gesetz über die Entpflichtung und Versetzung von Hochschullehrern aus Anlass des Neuaufbaus des

          deutschen Hochschulwesens

23.01. das Dt. Reich lässt Rudolf Formis, verantwortlicher Ingenieur für den „Schwarze Front“-Sender in der

          CSR, vom SD - u.a. Alfred Naujocks - bei Prag ermorden (Staatssekr. Dr. jur. Bernhard v. Bülow’s

          Appell an die CSR-Regierung den Betrieb von Dr. Strassers reichsfeindlichen „Schwarzsender“ einzu-

          stellen war zuvor erfolglos geblieben) (>11.6.37/ 31.8.39/ 9.11.39) deutsche Gerechtigkeit

24.01. Drittes Gesetz zur Überleitung der Rechtspflege auf das Reich

29.01. München, Bayerische Staatministerium für Unterricht und Kultur an Reichserziehungsministerium u.a.

          „Die Anwesenheit jüd. Kinder im Unterricht macht die Durchführung des Lehrplanes, insbesondere

          des gesinnungsmäßigen Unterrichts…im Geiste des Nationalsozialismus unmöglich…Es ist ausge-

          schlossen, daß sich ein Angehöriger des Jungvolkes, der Hitler-Jugend oder eine Angehörige des

          BDM sich neben einen arischen Schüler setzt.“  > verfolgte Schüler

30.01. Reichsbauernführer u. Reichsernährungsmin. Richard Walter Darré’s Rasse- u. Siedlungsamt wird

          RuSHA/-Hauptamt, Diplomlandwirt Darré plant Züchtung germanischen Neuadels aus Blut und Boden

          u.a. mittels „Hegehöfe“ „Sippenpflegestellen“ „Zuchtwarten“ und Klassifizierung gebärfähiger Frauen in

          vier Hauptgruppen (Klasse 1, die rassisch besten 10% eines Jahrgangs. Klasse 2, der Rest jener

          Mädchen gegen deren Nachkommen keine grundsätzlichen Bedenken bestehen. Klasse 3, Mädchen

          gegen deren Verehelichung keine staatsrechtlichen Bedenken vorliegen - ihnen wird die Ehe unter

          Bedingung der Kinderlosigkeit (Sterilisation) gestattet. Klasse 4, Mädchen gegen deren Verehelichung

          schwere Bedenken vorliegen weil man von ihnen keine Nachkommen wünscht z.B. Geisteskranke,

          Dirnen, rückfällige Verbrecherinnen und zunächst alle unehelichen Kinder wg. Einschleppung uner-

          wünschten Blutes „man denke an die Großstädte…der farbige Student, der „schwarze“ Künstler, die

          Hawaian-Jazz-Band, der chinesische Matrose oder mittelamerikanische Früchtehändler usw.“

04.02. Reichstag akklamiert Gesetz zur Devisenbewirtschaftung (>1.8.36/ 7.2.56)

05.02. Berlin, Reichsinnenmin.-Referent Dr. jur. Hans Gisevius (NSDAP) plädiert bei interministeriellen Treff

          zum Schicksal des inhaftierten KPD-Vorsitz. Ernst Thälmann gegen einen ordentl. Prozess (>18.8.44)

07.02. Reichsinnenmin., Sachverständigenbeirat für Bevölkerungs-u. Rassenpolitik erörtert Sterilisationen,

          u.a. die Planung illegaler Sterilisationen mittels Röntgen-Bestrahlung nach Rasse-Gutachten der vom

          ex-SPD-Reichspräs. Friedrich Ebert als „schwarze Schmach“ bezeichneten „Rheinlandbastarde“ (und

          die als Nicht-Arier in Kürze keine weiterführende dt. Schule besuchen dürfen  >verfolgte Schüler)

          (>11.3.35/ 1936/ 7.3.36/ 1937/ 31.5.40/ 03.1941/ 29.6.56/ 19.11.62/ 16.11.76/ 3.12.80)

14.02. Schlesien, Leipe bei Jauer, Ev. Pfarramt schreibt an Kanzlei des Führers u.a.: „...bitten wir um die

          Erlaubnis, der mittleren Glocke den Namen „Adolf Hitler-Glocke“ geben und diesen Namen in die

          Glocke eingießen lassen zu dürfen...“ (>15.3.1940)

    02. „Deutscher Glaube“ (Heft „Hornung“) „Grundsätzliches zu einer Jungvolkweihe“ u.a. „Aus der

          Kinderstube werden die jungen Leute für immer entlassen, die Volksgemeinschaft, der Staat nimmt sie

          auf in den Pflichtkreis nationalen und sozialen Lebens…“ (>22.3.42/ 13.11.54),

          Herbert Wehner (KPD) flieht nach Prag (über Moskau und Schweden kehrt er 1946 zurück und tritt in

          SPD ein) (>3./15.10.35/ 14.12.37)

16.02. Berlin, Volksgerichtshof verurteilt Benita v. Falkenhayn und Renate v. Natzmer wg. Landesverrat im

          Namen des Deutschen Volkes zum Tode (sie werden am 18.2. in Plötzensee unter Staatsanwalt

          Paul Jorns Aufsicht von Scharfrichter Carl Gröpler mittels Handbeil enthauptet. Ebenfalls mittels Hand-

          beil enthauptet C. Gröpler am 6.6.35 und 4.11.36 in Hamburg die dort im Namen des Deutschen

          Volkes zum Tode verurteilten KPD-Mitgl. Fiete Schulze und Edgar (Etkar) André) (>10.7.36/ 9.9.51)

26.02. Reichsarbeitsmin. Franz Seldte’s Gesetz über die Einführung eines Arbeitsbuches (Bedarfssteuerung

          abhängig Beschäftigter, 1. Durchführungsverordnung am 16.5.35) (>16.9.38/ 13.3.42)

28.02. Gesetz über die Straffreiheit für das Saarland, der saarländische spätere FDJ- u. DDR-Staatsratsvor-

          sitz. Erich Honecker flüchtet nach Paris  > verfolgte Schüler (>1.3.35/ 4.12.35/ 7.3.46/ 29.10.76)

01.03. Saarland, Saarbrücken, Staatsakt zum Beitritt ins Reich. Reichskanzler Hitler wird jubelnd empfangen

          („Die Saar ist frei, Heil dem Führer“ - Pfalz und Saarland werden Gau Saarpfalz); gemeinsam mit

          Reichspropagandaminister Dr. Josef Goebbels, Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick u. dem Reichs-

          kommissar für die Rückgliederung Saarland’s Josef Bürckel grüßen beim Staatsakt die kath. Bischöfe

          von Speyer u. Trier Dr. Ludwig Sebastian u. Dr. Franz Bornewasser die Menschen draußen im Lande

          mit dem Deutschen Hitler-Gruß (>10.1940/ 1.1.57/ 3.10.90)

09.03. Verordnung über den weiteren Ausbau des Gemeinschaftslagers H. Kerrl für Referendare (>4.1.39), 

          Schweiz; Basel, Gestapo-Beamte entführen jüd. Publizisten Berthold Jacob (bereits am 11.3. wird er

          in Gestapo-Haft von Sicherheitsdienst-Chef R. Heydrich vernommen, nach Protesten an die Schweiz

          rücküberstellt; geht 1935 nach Paris, flüchtet nach dt. Angriff nach Portugal, wird am 25.9.41 auch

          hier vom deutschen SD entführt und „erkrankt und stirbt“ 02.1944 in Gestapo-Haft) (>12.3.35/ 8.2.49)

10.03. Reichsluftfahrtmin. Göring verkündet Vertrag v. Versailles (Art. 198) verletzende Existenz dt. Luftwaffe

          (Zitat „Die schlagkräftige deutsche Luftwaffe als Element des Friedens“ - führt bereits völkerrechts-

          widrige Spionage-„Aufklärungsflüge“ über anderen Staaten aus) (>25.7.36/ 1.9.39/ 01.1940/ 10.1940)

11.03. Reichsinnenmin., Sachverständigenbeirat für Bevölkerungs- und Rassenpolitik mit Beirat-Obmann

          Prof. Dr. Ernst Rüdin erörtert auf Veranlassung von Ministerialrat Dr. Arthur Gütt u.a. ein Referat vom

          Leiter Rassenpolitisches Amt der NSDAP Dr. Walter Groß über „Wege zur Lösung der Bastardfrage“

12.03. Berlin-Lichterfelde, im Zusammenhang mit dem entführten jüd. Publizisten Berthold Jacob wird der

          jüd. ex-Justiziar Dr. jur. Robert Kempner von Gestapo-Beamten verhaftet (Dr. K. wird bald wieder ent-

          lassen, emigriert nach Italien wo er u.a. in Florenz an einer Internatsschule für jüd. verfolgte Schüler

          aus dem Deutschen Reich tätig wird, 1939 Flucht in die USA, wird Regierungsberater, 1943 Mitglied

          United Nations War Crimes Commission, 1945 stellv. US-Hauptankläger IMT Nürnberg, 1947 Gast-

          professor Erlangen, 1951 Rechtsanwalt Ffm, tätig in diversen politischen BRD-Prozessen)(>20.10.43/

          14.11.45/1.10.46/ 14.5.62/ 27.7.64/ 2./4.12.97),

          München, Finanzamt Ost, Reichskanzler Hitlers Kartei- u. Adremakarte wird im Finanzamt vernichtet,

          (nach A. Hitlers RM 297 005 Steuerschuld für 1933 einigten sich Fritz Reinhardt, ex-NSDAP-Gauleiter

          Oberbayern und nun Staatssekretär im Reichsfinanzministerium und Dr. Ludwig Mirre, Präsident des

          Finanzamtes München, daß das Staatsoberhaupt von jeglicher Steuer befreit sein müsse, in der Folge

          läßt A. Hitler sich sein Gehalt als Reichskanzler u. zusätzlich das als Reichspräsident wieder auf sein

          Konto überweisen - darüberhinaus wurde geschätzt, daß seit 1934 ca. 1 Mio.Exemplare/Jahr von

          „Mein Kampf“ (in den Kapitel 11 u. 14 sind Hitlers Ansichten zu Volk, Rasse und Lebensraum zu lesen

          und machen spätere Plädoyers auf Nichtwissen unehrlich) verkauft werden, ab 1936 standesamtliches

          Traugeschenk, mit der Taschenbuch-Ausgabe für dt. Truppen werden insges. mehr als 9 800 000

          Exemplare verkauft. Des Reichskanzlers jährl. Tantiemen betragen 1 500 000 - 2 000 000 RM; 1944

          befinden sich auf Hitlers Konto beim Franz Eher-Verlag Tantiemen in Höhe von RM 5 525 811 und auf

          Hitlers Konto bei der Schweizer Bankgesellschaft ca. RM 15 000 000) (>24.4.35/ 10.4.36/ 30.4.45)

15.03. Kammergericht Berlin verurteilt jüd.-dt. KPD-Mitgl. Heinz Brandt wg. Vorbereitung zum Hochverrat im

          Namen des Deutschen Volkes zu 6 Jahren Haft (Eltern u. Bruder kommen 1939 in das Warschauer

          Ghetto, Vater u. Bruder sterben hier, die Mutter wird 1943 nach Auschwitz deportiert u. ermordet; nach

          Sicherheitsverwahrung im KZ Sachsenhausen u. Auschwitz und dem Todesmarsch wird er 1945 von

          amerik. Truppen im KZ Buchenwald befreit) (>18.1.45/ 11.4.45/ 23.11.50/ 13.6.53/ 14.9.58/ 16.6.61)

16.03. Gesetz zur Wiederherstellung der nationalen Verteidigungskraft (Vertrag von Versailles verletzender

          Aufbau von 36 Wehrmacht-Divisionen/Wehrpflicht verbessert Arbeitslosenstatistik), Proklamation: „Die

          Regierung des heutigen Dt. Reiches aber wünscht nur eine einzige moralische und materielle Macht,

          es ist die Macht für das Reich und damit wohl auch für Europa den Frieden wahren zu können…“, im

          Reichstag umarmen sich Reichsminister, v. Blomberg stößt mit anderen drei Hochrufe auf Hitler aus

          (die Zulassung zum Studium wird mit Abschluß des Wehrdienstes gekoppelt) (>24.8.36/ 12.3.57), .

          „Extra-BZ“ „Der Führer verkündet: Allgemeine Wehrpflicht für Deutschland - Historische Stunden“,

          „Hamburger Tageblatt“ „Ernste Bibelforscher vor Gericht - Eine staatsfeindliche Sekte - Gefängnis-

          strafen für dreißig Funktionäre…Der 7.Oktober 1934 war der große Tag; überall zur bestimmten

          Stunde, kam man zusammen; den Hitlergruß verweigerte man, im übrigen huldigte man dem Pazifis-

          mus und bekannte sich als Kriegsdienstverweigerer für den Fall eines Falles…“ (Hermann Okraß,

          „H. T.“-Chefredakteur, wird nach dem Krieg mittels Zahlung von RM 6 000 entnazifiziert) (>3.10.37)

17.03. Staatsoper Berlin, Heldengedenktag-Hauptfeier, Reichswehrmin. v. Blomberg’s Rede u.a. „Die Welt

          hat zur Kenntnis nehmen müssen, daß Deutschland an seiner Niederlage im Weltkrieg nicht zugrunde

          gegangen ist…Wir bekennen uns zu einem Deutschland das sich niemals ergeben…wird.“ (>15.7.35),

          Reichskanzler A. Hitler erklärt u.a. „Deutschland gibt schließlich Frankreich das feierlicheVersprechen,

          daß es nach Lösung der Saarfrage nicht länger territoriale Forderungen an Frankreich richtet…In

          dieser Stunde erneuert die dt. Regierung vor dem dt. Volk u. vor der gesamten Welt die Versicherung

          ihrer Entschlossenheit niemals über die Grenzen…der Freiheit des Reiches hinauszugehen. Mit der

          Wiederbewaffnung Deutschlands beabsichtigt sie nicht, ein Instrument für kriegsähnliche Attacken zu

          zu schaffen, sondern…ausschließl. für die Verteidigung und damit für die Erhaltung des Friedens…“,

          Bommelsen/Fallingbostel, Gen. Johannes Blaskowitz Heldengedenktag-Ansprache zur Einweihung v.

          Soldaten-Ehrenmal u.a.: „Und war die Not am höchsten, war Gottes Hilf’ am nächsten. Sie gab uns

          unseren Führer, der alle nationalen Kräfte in eine mächtige Bewegung zusammenfaßte und die wahre

          Volksgemeinschaft neu erstehen ließ, der gestern die Wehrhoheit des deutschen Volkes wieder her-

          stellen ließ u. damit das Vermächtnis unserer toten Helden erfüllte.“ (Gen. B. begeht 1948 Selbstmord)

18.03. Hamburg, Hanseatisches Oberlandesgericht unter Vorsitz. Richter Dr. Otto Roth verurteilt KPD-Mitgl.

          Fiete Schulze wg. Hochverrats und polit. Verantwortung beim Hamburger Aufstand im Namen des

          Deutschen Volkes zur von Staatsanwalt Stegemann (Zitat: „Es gibt kein objektives Recht - Strafrecht

          ist heute Kampfrecht“) geforderten 3fachen Todesstrafe und 260 Jahren Zuchthaus (am 6.6.35 wird er

          von Scharfrichter Carl Gröpler per Handbeil enthauptet, die Staatsanwaltschaft beim Hanseat. OLG

          hebt 1981 das Todesurteil auf) (>28.6.36/ 10.7.36/ 11.6.66/ 19.3.71)  deutsche Gerechtigkeit

19./20.3. Berlin, erste Luftschutzübung einschl. Gesamtverdunkelung

21.03. Persien, Hitler-Sympathisant Reza Schah Pahlevi verfügt Umbenennung in Iran („Land der Arier“)

          (>25.8.41/ 23.2./9.3.55/ 2.6.67)

22.03. Reichsbildungsmin. Dr. Rust: „kein jüdischer Student im Studienjahr 1934/35 zugelassen“ (>04.1936)

          (1935 wird der Arztsohn, Kommunist u. „Mischling 1.Grades“ o. „2.Grades“ Klaus Gysi, Zitat: „½ oder

          ¼ ist ein bischen duster mit dem Großvater“ vor der Promotion aus rassisch. Gründen von Eugeniker-

          Rektor Prof. Dr. Eugen Fischer’s Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin relegiert, 1949 ist der verfolgte

          Schüler im Dienst der DDR-Diktatur, die ihrerseits Schüler/Studenten aus religiösen und politischen

          Gründen diskriminiert/relegiert) (>6./.9.6.47/ 21.4.48/ 12.10.49/ 1.9.62),

          Berlin, Gründung „Hilfsausschuß für katholische Nichtarier“, Vorsitz. ist Bischof Dr. Wilhelm Berning

          (>12.7.37; erst 1940 wird in Wien eine „Erzbischhöfliche Hilfsstelle für katholische Nichtarier“ unter

          Pater Ludger Born gegründet) (>09.1936/ 03.1937/ 1938)

23.03. Leipzig, Institut für Rassen- und Völkerkunde, Prof. Dr. Otto Reche schreibt an Regierungsrat Freiherr

          v. Zschinsky „...In Sachen Bastarduntersuchungen hatte ich beim Rassenpolitischen Amt der NSDAP

          angeregt, die ganze Bastardfrage möglichst bald prinzipiell zu regeln. Herr Dr. Groß schreibt mir

          heute, daß er meine Anregung im Original an das Reichsministerium des Innern weitergegeben habe

          und daß dieses sich z. Zt. mit der Regelung der Bastardfrage beschäftige...“ (>1937/ 24.9.39)

27.03. Reichsbildungsmin.-Erlaß zu „Schülerauslese an Höheren Schulen“ nach körperlicher (Jugendliche

          mit schweren Leiden, Erbkrankheiten, Scheu vor Körperpflege), charakterlicher (allgemeines

          Verhalten gegen Sitte und Anstand, Kameradschaftlichkeit, Zucht und Ordnung), geistiger (Reife,

          Denkfähigkeit) und völkischer („Schüler, die durch ihr Verhalten in u. außer der Schule die Volks-

          gemeinschaft oder den Staat wiederholt schädigen, sind von der Schule zu verweisen.“) Auslese,

          (auch Versagen bei Leibesübungen, Verweigern vom Deutschen (Hitler-)Gruß u. Mitsingen von NS-

          Liedgut usw. zählt, betroffenen wird der Besuch höherer Schulen verboten. Staatsziel ist: „körperliche,

          charakterliche, geistige, völkische Auslese“ aller „Ungeeigneten und Unwürdigen“) >verfolgte Schüler

          (>10.9.35/ 21.6.37/ 15.2.51/ 1.5.53/ 12.12.55)

29.03. Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat definiert

          die zur NSDAP gehörenden Gliederungen/ Gruppierungen, es sind SA, SS, NSSK, HJ (Jungvolk,

          BDM, Jungmädel), NSDDB (Nationalsozialistischer Deutscher Dozentenbund), NSDStB (National-

          sozialistischer Deutscher Studentenbund) und die Nationalsozialistische Frauenschaft unter Reichs-

          frauenführerin Gertrud Scholtz-Klink (Zitat: „ Wenn auch unsere Waffe auf diesem Gebiet nur der

          Kochlöffel ist, so soll seine Durchschlagskraft nicht geringer sein als die anderer Waffen.“) und später

          ca. 8 000 000 Mitgliedern (>10.10.46/ 7./9.3.47/ 23./24.11.60),

          Berlin, Ufa-Palast, Premiere des Leni Riefenstahl Propagandafilms „Triumph des Willens“ über den

          NSDAP-Reichsparteitag in Nürnberg 1934 (L. R. erhält dafür am 1.5. den Nationalpreis für Film),

          „Völkischer Beobachter“ „Die Seele des Nationalsozialismus wird in diesem Film lebendig!“

31.03. „National-Zeitung“ „Gegner der Hitler-Jugend - Gegner des Staates“!  > verfolgte Schüler

01.04. reichsweites Verbot der „Zeugen Jehovas“ (>13.09.1949/ 31.08.1950)  > verfolgte Schüler

02.04. Berlin, Staatsoper, Staatsakt zur der „Verreichlichung“ der Justiz, Schilderung des Staatsaktes durch

          Dr. Franz Schlegelberger: „...feierlich zogen, in Amtstracht und Ornat, 700 deutsche Richter, unter

          ihnen die Präsidenten und leitenden Staatsanwälte aller deutschen Gerichte, die Dekane der rechts-

          wissenschaftlichen Fakultäten und die Vertreter der Anwaltschaft in den festlichen Raum ein, an ihrer

          Spitze in seiner pelzverbrämten Robe der Reichsgerichtspräsident Herr Dr. Erwin Bumke. Hierbei

          vereinten sich zum ersten Mal alle deutschen Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaats-

          anwälte in Berlin... Nachdem der Führer eingetroffen und die einleitende Musik verklungen war“...

          redeten der preußische Ministerpräsident Hermann Göring und Reichsjustizminister Dr. Franz Gürtner:

          „so können wir mit gutem Gewissen“, sagte der, „dem deutschen Volke und seinem Führer heute

          feierlich geloben, unseren Stolz und unsere Kraft daranzusetzen, treue Hüter des Rechts zu sein...

          Stürmisch brausten die Heil-Rufe auf den Führer durch den großen Raum und brachen aufs neue

          hervor, als der Führer dem Reichsjustizminister dankend die Hand schüttelte.“ (>2.4.1958)

03.04. das Winterhilfswerk-Spendenaufkommen für 1934/35 betrug RM 362 000 000 (1935/36 RM 372 Mio.,

          1936/37 RM 423 Mio.)

05.04. Köln, Reichsbildungsmin. Dr. Rust auf kulturpolitischer Tagung u.a. „Für die Jugend unseres Volkes,

          die einst in eiserner Geschlossenheit, wenn sie Männer geworden sind, beieinander stehen soll, muß

          es heißen: Eine Jugend steht unter einer Flagge und die sitzt da (er zeigt auf die HJ). Ich werde in der

          nächsten Zeit mit verschiedenen Maßnahmen dieser Jugend…noch stärker unter die Arme greifen.“

10.04. Berliner Dom, Reichstagspräs. H. Göring heiratet Staatsschauspielerin Emmi Sonnemann, zehn-

          tausende jubelnde Deutsche bilden ein Spalier für das Paar

    04. Mathematik-Lehrbuch für höhere Schulen, Aufgaben: „Der jährliche Aufwand des Staates für einen

          Geisteskranken beträgt RM 766, ein Tauber oder Blinder kostet RM 615, ein Krüppel RM 600. In

          geschlossenen Anstalten werden auf Staatskosten versorgt: 167 000 Geisteskranke, 8 300 Taube

          und Blinde, 20 600 Krüppel. Wie viele Mill. kosten diese Gebrechen jährlich? Wie viele erbgesunde

          Familien könnten bei RM 60 Monatsmiete für diese Summe untergebracht werden?“,

          Deutsches Schulgebete: „Herrgott, Du hast uns einen Mann gesandt, mit starkem Herzen und mit

          fester Hand. Du schenktest ihm den reinen Flammengeist, der uns aus Todesnacht zum Lichte reißt.

          Du sandtest ihn, Herrgott, in letzter Stund, wir bitten Dich aus tiefstem Herzensgrund, schütz’ ihn vor

          Rache und vor Hinterlist, erhalt’ ihn weil er doch Dein Werkzeug ist. Amen.“,

          „Herrgott, steh’ dem Führer bei, daß sein Werk das Deine sei. Daß Dein Werk das seine sei,

           Herrgott, steh’ dem Führer bei. Herrgott steh’ uns Allen bei, daß unser Werk das Deine sei. Dein

           Werk das unsre sei, Herrgott, steh’ uns Allen bei. Amen.“

          Deutsches Kindergartengebet: „Händchen falten, Köpfchen senken und an Adolf Hitler denken, der

          uns gibt das täglich Brot und der uns führt aus aller Not. Amen.“

          Berlin, Offizierssohn und Hitler-Jugend-Mitgl. Rüdiger v. Wechmar erfüllt die politischen Kriterien

          nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus und wird in der NAPOLA

          Spandau aufgenommen (>11.3.1941),

          Braunschweig, Schule Hinter der Masch, der dt.-jüd. Schüler Manfred Frenkel (14 J.) verlässt wg. nicht

          zu verkraftender Diskriminierung die Schule und beginnt eine Lehre  > verfolgte Schüler (>29.10.38),

          Göttingen, Tobis-Film-Generaldirektor-Tochter Elisabeth Noelle erfüllt die politischen Kriterien

          nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus, erhält ihr Abitur, wird

          Nationalsozialistischer Dt. Studentenbund-Mitgl. u. studiert als Quotenfrau Geschichte, Journalistik u.

