1945
„Es muß
demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“ Walter Ulbricht
„Widerstand meint
Kampf gegen staatliches Unrecht. Voraussetzung ist, daß der Staat nicht
höchster Wert
ist, sondern daß Gesetzgebung,
Verwaltung und Rechtsprechung gewogen und möglicherweise zu leicht
befunden werden
können.“ Fritz Bauer, kritischer Jurist
und Generalstaatsanwalt in Frankfurt/M.
08.05. vier alliierte Besatzungszonen westlich der Oder-Neiße-Linie haben (10.1946) ca. 62 Mio. Einwohner
auf 375 470 qkm (bei Reichsgründung 1871 waren es 550 500 qkm, Aktionen deutscher Eliten von
1914-18 u. 1939-45 verursachten riesige Menschen- u. Gebietsverluste und Reparationsleistungen)
Neubeginn für deutsche Gerechtigkeit und u.a. auch für drei beispielhafte, gleichaltrige, überlebende
und noch nicht schulpflichtige deutsche bzw. jüdische Kriegskinder:
Kind 1 lebt in seiner protestantischen Familie zu Hause in der amerik. Besatzungszone, besucht in
der BRD das Gymnasium, macht Abitur, studiert, wird Jungsozialist, Beamter, Bürgermeister, Minister-
präsident, Bundesminister u. hat später ohne eigene Zahlung über DM 20 000 „Ruhegeld-Anspruch“.
Kind 2 ist seit 02.1945 heimatloser Halbwaise, lebt am 8.5. bis zur Rückkehr des kriegsgefangenen
Vaters bei fremden Pflegeeltern, danach mit Vater und Adoptivmutter in einer katholischen Familie in
der sowjetischen Besatzungszone, Sozialisten verweigern dem Kind trotz sehr guter Schulnoten den
Besuch der DDR-Oberschule, mit 14 Jahren arbeitet das Kind, zahlt Rentenversicherungsbeiträge,
flieht als Arbeiter in die BRD, macht Jahre nach seinem absolut mittellosem Neubeginn bescheidene
Karriere, seine Steuern finanzieren u.a. auch das Studium und die hohen Lebenseinkünfte von Kind 1
Kind 2
erhält NIE Entschädigung und hat später ca. DM 2 000 staatl.
Rentenanspruch! > verfolgte
Schüler
(>10.10.49/ 9./14.11.89/ 5.10.2000/ 12.12.2001).
Kind 3 ist seit 04.1945 aus einem KZ befreiter besitzloser jüdischer Halbwaise und emigriert mit dem
Vater nach Israel, macht sein Te'udat Bagrut (israelisches Abitur), studiert dort und später in der DDR.
SBZ; Berlin, aus Moskau kommend beginnt die Gruppe Ulbricht (Fritz Erpenbeck, Richard Gyptner,
Gustav Gundelach, Walter Köppe, Wolfgang Leonhard, Hans Mahle, Karl Maron, Otto Winzer, Markus
Wolf) die Arbeit, Gruppe Ackermann am 10.5. in Sachsen, Gruppe Sobottka am 5.7. in Mecklenburg,
der sowjet. Stadtkommandant Gen. Nicolai Bersarin macht Dr. A. Hermes zum Stadtrat für Ernährung,
Dänemark; Geltinger Bucht, an Bord „Buéa“, unter Befehlshoheit des Führers der Schnellboote Kom-
modore Rudolf Petersen verurteilt ein Standgericht unter Vorsitz v. Marine-Stabsrichter Adolf Holzwig
mit Beisitzern Oberstabsarzt Dr. Hans Georg Bursch und Gefreiten Faustmann im Namen des
Deutschen Volkes die von Kriegsgerichtsrat Hartger angeklagten Matrosen Fritz Wehrmann, Martin
Schilling u. Alfred Gail wg. „eines schweren Falles der Fahnenflucht im Felde“ (nach Teilkapitulation
dt. Truppen in Dänemark hatten sie sich von ihrer Einheit entfernt) zum Tode und den Matrosen Kurt
Schwalenberg zu 3 Jahren Zuchthaus, die von Kommodore Petersen bestätigten Todesurteile werden
am 10.5. an Bord vollstreckt u. die Leichen im Meer versenkt (die für die Todesurteile Verantwortlichen
werden später freigesprochen)
(>19.12.57),
Tschechien; Generalfeldmarschall u. Ritterkreuzträger Ferdinand Schörner verläßt - trotz des eigenen
„brutalen Durchgreifens gegen vermeintliche Drückeberger, Defätisten und Deserteure“ - in Zivil seine
Heeresgruppe Mitte um sowjet. Kriegsgefangenschaft zu entgehen (am 15.5. wird er von amerik.
Truppen gefangen genommen und danach sowjet. Truppen übergeben, am 11.2.1952 wird er in
Moskau zu zweimal 25 Jahren Erziehungslager verurteilt, bereits 12.1954 entlassen kehrt er in die
BRD zurück und wird 10.1957 vom LG München I wg. seiner strafbaren Handlungen verurteilt)
(>11.5.51/ 5.8.55/ 15.10.55/ 15 10.57),
Tschechien; Terezin, KZ
Theresienstadt wird von sowjet. Armee befreit (nur ca. 100 der ca. 15 000
hier von Deutschen inhaftierten
Kinder überlebten das Kriegsende. T. wird nun Lager
und Kinderlager
für Deutsche, die tschech. Betreuer
Premsyl Pitter und Olga Fierz retten hier viele dt. Kinder)
09.05. Tschechien;
Sokolov/Falkenau, amerik. Truppen befreien das KZ Außenlager im 1938 vom Dt.
Reich
besetzten Sudetengebiet, Falkenaus
deutsche Einwohner erhalten beim erzwungenen Bekleiden und
Bestatten der liegengelassenen toten
Zwangsarbeiter eine Lektion in Menschenwürde,
sowjet. besetztes
Danzig-Westpreußen; KZ Stutthof wird von sowjet. Truppen befreit
10.05. BBZ; Flensburg, Generalleutn. u. Konzentrationslager-Inspekteur Richard Glücks begeht Selbstmord,
BBZ; Flensburg, dt. Kriegsgericht unter Vorsitz von Marineoberstabsrichter
Dr. Theodor Constabel ver-
urteilt Im Namen des Deutschen Volkes
den Gefreiten Johann Christian Süß u.a. wg. „Untergrabung
der Manneszucht" zum Tode, sein
Gnadengesuch wird abgelehnt, Konteradmiral Bernhard Rogge
bestätigt das Urteil (Süß wird am
11.5. erschossen, seine Eltern werden 1952 informiert, Berufssoldat
Rogge legt 1957 seinen vierten
Diensteid ab u. wird Bundesmarine-Konteradmiral, 1958-62 NATO-
Kommandeur Schleswig-Holstein u.
erhält das Bundesverdienstkreuz),
SBZ; Erich Honecker stellt
sich der Gruppe Ulbricht zur Verfügung, er wird beauftragt „Grundlinien für
die Jugendarbeit der KPD in den
nächsten Wochen und Monaten auszuarbeiten“(> 25.6.45/ 10.9.45),
Norwegen; Standgericht unter
Vorsitz des Oberfeldrichters Wilhelm Spies verurteilt im Namen des
Deutschen Volkes die Soldaten Rudolf
Zatsch, Josef Wenzl, Leopold Wickenhauser und Hartmut
Feyertag zum Tode („die Angeklagten
haben…in der Absicht gehandelt, sich der Verpflichtung zum
Dienst in der Wehrmacht dauernd zu
entziehen“, Divisionskommandeur Oberst Remold und General-
oberst Alfred Jodl bestätigen die
Urteile die am 10.5. vollstreckt werden),
CSR; Pilsen, Reichsstatthalter
u. Sudetenland-Gauleiter Konrad Henlein begeht Selbstmord
05. BBZ; Flensburg, Große Str., Oberleutnant Prof. Dr. Helmut Schelsky (Zitat:
„Eine sozialistische Tat ist
so z. B. die Unfruchtbarmachung von
unheilbar belasteten Menschen“, 1932 SA, 1934 SA-Lehrsturm
Leipzig, 1935 Amt Rosenberg, 1937
NSDAP, 1939 Habilitation, Dozent Königsberg, 1940 Dt. Wissen-
schaftl. Institut Budapest, 1943
Professor Reichsuni. Straßburg, 1949-53 Direktor Akademie f.Gemein-
wirtschaft, 1953-65
Soziologie-Professur Uni. Hamburg und Münster, Beirat CDU-Bundesfamilienmin.-
Sohn Wilhelm Schelsky wird
Siemens-Betriebsrat, CDU-Parteitagsredner,
Unternehmensberater,
Lobbyist, Bundesvorsitzender Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger
AUB e.V.),
Leutnant Kurt Wagner, Joachim Leusch u.
Flüchtlingsleitstelle Kiel-Mitarbeiter gründen Vermissten-
Suchdienststelle (>02.1946),
SBZ; sowjet. NKWD-Lager Nr. 6
Frankfurt/O. (ca. 1 500 Tote), Nr. 3 B.-Hohenschönhausen (ca. 3 000
Tote) u. Nr.? Weesow (ca. 1000 Tote,
NS-Staatsschauspieler/Reichskultursenator/Goebbels-Claqueur
und späterer
Bundesverdienstkreuzträger Gustaf Gründgens wird hier interniert) eröffnet
(>2.12.53)
12.05. BBZ Österreich;
Kärnten, Beginn gewaltsamer, später als Kriegsverbrechen bezeichnete Repatriation
von
mind. 70 000 kriegsgefangenen Kosaken, Ukrainer, Sowjets, Weissrussen, Kroaten
u. Slowenen
durch brit. Truppen in die UdSSR bzw.
Jugoslawien (dort häufig gefoltert u. ermordet) um im Gegen-
zug die Repatriation von sowjet. Truppen befreiter alliierter
Kriegsgefangener zu sichern (>09.1945),
CSR; Prag, Antifaschist
Ferdinand Marek eröffnet Österreich’s Botschaft, am gleichen Tag von ca.
4 000 Botschaftsflüchtlingen mit
hunderten Kindern, die z.T. „schwarze, verrunzelte Affengesichter
hatten“ besetzt (trotz diplomatischer
Immunität von Sowjets verhaftet „stirbt“ Botschafter Marek 1947
in sowjet. Gefängnis)
13.05. Niederlande;
Kriegsgefangenenlager Hembroug/Amsterdam, dt. Kriegsgericht unter Marinestabs-
richter Wilhelm Köhn u. mit
Lagerkommandant Fregattenkapitän Alexander Stein verurteilt im Namen
des Deutschen Volkes die Deserteure
Rainer Beck u. Bruno Dörfer zum Tode, die Verurteilten werden
am 13.5. mit geliehenen Waffen der
das Lager bewachenden Kanadier von 8 dt. Soldaten erschossen
(12.1997, nach mehr als 52 Jahren,
hebt das LG Köln das Todesurteil auf: Als „Halbjude“ habe Beck
die „Gefahr für sein
Leben...ausschließlich durch seine Flucht aus der Marine abwenden können“ -
ohne diese Entschuldigung wäre er zu
Recht umgebracht worden?) (bereits am >19.5.62 erschiessen
dt. Soldaten wiederum dt. Soldaten)
14.05. CSR; Böhmerwald, der
Schriftsteller Wolfgang Paul begegnet Kindern „die nach Hamburg und Berlin
unterwegs sind, nachdem ihre Lehrer
sie im ,Kinderlandverschickungslager’ im Stich ließen
und das
Essen ausging. Die Kinder sind stolz
auf ihren Alleingang…“ (ca. 1 000 000 Kinder wurden nach
Schätzungen in KLV-Lagern von der
„Front überollt“ und mussten sich nach Hause oder dem was
übrig war, durchschlagen)
15.05. polnisch besetzte
Provinz Schlesien; 1939-45 dt. besetztes Katowice/Kattowitz, der kath.
Bischof
Stanislaw Adamski fordert Deutsche
zum Verlassen von Schlesien auf (>20.7.45)
19.05. ABZ; Dachau,
Reichskanzlei-Chef Phillip Bouhler begeht Selbstmord,
CSR, 1.Benes-Dekret über die
Ungültigkeit eigentumsrechtlicher Handlungen und Nationalverwaltung
der Eigentumswerte der Deutschen usw.
(weitere Dekrete 21.6./ 2.8. u.19.9.1945) (>10.7.45)
23.05. BBZ; Flensburg, brit. Truppen verhaften Reichsregierung Dönitz, Admiral Hans Georg v. Friedeburg
begeht Selbstmord,
BBZ; Lüneburg, Reichsinnenmin. u. Chef der Dt. Polizei H. Himmler begeht Selbstmord
24.05. Österreich; Salzburg, Generalfeldmarschall Robert Ritter v. Greim begeht Selbstmord,
der „Beauftragte des Führers für die
Geschichtsschreibung des großdeutschen Freiheitskampfes"
Generalleutnant Walter Scherff begeht
in amerik. Kriegsgefangenschaft Selbstmord,
USA; Washington, Einreise-Bewilligung für erste einhundert deutsche Atom- und Raketenfachleute
25.05. SBZ; Berlin, ex-Berufssoldat, Ritterkreuzträger u. NKFD-Schüler Paul Markgraf wird Polizeipräsident
26.05. USA; „Colliers Weekly“ Martha Gellhorn’s Deutschland-Bericht „We Were Never Nazis - Niemand ist
je einer gewesen. Es hat vielleicht
ein paar Nazis im nächsten Dorf gegeben…,wir
waren…immer als
Rote verschrien. Oh, die Juden? Tja,
es gab eigentlich in dieser Gegend nicht viele.“(>7.6.45/ 1.12.58)
27.05. BBZ; Flensburg, Sanitätswesen-Chef aller Konzentrationslager Dr. Enno Lolling begeht Selbstmord
29.05. Norwegen;
Kriegsgericht in Kriegsgefangenenlager unter Vorsitz von Marinestabsrichter Dr.
Hans
Karl Filbinger verurteilt
Obergefreiten Kurt Olaf Petzold wegen Gehorsamsverweigerung (er hatte die
Hoheitsabzeichen an Mütze und
Hakenkreuz an Uniform entfernt und einen Befehl im Lager mit den
Worten verweigert: „Die Zeiten sind
jetzt vorbei, ihr habt ausgeschissen, ihr Nazi-Hunde…“) zu sechs
Monaten Gefängnis (Dr. F. wird am
>15.5.60 Innenmin. u. am >16.12.66 Min.-Präs. Baden-Württemb.)
30.05. CSR;
Brno/Brünn, „Todesmarsch“ von ca. 30 000 deutschen Zivilisten beginnt (ca. 5
000 Tote)
31.05. Österreich; Weißensee, brit. Truppen verhaften „Aktion Reinhard“-(ca. 2 000 000 in dt. Vernichtungs-
lagern ermordete Menschen)-Leiter SS- und Polizeiführer Odilo Globocnik, seinen Stellvertreter SS-
Sturmbannführer Hermann Höfle und seine Lubliner Mitarbeiter
SS-Sturmbannführer Georg
und SS-Sturmbannführer Ernst Lerch, G. begeht Selbstmord (Höfle wird 1947 der österreichischen
Justiz überstellt und 1947 „auf Gelöbnis“ freigelassen, 1951 flieht Höfle nach Auslieferungsbegehren
Polens, wird 1961 in Salzburg verhaftet und begeht 8.1962 in U-Haft Selbstmord. Lerch wird
Kaffehausbesitzer in Klagenfurt und
01.06. SBZ;
Aufstellung von Polizeiverbänden (Deutsche Volkspolizei DVP - bald „Von der Partei geführt.
Der Arbeiterklasse treu ergeben. Mit der Sowjetunion für immer verbunden.“)
03.06. SBZ;
„Altenburger Echo“ „An die Soldaten der Roten Armee! Endlich seid ihr da. Mit
heißem Herzen
haben wir Altenburger Antifaschisten auf
den Tag Eurer Ankunft gewartet“ (>7.6.45/ 1./3.7.45/ 3.7.45),
SBZ;
Berlin, Bildung Hauptausschuss „Opfer des Faschismus/OdF“ (die
„unter
der Hitlerdiktatur
heldenmütig für die Freiheit des
deutschen Volkes kämpften u. Hinterbliebene der von den Faschisten
ermordeten Helden des deutschen
Freiheitskampfes“) u.a. mit Ottomar
Geschke, Andreas Hermes,
Robert
Havemann, Gustav Dahrendorf, Heinrich Grüber, Hermann Landwehr, Karl Raddatz,
Heinz
Brandt
u. Helmut Bock zur sozialen Opferbetreuung (später VVN) (>3.7.45/ 22.2.47/ 9.2.50/ 20.12.52)
04.06. UdSSR; Moskau, J. Stalin u. W. Molotow
führen u.a. mit W. Pieck, W. Ulbricht Deutschlandgespäche
05.06. SBZ, Berlin,
die Generale G. Shukow (UdSSR), D. Eisenhower (USA), B, Montgomery (GB) und
J.-M.
de Lattre de Tassigny (F) unterzeichnen „Erklärung
in Anbetracht der Niederlage Deutschlands
und der Übernahme der obersten
Regierungsgewalt…“, die „Erklärung zur Übernahme der obersten
Regierungsgewalt“, die „Feststellung
über Kontrollverfahren“ u. „Feststellung über Besatzungszonen“
06.06. Aachen,
US-Militärgericht verurteilt zwei Mitglieder der Hitler-Jugend zum Tode,
Berlin; Gründung „Sowjetische Militäradministration in
Deutschland“ SMAD einschl. Abt.
Volksbildung
unter Prof. Pjotr Wassiljewitsch
Solotuchin zu deren Sowjetisierung (>9.6.45/ 25.8.45/ 20.1.46),
Berlin, Gründung „Kammer der
Kulturschaffenden“ unter Vorsitz des „Gottbegnadeten“ NS-Künstlers
u. Schauspielers Paul Wegener,
Sekretär ist Wolfgang Harich (der Sohn eines promovierten Literatur-
wissenschaftlers und Hitler-Jugend
Mitgl. erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer
Begabtenförderung,
Abitur, Philosophie- u. Germanistikstudium, Wehrmacht, 1944 entfernte er sich
von der Truppe und versteckte sich,
1945/46 KPD, SED, er erfüllte die
politischen Kriterien
sozialistischer
Begabtenförderung, 1946-51 Philosophie- und Literaturwissenschaftsstudium,
1951
Promotion, Dr. H. wird am
>29.11.56 verhaftet, am >7.3 57 verurteilt) (die Kammer
wird am 30.4.46
von den Alliierten aufgelöst) (>8.8.45)
07.06. SBZ;
Eugen Hanisch alias Anton Ackermann (KPD) stellt wg. überall auftauchender
selbsternannter
Kommunisten ironisch fest: „es
stellte sich heraus, daß es in der Sowjetunion weniger Bolschewiken
gibt als in Hitler-Deutschland“ (über die Vergasungsanstalt Bernburg/S. in 1945 wird berichtet: „Einige
Oberpfleger, die früher überzeugte Nationalsozialisten waren, waren plötzlich alte, erfahrene
Kommunisten.“)
08.06. Vatikan
informiert deutschen Botschafter Ernst Freiherr von Weizsäcker seine Mission
sei beendet (er
wird am 26.8.1946 aus dem Vatikanstaat
ausgewiesen und alliierten Behörden übergeben)
09.06. SBZ;
SMAD-Befehl Nr.1 zur Bildung sowjet. Militäradministration in Deutschland
(SMAD, ab 10.1949
sowjet. Kontrollkommission SKK) mit
Marschall Georgi Shukow als Oberkommandierender der sowjet.
Besatzungstruppen und SMAD-Vors.
(>21.10.45)
10.06. SBZ; SMAD-Befehl
Nr.2 zur Zulassung antifaschistischer Parteien und Gewerkschaften,
SBZ; Berlin, ex-NKFD-Mitgl. u.
Autor Johannes R. Becher kommt aus Moskau (1950-58 AdV, 1954-58
Kulturminister) (>25.6.45/ 8.8.45/
19.4.46/ 08.1949/ 24.3.50/ 26./28.11.50/ 1.5.51/
30.6.53/ 13.11.54)
11.06. SBZ;
KPD-Gründungsaufruf, Parteiprogramm u.a. „Nicht nur Hitler ist schuld an den
Verbrechen, die
an der Menschheit begangen wurden.
Ihr Teil Schuld tragen auch die 10 Mio. Deutsche, die 1932 bei
freien Wahlen für Hitler stimmten,
obwohl wir Kommunisten warnten...Ihr Teil Schuld tragen alle jenen
deutschen Männer und Frauen die
willenlos und widerstandslos zusahen, wie Hitler die Macht an sich
riß...und Hitler folgten“ und
„...Säuberung des gesamten Bildungs- u. Erziehungswesens vom faschist.
u. reaktionärem Unrat. Pflege eines
wahrhaft demokrat., fortschrittl. u. freiheitlichen Geistes an allen
Schulen...Liquidierung des
Großgrundbesitzes…“ gez. Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht, Franz Dahlem,
Eugen Hanisch alias Anton Ackermann,
Gustav Sobottka, Ottomar Geschke, Johannes R. Becher,
Edwin Hörnle, Hans Jendretzky, Michel
Niederkirchner, Hermann Matern, Irene Gärtner, Hans Mahle,
Berhard Koenen, Martha Arendsee, Otto
Winzer, (E. Honecker wird Jugendsekretär beim ZK der KPD)
13.06. SBZ; Bautzen,
Landesstrafanstalt, NKWD-Sonderlager Nr. 4 (ca. 12 000 Tote) eröffnet
(>14.1.1950),
SBZ; „Deutsche Volkszeitung -Zentralorgan
der KPD“ erscheint, Redaktionsmitgl.: Wolfgang Leonhard
(07.45-47 Presseabt. KPD/SED-ZK,
1947-49 Dozent SED-Parteihochschule Liebenwalde) (>13.3.49)
14.06.
CSR; Vertreibung Sudentendeutscher beginnt (09.45 flieht Dita Glotz mit
6jährigem Sohn Peter aus
Cheb/Eger zum zuvor geflohenen
ex-NSDAP-Mitgl. u. Ehemann in die ABZ, Peter Glotz erfüllt die
finanziellen
Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat und
legt
1959 das Abitur ab, studiert, 1961
SPD, 1968 Promotion, 1969-70 Konrektor Uni. München, 1970-72
MdL, 1972-77 MdB, 1974-77
SPD-Bundesbildungsmin. K. Ravens Staatssekr., 1977-81 Senator für
Wissenschaft, 1981-87
SPD-Bundesgeschäftsführer, 1983-96 MdB, Stiftung Zentrum gegen
Vertreibungen) (>21./23.6.50/ 11.12.73/ 27.2.92/ 6.9.2000/ 18.5.2002)
15.06. SBZ;
SPD-Gründungsaufruf „…Demokratie in Staat und Gemeinde, Sozialismus in
Wirtschaft und
Gesellschaft...Wir begrüßen daher auf
das wärmste den Aufruf der KPD vom 11.Juni…Bodenreform
(Enteignung) ist Beseitigung des
verderblichen Einflusses der Junker auf die Geschicke Deutschlands.
Aus ihren Reihen stammen...die Feinde
jeder freiheitlichen Entwicklung...Erziehung der Jugend im
demokratischen, sozialistischen
Geist...Verstaatlichung der Banken, Versicherungsunternehmen und
Bodenschätze...“ gez.: Max Fechner,
Erich Gniffke, Otto Grotewohl, Gustav Dahrendorf, Karl Germer,
Bernhard Göring, Hermann Harnisch, Helmuth
Lehmann, Karl Litke, Otto Meier, Fritz Neubecker,
Josef Orlopp, Hermann Schlimme,
Richard Weimann (>17.6.45/ 3.4.46),
SBZ;
Gewrkschafts-Gründungsaufruf (später Freier Deutscher Gewerkschaftsbund FDGB)
gezeichnet:
Otto Braß, Bernhard Göring, Hermann
Schlimme, Paul Walter, Roman Chwalek, Ernst Lemmer, Jakob
Kaiser, Hans Jendretzky (>20.5.46)
17.06. SBZ; erste
Berliner SPD-Funktionärskonferenz mit Grundsatzrede Otto Grotewohl’s
18.06.
CSR; Prerov/Prerau, Ermordung von 267 deutschen Zivilisten durch
tschechische Miliz
19.06. SBZ;
Ulbricht, Hanisch alias Ackermann, Geschke, Jendretzky, Winzer (alle KPD),
Grotewohl,
Gniffke, Dahrendorf, Lehmann, Meier
(alle SPD) vereinbaren einstimmig festen Willen zur Zusammen-
arbeit und „auf die Bildung eigener
Jugendorganisationen zu verzichten.“ (>10.9.45), von der SPD
unterbreitete Vorschläge einer
gemeinsamen Organisation werden vom KPD-ZK abgelehnt. Ulbricht:
„Die Zeit für eine organisatorische
Vereinigung ist noch nicht gekommen...“ (>20.12.45),
ABZ;
München, Pastorale Anweisung Kardinal
hat wochenlang Vertreter amerikanischer Zeitungen u. amerikanische Soldaten nach Dachau gebracht
und die Schreckensbilder von dort in Lichtbildern und Filmen festgehalten, um der ganzen Welt bis
zum letzten Negerdorf die Schmach und Schande des deutschen Volkes vor Augen zu stellen.“
21.06. ABZ; Mainz,
Bischof Albert Stohr beklagt bei Papst Pius XII die „radikale Entfernung aller
Nazis aus
der Wirtschaft, den Ämtern, den
Berufen...der einzige Befähigungsnachweis zur Besetzung eines
Amtes scheint der Aufenthalt eines
Kandidaten in Dachau oder sonstwo im Gefängnis zu sein.“,
CSR; 2.Benes-Dekret,
Enteignung deutschen Grundbesitzes einschl. ethnischer Säuberung (in den
Besatzungszonen sind Vertriebene bei
nicht-vertriebenen „Herrenrasse“-Angehörigen lange unwill-
kommen u. werden mit „Zuzugssperren“
abgewiesen) (>10.7.45/ 23.5.49/ 7.10.58/ 6.7.89/ 26.2.96)
25.06. SBZ; I.
KPD-Funktionärskonferenz, Walter Ulbricht: „Viele deutsche Rüstungsindustrielle
treten
jetzt in der Toga von Friedensengeln
auf...Wir haben keinen Grund den Herren Krupp, Flick, Vögler,
Hugenberg und Co. nachzutrauern,
(ihnen) muß die materielle Basis genommen werden, die es
ihnen...ermöglichte, den Nazismus zu
finanzieren und Deutschland in die Katastrophe zu führen...Wir
verzichten auf die Schaffung eines
kommunistischen Jugendverbandes, denn wir wollen, daß eine
einheitliche, freie Jugendbewegung
entsteht“ (>27./30.5.50),
SBZ; Berlin, Vertreter des
„geistig-kulturellen Lebens“ u.a. Johannes R. Becher, Gustav Dahrendorf,
Otto Winzer, Rektor Prof. Dr. Eduard
Spranger, Paul Wegener, Ferdinand Friedensburg beschliessen
Gründung des „Kulturbund zur demokratischen
Erneuerung Deutschlands“ (>4.7.45/ 14.7.45/ 8.8.45),
SBZ; Berlin, der Abiturient, verfolgte Schüler u. Kriegsinvalide
Joachim Lipschitz wird SPD-Mitgl.
(1946-47 Bezirksverordneter, 1948
Amtsentfernung durch SMAD, danach in West-Berlin Meldestellen-
leiter für aus politischen Gründen
entlassene Ostberliner, 1949-55 Bezirksstadtrat, 1951 Mitgl.
Abgeordnetenhaus Berlin, 1955-61
Innensenator Berlin)
26.06. BBZ; Köln, Erzbischof Frings erklärt britischen Gouvernor Colonel Hamilton die mangelnde deutsche
Initiative mit: „Das hängt u.a. zusammen mit der Behandlung der Parteigenossen-Frage. Gerade die
unternehmenden, tüchtigen Kräfte sind jetzt ausgeschaltet.“,
SBZ; CDUD-Gründungsaufruf von
Ferdinand Friedensburg, Dr. Andreas Hermes, Jakob Kaiser, Otto
Nuschke, Ernst Lemmer, Prof. Dr.
Ferdinand Sauerbruch: „ruft die CDUD aus heißer Liebe zum deut-
schen Volk die christlichen,
demokratischen u. sozialen Kräfte zur Sammlung...Wir verlangen geistige
und religiöse
Gewissensfreiheit...klare Scheidung kirchlicher und staatlicher
Aufgaben...Bodenschätze
in Staatsbesitz...“; Vorsitzende:
Dr. Andreas Hermes (1945), Jakob Kaiser (1946-47), Otto Nuschke
(1948-57), August Bach (1958-66),
Gerald Götting(1966-89), Wolfgang Heyl, ex-NSDAP (1989), Dr.
Lothar de Maizière (1989-90); stellv.
Vorsitz.: Georg Dertinger (1952-53), Gerald Götting (1948-49),
Karl Grobbel (1948-53), Dr. Leo
Herwegen (1946-47), Wolfgang Heyl, ex-NSDAP (1971-89), Prof. Dr.
