1945

 

„Es muß demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“  Walter Ulbricht 

 

„Es mag am deutschen Wesen einmal noch die Welt genesen.“  Emanuel Geibel, Dichter

 

„Widerstand meint Kampf gegen staatliches Unrecht. Voraussetzung ist, daß der Staat nicht höchster Wert

ist, sondern daß Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung gewogen und möglicherweise zu leicht

befunden werden können.“  Fritz Bauer, kritischer Jurist und Generalstaatsanwalt in Frankfurt/Main

 

08.05. vier alliierte Besatzungszonen westlich der Oder-Neiße-Linie haben (10.1946) ca. 62 Mio. Einwohner

          auf 375 470 qkm (bei Reichsgründung 1871 waren es 550 500 qkm, Aktionen deutscher Eliten von

          1914-18 u. 1939-45 verursachten riesige Menschen- u. Gebietsverluste und Reparationsleistungen)

 

          Neubeginn für deutsche Gerechtigkeit und u.a. auch für drei beispielhafte, gleichaltrige, überlebende

          und noch nicht schulpflichtige deutsche bzw. jüdische Kriegskinder:

          Kind 1 lebt in seiner protestantischen Familie zu Hause in der amerik. Besatzungszone, besucht in

          der BRD das Gymnasium, macht Abitur, studiert, wird Jungsozialist, Beamter, Bürgermeister, Minister-

          präsident, Bundesminister u. hat später ohne eigene Zahlung über DM 20 000 „Ruhegeld-Anspruch“.

          Kind 2 ist seit 04.1945 aus einem KZ befreiter besitzloser jüdischer Halbwaise und emigriert mit dem

          Vater nach Israel, macht sein Te'udat Bagrut (israelisches Abitur), studiert dort und später in der DDR.

          Kind 3 ist seit 02.1945 heimatloser Halbwaise, lebt am 8.5.45 bis zur Rückkehr des kriegsgefangenen

          Vaters bei fremden Pflegeeltern, später mit Vater u. Adoptivmutter in einer kath. Familie in der sowjet.

          Besatzungszone, Sozialisten verweigern dem Kind trotz sehr guter Schulnoten den Besuch der DDR-

          Oberschule, mit 14 Jahren arbeitet das Kind, zahlt Rentenversicherungsbeiträge, flieht als Arbeiter in

          die BRD, macht Jahre nach dem absolut mittellosen Neubeginn bescheidene Karriere, seine Steuern

          finanzieren u.a. auch das Studium und die hohen Lebenseinkünfte von Kind 1. Kind 3 erhält NIE

          Entschädigung und hat später ca. DM 2 000 staatl. Rentenanspruch!  (>10.10.49/ 28.7.50/ 13.2.51/

          9./14.11.89/ 6.9.90/ 3.10.90/ 26.9./1.10.93/ 27.3.98/ 17./19.4.2000/ 5.10.2000/ 12.12.2001)

          > verfolgte Schüler, deutsche Gerechtigkeit

 

          SBZ; Berlin, der sowjet. Stadtkommandant Gen. Nicolai Bersarin ernennt Dr. A. Hermes zum Stadtrat

          für Ernährung (>17.5.45),

          Dänemark; Geltinger Bucht, an Bord „Buéa“, unter Befehlshoheit des Führers der Schnellboote Kom-

          modore Rudolf Petersen verurteilt ein Standgericht unter Vorsitz v. Marine-Stabsrichter Adolf Holzwig

          mit Beisitzern Oberstabsarzt Dr. Hans Georg Bursch und Gefreiten Faustmann im Namen des

          Deutschen Volkes die von Kriegsgerichtsrat Hartger angeklagten Matrosen Fritz Wehrmann, Martin

          Schilling u. Alfred Gail wg. „eines schweren Falles der Fahnenflucht im Felde“ (nach Teilkapitulation

          dt. Truppen in Dänemark hatten sie sich von ihrer Einheit entfernt) zum Tode und den Matrosen Kurt

          Schwalenberg zu 3 Jahren Zuchthaus, die von Kommodore Petersen bestätigten Todesurteile werden

          am 10.5. an Bord vollstreckt u. die Leichen im Meer versenkt (die für die Todesurteile Verantwortlichen

          werden später freigesprochen) (>19.12.57),

          Tschechien; Velichovky, Generalfeldmarschall u. Ritterkreuzträger Ferdinand Schörner verläßt in Zivil

          - trotz eigenen „brutalen Durchgreifens gegen vermeintliche Drückeberger, Defätisten u. Deserteure“ -

          seine Heeresgruppe Mitte um nicht mit seinen ca. 800 000 Truppen in sowjet. Kriegsgefangenschaft

          zu gehen (am 15.5. wird er von amerik. Truppen in Österreich gefangen genommen und sowjet.

          Truppen übergeben, am 11.2.52 wird er in Moskau zu zweimal 25 Jahren Erziehungslager verurteilt,

          bereits 12.1954 entlassen kehrt er in die BRD zurück und wird 10.1957 vom LG München I wg. seiner

          strafbaren Handlungen verurteilt) (>6.5.48/ 11.5.51/ 5.8.55/ 15.10.55/ 15 10.57),

          Tschechien; Terezin, KZ Theresienstadt wird von sowjet. Armee befreit (Eva Ginz ist eine der nur ca.

          100 von ca. 15 000 hier von Deutschen inhaftierten Kinder die hier überlebten. T. wird jetzt Lager für

          Deutsche, die Tschechen Premsyl Pitter u. Olga Fierz retten hier u. in anderen Lagern viele dt. Kinder)

09.05. Tschechien; Sokolov/Falkenau, amerik. Truppen befreien das KZ Außenlager im 1938 vom Dt. Reich

          besetzten Sudetengebiet, Falkenaus deutsche Einwohner erhalten beim erzwungenen Bekleiden und

          Bestatten der liegengelassenen toten Zwangsarbeiter eine Lektion in Menschenwürde,

          sowjet. besetztes Danzig-Westpreußen; KZ Stutthof wird von sowjet. Truppen befreit

9./15.5. SBZ; Besuch sowjet. Regierungsdelegation unter Volkskommissar A. Mikojan

10.05. BBZ; Flensburg, Generalleutn. u. Konzentrationslager-Inspekteur Richard Glücks begeht Selbstmord,

          BBZ; Flensburg, dt. Kriegsgericht unter Vorsitz von Marineoberstabsrichter Dr. Theodor Constabel ver-

          urteilt Im Namen des Deutschen Volkes den Gefreiten Johann Christian Süß u.a. wg. „Untergrabung

          der Manneszucht" zum Tode, sein Gnadengesuch wird abgelehnt, Konteradmiral Bernhard Rogge

          bestätigt das Urteil (Süß wird am 11.5. erschossen, seine Eltern werden 1952 informiert, Berufssoldat

          Rogge legt 1957 seinen vierten Diensteid ab u. wird Bundesmarine-Konteradmiral, 1958-62 NATO-

          Kommandeur Schleswig-Holstein u. erhält das Bundesverdienstkreuz),

          Großbritannien; BBC, Radioansprache v. Thomas Mann „Deutsche Hörer! Wie bitter ist es wenn der

          Jubel der Welt der Niederlage…des eigenen Landes gilt…zeigt sich darin noch einmal…der Abgrund,

          der sich zwischen Deutschland…und der gesitteten Welt aufgetan hatte…“,

          SBZ; Erich Honecker stellt sich der Gruppe Ulbricht zur Verfügung, der ex-KJVD-Leiter wird beauftragt

          „Grundlinien für die Jugendarbeit der KPD in den nächsten Wochen und Monaten auszuarbeiten“

          (>19.6.45/ 25.6.45/ 31.7.45/ 10.9.45/ 2./3.12.45/ 26.2.46),

          Norwegen; Standgericht unter Vorsitz von Oberfeldrichter Wilhelm Spies verurteilt die Soldaten Rudolf

          Zatsch, Hartmut Feyertag, Josef Wenzl u. Leopold Wickenhauser im Namen des Deutschen Volkes

          zum Tode („die Angeklagten haben…in der Absicht gehandelt, sich der Verpflichtung zum Dienst in

          der Wehrmacht dauernd zu entziehen“, Divisionskommandeur Oberst Josef Remold u. Gen.Oberst

          Alfred Jodl bestätigen die Urteile die am 10.5. vollstreckt werden) (Oberfeldrichter Spies wird 1965 in

          Braunschweig vom Landgerichtsrat zum Landgerichtsdirektor befördert; Gebirgsjäger Oberst Remold,

          1934 „Handbuch für die Hitler-Jugend“-Autor, wird 1951-62 Bayerischer Bereitschaftspolizeipräsident

          u. 1967 Autor von „Tagebuch eines Bataillons-Kommandeurs“)  deutsche Gerechtigkeit,

          CSR; Pilsen, Reichsstatthalter u. Sudetenland-Gauleiter Konrad Henlein begeht Selbstmord

    05. BBZ; Flensburg, Große Str., ex-Gaustudentenführer u. -Oberleutnant Prof. Dr. Helmut Schelsky (Zitat:

          „Eine sozialistische Tat ist so z. B. die Unfruchtbarmachung von unheilbar belasteten Menschen.“,

          1932 SA, 1934 SA-Lehrsturm Leipzig, 1935 Promotion, Amt Rosenberg, 1937 NSDAP, 1939

          Habilitation, Dozent Königsberg, 1940 Dt. Wissenschaftl. Institut Budapest, 1943 Reichsuni. Straßburg

          Professur, 1949-53 Leiter Gewerkschaftsakademie für Gemeinwirtschaft, 1953-65 Uni. Hamburg und

          Münster-Professur, Beirat cDU-Bundesfamilienmin.- Sohn Wilhelm S. wird Siemens-Betriebsrat, cDU-

          Parteitagsredner, Unternehmensberater, Lobbyist, Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsange-

          höriger - AUB e.V. Bundesvorsitz.), Leutnant Kurt Wagner, Joachim Leusch sowie Mitarbeiter der

          Flüchtlingsleitstelle Kiel gründen Vermissten-Suchdienststelle (>02.1946),

          SBZ; Berlin, vor Ankunft westalliierter Truppen wird u.a. Schliemann’s Gold von Troja unter Stadt-

          kommandant Gen. N. Bersarin bis zu „Glasnost“-Präs. M. Gorbatschow geleugnete sowjet. Raubkunst

          (>17.5.45/ 2.11.58)

11.05. ABZ Österreich; Werfen, amerik. Truppen übernehmen den sog. ungarischen Goldzug mit mind.

          24 Waggons und -zig Millionen Dollar geraubtem Gold, Silber, Edelsteinen, Kunst- und Wertgegen-

          ständen die Deutsche mit ungar. Komplizen u.a. unter Heinrich Himmler, Dr. Edmund Veesenmayer,

          Adolf Eichmann, Dr. Adolf Hezinger, Miklos Horthy, Ferenc Szálasi, Otto Skorzeny u. Dieter Wisliceny

          deportierten jüd. Ungarn raubten (Überlebende noch deren Erben erhalten je ihr Eigentum zurück)

12.05. BBZ Österreich; Kärnten, Beginn gewaltsamer, später als Kriegsverbrechen bezeichnete Repatriation

          von mind. 70 000 kriegsgefangenen Kosaken, Ukrainer, Sowjets, Weissrussen, Kroaten u. Slowenen

          durch brit. Truppen in die UdSSR bzw. Jugoslawien (dort häufig gefoltert u. ermordet) um im Gegen-

          zug die Repatriation von sowjet. Truppen befreiter alliierter Kriegsgefangener zu sichern (>09.1945),

          CSR; Brno, der heimgekehrte Exil-Präsident E. Benes sagt:„Das deutsche Volk hat in diesem Krieg

          aufgehört…menschlich erträglich zu sein u. erscheint uns nur noch als…menschliches Ungeheuer…“,

          CSR; Prag, ca. 4 000 Botschaftsflüchtlinge mit 100en Kindern, die z.T. „schwarze, verrunzelte Affen-

          gesichter hatten“ besetzen die von Antifaschist Ferdinand Marek eröffnete Botschaft Österreich’s (trotz

          diplomatischer Immunität von Sowjets verhaftet „stirbt“ Botschafter Marek 1947 in sowjet. Gefängnis)

13.05. Italien; Bozen, amerik. Truppen verhaften den Bevollmächtigten General der deutschen Wehrmacht

          und HSSPF in Italien ex-SS-Obergruppenführer Karl Wolff bei seiner 45.Geburtstagsfeier mit seinen

          Offizieren (>30.9.64),

          Niederlande; Kriegsgefangenenlager Hembroug/Amsterdam, dt. Kriegsgericht unter Marinestabs-

          richter Wilhelm Köhn u. mit Lagerkommandant Fregattenkapitän Alexander Stein verurteilt im Namen

          des Deutschen Volkes die Deserteure Rainer Beck u. Bruno Dörfer zum Tode, die Verurteilten werden

          am 13.5. mit geliehenen Waffen der das Lager bewachenden Kanadier von 8 dt. Soldaten erschossen

          (12.1997, nach mehr als 52 Jahren, hebt das LG Köln das Todesurteil auf: Als „Halbjude“ habe Beck

          die „Gefahr für sein Leben ... ausschließlich durch seine Flucht aus der Marine abwenden können“ –

          ohne diese Entschuldigung wäre er zu Recht umgebracht worden?) (bereits am >19.5.62 erschiessen

          dt. Soldaten wiederum dt. Soldaten)

14.05. CSR; Böhmerwald, Autor Wolfgang Paul trifft Kinder „die nach Hamburg und Berlin unterwegs sind,

          nachdem ihre Lehrer sie im ,Kinderlandverschickungslager’ im Stich ließen und das Essen ausging.

          Die Kinder sind stolz auf ihren Alleingang…“ (ca. 1 000 000 Kinder wurden nach Schätzungen in KLV-

          Lagern von der „Front überollt“ u. mussten sich nach Hause oder dem was übrig war, durchschlagen)

15.05. SBZ; sowjet. Armee veröffentlicht erstmals die „Tägliche Rundschau“ (>04.1947/ 7.12.48/ 2.6.50),

          polnisch besetzte Provinz Schlesien; 1939-45 dt. besetztes Katowice/Kattowitz, der kath. Bischof

          Stanislaw Adamski fordert Deutsche zum Verlassen von Schlesien auf (>20.7.45)

16.05. BBZ; Juristensohn, Generaloberstabsrichter u. Chef Wehrmacht-Rechtsabt. Dr. jur. Rudolf Lehmann

          exkulpiert gutachterlich vis-a-vis Reichspräs., Großadmiral u. OKW-Chef Karl Dönitz sich und alle dt.

          Uniformträger mittels: „Führerbefehl ist Gesetz“ (der) „enthob sie jeder strafrechtlichen Verantwortung“

          (>19.11.45/ 30.12.47/29.10.1948/ 16.8.50) deutsche Gerechtigkeit

17.05. SBZ; Berlin, Stadtkommandant Gen. N. Bersarin ernennt Dr. Arthur Werner zum Oberbürgermeister

19.05. CSR, Benes-Dekret Nr. 5/1945 über die Ungültigkeit eigentumsrechtlicher Handlungen aus der Zeit

          der Unfreiheit (weitere Dekrete 21.6./ 2.8. u.19.9.45/ 20.10.45) (>10.7.45),

          ABZ; Dachau, Reichskanzlei-Chef Phillip Bouhler begeht Selbstmord,

          BBZ; Hamburg, Gründung Notgemeinschaft der durch die Nürnberger Gesetze Betroffenen (>23.6.50)

21.05. BBZ; Lüneburg, ex-HSSPF und Hitlerjugend „Werwolf“-Leiter Hans Prützmann begeht Selbstmord

23.05. BBZ; Flensburg, brit. Truppen verhaften Reichsregierung Dönitz, Admiral Hans Georg v. Friedeburg

          begeht Selbstmord,

          BBZ; Lüneburg, Reichsinnenmin. u. Chef der Dt. Polizei H. Himmler begeht Selbstmord

24.05. Österreich; Salzburg, Generalfeldmarschall Robert Ritter v. Greim begeht Selbstmord,

          der „Beauftragte des Führers für die Geschichtsschreibung des großdeutschen Freiheitskampfes"

          Generalleutnant Walter Scherff begeht in amerik. Kriegsgefangenschaft Selbstmord,

          poln. besetztes Ostpreußen/ Danzig-Westpreußen/ Wartheland/ Schlesien; die Prov. Regierung der

          Polnischen Republik erlässt Dekret betr. Verwaltung der Wiedergewonnenen Gebiete,

          USA; Washington, Einreise-Bewilligung für erste einhundert deutsche Atom- und Raketenfachleute

25.05. ABZ; Stadt des KDF-Wagens, Stadtverordnete beschliessen Umbenennung in Wolfsburg,

          SBZ; Berlin, ex-Berufssoldat, Ritterkreuzträger u. NKFD-Schüler Paul Markgraf wird Polizeipräsident

26.05. Polen; das kommunist. Polnische Arbeiterpartei-ZK beschliesst Vertreibung aller Deutschen bis Ende

          1945 und Ansiedlung von ca. 2,5 Millionen Polen in sogenannten "wiedergewonnenen Gebieten",

          USA; „Colliers Weekly Martha Gellhorn’s Deutschland-Bericht „We Were Never Nazis - Niemand ist

          je einer gewesen. Es hat vielleicht ein paar Nazis im nächsten Dorf gegeben…,wir waren…immer als

          Rote verschrien. Oh, die Juden? Tja, es gab eigentlich in dieser Gegend nicht viele.“(>7.6.45/ 1.12.58)

27.05. BBZ; Flensburg, Sanitätswesen-Chef aller Konzentrationslager Dr. Enno Lolling begeht Selbstmord

29.05. Norwegen; Kriegsgericht in Kriegsgefangenenlager unter Vorsitz von Marinestabsrichter Dr. Hans

          Karl Filbinger verurteilt Obergefreiten Kurt Olaf Petzold wegen Gehorsamsverweigerung (er hatte die

          Hoheitsabzeichen an Mütze und Hakenkreuz an Uniform entfernt und einen Befehl im Lager mit den

          Worten verweigert: „Die Zeiten sind jetzt vorbei, ihr habt ausgeschissen, ihr Nazi-Hunde…“) zu sechs

          Monaten Gefängnis (Dr. F. wird am >15.5.60 Innenmin. u. am >16.12.66 Min.-Präs. Baden-Württemb.)

30.05. CSR; Brno/Brünn, „Todesmarsch“ von ca. 30 000 deutschen Frauen, Kindern und alter Männer nach

          Pohorelice/ Pohrlitz an der österreich. Grenze beginnt (ca. 2 000-5 000 Tote)

31.05. Österreich; Weißensee, brit. Truppen verhaften „Aktion Reinhard“-(ca. 2 Mio. in Vernichtungslagern

          Ermordete)-Leiter SSPF Odilo Globocnik, seinen Stellvertreter SS-Sturmbannführer Hermann Höfle u.

          seine Lubliner Mitarbeiter SS-Sturmbannführer Georg Michalsen u. SS-Sturmbannführer Ernst Lerch,

          G. begeht Selbstmord (Höfle wird 1947 österr. Justiz überstellt, 1947 ,auf Gelöbnis’ frei, nach poln.

          Auslieferungsbegehren Flucht nach Italien, 1951 Rückkehr über Österreich in die BRD, ab 04.1951 dt.

          Ausweispapiere, 02.-06.1954 beim CIC, 1961 in Salzburg verhaftet, 08.1962 in Haft Selbstmord. Lerch

          wird Kaffehausbesitzer in Klagenfurt, Michalsen wird Buchhalter in Hamburg!!!)

01.06. SBZ; Aufstellung von Polizeiverbänden (Deutsche Volkspolizei DVP - bald „Von der Partei geführt.

          Der Arbeiterklasse treu ergeben. Mit der Sowjetunion für immer verbunden.“) (>30.7.46/ 06.1985)

03.06. BBZ; Wolfsburg wechselt von bisher amerikan. zu brit. Besatzung,

          SBZ; „Altenburger Echo“ „An die Soldaten der Roten Armee! Endlich seid ihr da. Mit heißem Herzen

          haben wir Altenburger Antifaschisten auf den Tag Eurer Ankunft gewartet“ (>7.6.45/ 1./3.7.45/ 3.7.45),

          SBZ; Berlin, Bildung Hauptausschuss „Opfer des Faschismus/OdF“ (die „unter der Hitlerdiktatur

          heldenmütig für die Freiheit des deutschen Volkes kämpften u. Hinterbliebene der von den Faschisten

          ermordeten Helden des deutschen Freiheitskampfes“) u.a. mit Ottomar Geschke, Andreas Hermes,

          Robert Havemann, Gustav Dahrendorf, Heinrich Grüber, Hermann Landwehr, Karl Raddatz, Heinz

          Brandt u. Helmut Bock zur sozialen Opferbetreuung (später VVN) (>3.7.45/ 22.2.47/ 9.2.50/ 20.12.52)

04.06. Großbritannien; Premiermin. Churchill schreibt an US-Präs. Truman er „sehe dem im Mittelabschnitt

          unserer Front beabsichtigten Rückzug der amerik. Armee…mit größtem Unbehagen…ist doch damit

          der Vormarsch der Sowjetmacht…u. die Senkung eines eisernen Vorhangs…verbunden“ (>1./3.7.45)

4./10.6. UdSSR; Moskau, wg. der KPD-Neugründung treffen sich W. Ulbricht, A. Ackermann u. G. Sobottka

          mit J. Stalin u. W. Molotow und kehren mit dem KPD-Gründungsaufruf zurück in die SBZ (>11.6.45)

05.06. SBZ, Berlin, G. Shukow (UdSSR), B. Montgomery (GB), D. Eisenhower (USA) und J.-M. de Lattre

          de Tassigny (F) erklären in „Anbetracht der Niederlage Deutschlands u. der Übernahme der obersten

          Regierungsgewalt…, Feststellung über das Kontrollverfahren…, Feststellung über die Besatzungs-

          zonen („innerhalb seiner Grenzen, wie sie am 31.Dez.1937 bestanden…in vier Zonen aufgeteilt“) (als

          Kriegsfolge bald als SBZ und „Trizonesien“ bekannt) (>6.6.45/ 1./3.7.45/ 17.7./2.8.45/ 30.7.45/ 8.5.49/

          7.10.49/ 5./8.4.7./8.6.50/ 12.9.90)

06.06. Aachen, US-Militärgericht verurteilt zwei Mitglieder der Hitler-Jugend zum Tode,

          Berlin, Gründung „Kammer der Kulturschaffenden“ unter Vorsitz des „Gottbegnadeten“ NS-Künstlers

          u. Schauspielers Paul Wegener, Sekretär ist Wolfgang Harich (der Sohn eines promovierten Literatur-

          wissenschaftlers und Hitler-Jugend Mitgl. erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer

          Begabtenförderung - keine Abiturzulassung, Wehrmacht, 1944 entfernte er sich von der Truppe und

          versteckte sich, 1945/46 KPD, SED, er erfüllte die politischen Kriterien sozialistischer Begabten-

          förderung, 1946-51 Philosophie- u. Lit.-Wissenschaftsstudium, 1951 Promotion, wird >29.11.56 ver-

          haftet, am >7.3 57 verurteilt) (die Kammer wird am 30.4.46 von den Alliierten aufgelöst) (>8.8.45),

          SBZ; „Tägliche Rundschau“ „Unterzeichnung der Deklaration über die Niederlage Deutschlands…“

07.06. SBZ; Eugen Hanisch alias Anton Ackermann (KPD) sagt wg. überall auftauchender selbsternannter

          Kommunisten ironisch: „es stellte sich heraus, daß es in der Sowjetunion weniger Bolschewiken gibt

          als in Hitler-Deutschland“ (über die Vergasungsanstalt Bernburg/S. wird berichtet: „Einige Oberpfleger,

          die früher überzeugte Nationalsozialisten waren, waren plötzlich alte, erfahrene Kommunisten.“)

08.06. Vatikan informiert deutschen Botschafter Ernst Freiherr von Weizsäcker seine Mission sei beendet (er

          wird am 26.8.1946 aus dem Vatikanstaat ausgewiesen und alliierten Behörden übergeben)

09.06. SBZ; SMAD-Befehl Nr.1 zur Bildung Sowjet. Militäradministration in Deutschland SMAD unter Vorsitz

          Marschall Georgi Shukow’s als Oberkommandierender der sowjet. Besatzungstruppen (mit ca. 60 000

          Mitarbeitern - u.a. Prof. Pjotr Wassiljewitsch Solotuchin’s Abt. „Volksbildung“ zu deren Sowjetisierung

          sowie mit Leutnant  Wsewoljod Jermolajew’s Referat „Verbindungen zu den Kirchen“ - vis-à-vis 25 000

          der brit. Control Commission of Germany, 12 000 des amerik. Office of Military Gouvernment US-Zone

          und 11 000 der franz. Administration Militaire Francaise en Allemagne) (>9.6.45/ 25.8.45/ 21.10.45/

          20.1.46/ 21.8.46/ 03.1947/ 11.11.49/ 01.1950)

10.06. SBZ; SMAD-Befehl Nr.2 zur Zulassung und Tätigkeit antifaschistischer Parteien und Gewerkschaften

          „unter der Kontrolle der Sowjet. Militärischen Administration...“ (>11.6.45/ 15.6.45/ 26.6.45),

          SBZ; Berlin, ex-NKFD-Mitgl. u. Autor Johannes R. Becher kommt aus Moskau (1950-58 AdV, 1954-58

          Kulturminister) (>25.6.45/ 8.8.45/ 19.4.46/ 08.1949/ 24.3.50/ 26./28.11.50/ 1.5.51/ 30.6.53/ 13.11.54)

11.06. SBZ; „Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus“, KPD-Gründungsaufruf,

          Parteiprogramm u.a. „Nicht nur Hitler ist schuld an den Verbrechen, die an der Menschheit begangen

          wurden. Ihr Teil Schuld tragen auch die 10 Mio. Deutsche, die 1932 bei freien Wahlen für Hitler stimm-

          ten, obwohl wir Kommunisten warnten...Ihr Teil Schuld tragen alle jenen deutschen Männer u. Frauen

          die willenlos und widerstandslos zusahen, wie Hitler die Macht an sich riß...und Hitler folgten“ sowie

          „Säuberung des gesamten Bildungs- und Erziehungswesens vom faschist. und reaktionärem Unrat.

          Pflege eines wahrhaft demokrat., fortschrittl. u. freiheitlichen Geistes an allen Schulen...Liquidierung

          des Großgrundbesitzes…“ gez. Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht, Franz Dahlem, Eugen Hanisch alias

          Anton Ackermann, Gustav Sobottka, Ottomar Geschke, Johannes R. Becher, Edwin Hörnle, Hans

          Jendretzky, Michel Niederkirchner, Hermann Matern, Irene Gärtner, Hans Mahle, Berhard Koenen,

          Martha Arendsee, Otto Winzer, (E. Honecker wird KPD-ZK Jugendsekr.) (> 25.8.45/ 21./22.4.46)

13.06. SBZ; Bautzen, Landesstrafanstalt, NKWD-Sonderlager Nr. 4 (ca. 12 000 Tote) eröffnet (>14.1.1950),

          SBZ; „Deutsche Volkszeitung -Zentralorgan der KPD“ erscheint, Redaktionsmitgl.: Wolfgang Leonhard

          (07.45-47 Presseabt. KPD/SED-ZK, 1947-49 Dozent SED-Parteihochschule Liebenwalde) (>13.3.49)

14.06. CSR; Vertreibung Sudentendeutscher beginnt (09.45 flieht Dita Glotz mit 6jährigem Sohn Peter aus

          Cheb/Eger zum zuvor geflohenen ex-NSDAP-Mitgl. u. Ehemann in die ABZ, Peter Glotz erfüllt die

          finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat und legt

          1959 das Abitur ab, studiert, 1961 SPD, 1968 Promotion, 1969-70 Konrektor Uni. München, 1970-72

          MdL, 1972-77 MdB, 1974-77 SPD-Bundesbildungsmin. K. Ravens Staatssekr., 1977-81 Senator für

          Wissenschaft, 1981-87 SPD-Bundesgeschäftsführer, 1983-96 MdB, Stiftung Zentrum gegen

          Vertreibungen) (>20.11.45/ 21./23.6.50/ 11.12.73/ 27.2.92/ 6.9.2000/ 18.5.2002)

15.06. SBZ; SPD-Gründungsaufruf „…Das deutsche Volk muß die Kosten der faschistischen Hochstapelei

          bezahlen!“ (manche mit ihrem gesamten Besitz, andere zahlen nichts - deutsche Gerechtigkeit?) „...

          Demokratie in Staat und Gemeinde, Sozialismus in Wirtschaft u. Gesellschaft...Wir begrüßen daher

          auf das wärmste den Aufruf der KPD vom 11.Juni…Bodenreform (Enteignung) ist Beseitigung des

          verderblichen Einflusses der Junker auf die Geschicke Deutschlands. Aus ihren Reihen stammen...die

          Feinde jeder freiheitlichen Entwicklung...Erziehung der Jugend im demokratischen, sozialistischen

          Geist...Verstaatlichung der Banken, Versicherungsunternehmen…Bodenschätze...“ gez. Max Fechner,

          Erich Gniffke, Otto Grotewohl, Gustav Dahrendorf, Karl Germer, Bernhard Göring, Hermann Harnisch,

          Helmuth Lehmann, Karl Litke, Otto Meier, Fritz Neubecker, Josef Orlopp, Hermann Schlimme,

          Richard Weimann (>17.6.45/ 11.2.46/ 3.4.46/ 30.10.48),

          SBZ; Gewerkschafts-Gründungsaufruf (bald Einheitsgewerksch. Freier Deutscher Gewerkschaftsbund

          FDGB) gezeichnet: Otto Braß, Bernhard Göring, Hermann Schlimme, Paul Walter, Roman Chwalek,

          Ernst Lemmer, Jakob Kaiser, Hans Jendretzky (>20.5.46/ 14.8.48/ 13.10.49)

16.06. SBZ; „Deutsche Volkszeitung -Zentralorgan der KPD“, Thomas Mann schreibt u.a. „Das Unglück ist

          groß. Aber darum zu rufen ,Mit Deutschland ist es aus!’ ist törichter Kleinglaube. Deutschland kann

          leben und glücklich sein ohne Generalstab und Rüstungsindustrie. Es kann ohne sie sogar richtiger

          und ehrenhafter leben. Es kann auch leben und glücklich sein ohne die Gebietsteile in Ost und West

          die ihm bei der Katastrophe des Kriegsreiches verloren gehen…“ (>10.7.45/ 17.7./2.8.45)

17.06. SBZ; erste Berliner SPD-Funktionärskonferenz mit Grundsatzrede Otto Grotewohl’s

18.06. CSR; Prerov/Prerau, Ermordung von 267 deutschen Zivilisten durch tschechische Miliz

19.06. SBZ; KPD-SPD-Aktionsabkommen; „im festen Willen zur aufrichtigen Zusammenarbeit“ einigen sich

          Ulbricht, Hanisch alias Ackermann, Geschke, Jendretzky, Winzer (alle KPD) mit Grotewohl, Gniffke,

          Dahrendorf, Lehmann, Meier (alle SPD) „auf die Bildung eigener Jugendorganisationen zu verzichten“

          (>31.7.45), von der SPD unterbreitete Vorschläge einer gemeinsamen Organisation werden vom KPD-

          ZK abgelehnt. Ulbricht: „Die Zeit für eine organisatorische Vereinigung ist noch nicht gekommen...“

          > verfolgte Schüler (>31.7.45/ 10.9.45/ 2./3.12.45/ 20.12.45),

          ABZ; München, Pastorale Anweisung Kardinal Michael v. Faulhaber an Klerus der Erzdiözese: „Man

          hat wochenlang Vertreter amerikanischer Zeitungen u. amerikanische Soldaten nach Dachau gebracht

          und die Schreckensbilder von dort in Lichtbildern und Filmen festgehalten, um der ganzen Welt bis

          zum letzten Negerdorf die Schmach und Schande des deutschen Volkes vor Augen zu stellen.“

21.06. ABZ; Mainz, Bischof Albert Stohr beklagt bei Papst Pius XII die „radikale Entfernung aller Nazis aus

          der Wirtschaft, den Ämtern, den Berufen...der einzige Befähigungsnachweis zur Besetzung eines

          Amtes scheint der Aufenthalt eines Kandidaten in Dachau oder sonstwo im Gefängnis zu sein.“,

          CSR; Benes-Dekret Nr. 12/1945 über Enteignung u. Aufteilung deutschen Grundbesitzes (einschl.

          ethnischer Säuberung - dt. Vertriebene sind in den Besatzungszonen oft bei nicht-vertriebenen

          „Herrenrasse“-Angehörigen unwillkommen u. werden mit „Zuzugssperren“ abgewiesen) (>10.7.45/

          23.5.49/ 21./23.6.50/ 7.10.58/ 6.7.89/ 26.2.96/ 21.1.97)

22.06. SBZ, nach 8 Wochen im sowjet. besetzten Berlin beendet eine junge Frau ihr Tagebuch von ihrer

          „Befreiung“ (erscheint 1954 in USA als „A Woman in Berlin“) (>2.7.45/ 14.7.45/ 4.1.49/ 21.4.50/ 8.5.85)

25.06. SBZ; I. KPD-Funktionärskonferenz, Walter Ulbricht: „Viele deutsche Rüstungsindustrielle treten

          jetzt in der Toga von Friedensengeln auf...Wir haben keinen Grund den Herren Krupp, Flick, Vögler,

          Hugenberg und Co. nachzutrauern, (ihnen) muß die materielle Basis genommen werden, die es

          ihnen...ermöglichte, den Nazismus zu finanzieren und Deutschland in die Katastrophe zu führen...Wir

          verzichten auf die Schaffung eines kommunistischen Jugendverbandes, denn wir wollen, daß eine

          einheitliche, freie Jugendbewegung entsteht“ (>10.9.45/ 7.3.46/ 27./30.5.50),

          SBZ; Berlin, Vertreter des „geistig-kulturellen Lebens“ u.a. Johannes R. Becher, Gustav Dahrendorf,

          Otto Winzer, Rektor Prof. Dr. Eduard Spranger, Paul Wegener, Ferdinand Friedensburg beschliessen

          Gründung des „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ (>4.7.45/ 14.7.45/ 8.8.45),

          SBZ; Berlin, der Abiturient, verfolgte Schüler u. Kriegsinvalide Joachim Lipschitz wird SPD-Mitgl.

          (1946-47 Bezirksverordneter, 1948 Amtsentfernung durch SMAD, danach in West-Berlin Meldestellen-

          leiter für aus politischen Gründen entlassene Ostberliner, 1949-55 Bezirksstadtrat, 1951 Mitgl.

          Abgeordnetenhaus Berlin, 1955-61 Innensenator Berlin)

26.06. BBZ; Köln, Erzbischof Frings erklärt britischen Gouvernor Colonel Hamilton die mangelnde deutsche

          Initiative mit: „Das hängt u.a. zusammen mit der Behandlung der Parteigenossen-Frage. Gerade die

          unternehmenden, tüchtigen Kräfte sind jetzt ausgeschaltet.“,

          SBZ; CDU-Gründungsaufruf von Ferdinand Friedensburg, Dr. Andreas Hermes, Jakob Kaiser, Otto

          Nuschke, Ernst Lemmer, Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch: „ruft die CDU aus heißer Liebe zum deut-

          schen Volk die christlichen, demokratischen u. sozialen Kräfte zur Sammlung...Wir verlangen geistige

          und religiöse Gewissensfreiheit...klare Scheidung kirchlicher und staatlicher Aufgaben...Bodenschätze

          in Staatsbesitz...“ (ein Theologe u. christl. Sozialwissenschaftler bezeichnet später das „C“ im Namen

          als „reine Tünche“); Vorsitzende: Dr. Andreas Hermes (1945), Jakob Kaiser (1946-47), Otto Nuschke

          (1948-57), August Bach (1958-66), Gerald Götting(1966-89), Wolfgang Heyl, ex-NSDAP (1989), Dr.

          Lothar de Maizière (1989-90); stellv. Vorsitz.: Georg Dertinger (1952-53), Gerald Götting (1948-49),

          Karl Grobbel (1948-53), Dr. Leo Herwegen (1946-47), Wolfgang Heyl, ex-NSDAP (1971-89), Prof. Dr.

          Hugo Hickmann (1947-50), Ernst Lemmer (1945-47), Dr. Reinhold Lobedanz (1946-50), Dr. Walther

          Schreiber (1945), Max Sefrin (1966-89), Theodor Steltzer (1945), Dr. Heinrich Toeplitz (1966-89);

          Sekr./Präs. Hauptvorstand: August Bach (1950-66), Dr. Helmut Brandt (1948-49), Dr. Gerhard

          Baumgärtel (1984-89), Siegfried Berghaus (1989), Friedrich Burmeister (1954-68), Dietmar Czok

          (1983-89), Georg Dertinger (1948-53), Dr. Gerhard Desczyk (1952-83), Dr. Dieter Eberle (1977-89),

          Ulrich Fahl (1971-89), Prof. Dr. Erich Fascher (1948-50), Gerhard Fischer (1971-89), Fritz Flint (1958-

          77), Werner Franke (1964-87), Wolfgang Frommhold (1987-89), Karl-Friedrich Fuchs (1971-73), Otto-

          Hartmut Fuchs (1972-87), Manfred Gawlik (1989), Hans-Paul Ganter-Gilmans (1952-55), Arnold Gohr

          (1949-64), Gerald Götting (1950-89), Günter Grewe (1960-89), Karl Grobbel (1948-53), Nelly Haalck

          (1958-68), Charlotte Hallscheidt (1952-68), Wolfgang Heyl, ex-NSDAP, (1966-89), August Hillebrandt

          (1948-53), Kurt Höhn, ex-NSDAP (1952-82), Hermann Kalb (1960-89), Dr. Werner Karwath (1964-89),

          Friedrich Kind (1960-77), Franz Kirchner (1970-82), Jürgen Klingbeil (1989), Hans Koch (1974-77),

          Ernst Krell (1953-54), Harald-Dietrich Kühne (1972-82), Willi Leisner (1952), Dr. Reinhold Lobedanz

          (1950-55), Dr. Harald Naumann (1966-87), Adolf Niggemeier (1977-89), Hansjürgen Rösner (1958-

          61), Victor Sandmann (1952-53), Dr. Horst Schönfelder (1987-89), Rudolph Schulze (1954-89), Max

          Sefrin (1956-58), Luitpold Steidle, ex-NSDAP (1950-84), Karin Strangfeld (1987-89), Dr. Heinrich

          Toeplitz (1952-89), Siegfried Trommsdorf (1948-50), Dr. Dietrich Voigtberger (1982-88), Erich Wächter

          (1952-71), Dr. Hans Wiedemann (1953-59), Christine Wieynk (1987-89), Heinz Winkler (1954-58), Dr.

