1945
„Es muß
demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“ Walter Ulbricht
„Widerstand meint Kampf
gegen staatliches Unrecht. Voraussetzung ist, daß der Staat nicht höchster Wert
ist, sondern daß
Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung gewogen und möglicherweise zu
leicht
befunden werden
können.“ Fritz Bauer, kritischer Jurist
und Generalstaatsanwalt in Frankfurt/M.
08.05. vier alliierte Besatzungszonen westlich der Oder-Neiße-Linie haben (10.1946) ca. 62 Mio. Einwohner
auf 375 470 qkm (bei Reichsgründung 1871 waren es 550 500 qkm, Aktionen deutscher Eliten von
1914-18 u. 1939-45 verursachten riesige Menschen- u. Gebietsverluste und Reparationsleistungen)
Neubeginn für deutsche Gerechtigkeit
und u.a. auch für drei beispielhafte, gleichaltrige, überlebende
und noch nicht schulpflichtige
deutsche bzw. jüdische Kriegskinder:
Kind 1 lebt in seiner
protestantischen Familie zu Hause in der amerik.
Besatzungszone, besucht in
der BRD das Gymnasium, macht Abitur,
studiert, wird Jungsozialist, Beamter, Bürgermeister, Minister-
präsident, Bundesminister u. hat später ohne
eigene Zahlung über DM 20 000 „Ruhegeld-Anspruch“.
Kind 2 ist seit 04.1945 aus
einem KZ befreiter besitzloser jüdischer Halbwaise und emigriert mit dem
Vater nach Israel, macht sein Te'udat
Bagrut (israelisches
Abitur), studiert dort und später in der DDR.
Kind 3 ist seit 02.1945
heimatloser Halbwaise, lebt am 8.5.45 bis zur Rückkehr des kriegsgefangenen
Vaters bei fremden Pflegeeltern,
später mit Vater u. Adoptivmutter in einer kath. Familie in der sowjet.
Besatzungszone, Sozialisten verweigern dem Kind
trotz sehr guter Schulnoten den Besuch der DDR-
Oberschule, mit 14 Jahren arbeitet
das Kind, zahlt Rentenversicherungsbeiträge, flieht als Arbeiter in
die BRD, macht Jahre nach dem absolut mittellosen Neubeginn bescheidene Karriere, seine Steuern
finanzieren u.a. auch das Studium und die hohen Lebenseinkünfte von Kind 1. Kind 3 erhält NIE
Entschädigung und hat später ca. DM 2 000 staatl. Rentenanspruch! (>10.10.49/ 28.7.50/ 13.2.51/
9./14.11.89/ 3.10.90/ 27.3.98/ 5.10.2000/ 12.12.2001) > verfolgte Schüler, deutsche Gerechtigkeit
SBZ; Berlin, der sowjet.
Stadtkommandant Gen. Nicolai Bersarin ernennt Dr. A. Hermes zum Stadtrat
für Ernährung,
Dänemark; Geltinger Bucht, an Bord „Buéa“, unter Befehlshoheit des Führers der Schnellboote Kom-
modore Rudolf Petersen verurteilt ein Standgericht unter Vorsitz v. Marine-Stabsrichter Adolf Holzwig
mit Beisitzern Oberstabsarzt Dr. Hans Georg Bursch und Gefreiten Faustmann im Namen des
Deutschen Volkes die von Kriegsgerichtsrat Hartger angeklagten Matrosen Fritz Wehrmann, Martin
Schilling u. Alfred Gail wg. „eines schweren Falles der Fahnenflucht im Felde“ (nach Teilkapitulation
dt. Truppen in Dänemark hatten sie sich von ihrer Einheit entfernt) zum Tode und den Matrosen Kurt
Schwalenberg zu 3 Jahren Zuchthaus, die von Kommodore Petersen bestätigten Todesurteile werden
am 10.5. an Bord vollstreckt u. die Leichen im Meer versenkt (die für die Todesurteile Verantwortlichen
werden später freigesprochen)
(>19.12.57),
Tschechien; Generalfeldmarschall u. Ritterkreuzträger Ferdinand Schörner verläßt - trotz des eigenen
„brutalen Durchgreifens gegen vermeintliche Drückeberger, Defätisten und Deserteure“ - in Zivil seine
Heeresgruppe Mitte um sowjet. Kriegsgefangenschaft zu entgehen (am 15.5. wird er von amerik.
Truppen gefangen genommen und danach sowjet. Truppen übergeben, am 11.2.1952 wird er in
Moskau zu zweimal 25 Jahren Erziehungslager verurteilt, bereits 12.1954 entlassen kehrt er in die
BRD zurück und wird 10.1957 vom LG München I wg. seiner strafbaren Handlungen verurteilt)
(>11.5.51/ 5.8.55/ 15.10.55/ 15 10.57),
Tschechien; Terezin, KZ
Theresienstadt wird von sowjet. Armee befreit (nur ca. 100 der ca. 15 000
hier von Deutschen inhaftierten
Kinder überlebten das Kriegsende. T. wird nun Lager
und Kinderlager
für Deutsche, die tschech. Betreuer
Premsyl Pitter und Olga Fierz retten hier viele dt. Kinder)
09.05. Tschechien; Sokolov/Falkenau,
amerik. Truppen befreien das KZ Außenlager im 1938 vom Dt. Reich
besetzten Sudetengebiet, Falkenaus
deutsche Einwohner erhalten beim erzwungenen Bekleiden und
Bestatten der liegengelassenen toten
Zwangsarbeiter eine Lektion in Menschenwürde,
sowjet. besetztes
Danzig-Westpreußen; KZ Stutthof wird von sowjet. Truppen befreit
10.05. BBZ; Flensburg, Generalleutn. u. Konzentrationslager-Inspekteur Richard Glücks begeht Selbstmord,
BBZ; Flensburg, dt. Kriegsgericht unter Vorsitz von Marineoberstabsrichter
Dr. Theodor Constabel ver-
urteilt Im Namen des Deutschen Volkes
den Gefreiten Johann Christian Süß u.a. wg. „Untergrabung
der Manneszucht" zum Tode, sein
Gnadengesuch wird abgelehnt, Konteradmiral Bernhard Rogge
bestätigt das Urteil (Süß wird am
11.5. erschossen, seine Eltern werden 1952 informiert, Berufssoldat
Rogge legt 1957 seinen vierten
Diensteid ab u. wird Bundesmarine-Konteradmiral, 1958-62 NATO-
Kommandeur Schleswig-Holstein u.
erhält das Bundesverdienstkreuz),
SBZ; Erich Honecker stellt
sich der Gruppe Ulbricht zur Verfügung, der ex-KJVD-Leiter wird beauftragt
„Grundlinien für die Jugendarbeit der
KPD in den nächsten Wochen und Monaten auszuarbeiten“
(>19.6.45/ 25.6.45/ 31.7.45/
10.9.45/ 2./3.12.45/
26.2.46),
Norwegen; Standgericht unter
Vorsitz von Oberfeldrichter Wilhelm Spies verurteilt die Soldaten Rudolf
Zatsch, Hartmut Feyertag, Josef Wenzl
u. Leopold Wickenhauser im Namen des Deutschen Volkes
zum Tode („die Angeklagten haben…in
der Absicht gehandelt, sich der Verpflichtung zum Dienst in
der Wehrmacht dauernd zu entziehen“,
Divisionskommandeur Oberst Josef Remold u. Gen.Oberst
Alfred Jodl bestätigen die Urteile
die am 10.5. vollstreckt werden) (Oberfeldrichter Spies wird 1965 in
Braunschweig vom Landgerichtsrat zum
Landgerichtsdirektor befördert; Gebirgsjäger Oberst Remold,
1934 „Handbuch für die
Hitler-Jugend“-Autor, wird 1951-62 Bayerischer Bereitschaftspolizeipräsident
u. 1967 Autor von „Tagebuch eines
Bataillons-Kommandeurs“) deutsche
Gerechtigkeit,
CSR; Pilsen, Reichsstatthalter
u. Sudetenland-Gauleiter Konrad Henlein begeht Selbstmord
05. BBZ; Flensburg, Große Str., Oberleutnant Prof. Dr. Helmut
Schelsky (Zitat: „Eine sozialistische Tat ist
so z. B. die Unfruchtbarmachung von
unheilbar belasteten Menschen“, 1932 SA, 1934 SA-Lehrsturm
Leipzig, 1935 Amt Rosenberg, 1937
NSDAP, 1939 Habilitation, Dozent Königsberg, 1940 Dt. Wissen-
schaftl. Institut Budapest, 1943
Professor Reichsuni. Straßburg, 1949-53 Direktor Akademie f.Gemein-
wirtschaft, 1953-65
Soziologie-Professur Uni. Hamburg und Münster, Beirat CDU-Bundesfamilienmin.-
Sohn Wilhelm Schelsky wird
Siemens-Betriebsrat, CDU-Parteitagsredner,
Unternehmensberater,
Lobbyist, Bundesvorsitzender Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger
AUB e.V.),
Leutnant Kurt Wagner,
Joachim Leusch u. Flüchtlingsleitstelle Kiel-Mitarbeiter gründen Vermissten-
Suchdienststelle (>02.1946)
11.05. ABZ Österreich;
Werfen, amerik. Truppen übernehmen den sog. ungarischen Goldzug mit mind.
24 Waggons und -zig Millionen Dollar
geraubtem Gold, Silber, Edelsteinen, Kunst- und Wertgegen-
ständen die Deutsche mit ungar.
Komplizen u.a. unter Heinrich Himmler, Dr. Edmund Veesenmayer,
Adolf Eichmann, Dr. Adolf Hezinger, Miklos
Horthy, Ferenc Szálasi, Otto Skorzeny u. Dieter Wisliceny
deportierten jüd. Ungarn raubten
(Überlebende noch deren Erben erhalten je ihr Eigentum zurück)
12.05. BBZ Österreich;
Kärnten, Beginn gewaltsamer, später als Kriegsverbrechen bezeichnete Repatriation
von
mind. 70 000 kriegsgefangenen Kosaken, Ukrainer, Sowjets, Weissrussen, Kroaten
u. Slowenen
durch brit. Truppen in die UdSSR bzw.
Jugoslawien (dort häufig gefoltert u. ermordet) um im Gegen-
zug die Repatriation von sowjet. Truppen befreiter alliierter
Kriegsgefangener zu sichern (>09.1945),
CSR; Brno, der heimgekehrte
Exil-Präsident E. Benes sagt:„Das deutsche Volk hat in diesem Krieg
aufgehört…menschlich erträglich zu
sein u. erscheint uns nur noch als…menschliches Ungeheuer…“,
CSR; Prag, Antifaschist
Ferdinand Marek eröffnet Österreich’s Botschaft, am gleichen Tag von ca.
4 000 Botschaftsflüchtlingen mit
hunderten Kindern, die z.T. „schwarze, verrunzelte Affengesichter
hatten“ besetzt (trotz diplomatischer
Immunität von Sowjets verhaftet „stirbt“ Botschafter Marek 1947
in sowjet. Gefängnis)
13.05. Italien; Bozen, amerik. Truppen verhaften den Bevollmächtigten General der deutschen
Wehrmacht
und HSSPF in Italien ex-SS-Obergruppenführer Karl Wolff bei seiner 45.Geburtstagsfeier mit seinen
Offizieren (>30.9.64),
Niederlande; Kriegsgefangenenlager Hembroug/Amsterdam, dt. Kriegsgericht unter Marinestabs-
richter Wilhelm Köhn u. mit Lagerkommandant Fregattenkapitän Alexander Stein verurteilt im Namen
des Deutschen Volkes die Deserteure Rainer Beck u. Bruno Dörfer zum Tode, die Verurteilten werden
am 13.5. mit geliehenen Waffen der das Lager bewachenden Kanadier von 8 dt. Soldaten erschossen
(12.1997, nach mehr als 52 Jahren, hebt das LG Köln das Todesurteil auf: Als „Halbjude“ habe Beck
die „Gefahr für sein Leben ... ausschließlich durch seine Flucht aus der Marine abwenden können“ –
ohne diese Entschuldigung wäre er zu Recht umgebracht worden?) (bereits am >19.5.62 erschiessen
dt. Soldaten wiederum dt. Soldaten)
14.05. CSR; Böhmerwald, der Schriftsteller
Wolfgang Paul begegnet Kindern „die nach Hamburg und Berlin
unterwegs sind, nachdem ihre Lehrer
sie im ,Kinderlandverschickungslager’ im Stich ließen
und das
Essen ausging. Die Kinder sind stolz
auf ihren Alleingang…“ (ca. 1 000 000 Kinder wurden nach
Schätzungen in KLV-Lagern von der
„Front überollt“ und mussten sich nach Hause oder dem was
übrig war, durchschlagen)
15.05. SBZ; sowjet.
Armee veröffentlicht erstmals die „Tägliche Rundschau“ (>04.1947/ 7.12.48/
2.6.50),
polnisch besetzte Provinz
Schlesien; 1939-45 dt. besetztes Katowice/Kattowitz, der kath. Bischof
Stanislaw Adamski fordert Deutsche
zum Verlassen von Schlesien auf (>20.7.45)
16.05. BBZ;
Juristensohn, Generaloberstabsrichter u. Chef Wehrmacht-Rechtsabt. Dr. jur.
Rudolf Lehmann
exkulpiert gutachterlich vis-a-vis Reichspräs., Großadmiral u. OKW-Chef Karl Dönitz sich und
alle dt.
Uniformträger mittels: „Führerbefehl
ist Gesetz“ (der) „enthob sie jeder strafrechtlichen Verantwortung“
(>19.11.45/ 30.12.47/29.10.1948/ 16.8.50) deutsche Gerechtigkeit
19.05. CSR,
1.Benes-Dekret über die Ungültigkeit eigentumsrechtlicher Handlungen und
Nationalverwaltung
der Eigentumswerte der Deutschen usw.
(weitere Dekrete 21.6./ 2.8. u.19.9.1945) (>10.7.45),
ABZ; Dachau,
Reichskanzlei-Chef Phillip Bouhler begeht Selbstmord,
BBZ; Hamburg, Gründung Notgemeinschaft
der durch die Nürnberger Gesetze Betroffenen (>23.6.50)
23.05. BBZ; Flensburg, brit. Truppen verhaften Reichsregierung Dönitz, Admiral Hans Georg v. Friedeburg
begeht Selbstmord,
BBZ; Lüneburg, Reichsinnenmin. u. Chef der Dt. Polizei H. Himmler begeht Selbstmord
24.05. Österreich; Salzburg, Generalfeldmarschall Robert Ritter v. Greim begeht Selbstmord,
der „Beauftragte des Führers für die
Geschichtsschreibung des großdeutschen Freiheitskampfes"
Generalleutnant Walter Scherff begeht
in amerik. Kriegsgefangenschaft Selbstmord,
USA; Washington, Einreise-Bewilligung für erste einhundert deutsche Atom- und Raketenfachleute
25.05. SBZ; Berlin, ex-Berufssoldat, Ritterkreuzträger u. NKFD-Schüler Paul Markgraf wird Polizeipräsident
26.05. USA; „Colliers Weekly“ Martha Gellhorn’s Deutschland-Bericht „We Were Never Nazis - Niemand ist
je einer gewesen. Es hat vielleicht
ein paar Nazis im nächsten Dorf gegeben…,wir
waren…immer als
Rote verschrien. Oh, die Juden? Tja,
es gab eigentlich in dieser Gegend nicht viele.“(>7.6.45/ 1.12.58)
27.05. BBZ; Flensburg, Sanitätswesen-Chef aller Konzentrationslager Dr. Enno Lolling begeht Selbstmord
29.05. Norwegen;
Kriegsgericht in Kriegsgefangenenlager unter Vorsitz von Marinestabsrichter Dr.
Hans
Karl Filbinger verurteilt Obergefreiten Kurt
Olaf Petzold wegen Gehorsamsverweigerung (er hatte die
Hoheitsabzeichen an Mütze und
Hakenkreuz an Uniform entfernt und einen Befehl im Lager mit den
Worten verweigert: „Die Zeiten sind
jetzt vorbei, ihr habt ausgeschissen, ihr Nazi-Hunde…“) zu sechs
Monaten Gefängnis (Dr. F. wird am
>15.5.60 Innenmin. u. am >16.12.66 Min.-Präs. Baden-Württemb.)
30.05. CSR; Brno/Brünn,
„Todesmarsch“ von ca. 30 000 deutschen Zivilisten beginnt (ca. 2 000-5 000
Tote)
31.05. Österreich; Weißensee, brit. Truppen verhaften „Aktion Reinhard“-(ca. 2 000 000 in dt. Vernichtungs-
lagern ermordete Menschen)-Leiter SS- und Polizeiführer Odilo Globocnik, seinen Stellvertreter SS-
Sturmbannführer Hermann Höfle und seine Lubliner Mitarbeiter
SS-Sturmbannführer Georg
und SS-Sturmbannführer Ernst Lerch, G. begeht Selbstmord (Höfle wird 1947 der österreichischen
Justiz überstellt und 1947 „auf Gelöbnis“ freigelassen, 1951 flieht Höfle nach Auslieferungsbegehren
Polens, wird 1961 in Salzburg verhaftet und begeht 8.1962 in U-Haft Selbstmord. Lerch wird
Kaffehausbesitzer in Klagenfurt und
01.06. SBZ;
Aufstellung von Polizeiverbänden (Deutsche Volkspolizei DVP - bald „Von der Partei geführt.
Der Arbeiterklasse treu ergeben. Mit der Sowjetunion für immer verbunden.“)
03.06. SBZ;
„Altenburger Echo“ „An die Soldaten der Roten Armee! Endlich seid ihr da. Mit
heißem Herzen
haben wir Altenburger Antifaschisten
auf den Tag Eurer Ankunft gewartet“ (>7.6.45/ 1./3.7.45/ 3.7.45),
SBZ;
Berlin, Bildung Hauptausschuss „Opfer des Faschismus/OdF“ (die
„unter
der Hitlerdiktatur
heldenmütig für die Freiheit des
deutschen Volkes kämpften u. Hinterbliebene der von den Faschisten
ermordeten Helden des deutschen
Freiheitskampfes“) u.a. mit Ottomar Geschke,
Andreas Hermes,
Robert
Havemann, Gustav Dahrendorf, Heinrich Grüber, Hermann Landwehr, Karl Raddatz,
Heinz
Brandt
u. Helmut Bock zur sozialen Opferbetreuung (später VVN) (>3.7.45/ 22.2.47/ 9.2.50/ 20.12.52)
04.06. UdSSR; Moskau, J. Stalin u. W. Molotow
führen u.a. mit W. Pieck, W. Ulbricht Deutschlandgespäche
4./7.6. UdSSR; Moskau, wg. der KPD-Neugründung
sind W. Ulbricht, A. Ackermann u. G. Sobottka angereist
und
kehren mit dem KPD-Gründungsaufruf zurück in die SBZ (>11.6.45)
05.06. SBZ, Berlin,
Deklaration in Anbetracht der Niederlage Deutschlands und der Übernahme der
obersten
Regierungsgewalt…, Feststellung über
das Kontrollverfahren… und Feststellung über die Besatzungs-
zonen…(„innerhalb seiner Grenzen,
wie sie am 31.Dez. 1937 bestanden“) durch
die Regierungen der
UdSSR (G. Shukow), des Vereinigten
Königreiches (B.
Montgomery), der USA (D. Eisenhower) u. der
Französischen Republik (J.-M. de Lattre de Tassigny) unterzeichnet (>6.6.45/ 1./3.7.45/ 17.7./2.8.45)
06.06. Aachen,
US-Militärgericht verurteilt zwei Mitglieder der Hitler-Jugend zum Tode,
Berlin, Gründung „Kammer der
Kulturschaffenden“ unter Vorsitz des „Gottbegnadeten“ NS-Künstlers
u. Schauspielers Paul Wegener,
Sekretär ist Wolfgang Harich (der Sohn eines promovierten Literatur-
wissenschaftlers und Hitler-Jugend
Mitgl. erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer
Begabtenförderung,
Abitur, Philosophie- u. Germanistikstudium, Wehrmacht, 1944 entfernte er sich
von der Truppe und versteckte sich,
1945/46 KPD, SED, er erfüllte die
politischen Kriterien
sozialistischer
Begabtenförderung, 1946-51 Philosophie- und Literaturwissenschaftsstudium,
1951
Promotion, Dr. H. wird am
>29.11.56 verhaftet, am >7.3 57 verurteilt) (die Kammer
wird am 30.4.46
von den Alliierten aufgelöst)
(>8.8.45),
SBZ; „Tägliche Rundschau“
„Unterzeichnung der Deklaration über die Niederlage Deutschlands…“
07.06. SBZ;
Eugen Hanisch alias Anton Ackermann (KPD) stellt wg. überall auftauchender
selbsternannter
Kommunisten ironisch fest: „es
stellte sich heraus, daß es in der Sowjetunion weniger Bolschewiken
gibt als in Hitler-Deutschland“ (über die Vergasungsanstalt Bernburg/S. in 1945 wird berichtet: „Einige
Oberpfleger, die früher überzeugte Nationalsozialisten waren, waren plötzlich alte, erfahrene
Kommunisten.“)
08.06. Vatikan
informiert deutschen Botschafter Ernst Freiherr von Weizsäcker seine Mission
sei beendet (er
wird am 26.8.1946 aus dem Vatikanstaat
ausgewiesen und alliierten Behörden übergeben)
09.06. SBZ;
SMAD-Befehl Nr.1 zur Bildung Sowjet.
Militäradministration in Deutschland
SMAD unter Vorsitz
Marschall Georgi Shukow’s als
Oberkommandierender der sowjet. Besatzungstruppen (mit ca. 60 000
Mitarbeitern - u.a. Prof. Pjotr
Wassiljewitsch Solotuchin’s Abt. „Volksbildung“ zu deren Sowjetisierung
sowie mit Leutnant Wsewoljod Jermolajew’s
Referat „Verbindungen zu den Kirchen“ -
vis-à-vis 25 000
der brit. Control Commission
of Germany, 12 000 des amerik. Office of Military
Gouvernment US-Zone
und 11 000 der franz. Administration
Militaire Francaise en Allemagne) (>9.6.45/ 25.8.45/ 21.10.45/
20.1.46/ 21.8.46/ 03.1947/ 11.11.49/
01.1950)
10.06. SBZ;
SMAD-Befehl Nr.2 zur Zulassung antifaschistischer Parteien und Gewerkschaften,
SBZ; Berlin, ex-NKFD-Mitgl. u.
Autor Johannes R. Becher kommt aus Moskau (1950-58 AdV, 1954-58
Kulturminister) (>25.6.45/ 8.8.45/
19.4.46/ 08.1949/ 24.3.50/ 26./28.11.50/ 1.5.51/
30.6.53/ 13.11.54)
11.06.
SBZ; KPD-Gründungsaufruf, Parteiprogramm u.a. „Nicht nur Hitler ist
schuld an den Verbrechen, die
an der Menschheit begangen wurden.
Ihr Teil Schuld tragen auch die 10 Mio. Deutsche, die 1932 bei
freien Wahlen für Hitler stimmten,
obwohl wir Kommunisten warnten...Ihr Teil Schuld
tragen alle jenen
deutschen Männer und Frauen die
willenlos und widerstandslos zusahen, wie Hitler die Macht an sich
riß...und Hitler folgten“ und
„...Säuberung des gesamten Bildungs- u. Erziehungswesens vom faschist.
u. reaktionärem Unrat. Pflege eines
wahrhaft demokrat., fortschrittl. u. freiheitlichen
Geistes an allen
Schulen...Liquidierung des
Großgrundbesitzes…“ gez. Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht, Franz Dahlem,
Eugen Hanisch alias Anton Ackermann,
Gustav Sobottka, Ottomar Geschke, Johannes R. Becher,
Edwin Hörnle, Hans Jendretzky, Michel
Niederkirchner, Hermann Matern, Irene Gärtner, Hans Mahle,
Berhard Koenen, Martha Arendsee, Otto
Winzer, (E. Honecker wird KPD-ZK Jugendsekr.) (> 25.8.45)
13.06. SBZ; Bautzen,
Landesstrafanstalt, NKWD-Sonderlager Nr. 4 (ca. 12 000 Tote) eröffnet
(>14.1.1950),
SBZ; „Deutsche Volkszeitung
-Zentralorgan der KPD“ erscheint, Redaktionsmitgl.:
Wolfgang Leonhard
(07.45-47 Presseabt. KPD/SED-ZK,
1947-49 Dozent SED-Parteihochschule Liebenwalde) (>13.3.49)
14.06.
CSR; Vertreibung Sudentendeutscher beginnt (09.45 flieht Dita Glotz mit
6jährigem Sohn Peter aus
Cheb/Eger zum zuvor geflohenen
ex-NSDAP-Mitgl. u. Ehemann in die ABZ, Peter Glotz erfüllt die
finanziellen
Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat und
legt
1959 das Abitur ab, studiert, 1961
SPD, 1968 Promotion, 1969-70 Konrektor Uni. München, 1970-72
MdL, 1972-77 MdB, 1974-77
SPD-Bundesbildungsmin. K. Ravens Staatssekr., 1977-81 Senator für
Wissenschaft, 1981-87
SPD-Bundesgeschäftsführer, 1983-96 MdB, Stiftung Zentrum gegen
Vertreibungen) (>20.11.45/ 21./23.6.50/ 11.12.73/ 27.2.92/ 6.9.2000/ 18.5.2002)
15.06. SBZ;
SPD-Gründungsaufruf „…Demokratie in Staat und Gemeinde, Sozialismus in
Wirtschaft und
Gesellschaft...Wir begrüßen daher auf
das wärmste den Aufruf der KPD vom 11.Juni…Bodenreform
(Enteignung) ist Beseitigung des
verderblichen Einflusses der Junker auf die Geschicke Deutschlands.
Aus ihren Reihen stammen...die Feinde
jeder freiheitlichen Entwicklung...Erziehung der Jugend im
demokratischen, sozialistischen
Geist...Verstaatlichung der Banken, Versicherungsunternehmen und
Bodenschätze...“ gez.: Max Fechner,
Erich Gniffke, Otto Grotewohl, Gustav Dahrendorf, Karl Germer,
Bernhard Göring, Hermann Harnisch,
Helmuth Lehmann, Karl Litke, Otto Meier, Fritz Neubecker,
Josef Orlopp, Hermann Schlimme,
Richard Weimann (>17.6.45/ 3.4.46),
SBZ;
Gewerkschafts-Gründungsaufruf (bald Einheitsgewerksch. Freier
Deutscher Gewerkschaftsbund
FDGB) gezeichnet: Otto Braß, Bernhard
Göring, Hermann Schlimme, Paul Walter, Roman Chwalek,
Ernst Lemmer, Jakob Kaiser, Hans
Jendretzky (>20.5.46/ 14.8.48/ 13.10.49)
17.06. SBZ; erste
Berliner SPD-Funktionärskonferenz mit Grundsatzrede Otto Grotewohl’s
18.06.