Hugo Hickmann (1947-50), Ernst Lemmer
(1945-47), Dr. Reinhold Lobedanz (1946-50), Dr. Walther
Schreiber (1945), Max Sefrin
(1966-89), Theodor Steltzer (1945), Dr. Heinrich Toeplitz (1966-89);
Sekr./Präs. Hauptvorstand:
August Bach (1950-66), Dr. Helmut Brandt (1948-49), Dr. Gerhard
Baumgärtel (1984-89), Siegfried
Berghaus (1989), Friedrich Burmeister (1954-68), Dietmar Czok
(1983-89), Georg Dertinger (1948-53),
Dr. Gerhard Desczyk (1952-83), Dr. Dieter Eberle (1977-89),
Ulrich Fahl (1971-89), Prof. Dr.
Erich Fascher (1948-50), Gerhard Fischer (1971-89), Fritz Flint (1958-
77), Werner Franke (1964-87), Wolfgang
Frommhold (1987-89), Karl-Friedrich Fuchs (1971-73), Otto-
Hartmut Fuchs (1972-87), Manfred
Gawlik (1989), Hans-Paul Ganter-Gilmans (1952-55), Arnold Gohr
(1949-64), Gerald Götting (1950-89),
Günter Grewe (1960-89), Karl Grobbel (1948-53), Nelly Haalck
(1958-68), Charlotte Hallscheidt
(1952-68), Wolfgang Heyl, ex-NSDAP, (1966-89), August Hillebrandt
(1948-53), Kurt Höhn, ex-NSDAP
(1952-82), Hermann Kalb (1960-89), Dr. Werner Karwath (1964-89),
Friedrich Kind (1960-77), Franz
Kirchner (1970-82), Jürgen Klingbeil (1989), Hans Koch (1974-77),
Ernst Krell (1953-54),
Harald-Dietrich Kühne (1972-82), Willi Leisner (1952), Dr. Reinhold Lobedanz
(1950-55), Dr. Harald Naumann (1966-87),
Adolf Niggemeier (1977-89), Hansjürgen Rösner (1958-
61), Victor Sandmann (1952-53), Dr.
Horst Schönfelder (1987-89), Rudolph Schulze (1954-89), Max
Sefrin (1956-58), Luitpold Steidle,
ex-NSDAP (1950-84), Karin Strangfeld (1987-89), Dr. Heinrich
Toeplitz (1952-89), Siegfried
Trommsdorf (1948-50), Dr. Dietrich Voigtberger (1982-88), Erich Wächter
(1952-71), Dr. Hans Wiedemann
(1953-59), Christine Wieynk (1987-89), Heinz Winkler (1954-58), Dr.
Günter Wirth (1954-58 u. 1972-89),
Eva-Maria Wolf (1987-89), Klaus Wolf (1987-89), Josef Wujciak
(1952-54), Werner Wünschmann
(1965-89), Johannes Zillig (1973-89); Vorsitzende Bezirksvorstände/
Berlin: Max Reutter (1952-55),
Hermann Dropmann (1956-57), Albert Kotulla (1957-58), Fritz Flint
(1958-60), Karl Burkert (1960-61),
Hans-Jürgen Rösner (1961-65), Heinz-Rudolf Hoffmann (1965-78),
Ursula Raurin-Kutzner (1978-81),
Prof. Dr. Dietrich Voigtberger (1981-88), Wolfgang Eckstein (1988-
89), Siegfried Berghaus (1989-90) / Cottbus:
Adolf Maurer (1952-57), Georg-Willi Hein (1954-57), Fritz
Flint (1957-58), Karl Dölling
(1958-86), Karl-Heinz Kretzschmar (1986-90) / Dresden: Max Schmidt
(1952-53), Friedrich Mayer (1953-58),
Karl-Heinz Kretschmar (1986-90) / Erfurt: Hermann Kalb (1952-
53), Franz Kirchner (1961-70), Werner
Behrend (1970-84), Bernhard Schnieber (1984-90) /
FrankfurtO.: Günter Frölich
(1952-54), Günther Haase (1954-61), Ernst Eckart (1961-63), Hermann
Mock (1963-67), Heinz Hähne
(1967-79), Heinz Gulich (1979-84), Werner Zachow (1984-89), Herbert
Schirmer (1989-90) / Gera:
Günter Neumann (1952-54), Günther Grewe (1954-60), Georg Wipler
(1960-68), Werner Berend (1968-70)
Eberhard Sandberg (1970-89),
Josef Wujciak (1952-57), Willy
Winkelmann (1957-64), Norbert Kraja (1964-70), Paul Ullmann (1970-
74), Paul Konitzer (1974-81),
56), Gotthard Graupner (1956-63),
Lothar Fischer (1963-66), Joachim Gelfert (1966-88), Klaus
Reichenbach (1988-90) / Leipzig:
Heinz Kühn (1952-54), Wolfgang Heyl (1954-58), Fritz Karl Bartnig
(1958-82), Siegfried Berghaus
(1982-89), Rolf Rau (1989-90) / Magdeburg: Karl Brossmann (1952-
60), Ulrich Fahl (1960-71), Werner
Biedermann (1971-80), Manfred Gawlik (1980-90) /
Neubrandenburg: Emma Heinrich
(1952-60), Max Christiansen (1960-66), Dieter Lehmann (1966-81),
Bernd Hillmann (1981-87), Wolfgang
Mäder (1987-89) Winfred Vonholt (1990) / Potsdam: Dr. Friedrich
Kind (1952-89),
Christian Seidel (1989-90) /
Schwerin: Hansjürgen Rösner (1952-58), Hans Koch (1958-80), Bodo Kohagen
(1980-82), Lothar
Moritz (1982-89) / Suhl:
Richard Götz (1952-53), Hans Güth (1953-56), Werner Behrend (1956-68),
Heinz Büttner (1968-70), Bernhard
Schnieber (1970-84), Johannes Schimoneck (1984-89);
Vorsitzende Landesverbände 1990 /
Brandenburg: Herbert Schirmer / Mecklenburg: Dr. Günther
Krause / Sachsen-Anhalt: Gerd
Gieß / Sachsen: Klaus Reichenbach / Thüringen: Uwe Ehrich (viele
aus der jüngeren Geschichte erfüllten die politischen Kriterien sozialistischer Begabten-
förderung der Diktatur des Proletariats) > verfolgte
Schüler,
USA; San Francisco, Unterzeichnung der UN-Charta durch 50 Staaten
26.6./8.8. Großbritannien; London, Viermächte-Abkommen/ Londoner Charta/ IMT-Statut von Frankreich
(Robert Falco), Großbritannien (Sir David Maxwell-Fife / Sir William Jowitt), USA (Robert H. Jackson),
UdSSR (Iola T. Nikitschenko, Prof. Aaron N.Trainin) vereinbart (Abessinien, Australien, Belgien, Haiti,
Dänemark, Griechenland, Honduras, Indien, Jugoslawien, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande,
Norwegen, Panama, Paraguay, Polen, Tschechoslowakei, Uruguay, Venezuela treten bei) (>14.11.45)
27.06. Schweden; Kernphysikerin Prof. Dr. Lise Meitner kritisiert in einem Brief an Prof. Dr. Otto Hahn die
Mitläufer-Mentalität und mangelnde Zivilcourage deutscher Wissenschaftler, u.a. „Ihr habt auch alle für
Nazi-Deutschland gearbeitet und habt auch nie nur einen passiven Widerstand zu machen versucht.
Gewiß, um Euer Gewissen los zu kaufen, habt Ihr hier und da einem bedrängten Menschen geholfen,
aber Millionen unschuldiger Menschen hinmorden lassen, und keinerlei Protest wurde laut…“
28.06. CSR; Teplice
nad Metuji, tschechische Truppen vertreiben 58 Deutsche aus ihren Häusern und
am
30.06. erschießen sie 23 von ihnen,
in der Mehrzahl Kinder und Frauen > verfolgte
Schüler
29.06. ABZ; Mainz,
Hirtenbrief d. kath. Bischof Dr. Albert Stohr u.a. „In aller Offenheit und
Überzeugung
bekenne ich vor euch zu unserem,
armen, geschlagenen, zerbrochenen, von fremden Mächten über-
zogenen Vaterland. Für uns Katholiken ist
ja die Vaterlandsliebe mehr als ein bloß naturhaftes
Nationalgefühl. Sie ist uns
Willenstugend, deren Gegenstand die von Gott gewollte Bluts- und
Gesinnungsgemeinschaft aller
deutschen Brüder und Schwestern ist…Wir Deutschen haben zwar im
Augenblick keinen Staat. Unser
stolzes Reich ist zerspalten…Aber wir haben doch ein Ideal vor uns
und hoffen, daß seine Verwirklichung
uns über kurz oder lang wieder gelingen wird…Denkt daran, in
welchem Grad einst das Deutsche Reich
Bannerträger des Reichsgedankens war. Wenn es uns auch
nicht gegeben ist, Zeiten
zurückzuführen, da Könige Ehrentitel erstrebten, wie ,Allerchristlichster
König’ ,Apostolischer König’
,Verteidiger des Glaubens’, so dürfen wir doch aufschauen zu diesen
Zeiten heroischer Jugendkraft unseres
Volkes und seiner größten Heldentaten…So wurde die christ-
liche Religion die Grundlage der ganzen
geschichtlichen Entwicklung des deutschen Volkes, seiner
Kultur und seines sittlichen Wesens.
Ihr verdankt das deutsche Volk seine höheren geistigen Güter.
Damit wurde aber auch unser deutsches
Vaterland nicht bloß Träger des Reichsgedankens, sondern
auch Garant der christlichen Einheit,
der christlichen Vormacht in Europa. Diesem Ideal träumen wir
nicht nur nach in der Vergangenheit,
sondern wir trauen ihm Wirkkraft zu für Gegenwart und Zukunft.“,
poln. besetztes Schlesien; Glatz,
„Befehl – Laut Anordnung der Regierung der Republik Polen hat die
gesamte deutsche Bevölkerung das
polnische Staatsgebiet zu verlassen…Bei Verlassen des pol-
nischen Staatsgebietes dürfen nur 20
kg Gepäck mitgenommen werden. Alle Personen, welche dieser
Aufforderung nicht nachkommen, werden
mit Gewalt entfernt…gez. Der Bevollmächtigte der Pol-
nischen Regierung für den Bezirk XXIV
in Glatz / Die Kommandantur des Polnischen Heeres in Glatz“,
UdSSR; Moskau, Präs. Benes
CSR-Regierung akzeptiert sowjet. Annexion der Karpato-Ukraine
1./3.7.
Mecklenburg, Sachsen, Anhalt, Thüringen; amerik. u. brit. Truppen
evakuieren bei Rückzug über
4 000 MitarbeiterInnen der Wehrmachtauskunftsstelle mit
einem Teil ihrer Unterlagen sowie Hunderte
dt. Führungskräfte, z.B. vom IG
Farben Werk Schkopau Wehrwirtschaftsführer Wilhelm Biedenkopf mit
Hitler-Jugend-Mitgl. und Merseburger
Oberschüler Kurt jun. (er erfüllte die politischen Kriterien
nationalsozialistischer
Begabtenförderung der Diktatur d. Faschismus, 1949 Abitur, er erfüllt die
finanziellen
Kriterien demokrat. Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, Jurastudium,
1958 Promotion, 1973-77
CDU-Generalsekr., 1976-80/87-90 MdB, 1990 Min.-Präs. Sachsen) und den
Akademiker Ströbele mit
Hans-Christian jun. (1959 Abitur, er
erfüllt die finanziellen Kriterien
demo-
kratischer
Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat,
Jurastudium,
1970-75 SPD, 1980 Alter-
native Liste, 1985 DieGrünen-MdB).
Soziales Milieu, polit. Anpassung, Gnade später Geburt u. westl.
Militärs ersparen beiden christlich
erzogenen Kindern sozialistische Bildungsdiskriminierung. Später
agieren beide als wort- u.
schriftgewaltige „Die Ausbeutung der Enkel“-Parteijuristen ungebrochen in
dt. Tradition persönlicher
Solidaritätsdefizite mit gleichalten nichtevakuierten Kriegskindern, die untem
Banner deutsch-sowjetischer Freundschaft verfolgte Schüler wurden (>1.1.2001/
8.5.2001/ 2.5.2002)
07. ABZ/SBZ; Beginn der Operation Paperclip und Overcast, führende deutsche
Wissenschaftler und Ex-
perten lassen sich ,entnazifizieren’
(Wendehälse) u. stellen sich nun auf die Seite der Sieger (wie SS-
Sturmbannführer u. Raketentechniker
Prof. Wernher v. Braun mit 492 Wissenschaftlern, wie Mediziner
die an Menschenversuchen mitarbeiteten,
wie Generalstabschefs Heinz Guderian, Franz Halder und
Offiziere als Mitarbeiter der US-Army Historical Division, wie
Generalmajor Reinhard Gehlen und Mit-
arbeiter als ,Ostaufklärer’, wie
RSHA-Amt VII-Rußlandexperte und Sonderkommando-Leiter Dr. habil.
Emil Augsburg) (>1.4.1956) -
insges. ca. 600 ,helle Köpfe’ gehen mit Angehörigen in die oder arbeiten
für die USA, Hunderte andere arbeiten
in der Folge in Australien u. Großbritannien
- mit der Operation
Osoaviakhim
gehen 1946 Tausende - wie Baron Dr. Manfred v. Ardenne, Dr. Werner Albring,
Dr. Hajo
Eilers, Ing. Erich Hans Apel, Prof.
Dr. Helmut Frieser, Ing. Helmut Gröttrup, Prof. Dr. Gustav Hertz, Dr.
Hans Kehlen, Prof. Dr. Heinz Pose,
Dr. Nikolaus Riehl, Dr. Waldemar Schierhorn, Prof. Dr. Peter Adolf
Thießen, Prof. Dr. Dr. Max Volmer und Regierungsrat Prof. Dr. Carl
Friedrich Weiss - ebenfalls für viel
Geld bis 1955 in die UdSSR
(>14.3.46/ 1.7.46/ 30.10.47/ 27.6.54/ 25.3.55/ 6.6.57/ 10./16.7.58),
ABZ; Kloster Indersdorf b. Dachau, amerik. Truppen
errichten für elternlose Displaced
Persons Kinder
im seit 1938 bestehenden
NS-Jugenderziehungslager (ab 1944 auch Lager für Zwangsarbeiterinnen-
Kinder, die hier wie im Kinderlager Rühen/Niedersachsen „starben“) ein UNRRA-Heim, das bis 1948
ca. 1 000 nicht-jüd. u. jüd. Minderjährige aus
ca. 20 Ländern wie Eliz Allacher, Elizabeth Beroux, Nina
Biwowar, Halina Bryks, Ziesel Brenner, Danielle Canale, Alexander Dranenko, Erwin u. Zoltan Farkas,
Ingrid de Fouw, Johanna Gmerek, Sinaida
Grussman, Erika Grzegorczyk, Martin Hecht, Hildegard
Haydasch, Sacher Israeler, Lydia Jankowski, Stanislaw Janowski, Marija und
Nelli Jussem, Zygmunt Kawczynski,
Lazar Kleinmann, Erich Klinge, Theresa Kossok, Ursula Kotula,
Franz Krewanus, Elfriede Libor, Josef
Lichtenstein, Henryk Luczynski, Leokadia Mak, Gisela Magula,
Ryszard Pierowicz, Roman Przezdziecki, Witold Scibak durchlaufen > verfolgte Schüler (>24.6.46)
02.07. ABZ; Kaufbeuren, US-Ärzte entdecken funktionstüchtige Euthanasie-Anstalt und frisch verstorbene
Leichen von denen keine mehr als 32 kg wiegt, ein überlebender 10jähriger wiegt 11 kg (hier hatte
Direktor Dr. Valentin Faltlhauser eine fett-freie Hungerdiät entwickelt die in 3 Monaten zum Tod führte.
1945 ist ex-Eglfing-Haar Oberarzt Prof. Dr. Anton Edler v. Braunmühl neuer Kaufbeuren-Anstalts-
direktor, er bittet die Amerikaner die Morde in bayerischen Anstalten nicht öffentlich zu machen. Am
30.7.49 verurteilt das Landgericht Augsburg Obermedizinalrat Dr. Faltlhauser wg. Anstiftung zur Bei-
hilfe zum Totschlag in mind. 300 Fällen im Namen des Volkes zu 3 Jahren Haft) > verfolgte Schüler
03.07. SBZ; „Thüringer
Volkszeitung“ „Wir grüßen die Soldaten der Roten Armee!“,
SBZ;
„Deutsche Volkszeitung
-Zentralorgan der KPD“ berichtet über 1.Sitzung des Hauptausschusses
der „Opfer des Faschismus":
„Opfer des Faschismus sind Millionen Menschen, und alle diejenigen, die
ihr Heim, ihre Wohnung, ihren Besitz
verloren haben. Opfer des Faschismus sind die Männer, die
Soldat werden mußten und in die
Bataillone Hitlers eingesetzt wurden, sind alle, die für Hitlers
verbrecherischen Krieg ihr Leben
geben mußten. Opfer des Faschismus sind die Juden, die als Opfer
des faschistischen Rassenwahns
verfolgt und ermordet wurden, sind die Bibelforscher und die
'Arbeitsvertragssünder'. Aber soweit
können wir den Begriff 'Opfer des Faschismus' nicht ziehen. Sie
haben alle geduldet und Schweres
erlitten, aber sie haben nicht gekämpft! Diesen Menschen wird und
muß im Rahmen der allgemeinen
Fürsorge geholfen werden."
04.07. SBZ; Berlin, Manifest des Kulturbund fordert
„die Erziehung unseres dt. Volkes im Geist der Wahrheit“
05.07. SBZ; LDPD-Gründungsaufruf
(Liberal-Demokratische Partei Deutschlands) „Bekenntnis zu Frieden
und Freiheit“ u.a.: „…10. Freiheit
für jedes religiöse Bekenntnis. Achtung und Schutz für alle Stätten
der Religionspflege sind uns selbstverständliches
Gebot…12. Erneuerung des Unterrichtswesens…
mit dem Ziele des ungehinderten
Aufstiegs der Tüchtigen aus allen Schichten des Volkes.“, 1. Vor-
sitzender Dr. Wilhelm Külz, weitere Spitzenfunktionäre: Dr. Karl
Hamann, Hans-Joachim Heusinger,
Prof. Hermann Kastner, Dr. Waldemar Koch, Willi-Peter
Konzok, Arthur Lieutenant, Gerhard Lindner,
Dr. Hans Loch, Klaus Lohsse, Martin
Maaßen, Dr. Eugen Schiffer > verfolgte
Schüler,
SBZ;
UdSSR stellt den westl. der Oder gelegenen Teil von Stettin unter poln.
Verwaltung (>5./6.10.45)
07.07. SBZ; Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern, Präsident ist Wilhelm Höcker (SPD, 1946 SED),
SBZ; „Deutsche Volkszeitung“ „Neues Leben - Neue Jugend…Eine einige und freie deutsche Jugend-
bewegung…ist Wunsch und Ziel aller…Grundlagen dieser Bewegung sind die Jugendausschüsse…
Dort sind junge Christen, Sozialisten, Demokraten u. Kommunisten…zur gemeinsamen Arbeit vereint“
09.07. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 5, die Kommandeure - Marschall Semjon Iljitsch Bogdanow in Brandenburg,
General Iwan Iwanowitsch Fedjuninski in Mecklenburg einschl. des außer Stettin westl. der Oder gele-
genen
Vorpommern’s, General
in Sachsen-Anhalt, General Tschuikow in Thüringen - der in Provinzen u. Ländern stehenden sowjet.
Truppen sind erste SMAD-Befehlshaber die u.a. mittels ihrer SMT herrschen (deutscher Terror in der
UdSSR wurde sowjet. Terror in Deutschland - damals biederten sich einige Sowjets dt. Besatzern an,
jetzt
biedern sich viele Deutsche den Sowjets an)
> verfolgte Schüler
(>08.1945/ 5.10.45/ 16.9.55),
SBZ; Landesverwaltung Sachsen beschliesst Gesetz zur Beschäftigung im öffentlichen Dienst
10.07.
polnisch verwaltete dt. Ostgebiete; Min.Präs. E. Osobka-Morawski kündigt
ethnische Säuberung aller
Deutschen aus poln. verwalteten
Gebieten u. Enteignung deutschen Grundbesitzes an (z.B. am 14.07;
Bad Salzbrunn/Schlesien „Sonderbefehl
für die deutsche Bevölkerung der Stadt Bad Salzbrunn…Laut
Befehl der Polnischen Regierung wird
befohlen: am 14.Juli 1945 ab 6 bis 9 Uhr wird eine Umsiedlung
der deutschen Bevölkerung
stattfinden…in das Gebiet westlich des Flusses Neisse…jeder darf
höchstens 20 kg Reisegepäck
mitnehmen…kein Transport (Pferde, Kühe, Ochsen, Wagen usw.) wird
erlaubt…das ganze lebendige und tote
Inventar…bleibt als Eigentum der Polnischen Regierung…
Nichtausführung des Befehls wird mit
schärfssten Strafen verfolgt, einschl. Waffengebrauch…“) (in
allen Besatzungszonen sind
Vertriebene bei nicht-vertriebenen Angehörigen der dt. „Herrenrasse“
häufig und lange unwillkommen - „Die
Polacken kommen“ - und werden u.a. mittels „Zuzugssperren“
abgewiesen) (>15.9.45/ 26.9.45/
14.2.46/ 23.5.49/ 8.8.49/ 6.7.89/ 26.2.96)
11.07. Berlin, Gründung
Interalliierte Kommandantur zur Verwaltung der 4-Sektoren-Stadt (>16.6.48)
14.07. SBZ; Gründung
Gemeinsamer Ausschuß (Demokratischer Block) der von der SMAD zugelassenen
Parteien: KPD=Pieck, Ulbricht,
Dahlem, Ackermann, Winzer; SPD=Grotewohl, Gniffke, Dahrendorf,
Lehmann, Meier; CDUD=Hermes, Dr.
Schreiber, Kaiser, Steltzer, Lemmer; LDPD=Koch, Lieutnant,
Külz, Schiffer verabschiedet Bildung fester ,Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen
Parteien’
u. verpflichtet sich zur ,Herstellung voller Rechtssicherheit auf der Grundlage
eines demokratischen
Rechtsstaates’ und ,Sicherung der
Freiheit des Geistes u. des Gewissens sowie zur Achtung vor jeder
religiösen Überzeugung und sittlichen
Weltanschauung’ > verfolgte Schüler (>20.12.45/ 16.5.48),
SBZ; Berlin-Charlottenburg,
1.Bezirksbürgermeister Walter Killian: „Täglich ereigneten sich unzählige
Vergewaltigungen. Keine Frau konnte
der Vergewaltigung entgehen, es sei denn, sie blieb in einem
Versteck u. rührte sich nicht...Es fällt
schwer, sich die Vergewaltigungen in ihrem ganzen Ausmaß
vorzustellen.“ (>15.10.45/ 30.6.47/
4.1.49/ 22.2.2002)
16.07. SBZ; Thüringen,
ex-KPD-MdR Ernst Busse (1933-45 KZ Lichtenburg u. Buchenwald) wird Innenmin.
(1950 von Sowjets wg. angebl.
Tätigkeit im KZ Buchenwald verhaftet, von SMT verurteilt, stirbt 1952
im Lager Workuta u. wird am 1.9.56
von der Zentralen Parteikontrolkommission der SED rehabilitiert),
USA; Alamogordo/ New Mexiko,
1. amerik. Atombombentest (>6.8.45/ 9.8.45/ 12.8.53)
17.7./2.8. SBZ;
Potsdam, Konferenz der UdSSR, USA, Großbritannien beschließt im Potsdamer
Abkommen
Ziele alliierter Politik (Umsetzung
vom am 30.7. gegründeten, mit Befehlen, Proklamationen, Gesetzen
arbeitenden Alliierten Kontrollrat;
durch die Kriegsaktionen dt. Eliten fallen ca. 113 000 qkm deutscher
Ostgebiete unter sowjet. und poln.
Verwaltung) „Abschnitt III, 7. Das Erziehungswesen in Deutschland
muß so überwacht werden, daß die
nazistischen u. militaristischen Lehren völlig entfernt werden und
eine erfolgreiche Entwicklung der
demokratischen Ideen möglich gemacht wird“ „Abschnitt III, 10…die
Freiheit der Rede, der Presse und der
Religion (wird) gewährt (> verfolgte
Schüler), „Abschnitt IV, 1.
Die Reparationsansprüche der UdSSR
sollen durch Entnahmen aus der von der UdSSR besetzten
Zone…u. aus entsprechenden deutschen
Auslandsguthaben befriedigt werden. 2. Die UdSSR wird die
Reparationsansprüche Polens aus ihrem
eigenen Anteil an den Reparationen befriedigen…3. Die Re-
parationsansprüche d. USA, des
Vereinigten Königreiches u. der anderen zu Reparationsforderungen
berechtigten Länder werden aus den
westl. Zonen befriedigt werden…4. In Ergänzung der Reparatio-
nen, die die UdSSR aus ihrer
Besatzungszone erhält, wird die UdSSR zusätzl. aus den westl. Zonen
erhalten: a) b) 10% derjenigen industriellen
Ausrüstung, die für die dt. Friedenswirtschaft unnötig ist…
Abschnitt IX…b) Die Häupter der drei
Regierungen bekräftigen ihre Auffassung, daß die endgültige
Festlegung der Westgrenze Polens bis
zu der Friedenskonferenz zurückgestellt werden soll. Die
Häupter der drei Regierungen stimmen
darin überein, daß bis zur endgültigen Festlegung der West-
grenze Polens, die früher deutschen
Gebiete östlich der Linie, die von der Ostsee unmittelbar westlich
von Swinemünde…die westliche Neiße
entlang bis zur tschechoslowakischen Grenze verläuft…unter
die Verwaltung des polnischen
Staates kommen und in dieser Hinsicht nicht als Teil der sowjetischen
Besatzungszone in Deutschland betrachtet
werden sollen.“ (die USA verbieten
Demontagen Anfang
1946) (>26.7.45/ 8.3.48/ 20.3.48/ 25.1.55/ 28.11.89/ 16.12.92)
18.07. BBZ;
Köln, Erzbischof Joseph Frings wird in das britische Hauptquartier geladen und
protestiert:
„Der Vertreter einer Kulturnation
hätte meinen Rang respektieren und mich aufsuchen müssen. Eine
solche Behandlung ist mir in den 3
Jahren, seit ich Bischof bin, noch nicht widerfahren…Auf Grund
meiner Stellung gebührt mir der Rang
und die Ehren eines Generals.“
20.07. ABZ; Gemeinsame
Eingabe vom bayrischen Landesbischof Hans Meiser u. Kardinal v. Faulhaber an
amerikanische Militärregierung in der
keine pauschale Verurteilung ehemaliger NSDAP-Genossen und
von SS-Leuten sowie die Freilassung
inhaftierter Bankiers und Industrieller im Namen der Humanität
gefordert wird („…wie schwer diese
Industriellen, zum Teil höheren Alters, unter den Entbehrungen
der Gefängnisse und ihre Familien unter
dieser Trennung zu leiden haben.“),
Polen; Poznan, Augustyn
Kardinal Hlond (1936 Zitat: „Es ist verboten Juden anzugreifen, zusammen-
zuschlagen, zum Krüppel zu machen
oder zu verleumden.“) kehrt nach Exil und Internierung mit
Vatikan-Vollmachten ausgestattet zurück
und beginnt Amtsenthebungen/ ethnische Säuberung von
deutschen kirchlichen Amtsträgern in
den besetzten drei ostdeutschen Diözesen (1950 stellt die kath.
Kirche Polens fest „daß sowohl die…geschichtlichen(!)
und religiösen Gesetze als auch die historische
Gerechtigkeit verlangen, daß die
wiedergewonnenen Westgebiete für immer bei Polen bleiben…(und)
ein untrennbarer Bestandteil der VR
Polen sind…“) (>29.6.46/ 4.7.46/ 12.8.46)
23.07. SBZ;
SMAD-Befehl Nr. 01 betr. Neuorganisation der deutschen Finanz- u. Kreditorgane
25.07. SBZ;
SMAD-Befehl Nr. 11 zur Ablieferung aller Edelmetalle, ausländ. Banknoten,
Münzen usw.
26.07. Großbritannien;
London, John G. Winant (USA), Georgi Saksin (UdSSR), Ronald I. Campbell (GB) u.