          Günter Wirth (1954-58 u. 1972-89), Eva-Maria Wolf (1987-89), Klaus Wolf (1987-89), Josef Wujciak

          (1952-54), Werner Wünschmann (1965-89), Johannes Zillig (1973-89); Vorsitzende Bezirksvorstände/

          Berlin: Max Reutter (1952-55), Hermann Dropmann (1956-57), Albert Kotulla (1957-58), Fritz Flint

          (1958-60), Karl Burkert (1960-61), Hans-Jürgen Rösner (1961-65), Heinz-Rudolf Hoffmann (1965-78),

          Ursula Raurin-Kutzner (1978-81), Prof. Dr. Dietrich Voigtberger (1981-88), Wolfgang Eckstein (1988-

          89), Siegfried Berghaus (1989-90) / Cottbus: Adolf Maurer (1952-57), Georg-Willi Hein (1954-57), Fritz

          Flint (1957-58), Karl Dölling (1958-86), Karl-Heinz Kretzschmar (1986-90) / Dresden: Max Schmidt

          (1952-53), Friedrich Mayer (1953-58), Karl-Heinz Kretschmar (1986-90) / Erfurt: Hermann Kalb (1952-

          53), Franz Kirchner (1961-70), Werner Behrend (1970-84), Bernhard Schnieber (1984-90) /

          FrankfurtO.: Günter Frölich (1952-54), Günther Haase (1954-61), Ernst Eckart (1961-63), Hermann

          Mock (1963-67), Heinz Hähne (1967-79), Heinz Gulich (1979-84), Werner Zachow (1984-89), Herbert

          Schirmer (1989-90) / Gera: Günter Neumann (1952-54), Günther Grewe (1954-60), Georg Wipler

          (1960-68), Werner Berend (1968-70) Eberhard Sandberg (1970-89), Michael Galley(1989-90) / Halle:

          Josef Wujciak (1952-57), Willy Winkelmann (1957-64), Norbert Kraja (1964-70), Paul Ullmann (1970-

          74), Paul Konitzer (1974-81), Michael Heinemann (1981-90) / Karl-Marx-Stadt: Walter Wagner (1952-

          56), Gotthard Graupner (1956-63), Lothar Fischer (1963-66), Joachim Gelfert (1966-88), Klaus

          Reichenbach (1988-90) / Leipzig: Heinz Kühn (1952-54), Wolfgang Heyl (1954-58), Fritz Karl Bartnig

          (1958-82), Siegfried Berghaus (1982-89), Rolf Rau (1989-90) /Magdeburg: Karl Brossmann (1952-60),

          Ulrich Fahl (1960-71), Werner Biedermann (1971-80), Manfred Gawlik (1980-90) / Neubrandenburg:

          Emma Heinrich (1952-60), Max Christiansen (1960-66), Dieter Lehmann (1966-81), Bernd Hillmann

          (1981-87), Wolfgang Mäder (1987-89) Winfred Vonholt (1990) / Potsdam: Dr. Friedrich Kind (1952-89),

          Christian Seidel (1989-90) / Rostock: Otto Sadler (1952-82), Dieter Klemm (1982-90) / Schwerin:

          Hansjürgen Rösner (1952-58), Hans Koch (1958-80), Bodo Kohagen (1980-82), Lothar Moritz (1982-

          89) / Suhl: Richard Götz (1952-53), Hans Güth (1953-56), Werner Behrend (1956-68), Heinz Büttner

          (1968-70), Bernhard Schnieber (1970-84), Johannes Schimoneck (1984-89); Vorsitz. Landesverbände

          1990 / Brandenburg: Herbert Schirmer / Mecklenburg: Dr. Günther Krause / Sachsen-Anhalt: Gerd

          Gieß / Sachsen: Klaus Reichenbach / Thüringen: Uwe Ehrich (viele erfüllten die politischen

          Kriterien nationalsozialistischer bzw. sozialistischer Begabtenförderung) Bildungsdiskriminierung

          > verfolgte Schüler, (>23.8.45/ 2.9.45/ 09.1945/ 19.10.45/ 14.12.45/ 20./22.10.50/ 1./2.10.90),

          USA; San Francisco, 50 Staaten unterzeichnen UN-Charta mit den besonders Deutschland u. Japan

          betreffendenFeindstaatenklauseln“ (Art. 53, 77, 107) (tritt am 24.10.45 in Kraft) (>24.10.50/ 18.9.73)

26.6./8.8. Großbritannien; London, Viermächte-Abkommen/ Londoner Charta/ IMT-Statut von Frankreich

          (Robert Falco), Großbritannien (Sir David Maxwell-Fife / Sir William Jowitt), USA (Robert H. Jackson),

          UdSSR (Iola T. Nikitschenko, Prof. Aaron N.Trainin) vereinbart (Abessinien, Australien, Belgien, Haiti,

          Dänemark, Griechenland, Honduras, Indien, Jugoslawien, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande,

          Norwegen, Panama, Paraguay, Polen, Tschechoslowakei, Uruguay, Venezuela treten bei) (>14.11.45)

27.06. SBZ; Erstausgabe d. SPD-Parteizeitung „Das Volk“ Redaktion u.a.: Otto Meier (1946 SED, 1949 MdL

          Brandenburg, 1952 GenDir. Staatl. Archivwesen, 1954 VVO, 1959 KMO), Paul Ufermann (1946-48

          SED, 1946 Vors. Verband Deutsche Presse im FDGB, Verband der Journalisten der DDR) (>23.4.46),

          Schweden; Physikerin Prof. Dr. Lise Meitner übt per Brief an Prof. Dr. Otto Hahn Kritik an Mitläufer-

          Mentalität und mangelnder Zivilcourage deutscher Wissenschaftler, u.a. „Ihr habt auch alle für Nazi-

          Deutschland gearbeitet u. habt auch nie nur einen passiven Widerstand zu machen versucht. Gewiß,

          um Euer Gewissen los zu kaufen, habt Ihr hier und da einem bedrängten Menschen geholfen, aber

          Millionen unschuldiger Menschen hinmorden lassen, und keinerlei Protest wurde laut…“ (>26.2.48)

28.06. CSR; Teplice nad Metuji/Wekelsdorf, Tschechen vertreiben 58 Deutsche aus ihren Häusern und am

          30.06. erschießen sie 23 von ihnen - zumeist Alte, Frauen u. Kinder > verfolgte Schüler (>15.9.2002)

29.06. ABZ; Mainz, Hirtenbrief d. kath. Bischof Dr. Albert Stohr u.a. „In aller Offenheit und Überzeugung

          bekenne ich vor euch zu unserem, armen, geschlagenen, zerbrochenen, von fremden Mächten über-

          zogenen Vaterland. Für uns Katholiken ist ja die Vaterlandsliebe mehr als ein bloß naturhaftes

          Nationalgefühl. Sie ist uns Willenstugend, deren Gegenstand die von Gott gewollte Bluts- und

          Gesinnungsgemeinschaft aller deutschen Brüder und Schwestern ist…Wir Deutschen haben zwar im

          Augenblick keinen Staat. Unser stolzes Reich ist zerspalten…Aber wir haben doch ein Ideal vor uns

          und hoffen, daß seine Verwirklichung uns über kurz oder lang wieder gelingen wird…Denkt daran, in

          welchem Grad einst das Deutsche Reich Bannerträger des Reichsgedankens war. Wenn es uns auch

          nicht gegeben ist, Zeiten zurückzuführen, da Könige Ehrentitel erstrebten, wie ,Allerchristlichster

          König’ ,Apostolischer König’ ,Verteidiger des Glaubens’, so dürfen wir doch aufschauen zu diesen

          Zeiten heroischer Jugendkraft unseres Volkes und seiner größten Heldentaten…So wurde die christ-

          liche Religion die Grundlage der ganzen geschichtlichen Entwicklung des deutschen Volkes, seiner

          Kultur und seines sittlichen Wesens. Ihr verdankt das deutsche Volk seine höheren geistigen Güter.

          Damit wurde aber auch unser deutsches Vaterland nicht bloß Träger des Reichsgedankens, sondern

          auch Garant der christlichen Einheit, der christlichen Vormacht in Europa. Diesem Ideal träumen wir

          nicht nur nach in der Vergangenheit, sondern wir trauen ihm Wirkkraft zu für Gegenwart und Zukunft.“,

          poln. besetztes Schlesien; Glatz, „Befehl - Laut Anordnung der Regierung der Republik Polen hat die

          gesamte deutsche Bevölkerung das polnische Staatsgebiet zu verlassen…Bei Verlassen des poln. 

          Staatsgebietes dürfen nur 20 kg Gepäck mitgenommen werden. Alle Personen, welche dieser Auffor-

          derung nicht nachkommen, werden mit Gewalt entfernt..gez. Der Bevollmächtigte der Poln. Regierung

          für den Bezirk XXIV in Glatz/Die Kommandantur des Polnischen Heeres in Glatz“ (>07.1945/ 17.7./

          2.8.45/ 20.11.45/ 29.4.52/ 10.7.52/ 30.7.74),

          UdSSR; Moskau, Präs. Benes CSR-Regierung akzeptiert sowjet. Annexion der Karpato-Ukraine

    06. ABZ; Schloß Kransberg b. Frankfurt/M., Beginn Operation Dustbin - Internierung/Verhör zahlreicher

          Angehöriger des NS-Führerkorps u.a. Prof. Dr. Otto Ambros, Dr. Kurt Blome, Dr. Karl Brandt, Prof.

          Wernher v. Braun, Dr.-Ing. Heinrich Bütefisch, Dr. Walter Dornberger, Dr. Julius Dorpmüller, Dipl.-Ing.

          Franz Dorsch, Dr. Gerhard Ehlers, Dr. Emil Ehmann, Prof. Abraham Esau, Dr. Albert Ganzenmüller,

          Dr. Ernst Heinkel, Dr. Karl-Maria Hettlage, Dr. Heinrich Hörlein, Dr. Theo Hupfauer, Dr. Hans Kehrl,

          Dr. Wilhelm Kleinhans, Prof. Dr. Heinrich Kliewe, Dr. Carl Krauch, Dr. Richard Kuhn, Dr. Fritz ter Meer,

          Dr. Ernst Wolf Mommsen,  Dr. Hermann Oberth, Dr.-Ing. Ferdinand Porsche, Dr. Hermann Röchling,

          Dr. Walter Rohland, Dr. Karl Otto Saur, Hjalmar Schacht, Dr.-Ing. Walter Schieber, Günther Schulze-

          Fielitz, Dr. Gerhard Schrader, Lutz Schwerin v. Krosigk, Prof. Albert Speer, Fritz Thyssen u.v.a.

          (>07.1945/ 14.11.45/ 14.8.47/ 15.11.47),

          ABZ; München, die KZ Theresienstadt-Überlebende Gerty Spies ist zurück, ihre spätere Definition von

          „Des Unschuldigen Schuld“: „Was ist des Unschuldigen Schuld - Wo beginnt sie?

                                                    Sie beginnt da, wo er gelassen,

                                                    Mit hängenden Armen schulterzuckend daneben steht,

                                                    Den Mantel zuknöpft, die Zigarette anzündet und spricht:

                                                    Da kann man nichts machen.

                                                    Seht, da beginnt des Unschuldigen Schuld.“ (und deutsche Gerechtigkeit)

06./07. ABZ/SBZ; Beginn der Operation Paperclip und Overcast, führende deutsche Wissenschaftler und Ex-

          perten lassen sich ,entnazifizieren’ (Wendehälse) u. stellen sich nun auf die Seite der Sieger (wie SS-

          Sturmbannführer u. Raketentechniker Prof. Wernher v. Braun, Dr. Arthur Rudolph mit 492 weiteren

          Wissenschaftlern, wie Ärzte die an Menschenversuchen mitarbeiteten, wie OKW-Generalstabschefs

          Heinz Guderian, Franz Halder und Offiziere und Ministerialdirektor Xaver Dorsch als Mitarbeiter der

          US-Army Historical Division, wie Generalmajor Reinhard Gehlen und Mitarbeiter wie RSHA-Amt VII-

          Rußlandexperte u. Sonderkommando-Leiter Dr. habil. Emil Augsburg oder SS-Hauptsturmführer

          Otto v. Bolschwing als ,Ostaufklärer’) (>1.7.46) - insges. ca. 600 ,helle Köpfe’ gehen mit Angehörigen

          in die oder arbeiten für die USA, Hunderte andere arbeiten in der Folge in Australien u. Großbritannien 

          (mittels Operation Osoaviakhim gehen 1946 ca. 26 000 - wie Baron Dr. Manfred v. Ardenne, Dr. Hajo

          Eilers, Dr. Bernd v. Bock, Ing. Werner Albring, Erich Apel u. Helmut Gröttrup, Prof. Dr. Helmut Frieser,

          Prof. Gustav Hertz, Dr. Werner Hartmann, Dr. Hans Kehlen, Prof. Heinz Pose, Dr. Nikolaus Riehl,

          Dr. Waldemar Schierhorn, Prof. Dr. Peter Adolf Thießen, Prof. Dr. Dr. Max Volmer und Reg.-Rat Prof.

          Carl Friedrich Weiss - z.T. bis 1955 gut bezahlt in die UdSSR) (>1./3.7.45/ 14.9.45/ 14.3.46/ 1.7.46/

          30.10.47/ 8.12.47/31.7.48/ 10.7.51/ 27.6.54/ 25.3.55/ 6.6.57/ 10./16.7.58/ 3.12.65/ 4.10.90/ 8.10.98)

1./3.7. Mecklenburg, Sachsen, Anhalt, Thüringen; amerik. und brit. Truppen räumen ca. 41 000 qkm ihrer

          besetzten Gebiete östl. Wismar’s bis zur Zwickauer Mulde im Tausch für Teile Berlins - dem späteren

          Stachel im DDR-Unrechtsstaat als „freie Stadt West-Berlin“, evakuieren u.a. ca. 4 000 MitarbeiterInnen

          der Wehrmachtauskunftsstelle mit Teilen ihrer Unterlagen und Hunderte dt. Führungskräfte, z.B. vom

          IG Farben Werk Schkopau Wehrwirtschaftsführer Wilhelm Biedenkopf mit dem Merseburger HJ’ler u.

          Oberschüler Kurt jun. (er erfüllte die politischen Kriterien Kriterien nationalsozialistischer u. die

          finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, 1949 Abi.,

          Jurastudium, 1958 Promotion, 1966 cDU, 1973 cDU-GenSekr., 1976-80/87-90 MdB, 1990-2002 cDU-

          MinPräs.) u. Akademiker Ströbele mit Sohn Hans-Christian jun. (er erfüllt die finanziellen Kriterien

          demokratischer Begabtenförderung, 1959 Abitur, Jurastudium, 1969 Sozialist. Anwaltskollektiv, ab

          1970 RAF-Anwalt, 1970-74 SPD, 1980 Alternative Liste, 1985-87/1998- B’90/Grünen-MdB). Soziales

          Milieu, politische Anpassung, Gnade später Geburt bzw. westl. Militärs ersparten den beiden christlich

          erzogenen Kindern sozialistische Bildungsdiskriminierung. Als wort- u. schriftgewaltige „Ausbeutung

          der Enkel“-Parteijuristen agieren sie später in dt. solidaritätsdefizitärer Tradition zu nicht evakuierten

          Kriegskindern die unterm Banner deutsch-sowjet. Freundschaft verfolgte Schüler wurden (>9.9.48/

          12.8.48/ 09.1949/ 24.10.50/ 19.7.53/ 17.11.61/ 06.1975/ 1.1.2001/ 8.5.2001/ 2.5.2002/ 1.9.2002)

    07. ABZ; Kloster Indersdorf b. Dachau, amerik. Truppen errichten für elternlose Displaced Persons Kinder

          im seit 1938 bestehenden NS-Jugenderziehungslager (ab 1944 auch Lager für Zwangsarbeiterinnen-

          Kinder, die hier wie im Kinderlager Rühen/Niedersachsen „starben“) ein UNRRA-Heim, das bis 1948

          ca. 1 000 nicht-jüd. u. jüd. Minderjährige aus ca. 20 Ländern wie Eliz Allacher, Elizabeth Beroux, Nina

          Biwowar, Halina Bryks, Ziesel Brenner, Danielle Canale, Alexander Dranenko, Erwin u. Zoltan Farkas,

          Ingrid de Fouw, Johanna Gmerek, Sinaida Grussman, Erika Grzegorczyk, Martin Hecht, Hildegard

          Haydasch, Sacher Israeler, Lydia Jankowski, Stanislaw Janowski, Marija und Michael Jonscharon,

          Nelli Jussem, Zygmunt Kawczynski, Lazar Kleinmann, Erich Klinge, Theresa Kossok, Ursula Kotula,

          Franz Krewanus, Elfriede Libor, Josef Lichtenstein, Henryk Luczynski, Leokadia Mak, Gisela Magula,

          Ryszard Pierowicz, Roman Przezdziecki, Witold Scibak durchlaufen  > verfolgte Schüler (>24.6.46),

          poln. besetztes Schlesien; Lamsdorf b. Neisse, dt. Stalag VIII/344 wird poln. Internierungslager

          Lambinowice für vertriebene ,ausgebürgerte’ internierte Deutsche (bis 10.46 ca. 6500 Tote)(>10.7.45/

          20.11.45),

          jap. besetztes Vietnam; US-„Deer-Mission“ zur Militärhilfe für Vietminh gegen jap. Truppen (>2.9.45)

02.07. ABZ; Kaufbeuren, US-Ärzte entdecken funktionstüchtige Euthanasie-Anstalt und frisch verstorbene

          Leichen von denen keine mehr als 32 kg wiegt, ein überlebender 10jähriger wiegt 11 kg (hier hatte

          Direktor Dr. Valentin Faltlhauser eine fett-freie Hungerdiät entwickelt die in 3 Monaten zum Tod führte.

          1945 ist ex-Eglfing-Haar Oberarzt Prof. Dr. Anton Edler v. Braunmühl neuer Kaufbeuren-Anstalts-

          direktor, er bittet die Amerikaner die Morde in bayerischen Anstalten nicht öffentlich zu machen. Am

          30.7.49 verurteilt das Landgericht Augsburg Obermedizinalrat Dr. Faltlhauser wg. Anstiftung zur Bei-

          hilfe zum Totschlag in mind. 300 Fällen im Namen des Volkes zu 3 Jahren Haft)  > verfolgte Schüler,

          SBZ; Gera, Bürgermeister Dr. jur. Rudolf Paul begrüsst die sowjet. Truppen in der geschmückten

          Stadt (>16.7.45),

          SBZ; Leipzig, Einmarsch sowjet. Truppen - Verhaftungen folgen (an der Universität Leipzig z.B. SA- u.

          NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. phil. Erich Maschke, er wird bis 1953 in der UdSSR interniert) (>Frühj. 1957),

          SBZ; Berlin, nach der Befreiung durch sowjet. Truppen begeht Herta v. Wedemeyer (verh. mit Lyriker

          u. Arzt Dr. Gottfried Benn der dt. Geschichte als „Krankengeschichte von Irren“ deutete) aus Angst vor

          Vergewaltigung durch „Söhne der Sowjetunion im Waffenrock“ Selbstmord (>15.10.45/ 8.5.85)

03.07. SBZ; „Thüringer Volkszeitung“ „Wir grüßen die Soldaten der Roten Armee!“,

          SBZ; „Deutsche Volkszeitung -Zentralorgan der KPD“ berichtet über 1.Sitzung des Hauptausschusses

          der „Opfer des Faschismus": „Opfer des Faschismus sind Millionen Menschen, und alle diejenigen, die

          ihr Heim, ihre Wohnung, ihren Besitz verloren haben. Opfer des Faschismus sind die Männer, die

          Soldat werden mußten und in die Bataillone Hitlers eingesetzt wurden, sind alle, die für Hitlers

          verbrecherischen Krieg ihr Leben geben mußten. Opfer des Faschismus sind die Juden, die als Opfer

          des faschistischen Rassenwahns verfolgt und ermordet wurden, sind die Bibelforscher und die

          'Arbeitsvertragssünder'. Aber soweit können wir den Begriff 'Opfer des Faschismus' nicht ziehen. Sie

          haben alle geduldet und Schweres erlitten, aber sie haben nicht gekämpft! Diesen Menschen wird und

          muß im Rahmen der allgemeinen Fürsorge geholfen werden."

04.07. SBZ; Berlin, Manifest des Kulturbund fordert „die Erziehung unseres dt. Volkes im Geist der Wahrheit“

          SBZ; SMAD bestätigt u.a. die Landesverwaltung des Landes Sachsen u.a. mit Rudolf Friedrichs (SPD)

          und Dr. Kurt Fischer, Walter Gäbler und Fritz Selbmann (alle KPD) (>11.12.46)

05.07. SBZ; LDPD-Gründungsaufruf (Liberal-Demokratische Partei Deutschlands) „Bekenntnis zu Frieden

          und Freiheit“ u.a.: „…10. Freiheit für jedes religiöse Bekenntnis. Achtung und Schutz für alle Stätten

          der Religionspflege sind uns selbstverständliches Gebot…12. Erneuerung des Unterrichtswesens…

          mit dem Ziele des ungehinderten Aufstiegs der Tüchtigen aus allen Schichten des Volkes.“, 1. Vor-

          sitzender Dr. Wilhelm Külz, weitere Spitzenfunktionäre: Dr. Karl Hamann, Hans-Joachim Heusinger,

          Prof. Hermann Kastner, Dr. Waldemar Koch, Willi-Peter Konzok, Arthur Lieutenant, Gerhard Lindner,

          Dr. Hans Loch, Klaus Lohsse, Martin Maaßen, Dr. Eugen Schiffer (>11.12.48)  > verfolgte Schüler,

          SBZ; UdSSR stellt den westl. der Oder gelegenen Teil von Stettin unter poln. Verwaltung (>5./6.10.45)

07.07. ABZ; Frankfurt/M., Office of Military Government United States-Direktiven für Kommand. US-Generale

          in Deutschland betr. Entlassung aller Deutschen die vor dem 1.5.37 NSDAP-Mitgl. waren (Abschn. VII:

          zu Erziehungswesen u. religiösen Angelegenheiten) (>21./23.7.45/ 25.8.45/ 26.9.45/ 5.3.46/ 25.6.47),

          SBZ; Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern, Präsident ist Wilhelm Höcker (SPD, 1946 SED),

          SBZ; „Deutsche Volkszeitung“ „Neues Leben - Neue Jugend…Eine einige und freie deutsche Jugend-

          bewegung…ist Wunsch und Ziel aller…Grundlagen dieser Bewegung sind die Jugendausschüsse…

          Dort sind junge Christen, Sozialisten, Demokraten u. Kommunisten…zur gemeinsamen Arbeit vereint“

09.07. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 5, die Kommandeure - Marschall Semjon Iljitsch Bogdanow in Brandenburg,

          General Iwan Iwanowitsch Fedjuninski in Mecklenburg einschl. des außer Stettin westl. der Oder gele-

          genen Vorpommern’s, General Michail Jefimowitsch Katukow in Sachsen, General Wassili Kuznetzow

          in Sachsen-Anhalt, General Tschuikow in Thüringen - der in Provinzen u. Ländern stehenden sowjet.

          Truppen sind erste SMAD-Befehlshaber die u.a. mittels ihrer SMT herrschen (deutscher Terror in der

          UdSSR wird sowjet. Terror in Deutschland - einst biederten sich einige Sowjets dt. Besatzern an, jetzt

          biedern sich viele Deutsche den Sowjets an) (>08.1945/ 5.10.45/ 9.11.45/ 16.9.55),

          SBZ; Landesverwaltung Sachsen beschliesst Gesetz zur Beschäftigung im öffentlichen Dienst

10.07. polnisch verwaltete dt. Ostgebiete; Min.Präs. E. Osobka-Morawski kündigt ethnische Säuberung aller

          Deutschen aus poln. verwalteten Gebieten u. Enteignung deutschen Grundbesitzes an (z.B. am 14.07;

          Bad Salzbrunn/Schlesien „Sonderbefehl für die deutsche Bevölkerung der Stadt Bad Salzbrunn…Laut

          Befehl der Poln. Regierung wird befohlen: am 14.Juli 1945 ab 6 bis 9 Uhr wird eine Umsiedlung der

          deutschen Bevölkerung stattfinden…in das Gebiet westlich des Flusses Neisse…jeder darf höchstens

          20 kg Reisegepäck mitnehmen…kein Transport (Pferde, Kühe, Ochsen, Wagen usw.) wird erlaubt…

          das ganze lebendige und tote Inventar…bleibt als Eigentum der Polnischen Regierung…Nichtaus-

          führung des Befehls wird mit schärfssten Strafen verfolgt, einschl. Waffengebrauch…“) (Vertriebene

          sind in allen Besatzungszonen bei ansässigen „Herrenrasse“-Angehörigen oft u. lange unwillkommen -

          „Die Polacken kommen“ u. werden u.a. per „Zuzugssperre“ abgewiesen) (>07.1945/ 17.8.45/ 15.9.45/

          26.9.45/ 20.11.45/ 14.2.46/ 23.5.49/ 8.8.49/ 10.7.52/ 24.2.62/ 15.10.65/ 6.7.89/ 26.2.96)

11.07. Berlin, Interalliierte Berlin Kommandantur Order Nr. 1 zur Verwaltung der 4-Sektoren-Stadt unter

          Generaloberst Alexander W. Gorbatow (UdSSR), Generalmajor Floyd L. Parks (USA), Generalmajor

          Lewis D. Lyne (GB) und General Geoffroi du Bois de Beauchesne (F) (>1.2.46/ 16.6.48)

14.07. ABZ; Militärregierung, Gesetz Nr. 5 Auflösung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei

          u. Ämter u. Organisationen (>10.10.45),

          SBZ; Gründung Gemeinsamer Ausschuß (Demokratischer Block) der von der SMAD zugelassenen

          Parteien: KPD=W. Pieck, W. Ulbricht, F. Dahlem, A. Ackermann, O. Winzer; SPD=O. Grotewohl,

          E. Gniffke, G. Dahrendorf, H. Lehmann, O. Meier; CDUD=A. Hermes, Dr. W. Schreiber, J. Kaiser,

          T. Steltzer, E. Lemmer; LDPD=W. Koch, A. Lieutnant, W. Külz, E. Schiffer beschliessen Bildung einer

          ,Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien’ u. verpflichten sich zur ,Herstellung voller

          Rechtssicherheit auf der Grundlage eines demokratischen Rechtsstaates’ und ,Sicherung der Freiheit

          des Geistes u. des Gewissens sowie zur Achtung vor jeder religiösen Überzeugung und sittlichen

          Weltanschauung’  > verfolgte Schüler (>20.12.45/ 30.10.46/ 16.5.48),

          SBZ; Berlin-Charlottenburg, 1.Bezirksbürgermeister Walter Killian „Täglich ereigneten sich unzählige

          Vergewaltigungen. Keine Frau konnte der Vergewaltigung entgehen, es sei denn, sie blieb in einem

          Versteck u. rührte sich nicht...Es fällt schwer, sich die Vergewaltigungen in ihrem ganzen Ausmaß vor-

          zustellen.“ (KPD-Amtsdeutsch = „Zwangsverkehr“) (>15.10.45/ 21.3.46/ 30.6.47/ 4.1.49/ 22.2.2002)

15.07. BBZ; Kiel, brit. Militärverwaltung setzt ex-NSDAP-Mitgl. u. Sondergerichtsankläger Dr. Paul Thamm

          als Vorsitz. der Kieler Staatsanwaltschaft ein und befördert ihn zum Oberstaatsanwalt

16.07. SBZ; Thüringen, Weimar, „An alle Bürger des Landes Thüringen! Hiermit bringe ich allen Bürgern…

          zur Kenntnis, daß auf Befehl…für folgende Ämter ernannt wurden: 1. Als Präsident des Landes…

          Herr Dr. Rudolf Paul aus Gera, Vorsitzender der Demokratischen Partei Ostthüringens. 2. Als 1.Vize-

          präsidenten…Herr Ernst Busse aus Erfurt, Bezirksleiter der Kommunistischen Partei Deutschlands…

          3. Als 2.Vizepräsidenten…Herr Dr. Georg Appell aus Eisenach, Mitglied der Sozialdemokratischen

          Partei. 4. Als 3.Vizepräsidenten…Herr Dr. Max Kolter aus Weimar, Mitglied der Zentrumspartei…gez.

          Tschuikow Garde-Generaloberst“ (ex-KPD-MdR Ernst Busse, 1933-45 KZ Lichtenburg u. Buchenwald

          wird Innenmin., 1950 von Sowjets wg. angebl. Tätigkeit im KZ Buchenwald verhaftet, von SMT verur-

          teilt, stirbt 1952 im Lager Workuta, wird am 1.9.56 von der Zentralen Parteikontrollkommission der

          SED rehabilitiert) (>15.10.45),

          USA; Alamogordo, 1.amerik. Atombombentest (anwesend u.a. Klaus Fuchs) (>6.8.45/ 9.8.45/ 12.8.53)

17.7./2.8. SBZ; Potsdam, Konferenz der UdSSR, USA, Großbritannien beschließt im Potsdamer Abkommen

          Ziele alliierter Politik im Rahmem sog. vier oder fünf (?) D’s, d.h. Demilitarisierung, Denazifizierung,

          Demokratisierung, Dezentralisierung u. Dekartellisierung (Umsetzung vom am 30.7. gegründeten, mit

          Befehlen, Proklamationen, Gesetzen arbeitenden Alliierten Kontrollrat; durch die Kriegsaktionen dt.

          Eliten fallen ca. 113 000 qkm deutscher Ostgebiete unter sowjet. u. poln. Verwaltung) Abkommens-

          „Abschnitt III, 7.Das Erziehungswesen in Deutschland muß so überwacht werden daß die nazistischen

          u. militaristischen Lehren völlig entfernt werden und eine erfolgreiche Entwicklung der demokratischen

          Ideen möglich gemacht wird“ „Abschnitt III, 10…Freiheit der Rede, der Presse und der Religion (wird)

          gewährt (> verfolgte Schüler), „Abschnitt IV, 1. Die Reparationsansprüche der UdSSR sollen durch

          Entnahmen aus der von der UdSSR besetzten Zone…u. aus entsprechenden deutschen Auslands-

          guthaben befriedigt werden. 2. Die UdSSR wird die Reparationsansprüche Polens aus ihrem eigenen

          Anteil an den Reparationen befriedigen…3. Die Reparationsansprüche der USA, des Vereinigten

          Königreiches u. der anderen zu Reparationsforderungen berechtigten Länder werden aus den westl.

          Zonen befriedigt werden…4. In Ergänzung der Reparationen, die die UdSSR aus ihrer Besatzungs-

          zone erhält, wird die UdSSR zusätzl. aus den westl. Zonen erhalten: a) b) 10% derjenigen industriellen

          Ausrüstung, die für die dt. Friedenswirtschaft unnötig ist…Abschnitt IX…b) Die Häupter der drei

          Regierungen bekräftigen ihre Auffassung, daß die endgültige Festlegung der Westgrenze Polens bis

          zu der Friedenskonferenz zurückgestellt werden soll. Die Häupter der drei Regierungen stimmen darin

          überein, daß bis zur endgültigen Festlegung der Westgrenze Polens, die früheren deutschen Gebiete

          östl. der Linie, die von der Ostsee unmittelbar westl. von Swinemünde…die westl. Neiße entlang bis

          zur tschechoslowakischen Grenze verläuft…unter die Verwaltung des polnischen Staates kommen u.

          in dieser Hinsicht nicht als Teil der sowjet. Besatzungszone in Deutschland betrachtet werden sollen.“

          (USA verbieten am >25.5.46 Demontagen) Abschnitt XIII Ordnungsgemäße Überführung deutscher

          Bevölkerungsteile (bzw. Vertreibung) aus Polen, der CSR und Ungarn) (>26.7.45/ 29.7.45/ 31.7.45/

          9.8.45/ 30.8.45/ 19.10.45/ 31.10.45/ 6.11.45/ 12.11.45/ 20.11.45/ 9.11./21.12.45/ 28.3.46/ 6.9.46/

          8.3.48/ 20.3.48/ 15.5.50/ 25.1.55/ 27.11.58/ 23./26.6.63/ 28.11.89/ 16.12.92)

18.07. BBZ; Köln, Erzbischof Joseph Frings wird in das britische Hauptquartier geladen und protestiert:

          „Der Vertreter einer Kulturnation hätte meinen Rang respektieren und mich aufsuchen müssen. Eine

          solche Behandlung ist mir in den 3 Jahren, seit ich Bischof bin, noch nicht widerfahren…Auf Grund

          meiner Stellung gebührt mir der Rang und die Ehren eines Generals.“

20.07. ABZ; Bayern, Gemeinsame Eingabe Kardinal v. Faulhaber’s u. des ev. Landesbischof’s Hans Meiser

          an amerik. Militärregierung gegen Entnazifizierungspraxis, gegen pauschale Verurteilungen früherer

          NSDAP- und SS-Mitgl. sowie der Forderung der Freilassung inhaftierter Bankiers und Industrieller im

          Namen der Humanität („…wie schwer diese Industriellen, zum Teil höheren Alters, unter den Ent-

          behrungen der Gefängnisse und ihre Familien unter dieser Trennung zu leiden haben.“) (>23.8.45),

          Polen; Poznan, Augustyn Kardinal Hlond (1936 Zitat: „Es ist verboten Juden anzugreifen, zusammen-

          zuschlagen, zum Krüppel zu machen oder zu verleumden.“) kehrt nach Exil und Internierung mit

          Vatikan-Vollmachten ausgestattet zurück und beginnt Amtsenthebungen/ ethnische Säuberung von

          deutschen kirchlichen Amtsträgern in den besetzten drei ostdeutschen Diözesen (1950 stellt die kath.

          Kirche Polens fest „daß sowohl die…geschichtlichen(!) und religiösen Gesetze als auch die historische

          Gerechtigkeit verlangen, daß die wiedergewonnenen Westgebiete für immer bei Polen bleiben…(und)

          ein untrennbarer Bestandteil der VR Polen sind…“) (>29.6.46/ 4.7.46/ 12.8.46)

21./23.7. ABZ; bei US-Operation Tally-ho werden ca. 80 000 Deutsche verhaftet (in den ersten 9 Monaten

          der Besatzung wird in der ABZ jeder 142.Einwohner, in der SBZ jeder 144. Eionwohner, interniert. Im

          Rahmen der Entnazifizierung wurden ca. 870 000 Menschen in den westalliierten Besatzungszonen

          zumindest vorübergehend entlassen) (>26.9.45/ 10.1945/ 5.3.46)

23.07. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 10 betr. Neuorganisation der deutschen Finanz- u. Kreditorgane (Schliessung

          von Banken . u.a. der (DAF-) Bank der Deutschen Arbeit AG - und Versicherungen)

25.07. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 11 zur Ablieferung aller Edelmetalle, ausländ. Banknoten, Münzen usw.

26.07. SBZ; Potsdam, Proklamation der Regierungschefs Harry Truman (USA), Winson Churchill (GB) und

          Tschiang Kai-schek (China) „sind übereingekommen, daß Japan die Gelegenheit erhalten soll, diesen

          Krieg zu beenden…Unsere Bedingungen sind wie folgt…Die Bestimmungen der Erklärung von Kairo

          sollen ausgeführt…werden…Wie fordern die jap. Regierung auf, die bedingungslose Kapitulation aller

          Streitkräfte zu verkünden…Die Alternative ist…völlige Zerstörung.“ (>6.8.45/ 9.8.45/ 2.9.45/ 1.10.49),

          Großbritannien; London, John G. Winant (USA), Georgi Saksin (UdSSR), Ronald I. Campbell (GB) u.