CSR; Prerov/Prerau, Ermordung von 267 deutschen Zivilisten durch
tschechische Miliz
19.06.
SBZ; KPD-SPD-Aktionsabkommen; „im festen Willen zur aufrichtigen
Zusammenarbeit“ einigen sich
Ulbricht, Hanisch alias Ackermann, Geschke,
Jendretzky, Winzer (alle KPD) mit Grotewohl, Gniffke,
Dahrendorf, Lehmann, Meier (alle SPD)
„auf die Bildung eigener Jugendorganisationen zu verzichten“
(>31.7.45), von der SPD
unterbreitete Vorschläge einer gemeinsamen Organisation werden vom KPD-
ZK abgelehnt. Ulbricht: „Die Zeit für
eine organisatorische Vereinigung ist noch nicht gekommen...“
> verfolgte Schüler (>31.7.45/ 10.9.45/ 2./3.12.45/ 20.12.45),
ABZ;
München, Pastorale Anweisung Kardinal
hat wochenlang Vertreter amerikanischer Zeitungen u. amerikanische Soldaten nach Dachau gebracht
und die Schreckensbilder von dort in Lichtbildern und Filmen festgehalten, um der ganzen Welt bis
zum letzten Negerdorf die Schmach und Schande des deutschen Volkes vor Augen zu stellen.“
21.06. ABZ; Mainz,
Bischof Albert Stohr beklagt bei Papst Pius XII die „radikale Entfernung aller
Nazis aus
der Wirtschaft, den Ämtern, den
Berufen...der einzige Befähigungsnachweis zur Besetzung eines
Amtes scheint der Aufenthalt eines
Kandidaten in Dachau oder sonstwo im Gefängnis zu sein.“,
CSR; 2.Benes-Dekret,
Enteignung deutschen Grundbesitzes einschl. ethnischer Säuberung (in den
Besatzungszonen sind Vertriebene bei
nicht-vertriebenen „Herrenrasse“-Angehörigen lange unwill-
kommen u. werden mit „Zuzugssperren“
abgewiesen) (>10.7.45/ 23.5.49/ 7.10.58/ 6.7.89/ 26.2.96)
25.06. SBZ; I.
KPD-Funktionärskonferenz, Walter Ulbricht: „Viele deutsche Rüstungsindustrielle
treten
jetzt in der Toga von Friedensengeln
auf...Wir haben keinen Grund den Herren Krupp, Flick, Vögler,
Hugenberg und Co. nachzutrauern,
(ihnen) muß die materielle Basis genommen werden, die es
ihnen...ermöglichte, den Nazismus zu
finanzieren und Deutschland in die Katastrophe zu führen...Wir
verzichten auf die Schaffung eines
kommunistischen Jugendverbandes, denn wir wollen, daß eine
einheitliche, freie Jugendbewegung
entsteht“ (>10.9.45/
7.3.46/ 27./30.5.50),
SBZ; Berlin, Vertreter des
„geistig-kulturellen Lebens“ u.a. Johannes R. Becher, Gustav Dahrendorf,
Otto Winzer, Rektor Prof. Dr. Eduard
Spranger, Paul Wegener, Ferdinand Friedensburg beschliessen
Gründung des „Kulturbund zur
demokratischen Erneuerung Deutschlands“ (>4.7.45/ 14.7.45/ 8.8.45),
SBZ; Berlin, der Abiturient, verfolgte Schüler u. Kriegsinvalide
Joachim Lipschitz wird SPD-Mitgl.
(1946-47 Bezirksverordneter, 1948
Amtsentfernung durch SMAD, danach in West-Berlin Meldestellen-
leiter für aus politischen Gründen
entlassene Ostberliner, 1949-55 Bezirksstadtrat, 1951 Mitgl.
Abgeordnetenhaus Berlin, 1955-61
Innensenator Berlin)
26.06. BBZ; Köln, Erzbischof Frings erklärt britischen Gouvernor Colonel Hamilton die mangelnde deutsche
Initiative mit: „Das hängt u.a. zusammen mit der Behandlung der Parteigenossen-Frage. Gerade die
unternehmenden, tüchtigen Kräfte sind jetzt ausgeschaltet.“,
SBZ; CDUD-Gründungsaufruf von
Ferdinand Friedensburg, Dr. Andreas Hermes, Jakob Kaiser, Otto
Nuschke, Ernst Lemmer, Prof. Dr.
Ferdinand Sauerbruch: „ruft die CDUD aus heißer Liebe zum deut-
schen Volk die christlichen,
demokratischen u. sozialen Kräfte zur Sammlung...Wir verlangen geistige
und religiöse
Gewissensfreiheit...klare Scheidung kirchlicher und staatlicher
Aufgaben...Bodenschätze
in Staatsbesitz...“; Vorsitzende:
Dr. Andreas Hermes (1945), Jakob Kaiser (1946-47), Otto Nuschke
(1948-57), August Bach (1958-66),
Gerald Götting(1966-89), Wolfgang Heyl, ex-NSDAP (1989), Dr.
Lothar de Maizière (1989-90); stellv.
Vorsitz.: Georg Dertinger (1952-53), Gerald Götting (1948-49),
Karl Grobbel (1948-53), Dr. Leo
Herwegen (1946-47), Wolfgang Heyl, ex-NSDAP (1971-89), Prof. Dr.
Hugo Hickmann (1947-50), Ernst Lemmer
(1945-47), Dr. Reinhold Lobedanz (1946-50), Dr. Walther
Schreiber (1945), Max Sefrin
(1966-89), Theodor Steltzer (1945), Dr. Heinrich Toeplitz (1966-89);
Sekr./Präs. Hauptvorstand:
August Bach (1950-66), Dr. Helmut Brandt (1948-49), Dr. Gerhard
Baumgärtel (1984-89), Siegfried
Berghaus (1989), Friedrich Burmeister (1954-68), Dietmar Czok
(1983-89), Georg Dertinger (1948-53),
Dr. Gerhard Desczyk (1952-83), Dr. Dieter Eberle (1977-89),
Ulrich Fahl (1971-89), Prof. Dr.
Erich Fascher (1948-50), Gerhard Fischer (1971-89), Fritz Flint (1958-
77), Werner Franke (1964-87),
Wolfgang Frommhold (1987-89), Karl-Friedrich Fuchs (1971-73), Otto-
Hartmut Fuchs (1972-87), Manfred
Gawlik (1989), Hans-Paul Ganter-Gilmans (1952-55), Arnold Gohr
(1949-64), Gerald Götting (1950-89),
Günter Grewe (1960-89), Karl Grobbel (1948-53), Nelly Haalck
(1958-68), Charlotte Hallscheidt
(1952-68), Wolfgang Heyl, ex-NSDAP, (1966-89), August Hillebrandt
(1948-53), Kurt Höhn, ex-NSDAP
(1952-82), Hermann Kalb (1960-89), Dr. Werner Karwath (1964-89),
Friedrich Kind (1960-77), Franz
Kirchner (1970-82), Jürgen Klingbeil (1989), Hans Koch (1974-77),
Ernst Krell (1953-54),
Harald-Dietrich Kühne (1972-82), Willi Leisner (1952), Dr. Reinhold Lobedanz
(1950-55), Dr. Harald Naumann
(1966-87), Adolf Niggemeier (1977-89), Hansjürgen Rösner (1958-
61), Victor Sandmann (1952-53), Dr.
Horst Schönfelder (1987-89), Rudolph Schulze (1954-89), Max
Sefrin (1956-58), Luitpold Steidle,
ex-NSDAP (1950-84), Karin Strangfeld (1987-89), Dr. Heinrich
Toeplitz (1952-89), Siegfried
Trommsdorf (1948-50), Dr. Dietrich Voigtberger (1982-88), Erich Wächter
(1952-71), Dr. Hans Wiedemann
(1953-59), Christine Wieynk (1987-89), Heinz Winkler (1954-58), Dr.
Günter Wirth (1954-58 u. 1972-89),
Eva-Maria Wolf (1987-89), Klaus Wolf (1987-89), Josef Wujciak
(1952-54), Werner Wünschmann (1965-89),
Johannes Zillig (1973-89); Vorsitzende Bezirksvorstände/
Berlin: Max Reutter (1952-55),
Hermann Dropmann (1956-57), Albert Kotulla (1957-58), Fritz Flint
(1958-60), Karl Burkert (1960-61),
Hans-Jürgen Rösner (1961-65), Heinz-Rudolf Hoffmann (1965-78),
Ursula Raurin-Kutzner (1978-81),
Prof. Dr. Dietrich Voigtberger (1981-88), Wolfgang Eckstein (1988-
89), Siegfried Berghaus (1989-90) / Cottbus:
Adolf Maurer (1952-57), Georg-Willi Hein (1954-57), Fritz
Flint (1957-58), Karl Dölling
(1958-86), Karl-Heinz Kretzschmar (1986-90) / Dresden: Max Schmidt
(1952-53), Friedrich Mayer (1953-58),
Karl-Heinz Kretschmar (1986-90) / Erfurt: Hermann Kalb (1952-
53), Franz Kirchner (1961-70), Werner
Behrend (1970-84), Bernhard Schnieber (1984-90) /
FrankfurtO.: Günter Frölich
(1952-54), Günther Haase (1954-61), Ernst Eckart (1961-63), Hermann
Mock (1963-67), Heinz Hähne (1967-79),
Heinz Gulich (1979-84), Werner Zachow (1984-89), Herbert
Schirmer (1989-90) / Gera:
Günter Neumann (1952-54), Günther Grewe (1954-60), Georg Wipler
(1960-68), Werner Berend (1968-70)
Eberhard Sandberg (1970-89),
Josef Wujciak (1952-57), Willy
Winkelmann (1957-64), Norbert Kraja (1964-70), Paul Ullmann (1970-
74), Paul Konitzer (1974-81),
56), Gotthard Graupner (1956-63),
Lothar Fischer (1963-66), Joachim Gelfert (1966-88), Klaus
Reichenbach (1988-90) / Leipzig:
Heinz Kühn (1952-54), Wolfgang Heyl (1954-58), Fritz Karl Bartnig
(1958-82), Siegfried Berghaus
(1982-89), Rolf Rau (1989-90) / Magdeburg: Karl Brossmann (1952-
60), Ulrich Fahl (1960-71), Werner
Biedermann (1971-80), Manfred Gawlik (1980-90) /
Neubrandenburg: Emma Heinrich
(1952-60), Max Christiansen (1960-66), Dieter Lehmann (1966-81),
Bernd Hillmann (1981-87), Wolfgang Mäder
(1987-89) Winfred Vonholt (1990) / Potsdam: Dr. Friedrich
Kind (1952-89),
Christian Seidel (1989-90) /
Schwerin: Hansjürgen Rösner (1952-58), Hans Koch (1958-80), Bodo Kohagen
(1980-82), Lothar
Moritz (1982-89) / Suhl:
Richard Götz (1952-53), Hans Güth (1953-56), Werner Behrend (1956-68),
Heinz Büttner (1968-70), Bernhard
Schnieber (1970-84), Johannes Schimoneck (1984-89);
Vorsitzende Landesverbände 1990 /
Brandenburg: Herbert Schirmer / Mecklenburg: Dr. Günther
Krause / Sachsen-Anhalt: Gerd
Gieß / Sachsen: Klaus Reichenbach / Thüringen: Uwe Ehrich (viele
erfüllten
die politischen Kriterien nationalsozialistischer
oder/und sozialistischer
Begabtenför-
derung)
> verfolgte Schüler,
Bildungsdiskriminierung, deutsche Gerechtigkeit (>09.1945/ 14.12.45),
USA; San Francisco, 50 Staaten
unterzeichnen UN-Charta mit den besonders Deutschland u. Japan
betreffenden „Feindstaatenklauseln“
(Art. 53, 77, 107) (tritt am 24.10.45 in Kraft) (>24.10.50/ 18.9.73)
26.6./8.8. Großbritannien; London, Viermächte-Abkommen/ Londoner Charta/ IMT-Statut von Frankreich
(Robert Falco), Großbritannien (Sir David Maxwell-Fife / Sir William Jowitt), USA (Robert H. Jackson),
UdSSR (Iola T. Nikitschenko, Prof. Aaron N.Trainin) vereinbart (Abessinien, Australien, Belgien, Haiti,
Dänemark, Griechenland, Honduras, Indien, Jugoslawien, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande,
Norwegen, Panama, Paraguay, Polen, Tschechoslowakei, Uruguay, Venezuela treten bei) (>14.11.45)
27.06.
Schweden; Physikerin Prof. Dr.
Lise Meitner übt per Brief an Prof. Dr. Otto Hahn Kritik an Mitläufer-
Mentalität und mangelnder
Zivilcourage deutscher Wissenschaftler, u.a. „Ihr habt auch alle für Nazi-
Deutschland gearbeitet u. habt auch
nie nur einen passiven Widerstand zu machen versucht. Gewiß,
um Euer Gewissen los zu kaufen, habt
Ihr hier und da einem bedrängten Menschen geholfen, aber
Millionen unschuldiger Menschen
hinmorden lassen, und keinerlei Protest wurde laut…“ (>26.2.48)
28.06. CSR; Teplice nad
Metuji, tschechische Truppen vertreiben 58 Deutsche aus ihren Häusern und am
30.06. erschießen sie 23 von ihnen,
in der Mehrzahl Kinder und Frauen > verfolgte
Schüler
29.06. ABZ; Mainz,
Hirtenbrief d. kath. Bischof Dr. Albert Stohr u.a. „In aller Offenheit und
Überzeugung
bekenne ich vor euch zu unserem,
armen, geschlagenen, zerbrochenen, von fremden Mächten über-
zogenen Vaterland. Für uns Katholiken
ist ja die Vaterlandsliebe mehr als ein bloß naturhaftes
Nationalgefühl. Sie ist uns
Willenstugend, deren Gegenstand die von Gott gewollte Bluts- und
Gesinnungsgemeinschaft aller
deutschen Brüder und Schwestern ist…Wir Deutschen haben zwar im
Augenblick keinen Staat. Unser
stolzes Reich ist zerspalten…Aber wir haben doch ein Ideal vor uns
und hoffen, daß seine Verwirklichung
uns über kurz oder lang wieder gelingen wird…Denkt daran, in
welchem Grad einst das Deutsche Reich
Bannerträger des Reichsgedankens war. Wenn es uns auch
nicht gegeben ist, Zeiten
zurückzuführen, da Könige Ehrentitel erstrebten, wie
,Allerchristlichster
König’ ,Apostolischer
König’ ,Verteidiger des Glaubens’, so dürfen wir doch aufschauen zu diesen
Zeiten heroischer Jugendkraft unseres
Volkes und seiner größten Heldentaten…So wurde die christ-
liche Religion die Grundlage der
ganzen geschichtlichen Entwicklung des deutschen Volkes, seiner
Kultur und seines sittlichen Wesens.
Ihr verdankt das deutsche Volk seine höheren geistigen Güter.
Damit wurde aber auch unser deutsches
Vaterland nicht bloß Träger des Reichsgedankens, sondern
auch Garant der christlichen Einheit,
der christlichen Vormacht in Europa. Diesem Ideal
träumen wir
nicht nur nach in der Vergangenheit,
sondern wir trauen ihm Wirkkraft zu für Gegenwart und Zukunft.“,
poln. besetztes Schlesien;
Glatz, „Befehl - Laut Anordnung der Regierung der Republik Polen hat die
gesamte deutsche Bevölkerung das
polnische Staatsgebiet zu verlassen…Bei Verlassen des poln.
Staatsgebietes dürfen nur 20 kg
Gepäck mitgenommen werden. Alle Personen, welche dieser Auffor-
derung nicht nachkommen, werden mit
Gewalt entfernt..gez. Der Bevollmächtigte der Poln.
Regierung
für den Bezirk XXIV in Glatz/Die
Kommandantur des Polnischen Heeres in Glatz“ (>07.1945/ 20.11.45/
10.7.52),
UdSSR; Moskau, Präs. Benes CSR-Regierung
akzeptiert sowjet. Annexion der Karpato-Ukraine
06. ABZ; Schloß Kransberg b. Frankfurt/M., Beginn Operation Dustbin - Internierung/Verhör zahlreicher
Angehöriger des NS-Führerkorps u.a. Prof. Dr. Otto Ambros, Dr. Kurt Blome, Dr. Karl Brandt, Prof.
Wernher v. Braun, Dr.-Ing. Heinrich Bütefisch, Dr. Walter Dornberger, Dr. Julius Dorpmüller, Dipl.-Ing.
Franz Dorsch, Dr. Gerhard Ehlers, Dr. Emil Ehmann, Prof. Abraham Esau, Dr. Albert Ganzenmüller,
Dr. Ernst
Heinkel, Dr. Karl-Maria Hettlage, Dr. Heinrich Hörlein, Dr. Theo Hupfauer, Dr. Hans Kehrl,
Dr. Wilhelm Kleinhans, Prof. Dr. Heinrich Kliewe, Dr. Carl Krauch, Dr. Richard Kuhn, Dr. Fritz ter Meer,
Dr. Ernst Wolf Mommsen, Dr. Hermann Oberth, Dr.-Ing. Ferdinand Porsche, Dr. Hermann Röchling,
Dr. Walter Rohland, Dr. Karl Otto Saur, Hjalmar Schacht, Dr.-Ing. Walter Schieber, Günther Schulze-
Fielitz, Dr. Gerhard Schrader, Lutz Schwerin v. Krosigk, Prof. Albert Speer, Fritz Thyssen u.v.a.
(>07.1945/ 14.11.45/
14.8.47/ 15.11.47),
ABZ; München, die KZ Theresienstadt-Überlebende Gerty Spies ist zurück, ihre spätere Definition von
„Des Unschuldigen Schuld“: „Was ist des Unschuldigen Schuld - Wo beginnt sie?
Sie beginnt da, wo er gelassen,
Mit hängenden Armen schulterzuckend daneben steht,
Den Mantel zuknöpft, die Zigarette anzündet und spricht:
Da kann man nichts machen.
Seht, da beginnt des Unschuldigen Schuld.“ (und deutsche Gerechtigkeit)
1./3.7. Mecklenburg,
Sachsen, Anhalt, Thüringen; amerik. u. brit. Truppen evakuieren bei Rückzug
über
4 000 MitarbeiterInnen der Wehrmachtauskunftsstelle mit
einem Teil ihrer Unterlagen sowie Hunderte
dt. Führungskräfte, z.B. vom IG
Farben Werk Schkopau Wehrwirtschaftsführer Wilhelm Biedenkopf mit
Hitler-Jugend-Mitgl. und Merseburger
Oberschüler Kurt jun. (er erfüllte die politischen Kriterien
nationalsozialistischer
Begabtenförderung der Diktatur d. Faschismus, 1949 Abitur, er erfüllt die
finanziellen
Kriterien demokrat. Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, Jurastudium,
1958 Promotion, 1973-77
CDU-Generalsekr., 1976-80/87-90 MdB, 1990 Min.-Präs. Sachsen) und den
Akademiker Ströbele mit
Hans-Christian jun. (1959 Abitur, er
erfüllt die finanziellen Kriterien
demo-
kratischer
Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat,
Jurastudium,
1970-75 SPD, 1980 Alter-
native Liste, 1985 DieGrünen-MdB).
Soziales Milieu, polit. Anpassung, Gnade später Geburt u. westl.
Militärs ersparen beiden christlich
erzogenen Kindern sozialistische Bildungsdiskriminierung. Später
agieren beide als wort- u.
schriftgewaltige „Die Ausbeutung der Enkel“-Parteijuristen ungebrochen in
dt. Tradition persönlicher
Solidaritätsdefizite mit gleichalten nichtevakuierten Kriegskindern, die untem
Banner deutsch-sowjetischer Freundschaft verfolgte Schüler wurden (>1.1.2001/
8.5.2001/ 2.5.2002)
07. ABZ/SBZ; Beginn der Operation Paperclip und Overcast, führende deutsche Wissenschaftler und Ex-
perten lassen sich ,entnazifizieren’ (Wendehälse) u. stellen sich nun auf die Seite der Sieger (wie SS-
Sturmbannführer u. Raketentechniker Prof. Wernher v. Braun, Dr. Arthur Rudolph mit 492 weiteren
Wissenschaftlern, wie Mediziner die an Menschenversuchen mitarbeiteten, wie Generalstabschefs
Heinz Guderian, Franz Halder und Offiziere und Ministerialdirektor Xaver Dorsch als Mitarbeiter der
US-Army
Historical Division, wie Generalmajor Reinhard Gehlen und Mitarbeiter wie
RSHA-Amt VII-
Rußlandexperte u.
Sonderkommando-Leiter Dr. habil. Emil Augsburg oder SS-Hauptsturmführer
Otto v. Bolschwing als ,Ostaufklärer’) (>1.7.46) - insges. ca. 600 ,helle Köpfe’ gehen mit Angehörigen
in die oder arbeiten für die USA, Hunderte andere arbeiten in der Folge in Australien u. Großbritannien
- mit der Operation Osoaviakhim gehen 1946 ca. 26 000 - wie Baron Dr. Manfred v. Ardenne, Dr.
Werner Albring, Dr. Hajo Eilers, Ing. Erich Hans Apel, Prof. Dr. Helmut Frieser, Ing. Helmut Gröttrup,
Prof. Dr. Gustav Hertz, Dr. Hans Kehlen, Prof. Dr. Heinz Pose, Dr. Nikolaus Riehl, Dr. Waldemar
Schierhorn, Prof. Dr. Peter Adolf Thießen, Prof. Dr. Dr. Max Volmer und Reg.-Rat Prof. Dr.
Carl Friedrich Weiss - z.T. gut bezahlt bis 1955 in die UdSSR (>14.3.46/ 1.7.46/ 30.10.47/
8.12.47/31.7.48/ 27.6.54/ 25.3.55/ 6.6.57/ 10./16.7.58/ 4.10.90),
ABZ; Kloster Indersdorf b. Dachau, amerik. Truppen
errichten für elternlose Displaced
Persons Kinder
im seit 1938 bestehenden
NS-Jugenderziehungslager (ab 1944 auch Lager für Zwangsarbeiterinnen-
Kinder, die hier wie im Kinderlager Rühen/Niedersachsen „starben“) ein UNRRA-Heim, das bis 1948
ca. 1 000 nicht-jüd. u. jüd. Minderjährige aus
ca. 20 Ländern wie Eliz Allacher, Elizabeth Beroux, Nina
Biwowar, Halina Bryks, Ziesel Brenner, Danielle Canale, Alexander Dranenko, Erwin u. Zoltan Farkas,
Ingrid de Fouw, Johanna Gmerek, Sinaida
Grussman, Erika Grzegorczyk, Martin Hecht, Hildegard
Haydasch, Sacher Israeler, Lydia Jankowski, Stanislaw Janowski, Marija und
Nelli Jussem, Zygmunt Kawczynski,
Lazar Kleinmann, Erich Klinge, Theresa Kossok, Ursula Kotula,
Franz Krewanus, Elfriede Libor, Josef
Lichtenstein, Henryk Luczynski, Leokadia Mak, Gisela Magula,
Ryszard Pierowicz, Roman
Przezdziecki, Witold Scibak durchlaufen
> verfolgte Schüler (>24.6.46),
poln.
besetztes Schlesien; Lamsdorf b. Neisse, dt. Stalag VIII/344 wird poln. Internierungslager
Lambinowice für vertriebene ,ausgebürgerte’
internierte Deutsche (bis 10.46 ca. 6500 Tote)(>10.7.45/
20.11.45),
jap. besetztes Vietnam; US-„Deer-Mission“ zur Militärhilfe für
Vietminh gegen jap. Truppen (>2.9.45)
02.07. ABZ;
Kaufbeuren, US-Ärzte entdecken funktionstüchtige Euthanasie-Anstalt und frisch
verstorbene
Leichen von denen keine mehr als 32
kg wiegt, ein überlebender 10jähriger wiegt 11 kg (hier hatte
Direktor Dr. Valentin Faltlhauser eine fett-freie Hungerdiät entwickelt die in 3
Monaten zum Tod führte.
1945 ist ex-Eglfing-Haar Oberarzt
Prof. Dr. Anton Edler v. Braunmühl neuer Kaufbeuren-Anstalts-
direktor, er bittet die Amerikaner
die Morde in bayerischen Anstalten nicht öffentlich zu machen. Am
30.7.49 verurteilt das Landgericht
Augsburg Obermedizinalrat Dr. Faltlhauser wg. Anstiftung zur Bei-
hilfe zum Totschlag in mind. 300
Fällen im Namen des Volkes zu 3 Jahren Haft)
> verfolgte Schüler,
SBZ; Gera, Bürgermeister Dr.
jur. Rudolf Paul begrüsst die sowjet. Truppen in der geschmückten
Stadt (>16.7.45)
03.07. SBZ; „Thüringer
Volkszeitung“ „Wir grüßen die Soldaten der Roten Armee!“,
SBZ;
„Deutsche
Volkszeitung -Zentralorgan der KPD“ berichtet über 1.Sitzung des
Hauptausschusses
der „Opfer des Faschismus":
„Opfer des Faschismus sind Millionen Menschen, und alle diejenigen, die
ihr Heim, ihre Wohnung, ihren Besitz
verloren haben. Opfer des Faschismus sind die Männer, die
Soldat werden mußten und in die
Bataillone Hitlers eingesetzt wurden, sind alle, die für Hitlers
verbrecherischen Krieg ihr Leben
geben mußten. Opfer des Faschismus sind die Juden, die als Opfer
des faschistischen Rassenwahns
verfolgt und ermordet wurden, sind die Bibelforscher und die
'Arbeitsvertragssünder'. Aber soweit
können wir den Begriff 'Opfer des Faschismus' nicht ziehen. Sie
haben alle geduldet und Schweres
erlitten, aber sie haben nicht gekämpft! Diesen Menschen wird und
muß im Rahmen der allgemeinen
Fürsorge geholfen werden."