          Philosophie (1937 Dt. Akadem. Austauschdienst DAAD-Stipendium für University of Missouri „School

          of Journalism“, 1940 Promotion Berlin, Journalistin „Deutsche Allgemeine Zeitung“, Dr. J. Goebbels

          „Die-öffentliche-Meinung-ist-zum-größten-Teil-das-Ergebnis-einer-willensmäßigen-Beeinflussung“-

          Propaganda-Zeitschrift „Das Reich“, „Frankfurter Anzeiger“, 1947 E. Noelle-Neumann und ex-NSDAP-

          Journalist-Gatte Erich Neumann - Neumann-Zitat über jüd. Ghetto Warschau: „Mit einem Blick kann

          man hier die ungeheure abstoßende Vielfalt aller jüdischen Typen des Ostens überschauen - eine An-

          sammlung des Asozialen.“ - gründen Allensbach Institut für Demoskopie, 1961-64 Dozentin FU Berlin,

          1965-83 Professur Uni. Mainz, 1976 Bundesverdienstkreuz, 1978-91 University of Chicago-Gast-

          professur, 1980 Kuratorium „Studienstiftung des Deutschen Volkes“, Autorin „Die Schweigespirale“,

          1993-94 Uni. München-Gastprofessur) (>14.7.40/ 04.1949/ 02.1945/ 07.1955/ 20.9.55/ 06.1994),

          München, Max-Gymnasium, Metzgersohn Franz Josef Strauß legt das Abitur ab, nach freiwilligem

          Arbeitsdienst beginnt er sein Germanistik- u. Geschichtsstudium an der Universität München (>1.5.37)

20.04. SA-Stabschef Victor Lutze übergibt A. Hitler 27 Flugzeuge des „Jagdgeschwader SA Horst Wessel“

24.04. Anordnungen der Reichspressekammer (1) zur Wahrung der Unabhängigkeit des Zeitungsverlags-

          wesens (Ausschluß unerwünschter Verleger), (2) zur Schließung von Zeitungsverlagen zwecks Besei-

          tigung ungesunder Wettbewerbsverhältnisse (Parteiverlage vor Privatverlagen), (3) zur Beseitigung

          der „Skandalpresse“ (der Franz Eher-Verlag, u.a. Herausgeber der NSDAP-Parteizeitung „Völkischer

          Beobachter“ und von Hitlers Buch „Mein Kampf“, erwirbt 1935 unter Verlagsdirektor und Präsident der

          Reichspressekammer Max Amann ca. 100 Zeitungsverlage, der Netto-Gewinn vom Franz Eher-Verlag

          steigt von 1936-42 von RM 3 987 000 auf RM 106 700 000, die zum Verlag gehörende Hausdruckerei

          Adolf Müller & Söhne hat das Druckmonopol für diverse NSDAP-Druckerzeugnisse) (>29.10.45)

25.04. Anordnung der Reichsschrifttumskammer zur Zentralisierung der Zensur (>23.5.49/ 7.10.49/ 6.4.68)

26.04. Berlin, Sportpalast, Massenkundgebung von 18 000 „Deutsche Glaubensbewegung“-Anhängern (eine

          von Prof. Dr. Jakob Hauer am 29.7.33 gegründete „Deutsche Christen“-Konkurrenz), Motto: „Durch

          deutschen Glauben zur religiösen Einheit - Dem deutschen Kind die deutsche Gemeinschaftsschule

          (>2.2.36/ 20.3.36/ 17.7.41/ 10.1950/ 14.10.54)

    05. Köln-Bickendorf, Stadtverwaltung errichtet erstes bewachtes deutsches Zigeunerlager (>17.7.36)

01.05. Berlin, Reichskanzler A. Hitler sagt am Tag der nationalen Arbeit zu 100 000 schaffenden deutschen

          Volksgenossen der Stirn und der Faust u.a. „Mein Wille - das muß unser aller Bekenntnis sein - ist

          euer Glaube! Mein Glaube ist mir - genau so wie euch - alles auf dieser Welt!“,

          Staatsoper, NS-Parteitag-Filmemacherin L. Riefenstahl erhält Nationalpreis (>16.12.49),

          Berlin, Gründung jüd. Leonore Goldschmidt-Schule (an öffentl. Schulen verfolgte Schüler sind hier

          u.a. Peter Weidenreich bis zur Flucht mit den Eltern Erich u. Helen Weidenreich 1937 in die USA - als

          Peter Wyden US-Senator Ron Wyden’s Vater und Autor von: „Wall. The Inside Story of Divided Berlin”

          und „Stella“ - sowie Stella Goldschlag-Kübler, die berüchtigte spätere jüd.-dt. Denunziantin unzähliger

          in Verstecken lebender dt.-jüd. Berliner)

02.05. Verwaltungsgericht Preußen urteilt im Namen des Deutschen Volkes, daß die Gestapo keiner ordent-

          lichen Verwaltungsgerichtsbarkeit untersteht (in guter deutscher Justiztradition werden später auch in

          der DDR die Stasi - und danach in der BRD - verbrecherische DDR-Verwaltungsakte wie z.B. die

          Menschenrechte verletzende politische Bildungsdiskriminierung nicht justitiabel)  > verfolgte Schüler

03.05. Berlin, die Philharmoniker unter Dirigent Dr. Wilhelm Fürtwängler (Abendgage RM 2 000) unterstützen

          mit Beethoven-Gala in Anwesenheit von Reichskanzler Hitler, Luftwaffe-Oberbefehlshaber Göring und

          Propagandamin. Goebbels das NSDAP-Winterhilfswerk, danach dankt Hitler dem Dirigent mit Rosen

04.05. UdSSR; Moskau, KPdSU-GenSekr. J. Stalin verkündet neue Losung „Kader entscheiden alles“ (seine

          sozialistischen deutschen Kadervasallen nennen ihn „Führer und Lehrer der Menschheit im Kampf für

          Frieden, Domokratie und Sozialismus“ u. führen u.a. auch die DDR-Verfassung verletzende Bildungs-

          diskriminierung Minderjähriger ein) > verfolgte Schüler (>1936/ 2.12.46/ 21.12.51/ 26.11.52/ 6.3.53)

10.05. Reichsjustizminister Dr. Franz Gürtner, Tagebucheintrag: „Oberstaatsanwaltschaft Bautzen berichtet

          über ein Strafverfahren gegen 14 Beschuldigte wg. schwerer Mißhandlung von Juden, Tat begangen

          in März 1934. Die Juden, die in Schutzhaft gebracht worden waren, wurden zunächst gezwungen zwei

          Pfund fettiges Schweinefleisch zu essen und alsdann auf der Fahrt zur tschechischen Grenze, über

          die sie abgeschoben werden sollten, auf das Unmenschlichste mißhandelt. Infolge der Mißhandlung

          ist ein Jude gestorben…Die Angelegenheit hat hochpolitischen Charakter…Die tschechische, öster-

          reichische und polnische Gesandtschaft haben dem Auswärtigen Amt Verbalnoten zugehen lassen.“

21.05. Reichstag, Reichskanzler Hitlers 13-Punkte-„Friedens-Rede“ wird über Reichslautsprechersäulen den

          auf dem Königsplatz wartenden Bürgern übertragen, er sagt dem Scheinparlament „als Vertretern der

          dt. Nation jene Aufklärungen geben zu können, die ich für nötig erachte zum Verständnis der Haltung

          u. der Entschlüsse der Dt. Reichsregierung zu den uns alle bewegenden großen Fragen der Zeit.“,

          Reichstag akklamiert Wehrgesetz und die Volksvertreter salutieren geschlossen mit dem Hitler-Gruß

          (die Wehrmacht wird „soldatische Erziehungsschule des deutschen Volkes“ und die Reichsmarine zur

          Kriegsmarine - „Volljuden“ werden nicht zur Wehrmacht zugelassen, am 26.5.36 folgt 1.Ergänzung,

          jüdische „Mischlinge“ können keine Wehrmacht-Vorgesetzten werden)

22.05. „Das Schwarze Korps“ Rechtshistoriker Ordinarius Dr. Karl August Eckhardt fordert „Widernatürliche

          („homosexuelle“) Unzucht ist todeswürdig“ (nach 1945 Direktor Historisches Institut Witzenhausen)

26.05. Reichstag akklamiert Reichsluftschutz-Gesetz (definiert bestimmte Zwangsmaßnahmen) (>11.2.58)

28.05. Berlin, Gestapo-Amtsleiter Dr. jur. Werner Best (NSDAP-Mitgl. 341 338) fordert von Reichsjustizmin.

          Dr. jur. Franz Gürtner Eheschließungen zwischen Ariern u. Nichtariern zu verhindern, weil „Kreise des

          deutschen Volkes die Schädlichkeit der jüd. Rasse noch nicht…erkannt haben.“ (ex-Staatskommissar

          für das Polizeiwesen und Landespolizeipräsident Hessen, SD-Organisationschef München und SS-

          Standartenführer Dr. B. wird 1939/40 RSHA-Amtsleiter, 1940/42 Leiter Verwaltungsstab Militärbefehls-

          haber Frankreich, 1942/45 Reichsbevollmächtigter Dänemark) (>4.6.37/ 9.4.40/ 27.9.40/ 20.9.48),

          USA; „New York Times“ „Alle Juden verlassen Hersbruck…in der Nähe von Nürnberg wurde eine

          Hakenkreuzfahne an einem Haus gehisst in dem bis vor kurzem der letzte jüdische Einwohner lebte“

31.05. Hitlerfreund, Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräs. Dr. H. Schacht wird Bevollmächtigter für

          die Kriegswirtschaft (da Aufrüstung, die u.a. zu Millionen Toten und Milliarden-Haushaltsdefiziten führt

          straffrei ist wird er nach 1945 nicht verurteilt und bleibt als Entwicklungsländer-Finanzberater und

          Schacht&Co.-Bank-Düsseldorf-Mitinhaber weiterhin Großverdiener) (>12.1938)

01.06. Alt Rhese, Führerschule der deutschen Ärzteschaft unter NSDAP-Mitgl. Dr. Hans Deuschl eröffnet

06./07. „Die deutsche Schule“ „Wehrerziehung ist keine Sonderaufgabe einer umfassenden Allgemeiner-

          ziehung, sondern das Kernstück unserer gesamten Erziehungsverantwortung“ (>18.3.1963)

08.06. Ausbürgerungsliste u.a. mit Bertolt Brecht, Karl Höltermann, Erika Mann,.Erich Ollenhauer (>10.1938)

9./10.6. Königsberg, Stadthalle, Ostlandtagung des Volksbund für das Deutschtum im Ausland mit Gruß-

          botschaften des preuß. Min.-Präs.H. Göring und Reichsinnenmin. Dr. W. Frick, es sprechen „u.a. der

          Bürgermeister von Königsberg, Pg. Dr. Will, der Leiter des Landesverbandes Ostpreußen des VDA,

          Pg. Dr. Oberländer und der Bundesleiter des VDA, Dr. Steinacher…Professor Oberländer, der nach

          Memel gerichtet, verspricht, daß wir nicht ruhen und rasten werden, bis wieder Recht im deutschen

          Osten herrschen wird…Wir wissen, daß dieser Kampf einmal aufhören wird, aber erst dann, wenn sich

          die Freiheit des Volkstums, die der Führer…für uns Nationalsozialisten verpflichtend gemacht hat,

          zugunsten des Friedens in Europa durchgesetzt hat.“ (>13.2.39/ 23.3.39/ 24.6.39/ 29.6.41/ 29.4.60)

14.06. Freiburg i. Br., Beginn Deutsche Kolonialtagung u. Kolonialausstellung unter den Schirmherren Franz

          Ritter v. Epp (SA-Obergruppenführer, Reichsstatthalter, Leiter Kolonialpolitisches Amt der NSDAP,

          MdR) und Dr. jur. Heinrich Schnee (ex-Dt.-Ostafrika-Gouverneur, 1933 NSDAP, MdR, ex-Präs. Dt.

          Kolonialgesellschaft, Präsident Deutsche Weltwirtschaftliche Gesellschaft) (>1937/ 25.9.49/ 1.10.50)

17.06. Reichsbildungsminister Dr. Rust fordert von Studenten freiwilligen Wehrdienst (>28.2.58)

18.06. Großbritannien / Deutsches Reich unterzeichnen ein, die Bestimmungen des Versailler Vertrages

          widersprechendes Flottenabkommen (>28.4.39)

19.06. Universität Köln, Prof. Dr. med. Hans Naujoks, NSDÄB- u. NSDAP-Mitgl. 2 828 601 und „Bekenntnis

          der Professoren an den dt. Universitäten zu Adolf Hitler“-Unterzeichner, hält als neuer Universitäts-

          Frauenklinikdirektor seine Einführungsvorlesung (Dr. N. ist Schwangerschaftsunterbrechung-aus-

          „eugenischer Indikation“-Befürworter) (>26.6.35/ 1.4.49)

22.06. Universität Bonn, Preußen’s Kultusmin. B. Rust versetzt Prof. theol. Karl Barth in den Ruhestand

26.06. Gesetz zur Änderung des Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchs ermöglicht Abortion auf

          grund „rassenhygienischer Indikation“ (später auf poln. und sowjet. Zwangsarbeiterinnen und auf von

          sowjet. Truppen vergewaltigte deutsche Frauen erweitert),

          Gesetz über den Reichsarbeitsdienst (macht aus freiwilligem Arbeitsdienst der Weimarer Republik

          einen 6 Monate Pflicht-„Ehrendienst“ aller Männer von 18-25 Jahren für RM 0,25 Tagessold – Frauen

          bis 1939 auf freiwilliger Basis - unter Staatssekretär, Reichsarbeitsdienstführer Konstantin Hierl dient

          u.a. politischer Indoktrination u. zunehmend paramilitärischer Ausbildung: „Kamerad! Der Arbeitsdienst

          hat Dich durch seine straffe Erziehung zum Nationalsozialisten geformt und in die junge Mannschaft

          Deutschlands eingereiht. Du hast in der Arbeit am deutschen Boden erfahren, welche Freude und

          innere Befriedigung es bedeutet, als dienendes Glied einem starken Staate anzugehören…“,

          „Wir packen die Spaten und trocknen die Moore,       Wir führen die Pferde, die Sonne brennt heiß,

           wir stampfen und waten und fahren die Lore.            Es tropft auf die Erde vom Körper der Schweiß.

 

           Hart gräbt unser Spaten die Distel, den Dorn,

           dann keimen die Saaten, bald reift auch das Korn.“  (Ferdinand Oppenberg) (>24.7.1952)

29.06. Aachen, NSDAP-Kreisparteitag, Reichsmusikkammer- u. NSDAP-Mitgl. Herbert v. Karajan leitet Chor,

          Orchester und Volksgenossen u.a. beim „Horst-Wessel-Lied“ zum Hitler-Jugend-Fackelzug (>7.5.78)

01.07. Generalfeldmarschall August v. Mackensen erhält als Dotation per Reichsgesetz Erbhof Brüssow

          (zuvor für RM 350 000 restauriert) mit 1 000 ha Nutzfläche,

          Berlin, Reichsführer SS Heinrich Himmler, Reichsernährungsmin. u. Reichsbauernführer Walter Darré

          und Uni. Berlin-Prof. Herman Wirth gründen Pseudo-„Forschungsgesellschaft für Geistesurgeschichte

          Deutsches Ahnenerbe e.V.“ (ab 1937 „Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e.V.“ unter

          H. Himmler mit Kurator Prof. Walther Wüst u. Reichsgeschäftsführer Wolfram Sievers, zahlreichen

          sog. wissenschaftliche Abteilungen u. eigener Ahnenerbe-Stiftung, ab 1939 (mit SS-Untersturmführer

          u. Historiker Prof. Dr. Peter Paulsen’s „Kommando Paulsen“ in Polen) am Kunstraub in besetzten

          Ländern und KZ-Menschenversuchen u.a. mit Giftgas beteiligt, 1942 Amt A -Ahnenerbe- im SS-HA mit

          Institut für Wehrwissenschaftliche Zweckforschung dessen Abt. H der Reichsuniversität-Straßburg-

          Prof. Dr. August Hirt leitet) (>26.10.39/ 9.2.42/ 07.1944/ 25.2.45/ 25.10.46/ 20.7.47/ 30.11./3.12.98),

          Berlin, Gründung „Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschland“, Gründungsmitgl. sind u.a.

          Reichsbildungsmin. Dr. Bernhard Rust u. der ev. Theologe und NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Gerhard Kittel,

          als Präsident wird Prof. Walter Frank berufen (>13./14.5.37)

03.07. Hansestadt Hamburg, Schule Binderstr., die Elternschaft beschließt Gesuch an den Senat die jüd.

          Schüler der Schule an jüd. Schulen zu „überweisen“ da deren Gegenwart das „germanische

          Empfinden“ verletze  > verfolgte Schüler (>10.9.35/ 15.11.38)

06.07. Erlass betr. Überweisung von Kindern in die Hilfsschule (>9.7.35)

07.07. Reichsinnenmin. Dr. jur. W. Frick u.a. „Wir Nationalsozialisten fordern die Entkonfessionalisierung des

          gesamten öffentlichen Lebens…Wir wollen keine katholischen u. keine protestantischen Beamten, wir

          wollen deutsche Beamte…Wir brauchen keine kath. und keine protestant. Tagespresse, sondern eine

          deutsche Tagespresse…kath. Jugendverbände passen nicht mehr in unsere heutige Zeit.“ (>3./6.2.58)

09.07. Erlass zu Vorarbeit und Mitwirkung der Schulen bei der Durchführung des GzVeN (>12.12.35/ 4.3.40)

12.07. Preußisches Kammergericht bestätigt im Namen des Deutschen Volkes das vom Regierungspräs.

          Münster erteilte Verbot von Sportübungen und Gruppenfahrten katholischer Jugendverbände: „...diese

          Art von Betonung einer (konfessionellen) Spaltung von vornherein den Keim einer Zersetzung des

          deutschen Volkes in sich trägt und jede derartige Zersetzung ist geeignet, den kommunistischen

          Bestrebungen ihrerseits Vorschub zu leisten und ihre Ziele zu unterstützen"  > verfolgte Schüler

14.07. „Kampfblatt für den deutschen Glauben“ „Wer die Jugend ans Bibel-Christentum kettet, versündigt

          sich an der Zukunft. Und das tun heute noch beide Konfessionen in all ihren Richtungen! ...Das ist

          Verrat an unserem Volke...“  > verfolgte Schüler (>18.11.35)

15.07. Berlin, Kurfürstendamm, antijüd. Krawalle mit Angriffen auf jüd. Eigentum (die wenigen eingreifenden

          Polizisten werden von fanatisierten Berlinern als „Judenknechte“ beschimpft),

          Reichskriegsmin. W. v. Blomberg’s Erlaß über Einkaufsverbot dt. Soldaten in jüd. Geschäften

16.07. Gründung Reichskirchenministerium unter Minister Hanns Kerrl (später Hermann Muhs) Min.Räte u.a.

          Kurt Grünbaum, Erich Ruppel, Johannes Schlüter, Julius Stahn, Felix Theegarten (>01.1950/ 9.3.57)

18.07. 4.Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses „...wird...hiermit

          verordnet: Art. 1 Die Unterbrechung der Schwangerschaft nach § 10a des Gesetzes...u. die Unfrucht-

          barmachung sollen nach Möglichkeit gleichzeitig durchgeführt werden“ (die lt. Art. 6, 7, 11 Abs.2 Satz1

          dem Reichsinnenmin. zustehenden Befugnisse werden Reichsärzteführer Dr. Wagner übertragen),

          Göring-Erlaß gegen „politischen Katholizismus“

19.07. Richard Strauss’ Nachfolger als Reichsmusikkammer Präsident wird Aachen’s langjähriger General-

          musikdirektor Dr. Peter Raabe (Dr. R. erteilt tausenden Musikern wie Edwin Geist oder Carl Stenzel

          schriftlich („Gemäß § 10 der Ersten Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammergesetz vom

          1. Nov. 1933 lehne ich Ihren, mir zur entgültigen Entscheidung vorgelegten Aufnahmeantrag ab, da

          Sie die nach der Reichskulturkammergesetzgebung erforderliche Eignung im Sinne der nationalsozia-

          listischen Staatsführung nicht besitzen. Durch diese Entscheidung verlieren Sie mit sofortiger Wirkung

          das Recht der weiteren Berufsausübung…“) Berufsverbot, weil sie Jude, Mischling 1.Grades oder jüd.

          Ehepartner haben. Edwin Geist emigriert danach nach Litauen und wird am 10.12.42 im berüchtigten

          Fort Nr. 9 (IX) bei Kaunas erschossen) (>30.8.35/ 27.10.42/ 19.9.50/ 1.8.54/ 23.12.74/ 3.11.76)

23.07. Preußische Polizeiverordnung, § 1 Allen konfessionellen Jugendverbänden…ist jede Betätigung…ins-

          besondere eine solche politischer, sportlicher u. volkssportlicher Art untersagt. § 2 Für konfessionelle

          Jugendverbände…einschl. der sog. Pfarrjugend, gelten folgende Bestimmungen. Es ist verboten:

          1. Das Tragen von Uniformen, uniformähnlicher Kleidung u. Uniformstücken, die auf die Zugehörigkeit

          zu einem konfessionellen Jugendverband schließen lassen…2. das Tragen von Abzeichen…3. das

          geschlossene Aufmarschieren, Wandern, Zelten…4. das öffentliche Mitführen o. Zeigen von Bannern,

          Fahnen u. Wimpeln…5. jegliche Ausübung u. Anleitung zu Sport…aller Art.  > verfolgte Schüler

25.07. Dortmund, jüd. Deutschen wird der Zutritt zu sämtlichen Frei-, Hallen- und Luftbädern verboten

25.7./21.8. UdSSR; Moskau, VII.Kongreß der Kommunistischen Internationale (aller Kommunist. Parteien),

          der KPD-Delegierte Ulbricht sagt am 7.8. „In diesem Kampf um die Verteidigung gegen den faschist.

          Terror haben die Kommunisten Schulter an Schulter mit den kath. Werktätigen gestanden. Wenn der

          ,Völkische Beobachter’ von kommunistischen Anbiederungsversuchen an die Katholiken spricht, so

          antworten wir: Wir Kommunisten werden überall…kämpfen, wo es gilt Meinungs-, Gewissens- und

          Vereinsfreiheit zu verteidigen u. zu erkämpfen…Wir sind bereit, unter Zurückstellung alles Trennenden

          in der Weltanschauung mit Euch gemeinsam zu kämpfen für Gewissensfreiheit…“) (>25.11.36/ 2.7.41)

31.07. Verbot des Besuchs von Schullandheimen durch nichtarische Schüler  > verfolgte Schüler

07.08. Gelsenkirchen, mit Schildern „Ich bin ein Rassenschänder“ und „Ich blonder Engel schlief bei diesem

          Judenbengel“ werden der dt. jüd. Julius Rosenberg und seine nichtjüd. Freundin Elisabeth fotografiert

11.08. „Westdeutscher Beobachter“ „Bekanntmachung – Ich löse hiermit meine Verlobung mit Frl. Else

          Mallweg auf. Denn obwohl Frl. Mallweg meine Gesinnung kannte, kaufte sie ihre Aussteuer beim

          Juden...Dies alles zwingt mich, meine Verlobung rückgängig zu machen...Köln, Otto Füngler“

    08. Chemnitz, Verhaftung von SPD-Mitgl. Erich Mückenberger (bis 08.1936 im KZ Sachsenburg inhaftiert,

          01.1938 in Chemnitz im Namen des Volkes wg. „Hochverrats“ zu 10 Monaten Haft verurteilt, 1942-45

          Wehrmacht-Strafbataillon, 1945 SPD (>21./22.4.46/ 20./24.7.50),

          „Der Stürmer“ „Albert Hirschland - Der Rasseschänder von Magdeburg“

15.08. Berlin, Sportpalast, antijüd. Großveranstaltung mit J. Streicher, Motto: „Die Juden sind unser Unglück,

          Frauen und Mädchen, die Juden sind Euer Verderben“ wird von ca. 16 000 Deutschen besucht

17.08. Reichsinnenmin. ordnet Freimaurer-Auflösung an, Enteignung der Großlogen- und Logen-Vermögen

24.08. Führer-Stellvertreter Rudolf Heß’ Aufruf zum Eintritt in die Hitler-Jugend u.a. „…alle, die es mit ihrem

          Bekenntnis zum Führer und zu seiner Bewegung ehrlich meinen, aus Verantwortungsbewußtsein

          gegenüber der deutschen Zukunft ihren Kindern den Weg zur Hitlerjugend freigeben und sie das Werk

          des Führers unterstützen.“  > verfolgte Schüler (>1936/ 1./5.6.49/ 7.2.53/ 6.1.61)

25.08. Pastor Martin Niemöller verkündet in Predigt, daß die jüdische Geschichte dunkel und unheil-

          verkündend sei, das jüdische Volk für immer unter einem Fluch stehe, da es nicht nur den Christus

          Gottes ans Kreuz gebracht habe, sondern auch die Verantwortung für das Ende aller rechtschaffen-

          den Menschen trage, die je ermordet worden seien.

30.08. Reichsmusikkammer (in deren Gremien der Leipziger Thomaskantor und NSDAP-Mitgl. Karl Straube

          mitwirkt) schliesst erste nichtarische Kirchenmusiker aus (>11.11.37)

31.08. UdSSR; b. Stalino, Bergmann Alexej Stachanow fördert angeblich 1400% Kohle über Soll (>13.10.48)

10.09. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß betreffend Rassentrennung auf öffentl. Schulen u.a. „Die Kinder

          jüdischer Abstammung bilden für die…ungestörte Durchführung der nationalsozialistischen Jugend-

          erziehung auf den allgemeinen öffentlichen Schulen ein starkes Hindernis… Eine Hauptvoraussetzung

          für jede gedeihliche Erziehungsarbeit ist die rassische Übereinstimmung von Lehrern und Schülern…

          Die Herstellung nationalsozialistischer Klassengemeinschaften als Grundlage einer auf dem

          deutschen Volkstumsgedanken beruhenden Jugenderziehung ist nur möglich, wenn eine klare

          Scheidung nach der Rassezugehörigkeit der Kinder vorgenommen wird. Ich beabsichtige daher, vom

          Schuljahr 1936 ab für die reichsangehörigen Schüler aller Schularten eine möglichst vollständige

          Rassentrennung durchzuführen...“ ( z.B. werden Hela und Käthe Schohl vom Opel-Realgymnasium in

          Rüsselsheim verwiesen, besuchen dann die jüd. Schule Mainz, am >6.8.36 wird die Firma des Vaters

          in Flörsheim/M. in den Konkurs getrieben und arisiert, nach der Reichspogromnacht 1938 wird Vater

          Max S. im KZ Buchenwald inhaftiert. Nachdem die USA der Fam. Schohl die Einreise verweigern flieht

          sie am 30.3.40 nach Übertragung von Haus und Haushalt mit RM 10/Person nach Jugoslawien,

          Großmutter Schohl wird nach Theresienstadt deportiert und stirbt 1942. Max Schohl wird von Kroatien

          nach Auschwitz deportiert und stirbt am 1.12.1943, 1944 wird seine „arische“ Frau Liesel mit ihren

          „Mischlingstöchtern“ Hela u. Käthe zur Zwangsarbeit zurück ins Reich deportiert, sie überlebten aber

          eine Entschädigung wird ihnen 1950 im Namen des Volkes von einem hess. Landgericht verweigert.