René Massigli (F)
unterzeichnen Alliertes Ergänzungsabkommen über den Beitritt Frankreichs zum
Protokoll vom 12.9.44 (>4.8.45)
27.07. ABZ; Fulda, kath. Bischof
Johannes Baptist Dietz macht Eingabe an amerikanische Militärregierung
und
stellt kirchlichen „Persilschein“ aus, u.a. 90% in Stadt und Land
seien „ausgesprochene Gegner“
der NSDAP gewesen, der Beitritt zur Partei sei oft die einzige Möglichkeit gewesen, einflussreiche
Stellen nicht völlig in die Hände
fanatischer Parteigenossen fallen zu lassen, darum hätten selbst
Geistliche den Partei-Beitritt
angeraten (> Antikommunismus-Dekrete
vom 1.7.1949/ 28.7.1950 und
> verfolgte Schüler?) (>22.2.90),
SBZ; SMAD-Befehl Nr. 17 zu
Gründung von 9 Zentralverwaltungen (Finanzen = Dr. Jürgen Kuczynski,
Volksbildung = Paul Wandel - beide
KPD, Wandel’s Vize wird Erwin Marquardt (SPD), 1945 SED,
1950 wissenschaftl. Mitarbeiter HU
Berlin) (>21.8.45/ 08.1945/ 30.9.45/ 8.12.45/ 20.1.46/ 8.10.46/
30.6.47/ 22.7.47/ 21.4.48/ 23.5.49/ 10.10.49)
30.07. ABZ;
Landesbischof Theophil Wurm macht Eingabe an amerikanische Militärregierung,
u.a. viele
Parteigenossen hätten einen offenen
oder heimlichen Kampf gegen das NS-Regime geführt. „Viele
Nicht-Parteigenossen, die sich heute
breit machen, waren einst ohne Halt und Charakter und stellten
auch als Beamte, die aus irgendeinem
Motiv nicht Parteigenossen werden konnten, keineswegs
immer eine Elite dar.“ Theophil Wurm
ist Sohn des Landesbischofs Dr. Hans Wurm, der bereits 1922
der NSDAP beitrat und in 1946 zu einem
Jahr Gefängnis verurteilt wird, weil er einen Fragebogen
fälscht und seinen NSDAP-Beitritt mit
,1938’ angibt
31.07.
SBZ; Berlin, evangelischer Reichsbischof Ludwig Müller begeht
Selbstmord,
CSR; Usti nad Labem/Aussig,
Ermordung von mehreren hundert deutschen Zivilisten
04.08.
Frankreich stimmt nachträglich dem Potsdamer Abkommen zu
06.08.
Japan; Hiroshima, Colonel Paul W. Tibbets „Enola Gay“ wirft die erste
amerikan. Atombombe, sie
tötet u. verwundet ca. 129 558 Menschen,
weitere 176 987 werden obdachlos (>9.8.45/ 10.12.46)
08.08. ABZ;
München, SPD- u. KPD-Vertreter vereinbaren Bildung bayr. Aktionsgemeinschaft
(>3.9.45),
SBZ; Berlin,
Gründungskonferenz „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“,
ange-
schlossen: Dt. Schriftstellerverband,
Verband Bildender Künstler, Verband dt. Komponisten,
Präsidenten:
Johannes R. Becher (B. hatte bereits am 25.9.44 in Moskau Pieck, Ulbricht,
Schwab,
Valentin u. Ackermann sein Konzept
kulturell-ideologischer KPD-Arbeit im Nachkriegs-Deutschland
erklärt, während seiner
Präsidentschaft ist B. auch Mitglied des ZK der SED, Präsident der Akademie
der Künste u. Kulturminister, der
Kulturbund wird in dieser Zeit Massenorganisation der sozialistischen
Intelligenz - 250 000 Mitgl., davon 80 000 mit Hochschulabschluß, 1950 hat der
Kulturbund 405
Volkskammer- u. Landtagsmandate),
Prof. Dr. Max Burghardt (SED), Dr. Hans Pischner (SED),
Vizepräs.: Alexander Abusch (SED-ZK), Uwe Berger, Prof. Dr. Theodor Brugsch, Dr. Heinrich Deiters,
Dr. Ferdinand Friedensburg, Heinrich Gemkow,
Prof. Dr. Ernst-Joachim Gießmann (SED), Carl Hofer,
Hans Jacobus, Bernhard Kellermann, Pfarrer
Karl Kleinschmidt (Bund Religiöser Sozialisten), Ernst
Lemmer, Prof. Dr. Alfred Meusel
(SED), Gerhard Rudolf Meyer,
Burkart Philipp, Dr. Hans
Helmut Sakowski, Prof. Dr. Gertrud
Sasse (LDPD-Mitgl. im Volkskammer-Ausschuß für Volksbildung),
Netty Radvanyi geb. Reiling alias Dr.
Anna Seghers (SED), Prof. Dr. Rudolf Schick, Dr. Karl-Heinz
Schulmeister, Gustav Seitz, Luitpold
Steidle, Prof. Dr. Johannes Stroux,
Eduard Steiger, Erich Wendt
(Mitglied im Volkskammer-Ausschuß für
Volksbildung >verfolgte Schüler), Paul
Wiens, Dr.
Günther Wirth, Arnold Zweig (>1.9.45/ 04.1947/ 5.7.52/ 1.4.53/
7.2.58/ 26.10.72) > verfolgte Schüler,
Großbritannien; London, R. Jackson (USA), R. Falco (F), Lord Jowitt (GB) und I. Nikitchenko (UdSSR)
unterzeichnen Londoner Abkommen u.a. über ein Internationales Militärtribunal sowie die Auslieferung
von
gegnerischen Kriegsverbrechern an Tatort-Staaten (>14.11.45/1.10.46),
UdSSR, Kriegserklärung an Japan
(gemäß Absprache der Jalta-Konferenz 1945) (>9.8.45)
09.08.
japan. besetzte Mandschurai u. Korea, Sachalin, Kurilen; Angriff sowjet.
Truppen, Besetzung Nord-
Korea’s bis 38.Breitengrad (ab 8.9.
besetzen amerik. Truppen Süd-Korea bis 38.Breitengrad), dem
Süden von Sachalin und den Kurilen
sowie die ethnische Säuberung von Japanern und vielen Ainu-
Ureinwohnern aller 1947 von der
Russische SFSR annektierten Inseln (>2.9.45/ 25.6.50/
1.9.83),
Japan; Nagasaki, zweite
amerik. Atombombe tötet und verwundet ca. 66 000 Menschen (am 15.8.
akzeptiert Japan die Kapitulation)
(>2.9.45/ 3.5.46/12.11.48),
Polen; Verhaftung des kath. Bischof Carl Maria Splett der vom poln. Kardinal
Hlond zum Amtsverzicht
gezwungen wird (Splett wird am 1.2.46
wg. Kollaboration mit dem nationalsozialistischen Regime zu
8 Jahren Haft verurteilt, 1953
entlassen kann er 1956 in die BRD ausreisen, 1957 empfängt ihn Papst
Pius XII, 1960 wird ihm das
Bundesverdienstkreuz verliehen) (>29.6.46/ 12.8.46),
SBZ; Berlin-Pankow, Enteignung
vieler Hausbesitzer für aus Moskau zurückgekehrte KPD-Kader, die
sich hier ab 1949 hinter einem
2m-Zaun verbergen (>23.10.56)
10.08. SBZ; NKWD-Lager
Nr. 7 Sachsenhausen für ca. 60 000 Deutsche (ca. 15 000 Tote) im KZ eröffnet
12.08.
SBZ; NKWD-Lager Nr. 2 Buchenwald (ca. 12 000 Tote) im KZ eröffnet
(>15.1.50)
16.08. UdSSR; Moskau, Außenmin. W. M. Molotow und der Ministerpräs. der
provisorischen poln. Regierung
E. Osobka-Morawski unterzeichnen geheimen sowjet.-poln.
Grenzvertrag zu sowjet. Inbesitznahme
von 180
000 qkm polnischer Gebiete entlang der „Curzon-Linie“ und „Aussiedlung“ von ca.
3 500 000
dort
lebender Polen (>5.10.45/ 6.10.45/
20.11.45/ 8.3.46/ 19.1.47/ 2.4.47/ 9.6.50/ 6.7.50/ 14.9.50/
17.8.51/ 24.2.62/ 7.6.63/ 8.6.63/
7.3.64/ 22.3.64/ 7.12.70/ 7.7.75/ 30.5.83/ 12.9.90/ 14.11.90)
17.8./17.11. BBZ;
Lüneburg, britisches Militärgericht führt Bergen-Belsen Prozeß gegen Joseph
Kramer und
44 Mitangeklagte, der Prozeß endet
mit 30 Schuldsprüchen, Joseph Kramer, Irma Grese, Juana
Bormann, Wilhelm Dörr, Karl Francioh,
Franz Hössler, Dr. Fritz Klein, Anchor Pichen, Franz Stofel,
Elisabeth Völkenrath und Peter
Weingartner werden zum Tode verurteilt und am 13.12.1945 in
Hameln gehenkt, die anderen
Verurteilten erhalten Haftstrafen von 1-15 Jahren
18.08.
SBZ; Schwerin, sowjet.
Militärtribunal (SMT) unter Major der Justiz Smirnow verurteilt den Bauer
Hans List wg. Verbrechen gemäß Art.
58-14 des RSFSR-Strafgesetzbuchs
wg. Verheimlichung der
Aussaatfläche im Namen der UdSSR zum
Tode und zur Beschlagnahme seines
Vermögens
(SAMD-Chef Generaloberst Iwan Iwanowitsch Fedjuninski - 1967 Kommandeur
Warschauer Pakt-
Truppen - veröffentlicht am 20.8.45
das Urteil)
21.08. SBZ; Aufruf
des Verbandes der Lehrer und Erzieher, u.a.: „Lehrer und Erzieher: Unsere große
Stunde
ist gekommen! Auf uns ruht die
Verantwortung für die Neu- und Umerziehung der deutschen Jugend,
die von der Welt erwartet und nach
allem was geschehen ist, mit Recht gefordert wird. Lösen wir diese
Aufgabe, so wird unser deutsches Volk
gerettet und mit ihm seine Jugend und Kultur. Lösen wir sie
nicht, so gehen wir dem sicheren
Untergang entgegen…“ > verfolgte Schüler
23.08. ABZ;
gemeinsamer Hirtenbrief der kath. Bischofskonferenz Fulda u.a.: „Furchtbares
ist schon vor dem
Krieg in Deutschland und während des
Krieges durch Deutsche in besetzten Ländern geschehen. Wir
beklagen es zutiefst: Viele Deutsche,
auch aus unseren Reihen, haben sich von den falschen Lehren
des Nationalsozialismus betören
lassen, sind bei den Verbrechen gegen menschliche Freiheit und
menschliche Würde gleichgültig
geblieben; viele leisteten durch ihre Haltung den Verbrechen
Vorschub, viele sind selber
Verbrecher geworden...Schwere Verantwortung trifft jene, die auf Grund
Ihrer Stellung wissen konnten, was
bei uns vorging, die durch ihren Einfluß solche Verbrechen hätten
verhindern können und es nicht getan
haben…“ (>27.3.1946)
25.08. SBZ;
SMAD-Befehl Nr. 40 zur Vorbereitung der Schulen zum Schulbetrieb am 1.10.45,
Verbot v. NS-
Lehrbüchern, Bekenntnis- u.
Privatschulen u. zur Neulehrerrekrutierung (>2.10.45/ 6.12.45/ 15.12.50)
08. SBZ; Döbeln, „Tagung der
kommunistischen Lehrer Sachsens“ dient Positionierung künftiger Kader,
SBZ; Mühlhausen, Erika Riemann
(14 Jahre) malt auf ein Stalin-Bild in ihrer Schule eine Schleife an
Stalins Bart, ein SMT verurteilt sie
zu 10 Jahren Haft (nach 8 Jahren in Sachsenhausen, Bautzen und
Hoheneck wird sie 01.1954 entlassen
und holt 1962 ihren Schulabschluss nach)
> verfolgte Schüler
27.08.
ABZ; Treysa/Hessen, ev. Kirchenführerkonferenz mit „Wort an die
Gemeinden“: „...wo die Kirche ihre
Verantwortung ernst nahm, rief sie zu
den Geboten Gottes...Man trennte unser Volk von der Kirche.
Die Öffentlichkeit durfte ihr Wort
nicht mehr hören, was sie verkündete erfuhr niemand...“,
Vatikan; Appell an Allierte
keine kath.-kroat. Ustascha-Kriegsgefangenen
an Jugoslawien auszuliefern
29.08. SBZ;
Landesverwaltg. Mecklenburg erlässt Verordnung betr. politische Bereinigung der
Wirtschaft
31.08. FBZ;
Bad Schachen, der franz. General Jean-Marie de Lattre de Tassigny entlässt Ex-Gfm.
Erwin
Rommel’s Sohn Manfred aus franz. Kriegsgefangenschaft (im Sept. 1945 veröffentlicht M. R. eine
eidestattl. Erklärung zum Tod d. Vaters u. dessen letzten Worten über belastende Aussagen der Gen.
Dr. Hans Speidel, Carl Heinrich v. Stülpnagel und Oberstleutn. Caesar v. Hofacker’s u.a. „Der Führer
wollte sein Andenken vor dem dt. Volk nicht herabsetzen und gab ihm daher die Chance des
Freitodes…“, um „die Ehre des Generalfeldmarschalls zu wahren“ schreibt auch Frau Rommel, ihr
Mann war an Planungen zum 20.Juli nicht beteiligt; Manfred R. macht 1947 Abitur, er erfüllt die
finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, studiert
Jura, der als Hitler-Junge die Konfirmation Verweigernde wird CDU-Mitglied, 1956 Beamter, 1966
Regierungsdirektor bei CDU-Min.-Präs. Dr. K. Kiesinger’s Innenmin. Dr. H. K. Filbinger, 1974
Oberbürgermeister Stuttgart, Zitat: „Es gibt Politiker, die das, was sie sagen, glauben. Und es gibt
solche, die das, was sie sagen, nicht
glauben. Gefährlich sind die Ersteren.") (>27.10.77)
01.09. SBZ;
Zentralverwaltung f. Volksbildung, Leiter Lehrerbildung ist Dr. Heinrich
Deiters (SPD, 1946 SED,
Sohn Ludwig Deiters erfüllte die politischen Kriterien
nationalsozialistischer Begabtenförderung
und legte 1940 sein Abitur ab, nach
Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht und Kriegsgefangenschaft wird
er 1946 SED-Mitgl., erfüllt die politischen Kriterien
sozialistischer Begabtenförderung u. studiert
Architektur, ab 1951Deutsche
Bauakademie, 1952-53 Brigadeleiter Stalinstadt/ Eisenhüttenstadt-
Projekt, 1967 Promotion, 1975 Vaterländ.
Verdienstorden) (>04.1947)
02.09.
SBZ; Kyritz/Brandenburg, Wilhelm Pieck (KPD) fordert vor Landarbeitern
u. Kleinbauern eine rasche
Bodenreform: „Der den Bauern u.
Landarbeitern zugeteilte Boden soll sofort mit der Zuteilung in ihren
Privatbesitz übergehen. Der
Grundgedanke ist, daß möglichst viele kleine selbständige Bauernwirt-
schaften geschaffen werden…Die KPD
hat in ihrem Aktionsprogramm ausdrücklich erklärt, daß der
Besitz der Großbauernschaft mit etwa 20
bis 50 ha nicht angetastet werden soll...die von Feinden der
Bodenreform oft kolportierte
Behauptung, daß die KPD eine Kollektivierung der Bauernwirtschaften
herbeiführen will, entbehrt jeder
Grundlage…“ (am 3.9. erläßt Provinzialverwaltung v. Sachsen-Anhalt,
am 6.9. Brandenburg, am 7.9.
Mecklenburg, am 11.9. Sachsen u. am 12.9. Thüringen Verordnung zur
Bodenreform, entschädigungslos
enteignet werden mit Hilfe von 52 292 Mitgl. der ca. 10 000 Boden-
reformkommissionen Flächen über 100
ha, „Grundbesitz der Kriegsverbrecher u. Kriegsschuldigen“ u.
der „aktiven Verfechter der
Nazipartei u. ihrer Gliederungen“; über Aufrufe zur Bildung Landwirtschaft-
licher Genossenschaften,
Vereinigungen der gegenseitigen Bauernhilfe/VdgB, Maschinen-Ausleih-
Stationen/MAS geht Planung zu
zwangskollektivierten Landwirtschaftl. Produktionsgemeinschaften/
LPG) (>8.9.45/ 30.10.45/ 9./12.7.52/
2.3.90/ 20.9.90/ 20.12.95),
Japan; USS Missouri, Unterzeichnung d. Kapitulations-Urkunde durch
Außenmin. Mamoru
Shigemitsu
und General Umezu Yoshijiro (>3.5.46/12.11.48),
Franz.-Indochina; Hanoi, Ho
Chi Minh erklärt Vietnam unabhängig (Frankreich lehnt
ab)(>8.5./21.7.54)
03.09. ABZ; Frankfurt/M., SPD u. KPD schließen Frankfurter Abkommen zu gemeinsamen Aktionsausschuß,
SBZ;
Provinzialverwaltung Sachsen-Anhalt, 1.Verordnung zu Bodenreform
(„sozialistische Arisierung“)
04.09. SBZ;
SMAD-Befehl Nr. 49 zur Reorganisation der Justiz „alle Richter, Staatsanwälte
und sonstigen
Justizbediensteten, die zu
irgendeinem Zeitpunkt der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen angehört
haben, auch sogenannte Anwärter,
sofort aus dem Dienst zu entfernen“ (>30.10.45/ 17.12.45/
6.8.47)
05.09. ABZ; Würzburg, Bischof Matthias Ehrenfried macht Eingabe an amerikanische Militärregierung u.a.
„Es gab tatsächlich Parteigenossen, die den Nazi-Lehren und Methoden fernstanden, ja sogar größere
Gegner der Partei waren und rühriger gegen die Nazis arbeiteten als viele Nicht-Parteigenossen.“,
SBZ; SMAD-Befehl Nr. 50, zu Vorbereitung der Hochschulen auf den Beginn des Unterrichts u.a.
„Säuberung der Universität, insbesondere des Lehrkörpers von allen faschistischen…Elementen,
Rehabilitierung und Wiedereinsetzung politisch und rassisch verfolgter Hochschullehrer,…neue
Zulassungsbestimmungen für Studenten unter besonderer Berücksichtigung antifaschistischer Kräfte
und Werktätiger, die bisher keine Gelegenheit hatten die Hochschulreife auf dem üblichen Wege zu
erlangen…“ > verfolgte Schüler,
SBZ; gemeinsam. Aufruf der vier „antifaschistisch-demokratischen“ Parteien für sofortige Bodenreform
08.09. SBZ; KPD-ZK
Aufruf zu „Demokratischer Bodenreform“, Beginn völkerrechtswidriger,
entschädigungs-
loser Enteignung von
„Großgrundbesitz“ über 100 ha (7160 Betriebe mit 2 517 357 ha + 4537 Betriebe
unter 100 ha mit 131 742 ha) von
„aktiven Faschisten und Kriegsverbrechern“ (Kleines Politischisches
Wörterbuch) u.a. für
völkerrechtswidrig vertriebene ,Umsiedler’) (Bundesverfassungsgerichts-Urteile
bestätigten Enteignung, die bei Finanzierung der dt.
Einheit hilft) (>30.10.45/ 20.9.61/
20.2.67/ 2.3.90/
30.1.91/ 18.3.91/ 23.4.91/ 14.7.92/
4.10.95/ 20.12.95/ 17.6.96/ 21.12.2000/ 28.9.2001/ 25.3.2002),
SBZ; NKWD-Lager Nr. 10 Fort Zinna/Torgau (ca. 1 500 Tote) eröffnet, später kommen Häftlinge in das
Seydlitz-Gefängnis Torgau
10.09.
SBZ; Berlin, Gründung „Zentraler antifaschistischer Jugendausschuß für
die sowjet. Besatzungszone“
von E. Honecker (KPD) u. Theo Wiechert
(SPD) organisiert. Vorsitz. wird E. Honecker, Stellv. ist Edith
Baumann (SPD) (Gründung von
Landesjugendauschüssen folgt) (>7.2.46/ 26.2.46/
7.3.46/ 8.12.48)
11.9./2.10. Großbritannien;
London, 1.(nach-Potsdam)-Treffen des Rates alliierter Außenminister
12.09. ABZ;
Heidelberg, „Rhein-Neckar-Zeitung“, Prof. Dr. Gustav Radbruch schreibt u.a.
„Wenn die
Gesetze den Willen zur Gerechtigkeit
bewußt verleugnen, z.B. Menschenrechte Menschen nach
Willkür gewähren oder versagen, dann
fehlt diesen Gesetzen die Geltung, dann schuldet ihm das Volk
keinen Gehorsam, dann müssen auch die
Juristen den Mut finden, ihnen den Rechtscharakter abzu-
sprechen.“ > verfolgte
Schüler (>20.12.1945/ 5.12.1952/ 17.8.1990)
13.09. SBZ;
Provinzialverwaltg. Sachsen erlässt Verordnung über die politische Säuberung
der Wirtschaft
14.09. SBZ;
SPD-Tagung mit 3 000 Delegierten, 1. Vors. des ZA der SPD Otto Grotewohl führt
aus, daß
angesichts des Verhaltens der KPD
Voraussetzungen zur organischen Verschmelzung noch nicht
erfüllt seien, zugleich betont er
erneut die grundsätzliche Bereitschaft der SPD dazu
09. BBZ; Leitsätze der CDU-Rheinland und Westfalen: „1. Die Würde des Menschen wird anerkannt.
2...3...4...5. Die christlichen Kirchen sind Körperschaften öffentliche Rechts. 6...7...8...9. Das natür-
liche Recht der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder bildet die Grundlage für die weltanschauliche
Gestaltung des Schulwesens...10. Das kulturelle Schaffen ist frei von staatlichem Zwang. Seine
Grundlage ist die deutsche, christliche und abendländische Überlieferung...11...12...13...14...15...
16. Das Ziel der Wirtschaft ist die Bedarfsdeckung des Volkes...Die Vorherrschaft des Großkapitals,
der privaten
Monopole und Konzerne wird beseitigt...17...18...19...20...21. Die
Kriegsschäden sind als
gemeinsame Last auf das ganze Volk umzulegen.“,
SBZ; NKWD-Lager Nr. 1 Mühlberg/Elbe (ca. 20 000 Häftlinge/ ca. 8 000 Tote) eröffnet (>14.8.48)
15.09. SBZ; Magistrat
von Berlin erkennt Erich Honecker als Opfer des Faschismus an (>22.2.47/
21.2.53),
SBZ; Gründung Deutsche
Zentralverwaltung für Flüchtlingswesen u. Heimkehrer unter Josef
Schlaffer
mit Vizepräs.
zur Schließung 1949 unter Rudolf
Engel, ab 1947 mit Vizepräs. Philipp Daub (die ca. 4 000 000 in der
SBZ/DDR ankommenden, überproportional
geschädigten Flüchtlinge/Vertriebene/Umsiedler finden -
wie Bomben-Geschädigte mit
Totalverlust - in der SBZ/DDR noch weniger Solidarität als jene in den
westl. Zonen/BRD, nach 1961 leben nur noch
geschätzte 600 000 in der DDR) (>8.8.49/ 10.7.52)
17.09. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 66 annuliert u.a. das Deutsche Beamtengesetz vom 26.1.1937 u. das Gesetz
zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7.4.1933, Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind
„Mitarbeiter des Staatsapparates“, „Funktionäre“ u. „Kader“, alle mit besonderen Privilegien (das SED-
Politbüro verabschiedet in 3.1949 das erste Nomenklatursystem, im Laufe der Zeit wird es vom Polit-
büro horizontal auf Staats-, Wirtschafts-, Massenorganisations- u. Blockparteienapparate und vertikal
auf mehrere Hierarchie-Ebenen erweitert, 1989 zählen ca. 350 000 Personen zur Nomenklatur)
19.09. ABZ; Proklamation Nr. 2 zur Bildung der „Staaten“ Groß-Hessen, Württemberg-Baden und Bayern
20.09. Alliierter
Kontrollrat, Gesetz Nr. 1 u.a. zur Aufhebung des Reichsbürgergesetzes v. 1935
(>10.10.45)
21.09. ABZ;
Freiburg, Hirtenbrief d. kath. Erzbischof Dr. Conrad Gröber u.a. „In unseren
katholischen
Kreisen haben wir nur
unverhältnismäßig wenige gefunden, die mit innerer Begeisterung dem Ruf zu
den Waffen folgten…Es lag wirklich
ein Stück Martyrium darin, sich für eine Sache in Pflichttreue zu
opfern, die dem eigenen Wunsch und
Willen nicht im mindesten entsprach…Gott weiß es, daß die
Bischöfe so wenig wie die meisten
ihrer Diözesanten vom Allerschlimmsten und Allerscheußlichsten
etwas wussten, was das Dritte Reich
in Gott- und Gewissenlosigkeit verübte oder daß sie nur gerüch-
teweise davon erfuhren ohne die
Möglichkeit zu besitzen, das im Flüsterton Zugetragene auf seinen
Wahrheitsgehalt nachzuprüfen…Aber
keiner von den Bischöfen hat je beweiskräftig erfahren, wie die
Lager der Juden im Osten aussahen und
wie man sie zu Tausenden und Abertausenden in barba-
rischer Weise misshandelte und am
Rande der von den Opfern selbst geschaufelten Massengräbern
erschoß…Als sie davon, aber nur vom
Hörensagen, erfuhren, haben sie soweit es überhaupt möglich,
dagegen protestiert und in den
erlaubten Fristen Lebensmittel in die KZ-Lager geschickt…Die fremden
Völker mögen es selbst bezeugen, ob
die katholischen Bischöfe und die kath. Priester und Gläubigen
es waren, die sie von der Heimat
beraubten, einsperrten und plagten oder ob es die anderen gewesen
sind, die vom Christentum und einer
wahren Menschlichkeit nichts mehr wissen wollten…Ohne sich zu
rühmen, können die deutschen Bischöfe
vor der ganzen Welt gestehen, daß sie auch zum Martyrertod
bereit gewesen wären…Viele Hunderte
von Priestern u. Glaubensgenossen haben bekanntermaßen,
trotz aller bischöflichen
Gegenmaßnahmen in den KZ-Lagern und Gefängnissen geschmachtet und
zahlreiche sind in diesem furchtbaren
Elend vorzeitig gestorben…“
26.09. BBZ; Göttingen,
Auffanglager/Grenzdurchgangslager
Friedland in 3 Schweineställen u. 10 Zelten er-
öffnet, 12.1945 durch 19
Blechbaracken ersetzt; bis zu 5000 Menschen tägl., bis 12.1945 über 500000
(1946 wird Pater Johannes Leppich
Lagerpfarrer ehe er ab 1948 bis zu je 40 000 Menschen in Hallen,
Stadien und auf Plätzen „Ihr
religiösen Blindschleichen, ihr Limonadenchristen, ihr Ewigkeitsnieten“
(>07.1955/ 12.4.90/ 31.8.90) nennt und ihnen „die Leviten liest“; insges. ca. 4 000 000 Vertriebene,
Flüchtlinge, (Spät-)Aussiedler,
Kriegsheimkehrer passieren dieses „Tor der Freiheit“, von 1949-53
werden die Kinder in einer
Lagerschule betreut) >verfolgte Schüler (>14.2.46/
31.7.48/ 13.12.55),
ABZ; Gesetz Nr. 8 für die
amerik. Zone u.a. „Die Beschäftigung eines Mitglieds der NSDAP oder einer
der ihr angeschlossenen
Organisationen in geschäftlichen Unternehmungen aller Art, in einer beauf-
sichtigenden oder leitenden Stellung
oder in irgendeiner anderen Stellung als der eines gewöhnlichen
Arbeiters, ist gesetzwidrig“ (nach
heftigsten deutschen Protesten wird die ,Entnazifizierung’ durch sog.
Spruchkammern ab >5.3.46 Deutschen
überlassen, am >18.7.50 ernennt US-Hochkommissar McCloy
auf weiteres Drängen v.
Bundesregierung, Parteien u. Kirchen einen Untersuchungsausschuß der u.a.
dann auch für die Leiden derer im
Lager Friedland ursächlich politisch Mitverantwortlichen amnestiert)
28.09. ABZ; amerik.
Militärregierung entlässt den auf Vorschlag Kardinal v. Faulhaber am 28.5.
eingesetzten
bayr. Min.Präs. Dr. jur. Fritz
Schäffer wg. dessen Milde zu Nationalsozialisten u. der Entnazifizierungs-
Denkschrift zur Wiederverwendung
„unersetzbarer Beamter“ (ex-Bayerische Volkspartei, kath. CSU-
Gründungsmitgl., 1949-61 MdB, 1949 61
BRD-Finanz- u. -Justizminister) (>7.6.51/ 11.6.55/ 22.10.65)
29.09. Großbritannien;
„The Economist“ über deutsche
Kriegskinder „Blickt man von den Kleidern auf die
Gesichter, so wird deutlich was es
heißt, halb verhungert zu sein. Was auffällt, ist nicht die Magerkeit,
nicht einmal die Müdigkeit, sondern
die Gesichtsfarbe. Die Gesichter der Babys in den Kinderwagen
sind leichenfahl; das Fleisch hat ein
wächsernes oder seifenartiges Aussehen. Kleine Kinder sind
gelb, aber die Zwölfjährigen weisen
die Blässe der Erwachsenen auf, außer, wenn sie offenbar durch
Gelbsucht gefärbt sind.“
09. UdSSR, ca. 5 000 000 sowjet. Displaced Persons sind z.T. zwangsweise ,heimgeführt’/repatriiert (hier
werden ca. 150 000 wg.