          René Massigli (F) unterzeichnen Alliertes Ergänzungsabkommen über den Beitritt Frankreichs zum

          Protokoll vom 12.9.44 (>4.8.45/ 25.7.61)

27.07. ABZ; Fulda, kath. Bischof Johannes Baptist Dietz macht Eingabe an amerikanische Militärregierung

          und stellt kirchlichen „Persilschein“ aus, u.a. 90% in Stadt und Land seien „ausgesprochene Gegner“

          der NSDAP gewesen, der Beitritt zur Partei sei oft die einzige Möglichkeit gewesen, einflussreiche

          Stellen nicht völlig in die Hände fanatischer Parteigenossen fallen zu lassen, darum hätten selbst

          Geistliche den Partei-Beitritt angeraten (> Antikommunismus-Dekrete vom 1.7.1949/ 28.7.1950 und

          > verfolgte Schüler?) (>22.2.90),

          SBZ; SMAD-Befehl Nr.17- einseitige Gründung 11 dt. Zentralverwaltungen: Justiz = Dr. Eugen Schiffer

          (LDP), Vize ist Dr. Ernst Melsheimer (KPD), Finanzen = Dr. J. Kuczynski, Volksbildung = Paul Wandel

          (beide KPD), Wandel’s Vize ist Erwin Marquardt (SPD, 1946 SED, 1950 wissenschaftl. Mitarbeiter HU

          Berlin) (>21.8.45/ 08.1945/ 10.9.45/ 30.9.45/ 8.12.45/ 20.1.46/ 8.10.46/ 12.6.47/ 30.6.47/ 22.7.47/

          3.1.48/ 21.4.48/ 10.1948/ 23.5.49/ 10.10.49),

          SBZ; Berlin, Westhafen, IKRK-Bericht über die Ankunft von ca. 300 Kindern eines Kinderheims in

          Finkenwalde (Zdroje) mit einem Binnenschiff, u.a.:„Kinder von zwei bis vierzehn Jahren lagen

          bewegungslos auf dem Schiffsboden, die Gesichter von Hunger gezeichnet, an Krätze leidend, von

          Ungeziefer zerfressen. Leib, Knie und Füße waren geschwollen - bekanntes Symptom des Hungers“

28.07. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 15 betr. Zuzugssperre für Großberlin (>14.2.46)

29.07. UdSSR; Moskau, Staatskomitee der Verteidigung enteignet 5 652 deutsche Industriebetriebe im

          Wert von ca. $ 2 000 000 000 in den polnisch verwalteten dt. Ostgebieten und übergibt sie an Polen

30.07. ABZ; Landesbischof Theophil Wurm macht Eingabe an amerikanische Militärregierung, u.a. viele

          Parteigenossen hätten einen offenen oder heimlichen Kampf gegen das NS-Regime geführt. „Viele

          Nicht-Parteigenossen, die sich heute breit machen, waren einst ohne Halt und Charakter und stellten

          auch als Beamte, die aus irgendeinem Motiv nicht Parteigenossen werden konnten, keineswegs

          immer eine Elite dar.“ Theophil Wurm ist Sohn des Landesbischofs Dr. Hans Wurm, der bereits 1922

          der NSDAP beitrat und 1946 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wird, weil er einen Fragebogen

          fälscht und seinen NSDAP-Beitritt mit „1938“ angibt (>5.3.46)

31.07. CSR; Usti nad Labem/Aussig, Ermordung von mehreren hundert deutschen Zivilisten,

          SBZ; Berlin, evangelischer Reichsbischof Ludwig Müller begeht Selbstmord,

          SBZ; SMAD erklärt „In Verbindung mit…Anfragen über die Schaffung von Jugendorganisationen hat…

          Marschall Schukow die Schaffung antifaschistischer Jugendkomitees bei den Bürgermeistereien der

          großen u. mittleren Städte…in enger Fühlungnahme mit der Abt. Volksbildung…“ gestattet (>10.9.45)

02.08. CSR, Benes-Dekret Nr. 33/1945 über die Staatsbürgerschaft der Personen dt. und ungar. Nationalität

04.08. Frankreich stimmt nachträglich dem Potsdamer Abkommen zu

06.08. Japan; Hiroshima, USAAF-Col. Paul W. Tibbets „Enola Gay“ u. eine Atombombe töten u. verwunden

          129 558 Menschen, machen 176 987 obdachlos u. verstrahlen tausende (>9.8.45/ 10.12.46/ 25.4.72)

08.08. ABZ; München, SPD- u. KPD-Vertreter vereinbaren Bildung bayr. Aktionsgemeinschaft (>3.9.45),

          SBZ; Berlin, Gründungskonferenz „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“, ange-

          schlossen: Dt. Schriftstellerverband, Verband Bildender Künstler, Verband dt. Komponisten,

          Präsidenten: Johannes R. Becher (B. hatte bereits am 25.9.44 in Moskau Pieck, Ulbricht, Schwab,

          Valentin u. Ackermann sein Konzept kulturell-ideologischer KPD-Arbeit im Nachkriegs-Deutschland

          erklärt, während seiner Präsidentschaft ist B. auch Mitglied des ZK der SED, Präsident der Akademie

          der Künste u. Kulturminister, der Kulturbund wird in dieser Zeit Massenorganisation der sozialistischen

          Intelligenz - 250 000 Mitgl., davon 80 000 mit Hochschulabschluß, 1950 hat der Kulturbund 405

          Volkskammer- u. Landtagsmandate), Prof. Dr. Max Burghardt (SED), Dr. Hans Pischner (SED),

          Vizepräs.: Alexander Abusch (SED-ZK), Uwe Berger, Prof. Dr. Theodor Brugsch, Dr. Heinrich Deiters,

          Dr. Ferdinand Friedensburg, Heinrich Gemkow, Prof. Dr. Ernst-Joachim Gießmann (SED), Carl Hofer,

          Hans Jacobus, Bernhard Kellermann, Pfarrer Karl Kleinschmidt (Bund Religiöser Sozialisten), Ernst

          Lemmer, Prof. Dr. Alfred Meusel (SED), Gerhard Rudolf Meyer, Burkart Philipp, Dr. Hans Reichelt,

          Helmut Sakowski, Prof. Dr. Gertrud Sasse (LDPD-Mitgl. im Volkskammer-Ausschuß für Volksbildung),

          Netty Radvanyi geb. Reiling alias Dr. Anna Seghers (SED), Prof. Dr. Rudolf Schick, Dr. Karl-Heinz

          Schulmeister, Gustav Seitz, Luitpold Steidle, Prof. Dr. Johannes Stroux, Eduard Steiger, Erich Wendt

          (Mitglied im Volkskammer-Ausschuß für Volksbildung  >verfolgte Schüler), Paul Wiens, Dr.

          Günther Wirth, Arnold Zweig (>1.9.45/ 04.1947/ 5.7.52/ 1.4.53/ 7.2.58/ 26.10.72) > verfolgte Schüler,

          Großbritannien; Londoner Abkommen zu Verfolgung u. Bestrafung der Hauptkriegsverbrecher (mit

          Statut für Internationales Militärtribunal: Art. 6b Kriegsverbrechen u.a. Deportationen, 6c Verbrechen

          gegen die Menschlichkeit u.a. Vertreibungen u. Verfolgung aus politischen, rassischen o. religiösen

          Gründen), Auslieferung gegnerischer Kriegsverbrecher an Tatort-Staaten unterzeichnen R. Jackson

          (USA), R. Falco (F), Lord Jowitt (GB), I. Nikitchenko u. A. Trainin (UdSSR) (>17.10.45/ 19.10.45/

          20.10.45/ 14.11.45/1.10.46/ 20.12.45/ 21.6.79/ 12.4.90/ 31.8.90/ 12.9.90),

          UdSSR, Kriegserklärung an Japan (gemäß Absprache der Jalta-Konferenz 1945) (>9.8.45)

09.08. japan. besetzte Mandschurai u. Korea, Sachalin, Kurilen; Angriff sowjet. Truppen, Besetzung Nord-

          Korea’s bis 38.Breitengrad (ab 8.9. besetzen amerik. Truppen Süd-Korea bis 38.Breitengrad), dem

          Süden von Sachalin u. den Kurilen sowie die ethnische Säuberung von Japanern und vielen Ainu-Ur-

          einwohnern aller 1947 von der Russische SFSR annektierten Inseln (>2.9.45/ 9.9.48/ 25.6.50/ 1.9.83),

          Japan; Nagasaki, zweite amerik. Atombombe tötet und verwundet ca. 66 000 Menschen (am 15.8.

          akzeptiert Japan die Kapitulation) (>2.9.45/ 3.5.46/12.11.48),

          Polen; Verhaftung des kath. Bischof Carl Maria Splett der vom poln. Kardinal Hlond zum Amtsverzicht

          gezwungen wird (Splett wird am 1.2.46 wg. Kollaboration mit dem nationalsozialistischen Regime zu

          8 Jahren Haft verurteilt, 1953 entlassen kann er 1956 in die BRD ausreisen, 1957 empfängt ihn Papst

          Pius XII, 1960 wird ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen) (>29.6.46/ 12.8.46), 

          SBZ; Berlin-Pankow, Enteignung vieler Hausbesitzer für aus Moskau zurückgekehrte KPD-Kader, die

          sich hier ab 1949 hinter einem 2m-Zaun verbergen (>23.10.56),

          USA; Präs. Harry S. Truman’s Radioansprache an das amerik. Volk zu Ergebnissen von Potsdam u.a.

          Im Gebiet östlich der Curzon-Linie leben über 3 000 000 Polen die nach Polen zurückkehren müssen.

          Sie benötigen Platz um sich niederzulassen. Das neue Gebiet im Westen wurde bisher von Deutschen

          bewohnt. Die meisten von ihnen haben angesichts der anrückenden sowjet. Armee das Gebiet ver-

          lassen. Wir wurden informiert das nur ca. 1,5 Millionen Deutsche zurückgeblieben sind…“  

10.08. SBZ; NKWD-Lager Nr. 7 Sachsenhausen für ca. 60 000 Deutsche (ca. 15 000 Tote) im KZ eröffnet

          (>08.1945/ 18.10.45/ 29.12.45/5.1.46/ 02.1946/ 04.1946/ 14.1.50/ 18.11.2001)

12.08. SBZ; NKWD-Lager Nr. 2 Buchenwald (ca. 12 000 Tote) im KZ eröffnet (>14.1.50/ 14.9.58),

          Berlin, 139 Jahre nach Kaiser Napoleon’s Einzug in Berlin besetzen franz. Truppen einen Teil Berlins

15.08. ABZ; Universität Heidelberg, Prof. Dr. Karl Jaspers beklagt anlässlich der Wiedereröffnung für zuvor

          politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung Erfüllende u.a. „Wir sind nicht, als

          unsere jüdischen Freunde abgeführt wurden, auf die Straße gegangen, haben nicht geschrien, bis

          man auch uns vernichtete. Wir haben es vorgezogen am Leben zu bleiben…Daß wir leben, ist unsere

          Schuld. Wir wissen vor Gott, was uns tief demütigt.“

16.08. UdSSR; Moskau, Außenmin. W. M. Molotow und der Ministerpräs. der provisor. poln. Regierung

          E. Osobka-Morawski unterzeichnen Abkommen über Zahlung von 15% der dt. Reparationen gegen

          Lieferung poln. Kohle zu Sonderpreisen und geheimen sowjet.-poln. Grenzvertrag zu sowjet. Inbesitz-

          nahme von 180 000 qkm poln. Gebiete entlang der „Curzon-Linie“ u. „Aussiedlung“ von ca. 3 500 000

          dort lebender Polen (>5.10.45/ 6.10.45/ 20.11.45/ 8.3.46/ 19.1.47/ 2.4.47/ 9.6.50/ 6.7.50/ 14.9.50/

          17.8.51/ 24.2.62/ 7.6.63/ 8.6.63/ 7.3.64/ 22.3.64/ 7.12.70/ 7.7.75/ 30.5.83/ 12.9.90/ 14.11.90)

17.08. Großbritannien; „The Spectator“; George Bell, Bischof v. Chichester, schreibt „Es besteht…offenbar

          ein völlig falscher Eindruck über die Lage in Deutschland. Das Gewissen gebietet es, nicht länger zu

          schweigen. Die Wahrheit besteht darin, daß die Not…von Tag zu Tag steigt…sie verschlimmert sich

          täglich durch das Eintreffen von Strömen von Flüchtlingen aus den östlichen Teilen Deutschlands. Aus

          den Gebieten östlich der Oder vertreiben die Polen alle Einwohner nach dem Westen. Man muß die

          Flüchtlinge gesehen haben, um beurteilen zu können, was über sie hereingebrochen ist. Es gibt keine

          Worte um ihr Elend zu beschreiben zu können. Sie haben noch das, was sie am Körper tragen und

          besitzen weder physische noch geistige Kraft. 7 oder 8 Millionen Menschen werden in dem schmalen

          Landstreifen zwischen Oder u. Elbe von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf gejagt, weil niemand sie auf-

          nehmen u. ernähren kann…“ (H. Kohl, L. de Maizière und Th. Waigel gehören nicht dazu) (> 2./6.7.71)

17.8./17.11. BBZ; Lüneburg, britisches Militärgericht führt Bergen-Belsen Prozeß gegen Joseph Kramer und

          44 Mitangeklagte, der Prozeß endet mit 30 Schuldsprüchen, Joseph Kramer, Irma Grese, Juana

          Bormann, Wilhelm Dörr, Karl Francioh, Franz Hössler, Dr. Fritz Klein, Anchor Pichen, Franz Stofel,

          Elisabeth Völkenrath und Peter Weingartner werden zum Tode verurteilt und am 13.12.1945 in

          Hameln gehenkt, die anderen Verurteilten erhalten Haftstrafen von 1-15 Jahren

18.08. SBZ; Schwerin, sowjet. Militärtribunal (SMT) unter Major der Justiz Smirnow verurteilt den Bauern

          Hans Litz wg. Verbrechen gemäß Art. 58-14 des RSFSR-Strafgesetzbuchs wg. Verheimlichung der

          Aussaatfläche im Namen der UdSSR zum Tode sowie zur Beschlagnahme seines Vermögens (das

          Terrorurteil veröffentlicht Meck.-Vorpommern’s SMA-Chef Gen.Oberst Iwan Iwanowitsch Fedjuninski,

          1967 Kommandeur Warschauer Pakt-Truppen, am 20.8.45 zur Abschreckung als Befehl Nr. 6)

19.08. SBZ; Döbeln, KPD-Konferenz zu Aufgaben, Aufbau u. Formen der Schule im „freien demokratischen

          Deutschland“ u.a. „soll jedem die Möglichkeit geben, sich entsprechend seiner Begabung fortzubilden

          Religionsunterricht wird als die Einheit störend den Religionsgesellschaften außerhalb des Schul-

          organismus überlassen…“

21.08. SBZ; Aufruf des Verbandes der Lehrer und Erzieher, u.a.: „Lehrer und Erzieher: Unsere große Stunde

          ist gekommen! Auf uns ruht die Verantwortung für die Neu- und Umerziehung der deutschen Jugend,

          die von der Welt erwartet und nach allem was geschehen ist, mit Recht gefordert wird. Lösen wir diese

          Aufgabe, so wird unser deutsches Volk gerettet und mit ihm seine Jugend und Kultur. Lösen wir sie

          nicht, so gehen wir dem sicheren Untergang entgegen…“  > verfolgte Schüler

23.08. ABZ; Hirtenbrief kath. Bischofskonferenz Fulda u.a.: „Furchtbares ist schon vor dem Krieg in Deutsch-

          land u. während des Krieges durch Deutsche in besetzten Ländern geschehen. Wir beklagen es zu-

          tiefst: Viele Deutsche, auch aus unseren Reihen, haben sich von den falschen Lehren des National-

          sozialismus betören lassen, sind bei den Verbrechen gegen menschliche Freiheit und menschliche

          Würde gleichgültig geblieben; viele leisteten durch ihre Haltung den Verbrechen Vorschub, viele sind

          selber Verbrecher geworden. Schwere Verantwortung trifft jene, die auf grund Ihrer Stellung wissen

          konnten, was bei uns vorging, die durch ihren Einfluß solche Verbrechen hätten verhindern können u.

          es nicht getan haben, ja diese Verbrechen ermöglicht haben und sich dadurch mit den Verbrechern

          solidarisch erklärt haben.“ (>2.9.45/ 19.10.45/ 27.3.46/ 31.8.46)

25.08. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 40 über den Schulbeginn und die Säuberung der Schule und der Lehrerschaft

          von faschistischen Einflüssen (u.a. über Ausschluss v. NS-Lehrern, Neulehrerrekrutierung, Verbot v.

          NS-Lehrbüchern, Bekenntnis- u. Privatschulen) (>2.10.45/ 6.12.45/ 1.2.46/ 15.12.50/ 12.6.90)

    08. SBZ; Berlin, Mühlenbesitzersohn Dr. phil. Ernst Hadermann (USPD; NSLB, NSDAP-Mitgl. 5 698 532,

          1943 NKFD-Gründungsmitgl., 1945 KPD) wird in der Dt. Zentralverwaltung für Volksbildung stellv. Ltr.

          der Abt. Schulen (>1.1.47),

          SBZ; Döbeln, „Tagung der kommunistischen Lehrer Sachsens“ dient Positionierung künftiger Kader, 

          SBZ; Mühlhausen, Erika Riemann (14 Jahre) malt auf ein Stalin-Bild in ihrer Schule eine Schleife an

          Stalins Bart, ein SMT verurteilt sie zu 10 Jahren Haft (nach 8 Jahren in Sachsenhausen, Bautzen und

          Hoheneck wird sie 01.1954 entlassen und holt 1962 ihren Schulabschluss nach)  > verfolgte Schüler

27./31.8. ABZ; Treysa, ev. Kirchenführerkonferenz gründet Ev. Kirche in Deutschland als Nachfolgerin der

          Deutschen Ev. Kirche, verkündet „Wort an die Gemeinden“: „...wo die Kirche ihre Verantwortung ernst

          nahm, rief sie zu den Geboten Gottes...Man trennte unser Volk von der Kirche. Die Öffentlichkeit

          durfte ihr Wort nicht mehr hören, was sie verkündete erfuhr niemand...“ (>20.3.47/ 11./13.7.48),

          SBZ; SMAD-Befehl Nr. 42 zur Registrierung von Offizieren der Wehrmacht u. Mitgliedern der NSDAP,

          SA, SS und Gestapo mit sich anschliessender Verhaftungswelle (>6.1.50),

          Vatikan; Appell an Allierte keine kath.-kroat. Ustascha-Kriegsgefangenen an Jugoslawien auszuliefern

29.08. SBZ; Landesverwaltg. Mecklenburg erlässt Verordnung betr. politische Bereinigung der Wirtschaft

30.08. ABZ; EKD-Hilfswerk Leiter ist Dr. Eugen Gerstenmaier („Bemühungen, für ev. Christen jüd. Herkunft

          die…überlebt hatten, eine besondere Unterstützungseinrichtung zu schaffen“ lehnt er ab) (> 31.10.69),

          Berlin, erste Alliierte Kontrollrat-Sitzung (>20.3.48)

31.08. FBZ; Bad Schachen, General Jean-Marie de Lattre de Tassigny entlässt Ex-Gfm. Erwin Rommel’s

          Sohn Manfred aus franz. Kriegsgefangenschaft (im Sept. 1945 veröffentlicht M. R. eine eidestattliche

          Erklärung zum Tod des Vaters u. dessen letzten Worten über belastende Aussagen der Generale

          Dr. Hans Speidel, Carl Heinrich v. Stülpnagel und Oberstleutn. Caesar v. Hofacker’s u.a. „Der Führer

          wollte sein Andenken vor dem dt. Volk nicht herabsetzen und gab ihm daher die Chance des

          Freitodes…“, um „die Ehre des Generalfeldmarschalls zu wahren“ schreibt auch Frau Rommel, ihr

          Mann war an Planungen zum 20.Juli nicht beteiligt; Manfred R. macht 1947 Abitur, er erfüllt die

          finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat, studiert

          Jura, der als Hitler-Junge die Konfirmation Verweigernde wird cDU-Mitglied, 1956 Beamter, 1966

          Regierungsdirektor bei cDU-Min.-Präs. Dr. K. Kiesinger’s Innenmin. Dr. H. K. Filbinger, 1974

          Oberbürgermeister Stuttgart, Zitat: „Es gibt Politiker, die das, was sie sagen, glauben. Und es gibt

          solche, die das, was sie sagen, nicht glauben. Gefährlich sind die Ersteren.") (>27.10.77)

01.09. SBZ; Zentralverwaltung f. Volksbildung, Leiter Lehrerbildung ist Dr. Heinrich Deiters (SPD, 1946 SED,

          Sohn Ludwig Deiters erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung

          und legte 1940 sein Abitur ab, nach Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht und Kriegsgefangenschaft wird

          er 1946 SED-Mitgl., erfüllt die politischen Kriterien sozialistischer Begabtenförderung u. studiert

          Architektur, ab 1951Deutsche Bauakademie, 1952-53 Brigadeleiter Stalinstadt/ Eisenhüttenstadt-

          Projekt, 1967 Promotion, 1975 Vaterländ. Verdienstorden) (>04.1947)

02.09. BBZ; Köln, Gründung cDU-Landesverbände Rheinland u. Westfalen, Vorlage der 2.Fassung der sog.

          Kölner Leitsätze: „1. Die Würde des Menschen wird anerkannt. 2...3...4...5. Die christlichen Kirchen

          sind Körperschaften öffentliche Rechts. 6...7...8...9. Das natürliche Recht der Eltern auf die Erziehung

          ihrer Kinder bildet die Grundlage für die weltanschauliche Gestaltung des Schulwesens...10. Das

          kulturelle Schaffen ist frei von staatlichem Zwang. Seine Grundlage ist die deutsche, christliche und

          abendländische Überlieferung...11...12...13...14...15...16. Das Ziel der Wirtschaft ist die Bedarfs-

          deckung des Volkes...Die Vorherrschaft des Großkapitals, der privaten Monopole und Konzerne wird

          beseitigt...17...18...19...20...21. Die Kriegsschäden sind als gemeinsame Last auf das ganze Volk

          umzulegen.“ (>14.12.45),

          SBZ; Kyritz/Brandenburg, Wilhelm Pieck (KPD) fordert vor Landarbeitern u. Kleinbauern eine rasche

          Bodenreform: „Der den Bauern u. Landarbeitern zugeteilte Boden soll sofort mit der Zuteilung in ihren

          Privatbesitz übergehen. Der Grundgedanke ist, daß möglichst viele kleine selbständige Bauernwirt-

          schaften geschaffen werden…Die KPD hat in ihrem Aktionsprogramm ausdrücklich erklärt, daß der

          Besitz der Großbauernschaft mit etwa 20 bis 50 ha nicht angetastet werden soll...die von Feinden der

          Bodenreform oft kolportierte Behauptung, daß die KPD eine Kollektivierung der Bauernwirtschaften

          herbeiführen will, entbehrt jeder Grundlage…“ (am 3.9. erläßt Provinzialverwaltung v. Sachsen-Anhalt,

          am 6.9. Brandenburg, am 7.9. Mecklenburg, am 11.9. Sachsen u. am 12.9. Thüringen Verordnung zur

          Bodenreform, entschädigungslos enteignet werden mit Hilfe von 52 292 Mitgl. der ca. 10 000 Boden-

          reformkommissionen Flächen über 100 ha, „Grundbesitz der Kriegsverbrecher u. Kriegsschuldigen“ u.

          der „aktiven Verfechter der Nazipartei u. ihrer Gliederungen“ über Aufrufe zur Bildung Landwirtschaft-

          licher Genossenschaften, Vereinigungen der gegenseitigen Bauernhilfe VdgB, Maschinen-Ausleih-

          Stationen/MAS geht Planung zu zwangskollektivierten Landwirtschaftl. Produktionsgemeinschaften/

          LPG) (>9./10.5.46/ 8.9.45/ 30.10.45/ 24.9.49/ 9./12.7.52/ 2.3.90/ 20.9.90/ 23.4.91/ 20.12.95/ 18.4.96),

          SBZ; NKWD-Lager Nr. 1 Mühlberg/Elbe (ca. 20 000 Häftlinge/ ca. 8 000 Tote) eröffnet (>14.8.48),

          Japan; USS Missouri, Außenmin. Mamoru Shigemitsu und General Umezu Yoshijiro unterzeichnen die

          bedingungslose Kapitulations-Urkunde der jap. Streitkräfte (>3.5.46/12.11.48/ 24.1.72),

          Franz.-Indochina (Kambodia/Laos/Vietnam); Ho Chi Minh erklärt das seit der Konferenz von Potsdam

          am 17.Breitengrad geteilte Vietnam für unabhängig (Frankreich lehnt ab) (>20.12.46/ 8.5./21.7.54)

03.09. ABZ; Frankfurt/M., SPD u. KPD schließen Frankfurter Abkommen zu gemeinsamen Aktionsausschuß,

          SBZ; Provinzialverwaltung Sachsen-Anhalt, 1.Verordnung zu Bodenreform („sozialistische Arisierung“)

          Art. 1 Die demokratische Bodenreform ist eine unaufschiebbare, nationale, wirtschaftliche und soziale

          Notwendigkeit. Die Bodenreform muß die Liquidierung des feudal-junkerlichen Grußgrundbesitzes ge-

          währleisten u. der Herrschaft der Junker u. Großgrundbesitzer im Dorfe ein Ende bereiten, weil diese..

          immer eine Bastion der Reaktion u. des Faschismus in unserem Lande darstellte…Der Grundbesitz

          soll sich in unserer dt. Heimat auf feste gesunde und produktive Bauernwirtschaften stützen, die

          Privateigentum ihres Besitzers sind.“ (>20.2.47/ 9./12.7.52/ 25.3.60/ 30.3./2.4.60/ 23.4.91)

04.09. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 49 zur Reorganisation der Justiz „alle Richter, Staatsanwälte und sonstigen

          Justizbediensteten, die zu irgendeinem Zeitpunkt der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen angehört

          haben, auch sogenannte Anwärter, sofort aus dem Dienst zu entfernen“ (>30.10.45/ 17.12.45/ 6.8.47)

05.09. ABZ; Würzburg, Bischof Matthias Ehrenfried macht Eingabe an amerikanische Militärregierung u.a.

          „Es gab tatsächlich Parteigenossen, die den Nazi-Lehren und Methoden fernstanden, ja sogar größere

          Gegner der Partei waren und rühriger gegen die Nazis arbeiteten als viele Nicht-Parteigenossen.“,

          SBZ; SMAD-Befehl Nr. 50, zu Vorbereitung der Hochschulen auf den Beginn des Unterrichts u.a.

          „Säuberung der Universität, insbesondere des Lehrkörpers von allen faschistischen…Elementen,

          Rehabilitierung und Wiedereinsetzung politisch und rassisch verfolgter Hochschullehrer,…neue

          Zulassungsbestimmungen für Studenten unter besonderer Berücksichtigung antifaschistischer Kräfte

          und Werktätiger, die bisher keine Gelegenheit hatten die Hochschulreife auf dem üblichen Wege zu

          erlangen…“  > verfolgte Schüler,

          SBZ; gemeinsam. Aufruf der vier „antifaschistisch-demokratischen“ Parteien für sofortige Bodenreform

08.09. Großbritannien; Chichester, anglik. Bischof George Bell an Probst Grüber zu Vertreibungen u.a. „Ich

          fühle die Unmenschlichkeit der Vertreibung aufs Tiefste mit Ihnen und habe über diesen Punkt bereits

          im Oberhaus gesprochen, indem ich ausführte, daß die Entwurzelung von Millionen aus rassischen

          Gründen unvereinbar sei mit den Idealen, für die die Vereinten Nationen gekämpft haben.“,

          SBZ; KPD-ZK Aufruf zu „Demokratischer Bodenreform“, Beginn völkerrechtswidriger, entschädigungs-

          loser Enteignung von „Großgrundbesitz“ über 100 ha (7160 Betriebe mit 2 517 357 ha + 4537 Betriebe

          unter 100 ha mit 131 742 ha) von „aktiven Faschisten und Kriegsverbrechern“ (Kleines Politischisches

          Wörterbuch) u.a. für völkerrechtswidrig vertriebene ,Umsiedler’ per Befehl wie „Sie haben bis morgen

          7 Uhr den Hof zu verlassen u. sich 30-40 km von hier zu entfernen. Mitgenommen werden darf ledig-

          lich Handgepäck u. so viel, wie auf einen Handwagen geht", viele enden in „Umsiedler“-Internierungs-

          lagern in Coswig, Hiddensee, Rügen usw. „wo viele an Hunger oder Typhus starben“ „Letzter Herr auf

          Neschwitz“ / Bautzen ist z.B. Arnold Freiherr v. Vietinghoff-Riesch, kein Faschist o. Kriegsverbrecher,

          der am 14.10.45 Opfer der sozialistischen Arisierungsabart, d.h. „entkulakisiert“ wird bzw. auch Opfer

          des Faschismus wie der 1944 zum Tode verurteilte Agrarunternehmer Carl Wentzel) (BVerfG-Urteile

          bestätigten die Haager Landkriegsordnung verletzenden Eigentumsdelikte, die bei der Finanzierung

          der dt. Einheit helfen werden) (>30.10.45/ /9.9.47/ 1.10.54/ 20.9.61/ 20.2.67/ 2.3.90/ 30.1.91/ 18.3.91/

          23.4.91/ 13.5.92/ 14.7.92/ 4.10.95/ 20.12.95/ 18.4.96/ 17.6.96/ 21.12.2000/ 28.9.2001/ 25.3.2002)

          deutsche Gerechtigkeit,

          SBZ; NKWD-Lager Nr. 10 Fort Zinna/Torgau (ca. 1 500 Tote) eröffnet, später kommen Häftlinge in das

          Seydlitz-Gefängnis Torgau

09.09. Groß-Berlin, Werner-Seelenbinder-Kampfbahn, 35 000 Menschen gedenken Opfern des Faschismus

          (1.OdF-Tag, ab 1947 mit Vereinigung d. Verfolgten des Naziregimes veranstaltet, in der DDR wird der

          2.Septembersonntag Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors) (>22.2.47/ 11.9.48/ 13.9.71)

10.09. SBZ; Dt. Zentralverwaltung für Volksbildung, Konstituierung „Zentraler antifaschistischer Jugendaus-

          schuß für die sowjet. Besatzungszone“ von E. Honecker (KPD) u. Theo Wiechert (SPD) organisiert.

          Vorsitz. wird E. Honecker, Stellv. ist Edith Baumann (SPD) (Gründung von Landesjugendauschüssen

          folgt) > verfolgte Schüler (>5.2.46/ 7.2.46/ 26.2.46/ 7.3.46/ 8./10.6.46/ 8.12.48)

11.9./2.10. Großbritannien; London, 1.(nach-Potsdam)-Treffen des Rates alliierter Außenminister

12.09. ABZ; Heidelberg, „Rhein-Neckar-Zeitung“, Prof. Gustav Radbruch schreibt u.a. „Wenn die Gesetze

          den Willen zur Gerechtigkeit bewußt verleugnen, z.B. Menschenrechte Menschen nach Willkür ge-

          währen oder versagen, dann fehlt diesen Gesetzen die Geltung, dann schuldet ihm das Volk keinen

          Gehorsam, dann müssen auch die Juristen den Mut finden, ihnen den Rechtscharakter abzusprechen“

          > verfolgte Schüler (>20.12.45/ 01.-03.1951/ 5.12.52/ 17.8.90/ 31.8.90/ 20.9.90/ 21.1.99/ 11.11.2001)

13.09. SBZ; Provinzialverwaltg. Sachsen erlässt Verordnung über die politische Säuberung der Wirtschaft

14.09. ABZ; Heidelberg, Kaiser-Wilhelm-Institut für Medizinische Forschung wird konfisziert u. konvertiert als

          Army Air Forces Aero Medical Center unter Gen. Harry D. Armstrong mit ca. 50 „Operation Paperclip“-

          NS-Ärzten wie NS-Oberregierungsrat Prof. Dr. Hubertus Strughold (1947 USAF-Flugmedizinschule

          San Antonio, Texas, US-Staatsbürger, 1949 US-Raumfahrtprof.), Dr. Theodor Benzinger, Dr. Ulrich

          Luft, Dr. Siegfried Ruff, Dr. Hermann Becker-Freyseng, Dr. Konrad Schäfer, Dr. Oskar Schröder

          u.v.a.m. (>25.10.46/20.8.47/ 1983),

          Groß-Berlin, Hasenheide, SPD-Tagung mit 3 000 Delegierten, 1.Vors. des SPD-ZA Otto Grotewohl

          spricht über Flüchtlingselend u. Kriegsgefangene u. daß angesichts des Verhaltens der KPD die Vor-

          aussetzungen zur organischen Verschmelzung noch nicht erfüllt seien, zugleich betont er erneut die

          grundsätzliche Bereitschaft der SPD dazu

15.09. BBZ; Verordnung Nr. 12 zur Bildung von politischen Parteien,

          SBZ; Magistrat von Berlin erkennt Erich Honecker als Opfer des Faschismus an (weder den Gefahren

          seiner zu „Väterchen“ Stalin emigrierten Parteigenossen noch denen des Kriegsdienstes ausgesetzt

          resultieren daraus nun substantielle nahezu lebenslange Ehrensold-Zahlungen) (>22.2.47/ 23.2.53),

          SBZ; Gründung Deutsche Zentralverwaltung für Flüchtlingswesen u. Heimkehrer unter Josef Schlaffer

          mit Vizepräs. Michael Tschesno-Hell (ab 10.1945 Dt. Zentralverwaltung für Umsiedler, ab 12.1945 bis

          zur Schließung 1949 unter Rudolf Engel, ab 1947 mit Vizepräs. Philipp Daub - ca. 4 000 000 zumeist

          mittellos in der SBZ ankommende, oft als „Pollacken“ beschimpfte Vertriebene „Umsiedler“ finden, wie

          Bomben-Geschädigte mit Totalverlust, in der SBZ noch weniger Solidarität als jene in den Westzonen,

          nach 1961 leben nur noch ca. 600 000 hier) (>20.11.45/ 14.2.46/ 8.8.49/ 8.9.50/ 10.7.52/ 16.10.78)

17.09. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 66 annuliert u.a. das Deutsche Beamtengesetz vom 26.1.1937 u. das Gesetz

          zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7.4.1933, Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind

          „Mitarbeiter des Staatsapparates“, „Funktionäre“ u. „Kader“, alle mit besonderen Privilegien (das SED-

          Politbüro verabschiedet in 3.1949 das erste Nomenklatursystem, im Laufe der Zeit wird es vom Polit-

          büro horizontal auf Staats-, Wirtschafts-, Massenorganisations- u. Blockparteienapparate und vertikal

          auf mehrere Hierarchie-Ebenen erweitert, 1989 zählen ca. 350 000 Personen zur Nomenklatur)

18.09. ABZ; Stuttgart, Demokrat. VolksPartei-Gründung, Vorsitz. ist Dr. rer. pol. Theodor Heuss (>11.12.48)

19.09. ABZ; Proklamation Nr. 2 zur Bildung der „Staaten“ Groß-Hessen, Württemberg-Baden und Bayern

20.09. Alliierter Kontrollrat, Gesetz Nr. 1 u.a. zur Aufhebung des Reichsbürgergesetzes v. 1935 (>10.10.45)

21.09. FBZ; Freiburg, Hirtenbrief des kath. Erzbischofs Dr. Conrad Gröber u.a. „In unseren katholischen

          Kreisen haben wir nur unverhältnismäßig wenige gefunden, die mit innerer Begeisterung dem Ruf zu

          den Waffen folgten…Es lag wirklich ein Stück Martyrium darin, sich für eine Sache in Pflichttreue zu

          opfern, die dem eigenen Wunsch und Willen nicht im mindesten entsprach…Gott weiß es, daß die

          Bischöfe so wenig wie die meisten ihrer Diözesanten vom Allerschlimmsten und Allerscheußlichsten

          etwas wussten, was das Dritte Reich in Gott- und Gewissenlosigkeit verübte oder daß sie nur gerüch-

          teweise davon erfuhren ohne die Möglichkeit zu besitzen, das im Flüsterton Zugetragene auf seinen

          Wahrheitsgehalt nachzuprüfen…Aber keiner von den Bischöfen hat je beweiskräftig erfahren, wie die

          Lager der Juden im Osten aussahen und wie man sie zu Tausenden und Abertausenden in barba-

          rischer Weise misshandelte und am Rande der von den Opfern selbst geschaufelten Massengräbern

          erschoß…Als sie davon, aber nur vom Hörensagen, erfuhren, haben sie soweit es überhaupt möglich,

          dagegen protestiert und in den erlaubten Fristen Lebensmittel in die KZ-Lager geschickt…Die fremden

          Völker mögen es selbst bezeugen, ob die katholischen Bischöfe und die kath. Priester und Gläubigen

          es waren, die sie von der Heimat beraubten, einsperrten und plagten oder ob es die anderen gewesen

          sind, die vom Christentum und einer wahren Menschlichkeit nichts mehr wissen wollten…Ohne sich zu

          rühmen, können die deutschen Bischöfe vor der ganzen Welt gestehen, daß sie auch zum Martyrertod

          bereit gewesen wären…Viele Hunderte von Priestern u. Glaubensgenossen haben bekanntermaßen,

          trotz aller bischöflichen Gegenmaßnahmen in den KZ-Lagern und Gefängnissen geschmachtet und

          zahlreiche sind in diesem furchtbaren Elend vorzeitig gestorben…“

25.09. UdSSR gibt Kündigung sowjet.-türk. Freundschaftspaktes bekannt, fordert die türk. Provinzen Kars u.

          Ardahan u. gemeinsame Kontrolle von Bosporus u. Dardanellen (sowjet. Truppen sind im Iran)

26.09. BBZ; Göttingen, Auffanglager/Grenzdurchgangslager Friedland in 3 Schweineställen u. 10 Zelten er-

          öffnet, 12.1945 durch 19 Blechbaracken ersetzt; bis zu 5000 Menschen tägl., bis 12.1945 über 500000

          (1946 wird Pater Johannes Leppich Lagerpfarrer ehe er ab 1948 in Hallen, Stadien u. Plätzen bis zu

          40 000 Menschen „Ihr religiösen Blindschleichen, ihr Limonadenchristen, ihr Ewigkeitsnieten“ nennt

          (>07.1955/ 12.4.90/ 31.8.90) u. ihnen „die Leviten liest“; ca. 4 000 000 Vertriebene, Flüchtlinge, (Spät-)

          Aussiedler, Kriegsheimkehrer passieren das „Tor der Freiheit“, von 1949-53 werden Kinder in einer

          „Lagerschule“ betreut)  > verfolgte Schüler (>20.11.45/ 14.2.46/ 31.7.48/ 10.7.52/ 13.12.55/ 1979),

          ABZ; Gesetz Nr. 8 für die amerik. Zone u.a. „Die Beschäftigung eines Mitglieds der NSDAP oder einer

          der ihr angeschlossenen Organisationen in geschäftlichen Unternehmungen aller Art, in einer beauf-

          sichtigenden oder leitenden Stellung oder in irgendeiner anderen Stellung als der eines gewöhnlichen

          Arbeiters, ist gesetzwidrig“ (nach heftigsten deutschen Protesten wird die ,Entnazifizierung’ durch sog.