          1956 werden der Ehefrau Liesel S. in zweiter Instanz im Namen des Volkes DM 6 750 Entschädigung

          gewährt! In Peine/Niedersachsen wird 1935 der 10jährige Solomon Perel von der Schule verwiesen,

          die Eltern emigrieren mit ihm nach Lodz/Polen  > verfolgte Schüler (>2.2.36/ 20.3.36/ 9.9.39/ 1.4.58)

10./16.9. Nürnberg, NSDAP-,Reichsparteitag der Freiheit’, Parade v. 54 000 - polierte Spaten schulternder -

          Arbeitsdienst’ler, „Appell der Jugend“ v. 65 000 HJ’lern -2 000 davon Adolf-Hitler-Marsch-Teilnehmer -;

          HJ-Jungvolkführer Hans Scholl erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabten-

          förderung der Diktatur des Faschismus - der Gymnasiast ist Fahnenträger der Hitler-Jugend Ulm.

          A. Hitler an „Meine deutsche Jugend…Was wir von unserer deutschen Jugend wünschen, ist etwas

          anderes, als es die Vergangenheit gewünscht hat. In unseren Augen da muß der deutsche Junge der

          Zukunft schlank und rank sein, flink wie die Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. Wir

          müssen einen neuen Menschen erziehen…“ Am 16.9. paradiert die Wehrmacht mit schwerer Artillerie

          vor dem NS-Führerkorps, Leni Riefenstahl dreht 3.Parteitagsfilm „Tag der Freiheit Unsere Wehrmacht“

          (>18.2.43/ 16.12.49/ 7.6.51/ 15.6.71/ 11/16.4.81),

          Reichstag akklamiert Reichsflaggengesetz (Art. 1. Die Reichsfarben sind schwarz-weiß-rot. Art. 2

          Reichs- und Nationalflagge ist die Hakenkreuzflagge…), Gesetz zum Schutze des Deutschen Blutes

          und der Deutschen Ehre „§ 1.Eheschließungen zwischen Juden u. Staatsangehörigen deutschen oder

          artverwandten Blutes sind verboten (in ,schöpferischer Gesetzesanwendung’ verschärft das Reichs-

          gericht das Gesetz u. stellte fest „Rassenschande nach §§ 2, 5 Abs. 2 Blutschutzgesetz kann auch

          begangen werden, ohne das es zu einer körperlichen Berührung zwischen den Beteiligten kommt“)

          und das Reichsbürgergesetz „§ 2. Reichsbürger sind nur Staatsangehörige deutschen oder artver-

          wandten Blutes...“(dieser Volksbegriff findet sich auch in dt. Staatsangehörigkeitsgesetzen vom

          22.2.55, 19.12.63 und 20.12.74 - nach denen Deutsche im Sinne des GG alle Nachkommen auch

          vor Jahrhunderten emigrierter Deutscher aus früheren deutschen Ländern sind) (Berufsverbote für

          Juden im öffentl. Dienst ab 31.12.35) und das Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen

          Volkes (Ehetauglichkeitszeugnis vom Gesundheitsamt + Stammbuch „Ariernachweis“ für alle Bürger

          notwendig u. auch mit Hilfe der Kirchen(-bücher) ermöglicht), beim Verlesen des Paragraphen der

          Juden das „Zeigen der jüdischen Farben gestattet“ und „Ausübung dieser Befugnis unter staatlichen

          Schutz“ stellt brechen die Reichstagsabgeordneten in Gelächter aus, Reichstagspräs. Göring sagt:

          „Männer des Reichstags! Sie aber bitte ich sich des Ernstes der Stunde bewußt zu sein. Bedenken

          Sie, jahrtausendalte Sehnsucht der Deutschen ist durch den Führer zur Wirklichkeit geworden: Ein

          Volk, ein Reich, ein Führer! Und darüber unsere Flagge, unser Feldzeichen, unser Hakenkreuz! Unser

          Führer, dem Retter und Schöpfer: Sieg Heil! Sieg Heil! Sieg Heil! Die Sitzung ist geschlossen.“,

          („Wenn ich…zum Ausdruck bringe: Die Juden haben überhaupt nichts mehr zu verlieren…dann dürfen

          Sie sich nicht wundern, wenn sie kämpfen…man muß das immer offenlassen. Wie z.B. gestern in

          meisterhafter Weise der Führer das in seiner Rede getan hat: Wir hoffen, daß mit diesen Judenge-

          setzen…ein erträgliches Verhältnis zwischen dem deutschen und… jüdischen Volk herbeizuführen…

          Das ist gekonnt! Wenn man aber gleich…gesagt hätte: So, das sind die heutigen Judengesetze…Im

          nächsten Monat kommen die nächsten, und zwar so bis ihr bettelarm wieder im Ghetto sitzt…dann

          dürfen Sie sich nicht wundern, wenn die Juden…gegen uns mobilmachen.“ sagt Minister Goebbels. /

          „Die beiden Nürnberger Gesetze…enthalten die grundlegende Lösung dieses Rassenproblems. Sie

          bringen die blutmäßig klare Scheidung zwischen Deutschtum und Judentum u. schaffen dadurch die

          gesetzliche Grundlage für einen modus vivendi, der allen Belangen gerecht wird. Ihre grundlegende

          Bedeutung besteht darin, daß sie das Eindringen weiteren jüdischen Blutes in den deutschen Volks-

          körper für alle Zukunft verhindert…Der Dreiachteljude, der einen volljüdischen u. einen halbjüdischen

          Großelternteil besitzt, gilt als Mischling…der Fünfachteljude mit zwei volljüdischen…“ usw. schreibt für

          RM 3000 Honorar der Katholische Dtsche. Studentenverbindung Bavaria Bonn-Mitgl. u. Judenreferent

          Ministerialrat Dr. jur. Hans Globke - mit Staatssekr. Dr. Wilhelm Stuckart Kommentator der Gesetze

          (1949 wird Dr. Globke MinDir u. CDU-Bundeskanzler Dr. Adenauer’s Bürochef, 1953-63 als Kanzler-

          amt-Staatssekr. Verfügungsgewalt über nicht abzurechnenden „Reptilienfonds“, ab 1955 Weisungs-

          befugnis über General a.D. Reinhard Gehlen’s BND - SS-Obergruppenführer Dr. Stuckart wird am

          14.4.49 in Nürnberg zu 4 Jahren Haft verurteilt aber entlassen, als „Mitläufer“ eingestuft wird er Stadt-

          kämmerer Helmstedt u. 1951 dritter niedersachs. BHE-Landesvorsitz.) (>21.10.35/ 14.11.35/ 03.1936/

          5.7.41/ 9.9.41/ 24.12.41/ 20.1.42/ 3.12.41/ 13.3.42/ 4.11.47/4.4.49/ 7.6.51/ 13.7.67/ 1983),

          Reichsvertretung der deutschen Juden wird Reichsvertretung der Juden in Deutschland (>4.739)

15.09. „Völkischer Beobachter“ „Die Gesetze von Nürnberg - Grundlegende Programmforderungen der

          NSDAP auf der Nürnberger Reichstagssitzung erfüllt“

16.09. „Der Angriff“ „Die Presse ist dem deutschen Volke verpflichtet“

24.09. Gesetz zur Sicherung der Dt. Evangelischen Kirche verbindet mittels Verordnungen Kirche und Staat

          (am 3.10. setzt Reichskirchenmin. H. Kerrl 8köpfigen Reichskirchenausschuß RKA ein) (>20.11.36),

          USA; „New York Times“ „Nazis planen den Aufkauf aller jüdischen Geschäfte…“,

          „Tegernseer Zeitung“ „Bekanntmachung d. Gemeinde Königsdorf:…Kühe u. Rinder, welche von Juden

          direkt oder indirekt gekauft wurden, sind vom Zutrieb zum gemeindlichen Bullen ausgeschlossen…“

03.10. Äthiopien; Angriff ital. Truppen unter General E. De Bono und Marschall P. Badoglio auf den ältesten

          christlichen Staat der Welt „um eine unmittelbare Bedrohung der Äthiopier abzuwenden“ (endet u.a.

          mit Hilfe von Giftgas in Annexion Äthiopiens - das Völkerbund-Wirtschaftsembargo gegen Italien wird

          vom Dt. Reich unterlaufen; wie „Deutschland das christlichste Volk“ und seine ev. und kath. Bischöfe

          reagieren u. der Vatikan kath. ital. Militärs und Politiker wie später kath. Kinder oder Kuba’s Min.Präs.

          Fidel Castro exkommuniziert ist nicht bekannt) (>2.5.36/ 8.4.37/ 28.9.37/ 23.9.43/ 28.7.50/ 3.1.62)

3./15.10. UdSSR; „Brüsseler KPD-Parteikonferenz“, W. Pieck erklärt u.a. „Wir richteten unseren Hauptangriff

          gegen die Sozialdemokratie noch in einer Zeit, in der wir den Hauptangriff gegen die faschistische

          Bewegung hätten richten müssen.“ W. Pieck wird Parteivorsitz, H. Wehner wird ZK-Mitgl.

11.10. Reichsinnenmin., Juden-Denkschrift v. Rassereferent Dr. jur. Bernhard Lösener (>24.11.38/ 29.1.42)

12.10. Reichspropagandamin., Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky verbietet „Nigger-Jazz“ im Rundfunk

          (>2.1.58)

18.10. Gesetz zum Schutz der Erbgesundheit des dt. Volkes erzwingt „Ehetauglichkeitszeugnis“, Heiratsver-

          bot für vom Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses Betroffene (>14.11.39/ 20.3.40/ 15.6.44),

          Schenkungsurkunde (vollzogen von A. Hitler, gegengezeichnet von H. Göring): „Dem Generalfeld-

          marschall August v. Mackensen, dem letzten aus der ruhmreichen preuß. Armee hervorgegangenen

          Generalfeldmarschall, wird die Domäne Brüssow im brandenburgischen Kreis Prenzlau als Schenkung

          zur Begründung eines Mackensen’schen Erbhofs übereignet. So werde die deutsche Scholle wieder

          zur Heimat des deutschen Bauerngeschlechts, aus dem der ehrwürdige Feldmarschall erwuchs!“

21.10. Tschechien; Uranfundort Jachymov, der „deutsche“ Künstler Max Krause heiratet seine jüd. Freundin

          Johanna weil das Gesetz zum Schutze des Deutschen Blutes und der Deutschen Ehre eine Heirat in

          Deutschland nicht zulässt (1936 werden beide wg. Rassenschande inhaftiert u. kommen nur auf grund

          glücklicher Umstände frei, 1938 verhängt die Reichskulturkammer gegen Max wg. „jüd. Versippung“

          Berufsverbot, 1943 muß sich Johanna Krause Zwangsabtreibung u. Zwangssterilisation unterziehen,

          sie überlebt mehrere KZ aber ihre Mutter stirbt im KZ Theresienstadt. Max u. Johanna Krause leben

          nach 1945 in der SBZ/DDR, zwei ihrer früheren Nazi-Peiniger - SS-Offizier Herbert Ossmann und SS-

          Obersturmführer u. Gestapo-Judenreferatsleiter in Dresden Henry Schmidt machen natürlich auch hier

          Karriere und verfolgen Max u. Johanna Krause weiterhin bis zur Verhaftung) (>2.8.39/ 15./28.9.87)

23.10. Berlin, Schöffengericht verurteilt den kath. Generalvikar Otto Seelmeyer und den Generalsekretär

          vom Bonifatiusverein Wilhelm Freckmann wg. Devisenvergehen im Namen des Deutschen Volkes zu

          4½ Jahren Haft u. RM 150 000 Geldstrafe bzw. 5 Jahren Haft und RM 150 000 Geldstrafe (>23.11.35)

25.10. Würzburg, SA-Reiterstaffel-Mitgl. und Arisierer Josef Neckermann übernimmt die „Judenkaufhäuser“

          (Siegmund) Ruschkewitz und Merkur (S. Ruschkewitz stirbt auf dem Weg nach Palästina, sein Sohn

          Ernst wird 1945 im KZ Buchenwald ermordet; N. macht 1936 die erste Million RM u. ist 1937 NSDAP-

          Genosse, 1938 übernimmt N. Wäschemanufaktur und Villa des jüd. Berliners Karl Amson Joel, 1939

          gründen N. und Hertie-Chef Georg Karg die Zentralarbeitsgemeinschaft für (Soldaten- und Häftlings-)

          Bekleidung GmbH, 1942 ist N. Hitlers Geburtstagsgast, 1943 erhält N. das Kriegsverdienstkreuz 1.Kl.,

          nach 1945 als Mitläufer entnazifiziert, zahlt N. den Ruschkewitz-Erben eine geringe und Karl Joel,

          Großvater des amerik. Sänger Billy Joel, DM 2 000 000 Entschädigung, N.s 1.Versandhauskatalog

          erscheint 1950, 1962 gründen Multimillionär N. u. „Hotelplan“ „Neckermann-Reisen NUR“, 1967 wird

          N. „Deutsche Sporthilfe“-Vorsitz., die u.a. Schickeria-Gala’s mit ex-NSDAP-Mitgl. v. Karajan und den

          (West)Berliner Philharmonikern für Eintrittspreise bis DM 50 000 („Mozart hinter Stacheldraht gibt es

          nur im Wohlfahrtsstaat“) organisiert, 1994 erhält der erfolgreiche „Deutsches Reiterkreuz in Gold mit

          Brillianten“-Turnierreiter das Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband) Zitat Dr. h.c. N:

          „In politischen Dingen liegt mir keine tätige Opposition. Ich tauge nicht zum Martyrer.“) (>8.9.72),

          Suhl, Arthur Simson’s jüd. Waffenfirma wird arisiert und Kern der NS-Industriestiftung Gustloff-Werke

27.10. Indienststellung ersten dt. U-Boot-Verbandes „Weddingen“ nach erstem Weltkrieg

28.10. 120.Jahrestag des Wartburgfestes und Selbstauflösung der Deutschen Burschenschaft

01.11. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s Erlass fordert Beamtenanwärter, die nach 1935 „das 16.Lebensjahr voll-

          enden, mit Erfolg der Hitlerjugend angehört haben“ (15 Jahre später: DDR-Karrieren nur mittels FDJ)

04.11. Volksgerichtshof unter dem Vorsitz. Landgerichtdirektor Paul Lämmle u.a. mit Landgerichtsdirektor

          Dr. jur. Günther Löhmann und Sturmbannführer Karl v. Laffert verurteilt den seit 04.1933 inhaftierten

          ex-KPD-MdR Fritz Selbmann im Namen des Volkes wg. Aufforderung zum Hochverrat zu 7 Jahren

          Haft (bis 1940 Einzelhaft Zuchthaus Waldheim, 1940-42 „Schutzhaft“ im KZ Sachsenhausen, 1942-45

          im KZ Flossenbürg u.a. mit 10 Monaten Dunkelarrest bei dem er Teil seiner Sehkraft verliert, 06.1945

          Landesverwaltung Sachsen, 12.1946 sächs. Wirtschaftsminister, 9.3.48 stellv. DWK-Vorsitzender)

          (>20.4.45/ 4.7.45/ 11.12.46/ 4.7.48)

09.11. Verbot der Anthroposophischen Gesellschaft (>12.3.36/ 1990),

          München, öffentliche Wehrmacht-Rekrutenvereidigung mit „Hitler-Eid“ am Putsch-Jahrestag

14.11. 1.Verordnung zum Reichsbürgergesetz führt u.a. zu öffentl. Amts- u. Wahlrechts-Entzug für dt. Juden

          denn „ein Jude kann nicht Reichsbürger sein“ u. Eheverbot mit nicht-jüd. Personen „fremden Blutes“

18.11. DEK-Außenamt-Ref. Dr. theol. F.-W. Krummacher (NSDAP) an United Lutheran Church of America-

          Präs. Henry Smith Leiper u.a. zum „bedauerlichen Kampf, den weite Kreise in Ihrem Lande gegen

          eine Beteiligung an den Olympischen Spielen in Berlin eingeleitet haben.“ (>9./11.11.46/ 19.7./3.8.80)

          christliche Solidarität mit Verfolgten?

19.11. Düsseldorf, Gestapo-Beamte besetzen und schliessen zeitweilig das Zentralbüro der katholischen

          Jugend, das kath. Jugendmagazin „Michael“ wird kurz danach eingestellt

20.11. Großbritannien; die Church of England-Bischöfe protestieren gegen die Behandlung deutscher Juden

23.11. Landgericht Berlin verurteilt wg. Devisenvergehen (illegale Ausfuhr v. RM 180 000 in die Niederlande)

          den kath. Bischof v. Meißen Dr. Petrus Legge zu RM 100 000 Geldstrafe, seinen Bruder Dr. Theodor

          Legge zu 5 Jahren Haft und RM 70 000 Geldstrafe sowie Generalvikar Prof. Dr. Wilhelm Soppa zu

          3 Jahren Haft (der behilfliche, in die Niederlande geflüchtete Universum-Bank A.G. Münster-Direktor,

          Dr. Friedrich Hofius, wird im Dt. Reich zum „Bankier des Teufels“) (>27.3.49/ 23.4.50/ 20.10.57)

26.11. Reichsinnenmin. Dr. jur. Frick’s Erlass über das Verbot von Rassenmischehen überträgt Nürnberger

          Gesetze auf „Eheschließungen von deutschblütigen…mit Zigeunern, Negern oder ihren Bastarden“

01.12. „Deutsche Juristenzeitung“ Reichsinnenmin. Dr. Wilhelm Frick „Reichsbürger ist demgegenüber nur

          der Staatsangehörige, dem der Vollbesitz der politischen Rechte und Pflichten zusteht. Die Erlangung

          des Reichsbürgerrechts ist insbesondere von der Erfüllung zweier Voraussetzungen abhängig. Grund-

          sätzlich kann niemand Reichsbürger werden, der nicht deutschen oder artverwandten Blutes (deutsch-

          blütig) ist; ferner aber muß er durch sein Verhalten den Willen und die Eignung zum Dienst am

          deutschen Volke bekunden. Da die Deutschblütigkeit eine Voraussetzung des Reichsbürgerrechtes

          bildet, kann kein Jude Reichsbürger werden. Dasselbe aber gilt auch für die Angehörigen anderer

          Rassen, deren Blut dem deutschen Blute nicht artverwandt ist, z.B. für Zigeuner und Neger.“

04.12. Berlin; der Saarländer KPD-Genosse Erich Honecker wird von Gestapo-Beamten verhaftet, 1½ Jahre

          Untersuchungshaft bis zum Urteil (>8.6.37)

05.12. USA; New York, Box-Idol Max Schmeling ist im Auftrag deutscher Olympiade-Organisatoren hier um

          drohenden US-Olympiaboykott zu verhindern und trifft AAU-Präs. Avery Brundage, der „kein Freund

          der Juden“ war (Hitler lädt Schmeling nach der Rückkehr zum Essen und in seine Privatwohnung ein,

          Schmeling erhält nach der Olympiade das „Deutsche Olympia-Ehren-Abzeichen 1.Klasse“) (> 5.9.72)

07.12. „Tag der nationalen Solidarität“, Luftwaffe-Befehlshaber Hermann Göring sagt in Hamburg u.a. „Erz

          hat stets ein Reich stark gemacht, Butter und Schmalz haben höchstens ein Volk fett gemacht.“, die

          reichsweiten Winterhilfswerk-Straßensammlungen erbringen 1935 über RM 4 000 000 (>14./15.39)

12.12. Erlass zur Sterilisation von Hilfsschulkindern (nach sog. Intelligenzprüfung),

          „Lebensborn e.V.“ auf Veranlassung von Reichsführer SS H. Himmler unter administrativer Leitung

          von SS-Gruppenführer Bernd v. Kanne, SS-Oberführer Max Sollmann, SS-Standartenführer Guntram

          Pflaum u. medizinisch-ideeller Leitung von SS-Oberführer Dr. med. Gregor Ebner gegründet (Ziele:

          „Heilig soll uns sein jede Mutter guten Blutes“ „Kinderreichtum in der SS zu unterstützen“ „jede Mutter

          guten Blutes zu schützen u. zu betreuen u. für hilfsbedürftige Mütter u. Kinder guten Blutes zu sorgen“

          Kampf gegen Abtreibung, Erhöhung ,arischer’ Geburtenrate) 8 eigene Entbindungsheime mit Standes-

          ämtern zur Geburten-Geheimhaltung und 4 Kinderstationen im Dt. Reich (im Reich gab es ca. 8 000

          Lebensborn-Kinder von SS-Vätern; im Krieg u.a. auch Lebensborn-Heime für dt. Soldatenkinder in

          Belgien (Wegimont), Frankreich (Lamorlaye), Niederlande (Njimwegen), Polen (Bad Polzin, Bromberg,

          Smoscewo, Kraków, Otwock), Norwegen (Bergen, Geilo, Godthaab, Hurdalsverk, Klekken, Os, Oslo,

          Stalheim, Trondheim) allein in Norwegen ca. 12 000 von Himmler als Vikinger-Nachfahren betrachtet -

          in Norwegen werden diese Kinder nach 1945 für Jahrzehnte diskriminiert; vor Kriegsende werden die

          „Lebensborn-Heime“ aufgelöst, viele Kinder werden u.a. nach Bayern/Heim Steinhöring verschleppt u.

          bei Kriegsende vom Heimpersonal dem Schicksal überlassen ohne die Identität ihrer wahren Eltern zu

          kennen)  > verfolgte Schüler (>1.1.37/ 07.1942/ 19.2.42/ 25.6.42/ 16.9.42/ 12.11.42/ 1.7.47/10.3.48)

13.12. Reichsärzteordnung führt zur Reichsärztekammer als Organ des Staates und verwehrt u.a. jüdischen

          Medizinstudenten die Approbation (§ 19 „Die deutsche Ärzteschaft ist berufen, zum Wohle von Volk u.

          Reich für die Erhaltung u. Hebung der Gesundheit, des Erbguts und der Rasse des deutschen Volkes

          zu wirken.") (>22.2.36/ 1937/ 3.10.38/ 31.12.38/ 9.7.40/ 23.4.41/ 25.10.46/20.8.47),

          Reichsjustizmin. Dr. Gürtners Meisterwerk dt. Rechtsphilosophie tritt als „Gesetz zur Verhütung von

          Missbräuchen auf dem Gebiet der Rechtsberatung“ in Kraft (§ 5 Juden wird die Erlaubnis nicht erteilt.)

          dient u.a. zur Pfründesicherung arischer Bildungsbürger weil den durch rassisch-politisch-religiöse

          Diskriminierung aus dem Justizdienst ausgeschlossenen kommunist. u. jüd. Juristen per Berufsverbot

          die Rechtskonsulententätigkeit verwehrt wird (>21.2.36/ 27.9.38/ 18./21.9.90)

17.12. Landgericht Berlin fällt erstes „Rasseschande“-Urteil und verurteilt im Namen des Deutschen Volkes

          den Juden Otto Jaffe wg. Rasseschande mit einer arischen Frau zu 1¼ Jahr Gefängnis

18.12. Hauptverwaltung Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft, Vermerk: „Nach Verfügung -21 Bfsb 12-  vom

          11. März 1935 wird bei Reisen des Führers und Reichskanzlers aus besonderen Rücksichten ehr-

          erbietiger Aufmerksamkeit Fahrgeld nicht erhoben und zwar sowohl bei Reisen in Sonderwagen wie

          auch in Sonderzügen...“

21.12. Schweden; Hildas, nach Selbstmordversuch stirbt der 1930 emigrierte und 1933 ausgebürgerte ex-

          „Weltbühne“-Herausgeber Dr. jur. Kurt Tucholsky (1927 „Deutsche Richter“-Zitat: „Dieses verhetzte

          Kleinbürgertum, das heute auf den Universitäten randaliert, ist gefühlskälter und erbarmungsloser als

          selbst die vertrockneten alten Herren…wenn diese Jungen einmal ihre Talare anziehen, werden unsre

          Kinder etwas erleben. Ihr Mangel an Rechtsgefühl ist vollkommen.“) (>20.10.89)

31.12. in 1935 wurden 94 Todesurteile vollstreckt, ca. 2 500 000 Arbeitslose, Hitler-Jugend hat ca. 3 900 000

          Mitgl.  >verfolgte Schüler, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei hat ca. 2 500 000 Mitgl.-

          nur 30,3% davon sind Arbeiter, eine Mehrheit von 50,8% der NSDAP-Mitgl. sind Angestellte, Beamte,

          Selbstständige und sind gemessen am Anteil der Gesamtbevölkerung drastisch überpräsentiert, ein

          Führerkorps von ca. 281 000 Menschen besteht in Staat, Partei, Wirtschaft, Massenorganisationen

          (>1.9.39/ 8.5.45/ 6.3.51/ 31.12.51/ 31.12.57),

          Julius Streichers „Der Stürmer“ - „Nürnberger Wochenblatt zum Kampfe um die Wahrheit“ erreicht eine

          Auflage von 500 000, noch mehr Leser erhält das Blatt durch Zeitungsschaukästen. In der Fußzeile

          der Titelseite jeder Ausgabe steht „Die Juden sind unser Verderben!“ und werden als „Volksverderber“

          „Schmarotzer“ „Bazillen“ „Wanzen“ u. Deutsche mit Kontakten zu Juden werden in der Denunzianten-

          Rubrik „Pranger“ als „Judenknechte“ bezeichnet

1936

          Reichsjugendführer B. v. Schirach proklamiert 1936 zum „Jahr des Jungvolkes“, laut dem für Eltern

          bestimmten Handbuch sind Ziele der Jungvolk-Ausbildung: „Wir bilden Ihren Sohn aus und erziehen

          ihn, und wir formen aus ihm einen Mann der Tat, einen Mann des Sieges. Er muß in eine harte Schule

          genommen werden, um seine Fäuste zu stählen, seinen Mut zu stärken, damit er einen Glauben be-

          kommt, einen Glauben an Deutschland…Für uns sind ein Befehl und eine Anordnung die heiligsten

          Pflichten.“ (am 19.4., dem Tag vor Hitlers Geburtstag, meldet v. Schirach das 90% aller 10jährigen

          Arier der Aufforderung Folge geleistet hatten). Auch der kath. Professorensohn Hans-Jochen Vogel -

          Bruder des späteren pfälz. CDU-Min.-Präs. Dr. Bernhard Vogel - sagt die „Schwertworte“: „Jungvolk-

          Jungen sind hart, schweigsam u. treu, Jungvolkjungen sind Kameraden, des Jungvolkjungen höchstes

          ist die Ehre“ (H. V. leistet 1940 den HJ-Eid, erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer

          Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus, wird Hitler-Jugend Scharführer u. erhält 1943 an

          Gießen’s Landgraf-Ludwig-Oberschule für Jungen das Abitur, er erfüllt die finanziellen Kriterien

          demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, 1946 Studium, 1950 Promotion,

          SPD, 1954 Amtsgerichsrat, 1960-72 Oberbürgermeister München, 1972-81 MdB, Bundesbau- u.