04.07. SBZ; Berlin, Manifest des Kulturbund fordert
„die Erziehung unseres dt. Volkes im Geist der Wahrheit“
05.07. SBZ; LDPD-Gründungsaufruf
(Liberal-Demokratische Partei Deutschlands) „Bekenntnis zu Frieden
und Freiheit“ u.a.: „…10. Freiheit
für jedes religiöse Bekenntnis. Achtung und Schutz für alle Stätten
der Religionspflege sind uns
selbstverständliches Gebot…12. Erneuerung des Unterrichtswesens…
mit dem Ziele des ungehinderten
Aufstiegs der Tüchtigen aus allen Schichten des Volkes.“, 1. Vor-
sitzender Dr. Wilhelm Külz, weitere Spitzenfunktionäre: Dr. Karl
Hamann, Hans-Joachim Heusinger,
Prof. Hermann Kastner, Dr. Waldemar Koch, Willi-Peter
Konzok, Arthur Lieutenant, Gerhard Lindner,
Dr. Hans Loch, Klaus Lohsse, Martin
Maaßen, Dr. Eugen Schiffer > verfolgte
Schüler,
SBZ;
UdSSR stellt den westl. der Oder gelegenen Teil von Stettin unter poln.
Verwaltung (>5./6.10.45)
07.07. SBZ; Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern, Präsident ist Wilhelm Höcker (SPD, 1946 SED),
SBZ; „Deutsche Volkszeitung“ „Neues Leben - Neue Jugend…Eine einige und freie deutsche Jugend-
bewegung…ist Wunsch und Ziel aller…Grundlagen dieser Bewegung sind die Jugendausschüsse…
Dort sind junge Christen, Sozialisten, Demokraten u. Kommunisten…zur gemeinsamen Arbeit vereint“
09.07. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 5, die Kommandeure - Marschall Semjon Iljitsch Bogdanow in Brandenburg,
General Iwan Iwanowitsch Fedjuninski in Mecklenburg einschl. des außer Stettin westl. der Oder gele-
genen
Vorpommern’s, General
in Sachsen-Anhalt, General Tschuikow in Thüringen - der in Provinzen u. Ländern stehenden sowjet.
Truppen sind erste SMAD-Befehlshaber die u.a. mittels ihrer SMT herrschen (deutscher Terror in der
UdSSR wurde sowjet. Terror in Deutschland - damals biederten sich einige Sowjets dt. Besatzern an,
jetzt
biedern sich viele Deutsche den Sowjets an)
> verfolgte Schüler
(>08.1945/ 5.10.45/ 16.9.55),
SBZ; Landesverwaltung Sachsen beschliesst Gesetz zur Beschäftigung im öffentlichen Dienst
10.07.
polnisch verwaltete dt. Ostgebiete; Min.Präs. E. Osobka-Morawski kündigt
ethnische Säuberung aller
Deutschen aus poln. verwalteten
Gebieten u. Enteignung deutschen Grundbesitzes an (z.B. am 14.07;
Bad Salzbrunn/Schlesien „Sonderbefehl
für die deutsche Bevölkerung der Stadt Bad Salzbrunn…Laut
Befehl der Poln. Regierung wird
befohlen: am 14.Juli 1945 ab 6 bis 9 Uhr wird eine Umsiedlung der
deutschen Bevölkerung stattfinden…in
das Gebiet westlich des Flusses Neisse…jeder darf höchstens
20 kg Reisegepäck mitnehmen…kein Transport
(Pferde, Kühe, Ochsen, Wagen usw.) wird erlaubt…
das ganze lebendige und tote
Inventar…bleibt als Eigentum der Polnischen Regierung…Nichtaus-
führung des Befehls wird mit
schärfssten Strafen verfolgt, einschl. Waffengebrauch…“) (Vertriebene
sind in allen Besatzungszonen bei
ansässigen „Herrenrasse“-Angehörigen oft u. lange unwillkommen -
„Die Polacken kommen“ u. werden u.a.
per „Zuzugssperre“ abgewiesen) (>07.1945/ 17.8.45/ 15.9.45/
26.9.45/ 20.11.45/ 14.2.46/ 23.5.49/
8.8.49/ 10.7.52/ 24.2.62/ 15.10.65/ 6.7.89/ 26.2.96)
11.07. Berlin,
Interalliierte Kommandantur, Befehl Nr. 1 zur Verwaltung der 4-Sektoren-Stadt
unter General-
oberst Alexander W. Gorbatow (UdSSR),
Generalmajor Floyd L. Parks (USA) und Generalmajor
Lewis D. Lyne (GB) (>16.6.48)
14.07. ABZ;
Militärregierung, Gesetz Nr. 5 Auflösung der Nationalsozialistischen Deutschen
Arbeiterpartei
u. Ämter u. Organisationen
(>10.10.45),
SBZ; Gründung Gemeinsamer
Ausschuß (Demokratischer Block) der von der SMAD zugelassenen
Parteien: KPD=Pieck, Ulbricht,
Dahlem, Ackermann, Winzer; SPD=Grotewohl, Gniffke, Dahrendorf,
Lehmann, Meier; CDUD=Hermes, Dr.
Schreiber, Kaiser, Steltzer, Lemmer; LDPD=Koch, Lieutnant,
Külz, Schiffer verabschieden Bildung einer ,Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen
Parteien’
u. verpflichten sich zur ,Herstellung voller Rechtssicherheit auf der Grundlage
eines demokratischen
Rechtsstaates’ und ,Sicherung der Freiheit des Geistes u. des Gewissens
sowie zur Achtung vor jeder
religiösen Überzeugung und sittlichen
Weltanschauung’ > verfolgte Schüler (>20.12.45/ 16.5.48),
SBZ; Berlin-Charlottenburg, 1.Bezirksbürgermeister
Walter Killian: „Täglich ereigneten sich unzählige
Vergewaltigungen. Keine Frau konnte
der Vergewaltigung entgehen, es sei denn, sie blieb in einem
Versteck u. rührte sich nicht...Es
fällt schwer, sich die Vergewaltigungen in ihrem ganzen Ausmaß
vorzustellen.“ (>15.10.45/
30.6.47/ 4.1.49/ 22.2.2002)
15.07. BBZ; Kiel,
brit. Militärverwaltung setzt ex-NSDAP-Mitgl. u. Sondergerichtsankläger Dr.
Paul Thamm
als Vorsitz. der Kieler
Staatsanwaltschaft ein und befördert ihn zum Oberstaatsanwalt
16.07. SBZ; Thüringen, Weimar, „An alle Bürger des Landes Thüringen! Hiermit bringe ich allen Bürgern…
zur Kenntnis, daß auf Befehl…für folgende Ämter ernannt wurden: 1. Als Präsident des Landes…
Herr Dr. Rudolf Paul aus Gera, Vorsitzender der Demokratischen Partei Ostthüringens. 2. Als 1.Vize-
präsidenten…Herr Ernst Busse aus Erfurt, Bezirksleiter der Kommunistischen Partei Deutschlands…
3. Als 2.Vizepräsidenten…Herr Dr. Georg Appell aus Eisenach, Mitglied der Sozialdemokratischen
Partei. 4. Als 3.Vizepräsidenten…Herr Dr. Max Kolter aus Weimar, Mitglied der Zentrumspartei…gez.
Tschuikow Garde-Generaloberst“ (ex-KPD-MdR Ernst Busse, 1933-45 KZ Lichtenburg u. Buchenwald
wird Innenmin., 1950 von Sowjets wg. angebl. Tätigkeit im KZ Buchenwald verhaftet, von SMT verur-
teilt, stirbt 1952 im Lager Workuta, wird am 1.9.56 von der Zentralen Parteikontrollkommission der
SED rehabilitiert) (>15.10.45),
USA; Alamogordo/ New Mexiko,
1. amerik. Atombombentest (>6.8.45/ 9.8.45/ 12.8.53)
17.7./2.8. SBZ;
Potsdam, Konferenz der UdSSR, USA, Großbritannien beschließt im Potsdamer
Abkommen
Ziele alliierter Politik im Rahmem sog. vier
oder fünf (?) D’s, d.h. Demilitarisierung, Denazifizierung,
Demokratisierung, Dezentralisierung u. Dekartellisierung (Umsetzung vom am 30.7. gegründeten, mit
Befehlen, Proklamationen, Gesetzen
arbeitenden Alliierten Kontrollrat; durch die Kriegsaktionen dt.
Eliten fallen ca. 113 000 qkm
deutscher Ostgebiete unter sowjet. u. poln. Verwaltung) Abkommens-
„Abschnitt III, 7.Das Erziehungswesen
in Deutschland muß so überwacht werden daß die nazistischen
u. militaristischen Lehren völlig
entfernt werden und eine erfolgreiche Entwicklung der demokratischen
Ideen möglich gemacht wird“
„Abschnitt III, 10…Freiheit der Rede, der Presse und der Religion (wird)
gewährt (> verfolgte Schüler), „Abschnitt IV, 1. Die Reparationsansprüche der
UdSSR sollen durch
Entnahmen aus der von der UdSSR
besetzten Zone…u. aus entsprechenden deutschen Auslands-
guthaben befriedigt werden. 2. Die
UdSSR wird die Reparationsansprüche Polens aus ihrem eigenen
Anteil an den Reparationen
befriedigen…3. Die Reparationsansprüche der USA, des Vereinigten
Königreiches u. der anderen zu
Reparationsforderungen berechtigten Länder werden aus den westl.
Zonen befriedigt werden…4. In
Ergänzung der Reparationen, die die UdSSR aus ihrer Besatzungs-
zone erhält, wird die UdSSR zusätzl.
aus den westl. Zonen erhalten: a) b) 10% derjenigen industriellen
Ausrüstung, die für die dt.
Friedenswirtschaft unnötig ist…Abschnitt IX…b) Die Häupter der drei
Regierungen bekräftigen ihre
Auffassung, daß die endgültige Festlegung der Westgrenze Polens bis
zu der Friedenskonferenz
zurückgestellt werden soll. Die Häupter der drei Regierungen stimmen darin
überein, daß bis zur endgültigen
Festlegung der Westgrenze Polens, die früher deutschen Gebiete
östl. der Linie, die von der Ostsee
unmittelbar westl. von Swinemünde…die westl. Neiße entlang bis
zur tschechoslowakischen Grenze
verläuft…unter die Verwaltung des polnischen Staates kommen u.
in dieser Hinsicht nicht als Teil der
sowjet. Besatzungszone in Deutschland betrachtet werden sollen.“
(die
USA verbieten Demontagen am >25.5.46) (>26.7.45/ 31.10.45/ 20.11.45/
9.11./21.12.45/ 28.3.46/
8.3.48/ 20.3.48/ 15.5.50/ 25.1.55/ 23./26.6.63/ 28.11.89/ 16.12.92)
18.07. BBZ;
Köln, Erzbischof Joseph Frings wird in das britische Hauptquartier geladen und
protestiert:
„Der Vertreter einer Kulturnation
hätte meinen Rang respektieren und mich aufsuchen müssen. Eine
solche Behandlung ist mir in den 3
Jahren, seit ich Bischof bin, noch nicht widerfahren…Auf Grund
meiner Stellung gebührt mir der Rang
und die Ehren eines Generals.“
20.07. ABZ; Bayern,
Gemeinsame Eingabe Kardinal v. Faulhaber’s u. des ev. Landesbischof’s Hans
Meiser
an amerik. Militärregierung gegen
Entnazifizierungspraxis, gegen pauschale Verurteilungen früherer
NSDAP- und SS-Mitgl. sowie der
Forderung der Freilassung inhaftierter Bankiers und Industrieller im
Namen der Humanität („…wie schwer
diese Industriellen, zum Teil höheren Alters, unter den Ent-
behrungen der Gefängnisse und ihre
Familien unter dieser Trennung zu leiden haben.“) (>23.8.45),
Polen; Poznan, Augustyn
Kardinal Hlond (1936 Zitat: „Es ist verboten Juden anzugreifen, zusammen-
zuschlagen, zum Krüppel zu machen
oder zu verleumden.“) kehrt nach Exil und Internierung mit
Vatikan-Vollmachten ausgestattet
zurück und beginnt Amtsenthebungen/ ethnische Säuberung von
deutschen kirchlichen Amtsträgern in
den besetzten drei ostdeutschen Diözesen (1950 stellt die kath.
Kirche Polens fest „daß sowohl
die…geschichtlichen(!) und religiösen Gesetze als auch die historische
Gerechtigkeit verlangen, daß die
wiedergewonnenen Westgebiete für immer bei Polen bleiben…(und)
ein untrennbarer Bestandteil der VR
Polen sind…“) (>29.6.46/ 4.7.46/ 12.8.46)
23.07. SBZ;
SMAD-Befehl Nr. 01 betr. Neuorganisation der deutschen Finanz- u. Kreditorgane
25.07. SBZ;
SMAD-Befehl Nr. 11 zur Ablieferung aller Edelmetalle, ausländ. Banknoten,
Münzen usw.
26.07. SBZ; Potsdam,
Proklamation der Regierungschefs Harry Truman (USA), Winson Churchill (GB) und
Tschiang Kai-schek (China) „sind
übereingekommen, daß Japan die Gelegenheit erhalten soll, diesen
Krieg zu beenden…Unsere Bedingungen
sind wie folgt…Die Bestimmungen der Erklärung von Kairo
sollen ausgeführt…werden…Wie fordern
die jap. Regierung auf, die bedingungslose Kapitulation aller
Streitkräfte zu verkünden…Die
Alternative ist…völlige Zerstörung.“ (>6.8.45/ 9.8.45/ 2.9.45/
1.10.49),
Großbritannien;
René Massigli (F) unterzeichnen Alliertes
Ergänzungsabkommen über den Beitritt Frankreichs zum
Protokoll vom 12.9.44 (>4.8.45)
27.07. ABZ; Fulda, kath. Bischof
Johannes Baptist Dietz macht Eingabe an amerikanische Militärregierung
und
stellt kirchlichen „Persilschein“ aus, u.a. 90% in Stadt und Land
seien „ausgesprochene Gegner“
der NSDAP gewesen, der Beitritt zur Partei sei oft die einzige Möglichkeit gewesen,
einflussreiche
Stellen nicht völlig in die Hände
fanatischer Parteigenossen fallen zu lassen, darum hätten selbst
Geistliche den Partei-Beitritt angeraten
(> Antikommunismus-Dekrete vom
1.7.1949/ 28.7.1950 und
> verfolgte Schüler?) (>22.2.90),
SBZ; SMAD-Befehl Nr. 17 zu
Gründung 11 dt. Zentralverwaltungen, u.a.Finanzen = Dr. J. Kuczynski,
Volksbildung = Paul Wandel - beide
KPD, Wandel’s Vize wird Erwin Marquardt (SPD), 1945 SED,
1950 wissenschaftl. Mitarbeiter HU
Berlin) (>21.8.45/ 08.1945/ 10.9.45/ 30.9.45/ 8.12.45/ 20.1.46/
8.10.46/ 30.6.47/ 22.7.47/ 21.4.48/ 23.5.49/ 10.10.49),
SBZ; Berlin, Westhafen,
IKRK-Bericht über die Ankunft von ca. 300 Kindern eines Kinderheims in
Finkenwalde/ Pommern mit einem
Binnenschiff, u.a.:„Kinder von zwei bis vierzehn Jahren lagen
bewegungslos auf dem Schiffsboden,
die Gesichter von Hunger gezeichnet, an Krätze leidend, von
Ungeziefer zerfressen. Leib, Knie und
Füße waren geschwollen - bekanntes Symptom des Hungers“
30.07. ABZ;
Landesbischof Theophil Wurm macht Eingabe an amerikanische Militärregierung,
u.a. viele
Parteigenossen hätten einen offenen
oder heimlichen Kampf gegen das NS-Regime geführt. „Viele
Nicht-Parteigenossen, die sich heute
breit machen, waren einst ohne Halt und Charakter und stellten
auch als Beamte, die aus irgendeinem
Motiv nicht Parteigenossen werden konnten, keineswegs
immer eine Elite dar.“ Theophil Wurm
ist Sohn des Landesbischofs Dr. Hans Wurm, der bereits 1922
der NSDAP beitrat und in 1946 zu
einem Jahr Gefängnis verurteilt wird, weil er einen Fragebogen
fälscht und seinen NSDAP-Beitritt mit
,1938’ angibt
31.07. CSR;
Usti nad Labem/Aussig, Ermordung von mehreren hundert deutschen Zivilisten,
SBZ; Berlin, evangelischer
Reichsbischof Ludwig Müller begeht Selbstmord,
SBZ; SMAD erklärt „In
Verbindung mit…Anfragen über die Schaffung von Jugendorganisationen hat…
Marschall Schukow die Schaffung
antifaschistischer Jugendkomitees bei den Bürgermeistereien der
großen u. mittleren Städte…in enger
Fühlungnahme mit der Abt. Volksbildung…“ gestattet (>10.9.45)
04.08.
Frankreich stimmt nachträglich dem Potsdamer Abkommen zu
06.08.
129 558 Menschen, 176 987 werden
obdachlos u. -zigtausende verstrahlt (>9.8.45/ 10.12.46/ 25.4.72)
08.08. ABZ;
München, SPD- u. KPD-Vertreter vereinbaren Bildung bayr. Aktionsgemeinschaft
(>3.9.45),
SBZ; Berlin, Gründungskonferenz
„Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“, ange-
schlossen: Dt. Schriftstellerverband,
Verband Bildender Künstler, Verband dt. Komponisten,
Präsidenten:
Johannes R. Becher (B. hatte bereits am 25.9.44 in Moskau Pieck, Ulbricht,
Schwab,
Valentin u. Ackermann sein Konzept
kulturell-ideologischer KPD-Arbeit im Nachkriegs-Deutschland
erklärt, während seiner
Präsidentschaft ist B. auch Mitglied des ZK der SED, Präsident der Akademie
der Künste u. Kulturminister, der
Kulturbund wird in dieser Zeit Massenorganisation der sozialistischen
Intelligenz - 250 000 Mitgl., davon 80 000 mit Hochschulabschluß, 1950 hat der
Kulturbund 405
Volkskammer- u. Landtagsmandate),
Prof. Dr. Max Burghardt (SED), Dr. Hans Pischner (SED),
Vizepräs.: Alexander Abusch (SED-ZK), Uwe Berger, Prof. Dr. Theodor Brugsch, Dr. Heinrich Deiters,
Dr. Ferdinand Friedensburg, Heinrich Gemkow,
Prof. Dr. Ernst-Joachim Gießmann (SED), Carl Hofer,
Hans Jacobus, Bernhard Kellermann,
Pfarrer Karl Kleinschmidt (Bund Religiöser Sozialisten), Ernst
Lemmer, Prof. Dr. Alfred Meusel
(SED), Gerhard Rudolf Meyer,
Burkart Philipp, Dr. Hans Reichelt,
Helmut Sakowski, Prof. Dr. Gertrud
Sasse (LDPD-Mitgl. im Volkskammer-Ausschuß für Volksbildung),
Netty Radvanyi geb. Reiling alias Dr.
Anna Seghers (SED), Prof. Dr. Rudolf Schick, Dr. Karl-Heinz
Schulmeister, Gustav Seitz, Luitpold
Steidle, Prof. Dr. Johannes Stroux,
Eduard Steiger, Erich Wendt
(Mitglied im Volkskammer-Ausschuß für
Volksbildung >verfolgte Schüler), Paul
Wiens, Dr.
Günther Wirth, Arnold Zweig (>1.9.45/ 04.1947/ 5.7.52/ 1.4.53/
7.2.58/ 26.10.72) > verfolgte Schüler,
Großbritannien; Londoner Abkommen über die Verfolgung und Bestrafung
der Hauptkriegsverbrecher
der europ. Achse (Internationales Militärtribunal) u. die
Auslieferung gegnerischer Kriegsverbrecher an
Tatort-Staaten wird von R. Jackson (USA), R. Falco (F), Lord Jowitt (GB) und I. Nikitchenko
(UdSSR)
unterzeichnet (>17.10.45/ 14.11.45/1.10.46/ 21.6.79),
UdSSR, Kriegserklärung an
Japan (gemäß Absprache der Jalta-Konferenz 1945) (>9.8.45)
09.08.
japan. besetzte Mandschurai u. Korea, Sachalin, Kurilen; Angriff sowjet.
Truppen, Besetzung Nord-
Korea’s bis 38.Breitengrad (ab 8.9.
besetzen amerik. Truppen Süd-Korea bis 38.Breitengrad), dem
Süden von Sachalin und den Kurilen sowie
die ethnische Säuberung von Japanern und vielen Ainu-
Ureinwohnern aller 1947 von der
Russische SFSR annektierten Inseln (>2.9.45/ 25.6.50/
1.9.83),
Japan; Nagasaki, zweite
amerik. Atombombe tötet und verwundet ca. 66 000 Menschen (am 15.8.
akzeptiert Japan die Kapitulation)
(>2.9.45/ 3.5.46/12.11.48),
Polen; Verhaftung des kath. Bischof Carl Maria Splett der vom poln. Kardinal
Hlond zum Amtsverzicht
gezwungen wird (Splett wird am 1.2.46
wg. Kollaboration mit dem nationalsozialistischen Regime zu
8 Jahren Haft verurteilt, 1953
entlassen kann er 1956 in die BRD ausreisen, 1957 empfängt ihn Papst
Pius XII, 1960 wird ihm das
Bundesverdienstkreuz verliehen) (>29.6.46/ 12.8.46),
SBZ; Berlin-Pankow, Enteignung
vieler Hausbesitzer für aus Moskau zurückgekehrte KPD-Kader, die
sich hier ab 1949 hinter einem
2m-Zaun verbergen (>23.10.56)
10.08. SBZ; NKWD-Lager
Nr. 7 Sachsenhausen für ca. 60 000 Deutsche (ca. 15 000 Tote) im KZ eröffnet
(>08.1945/ 18.10.45/
29.12.45/5.1.46/
02.1946/ 04.1946/ 14.1.50/ 18.11.2001)
12.08.
SBZ; NKWD-Lager Nr. 2 Buchenwald (ca. 12 000 Tote) im KZ eröffnet
(>14.1.50),
Berlin, 139 Jahre nach Kaiser
Napoleon’s Einzug in Berlin besetzen franz. Truppen einen Teil Berlins
15.08.
ABZ; Universität Heidelberg, Prof. Dr. Karl Jaspers beklagt anlässlich der Wiedereröffnung
für zuvor
politische Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung Erfüllende u.a. „Wir sind nicht,
als
unsere jüdischen Freunde abgeführt
wurden, auf die Straße gegangen, haben nicht geschrien, bis
man auch uns vernichtete. Wir haben
es vorgezogen am Leben zu bleiben…Daß wir leben, ist
unsere
Schuld. Wir wissen vor Gott, was uns
tief demütigt.“
16.08. UdSSR; Moskau, Außenmin. W. M. Molotow und der Ministerpräs. der
provisor. poln. Regierung
E. Osobka-Morawski unterzeichnen
Abkommen über Zahlung
von 15% der dt. Reparationen gegen
Lieferung poln. Kohle zu Sonderpreisen und geheimen sowjet.-poln. Grenzvertrag zu sowjet. Inbesitz-
nahme
von 180 000 qkm poln. Gebiete entlang der „Curzon-Linie“ u. „Aussiedlung“ von
ca. 3 500 000
dort
lebender Polen (>5.10.45/ 6.10.45/
20.11.45/ 8.3.46/ 19.1.47/ 2.4.47/ 9.6.50/ 6.7.50/ 14.9.50/
17.8.51/ 24.2.62/ 7.6.63/ 8.6.63/
7.3.64/ 22.3.64/ 7.12.70/ 7.7.75/ 30.5.83/ 12.9.90/ 14.11.90)
17.08.
Großbritannien; „The Spectator“;
George Bell, Bischof v. Chichester, schreibt „Es besteht…offenbar
ein völlig falscher Eindruck über die
Lage in Deutschland. Das Gewissen gebietet es, nicht länger zu
schweigen. Die Wahrheit besteht
darin, daß die Not…von Tag zu Tag steigt…sie verschlimmert sich
täglich durch das Eintreffen von
Strömen von Flüchtlingen aus den östlichen Teilen Deutschlands. Aus
den Gebieten östlich der Oder
vertreiben die Polen alle Einwohner nach dem Westen. Man muß die
Flüchtlinge gesehen haben, um
beurteilen zu können, was über sie hereingebrochen ist. Es gibt keine
Worte um ihr Elend zu beschreiben zu
können. Sie haben noch das, was sie am Körper tragen und
besitzen weder physische noch
geistige Kraft. 7 oder 8 Millionen Menschen werden in dem schmalen
Landstreifen zwischen Oder u. Elbe
von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf
gejagt, weil niemand sie auf-
nehmen u.
ernähren kann…“ (H. Kohl, L. de Maizière und Th. Waigel gehören nicht dazu)
(> 2./6.7.71)
17.8./17.11. BBZ;
Lüneburg, britisches Militärgericht führt Bergen-Belsen Prozeß gegen Joseph
Kramer und
44 Mitangeklagte, der Prozeß endet
mit 30 Schuldsprüchen, Joseph Kramer, Irma Grese, Juana
Bormann, Wilhelm Dörr, Karl Francioh,
Franz Hössler, Dr. Fritz Klein, Anchor Pichen, Franz Stofel,
Elisabeth Völkenrath und Peter
Weingartner werden zum Tode verurteilt und am 13.12.1945 in
Hameln gehenkt, die anderen
Verurteilten erhalten Haftstrafen von 1-15 Jahren
18.08.
SBZ; Schwerin, sowjet.
Militärtribunal (SMT) unter Major der Justiz Smirnow verurteilt den Bauer
Hans List wg. Verbrechen gemäß Art.
58-14 des RSFSR-Strafgesetzbuchs
wg. Verheimlichung der
Aussaatfläche im Namen der UdSSR zum
Tode und zur Beschlagnahme seines
Vermögens
(SAMD-Chef Generaloberst Iwan Iwanowitsch Fedjuninski - 1967 Kommandeur
Warschauer Pakt-
Truppen - veröffentlicht am 20.8.45
das Urteil)
21.08. SBZ;
Aufruf des Verbandes der Lehrer und Erzieher, u.a.: „Lehrer und Erzieher:
Unsere große Stunde
ist gekommen! Auf uns ruht die
Verantwortung für die Neu- und Umerziehung der deutschen Jugend,
die von der Welt erwartet und nach
allem was geschehen ist, mit Recht gefordert wird. Lösen wir diese
Aufgabe, so wird unser deutsches Volk
gerettet und mit ihm seine Jugend und Kultur. Lösen wir sie
nicht, so gehen wir dem sicheren
Untergang entgegen…“ > verfolgte Schüler
23.08. ABZ;
gemeinsamer Hirtenbrief der kath. Bischofskonferenz Fulda u.a.: „Furchtbares
ist schon vor dem
Krieg in Deutschland und während des
Krieges durch Deutsche in besetzten Ländern geschehen. Wir
beklagen es zutiefst: Viele Deutsche,
auch aus unseren Reihen, haben sich von den falschen Lehren
des Nationalsozialismus betören
lassen, sind bei den Verbrechen gegen menschliche Freiheit und
menschliche Würde gleichgültig
geblieben; viele leisteten durch ihre Haltung den Verbrechen
Vorschub, viele sind selber Verbrecher
geworden...Schwere Verantwortung trifft jene, die auf grund
Ihrer Stellung wissen konnten, was
bei uns vorging, die durch ihren Einfluß solche Verbrechen hätten
verhindern können und es nicht getan
haben…“ (>19.10.45/ 27.3.46/ 31.8.46)
25.08. SBZ;
SMAD-Befehl Nr. 40 über den Schulbeginn und die Säuberung der Schule und der
Lehrerschaft
von faschistischen Einflüssen (u.a.