          Spruchkammern ab >5.3.46 Deutschen überlassen, am >18.7.50 ernennt US-Hochkommissar McCloy

          auf weiteres Drängen v. Bundesregierung, Parteien u. Kirchen einen Untersuchungsausschuß der u.a.

          dann auch für die Leiden derer im Lager Friedland ursächlich politisch Mitverantwortlichen amnestiert),

          Groß-Berlin, Magistrats-Abt. Volksbildung verbietet Religionsunterricht als Teil des Schulunterrichts

27.09. SBZ; Volksgericht Sachsen (mit VO vom 22.9. gegründet), AEL Radeberg-Prozeß gegen 5 Aufseher

          vom Arbeitserziehungslager, wg. Beteiligung am Häftlingsmord und -misshandlung werden im Namen

          des Volkes 2 Haftstrafen von 3-6 Jahren, lebenslange Haft für Ewald Epping und Todesurteile für

          Heinrich Frings u. Rudolf Schelenz verhängt, die Urteile sind unanfechtbar (>19.8.65/ 6.9.65/20.12.66)

28.09. ABZ; amerik. Militärregierung entlässt den auf Vorschlag Kardinal Faulhaber’s am 28.5. eingesetzten

          bayr. Min.Präs. Dr. jur. Fritz Schäffer wg. dessen Milde zu Nationalsozialisten u. der Entnazifizierungs-

          Denkschrift zur Wiederverwendung „unersetzbarer Beamter“ (ex-BVP-Vorsitz., cSU-Gründungsmitgl.,

          1949-61 MdB, 1949 61 BRD-Finanz- u. -Justizminister) Nachfolger ist Dr. jur. Wilhelm Hoegner (SPD),

          (auch unter diesem Hitlergegner wird u.a. der Staatsanwalt, der die Geschwister Scholl aufs Schafott

          brachte, weiter beschäftigt u. beginnt seine große Karriere im bundesdt. Justizdienst was aber bei den

          späteren Geschwister-Scholl-Gedenkfeiern nie erwähnt wird) (>7.6.51/ 11.6.55/ 29.10.58/ 22.10.65)

29.09. Großbritannien; „The Economist“ über deutsche Kriegskinder „Blickt man von den Kleidern auf die

          Gesichter, so wird deutlich was es heißt, halb verhungert zu sein. Was auffällt, ist nicht die Magerkeit,

          nicht einmal die Müdigkeit, sondern die Gesichtsfarbe. Die Gesichter der Babys in den Kinderwagen

          sind leichenfahl; das Fleisch hat ein wächsernes oder seifenartiges Aussehen. Kleine Kinder sind

          gelb, aber die Zwölfjährigen weisen die Blässe der Erwachsenen auf, außer, wenn sie offenbar durch

          Gelbsucht gefärbt sind.“

    09. UdSSR, ca. 5 000 000 sowjet. Displaced Persons sind z.T. zwangsweise ,heimgeführt’/repatriiert (hier

          werden ca. 150 000 wg. Kollaborationsverdacht hingerichtet und ca. 250 000 nach Sibirien verbannt)

30.09. SBZ; Zentralverwaltung f. Volksbildung, Verordnung über die Zulassung zum Studium an Uni’s und

          Hochschulen - auch ohne Abitur; Abt.Ltr. für Hochschulen u. Wissenschaft ist Dr. phil. Robert Rompe

          (KPD, SED, 1951 Nationalpreis, 1953 Dt. Akademie d. Wissenschaften, 1958 SED-ZK, 1957-90

          Forschungsrat der DDR, 1970 VVO) (>8.10.46)

01.10. ABZ; Aufhebung des Fraternisierungsverbotes führt zu massenhaften Beziehungen von z.B. ex-BDM

          „Glaube und Schönheit“-Fräulein’s und „Veronica’s“ mit Besatzungstruppen des ex-Kriegsgegners

02.10. Groß-Berlin, kath. Bischof v. Preysing’s Protestschreiben an sowjet. Marschall Shukow wg. Verbot

          von Bekenntnisschulen (>28.10.45/ 1.2.46/ 10.1949)

03.10. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 49 zur Reorganisierung des Gerichtswesens und der Entfernung aller Richter,

          Staatsanwälte u. sonstiger Justizbediensteten, die zu irgendeinem Zeitpunkt der NSDAP o. ihren Glie-

          derungen angehörten (neue Rechtspflegeorgane von „Volksrichter“ bis Obersten Gericht erfüllen bald

          ethische Ansprüche sozialistischer Gesetzlichkeit, ignorieren deren Menschenrechtsverletzungen und

          ersetzen viele frühere „furchtbare Juristen“)(>15.10.45/ 20.10.45/ 13.11.46/13.10.47/ 6.8.47/ 17.12.50)

05.10.(andere Quelle 19.11.) SBZ; abweichend vom Potsdamer Abkommen stellt die UdSSR das westl. der

          Oder-Grenze gelegene Gebiet Kolbitzow - Pölitz - Neuwarp unter poln. Verwaltung (>6.7.50/ 14.11.90)

5./6.10. BBZ; Hannover/Wennigsen, SPD-Reichskonferenz u.a. mit Dr. Kurt Schumacher sowie Fritz Heine

          u. Erich Ollenhauer aus Großbritannien und Otto Grotewohl, Gustav Dahrendorf, Max Fechner aus der

          SBZ, O. Grotewohl sagt West-Genossen u.a. „Ich glaube versprechen zu können, daß wir für Euch die

          politische Freiheit erkämpfen“ (>8.2.46/ 11.2.46/ 19.4.46/ 5.9.51/ 22.12.71/ 18.5.83)

06.10. ABZ; Nürnberg, Reichsärzteführer u. Reichsgesundheitsführer Dr. Leonardo Conti begeht Selbstmord

          BBZ; Köln, Oberbürgermeister Dr. Adenauer wird vom britischen Militärgouverneur John Barraclough

          entlassen, der Brigadier erklärt Dr. A. u.a. „Nach meiner Ansicht haben Sie Ihre Pflicht gegenüber der

          Bevölkerung Kölns nicht erfüllt. Sie werden daher heute aus Ihrem Amt als OBB von Köln entlassen.“,

          SBZ; UdSSR stellt westl. der Oder gelegenes Swinemünde unter poln. Verwaltung (>6.7.50/ 22.5.89),

          USA; Washington, Senator Kilgore-Committee veröffentlicht die Namen von 42 - wg. ihrer Mitschuld

          für NS-Verbrechen anzuklagender prominenter dt. Bankiers / Industrieller (u.a. H. Abs, Rekordhalter

          besetzter lukrativer Aufsichtsratsstellen, später Bundeskanzler Adenauer’s Vertrauter sowie F. Flick u.

          Hugo Henkel (nur einige der 42 werden angeklagt) (>18.4./ 24.11.47/ 14.8.47/12.5.48)

    10. ABZ; bei München, US-Archivberater Sargent B. Child übernimmt NSDAP-Mitgl.-Kartei (ab 02.1946

          im sog. Berlin Document Center) (>5.3.46/ 2.3.88/ 24.3.90/ 1.7.94),

          SBZ; SPD-Landesparteitag Sachsen wählt Otto Buchwitz (ex-schlesischer SPD-MdR u. Befürworter

          einer Vereinigung mit KPD) als Landesvorsitzenden - auf anderen Landesparteitagen sprechen sich

          bekannte SPD-Funktionäre wie Werner Bruschke, ex-MdR’s Friedrich Ebert und Carl Moltmann, jetzt

          Vorsitzender d. neugegründeten brandenburgischen SPD, Thüringens Heinrich Hoffmann und andere

          nachdrücklich für SPD-KPD-Zusammenarbeit aus (>8.9.46),

          SBZ; Jamlitz, NKWD-Lager Nr. 6 (ex-Frankfurt/O.) auf KZ-Gelände eröffnet (NS-Staatsschauspieler/

          Reichskultursenator/Goebbels-Claqueur und späterer Bundesverdienstkreuzträger Gustaf Gründgens

          wird hier interniert) (>04.1947),

          SBZ; Weimar, Marktstr. ein sowjet. Oberleutnant betritt ein Friseurgeschäft. Er ist angetrunken

          u. obwohl der an den Vorraum angrenzende Friseursalon dicht besetzt war, riß er das etwa 21jährige

          Kassenmädchen des Geschäfts über den Verkaufstisch u vergewaltigt es. Keiner der anwesenden

          Männer im Friseursalon wagt gegen diesen Offizier einzugreifen

8./15.10. ABZ; Wiesbaden, US-Militärgericht, drei Mitarbeiter der Euthanasie-Anstalt Hadamar werden wg.

          Mordes an über 400 poln. und sowjet. Männern, Frauen u. Kindern zum Tode u. vier MitarbeiterInnen

          werden zu langen Haftstrafen verurteilt (>24.2.47)

10.10. Alliierter Kontrollrat, Gesetz Nr. 2 zu Auflösung/Liquidierung von 62 Naziorganisationen u.a. NSDAP

          u. -AO, NSDAP-Rassenpolit. Amt, NSD-Ärztebund, NSD-Dozentenbund, NS-Lehrerbund, NS-Rechts-

          wahrerbund, NS-Reichsbund f. Leibesübungen, NS-Studentenbund, NS-Volkswohlfahrt, NSFK, NSKK

          OT, Beamten-Reichsbund, DAF, Gestapo, HJ, RAD, SA, SS, SD, VoMi usw. die mit ihren Millionen

          Mitgl. die Diktatur des Nationalsozialismus mitverantwortlich ermöglichten (>1951/ 11.5.51/ 27.6.81),

          US-Generalleutnant Lucius D. Clay wird mit dem sowjet. Kutusow-Orden 1.Kl. geehrt

12.10. Berlin, Schreiben des Beraters der amerik. Militärregierung Robert Murphy an US-Regierung u.a.:

          „Allein auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin haben unsere Sanitätsstellen täglich im Durchschnitt zehn

          Menschen gezählt die an Erschöpfung, Unterernährung u. Krankheit gestorben sind. Sieht man das

          Elend und die Verzweiflung dieser Unglücklichen…stellt sich sofort die Erinnerung an Dachau und

          Buchenwald ein. Hier ist Strafe… aber nicht für die Parteibonzen, sondern für Frauen und Kinder…“,

          Italien; Rom, US-Militärgericht verurteilt Wehrmacht-General Anton Dostler wg. der Erschiessung von

          15 amerik. Kommandotruppen zum Tode (er wird am 1.12.45 in Italien exekutiert)

15.10. SBZ; Universität Jena, Wiedereröffnung durch SMAD-General W. Tschuikow und Landespräsident

          Dr. jur. Rudolf Paul für zuvor die politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung

          Erfüllende (zu den ersten Jura-Studenten hier zählt der vertriebene kath. Schlesier Wolfgang Vogel,

          er erfüllt nun die politischen Kriterien sozialistischer Begabtenförderung, LDPD, 1952 Referent

          im DDR-Justizministerium, 1953 Stasi-IM, 1954 Rechtsanwalt, 1969 Dr. jur. h.c., 1982 SED, 1993

          Autor Craig Whitney’s „Advocatus Diaboli“) (>25.8.61/ 9.1.96),

          Vatikan; Dispatch No. 451 an US Department of State u.a.: „Frauen von 10 bis 70 Jahren sind ge-

          schändet worden...Die schlimmsten Verbrechen wurden in der Kurfürstendamm-Gegend in Gegenwart

          von Angehörigen (Ehemännern, Vätern, Müttern, Brüdern) verübt. Im Franziskus-Sanatorium wurden

          Nonnen vergewaltigt, obwohl sie ihren Habitus trugen...Prof. Schüler vom Rittberg-Krankenhaus in

          Lichterfelde brachte seine Frau und Tochter und dann sich selbst ums Leben, um die Qual ihrer

          Vergewaltigung nicht ertragen zu müssen...“ (>6.11.45/ 21.3.46/ 4.1.49/ 22.2.2002),

          Frankreich; Paris, Hinrichtung v. ex-Min.-Präs. Pierre Laval (Präs. Henri Pétain erhält lebenslänglich,

          wg. Kollaboration mit Deutschen wurden in Frankreich tausende Franzosen spontan und ca. 1 300

          standgerichtlich zum Tode verurteilt, Gen. de Gaulle schreibt von 5 167 Todesurteilen!)

17.10. ABZ; US-Joint Chiefs of Staff-Direktive JCS 1067-Veröffentlichung, u.a. wird die Besetzung als

          „besiegter Feindstaat“ und nicht zum „Zweck der Befreiung“ definiert (>12.1.46/ 11.7.47/ 8.5.85),

          Berlin, das am 8.5. konstituierte Internationale Militärtribunal empfängt die von R. Jackson (USA),

          F. de Menthon (F), R. Rudenko (UdSSR) und H. Shawcross (GB) unterzeichnete Anklageschrift gegen

          24 – wg. des „Gemeinsamen Plans oder Verschwörung, der Verbrechen gegen den Frieden u. gegen

          die Menschlichkeit und der Kriegsverbrechen“ – Hauptangeklagte (>20.11.45/1.10.46)

18.10. SBZ; Gemeinsamer Aufruf der KPD und SPD zur demokratischen Schulreform „An alle Eltern, Lehrer

          und Hochschullehrer! …War es von jeher schon das Erbübel der deutschen Schule, Untertanen statt

          selbstständig denkende Menschen zu erziehen, so erniedrigte die NS-Herrschaft die Schule völlig zur

          Drillanstalt für den Raubkrieg...Alle…wahrhaft demokratischen Kräfte werden…mit uns für folgende

          Grundforderungen eintreten: 1. Die heranwachsende Generation…muß…zum selbstständigen, auf-

          rechten, freiheitlichen und fortschrittlichen Denken und Handeln erzogen werden. 2…3.Alle Bildungs-

          privilegien einzelner Schichten müssen fallen. Das Ziel…ist…allen Befähigten ohne Rücksicht auf

          Herkunft, Stellung und Vermögen der Eltern der Weg zu den höchsten Bildungsstätten des Landes frei

          gemacht wird. 4. Die dt. Schule…darf nicht mehr durch Glaubensbekenntnisse u. Weltanschauungen

          zerissen werden…5…Gemeinschaften o. Privatpersonen (kann) die Einrichtung von Privatschulen

          nicht zugestanden werden. 6…ein demokratischer Lehrkörper…7…Umstellung der Lehrpläne u. die

          Schaffung neuer Lehrbücher…8…Reform d. gesamten Hochschul- u. Universitätswesens…Deutsche

          Jugend!...Die deutsche Schule muß eine Bildungsstätte des gesamten Volkes werden, die jedem Be-

          gabten Fortschritt u. Aufstieg gewährleistet u. …hilft, daß die Welt die Deutschen wieder als Kulturvolk

          achtet…(gez.) ZK der KPD Wilhelm Pieck, ZA der SPD Otto Grotewohl“ (späteres Ergebnis hieraus

          resultierender Verfassung u. Menschenrechte verletzender rot-roter Bildungslügen für minderjährige,

          besatzungszonenspezifischer „Nach“kriegsopfer-verfolgte Schüler gebrochene Biografien) (>4.11.45/

          21./22.4.46/ 22.5.46/ 27.4.47/ 7.10.49/ 28.8.50/ 17.4.53/ 15.5.53/ 4.3.54/ 2.12.59/ 27.8./1.9.63/ 1976),

          SBZ; Greußen, erste Verhaftungen von insges. 38 ,Greußener Jungen’ im Alter von 14 bis 25 Jahren

          wg. Flugblatt-Verteilens; Karl Heinz Anders, Richard Anschütz, Karl Bähr, Hermann Beisker, Hans-

          Joachim Biber, Horst Blank, Horst Burghardt, Max Dreißig, Hans Dünkel, Hans Garbe, Fritz Gerlach,

          Hans Götze, Horst Goymann, Siegfried Gräser, Helmuth Henze, Gerhard Hohenstein, Kurt Hüllemann,

          Helmuth Karlstedt, Jürgen Kirmes, Otto Landgraf, Werner Limpert, Wolfgang Mieth, Norbert Müller,

          Rudi Muscho, Herwarth Neubert, Arno Neuschild, Horst Nolde, Hans-Joachim Pfeiffer, Karl-Heinz

          Schaumburg, Joachim Scherzberg, Alfred Sittkus, Paul Stieding, Heinz Trinks, Helmuth Trotzer, Kurt

          Weiß, Harry Zimmermann u. zwei bedeutend Ältere, Richard Bohrloch u. Alfred Hafermalz werden z.T.

          wg. ihrer früheren NSDAP bzw. HJ-Mitgliedschaft von KPD-Mitgl. Willi Koch fälschlich denunziert, sie

          werden gefoltert und trotz erwiesener Unschuld in 7.1946 von Sowjet. Militär Tribunal zu Todesstrafen

          bzw. Arbeitslager zwischen 5 und 15 Jahren verurteilt und im NKWD-Lager Sachsenhausen jahrelang

          inhaftiert (sie wurden selbst dann nicht entlassen als Denunziant Koch wg. erwiesener Unhaltbarkeit

          seiner Anschuldigungen vom LG Weimar verurteilt wird), nur 14 von ihnen kehren lebend zurück/ 1950

          werden am „Tag der Republik“ Karl Heinz Anders, Norbert Müller, Hans Götze u. Joachim Scherzberg

          freigelassen (Präs. W. Pieck’s SED-Staatssekr. Dr. Leo Zuckermann schreibt „Dieser Gnadenerweis

          ist ein Ausdruck der Stärke unserer Republik“. 1952 flieht SED-Mitgl. Dr. jur. Zuckermann in die BRD,

          1995 werden die ersten ,Greußener Jungen’ von der Obersten Militärstaatsanwaltschaft Moskau

          rehabilitiert) (>25.6.1946)  > verfolgte Schüler,

          besetztes Königsberg wird sowjet. Sondermilitärkreis mit ca. 130 000 Deutschen (>6.11.45/ 7.4.46)

19.10. ABZ; „Stuttgarter Erklärung“ d. Rat d. EKD u.a.:„Durch uns ist unendliches Leid über die Välker…ge-

          bracht worden…Wohl haben wir lange Jahre im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im

          nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen

          uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt u. nicht brennen-

          der geliebt haben. Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden...“ gez. Landes-

          bischof D. Wurm, Pastor Niemöller, Bischof Dr. Dibelius (er nennt sich „Bischof da die Sowjets seinen

          Titel ,Generalsuperintendent’ für militär. Dienstgrad halten“) (>22.4.39/ 6.12.50), Superintendenten

          Held und Hahn, Pastoren Niesel und Asmussen, Dr. Dr. Heinemann;

          Bischof Schönherr: „...wir von der Bekennenden Kirche waren nur eine kleine Minderheit“ (>2./6.7.72),

          Prof. Dr. Klaus Scholder: „...zunächst langsam dann nach dem 30.1.1933 immer schneller, faßten die

          Deutschen Christen im deutschen Protestantismus Fuß. Binnen Jahresfrist war es um die konsistoria-

          len Kirchenleitungen nahezu überall geschehen. Die Deutschen Christen hatten, ihrem politischen

          Vorbild folgend, die evangelische Kirche erobert...“,

          Prof. Dr. Trutz Rendtorff: „Kirche und Widerstandsbewegung decken sich nicht...unter den Akteuren

          und Opfern des Widerstands (bildeten) Theologen und Kirchenleute den mit Abstand geringsten Teil.“

          1950 findet die EKD-Synode ein „Wort zur Schuld an Israel“ (>8.8.47/ 2./6.7.72/ 7.2.92),

          Großbritannien; „The Times“, Philosoph Bertrand Russell schreibt u.a. „In Osteuropa werden jetzt von

          unseren Verbündeten Massendeportationen in einem unerhörten Ausmaß durchgeführt. Man hat

          offensichtlich die Absicht…Millionen Deutsche auszulöschen, nicht durch Gas, sondern dadurch, daß

          man ihnen ihr Zuhause und ihre Nahrung nimmt u. sie einem, langen schmerzhaften Hungertod

          ausliefert. Das gilt nicht als Kriegsakt, sondern als Teil einer bewußten "Friedenspolitik". Im Potsdamer

          Abkommen wird vorgeschrieben, daß die Ausweisungen von Deutschen in ,geregelter und humaner’

          Weise durchgeführt werden sollten. Und es ist wohl bekannt…daß diese Bedingung von unseren

          russischen und polnischen Verbündeten nicht beachtet worden ist.“ (>20.11.45/ 8.5.46/ 29.4.52/

          7.12.70/ 20.6.73/ 11.12.73/ 30.7.74/ 28.3.78)

20.10. Alliierter Kontrollrat, Proklamation Nr. 3 über „Grundsätze für die Umgestaltung der Rechtspflege“ u.a.

          Gleichheit vor dem Gesetz“ „Gewährleistung der Rechte des Angeklagten…Verurteilungen, die unter

          dem Hitlerregime ungerechterweise aus politischen, rassischen o. religiösen Gründen erfolgten, müs-

          sen aufgehoben werden“ „Abschaffung d. Hitlerschen Ausnahme- u. Sondergerichte“ „Unabhängigkeit

          des Richters…Der Zugang zum Richteramt steht…allen Personen offen, sofern sie die Grundsätze der

          Demokratie anerkennen.“ (>30.10.45/ 8.12.49/ 12.9.50/ 27.12.51)

21.10. SBZ; Befehl des Obersten Chefs d. SMAD, Marschall G. Shukow, zu Festsetzung von Lebensmittel-

          rationen in Gramm und pro Tag

                                           Brot   Nährmittel   Kartoffeln   Zucker   Marmelade   Fleisch    Fett

          1. Schwerstarbeiter   450         40              500           25            30               40        20

          2. Schwerarbeiter     400          40              400           25            30               40        20

          3. sonst. Arbeiter      350          20              300           20            30               25        10

          4. Angestellte           250          15              300           20             30               20        10

          5. Kinder bis 15 J.    200          10              300           25             30               15        10

          6. übrige Bevölk.      200          10              300           15             30                -           -

          Für die Einstufung der Bevölkerungsgruppen sind Richtlinien herausgegeben. Zu den Bevölkerung-

          gruppen 1 bis 3 gehören auch: Professoren, Prominente in Kunst und Wissenschaft, Ärzte, Personen

          in leitenden Stellungen, Lehrer...Werdende und stillende Mütter erhalten vom 6. Monat an bis zum

          4. Monat nach der Geburt zusätzlich pro Monat 300 g Nährmittel, 300 g Zucker, 100 g Fett, außerdem

          ¼ Liter Milch täglich (>10.7.46)

22.10. ABZ; München, Dr. Ludwig Erhard (parteilos) wird bayr. Wirtschaftsmin. (>21.12.46)

23.10. Berlin, „Berliner Zeitung“ „Der Jugend muß geholfen werden“ „Eines der dringendsten Probleme…ist

          die Jugendfrage…Millionen blieben ohne geregelte Schule…Millionen verloren Heim und Eltern oder

          gerieten mit den KLV-Lagern in das Chaos der zusammenbrechenden Front…“  >verfolgte Schüler

24.10. SBZ; Dresden, der „Block antifaschistisch-demokratischer Parteien“, ev. Kirche und Gewerkschaft

          gründen die „Volkssolidarität gegen Wintersnot“ (>05.1946),

          SBZ; Großräschen, Verhaftung des 16jährigen als Werwolf verdächtigten ex-Hitlerjugendführers und

          Oberschülers Wolfgang Lehmann (11.1945 Einlieferung in das NKWD-Lager Ketschendorf, 1947

          Deportation zur Zwangsarbeit in sowjet. GULag’s, 1950 Entlassung in die DDR, Zimmermannslehre,

          1951-59 er erfüllt die politischen Kriterien sozialistischer Begabtenförderung, Fach- und Hoch-

          schulstudium in Cottbus, Dipl.-Ing., 1960 Republikflucht) (>17.2.47/ 29./30.1.51/ 27.4.2002),

          Norwegen; Hinrichtung von ex-Min.-Präs. Vidkun Quisling (am 10.9. zum Tode verurteilt)

25.10. ABZ; Nürnberg, der ex-Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley begeht Selbstmord,

          CSR, Benes-Dekret Nr. 108/1945 über die Konfiskation feindlichen Vermögens (>21./23.6.50/

          11.12.73/ 21.1.97/ 18.5.2002)

26.10. Berlin, Beginn der ,Aktion Storch’ - der Evakuierung unterernährter Berliner Kriegskinder in die BBZ

28.10. Bistum Berlin, Bischof v. Preysings „Hirtenwort zur religiösen Kindererziehung“ fordert kath. Schulen

          für kath. Kinder > verfolgte Schüler (>1.2.46/ 10.1949)

29.10. SBZ; Sachsen, 1.Verordnung zur Enteignung von Industriebetrieben „...zur Sicherung der Demokratie

          und des Friedens beschließt die Landesverwaltung Sachsen, die dem Kriegsverbrecher Flick gehören-

          den und in...Sachsen gelegenen Unternehmungen...zu enteignen...Die Überführung in das Eigentum

          des Landes erfolgt ohne Entschädigung...“ (bis 1948 kommt es in der gesamten SBZ zur Enteignung

          von ca. 9 981 Industrie- u. Handwerksbetrieben, Banken, Versicherungen, Läden, Restaurants usw.)

          (>30.10.45/ 8./10.6.46/ 18.4./ 24.11.47/ 8.2.49/ 2.3.90/ 20.9.90),

          SBZ; Gründung KPD-eigener „Zentrale Druckerei-, Einkaufs- und Revisionsgesellschaft mbH" (später

          SED-eigene Vereinigung Organisationseigener Betriebe VOB Zentrag die mit über 90 Druckereien ca.

          70% gedruckter und 1947 mit der DEFA 100% gefilmter DDR-Propagandakapazität besitzt) (>17.5.46/

          4.11.47/ 1971/ 16.3.78/ 31.5.90)

30.10. Alliierter Kontrollrat, Gesetz Nr. 4 zur „Umgestaltung des deutschen Gerichtswesens“, u.a. „Zwecks

          Durchführung der Umgestaltung des deutschen Gerichtswesens müssen alle früheren Mitglieder der

          Nazi-Partei, die sich aktiv für deren Tätigkeit eingesetzt haben, und alle anderen Personen, die an den

          Strafmethoden des Hitler-Regimes direkten Anteil hatten, ihres Amtes als Richter oder Staatsanwalt

          enthoben werden u. dürfen nicht zu solchen Ämtern zugelassen werden.“ (>28.6.50/ 8.2.51/ 25.8.51/

          2.10.54/ 27.1.56/ 18.1.60/ 4.5.60/ 13.6.61/ 21.3.62/ 14.5.62),

          SBZ; SMAD-Befehle Nr. 124 u. 126 (Haager Landkriegsordnung HLKO Art. 48 u. 53 verletzend) über

          Beschlagnahme u. provisorische Übernahme einiger Eigentumskategorien (entschädigungslos enteig-

          net/beschlagnahmt wird, z.T. mit „Sequesterkommissionen“, Eigentum des Reiches und Preußens,

          verbotener Organisationen, Eigentum von NSDAP-Amtsleitern, führenden Mitgl. und einflußreichen

          Anhängern sowie u.a. Eigentum der Personen die vom sowjet. Militär durch besondere Listen oder auf

          andere Weise bezeichnet werden (insges. ca. 7 000 Betriebe, ca. 4 500 werden in der SBZ demontiert

          u. in die UdSSR abtransportiert, zusammen mit 11 800 km Eisenbahnschienen - zum Vergleich: in den

          Westzonen sind es ca. 670 Betriebe. Für 213 Betriebe wird die UdSSR neuer Eigner („sozialistische

          Arisierung“), sie heißen Sowjet. Aktiengesellschaften - wie z.B. die SAG Wismut zum Abbau 1 000er t

          Uran für sowjet. Atomwaffen - sie werden 1953/54 für ca. M 2 550 000 000 DDR-Kapitalbeteiligung zu

          Sowjet.-Dt. Aktiengesellschaften z.T. zurückgekauft, 1991 erwirbt die Treuhand sowjet. Anteile der

          „weltgrößten Atommülldeponien“, dt. Steuerzahler zahlen zur Sanierung des nun zur GmbH gewandel-

          ten Unternehmens ca. DM 13 Mrd.) (>28.3.46/ 21.5.46/ 5.6.46/ 22.6.46/ 30.6.46/ 27.6.46/ 10.5.47/

          4.11.47/ 17.4.48/ 9.9.49/ 1.12.53/ 20.9.61/ 20.2.67/ 12.2.90/ 1.3.90/ 17.6.90/ 31.8.90/ 20.9.90/ 30.1.91/

          18.3.91/ 23.4.91/ 14.7.92/ 13.5.93/ 4.10.95/ 20.12.95/ 17.6.96/ 21.12.2000/ 18.9.2001/ 25.3.2002)

01.11. SBZ; 1.Ausgabe Zentrale Jugendausschuss-„Zeitschrift der Freien Deutschen Jugend  Neues Leben“

          (Ausschussvors. Erich Honecker erklärt damals in einer Ausschusssitzung u.a. „Liebe Jugendfreunde,

          ich glaube, es wird Zeit, daß wir uns organisieren. Ich habe schon Vorgespräche mit unseren sowjet.

          Freunden geführt. Ich habe mir auch schon überlegt, wie diese Organisation, die übrigens von vielen

          Jugendlichen stürmisch gefordert wird, heißen soll: Freie Deutsche Jugend…Frei wollen wir sein,

          deutsch und jung sind wir auch. Damit unsere Freunde von den Kirchen nicht abgestoßen werden,

          wollen wir auch keine rote Fahne. Ich denke, daß gegen eine blaue Fahne - blau ist doch die Fahne

          der evangelischen Kirche - mit aufgehender Sonne niemand etwas haben kann.“ > verfolgte Schüler,

          Bildungsdiskriminierung, deutsche Gerechtigkeit (>2./3.12.45/ 7.2.46/ 26.2.46/ 7.3.46/ 15.3.46)

    11. USA; New York, Gründung von CARE Cooperative for American Remittances to Europe (02.1946 wird

          die zweite Hilfsorganisation CRALOG Council of Relief Agencies Licensed for Operation in Germany

          ebenfalls von Kirchen, der Heilsarmee, Gewerkschaften u. Wohlfahrtsverbänden gegründet, bis 1960

          werden durch Spenden ca. 10 000 000 Pakete und 320 000 t Hilfsgüter nach Deutschland geschickt)

04.11. SBZ; Berlin, Gemeinsame KPD/SPD Kundgebung über die Demokratische Schulreform u.a. mit

          Wilhelm Pieck, Anton Ackermann, Franz Dahlem, Waldemar Schmidt, Elly Schmidt (alle KPD) sowie

          Gustav Dahrendorf, Hermann Harnisch, Käthe Kern, Max Kreuziger (alle SPD) sowie Vertretern der

          Lehrerschaft, der Zentralverwaltung für Volksbildung und LDP; es sprechen u.a. Eugen Hanisch alias

          Anton Ackermann (KPD) u.a. „Ebenso wie die demokratische Bodenreform…heute verwiklicht wird…

          werden wir auch das reaktionäre Bollwerk im Erziehungswesen in Trümmer legen…Wahrzeichen der

          deutschen Schule...war nicht mehr das Buch, das Wahrzeichen...war der Dolch der Hitler-Jugend...“-

          „In anderen Ländern gehört die Lehrerschaft in der Regel zu den freiheitlichsten u. fortschrittlichsten

          Kräften…Zum 1.Mai 1936 hat der NS-Lehrerbund eine stolze statistische Erhebung angestellt…in wie

          hohem Grade die Lehrerschaft Träger des Nazismus gewesen ist…10 500 Lehrer waren schon…ver-

          antwortlich in der HJ u. im Jungvolk, 3 500 in Stellungen vom Fähnleinfüher an nach oben…Niemals

          spürte das Kind in der deutschen Schule einen Hauch vom Sturm der Freiheit…höhere Bildung war...

          nicht Anrecht der Begabten aus allen Schichten...sondern Privileg der Reichen...dies reaktionäre

          Bildungsprivileg...soll aus der Welt geschafft werden…Was...religiöse Erziehung...anbelangt, sind wir

          der Meinung, daß dem Elternhaus...nicht der geringste Zwang angetan werden darf…“; Max Kreuziger

          (SPD, 1947 stellv. Leiter Schulabteilung der Zentralverwaltung für Volksbildung, SED, Stadtschulrat,

          1951 Verdienter Lehrer des Volkes) sagt u.a. „Die Kulturhöhe eines Volkes wird nicht bestimmt durch

          den Bildungsstand einer dünnen Oberschicht…“, kritisiert Forderungen nach Konfessionsschulen und

          sagt „Die Führer des Dritten Reiches und die scheusäligen Schlächter von Auschwitz, Majdanek und

          Belsen sind fast sämtlich durch…konfessionelle Schulen gegangen und viele ihrer Opfer…oft erschüt-

          ternde Beispiele von sittlicher Größe…haben nicht am Religionsunterricht teilgenommen.“ plädiert für

          eine Bildungsaspirationen dämpfende Oberschulen-Zulassungspolitik während Dr. Wilhelm Külz (LDP)

          für eine der Begabung entsprechende Bildung eintritt; G. Dahrendorf ruft zum Entschließungsvotum

          über den Aufruf vom 18.10. - es erfolgt ohne Gegenstimmen - und danach zum Abschlußgesang von

          „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!“ auf - der Grundstein für 45 Jahre weiterer dt. Gerechtigkeitslügen ist

          betoniert, Ergebnis mit CDU-/LDP-Blockparteien: verfolgte Schüler gebrochene Biografien, Einheits-

          schulzwang, Bildungsdiskriminierung (>03.1946/ 21./22.4.46/ 22.5.46/ 24.8.49/ 14.3.90/ 1./2.10.90),

          Ungarn; Parlamentswahl: Bauern-, Landarbeiter- u. Bürgerpartei 57%, Kommunisten 17% (>26.5.46)

06.11. SBZ; Gründung „Konzentration GmbH - Sozialdemokrat. Druckerei u. Verlagsbetriebe“ (>29.10.46),

          sowjet. verwaltetes Ostpreußen; Königsberg, Tag der Roten Armee, der von den Sowjets eingesetzte

          Bezirksbürgermeister u. Kommunist Hermann Matzkowski berichtete, die Sowjetsoldaten schienen

          sogar Erlaubnis zu jeder Art von Übergriffen erhalten zu haben. „Die Männer wurden verprügelt, die

          meisten Frauen vergewaltigt, so auch meine 71 Jahre alte Mutter, die zu Weihnachten starb.“

          Aleksandr Solschenizyn, sowjetischer Offizier in Ostpreußen schildert später in Preußische Nächte:

          „Zweiundzwanzig, Höringstraße. Noch kein Brand, doch wüst, geplündert.

           Durch die Wand gedämpft – ein Stöhnen: Lebend finde ich noch die Mutter.

           Waren’s viele auf der Matratze? Kompanie? Ein Zug? Was machte es!

           Tochter – Kind noch, gleich getötet. Alles schlicht nach der Parole:

           Nichts vergessen! Nichts verzeih’n! Blut für Blut! – und Zahn für Zahn.

           Wer noch Jungfrau, wird zum Weibe, und die Weiber – Leichen bald,

           Schon vernebelt, Augen blutig, bittet: Töte mich, Soldat!“(>1.5.46/ 06.46/ 4.1.49/ 13.2.74/ 22.2.2002)

09.11. ABZ; Bremen, Ankunft des vom geflüchteten Lübecker Abiturienten Herbert Frahm zum norweg. IMT-

          Berichterstatter gewandelten Major Willy Brandt (10.1944 in Schweden von der SAP zur Exil-SPD ge-

          wechselt besucht er Genossen, mit SPD-Bürgermeister Wilhelm Kaisen‘s Hilfe die Mutter in Lübeck u.

          beginnt eine einmalige Abiturientenkarriere ohne weitere Qualifikationen) (>14.11.45/ 17.1.47/ 1.2.48/

          1.7.48/ 3.10.57/ 7.10.65/ 1.12.66/ 28.9.69/ 10.12.71/ 21.1.99) (ein anderer IMT-Berichterstatter ist der

          sowjet. Kontrolloffizier Mark F. Wolf u. spätere MfS-Generaloberst) (>15.12.52),

          polnisch verwaltetes Vorpommern; Stettin, „Bekanntmachung an die deutsche Bevölkerung der Stadt

          Szczecin Alle Deutsche, die in Szczecin wohnenund die Absicht haben, die polnische Republik zu ver-

          lassen, können in der nächsten Zeit mit der Bahn abfahren…Die Fahrt bis Greifswald ist frei. Jeder

          Umsiedler kann 59 kg Gepäck mitnehmen…Alle, die auswandern möchten, sollen sich anmelden in

          der Stadtverwaltung…Der erste Zug geht in der Zeit zwischen dem 15. und 20. November 1945…

          gez. Prezydent Miasta Szczecina inz. Piotr Zaremba“

9.11./21.12. Frankreich; Paris, Reparationskonferenz mit Albanien, Australien, Ägypten, Belgien, Dänemark,

          Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Indien, Jugoslawien, Kanada, Luxemburg, Neuseeland,

          Niederlande, Norwegen, Südafrika, Tschechoslowakei u. USA (ohne UdSSR u. Polen) (>14.1.46)

10.11. ABZ; Kronberg/Taunus, Päpstliche Mission für Flüchtlinge eröffnet (>16.5.46)

12.11. USA; „TIME“ veröffentlicht mit Überschrift „Sünde ihrer Eltern“ ein Bild dreier deutscher Waisenkinder

          aus Danzig und berichtet „Diese drei deutschen Kinder büßen für die Sünden, die ihre Eltern vielleicht

          begingen. Weggejagt aus einem polnischen Waisenhaus in Danzig, wurden sie in vollgestopften Vieh-

          wagen nach Deutschland ohne ärztliche Betreuung und beinahe ohne Lebensmittel zurückgeschickt.