          Bundesjustizminister, 1983-94 MdB, 1987-91 SPD-Vorsitz., 2001 Nationaler Ethikrat) (>19.4.93),

          Berlin, der 14jährige Hans-Jürgen Wischnewski, der bereits früher HJ-Mitglied werden wollte, leistet

          den Eid: „Ich verspreche, in der Hitler-Jugend allzeit meine Pflicht zu tun in Liebe und Treue zum

          Führer und unsrer Fahne. So wahr mir Gott helfe!“ (er sagt später „Ich mache auch gar keinen Hehl

          daraus, daß es sogar Spaß gemacht hat…es wäre unredlich, wenn ich sagen würde, daß das ganz

          schrecklich gewesen wäre.“) u. erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabten-

          förderung (1941 Abitur an der Theodor-Körner-Oberschule für Jungen in Berlin, zu Kriegsende Ober-

          leutnant, 1946 SPD, 1957-90 MdB, 1961-65 MdEP, 1966-68 Bundesminister, 1974-79 Kanzleramts-

          minister bei Bundeskanzler Helmut Schmidt) (>8./14.9.36/ 18.10.77),

          Elvira Bauers Kinderbuch „Trau‘ keinem Fuchs auf grüner Heid‘ und keinem Jud‘ bei seinem Eid“ er-

          scheint, Leseprobe: „Nun wird es in der Schule schön, denn alle Juden müssen gehn, die Großen und

          die Kleinen. Da hilft kein Schrein und Weinen und auch kein Zorn und Wut. Fort mit der Judenbrut!“

          > verfolgte Schüler,

          Berlin, Bismarck-Oberlyzeum, die 16jährige Helga Treuherz, als „Mischling 1.Grades“ kein BDM-Mitgl.

          u. häufig Opfer antisemitischer Belästigungen am Lyzeum verlässt trotz bester Noten und des ihr aus

          rassischen Gründen versperrten Studiums die Schule >Schaden in der Ausbildung, verfolgte Schüler

          (1938 emigriert sie mit der Mutter nach Frankreich, dem jüd. Vater wird die Einreise verweigert. Er wird

          am 16.6.44 zuerst nach Theresienstadt und am 9.10.44 in das KZ Auschwitz deportiert, danach wird

          Helga T. Halbwaise) (>29.6.56/ 1.4.58),

          Berlin, Königstädtische Gymnasium, die 16jährige dt.-jüd. Ruth Fromm muss die Schule verlassen

          > verfolgte Schüler (>1.4.58),

          Hansestadt Hamburg, Käthnerkampschule, Hans-Jürgen Massaquoi (10jähriger nichtarischer Sohn

          des Konsuls von Liberia u. einer Deutschen) darf weder zur Hitler-Jugend noch, trotz guter Zeugnisse,

          eine weiterführende Schule besuchen >Schaden in der Ausbildung, verfolgte Schüler (1940 beginnt

          seine 3jährige Bauschlosserlehre, 1948 verlässt er Deutschland, studiert in den USA, wird Redakteur

          der afro-amerik. Zeitschrift Ebony und u.a. Autor von:„Neger, Neger, Schornsteinfeger!“ (>20.4.36/

          1.12.36/ 1941/ 29.6.56/ 1.4.58),

          Mannheim, der 13jährige jüd.-dt. Ernst Michel und Schwester Lotte müssen die Schule verlassen

          >Schaden in der Ausbildung, verfolgte Schüler (1939 verweigern ihm die USA Asyl und er wird am

          2.9.39 zur Zwangsarbeit im Dt. Reich verhaftet, später für das IG-Farben Bunawerk nach Auschwitz

          deportiert, hier werden die Eltern ermordet. Lotte überlebt in Frankreich, Ernst überlebt Auschwitz, den

          Todesmarsch, wird in Nürnberg IMT-Berichterstatter und emigriert 1946 in die USA) (>27.3.41/

          18.1.45/ 14.11.45/ 29.6.56/ 1.4.58)

01.01. Steuerkarte Verheirateter muß zur Mischehen-Feststellung Konfession von Mann u. Frau aufweisen,

          Chef der U-Boot-Flottille „Weddingen“ Karl Dönitz wird zum Führer der U-Boote ernannt (>4.9.1939)

03.01. Reichsinnenmin. Dr. jur. Frick, Runderlaß zur 1.Ausführungsverordnung vom Blutschutzgesetz u.a.

          „2(a) Das dt Volk setzt sich aus Angehörigen verschiedener Rassen (nordische, fälische, dinarische,

          ostische, westische, ostbaltische)…zusammen. 2(c) Zu den artfremden Rassen gehören alle anderen

          Rassen, das sind in Europa außer den Juden regelmäßig nur die Zigeuner…“ (>17.7.36/ 17.3.82)

08.01. Wuppertal, Beginn sog. Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse (626 Personen u.a. Sozialdemokraten,

          Kommunisten u. Mitgl. christl. Organisationen werden wg. „Beteiligung an hochverräterischen Unter-

          nehmungen“ angeklagt und im Namen des Deutschen Volkes z.T. zu langen Haftstrafen verurteilt

17.01. Berlin, NSDAP-(Landespartei-)Gautag, Propagandamin. Dr. Goebbels fordert u.a. „Wir müssen an der

          Beherrschung der Welt teilnehmen, wir müssen deshalb ein Herrenvolk werden und…müssen…unser

          Volk zum Herrenvolk erziehen. Das muß beim kleinsten Pimpf (V., 10-14jährige HJ-Jungen) anfangen,

          der schon in dieser Herrenmoral erzogen werden muß.“ (>1.12.36/ 28.2.39/ 24.10.39/ 17.7.41/

          10.10.41/ 9.2.42/ 1943 / 21.6.44/ 5.3.43)

24.01. Reichskriegsmin. Verfügung den westblickenden Reichsadler am „Gott mit uns“-Koppelschloss durch

          den nach Osten blickenden NSDAP-Adler zu ersetzen

30.01. Reichskriegsmin. v. Blomberg’s Erlass zum - seit 1934 praktizierten - nationalpolitischen Unterricht an

          Offiziersschulen

02.02. „Deutsche Schulgemeinde“-Aufruf für Deutsche Gemeinschaftsschule > verfolgte Schüler (>20.3.36/

          2.7.37/ 5.9.37/ 16.5.38/ 15.11.38/ 25.8.45/ 2.10.45/ 28.10.45/ 10.12.45/ 21./22.4.46/ 15./16.8.46),

.         Frankreich; Paris, Hotel Lutetia, Tagung von mehr als 100 Angehörigen der dt.Oppostion im Ausland;

          unter Vorsitz von Heinrich Mann gründen 37 Mitgl. dt. bürgerlicher Parteien, 27 SPD’ler, 20 KPD’ler,

          3 SAP’ler und Revolutionäre Sozialisten den „Ausschuß zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront“

          (>24.5.36/ 10./24.6.36/ 21./22.4.46)

04.02. Schweiz; Davos, der jüd.-schweiz. Student David Frankfurter erschiesst NSDAP-Landesgruppenleiter

          Wilhelm Gustloff (G. wird am 12.2. in Anwesenheit A. Hitlers in Schwerin beerdigt)

10.02. Preuß. Gesetz über die Geheime Staatspolizei (bindet u.a. Regierungspräs. an Gestapo-Weisungen)

11.02. Reichsbildungsmin.-Erlaß zu „Körperl. Auslese der Schüler höherer Schulen“ Bildungsdiskriminierung   

6./16.2. Garmisch-Partenkirchen, IV.Winter-Olympiade, zuvor wurden „Juden unerwünscht“-Schilder entfernt

15.02. Berlin, Reichskanzler Hitler eröffnet Internationale Automobil- und Motorrad-Ausstellung, Mercedes-

          Silberpfeilpilot Manfred v. Brauchitsch sagt u.a. „Mein Führer, als Vertreter der deutschen Rennfahrer

          danke ich Ihnen…wir geloben…alles daranzusetzen, um…die stolzen Fahnen des Dritten Reiches auf

          den Rennbahnen Europas als Siegeszeichen sehen zu lassen." (>1.4.36/ 14.4.51/ 1.11.57)

21.02. Reichsjustizmin. Dr. Franz Gürtner’s Bekanntmachung der neuen Reichsrechtsanwaltsverordnung

          „Der Rechtsanwalt ist der berufene, unabhängige Vertreter u. Berater in allen Rechtsangelegenheiten.

          Sein Beruf ist kein Gewerbe, sondern Dienst am Recht.“ Treueeid § 19 (1): Ich schwöre, dem Führer

          des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler Treue zu halten und die Pflichten eines Deutschen

          Rechtsanwalts gewissenhaft zu erfüllen, so wahr mir Gott helfe.“, Reichsrechtsanwaltskammer-Präs.

          wird Dr. jur. Reinhard Neubert (Zitat Dr. jur. Walter Lewald 1947: „Alles in allem…wird man sagen

          dürfen, daß die deutsche Anwaltschaft die Probe der großen Versuchung der Jahre 1933 - 1945

          bestanden hat.“) deutsche Gerechtigkeit (>19./21.5.39/ 13.9.90/ 28.11.92)

22.02. Reichsärzteführer Dr. Leonardo Conti bestimmt, daß kein „Jude oder Judenmischling“ als Arzt

          eingestellt werden darf            

03.03. Berlin, weitere Ausbürgerungsliste mit 25 Namen, u.a. der Schriftsteller Arnold Zweig

04.03. München, Eröffnung „ENTARTETE KUNST ausstellung von ,kulturdokumenten’ des bolschewismus

          und jüdischer zersetzungsarbeit“ (>18.7.37/ 31.5.38)

07.03. links-rhein. Rheinland, Einmarsch, Segnung durch kath. Priester an Rheinbrücken u. Stationierung dt.

          Truppen, einseitige Versailler- u. Locarno-Vertrag-Kündigung, Frankreich ruft Völkerbund an, Rückzug

          französ. Truppen (noch 1936 beginnt hier Bau militär. Befestigungen/Westwall) (>1937/ 28.5.38),

          Reichstag/Krolloper, Reichskanzler Hitler „Die dt. Reichsregierung hat mit dem heutigen Tage die volle

          und uneingeschränkte Souveränität des Reiches in der demilitarisierten Zone des Rheinlandes wieder

          hergestellt…Männer des Dt. Reichstags! In dieser historischen Stunde, da dt. Truppen in den West-

          provinzen des Reiches…dabei sind in ihre künftigen Friedensgarnisonen einzumarschieren, vereinen

          wir uns alle in zwei Schwüren…bei der Wiederherstellung der Ehre unseres Volkes keiner Macht zu

          beugen…mehr als je zuvor für die Verständigung zwischen den Völkern Europas eintreten werden,…

          Deutschland wird NIEMALS den Frieden brechen.“, die „ernannten“ Parteiliste-Abgeordneten applau-

          dieren stehend minutenlang, dann verkündet H. Reichstagsauflösung und Neuwahlen am 29.3.1936,

          am Abend finden im ganzen Dt. Reich wieder Fackelzüge statt

08.03. Krolloper, Heldengedenktag-Hauptfeier u.a. mit Reichskanzler Hitler, Feldmarschall A. v. Mackensen,

          Luftwaffe-Oberbefehlshaber H. Göring, Heeresleitungschef Gen. H. v. Seekt, Gen. W. v. Fritsch, Adm.

          E. Raeder u. Gen. Alfred v. Krauß aus Österreich, Reichskriegsmin. W. v. Blomberg’s Ansprache u.a.

          „Wir wollen keinen Angriffskrieg doch wir fürchten auch keinen Verteidigungskrieg…Wir in der Armee

          sind Nationalsozialisten. Partei und Armee sind näher zusammengerückt…Der nationalsozialistische

          Staat stellt uns seine gesamte wirtschaftliche Kraft, sein Volk und seine gesamte männliche Jugend

          zur Verfügung…Eine enorme Verantwortung ruht auf unseren Schultern.“ (>26.6.36)

11.03. alle Schulen mit mehr 90% Hitler-Jugend-Mitgl. dürfen die Hitlerjugend-Flagge hissen (B. v. Schirach-

          Fahnenspruch „Es dröhnen die Trommeln durch das Land, die Trommeln der Ha-Jot, ihr Fahnen, weht

          in unserer Hand, die Fahne ist das Vaterland, der Feind muß aufs Schafott…“)

    03. C.H. Becksche Buchhandlung veroffentlicht von Staatssekr. Dr. Wilhelm Stuckart u. Oberregierungsrat

          Dr. jur. Hans Globke verfasstes „Erläuterungswerk“ (jurist. Kommentar) zur dt. Rassegesetzgebung

12.03. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlass zur Schliessung der Waldorf-/ Rudolf-Steiner-Schulen u.a.

          wegen der von ihnen vertretenen Weltanschauung  > verfolgte Schüler, Bildungsdiskriminierung

14.03. München, Reichskanzler Hitler sagt u.a. „Mein Ziel ist der Friede, der auf der Gleichberechtigung der

          Völker begründet ist. Wir sind eine Großmacht Europas und wollen als Großmacht gewürdigt werden.“

18.03. Erstausgabe der für den öffentl. Aushang bestimmten NSDAP-Zeitung „Die Parole der Woche“ (für

          den Inhalt verantwortlich zeichnen u.a. Walter Schulze, Hannes Kremer, W. Wächter) mit dem Titel

          von Rudolf Heß „Der 29.März ist der Tag des Dankes an den Führer!“

19.03. Reichsjugendführung gibt Vereinbarung zur Eingliederung der Schüler der Napolas in die HJ bekannt

20.03. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Gesetzentwurf zur Auflösung „mit dem Gedanken der nationalsozialis-

          tischen Volksgemeinschaft unvereinbar(en)“ Bekenntnisschulen / Konfessionsschulen (Plakattext:

          „Adolf Hitlers Jugend geht in die Gemeinschaftsschule“) (am 27.3. stimmen Reichskirchenmin. und am

          28.3. die Reichskanzlei zu) >verfolgte Schüler (>30.3.36/ 26.7.39/ 25.8.45/ 20.5.46/ 1.9.46/ 14.10.54)

26.03. Rundschreiben des ev. Reichskirchenausschuß an alle Landeskirchen: „Aus Stadt und Land kommt

          an uns der Wunsch, daß nach Beendigung der Kundgebung in Köln (Verf., mit Hitlers Wahlkampfrede)

          am Sonnabend d. 28. d. Mts. abends um 20 Uhr die Glocken aller ev. Kirchen im Deutschen Reich in

          den Gesang des Niederländischen Dankgebetes einfallen mächten.“ (>28.3.36)

27.03. Essen, Krupp-Werke, am Ende einer Deutschlandtour spricht Hitler vor 100 000 Krupparbeitern, der

          dt. Bevölkerung wird eine Stunde Arbeitspause verordnet damit die gesamte dt. Bevölkerung die Rede

          vor den öffentlichen „Rechslautsprechersäulen“ verfolgen kann

28.03. Köln, Hbf./Hohenzollernbrücke, nach Hitlers Ansprache setzt sich sein Sonderzug unter „Heil“-Rufen

          jubelnder deutscher Menschenmassen langsam in Bewegung (Hitler: „800 Jahre hat man gebraucht,

          bis dieses Meisterwerk der Gotik vollendet wurde. Jetzt ist Köln wieder Deutsch und nie wieder wird

          ein deutscher Soldat diese Stadt betreten…“) (9 Jahre später wird Köln von amerik. Truppen besetzt)

29.03. 10.Reichstagswahl, Ja/Nein-Wahl aller die nicht als Volljuden galten („Liste des Führers“ = 99%),

          („Vor 1933 sterbendes Volk…das bedeutet: Politische Schwäche - Senkung der Lebenshaltung – Not

          und Untergang, nach 1933 wachsendes junges Volk…Hitler schafft: Siedlungen, Arbeit u. Brot –

          Kinderreichenbeihilfe – Ehestandsdarlehen…Adolf Hitler ist das Leben und die Zukunft - Darum am

          29.März bei der Wahl: Das ganze deutsche Volk für den Führer und sein Aufbauwerk!“, ein neuer

          Reichstagsabgeordneter ist Sohn eines Richters, Karl Wolff (1.Weltkrieg, Gardeleutnant/ EK I, 1920-

          25 Angestellter, 1925-33 Selbstständiger, 1931 NSDAP-Mitgl. 695 131/SS-Mitgl. 14 235, 03.-06.1933

          Adjutant Reichsstatthalter Gen. Ritter v. Epp, 06.1935 Chefadjutant Reichsführer-SS H. Himmler,

          01.1934 SS-Obersturmbannführer, 07.1934 SS-Oberführer, 11.1935 SS-Brigadeführer) (>13.8.42)

30.03. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß zum schulischen Förderungs- und Stipendiums-Privileg exklusiv

          für Hitler-Jugend (>3.1.51/ 30.4.53/ 10.6.59)  verfolgte Schüler

01.04. Reichsjugendführer v. Schirach an Generalleutn. W. v. Brauchitsch „Ich halte es für meine Pflicht, Sie,

          bevor andere Ihnen berichten, meinerseits eine Darstellung des Vorfalls mitzuteilen, der sich heute

          vormittag ereignet hat. Obwohl ich nicht genau weiß, in welcher verwandtschaftlicher Beziehung Sie,

          hochverehrter Herr General, zu dem Rennfahrer Manfred v. Brauchitsch stehen, halte ich es doch für

          richtig, Sie davon in Kenntnis zu setzen, daß ich Herrn Manfred v. Brauchitsch u. seinen Bruder heute

          früh um 10.15 in deren Wohnung, Berlin, Hohenzollern-Damm 60, mit einer Hundepeitsche gezüchtigt

          habe. Die Brüder Brauchitsch hatten vor etwa 10 Tagen in der Gastwirtschaft Hotel Post und Jäger in

          Urfeld (Walchensee) in angetrunkenem Zustand beleidigende Äußerungen über meine Frau getan...“

          (der Mercedes-Werksfahrer u. NSKK-Führer v. Brauchitsch wird 1940 persönl. Referent von Junkers-

          Chef Dr. Heinrich Koppenberg, 1944 Referent im Reichsmin. für Rüstung und Kriegsproduktion und

          1948 AvD-Präsident (>28.4.40/ 22.11.51)

06.04. kath. deutsche Bischöfe erlassen „Richtlinien für die katholische Jugendseelsorge“ (>21.4.53)

10.04. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s Erlaß zur Aushändigung von „Mein Kampf“ als Traugeschenk (>14.6.36)

15.04. Reichspressekammer-Präs. Amann’s Anordnung betreffs nötigen Nachweis arischer Abstammung

    04. Anklam, Otto-Lilienthal-Gymnasium, Chefarztsohn u. Hitler-Jugend-Mitgl. Heinrich Hannover erfüllt

          die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung und besucht diese Schule

          (1943 NSDAP, Reichsarbeitsdienst, Division Hermann Göring-Kriegsfreiwilliger, 1945 Abitur, 1946-50

          Jura-Studium, 1954 Anwalt/ Strafverteidiger in vielen polit. Strafsachen) (>22.7.61),

          Berlin, Friedrich-Werdersche Gymnasium, Arztsohn Joachim Lipschitz legt das Abitur ab, ein Studium

          wird aus rassischen Gründen verweigert (1936 Lehre, 1938 RAD, 1939 Wehrmacht) > verfolgte

          Schüler, Schaden in der Ausbildung (>25.6.45/ 29.6.56),

          Grevenbroich, Kreisbaumeistersohn und Hitler-Jugend-Jungvolkführer Dieter Wellershoff erfüllt die

          politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus u.

          besucht das Gymnasium (1943 Reichsarbeitsdienst, Division Hermann Göring-Kriegsfreiwilliger an der

          Ostfront, 1946 Abitur, 1947 Germanistik-, Kunstgeschichte u. Psychologie-Studium, 1952 Promotion,

          1956-59 Redakteur, 1959 Lektor Kiepenheuer&Witsch, ab 1981 freier Schriftsteller),

          Groß-Strehlitz, Gymnasium „Joanneum“, der kath. Schulrektorensohn u. HJler Erich Mende erfüllt die

          politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus u.

          legt sein Abitur ab (nach dem Reichsarbeitsdienst, 1936 Wehrmacht, 1939 Leutnant bei Angriff auf

          Polen u. 1940 bei Angriff auf Frankreich, 1941 Kompanieführer bei Angriff auf die UdSSR, 1945 Major,

          Ritterkreuz, 1945 Vertriebener, Jurastudium in Köln, 1946 FDP, 1949-70 MdB, 1950 Promotion, 1960-

          68 FDP-Vorsitz., 1963-66 Bundesmin. für Gesamtdeutsche Fragen, 1970 CDU) (>4./6.10.56/ 12.6.64),

          Swinemünde (Usedom), NS-Frauenschaftsleiterintochter, Jungmädelgruppenführerin und Halbwaise

          Erika Assmuss erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begagtenförderung und

          besucht die Oberschule, 1939 BdM, 1944 Abitur, 1945-46 Institut Rabe Raketenbau u. -entwicklung

          Bleicherode, Lehrerausbildung, SED, Schulreferentin, CIC-Agentin, Dozentin SED-Parteihochschule

          ,Karl Marx’ (>21.6.51),

          Torgau, das Militärstrafgefängnis Torgau-Fort Zinna wird wieder eröffnet

18.04. Gesetz über den Volksgerichtshof (§1 Der Volksgerichtshof wird ordentliches Gericht…) für politische

          Delikte gegen dessen Urteile keine Revision möglich ist (1934-36 Präs. Dr. Fritz Rehn, 1936-42 Präs.

          Dr. Otto Thierack, 1942-45 Präs. Dr. Roland Freisler, 5 Richter in bis zu 6 Senaten, Richter werden auf

          Vorschlag des Justizmin. v. Reichskanzler ernannt), mit 5 191 Todesurteilen wird das Gericht ein ent-

          scheidendes Instrument polit. Herrschaft, es löschte u.a. die „Weiße Rose“, Goerdeler, U. v. Hassel,

          Feldmarsch. E. v. Witzleben u. 200 weitere Widerstandskämpfer, Ordensschwester Restituta, Lehrerin

          Lepaul, den 16jährigen Günther Jurka, den Gastwirt der Radio London hörte, den Zwangsarbeiter der

          versuchte in die Schweiz zu fliehen, aus. Am VGH wirkten insges. 570 Richter u. Staatsanwälte (in der

          BRD leben VGH-Juristen unbestraft: „73 Richter u. 121 Anklagevertreter des VGH in der…BRD wieder

          amtierten“ u. deutsche Gerechtigkeit reflektieren, u.a. Dr. Bernhard Bach, Karl-Hermann Bellwinkel,

          Dr. Karl Bruchhaus, Dr. Paul Emmerich, Dr. Georg Eisert, Dr. Eduard Guntz, Dr. Wilhelm Grendel, Dr.

          Wilmar Hager, Dr. Konrad Höher, Kurt Jaager, Dr. Helmut Jaeger, Dr. Heinz-Günther Lell, Dr. Gerd

          Lenhardt, Dr. Alfred Münich, Dr. Kurt Naucke, Hans-Joachim Rehse, Otto Rathmeyer, Helmut Scherf,

          Dr. Franz Schlüter, Dr. Edmund Stark, Karl Spahr u. Dr. Paul Reimers (an mind. 97 Todesurteilen be-

          teiligt, z.B. geg. Pater Alois Grimm, Dr. R’s Urteilsbegründung: „Grimm…hat im 4. und Anfang des

          5.Kriegsjahres zu Volksgenossen darunter zu einem Soldaten, sich schwer zersetzend, hetzerisch u.

          defaitistisch geäußert. Er hat damit im Dienst der Feindpropaganda unsere Kampfkraft angegriffen…

          ist für immer ehrlos...mit dem Tode bestraft.“ - er wird am 11.11.44 geköpft) u.v.a.m. Dr. Reimers z.B.

          urteilt im Namen des Volkes als Landgerichtsrat Ravensburg bis Erhalt seiner hohen Pension 1963)

          (>5.6.44/ 8.12.49/ 21.4.50/ 11.3.55/ 13.6.61/ 14.5.62/ 30.4.68/ 6.12.68/ 26.6.80/ 5.4.83/ 21.10.86)

19.04. Reichsjugendführer Baldur v. Schirach gibt im Rundfunk bekannt, daß im laufenden Jahr 90% aller

          Zehnjährigen in das ,Deutsche Jungvolk’ eingetreten sind (Reichskanzler Hitler sagt im April ’43 u.a.