Kollaborationsverdacht hingerichtet und ca. 250 000 nach Sibirien verbannt)
30.09. SBZ;
Zentralverwaltung f. Volksbildung erlässt Verordnung über die Zulassung zum
Studium; Abt.Ltr.
f. Hochschulen und Wissenschaft ist
Dr. phil. Robert Rompe (KPD, SED, 1951 Nationalpreis, 1953 Dt.
Akademie d. Wissenschaften, 1958
SED-ZK, 1957-90 Forschungsrat der DDR, 1970 VVO) (>8.10.46)
02.10.
Berlin, Bischof Preysing’s
Protestschreiben an Marschall Shukow wg. Verbot von Bekenntnisschulen
05.10.(andere Quelle 19.11.) SBZ;
abweichend vom Potsdamer Abkommen stellt die UdSSR das westl. der
Oder-Grenze gelegene Gebiet Kolbitzow - Pölitz - Neuwarp unter poln.
Verwaltung (>6.7.50/ 14.11.90)
5./6.10. BBZ;
Hannover/Wennigsen, SPD-Reichskonferenz (SBZ-Vertreter Grotewohl sagt
West-Delegierten
u.a. „Ich glaube versprechen zu können,
daß wir für Euch die politische Freiheit erkämpfen“ (>19.4.46)
06.10. ABZ; Nürnberg,
Reichsärzteführer u. Reichsgesundheitsführer Dr. Leonardo Conti begeht
Selbstmord
BBZ; Köln, Oberbürgermeister Dr.
Adenauer wird vom britischen Militärgouverneur John Barraclough
entlassen, der Brigadier erklärt Dr.
A. u.a. „Nach meiner Ansicht haben Sie Ihre Pflicht gegenüber der
Bevölkerung Kölns nicht erfüllt. Sie
werden daher heute aus Ihrem Amt als OBB von Köln entlassen.“,
SBZ;
UdSSR stellt westl. der Oder gelegenes Swinemünde unter poln. Verwaltung (>6.7.50/ 22.5.89)
10. SBZ; SPD-Landesparteitag Sachsen wählt Otto Buchwitz
(ex-schlesischer SPD-MdR u. Befürworter
einer Vereinigung mit KPD) als
Landesvorsitzenden - auf anderen Landesparteitagen
sprechen sich
bekannte SPD-Funktionäre wie Werner
Bruschke, Friedrich Ebert (Sohn d.
ex-SPD-Vorsitzenden,
Reichskanzlers u. Reichspräsidenten
F. Ebert), ex-MdR Carl Moltmann u. Vorsitzender d. neugegrün-
deten brandenburgischen SPD,
Thüringens Heinrich Hoffmann und andere nachdrücklich für SPD/
KPD-Zusammenarbeit aus,
SBZ; Jamlitz, NKWD-Lager Nr. 6
(ex-Frankfurt/O.) auf KZ-Gelände eröffnet (>04.1947),
SBZ; Weimar, Marktstr. ein
sowjet. Oberleutnant betritt ein Friseurgeschäft. Er ist angetrunken
u. obwohl der an den Vorraum
angrenzende Friseursalon dicht besetzt war, riß er das etwa 21jährige
Kassenmädchen des Geschäfts über den
Verkaufstisch u vergewaltigt es. Keiner der anwesenden
Männer im Friseursalon wagt gegen
diesen Offizier einzugreifen
8./15.10. ABZ; Wiesbaden, US-Militärgericht, drei
Mitarbeiter der Euthanasie-Anstalt Hadamar werden wg.
Mordes an über 400 poln. und sowjet.
Männern, Frauen u. Kindern zum Tode u. vier MitarbeiterInnen
werden zu langen Haftstrafen verurteilt (>24.2.47)
10.10. Alliierter Kontrollrat, Gesetz Nr. 2 zu Auflösung/Liquidierung von 62 Naziorganisationen (>27.6.81)
12.10. Berlin,
Schreiben des Beraters der amerik. Militärregierung Robert Murphy an
US-Regierung u.a.:
„Allein auf dem Lehrter Bahnhof in
Berlin haben unsere Sanitätsstellen täglich im Durchschnitt zehn
Menschen gezählt die an Erschöpfung, Unterernährung u. Krankheit
gestorben sind. Sieht man das
Elend und die Verzweiflung dieser
Unglücklichen…stellt sich sofort die Erinnerung an Dachau und
Buchenwald ein. Hier ist Strafe… aber
nicht für die Parteibonzen, sondern für Frauen und Kinder…“
15.10. Vatikan;
Dispatch No. 451 an US Department of State u.a.: „Frauen von 10 bis 70 Jahren
sind
geschändet worden...Die schlimmsten
Verbrechen wurden in der Kurfürstendamm-Gegend in
Gegenwart von Angehörigen
(Ehemännern, Vätern, Müttern, Brüdern) verübt. Im Franziskus-
Sanatorium wurden Nonnen
vergewaltigt, obwohl sie ihren Habitus trugen...Prof. Schüler vom
Rittberg-Krankenhaus in Lichterfelde brachte
seine Frau und Tochter und dann sich selbst ums
Leben, um die Qual ihrer
Vergewaltigung nicht ertragen zu müssen...“ (>6.11.45/ 4.1.49/ 22.2.2002),
Frankreich; Paris, Hinrichtung
v. ex-Min.-Präs. Pierre Laval (Präs. Henri Pétain erhält lebenslänglich,
wg. Kollaboration mit Deutschen
wurden in Frankreich tausende Franzosen spontan und ca. 1 300
standgerichtlich zum Tode verurteilt,
Gen. de Gaulle schreibt von 5 167 Todesurteilen!)
18.10. SBZ; Gemeinsamer Aufruf des ZK der KPD und des Zentralausschusses der SPD zu demokratischer
Schulreform „An alle Eltern, Lehrer und Hochschullehrer! …War es von jeher schon das Erbübel der
deutschen Schule, Untertanen statt selbstständig denkende Menschen zu erziehen, so erniedrigte die
NS-Herrschaft die Schule völlig zur Drillanstalt für den Raubkrieg...Alle…wahrhaft demokratischen
Kräfte werden…mit uns für folgende Grundforderungen eintreten: 1. Die heranwachsende Generation
…muß…zum selbstständigen, aufrechten, freiheitlichen und fortschrittlichen Denken und Handeln er-
zogen werden. 2…3.Alle Bildungsprivilegien einzelner Schichten müssen fallen. Das Ziel…ist…allen
Befähigten ohne Rücksicht auf Herkunft, Stellung und Vermögen der Eltern der Weg zu den höchsten
Bildungsstätten des Landes frei gemacht wird…Deutsche Jugend!...Die deutsche Schule muß eine
Bildungsstätte des gesamten Volkes
werden, die jedem Begabten Fortschritt und Aufstieg gewähr-
leistet und dazu hilft, daß die Welt
die Deutschen wieder als Kulturvolk achtet.“ späteres Ergebnis ist:
Schulzwang, Bildungsdiskriminierung, verfolgte Schüler,
SBZ; Greußen, erste
Verhaftungen von insges. 38 ,Greußener Jungen’ im Alter von 14 bis 25 Jahren
wg. Flugblatt-Verteilens; Karl Heinz
Anders, Richard Anschütz, Karl Bähr, Hermann Beisker, Hans-
Joachim Biber, Horst Blank, Horst
Burghardt, Max Dreißig, Hans Dünkel, Hans Garbe, Fritz Gerlach,
Hans Götze, Horst Goymann, Siegfried
Gräser, Helmuth Henze, Gerhard Hohenstein, Kurt Hüllemann,
Helmuth Karlstedt, Jürgen Kirmes,
Otto Landgraf, Werner Limpert, Wolfgang Mieth, Norbert Müller,
Rudi Muscho, Herwarth Neubert, Arno
Neuschild, Horst Nolde, Hans-Joachim Pfeiffer, Karl-Heinz
Schaumburg, Joachim Scherzberg,
Alfred Sittkus, Paul Stieding, Heinz Trinks, Helmuth Trotzer, Kurt
Weiß, Harry Zimmermann u. zwei
bedeutend Ältere, Richard Bohrloch u. Alfred Hafermalz werden z.T.
wg. ihrer früheren NSDAP bzw.
HJ-Mitgliedschaft von KPD-Mitgl. Willi Koch fälschlich denunziert, sie
werden gefoltert und trotz erwiesener
Unschuld in 7.1946 von Sowjet. Militär Tribunal zu Todesstrafen
bzw. Arbeitslager zwischen 5 und 15
Jahren verurteilt und im NKWD-Lager Sachsenhausen jahrelang
inhaftiert (sie wurden selbst dann nicht entlassen als Denunziant Koch wg. erwiesener Unhaltbarkeit
seiner Anschuldigungen
vom LG Weimar verurteilt wird), nur 14
von ihnen kehren lebend zurück/ 1950
werden am „Tag der Republik“ Karl
Heinz Anders, Norbert Müller, Hans Götze u. Joachim Scherzberg
freigelassen (Präs. W. Pieck’s
SED-Staatssekr. Dr. Leo Zuckermann schreibt „Dieser Gnadenerweis
ist ein Ausdruck der Stärke unserer
Republik“. 1952 flieht SED-Mitgl. Dr. jur. Zuckermann in die BRD,
1995 werden die ersten ,Greußener
Jungen’ von der Obersten Militärstaatsanwaltschaft Moskau
rehabilitiert) (>25.6.1946) > verfolgte
Schüler,
besetztes Königsberg wird sowjet. Sondermilitärkreis mit ca. 130 000 Deutschen (>6.11.45/ 7.4.46)
19.10. ABZ; „Stuttgarter Erklärung“ d. Rat d. EKD u.a.:„...Wohl haben wir lange Jahre im Namen Jesu Christi
gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Aus-
druck
gefunden hat; aber wir klagen uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, nicht
treuer gebetet, nicht
fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben. Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang
gemacht werden...“ gez. Landesbischof D. Wurm, Pastor Niemöller, Bischof Dr. Dibelius (>22.4.39),
Superintendenten Held und Hahn, Pastoren Niesel und Asmussen, Dr. Dr. Heinemann;
Bischof Schönherr: „...wir von der Bekennenden Kirche waren nur eine kleine Minderheit“ (>7.2.92),
Prof. Dr. Klaus Scholder: „...zunächst langsam dann nach dem 30.1.1933 immer schneller, faßten die
Deutschen Christen im deutschen Protestantismus Fuß. Binnen Jahresfrist war es um die
konsistorialen Kirchenleitungen nahezu überall geschehen. Die Deutschen Christen hatten, ihrem
politischen Vorbild folgend, die evangelische Kirche erobert...“
Prof. Dr. Trutz Rendtorff: „Kirche und Widerstandsbewegung decken sich nicht...unter den Akteuren
und Opfern des Widerstands (bildeten) Theologen und Kirchenleute den mit Abstand geringsten Teil.“
1950 findet die EKD-Synode ein „Wort zur Schuld an Israel“,
Großbritannien; „The Times“, Bertrand Russell: „In Osteuropa werden jetzt von unseren Verbündeten
Massendeportationen in einem unerhörten Ausmaß durchgeführt und man hat offenichtlich die
Absicht, viele Millionen Deutsche auszulöschen, nicht durch Gas, sondern dadurch, daß man ihnen ihr
Zuhause und ihre Nahrung nimmt und sie einem, langen schmerzhaften Hungertod ausliefert…Im
Potsdamer Abkommen wird vorgeschrieben, daß die Ausweisungen von Deutschen in ,geregelter und
humaner’ Weise durchgeführt werden sollten. Und es ist wohl bekannt…daß diese Bedingung von
unseren russischen und polnischen Verbündeten nicht beachtet worden ist.“
Großbritannien; „The Times“, Bertrand Russell: „In
Osteuropa werden jetzt von unseren Verbündeten
Massendeportationen in einem
unerhörten Ausmaß durchgeführt und man hat offensichtlich die
Absicht, viele Millionen Deutsche
auszulöschen, nicht durch Gas, sondern dadurch, daß man ihnen ihr
Zuhause und ihre Nahrung nimmt und
sie einem, langen schmerzhaften Hungertod ausliefert…Im
Potsdamer Abkommen wird
vorgeschrieben, daß die Ausweisungen von Deutschen in ,geregelter und
humaner’ Weise durchgeführt werden
sollten. Und es ist wohl bekannt…daß diese Bedingung von
unseren russischen und polnischen
Verbündeten nicht beachtet worden ist.“
20.10. Alliierter Kontrollrat,
Proklamation Nr. 3 über „Grundsätze der Gestaltung der Rechtspflege“, u.a.
„Der Zugang zum Richteramt
steht…allen Personen offen, sofern sie die Grundsätze der Demokratie
anerkennen.“ (>30.10.1945)
21.10. SBZ; Befehl des
Obersten Chefs d. SMAD, Marschall G. Shukow, zu Festsetzung von Lebensmittel-
rationen in Gramm und pro Tag
Brot Nährmittel Kartoffeln
Zucker Marmelade Fleisch
Fett
1. Schwerstarbeiter 450
40 500 25 30 40 20
2. Schwerarbeiter 400 40 400 25 30 40 20
3. sonst. Arbeiter 350
20 300 20 30 25 10
4. Angestellte 250 15 300 20 30 20 10
5. Kinder bis 15 J. 200
10 300 25 30 15 10
6. übrige Bevölk. 200 10 300 15 30 - -
Für die Einstufung der
Bevölkerungsgruppen sind Richtlinien herausgegeben. Zu den Bevölkerung-
gruppen 1 bis 3 gehören auch:
Professoren, Prominente in Kunst und Wissenschaft, Ärzte, Personen
in leitenden Stellungen,
Lehrer...Werdende und stillende Mütter erhalten vom 6. Monat an bis zum
4. Monat nach der Geburt zusätzlich
pro Monat 300 g Nährmittel, 300 g Zucker, 100 g Fett, außerdem
¼ Liter Milch täglich (>10.7.46)
22.10. ABZ; München,
Dr. Ludwig Erhard (parteilos) wird bayr. Wirtschaftsmin. (>21.12.46)
23.10. Berlin, „Berliner Zeitung“ „Der Jugend muß geholfen werden“ „Eines der dringendsten Probleme…ist
die Jugendfrage…Millionen blieben ohne geregelte Schule…Millionen verloren Heim und Eltern oder
gerieten mit
den KLV-Lagern in das Chaos der zusammenbrechenden Front…“ >verfolgte
Schüler
24.10. Norwegen; Hinrichtung von ex-Min.-Präs. Vidkun
Quisling (am 10.9. zum Tode verurteilt)
25.10. ABZ;
Nürnberg, der ex-Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley begeht
Selbstmord
26.10.
Berlin, Beginn der ,Aktion Storch’ - der Evakuierung unterernährter Berliner
Kriegskinder in die BBZ
28.10.
Bistum Berlin, Bischof Preysings
„Hirtenwort zur religiösen Kindererziehung“ > verfolgte Schüler
29.10. SBZ; Sachsen,
1.Verordnung zur Enteignung von Industriebetrieben „...zur Sicherung der
Demokratie
und des Friedens beschließt die
Landesverwaltung Sachsen, die dem Kriegsverbrecher Flick gehören-
den und in...Sachsen gelegenen
Unternehmungen...zu enteignen...Die Überführung in das Eigentum
des Landes erfolgt ohne
Entschädigung...“ (bis
1948 kommt es in der gesamten SBZ zur Enteignung
von ca. 9 981 Industrie- u.
Handwerksbetrieben, Banken, Versicherungen, Läden, Restaurants usw.)
(>30.10.45/ 8.2.49/ 2.3.90/
20.9.90)
30.10. Alliierter
Kontrollrat, Gesetz Nr. 4 zur „Umgestaltung des deutschen Gerichtswesens“, u.a.
„Zwecks
Durchführung der Umgestaltung des
deutschen Gerichtswesens müssen alle früheren Mitglieder der
Nazi-Partei, die sich aktiv für deren
Tätigkeit eingesetzt haben, und alle anderen Personen, die an den
Strafmethoden des Hitler-Regimes
direkten Anteil hatten, ihres Amtes als Richter oder Staatsanwalt
enthoben werden u. dürfen nicht zu solchen Ämtern zugelassen werden.“ (>28.6.50/ 8.2.51/ 25.8.51/
2.10.54/
27.1.56/ 18.1.60/ 4.5.60/ 13.6.61/
21.3.62/ 14.5.62),
SBZ; SMAD-Befehle Nr. 124 u.
126 (Art. 48 und 53 der Haager Landkriegsordnung HLKO verletzend)
über Beschlagnahme u. provisorische
Übernahme einiger Eigentumskategorien (entschädigungslos
enteignet o. beschlagnahmt wird, z.T.
mit Hilfe von „Sequesterkommissionen“, Eigentum des Reiches
u. Preußens, verbotener
Organisationen, Eigentum von NSDAP-Amtsleitern, führenden Mitgliedern u.
einflußreichen Anhängern sowie u.a.
Eigentum der Personen die vom sowjet. Militär durch besondere
Listen oder auf andere Weise
bezeichnet werden (insges. ca. 7 000 Betriebe, ca. 4 500 werden in der
SBZ demontiert u. in die UdSSR
abtransportiert, zusammen mit 11 800 km Eisenbahnschienen - zum
Vergleich: in den Westzonen sind es
ca. 670 Betriebe. Für 213 Betriebe wird die UdSSR neuer Eigen-
tümer („sozialistische
Arisierung“), sie heißen Sowjet. Aktiengesellschaften -
wie z.B. die SAG Wismut
zum Abbau 1 000er Tonnen Uran für
sowjet. Atomwaffen - und werden 1953 für ca. M 2 550 000 000
von der DDR zurückgekauft) (>21.5.46/ 5.6.46/ 30.6.46/ 1.12.53/ 20.9.61/ 20.2.67/ 2.3.90/ 31.8.90/
20.9.90/ 30.1.91/ 18.3.91/ 23.4.91/ 14.7.92/ 4.10.95/ 20.12.95/ 17.6.96/ 21.12.2000/ 18.9.01/ 25.3.02)
11. USA; New York, Gründung von CARE Cooperative for American Remittances to Europe (02.1946 wird
die zweite Hilfsorganisation CRALOG Council of Relief Agencies Licensed for Operation in Germany
ebenfalls von Kirchen, der Heilsarmee, Gewerkschaften u. Wohlfahrtsverbänden gegründet, bis 1960
werden durch
Spenden ca. 10 000 000 Pakete und 320 000 t Hilfsgüter nach Deutschland
geschickt)
04.11. SBZ;
Berlin, Gemeinsame SPD/KPD Kundgebung zur Schulreform, Reden Max Kreuzigers
(SPD), Dr.
Wilhelm Külzs (LDPD), Eugen Hanisch
alias Anton Ackermanns (KPD) u.a. „Wahrzeichen der
deutschen Schule...war nicht mehr das
Buch, das Wahrzeichen...war der Dolch der Hitler-Jugend...“-
„höhere Bildung war...nicht Anrecht
der Begabten aus allen Schichten...sondern Privileg der Reichen...
dies reaktionäre Bildungsprivileg...soll aus
der Welt geschafft werden.“-„Was...religiöse Erziehung...an-
belangt, sind wir der Meinung, daß
dem Elternhaus...nicht der geringste Zwang angetan werden darf.“
06.11. sowjet. verwaltetes Ostpreußen; Königsberg, Tag der Roten Armee, der von den Sowjets eingesetzte
Bezirksbürgermeister u. Kommunist Hermann Matzkowski berichtete, die Sowjetsoldaten schienen
sogar Erlaubnis zu jeder Art von Übergriffen erhalten zu haben. „Die Männer wurden verprügelt, die
meisten Frauen vergewaltigt, so auch meine 71 Jahre alte Mutter, die zu Weihnachten starb.“
Aleksandr
Solschenizyn, sowjetischer Offizier in Ostpreußen schildert später in Preußische Nächte:
„Zweiundzwanzig, Höringstraße. Noch kein Brand, doch
wüst, geplündert.
Durch die Wand gedämpft – ein
Stöhnen: Lebend finde ich noch die Mutter.
Waren’s viele auf der Matratze?
Kompanie? Ein Zug? Was machte es!
Tochter – Kind noch, gleich getötet.
Alles schlicht nach der Parole:
Nichts vergessen! Nichts verzeih’n!
Blut für Blut! – und Zahn für Zahn.
Wer noch Jungfrau, wird zum Weibe,
und die Weiber – Leichen bald,
Schon vernebelt, Augen blutig,
bittet: Töte mich, Soldat!“(>1.5.46/ 06.46/
4.1.49/ 13.2.74/ 22.2.2002)
09.11. ABZ; Bremen,
der norweg. IMT-Berichterstatter Major Herbert Frahm alias Willy Brandt trifft
ein - seit
10.1944 in Schweden von der SAP zur
Exil-SPD gewechselt, besucht Parteifreunde und mit SPD-
Bürgermeister Wilhelm Kaisen‘s Hilfe
seine Mutter in Lübeck (>14.11.45/ 17.1.47/ 1.2.48/ 1.7.48) (ein
anderer IMT-Berichterstatter ist der
sowjet. Kontrolloffizier Mark F. Wolf, später MfS-Generaloberst)
9.11./21.12. Frankreich;
Paris, Reparationskonferenz mit Albanien, Australien, Ägypten, Belgien,
Dänemark,
Frankreich, Großbritannien,
Griechenland, Indien, Jugoslawien, Kanada, Luxembourg, Neuseeland,
Niederlande, Norwegen, Südafrika,
Tschechoslowakei u. USA (die UdSSR ist nicht vertreten)
10.11. ABZ;
Kronberg/Taunus, Päpstliche Mission für Flüchtlinge eröffnet (>16.5.46)
12.11. USA; „TIME“
veröffentlicht mit Überschrift „Sünde ihrer Eltern“ ein Bild dreier deutscher
Waisenkinder
aus Danzig und berichtet
„Diese drei deutschen Kinder büßen für die Sünden, die ihre Eltern vielleicht
begingen. Weggejagt aus
einem polnischen Waisenhaus in Danzig, wurden sie in vollgestopften Vieh-
wagen nach Deutschland
ohne ärztliche Betreuung und beinahe ohne Lebensmittel zurückgeschickt.
Die Polen, deren Kinder
vor gar nicht langer Zeit ähnlich aussahen, sind dabei, sämtliche Kranken-
häuser von Deutschen zu
säubern, egal wie krank sie sind. Der Junge, links, ist 9 Jahre alt und wiegt
18 Kilo und ist zu
schwach, um zu stehen. Der Junge in der Mitte ist 12 und wiegt 21 Kilo. Seine
Schwester, rechts, ist 8
und wiegt 17 Kilo.“ > verfolgte Schüler
14.11./1.10.46
ABZ; Nürnberg, IMT-Hauptkriegsverbrecher-Prozeß gegen Hermann Göring, Wilhelm Keitel,
Karl Dönitz, Martin Bormann, Dr. Hans
Frank, Dr. Wilhelm Frick, Hans Fritzsche, Dr. Robert Ley, Dr.
Walther Funk, Rudolf Heß, Alfred
Jodl, Dr. Ernst Kaltenbrunner, Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach,
Konstantin v. Neurath, Franz v.
Papen, Erich Raeder, Joachim v. Ribbentrop, Alfred Rosenberg, Fritz
Sauckel, Julius Streicher; Dr.
Hjalmar Schacht, Baldur v. Schirach, Dr. Arthur Seyß-Inquart und Albert
Speer; die Richter: Sir Geoffrey Lawrence (GB), Francis A.
Biddle (USA), Iola T. Nitischenko (UdSSR),
Henri Donnedieu de Vabres (F), die
Chefankläger: Sir Harley Shawcross (GB), Robert H. Jackson
(USA), Roman Rudenko (UdSSR),
Francoise de Menthon (F); nach 216 Verhandlungstagen in denen
236 Zeugen gehört u. 38 000
eidesstattliche Versicherungen entgegengenommen werden endet der
Prozeß mit Todesurteilen gegen
Bormann (in Abwesenheit), Frank, Frick, Göring, Jodl, Kaltenbrunner,
Keitel, v. Ribbentrop, Rosenberg,
Sauckel, Seyß-Inquart (vollstreckt am 16.10.46, Göring begeht Stdn.
zuvor Selbstmord), Haftstrafen von 10
Jahren bis lebenslänglich werden gegen Dönitz, Funk, Heß,
v. Neurath, Raeder, v. Schirach,
Speer verhängt (1966 sind alle außer Heß entlassen >21.5.75, 1987
begeht Heß in Haft Selbstmord),
freigesprochen werden Fritzsche, v. Papen (>24.2.47) u. Dr. Schacht
(obwohl entscheidend zur dt.
Aufrüstung beigetragen und gegen sowjet. Protest, Dr. S. gründet 1953
die Schacht&Co.-Bank und wird
Finanzberater u.a. von Ägypten, Syrien, Libyen, Iran, Brasilien) (die
BRD erkennt „natürlich“ die Urteile
nie als rechtswirksam an) (>3.5.46/
12.11.48/ 17.9.52/ 30.1.97)
15.11./13.12.1945
Dachau-Prozeß gegen Martin Gottfried Weiß und 39 Angehörige des Lagerpersonals
19.11. ABZ; Denkschrift
der Generale: „Das Deutsche Heer von 1920-1940“(!!) von Generalfeldmarschall
Walther v. Brauchitsch, Generalfeldmarschall Erich v.
Manstein, Generaloberst Franz Halder, General
Walter Warlimont u. General Siegfried
Westphal für Nürnberger OKW-Prozeß gegen Wilhelm v. Leeb
und andere verfasst um „darzulegen,
daß das Heer gegen Partei und SS
eingestellt gewesen sei,
nahezu alle wichtigen Entscheidungen
Hitlers missbilligt u. gegen Kriegsverbrechen opponiert habe...“
und verharmlost die Rolle von OKW und
OKH im 2.Weltkrieg. („Nicht einer der Verfasser habe sich
der
Verantwortung
für sein eigenes Handeln oder Unterlassen gestellt. Dennoch erhoben sie den
Anspruch, mit ihrer Darstellung eine
Pflicht gegenüber den Soldaten des deutschen Heeres zu erfüllen
u. verbanden ihr Anliegen mit Kritik
am militärischen Widerstand gegen Hitler.“ schreibt
Militärhistoriker
Manfred Messerschmidt später; Kunrat v. Hammerstein
schreibt „Die Heerführer des 2.Weltkrieges…
tragen aufgrund ihrer umfassenden
Kenntnis der Lage, ihrer Erziehung und ihrer Stellung für das
Schicksal ihres Volkes eine sehr
schwere Verantwortung, die sie nicht auf Hitler abwälzen können.
Deshalb sollte man keinen
Heerführermythos erfinden, um ausgerechnet den Aufbau der neuen
Wehrmacht zu fördern.“), etliche militär. Führungsschichtangehörige darunter 35 Generale d.
Heeres,
6 Generale d. Luftwaffe, 8 Admirale,
13 Generale d. Waffen-SS u. 5 Generale d. Polizei begingen bei
Kriegsende Selbstmord (>30.12.47/ 24.8.49/
19.12.49/ 5./11.10.50/ 8.11.50/ 24.11.67)
23.11. bei seinem Verhör
erklärt der 15jährige Sohn von KZ Mauthausen-Kommandant Franz Ziereis: „Zu
meinem Geburtstag hat mir mein Vater
40 Häftlinge zur Verfügung gestellt, um mich das Schießen zu
lehren. Ich schoß, bis alle Häftlinge
tot auf dem Boden lagen…“,
SBZ; Dresden, der jüd. - „weil sie ihm in der Zeit der Verfolgung nicht einen Schimmer von Hoffnung“
gab - am 18.8. aus der ev. Kirche ausgetretene Prof. Dr. Victor Klemperer wird KPD-Mitgl., Abend-
gymnasiums- u. Volkshochschulleiter (1946 SED, Landesleitung Kulturbund Sachsen, 1947 Professor
Uni. Greifswald, 1948 Professor Uni. Halle, Zentralvorstand Gesellschaft für dt.-sowjet. Freundschaft,
1950-58 AdV, Mitgl. Ausschuß für Volksbildung, 1951 Zentralvorstand Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes, Professor Humboldt-Uni. Berlin, 1953 Mitgl. Akademie der Wissenschaften, 1956 Vater-
länd. Verdienstorden. Zitate: „Ganz Deutschland zieht Hitler den Kommunisten vor. Und ich sehe
keinen Unterschied zwischen beiden Bewegungen…Beide sind materialistisch und tyrannisch, beide
mißachten die Freiheit des Geistes und des Individuums“, Prof. K. bezeichnete den Ausschluß jüd.
Schüler von dt. Schulen als „eine der ruchlosesten Taten der NSDAP“) > verfolgte Schüler
30.11. Kontrollratsgesetz Nr. 9 über Beschlagnahme und Kontrolle des Vermögens der IG Farbenindustrie
(in westl.