          Die Polen, deren Kinder vor gar nicht langer Zeit ähnlich aussahen, sind dabei, sämtliche Kranken-

          häuser von Deutschen zu säubern, egal wie krank sie sind. Der Junge, links, ist 9 Jahre alt und wiegt

          18 Kilo und ist zu schwach, um zu stehen. Der Junge in der Mitte ist 12 und wiegt 21 Kilo. Seine

          Schwester, rechts, ist 8 und wiegt 17 Kilo.“  > verfolgte Schüler

13.11. USA; „New York Times“ schreibt zu Vertreibungen u.a. „Wenn die alliierten Staatsmänner sich hätten

          vorstellen können, wie schwer diese wandernde Masse hilfloser Menschen auf sie selbst zurück-

          schlüge, dann würden sie nicht so leichtherzig die moralische und historische Verantwortung für die

          unmenschlichste Entscheidung übernommen haben, die jemals von Regierungen, die für die

          Verteidigung der Mcnschenrechte eintreten, getroffen wuirde."

15.11./ 13.12. ABZ; amerik. Militärtribunal fällt im 1.Dachau-Prozeß gegen Martin Gottfried Weiß und 39 KZ-

          Lagerpersonal 36 Todesurteile (es folgen weitere AMT-Dachau-Prozesse aber nicht ein deutscher)

16.11. Schweiz; „Die Weltwoche“ „Aus einem toten Land“ informiert mit Beispielen über „leergeplünderte

          Städte, Pestdörfer, Öde, unbestellte Felder, leichenbesäte Straßen…“ im poln. verwalteten Schlesien

19.11. ABZ; Denkschrift der Generale: „Das Deutsche Heer von 1920-1940“(!!) von Generalfeldmarschall

          Walther v. Brauchitsch, Generalfeldmarschall Erich v. Manstein, Generaloberst Franz Halder, General

          Walter Warlimont u. General Siegfried Westphal für Nürnberger OKW-Prozeß gegen Wilhelm v. Leeb

          und andere verfasst um „darzulegen, daß das Heer gegen Partei und SS eingestellt gewesen sei,

          nahezu alle wichtigen Entscheidungen Hitlers missbilligt u. gegen Kriegsverbrechen opponiert habe...“

          und verharmlost die Rolle von OKW und OKH im 2.Weltkrieg. („Nicht einer der Verfasser habe sich

          der Verantwortung für sein eigenes Handeln oder Unterlassen gestellt. Dennoch erhoben sie den

          Anspruch, mit ihrer Darstellung eine Pflicht gegenüber den Soldaten des deutschen Heeres zu erfüllen

          u. verbanden ihr Anliegen mit Kritik am militärischen Widerstand gegen Hitler.“ schreibt Militärhistoriker

          Manfred Messerschmidt später; Kunrat v. Hammerstein schreibt „Die Heerführer des 2.Weltkrieges…

          tragen aufgrund ihrer umfassenden Kenntnis der Lage, ihrer Erziehung und ihrer Stellung für das

          Schicksal ihres Volkes eine sehr schwere Verantwortung, die sie nicht auf Hitler abwälzen können.

          Deshalb sollte man keinen Heerführermythos erfinden, um ausgerechnet den Aufbau der neuen

          Wehrmacht zu fördern.“), etliche militär. Führungsschichtangehörige darunter 35 Generale d. Heeres,

          6 Generale d. Luftwaffe, 8 Admirale, 13 Generale d. Waffen-SS u. 5 Generale d. Polizei begingen bei

          Kriegsende Selbstmord (>30.12.47/ 24.8.49/ 19.12.49/ 5./11.10.50/ 8.11.50/ 11.1961/ 24.11.67)

20.11. Alliierter Kontrollrat verabschiedet Plan zur Umsiedlung aus Österreich, Tschechoslowakei, Ungarn u.

          Polen ausgewiesener Bevölkerung in die 4 Besatzungszonen - betroffen sind 6 650 000 Deutsche

          (>22.12.45/ 14.2.46/ 22.2.50/ 6.7.50/ 7.6.63),

          CSR; Abzug aller amerik. und sowjet. Truppen (>5.5.46/ 24.10.46)

20.11./1.10.46 ABZ; Nürnberg, IMT-Hauptkriegsverbrecher-Prozeß gegen Hermann Göring, Wilhelm Keitel,

          Karl Dönitz, Martin Bormann (in absentia), Dr. Hans Frank, Dr. Wilhelm Frick, Hans Fritzsche, Rudolf

          Heß, Dr. Walther Funk, Alfred Jodl, Dr. Ernst Kaltenbrunner, Dr. Gustav Krupp v. Bohlen u. Halbach

          (verhandlungsunfähig), Konstantin v. Neurath, Franz v. Papen, Erich Raeder, Joachim v. Ribbentrop,

          Alfred Rosenberg, Fritz Sauckel, Dr. Hjalmar Schacht, Baldur v. Schirach, Dr. Arthur Seyß-Inquart,

          Albert Speer u. Julius Streicher („etwa ein Dutzend evangelisch u. vier römisch-katholisch“); die Chef-

          ankläger: Robert H. Jackson (USA) - sein Eröffnungsplädoyer u.a. „Die Untaten, die wir zu verurteilen

          und zu bestrafen suchen, waren so ausgeklügelt, so böse und von so verwüstender Wirkung, daß die

          menschliche Zivilisation es nicht dulden kann, sie unbeachtet zu lassen, sie würde sonst eine Wieder-

          holung solchen Unrechts nicht überleben.“, Sir Harley Shawcross (GB), Roman Rudenko (UdSSR) u.

          Francoise de Menthon (F), der französ. Hilfsankläger Pierre Mounier wirft im Eröffnungsplädoyer den

          auch wg. Massendeportationen Angeklagten vor „Solche Deportationen verletzen die internationalen

          Konventionen, insbes. Art. 46 der Haager Landkriegsordnung…, die Kriegsgesetze und Gebräuche,

          die allgemeinen Grundsätze des Strafrechts, wie sie sich aus den Strafgesetzen aller zivilisierten

          Nationen herleiten, die Strafgesetze jener Länder, in denen solche Verbrechen verübt wurden und

          Artikel 6b des Statuts.“; die Richter: Sir Geoffrey Lawrence (GB), Francis A. Biddle (USA), Iola T.

          Nitischenko (UdSSR), Henri Donnedieu de Vabres (F) (nach 216 Verhandlungstagen in denen 236

          Zeugen gehört u. 38 000 eidesstattliche Versicherungen entgegengenommen werden endet der

          Prozeß) (>22.12.45/ 19.1.46/ 3.5.46/ 8.5.46/ 30.9.46/ 18.7.47/ 12.11.48/ 17.9.52/ 30.1.97)

23.11. bei seinem Verhör erklärt der 15jährige Sohn von KZ Mauthausen-Kommandant Franz Ziereis: „Zu

          meinem Geburtstag hat mir mein Vater 40 Häftlinge zur Verfügung gestellt, um mich das Schießen zu

          lehren. Ich schoß, bis alle Häftlinge tot auf dem Boden lagen…“,

          SBZ; Dresden, der jüd. „weil sie ihm in der Zeit der Verfolgung nicht einen Schimmer von Hoffnung“

          gab am 18.8. aus der ev. Kirche ausgetretene Prof. Victor Klemperer (Zitat 1933: „Ganz Deutschland

          zieht Hitler den Kommunisten vor. Und ich sehe keinen Unterschied zwischen beiden Bewegungen…

          Beide sind materialistisch u. tyrannisch, beide mißachten die Freiheit des Geistes u. des Individuums“

          und 1945: „65 Millionen glauben genau das was man ihnen sagt und weitere 4½ Millionen fügen sich

          gleichgültig, skeptisch, resigniert in alles, heuto so und morgen so. Und wer die ½ Million ist, unter der

          ein Dutzend zur Herrschaft kommen, und wer das Dutzend ist – das weiß nur – wer, wer?“) wird

          KPD-Mitgl., erhält eine Professur u. wird Abendgymnasiums- u. Volkshochschulleiter (1946 SED,

          Landesleitung Kulturbund, 1947 Professor Uni. Greifswald, 1948 Professor Uni. Halle, Zentralvorst.

          Gesellschaft für dt.-sowjet. Freundschaft, 1950-58 AdV, Mitgl. im Ausschuß für Volksbildung, 1951

          Zentralvorst. Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Professor Humboldt-Uni. Berlin, 1953 Mitgl.

          Akademie der Wissenschaften, 1956 Vaterländ. Verdienstorden. Prof. K. bezeichnete den Ausschluß

          jüd. Schüler von dt. Schulen als „eine der ruchlosesten Taten der NSDAP“; den Ausschluß christl.

          Schüler von dt. Schulen war für SED-Genosse Klemperer nie „eine der ruchlosesten Taten der SED“

          und war damit früh auf der Linie späterer cDU-Akademiker à la Dr. Kohl, Dr. Krause, Dr. de Maizière,

          Dr. Merkel, Dr. Schäuble und von Bundestag, Bundesverwaltungs- und Bundesverfassungsgericht die

          DDR-Bildungsdiskriminierung weder als eine der „ruchlosesten Taten der SED“ definierten noch dem-

          entsprechend tätig wurden bzw. urteilten) deutsche Gerechtigkeit, > verfolgte Schüler (>10.7.51)

25.11. besetztes Österreich; 1.demokr. Parlamentswahl: ÖVP 49%, SPÖ 44%, KPÖ 5% (>14.8.49/ 9.8.50)

30.11. Kontrollratsgesetz Nr. 9 über Beschlagnahme und Kontrolle des Vermögens der IG Farbenindustrie

          (in westl. Besatzungszonen folgt Entflechtung der IG Farben in BASF, Bayer und Hoechst),

          ABZ; München, FDP-Gründung, Vorsitz. ist Dr. jur. Thomas Dehler (>11.12.48)

01.12. SBZ; Volkszählung, Wohnbevölkerung insges. 16 194 626; von den 1 268 000 Menschen von 18 - 25

          Jahren sind 75% weiblich, von den 25% männl. jungen Menschen war über 1/3 Kriegsverwundete

2./3.12. SBZ; Anna-Magdalena-Bach-Schule Pankow, 1.Delegierten-Treffen der antifaschistischen Zentralen

          u. Landesjugendausschüsse (Motto: „Das Leben ruft die Jugend“) berät „weiteren Weg zur Schaffung

          einer einheitlichen demokratischen Organisation der Jugend“; E. Honecker vor Jugendausschuss-

          Leitern u.a.: „Die Verschiedenartigkeit des Glaubens u. des weltanschaulichen Bekenntnisses sind für

          uns kein Grund zu Trennung. Wir sind auf diesem Gebiet für volle Toleranz.“ (einem Mitarbeiter sagt

          E. Honecker u.a. „Wir sind Kommunisten und müssen leider unsere Wünsche den Erfordernissen der

          politischen Situation anpassen. Eine Arbeiterjugendsorganisation würde bedeuten, daß wir noch mehr

          Jugendorganisationen zulassen müssen…Wir müssen an die ganze Jugend heran und denken gar

          nicht daran, einen Teil der Jugend den bürgerlichen Kreisen zu überlassen.“)  > verfolgte Schüler

          (>7.3.46/ 8./10.6.46)

04.12. Groß-Berlin, ev. Bischof Dr. Otto Melle erklärt seine poltische Haltung im Dritten Reich u.a. mit „Ich

          war nie NSDAP-Mitglied…die Bekennenden Kirchen machten nur 20-23% der ev. Christen aus…im

          Blick auf meine Rede an der WPC…die damalige Situation unterschied sich…Sollen wir Staatsmänner

          von heute nach ihren vor 8 oder 10 Jahren gehaltenen Reden beurteilen?...“ (einer von denen verlangt

          später: „Es muß das Recht auf Korrektur früheren Verhaltens geben") (>31.8.46)

06.12. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 162 über Teilnahmer an Neulehrer-Kursen (einige wie Gerda v. Billerbeck,

          Helga Kaiser, Armin Neufeld, Karl Roth waren im Nationalsozialismus politisch verfolgte Schüler)

07.12. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 163 über die Nachforschung über Bürger der Vereinten Nationen

08.12. SBZ; Dt. Verwaltung für Volksbildung beginnt bildungspolit. Sowjetisierung mit im Namen von GenLt

          Pjotr W. Solotuchin’s SMAD-Abt. Volksbildung „Grundlegende Hinweise über die Zulassung zum

          Studium an Universitäten und Hochschulen“ u.a. durch Notabitur-„Vorstudienanstalten“ mit vielfach

          überschrittenem 40% KPD/SED-Teilnehmer-Mindestsoll (Vorläufer der 1949 gegründeten Arbeiter- u.

          Bauernfakultäten mit Abiturabschluß nach 3 Jahren für oft von FDGB-Betriebsgewerkschaftsleitungen

          der VEB u. Kaderkommissionen ausgesuchte Arbeiter u. Bauern; sie „hatten einen wesentlichen Anteil

          an der Herausbildung einer sozialistischen Intelligenz“, viele schliessen ca. 1963) > verfolgte

          Schüler, Bildungsdiskriminierung (>03.1948/ 12.1948/ 31.3.49/ 22./26.8.49/ 14.3.50/ 12.7.62)

10.12. SBZ; Brandenburg, Verwaltungspräs. Dr. jur. Karl Steinhoff’s (SPD) Erlass u.a. „Alle Sonderschulen

          weltanschaulicher oder religiöser Art sind verboten…Schulräte haben die persönliche Verantwortung

          …gelegentlich Nachprüfungen im Sinne dieses Runderlasses vorzunehmen.“  > verfolgte Schüler

          (auch das Dritte Reich propagierte „Adolf Hitlers Jugend geht in die Gemeinschaftsschule“, Dr. S. wird

          1946 SED-Mitgl. u. Min.Präs. Brandenburg, 1948-49 im nicht gewählten Volksrat, 1949-52 DDR-

          Innenmin., Vopo-Chef, 1950-54 SED-ZK, 1950 Zeugen Jehova-Verbot, 1952-55 Prof. HU Berlin)

          (>6.12.46/ 5./7.6.47/ 24.1.49/ 10.10.49/ 8.2.50/ 13.7.50/ 31.8.50)

14./16.12. BBZ; Bad Godesberg, 1.cDU-Reichstagung unter Präsidium von Dr. Leo Schwering, Karl Arnold,

          Erich Köhler, Lambert Lensing (deutsches Christentum und christliche Solidarität manifestieren sich

          nach 1990 in der Behandlung christlicher verfolgter Schüler durch die Regierung des kath. cDU-

          Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl) (>5.2.46/ 3.2.47/ 28.7.50/ 17.8.90),

          Belgien; Christkönig- und Wallonische Legion-Gründer SS-General Léon Degrelle wird in Abwesen-

          heit zum Tode verurteilt (Caudillo General Francisco Franco gewährt ihm in Spanien Asyl)

16.12. ABZ; Hof, Ankunft von 650 - am 13.12. per Bahn aus der CSR vertriebenen Deutschen, 94 von

          ihnen, davon 22 Kinder, überlebten die Reise in den ungeheizten Waggons nicht

16.12./26.12. UdSSR; Moskau, Interimstreffen des Rates alliierter Außenminister

17.12. Alliierter Kontrollrat (General Georgi K. Shukow, UdSSR/ General Joseph T. McNarney, USA/ Feld-

          marschall Bernard L. Montgomery, GB/ Generalleutnant Louis Koeltz, F) erlässt Direktive Nr. 23 zur

          „Beschränkung und Entmilitarisierung des Sportwesens in Deutschland" (>15./17.3.51- SV Vorwärts),

          SBZ; SMAD-Anweisung zur Ausbildung „antifaschistischer“ Volksrichter (Beginn ab 1.2.46, u.a. für den

          kommunist. Buchdrucker Josef Streit) (>2.6.47/ 16.7.49/ 11.5.51/ 1.3.60/ 13.6.61/ 24.1.62/ 16.11.95)

20.12. Alliierter Kontrollrat erlässt Gesetz Nr. 10 zur „Bestrafung von Personen, die sich Kriegsverbrechen

          (Gewalttaten oder Vergehen gegen Leib, Leben oder Eigentum), Verbrechen gegen Frieden oder

          gegen Menschlichkeit schuldig gemacht haben“, Art. II,1. Jeder der folgenden Tatbestände stellt ein

          Verbrechen dar: a) Verbrechen gegen den Frieden b) Kriegsverbrechen c) Verbrechen gegen die

          Menschlichkeit…Verfolgung aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen, ohne Rücksicht

          darauf, ob sie das nationale Recht des Landes, in welchem die Handlung begangen worden ist,

          verletzen.“ (mit Verjährungsausschluß! Art. II,1.c) wird seither von allen regierenden Parteien und

          Justizbehörden beider deutscher Staaten wissentlich ignoriert)  > verfolgte Schüler (>9.2.48/ 13.9.48/

          1.1.50/ 22.3.50/ 5.12.52/ 1.9.64/ 28.1.72/ 17.8.90/ 31.8.90/ 6.9.90/ 2.10.90),

          SBZ; 1.Tagung „Sechziger-Ausschuß“, je 16 Mitglieder des ZA der SPD: u.a. Grotewohl, Dahrendorf,

          Fechner, Lehmann u. des ZK der KPD: u.a. Pieck, Ulbricht, Ackermann, Dahlem. O. Grotewohl (SPD)

          trägt u.a. M. Fechner’s (SPD) Schreiben an W. Ulbricht (KPD) „die ersehnte Einheitsorganisation der

          Arbeiterklasse zu schaffen“ vor, Entschließung: „Die Erweiterung und Vertiefung der Aktionseinheit

          soll den Auftakt zur Verwirklichung der politischen u. organisatorischen Einheit der Arbeiterbewegung,

          d.h. zur Verschmelzung der SPD und der KPD zu einer einheitlichen Partei bilden. Auch über den

          Weg zur Schaffung der Einheitspartei konnte nach lebhafter u. kameradschaftlicher Aussprache weit-

          gehende Übereinstimmung erzielt werden...Die Einheitspartei wird eine unabhängige deutsche

          sozialistische Partei sein...“ (>15.1.46)

    12. ABZ; Philosophisch-Theologische Hochschule Freising, kath. Polizeibeamtensohn Joseph Ratzinger

          beginnt Weihnachten das Studium (1947 legt er das Abitur am Chiemsee-Gymnasium Traunstein ab,

          für Mitglieder nationalsozialistischer Jugendorganisationen legt der Vatikan andere Kriterien an als für

          Mitglieder sozialistischer Jugendorganisationen, 1953 Promotion, 1957 Habilitation, 1977 Berufung

          zum Kardinal) (>28.7.50/ 29.6.51/ 20.12.85/ 8.10.88/ 29.12.2000/ 5.2.2001)  > verfolgte Schüler,

          SBZ; Eisenach, 33 Jugendliche (Schüler, Lehrlinge – die Jüngsten 15 J.) werden als „Werwolf-

          Verdächtige“ verhaftet, ein sowjet. Militärtribunal (SMT) verurteilt die Jugendlichen im Namen der

          Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken willkürlich zu Todes- bzw. hohen Freiheitsstrafen, von acht

          ist bekannt, daß sie erschossen wurden, vierzehn sterben im Gefängnis Weimar  > verfolgte Schüler,

          West-Berlin, Gründung gemeinsamen amerik.-brit.-franz. Reiseamtes Combined Travel Board (später

          Alliiertes Reiseamt/Allied Travel Office) zur Kontrolle der Paßhoheit im besetzten Deutschland - später

          für temporäre Reisedokumente für „demokratisch aussehende privilegierte kommunist. Reisekader

          des international häufig nicht anerkannten DDR-Unrechtsstaates) (>21.10.49/ 09.1961/ 26.3.70)

22.12. Ungarn; MinPräs. Zoltán Tildy’s Verordnung Nr. 12330 über Umsiedlung der ungarndt. Bevölkerung

          nach Deutschland (u.a. kommen Joschka Fischers Eltern Joszef u. Elisabeth in die ABZ) (>03.1965)

29.12./5.1.46 SBZ; Wittenberge, Beginn einer Verhaftungswelle von 29 Schülerinnen und Schülern von 12 -

          18 Jahren (nach Folterung werden Klaus Adlung, Walter Andresen, Alfred Braband, Gisela Dohrmann

          (15jährig), Bruno Flügge, Irmgard Flügge, Horst Henning, Horst Hinze, Günter Holz, Arthur Jüngling,

          Anneliese Ilgeroth, Horst Klepel, Karin Klinger, Ursula Klinger, Herbert Klisch, Berta Milcke, Günter

          Milcke, Horst Neuendorf, Horst Peters, Hans Schoof, Günter Schulz, Helga Stubbenhagen, Bernhard

          Tittel, Egon Teichmann, Erich Radke, Bodo Wegner, Hans Wegner, Hans Werner u. Fritz Werner am

          9.2.46 von Sowjet. MilitärTribunal Brandenburg in Geheimprozeß wg. Verbrechen nach Art. 58-2/11

          des sowjet. StGB - Ablehnung antifaschistischer Jugendorganisation und Bildung einer konter-

          revolutionären Organisation - verurteilt - 7 Jugendliche zum Tode (3 Urteile werden vollstreckt) u. 21

          Jugendliche zu je 10 Jahren u. ein Schüler zu 7 Jahren Arbeitslager (er verhungert im NKWD-Lager

          Sachsenhausen, Gisela Dohrmann kommt nach 4 Jahren Haft in Brandenburg/Havel, Perleberg, Alt-

          Strelitz und im Lager Sachsenhausen frei)  > verfolgte Schüler (>14.1.50/ 7.2.95/ 4.10.2002),

          SBZ; von den im Januar ’45 an den Universitäten Berlin, Jena, Halle, Leipzig, Greifswald und Rostock

          tätigen 1 260 Professoren der NS-Zeit sind 931 in die westlichen Besatzungszonen abgewandert

1946

03.01. SBZ; Wilhelm Pieck’s (KPD) 70.Geburtstag mit Kundgebungen für die antifaschistisch-demokratische

          Einheit; Otto Grotewohls (SPD) Grußadresse u.a. „...so haben wir etwas...von Herzen Kommendes zu

          überreichen, nämlich Dir, lieber Wilhelm Pieck, einen Händedruck, der nicht nur für heute Bedeutung

          haben soll...diese Hände, die sich heute hier gegenseitig ergriffen haben, werden niemals wieder ge-

          löst werden...Garanten dafür sein, daß die Einigkeit der Arbeiterklasse niemals mehr gestört wird...Blut

          will zu Blut.“ (>19.4.46/ 21./22.4.46/ 3.1.48)

05.01. polnisch-sowjet. verwaltete dt. Ostgebiete; NKWD-Lager Landsberg/Warthe wird aufgelöst, ca. 3 000

          Häftlinge starben, Überlebende kommen in das NKWD-Lager Nr. 2 Buchenwald (>15.1.50)

07.01. BBZ; Opladen, FDP-Gründung, Vorsitz. ist Franz Blücher (>11.12.48)

12.01. Alliierter Kontrollrat, Direktive Nr. 24 zu „Entfernung von Nationalsozialisten und Personen, die den

          Bestrebungen der Alliierten feindlich gegenüber stehen, aus Ämtern u. verantwortlichen Stellungen…

          Personen, die aus öffentlichen Ämtern entfernt werden, haben keinen Anspruch auf Ruhegehälter

          oder andere Beamtenrechte.“ (>12.10.46/ 11.5.51),

          SBZ; Max Fechner (SPD): „Es wird in anderen Teilen Deutschlands als selbstverständlich vorausge-

          setzt, daß die SPD im russischen Okkupationsgebiet nicht frei und unabhängig in ihren Entschlüssen

          sei. Wir versichern dagegen, daß diese Annahmen auf böswilligen Informationen beruhen, die...offen-

          sichtlich...die Einheit der Arbeiterklasse (verhindern sollen)“

14.01. Frankreich; Paris, Albanien, Australien, Ägypten, Belgien, CSR, Dänemark, Frankreich, Griechenland,

          Großbritannien, Indien, Jugoslawien, Kanada, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Süd-

          afrika, USA unterzeichnen Pariser Reparationsabkommen zur Raubgold-Rückgabe und Gründung der

          Inter-Allied Reparation Agency zur „Aufbringung und ordnungsmäßigen Verteilung der Reparationen“

          (ca. $ 517 000 000 - XX 000 000 000 ??? ; das deutsche Volk beginnt für furchtbare Verbrechen zu

          zahlen, die unter Leitung des NS-Führerkorps, welches es z. Zt. seiner Erfolge offen gebilligt hat und

          dem es blind gehorcht hat, begangen wurden. Dummes Volk - gutes Volk) (>8.7.47/ 27.2.53),

          Gesetz des Alliierten Kontrollrats erlaubt Verpflichtung von Frauen für Enttrümmerungsarbeiten

          („Trümmerfrauen“ erhalten in der SBZ RM 1,08 Stundenlohn - „Trümmermänner“ RM 1,20) (>10.7.46)

15.01. SBZ, Berlin, 1.Studienkommission-Beratung zur Vorbereitung sozialistischer Einheitspartei, KPD-

          Kommissionäre: Pieck, Ulbricht, Ackermann, Dahlem, SPD-Kommissionäre: Grotewohl, Dahrendorf,

          Fechner, Lehmann. Erste Maßnahme ist Gründung gemeinsamen Verlages für „Einheit - Monatsschrift

          zur Vorbereitung der Sozialistischen Einheitspartei“ (>8.2.46/ 05.1946),

          Tibet; Lhasa, nach Flucht aus ca. 4½ jähriger brit. Internierung in Indien treffen die Bergsteiger Peter

          Aufschnaiter und Heinrich Harrer hier ein (bis 1950 arbeiten sie für Regierung und Dalai Lama, dann

          fliehen sie vor den chines. Truppen aus Tibet. Der Film „Sieben Jahre in Tibet“ mit Brad Pitt behandelt

          das Thema wie auch NSDAP-Mitgl. Nr. 6 307 081 Harrer’s gleichnamiges Buch) (>7.10.50/ 17.10.50)

15./29.1. UdSSR, Minsk, SMT verurteilt u.a. Wehrmachtgenerale Gottfried v. Erdmannsdorff, Johann Richert

          Eckart v. Tschammer und Osten, Wehrmachtoffiziere Reinhard Moll, Carl Languth, Polizeioffiziere

          Ernst Falk, Georg Weißig, Bruno Mittmann, SS-Führer Eberhard Herf, Franz Hess, Hans Koch und die

          Sonderführer August Bittner und Rolf Buchard wg. Kriegsverbrechen zum Tode (sie werden am 30.1.

          vor ca. 100 000 Zuschauern öffentlich gehängt)

17.01. Alliierter Kontrollrat, Befehl Nr. 3 zu Meldepflicht aller Frauen von 15-60 u. Männer von 14-65 Jahren,

          Großbritannien; London, erstes Treffen des UN-Sicherheitsrates

18.01. Bischof von Berlin Graf v. Preysing’s Leumundszeugnis (Persilschein) für Dr. jur. Hans Globke u.a.

          „Herr Ministerialrat Dr. Hans Globke ist mir persönlich bekannt. Ich achte ihn als einen überzeugten

          katholischen Christen, dessen Leben und Handeln von den Grundsätzen des katholischen Glaubens

          bestimmt war. Er hat die Gefahren u. Irrtümer des Nationalsozialismus richtig eingeschätzt und verur-

          teilt…war stets bemüht, Übergriffe, Ungerechtigkeiten u. Gewaltakte…zu verhindern…ist allen Nicht-

          beteiligten unbekannt…was die Juden in Deutschland Herrn Dr. G. zu verdanken haben.“ (>10.1949)

19.01. Jugoslawien fordert die Umsiedlung der restl. deutschen Minderheit nach Deutschland (>31.12.51)

21.01. SBZ; Dt. Zentralverwaltung f. Volksbildung gründet Kommission zur demokratischen Erneuerung des

          Geschichtsunterrichts, um auf NKFD-Unterrichtsplänen nun mit Historikern wie Prof. Dr. Fritz Hartung,

          Prof. Dr. Friedrich Baethgen u. Pädagogen wie Prof. Dr. Heinrich Deiters (1948 Autor „Die Schule der

          demokratischen Gesellschaft“), Dr. Wilhelm Heise u. Karl Sothmann unter ex-NSDAP-, NKFD- und

          nunmehrigen KPD-Mitgl. Dr. Ernst Hadermann das „neue Geschichtsbild“ zu vermitteln (>20.10.51)

22.01. Kurdische Republik von Mahabad im sowjet. besetzten Norden des Iran gegründet (>5.5.46)

26./27.1. SBZ; Sachsen, 1.FDGB-Landeskonferenz-Appell „Schafft einheitliche marxistische Arbeiterpartei"

          (>21./22.4.46)

26.1./3.2. UdSSR; Riga, SMT verurteilt mehrere hohe deutsche Offiziere wg. Kriegsverbrechen zum Tode

29.01. SBZ; Berlin, Wiedereröffnung der Friedrich-Wilhelm-Universität (am 3.2.49 in Humboldt-Uni. umbe-

          nannt u. als spätere DDR-Kaderschmiede bekannt), Paul Wandel (KPD) dankt in seiner Rede „vor

          allen Dingen Generalleutnant Smirnow und Herrn Solotuchin, Leiter der Volksbildungsabt. bei der

          Sowjetischen Militärverwaltung.“ (Prof. Konstantin Mitropolski leitet die Abt. Schule der Volksbildungs-

          abt. und Major Pjotr Nikitin die Abt. Hochschulen und Wissenschaft der Volksbildungsabt.)

          Bildungsdiskriminierung  > verfolgte Schüler (>15.2.46/ 10.1.47)

30.01. Alliierter Kontrollrat erläßt Gesetz Nr. 11 zur Aufhebung einzelner Bestimmungen des dt. Strafrechts,

          ABZ, BBZ, FBZ; Kanzelverkündigung kath. Bischöfe zu Vertreibungen u.a. „Wir kath. Bischöfe können

          nicht länger schweigen zu dem furchtbaren Lose der mehr als 10 Millionen Ostdeutschen, deren Vor-

          fahren größtenteils schon vor 700-800 Jahren im ostdeutschen Raum angesiedelt u. den Boden urbar

          gemacht haben…Alle diese Menschen sind mit gewaltsamer Vertreibung aus ihrer angestammten

          Heimat bedroht, ohne daß sie ihr Hab und Gut mitnehmen können, ohne daß ihnen in West-

          deutschland eine ausreichende und menschenwürdige Existenz gegeben werden könnte. Millionen

          sind schon von diesem entsetzlichen Schicksal ereilt…Die Austreibung ist mit furchtbarer Brutalität,

          unter Nichtachtung aller Menschlichkeit erfolgt….“ (US-Gen. Lucius D. Clay verweigert Weiterleitung

          einer entsprechenden Denkschrift an den amerikan. Präsidenten H. Truman) (>20.11.45)

01.02. Groß-Berlin, Interalliierte Berlin Kommandantur Order Nr. (46) 77 betr.: Privatschulen genehmigt be-

          stehenden u. bereits eröffneten Privatschulen wie der katholischen Theresienschule Berlin-Weißensee

          ihre Tätigkeit fortzusetzen (hunderte auch ev. Schülerinnen legen ohne Bildungsdiskriminierung auf

          dieser einzigen Privatschule der DDR bis 1990 ihr Abitur ab)  > verfolgte Schüler (>13.11.47/

          10.1949/ 28.7.50)

05.02. BBZ; cDU-Rheinland, Dr. K. Adenauer löst Dr. L. Schwering als Landesvorstand ab (20./22.10.50)

07.02. SBZ; Berlin, KPD-ZK- und SPD-ZR-Vertreter vereinbaren „Ziele…einheitlichen Jugendorganisation“,

          West-Berlin; Gründung von DIAS (Drahtfunk im amerik. Sektor), Übertragung über Tel. Nr. 23 o. LW,

          (9.46 in RIAS (Rundfunk im amerik. Sektor) „Eine freie Stimme in einer freien Welt“ umbenannt und

          auf MW trotz vieler Störsender fast „Zonen“- und später fast DDR-weit gehört) (>27.6.55/ 15.8.61)

08.02. BBZ; Braunschweig; Dr. K. Schumacher u. Herbert Kriedemann (!) treffen O. Grotewohl und Gustav

          Dahrendorf, Dr. Schumacher schlägt Ost-SPD-Auflösung vor, Grotewohl lehnt ab (>11.2.46/ 07.1949)

09.02. SBZ; „Einheit“ veröffentlicht „Gibt es einen besonderen deutschen Weg zum Sozialismus?“ von

          KPD-Mitgl. Anton Ackermann (>16.9.48),

          UdSSR; J. Stalin spricht über Feindschaft von Kommunismus u. Kapitalismus (>6.9.46/ 22./30.9.47)

          (SBZ- u. DDR-Propaganda suggerrieren dagegen „Stalin - Das ist der Frieden“)  > verfolgte Schüler

10./11.2. SBZ; Berlin, Beschluss von SPD-Zentralausschuß u. Bezirksverbändevertretern den Mitgliedern

         „alsbald die Einheit der beiden Arbeiterparteien zur Entscheidung vorzulegen“

9./11.2. SBZ; Berlin, I. FDGB-Kongreß - Vors. werden Hans Jendretzky (KPD), Bernhard Göring (SPD) und

          Ermächtigungsgesetz’ler Ernst Lemmer (cDUD) - fordert u.a. Einheitsversicherung (später mit 8,6 Mio.

          Mitgl. - „Werktätige Frauen, auf Eure Mitarbeit kommt es an. Tretet noch heute ein in den FDGB“ –

          größte DDR-Massenorganisation) (>1.3.53/ 15.2.54/ 25.7.91/ 28.4.99)

11.02. BBZ; Burgsteinfurt, brit. Militärgericht verurteilt letzten BdS Niederlande Dr. jur. Karl Schöngarth wg.

          Ermordung eines alliierten Fliegers zum Tode (Dr. S. wird am 15.5.46 gehenkt),

          SBZ; Fam. Gustav Dahrendorf flieht mit militär. Hilfe in die BBZ (>19.4.46/ 04.1947)

12.02. SBZ; Sachsen, Verordnung der Landesverwaltung Sachsen über die Errichtung von Vorbereitungs-

          kursen für das Studium an Hochschulen u.a. „§ 1 In den Städten Chemnitz, Dresden, Görlitz, Leipzig,

          Plauen und Zwickau sind Vorbereitungskurse für das Studium an Hochschulen einzurichten. § 3 Die

          Kurse beginnen am 1.3.1946 und enden am 30.9.1946. § 4 (1) Zu den Kursen sind Teilnehmer aus

          den werktätigen Schichten zuzulassen, die von einer der demokratischen Parteien, den Gewerk-

          schaften, Jugend- und Frauenausschüssen vorgeschlagen werden…§ 5 Über die Zulassung entschei-

          det eine Kommission, die von den Leitern der Volksbildungsämter der genannten Städte berufen

          werden. § 6 Die Kursteilnehmer verbleiben im Produktionsprozeß…§ 7 An Unterrichtsfächern sind für

          die Kurse vorgesehen a) Deutsch, b) Mathematik, c) Physik und Chemie d) eine Fremdsprache. § 8

          Die Kurse schließen mit einer Prüfung ab, deren Bestehen zum Hochschulstudium berechtigt. § 9 Die

          Durchführungsbestimmungen erläßt die Landesverwaltung, Ressort Volksbildung, Abt. Schulwesen“

14.02. poln.-sowjet. verwaltete dt. Ostgebiete; Beginn ,Operation Schwalbe’, ca. 1 020 000 deutsche Vertrie-

          bene kommen bis 07.1946 in Transporten von je 55 Güterwaggons mit 1 500-2 000 Menschen - meist

          über die Lager Friedland u. Helmstedt-Mariental in die BBZ, Kinder und Alte die diese Reise oft nicht

          überleben zählen als „Nachkriegsverluste“ (Deutsche, die ihr gesamtes Hab und Gut verloren hatten

          erhalten Kontakt zu Millionen Deutschen, die bisher wenig o. nichts verloren hatten - als „Dreckzeug“

          u. „Flüchtlingspack“ sind sie oft Menschen 2.Klasse u. werden z.T. per „Zuzugssperren“ abgewiesen

          deutsche Gerechtigkeit, christliche Solidarität (>3.5.46/ 7.7.46/ 2.4.47/ 28.4.47/ 20.9.49/ 9.6.50/ 6.7.50/

          14.9.50/ 17.8.51/ 10.7.52/ 24.2.62/ 7.6.63/ 8.6.63/ 7.3.64/ 22.3.64/ 7.12.70/ 7.7.75/ 1979/ 30.5.83/

          12.9.90/ 14.11.90/ 18.12.95/ 1999/ 6.9.2000)

15.02. SBZ; Greifswald, Eröffnung der Universität, zuvor führt „Eine tödliche Intrige“ nach einer Denunziation

          zur Verhaftung des ev. Theologen, Uni-Rektor’s u. CDU-Mitgl. Prof. Ernst Lohmeyer durch den sowjet.