          „Noch nie in der deutschen Geschichte war einer jungen Generation ein so schönes Schicksal be-

          schieden als euch. Ihr lebt als Jugend in einem jungen Reich, erfüllt mit einem freudigen Leben, mit

          einer starken Hoffnung, mit einer unzerstörbaren Zuversicht…“)

20.04. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß über die Vereinheitlichung des höheren Schulwesens; ab April

          entfällt mit der Schulreform das 13.Schuljahr (Oberprima), unterschiedliche höhere Schultypen werden

          reichsweit in „Oberschule für Jungen“/„Mädchen“ vereinheitlicht, Übergangsregelungen f. „Gymnasien,

          die nach der Schulplanung…als Nebenform noch bestehen bleiben…“ > verfolgte Schüler (>8.9.39),

          die Wehrmacht huldigt Reichskanzler Hitler zum Geburtstag mittels Truppenparade mit hunderten

          Offizieren, 14 000 Soldaten und über 1 500 Militärfahrzeugen,

          Gemeinsames Geburtstagslied der Kinder bei Jugendabordnungen-Empfang durch Adolf Hitler:

          „Lieber guter Führer wie haben wir Dich lieb,

           mit uns’ren kleinen Händen woll’n wir Dir Blumen schenken. Hab Du uns dann auch lieb.

           Lieber guter Führer wie haben wir Dich lieb.

           In unserm kleinen Herzchen hast Du das schönste Plätzchen. Wie haben wir Dich lieb.“,

          NSDAP-Reichspressechef Dr. Otto Dietrich erklärt zum Geburtstag des Führers „Wohl kein Sterblicher

          ist je von soviel Liebe und Vertrauen getragen worden wie Adolf Hitler, der Mann aus dem Volke.“,

          Westpreußen; Schloss Marienburg (einstiger Sitz des Deutschen Ordens), zentrale Vereidigungs-

          zeremonie 10jähriger Kinder für Aufnahme ins ,Deutsche Jungvolk’, bei Fackellicht, Trommeln und

          Fanfaren leisten die 10jährigen den HJ-Eid: „Ich gelobe, dem Führer Adolf Hitler treu und selbstlos in

          der Hitler-Jugend zu dienen. Ich gelobe, mich allzeit einzusetzen für die Einigkeit und Kameradschaft

          der deutschen Jugend. Ich gelobe Gehorsam dem Reichsjugendführer und allen Führern der HJ. Ich

          gelobe bei unserer heiligen Fahne, daß ich immer versuchen werde ihrer würdig zu sein, so wahr mir

          Gott helfe.“ Zeremonie endet mit dem gemeinsamen Singen des HJ-Fahnenliedes (>18.8.52),

          ca. 800 000 Jungen (95% des Jahrgangs 1926) werden in die HJ (Deutsches Jungvolk) übernommen,

          auch der 10jährige Fritz Streletz leistet heute diesen Eid (besucht 1941-43 eine Heeresunteroffiziers-

          vorschule, 1948 wird Unteroffizier Fritz S. - nach drei „lehrreichen Jahren“ aus sowjet. Kriegsgefangen-

          schaft entlassen - SED-Mitgl. u. geht zur Kasernierten Volkspolizei KVP, 1951 Zugführer/ Volkspolizei-

          Oberrat, 1953 Oberstleutnant, IM „Birnbaum“, erfüllt die politischen Kriterien sozialistischer Be-

          gabtenförderung der Diktatur des Proletariats, Studium Offiziershochschule Dresden, 1956 Oberst,

          Studium Generalstabsakademie Moskau, Dipl. rer. mil., 1961 Stabschef MB III, 1964 Generalmajor,

          1969 Generalleutnant, 1971 Sekr. Nationaler Verteidigungsrat NVR, 1976 Vaterländ. Verdienstorden,

          1979 Generaloberst, stellv. Verteidigungsminister, NVA-Hauptstabschef, 1981 SED-ZK, 1984 K.-Marx-

          Orden, 06.1989 Empfang bei SPD-Saarbrücken, 1989 Rücktritt, 05.1991 Ermittlungsverfahren wg.

          „Anstiftung zum Totschlag“) (>12.11.92)

23.04. Gesetz über die Gewährung von Straffreiheit (für Taten durch Übereifer im Kampf um NS-Gedanken)

24.04. Übergabe der ersten NSDAP-Ordensburgen (Parteischulen) Vogelsang/ Eifel, Kroningen, Falkenburg/

          Pommern, Sonthofen/ Allgäu, Marienburg/ Ostpreußen (>14.5.46)

25.04. Schkopau, IG Farbenindustrie gründet Buna-Werk zur synthet. Kautschuk-Herstellung (Direktoren

          werden u.a.: Dr. Otto Ambros, Dr. Carl Wulff, Techn. Direktor wird Dipl.-Ing. Wilhelm Biedenkopf, Vater

          des spät. CDU-Ministerpräs. Prof. Dr. Kurt B.; Chemiker werden u.a. Dr. Hajo Eilers, Dr. Hans Kehlen

          u. der Vater von Bündnis90/Grünen-MdB Hans-Christian Ströbele. Von 1945 hier beschäftigten 10 000

          Menschen sind ca. 6 000 Zwangsarbeiter u. Kinderarbeiter, auch der jüd.-italien. Chemiker Primo Levi

          war zeitweise hier Zwangsarbeiter) (>7.4.41/ 4.12.42/ 19.2.44/ 07.45/ 1./3.7.45/ 14.8.47/ 27.5.57)

29.04. Verordnung des Polit. Polizeikommandeurs zum Verbot der Sieben-Tage-Adventisten (>26.2.58)

01.05. 97% aller Erzieher sind im Nationalsozialistischen Lehrerbund, 32% sind NSDAP-Mitgl., 10 533

          Lehrer sind in HJ/Jungvolk und 7 500 Lehrerinnen im BDM/Jungmädel verantwortlich tätig (>10.10.46)

02.05. Äthiopien; Addis Abeba, ital. Truppen haben mit Luftwaffe (einer der Piloten ist der spät. Außenmin.

          Galeazzo Ciano) u. Giftgas die afrik. Truppen besiegt (ca. 760 000 Äthiopier wurden Kriegsopfer,

          Faschistenführer Mussolini erklärt Abessinien für italienisch, König Vittorio Emanuele III wird Kaiser

          von Äthiopien, wenig später paktieren Mussolini u. Hitler)(>30.6.36/ 25.10.36/ 8.4.37/ 28.9.37/ 23.9.43)

05.05. Berlin, Schauspielhaus/Preuß. Staatstheater-Intendant Gustaf 5.12.53 wird Preußischer Staatsrat

          (>19.10.39/ 05.1945/ 5.12.53)

08.05. Schloß Burg/Wupper, 1.Reichstagung Reichsfachschaft Komponisten „sendet Ihnen, mein Führer,

          als dem ersten Künstler der deutschen Nation, in steter Einsatzbereitschaft ergebenste Treue. gez.

          Paul Graener“

09.05. Duisburg, Helmut Horten, Sohn eines OLG-Köln Senatspräs. kauft Gebr. Alsberg Kaufhaus als erstes

          seiner späteren Kaufhaus-Kette (die jüd. Eigner Hermann Strauß u. Ernst Lauter „emigrieren“, Mutter

          Amalia Lauter wird 1942 über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert) (>1.1.37/ 27.11.84)

11.05. Vatikan; Papst Pius XI beschreibt Kommunismus als größtes Übel der Menschheit (>1.7.49/ 28.7.50)

    05. Bund Nationalsozialistischer deutscher Juristen BNSDJ ist Nationalsozialistischer Rechtswahrerbund

          NSRB unter Leitung von Dr. Hans Frank (ab ’42 unter Dr. Otto Thierack) (>26.10.39/ 15.9.48/ 6.7.49/

          1.4.50/ 04.1953/ 15.6.53/ 5.6.58/ 31.12.89/ 23.9.91/ 31.12.94/ 14.12.95)

22.05. „Pariser Tageblatt“ berichtet über „Das Schwarze Korps“-Artikel „Sie beten um Hitlers Tod“ (>7.6.36)

23.05. Reichsverwaltungsblatt, der Staats- und Kirchenrechtler und Oberverwaltungsgerichtsrat Prof. Dr.

          Ulrich Scheuner schreibt über „Die Gerichte und die Prüfung politischer Staatshandlungen“ und vertritt

          die Rechtsauffassung „daß die Nachprüfung von politischen Staats- und Verwaltungshandlungen den

          Gerichten im Nationalsozialistischen Führerstaat in jedem Fall entzogen ist.“ (verfolgte Schüler der

          NS- und SED-Diktatur können das bestätigen. Prof. Dr. S. lehrt 1940 in Göttingen. ab 1941 in

          Straßburg, 1947 ist er beim Evangelischen Hilfswerk Stuttgart, ab 1950 an der Friedrich-Wilhelm-Uni.

          Bonn, verfasst für das Bundesfinanzmin. ein Gutachten wonach polnische Zwangsarbeiter der

          Reichswerke H. Göring keine Entschadigung einklagen können, 1954 Mitherausgeber des 4bändigen

          Handbuchs „Grundrechte“(!) und bleibt damit ein lebenslang „Hochdotierter“) (>23.11.1941)

24.05. Ingolstadt, Bischof Michael Rackl erklärt in seiner Predigt u.a. „Die guten Katholiken sind immer auch

          gute Patrioten gewesen...Die guten Katholiken haben gewiß im Jahre 1918 nicht die Revolution ge-

          macht, die guten katholischen Soldaten haben wahrhaftig nicht die Deserteure gespielt, und die guten

          Katholiken werden niemals auf seiten der Revolutionäre sein, mag es noch so schlecht gehen.",

          Frankreich; Paris, der „Ausschuß zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront“ veröffentlicht Aufruf zu

          Rheinlandbesetzung und Hitlers Kriegspolitik unterzeichnet u.a. von Siegfried Aufhäuser, Karl Böchel,

          Rudolf Breitscheid (alle SPD), Hans Beimler, Franz Dahlem, Alfred Kantorowicz, Walter Ulbricht (alle

          KPD), Herbert Frahm unter dem Pseudonym Willy Brandt, Dr. Walter Fabian, Jacob Walcher alias

          Jim Schwab (alle SAP), Lion Feuchtwanger, Heinrich Mann (Bürgertumsvertreter) (>29.4.51/ 20.8.57),

          Niederlande; kath. Bischöfe erklären Mitgliedschaft in der Nationaal-Socialistische Beweging NSB als

          unvereinbar mit dem katholischen Glauben (>2.10.36)

04.06. Berlin, der ev. Pfarrer Wilhelm Jannasch überreicht MinRat Dr. jur. Heinrich Doehle die Denkschrift

          der Vorläufigen KirchenLeitung der Bekennenden Kirche an Reichskanzler A. Hitler u.a. „Längst sind

          der ev. Kirche durch durch einen zwischen dem Reichsjugendführer und dem dazu nicht ermächtigten

          Reichsbischof abgeschlossenen Vertrag ihre eigenen Jugendorganisationen genommen worden…

          Entkonfessionalisierung der Schule wird vom Staat bewußt gefördert. Unter Verletzung von Rechten

          der Kirche wird die Abschaffung der Bekenntnisschule betrieben…Von den ev. Angehörigen der NS-

          Organisationen wird gefordert, sich uneingeschränkt auf die nationalsozialistische Weltanschauung zu

          verpflichten…Wenn hier Blut, Rasse, Volkstum und Ehre den Rang von Ewigkeitswerten erhalten, so

          wird der ev. Christ durch das erste Gebot gezwungen, diese Bewertung abzulehnen…Wenn den

          Christen im Rahmen der nationalsozialistischen Weltanschauung ein Antisemitismus aufgedrängt wird,

          der zum Judenhaß verpflichtet, so steht für ihn dagegen das christliche Gebot der Nächstenliebe…

          Unser Volk droht die ihm von Gott gesetzten Schranken zu durchbrechen, es will sich selbst zum Maß

          aller Dinge machen…In diesem Zusammenhang müssen wir dem Führer und Reichskanzler unsere

          Sorge kundtun, daß ihm vielfach Verehrung in einer Form dargeboten wird, die allein Gott zukommt…

          Wir bitten aber um die Freiheit für unser Volk…daß nicht einst die Enkel den Vätern fluchen, weil sie

          ihnen zwar einen Staat…hinterließen, das Reich Gottes aber ihnen verschlossen.“ (>14.3.37/ 26.2.46)

          > verfolgte Schüler

05.06. Hansestadt Hamburg, Oberlandesgericht urteilt im Namen des Deutschen Volkes daß die religiöse

          Erziehung der Zeugen Jehovas-Kinder „das geistige Wohl der Kinder auf das schwerste gefährdet “

          was zum Entzug elterlichen Sorgerechts und Heimeinweisung der Kinder führt  > verfolgte Schüler

          (>2.9.37/ 3.12.37/ 22.4.65/ 20.12.65)

06.06. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß zur Werbung für Luft- und Seefahrt-Ingenieure (Luftwaffe bzw.

          Kriegsmarine) an höheren Schulen (>10.11.36)

07.06. München, Kardinal Michael v. Faulhaber predigt u.a. „Ein Wahnsinniger hat im Ausland einen Anfall

          des Wahnsinns gehabt - dürfen deshalb die deutschen Katholiken in Bausch und Bogen verdächtigt

          werden? Ihr alle seid mir Zeugen dafür, daß wir an allen Sonn- und Feiertagen in allen Kirchen beim

          Hauptgottesdienst für den Führer beten, wie wir es im Konkordat versprochen haben. Und jetzt konnte

          man…in großen Buchstaben am Kopf der Zeitung lesen: ,Sie beten um Hitlers Tod!'. Wir fühlen uns

          beleidigt durch diese Verdächtigung unserer Staatsgesinnung. Wir geben heute eine Antwort darauf,

         eine christliche Antwort: Katholische Männer, wir beten jetzt zusammen ein Vaterunser für das Leben

         des Führers. Das ist unsere Antwort."

10./24.6. Frankreich; Paris, Tagung des KPD-Politbüro, Walter Ulbricht wird Politbüro-Sekr., Wilhelm Pieck

          presentiert Richtlinien für die Ausarbeitung einer politischen Plattform der deutschen Volksfront die

          später u.a. die volle u. uneingeschränkte Freiheit der Person, der Wohnung, der Presse, der Religion

          usw. sichern soll (à la SED-Unrechtsstaat mit Verfassungsbruch, Bildungsdiskriminierung) (>7.10.49)

14.06. „Pfaffenhofener Volksblatt“ über von Bürgermeister Otto Bauer vollzogene Trauung von Hauptsturm-

          führer Kaspar Schwarzhuber mit Frl. Maria Margarete Fleißner u.a. „Unser Führer…grüßt jedes Haus,

          jedes schlichte Heim. Darum lege ich auch in Eure Hände das Kampfbuch des Führers“…„Anschlie-

          ßend folgte…durch SS-Sturmführer Dr. Gerhäuser die SS-Trauung, die in ihrer Art einen feierlichen

          Akt darstellt…Es ist kein heidnischer Kult…es ist eine echt deutsche würdevolle Eheweihe.“ (>8.2.59)

17.06. Reichsinnenmin. Dr. W. Fricks Erlaß zur Zusammenführung aller Polizeikräfte im Deutschen Reich,

          Reichsführer SS H. Himmler wird „Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern“ mit

          zwei Hauptämtern (die uniformierte Ordnungspolizei und Feuerwehr unter Polizeigeneral Dipl. Ing.

          Kurt Daluege und die Sicherheitspolizei bestehend aus Kriminalpolizei - ab 20.9. unter Arthur Nebe -,

          Geheime Staatspolizei u. SicherheitsDienst des Reichsführers SS ab 26.6. unter Reinhard Heydrich)

18.06. Reichführer SS Heinrich Himmler wird Chef der deutschen Polizei

19.06. Schwanenwerder, Villa Dr. J. Goebbels (in 03.1936 vom Berliner Staatskommissar Dr. Julius Lippert

          zwangsarisierter Besitz der jüd. Ärztin Dr. Charlotte Hertz), die Schmelings gehören zu Dr. Goebbels

          familiären Freundeskreis und der Reichspropagandaminister mit Frau Magda, der Schriftsteller Hans

          Hellmut Zerlett mit Frau Irma und Max Schmelings Frau Anny Ondra hören hier die Radioreportage

          des WM-Kampfes Joe Lewis:Max Schmeling (Reichsrundfunk-Reporter Arno Hellmis: „Aus dem

          gefürchteten Braunen Bomber ist ein armer kleiner Neger-Boy geworden.“, Reichskanzler Hitler erlässt

          Schmeling die Steuern auf dessen $ 130 000 Gage) (>29.10.36),

          Erlass über die Amtstracht in der Reichsjustizverwaltung verpflichtet Staatsanwälte, Richter und

          beamtete Amtstrachtträger das heute vom Führer verliehene Adler und Hakenkreuz-Hoheitsabzeichen

          ab 1.10.36 an der Amtstracht zu tragen

26.06. Reichskriegsmin. v. Blomberg’s „Weisungen für die einheitliche Vorbereitung eines möglichen

          Krieges“ (>24.6.37)

28.06. Belgien; Brüssel, Internationale Amnestiekonferenz für die politischen Gefangenen in Deutschland

30.06. Schweiz; Genf, Äthiopiens Kaiser Haile Selassie berichtet dem Völkerbund über ital. Gasangriffe

03.07. Schweiz; Genf, aus Protest gegen das Unrecht der Juden-Diskriminierungen im Deutschen Reich

          begeht Stefan Lux öffentlichen Selbstmord im Völkerbund-Gebäude (>18.8.76)

10.07. Hamburg, Hanseatisches Oberlandesgericht unter Vorsitz. Richter Dr. Otto Roth verurteilt KPD-Mitgl.

          u. Folteropfer Edgar (Etkar) André wg. Hochverrat in Tateinheit mit (einem vor Gericht unbewiesenen)

          Mord im Namen des Deutschen Volkes zum Tode (wg. zahlreicher, auch internationaler Proteste

          befiehlt der Generalstaatsanwalt die Einäscherung und Beisetzung unter strengster Verschwiegenheit

          am 4.11., dem Tag der Urteilsvollstreckung durch Scharfrichter Carl Gröpler; die Gestapo fordert von

          der Friedhofsverwaltung Ohlsdorf die Geheimhaltung der Grabnummer sowie die Meldung jeder

          diesbezüglichen Nachfrage an die Gestapo 6, Krim. Insp. Kr…)  deutsche Gerechtigkeit

          In 07.1936 schreibt der dän. Autor Martin Andersen Nexö an Adolf Hitler u.a.: „Wir unterzeichnenden

          Dänen ersuchen…Herrn Reichskanzler Hitler um Amnestie für die aus politischen, rassemäßigen oder

          religiösen Gründen in dt. Zuchthäusern, Gefängnissen u. KZ befindlichen Gefangenen…“ (>21.4.50)

11.07. Deutsch-österreichisches Abkommen über die Wiederherstellung freundschaftlicher Beziehungen

          (der österreich. Titularbischof Dr. Alois Hudal schreibt in jenen Tagen in Rom gerade sein Buch über

          „Die Grundlagen des Nationalsozialismus: eine ideengeschichtliche Untersuchung“ - ein Exemplar

          erhält A. Hitler mit Bischof Hudal’s persönl. Widmung: „Dem Siegfried deutscher Größe“ (>3.3.41/

          15.8.41/ 14.7.42/ 15.5.47/ 30.5.48/ 31.8.48)

17.07. Berlin, Sinti und Roma werden wg. „Säuberung“ für Olympiade in das Lager Marzahn eingewiesen u.

          hier auf Dauer festgehalten (einer ist der 9jährige Otto Rosenberg, allen Lagerkindern ist der Besuch

          öffentlicher Schulen verboten  >Schaden in der Ausbildung, verfolgte Schüler (>29.6.56), bereits im

          gleichen Jahr „forschen“ Beamte der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ im Lager, 1943 werden

          die Sinti und Roma aus Marzahn in das KZ Auschwitz deportiert, O. R. ist der einzige seiner Familie

          der Auschwitz überlebt, er wird Vater von Petra R. und der Sängerin Marianne R., erst 1987 erinnert

          der Senat Berlin mit einer Tafel an das furchtbare Schicksal jener ca. 700 Menschen) (1972 werden

          München’s Prostituierte  wg. der Olympiade aus der Stadt verwiesen)(>11.1936/ 28.7./5.8.1973)

18.07. Spanien; Militär-Putsch gegen republikanisch. Regierung (>25.7.36/ 7.8.36/ 13.9.36/ 9.10.36/ 17.7.56)

23.07. Schweinfurt, in Anwesenheit vieler NS-Führerkorps-Mitgl. schenkt SS-Sturmbannführer, NSDAP-

          Mitgl. und Fichtel&Sachs-Industrieller Willy Sachs der Stadt das Willy-Sachs-Stadion (>22.4.37)

25.07. Bayreuth, Wagner-Festspiele, zwei Emmissäre General Franco’s, die marokkanischen NSDAP/AO-

          Mitgl. u. Mannesmann-Verteter Johannes Bernhardt u. Adolf Langenheim überzeugen Reichskanzler

          Hitler zur Militärhilfe für die span. Putschisten (deutsch-ital. Luftbrücke transportiert zur Unterstützung

          ab 26.7. innerhalb 10 Tagen mit 20 Lufthansa Ju-52 u. 9 ital. Savoia-Flugzeugen 15 000 von Spanien

          abgeschnittene Legionäre General Francos aus Ceuta u. Tetuan/Marokko nach Sevilla, zudem stellt

          das Dt. Reich im August 26 Transport- u. Jagdflugzeuge, Geschütze, Panzer u. deutsche „Freiwilligen-

          Verbände“ mit ca. 15 000 Truppen, 420 werden getötet) (>28.7.36/ 08.1936/ 18.9.36/ 25.10.36/

          6./7.11.36/ 15.11.36/ 31.3.37/ 8.4.37/ 26.4.37/ 31.5.37/ 18.7.37/ 27.3.39/ 6.6.39/ 23.10.40/ 12.5.99)

28.07. Vertrag von Reichsjugendführer v. Schirach mit Reichssportführer v. Tschammer und Osten u.a.: „Der

          Reichsjugendführer und der Reichssportführer stimmen in der Auffassung überein, das die gesamte

          körperliche, charakterliche u. weltanschauliche Erziehung aller Jugendlichen...ausschließlich im Deut-

          schen Jungvolk (Hitler-Jugend) erfolgt...“  > verfolgte Schüler (Flieger-, Motor-, Marine-, Nachrichten-

          HJ, ab 1939 intensivierte vormilitärische Ausbildung in Wehrertüchtigungslagern, 1939 erreichen

          51 500 Hitler-Jungen die HJ-Scharfschützen-Medaille) (>27./30.5.52/ 17.8.52/ 01.1967/ 1.2.78),

          Belgien; Brüssel, Internationaler GewerkschaftsBund IGB u. Sozialistische ArbeiterInternationale SAI

          rufen zur Unterstützung und Spenden für spanische Arbeiter und Bauern auf (>18.9.36)

31.07. KZ Sachsenhausen/ Brandenburg errichtet, Torinschrift: Arbeit macht frei (Schrifttafel im KZ „Es gibt

          einen Weg zur Freiheit. Die Meilensteine heissen: Gehorsam, Fleiss, Ehrlichkeit, Ordnung, Sauberkeit,

          Nüchternheit, Wahrhaftigkeit, Opfersinn und Liebe zum Vaterlande!“) Kommandanten u.a. Hans Loritz,

          Hermann Baranowski, Walter Eisfeld, Anton Kaindl; Lagerarzt Dr. Heinz Baumkötter, bis 1945 ca.