über Ausschluss v. NS-Lehrern, Neulehrerrekrutierung, Verbot v.
NS-Lehrbüchern, Bekenntnis- u.
Privatschulen) (>2.10.45/ 6.12.45/ 15.12.50/ 12.6.90)
08. SBZ; Berlin, Mühlenbesitzersohn
Dr. phil. Ernst Hadermann (USPD; NSLB, NSDAP-Mitgl. 5
698 532,
1943 NKFD-Gründungsmitgl., 1945 KPD) wird
in der Dt. Zentralverwaltung für Volksbildung stellv. Ltr.
der Abt. Schulen (>1.1.47),
SBZ; Döbeln, „Tagung der
kommunistischen Lehrer Sachsens“ dient Positionierung künftiger Kader,
SBZ; Mühlhausen, Erika Riemann
(14 Jahre) malt auf ein Stalin-Bild in ihrer Schule eine Schleife an
Stalins Bart, ein SMT verurteilt sie
zu 10 Jahren Haft (nach 8 Jahren in Sachsenhausen, Bautzen und
Hoheneck wird sie 01.1954 entlassen
und holt 1962 ihren Schulabschluss nach)
> verfolgte Schüler
27./31.8.
ABZ; Treysa, ev. Kirchenführerkonferenz gründet Ev. Kirche in Deutschland als Nachfolgerin der
Deutschen
Ev. Kirche, verkündet
„Wort an die Gemeinden“: „...wo die Kirche ihre Verantwortung
ernst
nahm, rief sie zu den Geboten Gottes...Man
trennte unser Volk von der Kirche. Die Öffentlichkeit
durfte ihr Wort nicht mehr hören, was
sie verkündete erfuhr niemand...“ (>20.3.47/ 11./13.7.48),
SBZ;
SMAD-Befehl Nr. 42 zur Registrierung von Offizieren der Wehrmacht u.
Mitgliedern der NSDAP,
SA, SS
und Gestapo mit sich anschliessender Verhaftungswelle (>6.1.50),
Vatikan; Appell an Allierte
keine kath.-kroat. Ustascha-Kriegsgefangenen
an Jugoslawien auszuliefern
29.08. SBZ;
Landesverwaltg. Mecklenburg erlässt Verordnung betr. politische
Bereinigung der Wirtschaft
31.08.
FBZ; Bad Schachen, der franz. General Jean-Marie de Lattre de
Tassigny entlässt Ex-Gfm. Erwin
Rommel’s Sohn Manfred aus franz.
Kriegsgefangenschaft (im Sept. 1945
veröffentlicht M. R. eine
eidestattl. Erklärung zum Tod d.
Vaters u. dessen letzten Worten über belastende Aussagen der
Gen.
Dr. Hans Speidel, Carl Heinrich v.
Stülpnagel und Oberstleutn. Caesar v. Hofacker’s u.a. „Der Führer
wollte sein Andenken vor dem dt. Volk
nicht herabsetzen und gab ihm daher die Chance des
Freitodes…“, um „die Ehre des
Generalfeldmarschalls zu wahren“ schreibt auch Frau Rommel, ihr
Mann war an Planungen zum 20.Juli
nicht beteiligt; Manfred R. macht 1947 Abitur, er erfüllt die
finanziellen
Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat,
studiert
Jura, der als Hitler-Junge die
Konfirmation Verweigernde wird CDU-Mitglied, 1956 Beamter, 1966
Regierungsdirektor bei CDU-Min.-Präs.
Dr. K. Kiesinger’s Innenmin. Dr. H. K. Filbinger, 1974
Oberbürgermeister Stuttgart, Zitat: „Es gibt Politiker, die das,
was sie sagen, glauben. Und es gibt
solche, die das, was sie sagen, nicht
glauben. Gefährlich sind die Ersteren.") (>27.10.77)
01.09. SBZ;
Zentralverwaltung f. Volksbildung, Leiter Lehrerbildung ist Dr. Heinrich
Deiters (SPD, 1946 SED,
Sohn Ludwig Deiters erfüllte die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung
und legte 1940 sein Abitur ab, nach
Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht und Kriegsgefangenschaft wird
er 1946 SED-Mitgl., erfüllt die politischen Kriterien sozialistischer
Begabtenförderung u. studiert
Architektur, ab 1951Deutsche
Bauakademie, 1952-53 Brigadeleiter Stalinstadt/ Eisenhüttenstadt-
Projekt, 1967 Promotion, 1975
Vaterländ. Verdienstorden) (>04.1947)
02.09.
BBZ;
Köln, Gründung CDU-Landesverbände Rheinland u. Westfalen, Vorlage der 2.Fassung
der sog.
Kölner Leitsätze: „1. Die Würde des
Menschen wird anerkannt. 2...3...4...5. Die christlichen Kirchen
sind Körperschaften öffentliche
Rechts. 6...7...8...9. Das natürliche Recht der Eltern auf die Erziehung
ihrer Kinder bildet die Grundlage für
die weltanschauliche Gestaltung des Schulwesens...10. Das
kulturelle
Schaffen ist frei von staatlichem Zwang. Seine Grundlage ist die deutsche, christliche
und
abendländische
Überlieferung...11...12...13...14...15...16. Das Ziel der Wirtschaft ist die
Bedarfs-
deckung des Volkes...Die
Vorherrschaft des Großkapitals, der privaten Monopole und Konzerne wird
beseitigt...17...18...19...20...21.
Die Kriegsschäden sind als gemeinsame Last auf das ganze Volk
umzulegen.“ (>14.12.45),
SBZ; Kyritz/Brandenburg,
Wilhelm Pieck (KPD) fordert vor Landarbeitern u. Kleinbauern eine rasche
Bodenreform: „Der den Bauern u.
Landarbeitern zugeteilte Boden soll sofort mit der Zuteilung in ihren
Privatbesitz übergehen. Der
Grundgedanke ist, daß möglichst viele kleine selbständige Bauernwirt-
schaften geschaffen werden…Die KPD
hat in ihrem Aktionsprogramm ausdrücklich erklärt, daß der
Besitz der Großbauernschaft mit etwa
20 bis 50 ha nicht angetastet werden soll...die von Feinden der
Bodenreform oft kolportierte
Behauptung, daß die KPD eine Kollektivierung der Bauernwirtschaften
herbeiführen will, entbehrt jeder
Grundlage…“ (am 3.9. erläßt Provinzialverwaltung v. Sachsen-Anhalt,
am 6.9. Brandenburg, am 7.9.
Mecklenburg, am 11.9. Sachsen u. am 12.9. Thüringen Verordnung zur
Bodenreform, entschädigungslos
enteignet werden mit Hilfe von 52 292 Mitgl. der ca. 10 000 Boden-
reformkommissionen Flächen über 100
ha, „Grundbesitz der Kriegsverbrecher u. Kriegsschuldigen“ u.
der „aktiven Verfechter der
Nazipartei u. ihrer Gliederungen“ über Aufrufe zur Bildung Landwirtschaft-
licher Genossenschaften,
Vereinigungen der gegenseitigen Bauernhilfe/VdgB, Maschinen-Ausleih-
Stationen/MAS geht Planung zu
zwangskollektivierten Landwirtschaftl. Produktionsgemeinschaften/
LPG) (>8.9.45/ 30.10.45/
9./12.7.52/ 2.3.90/ 20.9.90/ 23.4.91/
20.12.95/ 18.4.96),
SBZ; NKWD-Lager Nr. 1
Mühlberg/Elbe (ca. 20 000 Häftlinge/ ca. 8 000 Tote) eröffnet (>14.8.48),
Japan; USS Missouri, Außenmin. Mamoru Shigemitsu und General Umezu
Yoshijiro unterzeichnen die
bedingungslose Kapitulations-Urkunde
der jap. Streitkräfte (>3.5.46/12.11.48/ 24.1.72),
Franz.-Indochina (Kambodia/Laos/Vietnam);
Ho Chi Minh erklärt das seit der Konferenz von Potsdam
am 17.Breitengrad geteilte Vietnam
für unabhängig (Frankreich lehnt ab) (>20.12.46/ 8.5./21.7.54)
03.09. ABZ;
Frankfurt/M., SPD u. KPD schließen Frankfurter Abkommen zu gemeinsamen
Aktionsausschuß,
SBZ; Provinzialverwaltung
Sachsen-Anhalt, 1.Verordnung zu Bodenreform („sozialistische Arisierung“)
Art. 1 Die demokratische Bodenreform
ist eine unaufschiebbare, nationale, wirtschaftliche und soziale
Notwendigkeit. Die Bodenreform muß
die Liquidierung des feudal-junkerlichen Grußgrundbesitzes ge-
währleisten u. der Herrschaft der
Junker u. Großgrundbesitzer im Dorfe ein Ende bereiten, weil diese..
immer eine Bastion der Reaktion u.
des Faschismus in unserem Lande darstellte…Der Grundbesitz
soll sich in unserer dt. Heimat auf
feste gesunde und produktive Bauernwirtschaften stützen, die
Privateigentum ihres Besitzers sind.“
(>20.2.47/ 9./12.7.52/ 25.3.60/ 30.3./2.4.60)
04.09. SBZ;
SMAD-Befehl Nr. 49 zur Reorganisation der Justiz „alle Richter, Staatsanwälte
und sonstigen
Justizbediensteten, die zu
irgendeinem Zeitpunkt der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen angehört
haben, auch sogenannte Anwärter,
sofort aus dem Dienst zu entfernen“ (>30.10.45/ 17.12.45/
6.8.47)
05.09. ABZ; Würzburg, Bischof Matthias Ehrenfried macht Eingabe an amerikanische Militärregierung u.a.
„Es gab tatsächlich Parteigenossen, die den Nazi-Lehren und Methoden fernstanden, ja sogar größere
Gegner der Partei waren und rühriger gegen die Nazis arbeiteten als viele Nicht-Parteigenossen.“,
SBZ; SMAD-Befehl Nr. 50, zu Vorbereitung der Hochschulen auf den Beginn des Unterrichts u.a.
„Säuberung der Universität, insbesondere des Lehrkörpers von allen faschistischen…Elementen,
Rehabilitierung und Wiedereinsetzung politisch und rassisch verfolgter Hochschullehrer,…neue
Zulassungsbestimmungen für Studenten unter besonderer Berücksichtigung antifaschistischer Kräfte
und Werktätiger, die bisher keine Gelegenheit hatten die Hochschulreife auf dem üblichen Wege zu
erlangen…“ > verfolgte Schüler,
SBZ; gemeinsam. Aufruf der vier „antifaschistisch-demokratischen“ Parteien für sofortige Bodenreform
08.09. SBZ; KPD-ZK
Aufruf zu „Demokratischer Bodenreform“, Beginn völkerrechtswidriger,
entschädigungs-
loser Enteignung von
„Großgrundbesitz“ über 100 ha (7160 Betriebe mit 2 517 357 ha + 4537 Betriebe
unter 100 ha mit 131 742 ha) von
„aktiven Faschisten und Kriegsverbrechern“ (Kleines Politischisches
Wörterbuch) u.a. für
völkerrechtswidrig vertriebene ,Umsiedler’. „Letzter Herr auf Neschwitz“ /
Bautzen
ist z.B. Arnold Freiherr v.
Vietinghoff-Riesch, kein Faschist o. Kriegsverbrecher, der am 14.10.45 Opfer
der sozialistischen Abart von
Arisierung, d.h. „entkulakisiert“ wird bzw. auch Opfer des Faschismus
wie der 1944 zum Tode verurteilte
Agrarunternehmer Carl Wentzel) (BVerfG-Urteile bestätigten diese,
die Haager Landkriegsordnung
verletzenden Eigentumsdelikte, die bei der Finanzierung der dt. Einheit
helfen) (>30.10.45/ 1.10.54/ 20.9.61/ 20.2.67/ 2.3.90/
30.1.91/ 18.3.91/ 23.4.91/ 13.5.92/ 14.7.92/
4.10.95/ 20.12.95/ 18.4.96/ 17.6.96/
21.12.2000/ 28.9.2001/ 25.3.2002) deutsche Gerechtigkeit,
SBZ; NKWD-Lager Nr. 10 Fort
Zinna/Torgau (ca. 1 500 Tote) eröffnet, später kommen Häftlinge in das
Seydlitz-Gefängnis Torgau
09.09. Groß-Berlin,
Werner-Seelenbinder-Kampfbahn, 35 000 Menschen gedenken Opfern des Faschismus
(1.OdF-Tag, ab 1947 mit Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
veranstaltet) (>22.2.47/ 11.9.48)
10.09.
SBZ; Dt. Zentralverwaltung für Volksbildung, Konstituierung „Zentraler
antifaschistischer Jugendaus-
schuß für die sowjet. Besatzungszone“
von E. Honecker (KPD) u. Theo Wiechert (SPD) organisiert.
Vorsitz. wird E. Honecker, Stellv.
ist Edith Baumann (SPD) (Gründung von Landesjugendauschüssen
folgt) > verfolgte Schüler (>5.2.46/ 7.2.46/ 26.2.46/ 7.3.46/ 8./10.6.46/ 8.12.48)
11.9./2.10. Großbritannien;
London, 1.(nach-Potsdam)-Treffen des Rates alliierter Außenminister
12.09. ABZ;
Heidelberg, „Rhein-Neckar-Zeitung“, Prof. Gustav Radbruch schreibt u.a. „Wenn
die Gesetze
den Willen zur Gerechtigkeit bewußt
verleugnen, z.B. Menschenrechte Menschen nach Willkür ge-
währen oder versagen, dann fehlt
diesen Gesetzen die Geltung, dann schuldet ihm das Volk keinen
Gehorsam, dann müssen auch die
Juristen den Mut finden, ihnen den Rechtscharakter abzusprechen“
> verfolgte Schüler (>20.12.45/ 01.-03.1951/ 5.12.52/ 17.8.90/
31.8.90/ 20.9.90/ 21.1.99/
11.11.2001)
13.09. SBZ;
Provinzialverwaltg. Sachsen erlässt Verordnung über die politische Säuberung
der Wirtschaft
14.09. SBZ;
SPD-Tagung mit 3 000 Delegierten, 1. Vors. des ZA der SPD Otto Grotewohl führt
aus, daß
angesichts des Verhaltens der KPD
Voraussetzungen zur organischen Verschmelzung noch nicht
erfüllt seien, zugleich betont er
erneut die grundsätzliche Bereitschaft der SPD dazu
15.09. SBZ; Magistrat
von Berlin erkennt Erich Honecker als Opfer des Faschismus an (>22.2.47/
21.2.53),
SBZ; Gründung Deutsche
Zentralverwaltung für Flüchtlingswesen u. Heimkehrer unter Josef
Schlaffer
mit Vizepräs.
zur Schließung 1949 unter Rudolf
Engel, ab 1947 mit Vizepräs. Philipp Daub - ca. 4 000 000 zumeist
mittellos in der SBZ ankommende, oft
als „Pollacken“ beschimpfte Vertriebene „Umsiedler“ finden, wie
Bomben-Geschädigte mit Totalverlust,
in der SBZ noch weniger Solidarität als jene in den Westzonen,
nach 1961 leben nur noch ca. 600 000
hier) (>20.11.45/ 14.2.46/ 8.8.49/ 8.9.50/ 10.7.52/ 16.10.78)
17.09. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 66 annuliert u.a. das Deutsche Beamtengesetz vom 26.1.1937 u. das Gesetz
zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7.4.1933, Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind
„Mitarbeiter des Staatsapparates“, „Funktionäre“ u. „Kader“, alle mit besonderen Privilegien (das SED-
Politbüro verabschiedet in 3.1949 das erste Nomenklatursystem, im Laufe der Zeit wird es vom Polit-
büro horizontal auf Staats-, Wirtschafts-, Massenorganisations- u. Blockparteienapparate und vertikal
auf mehrere Hierarchie-Ebenen erweitert, 1989 zählen ca. 350 000 Personen zur Nomenklatur)
19.09. ABZ; Proklamation Nr. 2 zur Bildung der „Staaten“ Groß-Hessen, Württemberg-Baden und Bayern
20.09. Alliierter Kontrollrat,
Gesetz Nr. 1 u.a. zur Aufhebung des Reichsbürgergesetzes v. 1935 (>10.10.45)
21.09. ABZ;
Freiburg, Hirtenbrief d. kath. Erzbischof Dr. Conrad Gröber u.a. „In unseren
katholischen
Kreisen haben wir nur
unverhältnismäßig wenige gefunden, die mit innerer Begeisterung dem Ruf zu
den Waffen folgten…Es lag wirklich
ein Stück Martyrium darin, sich für eine Sache in Pflichttreue zu
opfern, die dem eigenen Wunsch und
Willen nicht im mindesten entsprach…Gott weiß es, daß die
Bischöfe so wenig wie die meisten ihrer
Diözesanten vom Allerschlimmsten und Allerscheußlichsten
etwas wussten, was das Dritte Reich
in Gott- und Gewissenlosigkeit verübte oder daß sie nur gerüch-
teweise davon erfuhren ohne die
Möglichkeit zu besitzen, das im Flüsterton Zugetragene auf seinen
Wahrheitsgehalt nachzuprüfen…Aber
keiner von den Bischöfen hat je beweiskräftig erfahren, wie die
Lager der Juden im Osten aussahen und
wie man sie zu Tausenden und Abertausenden in barba-
rischer Weise misshandelte und am
Rande der von den Opfern selbst geschaufelten Massengräbern
erschoß…Als sie davon, aber nur vom
Hörensagen, erfuhren, haben sie soweit es überhaupt möglich,
dagegen protestiert und in den
erlaubten Fristen Lebensmittel in die KZ-Lager geschickt…Die fremden
Völker mögen es selbst bezeugen, ob
die katholischen Bischöfe und die kath. Priester und Gläubigen
es waren, die sie von der Heimat
beraubten, einsperrten und plagten oder ob es die anderen gewesen
sind, die vom Christentum und einer
wahren Menschlichkeit nichts mehr wissen wollten…Ohne sich zu
rühmen, können die deutschen Bischöfe
vor der ganzen Welt gestehen, daß sie auch zum Martyrertod
bereit gewesen wären…Viele Hunderte
von Priestern u. Glaubensgenossen haben bekanntermaßen,
trotz aller bischöflichen
Gegenmaßnahmen in den KZ-Lagern und Gefängnissen geschmachtet und
zahlreiche sind in diesem furchtbaren
Elend vorzeitig gestorben…“
25.09. UdSSR gibt
Kündigung sowjet.-türk. Freundschaftspaktes bekannt,
fordert die türk. Provinzen Kars u.
Ardahan u. gemeinsame Kontrolle von
Bosporus u. Dardanellen (sowjet. Truppen sind im Iran)
26.09. BBZ; Göttingen,
Auffanglager/Grenzdurchgangslager
Friedland in 3 Schweineställen u. 10 Zelten er-
öffnet, 12.1945 durch 19
Blechbaracken ersetzt; bis zu 5000 Menschen tägl., bis 12.1945 über 500000
(1946 wird Pater Johannes Leppich
Lagerpfarrer ehe er ab 1948 bis zu je 40 000 Menschen in Hallen,
Stadien und auf Plätzen „Ihr
religiösen Blindschleichen, ihr Limonadenchristen, ihr Ewigkeitsnieten“
(>07.1955/ 12.4.90/ 31.8.90) nennt u. ihnen „die Leviten liest“; ca. 4 000 000 Vertriebene, Flüchtlinge,
(Spät-)Aussiedler, Kriegsheimkehrer
passieren das „Tor der Freiheit“, von 1949-53 werden die Kinder
in einer Lagerschule betreut) > verfolgte
Schüler (>20.11.45/ 14.2.46/ 31.7.48/ 10.7.52/ 13.12.55),
ABZ; Gesetz Nr. 8 für die
amerik. Zone u.a. „Die Beschäftigung eines Mitglieds der NSDAP oder einer
der ihr angeschlossenen
Organisationen in geschäftlichen Unternehmungen aller Art, in einer beauf-
sichtigenden oder leitenden Stellung
oder in irgendeiner anderen Stellung als der eines gewöhnlichen
Arbeiters, ist gesetzwidrig“ (nach
heftigsten deutschen Protesten wird die ,Entnazifizierung’
durch sog.
Spruchkammern ab >5.3.46 Deutschen
überlassen, am >18.7.50 ernennt US-Hochkommissar McCloy
auf weiteres Drängen v.
Bundesregierung, Parteien u. Kirchen einen Untersuchungsausschuß der u.a.
dann auch für die Leiden derer im
Lager Friedland ursächlich politisch Mitverantwortlichen amnestiert)
27.09. SBZ;
Volksgericht Sachsen (mit VO vom 22.9. gegründet), AEL Radeberg-Prozeß gegen 5
Aufseher
vom Arbeitserziehungslager, wg.
Beteiligung am Häftlingsmord und -misshandlung werden im Namen
des Volkes 2 Haftstrafen von 3-6
Jahren, lebenslange Haft für Ewald Epping und Todesurteile für
Heinrich Frings u. Rudolf Schelenz
verhängt, die Urteile sind unanfechtbar (>19.8.65/ 6.9.65/20.12.66)
28.09. ABZ; amerik.
Militärregierung entlässt den auf Vorschlag Kardinal v. Faulhaber am 28.5.
eingesetzten
bayr. Min.Präs. Dr. jur. Fritz
Schäffer wg. dessen Milde zu Nationalsozialisten u. der Entnazifizierungs-
Denkschrift zur Wiederverwendung
„unersetzbarer Beamter“ (ex-Bayerische Volkspartei, kath. CSU-
Gründungsmitgl., 1949-61 MdB, 1949 61
BRD-Finanz- u. -Justizminister) (>7.6.51/ 11.6.55/ 22.10.65)
29.09. Großbritannien;
„The Economist“ über deutsche
Kriegskinder „Blickt man von den Kleidern auf die
Gesichter, so wird deutlich was es
heißt, halb verhungert zu sein. Was auffällt, ist nicht die Magerkeit,
nicht einmal die Müdigkeit, sondern
die Gesichtsfarbe. Die Gesichter der Babys in den Kinderwagen
sind leichenfahl; das Fleisch hat ein
wächsernes oder seifenartiges Aussehen. Kleine Kinder sind
gelb, aber die Zwölfjährigen weisen
die Blässe der Erwachsenen auf, außer, wenn sie offenbar durch
Gelbsucht gefärbt sind.“
09. UdSSR, ca. 5 000 000 sowjet. Displaced Persons sind z.T. zwangsweise ,heimgeführt’/repatriiert
(hier
werden ca. 150 000 wg.
Kollaborationsverdacht hingerichtet und ca. 250 000 nach Sibirien verbannt)
30.09. SBZ;
Zentralverwaltung f. Volksbildung erlässt Verordnung über die Zulassung zum
Studium; Abt.Ltr.
f. Hochschulen und Wissenschaft ist
Dr. phil. Robert Rompe (KPD, SED, 1951 Nationalpreis, 1953 Dt.
Akademie d. Wissenschaften, 1958
SED-ZK, 1957-90 Forschungsrat der DDR, 1970 VVO) (>8.10.46)
01.10.
ABZ; Aufhebung des Fraternisierungsverbotes führt zu massenhaften
Beziehungen von z.B. ex-BDM
„Glaube und Schönheit“-Fräulein’s und
„Veronica’s“ mit Besatzungstruppen des ex-Kriegsgegners
02.10.
Berlin, Bischof Preysing’s
Protestschreiben an Marschall Shukow wg. Verbot von Bekenntnisschulen
03.10. SBZ;
SMAD-Befehl Nr. 49 zur Reorganisierung des Gerichtswesens und der Entfernung
aller Richter,
Staatsanwälte u. sonstiger
Justizbediensteten, die zu irgendeinem Zeitpunkt der NSDAP o. ihren Glie-
derungen angehörten (bald ersetzen
die ethischen Ansprüche sozialistischer Gesetzlichkeit erfüllende
und deren Menschenrechtsverletzungen
ignoriernde neue Organe der Rechtspflege von „Volksrichter“
bis Oberstes Gericht frühere „furchtbare
Juristen“)(>15.10.45/ 20.10.45/ 13.11.46/13.10.47/ 17.12.50)
05.10.(andere Quelle 19.11.) SBZ;
abweichend vom Potsdamer Abkommen stellt die UdSSR das westl. der
Oder-Grenze gelegene Gebiet Kolbitzow - Pölitz - Neuwarp unter poln.
Verwaltung (>6.7.50/ 14.11.90)
5./6.10. BBZ;
Hannover/Wennigsen, SPD-Reichskonferenz (SBZ-Vertreter Grotewohl sagt
West-Delegierten
u.a. „Ich glaube versprechen zu
können, daß wir für Euch die politische Freiheit erkämpfen“ (>19.4.46)
06.10. ABZ; Nürnberg,
Reichsärzteführer u. Reichsgesundheitsführer Dr. Leonardo Conti begeht
Selbstmord
BBZ; Köln, Oberbürgermeister
Dr. Adenauer wird vom britischen Militärgouverneur John Barraclough
entlassen, der Brigadier erklärt Dr.
A. u.a. „Nach meiner Ansicht haben Sie Ihre Pflicht gegenüber der
Bevölkerung Kölns nicht erfüllt. Sie
werden daher heute aus Ihrem Amt als OBB von Köln entlassen.“,
SBZ;
UdSSR stellt westl. der Oder gelegenes Swinemünde unter poln. Verwaltung (>6.7.50/ 22.5.89),
USA; Washington, Senator Kilgore-Committee veröffentlicht die
Namen von 42 - wg. ihrer Mitschuld
für NS-Verbrechen anzuklagender
prominenter dt. Bankiers / Industrieller (u.a. H. Abs, Rekordhalter
besetzter lukrativer
Aufsichtsratsstellen, später Bundeskanzler Adenauer’s Vertrauter sowie F. Flick
u.