          NKWD (er wird am 28.8.46 vom SMT Mecklenburg-Vorpommern im Namen der UdSSR aus nicht be-

          kannten Gründen zum Tode verurteilt u. am 19.9.46 im NKWD-Gefängnis Greifswald erschossen, die

          Familie erfährt erst 1958 offiziell von seinem Tod. Rußland rehabiltiert Prof. Ernst L. am 15.8.96 da er

          „nur aus politischen Motiven verhaftet und verurteilt“ wurde), KPD-Kader Franz Wohlgemuth (1936

          Abitur, 1936-38 kath. Theologiestudium, 1939-43 Wehrmachtoffizier, NKFD, 1945 KPD, 1946 SED,

          OdF, 1948-50 im M-V Volksbildungsmin., 1951 im DDR-Staatssekretariat für Hochschulwesen, 1957

          Staatssekr., Ernennung zum Prof.) erklärt den versammelten Honoratioren daß Rektor Lohmeyer nicht

          teilnehmen kann (wenig später wird Wohlgemuth zum Universitätskurator ernannt) (>30.3.55/ 19.4.58)

16.02. ABZ; Darmstadt, Eröffnung des Internierungslagers für ca. 28 000 Nazis (insges. 11 amerik. Lager,

          1946 protestieren der kath. Kardinal v. Faulhaber, Erzbischöf Gröber u. der EKD-Vors. Bischof Wurm

          gemeinsam bei den USA gegen die Internierung von Nationalsozialisten),

          BBZ; Dr. K. Adenauer (cDU) fordert „einheitliche geistige und politische Ausrichtung der CDU-Presse“

20.02. Vatikan; Papst Pius XII Ansprache, über sog. Mitläufer sagt er: „Es kursieren in der Welt irrtümliche

          Auffassungen, die einen Menschen schon darum für schuldig u. verantwortlich erklären, weil er Mitgl.

          einer bestimmten Gemeinschaft ist, ohne daß man sich bemüht zu untersuchen oder zu prüfen, ob

          von seiner Seite wirklich eine persönliche Schuld im Handeln o. Unterlassen vorliegt.“ (ethische An-

          sprüche, die S.H. bei den Antikommunismus-Dekreten selbst weit verfehlt) (>1.7.49/ 28.7.50/ 16.1.96)

21.02. BBZ; Hamburg, Erstausgabe „DIE ZEIT“ der Lizentiaten Dr. jur. Gerd Bucerius (1946-62 cDU, 1949-

          62 MdB), Lovis H. Lorenz, Ewald Schmidt di Simoni u. Richard Tüngel (>21.3.46/ 13.4.79),

          SBZ; Sitzung des SPD-Parteiausschuß „billigt einstimmig den Vereinigungsbeschluß des Zentral-

          ausschuß der SPD (bis auf Karl Germer sprachen sich alle Mitglieder des ZA für Durchführung des

          Vereinigungsbeschlusses aus)

23.02. ABZ; Königsbronn, die Mutter von Hitler-Attentäter Georg Elser schreibt an Pastor Martin Niemöller

          wg. dessen, am 6.2.46 in der Nürnberger Zeitung veröffentlichten Äußerung, nach der ihr Sohn Georg

          der SS angehört habe, Frau E. schreibt Pastor Niemöller das dies nicht die Wahrheit sei (G. Elsers

          Anteil am Erbe seines 1942 gestorbenen Vaters fiel 1942 auf Basis des Gesetzes über die Einziehung

          kommunistischen Vermögens vom 26.5.33 in Verbindung mit dem Gesetz über die Einziehung volks-

          und staatsfeindlichen Vermögens v. 14.7.1933 an das Deutsche Reich, Haftentschädigungs-, Rück-

          erstattungs- und Entschädigungsansprüche wg. Schaden im beruflichen Fortkommen von Schwester

          und Schwager, beide 1939/40 für längere Zeit inhaftiert, werden bis Ende der 50er Jahre abgelehnt,

          BBZ; Dr. jur. Konrad Adenauer an kath. Pfarrer Dr. Bernhard Custodis u.a. „Nach meiner Meinung

          trägt das deutsche Volk und tragen auch die Bischöfe und der Klerus eine große Schuld an den

          Vorgängen in den Konzentrationslagern. Richtig ist, daß nachher vielleicht nicht mehr viel zu machen

          war. Die Schuld liegt früher. Das deutsche Volk, auch Bischöfe und Klerus zum großen Teil, sind auf

          die nationalsozialistische Agitation eingegangen,...es hat sich fast widerstandslos, ja zum Teil mit

          Begeisterung gleichschalten lassen...Im übrigen hat man aber auch gewußt..., daß die persönliche

          Freiheit, alle Rechtsgrundsätze, mit Füßen getreten wurden, daß in den KZ große Grausamkeiten

          verübt wurden, daß die Gestapo, unsere SS und z.T. auch unsere Truppen in Polen und Rußland mit

          beispiellosen Grausamkeiten gegen die Zivilbevölkerung vorgingen. Die Judenpogrome 1933/38 ge-

          schahen in aller Öffentlichkeit. Die Geiselmorde in Frankreich wurden von uns offiziell bekanntge-

          geben. Man kann also wirklich nicht behaupten, daß die Öffentlichkeit nichts gewußt habe, daß die

          nationalsozialistische Regierung und die Heeresleitung ständig aus Grundsatz gegen das Naturrecht,

          gegen die Haager Konvention und gegen die einfachsten Gebote der Menschlichkeit verstießen. Ich

          glaube, daß, wenn die Bischöfe alle miteinander an einem bestimmten Tag…von den Kanzeln aus

          dagegen Stellung genommen hätten, sie hätten vieles verhindern können. Das ist nicht geschehen,

          und dafür gibt es keine Entschuldigung.“ (>22.1.51/ 27.9.51/ 3.12.52/ 22.2.60/ 30.9.66/ 20.9.82),

          SBZ; Schwerin, SPD-Landesdelegiertenkonferenz verabschiedet einstimmige Entschließung: „Die

          Delegierten appellieren an die bevorstehenden Parteitage der SPD und KPD...den endgültigen

          Schlußstrich hinter den tragischen Bruderkampf innerhalb der deutschen Arbeiterklasse zu ziehen,

          die letzten Schranken die noch der Einheit und Macht der deutschen Arbeiterklasse entgegen-

          standen, niederzureißen und im nationalen Interesse unseres Volkes die Verschmelzung der SPD

          und KPD in eine marxistische Einheitspartei zu beschließen.“

26.02. SBZ; 2.„Sechziger-Ausschuss“-Tagung terminiert SPD-/KPD-Vereinigungsparteitag (>3.4.46),

          SBZ; Zentraler Jugendausschuß, Gründungbeschluss der „überparteilichen, einigen, demokratischen

          Jugendorganisation FDJ“ von Emil Amft, Edith Baumann, Fritz Votava, Theo Wiechert (SPD), Rudolf

          Böhm, Erich Honecker, Heinz Keßler, Heinrich Külkens, Paul Verner, Rudolf Mießner, Gerhard

          Rolack (alle KPD), Manfred Klein (cDU), Oswald Hanisch (ev. Kirche), Robert Lange (kath. Kirche)

          unterzeichnet; als Ziele unter IV. sind: „Die Schaffung eines neuen Deutschland, das der Jugend das

          Mitbestimmungsrecht…einräumt; das allen Jungen u. Mädchen ohne Unterschied ihrer Herkunft, des

          Vermögens und des Glaubens eine gute Berufsausbildung, Zutritt zu allen Bildungs- u. Kulturstätten…

          sichert.“ (Organisationskommission aus KPD und SPD) > verfolgte Schüler (>13.3.47/ 28.1.48)

    02. ABZ; München, DRK-Suchdienst beginnt Kriegskinder-Suchplakataktion „Pinguin“ (Fotograf Hilmar

          Pabel fotografierte alle dem Suchdienst gemeldeten Kleinkinder, Aktion endet 1982) (>13.09.1948),

          SBZ; Brandenburg, SMT-Prozeß gegen 29 fast ausschließlich Jugendliche von etwa 15 Jahren, die

          antifaschistische Landesjugend ablehnen und eigene Jugendorganisation gründen, im Namen der

          Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken werden 9 Todesurteile (3 vollstreckt) u. 20 Haftstrafen

          (9 Verurteilte sterben im NKWD-Lager Sachsenhausen) ausgesprochen  > verfolgte Schüler

    02. UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) berichtet, daß sich 51 307 heimat-

          lose Kinder - 27185 under 6 Jahren - in UNRRA-Lagern befinden; darüber hinaus befinden sich bis

          zu 50 000 polnische und weißruthenische Jungen im Alter von 12-14 Jahren im Rahmen einer u.a.

          von Albert Speer 1944 angeordneten „Heu-Aktion“ in Deutschland  > verfolgte Schüler (>1.10.66)

28.02. Belgien; Brüssel, Instituierung Inter-Alliierter-Reparations-Agentur IARA (bis 9.1947 fordern 18 Länder

          $ 300 000 000 000 Reparationen für durch NS-Führerkorps-Politik verursachte Schäden) (>8.3.91)

1./8.3. BBZ; Hamburg, British Military Court verurteilt Geschäftsführer Dr. Bruno Emil Tesch sowie Prokurist

          Karl Weinbacher der Fa. TESTA (Tesch&Stabenow) - KZ-Lieferant für das von den „Dessauer Werken

          für Zucker und chemische Produkte AG“ (die enteignete Firma wird VEB Zuckerraffinerie - später VEB

          Gärungschemie Dessau) hergestellte Zyklon B - wg. Kriegsverbrechen zum Tode, Firmentechniker

          Dr. Joachim Drohsin wird freigesprochen (>29.3.49/ 27.5.55)

    03. SBZ; Halle, Friedrich-Engels-Oberschule, ex-HJ- und -NSDAP-Mitgl. Hans-Dietrich Genscher legt sein

          Abitur ab (1946-49 Jurastudium, LDP, 1949 Referendar, 1952 Republikflucht, FDP, 1954-56 Assessor/

          Anwalt; 1965-98 MdB, 1969-92 FDP-Innen- u. -Außenmin.) (>14.5.46/ 25./27.1.50/ 23.9.83/ 12.9.90),

          SBZ; „Im Kreml ist noch Licht“-Stalin-Lyriker u. ex-NKFD-Präsident Erich Weinert (SED) wird Vizepräs.

          u. Paul Wandel’s Vertreter in der Zentralverwaltung für Volksbildung (später gibt es den Erich Weinert-

          Kunstpreis von Magdeburg, die Erich Weinert-Medaille als Kunstpreis der FDJ, das Erich-Weinert-

          Ensemble der NVA sowie Schulen u. Briefmarken mit seinem Namen)  > verfolgte Schüler (>23.2.53)

2./3.3. SBZ; Berlin, 1.KPD-Reichskonferenz (in der SBZ gibt es 600 000 KPD-Mitgl. u. 680 000 SPD-Mitgl.),

          Erich Honecker wird Zentralkomitee-Mitglied (>7.3.46)

05.03. ABZ, Gesetz Nr. 104 zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus; fordert in Württemberg-

          Baden, Bayern, Hessen von Deutschen über 18 J. Beantwortung eines Fragebogens mit 131 persönl.

          Fragen, meist mit Deutschen besetzte „Spruchkammern“ („Kammern der barmherzigen Brüder“) sollen

          ca. 6 Mio. ehemalige NSDAP-Mitglieder in die Kategorien ,Hauptschuldig’-,Belastet’-, Minderbelastet’-,

          ,Mitläufer’ u. ,Entlastet’ einstufen um Personen aus dem gesellschaftlichen Leben auszuschließen „die

          die nationalsozialistische Gewaltherrschaft aktiv unterstützt o. sich durch Verstöße gegen die Grund-

          sätze der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit oder durch eigensüchtige Ausnutzung der dadurch

          geschaffenen Zustände verantwortlich gemacht haben". Bis zum Abbruch der Maßnahme werden

          1 700 Hauptschuldige, 23 000 Belastete, 150 400 Minderbelastete, 1 006 000 Mitläufer klassifiziert,

          bei ca. 3,9 Mio. Deutschen wurden Spruchkammerverfahren nicht eröffnet oder eingestellt wie z.B. bei

          General Hubert Lanz. Mit Unbedenklichkeitsbescheinigungen („Persilscheine“) durch Bekannte,

          Leugnen („Ich komme aus dem Osten und suche einen Posten, meine Papiere sind verbrannt, Hitler

          habe ich nicht gekannt“), der Unkenntnis „mutiger Braunschweiger“ (SPD-Vors. Dr. Kurt Schumacher

          sagte über sie „Wenn man sie so reden hört, muß man glauben, daß der einzige Nazi in Deutschland

          Adolf Hitler gewesen sei.“) und „U-Boot-Fahrer“ (der ex-U-Boote-Führer Großadmiral Karl Dönitz gab

          sein Admirals-Ehrenwort von der NS-Vernichtungsmaschinerie keine Ahnung gehabt zu haben) und

          durch massive Bedrohungen von Spruchkammer-Mitgliedern wird die Maßnahme unterlaufen. Unter

          „den eifrigsten Ausstellern dieser Persilscheine war die Evangelische Kirche“ (St. Gumbertus-Kirche

          Ansbach’s Pfarrer schreibt für ein NSDAP-Mitgl. seit 1923: „Seine älteste Tochter H. war damals

          meine Schülerin…gehörte einer Klasse der ev. Bekenntnisschule an...die beiden jüngeren Töchter G.

          und M. waren in den Jahren vor ihrem Schulbesuch in einem ev. Kindergarten…alles Tatsachen, die

          mit einer NS-Geisteshaltung nichts zu tun hatten.“, Sühnemaßnahmen gibt es nur für 0,65% aller

          „Hauptschuldigen“ u. „Belasteten“ (der „Bund der Verfolgten des Naziregimes“ weist z.B. daraufhin,

          daß Herbert Klemm, Staatssekr. Reichsjustizministerium, als „unbelastet“ eingestuft ist, die lapidare

          Antwort vom später zuständigen Bundesinnenministerium: „Sind von den Entnazifizierungsbehörden

          Fehlentscheidungen getroffen worden, so können sie durch beamtenrechtl. Maßnahmen nicht korri-

          giert werden. Vielmehr müssen im Interesse der Rechtssicherheit und einer endgültigen Bereinigung

          der politischen Vergangenheit die Entnazifizierungsentscheidungen für die weitere dienstrechtliche

          Behandlung der Betroffenen zu Grunde gelegt werden.“, der „Stifterverband Deutsche Wissenschaft“

          zahlt Klemm nach dessen Entlassung aus Landsberg DM 1 500/Monat!)(>26.4.46/ 12.10.46/ 13.11.46/

          28.11.46/ 6.10.47/ 13.10.47/ 1.2.48/ 15.12.50/ 11.5.51/ 1.10.51/ 18.9.87/ 22.2.90/ 31.8.90/ 16.1.96),

          BBZ; Dr. jur. K. Adenauer wird cDU-Vorsitz. der brit. Besatzungszone (>6.3.47/ 20.9.49/ 22.10.52)

05.03. SBZ; SMAD erlaubt „dt. Jugend die Möglichkeit zu freier, demokratischer Betätigung in einer ihrem

          Willen entsprechenden Organisation…darf keinerlei militärische…Tendenzen aufweisen…“ (>01.1967)

          Norwegen; Herbert Frahm alias Willy Brandt ist in Oslo, er schreibt in dieser Zeit u.a. das Vorwort für

          sein 1946 im H. Aschehoug & Co. Verlag, Oslo, erscheinenden Buch „Forbrytere og andre Tyskere“

          („Verbrecher und andere Deutsche“ wird in BRD oder DDR nie veröffentlicht) (>9./10.5.46/ 17.1.47/

          1.2.48/ 1.7.48/ 7.10.65/ 07.1988)  > verfolgte Schüler,

          USA; Westminster College Fulton, ex-Premier W. Churchill sagt u.a. „Von Stettin an der Ostsee bis

          nach Triest an der Adria hat sich ein Eiserner Vorhang quer durch den Kontinent gelegt” (>15/16.7.48)

06.03. BBZ; „Nordwestdeutscher Rundfunk - NWDR“, Dr. jur. K. Adenauer über cDU-Parteiprogramm u.a.

          „Die aktiven Nationalsozialisten und die aktiven Militaristen, die für den Krieg und seine Verlängerung

          Verantwortlichen, dazu gehören insbesondere auch gewisse Wirtschaftsführer, müssen aus ihren

          Stellungen entfernt…müssen je nach Lage des Falles von deutschen Gerichten bestraft, ihr Vermögen

          muß ganz o. teilweise beschlagnahmt werden…Strafe für den der Schuld hat…Nationalsozialistische

          Konjunkturgewinne und Kriegsgewinne müssen eingezogen werden…“ (>3.2.47/ 23.3.49/ 9.1.51)

07.03. SBZ; Gründung der „überparteilichen, einigen, demokratischen Jugendorganisation FDJ" (einschl.

          „Kindergruppen der FDJ“) mit paritätischen von E. Baumann (SPD), E. Honecker (KPD), Domvikar

          Robert Lange, den ev. u. kath. Jugendvertretern Oswald Hanisch u. Manfred Klein (CDUD) unter-

          zeichneten Gründungsbeschluß (Vorsitz.: E. Honecker / KPD; nach der verbotenen HJ - braune HJ-

          Hemden werden gegen blaue FDJ-Hemden getauscht - wird die FDJ größter u. bald einziger offiziell

          zugelassener DDR-Jugendverband)  > verfolgte Schüler (>22.5.46/ 8./10.6.46/ 13.3.47/ 28.1.48/

          1.12.48/ 04.1951/ 27./30.5.52/ 25.4.57)

08.03. poln. verwaltete deutsche Provinzen Brandenburg, Pommern und Schlesien, Dekret über verlassenen

          oder früheren deutschen Besitz (dekret o majątkach opuszczonych i poniemieckich)

8./9.3. UdSSR; Lviv, Pseudo-Synode zur Zwangsvereinigung der ukrainischen kath. Kirche mit der von

          Kommunisten kontrollierten russ. orthodoxen Kirche (>1.7.49)

10.03. ABZ; Pähl, Prof. Dr. Karl Haushofer und Frau Martha H., geb. Mayer-Doss, begehen Selbstmord

11.03. BBZ; bei Flensburg, KZ-Kommandant und Wirtschaftsverwaltungshauptamt-Amtschef Rudolf Höß

          wird als Franz Lang verhaftet (am 25.5.46 an Polen ausgeliefert erklärt er am 12.3.47 eidesstattlich die

          Kraft-durch-Freude-Kehrseite am (Zwangsarbeiter-)Arbeitsmarkt „Häftlinge über 50 Jahren wurden nur

          selten zum Arbeitseinsatz verwendet, wenn sie besonders kräftig oder…geschult waren; sonst wurden

          sie sofort vernichtet“, wird am 2.4.47 zum Tode verurteilt und am >16.4.47 in Auschwitz gehenkt)

12.03. Ungarn; Budapest, Hinrichtung von ex-Min.-Präs. Ferenc Szálasi (Portugal gewährt Reichsverweser

          Miklós Horthy Asyl)

14.03. USA; White Sands, Dr. Kurt Debus, Dr. Hans Grüne, Karl Sendler u.a. starten erfolgreich die erste,

          der aus dem KZ Dora-Mittelbau/Harz in die USA gebrachten V-2-Raketen (>3.10.47/ 15.4.79)

15.03. SBZ; „Neue Zeit“ cDUD-Zeitung zur FDJ-Gründung u.a. „…angesichts der Erlaubnis zur Bildung der

          Freien Deutschen Jugendorganisation…kommt es auf die Jugend an, in die FDJ den rechten Geist

          hineinzutragen…Verständnis spüren, das man von seiten der FDJ der kirchlichen Jugendarbeit ent-

          gegenbringt, welches darin sein äußeres Zeichen findet, daß an eine kath. u. ev. Verbindungsstelle

          zur kirchlichen Jugendarbeit bei der Reichsleitung…der FDJ geschaffen hat.“ (>27./30.5.52)

21.03. BBZ; Hamburg, „DIE ZEIT“ Dr. Marion Gräfin Dönhoff beschreibt ihre Flucht aus Ostpreußen im ers-

          ten Beitrag: „Ritt gen Westen“ (viele müssen laufen! Auch Bildungsdiskriminierung/verfolgte Schüler

          sind der sog. „roten Gräfin“ u. ihrem Bruder, ex-NSDAP- u. SS-Mitgl. Dr. jur. Christoph Graf Döhnhoff -

          auch er schreibt ab 1946 viele Artikel für die „ZEIT“-Lizenzträger Lovis H. Lorenz - bis 1944 ex-Haupt-

          schriftleiter „Die Woche“ und ex-Korvettenkapitän a.D. Ewald Schmidt di Simoni, Dr. jur. Gerd Bucerius

          - schreibt auch „Persilscheine“ u. „ZEIT“-Chefredakteur Richard Tüngel unbekannt) (>1952/ 20.11.92),

          SBZ; Wünsdorf, Marschall Wassili Sokolowski (Zitat: „…im ersten Rausch des Sieges empfanden

          unsere Soldaten eine gewisse Genugtuung, wenn sie es den Frauen dieses ,Herrenvolkes' zeigen

          konnten.“) wird Vors. der Sowjet. Militäradministration in Deutschland (SMAD) (>2.7.49)

23.03. Irland; Irisches Rotes Kreuz beginnt „Operation Shamrock“ zur Rehabilitation hungernder Kinder vom

          europäischen Festland, etwa 1 000 hungernde Kinder aus Deutschland, Frankreich und Österreich

          werden bis zu drei Jahre in Irland versorgt,

          ABZ; EKD, Schreiben Martin Niemöllers an Ökumenischen Rat der Kirchen: u.a. das Gesetz zur

          Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus öffne den niederen Instinkten des Neides und

          Hasses alle Tore, nunmehr werde die Verfolgung einer bestimmten Gesinnungshaltung in einem

          Umfang legalisiert und betrieben „wie sie selbst unter dem NS-Regime niemals gewesen ist.“

24.03. BBZ; Uni. Köln, cDU-Vors. Dr. Adenauer’s erste programmatische Rede u.a. „Das deutsche Volk…

          hat den Staat zum Götzen gemacht und auf den Altar erhoben…Deutschland ist eines der religions-

          losesten und unchristlichen Völker Europas. Das war schon vor 1914 so…habe ich damals schon

          immer in Berlin das Gefühl gehabt, in einer heidnischen Stadt zu sein.“ (>10.2.50/ 7.5.53/ 10.2.56/

          20.6.91/ 16.5.94)

25.03. Groß-Berlin, Landgericht verurteilt die Heilanstalt Meseritz-Obrawalde Oberärztin Dr. Hilde Wernicke

          u. die Pflegerin Helene Wieczorek im Namen des Volkes wg. Euthanasiemorden an 100en Kindern u.

          Erwachsenen zum Tode (der vorsitz. Richter sagt: „Dieser Saal hat in seiner 40jährigen Geschichte

          schon viele Mörder gesehen, aber noch keinen der des 100fachen Mordes angeklagt war.“ - das Urteil

          wird am 14.1.47 vollstreckt) (>12.3.65/ 20.3.74)

25./26.3. Vatikan; die argentin. Bischöfe A. Caggiano und A. Barrére informieren Kardinal Eugene Tisserant

          daß Argentinien gewillt ist „französische Persönlichkeiten aufzunehmen, deren politische Haltung

          während des… Krieges sie…Vergeltungsmaßnahmen oder…Racheakten aussetzen würde“ (bereits

          am 1.4. erhalten die franz. Kriegsverbrecher Fernand de Menou und Robert Pincemin argentin. Visa

          in ihre Internationale Rote Kreuz-Pässe u. eröffnen so eine „rat-line“ (>15.5.47/ 20.7.71)

26.03. Vatikan; 2.Appell im Namen Papst Pius XII an die Allierten keine kath.-kroat. Ustascha-Gefangenen

          an Jugoslawien auszuliefern (die kroatische „Bruderschaft des heiligen Girolamo in Rom hat an Ihre

          Heiligkeit appelliert und Ihn gebeten, in dieser Angelegenheit eine Empfehlung auszusprechen“)

27.03. ABZ; gemeinsam. Osterhirtenbrief d. kath. Bischofskonferenz u.a.: „Soll eine innere Gesundung des

          Volkes angebahnt werden, so muß alles, was an Gestapo, Konzentrationslager und ähnliche Dinge

          erinnert, aus dem öffentlichen Leben verbannt werden. Sonst greift eine innere Vergiftung Platz, die

          einen moralischen und religiösen Aufstieg aufs äußerste erschwert, wenn nicht unmöglich macht“, es

          wird sogar die „oft verfehlte Art“, wie die Alliierten öffentliches Leben und Wirtschaft von Anhängern

          des NS-Regimes zu säubern suchten, mit „wie ein Alpdruck“ auf dem Volke lastend angeprangert,

          SBZ; Leipzig, 2 000 SPD-Funktionäre sanktionieren mit nur 9 Gegenstimmen Fusion mit KPD

28.03. Alliierter Kontrollrat legt „Industrie-Plan für die Reparationen u. das Niveau der deutschen Nachkriegs-

          wirtschaft“ vor (29.8.47)

28./29.3. SBZ; Konferenz SMAD mit Dt. ZV für Volksbildung (Paul Wandel/ Ernst Wildangel - beide KPD)

29.3./13.5. ABZ; Dachau, Mauthausen-Hauptprozeß, AMT verurteilt 58 von 61 wg. diverser Verbrechen

          angeklagte KZ-Mitarbeiter zum Tode (u.a. die KZ-Ärzte Dr. Friedrich Entress, Dr. Wilhelm Jobst,

          Dr. Eduard Krebsbach und Dr. Waldemar Wolter, sie werden wenig später gehenkt)

31.03. West-Berlin, auf Antrag Franz Neumann’s findet eine (in Ostberlin verbotene) SPD-Urabstimmung zur

          Frage von SPD-KPD-Vereinigung statt, 82% stimmen gegen einen Zusammenschluß (>21./22.4.46)

03.04. Philippinen; Manila, der wg. der 10 000 Toten beim Bataan-Todesmarsch verurteilte japan. General

          Masaharu Homma wird erschossen,

          SBZ; Berlin-Kaulsdorf, Verhaftung von Hans Corbat (19jährig wurde er 06.1945 SPD-Mitgl., am 1.4.46

          trat er wg. der geplanten SPD-/KPD-Einheitsfront unter öffentl. Protest aus der SPD aus (08.1946 wird

          er von einem SMT wg. Spionage zu 20 Jahren Haft verurteilt, 1956 entlassen flieht er in die BRD und

          wird am 30.11.93 von der russ. Militärstaatsanwaltschaft rehabilitiert) (>19.4.46/ 21./22.4.46/ 16.12.92)

07.04. SBZ; in Brandenburg/Potsdam, Mecklenburg/Schwerin, Provinz Sachsen//Halle, Sachsen/Dresden u.

          Thüringen/Gotha finden KPD/SPD-Vereinigungsparteitage der Landesverbände statt (>21./22.4.46),

          sowjet. verwaltetes nördliches Ostpreußen wird mit Königsberg/Kaliningrad ohne Friedensvertrag als

          russischer Teil der UdSSR annektiert und mit Sowjets bevölkert (>11.10.47),

          poln. verwaltetes Schlesien; Agnetendorf, Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann erhält Befehl

          zur Vertreibung (er stirbt hier erkrankt am 6.6.46, wird erst am 25.7. in die SBZ überführt, nach Trauer-

          feier in Stralsund mit Wilhelm Pieck u. Johannes R. Becher wird er am 28.7.in Hiddensee beigesetzt)

08.04. SBZ; „Der Märker“ „Historischer Beschluß in Potsdam: Durch Einheit zum Sozialismus“

10.04. West-Berlin, SPD-Funktionäre mit Dr. Schumacher beschliessen Schaffung des z.T. US-finanzierten

          Ostbüro der SPD (>04.1946)

14.04. BBZ; Gelsenkirchen, der erste Hilfszug der „Schweizer Spende für die Kriegsgeschädigten“ trifft ein

15.04. BBZ; Bergen-Belsen, am 1.Jahrestag der Befreiung wird ein Mahnmal mit der übersetzten Inschrift

          Israel und die Welt seien daran erinnert, daß im Konzentrationslager Bergen-Belsen 30 000 Juden

          durch die Hände der mörderischen Nazis ausgerottet wurden. Erde, verdecke nicht das Blut, das auf

          dir vergossen wurde!“ wird errichtet (>5.5.85)

16.04. SBZ; cDUD stimmt KPD/SPD-Grundsatzentwurf über die Schulreform zu (>27.8.46/ 19./20.2.48)

18.04. Niederlande; Den Haag, Internationaler Gerichtshof zur Konfliktbeilegung von UN-Mitgliedsstaaten er-

          öffnet (nicht zu verwechseln mit dem späteren Internationalen Strafgerichtshof) (>18.9.73/ 17.7.98)

19.04. SBZ; Berlin,Theater am Schiffbauer Damm, 40.SPD-Parteitag, 548 Delegierte beschließen Annahme

          der „Grundsätze und Ziele der sozialistischen Einheitspartei“ und wählen 40 Mitglieder für kommenden

          SED-Parteivorstand: Otto Grotewohl, Max Fechner, Erich Gniffke, August Karsten, Otto Meier, Helmut

          Lehmann, Käte Kern, Richard Weimann, Edith Baumann, Bruno Böttge (Prov. Sachsen), Erich Braun

          (Hildesheim), Hans Brede (Kiel), Willi Buch (Braunschweig), Otto Buchwitz (Sachsen), Friedrich Ebert

          (Brandenburg), Max Fank (Mecklenburg), Augustin Friedel (Sachsen), Bernhard Göring (Berlin), Karl

          Hauser (FrankfurtM.), Ernst Heilmann (Flensburg), Gertrud Hentsch (Sachsen), Ernst u. Heinrich

          Hoffmann (Thüringen), Willy Jesse (Mecklenburg), Fritz Jungmann (Prov. Sachsen), Karl Litke (Berlin),

          Erich Lübbe (Berlin), Albert Meier (Sachsen), Karl Moltmann (Mecklenburg), Gustav Müller (Rheinl.),

          Hermann Prübenau (Prov. Sachsen), Emma Sachse (Thüringen), Yella Schaar (Heidelberg), Hermann

          Schlimme (Berlin), Paul Szillat (Brandenbg.), Gottlieb Teichert (Essen), Stanislav Trabalski (Sachsen),

          Fritz Wagner (Thüringen), Oskar Wegener (Brandenburg), Toni Wohlgemuth (Berlin) (>27.8.87),

          SBZ; Berlin, Deutsches Theater, 15.KPD-Parteitag, 519 Delegierte beschließen Annahme der „Grund-

          sätze und Ziele der sozialistischen Einheitspartei“ u. wählen 40 Mitglieder für kommenden SED-Partei-

          vorstand: Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht, Martha Arendsee, Eugen Hanisch alias Anton Ackermann,

          Johannes R. Becher, Hans Jendretzky, Paul Wandel (Berlin), Walter Biering (Prov. Sachsen), Kurt

          Bürger (Mecklenburg), Franz Dahlem, Werner Eggerath, Georg Lotz (Thüringen), Erich Honecker,

          Heinz Keßler, Willi Böpple (Mannheim), Albert Buchmann (Stuttgart), Walter Fisch (Frankfurt/M.),

          Gustav Gundelach (Hamburg), Olga Körner, Wilhelm Koenen, Ernst Lohagen (Sachsen), Bernhard

          Koenen (Prov. Sachsen), Hans Mahle (Berlin), Hermann Matern, Hanna Meltzer, Max Reimann (Ruhr-

          gebiet), Paul Merker, Kurt Müller (Hannover), Franz Nickolay (Saargeb.), Hugo Paul (Düsseldorf),

          Maria Rentmeister, Prof. Dr. Robert Rompe, Elli Schmidt, Waldemar Schmidt (Berlin), Paul Roch, Willi

          Sägebrecht (Brandenburg), Heinrich Schramm (Bremen), Fritz Sperling (München), Hans Warnke

          (Mecklenburg), Hermann Zilles (Köln)  > verfolgte Schüler (>31.1.90)

21./22.4. SBZ; Berlin, Staatsoper, Vereinigungsparteitag mit 548 SPD- u. 507 KPD-Delegierten („Brüder, in

          eins nun die Hände“) mit einstimmigen Vereinigungsbeschluß; Beschlussfassung über a) Grundsätze/

          Ziele der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands u.a. „8. Sicherung demokratischer Volksrechte.

          Freiheit der Meinungsäußerung in Wort, Bild u. Schrift…Gesinnungs- und Religionsfreiheit. Gleichheit

          aller Bürger vor dem Gesetz…, 11. Demokratische Reform des gesamten Bildungs- und Erziehungs-

          wesens, Aufbau der Einheitsschule (Zitat Bischof Graf v. Preysing: „Einheitsschule ist die Schule der

          nationalsozialistichen Vergangenheit.“), Erziehung der Jugend im Geiste einer fortschrittl. Demokratie

          …und einer wahren Humanität, jeder Deutsche hat das Anrecht auf Bildung nach seinen Anlagen und

          Fähigkeiten…“ b) Statut d. SED u.a. paritätische Besetzung der Leitungsfunktionen aller Ebenen

          c) Konstituierung der SED, Wahl des Parteivorst. und Parteivors., Zitat SPD-Grotewohl: „An deinem

          70.Geburtstag, Wilhelm Pieck, reichten wir uns die Hände für Hunderttausende von Sozialdemokraten

          u. Kommunisten…Wer einen geschichtlichen Blick hat, sieht heute Millionen von Sozialisten hinter uns

          stehen“ u. später unter stürmischer Zustimmung „In keiner deutschen Partei lebt wohl die Achtung vor

          den Lebensrechten aller Menschen heißer und stärker als in der Sozialistischen Einheitspartei.“, Zitat

          KPD-Pieck: „Ja, lieber Otto Grotewohl, so soll es sein. Wir tragen beide, die wir zu Vorsitzenden der

          SED ausersehen sind, die besondere Verantwortung…Wir werden…das große Werk vollenden, das

          wir uns als Ziel gesetzt haben: den Sozialismus.“ Zitat KPD-Ulbricht: „Mit dem heutigen Tage gibt es

          nur noch Sozialisten.“ (bzw. ca. 1 300 000 SED-Mitgl. - „..………Millionen Fliegen können nicht irren“),

          Manifest an das Deutsche Volk u.a. „Deutsche Jugend! Der Nazismus hat euren Glauben schmählich

          missbraucht u. eure edelsten Tugenden entwürdigt. Doch die deutsche Jugend ist unsere Hoffnung…

          Unsere Weltanschauung muß der Glaube der jungen Generation werden. Hier findet ihr die höchsten

          Ideale. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands wahrt eure Gegenwartsinteressen in Schule,

          Beruf u. öffentl. Leben...“ („Unsere Weltanschauung“ ersetzt „nationalsozialistische Weltanschauung“

          u. wird hier für 43 Jahre zur „ersten wissenschaftlichen Weltanschauung“ des Marxismus-Leninismus

          einschl. Bildungsdiskriminierung und  > verfolgte Schüler) (>22.5.46/ 31.5.45/ 25.2.48/ 15./16.7.48/

          26./28.1.49/ 24.3.52/ 31.3.71/ 20./21.4.71/ 1.12.89/ 4.8.90/ 11.8.90/ 27.9.90/ 1./2.10.90/ 11.1.2002)

23.04. SBZ; 1.Tagung des 80köpfigen, paritätisch mit KPD- u. SPD-Mitgl. besetzten SED-Parteivorstandes

          wählt die Kommunisten Anton Ackermann, Franz Dahlem, Hermann Matern, Paul Merker, Wilhelm

          Pieck, Elli Schmidt, Walter Ulbricht und die Sozialdemokraten Max Fechner, Erich Gniffke, Käthe Kern,

          Otto Grotewohl, August Karsten, Helmut Lehmann, Otto Meier als SED-Zentralsekretariat (>05.1946/

          25.7.50),

          SBZ; Erstausgabe Zentralorgan d. SED „Neues Deutschland“ „Das größte Ereignis für unser Volk…“,

          SBZ; „Der Morgen“ LDPD-Zeitung „Der erste Parteitag der SED in Berlin...“

24.04. SBZ; „Neue Zeit“ cDUD-Zeitung „Die Sozialistische Einheitspartei...“

          SBZ; „Der Freie Bauer“ „Die Einheit der Arbeiterklasse und die Bauern...“

25.4/16.5. Frankreich; Paris, 2.(nach-Potsdam)-Treffen des alliierten Rates der Außenminister

    04. ABZ; „Süddeutsche Juristenzeitung“, Prof. Gustav Radbruch schreibt „Gesetzliches Unrecht und über-

          gesetzliches Recht“, u.a. wenn „der Widerspruch des positiven Gesetzes zur Gerechtigkeit ein so un-

          erträgliches Maß" erreicht „daß das Gesetz als ,unrichtiges Recht' der Gerechtigkeit zu weichen" habe

          = Radbruch’sche Formel: DDR-Bildungsdiskriminierung > verfolgte Schüler ??? (>5.12.52/ 17.8.90),

          BBZ; Hannover, unter direkter Leitung d. SPD-Vorsitz. Dr. K. Schumacher wird „Betreuungsstelle Ost“

          zur Betreuung geflohener SPD-Genossen geschaffen (Erich Ollenhauer: „Für unsere Genossen in der

          Ostzone, die zwangsweise in die SED gehen mussten.“), es folgen 5.1946 ein „Ostsekretariat“ und ab

          5.1948 ein „Ostbüro der SPD“ in West-Berlin (in den Büros werden Flüchtlinge u. Besucher aus SBZ/

          DDR registriert, befragt und betreut) und Ende 1951 eine West-Berliner Zweigstelle mit Tarnnamen

          „Aktionsgemeinschaft FDJ“ eröffnet (Herausgeber der Monatszeitschrift „Freie Junge Welt“ u. einer

          „Jungen Welt“-Tarnausgabe mit identischer Titelseite des FDJ-Originals und Auflagen bis 150 000;

          Kuriere von „Betreuungsstelle Ost“/„Ostbüro der SPD“ reisen mit gefälschten Ausweisen (auch ge-

          fälschten SED-Mitgliedsausweisen) zur Kontaktpflege, zur Warnung gefährdeter Genossen, zum

          Transport von Propaganda- u. Agitationsmaterial (z.B. „Tatsachen und Berichte aus der Sowjetzone:

          Von der HJ zur FDJ, Von der DAF (Dt. Arbeitsfront) zum FDGB, Von der Gestapo zum SSD, Vom

          Dritten Reich zur DDR, Von der NS-Wehrmacht zur sowjetischen Nationalen Volksarmee“ usw., alle

          mit Auflagen von 14 000-20 000), von gefälschten Mitgliedsmarken des FDGB, der Gesellschaft für

          Deutsch-Sowjetische Freundschaft und zum Rücktransport von Informationen u. Berichten in die SBZ/

          DDR; materiell unterstützt wird das „Ostbüro der SPD“ vom britischen und US-Geheimdienst, vom

          Sender RIAS u. vom Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen ab 1956 mit ca. DM 300 000/

          Jahr; hunderte Kuriere, Mitarbeiter, V-Leute u. tausende Kontaktpersonen des „Ostbüro der SPD“

          werden in den Folgejahren in der SBZ/DDR verhaftet, verurteilt, in ostdeutschen und sowjet. Lagern u.