          240 000 Häftlinge, ca 100 000 Ermordete/Tote u.a. Bayume Mohamed Hussein aus Tanganyika,

          Streichung jüdischen Religionsunterrichts an bayrischen Schulen(>4.9.36/ 1.1.53)> verfolgte Schüler

01.08. Berlin, Errichtung von Devisenfahndungsamt (weisungsbefugt für Steuer- u. Zollfahndung, Finanz- u.

          Zollämter) unter SD- und Gestapo-Chef Reinhard Heydrich (>03.1938/ 22.1.40/ 05.1940)

1./16.8. Berlin, XI. Sommer-Olympiade, zur Eröffnungsfeier der von Prof. Dr. C.Diem organisierten Spiele

          salutieren die meisten der ca. 100 000 Anwesenden - und viele Sportler (keine Amerikaner) vor Hitlers

          Ehrentribüne - mit „Deutschem Gruß“ (die dt.-jüd. Fechterin Helene Mayer kommt aus den USA um

          fürs Dt. Reich anzutreten, gewinnt Silber u. salutiert mit „Hitler-Gruß“) - NSDAP-Reichssportführer

          v. Tschammer und Osten’s Deutscher Reichsbund für Leibesübungen nominiert Hermann Ratjen als

          „Fräulein Dora Ratjen“ für den Frauenhochsprung! Reichskanzler Hitler verweigert u.a. auch dem vier-

          fachen afro-amerikan. Goldmedaillen-Gewinner Jesse Owens die Gratulation, Henri Nannen ist einer

          der Stadionsprecher. L. Riefenstahl dreht für eine persönl. RM 250 000-Gage mittels RM 1 500 000-

          Budget die Olympiafilme „Fest der Völker“ u. „Fest der Schönheit“ mit Henri Nannen als Filmsprecher

          (Polizeibeamtensohn Nannen erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabten-

          förderung der Diktatur des Faschismus, studiert 1934-38 bei Prof. Dr. Wilhelm Pinder in München

          Kunstgeschichte u. schreibt u.a. im nationalsozialistischen Franz Eher-Verlag, 1939 wunschgemäß

          Luftwaffe, wird Kriegsberichter in der UdSSR und in Italien Leutnant beim von „Schwarze Korps“-Chef-

          redakteur SS-Standartenführer Gunter d’Alquien mit SS-Obersturmführer Hans Weidemann geleiteten

          Propagandaunternehmen „Südstern“, 1948 „Stern“-Herausgeber /-Chefredakteur nennt Multimillionär-

          Kunstsammler Nannen seine Yacht „Positano“, ob zur Erinnerung an Salerno ’43?, 1983 veröffentlicht

          der „Stern“ gefälschte Hitler-Tagebücher, Rücktritt, 1989 Ehrenbürger Emden) (>18.7.37/ 04.1939),

          am 7.8. grüssen über 50 000 dt. Fußballfreunde den Führer und seine Entourage aus Regierungs- u.

          Parteiführerkorps mit Hitler-Gruß, Deutschland- u. Horst-Wessel-Lied, die Nationalelf scheidet nach

          0:2 gegen Norwegen aus: neuer Reichstrainer wird Katholik u. NSDAP-Mitgl. Josef ,Sepp’ Herberger

          (1921-22 erste DFB-„Berufsspieler“-Affaire - gegen RM 10 000 ,Handgeld’ Vereinswechsel, Spieler-

          sperre wg. Verstoßes geg. Amateurparagraphen, 1926-30 mittels Ausnahmegenehmigung von Prof.

          Dr. Carl Diem ohne Abitur Sportstudium, 1933 NSDAP) (>18.7.37/ 4.4.38/ 12.9.39/ 26.11.39/ 14.6.40/

          25.6.40/ 5.11.41/ 10.7.42/ 6.11.42/ 18.3.45/ 3.7.46/ 4.7.54/ 10./24.10.64/ 18.7.2000)

06.08. Flörsheim/M., die Chem. Fabrik Electro des dt.-jüd. Eigentümers Max Schohl hat arische Eigentümer

07.08. Spanien; Madrid, Cerro de los Angeles/Berg d. Engel, Scheinexekution der großen (später zerstörten)

          Herz-Jesu-Statue durch religionsfeindliche Republikaner-Miliz (>9.11.38/ 27.3.39/ 30.5.68/ 12.3.2001)

11.08. Großbritannien; London, NSDAP-Mitgl. Joachim v. Ribbentrop wird dt. Botschafter (>4.2.38/ 7.4.38)

19./24.8. UdSSR; Moskau, Oberste Gerichtshof (Militärsenat) verurteilt im ersten Schauprozeß die von

          Staatsanwalt A. Wyschinski u.a. angeklagten ex-Komintern-Vors. G. Sinowjew (Zitat: „Von den 100

          Millionen Einwohnern Rußlands müssen wir 90 Millionen überzeugen, den Rest, der nicht hört,

          müssen wir ausrotten.“), ex-Lenin-Stellvertr. L. Kamenew und viele weitere zum Tode (>23./30.1.37)

24.08. Reichsaußenmin. v. Neurath’s Staatssekr. Dr. jur. Hans Dieckhoff beehrt sich im i. A. der Deutschen

          Regierung Frankreichs.Botschafter zum Nichteinmischungsabkommen im span. Bürgerkrieg mitzu-

          teilen: „Die Deutsche Regierung hat mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß sich auch alle

          anderen in Frage kommenden Regierungen der von der Französischen Regierung vorgeschlagenen

          Erklärung angeschlossen haben. Sie hat beschlossen, die in dieser Erklärung vorgesehenen

          Maßnahmen für Deutschland nunmehr sofort in Kraft zu setzen…“ (>18.9.36/ 9.10.36/ 6./.7.11.36)

          (1937 wird Dr. jur. Dieckhoff Nachfolger von Dr. jur. Hans Luther als dt. Botschafter in den USA),

          Gesetz zur Wiederherstellung der nationalen Verteidigungskraft - Wehrpflicht auf 2 Jahre verlängert

27./28.8. Niederlande; Amsterdam, Gestapo-Kriminaldirektor Bruno Sattler verpflichtet ex-SPD-Vorstands-

          mitgl. Herbert Kriedemann der sich zur Mitarbeit als V-Mann („S 9“) bereit erklärt (H. K. wird wenig

          später nach „eigenen Angaben von jeder weiteren Mitarbeit in Emigrantenkreisen ausgeschlossen“ u.

          daraufhin 09.1938 als V-Mann gelöscht - nach 1946 „ist er nach eigenen Angaben die Verpflichtung,

          als V-Mann für die Gestapo zu arbeiten, nur zum Schein und mit Wissen von Parteifreunden einge-

          gangen“) (>02.1942/ 8.2.46/ 29.6./2.7.47)

29.08. Hamburger Anzeiger“ „Die Strassen des Führers - Reichsautobahn Hamburg-Bremen…das große

          Mittelstück steht, wird seit ein paar Wochen von Kraftfahrzeugen aller Art aufgesucht…“

    08. „Sozialistische Aktion - Monatszeitung der SoPaDe“ schreibt über „Der Freiheitskampf in Spanien…

          Natürlich gibt es Ereignisse, in denen…das…spanische Volk an den Meuterern…Rache geübt hat…

          Und kann man bestreiten, daß, wenn hier und da Kirchen und Klöster in Flammen aufgehen, weil sie

          Stätten der bewaffneten Verschwörung u. des bewaffneten Aufruhrs gegen das spanische Volk sind,

          das nur entweder aus der Notwehr oder eine gerechte Vergeltung ist?...“ (>27.3.39)

02.09. Erlangen, IV.Reichstagung der Auslandsdeutschen mit 4 000 Teilnehmern aus aller Welt (die AO

          Auslandsorganisation der NSDAP verfügt inzwischen über 600 Ortsgruppen außerhalb Deutschlands)

04.09. Verbot jüdischen Religionsunterrichtes wird auf Mittelschulen ausgedehnt (>1.1.53)

8./14.9. Nürnberg, NSDAP-,Reichsparteitag der Ehre’ wird mit den „Glocken sämtlicher Nürnberger Kirchen

          feierlich eingeläutet“. Unterm Flakscheinwerfer-„Lichtdom“ des ,Amt für Schönheit der Arbeit’-Leiters

          Albert Speer betet Arbeitsfront-Führer Dr. R. Ley „Wir glauben an einen Herrgott im Himmel…der Sie,

          mein Führer, uns gesandt hat, damit Sie Deutschland befreien.“ Parade v. 43 000 Reichsarbeitsdienst-

          lern. Sonntag ist „Tag der Hitler-Jugend“, Parade v. 50 000 HJ-Teilnehmern am „Adolf-Hitler-Marsch“

          nach Nürnberg (Teilnahme gilt als Auszeichnung, dabei der 18jährige HJ-Scharführer und Gymnasiast

          Helmut Schmidt, 1939 Offiziersanwärter, 1940 Leutnant >8.9.1941/ 22.11.1941, 1942-44 Referent

          Luftfahrtmin., 1944 Oberleutnant, 1946 SPD, 1946-49 Studium, 1947-48 Vors. Sozialist. Studenten-

          bund, 1953 MdB, 1969 Bundesmin., 1974-82 Bundeskanzler), der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr.

          Philip Lenard u. der Dichter Heinrich Anacker werden mit dem NSDAP-Preis für Kunst u. Wissenschaft

          ausgezeichnet, Hitler kündigt Vierjahresplan zur Unabhängigkeit von ausländ. Rohstoffen sowie sportl.

          und wehrsportliche Nationalsozialistische Kampfspiele 1937 an (>18.10.36/ 01.1967)

    09. Berlin, Reichskulturkammer-Generalsekr. Heinz Hinkel’s Verfügung den „Reichsverband christlich-dt.

          Staatsbürger nichtarischer oder nicht rein arischer Abstammung e.V.“ in „Paulus-Bund Vereinigung

          nichtarischer Christen e.V.“ umzubenennen (>03.1937/ 1938)

13.09. Bankier, NSDAP- und Freundeskreis Reichsführer SS-Mitglied Kurt Freiherr v. Schröder wird SS-

          Brigadeführer (er hält bis 1945 diverse Aufsichtsratsmandate u.a. bei Braunkohle-Benzin AG, Felten u.

          Guilleaume Carlswerk AG, Deutscher Verkehrskredit-Kreditbank, Mitropa AG, Thyssenhütte AG, ist

          Präs. der Rheinischen Industrie- und Handelskammer und der Gauwirtschaftskammer Köln-Aachen

          sowie Leiter der Organisation der Privatbanken; 1947 wird v. S. von deutscher Spruchkammer wg.

          Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 3 Monaten Haft und einer Geldstrafe verurteilt) (>27.8.43),

          Spanien; Präs. Manuel Azaña y Díaz’ Regierung zahlt 510 t Gold u. Silber an die UdSSR für sowjet.

          Waffenlieferungen (am 24.7.36 zahlte die Regierung ca. 170 t Gold an Frankreich für franz. Waffen)

18.09. Spanien; Salamanca, Dt. Reich erkennt Gen. Franco-Regierung an, Botschafter Gen. Wilhelm Faupel

          (ex-Freiwilliger bei Hereroaufstand-Niederschlagung (>18.9.2001), Militärberater Argentinien u. Präs.

          Ibero-Amerikanisches Institut; Presseattache=Willi Kohn, ex-Presseattache Argentinien) (>6./.7.11.38),

          UdSSR; Moskau, Komintern beschliesst Aufstellung Internationaler Brigaden für Spanien (>25.10.36)

01.10. Berlin, Gründungsversammlung d. Reichskriegsgerichts (drei Senate mit je einem Senatspräsidenten,

          einem Reichskriegsgerichtsrat u. drei Offizieren, Senatspräs. und Reichskriegsanwaltschaft-Vertreter

          legen Strafmaß vor Verhandlung fest, Pflichtverteidiger nur bei zu erwartender Todesstrafe als Alibi-

          funktion; ab 11.41 ein 4.Senat. Vom 26.8.39 bis 7.2.45 verhängen tressengeschmückte dt. Offiziere

          ca. 1 400 Todesurteile -mind. 313 wg. Landesverrat, 340 wg. Spionage, 251 wg. Wehrkraftzersetzung,

          116 wg. Feindbegünstigung, 96 wg. Hoch- u. 24 wg. Kriegsverrat. Im gleichen Zeitraum verhängt die

          gesamte westalliierte Militärjustiz ca. 300 Todesurteile, die dt. Kaiserreichs-Militärjustiz verhängte im

          1. Weltkrieg 150 Todesurteile, vollstreckt wurden 48(!). Kein NS-Wehrmachtrichter wird später In der

          BRD rechtskräftig verurteilt, stattdessen sind sie in der „Dienststelle Blank“, im Bundesverteidigungs-

          u. Bundesjustizministerium, beim Bundesgerichtshof usw. tätig; 1993 schreibt SPD-Justizsenatorin

          Prof. Dr. Jutta Limbach über RKG-Opfer was dt. Politiker jeder Coleur sinngemäß über - zig tausende

          andere Opfer „deutscher Gerechtigkeit“ sagen: „Der Wunsch der Opfer und ihrer Angehörigen nach

          Sühne und Wiedergutmachung wird kaum mehr erfüllt werden können.“) (>26.8.39/ 1941/ 12.7.41/

          10.6.44/ 4.5.57/ 7.10.65/ 31.10.69/ 20.11.75/ 28.5.98/ 22.1.2001/ 18.5.2001/ 10.4.2002)

02.10. Verordnung der BDM „Bund Deutscher Mädel“-Reichsreferentin Trude Mohr-Bürkner zur Regelung

          des pflichtmäßigen Jungmädeldienstes (Motto: „Auch Du gehörst dem Führer“)  > verfolgte Schüler,

          Niederlande; Synode der Niederländischen Reformierten Kirchen (GKN) erklärt Mitgliedschaft in der

          Nationaal-Socialistische Beweging NSB als unvereinbar mit ihrem Glauben (>7.5.46/ 5.10.53)

06.10. Berlin-Moabit, Berufsoffizier Claus Schenk Graf v. Stauffenberg (1926 Abitur, 1927-29 Infanterie-

          schule, 1934 Kavallerieschule) beginnt Militärakademie-Studium (1938 Absolvent d. Generalstabsaus-

          bildung, 1943 Oberstleutnant i.G. , Zitat: „Wir sind als Generalstäbler alle mitverantwortlich.“) (>7.4.43)

09.10. Spanien’s Himmel breitet seine Sterne über unsern Schützengräben aus…“, Ankunft erster deutscher

          Spanienkämpfer (à la Erich Mielke, Heinz Hoffmann, Wilhelm Zaisser, Ludwig Renn, Erich Ziemer - er

          stirbt hier 1937 u. ex-KPD-MdR u. KJVD-Vors. Artur Becker, er stirbt hier 1938; als Thälmann-Bataillon

          Teil der Internationalen Brigaden) (>22.9.38/ 27.3.39/ 30.7.46/ 28.4.59/ 26./27.12.79)

10.10. Chef d. Dt. Polizei H. Himmlers Geheimerlaß zur Bekämpfung der Homosexualität und Abtreibung mit

          beim Preuß. Landeskriminalpolizeiamt angesiedelter Erfassungszentrale u. der RSHA-Reichszentrale

          unter NSDAP- und SS-Mitgl. Kriminaldirektor Josef Meisinger (>6.5.37/ 1.10.40/ 19.5.43)

14.10. Reichskanzler Hitler entscheidet nach Fürsprache von Reichsjustizmin. Dr. Gürtner, daß Dr. Hans

          v. Dohnanyi wg. seines unvollständigen Ariernachweises keine Nachteile haben soll u. sichert dessen

          Karriere und die Sicherheit weiterer Familienmitglieder (Dr. v. Dohnanyi bringt am 7.4.43 Sprengstoff

          zum geplanten Hitler-Attentat in einem Flugzeug nach Smolensk/UdSSR) (>13.3.43)

15.10. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß für Erteilung von Privatunterricht (nur von Ariern für Arier!)

18.10. Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes (>22.10.36/ 28.10.36/ 5.11.36/ 7.11.37/ 12.11.38/

          1.11.51)

22.10. Erlaß über die Durchführung des Vierjahresplans

25.10. Berlin, Unterzeichnung dt.-italienischen (Achse Berlin-Rom) Vertrages (>25.11.36),

          Hauptstadt der Bewegung München, Grundsteinlegung für „Haus des Deutschen Rechts“ einschließl.

          Anmarsch von Universitätsprofessoren usw. (wird Sitz der Akademie für Deutsches Recht) (>1938/

          14.10.39/ 17.1.41/ 17.7.41) deutsche Gerechtigkeit,

          Weimar, Reichspropagandamin. J. Goebbels sagt zur Eröffnung der „Woche des deutschen Buches“

          u.a. „Wie es dem Soldaten nicht erlaubt sein kann, zu schlagen und zu schießen, wann und wo er will,

          wie man es dem Bauern nicht gestatten darf, zu säen und zu ernten, was und wo er will“ (so besitze

          auch) „der schreibende Mensch nicht das Recht, die Grenzen des Volkswohls zu sprengen um sein

          individuelles Eigenleben auszuleben.“,

          Spanien; Cartagena, vier sowjet. Frachtschiffe transportieren ca. 500 t Gold, ein Großteil der 1936

          viertgrößten Goldreserven weltweit, in die UdSSR (u.a. zur Bezahlung sowjet. Hilfs- u. Rüstungsgüter,

          trotzdem verliert die linke republikan. Volksfront den Bürgerkrieg und Spanien natürlich sein Gold)  

28.10. Berlin, der Vierjahresplan-Beauftragte H. Göring spricht vor tausenden jubelnden „Volksgenossen und

          Volksgenossinnen“ im Sportpalast zum Vierjahresplan, er endet den Vortrag mit „Allmächtiger Gott,

          segne den Führer, segne sein Volk und segne sein Werk!"

29.10. Bernau/Bogensee, Propagandamin. Dr. Goebbels erhält zum 39.Geburtstag von der Reichsauptstadt

          ein „stilles Blockhaus“ (1939 Waldhof am Bogensee) um „nach der Mühe der täglichen Arbeit im

          Dienste von Volk und Reich…Ruhe, Erholung und Sammlung (zu) finden.“ (>22.5.1946)

04.11. Berchtesgaden/Führergebiet Obersalzberg, Besuch Kardinal v. Faulhaber’s auf Einladung A. Hitler’s

          u.a. wg. „Spanien“ u. „die außenpolitische Gefahr des Bolschewismus“; auf Hitlers Klage, daß die kath.

          Kirche gegen das Sterilisierungsgesetz sei, antwortet der Kardinal: „Von kirchlicher Seite, Herr Reichs-

          kanzler, wird dem Staat nicht verwehrt, im Rahmen des Sittengesetzes in gerechter Notwehr diese

          Schädlinge der Volksgemeinschaft fernzuhalten. In diesem Obersatz sind wir uns einig. Wir gehen

          auseinander in der Frage, wie sich der Staat gegen das Verderbnis der Rasse wehren kann.“ Hitler:

          „Soll der Kampf der Kirche gegen die Rassengesetze des Dritten Reiches weitergehen?“ Faulhaber:

          „Herr Reichskanzler, es hat auch früher unter der Monarchie Staatsgesetze gegeben, die vom staat-

          lichen Gesetzgeber für eine Notwendigkeit erachtet, von der Kirche aber abgelehnt wurden...So wird

          sich auch in anderen Fragen, in denen die Kirche ihren dogmatisch sittlichen Standpunkt nicht ver-

          lassen kann, trotzdem ein modus vivendi finden...“ Hitler mahnt Kardinal F. „Überlegen Sie…und

          sprechen Sie mit den anderen Führern der Kirche, in welcher Weise Sie die…Aufgabe des National-

          sozialismus, den Bolschewismus nicht Herr werden zu lassen, unterstützen und in ein friedliches

          Verhältnis zum Staat kommen wollen.“ (>24.12.36/ 13.3.38/ 15.3.38/ 5.4.39/ 21.4.39/ 2.9.39/ 3.9.39),

          Oldenburg, NSDAP-Kultusminister Julius Pauly’s Erlaß zur Entfernung von Schulkreuzen u.a. „Sämt-

          liche öffentlichen Gebäude des Staates, der Gemeinden u. Gemeindeverbände gehören dem ganzen

          deutschen Volke ohne Rücksicht auf das religiöse Glaubensbekenntnis…Dies gilt auch für Schul-

          gebäude …Demgemäß ordnen wir an, daß künftig in Gebäuden des Staates, der Gemeinden und

          Gemeindeverbände…kirchliche u. andere religiöse Zeichen…nicht mehr angebracht werden dürfen.

          Die bereits vorhandenen sind zu entfernen.“ (1941 werden Schulkreuze in Bayern entfernt, in der DDR

          werden Schulkreuze verboten, in der BRD müssen 1995 Schulkreuze ggf. entfernt werden) (>27.3.39/

          10.7.40/ 23.4.41/ 24.3.46/ 9.11.49/ 7.5.53/ 10.2.56/ 16.5.95)

05.11. 2.Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes (Ziel ist allgem. Dienstpflicht) (>13.2.39)

06.11. Dr. Gustav Adolf Scheel wird Reichsführer Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund/NSDStB

          und Deutsche Studentenschaft/DSt (Zitat: „Deutscher Student, es ist nicht nötig, daß Du lebst, wohl

          aber, daß Du Deine Pflicht erfüllst.“ 1930 NSDAP, 1934 SS, 1935 Promotion, 27.11.41 auch Gauleiter/

          Reichsstatthalter Salzburg, 1944 Reichsführer Nationalsozialist. Dt. Dozentenbund/NSDDB, bis 1977

          Arzt/Hamburg) (>22.7.49/ 16.1.53)

6./.7.11. Spanien; Cadiz, 6 000 freiwillige dt. Legion Condor-Truppen unter General Hugo Sperrle mit ca. 100

          Flugzeugen helfen Gen. Franco beim Putsch gegen span. Regierung u. testen Kriegsgerät (>31.3.37/

          27.4.37/ 31.5.37/ 11./12.3.38/ 1.10.38/ 19./20.11.38/ 23.3.39/ 1.9.39/ 9.4.40/ 10.5.40/ 11.2.41/ 6.4.41/

          20.5.41/ 22.6.41/ 10.9.43/ 7.2.45/ 26./27.12.79/ 6.12.95/ 16.10.98/ 24.3.99/ 10.12.2001)

10.11. Reichsbildungsmin. Dr. Rust’s Erlaß über die Ablegung der Reifeprüfung an den höheren Schulen im

          Jahre 1937 (wg. sinkender Abiturientenzahlen u. wg. Wehrpflicht/ Kriegsplanung steigenden Offiziers-

          bedarfs können Unterprimaner-Offiziersbewerber auf Drängen vom Heerespersonalamt 1937 vorzeitig

          und mit weniger strenger Abiturprüfung höhere Schulen verlassen)  > verfolgte Schüler (>20.3.37)

    11. Reichsinnenministerium, Gründung „Rassenhygienische Forschungsstelle“ (Rassenhygiene-Institut,

          Leiter ist Kinderarzt Dr. phil., Dr. med. Robert Ritter) zur Erfassung, Untersuchung, Erstellung von ca.

          23 822 Sinti/Roma-„Rassegutachten“ mit „Zigeunersippenarchiv“ dient Schulausschluß, Entlassung

          aus der Wehrmacht, Zwangssterilisation, Enteignung, KZ-Einweisung, sog. „medizin. Versuchen“ und

          Völkermord (>1.1.37 „Mischlings- und Fremdrassigenkartei“/ 20.1.40/ 10.7.41/ 7.8.41/ 16.12.42/

          9.5.44/ 2.8.44/ 17.3.82)  > verfolgte Schüler

15.11. Spanien; Cartagena wird von dt. Legion Condor unter Gen. Hugo Sperrle bombardiert

20.11. Ev. Kirchenleitung erklärt „alle Kräfte der Kirche gegen den Bolschewismus einzusetzen.“, auch Teile

          der Bekennenden Kirche erklären: „Wir stehen mit dem Reichskirchenausschuß hinter dem Führer im

          Lebenskampf des deutschen Volkes gegen den Bolschewismus.“ (>24.12.36/ 19.3.37/ 2./6.7.71)

23.11. Norwegen; Oslo, der KZ-Häftling Carl v. Ossietzky erhält Friedensnobelpreis (die Entgegennahme in

          Oslo wird von der dt. Regierung untersagt, das Preisgeld von ca. RM 100 000 wird von Ossietzkys

          Generalbevollmächtigten u. ex-Reichwehroffizier Dr. jur. Kurt Wannen unterschlagen. 02.1938 findet

          ein Strafprozeß gegen Dr. W. statt, im Namen des deutschen Volkes wird ihm u.a. der akademische

          Grad abgesprochen -am 19.10.2000 macht die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald diese Strafe

          posthum für Kurt W. und andere rückgängig. Carl v. Ossietzky, der sich mit dem Satz „In Deutschland

          gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat.“ als

          Prophet qualifiziert, stirbt am 4.5.38 an den Folter-Folgen seiner KZ-Haft)(>30.1.37/ 10.12.83/ 3.12.92)

25.11. Berlin, v. Ribbentrop u. Botschafter Kintomo Mushakoji unterzeichnen dt.-japan. AntikomIntern-Pakt

          mit geheimen Zusatzprotokoll (am >6.11.37 tritt Italien der Achse Berlin-Rom-Tokio bei, am 13.1.39

          Ungarn, am 27.3.39 Spanien, ab 25.11.41 Finnland, das dt. besetzte Dänemark und Kroatien u.v.a.m.)

          (>17.8.37/ 6.11.37/ 23.8.39/ 27.9.40/ 27.11.41/ 29.1.2002)

26.11. Reichsinnenmin. Dr. W. Fricks Runderlaß zu neuen Bezeichnungen der Religionszugehörigkeit u.a.

          zu „Gottgläubigen“ (ca. 5% der Bevölkerung gehören 1939 zur arischen Ethnoreligion, zur „Religion

          nationalsozialistischer Kämpfer“ - „Nordland“ wird „Kampfblatt Gottgläubigen Deutschtums“, einer sich

          selbst als „gottgläubigen“ Deutschen bezeichnender ist der Germanist, SA- und NSDAP-Genosse Nr.