Hugo Henkel (nur einige der 42 werden
angeklagt) (>18.4./ 24.11.47/ 14.8.47/12.5.48)
10. SBZ; SPD-Landesparteitag Sachsen wählt Otto Buchwitz (ex-schlesischer
SPD-MdR u. Befürworter
einer Vereinigung mit KPD) als
Landesvorsitzenden - auf anderen Landesparteitagen
sprechen sich
bekannte SPD-Funktionäre wie Werner
Bruschke, ex-MdR’s Friedrich Ebert und Carl Moltmann,
jetzt
Vorsitzender d. neugegründeten
brandenburgischen SPD, Thüringens Heinrich Hoffmann und andere
nachdrücklich für
SPD-KPD-Zusammenarbeit aus,
SBZ; Jamlitz, NKWD-Lager Nr. 6
(ex-Frankfurt/O.) auf KZ-Gelände eröffnet (NS-Staatsschauspieler/
Reichskultursenator/Goebbels-Claqueur
und späterer Bundesverdienstkreuzträger Gustaf Gründgens
wird hier interniert) (>04.1947),
SBZ; Weimar, Marktstr. ein
sowjet. Oberleutnant betritt ein Friseurgeschäft. Er ist angetrunken
u. obwohl der an den Vorraum
angrenzende Friseursalon dicht besetzt war, riß er das etwa 21jährige
Kassenmädchen des Geschäfts über den
Verkaufstisch u vergewaltigt es. Keiner der anwesenden
Männer im Friseursalon wagt gegen diesen Offizier einzugreifen
8./15.10. ABZ; Wiesbaden, US-Militärgericht, drei
Mitarbeiter der Euthanasie-Anstalt Hadamar werden wg.
Mordes an über 400 poln. und sowjet.
Männern, Frauen u. Kindern zum Tode u. vier MitarbeiterInnen
werden zu langen Haftstrafen verurteilt (>24.2.47)
10.10. Alliierter Kontrollrat, Gesetz Nr. 2 zu Auflösung/Liquidierung von 62 Naziorganisationen (>27.6.81)
12.10. Berlin,
Schreiben des Beraters der amerik. Militärregierung Robert Murphy an US-Regierung
u.a.:
„Allein auf dem Lehrter Bahnhof in
Berlin haben unsere Sanitätsstellen täglich im Durchschnitt zehn
Menschen gezählt die an Erschöpfung,
Unterernährung u. Krankheit gestorben sind. Sieht man das
Elend und die Verzweiflung dieser
Unglücklichen…stellt sich sofort die Erinnerung an Dachau und
Buchenwald ein. Hier ist Strafe… aber
nicht für die Parteibonzen, sondern für Frauen und Kinder…“
15.10. SBZ;
Universität Jena, Wiedereröffnung durch SMAD-General W. Tschuikow und
Landespräsident
Dr. jur. Rudolf Paul für zuvor die politische
Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung
Erfüllende (zu den ersten Jura-Studenten hier zählt der
vertriebene kath. Schlesier Wolfgang Vogel,
er erfüllt nun die politischen Kriterien sozialistischer
Begabtenförderung, LDPD, 1952 Referent
im DDR-Justizministerium, 1953
Stasi-IM, 1954 Rechtsanwalt, 1969 Dr. jur. h.c., 1982 SED, 1993
Craig Whitney’s „Advocatus
Diaboli“) (>25.8.61/ 9.1.96),
Vatikan; Dispatch
No. 451 an US Department of State u.a.: „Frauen von 10
bis 70 Jahren sind
geschändet worden...Die schlimmsten Verbrechen wurden
in der Kurfürstendamm-Gegend in
Gegenwart von Angehörigen
(Ehemännern, Vätern, Müttern, Brüdern) verübt. Im Franziskus-
Sanatorium wurden Nonnen
vergewaltigt, obwohl sie ihren Habitus trugen...Prof. Schüler vom
Rittberg-Krankenhaus in Lichterfelde
brachte seine Frau und Tochter und dann sich selbst ums
Leben, um die Qual ihrer
Vergewaltigung nicht ertragen zu müssen...“ (>6.11.45/ 4.1.49/ 22.2.2002),
Frankreich; Paris, Hinrichtung
v. ex-Min.-Präs. Pierre Laval (Präs. Henri Pétain erhält lebenslänglich,
wg. Kollaboration mit Deutschen
wurden in Frankreich tausende Franzosen spontan und ca. 1 300
standgerichtlich zum Tode verurteilt,
Gen. de Gaulle schreibt von 5 167 Todesurteilen!)
17.10. Berlin, das am 8.5.
konstituierte Internationale Militärtribunal empfängt die von R. Jackson (USA),
F. de Menthon (F), R. Rudenko (UdSSR)
und H. Shawcross (GB) unterzeichnete Anklageschrift gegen
24 – wg. des „Gemeinsamen Plans oder
Verschwörung, der Verbrechen gegen den Frieden u. gegen
die Menschlichkeit und der
Kriegsverbrechen“ – Hauptangeklagte (>14.11.45/1.10.46)
18.10. SBZ;
Gemeinsamer Aufruf des ZK der KPD und des Zentralausschusses der SPD zu
demokratischer
Schulreform „An alle Eltern, Lehrer
und Hochschullehrer! …War es von jeher schon das
Erbübel der
deutschen Schule, Untertanen statt
selbstständig denkende Menschen zu erziehen, so erniedrigte die
NS-Herrschaft die Schule völlig zur
Drillanstalt für den Raubkrieg...Alle…wahrhaft demokratischen
Kräfte werden…mit uns für folgende
Grundforderungen eintreten: 1. Die heranwachsende Generation
…muß…zum selbstständigen, aufrechten,
freiheitlichen und fortschrittlichen Denken und Handeln er-
zogen werden. 2…3.Alle
Bildungsprivilegien einzelner Schichten müssen fallen. Das Ziel…ist…allen
Befähigten
ohne Rücksicht auf Herkunft, Stellung und Vermögen der Eltern der Weg zu den
höchsten
Bildungsstätten des Landes frei
gemacht wird…Deutsche Jugend!...Die deutsche Schule
muß eine
Bildungsstätte des gesamten Volkes
werden, die jedem Begabten Fortschritt und Aufstieg gewähr-
leistet und dazu hilft, daß die Welt
die Deutschen wieder als Kulturvolk achtet.“ späteres Ergebnis ist:
Schulzwang, Bildungsdiskriminierung, verfolgte Schüler (>27.4.47),
SBZ; Greußen, erste
Verhaftungen von insges. 38 ,Greußener Jungen’ im Alter von 14 bis 25 Jahren
wg. Flugblatt-Verteilens; Karl Heinz
Anders, Richard Anschütz, Karl Bähr, Hermann Beisker, Hans-
Joachim Biber, Horst Blank, Horst
Burghardt, Max Dreißig, Hans Dünkel, Hans Garbe, Fritz Gerlach,
Hans Götze, Horst Goymann, Siegfried
Gräser, Helmuth Henze, Gerhard Hohenstein, Kurt Hüllemann,
Helmuth Karlstedt, Jürgen Kirmes, Otto
Landgraf, Werner Limpert, Wolfgang Mieth, Norbert Müller,
Rudi Muscho, Herwarth Neubert, Arno
Neuschild, Horst Nolde, Hans-Joachim Pfeiffer, Karl-Heinz
Schaumburg, Joachim Scherzberg, Alfred
Sittkus, Paul Stieding, Heinz Trinks, Helmuth Trotzer, Kurt
Weiß, Harry Zimmermann u. zwei
bedeutend Ältere, Richard Bohrloch u. Alfred Hafermalz werden z.T.
wg. ihrer früheren NSDAP bzw.
HJ-Mitgliedschaft von KPD-Mitgl. Willi Koch fälschlich denunziert, sie
werden gefoltert und trotz erwiesener
Unschuld in 7.1946 von Sowjet. Militär Tribunal zu Todesstrafen
bzw. Arbeitslager zwischen 5 und 15
Jahren verurteilt und im NKWD-Lager Sachsenhausen jahrelang
inhaftiert (sie wurden selbst dann nicht entlassen als Denunziant Koch wg. erwiesener Unhaltbarkeit
seiner
Anschuldigungen vom LG Weimar verurteilt wird), nur 14 von ihnen kehren lebend zurück/ 1950
werden am „Tag der Republik“ Karl Heinz
Anders, Norbert Müller, Hans Götze u. Joachim Scherzberg
freigelassen (Präs. W. Pieck’s
SED-Staatssekr. Dr. Leo Zuckermann schreibt „Dieser Gnadenerweis
ist ein Ausdruck der Stärke unserer
Republik“. 1952 flieht SED-Mitgl. Dr. jur. Zuckermann in die BRD,
1995 werden die ersten
,Greußener Jungen’ von der Obersten Militärstaatsanwaltschaft Moskau
rehabilitiert) (>25.6.1946) > verfolgte
Schüler,
besetztes Königsberg wird sowjet. Sondermilitärkreis mit ca. 130 000 Deutschen (>6.11.45/ 7.4.46)
19.10. ABZ;
„Stuttgarter Erklärung“ d. Rat d. EKD u.a.:„...Wohl haben wir lange Jahre im
Namen Jesu Christi
gegen den Geist gekämpft, der im
nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Aus-
druck gefunden hat; aber wir klagen
uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht
fröhlicher geglaubt und nicht
brennender geliebt haben. Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang
gemacht werden...“ gez. Landesbischof
D. Wurm, Pastor Niemöller, Bischof Dr. Dibelius (>22.4.39),
Superintendenten Held und Hahn,
Pastoren Niesel und Asmussen, Dr. Dr. Heinemann;
Bischof Schönherr: „...wir von der
Bekennenden Kirche waren nur eine kleine Minderheit“ (>2./6.7.72),
Prof. Dr. Klaus Scholder:
„...zunächst langsam dann nach dem 30.1.1933 immer schneller, faßten die
Deutschen Christen im deutschen
Protestantismus Fuß. Binnen Jahresfrist war es um die konsistoria-
len Kirchenleitungen nahezu überall
geschehen. Die Deutschen Christen hatten, ihrem politischen
Vorbild folgend, die evangelische
Kirche erobert...“,
Prof. Dr. Trutz Rendtorff: „Kirche
und Widerstandsbewegung decken sich nicht...unter den Akteuren
und Opfern des Widerstands (bildeten)
Theologen und Kirchenleute den mit Abstand geringsten Teil.“
1950 findet die EKD-Synode ein „Wort
zur Schuld an Israel“ (>8.8.47/ 2./6.7.72/ 7.2.92),
Großbritannien; „The Times“, Bertrand Russell: „In Osteuropa werden jetzt von unseren Verbündeten
Massendeportationen in einem unerhörten Ausmaß durchgeführt und man hat offenichtlich die
Absicht, viele Millionen Deutsche auszulöschen, nicht durch Gas, sondern dadurch, daß man ihnen ihr
Zuhause und ihre Nahrung nimmt und sie einem, langen schmerzhaften Hungertod ausliefert…Im
Potsdamer Abkommen wird vorgeschrieben, daß die Ausweisungen von Deutschen in ,geregelter und
humaner’ Weise durchgeführt werden sollten. Und es ist wohl bekannt…daß diese Bedingung von
unseren russischen und polnischen Verbündeten nicht beachtet worden ist.“
Großbritannien; „The Times“, Bertrand Russell: „In
Osteuropa werden jetzt von unseren Verbündeten
Massendeportationen in einem
unerhörten Ausmaß durchgeführt und man hat offenichtlich die
Absicht, viele Millionen Deutsche
auszulöschen, nicht durch Gas, sondern dadurch, daß man ihnen ihr
Zuhause und ihre Nahrung nimmt und
sie einem, langen schmerzhaften Hungertod ausliefert…Im
Potsdamer Abkommen wird
vorgeschrieben, daß die Ausweisungen von Deutschen in
,geregelter und
humaner’ Weise durchgeführt werden
sollten. Und es ist wohl bekannt…daß diese Bedingung von
unseren russischen und polnischen
Verbündeten nicht beachtet worden ist.“ (>20.11.45)
20.10. Alliierter
Kontrollrat, Proklamation Nr. 3 über „Grundsätze für die Umgestaltung der Rechtspflege“ u.a.
„Der Zugang zum Richteramt steht…allen Personen offen, sofern sie die Grundsätze der
Demokratie
anerkennen.“ (>30.10.45)
21.10. SBZ; Befehl des
Obersten Chefs d. SMAD, Marschall G. Shukow, zu Festsetzung von Lebensmittel-
rationen in Gramm und pro Tag
Brot Nährmittel Kartoffeln
Zucker Marmelade Fleisch
Fett
1. Schwerstarbeiter 450
40 500 25 30 40 20
2. Schwerarbeiter 400 40 400 25 30 40 20
3. sonst. Arbeiter 350 20 300 20 30 25 10
4. Angestellte 250 15 300 20 30 20 10
5. Kinder bis 15 J. 200
10 300 25 30 15 10
6. übrige Bevölk. 200 10 300 15 30 - -
Für die Einstufung der
Bevölkerungsgruppen sind Richtlinien herausgegeben. Zu den Bevölkerung-
gruppen 1 bis 3 gehören auch:
Professoren, Prominente in Kunst und Wissenschaft, Ärzte, Personen
in leitenden Stellungen,
Lehrer...Werdende und stillende Mütter erhalten vom 6. Monat an bis zum
4. Monat nach der Geburt zusätzlich
pro Monat 300 g Nährmittel, 300 g Zucker, 100 g Fett, außerdem
¼ Liter Milch täglich (>10.7.46)
22.10. ABZ; München,
Dr. Ludwig Erhard (parteilos) wird bayr. Wirtschaftsmin. (>21.12.46)
23.10. Berlin, „Berliner Zeitung“ „Der Jugend muß geholfen werden“ „Eines der dringendsten Probleme…ist
die Jugendfrage…Millionen blieben ohne geregelte Schule…Millionen verloren Heim und Eltern oder
gerieten mit
den KLV-Lagern in das Chaos der zusammenbrechenden Front…“ >verfolgte
Schüler
24.10. SBZ; Dresden, der
„Block antifaschistisch-demokratischer Parteien“, ev. Kirche und Gewerkschaft
gründen die „Volkssolidarität gegen
Wintersnot“ (>05.1946),
SBZ; Großräschen, Verhaftung
des 16jährigen als Werwolf verdächtigten ex-Hitlerjugendführers und
Oberschülers Wolfgang Lehmann
(11.1945 Einlieferung in das NKWD-Lager Ketschendorf, 1947
Deportation zur Zwangsarbeit in
sowjet. GULag’s, 1950 Entlassung in die DDR, Zimmermannslehre,
1951-59 er erfüllt die politischen Kriterien sozialistischer Begabtenförderung,
Fach- und Hoch-
schulstudium in Cottbus, Dipl.-Ing.,
1960 Republikflucht) (>17.2.47/ 29./30.1.51/ 27.4.2002),
Norwegen; Hinrichtung von
ex-Min.-Präs. Vidkun Quisling (am 10.9. zum Tode verurteilt)
25.10. ABZ;
Nürnberg, der ex-Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley begeht
Selbstmord
26.10.
Berlin, Beginn der ,Aktion Storch’ - der Evakuierung unterernährter Berliner
Kriegskinder in die BBZ
28.10.
Bistum Berlin, Bischof Preysings „Hirtenwort
zur religiösen Kindererziehung“ > verfolgte
Schüler
29.10. SBZ; Sachsen, 1.Verordnung zur Enteignung von Industriebetrieben „...zur Sicherung der Demokratie
und des Friedens beschließt die Landesverwaltung Sachsen, die dem Kriegsverbrecher Flick gehören-
den und in...Sachsen gelegenen Unternehmungen...zu enteignen...Die Überführung in das Eigentum
des Landes
erfolgt ohne Entschädigung...“ (bis
1948 kommt es in der gesamten SBZ zur Enteignung
von ca. 9 981 Industrie- u.
Handwerksbetrieben, Banken, Versicherungen, Läden, Restaurants usw.)
(>30.10.45/ 8./10.6.46/
18.4./ 24.11.47/ 8.2.49/ 2.3.90/
20.9.90),
SBZ; Gründung KPD-eigener
„Zentrale Druckerei-, Einkaufs- und Revisionsgesellschaft mbH" (später
SED-eigene Vereinigung Organisationseigener
Betriebe VOB Zentrag die mit über 90
Druckereien ca.
70% gedruckter und 1947 mit der DEFA
100% gefilmter DDR-Propagandakapazität besitzt) (>17.5.46/
4.11.47/ 1971/
16.3.78/ 31.5.90)
30.10. Alliierter
Kontrollrat, Gesetz Nr. 4 zur „Umgestaltung des deutschen Gerichtswesens“, u.a.
„Zwecks
Durchführung der Umgestaltung des
deutschen Gerichtswesens müssen alle früheren Mitglieder der
Nazi-Partei, die sich aktiv für deren
Tätigkeit eingesetzt haben, und alle anderen Personen, die an den
Strafmethoden des Hitler-Regimes
direkten Anteil hatten, ihres Amtes als Richter oder Staatsanwalt
enthoben werden u. dürfen nicht zu solchen Ämtern zugelassen werden.“ (>28.6.50/ 8.2.51/ 25.8.51/
2.10.54/
27.1.56/ 18.1.60/ 4.5.60/ 13.6.61/
21.3.62/ 14.5.62),
SBZ; SMAD-Befehle Nr. 124 u.
126 (Art. 48 und 53 der Haager Landkriegsordnung HLKO verletzend)
über Beschlagnahme u. provisorische
Übernahme einiger Eigentumskategorien (entschädigungslos
enteignet o. beschlagnahmt wird, z.T.
mit Hilfe von „Sequesterkommissionen“, Eigentum des Reiches
u. Preußens, verbotener
Organisationen, Eigentum von NSDAP-Amtsleitern, führenden Mitgliedern u.
einflußreichen Anhängern sowie u.a.
Eigentum der Personen die vom sowjet. Militär durch besondere
Listen oder auf andere Weise
bezeichnet werden (insges. ca. 7 000 Betriebe, ca. 4 500 werden in der
SBZ demontiert u. in die UdSSR
abtransportiert, zusammen mit 11 800 km Eisenbahnschienen - zum
Vergleich: in den Westzonen sind es
ca. 670 Betriebe. Für 213 Betriebe wird die UdSSR neuer Eigen-
tümer („sozialistische Arisierung“), sie heißen Sowjet. Aktiengesellschaften -
wie z.B. die SAG Wismut
zum Abbau 1 000er t Uran für sowjet.
Atomwaffen - sie werden 1953/54 für ca. M 2 550 000 000 DDR-
Kapitalbeteiligung zu Sowjet.-Dt. Aktiengesellschaften z.T. zurückgekauft,
1991 erwirbt die Treuhand
die sowjet. Anteile der „weltgrößten
Atommülldeponien“ und dt. Steuerzahler zahlen ca. DM 13 Mrd.
für die Sanierung des dann zur GmbH
gewandelten Unternehmens) (>28.3.46/ 21.5.46/ 5.6.46/
30.6.46/ 10.5.47/ 4.11.47/
17.4.48/ 1.12.53/ 20.9.61/ 20.2.67/ 12.2.90/ 2.3.90/ 31.8.90/ 20.9.90/
30.1.91/ 18.3.91/
23.4.91/ 14.7.92/ 4.10.95/ 20.12.95/ 17.6.96/ 21.12.2000/ 18.9.2001/ 25.3.2002)
11.
die zweite
Hilfsorganisation CRALOG Council
of Relief Agencies Licensed for Operation in Germany
ebenfalls von Kirchen, der Heilsarmee, Gewerkschaften u. Wohlfahrtsverbänden gegründet, bis 1960
werden durch
Spenden ca. 10 000 000 Pakete und 320 000 t Hilfsgüter nach Deutschland
geschickt)
04.11.
SBZ; Berlin, Gemeinsame SPD/KPD Kundgebung zur Schulreform mit Reden Max
Kreuzigers (SPD),
Dr. Wilhelm Külzs (LDPD), Eugen
Hanisch alias Anton Ackermanns (KPD) u.a. „Wahrzeichen der
deutschen Schule...war nicht mehr das
Buch, das Wahrzeichen...war der Dolch der Hitler-Jugend...“-
„höhere Bildung war...nicht Anrecht
der Begabten aus allen Schichten...sondern Privileg der Reichen...
dies reaktionäre
Bildungsprivileg...soll aus der Welt geschafft werden.“-„Was...religiöse
Erziehung...an-
belangt, sind wir der Meinung, daß
dem Elternhaus...nicht der geringste Zwang angetan werden darf.“,
„Die Kommunistische und die
Sozialdemokratische Partei halten es daher im Interesse unserer
Jugend…für ihre Pflicht, der
Öffentlichkeit ihre gemeinsamen Grundsätze für die demokratische
Erneuerung der deutschen Schule
darzulegen.“ > verfolgte Schüler (>03.1946/ 21./22.4.46/ 24.8.49)
06.11. sowjet. verwaltetes Ostpreußen; Königsberg, Tag der Roten Armee, der von den Sowjets eingesetzte
Bezirksbürgermeister u. Kommunist Hermann Matzkowski berichtete, die Sowjetsoldaten schienen
sogar Erlaubnis zu jeder Art von Übergriffen erhalten zu haben. „Die Männer wurden verprügelt, die
meisten Frauen vergewaltigt, so auch meine 71 Jahre alte Mutter, die zu Weihnachten starb.“
Aleksandr
Solschenizyn, sowjetischer Offizier in Ostpreußen schildert später in Preußische Nächte:
„Zweiundzwanzig, Höringstraße. Noch kein Brand, doch
wüst, geplündert.
Durch die Wand gedämpft – ein
Stöhnen: Lebend finde ich noch die Mutter.
Waren’s viele auf der Matratze?
Kompanie? Ein Zug? Was machte es!
Tochter – Kind noch, gleich getötet.
Alles schlicht nach der Parole:
Nichts vergessen! Nichts verzeih’n!
Blut für Blut! – und Zahn für Zahn.
Wer noch Jungfrau, wird zum Weibe,
und die Weiber – Leichen bald,
Schon vernebelt, Augen blutig,
bittet: Töte mich, Soldat!“(>1.5.46/ 06.46/
4.1.49/ 13.2.74/ 22.2.2002)
09.11. ABZ; Bremen,
der norweg. IMT-Berichterstatter Major Herbert Frahm alias Willy Brandt trifft
ein - seit
10.1944 in Schweden von der SAP zur
Exil-SPD gewechselt, besucht Parteifreunde und mit SPD-
Bürgermeister Wilhelm Kaisen‘s Hilfe
seine Mutter in Lübeck (>14.11.45/ 17.1.47/ 1.2.48/ 1.7.48) (ein
anderer IMT-Berichterstatter ist der
sowjet. Kontrolloffizier Mark F. Wolf, später MfS-Generaloberst)
9.11./21.12. Frankreich;
Paris, Reparationskonferenz mit Albanien, Australien, Ägypten, Belgien,
Dänemark,
Frankreich, Großbritannien,
Griechenland, Indien, Jugoslawien, Kanada, Luxemburg, Neuseeland,
Niederlande, Norwegen, Südafrika,
Tschechoslowakei u. USA (ohne UdSSR u. Polen) (>14.1.46)
10.11. ABZ;
Kronberg/Taunus, Päpstliche Mission für Flüchtlinge eröffnet (>16.5.46)
12.11. USA; „TIME“
veröffentlicht mit Überschrift „Sünde ihrer Eltern“ ein Bild dreier deutscher
Waisenkinder
aus Danzig und berichtet
„Diese drei deutschen Kinder büßen für die Sünden, die ihre Eltern vielleicht
begingen. Weggejagt aus
einem polnischen Waisenhaus in Danzig, wurden sie in vollgestopften Vieh-
wagen nach Deutschland
ohne ärztliche Betreuung und beinahe ohne Lebensmittel zurückgeschickt.
Die Polen, deren Kinder
vor gar nicht langer Zeit ähnlich aussahen, sind dabei, sämtliche Kranken-
häuser von Deutschen zu
säubern, egal wie krank sie sind. Der Junge, links, ist 9 Jahre alt und wiegt
18 Kilo und ist zu
schwach, um zu stehen. Der Junge in der Mitte ist 12 und wiegt 21 Kilo. Seine
Schwester, rechts, ist 8
und wiegt 17 Kilo.“ > verfolgte Schüler
14.11./1.10.46
ABZ; Nürnberg, IMT-Hauptkriegsverbrecher-Prozeß gegen Hermann Göring, Wilhelm Keitel,
Karl Dönitz, Martin Bormann, Dr. Hans
Frank, Dr. Wilhelm Frick, Hans Fritzsche, Dr. Robert Ley, Dr.
Walther Funk, Rudolf Heß, Alfred Jodl,
Dr. Ernst Kaltenbrunner, Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach,
Konstantin v. Neurath, Franz v.
Papen, Erich Raeder, Joachim v. Ribbentrop, Alfred Rosenberg, Fritz
Sauckel, Julius Streicher; Dr.
Hjalmar Schacht, Baldur v. Schirach, Dr. Arthur Seyß-Inquart und Albert
Speer; die Richter: Sir Geoffrey Lawrence (GB), Francis A.
Biddle (USA), Iola T. Nitischenko (UdSSR),
Henri Donnedieu de Vabres (F), die
Chefankläger: Sir Harley Shawcross (GB), Robert H. Jackson
(USA), Roman Rudenko (UdSSR), Francoise de Menthon (F); nach 216
Verhandlungstagen in denen
236 Zeugen gehört u. 38 000
eidesstattliche Versicherungen entgegengenommen werden endet der
Prozeß (>3.5.46/ 30.9.46/ 18.7.47/ 12.11.48/ 17.9.52/ 30.1.97)
15.11./
13.12.1945 ABZ; Dachau-Prozeß gegen Martin Gottfried Weiß u. 39
Angehörige des Lagerpersonals
16.11. Schweiz; „Die Weltwoche“ „Aus einem toten Land“ informiert mit Beispielen über „leergeplünderte
Städte, Pestdörfer, Öde, unbestellte Felder, leichenbesäte Straßen…“ im poln. verwalteten Schlesien
19.11. ABZ; Denkschrift
der Generale: „Das Deutsche Heer von 1920-1940“(!!) von Generalfeldmarschall
Walther v. Brauchitsch, Generalfeldmarschall Erich v.