Besatzungszonen folgt Entflechtung der IG Farben in BASF, Bayer und Hoechst)
01.12. SBZ;
Volkszählung, Wohnbevölkerung insges. 16 194 626; von den 1 268 000 Menschen
von 18 - 25
Jahren sind 75% weiblich, von den 25% männl.
jungen Menschen war über 1/3 Kriegsverwundete
2./3.12. SBZ;
Anna-Magdalena-Bach-Schule Pankow, 1.Delegierten-Treffen der antifaschistischen
Zentralen
u. Landesjugendausschüsse, Motto:
„Das Leben ruft die Jugend“; E. Honecker vor Jugendausschuss-
Leitern u.a.: „Die
Verschiedenartigkeit des Glaubens u. des weltanschaulichen Bekenntnisses sind
für
uns kein Grund zu Trennung. Wir sind auf diesem Gebiet für
volle Toleranz.“ (einem Mitarbeiter sagt
E. Honecker u.a. „Wir sind
Kommunisten und müssen leider unsere Wünsche den Erfordernissen der
politischen Situation anpassen. Eine
Arbeiterjugendsorganisation würde bedeuten, daß wir noch mehr
Jugendorganisationen zulassen
müssen…Wir müssen an die ganze Jugend heran und denken gar
nicht daran, einen Teil der Jugend
den bürgerlichen Kreisen zu überlassen.“)
> verfolgte Schüler
06.12.
SBZ; SMAD-Befehl Nr. 162 über Teilnahmer an Neulehrer-Kursen (einige wie
Gerda v. Billerbeck,
Helga Kaiser, Armin Neufeld, Karl
Roth waren im Nationalsozialismus politisch verfolgte Schüler)
08.12. SBZ; Dt. Verwaltung für Volksbildung beginnt
Bildungspolitik-Sowjetisierung u. erlässt im Namen
Generalleutn. Pjotr W. Solotuchin’s
SMAD-Abt.
Volksbildung „Grundlegende Hinweise über
die Zu-
lassung zum Studium an Universitäten
und Hochschulen“ u.a. durch Notabitur-„Vorstudienanstalten“
mit vielfach überschrittenem 40%
KPD/SED-Teilnehmer-Mindestsoll (Vorläufer der 1949 gegründeten
Arbeiter-
u. Bauernfakultäten mit Abiturabschluß nach 3 Jahren für oft von
FDGB-„Betriebsgewerk-
schaftsleitungen“ der VEB und
Kaderkommissionen ausgesuchte Arbeiter u. Bauern; ABF „hatten
einen wesentlichen Anteil an der
Herausbildung einer sozialistischen Intelligenz“, viele schliessen
1961) > verfolgte Schüler /Bildungsdiskriminierung (>03.1948/ 31.3.49/
22./26.8.49/ 14.3.50)
8.12./5.4.1946 ABZ;
Nürnberger Prozeß gegen Alfried Krupp v. Bohlen und Halbach u. andere
Industrielle
14.12. Belgien;
Christkönig- und Wallonische Legion-Gründer SS-General Léon Degrelle wird in
Abwesen-
heit zum Tode verurteilt (Caudillo
General Francisco Franco gewährt ihm in Spanien Asyl)
16.12./26.12. UdSSR;
Moskau, Interimstreffen des Rates alliierter Außenminister
17.12. SBZ;
SMAD-Anweisung zur Ausbildung „antifaschistischer“ Volksrichter (Beginn ab
1.2.46) (>2.6.47/
11.5.51/ 1.3.60/ 13.6.61/ 16.11.95)
20.12.
Alliierter Kontrollrat (General Georgi K. Shukow, UdSSR/ General Joseph T.
McNarney, USA/ Feld-
marschall Bernard L. Montgomery, GB/
Generalleutnant Louis Koeltz, F) erlässt Gesetz Nr. 10 über
„Bestrafung von Personen, die sich Kriegsverbrechen
(Gewalttaten oder Vergehen gegen Leib, Leben
oder Eigentum), Verbrechen gegen
Frieden oder gegen Menschlichkeit schuldig gemacht haben“,
Art. II,1. Jeder der folgenden Tatbestände
stellt ein Verbrechen dar: a) Verbrechen gegen den Frieden
b) Kriegsverbrechen c) Verbrechen
gegen die Menschlichkeit…Verfolgung aus politischen, rassischen
oder religiösen Gründen, ohne
Rücksicht darauf, ob sie das nationale Recht des Landes, in welchem
die Handlung begangen worden ist,
verletzen.“ (mit Verjährungsausschluß! Art. II,1.c) wird seither von
allen regierenden Parteien und
Justizbehörden beider deutscher Staaten wissentlich ignoriert)
> verfolgte Schüler (>13.9.48/ 1.1.50/ 5.12.52/ 1.9.64/ 28.1.72/
17.8.90/ 31.8.90/ 6.9.90),
SBZ; 1.Tagung
„Sechziger-Ausschuß“, je 16 Mitglieder des ZA der SPD: u.a. Grotewohl,
Dahrendorf,
Fechner, Lehmann u. des ZK der KPD: u.a.
Pieck, Ulbricht, Ackermann, Dahlem. O.
Grotewohl (SPD)
trägt u.a. M.
Fechner’s (SPD) Schreiben an W. Ulbricht (KPD) „die ersehnte
Eineitsorganisation der
Arbeiterklasse zu schaffen“ vor,
Entschließung: „Die Erweiterung und Vertiefung der Aktionseinheit
soll den Auftakt zur Verwirklichung
der politischen u. organisatorischen Einheit der Arbeiterbewegung,
d.h. zur Verschmelzung der SPD und
der KPD zu einer einheitlichen Partei bilden. Auch über den
Weg zur Schaffung der Einheitspartei
konnte nach lebhafter u. kameradschaftlicher Aussprache weit-
gehende Übereinstimmung erzielt
werden...Die Einheitspartei wird eine unabhängige deutsche
sozialistische Partei sein...“
(>15.1.46)
20.12./19.2.1948 ABZ; Nürnberger Prozeß wg. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit auf
dem Balkan gegen die „Südost-Generale“ Generalfeldmarschälle Wilhelm List u. Maximilian Freiherr v.
Weichs, Generaloberst Dr. Lothar Rendulic, Generale Hermann Foertsch, Ernst Dehner, Franz
Böhme, Ernst v. Leyser, Hubert Lanz, Helmut Felmy, Wilhelm Speidel und Generalmajor Kurt Ritter v.
Geitner; die Urteile: List u. Kuntze lebenslänglich, Dr. Rendulic und Speidel 20 Jahre, Felmy 15 J.,
Lanz 12 J., Leyser 10 J., Dehner 7 J., Foertsch und v. Geitner Freispruch, Böhme beging am 29.5.47
Selbstmord und v. Weichs Verfahren wurde wg. seines schlechten Gesundheitszustandes eingestellt,
1951 werden Dehner, Felmy, Lanz, v. Leyser, Rendulic und Speidel entlassen, 1952 List und 1953
Kuntze (das Bundesjustizministerium schreibt 1951 z.B. über den amnestierten General Speidel, es
sei nicht feststellbar „daß General Speidel wg. eines Verbrechens verurteilt worden ist, das auch nach
deutschem Recht und deutscher Rechtsauffassung zu einer Verurteilung geführt hätte“(!), damit sind
General Speidels und anderer Verurteilter Pensionsansprüche gesichert)
12. ABZ; Philosophisch-Theologische Hochschule Freising, kath. Polizeibeamtensohn Joseph Ratzinger
beginnt Weihnachten das Studium (1947 legt er das Abitur am Chiemsee-Gymnasium Traunstein ab,
für Mitglieder nationalsozialistischer Jugendorganisationen legt der Vatikan andere Kriterien an als für
Mitglieder sozialistischer Jugendorganisationen, 1953 Promotion, 1957 Habilitation, 1977 Berufung
zum
Kardinal) (>28.7.50/ 29.6.51/ 20.12.85/ 8.10.88/ 29.12.2000/ 5.2.2001) > verfolgte
Schüler,
SBZ; Eisenach, 33 Jugendliche (Schüler, Lehrlinge – die Jüngsten 15 J.) werden als „Werwolf-
Verdächtige“
verhaftet, ein sowjet. Militärtribunal (SMT) verurteilt die Jugendlichen im Namen der
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken willkürlich zu Todes- bzw. hohen Freiheitsstrafen, von acht
ist bekannt, daß sie erschossen wurden, vierzehn sterben im Gefängnis Weimar > verfolgte Schüler
29.12./5.1.46 SBZ;
Wittenberge, Beginn einer Verhaftungswelle von 29 Schülerinnen und Schülern von
12 -
18 Jahren, nach Folterung werden
Klaus Adlung, Walter Andresen, Alfred Braband, Gisela Dohrmann
(15jährig), Bruno Flügge, Irmgard
Flügge, Horst Henning, Horst Hinze, Günter Holz, Arthur Jüngling,
Anneliese Ilgeroth, Horst Klepel,
Karin Klinger, Ursula Klinger, Herbert Klisch, Berta Milcke, Günter
Milcke, Horst Neuendorf, Horst
Peters, Hans Schoof, Günter Schulz, Helga Stubbenhagen, Bernhard
Tittel, Egon Teichmann, Erich Radke,
Bodo Wegner, Hans Wegner, Hans Werner u. Fritz Werner am
9.2.46 vom sowjet. Militärtribunal
(SMT) Brandenburg in Geheimprozeß wg. Verbrechen nach
Art. 58-2/11 des sowjet. StGB
(Ablehnung antifaschistischer Jugendorganisation und Bildung einer
konterrevolutionären Organisation)
verurteilt - 7 Jugendliche zum Tode (3 Urteile werden vollstreckt)
und 21 Jugendliche zu je 10 Jahren u.
einen Schüler zu 7 Jahren Arbeitslager (er verhungert im
NKWD-Lager Sachsenhausen, Gisela
Dohrmann kommt nach 4 Jahren Haft in Brandenburg/Havel,
Perleberg, Alt-Strelitz und im Lager
Sachsenhausen frei) > verfolgte
Schüler (am 7.2.95 werden
alle,
einschl. der Erschossenen, von der Militärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitiert),
SBZ; von den im Januar ’45 an
den Universitäten Berlin, Jena, Halle, Leipzig, Greifswald und Rostock
tätigen 1 260 Professoren der NS-Zeit
sind 931 in die westlichen Besatzungszonen abgewandert
1946
03.01. SBZ;
Wilhelm Pieck’s (KPD) 70.Geburtstagsfeier; Otto Grotewohls (SPD) Grußadresse u.a.: „...so
haben wir etwas...von Herzen
Kommendes zu überreichen, nämlich Dir, lieber Wilhelm Pieck, einen
Händedruck, der nicht nur für heute
Bedeutung haben soll...diese Hände, die sich heute hier gegen-
seitig ergriffen haben, werden
niemals wieder gelöst werden...Garanten dafür sein, daß die Einigkeit
der Arbeiterklasse niemals mehr
gestört wird...Blut will zu Blut.“ (>3.1.48)
05.01. polnisch-sowjet. verwaltete dt. Ostgebiete; NKWD-Lager Landsberg/Warthe wird aufgelöst, ca. 3 000
Häftlinge starben, Überlebende kommen in das NKWD-Lager Nr. 2 Buchenwald (>15.1.1950)
12.01. Alliierter
Kontrollrat, Direktive Nr. 24 zu „Entfernung von Nationalsozialisten und
Personen, die den
Bestrebungen der Alliierten feindlich
gegenüber stehen, aus Ämtern und verantwortlichen Stellungen“,
SBZ; Max Fechner (SPD): „Es wird in
anderen Teilen Deutschlands als selbstverständlich vorausge-
setzt, daß die SPD im russischen
Okkupationsgebiet nicht frei und unabhängig in ihren Entschlüssen
sei. Wir versichern dagegen, daß
diese Annahmen auf böswilligen Informationen beruhen, die...offen-
sichtlich...die Einheit der
Arbeiterklasse (verhindern sollen)“
14.01. Gesetz des Alliierten
Kontrollrats erlaubt Verpflichtung von Frauen für Enttrümmerungsarbeiten
(„Trümmerfrauen“ erhalten in der SBZ
RM 1,08 Stundenlohn - „Trümmermänner“ RM 1,20) (>10.7.46)
15.01. SBZ, Berlin,
1.Studienkommission-Beratung zur Vorbereitung sozialistischer Einheitspartei,
KPD-
Kommissionäre: Pieck, Ulbricht, Ackermann,
Dahlem, SPD-Kommissionäre: Grotewohl, Dahrendorf,
Fechner, Lehmann. Erste Maßnahme ist
Gründung gemeinsamen Verlages für „Einheit - Monatsschrift
zur Vorbereitung der Sozialistischen
Einheitspartei“ (>8.2.46),
Tibet; Lhasa, nach Flucht aus
ca. 4½ jähriger brit. Internierung in Indien treffen die Bergsteiger Peter
Aufschnaiter und Heinrich Harrer hier
ein (bis 1950 arbeiten sie für Regierung und Dalai Lama, dann
fliehen sie vor den chines. Truppen aus
Tibet. Der Film „Sieben Jahre in Tibet“
mit Brad Pitt behandelt
das
Thema wie auch NSDAP-Mitgl. Nr. 6 307 081
Harrer’s gleichnamiges Buch)
(>7.10.50)
17.01. Alliierter
Kontrollrat, Befehl Nr. 3 zu Meldepflicht aller Frauen von 15-60 u. Männer von
14-65 Jahren
18.01. Bischof von Berlin
Graf v. Preysing’s Leumundszeugnis (Persilschein) für Dr. jur. Hans Globke u.a.
„Herr Ministerialrat Dr. Hans Globke
ist mir persönlich bekannt. Ich achte ihn als einen überzeugten
katholischen Christen, dessen Leben
und Handeln von den Grundsätzen des katholischen Glaubens
bestimmt war. Er hat die Gefahren u.
Irrtümer des Nationalsozialismus richtig eingeschätzt und verur-
teilt…war stets bemüht, Übergriffe,
Ungerechtigkeiten u. Gewaltakte…zu verhindern…ist allen Nicht-
beteiligten unbekannt…was die Juden
in Deutschland Herrn Dr. G. zu verdanken haben.“ (>10.1949)
20.01. SBZ; Berlin,
Wiedereröffnung d. Humboldt-Universität (spätere DDR-Kaderschmiede), Paul
Wandel
(KPD) dankt in seiner Rede „vor allen
Dingen Generalleutnant Smirnow und Herrn Solotuchin, Leiter
der Volksbildungsabt. bei der
Sowjetischen Militärverwaltung.“ (Prof. Konstantin Mitropolski leitet die
Abt. Schule der Volksbildungsabt.
während Major Pjotr Nikitin die Abt. Hochschulen und Wissenschaft
der
Volksbildungsabt.
leitet) Bildungsdiskriminierung > verfolgte Schüler (>10.1.47)
26.1./3.2. UdSSR; Riga,
SMT verurteilt mehrere hohe deutsche Offiziere wg. Kriegsverbrechen zum Tode
30.01. Alliierter Kontrollrat erläßt Gesetz Nr. 11 zur Aufhebung einzelner Bestimmungen des dt. Strafrechts
07.02. SBZ; Berlin, KPD-ZK- und SPD-ZR-Vertreter vereinbaren „Ziele…einheitlichen Jugendorganisation“,
West-Berlin; Gründung von DIAS (Drahtfunk im amerik. Sektor), Übertragung über Tel. Nr. 23,
(9.46 Umbenennung in RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) „Eine freie Stimme in einer freien
Welt“ war über Mittelwelle trotz SBZ/DDR-Störsender fast überall zu empfangen)
08.02. BBZ; Braunschweig; Treffen Dr. K. Schumacher u. Herbert Kriedemann mit O. Grotewohl u. Gustav
Dahrendorf,
Dr. Schumacher schlägt Auflösung der SPD-Ost vor, Grotewohl lehnt ab (am 11.2. flieht
Dahrendorf mit Familie u.
militärischer Hilfe in die BBZ, Sohn Ralf macht hier 1947 Abitur) (>19.4.46)
9./11.2. SBZ; Berlin, I. FDGB-Kongreß, Vors. werden Hans Jendretzky (KPD), Bernhard Göring (SPD) und
Ermächtigungsgesetz-Befürworter Ernst Lemmer (CDUD), FDGB wird mit ca. 8,6 Mio. Mitgl. größte
DDR-Massenorganisation
11.02. BBZ;
Burgsteinfurt,
brit. Militärgericht verurteilt letzten BdS Niederlande Dr. jur. Karl
Schöngarth wg.
Ermordung eines alliierten Fliegers zum Tode (Dr. S. wird am 15.5.46 gehenkt)
12.02. SBZ;
Sachsen, Verordnung der Landesverwaltung Sachsen über die Errichtung von
Vorbereitungs-
kursen für das Studium an Hochschulen
u.a. „§ 1 In den Städten Chemnitz, Dresden, Görlitz, Leipzig,
Plauen und Zwickau sind
Vorbereitungskurse für das Studium an Hochschulen einzurichten. § 3 Die
Kurse beginnen am 1.3.1946 und enden
am 30.9.1946. § 4 (1) Zu den Kursen sind Teilnehmer aus
den werktätigen Schichten zuzulassen,
die von einer der demokratischen Parteien, den Gewerk-
schaften, Jugend- und
Frauenausschüssen vorgeschlagen werden…§ 5 Über die Zulassung entschei-
det eine Kommission, die von den
Leitern der Volksbildungsämter der genannten Städte berufen
werden. § 6 Die Kursteilnehmer
verbleiben im Produktionsprozeß…§ 7 An Unterrichtsfächern sind für
die Kurse vorgesehen a) Deutsch, b)
Mathematik, c) Physik und Chemie d) eine Fremdsprache. § 8
Die Kurse schließen mit einer Prüfung
ab, deren Bestehen zum Hochschulstudium berechtigt. § 9 Die
Durchführungsbestimmungen erläßt die Landesverwaltung, Ressort Volksbildung, Abt. Schulwesen“
14.02. polnisch-sowjet. verwaltete
dt. Ostgebiete;
Beginn der ,Operation Schwalbe’, bis Juli 1946 werden ca.
1 020 000 deutsche Vertriebene in
Transporten von je 55 Güterwaggons mit 1
500-2 000 Menschen,
meist über das Lager Friedland, in
die BBZ gebracht, in den Besatzungszonen sind Vertriebene bei
den nicht-vertriebenen Deutschen
häufig unwillkommen und werden mittels „Zuzugssperren“ abge-
wiesen (>2.4.47/ 28.4.47/ 9.6.50/
6.7.50/ 14.9.50/ 17.8.51/ 24.2.62/ 7.6.63/
8.6.63/ 7.3.64/ 22.3.64/
7.12.70/ 7.7.75/ 30.5.83/ 12.9.90/
14.11.90/ 6.9.2000)
15.02. SBZ; Greifswald, der ev. Theologe, Uni-Rektor u. CDUD-Mitgl. Prof. Ernst Lohmeyer wird vom sowjet.
NKWD nach Denunziation verhaftet (am 28.8.46 vom SMT Mecklenburg-Vorpommern im Namen der
UdSSR aus unbekannten Gründen zum Tode verurteilt u. am 19.9.46 im NKWD-Gefängnis Greifswald
erschossen, erfährt die Familie erst 1958 offiziell von seinem Tod. Rußland rehabiltiert Prof. Ernst L..
am 15.8.96 da er „nur aus politischen Motiven verhaftet und verurteilt“ wurde)
16.02. ABZ; Darmstadt,
Eröffnung des Internierungslagers für ca. 28 000 Nazis (insges. 11 amerik.
Lager,
1946 protestieren der kath. Kardinal
v. Faulhaber, Erzbischöf Gröber u. der EKD-Vors. Bischof Wurm
gemeinsam bei den USA gegen die
Internierung von Nationalsozialisten),
BBZ; CDU-Vors. Adenauer
fordert „einheitliche geistige und politische Ausrichtung der CDU-Presse“
21.02. SBZ; Sitzung
des SPD-Parteiausschuß „billigt einstimmig den Vereinigungsbeschluß des
Zentral-
ausschuß der SPD (bis auf Karl Germer
sprachen sich alle Mitglieder des ZA für Durchführung des
Vereinigungsbeschlusses aus)
23.02. ABZ;
Königsbronn, die Mutter von Hitler-Attentäter Georg Elser schreibt an Pastor
Martin Niemöller
wg. dessen, am 6.2.46 in der
Nürnberger Zeitung veröffentlichten Äußerung, nach der ihr Sohn Georg
der SS angehört habe, Frau E.
schreibt Pastor Niemöller das dies nicht die Wahrheit sei (G. Elsers
Anteil am Erbe seines 1942
gestorbenen Vaters fiel 1942 auf Basis des Gesetzes über die Einziehung
kommunistischen Vermögens vom 26.5.33
in Verbindung mit dem Gesetz über die Einziehung volks-
und staatsfeindlichen Vermögens v.
14.7.1933 an das Deutsche Reich, Haftentschädigungs-, Rück-
erstattungs- und
Entschädigungsansprüche wg. Schaden im beruflichen Fortkommen von Schwester
und Schwager, beide 1939/40 für
längere Zeit inhaftiert, werden bis Ende der 50er Jahre abgelehnt,
23.02. ABZ; Königsbronn, die Mutter von Hitler-Attentäter Georg Elser schreibt an Pastor Martin Niemöller
wg. dessen, am 6.2.46 in der Nürnberger Zeitung veröffentlichten Äußerung, nach der ihr Sohn Georg
der SS angehört habe, Frau E. schreibt Pastor Niemöller das dies nicht die Wahrheit sei (G. Elsers
Anteil am Erbe seines 1942 gestorbenen Vaters fiel 1942 auf Basis des Gesetzes über die Einziehung
kommunistischen Vermögens vom 26.5.33 in Verbindung mit dem Gesetz über die Einziehung volks-
und staatsfeindlichen Vermögens v. 14.7.1933 an das Deutsche Reich, Haftentschädigungs-, Rück-
erstattungs- und Entschädigungsansprüche wg. Schaden im beruflichen Fortkommen von Schwester
und Schwager, beide 1939/40 für längere Zeit inhaftiert, werden bis Ende der 50er Jahre abgelehnt,
BBZ; Dr. Konrad Adenauer an Pastor Dr. Bernhard Custodis u.a. „Nach meiner Meinung trägt das
deutsche Volk und tragen auch die Bischöfe und der Klerus eine große Schuld an den Vorgängen in
den Konzentrationslagern. Richtig ist, daß nachher vielleicht nicht mehr viel zu machen war. Die
Schuld liegt früher. Das deutsche Volk, auch Bischöfe und Klerus zum großen Teil, sind auf die
nationalsozialistische Agitation eingegangen,...es hat sich fast widerstandslos, ja zum Teil mit
Begeisterung gleichschalten lassen...Im übrigen hat man aber auch gewußt..., daß die persönliche
Freiheit, alle Rechtsgrundsätze, mit Füßen getreten wurden, daß in den KZ große Grausamkeiten
verübt wurden, daß die Gestapo, unsere SS und z.T. auch unsere Truppen in Polen und Rußland mit
beispiellosen Grausamkeiten gegen die Zivilbevölkerung vorgingen. Die Judenpogrome 1933/38 ge-
schahen in aller Öffentlichkeit. Die Geiselmorde in Frankreich wurden von uns offiziell bekanntge-
geben. Man kann also wirklich nicht behaupten, daß die Öffentlichkeit nichts gewußt habe, daß die
nationalsozialistische Regierung und die Heeresleitung ständig aus Grundsatz gegen das Naturrecht,
gegen die Haager Konvention und gegen die einfachsten Gebote der Menschlichkeit verstießen. Ich
glaube, daß, wenn die Bischöfe alle miteinander an einem bestimmten Tag…von den Kanzeln aus
dagegen Stellung genommen hätten, sie hätten vieles verhindern können. Das ist nicht geschehen,
und dafür gibt es keine Entschuldigung.“ (>22.1.1951/ 3.12.1952/ 20.9.1982),
SBZ; Schwerin, SPD-Landesdelegiertenkonferenz verabschiedet einstimmige Entschließung: „Die
Delegierten appellieren an die bevorstehenden Parteitage der SPD und KPD...den endgültigen
Schlußstrich hinter den tragischen Bruderkampf innerhalb der deutschen Arbeiterklasse zu ziehen,
die letzten Schranken die noch der Einheit und Macht der deutschen Arbeiterklasse entgegen-
standen, niederzureißen und im nationalen Interesse unseres Volkes die Verschmelzung der SPD
und KPD in eine marxistische Einheitspartei zu beschließen.“
26.02. SBZ;
2.„Sechziger-Ausschuss“-Tagung terminiert SPD-/KPD-Vereinigungsparteitag
(>3.4.46),
Zentraler Jugendausschuß beschließt
Bildung der FDJ, Organisationskommission aus KPD und SPD
02. ABZ;
München, DRK-Suchdienst beginnt Kriegskinder-Suchplakataktion „Pinguin“
(Fotograf Hilmar
Pabel fotografierte alle dem Suchdienst gemeldeten Kleinkinder, Aktion endet 1982) (>13.09.1948),
SBZ; Brandenburg, SMT-Prozeß
gegen 29 fast ausschließlich Jugendliche von etwa 15 Jahren, die
antifaschistische Landesjugend
ablehnen und eigene Jugendorganisation gründen, im Namen der
Union der Sozialistischen
Sowjetrepubliken werden 9 Todesurteile (3 vollstreckt) u. 20 Haftstrafen
(9 Verurteilte sterben in
Sachsenhausen) ausgesprochen > verfolgte Schüler
02. UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) berichtet, daß sich 51 307 heimat-
lose Kinder - 27185 under 6 Jahren - in UNRRA-Lagern befinden; darüber hinaus befinden sich bis
zu 50 000 polnische und weißruthenische Jungen im Alter von 12-14 Jahren im Rahmen einer u.a.
von Albert Speer 1944 angeordneten „Heu-Aktion“ in Deutschland > verfolgte Schüler (>1.10.66)
28.02. Belgien; Brüssel, Instituierung Inter-Alliierter-Reparations-Agentur IARA (bis 9.1947 fordern 18 Länder
$ 300 000 000 000 Reparationen für durch NS-Führerkorps-Politik verursachte Schäden) (>8.3.91)
1./8.3. BBZ; Hamburg, British Military Court verurteilt
Geschäftsführer Dr. Bruno Emil Tesch sowie Prokurist
Karl Weinbacher der Fa. TESTA
(Tesch&Stabenow) - KZ-Lieferant für das von den „Dessauer Werken
für Zucker und chemische Produkte AG“
(die enteignete Firma wird VEB Zuckerraffinerie - später VEB
Gärungschemie Dessau) hergestellte
Zyklon B - wg. Kriegsverbrechen zum Tode, Firmentechniker
Dr. Joachim Drohsin wird
freigesprochen (>27.5.1955)
03. SBZ; ex-NKFD-Präsident, „Im
Kreml ist noch Licht“-Stalin-Lyriker Erich Weinert (SED) wird Vizepräs.
der Zentralverwaltung für
Volksbildung (Vertreter v. Paul Wandel)
> verfolgte Schüler
(>23.2.53)
2./3.3. SBZ; Berlin, 1.KPD-Reichskonferenz (in der SBZ gibt es 600 000 KPD-Mitgl. u. 680 000 SPD-Mitgl.),
Erich
Honecker wird Zentralkomitee-Mitglied
05.03.
ABZ, Gesetz Nr. 104 zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus;
fordert in Württemberg-
Baden, Bayern, Hessen von Deutschen über 18 J. Beantwortung eines Fragebogens mit
131 persönl.
Fragen, meist mit Deutschen besetzte „Spruchkammern“ („Kammern der
barmherzigen Brüder“) sollen
ca. 6 Mio. ehemalige NSDAP-Mitglieder in
die Kategorien ,Hauptschuldig’-,Belastet’-, Minderbelastet’-,
,Mitläufer’ u. ,Entlastet’ einstufen um Personen
aus dem gesellschaftlichen Leben auszuschließen „die
die nationalsozialistische
Gewaltherrschaft aktiv unterstützt o. sich durch Verstöße gegen die Grund-
sätze der Gerechtigkeit und der
Menschlichkeit oder durch eigensüchtige Ausnutzung der dadurch
geschaffenen Zustände verantwortlich
gemacht haben". Bis zum Abbruch der Maßnahme werden
1 700 Hauptschuldige, 23 000
Belastete, 150 400 Minderbelastete, 1 006 000 Mitläufer klassifiziert,
bei ca. 3,9 Mio. Deutschen wurden
Spruchkammerverfahren nicht eröffnet oder eingestellt wie z.B. bei
General Hubert Lanz. Mit
Unbedenklichkeitsbescheinigungen („Persilscheine“) durch Bekannte,
Leugnen („Ich komme aus dem Osten und
suche einen Posten, meine Papiere sind verbrannt, Hitler
habe ich nicht gekannt“), der Unkenntnis
„mutiger Braunschweiger“ (SPD-Vorsitz. Kurt Schumacher
sagte über sie „Wenn man sie so reden
hört, muß man glauben, daß der einzige Nazi in Deutschland
Adolf Hitler gewesen sei.“) und
„U-Boot-Fahrer“ (der ex-Führer der U-Boote Großadmiral Karl Dönitz
gab sein Admirals-Ehrenwort von der
NS-Vernichtungsmaschinerie keine Ahnung gehabt zu haben)
und durch massive Bedrohungen von
Spruchkammer-Mitgliedern wird die Maßnahme unterlaufen.