          4 923 958 u. späterer SS-Hauptsturmführer Dr. Hans Ernst Schneider, 1.2.38 Referent im SS-Rasse-

          und Siedlungshauptamt RuSHA, 1939 verantwortlich für die „Sicherstellung deutschen Kulturgutes in

          Warschau“, 1940 Verbindungsoffizier des SS-Ahnenerbe mit dem Höheren SS- und Polizeiführer der

          Niederlande und anschließend Leiter der SS-Ahnenerbe „Zentralstelle Germanischer Wissenschafts-

          einsatz“ mit Büros in Den Haag und Brüssel, der hier u.a. Geburtstagsgeschenke für Reichsführer SS 

          und Chef d. deutschen Polizei Himmler und mit anderen beim Reichskommissar für die besetzten

          Niederlande tätigen SS-Ahnenerbe Parteigängern medizinisch-technische Geräte aus hiesigen

          Universitäten für Dr. Sigmund Rascher’s Menschenversuche an KZ-Häftlingen besorgt; April 1945

          „entfernt“ er sich von der Truppe, wechselt den Namen zu Hans Schwerte, studiert, heiratet 1947

          seine „Witwe“ Annemarie, promoviert 1948, habilitiert 1958, wird 1965 Ordinarius und 1970 von der

          „linksliberalen Mehrheit“ zum TH Aachen-Rektor gewählt, wird 1976 Beauftragter der Landesregierung

          Nordrhein-Westfalens für Kooperation mit Hochschulen in Belgien u. Niederlanden, erhält 1983 das

          Bundesverdienstkreuz und wird 1990 TH Aachen-Ehrensenator. 1995 beleuchtet der niederländische

          TV-Sender KRO „Eine deutsche Karriere“ von „U-Boot-Fahrer“ Dr. Schneider alias Prof. Dr. Schwerte.

          (>15.5.41/ 28.4.95),

          Spanien; Legion Condor-Panzertruppenchef Wilhelm v. Thoma erhält 7 000 weitere dt. Truppen

01.12. Gesetz über die Vernehmung der Leiter der NSDAP und ihrer Gliederungen (juristische „Verkleidung“

          von Rechtsprivilegien für Parteigenossen),

          Gesetz gegen Wirtschaftssabotage (>29.11.48),

          Gesetz über Hitler-Jugend: „Von der Jugend hängt die Zukunft des Deutschen Volkes ab. Die

          gesamte deutsche Jugend muß deshalb auf ihre künftigen Pflichten vorbereitet werden. Die Reichs-

          regierung hat daher folgendes Gesetz beschlossen, daß hiermit verkündet wird. § 1 Die gesamte

          deutsche Jugend innerhalb des Reichsgebietes ist in der Hitler-Jugend zusammengefaßt. § 2 Die

          gesamte deutsche Jugend ist außer in Elternhaus und Schule in der Hitler-Jugend körperlich, geistig

          und sittlich im Geist des Nationalsozialismus zum Dienst am Volk und zur Volksgemeinschaft zu er-

          ziehen…“, HJ wird zur Erziehungsinstitution, Zitat Baldur v. Schirach: „Wer von frühester Jugend in

          diesem Deutschland Adolf Hitlers seine Pflicht erfüllt, tüchtig, treu und tapfer ist, braucht um seine

          Zukunft keine Sorge haben.“ > verfolgte Schüler (>28.1.74/ 13.11.95),

          weitere Ausbürgerungsliste mit 39 Namen, u.a. Autor Thomas Mann (>19.12.36/ 11.1941/ 7.11.76)

03.12. Schreiben der Geschäftsleitung Philip F. Reemtsma an Führeradjutant Julius Schaub, MdR: „Unter

          Bezugnahme auf unsere heutige Unterhaltung bestätige ich Ihnen...für die Weihnachtsbescherung in

          der Reichskanzlei gern 20 Exemplare des Adolf Hitler-Albums in Leder gebunden, sowie die bereits

          bei meinem Besuch auf dem Obersalzberg versprochenen Cigaretten namens meiner Firma zur Ver-

          fügung stelle. Es gehen...in den nächsten Tagen die Alben und 10 000 Cigaretten an Ihre Adresse.“

          (1933 schenkten Philip u. Hermann R. der Hitlerjugend ein Flugzeug, 1939 wird P. R. Wehrwirtschafts-

          führer, Zitat A. Meyer in „Hitlers Holding“: „Der Reemtsma-Konzern unterstützte selbstständig oder

          gemeinsam mit der Deutschen Bank erheblich die NSDAP…Nach der Machtergreifung produzierte er

          95% aller Zigaretten. Er…revanchierte sich - wiederum gemeinsam mit Abs von der Deutschen Bank -

          bei der Finanzierung der Reichswerke.“/ J. Schaub, NSDAP-Genosse Nr. 81, SS-Mitgl. Nr. 7, 1936

          MdR, SS-Obergruppenführer, vernichtet 1945 in München u. Berchtesgaden Hitler-Akten, bis 1949

          interniert, wird mangels Beweisen von einer Mordanklage freigesprochen, er stirbt 1967 in München)

04.12. Spanien; Madrid, Bombardierung durch dt. „Legion Condor“-Piloten (>24./26.9.39/ 7.9.40/ 6.4.41)

07.12. Pressekonferenz von Reichsjugendführer v. Schirach: „Die Kampfzeit der Bewegung hat die Führer

          der Jugend besonders ausgelesen..Unsere zukünftigen Führer werden…nach einem anderen System

          ausgelesen werden müssen…Im Frühjahr 1939 wird der Bau unserer Akademie für Jugendführung in

          Braunschweig fertiggestellt sein. Dort werden diejenigen Jugendführer, die sich als Unterbannführer…

          ausgezeichnet haben, nach abgeschlossenem Arbeits- u. Militärdienst für ein Jahr zusammengefaßt

          und…als zukünftige Bannführer ausgebildet.“ (das Bannführer-/Jugendführerpatent wird später Lauf-

          bahnbedingung des Führerkorps) (>5.8.39)

09.12. Leipzig, Reichsgericht urteilt im Namen des Deutschen Volkes u.a.: „Der Begriff Geschlechtsverkehr

          im Sinne des Blutschutzgesetzes umfasst nicht jede unzüchtige Handlung, ist aber auch nicht auf den

          Beischlaf beschränkt…“

12.12. dt. Zeugen Jehovas verteilen im Dt. Reich eine Resolution gegen ihr Verbot u. Verfolgung (>20.6.37)

13.12. Würzburg, Landgericht verurteilt jüd.-schweiz. Dr. jur. Leopold Obermayer wg. Vergehen gegen § 175

          im Namen des Deutschen Volkes zu 10 Jahren Haft, aber „stirbt“ am 22.2.42 im KZ Mauthausen (einer

          seiner Peiniger - Würzburg’s Gestapo-Chef Josef Gerum - wird 1948 entnazifiziert u. freigelassen)

19.12. Universität Bonn, Prof. Karl Justus Obenauer informiert Thomas Mann, daß er nach Ausbürgerung

          aus der Liste der Ehrendoktoren gestrichen ist (>11.1941/ 19.4.58/ 16.11.76)

21.12. Entfall hebräischen Sprachunterrichts an bayrischen Humanist. Gymnasien  > verfolgte Schüler

23.12. Nürnberg; Attentatsversuch auf Adolf Hitler durch Student Helmut Hirsch

24.12. kath. Hirtenwort über die Abwehr des Bolschewismus u.a. „Der Führer…hat den Anmarsch des Bol-

          schewismus von weitem gesichtet u. sein Sinnen u. Sorgen darauf gerichtet, diese ungeheure Gefahr

          von unserem dt. Volk und dem Abendland abzuwehren. Die dt. Bischöfe halten es für ihre Pflicht, das

          Oberhaupt des Dt. Reiches in diesem Abwehrkampf…zu unterstützen…Katholiken werden bereit

          sein..., dem Staat zu geben, was des Staates ist, und den Führer in der Abwehr des Bolschewismus

          und seinen anderen Aufgaben zu unterstützen…“ (>20.2.38/ 15.3.38/ 19.5.40/ 14.9.50/ 7.11.55)

28.12. Verfügung des Reichsjustizministers Dr. Gürtner über künftige Hinrichtungsmethode mit dem Fallbeil

31.12. in 1936 wurden 68 Todesurteile, z.T. mit einem Handbeil vollstreckt, ca. 1 500 000 Arbeitslose, Hitler-

          Jugend ca. 5 400 000 Mitglieder, über 260 größere jüd. Firmen sind arisiert (z.B. Warenhauskette

          Hermann Tietz (Hertie) von Georg Karg, Gebr. Arnhold-Bank von Dresdner Bank), insges. emigrierten

          ca. 110 000 jüd. Deutsche und zahlten RM 153 300 000 Reichsfluchtsteuer, 97% aller Lehrer sind

          Mitglied im NS-Lehrerbund - er „ist ein der NSDAP angeschlossener Verband…Das Hauptamt bzw.

          die Ämter für Erzieher haben bei den zuständigen Behörden alle schulischen Belange der NSDAP zu

          vertreten. Für amtliche Zwecke…hat es die politisch-weltanschauliche Beurteilung der Erzieher und

          Erzieherinnen aller Schulgattungen vorzunehmen…Der NS-Lehrerbund ist für die Durchführung der

          politisch-weltanschaulichen Ausrichtung der Lehrer im Sinne des Nationalsozialismus verantwortlich.“

          Bildungsdiskriminierung  > verfolgte Schüler (>24.8.49)

1937

          Dr. Jutta Rüdiger wird BDM „Bund Deutscher Mädel“-Reichsreferentin und Nachfolgerin Trude Mohrs

          (Zitat: „Die schwerste und…schönste Verpflichtung, die unserer Mädelgemeinschaft gegeben wurde,

          ist Trägerin und Hüterin der Weltanschauung zu sein, die unser Volk frei und glücklich gemacht hat,

          deutsche Art und deutsches Blut weiterzugeben an kommende Generationen…Das BDM-Mädel muß

          sich mit den Fragen der Rasse und des Blutes auseinandersetzen und soll wissen um die Kämpfe des

          Volkstums und der Wirtschaft um aus diesem Wissen heraus bereit zu sein zum letzten Einsatz…“),

          HJ-„Jahr der Heimbeschaffung“,

          das „Korps der politischen Leiter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)“ um-

          fasst bereits ca. 700 000 Personen (>8.5.45/ 31.12.51/ 2.10.90),

          Dr. Max Roscher (Vizepräs. Deutsche Weltwirtschaftliche Gesellschaft) veröffentlicht „Warum Welt-

          wirtschaft?“ (>25.9.49/ 1.10.50),

          Reichsbildungsministeriums-Richtlinien für 1937 u.a. „Die Volksschule hat nicht die Aufgabe, vielerlei

          Kenntnisse zum Nutzen des einzelnen zu vermitteln, sie hat alle Kräfte der Jugend für den Dienst am

          Volk und Staat zu entwickeln und nutzbar zu machen…die deutsche Jugend zur Volksgemeinschaft u.

          zum vollen Einsatz für Führer u. Nation zu erziehen.“(90% aller Schüler besuchen nur die Volksschule)

          (>25.5.40/ 23.7.42/ 18.9.42/ 12.12.55/ 1958/ 31.12.65/ 4.12.2001)  >verfolgte Schüler,

          Berlin, Gründung SD Wannsee-Institut für Osteuropa in einer arisierten Villa, Leiter ist der Georgier

          Prof. Michael Achmeteli (mit einer vom Letten Dr. jur. Friedrich Buchardt geführten Baltischen Abt., ab

          11.1940 RSHA-Gästehaus und Sonderreferat Diensstelle) (>30.10.39),

          Berlin, Gestapo-Zentrale, Gründung „Sonderkommission 3“ zur Koordinierung von Festnahmen über

          Gutachten - durch die Anthropologen-Kommissionen von Dr. Wolfgang Abel, Dr. Eugen Fischer und

          Herbert Göllner mit Regierungsassessor Dr. Albath, Regierungsrat Dr. Kernert, Regierungsrat Thorn,

          den Medizinern Dr. Berg, Dr. Friedel, Dr. Hoffmann, Dr. Kernert, Dr. Neumann, Dr. Schade und

          Dr. Schoeneck - bis zur Zuführung zur illegalen (Zwangs-) Sterilisation der Rheinlandbastarde, d. h.

          der von afro-französ. und afro-amerik. Soldaten mit dt. Frauen gezeugten dunkelhäutigen 500-800

          Kinder (z.B. am 30.6.1937 im Evangelischen Krankenhaus Köln durch Chefchirurg Prof. Dr. Nieden,

          die eines 17jährigen dessen Vater aus Madagaskar kam, am 2.7.37 in der Frankfurter Universitäts-

          Frauenklinik durch Prof. Dr. Siebke, die einer 15jährigen - sogar 12jährige aus dieser „nicht-arischen“

          Minderheit müssen unter die Skalpelle deutscher Mehrheits-Chirurgen). Im Sinne dt. Leitkultur werden

          in BRD und DDR keine Betroffenen -von ex-SPD-Reichspräs. Friedrich Ebert als „schwarze Schmach“

          bezeichnet - als Verfolgte des NS-Regimes anerkannt und fair entschädigt. 1986 berichtet der

          Saarländische Rundfunk in „Deutsche sind weiß, Neger können keine Deutschen sein“ über das

          Schicksal des afro-dt. Jugendlichen Hans Haug, der 1937 von drei Beamten abgeholt und sofort in

          Saarbrücken sterilisiert wurde) (>31.5.40/ 28.8.40/ 29.6.56/ 19.11.62/ 16.11.76/ 3.12.80/ 1988),

          Cautio Treuhand GmbH-Chef Dr. Max Winkler wird Reichsbeauftragter für die deutsche Filmwirtschaft

          und leitet 01.1937 die „Überführung“/ „Verstaatlichung“ der Tobis-Filmkunst ein (>18.3.37/ 19.10.39),

          Berlin, Reichsaussenmin. Freiherr v. Neurath wird SS-Mitgl. und NSDAP-Mitgl. 3 805 222 (>2.2.43)

01.01. Berlin, Gründung Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost u.a. mit Physiker Manfred v. Ardenne

          (kriegswichtige Sonderaufgaben/ Institut für kernphysikalische Forschung Miersdorf/Zeuthen (>1.5.41),

          Berlin, der Aufsichtsratsvorsitz. Georg Wertheim gleichnamiger jüd.-dt. Kaufhausketten-Dynastie tritt

          zurück, auch sein dt.-jüd. Syndikus Fritz Sternberg verlässt die Firma, mehrere Wertheim-Grundstücke

          in Berlin werden danach unter Wert verkauft, 1938 ist „Wertheim“ wie zuvor Hertie, Karstadt u. Horten

          arisiert (mehr als 60 Jahre später kämpft Wertheim-Enkelin Barbara Principe - ihre Eltern Günther und

          Frieda Wertheim flüchten nach Reichspogromnacht mit der 6jährigen Tochter über Kuba in die USA -

          noch immer mit dem deutschen Rechtsstaat um ihr Millionen-Erbe) (>01.1938/ 12.5.98),

          NSDAP-Büro Otto v. Kursell ist „Volksdeutsche Mittelstelle“ unter Staatsrat/MdR Werner Lorenz(VOMI

          ist für Verbreitung nationalsozialistisch. Leitkultur/Volkstumspolitik unter „Volksdeutschen“ im Ausland,

          Um- bzw. Rücksiedlung Volksdeutscher aus Südtirol, später Baltenstaaten/Bessarabien u. Bukowina,

          Eindeutschung u.a. poln. Kinder dt. Blutes mit Lebensborn e.V. zuständig, ab 7.10.39 unter  „Reichs-

          kommissar zur Festigung des dt. Volkstums“ - ab 15.6.41 autarkes SS-Hauptamt)(>19.2.42/ 10.10.46),

          Frankfurt/M., Universitäts-„Haus der Volksgesundheit“, Katholik Dr. Josef Mengele wird Forschungs-

          assistent in Prof. Dr. Otmar Freiherr v. Verschuers „Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene“ (hier

          wird die erste reichsweite zentrale Personendatenbank als „Mischlings- und Fremdrassigenkartei“

          aufgebaut und wird später mit dem „Zigeunersippenarchiv“ für Deportationen in die KZ genutzt! Viele

          KZ haben eigene Hollerith-Karten Kodierungen: Auschwitz=001, Buchenwald=002, Dachau=003 usw.

          und eigene Lochkarten-Abteilungen zur Häftlings- und Arbeitsfähigkeits-Erfassung mittels 5stelliger

          Häftlings-Hollerith-Kennziffer zur Weitergabe an die im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt

          WVHA befindliche zentrale Häftlingsdatei. 1969 führt die DDR eine Datenbank-freundliche Republik-

          weite PKZ ein) (>17.5.39/ 10.5.43/ 26.1.67)

04.01. Dr. med. Ernst Robert Grawitz (NSDAP, Chef SS-Sanitätsamt, Reichsarzt SS, Honorarprofessor Graz

          Ostmark, SS-General, Zitat: „Heute steht ein neues Deutsches Rotes Kreuz…nationalsozialistisch

          geführt zu jedem Einsatz bereit.“) wird geschäftsführender DRK-Präsident, er verschafft der SS

          Kredite in Millionenhöhe aus DRK-Kassen (>05.40/ 28.7.44/ 24.4.45)

12.01. der aus Palästina ausgewiesene SD-Mitarbeiter Otto v. Bolschwing rät mittels „Zum Judenproblem“-

          Denkschrift „Das wirksamste Mittel, um…Juden das Sicherheitsgefühl zu nehmen, ist der Volkszorn“

          (v. B. wird Eichmann-Mitarbeiter, nach 1945 Organisation Gehlen-Mitarbeiter, 1954 US-Staatsbürger)

          (>2./7.10.37/ 9.11.38/ 07.1945/ 22.12.81)

18.01. Gründung von „Adolf-Hitler-Schulen“ durch Initiative von NSDAP-Reichsschulungsleiter u. Deutsche

          Arbeitsfront-Führer Dr. Robert Ley sowie Reichsjugendführer Baldur v. Schirach, als Einheiten der

          HJ und Vorstufe zur NS-Ordensburg steht den Schülern nach der Reifeprüfung „jede Laufbahn in der

          Partei und im Staat offen“, Zulassungskriterien: hervorragende Bewährung im deutschen Jungvolk,

          Vorschlag der örtlichen NSDAP-Führung zur Aufnahme, Dr. R. Ley: „ Die Adolf-Hitler-Schulen sind die

          politische Erziehungsstätte einer Auslese der deutschen Jugend. Wer diese Ausbildung durchlaufen

          hat, ist politisch geprägt und ein bedingungsloser Kämpfer des Nationalsozialismus. Fanatisch durch-

          drungen vom Glauben an die Idee, muß er dem ganzen Volk Vorbild nationalsozialistischen Lebens

          sein, ein fester Richtblock für alle schwankenden Gestalten, ein Feind aller Volksschädlinge. Der

          Junge wird nicht Nutznießer einer Einrichtung der Bewegung, sondern ihr Repräsentant, Träger der

          ihm dort eingepflanzten Idee.“, erste Schulen ohne Religionsunterricht, später über 30 Adolf-Hitler-

          Schulen (anläßl. der Grundsteinlegung weiterer „Adolf-Hitler-Schulen“ in 1938 sagt B. v. Schirach u.a.:

          „Die Waffen des Intellekts werden dieser Generation gegeben und zwar die schärfsten und härtesten,

          aber sie sollen nicht um ihrer selbst willen zu einem törichten und verderblichen Scheingefecht unter-

          einander gebraucht werden, sondern einer höheren Idee dienen.“), Lied der Adolf-Hitler-Schüler: „Wir

          tragen stolz des Führers Namen, wir wollen seine Besten sein. Und keiner fragt, woher wir kamen, bei

          uns gilt nur der Kerl allein. Wir nehmen keine halben mit, wir singen und marschieren, marschieren im

          gleichen Schritt und Tritt.“, Schüler waren u.a. „Zeit“-Herausgeber Dr. Theo Sommer, Historiker Prof.

          Dr. Harald Scholtz, Schauspieler Eberhard „Hardy“ Krüger, FDJ-Zentralrat- und SED-Politbüro-Mitgl.

          Werner Lamberz; andere NS-Eliteschüler sind u.a. CDU-MdB u. Staatssekr. Dr. Rudolf Sprung, CSU-

          MdB u. Schatzmeister Dr. Karl-Heinz Spilker, Willy Brandt-Referent Reinhard Wilke, General a. D.

          Hans Poeppel, Generalmajor a. D. Jochen Löser, Bahn-Chef Heinz Dürr u.v.a. (sie erfüllten die poli-

          tischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung)(>19.4.37/ 10.12.40/ 18.1.55/ 1968)

23./30.1. UdSSR; Moskau, Oberste Gerichtshof (Militärsenat) verurteilt die von Staatsanwalt A. Wyschinski

          wg. Spionage, Vaterlandsverrat und Vorbereitung terroristischer Akte angeklagten Mitglieder des sog.

          sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums: J. L. Pjatakow, L. P. Serebrjakow, M. S. Bogusiawski,

          I. A. Knjasew, J. N. Drobnis, I. J. Hrasche, J. A. Liwschwitz, N. I. Muralow, B. O. Norkin, G. J. Puschin,

          J. D. Turok, A. A. Schestow und S. A. Rataitschak zum Tode; K. B. Radek, G. Sokolnikow u. V. Arnold

          zu je 10 Jahren und M. Stroilow zu 8 Jahren Haft (>11.6.37/ 20.7.37/ 2./13.3.38/ 14.6.40)

26.01. Deutsches Beamtengesetz, Präambel: „Ein im deutschen Volk wurzelndes, von nationalsozialistischer

          Weltanschauung durchdrungenes Berufsbeamtentum, das dem Führer des Deutschen Reichs und

          Volks, Adolf Hitler in Treue verbunden ist, bildet einen Grundpfeiler des nationalsozialistischen

          Staates...Bereitschaft rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat einzutreten und sich in seinem

          ganzen Verhalten von der Tatsache leiten lassen, daß die NSDAP in unlöslicher Verbundenheit (§3 …

          bis zum Tode!) mit dem Volk Trägerin des deutschen Staatsgedankens ist. §1 Der deutsche Beamte

          steht zum Führer und zum Reich in einem öffentlich-rechtlichem Dienst- und Treueverhältnis. Er ist der

          Vollstrecker des von der NSDAP getragenen Staates.“ (mehr als 80% aller Beamten in Preussen sind

          bereits NSDAP-Genossen, (>17.9.45/ 1.9.48/ 11.5.51/ 5.5.53/ 14.7.53/ 15.6.54/ 19.2.57/ 1.10.61)

30.01. Reichstag akklamiert Gesetz zur Verlängerung d. Gesetzes zur Behebung der Not von Volk u. Reich

          und Gesetz über Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien (Aktienrechtsreform

          ermöglicht auf Antrag des Reichswirtschaftsministers die Auflösung von Gesellschaften, verbietet u.a.

          Neugründung von Gesellschaften mit unter RM 500 000 Kapital, begrenzt Aufsichtsratsmandate auf

          10 pro Person) (>14.4.45),

          Adolf Hitler erklärt vor dem Reichstag zum Vertrag von Versailles (einschl. des § 231 zu Kriegsschuld-

          u. Reparationsleistungen), daß er „die deutsche Unterschrift feierlichst“ zurückziehe und somit die

          „Fesseln von Versailles“ überwunden seien (von DDR- und BRD-Parlamenten, höchsten Gerichten u.

          Bildungsdiskriminierten bestätigt bleibt Deutschland bis in das nächste Jahrtausend eine „GmbH“)

          (>6./13.9.37/ 10.4.38/ 23.8.39/ 7.10.49/ 10.10.49/ 7.10.65/ 27.3.73/ 17.8.90/ 21.1.99/ 11.11.2001),

          Erlaß zur Stiftung des Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft: „Die Annahme des Nobelpreises

          wird damit für alle Zukunft Deutschen untersagt“ (>25.8.49),

          Heinrich George wird NS-„Staatsschauspieler“ (der Vater von Schauspieler Götz George spielte u.a. in

          „Hitlerjunge Quex“ „Unternehmen Michael“ „Jud Süß“ „Wien 1910“ „Die Degenhardts“ und „Kolberg“,

          er stirbt inhaftiert am 26.9.1946 im sowjet. NKWD-Lager Nr. 7 Sachsenhausen) (>10.8.45),

          Prof. A. Speer wird Generalbauinspektor für die Neugestaltung der Reichshauptstadt „Germania“ (er

          und Stab belegen die Akademie der Künste) (>14.9.38/ 7.1.39/ 24.3.50/ 20.6.91/ 15.7.92/ 19.4.99),

          Reichsverkehrsmin. Paul v. Eltz-Rübenach verweigert NSDAP-Mitgliedschaft und tritt zurück

02.02. Reichspostministerium-Staatssekr. Dr.-Ing. Wilhelm Ohnesorge wird Reichspostminister,

          Reichsbahn-Generaldirektor Dr.-Ing. Julius Dorpmüller wird Reichsverkehrsminister (ab 1939 zudem

          wieder Reichsbahn-Generaldirekt., ab 1941 transportiert die Deutsche Reichsbahn gegen Bezahlung

          über 3 000 000 Menschen, darunter hunderttausende Kinder, in Deportationszügen mit Viehwaggons

          aus dem besetzten Europa in die Vernichtungslager, 1944 erhält Dr. D. von Reichskanzler Hitler zum

          Dienstjubiläum ein RM 60 000 Spitzweg-Gemälde, 1949 wird Dr. D. posthum als „Entlastet“ entnazi-

          fiziert, Verantwortliche wie der stellv. Reichsbahn-Generaldir. Staatssekr. Dr.-Ing. Albert Ganzenmüller

          u. andere Bahnbeamte werden später nie bestraft) (>14.9.38/ 3.9.39/ 14./15.12.39/ 10.1.41/ 19.2.41/

          29.6.41/ 22.6.42/ 28.7.42/ 13.8.42/ 27.10.42/ 26.2.43/ 15.5.44/ 31.7.44)

05.02. Großbritannien; London, bei Akkreditierungsübergabe grüsst Botschafter u. ex-Henkell-Sektvertreter

          Joachim v. Ribbentrop den brit. König George VI mit dem „Hitler-Gruß/Deutschen Gruß“ (>4.2.38)

    02. Oberkommando d. Wehrmacht ernennt Oberstleutn. Erwin Rommel als Verbindungsoffizier zur Hitler-

          Jugend (R. schlägt sofort vormilitärische HJ-Ausbildung durch Offiziere vor u. erhält „Dienstanweisung

          für den Verbindungsoffizier der Wehrmacht beim Jugendführer des Deutschen Reiches" 1938 wird der

          10jähriger Sohn Manfred Rommel HJ-Jungvolk-Mitglied, erfüllt die politischen Kriterien national-

          sozialistischer Begabtenförderung und bestätigt noch 1989: „Ich war gerne beim Jungvolk, ich war

          auch gerne Hitlerjunge.“ E. Rommel erhält 08.1938 neue Aufgaben, bei der Besetzung der sudeten-

          deutschen Gebiete der CSR befehligt er Hitlers „Führerbegleitkommando“)(>1.10.38/ 11.8.39/ 27.4.45)

10.02. Gesetz zur Neuregelung der Verhältnisse der Reichsbank und der Reichsbahn (polit. „Übernahme“),

          Berlin, 4.Reichsberufswettkampf der Jugend wird von Reichsjugendführer v. Schirach und DAF-Führer

          Ley eröffnet, Dr. Ley zitiert aus „Der Schulungsbrief - Das zentrale Monatsblatt der NSDAP und DAF“:

          „Adolf Hitler! Dir sind wir allein verbunden! Wir wollen in dieser Stunde das Gelöbnis erneuern:

          Wir glauben auf dieser Erde allein an Adolf Hitler.