Manstein, Generaloberst Franz Halder, General
Walter Warlimont u. General Siegfried
Westphal für Nürnberger OKW-Prozeß gegen Wilhelm v. Leeb
und andere verfasst um „darzulegen,
daß das Heer gegen Partei und SS
eingestellt gewesen sei,
nahezu alle wichtigen Entscheidungen
Hitlers missbilligt u. gegen Kriegsverbrechen opponiert habe...“
und verharmlost die Rolle von OKW und
OKH im 2.Weltkrieg. („Nicht einer der Verfasser habe sich
der
Verantwortung
für sein eigenes Handeln oder Unterlassen gestellt. Dennoch erhoben sie den
Anspruch, mit ihrer Darstellung eine
Pflicht gegenüber den Soldaten des deutschen Heeres zu erfüllen
u. verbanden ihr Anliegen mit Kritik
am militärischen Widerstand gegen Hitler.“ schreibt
Militärhistoriker
Manfred Messerschmidt später; Kunrat v. Hammerstein
schreibt „Die Heerführer des 2.Weltkrieges…
tragen aufgrund ihrer umfassenden
Kenntnis der Lage, ihrer Erziehung und ihrer Stellung für das
Schicksal ihres Volkes eine sehr schwere Verantwortung, die sie nicht
auf Hitler abwälzen können.
Deshalb sollte man keinen
Heerführermythos erfinden, um ausgerechnet den Aufbau der neuen
Wehrmacht zu fördern.“), etliche militär. Führungsschichtangehörige darunter 35 Generale d.
Heeres,
6 Generale d. Luftwaffe, 8 Admirale,
13 Generale d. Waffen-SS u. 5 Generale d. Polizei begingen bei
Kriegsende Selbstmord (>30.12.47/ 24.8.49/
19.12.49/ 5./11.10.50/ 8.11.50/ 11.1961/ 24.11.67)
20.11. Alliierter
Kontrollrat; Plan der Umsiedlung der aus Österreich, der Tschechoslowakei,
Ungarn u. Polen
ausgewiesenen deutschen Bevölkerung
nach den vier Besatzungszonen Deutschlands (>22.2.50),
CSR; Abzug aller amerik. und
sowjet. Truppen (>5.5.46)
23.11. bei seinem Verhör
erklärt der 15jährige Sohn von KZ Mauthausen-Kommandant Franz Ziereis: „Zu
meinem Geburtstag hat mir mein Vater
40 Häftlinge zur Verfügung gestellt, um mich das Schießen zu
lehren. Ich schoß, bis alle Häftlinge
tot auf dem Boden lagen…“,
SBZ; Dresden, der jüd. „weil sie ihm in der Zeit der Verfolgung nicht einen
Schimmer von Hoffnung“
gab am 18.8. aus der
ev. Kirche ausgetretene Prof. Victor Klemperer (Zitat 1933: „Ganz Deutschland
zieht Hitler den Kommunisten vor. Und
ich sehe keinen Unterschied zwischen beiden Bewegungen…
Beide sind materialistisch u.
tyrannisch, beide mißachten die Freiheit des Geistes u. des Individuums“)
wird KPD-Mitgl., erhält eine
Professur u. wird Abendgymnasiums- u. Volkshochschulleiter (1946 SED,
Landesleitung Kulturbund, 1947
Professor Uni. Greifswald, 1948 Professor Uni. Halle, Zentralvorst.
Gesellschaft für dt.-sowjet.
Freundschaft, 1950-58 AdV, Mitgl. im Ausschuß für Volksbildung, 1951
Zentralvorst. Vereinigung der
Verfolgten des Naziregimes, Professor Humboldt-Uni. Berlin, 1953 Mitgl.
Akademie der Wissenschaften, 1956
Vaterländ. Verdienstorden. Prof. K. bezeichnete den Ausschluß
jüd. Schüler von dt. Schulen als
„eine der ruchlosesten Taten der NSDAP“; den Ausschluß christl.
Schüler von dt. Schulen war für
SED-Genosse Klemperer nie „eine der ruchlosesten Taten der SED“
und war damit früh auf der Linie
späterer CDU-Akademiker à la Dr. Kohl, Dr. Krause, Dr. de Maizière,
Dr. Merkel, Dr. Schäuble und von
Bundestag, Bundesverwaltungs- und Bundesverfassungsgericht die
DDR-Bildungsdiskriminierung weder als
eine der „ruchlosesten Taten der SED“ definierten noch dem-
entsprechend tätig wurden bzw.
urteilten) deutsche Gerechtigkeit, > verfolgte
Schüler (>10.7.51)
25.11. besetztes
Österreich; 1.demokr. Parlamentswahl: ÖVP 49%, SPÖ 44%, KPÖ 5%
(>14.8.49/ 9.8.50)
30.11. Kontrollratsgesetz Nr. 9 über Beschlagnahme und Kontrolle des Vermögens der IG Farbenindustrie
(in westl.
Besatzungszonen folgt Entflechtung der IG Farben in BASF, Bayer und Hoechst)
01.12. SBZ;
Volkszählung, Wohnbevölkerung insges. 16 194 626; von den
1 268 000 Menschen von 18 - 25
Jahren sind 75% weiblich, von den 25%
männl. jungen Menschen war über 1/3 Kriegsverwundete
2./3.12.
SBZ; Anna-Magdalena-Bach-Schule Pankow, 1.Delegierten-Treffen der antifaschistischen
Zentralen
u. Landesjugendausschüsse (Motto:
„Das Leben ruft die Jugend“) berät „weiteren Weg zur Schaffung
einer einheitlichen demokratischen
Organisation der Jugend“; E. Honecker vor Jugendausschuss-
Leitern u.a.: „Die
Verschiedenartigkeit des Glaubens u. des weltanschaulichen Bekenntnisses sind
für
uns kein Grund zu Trennung. Wir sind auf diesem Gebiet für volle Toleranz.“
(einem Mitarbeiter sagt
E. Honecker u.a. „Wir sind Kommunisten
und müssen leider unsere Wünsche den Erfordernissen der
politischen
Situation anpassen. Eine Arbeiterjugendsorganisation würde bedeuten, daß
wir noch mehr
Jugendorganisationen zulassen
müssen…Wir müssen an die ganze Jugend heran und denken gar
nicht daran, einen Teil der Jugend
den bürgerlichen Kreisen zu überlassen.“)
> verfolgte Schüler
(>7.3.46/
8./10.6.46)
04.12. Groß-Berlin, ev. Bischof Dr. Otto Melle erklärt seine poltische Haltung im Dritten Reich u.a. mit „Ich
war nie NSDAP-Mitglied…die Bekennenden Kirchen machten nur 20-23% der ev. Christen aus…im
Blick auf meine Rede an der WPC…die damalige Situation unterschied sich…Sollen wir Staatsmänner
von heute
nach ihren vor 8 oder 10 Jahren gehaltenen Reden beurteilen?...“
(einer von denen verlangt
später: „Es muß das Recht auf Korrektur früheren
Verhaltens geben") (>31.8.46)
06.12.
SBZ; SMAD-Befehl Nr. 162 über Teilnahmer an Neulehrer-Kursen (einige wie
Gerda v. Billerbeck,
Helga Kaiser, Armin Neufeld, Karl
Roth waren im Nationalsozialismus politisch verfolgte Schüler)
08.12. SBZ; Dt. Verwaltung für Volksbildung beginnt
Bildungspolitik-Sowjetisierung u. erlässt im Namen
Generalleutn. Pjotr W. Solotuchin’s
SMAD-Abt.
Volksbildung „Grundlegende Hinweise über
die Zu-
lassung zum Studium an Universitäten
und Hochschulen“ u.a. durch Notabitur-„Vorstudienanstalten“
mit vielfach überschrittenem 40%
KPD/SED-Teilnehmer-Mindestsoll (Vorläufer der 1949 gegründeten
Arbeiter-
u. Bauernfakultäten mit Abiturabschluß nach 3 Jahren für oft von
FDGB-„Betriebsgewerk-
schaftsleitungen“ der VEB und
Kaderkommissionen ausgesuchte Arbeiter u. Bauern; ABF „hatten
einen wesentlichen Anteil an der
Herausbildung einer sozialistischen Intelligenz“, viele schliessen ca.
1963) > verfolgte Schüler, Bildungsdiskriminierung (>03.1948/ 31.3.49/
22./26.8.49/ 14.3.50/ 12.7.62)
10.12. SBZ;
Brandenburg, Verwaltungspräs. Dr. jur. Karl Steinhoff’s (SPD) Erlass u.a. „Alle
Sonderschulen
weltanschaulicher oder religiöser Art
sind verboten…Schulräte haben die persönliche Verantwortung
…gelegentlich Nachprüfungen im Sinne
dieses Runderlasses vorzunehmen.“ > verfolgte Schüler
(auch das Dritte Reich propagierte
„Adolf Hitlers Jugend geht in die Gemeinschaftsschule“, Dr. S. wird
1946 SED-Mitgl. u. Min.Präs.
Brandenburg, 1948-49 im nicht gewählten Volksrat, 1949-52 DDR-
Innenmin., Vopo-Chef, 1950-54 SED-ZK,
1950 Zeugen Jehova-Verbot, 1952-55 Prof. HU Berlin)
(>6.12.46/ 5./7.6.47/ 24.1.49/ 10.10.49/ 8.2.50/ 13.7.50/
31.8.50)
14.12. BBZ; Bad
Godesberg, 1.CDU-Reichstagung unter dem Präsidium v. Dr. Leo Schwering, Karl
Arnold,
Erich Köhler, Lambert Lensing
(deutsches Christentum manifestiert sich nach 1990 in der Behandlung
christlicher verfolgter Schüler durch
die Regierung des kath. CDU-Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl)
(>5.2.46/ 3.2.47/ 28.7.50/ 17.8.90),
Belgien; Christkönig- und
Wallonische Legion-Gründer SS-General Léon Degrelle wird in Abwesen-
heit zum Tode verurteilt (Caudillo
General Francisco Franco gewährt ihm in Spanien Asyl)
16.12./26.12. UdSSR;
Moskau, Interimstreffen des Rates alliierter Außenminister
17.12. SBZ; SMAD-Anweisung
zur Ausbildung „antifaschistischer“ Volksrichter (Beginn ab 1.2.46)
(>2.6.47/
11.5.51/ 1.3.60/ 13.6.61/ 16.11.95)
20.12.
Alliierter Kontrollrat (General Georgi K. Shukow, UdSSR/ General Joseph T.
McNarney, USA/ Feld-
marschall Bernard L. Montgomery, GB/
Generalleutnant Louis Koeltz, F) erlässt Gesetz Nr. 10 über
„Bestrafung von Personen, die sich
Kriegsverbrechen (Gewalttaten oder Vergehen gegen Leib, Leben
oder Eigentum), Verbrechen gegen
Frieden oder gegen Menschlichkeit schuldig gemacht haben“,
Art. II,1. Jeder der folgenden
Tatbestände stellt ein Verbrechen dar: a) Verbrechen gegen den Frieden
b) Kriegsverbrechen c) Verbrechen
gegen die Menschlichkeit…Verfolgung aus politischen, rassischen
oder religiösen Gründen, ohne
Rücksicht darauf, ob sie das nationale Recht des Landes, in welchem
die Handlung begangen worden ist,
verletzen.“ (mit Verjährungsausschluß! Art. II,1.c)
wird seither von
allen regierenden Parteien und
Justizbehörden beider deutscher Staaten wissentlich ignoriert)
> verfolgte Schüler (>13.9.48/ 1.1.50/ 5.12.52/ 1.9.64/ 28.1.72/
17.8.90/ 31.8.90/ 6.9.90),
SBZ; 1.Tagung
„Sechziger-Ausschuß“, je 16 Mitglieder des ZA der SPD: u.a. Grotewohl,
Dahrendorf,
Fechner, Lehmann u. des ZK der KPD:
u.a. Pieck, Ulbricht, Ackermann, Dahlem. O.
Grotewohl (SPD)
trägt u.a. M.
Fechner’s (SPD) Schreiben an W. Ulbricht (KPD) „die ersehnte Eineitsorganisation
der
Arbeiterklasse zu schaffen“ vor,
Entschließung: „Die Erweiterung und Vertiefung der Aktionseinheit
soll den Auftakt zur Verwirklichung
der politischen u. organisatorischen Einheit der Arbeiterbewegung,
d.h. zur Verschmelzung der SPD und
der KPD zu einer einheitlichen Partei bilden. Auch über den
Weg zur Schaffung der Einheitspartei
konnte nach lebhafter u. kameradschaftlicher Aussprache weit-
gehende Übereinstimmung erzielt
werden...Die Einheitspartei wird eine unabhängige deutsche
sozialistische Partei sein...“
(>15.1.46)
12. ABZ; Philosophisch-Theologische
Hochschule Freising, kath.
Polizeibeamtensohn Joseph Ratzinger
beginnt Weihnachten das Studium (1947
legt er das Abitur am Chiemsee-Gymnasium Traunstein ab,
für Mitglieder
nationalsozialistischer Jugendorganisationen legt der Vatikan andere Kriterien
an als für
Mitglieder sozialistischer
Jugendorganisationen, 1953 Promotion, 1957 Habilitation, 1977 Berufung
zum Kardinal) (>28.7.50/ 29.6.51/
20.12.85/ 8.10.88/ 29.12.2000/ 5.2.2001)
> verfolgte Schüler,
SBZ; Eisenach, 33 Jugendliche (Schüler, Lehrlinge – die
Jüngsten 15 J.) werden als „Werwolf-
Verdächtige“ verhaftet, ein sowjet.
Militärtribunal (SMT) verurteilt die Jugendlichen im Namen der
Union der Sozialistischen
Sowjetrepubliken willkürlich zu Todes-
bzw. hohen Freiheitsstrafen, von acht
ist bekannt, daß sie erschossen wurden,
vierzehn sterben im Gefängnis Weimar
> verfolgte Schüler
29.12./5.1.46 SBZ;
Wittenberge, Beginn einer Verhaftungswelle von 29 Schülerinnen und Schülern von
12 -
18 Jahren, nach Folterung werden
Klaus Adlung, Walter Andresen, Alfred Braband, Gisela Dohrmann
(15jährig), Bruno Flügge, Irmgard
Flügge, Horst Henning, Horst Hinze, Günter Holz, Arthur Jüngling,
Anneliese Ilgeroth, Horst Klepel,
Karin Klinger, Ursula Klinger, Herbert Klisch, Berta Milcke, Günter
Milcke, Horst Neuendorf, Horst
Peters, Hans Schoof, Günter Schulz, Helga Stubbenhagen, Bernhard
Tittel, Egon Teichmann, Erich Radke,
Bodo Wegner, Hans Wegner, Hans Werner u. Fritz Werner am
9.2.46 vom sowjet. Militärtribunal
(SMT) Brandenburg in Geheimprozeß wg. Verbrechen nach
Art. 58-2/11 des sowjet. StGB
(Ablehnung antifaschistischer Jugendorganisation und Bildung einer
konterrevolutionären
Organisation) verurteilt - 7 Jugendliche zum Tode (3 Urteile werden vollstreckt)
und 21 Jugendliche zu je 10 Jahren u.
einen Schüler zu 7 Jahren Arbeitslager (er verhungert im
NKWD-Lager Sachsenhausen, Gisela
Dohrmann kommt nach 4 Jahren Haft in Brandenburg/Havel,
Perleberg, Alt-Strelitz und im Lager
Sachsenhausen frei) > verfolgte
Schüler (am 7.2.95 werden
alle,
einschl. der Erschossenen, von der Militärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitiert),
SBZ; von den
im Januar ’45 an den Universitäten Berlin, Jena, Halle, Leipzig, Greifswald und
Rostock
tätigen 1 260 Professoren der NS-Zeit
sind 931 in die westlichen Besatzungszonen abgewandert
1946
03.01. SBZ;
Wilhelm Pieck’s (KPD) 70.Geburtstagsfeier; Otto Grotewohls (SPD) Grußadresse u.a.: „...so
haben wir etwas...von Herzen
Kommendes zu überreichen, nämlich Dir, lieber Wilhelm Pieck, einen
Händedruck, der nicht nur für heute
Bedeutung haben soll...diese Hände, die sich heute hier gegen-
seitig ergriffen haben, werden
niemals wieder gelöst werden...Garanten dafür sein, daß die Einigkeit
der Arbeiterklasse niemals mehr
gestört wird...Blut will zu Blut.“ (>3.1.48)
05.01. polnisch-sowjet. verwaltete dt. Ostgebiete; NKWD-Lager Landsberg/Warthe wird aufgelöst, ca. 3 000
Häftlinge starben, Überlebende kommen in das NKWD-Lager Nr. 2 Buchenwald (>15.1.1950)
12.01. Alliierter Kontrollrat,
Direktive Nr. 24 zu „Entfernung von Nationalsozialisten und Personen, die den
Bestrebungen der Alliierten feindlich
gegenüber stehen, aus Ämtern u. verantwortlichen Stellungen…
Personen,
die aus öffentlichen Ämtern entfernt werden, haben keinen Anspruch auf
Ruhegehälter
oder andere Beamtenrechte.“ (>11.5.51),
SBZ; Max Fechner (SPD): „Es
wird in anderen Teilen Deutschlands als selbstverständlich vorausge-
setzt, daß die SPD im russischen
Okkupationsgebiet nicht frei und unabhängig in ihren Entschlüssen
sei. Wir versichern dagegen, daß diese
Annahmen auf böswilligen Informationen beruhen, die...offen-
sichtlich...die Einheit der
Arbeiterklasse (verhindern sollen)“
14.01. Frankreich;
Paris, Albanien, Australien, Ägypten, Belgien, CSR, Dänemark, Frankreich,
Griechenland,
Großbritannien, Indien, Jugoslawien,
Kanada, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Süd-
afrika, USA unterzeichnen Pariser
Reparationsabkommen zur Raubgold-Rückgabe und Gründung der
Inter-Allied
Reparation Agency zur „Aufbringung und ordnungsmäßigen Verteilung der
Reparationen“
(ca. $ 517 000 000 - XX 000 000 000 ??? ; das deutsche Volk beginnt für furchtbare
Verbrechen zu
zahlen, die unter Leitung des
NS-Führerkorps, welches es z. Zt. seiner Erfolge offen gebilligt hat und
dem es blind gehorcht hat, begangen
wurden. Dummes Volk - gutes Volk) (>8.7.47/ 27.2.53),
Gesetz des Alliierten Kontrollrats
erlaubt Verpflichtung von Frauen für Enttrümmerungsarbeiten
(„Trümmerfrauen“ erhalten in der SBZ
RM 1,08 Stundenlohn - „Trümmermänner“ RM 1,20) (>10.7.46)
15.01. SBZ, Berlin,
1.Studienkommission-Beratung zur Vorbereitung sozialistischer Einheitspartei,
KPD-
Kommissionäre: Pieck, Ulbricht,
Ackermann, Dahlem, SPD-Kommissionäre: Grotewohl, Dahrendorf,
Fechner, Lehmann. Erste Maßnahme ist
Gründung gemeinsamen Verlages für „Einheit - Monatsschrift
zur Vorbereitung der Sozialistischen
Einheitspartei“ (>8.2.46/ 05.1946),
Tibet; Lhasa, nach Flucht aus
ca. 4½ jähriger brit. Internierung in Indien treffen die Bergsteiger Peter
Aufschnaiter und Heinrich Harrer hier
ein (bis 1950 arbeiten sie für Regierung und Dalai Lama, dann
fliehen sie vor den chines. Truppen
aus Tibet. Der Film „Sieben Jahre in
Tibet“ mit Brad Pitt behandelt
das Thema wie auch NSDAP-Mitgl. Nr. 6 307 081 Harrer’s gleichnamiges Buch) (>7.10.50/ 17.10.50)
15./29.1. UdSSR,
Minsk, SMT verurteilt u.a. Wehrmachtgenerale Gottfried v. Erdmannsdorff, Johann
Richert
Eckart v. Tschammer und Osten,
Wehrmachtoffiziere Reinhard Moll, Carl Languth, Polizeioffiziere
Ernst Falk, Georg Weißig, Bruno
Mittmann, SS-Führer Eberhard Herf, Franz Hess, Hans Koch und die
Sonderführer August Bittner und Rolf
Buchard wg. Kriegsverbrechen zum Tode (sie werden am 30.1.
vor ca. 100 000 Zuschauern öffentlich gehängt)
17.01. Alliierter
Kontrollrat, Befehl Nr. 3 zu Meldepflicht aller Frauen von 15-60 u. Männer von
14-65 Jahren
18.01. Bischof von Berlin
Graf v. Preysing’s Leumundszeugnis (Persilschein) für Dr. jur. Hans Globke u.a.
„Herr Ministerialrat Dr. Hans Globke
ist mir persönlich bekannt. Ich achte ihn als einen überzeugten
katholischen Christen, dessen Leben
und Handeln von den Grundsätzen des katholischen Glaubens
bestimmt war. Er hat die Gefahren u.
Irrtümer des Nationalsozialismus richtig eingeschätzt und verur-
teilt…war stets bemüht, Übergriffe, Ungerechtigkeiten
u. Gewaltakte…zu verhindern…ist allen Nicht-
beteiligten unbekannt…was die Juden
in Deutschland Herrn Dr. G. zu verdanken haben.“ (>10.1949)
20.01. SBZ; Berlin,
Wiedereröffnung d. Humboldt-Universität (spätere DDR-Kaderschmiede), Paul
Wandel
(KPD) dankt in seiner Rede „vor allen
Dingen Generalleutnant Smirnow und Herrn Solotuchin, Leiter
der Volksbildungsabt. bei der
Sowjetischen Militärverwaltung.“ (Prof. Konstantin Mitropolski leitet die
Abt. Schule der Volksbildungsabt.
während Major Pjotr Nikitin die Abt. Hochschulen und Wissenschaft
der
Volksbildungsabt.
leitet) Bildungsdiskriminierung > verfolgte Schüler (>10.1.47)
21.01. SBZ; Dt. Zentralverwaltung f. Volksbildung gründet Kommission zur demokratischen Erneuerung des
Geschichtsunterrichts, um auf NKFD-Unterrichtsplänen nun mit Historikern wie Prof. Dr. Fritz Hartung,
Prof. Dr. Friedrich Baethgen u. Pädagogen wie Prof. Dr.
Heinrich Deiters (1948 Autor „Die Schule der
demokratischen Gesellschaft“), Dr.
Wilhelm Heise u. Karl Sothmann unter ex-NSDAP-, NKFD- und
nunmehrigen KPD-Mitgl. Dr. Ernst Hadermann das „neue Geschichtsbild“ zu vermitteln (>20.10.51)
22.01. Kurdische Republik von Mahabad im sowjet. besetzten Norden des Iran gegründet (>5.5.46)
26.1./3.2. UdSSR;
Riga, SMT verurteilt mehrere hohe deutsche Offiziere wg. Kriegsverbrechen zum
Tode
30.01. Alliierter Kontrollrat
erläßt Gesetz Nr. 11 zur Aufhebung einzelner Bestimmungen des dt. Strafrechts,
ABZ, BBZ, FBZ;
Kanzelverkündigung kath. Bischöfe zu Vertreibungen u.a. „Wir kath. Bischöfe können
nicht länger schweigen zu dem
furchtbaren Lose der mehr als 10 Millionen Ostdeutschen, deren Vor-
fahren größtenteils schon vor 700-800
Jahren im ostdeutschen Raum angesiedelt u. den Boden urbar
gemacht haben…Alle diese Menschen
sind mit gewaltsamer Vertreibung aus ihrer angestammten
Heimat bedroht, ohne daß sie ihr Hab
und Gut mitnehmen können, ohne daß ihnen in West-
deutschland eine ausreichende und
menschenwürdige Existenz gegeben werden könnte. Millionen
sind schon von diesem entsetzlichen
Schicksal ereilt…Die Austreibung ist mit furchtbarer Brutalität,
unter Nichtachtung aller
Menschlichkeit erfolgt….“ (US-Gen. Lucius D. Clay verweigert Weiterleitung
einer entsprechenden Denkschrift an
den amerikan. Präsidenten H. Truman) (>20.11.45)
05.02.
BBZ;
CDU-Rheinland, Dr. K. Adenauer löst Dr. L. Schwering als Landesvorstand ab (20./22.10.50)
07.02. SBZ; Berlin, KPD-ZK- und SPD-ZR-Vertreter vereinbaren „Ziele…einheitlichen Jugendorganisation“,
West-Berlin; Gründung von DIAS (Drahtfunk im amerik. Sektor), Übertragung über Tel. Nr. 23,
(9.46 Umbenennung in RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) „Eine freie Stimme in einer freien
Welt“ war über Mittelwelle trotz SBZ/DDR-Störsender fast überall zu empfangen)
08.02. BBZ; Braunschweig;
Treffen Dr. K. Schumacher u. Herbert Kriedemann mit O. Grotewohl u. Gustav
Dahrendorf, Dr. Schumacher schlägt
Auflösung der SPD-Ost vor, Grotewohl lehnt ab (>11.2.46)
09.02. DDR; „Einheit“ veröffentlicht „Gibt es einen besonderen deutschen Weg zum Sozialismus?“ von
KPD-Mitgl. Anton Ackermann (>16.9.48),
UdSSR; Min.-Präs. J. Stalin
bekennt sich zu Feindschaft zwischen Kommunismus und Kapitalismus
(SBZ- u. DDR-Propaganda suggerrieren
dagegen „Stalin - Das ist der Frieden“)
> verfolgte Schüler
10./11.2.
SBZ; Berlin, Beschluss von SPD-Zentralausschuß u.
Bezirksverbändevertretern den Mitgliedern
„alsbald die Einheit der beiden
Arbeiterparteien zur Entscheidung vorzulegen“
9./11.2. SBZ; Berlin, I. FDGB-Kongreß, Vors. werden Hans Jendretzky (KPD), Bernhard Göring (SPD) und
Ermächtigungsgesetz’ler Ernst Lemmer (CDUD) (später mit 8,6 Mio. Mitgl. - „Werktätige Frauen, auf
Eure Mitarbeit kommt es an. Tretet noch heute ein in den FDGB“ - größte DDR-Massenorganisation)
11.02. BBZ; Burgsteinfurt, brit. Militärgericht verurteilt letzten BdS Niederlande Dr. jur. Karl
Schöngarth wg.