Unter „den eifrigsten Ausstellern
dieser Persilscheine war die Evangelische Kirche“ (Ansbach’s
St. Gumbertus-Kirche-Pfarrer schreibt
für ein NSDAP-Mitgl. seit 1923: „Seine älteste Tochter H. war
damals meine Schülerin…gehörte einer
Klasse der ev. Bekenntnisschule an...die beiden jüngeren
Töchter G. und M. waren in den Jahren
vor ihrem Schulbesuch in einem ev. Kindergarten…alles
Tatsachen, die mit einer
NS-Geisteshaltung nichts zu tun hatten.“, Sühnemaßnahmen gibt es nur für
0,65% aller „Hauptschuldigen“ u.
„Belasteten“ (der „Bund der Verfolgten des Naziregimes“ weist z.B.
daraufhin, daß Herbert Klemm,
Staatssekr. Reichsjustizministerium, als „unbelastet“ eingestuft ist, die
lapidare Antwort vom später
zuständigen Bundesinnenministerium: „Sind von den Entnazifizierungs-
behörden Fehlentscheidungen getroffen
worden, so können sie durch beamtenrechtl. Maßnahmen
nicht korrigiert werden. Vielmehr
müssen im Interesse der Rechtssicherheit und einer endgültigen
Bereinigung der politischen
Vergangenheit die Entnazifizierungsentscheidungen für die weitere
dienstrechtliche Behandlung der
Betroffenen zu Grunde gelegt werden.“, der „Stifterverband Deutsche
Wissenschaft“ zahlt Klemm nach dessen
Entlassung aus Landsberg DM 1 500/Monat!) (>12.10.46/
13.11.46/ 13.10.47/ 1.10.51/ 18.9.87/
22.2.90),
05.03. Norwegen;
Herbert Frahm alias Willy Brandt ist in Oslo, er schreibt in dieser Zeit u.a.
das Vorwort für
sein 1946 im H. Aschehoug & Co.
Verlag, Oslo, erscheinenden Buch „Forbrytere og andre Tyskere“
(„Verbrecher und andere Deutsche“
wird in BRD oder DDR nie veröffentlicht) (>9./10.5.46/ 17.1.47/
1.2.48/ 1.7.48/ 7.10.65) > verfolgte Schüler
06.03. BBZ; „Nordwestdeutscher Rundfunk - NWDR“, Dr. K. Adenauer über CDU-Parteiprogramm u.a. „Die
aktiven Nationalsozialisten und die aktiven Militaristen, die für den Krieg und seine Verlängerung
Verantwortlichen, dazu gehören insbesondere auch gewisse Wirtschaftsführer, müssen aus ihren
Stellungen entfernt…müssen je nach Lage des Falles von deutschen Gerichten bestraft, ihr Vermögen
muß ganz o. teilweise beschlagnahmt werden…Strafe für den der Schuld hat…Nationalsozialistische
Konjunkturgewinne und Kriegsgewinne müssen eingezogen werden…“ (>3.2.47/ 23.3.49/ 9.1.51)
07.03. SBZ; FDJ-Gründung - einschl. „Kindergruppen der FDJ“ (später einziger offiziell zugelassener DDR-
Jugendverband) nach paritätischem Gründungsbeschluß u.a. durch E. Baumann (SPD), E.
Honecker
(KPD), Domvikar Robert Lange sowie
die ev. und kath. Jugendvertreter Oswald Hanisch und Manfred
Klein (CDUD) unterzeichnet, E. Honecker wird FDJ-Vorsitzender > verfolgte Schüler (>1.12.48)
08.03. poln. verwaltete
deutsche Provinzen Brandenburg, Pommern und Schlesien, Dekret über
verlassenen
oder früheren deutschen Besitz (dekret o majątkach opuszczonych i poniemieckich)
10.03. ABZ; Pähl, Prof. Dr. Karl Haushofer und Frau Martha H., geb. Mayer-Doss, begehen Selbstmord
11.03. BBZ; bei Flensburg, KZ-Kommandant und Wirtschaftsverwaltungshauptamt-Amtschef Rudolf Höß
wird als Franz Lang verhaftet (am 25.5.46 an Polen ausgeliefert erklärt er am 12.3.47 eidesstattlich die
Kraft-durch-Freude-Kehrseite am (Zwangsarbeiter-)Arbeitsmarkt „Häftlinge über 50 Jahren wurden nur
selten zum Arbeitseinsatz verwendet, wenn sie besonders kräftig oder…geschult waren; sonst wurden
sie sofort vernichtet“, wird am 2.4.47 zum Tode verurteilt und am 16.4.47 in Auschwitz gehenkt)
12.03. Ungarn; Budapest, Hinrichtung von ex-Min.-Präs. Ferenc Szálasi (Portugal gewährt Reichsverweser
Miklós Horthy Asyl)
14.03. USA; White Sands, Dr. Kurt Debus, Dr. Hans Grüne, Karl Sendler u.a. starten erfolgreich die erste,
der aus dem KZ Dora-Mittelbau/Harz in die USA gebrachten V-2-Raketen (>3.10.47/ 15.4.79)
21.03. BBZ; Hamburg,
„DIE ZEIT“ Dr. Marion Gräfin Dönhoff beschreibt ihre Flucht aus Ostpreußen im
ers-
ten Beitrag: „Ritt gen Westen“ (viele
müssen laufen! Auch Bildungsdiskriminierung/verfolgte Schüler
sind der sog. „roten Gräfin“ u. ihrem
Bruder, ex-NSDAP- u. SS-Mitgl. Dr. jur. Christoph Graf Döhnhoff
unbekannt, auch er schreibt ab 1946
viele Artikel für ZEIT-Lizenzträger Lovis H. Lorenz - bis 1944 ex-
Hauptschriftleiter „Die Woche“, Dr.
jur. Gerd Bucerius - schreibt auch „Persilscheine“, Richard Tüngel
und Korvettenkapitän a.D. Ewald Schmidt
di Simoni) (>20.11.92),
SBZ; Wünsdorf, Marschall
Wassili Sokolowski wird Oberkommandierender d. sowjet. Besatzungs-
truppen, Vors. sowjet.
Militäradministration Deutschlands (SMAD)
23.03. Irland;
Irisches Rotes Kreuz beginnt „Operation
Shamrock“ zur Rehabilitation hungernder Kinder vom
europäischen Festland, etwa 1 000
hungernde Kinder aus Deutschland, Frankreich und Österreich
werden bis zu drei Jahre in Irland
versorgt,
ABZ; EKD, Schreiben Martin
Niemöllers an Ökumenischen Rat der Kirchen: u.a. das Gesetz zur
Befreiung von Nationalsozialismus und
Militarismus öffne den niederen Instinkten des Neides und
Hasses alle Tore, nunmehr werde die
Verfolgung einer bestimmten Gesinnungshaltung in einem
Umfang legalisiert und betrieben „wie
sie selbst unter dem NS-Regime niemals gewesen ist.“
24.03. BBZ; Uni. Köln, CDU-Vors. Dr. Adenauer’s erste programmatische Rede u.a. „Das deutsche Volk…
hat den Staat zum Götzen gemacht und auf den Altar erhoben…Deutschland ist eines der religions-
losesten und unchristlichen Völker Europas. Das war schon vor 1914 so…habe ich damals schon
immer in Berlin das Gefühl gehabt, in einer heidnischen Stadt zu sein.“ (>7.5.53/ 10.2.56/ 16.5.94)
26.03. Vatikan; 2.Appell im Namen Papst Pius XII an die Allierten keine kath.-kroat. Ustascha-Gefangenen
an Jugoslawien auszuliefern (die kroatische „Bruderschaft des heiligen Girolamo in Rom hat an Ihre
Heiligkeit appelliert und Ihn gebeten, in dieser Angelegenheit eine Empfehlung auszusprechen“)
27.03. ABZ;
gemeinsam. Osterhirtenbrief d. kath. Bischofskonferenz u.a.: „Soll eine innere
Gesundung des
Volkes angebahnt werden, so muß
alles, was an Gestapo, Konzentrationslager und ähnliche Dinge
erinnert, aus dem öffentlichen Leben
verbannt werden. Sonst greift eine innere Vergiftung Platz, die
einen moralischen und religiösen
Aufstieg aufs äußerste erschwert, wenn nicht unmöglich macht“, es
wird sogar die „oft verfehlte Art“,
wie die Alliierten öffentliches Leben und Wirtschaft von Anhängern
des NS-Regimes zu säubern suchten,
mit „wie ein Alpdruck“ auf dem Volke lastend angeprangert,
SBZ; Leipzig, 2 000
SPD-Funktionäre sanktionieren mit nur 9 Gegenstimmen Fusion mit KPD
29.3./13.5. ABZ;
Dachau, Mauthausen-Hauptprozeß, AMT verurteilt 58 von 61 wg. diverser
Verbrechen
angeklagte KZ-Mitarbeiter zum Tode (u.a.
die KZ-Ärzte Dr. Friedrich Entress, Dr. Wilhelm Jobst,
Dr. Eduard Krebsbach und Dr. Waldemar
Wolter, sie werden wenig später gehenkt)
03.04.
Philippinen; Manila, der wg. der 10 000 Toten beim Bataan-Todesmarsch
verurteilte japan. General
Masaharu Homma wird erschossen,
SBZ; Berlin-Kaulsdorf,
Verhaftung von Hans Corbat (19jährig wurde er 06.1945 SPD-Mitgl., am 1.4.46
trat er wg. der geplanten
SPD-/KPD-Einheitsfront unter öffentl. Protest aus der SPD aus (08.1946 wird
er von einem SMT wg. Spionage zu 20
Jahren Haft verurteilt, 1956 entlassen flieht er in die BRD und
wird am 30.11.93 von der russ.
Militärstaatsanwaltschaft rehabilitiert) (>19.4.46/ 21./22.4.46/ 16.12.92)
07.04. SBZ; in
Brandenburg/Potsdam, Mecklenburg/Schwerin, Provinz Sachsen//Halle,
Sachsen/Dresden u.
Thüringen/Gotha finden KPD/SPD-Vereinigungsparteitage
der Landesverbände statt (>21./22.4.46),
sowjet. verwaltetes nördliches
Ostpreußen wird mit Königsberg/Kaliningrad
ohne Friedensvertrag als
russischer Teil der UdSSR annektiert und mit Sowjets
bevölkert (>11.10.47)
08.04.
SBZ; „Der Märker“ „Historischer Beschluß in Potsdam: Durch Einheit zum Sozialismus“
14.04. BBZ;
Gelsenkirchen, der erste Hilfszug der „Schweizer Spende für die
Kriegsgeschädigten“ trifft ein
16.04. SBZ; CDUD
stimmt dem KPD/SPD-Grundsatzentwurf über die Schulreform zu
18.04. Niederlande; Den Haag, Internationaler Gerichtshof zur Konfliktbeilegung von UN-Mitgliedsstaaten er-
öffnet
(nicht zu verwechseln mit dem späteren Internationalen Strafgerichtshof)
(>18.9.73/ 17.7.98)
19.04. SBZ; Berlin,Theater am Schiffbauer Damm, 40.SPD-Parteitag, 548 Delegierte beschließen Annahme
der „Grundsätze und Ziele der sozialistischen Einheitspartei“ und wählen 40 Mitglieder für kommenden
SED-Parteivorstand: Otto Grotewohl, Max Fechner, Erich Gniffke, August Karsten, Otto Meier, Helmut
Lehmann, Käte Kern, Richard Weimann, Edith Baumann, Bruno Böttge (Prov. Sachsen), Erich Braun
(Hildesheim), Hans Brede (Kiel), Willi Buch (Braunschweig), Otto Buchwitz (Sachsen), Friedrich Ebert
(Brandenburg), Max Fank (Mecklenburg), Augustin Friedel (Sachsen), Bernhard Göring (Berlin), Karl
Hauser (FrankfurtM.), Ernst Heilmann (Flensburg), Gertrud Hentsch (Sachsen), Ernst u. Heinrich
Hoffmann (Thüringen), Willy Jesse (Mecklenburg), Fritz Jungmann (Prov. Sachsen), Karl Litke (Berlin),
Erich Lübbe (Berlin), Albert Meier (Sachsen), Karl Moltmann (Mecklenburg), Gustav Müller (Rheinl.),
Hermann Prübenau (Prov. Sachsen), Emma Sachse (Thüringen), Yella Schaar (Heidelberg), Hermann
Schlimme (Berlin), Paul Szillat (Brandenburg), Gottlieb Teichert (Essen), Stanislav Trabalski
(Sachsen), Fritz Wagner (Thüringen), Oskar Wegener (Brandenburg), Toni Wohlgemuth (Berlin),
SBZ; Berlin, Deutsches Theater, 15.KPD-Parteitag, 519 Delegierte beschließen Annahme der „Grund-
sätze und Ziele der sozialistischen Einheitspartei“ u. wählen 40 Mitglieder für kommenden SED-Partei-
vorstand: Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht, Martha Arendsee, Eugen Hanisch alias Anton Ackermann,
Johannes R. Becher, Hans Jendretzky, Paul Wandel (Berlin), Walter Biering (Prov. Sachsen), Kurt
Bürger (Mecklenburg), Franz Dahlem, Werner Eggerath, Georg Lotz (Thüringen), Erich Honecker,
Heinz Keßler, Willi Böpple (Mannheim), Albert Buchmann (Stuttgart), Walter Fisch (Frankfurt/M.),
Gustav Gundelach (Hamburg), Olga Körner, Wilhelm Koenen, Ernst Lohagen (Sachsen), Bernhard
Koenen (Prov. Sachsen), Hans Mahle (Berlin), Hermann Matern, Hanna Meltzer, Max Reimann (Ruhr-
gebiet), Paul Merker, Kurt Müller (Hannover), Franz Nickolay (Saargeb.), Hugo Paul (Düsseldorf),
Maria Rentmeister, Prof. Dr. Robert Rompe, Elli Schmidt, Waldemar Schmidt (Berlin), Paul Roch, Willi
Sägebrecht (Brandenburg), Heinrich Schramm (Bremen), Fritz Sperling (München), Hans Warnke
(Mecklenburg), Hermann Zilles (Köln) > verfolgte Schüler
21.04. SBZ; Grundsätze und Ziele der Sozialistischen
Einheitspartei Deutschlands sind u.a. „Demokratische
Reform des gesamten Bildungs- und
Erziehungswesens, Aufbau der Einheitsschule, Erziehung der
Jugend im Geiste einer
fortschrittlichen Demokratie…u. einer wahren Humanität, jeder Deutsche hat
das Anrecht auf Bildung nach seinen Anlagen u. Fähigkeiten…“ > verfolgte Schüler (>22.5.46)
21./22.4.
SBZ; Berlin, Staatsoper, Vereinigungsparteitag mit 548 SPD- u. 507
KPD-Delegierten („Brüder, in
eins nun die Hände“) mit einstimmigen
Vereinigungsbeschluß; Zitat SPD-Grotewohl: „An deinem 70.
Geburtstag, Wilhelm Pieck, reichten
wir uns die Hände für Hunderttausende von Sozialdemokraten
und Kommunisten…Wer einen
geschichtlichen Blick hat, sieht heute Millionen von Sozialisten hinter
uns stehen…“ Zitat KPD-Pieck: „Ja,
lieber Otto Grotewohl, so soll es sein. Wir tragen beide, die wir zu
Vorsitzenden der SED ausersehen sind,
die besondere Verantwortung…Wir werden…das große Werk
vollenden, das wir uns als Ziel
gesetzt haben: den Sozialismus.“ Zitat KPD-Ulbricht: „Mit dem heutigen
Tage gibt es nur noch Sozialisten.“,
SED-Gründung: „Manifest an das Deutsche Volk“ u.a.: „Deutsche
Jugend! Der Nazismus hat euren
Glauben schmählich missbraucht und eure edelsten Tugenden ent-
würdigt. Doch die deutsche Jugend ist
unsere Hoffnung. In euren Händen wird die Zukunft des
Vaterlandes liegen. Unsere
Weltanschauung muß der Glaube der jungen Generation werden. Hier
findet ihr die höchsten Ideale. Die Sozialistische
Einheitspartei Deutschlands wahrt eure Gegenwarts-
interessen in Schule, Beruf und
öffentlichem Leben...“ > verfolgte Schüler (>25.2.48/ 26./28.1.49/
24.3.52/ 22.4.71/ 4.8.90/ 11.8.90/ 27.9.90/ 1./2.10.90)
23.04. SBZ;
Erstausgabe Zentralorgan d. SED „Neues Deutschland“ „Das größte Ereignis für
unser Volk…“,
SBZ; „Der Morgen“ LDPD-Zeitung
„Der erste Parteitag der SED in Berlin...“
24.04. SBZ; „Neue
Zeit“ CDUD-Zeitung „Die Sozialistische Einheitspartei...“
SBZ; „Der Freie Bauer“ „Die
Einheit der Arbeiterklasse und die Bauern...“
25.4/16.5. Frankreich;
Paris, 2.(nach-Potsdam)-Treffen des alliierten Rates der Außenminister
04. BBZ; Hannover, unter direkter
Leitung d. SPD-Vorsitz. Dr. K. Schumacher wird „Betreuungsstelle Ost“
zur Betreuung geflohener SPD-Genossen
geschaffen (Erich Ollenhauer: „Für unsere Genossen in der
Ostzone, die zwangsweise in die SED
gehen mussten.“), es folgen 5.1946 ein „Ostsekretariat“ und ab
5.1948 ein „Ostbüro der SPD“ in West-Berlin
(in den Büros werden Flüchtlinge u. Besucher aus SBZ/
DDR registriert, befragt und betreut)
und Ende 1951 eine West-Berliner Zweigstelle mit Tarnnamen
„Aktionsgemeinschaft FDJ“ eröffnet (Herausgeber
der Monatszeitschrift „Freie Junge Welt“ u. einer
„Jungen Welt“-Tarnausgabe mit
identischer Titelseite des FDJ-Originals und Auflagen bis 150 000;
Kuriere von „Betreuungsstelle Ost“/„Ostbüro
der SPD“ reisen mit gefälschten Ausweisen (auch ge-
fälschten SED-Mitgliedsausweisen) zur
Kontaktpflege, zur Warnung gefährdeter Genossen, zum
Transport von Propaganda- u.
Agitationsmaterial (z.B. „Tatsachen und Berichte aus der Sowjetzone:
Von der HJ zur FDJ, Von der DAF (Dt.
Arbeitsfront) zum FDGB, Von der Gestapo zum SSD, Vom
Dritten Reich zur DDR, Von der
NS-Wehrmacht zur sowjetischen Nationalen Volksarmee“ usw., alle
mit Auflagen von 14 000-20 000), von
gefälschten Mitgliedsmarken des FDGB, der Gesellschaft für
Deutsch-Sowjetische Freundschaft und
zum Rücktransport von Informationen u. Berichten in die SBZ/
DDR; materiell unterstützt wird das
„Ostbüro der SPD“ vom britischen und US-Geheimdienst, vom
Sender RIAS u. vom Bundesministerium
für Gesamtdeutsche Fragen ab 1956 mit ca. DM 300 000/
Jahr; hunderte Kuriere, Mitarbeiter,
V-Leute u. tausende Kontaktpersonen des „Ostbüro der SPD“
werden in den Folgejahren in der
SBZ/DDR verhaftet, verurteilt, in ostdeutschen und sowjet. Lagern u.
Gefängnissen inhaftiert (z.B. werden Helmut Hiller und sieben Mitangeklagte wg. Verbindung zum
Ostbüro der
SPD vom SMT Schwerin im Namen der
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken zu je
25 Jahren Arbeitslager verurteilt,
Hiller kommt 1962 durch „Freikauf“/Menschenhandel in die BRD,
erhält von der SPD in Bonn für 12
Jahre Haft - wie die für das SPD-Ostbüro tätige Susanne Sievers für
8 Jahre Haft - DM 100 (einhundert)
Haftentschädigung (>11.12.1951) und prozessiert danach vor dt.
Richtern mit wechselndem Erfolg gegen
die SPD. Zitat Dr. K. Schumacher: „Mit tiefer Verehrung
verneigen wir uns vor den Opfern des
roten Faschismus. Die Sozialdemokratie hat ein Prinzip..: Die
Kameradinnen und Kameraden nicht
im Stich zu lassen.“); einmal fordert die DDR für den „Freikauf“
eines „SPD-Ostbüro“-Mitarbeiters DM 1
500 000 von der BRD, die Kosten für die Steuerzahler werden
auf DM 800 000 herunter gehandelt,
das Ostbüro schliesst 1971 (>31.5.46/ 18.11.46/ 17.6.49/
12.7.47/ 25.8.52/ 23.9.52/ 11.12.52/ 17.12.52/ 10.1955/ 17.4.57/ 1.6.57/ 1.12.57/ 7.12.66/ 17.12.99)
26.04. ABZ;
EKD-Ratsvorsitzender Bischof Theophil Wurm unterschreibt Eingabe an die
Alliierten gegen das
Entnazifizierungsgesetz: „Unsere
Bedenken richten sich gegen die Grundauffassung des ganzen
Gesetzes. Das Gesetz steht nicht in
allen Stücken im Einklang mit dem natürlichen Rechtsempfinden.
Es beachtet nicht alle elementaren
Rechtsgrundsätze, die die Rechtsordnung von Kulturstaaten kenn-
zeichnen und die ihre letzte Bindung
an Gottes Gebot nicht verleugnen...“, Bischof Wurm hatte 1937
öffentlich verkündet, daß seine
Württembergische Kirche ,judenreiner’ sei als irgendeine andere'
30.04. BBZ;
hannoverscher Landesbischof August Mahrarens verfaßt „um der Wahrheit willen“
eine
Stellungnahme, wonach sich die SA
nicht an Judenpogromen in 1938 beteiligt habe: „vielmehr wurden
die Terrormaßnahmen von weitesten
Kreisen ihrer Mitglieder mißbilligt und eine Beteiligung an ihnen
geradezu abgelehnt...die Mitglieder der
SA zum größten Teil vernünftig denkende Menschen und
keine Parteifanatiker...waren. Sie
erstrebten lediglich eine innere Erneuerung des deutschen Volkes
auf vaterländischer Grundlage und
wurden durch die spätere Entwicklung bitter enttäuscht...Weil sich
hier eine Möglichkeit der
christlichen Verkündigung bot, fanden sich auch überzeugte Christen und
Theologen zur Mitgliedschaft in der
SA bereit...Die Betrüger und nicht die Betrogenen darf die Schuld
und die ganze Härte einer gerechten
Strafe treffen.“
01.05. SBZ;
Halle/Merseburg, Bericht des Magdeburger Bezirkspolizeipräsidenten Briesenbach
an sowjet.
General Gogunow u.a. „Selbst am Tag
der Maifeier wurden am Vorabend gelegentlich des Nach-
hausegehens im Anschluß an den
Fackelumzug weibliche Personen verprügelt...Die weiblichen
Bewohner werden ohne Rücksicht auf
ihr Alter nach schwersten Mißhandlungen im Anschluß an die
Ausplünderung ihrer Wohnungen
vergewaltigt. (Offenbar wurde eine Bewohnerin erst erschossen u.
dann vergewaltigt) Auch am Tage
werden in städt. Anlagen immer gleich auch von mehreren Soldaten
einzeln gehende Frauen nach Zerreißen
ihrer Bekleidungsstücke 5-6mal hintereinander vergewaltigt.“
Zusammenfassend berichtete der
Polizei-Chef, im Raum Halle/ Merseburg seien vom 1.1. bis 3.5.46
folgende schwere Verbrechen durch
„Personen in sowjetischer Uniform“ begangen worden: 34 Morde,
345 Einbrüche, 328 Raubüberfälle, 60
Eisenbahnüberfälle, 123 Rinderdiebstähle, 212 Körper-
verletzungen - 10 davon mit
Todesfolge - sowie 162 Vergewaltigungen (>06.1946/ 4.1.49/ 22.2.2002)
03.05. Frankreich;
Straßburg, NSDAP-Gauleiter Baden-Elsaß u. Reichsverteidigungskommissar Robert
Wagner (Zitat: „Widerstand bis zum
letzten Küchenmesser“) wird zum Tode verurteilt (seine letzten
Worte am 14.8.: „Es lebe
Großdeutschland, es lebe Adolf Hitler, es lebe der Nationalsozialismus“)
3.5./12.11.48 Japan;
Tokyo, im IMT-Hauptkriegsverbrecher-Prozeß werden alle 25 japan. Angeklagten
schuldig gesprochen. Min.-Präs. Tojo
Hideki, Außenmin. Koki Hirota und die Generale Kenji Doihara,
Seishiro Itagaki, Haitaro Kimura,
Iwane Matsui, Akire Muto werden zum Tode verurteilt und gehenkt,
16 Angeklagte werden zu lebenslanger
Haft verurteilt und nach 10 Jahren begnadigt (z.B. Außenmin.
Mamoru Shigemitsu, Außenmin. Matsuoka war zuvor u. Gen. Umezu Yoshijiro war in Haft gestorben)
07.05. Niederlande; Den Haag, Hinrichtung v. Nationaal-Socialistische Beweging NSB-Führer Anton Mussert
(ca. 200 000
niederländ. Nazi-Kollaborateure wurden verhaftet, ca. 200 werden zum Tode
verurteilt)
9./10.5. BBZ;
Hannover, 1.(Westzonen) SPD-Parteitag, Dr. K. Schmacher wird von den ca. 270
Delegierten -
unter ihnen als Vertreter der schwed.
Exil-SPD Herbert Frahm genannt Willy Brandt - zum Vors. und
Erich Ollenhauer als Stellvertr.
gewählt, Dr. Kurt Schumacher fordert in Grundsatzrede den „demokrat.
Staat mit sozialistischem Inhalt“ und
bezeichnet SED-Mitgl. als „rotlackierte Nazis“
(>12.7.47/ 1.2.48)
14.05. SBZ; 2. Sitzung
des Parteivorstands der SED, Beschluß „Der Aufbau des Schulungssystems der
SED“ u.a. zu Parteihochschule „Karl
Marx“ in Liebenwalde (Direktor/Rektor: Willy Kropp (1946-47),
Carl Bose (1946-47), (1. Kurs von 141
Kadern an der ,PHS‘ beginnt bereits am 14.6.46) und zu
Mitgliederschulung, Wochenendkursen,
Kreisschulen und Landesschulen (>10.01.48/ 7.8.51)
16.05. ABZ;
Kronberg/Taunus, Leiter der Päpstlichen Mission für die Flüchtlinge und
„Apostolischer Visitator“
wird der US-Militärbischof Dr.
Aloysius Muench (Dr. M. wird u.a. in Verbindung mit diversen Gnaden-
gesuchen für verurteilte
Kriegsverbrecher z.B. Dr. Hans Eisele genannt (>7.11.49/ 9.3.51/ 19.2.52)
20.05. ABZ; Vorstellung des amerikan. Colm/Dodge/Goldsmith-Plan for the Liquidation of War Finances and
the Financial Rehabilitation of
SBZ; John-Brinckman-Schule
Güstrow, die Schüler Klaus Frehse, Karl-Heinz Köhn, Manfred Kofahl,
Willy Mense, Olant Ohde u. Joachim
Rebs werden verhaftet, zuvor wurden bereits Karl Garbe und
Werner Waßmann verhaftet, sie werden
am 11.9.46 von SMT im Namen der UdSSR wg. „illegaler
Gruppenbildung“ zu langen Haftstrafen
verurteilt, Joachim Rebs überlebt als einziger (er wird am
31.3.1995 vom Obersten Militärstaatsanwalt
in Moskau rehabilitiert) > verfolgte Schüler (>27.9.50),
SBZ; Berlin-Köpenick, Gründung
der provisorischen FDGB-Schule „Theodor Leipart“
21.05.
SBZ; SMAD-Vorsitz. Marschall Wassili
Sokolowski erklärt sowjet. Demontagen als beendet (beendet
werden sie 1948. Allein 1945 vom
sowjet. „Komitee für Beutegut“ enteignete, abtransportierte Edel-
metalle, Zahlungsmittel, Sach- u.
Kunstgegenstände, Bibliotheken, 450 000 Radios u. 60 000 Klaviere
füllten ca. 400 000 Eisenbahnwaggons
u. wurden auf RM 8 000 000 000 geschätzt) (>5.6.46/ 08.1953/
30.11./3.12.98)
22.05. SBZ; Sachsen,
Provinzialverwaltung, „Gesetz zur Demokratisierung der dt. Schule für die
Provinz
Sachsen“ (Schulreform/
Neulehrer-Ausbildung/ Religionsunterricht wird aus Stundenplan entfernt u.
zur alleinigen Verantwortung der
Religionsgemeinschaften, andere SBZ-Provinzen erlassen in Folge-
zeit gleichlautende Gesetze) > verfolgte
Schüler (>1.9.46/ 15.12.50/ 2.12.59/ 25.2.65),
SBZ; Bernau/Bogensee,
Eröffnung ,FDJ-Jugendhochschule beim FDJ-Zentralrat’ in NSDAP-Propa-
gandamin. Dr. Goebbels Sommerhaus, ab
14.9.50 Jugendhochschule ,Wilhelm Pieck‘ (bis ’81 werden
hier ca. 13 000 FDJ-Funktionäre
ausgebildet), E. Honecker: „(damit wurde) unterstrichen, daß es hier
um die Ausbildung und Erziehung
junger Kommunisten ging, die im Auftrag der Partei die Ideen von
Marx, Engels u. Lenin unter die
Jugend tragen und sie zur aktiven Teilnahme am Kampf für Stärkung
und den Schutz der DDR gewinnen
würden.“ (Neues Deutschland, 16.9.1980)
> verfolgte Schüler,
CSR; Prag, der an die
Tschechoslowakei ausgelieferte, zum Tode verurteilte ex-NS-Staatssekretär u.