          Gefängnissen inhaftiert (z.B. werden Helmut Hiller und sieben Mitangeklagte wg. Verbindung zum

          Ostbüro der SPD vom SMT Schwerin im Namen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken zu je

          25 Jahren Arbeitslager verurteilt, Hiller kommt 1962 durch „Freikauf“/Menschenhandel in die BRD,

          erhält von der SPD in Bonn für 12 Jahre Haft - wie die für das SPD-Ostbüro tätige Susanne Sievers für

          8 Jahre Haft - DM 100 (einhundert) Haftentschädigung (>11.12.1951) und prozessiert danach vor dt.

          Richtern mit wechselndem Erfolg gegen die SPD. Zitat Dr. K. Schumacher: „Mit tiefer Verehrung

          verneigen wir uns vor den Opfern des roten Faschismus. Die Sozialdemokratie hat ein Prinzip..: Die

          Kameradinnen und Kameraden nicht im Stich zu lassen.“); einmal fordert die DDR für den „Freikauf“

          eines „SPD-Ostbüro“-Mitarbeiters DM 1 500 000 von der BRD, die Kosten für die Steuerzahler werden

          auf DM 800 000 herunter gehandelt, das Ostbüro schliesst 1971 (>31.5.46/ 18.11.46/ 17.6.49/

          12.7.47/ 25.8.52/ 23.9.52/ 11.12.52/ 17.12.52/ 10.1955/ 17.4.57/ 1.6.57/ 1.12.57/ 7.12.66/ 17.12.99),

          SBZ; Berlin, die SPD-Falken Hans Leuendorf (18 J.) u. Dietrich Medenwald (20 J.) werden von sowjet.

          Geheimpolizei verhaftet (beide „sterben“ 1948 im NKWD-Lager Nr. 7 Sachsenhausen) (>9.9.48)

26.04. ABZ; EKD-Ratsvorsitzender Bischof Theophil Wurm unterschreibt Eingabe an die Alliierten gegen

          das Entnazifizierungsgesetz: „Unsere Bedenken richten sich gegen die Grundauffassung des ganzen

          Gesetzes. Das Gesetz steht nicht in allen Stücken im Einklang mit dem natürlichen Rechtsempfinden.

          Es beachtet nicht alle elementaren Rechtsgrundsätze, die die Rechtsordnung von Kulturstaaten kenn-

          zeichnen u. die ihre letzte Bindung an Gottes Gebot nicht verleugnen...“ (Bischof Wurm verkündete

          1937 öffentl., daß seine Württembergische Kirche ,judenreiner’ sei als irgendeine andere')(> 12.10.46)

30.04. BBZ; hannoverscher Landesbischof August Mahrarens verfaßt „um der Wahrheit willen“ eine

          Stellungnahme, wonach sich die SA nicht an Judenpogromen in 1938 beteiligt habe: „vielmehr wurden

          die Terrormaßnahmen von weitesten Kreisen ihrer Mitglieder mißbilligt und eine Beteiligung an ihnen

          geradezu abgelehnt...die Mitglieder der SA zum größten Teil vernünftig denkende Menschen und

          keine Parteifanatiker...waren. Sie erstrebten lediglich eine innere Erneuerung des deutschen Volkes

          auf vaterländischer Grundlage und wurden durch die spätere Entwicklung bitter enttäuscht...Weil sich

          hier eine Möglichkeit der christlichen Verkündigung bot, fanden sich auch überzeugte Christen und

          Theologen zur Mitgliedschaft in der SA bereit...Die Betrüger und nicht die Betrogenen darf die Schuld

          und die ganze Härte einer gerechten Strafe treffen.“

01.05. SBZ; Halle/Merseburg, Bericht des Magdeburger Bezirkspolizeipräsidenten Briesenbach an sowjet.

          General Gogunow u.a. „Selbst am Tag der Maifeier wurden am Vorabend gelegentlich des Nach-

          hausegehens im Anschluß an den Fackelumzug weibliche Personen verprügelt...Die weiblichen

          Bewohner werden ohne Rücksicht auf ihr Alter nach schwersten Mißhandlungen im Anschluß an die

          Ausplünderung ihrer Wohnungen vergewaltigt. (Offenbar wurde eine Bewohnerin erst erschossen u.

          dann vergewaltigt) Auch am Tage werden in städt. Anlagen immer gleich auch von mehreren Soldaten

          einzeln gehende Frauen nach Zerreißen ihrer Bekleidungsstücke 5-6mal hintereinander vergewaltigt.“

          Zusammenfassend berichtete der Polizei-Chef, im Raum Halle/ Merseburg seien vom 1.1. bis 3.5.46

          folgende schwere Verbrechen durch „Personen in sowjetischer Uniform“ begangen worden: 34 Morde,

          345 Einbrüche, 328 Raubüberfälle, 60 Eisenbahnüberfälle, 123 Rinderdiebstähle, 212 Körper-

          verletzungen - 10 davon mit Todesfolge - sowie 162 Vergewaltigungen (>06.1946/ 4.1.49/ 22.2.2002)

03.05. Frankreich; Straßburg, NSDAP-Gauleiter Baden-Elsaß u. Reichsverteidigungskommissar Robert

          Wagner (Zitat: „Widerstand bis zum letzten Küchenmesser“) wird zum Tode verurteilt (seine letzten

          Worte am 14.8.: „Es lebe Großdeutschland, es lebe Adolf Hitler, es lebe der Nationalsozialismus“)

3.5./12.11.48 Japan; Tokyo, im IMT-Hauptkriegsverbrecher-Prozeß werden alle 25 japan. Angeklagten

          schuldig gesprochen. Min.-Präs. Tojo Hideki, Außenmin. Koki Hirota und die Generale Kenji Doihara,

          Seishiro Itagaki, Haitaro Kimura, Iwane Matsui, Akire Muto werden zum Tode verurteilt und gehenkt,

          16 Angeklagte werden zu lebenslanger Haft verurteilt und nach 10 Jahren begnadigt (z.B. Außenmin.

          Mamoru Shigemitsu, Außenmin. Matsuoka war zuvor u. Gen. Umezu Yoshijiro war in Haft gestorben)

04.05. Groß-Berlin; Dr. jur. Friedrich Kaul kehrt aus den USA zurück (SED, Referendar, 1948 Rechtsanwalt)

05.05. Iran; Abzug aller sowjet. Truppen

6./10.5. BBZ; Lüneburg, brit. Militärtribunal verurteilt Fliegerkorps-General Kurt Student wg. Vergehen gegen

          die Genfer Konventionen betr. Kriegsgefangener und verwundeter Truppen in Kreta zu 5 Jahren Haft

          (das Urteil wird nie rechtskräftig, seine Auslieferung an Griechenland abgelehnt)

07.05. Niederlande; Den Haag, Hinrichtung v. Nationaal-Socialistische Beweging NSB-Führer Anton Mussert

          (ca. 200 000 niederländ. Nazi-Kollaborateure wurden verhaftet, ca. 200 werden zum Tode verurteilt)

08.05. CSR, Benes-Gesetz Nr. 115/1946 über Straffreiheit von Vertreibungsverbrechen bis 18.10.45 (ohne

          spätere rechtshemmende BRD- bzw. DDR-Einreden im Interesse dt. Opfer) deutsche Gerechtigkeit

          (>21./23.6.50/ 29.4.52/ 20.6.73/ 11.12.73/ 30.7.74/ 21.1.97)

9./10.5. Groß-Berlin; Gründung Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe VdgB (>2.4.57),

          BBZ; Hannover, 1.(Westzonen) SPD-Parteitag, ca. 270 Delegierte (u.a. als schwed. Exil-SPD-Vertr.

          „Herbert Frahm genannt Willy Brandt“) wählen Dr. Kurt Schmacher zum Vors., Erich Ollenhauer als

          Stellvertr. und mit Fritz Heine, Herbert Kriedemann (!) u. Alfred Nau zu „besoldeten“ Parteivorstands-

          Mitgl., sie diskutieren sozialistische Wirtschaftspolitik und Dr. Schumacher fordert in Grundsatzrede

          den „demokrat. Staat mit sozialistischem Inhalt“ und bezeichnet SED-Mitgl. als „rotlackierte Nazis“

         (>29.6./2.7.47/ 12.7.47/ 1.2.48/ 07.1949)

10.05. SBZ; Tag des freien und des verbrannten Buches (>15.9.55/ 26.3.69)

14.05. SBZ; 2. Sitzung des SED-Parteivorstandes, Beschluß „Der Aufbau des Schulungssystems der SED“

          u.a. zu Parteihochschule „Karl Marx“ Liebenwalde (Direktor/Rektor: Willy Kropp (1946-47), Carl Bose

          (1946-47), Prof. Dr. Hanna Wolf (1950-83), Kurt Tiedke (1983-89), 1.Kurs von 141 Kadern an der

          ,PHS‘ beginnt bereits am 14.6.46) und zu Mitgliederschulung, Wochenendkursen, Kreisschulen und

          Landesschulen (>10.1.48/ 7.8.51/ 1.4.58),

          SBZ; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, bei Wiedereröffnung ist Juristensohn u. Halbwaise

          Hans-Dietrich Genscher unter den 1132 bildungsprivilegierten Immatrikulierten (>20.8.52/ 03.2002)

16.05. ABZ; Kronberg/Taunus, US-Militärbischof Dr. Aloysius Muench wird Apostolischer Visitator u. Leiter

          der Päpstlichen Mission für die Flüchtlinge in Deutschland (der One World In Charity“-Fastenhirten-

          brief-Verfasser wird u.a. mit kath. Gnadengesuchen für Kriegsverbrecher wie Dr. H. Eisele, A. Greiser,

          O. Ohlendorf und O. Pohl genannt)(>14.7.46/ 11.4./14.8.47/ 15.9.47/10.4.48/ 7.11.49/ 03.1950/ 9.3.51/

          7.6.51/ 19.2.52) christliche Solidarität

17.05. SBZ; Gründung Deutsche Film AG DEFA mit SMAD-Lizenz u. UFA-Ateliers (Direktoren bis 1990 u.a.

          Franz Bruk, Hans Klering, Hans-D. Mäde, Joachim Mückenberger, Hans Rodenberg, Sepp Schwab,.

          Albert Wilkening – alle SED) (>6./.9.6.47/ 4.11.47)

20.05. ABZ; Vorstellung des amerikan. Colm/Dodge/Goldsmith-Plan for the Liquidation of War Finances and

          the Financial Rehabilitation of Germany (Währungsreform) (>12.9.46/ 8.4.48/ 20.6.48), 

          SBZ; John-Brinckman-Schule Güstrow, die Schüler Klaus Frehse, Karl-Heinz Köhn, Manfred Kofahl,

          Willy Mense, Olant Ohde u. Joachim Rebs werden verhaftet, zuvor wurden bereits Karl Garbe und

          Werner Waßmann verhaftet, sie werden am 11.9.46 von SMT im Namen der UdSSR wg. „illegaler

          Gruppenbildung“ zu langen Haftstrafen verurteilt, Joachim Rebs überlebt als einziger (er wird am

          31.3.1995 vom Obersten Militärstaatsanwalt in Moskau rehabilitiert)  > verfolgte Schüler (>27.9.50),

          SBZ; Berlin-Köpenick, Gründung der provisorischen FDGB-Schule „Theodor Leipart“ 

21.05. SBZ; SMAD-Vorsitz. Marschall Wassili Sokolowski erklärt sowjet. Demontagen als beendet (beendet

          werden sie 1948. Allein 1945 vom sowjet. „Komitee für Beutegut“ enteignete, abtransportierte Edel-

          metalle, Zahlungsmittel, Sach- u. Kunstgegenstände, Bibliotheken, 450 000 Radios u. 60 000 Klaviere

          füllten ca. 400 000 Eisenbahnwaggons u. wurden auf RM 8 000 000 000 geschätzt) (>5.6.46/ 08.1953/

          30.11./3.12.98)

    05. SBZ; Landeswohlfahrtsverbände „Rettet das Kind“„Heim u. Arbeit“„Volkssolidarität gegen Wintersnot“

          werden „Volkssolidarität“ - „charakteristisch für ihre Arbeitsweise ist, daß sie bis April 1951 den Besitz

          politischer Flüchtlinge ohne Rechtsgrundlage und ohne ordnungsgemäße Buchführung übernahm und

          nach Gutdünken weitergab.“ mit gemeinsamen Zentralrat unter SPD-Wendehals u. SED-ZK-Mitgl.

          Helmut Lehmann - (später ca. 2 Mio. Mitgl., Lehmann wird MdL Thüringen, FDGB-Bundesvorst.,

          Volksrat-Mitgl., Sozialversicherungsvors., Held der Arbeit, Karl-Marx- u. VVO-Träger und mit einer

          generösen Ehrenpension als Kämpfer gegen den Faschismus) (>30.9.49/ 12.12.50/ 13.4.51/ 23.2.53)

22.05. SBZ; Bernau/Bogensee, Eröffnung ,FDJ-Jugendhochschule beim FDJ-Zentralrat’ in NS-Propaganda-

          min. Goebbels Sommerhaus (1947 gibt es ca. 9 500 hauptamtl. „Berufsjugendliche“ FDJ-Funktionäre;

          ab 14.9.50 Jugendhochschule ,Wilhelm Pieck‘, bis ’81 werden hier ca. 13 000 FDJ-Kader ausgebildet)

          E. Honecker: „(damit wurde) unterstrichen, daß es hier um…Ausbildung u. Erziehung junger Kommu-

          nisten ging, die im Auftrag der Partei die Ideen von Marx, Engels u. Lenin unter die Jugend tragen und

          sie zur aktiven Teilnahme am Kampf für Stärkung u. den Schutz der DDR gewinnen würden.“ (Neues

          Deutschland, 16.9.1980)  > verfolgte Schüler (>17./18.1.51/ 12.4.51/ 15.9.52/ 8.1.55/ 28./29.2.80),

          SBZ; Provinz Sachsen, Provinzialverwaltung, „Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule“

          §1 Die deutsche demokrat. Schule soll die Jugend zu selbstständig denkenden…Menschen im Geiste

          …einer echten Demokratie…erziehen. Sie wird…jedem Kind u. Jugendlichen ohne Unterschied des

          Besitzes, des Glaubens oder…Abstammung die seinen…Fähigkeiten entsprechende vollwertige Aus-

          bildung geben. §2…schulische Erziehung ist ausschl. Angelegenheit des Staates…Religionsunterricht

          ist Angelegenheit der Religionsgemeinschaften.“ (Pfarrerssohn u. LDP-Min.Präs. Dr. Otto Hübener’s

          SED-Volksbildungsabt.-Ltr. Otto Halle - 1947/48 MinDir., 1949-11.1950 u.a. Ltr. HA Hochschulen der

          ZV Volksbildung/MfV - sagt das Gesetz sei in gemeinsamen Beratungen aller SBZ-Länder mit der ZV

          für Volksbildung entstanden, zudem „hatten die vier politischen Parteien noch kurz vor der Beratung

          im Präsidium der Provinz Gelegenheit zur Stellungnahme. Diese Besprechung ergab, daß die

          Blockparteien in grundsätzl. Fragen immer einen gemeinsamen Weg finden können u. deshalb dieser

          Vorlage zustimmten“) Gleiche Gesetze sichern im einheitl. sozialistischen Bildungssystem der SBZ

          per Verfügungen u. Mitteilungen bald „Bildung für alle neuen Mitläufer“ statt „Bildung für alle“. Diese

          politische Kriterien sozialistischer Begabtenförderung erfüllende „Junge Garde“ bringt Kader,

          sozialistische Intelligenz, per „Freikauf“/Menschenhandel zahlreiche neue Akademiker-Bundesbürger

          sowie Wende- u. Nachwendezeiteliten hervor  > verfolgte Schüler, Bildungsdiskriminierung,

          deutsche Gerechtigkeit (>1.9.46/ 5./7.6.47/ 19./20.48/ 15.12.50/ 9.8.51/ 04.1957/ 07.1958/ 07.1959/

          2.12.59/ 23.9.63/ 8.7.64/ 25.2.65/ 1.9.66/ 24.9.70/ 1.9.71/ 01.1977/ 29.11.79/ 18.3.90/ 1./2.10.90),

          CSR; Prag, der an die Tschechoslowakei ausgelieferte, zum Tode verurteilte ex-NS-Staatssekretär u.

          Höhere SS- und Polizeiführer Karl Hermann Frank wird vor Tausenden Zuschauern öffentlich gehenkt

24.05. ABZ; Nürnberg, IMT, ex-Hitler-Jugendführer v. Schirach bekennt u.a. „Es ist meine Schuld, daß ich

          diese Jugend erzogen habe für einen Mann, der ein millionenfacher Mörder gewesen ist.“ (>30.9.46)

25.05. ABZ; wg. mangelnder sowjet. Interzonenhandelskooperation verfügt der stellv. US-Militärgouvernor

          General Lucius D. Clay westdt. Demontagen- /Reparationeneinstellung an die UdSSR (>28.11.89)

28.05. Alliierter Kontrollrat beschließt die SED-Zulassung auch in West-Berlin (>15.2.69),

          ABZ; Heidelberg, Prof. Dr. Karl Jaspers Buch „Die Schuldfrage“ zur geistigen Situation Deutschlands

          definiert die individuelle kriminelle, politische, moralische und metaphysische Schuld - jetzt oder später

03.05. BBZ; Landkreis Peine, Ankunft von 1 500 Vertriebenen, die am 28.4. mittels Transportbefehl 64 der

          „Operation Schwalbe" in 32 unbeheizten Viehwaggons aus Frankenstein/Zabkowice Slaskie deportiert

          wurden, der Transport wurde über das Transitlager Mariental bei Helmstedt weitergeleitet und die 350

          zumeist alten Männer, 727 Frauen und 423 Kinder auf den Landkreis Peine aufgeteilt,

          Frankreich; Straßburg, NSDAP-Gauleiter Baden-Elsaß u. Reichsverteidigungskommissar Robert

          Wagner (Zitat: „Widerstand bis zum letzten Küchenmesser“) wird zum Tode verurteilt (seine letzten

          Worte am 14.8.: „Es lebe Großdeutschland, es lebe Adolf Hitler, es lebe der Nationalsozialismus“)

31.05. Berlin, Alliierte Kommandantur lässt SED und SPD in allen vier Sektoren zu (>16.6.48/ 23.8.61),

          SBZ; Brandenburg, Provinzialverw., Gesetz zur Demokratisierung der dt. Schule „Die neue demokra-

          tische Schule muß frei sein von allen Elementen des Militarismus…Sie muß so aufgebaut sein, daß

          sie allen Jugendlichen…das gleiche Recht auf Bildung und seine Verwirklichung…garantiert…“

          > verfolgte Schüler (>1.9.46/ 15.12.50)

01.06. Rumänien; Jilava, Hinrichtung von ex-Min.-Präs. Ion Antonescu und ex-Außenmin. Mihai Antonescu

04.06. SBZ; Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung-Präsident Paul Wandel u. Prof. Dr. Wilhelm Heise

          (seit 08.1945 Leiter der DZfV-Schulabteilung - beide SED) - informieren, daß in den SBZ-Ländern „der

          einheitliche Text eines Schulgesetzes angenommen“ ist: „Die Familie und die Kirche haben weiterhin

          ihre besonderen erzieherischen Aufgaben…Die Schule aber bleibt dem Staat“ (ohne parlamentarische

          Legitimation wird ab >1.9. der nationalsozialistische Schulzwang mit bewußter Bildungsdiskriminierung

          - vorerst für Kinder bürgerlicher und dauerhaft für Kinder religiös gebundener Bevölkerungsteile - fort-

          gesetzt)  > verfolgte Schüler (>15./16.8.46/ 23./26.5.47/ 31.12.47/ 19./20.2.48/ 5./8.7.48/ 25./28.1.49)

05.06. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 167 zu „Übergang von Unternehmungen in Deutschland in das Eigentum der

          UdSSR auf Grund der Reparationsansprüche“ (Enteignung von 213 Großbetrieben in Sowjet. Aktien-

          gesellschaften SAG wie SAG Agfa Wolfen, SAG Leuna, SAG Wismut (>22.7.46/ 10.5.47/ 20./22.8.53)

    06. SBZ; Mecklenburg, ex-SPD-Mitgl. und seit April SED-Parteivorstandsmitgl Erich Gniffke berichtet

          W. Pieck und O. Grotewohl über die Situation hier angesichts der herrschenden Brutalität; wer sich

          weigere den Sowjets Wertsachen und andere Dinge zu überlassen oder wer sich Notzuchtversuchen

          wiedersetze, werde mit der Waffe bedroht, wenn nicht einfach niedergeschossen. Einzeln stehende

          Gehöfte würden überfallen, die Frauen missbraucht. Während der ersten drei Maiwochen habe es

          24 Einbrüche mit Vergewaltigung gegeben (>30.10.48/ 4.1.49/ 22.2.2002)

8./10.6. SBZ; Brandenburg, I.Parlament der FDJ (633 Delegierte), der ev. Bischof Otto Dibelius u. der kath.

          Prälat Ludwig Wolker lassen Grußworte verlesen, es sprechen u.a. auch O. Grotewohl und W. Pieck.

          FDJ-Vorsitz. E. Honecker sagt u.a. „Die wahren Belange eines Volkes haben nichts zu tun mit kriegs-

          hetzerischen, chauvinistischen Eroberungsplänen. Verstehen wir doch unter unter nationalen Werten

          all das Gute das dem Fortschritt…und…dem Wohle der Menschheit dient…Daher muß man…mit der

          Lüge aufräumen, als seien die Krupp, Thyssen, Klöckner, Flick nationale Menschen. Diese Menschen

          handeln niemals national und deutsch; das streiten wir ihnen entschieden ab. Sie waren und sind in

          unseren Augen vaterlandslose Gesellen.“ (am >20./24.8.82 empfängt Honecker Krupp-Vertreter, am

          9.9.87 besucht Honecker die mit Krupp-u. DDR-Fahnen geschmückte Krupp-Villa Hügel in Essen),

          das Parlament proklamiert vier „Grundrechte der jungen Generation“ -auch Recht auf Bildung- um „für

          die großen Ideale der Freiheit, des Humanismus, einer kämpferischen Demokratie, des Völkerfriedens

          und der Völkerfreundschaft, für die aktive Teilnahme aller Jungen u. Mädel beim Neuaufbau unseres

          Vaterlandes zu gewinnen“; verabschiedet Statuten u. wählt - trotz antikirchlicher Polemik des sächs.

          FDJ-Vorsitz. R. Bialek: „Wir müssen die Kirchen erst an uns ziehen, um so leichter können wir ihnen

          dann den Schnorchel umdrehen, wir werden den Kirchen täglich zehn Nackenschläge geben, bis sie

          am Boden liegen“ u. nur mit Honecker’s Zusage die „Überparteilichkeit der FDJ (zu) hüten wie unseren

          Augapfel“ befristet (>27./30.5.52) befriedet - den ersten Zentralrat (46 SED-, 8 cDU-, 4 LDPD- u. vier

          parteilose Mitglieder/ Sekretariat hat 8 SED-, 4 cDU-, 1 LDPD-Mitgl., 2 Kirchenvertreter); E. Honecker

          wird wieder zum Vorsitz. gewählt, Fridl Lewin (ex-SPD) wird verantwortl. Sekretär für Kindergruppen,

          Zentralrats- bzw. Sekretariatsmitgl. sind u.a.: Hermann Axen (1946-49), Edith Baumann (1946-49),

          Rudolf Böhm (1946-47), Herbert Geisler (1946-48), Günther Hahn (1946-47), Oswald Hanisch (1946-

          49), Ernst Hoffmann (1946-47), Manfred Klein (1946-47), Robert Lange (1946-49), Marga Lindner

          (1946-47), Werner Ruprecht (1946-47), Paul Verner (1946-49), Rita Wrusch (1946-48) (künftige Mitgl.

          sind u.a.: Werner Lamberz (1953-63), Inge Lange (1952-61), Egon Krenz (1961-64, 1967-83); leitende

          Kader studier(t)en an sowjet. Komsomol- /KPdSU-Parteihochschulen) > verfolgte Schüler (>28.1.48)

14.06. SBZ; Halle/S., Landgericht verurteilt die Scharfrichter-Gehilfen Johannes Kleine u. Andreas Rose wg.

          Beteiligung an über 500 Hinrichtungen mit Scharfrichter Alfred Roselieb im Zuchthaus „Roter Ochse“

          zum Tode (Gustav Radbruch kritisiert das Urteil. Der in die BBZ geflohene Roselieb war für einen

          Henkerslohn von RM 26 433 von 04.1944 - 03.1945 an insges. 931 Hinrichtungen beteiligt)

15.06. BBZ; „Sozialistische Rundschau - Mitteilungsblatt der SPD“ SPD-Bez. Mittelrhein Vorsitz. Willi Eichler

          schreibt u.a. „Der Kampf gegen die Kirchen läßt sich von dem gegen die christliche Religion durchaus

          trennen. Der erste ist eine politische Auseinandersetzung, der zweite eine weltanschauliche. Diese

          weltanschauliche Auseinandersetzung ist wichtig, aber heute nicht so dringend wie der Kampf gegen

          die politischen Machenschaften der Kirche.“ (>18.1.1950)  > verfolgte Schüler,

          SBZ; Zwickau-Auerbach, eine Gruppe angetrunkener sowjet. Offiziere führt unter in einem Lokal an-

          wesenden deutschen Frauen eine Vergewaltigungsorgie durch u. schießt den Besitzer nieder(>4.1.49)

15./17.6. Groß-Berlin, I.cDUD-Parteitag bestätigt Jakob Kaiser als 1.Vorsitz. u. verabschiedet Entschließung

          über einen „Sozialismus aus christlicher Verantwortung“ (>6./8.9.47/ 2./6.7.71)

15.6./12.7. Frankreich; Paris, Drei-Mächte-Konferenz (GB, UdSSR; USA - am 10.7. behauptet der sowjet.

          Aussenmin. W. M. Molotow Deutschland in eine Demokratie verwandeln zu wollen!)

17.06. SBZ; Gründung des FDJ-„Verlag Neues Leben“, Ziel u.a. „an der kommunistischen Bildung und

          Erziehung der jungen Generation mitzuwirken...“  > verfolgte Schüler

20.06. SBZ; SED-Parteivorstand veröffentlicht Erklärung „SED und nominelle (NSDAP) Parteigenossen“ (um

          ihnen den Weg in die SED zu öffnen),

          West-Berlin; Poststadion, SPD-Vors. Dr. K. Schumacher’s Appell „Auf, Sozialisten schließt die Reihen“

22.06. Alliierter Kontrollrat, Niederlande deklarieren ihren Besitzanspruch auf Ihagee-Kamerawerke Dresden

          (1948 wird die sowjet. „Beschlagnahme“ aufgehoben)

24.06. BBZ; Helmstedt, brit. Militärgericht verurteilt im „Rühen Baby Farm Case“ Volkswagenwerk Betriebs-/

          Lagerarzt Dr. Hans Körbel u. Krankenschwester Ella Schmidt wg. des Todes von 365 poln. u. sowjet.

          Zwangsarbeiterkindern infolge vorsätzl. Vernachlässigung zum Tode (Dr. K. wird am 7.3.47 gehenkt,

          Ella Schmidt’s Todesurteil wird später zu einer langjährigen Haftstrafe gewandelt)

25.06. SBZ; Thüringen, Dr. jur. Helmut Külz (LDPD) leitet das Landesamt für Justiz (ab 6.12.46 wird Dr. Külz

          Landesjustizmin., nicht überliefert ist ob sich der liberale Justizminister in gleicher Weise für die 38

          ,Greußener Jungen’ einsetzt wie es der liberale ex-Justizmin. Dr. Thomas Dehler später für den

          liberalen (DDR)Minister Dr. Karl Hamann tat? Dr. K. flieht im Juni 1948 nach Westdeutschland)

29.06. Vatikan; Papst Pius XII beruft den vom poln. Kardinal Hlond zum Amtsverzicht gezwungenen Bischof

          Maximilian Kaller zum „Päpstlichen Sonderbeauftragten für die heimatvertriebenen Deutschen“

30.06. Alliierter Kontrollrat verfügt (Verlangen d. SMAD wg. vielen Sowjetzonenflüchtlingen) Sperrung der

          Demarkationslinien zwischen SBZ u. westl. Besatzungszonen (>29.10.46/ 4.12.46/ 26.5.52/ 13.8.61),

          SBZ; Sachsen, „Volksentscheid gegen Kriegsverbrecher…“ über das „Gesetz über die Übergabe von

          Betrieben von Kriegs- u. Naziverbrechern in das Eigentum des Volkes“ (mit 77,6%=JA für Industrie-

          reform ist Gesetz rechtskräftig, vom 24.7.-16.8. treten Gesetze gleichen Inhalts in den übrigen

          Ländern der SBZ in Kraft) (>26.3.68)

01.07. Alliiertes Kontrollratsgesetz Nr.31 zur Auflösung deutscher Polizeiagenturen die politischer

          Überwachung dienen (>1.12.47/ 14.4.49/ 27.9.50),

          ABZ; Oberursel, ex-Fremde Heere Ost-Chef Reinhard Gehlen beginnt Aufbau US-dt. Geheimdienst-

          „Organisation Gehlen“ (für den ex-Kriegsgegner tätig werden u.a. die „Wendehälse“ Gerhard Wessel,

          Hermann Baun, Dr. Emil Augsburg, Alfred Bentzinger, Otto v. Bolschwing, Hans Clemens, Hermann

          Foertsch, Erich Deppner, Herbert v. Dirksen, Heinz Felfe, Konrad Fiebig, Heinz Herre, Gustav Hilger,

          Adolf Heusinger, Wilhelm Krichbaum, Hans v. Lossow, Dr. Hans Speidel, August Winter, Ebrulf Zuber

          u. andere SS- / Gestapo-Mitgl.) (>12.1947/ 17.11.48/ 8.2.50/ 7.8.50/ 17.3.52/ 20.7.54/ 1.4.56/ 23.7.63)

    07. SBZ; Gründung „Kammer der Technik“, wird später eigenständige Massenorganisation der sozialisti-

          schen Intelligenz, im Vorstand sind überwiegend SED-Mitglieder, Präsidenten: Prof. Dr. Hans-Heinrich

          Franck, Prof. Dr. Horst Peschel, Prof. Dr. Manfred Schubert, Prof. Dr. Ing. Dagmar Hülsenberg, Prof.

          Dr. Ing. Klaus-Peter Budig, Vizepräs. u.a. Prof. Dr. Robert Havemann (später ca.250 000 Mitgl.,

          67 000 mit Hochschulabschluß)

03.07. BBZ; „Hannoversche Neueste Nachrichten“ Henri Nannen-Pathos u.a. „Verstummt sind die Schreie

          der Lautsprecher, zerrissen das bunte Tuch der Fahnen und die Feuer der Pylonen sind ausgebrannt

          …Hatten wir denn überhaupt mit alledem zu tun, waren wir nicht vielmehr abseits gestanden und

          hatten unsere heiligsten Güter vor dem Inferno dieser Jahre bewahrt?...“ (>16.12.1970/ 1.2.1979)

04.07. Polen; Kielce, bei anti-jüd. Pogrom poln. Zivilisten, Polizisten und Militärs werden von ca. 200 heim-

          gekehrten zumeist besitzlosen KZ-Überlebenden mind. 37 - auch Kinder - grausam ermordet u. viele

          schwer verletzt (Polens Augustyn Kardinal Hlond gibt den Juden die Schuld am Massaker - bis Ende

          1946 flüchten ca. 70 000 - 100 000 Juden aus dem kommunistisch regierten Polen) (>12.8.46)

07.07. poln. verwaltetes Schlesien; Breslau/Wroclaw, „Bekanntmachung Auf Grund des Beschlusses der

           interalliierten Kontrollkommission in Deutschland wird in den nächsten Tagen mit der Repatriation der

           deutschen Bevölkerung…nach der englischen Okkupationszone begonnen. Die Transporte werden

           mit der polnischen Eisenbahn direkt zur englischen Okkupationszone geleitet…Jede Beschädigung

           wie auch Vernichtung der zurückgelassenen Gegenstände…wird standrechtlich bestraft…“ gez.

           Pełnomocnika Rzadu RP na Okreg Administracyjny Dolnego Slaska Mgr. Stanislaw Jorczyko 

10.07. Allierter Kontrollrat erläßt Gesetz Nr. 32 über Beschäftigung von Frauen bei Bau- und Wiederaufbau-

          arbeiten (in Berlin sind bereits ca. 60 000 oft verwitwete, vergewaltigte, vertriebene, alleinerziehende,

          meist aus der Unterschicht kommende 15-50jährige Trümmerfrauen mit der z.T. gefährlichen Arbeit für

          ca. RM 0,60/Std. u. bessere Lebensmittelrationen beschäftigt, vielleicht Millionen im Land)(>01./02.47)

14.07. Polen; Poznan; der vom Obersten Nationaltribunal wg. vielfacher Morde, Deportationen, Kunstraub,

          Zwangsadoptionen u. Eindeutschung poln. Kinder verurteilte ex-NSDAP-Gauleiter, Reichsstatthalter u.

          SS-Obergruppenführer Arthur Greiser wird öffentl. gehenkt (>30.11./3.12.98)

16.07. ABZ; Dachau, US-Militärgericht, Malmedy-Prozeß, wg. Ermordung amerik. Kriegsgefangener werden

          43 Angeklagte (u.a. SS-Obersturmbannführer Joachim Peiper) zum Tode (kein Todesurteil wird voll-

          streckt), 22 zu lebenslanger Haft (u.a. SS-Oberstgruppenführer Josef Dietrich) und 8 weitere mit bis zu

          20 Jahren Haft verurteilt (>31.1.51/ 22.10.55)

18.07. Österreich; Wien, ex-„Spiegelgrund“-Anstaltsleiter Dr. med. Ernst Illing wird im Namen des Volkes wg.

          Kindereuthanasieverbrechen zum Tode verurteilt (und 11.1946 erhängt) (>25.10.46/20.8.47)

20.07. ABZ; Nürnberg, Generalleutnant Dr. Edmund Glaise v. Horstenau begeht Selbstmord,

          SBZ; die ev. Berlin-Brandenburgische Landeskirche weigert sich anläßl. einer Kanzelabkündigung

          zum Jahrestag des 20.7.1944 den Namen von Dietrich Bonhoeffer zu erwähnen, da sie den Anschlag

          „niemals gutheißen (könne), in welcher Absicht er auch ausgeführt sein mag.“

22.07. Palästina; Jerusalem, King-David Hotel, bei Sprengstoffanschlag jüd. „Irgun“-Terroristen auf das brit.

          Hauptquartier werden ca. 150 Menschen getötet und verwundet (>17.7.47/ 14.5.48/ 17.9.48),

          SBZ; SMAD-Befehl Nr. 143: IG Farben Ammoniakwerk Merseburg wird Chemiewerk Leuna SAG (ehe

          1990 die Treuhand übernimmt u.a. auch: VEB Leuna-Werke ,Walter Ulbricht’, Leuna-Werke AG…),

          UdSSR; Heimkehr erster deutscher Kriegsgefangener (>10.3./24.4.47/ 13.1.50/ 9.10.55/ 31.8.90)

26.07. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 225 Über die Leitung und Arbeit der Kinderheime (>26.7.51/ 18.9.52)

29.7./10.2.47 Frankreich; Paris, Friedenskonferenz der Alliierten mit Bulgarien, Finnland, Italien, Ungarn und

          Rumänien über Reparationen u. Gebietsansprüche (am 10.2.47 Unterzeichnung der Friedensverträge,

          z.B. zahlt Italien $360 000 000, verliert Kolonien und Teile Dalmatien’s u. Istrien’s, ca. 350 000 italien.