Ermordung eines alliierten Fliegers
zum Tode (Dr. S. wird am 15.5.46 gehenkt),
SBZ; Fam. G. Dahrendorf flieht mit militär. Hilfe in die BBZ, Ralf D. macht hier 1947 Abitur) (>19.4.46)
12.02. SBZ; Sachsen, Verordnung der Landesverwaltung Sachsen über die Errichtung von Vorbereitungs-
kursen für das Studium an Hochschulen u.a. „§ 1 In den Städten Chemnitz, Dresden, Görlitz, Leipzig,
Plauen und Zwickau sind Vorbereitungskurse für das Studium an Hochschulen einzurichten. § 3 Die
Kurse beginnen am 1.3.1946 und enden am 30.9.1946. § 4 (1) Zu den Kursen sind Teilnehmer aus
den werktätigen Schichten zuzulassen, die von einer der demokratischen Parteien, den Gewerk-
schaften, Jugend- und Frauenausschüssen vorgeschlagen werden…§ 5 Über die Zulassung entschei-
det eine Kommission, die von den Leitern der Volksbildungsämter der genannten Städte berufen
werden. § 6 Die Kursteilnehmer verbleiben im Produktionsprozeß…§ 7 An Unterrichtsfächern sind für
die Kurse vorgesehen a) Deutsch, b) Mathematik, c) Physik und Chemie d) eine Fremdsprache. § 8
Die Kurse schließen mit einer Prüfung ab, deren Bestehen zum Hochschulstudium berechtigt. § 9 Die
Durchführungsbestimmungen erläßt die Landesverwaltung, Ressort Volksbildung, Abt. Schulwesen“
14.02. polnisch-sowjet. verwaltete
dt. Ostgebiete;
Beginn der ,Operation Schwalbe’, bis Juli 1946 werden
ca.
1 020 000 deutsche Vertriebene in
Transporten von je 55 Güterwaggons mit 1
500-2 000 Menschen,
meist über das Lager Friedland, in
die BBZ gebracht, in den Besatzungszonen sind Vertriebene bei
den nicht-vertriebenen Deutschen
häufig unwillkommen und werden mittels „Zuzugssperren“ abge-
wiesen (>2.4.47/ 28.4.47/ 9.6.50/
6.7.50/ 14.9.50/ 17.8.51/ 24.2.62/ 7.6.63/
8.6.63/ 7.3.64/ 22.3.64/
7.12.70/ 7.7.75/ 30.5.83/ 12.9.90/
14.11.90/ 6.9.2000)
15.02. SBZ; Greifswald, der ev. Theologe, Uni-Rektor u. CDUD-Mitgl. Prof. Ernst Lohmeyer wird vom sowjet.
NKWD nach Denunziation verhaftet (am 28.8.46 vom SMT Mecklenburg-Vorpommern im Namen der
UdSSR aus unbekannten Gründen zum Tode verurteilt u. am 19.9.46 im NKWD-Gefängnis Greifswald
erschossen, erfährt die Familie erst 1958 offiziell von seinem Tod. Rußland rehabiltiert Prof. Ernst L..
am 15.8.96 da er „nur aus politischen Motiven verhaftet und verurteilt“ wurde)
16.02. ABZ; Darmstadt,
Eröffnung des Internierungslagers für ca. 28 000 Nazis (insges. 11 amerik.
Lager,
1946 protestieren der kath. Kardinal
v. Faulhaber, Erzbischöf Gröber u. der EKD-Vors. Bischof Wurm
gemeinsam bei den USA gegen die
Internierung von Nationalsozialisten),
BBZ; CDU-Vors. Adenauer
fordert „einheitliche geistige und politische Ausrichtung der CDU-Presse“
20.02. Vatikan; Papst
Pius XII Ansprache, über sog. Mitläufer sagt er: „Es kursieren in der Welt
irrtümliche
Auffassungen, die einen Menschen
schon darum für schuldig und verantwortlich erklären, weil er Mit-
glied einer bestimmten Gemeinschaft
ist, ohne daß man sich bemüht zu untersuchen oder zu prüfen,
ob von seiner Seite wirklich eine
persönliche Schuld im Handeln o. Unterlassen vorliegt.“ (ethische
Ansprüche, die S.H. bei den
Antikommunismus-Dekreten selbst weit verfehlt) (>1.7.49/ 28.7.50)
21.02. SBZ; Sitzung
des SPD-Parteiausschuß „billigt einstimmig den Vereinigungsbeschluß des
Zentral-
ausschuß der SPD (bis auf Karl Germer
sprachen sich alle Mitglieder des ZA für Durchführung des
Vereinigungsbeschlusses aus)
23.02. ABZ;
Königsbronn, die Mutter von Hitler-Attentäter Georg Elser schreibt an Pastor
Martin Niemöller
wg. dessen, am 6.2.46 in der
Nürnberger Zeitung veröffentlichten Äußerung, nach der ihr Sohn Georg
der SS angehört habe, Frau E. schreibt
Pastor Niemöller das dies nicht die Wahrheit sei (G. Elsers
Anteil am Erbe seines 1942
gestorbenen Vaters fiel 1942 auf Basis des Gesetzes über die Einziehung
kommunistischen Vermögens vom 26.5.33
in Verbindung mit dem Gesetz über die Einziehung volks-
und staatsfeindlichen Vermögens v.
14.7.1933 an das Deutsche Reich, Haftentschädigungs-, Rück-
erstattungs- und
Entschädigungsansprüche wg. Schaden im beruflichen Fortkommen von Schwester
und Schwager, beide 1939/40 für
längere Zeit inhaftiert, werden bis Ende der 50er Jahre abgelehnt,
23.02. ABZ; Königsbronn, die Mutter von Hitler-Attentäter Georg Elser schreibt an Pastor Martin Niemöller
wg. dessen, am 6.2.46 in der Nürnberger Zeitung veröffentlichten Äußerung, nach der ihr Sohn Georg
der SS angehört habe, Frau E. schreibt Pastor Niemöller das dies nicht die Wahrheit sei (G. Elsers
Anteil am Erbe seines 1942 gestorbenen Vaters fiel 1942 auf Basis des Gesetzes über die Einziehung
kommunistischen Vermögens vom 26.5.33 in Verbindung mit dem Gesetz über die Einziehung volks-
und staatsfeindlichen Vermögens v. 14.7.1933 an das Deutsche Reich, Haftentschädigungs-, Rück-
erstattungs- und Entschädigungsansprüche wg. Schaden im beruflichen Fortkommen von Schwester
und Schwager, beide 1939/40 für längere Zeit inhaftiert, werden bis Ende der 50er Jahre abgelehnt,
BBZ; Dr. jur. Konrad Adenauer
an kath. Pfarrer Dr. Bernhard Custodis u.a. „Nach meiner Meinung
trägt das deutsche Volk und tragen auch die Bischöfe und der Klerus eine
große Schuld an den
Vorgängen in den
Konzentrationslagern. Richtig ist, daß nachher vielleicht nicht mehr viel zu
machen
war. Die Schuld liegt früher. Das
deutsche Volk, auch Bischöfe und Klerus zum großen Teil, sind auf
die nationalsozialistische Agitation
eingegangen,...es hat sich fast widerstandslos, ja zum Teil mit
Begeisterung gleichschalten lassen...Im
übrigen hat man aber auch gewußt..., daß die persönliche
Freiheit, alle Rechtsgrundsätze, mit
Füßen getreten wurden, daß in den KZ große Grausamkeiten
verübt wurden, daß die Gestapo, unsere
SS und z.T. auch unsere Truppen in Polen und Rußland mit
beispiellosen Grausamkeiten gegen die
Zivilbevölkerung vorgingen. Die Judenpogrome 1933/38 ge-
schahen in aller Öffentlichkeit. Die
Geiselmorde in Frankreich wurden von uns offiziell bekanntge-
geben. Man kann also wirklich nicht
behaupten, daß die Öffentlichkeit nichts gewußt habe, daß die
nationalsozialistische Regierung und
die Heeresleitung ständig aus Grundsatz gegen das Naturrecht,
gegen die Haager Konvention und gegen
die einfachsten Gebote der Menschlichkeit verstießen. Ich
glaube, daß, wenn die Bischöfe alle
miteinander an einem bestimmten Tag…von den Kanzeln aus
dagegen Stellung genommen hätten, sie
hätten vieles verhindern können. Das ist nicht geschehen,
und dafür gibt es keine Entschuldigung.“ (>22.1.51/ 27.9.51/ 3.12.52/ 22.2.60/ 30.9.66/ 20.9.82),
SBZ; Schwerin, SPD-Landesdelegiertenkonferenz verabschiedet einstimmige Entschließung: „Die
Delegierten appellieren an die bevorstehenden Parteitage der SPD und KPD...den endgültigen
Schlußstrich hinter den tragischen Bruderkampf innerhalb der deutschen Arbeiterklasse zu ziehen,
die letzten Schranken die noch der Einheit und Macht der deutschen Arbeiterklasse entgegen-
standen, niederzureißen und im nationalen Interesse unseres Volkes die Verschmelzung der SPD
und KPD in eine marxistische Einheitspartei zu beschließen.“
26.02. SBZ; 2.„Sechziger-Ausschuss“-Tagung
terminiert SPD-/KPD-Vereinigungsparteitag (>3.4.46),
SBZ; Zentraler Jugendausschuß,
Gründungbeschluss
der „überparteilichen, einigen,
demokratischen
Jugendorganisation FDJ“ von Emil Amft, Edith Baumann, Fritz
Votava, Theo Wiechert (SPD), Rudolf
Böhm, Erich Honecker, Heinz Keßler,
Heinrich Külkens, Paul Verner, Rudolf Mießner, Gerhard
Rolack (alle KPD), Manfred Klein
(CDU), Oswald Hanisch (ev. Kirche), Robert Lange (kath. Kirche)
unterzeichnet; als Ziele unter IV. sind:
„Die Schaffung eines neuen Deutschland, das der Jugend das
Mitbestimmungsrecht…einräumt; das
allen Jungen u. Mädchen ohne Unterschied ihrer Herkunft, des
Vermägens und des Glaubens eine gute
Berufsausbildung, Zutritt zu allen Bildungs- u. Kulturstätten…
sichert.“ (Organisationskommission aus KPD und SPD) > verfolgte Schüler (>13.3.47/
28.1.48)
02. ABZ;
München, DRK-Suchdienst beginnt Kriegskinder-Suchplakataktion „Pinguin“ (Fotograf
Hilmar
Pabel fotografierte alle dem Suchdienst gemeldeten Kleinkinder, Aktion endet 1982) (>13.09.1948),
SBZ; Brandenburg, SMT-Prozeß
gegen 29 fast ausschließlich Jugendliche von etwa 15 Jahren, die
antifaschistische Landesjugend
ablehnen und eigene Jugendorganisation gründen, im Namen der
Union der Sozialistischen
Sowjetrepubliken werden 9 Todesurteile (3 vollstreckt) u. 20 Haftstrafen
(9 Verurteilte sterben im NKWD-Lager
Sachsenhausen) ausgesprochen > verfolgte Schüler
02. UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) berichtet, daß sich 51 307 heimat-
lose Kinder - 27185 under 6 Jahren - in UNRRA-Lagern befinden; darüber hinaus befinden sich bis
zu 50 000 polnische und weißruthenische Jungen im Alter von 12-14 Jahren im Rahmen einer u.a.
von Albert Speer 1944 angeordneten „Heu-Aktion“ in Deutschland > verfolgte Schüler (>1.10.66)
28.02. Belgien; Brüssel, Instituierung Inter-Alliierter-Reparations-Agentur IARA (bis 9.1947 fordern 18 Länder
$ 300 000 000 000 Reparationen für durch NS-Führerkorps-Politik verursachte Schäden) (>8.3.91)
1./8.3. BBZ; Hamburg, British Military Court verurteilt
Geschäftsführer Dr. Bruno Emil Tesch sowie Prokurist
Karl Weinbacher der Fa. TESTA
(Tesch&Stabenow) - KZ-Lieferant für das von den „Dessauer Werken
für Zucker und chemische Produkte AG“
(die enteignete Firma wird VEB Zuckerraffinerie - später VEB
Gärungschemie Dessau) hergestellte
Zyklon B - wg. Kriegsverbrechen zum Tode, Firmentechniker
Dr. Joachim Drohsin wird
freigesprochen (>27.5.1955)
03. SBZ; Halle/S., Friedrich-Engels-Oberschule,
ex-HJ- und -NSDAP-Mitgl. Hans-Dietrich Genscher legt
sein Abitur ab (1946-49 SBZ-Jurastudium;
1949 Referendar, 20.8.1952 Republikflucht, FDP, 1954-56
Assessor/Rechtsanwalt; 1965-98 MdB,
1969-92 BRD-Innen- u. -Außenminister) (>23.9.83/ 12.9.90),
SBZ; „Im Kreml ist noch Licht“-Stalin-Lyriker
u. ex-NKFD-Präsident Erich Weinert (SED) wird Vizepräs.
u. Paul Wandel’s Vertreter in der
Zentralverwaltung für Volksbildung (später gibt es den Erich Weinert-
Kunstpreis von Magdeburg, die Erich
Weinert-Medaille als Kunstpreis der FDJ, das Erich-Weinert-
Ensemble der NVA sowie Schulen u.
Briefmarken mit seinem Namen) > verfolgte Schüler (>23.2.53)
2./3.3. SBZ; Berlin,
1.KPD-Reichskonferenz (in der SBZ gibt es 600 000 KPD-Mitgl. u. 680 000
SPD-Mitgl.),
Erich Honecker wird
Zentralkomitee-Mitglied (>7.3.46)
05.03.
ABZ, Gesetz Nr. 104 zur Befreiung von Nationalsozialismus und
Militarismus; fordert in Württemberg-
Baden, Bayern, Hessen von Deutschen über 18 J. Beantwortung eines Fragebogens mit
131 persönl.
Fragen, meist mit Deutschen besetzte „Spruchkammern“ („Kammern der
barmherzigen Brüder“) sollen
ca. 6 Mio. ehemalige NSDAP-Mitglieder
in die Kategorien ,Hauptschuldig’-,Belastet’-, Minderbelastet’-,
,Mitläufer’
u. ,Entlastet’ einstufen um Personen aus dem gesellschaftlichen Leben
auszuschließen „die
die nationalsozialistische
Gewaltherrschaft aktiv unterstützt o. sich durch Verstöße gegen die Grund-
sätze der Gerechtigkeit und der
Menschlichkeit oder durch eigensüchtige Ausnutzung der dadurch
geschaffenen Zustände verantwortlich
gemacht haben". Bis zum Abbruch der Maßnahme werden
1 700 Hauptschuldige, 23 000
Belastete, 150 400 Minderbelastete, 1 006 000 Mitläufer klassifiziert,
bei ca. 3,9 Mio. Deutschen wurden
Spruchkammerverfahren nicht eröffnet oder eingestellt wie z.B. bei
General Hubert Lanz. Mit
Unbedenklichkeitsbescheinigungen („Persilscheine“) durch Bekannte,
Leugnen („Ich komme aus dem Osten und
suche einen Posten, meine Papiere sind verbrannt, Hitler
habe ich nicht gekannt“), der
Unkenntnis „mutiger Braunschweiger“ (SPD-Vorsitz. Kurt Schumacher
sagte über sie „Wenn man sie so reden
hört, muß man glauben, daß der einzige Nazi in Deutschland
Adolf Hitler gewesen sei.“) und
„U-Boot-Fahrer“ (der ex-Führer der U-Boote Großadmiral Karl Dönitz
gab sein Admirals-Ehrenwort von der
NS-Vernichtungsmaschinerie keine Ahnung gehabt zu haben)
und durch massive Bedrohungen von
Spruchkammer-Mitgliedern wird die Maßnahme unterlaufen.
Unter „den eifrigsten Ausstellern
dieser Persilscheine war die Evangelische Kirche“ (Ansbach’s
St. Gumbertus-Kirche-Pfarrer schreibt
für ein NSDAP-Mitgl. seit 1923: „Seine älteste Tochter H. war
damals meine Schülerin…gehörte einer
Klasse der ev. Bekenntnisschule an...die beiden jüngeren
Töchter G. und M. waren in den Jahren
vor ihrem Schulbesuch in einem ev. Kindergarten…alles
Tatsachen, die mit einer
NS-Geisteshaltung nichts zu tun hatten.“, Sühnemaßnahmen gibt es nur für
0,65% aller „Hauptschuldigen“ u.
„Belasteten“ (der „Bund der Verfolgten des Naziregimes“ weist z.B.
daraufhin, daß Herbert Klemm,
Staatssekr. Reichsjustizministerium, als „unbelastet“ eingestuft ist, die
lapidare Antwort vom später
zuständigen Bundesinnenministerium: „Sind von den Entnazifizierungs-
behörden Fehlentscheidungen getroffen
worden, so können sie durch beamtenrechtl. Maßnahmen
nicht korrigiert werden. Vielmehr
müssen im Interesse der Rechtssicherheit und einer endgültigen
Bereinigung der politischen
Vergangenheit die Entnazifizierungsentscheidungen für die weitere
dienstrechtliche Behandlung der
Betroffenen zu Grunde gelegt werden.“, der „Stifterverband Deutsche
Wissenschaft“ zahlt Klemm nach dessen
Entlassung aus Landsberg DM 1 500/Monat!) (>26.4.46/
12.10.46/ 13.11.46/ 6.10.47/
13.10.47/ 11.5.51/ 1.10.51/ 18.9.87/ 22.2.90)
05.03. SBZ; SMAD
erlaubt „dt. Jugend die Möglichkeit zu freier, demokratischer Betätigung in
einer ihrem
Willen entsprechenden
Organisation…darf keinerlei militärische…Tendenzen aufweisen…“ (>01.1967)
Norwegen; Herbert Frahm alias
Willy Brandt ist in Oslo, er schreibt in dieser Zeit u.a. das Vorwort für
sein 1946 im H. Aschehoug & Co.
Verlag, Oslo, erscheinenden Buch „Forbrytere og andre Tyskere“
(„Verbrecher und andere Deutsche“
wird in BRD oder DDR nie veröffentlicht) (>9./10.5.46/ 17.1.47/
1.2.48/ 1.7.48/ 7.10.65) > verfolgte
Schüler,
USA; Westminster College
Fulton, ex-Premier W. Churchill spricht u.a. „Von Stettin an der Ostsee bis
nach Triest an der Adria hat sich ein
Eiserner Vorhang quer durch den Kontinent gelegt.”
06.03. BBZ;
„Nordwestdeutscher Rundfunk - NWDR“, Dr. jur. K. Adenauer über
CDU-Parteiprogramm u.a.
„Die aktiven Nationalsozialisten und
die aktiven Militaristen, die für den Krieg und seine Verlängerung
Verantwortlichen, dazu gehören
insbesondere auch gewisse Wirtschaftsführer, müssen aus ihren
Stellungen entfernt…müssen je nach
Lage des Falles von deutschen Gerichten bestraft, ihr Vermögen
muß ganz o. teilweise beschlagnahmt
werden…Strafe für den der Schuld hat…Nationalsozialistische
Konjunkturgewinne und Kriegsgewinne
müssen eingezogen werden…“ (>3.2.47/ 23.3.49/ 9.1.51)
07.03. SBZ; Gründung
der „überparteilichen, einigen, demokratischen Jugendorganisation FDJ"
(einschl.
„Kindergruppen der FDJ“) mit
paritätischen von E. Baumann (SPD), E. Honecker (KPD), Domvikar
Robert Lange, den ev. u. kath.
Jugendvertretern Oswald Hanisch u. Manfred Klein (CDUD) unter-
zeichneten Gründungsbeschluß,
KPD-Mitgl. E. Honecker ist Vorsitzender (nach der verbotenen HJ
wird die FDJ größter deutscher und später einziger offiziell zugelassener
DDR-Jugendverband)
>
verfolgte Schüler (>22.5.46/
8./10.6.46/ 13.3.47/ 28.1.48/ 1.12.48/ 27./30.5.52/ 25.4.57)
08.03. poln. verwaltete
deutsche Provinzen Brandenburg, Pommern und Schlesien, Dekret über
verlassenen
oder früheren deutschen Besitz (dekret o majątkach opuszczonych i poniemieckich)
10.03. ABZ; Pähl, Prof. Dr. Karl Haushofer und Frau Martha H., geb. Mayer-Doss, begehen Selbstmord
11.03. BBZ; bei Flensburg, KZ-Kommandant und Wirtschaftsverwaltungshauptamt-Amtschef Rudolf Höß
wird als Franz Lang verhaftet (am 25.5.46 an Polen ausgeliefert erklärt er am 12.3.47 eidesstattlich die
Kraft-durch-Freude-Kehrseite am (Zwangsarbeiter-)Arbeitsmarkt „Häftlinge über 50 Jahren wurden nur
selten zum Arbeitseinsatz verwendet, wenn sie besonders kräftig oder…geschult waren; sonst wurden
sie sofort vernichtet“, wird am 2.4.47 zum Tode verurteilt und am 16.4.47 in Auschwitz gehenkt)
12.03. Ungarn; Budapest, Hinrichtung von ex-Min.-Präs. Ferenc Szálasi (Portugal gewährt Reichsverweser
Miklós Horthy Asyl)
14.03. USA; White Sands, Dr. Kurt Debus, Dr. Hans Grüne, Karl Sendler u.a. starten erfolgreich die erste,
der aus dem KZ Dora-Mittelbau/Harz in die USA gebrachten V-2-Raketen (>3.10.47/ 15.4.79)
15.03. SBZ; „Neue
Zeit“ CDUD-Zeitung zur FDJ-Gründung u.a. „…angesichts der Erlaubnis zur Bildung
der
Freien Deutschen
Jugendorganisation…kommt es auf die Jugend an, in die FDJ den rechten Geist
hineinzutragen…Verständnis spüren,
das man von seiten der FDJ der kirchlichen Jugendarbeit ent-
gegenbringt, welches darin sein
äußeres Zeichen findet, daß an eine kath. u.ev. Verbindungsstelle
zur kirchlichen Jugendarbeit bei der Reichsleitung…der FDJ geschaffen hat.“ (>27./30.5.52)
21.03. BBZ; Hamburg,
„DIE ZEIT“ Dr. Marion Gräfin Dönhoff beschreibt ihre Flucht aus Ostpreußen im
ers-
ten Beitrag: „Ritt gen Westen“ (viele
müssen laufen! Auch Bildungsdiskriminierung/verfolgte Schüler
sind der
sog. „roten Gräfin“ u. ihrem Bruder, ex-NSDAP- u. SS-Mitgl. Dr. jur. Christoph
Graf Döhnhoff -
auch er schreibt ab 1946 viele
Artikel für die „ZEIT“-Lizenzträger Lovis H. Lorenz - bis 1944 ex-Haupt-
schriftleiter „Die Woche“ und
ex-Korvettenkapitän a.D. Ewald Schmidt di Simoni, Dr. jur. Gerd Bucerius
- schreibt auch „Persilscheine“ u.
„ZEIT“-Chefredakteur Richard Tüngel unbekannt) (>1952/ 20.11.92),
SBZ; Wünsdorf, Marschall
Wassili Sokolowski wird Oberkommandierender der sowjet. Besatzungs-
truppen und Vors. sowjet. Militäradministration in
Deutschland (SMAD)
23.03. Irland;
Irisches Rotes Kreuz beginnt „Operation
Shamrock“ zur Rehabilitation hungernder Kinder vom
europäischen Festland, etwa 1 000
hungernde Kinder aus Deutschland, Frankreich und Österreich
werden bis zu drei Jahre in Irland
versorgt,
ABZ; EKD, Schreiben Martin
Niemöllers an Ökumenischen Rat der Kirchen: u.a. das Gesetz zur
Befreiung von Nationalsozialismus und
Militarismus öffne den niederen Instinkten des Neides und
Hasses alle Tore, nunmehr werde die
Verfolgung einer bestimmten Gesinnungshaltung in einem
Umfang legalisiert und betrieben „wie
sie selbst unter dem NS-Regime niemals gewesen ist.“
24.03. BBZ; Uni. Köln, CDU-Vors. Dr. Adenauer’s erste programmatische Rede u.a. „Das deutsche Volk…
hat den Staat zum Götzen gemacht und auf den Altar erhoben…Deutschland ist eines der religions-
losesten und unchristlichen Völker Europas. Das war schon vor 1914 so…habe ich damals schon
immer in Berlin das Gefühl gehabt, in einer heidnischen Stadt zu sein.“ (>10.2.50/ 7.5.53/ 10.2.56/
20.6.91/ 16.5.94)
25.03. Groß-Berlin,
Landgericht verurteilt die Heilanstalt Meseritz-Obrawalde Oberärztin Dr. Hilde
Wernicke
u. die Pflegerin Helene Wieczorek wg.
Euthanasiemorden an 100en Kindern und Erwachsenen im
Namen des Volkes zum Tode (das Urteil
wird am 14.1.47 vollstreckt) (>12.3.65)
25./26.3.
Vatikan; die argentin. Bischöfe A. Caggiano und A. Barrére informieren
Kardinal Eugene Tisserant
daß Argentinien gewillt ist
„französische Persönlichkeiten aufzunehmen, deren politische Haltung
während des… Krieges
sie…Vergeltungsmaßnahmen oder…Racheakten aussetzen würde“ (bereits
am 1.4. erhalten die franz.
Kriegsverbrecher Fernand de Menou und Robert Pincemin argentin. Visa
in ihre Internationale Rote Kreuz-Pässe u. eröffnen so eine
„rat-line“ (>15.5.47/ 20.7.71)
26.03. Vatikan; 2.Appell im Namen Papst Pius XII an die Allierten keine kath.-kroat. Ustascha-Gefangenen
an Jugoslawien auszuliefern (die kroatische „Bruderschaft des heiligen Girolamo in Rom hat an Ihre
Heiligkeit appelliert und Ihn gebeten, in dieser Angelegenheit eine Empfehlung auszusprechen“)
27.03.
ABZ; gemeinsam. Osterhirtenbrief d. kath. Bischofskonferenz u.a.: „Soll
eine innere Gesundung des
Volkes angebahnt werden, so muß
alles, was an Gestapo, Konzentrationslager und ähnliche Dinge
erinnert, aus dem öffentlichen Leben
verbannt werden. Sonst greift eine innere Vergiftung Platz, die
einen moralischen und religiösen
Aufstieg aufs äußerste erschwert, wenn nicht unmöglich macht“, es
wird sogar die „oft verfehlte Art“,
wie die Alliierten öffentliches Leben und Wirtschaft von Anhängern
des NS-Regimes zu säubern suchten,
mit „wie ein Alpdruck“ auf dem Volke lastend angeprangert,
SBZ; Leipzig, 2 000
SPD-Funktionäre sanktionieren mit nur 9 Gegenstimmen Fusion mit KPD
28.03. Alliierter
Kontrollrat legt „Industrie-Plan für die Reparationen u. das Niveau der
deutschen Nachkriegs-
wirtschaft“ vor (29.8.47)
29.3./13.5. ABZ;
Dachau, Mauthausen-Hauptprozeß, AMT verurteilt 58 von 61 wg. diverser
Verbrechen
angeklagte KZ-Mitarbeiter zum Tode
(u.a. die KZ-Ärzte Dr. Friedrich Entress, Dr. Wilhelm Jobst,
Dr. Eduard Krebsbach und Dr. Waldemar
Wolter, sie werden wenig später gehenkt)
31.03.