          Wir glauben, daß der Nationalsozialismus der allein seligmachende Glaube für unser Volk ist.

          Wir glauben, daß es einen Herrgott im Himmel gibt, der uns geschaffen hat, der uns führt, der uns

          lenkt und der uns sichtbar segnet.

          Und wir glauben, daß dieser Herrgott uns Adolf Hitler gesandt hat, damit Deutschland für alle Ewigkeit

          ein Fundament werde.“ (>21.12.49/ 2.11.54/ 19.8.70)

16.02. UdSSR; die ersten zehn dt. Antifaschisten u.a. Emil Larisch, Kurt Nixdorf, Wilhelm Pfeiffer, Arthur

          Thilo und Otto Walther werden ans Dt. Reich ausgeliefert (>05.1937)

23.02. Dortmund, Elisabeth v. Sachsen-Meiningen’s an Reichskriegsminister W. v. Blomberg: „Hoheit dankt

          Exselens für seine Rede am hohen Heldengedenktag. Gott segne Ihre Worte und unser deutsches

          Vaterland, auch danke ich für Ihre Kameradschafts-Liebe zum Reichsfürsten Adolf...überreichen Sie

          dem Reichsfürsten Adolf meinen Brief...gez. Königl. Hoheit Elisabeth v. Sachsen-Meiningen“

01.03. Freie Stadt Danzig; Dr. Carl Jacob Burckhardt (Schweiz) ist Hoher Kommissar des Völkerbundes, der

          Schutzmacht Danzig’s (>23.10.37/ 17.12.38/ 28.4.39/ 4.5.39/ 3.4.39/ 18.6.39/ 3.7.39/ 23.8.39/ 1.9.39)

04.03. „Völkischer Beobachter“ „Der Jugendführer des Dt. Reiches, Baldur v. Schirach, hat folgenden Aufruf

          zur Jungvolkwerbung 1937 erlassen: Deutsche Eltern, deutsche Jugend! Wieder rückt der Tag heran,

          andem ein neuer Jahrgang deutscher Jugend in den Dienst des Führers tritt…Im vorigen Jahr hat

          dieser Aufruf zur Folge  gehabt, daß fast Hundert vom Hundert aller deutschen Jungen und Mädel, die

          das 10. Lebensjahr vollendet hatten, freiwillig in unsere Reihen eintraten…Keiner darf abseits stehen,

          wenn es darum geht, Deutschland stärker und glücklicher zu machen. Es gibt keine größere Ehre als

          diesem Reiche dienen zu dürfen…Alle Jugend dem Führer!“

06.03. Berlin, Sondergericht I verurteilt im Namen des Deutschen Volkes 6 Zeugen Jehovas wg. Vergehens

          gegen die Verordnung vom 28.2.1933 zu Strafen von 3-10 Monaten Haft. Sie hatten den „Wachtturm“

          bezogen bzw. Beiträge entrichtet oder Kalender der Zeugen Jehovas gekauft

08.03. Berlin, Volksgerichtshof spricht den denunzierten dt.-amerik.-jüd. Widerständler Helmut Helle Hirsch

          wg. eines geplanten Sprengstoffanschlages auf das Nürnberger NSDAP-Parteitagsgelände des ver-

          suchten Mordes am fränkischen „Stürmer“-Herausgeber Julius Strasser für schuldig und verurteilt ihn

          im Namen des Deutschen Volkes zum Tode (H. Hirsch wird am 4.6.1937 in Plötzensee enthauptet)

09.03. Reichsinnenmin. Dr. Frick’s Gesetz über die Sicherung der Reichsgrenze und über Vergeltungsmaß-

          nahmen (1.Durchführungsverordnung v. 17.8.37) wird Rechtsgrundlage für massenhafte, vom Dt.

          Reich nicht quantifizierter Vertreibung der Bevölkerung aus vom Dt. Reich annektierten Gebieten u.

          Ländern (später folgt Vertreibung der dt. Bevölkerung aus Gebieten östl. der Oder/Neiße) (>21.10.44)

10.03. Volksgerichtshof unter Volksgerichtsrat Paul Lämmle, mit Landgerichtsdirektor Dr. Günther Löhmann

          u. SS-Obergruppenführern Hess und Kühne verurteilt KPD-(BB-Ressort)-Mitarbeiter Dr. Felix Bobek

          wg. Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens u. Landesverrat im Namen des Deutschen

          Volkes zum Tode (seine und Gerhard Diel’s Hinrichtung durch Scharfrichter Johann Reichhart in

          Plötzensee wird am 22.1.38 öffentlich bekanntgegeben; Frau Dr. Gertrud Bobek flüchtete im März

          1935 - noch vor der Verhaftung ihres Ehegatten - mit ihren Töchtern in die UdSSR) (>18.3.54)

14.03. Vatikan, Enzyklika „Mit brennender Sorge“ zur Lage der kath. Kirche im Dt. Reich u. Konkordatbruch-

          Vorwurf: „Wer die Rasse oder das Volk oder den Staat o. die Staatsform, die Träger der Staatsgewalt

          oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung...aus dieser Wertskala  herauslöst...

          und sie mit Götzenkult vergöttert, der verkehrt u. fälscht die gottgeschaffene...Ordnung der Dinge...

          Wer in sakrilegischer Verkennung...irgendeinen Sterblichen, und wäre er der Größte aller Zeiten,

          neben...o. gar über u. gegen Ihn zu stellen wagt, der muß sich sagen lassen, daß er ein Wahnsinniger

          ist...Die formelle Aufrechterhaltung eines...von Unberufenen kontrollierten, gefesselten Religionsunter-

          richts im Rahmen einer Schule, die...planmäßig u. gehässig derselben Religion entgegenarbeitet kann

          niemals einer solchen...Schulart die...Billigung eines...Christen eintragen.“ (am >21.3. in kath. Kirchen

          verlesen) > verfolgte Schüler (>9.4.37/ 6.5.37/ 13.5.37/ 19.10.51/ 20.3.52/ 11.1.53/ 3.5.53/ 11.7.53)

18.03. „Durchbruch - Kampfblatt für Deutschen Glauben, Rasse und Volkstum“ Reichsfrauenführerin Gertrud

          Scholtz-Klink schreibt „Deutsch-sein heißt: den Glauben an das ewige Deutschland in sich tragen…

          Christ-sein heißt: dem Messiasideal, der Kirche, verfallen sein. Wir reißen dem Christentum seine

          religiöse Maske herunter und zeigen was es in Wirklichkeit ist: die Mischung zwischen jüdischer und

          nicht-jüdischer Rassenseele.“ (>15.6.46/ 18.1.50/ 1953/ 14.3.54),

          Cautio Treuhand GmbH-Chef und Reichsbeauftragter für die deutsche Filmwirtschaft Dr. Max Winkler

          kauft u. „überführt“ Alfred Hugenberg’s Universum Film AG in Staatsbesitz (1941 ist die gesamte Film-

          wirtschaft im Propagandaministerium „verstaatlicht“ (>19.10.39/ 18.3.37/ 20.10.45/ 7.8.52/ 16.4.53)

19.03. KZ Sachsenhausen, der christl. Nichtarier u. „Bekennende Kirche“-Justiziar Dr. jur. Friedrich Weißler

          wird ermordet,

          Vatikan; Enzyklika „Divini Redemptoris“ über atheistischen Kommunismus u.a. „Der Kommunismus

          ist in seinem innersten Kern schlecht und es darf sich auf keinem Gebiet auf Zusammenarbeit mit ihm

          einlassen, wer immer die christliche Kultur retten will. Je mehr ein Land, in das sich der Kommunismus

          einzuschleichen weiß, durch Alter und Größe seiner christlichen Kultur hervorragt, um so verheeren-

          der wird sich in ihm der Haß der Leute ,ohne Gott’ austoben.“  > verfolgte Schüler (>1.7.49)

21.03. in allen kath. Kirchen des Dt. Reiches wird die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ verlesen (>1.5.37)

    03. Staatsverschuldung beträgt ca. RM 16 000 000 000 (+ ca. RM 12 000 000 000 offene Mefo-Wechsel),

          Paulus-Bund Vereinigung nichtarischer Christen e.V.“ wird wg. behördl. „Volljuden“-Zwangsausschluß

          jüd. „Mischling“ „Vereinigung 1937“, Vorsitz. Dr. Heinrich Spiero, Dr. Friedrich Karl Lesser (>08.1939),

          Berlin, Bismarck-Gymnasium, Diplomatensohn u. HJ-Fähnleinführer Richard v. Weizsäcker erfüllt die

          politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung u. legt knapp 17jährig das Abitur

          ab Abitur ab (>25.6.41/ 14.4.45),

31.03. Spanien; Durango, von deutscher Legion Condor unter Gen. Hugo Sperrle u. Stabschef Dr. Wolfram

          Freiherr v. Richthofen (Cousin des „Roten Baron“ Manfred v. R.) bombardiert, mind. 248 Tote (der Dt.

          Lufthansa-Beauftragte Major a.D. Martin Wronsky meldet an Staatsrat Dr. Emil Georg v. Stauss „Das

          Städtchen Durango bei Bilbao ist ohne jede Artillerie-Beschießung allein durch Flugzeug-Bombarde-

          ment derart zerstört, daß kaum ein einziges Haus erhalten ist.“ (>27.4.37)

05.04. Neuendettelsau/Franken, Ev.-lutherische Diakonissenanstalt, Vortrag des ärztlichen Leiters und

          Psychiaters Dr. Rudolph Boeckh (Boeckh, seit 1932 in der NSDAP, war auf Empfehlung des Betheler

          Pastors Friedrich v. Bodelschwingh eingestellt worden) vor NSDAP-Ortsgruppe u.a.: „Alles Kranke,

          das nicht wieder der Gesundung zugeführt werden kann, ist Last...Die Entscheidung über die Frage,

          ob ein Mensch vernichtet werden darf, steht allein dem Mann zu, der unter Berufung auf den Schöpfer

          die Gewalt in seiner Hand hat, über Leben und Tod zu entscheiden...Das kann und darf allein der

          Führer.“ (aus keiner evangelischen Einrichtung sind mehr Bewohner zur Ermordung abgeholt worden

          wie aus Neuendettelsau, der Eid Hippokrates lautet: „Ich werde meine ärztliche Verordnung zum

          Nutzen der Kranken geben, nach meiner Kraft und nach meinem Urteil. Was Verderben und Schaden

          bringt, will ich von ihnen fernhalten. Ich werde niemandem ein tödlich wirkendes Gift verabreichen,

          auch auf Verlangen nicht. Ich werde auch keinen solch verwerflichen Rat erteilen.“)

07.04. Berlin, Adolf-Glaßbrenner-Schule, Eugen Herman-Friede darf auf kein Gymnasium oder Oberschule

          wechseln (als diskriminierter jüd.-dt. Schüler muß er eine jüd. Mittelschule bis zur Schließung >20.6.42

          besuchen, ab 1943 im Untergrund, schließt sich einer Widerstandsgruppe an, 1944 Verhaftung,

          23.4.45 - seinem 19.Geburtstag - Haftentlassung, 1945 KPD, Besuch Parteihochschule, Journalist,

          1947-48 Studium ohne Abitur, 1948 Verhaftung, verläßt 1949 die SBZ)  > verfolgte Schüler,

          Bunzlau/Schlesien, Zahnsche Erziehungsanstalt u. Oberschule für Jungen, Oberlandwirtschaftsrats-/

          Beamtensohn u. Hitler-Jugend-Mitgl. Dieter Hildebrandt erfüllt die politischen Kriterien national-

          sozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus und wird hier Schüler (1943-45

          Flakhelfer, NSDAP, Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht, 1947 Abitur, er erfüllt die finanziellen Kriterien

          demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, Studium, SPD, Kabarettist/Autor),

          Freie Stadt Danzig, Städtisches Gymnasium, Arztsohn u. Hitler-Jugend-Mitgl. Horst Ehmke erfüllt die

          politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Faschismus u.

          wird hier Schüler (1943-45 Flakhelfer, 1944 NSDAP-Mitgl. Nr. 9 842 687, Wehrmacht, 1946 Abitur

          Flensburg, Volkswirtschafts- u. Jurastudium, 1947 SPD, er erfüllt die finanziellen Kriterien demo-

          kratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, 1949/50 Stipendiat Princeton/USA,

          1952 Promotion, 1960 Habilitation, 1967 Staatssekr., 1969-74 Kanzleramts-Chef, Bundesjustiz-,

          -forschungs- u -postminister, 1969-94 MdB, 1973-91 SPD-Vorstand, Autor, Friedrich-Ebert-Stiftung)

          (>8.3.84/ 29.12.84),

          Freie Stadt Danzig; Conradinum Gymnasium, NSDAP-Mitgl. Wilhelm Grass Sohn, Hitler-Jugend-Mitgl.

          Günter Grass erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung der

          Diktatur des Faschismus u. wird hier Schüler (>09.1944),

          Freie Stadt Danzig; Conradinum Gymnasium, HJ-Mitgl. Klaus Rainer Röhl - Sohn eines Lehrers und

          NSDAP-Mitgl. - erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung u. wird

          hier Schüler (1943-45 Flakhelfer, Wehrmacht, 1948 Abitur in der BBZ, 1949 Lehramtsstudium, 1956

          KPD, Hg. der DDR-subventionierten Zeitschrift „konkret“, 1993 Promotion, 1995 FDP) (>15.6.72),

          Frankfurt/M., Elisabethengymnasium, Schulleiter Bär fühlt sich verpflichtet „amtlich festzustellen, daß

          die Elisabethen-Schule seit Ostern 1937 vollkommen judenfrei ist“  > verfolgte Schüler,

          Halle/S., Friedrich-Nietzsche-Oberschule, Juristensohn u. HJ-Jungvolk-Mitgl. Hans-Dietrich Genscher

          erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des

          Faschismus u. wird Schüler (1943 Flakhelfer, RAD, 1944 NSDAP-Mitgl. Nr. 10 123636, Wehrmacht,

          1946 SBZ-Abitur/ Jurastudium, LDPD, 1950 Gerichtsreferendar OLG Halle, 1952 Republikflucht, FDP,

          1952-54 Gerichtsreferendar OLG Bremen, 1954 Rechtsanwalt, 1962-64 FDP-Bundesgeschäftsführer,

          1965-98 MdB, 1969-74 BRD-Innen- u. 1974-92 Außenmin., 2000 H.-D.-Genscher-Consult GmbH

          Geschäftsführer) (>07.1946/ 23.9.83/ 12.9.90/ 23.12.91/ 7.2.92/ 19.6.2000/ 8.9.2000/ 03.2002),

          Köln, Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, kath. Schreiner- u. Kunsttischlersohn Heinrich Böll ist kein Mitglied

          der Hitler-Jugend und legt sein Abitur ab (1938 Reichsarbeitsdienst, 1939 Studiumsabbruch, 1939-45

          Wehrmacht, 1946-47 Germanistik-Studium, 1947 erste Veröffentlichungen, 1951 freier Autor, Mitglied

          Gruppe 47, 1972 Literaturnobelpreis, 1976 Kirchenaustritt) (>10.9.47/ 19.8.65),

          Köln, Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, Legationsratssohn Karl Eduard v. Schnitzler ist kein Mitglied der

          Hitler-Jugend und legt sein Abitur ab (Reichsarbeitsdienst, wg. Verweigerung der Mitgliedschaft im

          Nationalsozialistischen Studentenbund Studiumsabbruch, 1940-45 Wehrmacht, Kriegsgefangenschaft,

          1945-47 NWDR, 1947 SBZ, 1948 SED, DDR-Rundfunk u. -Fernsehen) (>21.3.60),

          Traunstein, der kath. Polizeibeamtensohn Joseph Ratzinger besucht die staatl. Oberschule für Jungen

          (1941 Hitler-Jugend, er erfüllt die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabten-

          förderung , 1943 Flakhelfer, Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht, 1946 Abitur, 1946-51 Philosophie- u.

          Theologiestudium, er erfüllt die finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung im

          Rechtsstaat, 1953 Promotion, 1957 Habilitation, 1951 Priester- u. 1977 Bischofsweihe, Berufung zum

          Kardinal) (>2.8.43/ 12.1945/ 28.7.50/ 29.6.51/ 20.12.85/ 8.10.88/ 29.12.2000/ 5.2.2001)

08.04. Schweiz; Universität Lausanne verleiht ital. Faschistenführer Benito Mussolini die Ehrendoktorwürde

09.04. Reichspressekonferenz, Reichspropagandamin. Dr. Goebbels gibt Richtlinien für Sittlichkeitsprozesse

          gegen kath. Geistliche und Ordensangehörige (>13.5.37/ 16.3.62/ 14.9.95/ 18.5.2001),

          der auf Grund des Gesetzes über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassene deutsch-

          jüd. Dr. jur. Friedrich Karl Kaul emigriert nach Kolumbien (>4.5.46)

14.04. Tagung des evangelischen „Ausschuß für Rassenhygiene und Rassenpflege“, Obermedizinalrat Dr.

          Ewald Meltzer, Leiter der ev. Anstalt in Großhennersdorf/Sachsen u. ein Herausgeber der „Zeitschrift

          für die Behandlung Anomaler“ u.a.: „...ich sage, wenn 1916 angeordnet worden wäre, daß die Idioten

          auf sanften Wege aus dem Leben kommen müßten, so würde man schon damals den Notstandspara-

          graphen haben anwenden können...Da würde ich in schweren Fällen von Lebensmittelknappheit oder,

          wo dringend Räume gebraucht werden für Verwundete, solchen Schritt begreifen. Der Gesunde und

          Kräftigste muß hinaus, da soll auch der Kranke seinen Zoll dem Vaterland zahlen. In einem solchen

          Fall würde ich es für erlaubt (halten).“ Zwischenfrage von Dr. Depuhl vom Ev. Landeswohlfahrtsdienst

          Hannover: „Sollen auch die Alten getötet werden?“ Dr. Meltzer: „Nein, nur in schweren Fällen von

          Idiotie...ich glaube der Staat wäre berechtigt, diesen Notstandsparagraphen anzuwenden.“

15.04. Reichsbildungsmin. Rust’s Erlaß zum Promotionsverbot für jüd. Student(Inn)en  > verfolgte Schüler,

          Schaden in der Ausbildung (>29.6.56)

19.04. Pommern, Eröffnung der Adolf-Hitler-Schule in der NS-Ordensburg Krössinsee

20.04. NSDAP-Reichsschatzmeister Franz Xaver Schwarz’ (MdR, SS-Obergruppenführer) Anordnung zur

          Lockerung (ab 10.5.Aufhebung) der NSDAP-Mitgliedersperre als Parteianwärter („SED-Kandidat“)

22.04. Schweinfurt, SS-Sturmbannführer Konsul Willy Sachs (Fichtel&Sachs, 1933 SA; NSDAP, SS und

          Reichsjägermeister H. Göring’s Jagdfreund, 1936 im Stab Reichsführer SS) an Reichskanzlei SS-

          Sturmbannführer Hans Ebhardt: „…bin wieder gut zu Hause angekommen und denke gern an das

          große Erlebnis am Geburtstag unseres Führers...Beiliegend gestatte ich mir nun, Ihnen wie

          versprochen einen „F&S-Ehrendolch“, sowie eine Brieftasche zu übersenden...Bleistifte haben wir

          z.Zt. nicht vorrätig; sobald wieder welche kommen, werde ich an mein Versprechen denken...“

26.04. Spanien; Guernica, von dt. Legion Condor unter Gen. Hugo Sperrle u. Stabschef Dr. Wolfram Freiherr

          v. Richthofen (Cousin v. „Roten Baron“ Manfred v. R.)bombardiert, 1654 Tote/899 Verletzte, Fliehende

          werden von den Flugzeugbesatzungen mit Bordwaffen beschossen (Dr. v. Richthofen schreibt in sein

          Kriegstagebuch: „Guernica, Stadt von 5 000 Einwohnern, buchstäblich dem Erdboden gleich gemacht,

          Bombenlöcher auf Straßen noch zu sehen, einfach toll.“; dt. Bomben zerstören auch Benisanet und

          Ginestar, 1943 wird Dr. v. R. Feldmarschall; Heinz Trettner ist Staffelkapitän der Legion Condor-

          Kampfgruppe 88, ab 1.11.56 Bundeswehr-Generalmaj.; der dt.-jüd. Hafenarbeiter Dagobert Biermann

          - DDR-Liedermacher Wolf Biermann’s Vater - sabotiert Nachschubschiffe für die Legion Condor, wird

          1937 vom Volksgerichtshof im Namen des deutschen Volkes zu 6 Jahren Haft verurteilt u. am 22.2.43

          im KZ Auschwitz ermordet) (>6.8.39/ 7.2.45/ 27./30.5.50/ 1.11.56/ 1./2.6.57/ 12.5.99)

28.04. Volksgerichthof verurteilt im Namen des Deutschen Volkes wg. Verbindungen mit kommunistischen

          Widerständlern (Hochverrates) die kath. Jugendführer Dr. Joseph Cornelius Rossaint zu 11 Jahren

          Zuchthaus, Franz Steber zu 5 Jahren Zuchthaus, Hermann Jülich zu 2 Jahren Zuchthaus und Karl

          Kremer zu 18 Monaten Zuchthaus (Neffe Reinhardt Rossaint sagt später „Rossaint wurde von der

          Kirchenführung alleingelassen. Niemand aus der Hierarchie des Erzbistums Köln setzte sich für ihn

          ein. Im Gegenteil, sein Verhalten wurde abgelehnt und verurteilt.“) (>15.1.1945),

          „Der Völkische Beobachter“ „Katholisch-kommunistische Einheitsfront aufgedeckt“

30.4./20.6. Berlin, große Wirtschafts-, Militär- u. Propaganda Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit“ (u.a. mit

          Architekt Egon Eiermann - einem der Meister deutscher Nachkriegsarchitektur - errichtet)

01.05. Berlin, Lustgarten, Reichskanzler Hitler droht wg. Papst Pius XI Enzyklika „Mit brennender Sorge“ vor

          1 200 000 stürmisch Beifall spendenden Deutschen: „Wir können nicht dulden, daß…die Autorität des

          deutschen Volkes von irgendeiner anderen Stelle angegriffen wird. Das gilt…für alle Kirchen…Wenn

          sie versuchen, durch irgendwelche Maßnahmen, Schreiben, Enzykliken usw. sich Rechte anzumaßen,

          die nur dem Staat zukommen, werden wir sie zurückdrücken in die ihnen gebührende geistlich-seel-

          sorgerische Tätigkeit. Es geht auch nicht an, von dieser Seite aus die Moral des Staates zu kritisieren,

          wenn man selbst mehr als genug Grund hätte, sich um die eigene Moral zu kümmern.“ (>6.5.37),

          Bielefeld, die Pudding- u. Backpulver-Firma Dr. August Oetker mit ihrer „Block“ und „Betriebszellen“-

          Struktur einschl. Betriebsblockwart, Betriebsobmann, Betriebsfrauenwalterin, Betriebsjugendwalter u.

          Betriebssportwart wird von A. Hitler als „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ ausgezeichnet (Dr.

          Richard Kaselowsky, SS-Gruppen- u. Oetker-Betriebsführer und -Stiefvater, NSDAP- u. Freundeskreis

          Reichsführer SS-Mitglied empfängt die Auszeichnung für den Wehrmachtlieferanten. Rudolf-August

          Oetker, Konzernerbe, NSDAP-Mitgl. und späterer freiwilliger SS-Untersturmführer, erwirbt als tüchtiger

          junger Geschäftsmann bereits 1940 vom dt.-jüd. Ehepaar Carl und Elli „Sara“ Lippmann deren einst

          für RM 117 000 in bester Hamburger Lage erworbenes Nachbargrundstück für lediglich RM 45 500,

          nach 1945 expandiert R.-A. O. in Reederei-, Fluglinien-, Brauerei-, Versicherungs-, Lebens- und

          Genußmittelgeschäfte und übergibt seinen Nachfahren ein Milliarden-Imperium),

          Berlin, der Chef Kommandoamt der Ordnungspolizei Adolf v. Bomhard wird NSDAP-Mitgl. 3 933 982

          (>9.11.40),

          Berlin, Pfarrersohn und Student Ernst-Joachim Gießmann wird NSDAP-Mitglied 4 509 402 (>29.6.65),

          Berlin, der HJ-Oberscharführer u. Referent der Reichsjugendführung Dr. Heinrich A