Höhere SS- und Polizeiführer Karl
Hermann Frank wird vor Tausenden Zuschauern öffentlich gehenkt
24.05. ABZ; Nürnberg,
IMT, ex-Hitler-Jugendführer v. Schirach bekennt u.a. „Es ist meine Schuld, daß
ich
diese Jugend erzogen habe für einen
Mann, der ein millionenfacher Mörder gewesen ist.“ (>30.9.46)
28.05. ABZ;
Heidelberg, Prof. Dr. Karl Jaspers Buch „Die Schuldfrage“ zur geistigen
Situation Deutschlands
definiert die individuelle
kriminelle, politische, moralische und metaphysische Schuld - jetzt oder später
31.05. Berlin, Alliierte Kommandantur
lässt SED und SPD in allen vier Sektoren zu (>16.6.48/ 23.8.61),
SBZ; Brandenburg,
Provinzialverw., Gesetz zur Demokratisierung der dt. Schule „Die neue demokra-
tische Schule muß frei sein von allen
Elementen des Militarismus…Sie muß so aufgebaut sein, daß
sie allen Jugendlichen…das gleiche
Recht auf Bildung und seine Verwirklichung…garantiert…“
> verfolgte Schüler (>1.9.46/ 15.12.50)
01.06. Rumänien; Jilava, Hinrichtung von ex-Min.-Präs. Ion Antonescu und ex-Außenmin. Mihai Antonescu
04.06. SBZ; Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung-Präsident Paul Wandel u.
Prof. Dr. Wilhelm Heise
(seit 08.1945 Leiter der
DZfV-Schulabteilung - beide SED) - informieren, daß in den SBZ-Ländern „der
einheitliche Text eines Schulgesetzes
angenommen“ ist: „Die Familie und die Kirche haben weiterhin
ihre besonderen erzieherischen
Aufgaben…Die Schule aber bleibt dem Staat“ (ohne parlamentarische
Legitimation wird ab >1.9. der
nationalsozialistische Schulzwang mit bewußter Bildungsdiskriminierung
- vorerst für Kinder bürgerlicher und
dauerhaft für Kinder religiös gebundener Bevölkerungsteile - fort-
gesetzt) > verfolgte
Schüler (>15./16.8.46/ 23./26.5.47/ 31.12.47/ 19./20.2.48/ 5./8.7.48/ 25./28.1.49)
05.06. SBZ;
SMAD-Befehl Nr. 167 zu „Übergang von Unternehmungen in Deutschland in das
Eigentum der
UdSSR auf Grund der
Reparationsansprüche“ (Enteignung von 213 Großbetrieben in Sowjet. Aktien-
gesellschaften
SAG, z.B. Agfa Wolfen SAG, Wismut SAG usw.) (>22.7.46/ 20./22.8.53)
06. SBZ; Mecklenburg, ex-SPD-Mitgl.
und seit April SED-Parteivorstandsmitgl Erich Gniffke berichtet
W. Pieck und O. Grotewohl über die
Situation hier angesichts der herrschenden Brutalität; wer sich
weigere den Sowjets Wertsachen und
andere Dinge zu überlassen oder wer sich Notzuchtversuchen
wiedersetze, werde mit der Waffe
bedroht, wenn nicht einfach niedergeschossen. Einzeln stehende
Gehöfte würden überfallen, die Frauen
missbraucht. Während der ersten drei Maiwochen habe es
24 Einbrüche mit Vergewaltigung
gegeben (>30.10.48/ 4.1.49/ 22.2.2002)
8./10.6. SBZ;
Brandenburg, I.Parlament der FDJ (633 Delegierte) u.a. mit Redebeiträgen von O.
Grotewohl,
W. Pieck und E. Honecker der u.a.
sagt: „Die wahren Belange eines Volkes haben nichts zu tun mit
kriegshetzerischen, chauvinistischen
Eroberungsplänen. Verstehen wir doch unter unter nationalen
Werten all das Gute das dem
Fortschritt…und darüber hinaus dem Wohle der Menschheit dient…
Daher muß man endlich mit der Lüge
aufräumen, als seien die Krupp, Thyssen, Klöckner, Flick
nationale Menschen. Diese Menschen
handeln niemals national und deutsch; das streiten wir ihnen
entschieden ab. Sie waren und sind in
unseren Augen vaterlandslose Gesellen.“ (am 9.9.87 besucht
E. Honecker die mit Krupp- und
DDR-Fahnen geschmückte Krupp’sche Villa Hügel in Essen!), man
proklamiert vier „Grundrechte der
jungen Generation“ -auch Recht auf Bildung- um „für die großen
Ideale der Freiheit, des Humanismus,
einer kämpferischen Demokratie, des Völkerfriedens und der
Völkerfreundschaft, für die aktive
Teilnahme aller Jungen und Mädel beim Neuaufbau unseres
Vaterlandes zu gewinnen“;
verabschiedet Statuten und wählt - nach verbalem Angriff wg. kirchlicher
Vertreter durch Sachsen’s
FDJ-Landesvorsitz. Robert Bialek - den 1.Zentralrat (46 SED-, 8 CDUD-,
4 LDPD- und 4 parteilose Mitglieder/
Sekretariat hat 8 SED-, 4 CDUD-, 1 LDPD-Mitgl. u. 2 Kirchen-
vertreter), Vorsitzender wird E.
Honecker, Fridl Lewin (ex-SPD) wird verantwortlicher Sekretär für
Kindergruppen, Zentralrats- bzw.
Sekretariatsmitglieder sind u.a.: Hermann Axen (1946-49),
Edith Baumann (1946-49), Rudolf Böhm
(1946-47), Herbert Geisler (1946-48), Günther Hahn (1946-
47), Oswald Hanisch (1946-49), Ernst
Hoffmann (1946-47), Manfred Klein (1946-47), Robert Lange
(1946-49), Marga Lindner (1946-47),
Werner Ruprecht (1946-47), Paul Verner (1946-49), Rita Wrusch
(1946-48) (zukünftige Mitglieder
werden u.a.: Werner Lamberz (1953-63), Inge Lange (1952-61),
Egon Krenz (1961-64, 1967-83),
leitende Funktionärskader studier(t)en an Komsomol- und KPdSU-
Parteihochschulen in Moskau) > verfolgte
Schüler
14.06. SBZ; Halle/S., Landgericht verurteilt die Scharfrichter-Gehilfen Johannes Kleine u. Andreas Rose wg.
Beteiligung an über 500 Hinrichtungen mit Scharfrichter Alfred Roselieb im Zuchthaus „Roter Ochse“
zum Tode (Gustav Radbruch kritisiert das Urteil. Der in die BBZ geflohene Roselieb war für einen
Henkerslohn von RM 26 433 von 04.1944 - 03.1945 an insges. 931 Hinrichtungen beteiligt)
15.06. BBZ;
„Sozialistische Rundschau - Mitteilungsblatt der SPD“ SPD-Bez. Mittelrhein
Vorsitz. Willi Eichler
schreibt u.a. „Der Kampf gegen die
Kirchen läßt sich von dem gegen die christliche Religion durchaus
trennen. Der erste ist eine politische
Auseinandersetzung, der zweite eine weltanschauliche. Diese
weltanschauliche Auseinandersetzung
ist wichtig, aber heute nicht so dringend wie der Kampf gegen
die politischen Machenschaften der
Kirche.“ (>18.1.1950) > verfolgte Schüler,
SBZ; Zwickau-Auerbach, eine
Gruppe angetrunkener sowjet. Offiziere führt unter in einem Lokal an-
wesenden deutschen Frauen eine
Vergewaltigungsorgie durch u. schießt den Besitzer nieder(>4.1.49)
17.06. SBZ; Gründung
des FDJ-“Verlag Neues Leben“, Ziel u.a. „an der kommunistischen Bildung und
Erziehung der jungen Generation
mitzuwirken...“ > verfolgte Schüler
20.06. SBZ;
SED-Parteivorstand veröffentlicht Erklärung „SED und nominelle (NSDAP) Parteigenossen“
(um
ihnen den Weg in die SED zu öffnen),
West-Berlin; Poststadion,
SPD-Vors. Dr. K. Schumacher’s Appell „Auf, Sozialisten schließt die Reihen“
24.06. BBZ; Helmstedt, brit. Militärgericht verurteilt im „Rühen Baby Farm Case“ Volkswagenwerk Betriebs-/
Lagerarzt Dr. Hans Körbel u. Krankenschwester Ella Schmidt wg. des Todes von 365 poln. u. sowjet.
Zwangsarbeiterkindern infolge vorsätzl. Vernachlässigung zum Tode (Dr. K. wird am 7.3.47 gehenkt,
Ella
Schmidt’s Todesurteil wird später zu einer langjährigen Haftstrafe gewandelt)
25.06. SBZ; Thüringen,
Dr. jur. Helmut Külz (LDPD) leitet das Landesamt für Justiz (ab 6.12.46 wird
Dr. Külz
Landesjustizmin., nicht überliefert
ist ob sich der liberale Justizminister in gleicher Weise für
die 38
,Greußener Jungen’ einsetzt wie es der liberale
ex-Justizmin. Dr. Thomas Dehler später für den
liberalen (DDR)Minister Dr. Karl
Hamann tat? Dr. K. flieht im Juni 1948 nach Westdeutschland)
29.06. Vatikan; Papst
Pius XII beruft den vom poln. Kardinal Hlond zum Amtsverzicht gezwungenen
Bischof
Maximilian Kaller zum „Päpstlichen
Sonderbeauftragten für die heimatvertriebenen Deutschen“
30.06. Alliierter Kontrollrat
verfügt (Verlangen d. SMAD wg. hoher Zahl v. Sowjetzonenflüchtlingen) Sperrung
der Demarkationslinien zwischen SBZ
und westl. Besatzungszonen (>29.10.46/ 26.5.52/
13.8.61),
SBZ; Sachsen, Volksbefragung
über „Gesetz über die Übergabe von Betrieben von Kriegs- u. Nazi-
verbrechern in das Eigentum des
Volkes“ (mit 77,6%=JA für Industriereform ist Gesetz rechtskräftig,
vom 24.7.-16.8. treten Gesetze
gleichen Inhalts in den übrigen Ländern der SBZ in Kraft) (>26.3.68)
01.07. ABZ; Rückkehr
von ex-Generalstabsabt.-Chef „Fremde Heere Ost“ Generalmaj. Reinhard Gehlen und
Beginn des Aufbaus der (amerik.-dt.
Geheimdienst-)„Organisation Gehlen“ (>8.2.50/ 17.3.52/ 1.4.56)
07. SBZ; Gründung „Kammer der Technik“, wird später eigenständige Massenorganisation der sozialisti-
schen Intelligenz, im Vorstand sind überwiegend SED-Mitglieder, Präsidenten: Prof. Dr. Hans-Heinrich
Franck, Prof. Dr. Horst Peschel, Prof. Dr. Manfred Schubert, Prof. Dr. Ing. Dagmar Hülsenberg, Prof.
Dr. Ing. Klaus-Peter Budig, Vizepräs. u.a. Prof. Dr. Robert Havemann (später ca.250 000 Mitgl.,
67 000 mit Hochschulabschluß)
03.07. BBZ; „Hannoversche Neueste Nachrichten“ Henri Nannen-Pathos u.a. „Verstummt sind die Schreie
der Lautsprecher, zerrissen das bunte Tuch der Fahnen und die Feuer der Pylonen sind ausgebrannt
…Hatten wir denn überhaupt mit alledem zu tun, waren wir nicht vielmehr abseits gestanden und
hatten unsere heiligsten Güter vor dem Inferno dieser Jahre bewahrt?...“ (>16.12.1970/ 1.2.1979)
04.07. Polen; Kielce,
bei anti-jüd. Pogrom poln. Zivilisten, Polizisten und Militärs werden von ca.
200 heim-
gekehrten zumeist besitzlosen
KZ-Überlebenden mind. 37 - auch Kinder - grausam ermordet und 82
schwer verletzt (Polens Augustyn
Kardinal Hlond gibt den Juden die Schuld am Massaker) (>12.8.46)
10.07. Allierter Kontrollrat erläßt Gesetz Nr. 32 über Beschäftigung von Frauen bei Bau- und Wiederaufbau-
arbeiten (in Berlin sind bereits ca. 60 000 oft verwitwete, vergewaltigte,
vertriebene, alleinerziehende,
meist aus der Unterschicht kommende
15-50jährige Trümmerfrauen mit der z.T. gefährlichen Arbeit für
ca. RM 0,60/Std. u. bessere Lebensmittelrationen beschäftigt, vielleicht Millionen im Land)(>01./02.47)
14.07. Polen; Poznan;
der wg. vielfacher Morde, Deportationen, Kunstraub, Zwangsadoptionen u.
Eindeut-
schung poln. Kinder verurteilte
Gauleiter Arthur Greise wird öffentl. gehenkt (>30.11./3.12.98)
16.07. ABZ; Dachau, US-Militärgericht verurteilt im Malmedy-Prozeß wg. Ermordung amerikanischer Kriegs-
gefangener 43 Angeklagte zum Tode (kein Todesurteil wird vollstreckt), 22 zu lebenslanger und acht
weitere bis zu 20 Jahren Haft (>22.10.55)
20.07. ABZ; Nürnberg, Generalleutnant Dr. Edmund Glaise v. Horstenau begeht Selbstmord,
SBZ; die ev. Berlin-Brandenburgische Landeskirche weigert sich anläßl. einer Kanzelabkündigung
zum Jahrestag des 20.7.1944 den Namen von Dietrich Bonhoeffer zu erwähnen, da sie den Anschlag
„niemals gutheißen (könne), in welcher Absicht er auch ausgeführt sein mag.“
22.07. Palästina;
Jerusalem, King-David Hotel, bei Sprengstoffanschlag jüd. „Irgun“-Terroristen auf das brit.
Hauptquartier werden ca. 150 Menschen
getötet und verwundet (>17.7.47/ 14.5.48/
17.9.48),
SBZ; SMAD-Befehl Nr. 143: IG
Farben Ammoniakwerk
Merseburg wird Chemiewerk Leuna
SAG (ehe
1990 die Treuhand übernimmt u.a.
auch: VEB Leuna-Werke ,Walter Ulbricht’, Leuna-Werke AG…)
26.07.
SBZ; SMAD-Befehl Nr. 225 Über die Leitung und Arbeit der Kinderheime
(>26.7.51/ 18.9.52)
29.7./10.2.47 Frankreich;
Paris, Friedenskonferenz der Alliierten mit Bulgarien, Finnland, Italien,
Ungarn und
Rumänien über Reparationen u.
Gebietsansprüche (am 10.2.47 Unterzeichnung der Friedensverträge,
z.B. zahlt Italien $360 000 000,
verliert Kolonien und Teile Dalmatien’s u. Istrien’s, ca. 350 000 italien.
Vertriebene, kein alliierter Prozeß
gegen Italiener - bereits ab 1945 wurden allein in Mailand über
1 000 italien. Faschisten
hingerichtet) (>9.7.51/ 6.9.51/ 24.10.51/ 25.1.55/ 15.5.55/ 12.9.90)
30.07. SBZ; Gründung von „Deutsche Verwaltung des Innern (DVdI)“ verantwortl. für Koordination der SBZ-
Polizeiorgane, Präs. Erich Reschke (ab 1950 Volkspolizei-Kommandant Zuchthaus „Gelbes Elend“ in
Bautzen),
Vizepräs. Erich Mielke (>7.2.47), Willi Seifert, Kurt Wagner (alle SED)
(>23./24.7.48)
01.08. SBZ;
Eröffnung d. „Deutschen Akademie der Wissenschaften“ (ab 10.1972 „Akademie der
Wissen-
schaften der DDR“) ist dem
DDR-Ministerrat unterstellt, später mehr als 50 Institute u. Forschungs-
stellen mit ca. 24 000 Mitarbeitern; Präsidenten:
Prof. Dr. Johannes Stroux (1946-51), Prof. Dr. Walter
Friedrich (1951-55), Prof. Dr. Max
Volmer (1955-58), Prof. Dr. Werner Hartke, ex-NSDAP/SED (1958-
68), Prof. Dr. Hermann Klare,
ex-NSDAP (1968-79), Prof. Dr. Werner Scheler, ex-NSDAP/SED (1979-
90), Prof. Dr. Horst Klinkmann, SED
(1990-91) Vizepräsidenten: Prof. Dr. Hans Stille (1946-51), Prof.
Dr. Johannes Stroux (1951-54), Prof.
Dr. Hans Ertel, ex-NSDAP (1951-61), Dr. Wolfgang Steinitz,
SED (1954-63), Prof. Dr. Walter
Friedrich (1956-68), Prof. Dr. Hans Frühauf, ex-NSDAP/SED (1957-
63), Prof. Dr. Max Volmer (1958-63),
Prof. Dr. Max Steenbeck (1962-66), Prof. Dr. Hermann Klare, ex-
NSDAP (1963-68 u. 1979-84), Prof. Dr. Leo Stern (1963-68), Prof. Dr.
Werner Hartke, ex-NSDAP/
SED (1968-72), Prof. Dr. Kurt Schwabe
(1971-80), Dr. Ulrich Hofmann (1972-90), Prof. Dr. Werner
Kalweit, SED (1972-90), Prof. Dr.
Heinrich Scheel, SED (1972-84), Prof. Dr. Werner Bahner, SED
(1980-90), Prof. Dr. Hans-Heinz
Emons, SED (1988-89), Prof. Dr. Günter Albrecht (1988-90), Prof. Dr.
Herbert Hörz, SED (1989-90)
12.08.
poln. verwaltetes Schlesien; Breslau, Kardinal Hlond zwingt Prälat Dr. F. Piontek zum Amtsverzicht
15./16.8. SBZ; 1.Pädagogischer Kongreß, Paul Wandel plädiert für „Schule im Geiste der Humanität“ „Wir
wissen auch, daß es ohne Beseitigung sozialer Ungerechtigkeit kein gleiches Recht auf Bildung gibt.
Das gleiche Recht auf Bildung wurde vor 150 Jahren zum ersten Mal in...einer Verfassung feierlich
verkündet. Es blieb wie die übrigen Menschenrechte...ein unerfülltes Versprechen...“, Generaloberst
Pawel Alexejewitsch Kurotschkin und Prof. Sergej Tulpanow (beide SMAD) sprechen, ex-KPD-Mitgl.
Dr. Wilhelm Heise referiert zu „Grundfragen der Pädagogik in der Neuen Demokratischen Schule“
(Schulzwang,
Hausunterricht-Verbot und Bildungsdiskriminierung) > verfolgte Schüler (>27.7.91)
21.08.
(27.8.?) SBZ; Aufruf „SED und Christentum - die Stellung der SED zur
Kirche und zur Religion“ von
Parteivorsitz. W. Pieck u. O.
Grotewohl gezeichnet (in dieser Zeit wird im SED-ZK eine Kommission
für Christentum/Kirchenfragen u.a.
mit Paul Wandel, ex-SPD-Mitgl. Otto Meier und den Pfarrern
Matthäus Klein, Hans-Joachim Mund und
Arthur Rackwitz gegründet) (>20.10.46/
28.1.47/
01.1950)
23.08. UdSSR;
sowjet. Ministerrat ordnet die Deportation 27 500 arbeitsfähiger Deutscher nach
Sibirien an
24.08. SBZ;
Frankfurt/O., der 50 000. arbeitsunfähige deutsche Kriegsgefangene aus der
UdSSR trifft ein
26.8./14.1.47 China; Shanghai, US-Militärgericht verurteilt einundzwanzig dt. Geheimdienstler, Diplomaten
und Journalisten wg. Tätigkeiten für den Achsen-Paktpartner Japan nach der deutschen Kapitulation,
der Amt Ausland/ Abwehr-Chef in Shanghai Oberstleutnant Lothar Eisenträger alias Ludwig Ehrhardt
wird zu lebenlanger Haft, der Deutscher Nachrichtenbüro-Chef von Shanghai Jesco v. Puttkamer wird
zu 30 Jahren und die anderen werden zu Haftstrafen von 2 bis 20 Jahren verurteilt (1947 sind alle in
der ABZ inhaftiert und 1950 frei!)
31.08. Alliierter
Kontrollrat erlässt Gesetz Nr. 34 zur Wehrmachtauflösung mit Aufhebung aller
relevanten
Vorschriften einschl. Versorgungsrecht, d.h. keine Berufssoldaten-Pensionen (>16.12.49/ 24.3.50)
01.09. SBZ; Gesetz zur
Demokratisierung der deutschen Schule ist in Kraft (mit 8-klassiger
demokratischer
Einheitsschule: „…Sie muß so
aufgebaut sein, daß sie allen Jugendlichen, Mädchen u. Jungen, Stadt-
und Landkindern, ohne Unterschied des
Vermögens ihrer Eltern das gleiche Recht auf Bildung und
seine Verwirklichung entsprechend
ihren Anlagen und Fähigkeiten garantiert.“ deutsche Gerechtigkeit:
Bildungsdiskriminierung, Schulzwang,
>verfolgte Schüler (>15.12.50/
24.9.51/ 7.2.53/ 26.12.54)
09. SBZ; Sowjets informieren dt.
Funktionäre „daß künftighin alle politischen Vergehen schwerer Art von
den deutschen Gerichten verurteilt
werden müssen unter dem juristischen Begriff ,Kriegsverbrecher’ “
12.09. BBZ; anglo-US Verwaltungsrat für Wirtschaft u.a. mit R. Moeller u. Dr. L. Erhard gebildet (>21.12.47) “
14.09. SBZ;
„Neues Deutschland“ Erklärung des Mitgliedes des SED-Parteivorstandes Max Fechner:
„Zur
deutschen Ostgrenze möchte ich
erklären, daß die SED sich jeder Verkleinerung deutschen Gebiets
entgegenstellen wird. Die Ostgrenze ist nur provisorisch und kann erst auf der Friedenskonferenz
unter Mitwirkung
aller großen Siegerstaaten festgelegt werden.“ (>2.4.47/ 9.6.50/ 6.7.50/ 14.9.50/
17.8.51/ 24.2.62/ 7.6.63/ 8.6.63/ 7.3.64/ 22.3.64/ 7.12.70/ 7.7.75/ 30.5.83/ 12.9.90/ 14.11.90)
15.09. SBZ; Wittenburg, der kath. Pfarrer Albert Groß wird von Sowjets verhaftet (nach Internierung im
sowjet. NKWD-Lager Nr. 9 Fünfeichen wird Pfarrer Groß 1947 ohne Gerichtsprozeß nach Stalinsk in
das sowjet.
GULag Nr. 7525/13 deportiert und 1950 als „Kriegsgefangener“ entlassen)
(>30.11.48)
23.09. BBZ; Lübeck, Ankunft Herbert Wehners (Ex-KPD) aus Schweden (am 8.10.46 wird er SPD-Mitglied)
30.09. ABZ; Nürnberg,
Urteilsverkündung Hauptkriegsverbrecher-Prozeß: Todesurteile für Bormann,
Frank,
Frick, Göring, Jodl, Kaltenbrunner,
Keitel, v. Ribbentrop, Rosenberg, Sauckel, Seyß-Inquart, Streicher,
lebenslange Haft für Funk, Heß,
Raeder, 20 Jahre für v. Schirach und Speer, 15 Jahre für v. Neurath,
10 Jahre für Dönitz, Freispruch f.
Schacht, v. Papen, Fritsche. NSDAP-Führerkorps, Gestapo, SD, SS
einschl. Waffen-SS werden zu verbrecherischen
Organisationen erklärt (die Urteile werden von der
BRD nie als rechtswirksam anerkannt!
Gen. A. Jodl wird 1953 posthum freigesprochen) (>19.10.50/
1951/
4.10.51/ 17.9.52/ 27.10.52/ 28.2.53/ 2.7.61/ 1.10.66/ 12.1.68/ 26.6.76/
9.11.89/ 8.5.97/ 9.12.98)
01.10. ABZ; „Frankfurter Rundschau“ „Mit verschlossenen…Gesichtern sitzen die…angeklagten ehemaligen
Staatsoberhäupter…vor der Öffentlichkeit der Völker…Antreibende und Ausführer, Intriganten und
Veranlasser der größten Verbrechen…Und alle wie sie da sind, nennen sich unschuldig vor Gott.“,
BBZ; „Die Welt“ „Es wäre die Ansicht, daß ein Verbrechen nicht geahndet werden kann, weil kein
passendes Gesetz vorhanden ist, eine Zumutung gewesen…Ein Gesetz kann immer erst geschaffen
werden, wenn das Verbrechen bereits existiert. In einem Land, in dem es keine Straßenbahnen gibt,
braucht man keine Verordnungen gegen das Abspringen während der Fahrt…“ > verfolgte Schüler
und deutsches ,nulla poena sine lege’!!! (>02.10.1990)
02.10. BBZ;
Köln, Hirtenbrief des kath. Erzbischof Joseph Frings u.a. „Wir deutschen
Katholiken waren
nicht Nationalsozialisten…“
08.10.
SBZ; Berlin, Dr. Wilhelm Külz (LDPD), Dr. Otto Suhr (SPD) u. Peter
Lorenz (CDU, Abitur 1941, er er-
füllte
die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung)
protestieren im Namen
ihrer Parteien beim Vorsitz. der Zentralverwaltung für Volksbildung Paul
Wandel (SED) gegen die bei
Auswahl u. Zulassung von Studenten praktizierten politischen Kriterien
(> 01.1972),
SBZ; Brandenburg/Havel, I.
Parlament der FDJ stellt die Aufgabe die Jugend „für die großen Ideale
der Freiheit, des Humanismus, einer
kämpferischen Demokratie, des Völkerfriedens und der Völker-
freundschaft, für die aktive
Teilnahme aller Jungen und Mädel beim Neuaufbau unseres Vaterlandes
zu gewinnen.“ > verfolgte
Schüler
10.10.
Alliierter Kontrollrat erlässt Gesetz Nr. 36 „Zur
Errichtung von Verwaltungsgerichten in den einzelnen
Zonen u. in Berlin“; Bildungsdiskriminierung,
verfolgte Schüler (>7.10.49/ 23.7.52/
2./3.4.58/ 27.2.61)
10.10./10.3.47 ABZ; Nürnberg, Volkstumsprozeß Nr. VIII u.a. wg. des „Generalplans-Ost“, Kinderwegnahme
u. Kindesentführungen geg. Ulrich Greifelt, Heinz Brückner, Rudolf Creutz, Dr. Gregor Ebner, Richard
Hildebrandt, Otto Hofmann, Herbert Hübner, Werner Lorenz, Günther Panke, Otto Schwarzenberger,
Fritz Schwalm, Max Sollmann; Dr. Günther Tesch u. Prof. Dr. K. Meyer-Hetling > verfolgte Schüler
12.10. Alliierter Kontrollrat,
Direktive Nr. 38 betr. Verhaftung u. Bestrafung von Kriegsverbrechern,
National-
sozialisten u. Militaristen u.
Internierung, Kontrolle u. Überwachung von möglicherweise gefährlichen
Deutschen (US-Entnazifizierungsgesetz
einschl. Nationalsozialisten-Einstufung als ,Hauptschuldig’
,Belastet’ ,Minderbelastet’
,Mitläufer’ oder ,Entlastet’ ) wird auf alle Zonen übertragen (>13.9.48)
15.10. ABZ;
Nürnberg, Reichstagspräs. u. Feldmarschall Hermann Göring begeht Selbstmord
20.10. SBZ;
Landtagswahlen („Umsiedler - Die SED hilft Euch eine neue Heimat schaffen.
Wählt SED“),
Brandenburg SED 43,5%, Mecklenburg
49,5%, Sachsen 49,1%, Sachsen-Anhalt 45,8%, Thüringen
49,3%,
Groß-Berlin;
Stadtparlamentswahl, amerik. Sektor SED 12,7%, brit. Sektor SED 10,3%, franz.