West-Berlin, auf Antrag Franz Neumann’s findet eine (in Ostberlin
verbotene) SPD-Urabstimmung zur
Frage der SPD-KPD-Vereinigung statt,
82% stimmen gegen die Vereinigung (>21./22.4.46)
03.04.
Philippinen; Manila, der wg. der 10 000 Toten beim
Bataan-Todesmarsch verurteilte japan. General
Masaharu Homma wird erschossen,
SBZ; Berlin-Kaulsdorf,
Verhaftung von Hans Corbat (19jährig wurde er 06.1945 SPD-Mitgl., am 1.4.46
trat er wg. der geplanten
SPD-/KPD-Einheitsfront unter öffentl. Protest aus der SPD aus (08.1946 wird
er von einem SMT wg. Spionage zu 20
Jahren Haft verurteilt, 1956 entlassen flieht er in die BRD und
wird am 30.11.93 von der russ.
Militärstaatsanwaltschaft rehabilitiert) (>19.4.46/ 21./22.4.46/ 16.12.92)
07.04. SBZ; in
Brandenburg/Potsdam, Mecklenburg/Schwerin, Provinz Sachsen//Halle,
Sachsen/Dresden u.
Thüringen/Gotha finden KPD/SPD-Vereinigungsparteitage
der Landesverbände statt (>21./22.4.46),
sowjet. verwaltetes nördliches
Ostpreußen wird mit Königsberg/Kaliningrad
ohne Friedensvertrag als
russischer Teil der UdSSR annektiert und mit Sowjets
bevölkert (>11.10.47)
08.04.
SBZ; „Der Märker“ „Historischer Beschluß in Potsdam: Durch Einheit zum
Sozialismus“
14.04. BBZ;
Gelsenkirchen, der erste Hilfszug der „Schweizer Spende für die
Kriegsgeschädigten“ trifft ein
16.04. SBZ; CDUD
stimmt dem KPD/SPD-Grundsatzentwurf über die Schulreform zu
18.04. Niederlande; Den Haag, Internationaler Gerichtshof zur Konfliktbeilegung von UN-Mitgliedsstaaten er-
öffnet
(nicht zu verwechseln mit dem späteren Internationalen Strafgerichtshof)
(>18.9.73/ 17.7.98)
19.04. SBZ;
Berlin,Theater am Schiffbauer Damm, 40.SPD-Parteitag, 548 Delegierte
beschließen Annahme
der „Grundsätze und Ziele der
sozialistischen Einheitspartei“ und wählen 40 Mitglieder für kommenden
SED-Parteivorstand: Otto Grotewohl,
Max Fechner, Erich Gniffke, August Karsten, Otto Meier, Helmut
Lehmann, Käte Kern, Richard Weimann,
Edith Baumann, Bruno Böttge (Prov. Sachsen), Erich Braun
(Hildesheim), Hans Brede (Kiel),
Willi Buch (Braunschweig), Otto Buchwitz (Sachsen), Friedrich Ebert
(Brandenburg), Max Fank
(Mecklenburg), Augustin Friedel (Sachsen), Bernhard Göring (Berlin), Karl
Hauser (FrankfurtM.), Ernst Heilmann
(Flensburg), Gertrud Hentsch (Sachsen), Ernst u. Heinrich
Hoffmann (Thüringen), Willy Jesse
(Mecklenburg), Fritz Jungmann (Prov. Sachsen), Karl Litke (Berlin),
Erich Lübbe (Berlin), Albert Meier
(Sachsen), Karl Moltmann (Mecklenburg), Gustav Müller (Rheinl.),
Hermann Prübenau (Prov. Sachsen),
Emma Sachse (Thüringen), Yella Schaar (Heidelberg), Hermann
Schlimme (Berlin), Paul Szillat
(Brandenbg.), Gottlieb Teichert (Essen), Stanislav Trabalski (Sachsen),
Fritz Wagner (Thüringen), Oskar Wegener
(Brandenburg), Toni Wohlgemuth (Berlin) (>27.8.87),
SBZ; Berlin, Deutsches
Theater, 15.KPD-Parteitag, 519 Delegierte beschließen Annahme der „Grund-
sätze und Ziele der sozialistischen
Einheitspartei“ u. wählen 40 Mitglieder für kommenden SED-Partei-
vorstand: Wilhelm Pieck, Walter
Ulbricht, Martha Arendsee, Eugen Hanisch alias Anton Ackermann,
Johannes R. Becher, Hans Jendretzky,
Paul Wandel (Berlin), Walter Biering (Prov. Sachsen), Kurt
Bürger (Mecklenburg), Franz Dahlem,
Werner Eggerath, Georg Lotz (Thüringen), Erich Honecker,
Heinz Keßler, Willi Böpple
(Mannheim), Albert Buchmann (Stuttgart), Walter Fisch (Frankfurt/M.),
Gustav Gundelach (Hamburg), Olga
Körner, Wilhelm Koenen, Ernst Lohagen (Sachsen), Bernhard
Koenen (Prov. Sachsen), Hans Mahle
(Berlin), Hermann Matern, Hanna Meltzer, Max Reimann (Ruhr-
gebiet), Paul Merker, Kurt Müller
(Hannover), Franz Nickolay (Saargeb.), Hugo Paul (Düsseldorf),
Maria Rentmeister, Prof. Dr. Robert
Rompe, Elli Schmidt, Waldemar Schmidt (Berlin), Paul Roch, Willi
Sägebrecht (Brandenburg), Heinrich
Schramm (Bremen), Fritz Sperling (München), Hans Warnke
(Mecklenburg), Hermann Zilles (Köln) > verfolgte
Schüler
21./22.4.
SBZ; Berlin, Staatsoper, Vereinigungsparteitag mit 548 SPD- u. 507
KPD-Delegierten („Brüder, in
eins nun die Hände“) mit einstimmigen
Vereinigungsbeschluß; Beschlussfassung über a) Grundsätze/
Ziele der Sozialistischen Einheitspartei
Deutschlands u.a. „8. Sicherung
demokratischer Volksrechte.
Freiheit der Meinungsäußerung in
Wort, Bild u. Schrift…Gesinnungs- und Religionsfreiheit. Gleichheit
aller Bürger vor dem Gesetz…, 11. Demokratische Reform des gesamten Bildungs- und Erziehungs-
wesens, Aufbau der Einheitsschule
(Zitat Bischof Graf v. Preysing: „Einheitsschule ist die Schule der
nationalsozialistichen
Vergangenheit.“), Erziehung der Jugend im Geiste einer fortschrittl. Demokratie
…und einer wahren Humanität, jeder
Deutsche hat das Anrecht auf Bildung nach seinen Anlagen und
Fähigkeiten…“ b) Statut d. SED u.a.
paritätische Besetzung der Leitungsfunktionen aller Ebenen
c) Konstituierung der SED, Wahl des
Parteivorst. und Parteivors., Zitat SPD-Grotewohl: „An deinem
70.Geburtstag, Wilhelm Pieck,
reichten wir uns die Hände für Hunderttausende von Sozialdemokraten
und Kommunisten…Wer einen
geschichtlichen Blick hat, sieht heute Millionen von Sozialisten hinter
uns stehen…“ Zitat KPD-Pieck: „Ja,
lieber Otto Grotewohl, so soll es sein. Wir tragen beide, die wir zu
Vorsitzenden der SED ausersehen sind,
die besondere Verantwortung…Wir werden…das große Werk
vollenden, das wir uns als Ziel
gesetzt haben: den Sozialismus.“ Zitat KPD-Ulbricht: „Mit dem heutigen
Tage gibt es nur noch Sozialisten.“, SED-Gründung:
„Manifest an das Deutsche Volk“ u.a.: „Deutsche
Jugend! Der Nazismus hat euren
Glauben schmählich missbraucht und eure edelsten Tugenden ent-
würdigt. Doch die deutsche Jugend ist
unsere Hoffnung. In euren Händen wird die Zukunft des
Vaterlandes liegen. Unsere
Weltanschauung muß der Glaube der jungen Generation werden. Hier
findet ihr die höchsten Ideale. Die
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands wahrt eure Gegenwarts-
interessen in Schule, Beruf und
öffentlichem Leben...“ - Bildungsdiskriminierung > verfolgte Schüler
(>22.5.46/ 25.2.48/ 26./28.1.49/ 24.3.52/ 22.4.71/ 4.8.90/ 11.8.90/ 27.9.90/ 1./2.10.90)
23.04.
SBZ; 1.Tagung des 80köpfigen, paritätisch mit KPD- u. SPD-Mitgl.
besetzten SED-Parteivorstandes
wählt die Kommunisten Anton
Ackermann, Franz Dahlem, Hermann Matern, Paul Merker, Wilhelm
Pieck, Elli Schmidt, Walter Ulbricht
und die Sozialdemokraten Max Fechner, Erich Gniffke, Käthe Kern,
Otto Grotewohl, August Karsten, Helmut
Lehmann, Otto Meier als SED-Zentralsekretariat (>05.1946/
25.7.50),
SBZ; Erstausgabe Zentralorgan
d. SED „Neues Deutschland“ „Das größte Ereignis für unser Volk…“,
SBZ; „Der Morgen“ LDPD-Zeitung
„Der erste Parteitag der SED in Berlin...“
24.04. SBZ; „Neue
Zeit“ CDUD-Zeitung „Die Sozialistische Einheitspartei...“
SBZ; „Der Freie Bauer“ „Die
Einheit der Arbeiterklasse und die Bauern...“
25.4/16.5. Frankreich;
Paris, 2.(nach-Potsdam)-Treffen des alliierten Rates der Außenminister
04. BBZ; Hannover, unter direkter
Leitung d. SPD-Vorsitz. Dr. K. Schumacher wird „Betreuungsstelle Ost“
zur Betreuung geflohener SPD-Genossen
geschaffen (Erich Ollenhauer: „Für unsere Genossen in der
Ostzone, die zwangsweise in die SED
gehen mussten.“), es folgen 5.1946 ein „Ostsekretariat“ und ab
5.1948 ein „Ostbüro der SPD“ in West-Berlin
(in den Büros werden Flüchtlinge u. Besucher aus SBZ/
DDR registriert, befragt und betreut)
und Ende 1951 eine West-Berliner Zweigstelle mit Tarnnamen
„Aktionsgemeinschaft FDJ“ eröffnet
(Herausgeber der Monatszeitschrift „Freie Junge Welt“ u. einer
„Jungen Welt“-Tarnausgabe mit
identischer Titelseite des FDJ-Originals und Auflagen bis 150 000;
Kuriere von „Betreuungsstelle
Ost“/„Ostbüro der SPD“ reisen mit gefälschten Ausweisen (auch ge-
fälschten SED-Mitgliedsausweisen) zur
Kontaktpflege, zur Warnung gefährdeter Genossen, zum
Transport von Propaganda- u.
Agitationsmaterial (z.B. „Tatsachen und Berichte aus der Sowjetzone:
Von der HJ zur FDJ, Von der DAF (Dt.
Arbeitsfront) zum FDGB, Von der Gestapo zum SSD, Vom
Dritten Reich zur DDR, Von der NS-Wehrmacht
zur sowjetischen Nationalen Volksarmee“ usw., alle
mit Auflagen von 14 000-20 000), von
gefälschten Mitgliedsmarken des FDGB, der Gesellschaft für
Deutsch-Sowjetische Freundschaft und zum
Rücktransport von Informationen u. Berichten in die SBZ/
DDR; materiell unterstützt wird das
„Ostbüro der SPD“ vom britischen und US-Geheimdienst, vom
Sender RIAS u. vom Bundesministerium
für Gesamtdeutsche Fragen ab 1956 mit ca. DM 300 000/
Jahr; hunderte Kuriere, Mitarbeiter,
V-Leute u. tausende Kontaktpersonen des „Ostbüro der SPD“
werden in den Folgejahren in der
SBZ/DDR verhaftet, verurteilt, in ostdeutschen und sowjet. Lagern u.
Gefängnissen inhaftiert (z.B. werden Helmut Hiller und sieben Mitangeklagte wg. Verbindung zum
Ostbüro der
SPD vom SMT Schwerin im Namen der
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken zu je
25 Jahren Arbeitslager verurteilt,
Hiller kommt 1962 durch „Freikauf“/Menschenhandel in die BRD,
erhält von der SPD in Bonn für 12
Jahre Haft - wie die für das SPD-Ostbüro tätige Susanne Sievers für
8 Jahre Haft - DM 100 (einhundert)
Haftentschädigung (>11.12.1951) und prozessiert danach vor dt.
Richtern mit wechselndem Erfolg gegen
die SPD. Zitat Dr. K. Schumacher: „Mit tiefer Verehrung
verneigen wir uns vor den Opfern des
roten Faschismus. Die Sozialdemokratie hat ein Prinzip..:
Die
Kameradinnen und Kameraden nicht
im Stich zu lassen.“); einmal fordert die DDR für den „Freikauf“
eines „SPD-Ostbüro“-Mitarbeiters DM 1
500 000 von der BRD, die Kosten für die Steuerzahler werden
auf DM 800 000 herunter gehandelt,
das Ostbüro schliesst 1971 (>31.5.46/ 18.11.46/ 17.6.49/
12.7.47/ 25.8.52/ 23.9.52/ 11.12.52/
17.12.52/ 10.1955/ 17.4.57/ 1.6.57/ 1.12.57/ 7.12.66/ 17.12.99),
SBZ; Berlin, die SPD-Falken
Hans Leuendorf (18 J.) u. Dietrich Medenwald (20 J.) werden von sowjet.
Geheimpolizei verhaftet (beide
„sterben“ 1948 im NKWD-Lager Nr. 7
Sachsenhausen) (>9.9.48)
26.04. ABZ;
EKD-Ratsvorsitzender Bischof Theophil Wurm unterschreibt Eingabe an die
Alliierten gegen
das Entnazifizierungsgesetz: „Unsere
Bedenken richten sich gegen die Grundauffassung des ganzen
Gesetzes. Das Gesetz steht nicht in
allen Stücken im Einklang mit dem natürlichen Rechtsempfinden.
Es beachtet nicht alle elementaren
Rechtsgrundsätze, die die Rechtsordnung von Kulturstaaten kenn-
zeichnen u. die ihre letzte Bindung
an Gottes Gebot nicht verleugnen...“ (Bischof Wurm verkündete
1937 öffentl., daß seine
Württembergische Kirche ,judenreiner’ sei als irgendeine andere')(>
12.10.46)
30.04. BBZ;
hannoverscher Landesbischof August Mahrarens verfaßt „um der Wahrheit willen“
eine
Stellungnahme, wonach sich die SA
nicht an Judenpogromen in 1938 beteiligt habe: „vielmehr wurden
die Terrormaßnahmen von weitesten
Kreisen ihrer Mitglieder mißbilligt und eine Beteiligung an ihnen
geradezu abgelehnt...die Mitglieder
der SA zum größten Teil vernünftig denkende Menschen und
keine Parteifanatiker...waren. Sie
erstrebten lediglich eine innere Erneuerung des deutschen Volkes
auf vaterländischer Grundlage und
wurden durch die spätere Entwicklung bitter enttäuscht...Weil sich
hier eine Möglichkeit der
christlichen Verkündigung bot, fanden sich auch überzeugte Christen und
Theologen zur Mitgliedschaft in der
SA bereit...Die Betrüger und nicht die Betrogenen darf die Schuld
und die ganze Härte einer gerechten
Strafe treffen.“
01.05. SBZ;
Halle/Merseburg, Bericht des Magdeburger Bezirkspolizeipräsidenten Briesenbach
an sowjet.
General Gogunow u.a. „Selbst am Tag
der Maifeier wurden am Vorabend gelegentlich des Nach-
hausegehens im Anschluß an den
Fackelumzug weibliche Personen verprügelt...Die weiblichen
Bewohner werden ohne Rücksicht auf
ihr Alter nach schwersten Mißhandlungen im Anschluß an die
Ausplünderung ihrer Wohnungen
vergewaltigt. (Offenbar wurde eine Bewohnerin erst erschossen u.
dann vergewaltigt) Auch am Tage
werden in städt. Anlagen immer gleich auch von mehreren Soldaten
einzeln gehende Frauen nach Zerreißen
ihrer Bekleidungsstücke 5-6mal hintereinander vergewaltigt.“
Zusammenfassend berichtete der
Polizei-Chef, im Raum Halle/ Merseburg seien vom 1.1. bis 3.5.46
folgende schwere Verbrechen durch
„Personen in sowjetischer Uniform“ begangen worden: 34 Morde,
345 Einbrüche, 328 Raubüberfälle, 60
Eisenbahnüberfälle, 123 Rinderdiebstähle, 212 Körper-
verletzungen - 10 davon mit
Todesfolge - sowie 162 Vergewaltigungen (>06.1946/ 4.1.49/ 22.2.2002)
03.05. Frankreich;
Straßburg, NSDAP-Gauleiter Baden-Elsaß u. Reichsverteidigungskommissar Robert
Wagner (Zitat: „Widerstand bis zum
letzten Küchenmesser“) wird zum Tode verurteilt (seine letzten
Worte am 14.8.: „Es lebe
Großdeutschland, es lebe Adolf Hitler, es lebe der Nationalsozialismus“)
3.5./12.11.48 Japan;
Tokyo, im IMT-Hauptkriegsverbrecher-Prozeß werden alle 25 japan. Angeklagten
schuldig gesprochen. Min.-Präs. Tojo
Hideki, Außenmin. Koki Hirota und die Generale Kenji Doihara,
Seishiro Itagaki, Haitaro Kimura,
Iwane Matsui, Akire Muto werden zum Tode verurteilt und gehenkt,
16 Angeklagte werden zu lebenslanger
Haft verurteilt und nach 10 Jahren begnadigt (z.B. Außenmin.
Mamoru Shigemitsu, Außenmin. Matsuoka war zuvor u. Gen. Umezu Yoshijiro war in Haft gestorben)
05.05. Iran; Abzug
aller sowjet. Truppen
07.05. Niederlande;
Den Haag, Hinrichtung v. Nationaal-Socialistische
Beweging NSB-Führer Anton Mussert
(ca. 200 000 niederländ.
Nazi-Kollaborateure wurden verhaftet, ca. 200 werden zum Tode verurteilt)
9./10.5. BBZ;
Hannover, 1.(Westzonen) SPD-Parteitag, Dr. K.
Schmacher wird von den ca. 270 Delegierten -
unter ihnen als Vertreter der schwed.
Exil-SPD Herbert Frahm genannt Willy Brandt - zum Vors. und
Erich Ollenhauer als Stellvertr.
gewählt, Dr. Kurt Schumacher fordert in Grundsatzrede den „demokrat.
Staat mit sozialistischem Inhalt“ und
bezeichnet SED-Mitgl. als „rotlackierte Nazis“
(>12.7.47/ 1.2.48)
14.05. SBZ; 2. Sitzung
des Parteivorstands der SED, Beschluß „Der Aufbau des Schulungssystems der
SED“ u.a. zu Parteihochschule „Karl
Marx“ in Liebenwalde (Direktor/Rektor: Willy Kropp (1946-47),
Carl Bose (1946-47), (1. Kurs von 141 Kadern
an der ,PHS‘ beginnt bereits am 14.6.46) und zu
Mitgliederschulung, Wochenendkursen,
Kreisschulen und Landesschulen (>10.01.48/ 7.8.51)
16.05. ABZ;
Kronberg/Taunus, US-Militärbischof Dr. Aloysius Muench wird Apostolischer
Visitator u. Leiter
der Päpstlichen Mission für die
Flüchtlinge in Deutschland (der „One World In Charity“-Fastenhirten-
brief-Verfasser wird u.a. mit kath. Gnadengesuchen für
Kriegsverbrecher wie Dr. H. Eisele, A. Greiser,
O. Ohlendorf und O. Pohl genannt)
(>14.7.46/ 11.4./14.8.47/ 15.9.47/10.4.48/ 7.11.49/ 9.3.51/ 7.6.51/
19.2.52)
17.05.
SBZ; Gründung Deutsche Film AG DEFA mit SMAD-Lizenz u. UFA-Ateliers (Direktoren bis 1990 u.a.
Franz Bruk, Hans Klering, Hans-D. Mäde,
Joachim Mückenberger, Hans Rodenberg, Sepp Schwab,.
Albert Wilkening – alle SED)
(>6./.9.6.47/ 4.11.47)
20.05. ABZ;
Vorstellung des amerikan. Colm/Dodge/Goldsmith-Plan for the Liquidation of War Finances and
the Financial Rehabilitation of
SBZ; John-Brinckman-Schule
Güstrow, die Schüler Klaus Frehse, Karl-Heinz Köhn, Manfred Kofahl,
Willy Mense, Olant Ohde u. Joachim
Rebs werden verhaftet, zuvor wurden bereits Karl Garbe und
Werner Waßmann verhaftet, sie werden
am 11.9.46 von SMT im Namen der UdSSR wg. „illegaler
Gruppenbildung“ zu langen Haftstrafen
verurteilt, Joachim Rebs überlebt als einziger (er wird am
31.3.1995 vom Obersten
Militärstaatsanwalt in Moskau rehabilitiert)
> verfolgte Schüler
(>27.9.50),
SBZ; Berlin-Köpenick, Gründung
der provisorischen FDGB-Schule „Theodor Leipart“
21.05.
SBZ; SMAD-Vorsitz. Marschall Wassili
Sokolowski erklärt sowjet. Demontagen als beendet (beendet
werden sie 1948. Allein 1945 vom
sowjet. „Komitee für Beutegut“ enteignete, abtransportierte Edel-
metalle, Zahlungsmittel, Sach- u.
Kunstgegenstände, Bibliotheken, 450 000 Radios u. 60 000 Klaviere
füllten ca. 400 000 Eisenbahnwaggons
u. wurden auf RM 8 000 000 000 geschätzt) (>5.6.46/ 08.1953/
30.11./3.12.98)
05. SBZ; Landeswohlfahrtsverbände
„Rettet das Kind“„Heim u. Arbeit“„Volkssolidarität gegen Wintersnot“
werden „Volkssolidarität“ -
„charakteristisch für ihre Arbeitsweise ist, daß sie bis April 1951 den Besitz
politischer Flüchtlinge ohne
Rechtsgrundlage und ohne ordnungsgemäße Buchführung übernahm und
nach Gutdünken weitergab.“ mit
gemeinsamen Zentralrat unter SPD-Wendehals u. SED-ZK-Mitgl.
Helmut Lehmann - (später ca. 2 Mio. Mitgl., Lehmann wird MdL Thüringen, FDGB-Bundesvorst.,
Volksrat-Mitgl.,
Sozialversicherungsvors., Held der Arbeit, Karl-Marx- u. VVO-Träger und mit
einer
generösen Ehrenpension als Kämpfer
gegen den Faschismus) (>30.9.49/ 12.12.50/ 13.4.51/ 23.2.53)
22.05. SBZ; Sachsen,
Provinzialverwaltung, „Gesetz zur Demokratisierung der dt. Schule für die
Provinz
Sachsen“ (Schulreform/
Neulehrer-Ausbildung/ Religionsunterricht wird aus Stundenplan entfernt u.
zur alleinigen Verantwortung der
Religionsgemeinschaften, andere SBZ-Provinzen erlassen in Folge-
zeit gleichlautende Gesetze) > verfolgte
Schüler (>1.9.46/ 15.12.50/ 2.12.59/ 25.2.65),
SBZ; Bernau/Bogensee,
Eröffnung ,FDJ-Jugendhochschule beim FDJ-Zentralrat’ in NSDAP-Propa-
gandamin. Dr. Goebbels Sommerhaus, ab
14.9.50 Jugendhochschule ,Wilhelm Pieck‘ (bis ’81
werden
hier ca. 13 000 FDJ-Funktionäre
ausgebildet), E. Honecker: „(damit wurde) unterstrichen, daß es hier
um die Ausbildung und Erziehung
junger Kommunisten ging, die im Auftrag der Partei die Ideen von
Marx, Engels u. Lenin unter die
Jugend tragen und sie zur aktiven Teilnahme am Kampf für Stärkung
und den Schutz der DDR gewinnen
würden.“ (Neues Deutschland, 16.9.1980)
> verfolgte Schüler,
CSR; Prag, der an die
Tschechoslowakei ausgelieferte, zum Tode verurteilte ex-NS-Staatssekretär u.
Höhere SS- und Polizeiführer Karl
Hermann Frank wird vor Tausenden Zuschauern öffentlich gehenkt
24.05. ABZ; Nürnberg,
IMT, ex-Hitler-Jugendführer v. Schirach bekennt u.a. „Es ist meine Schuld, daß
ich
diese Jugend erzogen habe für einen
Mann, der ein millionenfacher Mörder gewesen ist.“ (>30.9.46)
25.05. ABZ; wg.
mangelnder sowjet. Interzonenhandelskooperation verfügt der stellv.
US-Militärgouvernor
General Lucius D. Clay eine
Demontagen- /Reparationeneinstellung in die SBZ und UdSSR
28.05. Alliierter
Kontrollrat beschließt die SED-Zulassung auch in West-Berlin (>15.2.69),
ABZ; Heidelberg, Prof. Dr. Karl Jaspers Buch „Die Schuldfrage“ zur geistigen Situation Deutschlands
definiert die individuelle kriminelle, politische, moralische und metaphysische Schuld - jetzt oder später
31.05. Berlin, Alliierte Kommandantur
lässt SED und SPD in allen vier Sektoren zu (>16.6.48/ 23.8.61),
SBZ; Brandenburg,
Provinzialverw., Gesetz zur Demokratisierung der dt. Schule „Die neue demokra-
tische Schule muß frei sein von allen
Elementen des Militarismus…Sie muß so aufgebaut sein, daß
sie allen Jugendlichen…das gleiche
Recht auf Bildung und seine Verwirklichung…garantiert…“
> verfolgte Schüler (>1.9.46/ 15.12.50)
01.06. Rumänien; Jilava, Hinrichtung von ex-Min.-Präs. Ion Antonescu und ex-Außenmin. Mihai Antonescu
04.06. SBZ; Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung-Präsident Paul Wandel u.
Prof. Dr. Wilhelm Heise
(seit 08.1945 Leiter der
DZfV-Schulabteilung - beide SED) - informieren, daß in den SBZ-Ländern „der
einheitliche Text eines Schulgesetzes
angenommen“ ist: „Die Familie und die Kirche haben weiterhin
ihre besonderen erzieherischen
Aufgaben…Die Schule aber bleibt dem Staat“ (ohne parlamentarische