Sektor
SED 21,2%, sowjet. Sektor SED 29,8%,
SED: „Es gibt keine...Gegensätze, die
eine jetzt offenbar herbeigewünschte Kampfstellung Christen-
tum oder Marxismus rechtfertigen
könnten...Es geht...nicht um eine Kampffrage: Christentum oder
Marxismus, sondern um die gemeinsame
Verantwortung gegenüber der Zukunft...“
22.10. SBZ; Operation „Osoawjachim“ beginnt, tausende deutscher Wissenschaftler und Ingenieure werden
z.T. mit ihren Familien in die UdSSR „verpflichtet“,
SBZ; „Neues Deutschland“
„Großer Wahlsieg der SED in der Zone…Das Gesamtergebnis der Berliner
Wahlen…spiegelt die politischen
Schwankungen…der kleinbürgerlichen Wählerschichten wieder…“
25.10./ 20.7.47 ABZ; Nürnberger Prozeß gegen 23 Ärzte und Medizinalbeamte: Prof. Dr. Kurt Blome, Stellv.
Reichsgesundheitsführer; Prof. Dr. med. Karl Gebhardt, Präs. Deutsches Rotes Kreuz; Prof. Dr. med.
Karl Brandt, NSDAP-Dienstleiter Führerkanzlei; Dr. jur. Rudolf Brandt, Reichskommissar Sanitäts- und
Gesundheitswesen; Dr. Karl Genzken, Lagerarzt KZ Buchenwald/Chef Sanitätsamt Waffen-SS; Prof.
Dr. med. Siegfried Handloser, SS-Oberführer, Heeressanitätsinspektor, Generaloberstabsarzt; Prof.
Dr. med. Joachim Mrugowsky, Reichsarzt SS und Polizei; Dr. med. Paul Rostock, Chef Dienststelle
Medizinische Wissenschaft und Forschung; Dr. med. Oskar Schröder, Generaloberstabsarzt; die
Urteile: Todesstrafe für Viktor Brack, Prof. Dr. Karl Brandt, Dr. Rudolf Brandt, Prof. Dr. Karl Gebhardt,
Dr. Waldemar Hoven, Prof. Dr. Jochim
Mrugowski und Wolfram Sievers; lebenslange Haft für Dr. med.
Fritz Fischer (Menschenversuche an
Frauen im KZ Ravensbrück, am 1.4.54 amnestiert, danach
Wissenschaftler bei Boehringer), Dr.
med. Karl Grentzken, Prof. Dr. med. Siegfried Handloser (1953
wg. Krankheit entlassen), Prof. Dr.
med. Oskar Schröder (für Menschenversuche an KZ-Häftlingen
verantwortlich, 1954 amnestiert, dann
US Air Force), Prof. Dr. med. Gerhard
Rose (1955 amnestiert),
Dr. med. Hermann Becker-Freyseng (für
Menschenversuche an KZ-Häftlingen verantwortlich, 1952
amnestiert, dann US Air Force), Dr. med. Hertha Oberhäuser (f. Menschenversuche an
KZ-Häftlingen
verantwortlich, 1952 amnestiert, als
„Spätheimkehrer“ anerkannt, dann Johanniter-Krankenhaus Plön),
Haft von 15 J. für Dr. Wilhelm
Beiglböck (1951 amnestiert), Haft von 10 J. für Dr. Helmut Poppendick
(1951 amnestiert); Freisprüche für
Kurt Blome, Adolf Pokorny, Hans Romberg, Paul Rostock, Siegfried
Ruff, Konrad Schäfer und Georg Weltz
(es gibt Rehabilitationsversuche, im Folgejahr schreibt Prof. Dr.
Viktor Freiherr v. Weizsäcker „So wie
die Amputation eines brandigen Fußes den ganzen Organismus
rettet, so die Ausmerzung der kranken
Volksteile das ganze Volk...wenn das ganze Volk in Lebens-
gefahr schwebt und durch Beseitigung
einzelner Individuen gerettet werden kann, müssen diese
Individuen geopfert werden...“)
26.10. BBZ; Sennelager, Reichsjustizmin. u. Reichsgerichts-Vizepräs. Dr. Otto Thierack begeht Selbstmord
10. SBZ; Berlin; NKWD-Lager Nr. 3
Hohenschönhausen wird geschlossen, die jüngsten Häftlinge waren
13jährige Kinder, ca. 3 000 Tote (ab
03.1951-1989 MfS-Untersuchungsgefängnis, auf DDR-Berlin-
Stadtplänen nicht eingezeichnet)
29.10. Alliierter Kontrollrat,
Direktive Nr. 63 u.a. zur Einführung von „Interzonenpaß“ (>14.11.53),
Volkszählung in allen vier
Besatzungszonen
ABZ = 17 174 400 Einw. )
BBZ = 22 324 600 Einw. ) einschl. der
bislang in den Besatzungszonen befindlichen über 9 500 000
FBZ = 5 089 000 Einw. ) heimatvertriebenen
Deutschen, davon sind ca. 3 600 000 in der SBZ
SBZ = 17 332 900 Einw. )
04.11. Großbritannien;
London, Gründung der UNESCO (>11.7.51/ 14.12.60/ 21.11.72)
4.11./11.12. USA; New
York, 3.(nach-Potsdam)Treffen des Rates alliierter Außenminister (>2.12.46)
05.11. ABZ; Stuttgart,
süddt. Länderratstagung, General Lucius D. Clay kritisiert deutsche
(Entnazifizierung-)
Spruchkammerpraxis: „Let us have no misunderstanding,
denazifikation is a ,must’.” (>30.9.99)
07.11. SBZ; Schwerin, die ev. Pastoren und SED-Mitgl. Aurel v. Jüchen und Karl Kleinschmidt berufen das
1.Treffen der „Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialismus“ ein
9./11.11. Berlin, Generalkonvent sozialistischer Theologen der Ostzone wird vom ev. Superintendent und ex-
NKFD-Mitgl. Dr. F.-W. Krummacher eröffnet, der Konvent beschliesst u.a. Gründung der „Bruderschaft
sozialistischer Theologen“ unter Pastor v. Jüchen (1949 folgt v. Jüchens SED-Ausschluss, 1950-55 ist
er im GULag Workuta inhaftiert)
13.11./13.10.1947 ABZ; Nürnberger Juristen-Prozeß geg. Ministerialdirektor Josef Altstötter,
Abt.-Leiter
Reichsjustizmin. Wilhelm v. Ammon,
kommissar. Reichsjustizmin. Prof. Dr. Franz Schlegelberger,
OLG-Präs./ Staatssekr. Dr. Curt
Rothenberger, Staatssekr. Herbert Klemm, Generalstaatsanwalt
Günter Joel, Ministerialdirigent
Wolfgang Mettgenberg, Oberreichsanwalt Ernst Lautz, Reichsanwalt
Paul Barnickel, Ministerialdirektor
Karl Engert, VGH-Senatspräs. Günther Nebelung, Laienrichter Hans
Petersen, Vors. Richter u.
Reichsanwalt Dr. Oswald Rothaug, Vors. Richter u. Reichsanwalt Rudolf
Oschey, Vors. Richter Hermann Cuhorst
(Reichsjustizminister Dr. Franz Gürtner u. Volksgerichtshof-
präs. Dr. Roland Freisler waren
gestorben, Reichsjustizmin. Dr. Otto Thierack u. Reichsgerichtspräs.
Dr. Erwin Bumke hatten Selbstmord
begangen, Reichsrechtsführer Dr. Hans Frank war bereits
gerichtet), Ankläger Telford Taylor: „Dieser Fall ist ungewöhnlich, da den Angeklagten Verbrechen zur
Last gelegt werden, die im Namen des Gesetzes begangen wurden. Diese Männer, zusammen mit
ihren verstorbenen oder flüchtigen Kollegen, waren die Verkörperung dessen, was im Dritten Reich als
Justiz angesehen wurde…Die meisten der Angeklagten haben, zu verschiedenen Zeiten, als Richter,
Staatsanwälte und als Beamte des Reichsjustizministeriums gearbeitet. Alle außer einem sind profes-
sionelle Juristen; sie kennen sich gut aus in Gerichten und Gerichtssälen, auch wenn ihre gegenwär-
tige Rolle neu für sie sein mag. Aber ein Gericht ist weit mehr als ein Gerichtssaal; es ist ein Prozeß
und ein Geist. Es ist das Haus des Gesetzes. Das wissen die Angeklagten, oder müssen sie einmal
gewußt haben. Ich bezweifle, daß sie es jemals vergessen haben. Tatsächlich ist die Grundlage der
Anklage, daß jene Männer, Leiter der deutschen Justiz, bewußt und wohlüberlegt das Gesetz unter-
drückten, sich einer schrecklichen Maskerade von brutaler Tyrannei verpflichteten, die als Justiz
verkleidet war, und sie verwandelten das deutsche Rechtssystem in eine Maschinerie des Despotis-
mus, der Verfolgung, der Plünderung und des Mordens.“
Staatssekretär Herbert Klemm:
„Gesetze und Normen zurückzuweisen, die seit Jahren existieren,
stand nicht in meiner Kompetenz.“ -
Sondergerichtsvorsitzender Richter Hermann Cuhorst: „Bin ich als
Richter ein Krimineller?“
Urteil: „Einfacher
Mord und Einzelfälle von Greueltaten bilden nicht den Anklagepunkt für die
Beschul-
digung. Die Angeklagten sind solch
unermesslicher Verbrechen beschuldigt, daß
bloße Einzelfälle
von
Verbrechenstatbeständen im Vergleich
dazu unbedeutend erscheinen. Die Beschuldigung, kurz ge-
sagt, ist die der bewußten Teilnahme
an einem über das ganze Land verbreiteten…von der Regierung
organisierten System der Grausamkeit
und Ungerechtigkeit unter Verletzung der
Kriegsgesetze u. der
Gesetze der Menschlichkeit, begangen
im Namen des Rechts und unter der
Autorität des Justizminis-
teriums mit Hilfe der Gerichte. Der
Dolch des Mörders war unter der Robe des Juristen verborgen.“ für
Schlegelberger, Klemm, Rothaug, Oschey lebenslange
Haft; v. Ammon, Lautz, Mettgenberg, Joel 10
Jahre, Rothenberger 7 Jahre und
Altstötter 5 Jahre Haft - 1952 sind alle frei (> 5.3.46/ 1.2.51/ 4.2.51)
18.11. SBZ;
Finsternwalde, Kurier Wilhelm Lohrenz vom West-Berliner SPD „Ostsekretariat“
ist einer der
ersten verhafteten SPD-Kuriere (nach
Folter unternimmt er Selbstmordversuch, er unterschreibt am
16.6.1948 ein in SBZ-Zeitungen
veröffentlichtes Geständnis das am 27.6.1948 von W. Ulbricht dem
ZK der SED vorgelesen wird, L. wird
12.1949 aus der Haft entlassen u. flieht nach West-Berlin)
28.11. ABZ;
Württembergische Landessynode, EKD-Vorsitzender Landesbischof Theophil Wurm
spricht von
einem „unblutigen Bürgerkrieg“ im
Zusammenhang mit dem Gesetz zur Befreiung vom National-
sozialismus vom 5.5.1946
02.12. SBZ;
SMAD-Befehl Nr.333 zur Gründung gesellschaftswissenschaftlicher Fakultäten an
Universitäten
Jena, Leipzig, Rostock (zur
„Ausbildung von politisch verantwortungsbewußten und Wissenschaftlich-
qualifizierten Kadern für den
antifaschistisch-demokratischen Neuaufbau“, bis zur Schliessung dieser
ideologischen „Schnellküchen“ sind 90% der „Gewifa“-Studenten auch SED-Mitgl. u. erfüllen die poli-
tischen
Kriterien sozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Proletariats)
(>21.12.51),
USA; New York, Außenmin.
Byrnes (USA) u. Bevin (GB) unterzeichnen Bizone-Abkommen (>1.1.47)
03.12. SBZ;
Sachsen-Anhalt, Provinzialregierung gebildet, Min.-Präs. Dr. Friedrich Hübener
(LDPD)
04.12. SBZ;
Thüringen, Landesregierung gebildet, Min.-Präs. Prof. Dr. Rudolf
Paul (SED)
09.12. SBZ;
Mecklenburg-Vorpommern, Landesregierung gebildet, Min.-Präs. Wilhelm Höcker
(SED)
10.12. Schweden; Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Otto
Hahn empfängt wg. seiner Internierung zeit-
lich verzögert den Chemie-Nobelpreis für seine Entdeckung der Kernspaltung von Atomen (>12.4.57)
11.12. SBZ;
Sachsen, Landesregierung gebildet, Min.-Präs. Dr. Rudolf Friedrichs (SED)
18.12. SBZ;
Brandenburg, Landesregierung gebildet, Min.-Präs. Dr. Karl Steinhoff (ex-SPD,
SED);
SBZ; Konferenz der Volksbildungsminister
der Länder
21.12. ABZ; München,
Wirtschaftsmin. Dr. Ludwig Erhard wird durch Ludwig Zorn abgelöst (ein Unter-
suchungsausschuß spricht Dr. Erhard,
er ist gleichzeitig „Sonderstelle Geld und Kredit“-Vorsitzender,
die Fähigkeit „das Amt des eines
Wirtschaftsministers zu bekleiden“ ab, als „Mißwirtschaftsminister“ ti-
tuliert wird er 1947 Uni. München
Honorarprofessor u. 1977 „Vater des
Wirtschaftswunders“ genannt)
(>10.10.47/ 27.1.48/ 1.3.48/ 12.11.48/ 10.6.49/ 15.10.63)
23.12. SBZ; Berlin, FDJ-Vors. Erich Honecker (ex-KPD/SED) heiratet Charlotte Schanuel (>8.12.49)
31.12. BBZ; Köln, Erzbischof Josef Frings rechtfertigt den Diebstahl von zum Überleben notwendigen
Gütern im Hungerwinter 1946/47, der Begriff „fringsen“ ist geschaffen,
SBZ; „…allein in Mecklenburg-Vorpommern (wurden) 16 000 elternlose Kinder gezählt, von den 4 000
noch so klein waren, daß sie nicht einmal ihren Namen, Geburtsort und Geburtstag anzugeben ver-
mochten.“ (Quelle: Monumenta Paedagogica, Bd. II), Mitgl.-Zahlen; SED ca. 1 300 000 (ca. 50%
gehören einer Kirche an), CDUD ca. 68 000, LDPD ca. 180 000
1947
01.01. Bizone-Abkommen
(Vereinigtes Wirtschaftsgebiet ABZ-BBZ) tritt in Kraft (>2.3.48)
10.01. ABZ; Gouverneur
Lucius D. Clay informiert alle Länder zu Major John Wilkinson Taylor’s OMGUS
Education and Religious Affairs-Empfehlung der 6jährigen Grundschule und
mehrzügiger weiter-
führender Schulen unter einem Dach
(Dr. phil. Taylor wird University of Louisville-Präsident und
Vertreter des
UNESCO-Generaldirektors)
13.1./3.11.47 ABZ; Nürnberger Prozeß gegen SS-Wirtschafts- u. Verwaltungshauptamt (u.a. Oswald Pohl,
Dr. Leo Volk, Dr. Hanns Bobermin, Dr. Hans Hohberg, Hans Lörner, Heinz Fanslau, August Frank,
Max Kiefer, Georg Lörner, Rudolf Scheide, Erwin Tschentscher, Joseph Vogt und KZ-Zahnärzte-Chef
Dr. Hermann Pook)
17.01. Groß-Berlin;
Major Herbert Frahm genannt Willy Brandt wird Presseattaché der Militärmission
von
Norwegen (>1.2.48) > verfolgte Schüler
18.01. BBZ; Düsseldorf, Landtag, ein Abgeordneter: „Die neue Versorgungsperiode sichert der Bevölkerung
in Nordrhein und Westfalen eine Ernährung von rund 750 Kal. täglich. Zwei Pfund Brot für eine Woche
sollen für den hartschaffenden Menschen nach dem jetzigen Zuteilungsplan genügen; das sind täglich
drei Scheiben Brot. Dabei fallen die Kartoffeln fast ganz aus. Eine Fettzuteilung erfolgt nicht oder nur
in absolut unzureichenden Maße. Fleisch ist dem städtischen Verbraucher Luxus geworden. Nähr-
mittel werden nicht zugeteilt und hinzu kommt noch die unzureichende Gemüseversorgung.“
19.01. Polen;
1.Sejm-Scheinwahl (der „Demokratische Block“ hier ist die „Nationale Front“ der
DDR) - Sejm
wählt Boleslaw Bierut zum Präsidenten
u. Józef Cyrankiewicz zum Min.-Präs.) (>28.4.47/ 5./6.6.50)
26.01. ABZ; München,
Gründung „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ VVN (>22.2.47/
19.9.50)
28.01. SBZ; Berlin,
SED-Kulturkonferenz, Otto Meier (ex-SPD, SED-ZS) referiert über „Partei und
Kirche“
30.01. Ministerialdirektor
Hans Fritsche, Leiter Presse- u. Rundfunkabteilung Reichspropagandaministerium
vor Entnazifizierungsspruchkammer
„Ich bin von Verbrechern vom Schlage eines Hitler oder Goebbels
getäuscht worden. Ich bin geistig
genauso missbraucht worden, wie viele andere körperlich.“,
UdSSR; Moskau, Oberste Gericht (Militärkollegium) verurteilt den sächs. NSDAP-Gauleiter und
SA-
Obergruppenführer Martin Mutschmann
wg. Kriegsverbrechen zum Tode (er wird am 14.2. gehenkt)
03.02.
BBZ; „Ahlener Programm“ d. CDU u.a.: „Das kapitalistische Wirtschaftssystem
ist den staatlichen und
sozialen Interessen des deutschen
Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen
...Zusammenbruch als Folge einer
verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von
Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel
dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr
das kapitalistische Gewinn- und
Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein...“
(>15.7.49),
BBZ; brit. Militärgericht
verurteilt u.a. den stellv. KZ Ravensbrück Kommandant Johann Schwarzhuber,
die Lagerärzte Dr. Gerhard
Schiedlauski, Dr. Percy Treite, Dr. Rudolf Rosenthal, die „Das Monster“
genannte Blockälteste Carmen Mory und
die KZ-Frauenarbeitsdienstleiterin Grethe Bösel zum Tode
07.02. Berlin, Kammergericht, Staatsanwalt Wilhelm Künast unterzeichnet Haftbefehl für SED-Vizepräs. der
(SBZ-DVdI) „Deutsche Verwaltung des Inneren“ Erich Mielke wg. der Polizistenmorde 1931 (daraufhin
diskreditieren die Sowjets K. im Alliierten Kontrollrat, beschlagnahmen seine Mielke-Akten und stellen
ihn unter Hausarrest aus dem er im Juli 1948 fliehen kann) (>5.5.48/ 24.1.49/ 7.11.89/ 26.10.93)
12.02. SBZ; Gründung
der Tageszeitung „Junge Welt – Organ des Zentralrats der FDJ“, wendet sich an
Jugendliche zwischen 13 u. 25 Jahre
(Auflage 1961 = 292 000, 1971 = 508 185, 1975 = 860 000,
1981 = 1 100 000 täglich), Chefredakteure:
Adolf Buchholz (1947), Horst Brasch (1947-48), Mießner
(1948-49), Heinz Stern (1949-54),
Joachim Hermann (1954-60), Dieter Kerschek (1960-66), Horst
Pehnert (1966-71), Klaus Raddatz
(1971-77), Dieter Langguth (1977-84), Hans Dieter Schütt (1984-
89), Jens König (1989-93) > verfolgte Schüler
16.02. SBZ; Gründung des „Forum -
Organ des Zentralrats der FDJ“ „Zeitung für geistige Probleme...",
wendet sich an Studenten, Angehörige der jungen
Intelligenz, Chefredakteure: kath. Philosoph Rudolf
Böhm (1947-48), Dr. Karl Obermann
(1947-49), Bruno Pioch (1949-51), Günter Schlesinger (1951-52),
Rudolf Hochsieder (1953), Dr. Harry Milke (!953-56), Kurt
Turba (1956-63), Heinz Nahke (1963-65),
Dr. Klaus Hilbig (1965-72), Günther Baumgart (1972-73),
Brigitte Zimmermann (1973-74), Martin
Herzig (1974-82), Ronald Keuch (1983-) > verfolgte Schüler,
Jugoslawien; Belgrad, 4.Prozess
jugoslaw. Militärtribunal’s verurteilt die Generale Alexander Löhr,
Josef Kübler, Johann Fortner, August
Schmidhuber, Fritz Neidholdt, Adalbert Lontschar u. Oberst
Günther Tribukait wg. Erschiessungen
von Zivilisten einschl. Frauen u. Kindern, Verschleppung von
Zivilisten, Folterung und Tötung von
Gefangenen zum Tode (A. Löhr wird am 26.2.47 hingerichtet)
17.02. SBZ; NKWD-Lager Nr. 5 Ketschendorf wird aufgelöst u. Häftlinge in andere Lager verbracht, 2 000 in
sowjet. Arbeitslager, ca. 6 000 Häftlinge starben hier
01./02. SBZ;
1946/47 ist der kälteste Winter seit 1893, in Dresden und anderen Städten
erfrieren Tausende,
1947 gibt es in Dresden-Altstadt
Elektrizität nur an ungeraden Tagen – in D.-Neustadt an geraden
Tagen, Gas gibt es wochentags von
5-7, von 11-13 u. von 18-20 Uhr, im Februar werden die
schlechtesten Lebensmittelkarten
(Gruppe 6) für Rentner, Hausfrauen u. Arbeitsunfähige abgeschafft,
deren wöchentliche Brotrationen
steigen von 300 auf 350 g, die Fleischrationen von 15 auf 25 g)
19.02. ABZ; Freiburg, kath. Generalvikariat verhindert
eine positive Würdigung der jungen Christen von der
„Weisen Rose“ in der kath.
Jugendzeitschrift „Fährmann“: „In den vorgelegten Probedrucken der März-
Nummer…müssen wir beanstanden, daß
das Opfer eines gewiß tragischen u. schmerzlichen Ge-
schickes…ohne Vorbehalt als ,großes
und leuchtendes Vorbild’ hingestellt und von ihm gesagt wird,
er und seine Leidensgenossen hätten,
ihr Leben hingegeben für uns alle in der Nachfolge Christi’…
Probst und seine Gesinnungsgenossen
(der Student u. Wehrmachtssanitäter Willi Graf war praktizie-
render Katholik wie auch der Tischler Georg Elser, der Missionsschüler Maurice Bavaud und Oberst
Claus S.
Graf v. Stauffenberg) gingen in der
Bekämpfung des sog. Dritten Reiches Wege, welche
nicht im Einklang stehen mit
christlichen Moralgrundsätzen…Revolution auch gegenüber einer
Regierung, welche Unrecht übt…ist nicht erlaubt.“ > verfolgte Schüler (>1.7.49/ 12.12.55)
22.02. SBZ; Berlin, 200 Repräsentanten der ca. 35 000 SBZ-„Opfer des Faschismus“ OdF gründen die
Interessenvertretung „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ VVN; Generalsekr. Karl Raddatz
(SED, von 1933-37 und von 1940-45 inhaftiert), 1.Vorsitzender Ottomar Geschke (SED, von 1933-40
und von 1944-45 inhaftiert), 2.Vorsitzender wird der ev. Probst Heinrich Grüber (1940-43 inhaftiert)
(nach einer internationalen OdF-Konferenz im Juni 1946 in Frankfurt/M. wurden VVN am 26.10.1946
in
Nordrhein-Westfalen und am 26.10.1946 in Großhessen gegründet) (>16.12.49/
21.2.53/ 16.6.61)
24.02. ABZ; Frankfurt/M., Landgericht,
Prozeßbeginn geg. 25 Mitarbeiter der Euthanasie-Anstalt Hadamar
(ca. 14 000 Ermordete),
Pflegepersonal erhält im Namen des Volkes Hafttrafen von 3 bis 8 Jahren,
ABZ, Nürnberg, dt.
Spruchkammer verurteilt Franz v. Papen (Zentrumspartei, Reichskommissar in
Preußen, Konkordatsvermittler,
Steigbügelhalter und Vizekanzler A. Hitlers, 1934-44 dt. Botschafter in
Österreich und Türkei) als
„Hauptschuldigen“ zu 8 Jahren Arbeitslager und Vermögenseinzug von
RM 721 000, am 26.1.49 wird er als
nunmehr nur „Belasteter“ frei gelassen u. erhält sein Vermögen
bis auf DM 30 000 Bußgeld zurück (und
wird unter Papst Johannes XXIII 1959 abermals päpstlicher
Geheimkämmerer - Camerieri Segreti di Cappa e Spada) (>16.4.47),
Polen; Warschau, Oberstes
Volkstribunal verurteilt den deutschen ex-Distrikt Warschau-Gouverneur
Dr. jur. Ludwig Fischer, ex-Distrikt
Warschau-Sicherheitspolizei-Chef Kriminalrat Josef Meisinger
sowie Polizeioberst Max Daume zum
Tode
25.02. Alliierter
Kontrollrat, Gesetz Nr. 46 zur Auflösung des Staates Preußen
01.03. SBZ;
1.Juristenkonferenz der SED, Dr. Karl Polak spricht über Probleme der
„Demokratisierung der
Justiz“, Erörterung von „Grundsätzen
der SED zur Justiz-Erneuerung“
7./9.03. SBZ; Ostberlin, DFD-Gründung (Demokratischer Frauenbund Deutschlands), 1.Vors.: Dr. Anne-
Marie Durand-Wever, weiter Vors. werden Emmy Damerius-Koenen (KPD/SED), Elli Schmidt alias
Irene Gärtner (KPD/SED), Ilse Thiele (KPD/SED), Eva Rohmann (SED) (>1.6.57/ 23./24.11.60)
10.03. ABZ; Nürnberg,
Volkstumsprozeß Nr. VIII verurteilt Polizeigeneral Ulrich Greifelt u.a. wg.
Entführung
polnischer Kinder zu lebenslanger
Haft, andere Angeklagte werden zu Haftstrafen von 10-25 Jahren
verurteilt; der für „Generalplan Ost“
hauptverantwortliche Wissenschaftler Prof. Dr. Konrad Meyer-
Hetling wird in entscheidenden
völkerrechtlichen Fragen freigesprochen
10.3./24.4. UdSSR;
Moskau, 4.(nach-Potsdam)-Treffen des Rates alliierter Außenminister
12.03. Polen;
Warschau, eidesstattl. Erklärung v. ex-Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß u.a.:
„…wurden die
Häftlinge nur dann in die Betriebe
entsandt, wenn die vorerst um KZ-Häftlinge angesucht hatten…
Häftlinge über 50 Jahren wurden
(Verf., auch damals) nur selten zum Arbeitseinsatz verwendet.“
USA; Washington, Präs. Truman
verspricht freien Völkern Hilfe
(Truman-Doktrin - „cold war“) (>5.6.47)
13.03. SBZ;
Student u. FDJ-Gründungsmitgl. Manfred Klein (kath., CDUD) und der
Studentensprecher u.
Jugendvertreter Georg Wrazidlo (CDUD) werden mit 15 weiteren Studenten
verhaftet >verfolgte
Schüler
(am 12/13.12.48 werden K. und W. gemeinsam mit der Studentin Gerda Rösch, vom
SMT
Berlin-Lichtenberg wg. „geheimer
faschistischer Tätigkeit“ zu je 25 Jahren Haft verurteilt und 1956
angeblich gegen den 03.1953 ohne
Abgeordnetenimmunitätsaufhebung in der BRD verhafteten,
04.1955 wg. „Hochverrat“ im Namen des
Volkes zu 5 Jahren Haft verurteilten und 1957 amnestierten
FDJ-Vorsitz. und MdL Jupp Angenfort
ausgetauscht. Georg W. setzt in West-Berlin sein Medizin-
studium bis zum Staatsexamen fort und
stirbt 1959 bei einem ungeklärten Verkehrsunfall, Manfred K.
studiert in der BRD Jura, 1959-63
Westberliner CDU-MdA, danach Referent der Bundeszentrale für
politische Bildung. Wie Klein u.
Wrazidlo war auch Angenfort Katholik, Hitler-Jugend-Mitgl. und erfüllte
die
politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung, 1942
Abitur Oberschule für
Jungen Düsseldorf,
Reichsarbeitsdienst, 1943-49 Wehrmacht, sowjet. Kriegsgefangenschaft, NKFD,
1950 KPD, FDJ, 1951-53 NRW-MdL,
BRD-FDJ-Vorsitzender, 1962 erneute Verhaftung in München,
Flucht über Österreich in die DDR)
(>3./5.11.47/ 26.6.51)
15.03. franz. verwaltetes Saarland, Hirtenbrief v. Erzbischof Franz Rudolf Bornewasser u.a. „Vaterlandsliebe
bedeutet
Treue. Wer Treue bricht ist ein Verräter...“ (>17.11.76 Dr. Kertzscher)
20.03. SBZ;
Gründung der Freier Dt. Gewerkschaftsbund-Unterorganisation „Feriendienst des
FDGB“ (1961
wird vom Dt. Gewerkschaftsbund der BRD „DGB Reisen“ gegründet)
21.03. SBZ;
Brandenburg, Landtag, 1.Gesetz zur Gleichbehandlung ,nomineller‘
NSDAP-Mitglieder
24.03. SBZ; NKWD-Lager
Nr. 8 Torgau aufgelöst, ca. 4 000 Häftlinge in Sowjetunion deportiert, ca. 1
500
Häftlinge starben hier
03. SBZ; 11 800 km Eisenbahnschienen sind abgebaut und in die UdSSR verbracht worden,