          Vertriebene, kein alliierter Prozeß gegen Italiener - bereits ab 1945 wurden allein in Mailand über

          1 000 italien. Faschisten hingerichtet) (>9.7.51/ 6.9.51/ 24.10.51/ 25.1.55/ 15.5.55/ 12.9.90)

30.07. SBZ; Gründung von „Deutsche Verwaltung des Innern (DVdI)“ verantwortl. für Koordination der SBZ-

          Polizeiorgane, Präs. Erich Reschke (ab 1950 Volkspolizei-Kommandant Zuchthaus „Gelbes Elend“ in

          Bautzen), Vizepräs. Erich Mielke (>7.2.47), Willi Seifert, Kurt Wagner (alle SED) (>23./24.7.48),

          SBZ; SMAD-Befehl Nr. 228 Über die Nichtigkeit von NS-Urteilen in politischen Strafsachen zwischen

          30.1.33 bis 8.5.45 (>22.2.47/ 28.5.98)  deutsche Gerechtigkeit

01.08. SBZ; Eröffnung d. „Deutschen Akademie der Wissenschaften“ (ab 10.1972 „Akademie der Wissen-

          schaften der DDR“) ist dem DDR-Ministerrat unterstellt, später mehr als 50 Institute u. Forschungs-

          stellen mit ca. 24 000 Mitarbeitern; Präsidenten: Prof. Dr. Johannes Stroux (1946-51), Prof. Dr. Walter

          Friedrich (1951-55), Prof. Dr. Max Volmer (1955-58), Prof. Dr. Werner Hartke, ex-NSDAP/SED (1958-

          68), Prof. Dr. Hermann Klare, ex-NSDAP (1968-79), Prof. Dr. Werner Scheler, ex-NSDAP/SED (1979-

          90), Prof. Dr. Horst Klinkmann, SED (1990-91) Vizepräsidenten: Prof. Dr. Hans Stille (1946-51), Prof.

          Dr. Johannes Stroux (1951-54), Prof. Dr. Hans Ertel, ex-NSDAP (1951-61), Dr. Wolfgang Steinitz,

          SED (1954-63), Prof. Dr. Walter Friedrich (1956-68), Prof. Dr. Hans Frühauf, ex-NSDAP/SED (1957-

          63), Prof. Dr. Max Volmer (1958-63), Prof. Dr. Max Steenbeck (1962-66), Prof. Dr. Hermann Klare, ex-

          NSDAP (1963-68 u. 1979-84),  Prof. Dr. Leo Stern (1963-68), Prof. Dr. Werner Hartke, ex-NSDAP/

          SED (1968-72), Prof. Dr. Kurt Schwabe (1971-80), Dr. Ulrich Hofmann (1972-90), Prof. Dr. Werner

          Kalweit, SED (1972-90), Prof. Dr. Heinrich Scheel, SED (1972-84), Prof. Dr. Werner Bahner, SED

          (1980-90), Prof. Dr. Hans-Heinz Emons, SED (1988-89), Prof. Dr. Günter Albrecht (1988-90), Prof. Dr.

          Herbert Hörz, SED (1989-90)

06.08. ABZ; erste amerik. Amnestie für bestimmte NSDAP-Mitglieder (>24.12.46)

12.08. poln. verwaltetes Schlesien; Breslau, Kardinal Hlond zwingt Prälat Dr. F. Piontek zum Amtsverzicht

15./16.8. SBZ; 1.Pädagogischer Kongreß, Paul Wandel plädiert für „Schule im Geiste der Humanität“ „Wir

          wissen auch, daß es ohne Beseitigung sozialer Ungerechtigkeit kein gleiches Recht auf Bildung gibt.

          Das gleiche Recht auf Bildung wurde vor 150 Jahren zum ersten Mal in...einer Verfassung feierlich

          verkündet. Es blieb wie die übrigen Menschenrechte...ein unerfülltes Versprechen...“, Generaloberst

          Pawel Alexejewitsch Kurotschkin und Prof. Sergej Tulpanow (beide SMAD) sprechen, ex-KPD-Mitgl.

          Dr. Wilhelm Heise referiert zu „Grundfragen der Pädagogik in der Neuen Demokratischen Schule“.

          Der Kongreß endet mit einem Aufruf „An alle Freunde der neuen Schule“ (d.h. Einheitsschulzwang,

          Hausunterricht-Verbot und Bildungsdiskriminierung)  > verfolgte Schüler (>27.7.91)

17./18.8. SBZ; Bautzen, ostsächs. FDJ-Jugendtag mit ca. 20 000 Teilnehmern u.a. Erich Honecker, Wilhelm

          Pieck u. Fritz Selbmann (LDP-Vertreter ist Landesjugendreferent Wolfgang Mischnick) (>1.9.46)

21.08. (27.8.?) SBZ; Aufruf „SED und Christentum - die Stellung der SED zur Kirche und zur Religion“ von

          Parteivorsitz. W. Pieck u. O. Grotewohl gezeichnet (in dieser Zeit wird im SED-ZK eine Kommission

          für Christentum/Kirchenfragen u.a. mit Paul Wandel, ex-SPD-Mitgl. Otto Meier und den ev. Pfarrern

          Matthäus Klein - NKFD-Gründungsmitgl., Arthur Rackwitz - Arbeitkreis religiöser Sozialisten-Gründer

          und Hans-Joachim Mund gegründet) (>20.10.46/ 28.1.47/ 01.1950)

23.08. UdSSR; Ministerrat ordnet Deportation 27 500 arbeitsfähiger Deutscher nach Sibirien an (>23.12.46)

24.08. SBZ; Frankfurt/O., der 50 000. arbeitsunfähige deutsche Kriegsgefangene aus der UdSSR trifft ein

26.8./14.1.47 China; Shanghai, US-Militärgericht verurteilt einundzwanzig dt. Geheimdienstler, Diplomaten

          und Journalisten wg. Tätigkeiten für den Achsen-Paktpartner Japan nach der deutschen Kapitulation,

          der Amt Ausland/ Abwehr-Chef in Shanghai Oberstleutnant Lothar Eisenträger alias Ludwig Ehrhardt

          wird zu lebenlanger Haft, der Deutscher Nachrichtenbüro-Chef von Shanghai Jesco v. Puttkamer wird

          zu 30 Jahren und die anderen werden zu Haftstrafen von 2 bis 20 Jahren verurteilt (1947 sind alle in

          der ABZ inhaftiert und 1950 frei!)

27.08. SBZ; Vorsitz. der Zentralverwaltung für Volksbildung Paul Wandel (SED) erlässt Anordnung zur

          Durchführung der Schulreform

29.08. SBZ; „Sächsische Tageblatt“ veröffentlicht LDP-Jugendvertreter-„Aufruf an die Jugend“ u.a. „Wir

          treten als Partei für folgende Rechte…ein: 1…2…3. Kostenloses Studium für alle Jugendlichen, die

          geistig u. charakterlich sowie politisch duzu geeignet sind…gez. Wolfgang Mischnick / Ruth Ehrlich“

          > verfolgte Schüler (>1.9.46/ 04.1948)

30.08. ABZ, IMT Nürnberg, US-Ankläger Oberst Telford Taylor erklärt u.a. „Der deutsche Militarismus wird,

          wenn er wieder kommt, nicht unbedingt unter der Ägide des Nazismus auftreten. Die deutschen Mili-

          taristen werden sich mit jedem Mann u. jeder Partei verbünden, die ihnen eine Wiedergeburt der dt.

          bewaffneten Macht verspricht. Sie werden sorgfältig u. kalt kalkulieren.“ (>5./11.10.50/ 26.9.55)

31.08. Alliierter Kontrollrat erlässt Gesetz Nr. 34 zur Wehrmachtauflösung mit Aufhebung aller relevanten

          Vorschriften einschl. Versorgungsrecht, d.h. keine Berufssoldaten-Pensionen (>16.12.49/ 24.3.50),

          100 Jahre Evangelische Allianz mit bescheidenen Bekennnis: „Auch darüber beugen wir uns, daß wir

          in den hinter uns liegenden Jahren nicht immer sofort den Irrtum jener Zeit erkannt und ihm ein klares,

          mutiges Bekenntnis entgegengesetzt haben…"  > verfolgte Christen, verfolgte Schüler (>29.9.96)

01.09. SBZ; Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule tritt in allen Ländern/Provinzen außer Groß-

          Berlin in Kraft („Die demokrat. Einheitsschule umfasst die gesamte Erziehung vom Kindergarten bis…

          zur Hochschule…Sie muß so aufgebaut sein, daß sie allen Jugendlichen, Mädchen u. Jungen, Stadt-

          u. Landkindern, ohne Unterschied des Vermögens ihrer Eltern das gleiche Recht auf Bildung u. seine

          Verwirklichung entsprechend ihren Anlagen u. Fähigkeiten garantiert“) Schulzwang, später mittels

          Bildungsdiskriminierung > verfolgte Schüler, deutsche Gerechtigkeit (>15.9.46/ 13.11.47/ 1.6.48/

          19.12.48/ 10.1949/ 28.7.50/ 15.12.50/ 24.9.51/ 7.2.53/ 26.12.54/ 18.3.90/ 1./2.10.90),

          SBZ; Sachsen, 1.SBZ-Kommunalwahl; SED=48,4%, CDU=19,7%, LDP=20,2% (der vom ex-HJ-Mitgl.

          zum Wehrmachtoffizier zum LDP-Landesjugendreferenten gewandelte Wolfgang Mischnick wird einer

          der Dresdener 28 LDP-Stadtverordneten - der als ex-KPD-MdR 12 Jahre NS-Haft u. KZ-Überlebende

          Fritz Selbmann ist bereits zum sächs. Landesverwaltungs-Vizepräs. avanciert) (>20.10.46/ 04.1948)

02.09. BBZ; Hamburg, der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund ist verboten, ein neuer

          politischer Sozialistischer Deutscher Studentenbund SDS wird gegründet (>17.6.67/ 21.3.70)

06.09. ABZ; Stuttgart, US-Außenmin. James F. Byrnes „Rede der Hoffnung“ betr. Potsdamer Beschlüsse

08.09. SBZ; „Sächsische Zeitung“ Sachsens SED-Landesvors. Otto Buchwitz adressiert christl. Wähler u.a.

          „Durch uns Marxisten wird eure religiöse Überzeugung weder verunglimpft, noch werden wir jemals

          erstreben, durch irgendwelche Maßnahmen euer religiöses Innenleben verkümmern zu lassen. Im

          Gegenteil, ich sage euch: In den Grundsätzen und Zielen der SED ist die Gesinnungs- und Religions-

          freiheit ausdrücklich festgelegt.“ (>20.4.50/ 22.4.50/ 23.4.50),

          SBZ; Sachsen-Anh. / Thüringen, Kommunalwahlen; SED=49,5% bzw. 46,4%

12.09. BBZ; anglo-US Verwaltungsrat für Wirtschaft u.a. mit Dr. L. Erhard u. R. Moeller gebildet (>21.12.47)

13.09. Polen; Krakow, der vom Obersten Nationaltribunal zum Tode verurteilte KZ Krakau-Plaszòw-Lager-

          kommandant SS-Sturmbannführer Armin Göth wird gehenkt,

          poln. verwaltete Gebiete; Dekret über den Ausschluss von Personen deutscher Nationalität aus der

          polnischen Volksgemeinschaft

14.09. SBZ; „Neues Deutschland“ Erklärung des Mitgliedes des SED-Parteivorstandes Max Fechner: „Zur

          deutschen Ostgrenze möchte ich erklären, daß die SED sich jeder Verkleinerung deutschen Gebiets

          entgegenstellen wird. Die Ostgrenze ist nur provisorisch und kann erst auf der Friedenskonferenz

          unter Mitwirkung aller großen Siegerstaaten festgelegt werden.“ (>2.4.47/ 9.6.50/ 6.7.50/ 14.9.50/

          17.8.51/ 24.2.62/ 7.6.63/ 8.6.63/ 7.3.64/ 22.3.64/ 7.12.70/ 7.7.75/ 30.5.83/ 12.9.90/ 14.11.90)

15.09. SBZ; Brandenburg / Mecklenburg, Kommunalwahlen; SED=54,3% bzw. 63,2%,

          SBZ; Wittenburg, der kath. Pfarrer Albert Groß wird von Sowjets verhaftet (nach Internierung im

          sowjet. NKWD-Lager Nr. 9 Fünfeichen wird Pfarrer Groß 1947 ohne Gerichtsprozeß nach Stalinsk in

          das sowjet. GULag Nr. 7525/13 deportiert und 1950 als „Kriegsgefangener“ entlassen) (>30.11.48)

21.09. ABZ; General Lucius D. Clay erhält Bericht der United States Education Mission to Germany indem

          Dr. George F. Zook’s Bildungsexperten-Kommission u.a. als defizitär feststellt: „Schon im Alter von

          10 Jahren oder früher sieht sich das Kind eingruppiert oder klassifiziert durch Faktoren, auf die es

          keinen Einfluß hat, wobei diese Einstellung fast unvermeindlich seine Stellung für das ganze Leben

          bestimmt. Dieses System hat bei einer kleinen Gruppe eine überlegene Haltung und bei der Mehrzahl

          der Deutschen ein Minderwertigkeitsgefühl entwickelt, das jene Unterwürfigkeit und jenen Mangel an

          Selbstbestimmung möglich machte, auf denen das autoritäre Führerprinzip gedieh.“ (>10.1.47/ 2.7.48/

          22.9.53/ 01.1970/ 4.12.2001) Bildungsbenachteiligung, Bildungsnotstand, deutsche Gerechtigkeit

23.09. BBZ; Lübeck, Ankunft Herbert Wehners (Ex-KPD) aus Schweden (am 8.10.46 wird er SPD-Mitglied)

30.09. ABZ; IMT Nürnberg, Urteilsverkündung Hauptkriegsverbrecher-Prozeß: Todesurteile für Bormann (in

          Abwesenheit), Frank, Frick, Göring, Jodl, Kaltenbrunner, Keitel, v. Ribbentrop, Rosenberg, Sauckel,

          Seyß-Inquart, Streicher, lebenslange Haft für Funk, Heß, Raeder, 20 Jahre für v. Schirach und Speer,

          15 Jahre für v. Neurath, 10 Jahre für Dönitz, freigesprochen werden Fritzsche, v. Papen (>24.2.47) u.

          Dr. Schacht (gegen sowjet. Protest u. obwohl entscheidend zur dt. Aufrüstung beigetragen, er gründet

          1953 die Schacht&Co. Bank, wird Finanzberater u.a. für arabische Staaten und Brasilien) (>20.1.54),

          NSDAP-Führerkorps, Gestapo, SD, SS, Waffen-SS werden als verbrecherische Organisationen erklärt

          (die BRD erkennt die Urteile nie als rechtswirksam an, 1953 wird z.B. der NSDAP-Ehrenzeichenträger

          Gen. A. Jodl posthum entnazifiziert) (>09.46/ 12.10.46/ 16.10.46/ 18.7.47/ 2.11.48/ 1.1.50/ 27.9.50/

          19.10.50/ 1951/ 8.3.51/ 11.5.51/ 4.10.51/ 17.9.52/ 27.10.52/ 28.2.53/ 01.1954/ 23.10.54/ 2.7.61/

          1.10.66/ 12.1.68/ 29.11.68/ 26.6.76/ 5.5.85/ 9.11.89/ 8.5.97/ 9.12.98) deutsche Gerechtigkeit

    09. ABZ; Ludwig-Maximilians-Uni. München, ex-SS-Offizier Karl Heinz Spilker erfüllt die politischen

          Kriterien alliierter u. demokratischer Begabtenförderung u. studiert u.a. Jura z.T. als Werks-

          student, Öffentl. Rechtl. Rundfunk-Journalist, 12.1953-56 RegRat, CSU-Minister Franz J. Strauß’

          Referent, 1956-58 ORegRat, CSU-Atommin. Dr. Siegfried Balke’s Referent, ab 1959 Managertätigkeit,

          1969-94 CSU-MdB, 1971-91 CSU-Schatzmeister) (>6.9.53/ 9.11.89/ 11.5.90/ 11.7.94/ 24.9.2002),

          SBZ; Sowjets informieren dt. Funktionäre „daß künftighin alle politischen Vergehen schwerer Art von

          den deutschen Gerichten verurteilt werden müssen unter dem juristischen Begriff ,Kriegsverbrecher’

09./10. SBZ; „Arbeiter und Bauern Universität“ Leipzig, dem Großhandelskaufmannssohn Helmut Bärwald

          wird das Studium verweigert (der verfolgte Schüler flüchtet in die BBZ und wird „Schumacher-Agent“

          beim Ostbüro der SPD, 1971 SPD-Parteiaustritt) (>23./26.5.47/ 11.11.48/ 17.2.50/ 4.10.50)

01.10. ABZ; „Frankfurter Rundschau“ „Mit verschlossenen…Gesichtern sitzen die…angeklagten ehemaligen

          Staatsoberhäupter…vor der Öffentlichkeit der Völker…Antreibende und Ausführer, Intriganten und

          Veranlasser der größten Verbrechen…Und alle wie sie da sind, nennen sich unschuldig vor Gott.“,

          BBZ; „Die Welt“ „Es wäre die Ansicht, daß ein Verbrechen nicht geahndet werden kann, weil kein

          passendes Gesetz vorhanden ist, eine Zumutung gewesen…Ein Gesetz kann immer erst geschaffen

          werden, wenn das Verbrechen bereits existiert. In einem Land, in dem es keine Straßenbahnen gibt,

          braucht man keine Verordnungen gegen das Abspringen während der Fahrt…“  > verfolgte Schüler

          und deutsches ,nulla poena sine lege’!!! (>02.10.1990)

02.10. Groß-Berlin; Massenkundgebung wg. einiger milder IMT-Urteile im Hauptkriegsverbrecher-Prozeß,

          BBZ; Köln, Hirtenbrief des kath.Erzbischof Joseph Frings u.a. „Wir deutschen Katholiken waren

          nicht Nationalsozialisten…“

08.10. SBZ; Berlin, Dr. Wilhelm Külz (LDPD), Dr. Otto Suhr (SPD) u. Peter Lorenz (cDU, Abitur 1941, er er-

          füllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung) protestieren im Namen

          ihrer Parteien beim Vorsitz. der Zentralverwaltung für Volksbildung Paul Wandel (SED) gegen die bei

          Auswahl u. Zulassung von Studenten praktizierten politischen Kriterien (> 01.1972),

          SBZ; Brandenburg/Havel, I. Parlament der FDJ stellt die Aufgabe die Jugend „für die großen Ideale

          der Freiheit, des Humanismus, einer kämpferischen Demokratie, des Völkerfriedens und der Völker-

          freundschaft, für die aktive Teilnahme aller Jungen und Mädel beim Neuaufbau unseres Vaterlandes

          zu gewinnen.“  > verfolgte Schüler

10.10. Alliierter Kontrollrat erlässt Gesetz Nr. 36 „Zur Errichtung von Verwaltungsgerichten in den einzelnen

          Zonen u. in Berlin“ - Bildungsdiskriminierung verfolgte Schüler (>7.10.49/ 23.7.52/ 2./3.4.58/ 27.2.61)

10.10./10.3.47 ABZ; Nürnberg, Volkstumsprozeß Nr. VIII u.a. wg. des „Generalplans-Ost“, Kinderwegnahme

          u. Kindesentführungen geg. Ulrich Greifelt, Heinz Brückner, Rudolf Creutz, Dr. Gregor Ebner, Richard

          Hildebrandt, Otto Hofmann, Herbert Hübner, Werner Lorenz, Günther Panke, Otto Schwarzenberger,

          Fritz Schwalm, Max Sollmann; Dr. Günther Tesch u. Prof. Dr. K. Meyer-Hetling  > verfolgte Schüler

12.10. Alliierter Kontrollrat, Direktive Nr. 38 betr. Verhaftung u. Bestrafung von Kriegsverbrechern, National-

          sozialisten u. Militaristen u. Internierung, Kontrolle u. Überwachung von möglicherweise gefährlichen

          Deutschen (US-Entnazifizierungsgesetz einschl. Nationalsozialisten-Einstufung als ,Hauptschuldig’

          ,Belastet’ ,Minderbelastet’ ,Mitläufer’ ,Entlastet’ ) wird auf alle Zonen übertragen (>30.10.46/ 13.9.48)

15.10. ABZ; Nürnberg, ex-NSDAP-Reichstagspräs. u. Feldmarschall Hermann Göring begeht Selbstmord,

          SBZ; SMAD-Befehl Nr. 304 zur Zahlung von Umsiedlerunterstützung (>8.8.49),

          SBZ; Berlin, Uraufführung des Wolfgang Staudte-Films „Die Mörder sind unter uns" (über ein Volk das

          neue Karrieren von Kriegsverbrechern zulässt - 1959 wird der Film in der BRD freigegeben) (>15.1.58)

16.10. ABZ; Nürnberg, zehn vom IMT zum Tode Verurteilte werden von Scharfrichter John Woods gehängt

20.10. SBZ; Landtagswahlen („Umsiedler - Die SED hilft Euch eine neue Heimat schaffen. Wählt SED“),

          Brandenburg SED 43,5%, Mecklenburg 49,5%, Sachsen 49,1% - Fritz Selbmann wird SED-MdL und

          Wirtschaftsminister), Sachsen-Anhalt 45,8%, Thüringen 49,3% (>8.9.50),

          Groß-Berlin; Stadtparlamentswahl, amerik. Sektor SED 12,7%, brit. Sektor SED 10,3%, franz. Sektor

          SED 21,2%, sowjet. Sektor SED 29,8%,

          SED: „Es gibt keine...Gegensätze, die eine jetzt offenbar herbeigewünschte Kampfstellung Christen-

          tum oder Marxismus rechtfertigen könnten...Es geht...nicht um eine Kampffrage: Christentum oder

          Marxismus, sondern um die gemeinsame Verantwortung gegenüber der Zukunft...“

22.10. SBZ; Operation „Osoawjachim“-Beginn, 1 000e deutsche Wissenschaftler, Ingenieure u. Facharbeiter

          werden lt. Kontrollratsgesetz Nr. 3 - z.T. mit ihren Familien - für 5 Jahre in die UdSSR „verpflichtet“,

          SBZ; „Neues Deutschland“ „Großer Wahlsieg der SED in der Zone…Das Gesamtergebnis der Berliner

          Wahlen…spiegelt die politischen Schwankungen…der kleinbürgerlichen Wählerschichten wieder…“

24.10. CSR, KSC-Innenmin. V. Nosek erklärt Vertreibung von ca. 2,8 Mio. Sudetendt. als beendet (>21.1.97)

25.10./ 20.8.47 ABZ; Nürnberger Prozeß gegen 23 Ärzte und Medizinalbeamte: Prof. Dr. Kurt Blome, Stellv.

          Reichsgesundheitsführer; Prof. Dr. med. Karl Gebhardt, Präs. Deutsches Rotes Kreuz; Prof. Dr. med.

          Karl Brandt, NSDAP-Dienstleiter Führerkanzlei; Dr. jur. Rudolf Brandt, Reichskommissar Sanitäts- und

          Gesundheitswesen; Dr. Karl Genzken, Lagerarzt KZ Buchenwald/Chef Sanitätsamt Waffen-SS; Prof.

          Dr. med. Siegfried Handloser, SS-Oberführer, Heeressanitätsinspektor, Generaloberstabsarzt; Prof.

          Dr. med. Joachim Mrugowsky, Reichsarzt SS und Polizei; Dr. med. Paul Rostock, Chef Dienststelle

          Medizinische Wissenschaft und Forschung; Dr. med. Oskar Schröder, Generaloberstabsarzt; die

          Urteile: Todesstrafe für Viktor Brack, Prof. Dr. Karl Brandt, Dr. Rudolf Brandt, Prof. Dr. Karl Gebhardt,

          Dr. Waldemar Hoven, Prof. Dr. Jochim Mrugowski und Wolfram Sievers; lebenslange Haft für Dr. med.

          Fritz Fischer (Menschenversuche an Frauen im KZ Ravensbrück, am 1.4.54 amnestiert, danach bei

          Boehringer), Dr. med. Karl Genzken (1954 amnestiert), Prof. Dr. med. Siegfried Handloser (1953

          wg. Krankheit entlassen), Prof. Dr. med. Oskar Schröder (für Menschenversuche an KZ-Häftlingen

          verantwortlich, 1954 amnestiert, dann US Air Force), Prof. Dr. med. Gerhard Rose (1955 amnestiert),

          20 Jahre Haft für Dr. med. Hermann Becker-Freyseng (f. Menschenversuche an KZ-Häftlingen verant-

          wortlich, 1952 amnestiert, dann US Air Force) u. Dr. med. Hertha Oberheuser (f. Menschenversuche

          an KZ-Häftlingen verantwortlich, 1952 amnestiert); 15 Jahre Haft für Dr. Wilhelm Beiglböck (1951 am-

          nestiert), 10 Jahre Haft für Dr. Helmut Poppendick (1951 amnestiert); Freisprüche für Prof. Dr. med.

          Kurt Blome, Dr. Adolf Pokorny, Dr. Hans Romberg, Prof. Paul Rostock, Dr. Siegfried Ruff, Dr. Konrad

          Schäfer und Prof. Georg Weltz (es gibt Rehabilitationsversuche, im Folgejahr schreibt Prof. Dr.

          Viktor v. Weizsäcker „So wie die Amputation eines brandigen Fußes den ganzen Organismus rettet,

          so die Ausmerzung der kranken Volksteile das ganze Volk...wenn das ganze Volk in Lebensgefahr

          schwebt und durch Beseitigung einzelner Individuen gerettet werden kann, müssen diese Individuen

          geopfert werden...“ - später wird erklärt von ca. 80 000 im seit 1938 „judenfreien“ Ärztestand z.T. im

          öffentl. Dienst tätigen Medizinern, ca. 50% waren NSDAP-Mitgl., wären nur ca. 350 an den Millionen-

          fachen NS-Medizinverbrechen wie Gutachten, Zwangssterilisationen und -schwangerschaftsunter-

          brechungen, Euthanasiemorden, KZ-Selektionen, Menschenversuchen usw. beteiligt) (>16.6./7.7.47/

          8.6./5.7.49/ 22.6.49/ 4.4.52/ 23.10.54/ 20.12.63/ 25.3.66/ 31.1.85/ 21.3.2000) deutsche Gerechtigkeit

26.10. BBZ; Sennelager, Reichsjustizmin. u. Reichsgerichts-Vizepräs. Dr. Otto Thierack begeht Selbstmord

    10. SBZ; Berlin; NKWD-Lager Nr. 3 Hohenschönhausen wird geschlossen, die jüngsten Häftlinge waren

          13jährige Kinder, ca. 3 000 Tote (ab 03.1951-1989 MfS-Untersuchungsgefängnis, auf DDR-Berlin-

          Stadtplänen nicht eingezeichnet),

          USA; North American Newspaper Alliance verbreitet Kriegskorrespondentin Judy Barden’s Bericht

          wonach bisher in Bayern nur 1% der Entnazifizierungsfälle abgeschlossen sind u. die Entnazifizierung

          bei dieser Entwicklung 72 Jahre benötige bzw. erst 2018 beendet sei (>5.11.46) christliche Solidarität

29.10. Alliierter Kontrollrat, Direktive Nr. 63 u.a. zur Einführung von „Interzonenpaß“ (>14.11.53),

          Volkszählung in allen vier Besatzungszonen

          ABZ = 17 174 400 Einw. )

          BBZ = 22 324 600 Einw. ) einschl. der bislang in den Besatzungszonen befindlichen über 9 500 000

          FBZ =   5 089 000 Einw. ) heimatvertriebenen Deutschen, davon sind ca. 3 600 000 in der SBZ

          SBZ = 17 332 900 Einw. ),

          BBZ; Hohensyburg, Gründung sozialdemokratischer „Konzentration GmbH“

30.10. SBZ; Gemeinsamer Ausschuß (Demokratischer Block) erlässt Richtlinien für die strengste Bestrafung

          der Naziverbrecher und die Sühnemaßnahmen gegen die aktivistischen Nazis", u.a. Entlassung aus

          der öffentl. Verwaltung, Ausschluss von Tätigkeiten die öffentl. Vertrauen erfordern, zusätzliche Sach-,

          Arbeits- u. Geldleistungen, allgemeine Versorgungseinschränkung u. Versorgungsbezügekürzung,

          Verweigerung politischer Rechte einschl. der Gewerkschafts- u. Parteimitgliedschaft

01.11. BBZ; brit. Militärverwaltung, Verordnung Nr. 55 zur Bildung des Landes Niedersachsen aus den

          preußischen Provinzen Braunschweig, Schaumburg-Lippe, Oldenburg und Hannover (>25.2.47)

04.11. Großbritannien; London, Gründung der UNESCO (>11.7.51/ 14.12.60/ 21.11.72)

4.11./11.12. USA; New York, 3.(nach-Potsdam)Treffen des Rates alliierter Außenminister (>2.12.46)

05.11. ABZ; Stuttgart, süddt. Länderratstagung, General Lucius D. Clay kritisiert deutsche (Entnazifizierung-)

          Spruchkammerpraxis „Let us have no misunderstanding, denazifikation is a ,must’.”(>11.5.51/ 30.9.99)

07.11. SBZ; Schwerin, die ev. Pastoren und SED-Mitgl. Aurel v. Jüchen und Karl Kleinschmidt berufen das

          1.Treffen der „Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialismus“ ein (>23.3.50/ 1.4.53)

9./11.11. Berlin, Generalkonvent sozialistischer Theologen der Ostzone wird vom ev. Superintendent und ex-

          NSDAP- und ex-NKFD-Mitgl. Dr. F.-W. Krummacher eröffnet, der Konvent beschliesst u.a. Gründung

          der „Bruderschaft sozialistischer Theologen“ unter Pastor Aurel v. Jüchen (>23.3.50/ 21.7.58)

13.11./13.10.1947 ABZ; Nürnberger Juristen-Prozeß geg. Ministerialdirektor Josef Altstötter, Abt.-Leiter

          Reichsjustizmin. Wilhelm v. Ammon, kommissar. Reichsjustizmin. Prof. Dr. Franz Schlegelberger,

          OLG-Präs./ Staatssekr. Dr. Curt Rothenberger, Staatssekr. Herbert Klemm, Generalstaatsanwalt

          Günter Joel, Ministerialdirigent Wolfgang Mettgenberg, Oberreichsanwalt Ernst Lautz, Reichsanwalt

          Paul Barnickel, Ministerialdirektor Karl Engert, VGH-Senatspräs. Günther Nebelung, Laienrichter Hans

          Petersen, Vors. Richter u. Reichsanwalt Dr. Oswald Rothaug, Vors. Richter u. Reichsanwalt Rudolf

          Oschey, Vors. Richter Hermann Cuhorst (Reichsjustizminister Dr. Franz Gürtner u. Volksgerichtshof-

          präs. Dr. Roland Freisler waren gestorben, Reichsjustizmin. Dr. Otto Thierack u. Reichsgerichtspräs.

          Dr. Erwin Bumke hatten Selbstmord begangen, Reichsrechtsführer Dr. Hans Frank war bereits

          gerichtet), Ankläger Telford Taylor: „Dieser Fall ist ungewöhnlich, da den Angeklagten Verbrechen zur

          Last gelegt werden, die im Namen des Gesetzes begangen wurden. Diese Männer, zusammen mit

          ihren verstorbenen oder flüchtigen Kollegen, waren die Verkörperung dessen, was im Dritten Reich als

          Justiz angesehen wurde…Die meisten der Angeklagten haben, zu verschiedenen Zeiten, als Richter,

          Staatsanwälte und als Beamte des Reichsjustizministeriums gearbeitet. Alle außer einem sind profes-

          sionelle Juristen; sie kennen sich gut aus in Gerichten und Gerichtssälen, auch wenn ihre gegenwär-

          tige Rolle neu für sie sein mag. Aber ein Gericht ist weit mehr als ein Gerichtssaal; es ist ein Prozeß

          und ein Geist. Es ist das Haus des Gesetzes. Das wissen die Angeklagten, oder müssen sie einmal

          gewußt haben. Ich bezweifle, daß sie es jemals vergessen haben. Tatsächlich ist die Grundlage der

          Anklage, daß jene Männer, Leiter der deutschen Justiz, bewußt und wohlüberlegt das Gesetz unter-

          drückten, sich einer schrecklichen Maskerade von brutaler Tyrannei verpflichteten, die als Justiz

          verkleidet war, und sie verwandelten das deutsche Rechtssystem in eine Maschinerie des Despotis-

          mus, der Verfolgung, der Plünderung und des Mordens.“

          ex-Staatssekretär Herbert Klemm: „Gesetze und Normen zurückzuweisen, die seit Jahren existieren,

          stand nicht in meiner Kompetenz.“,

          ex-Sondergerichtsvorsitzender Richter Hermann Cuhorst: „Bin ich als Richter ein Krimineller?“

          Urteil: „Einfacher Mord und Einzelfälle von Greueltaten bilden nicht den Anklagepunkt für die Beschul-

          digung. Die Angeklagten sind solch unermesslicher Verbrechen beschuldigt, daß bloße Einzelfälle von

          Verbrechenstatbeständen im Vergleich dazu unbedeutend erscheinen. Die Beschuldigung, kurz ge-

          sagt, ist die der bewußten Teilnahme an einem über das ganze Land verbreiteten…von der Regierung

          organisierten System der Grausamkeit und Ungerechtigkeit unter Verletzung der Kriegsgesetze u. der

          Gesetze der Menschlichkeit, begangen im Namen des Rechts und unter der Autorität des Justizminis-

          teriums mit Hilfe der Gerichte. Der Dolch des Mörders war unter der Robe des Juristen verborgen.“ für

          Schlegelberger, Klemm, Rothaug, Oschey lebenslange Haft; v. Ammon, Lautz, Mettgenberg, Joel 10

          Jahre, Rothenberger 7 u. Altstötter 5 Jahre Haft-1952 sind alle frei (> 5.3.46/ 01.-03.51/ 1.2.51/ 4.2.51

          9.9.51/ 23.10.54)

18.11. SBZ; Finsternwalde, Kurier Wilhelm Lohrenz vom West-Berliner SPD „Ostsekretariat“ ist einer der

          ersten verhafteten SPD-Kuriere (nach Folter unternimmt er Selbstmordversuch, er unterschreibt am

          16.6.1948 ein in SBZ-Zeitungen veröffentlichtes Geständnis das am 27.6.1948 von W. Ulbricht dem

          ZK der SED vorgelesen wird, L. wird 12.1949 aus der Haft entlassen u. flieht nach West-Berlin)

22.11. SBZ; Thüringen, SED-Volkbildungsmin. Walter Wolf (ex-SA u. -NS-Lehrerbund) kündigt Säuberungen

          der Oberschulen von Lehrern mit ex-NSDAP-Mitgliedschaft und von Kindern früherer NSDAP-Mitgl. an

28.11. ABZ; Württembergische Landessynode, EKD-Vorsitzender Landesbischof Theophil Wurm spricht von

          einem „unblutigen Bürgerkrieg“ im Zusammenhang mit dem Gesetz zur Befreiung vom National-

          sozialismus vom 5.3.1946 (>1.2.48)

30.11. Italien; Rom, brit. Militärtribunal verurteilt Gen. Eberhard v. Mackensen und Rom’s Stadtkommandant

          Gen. Kurt Mältzer wg. der Morde in den Ardeatinischen Höhlen zum Tode (1947 werden die Strafen in

          lebenslange Haft reduziert, 1952 stirbt Mältzer in Haft, v. Mackensen wird 1952 amnestiert) (>6.5.47/

          23.10.54/ 11.6.55/ 7.3.98)

02.12. SBZ; SMAD-Befehl Nr.333 zur Gründung gesellschaftswissenschaftlicher Fakultäten an Universitäten

          Jena, Leipzig, Rostock (zur „Ausbildung von politisch verantwortungsbewußten und Wissenschaftlich-

          qualifizierten Kadern für den antifaschistisch-demokratischen Neuaufbau“, bis zur Schliessung dieser

          ideologischen „Schnellküchen“ sind 90% der „Gewifa“-Studenten auch SED-Mitgl. u. erfüllen die poli-

          tischen Kriterien sozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Proletariats) (>1.1.49/

          29.3.49/ 21.12.51),

          USA; Washington, Außenmin. Byrnes (USA) u. Bevin (GB) schliessen Bizone-Abkommen (>1.1.47)

03.12. SBZ; Sachsen-Anhalt, Provinzialregierung gebildet, Min.-Präs. Dr. Erhard Hübener (LDPD)

04.12. SBZ; SMAD befielt Absicherung/Sperren an Demarkationslinien zu westlichen Besatzungszonen,

          SBZ; Thüringen, Landesregierung gebildet, Min.-Präs. Prof. Dr. jur. Rudolf Paul (SED) (>1.9.47)

06.12. SBZ; Brandenburg, Landesregierung gebildet, Min.Präs. Dr. Karl Steinhoff (SPD/SED), Volksbildung:

          Fritz Rücker (ex-SPD, ex-NSDAP Nr. 8 285 975, 1945/46 SPD/SED; in der UdSSR gemeinsam mit ex-

          NSDAP- u. -BDO-Mitgl. Dr. Heinrich Abel in der NKFD-Kommission für die Umgestaltung des Schul- u.

          Unterrichtswesens - dreifach gewandelt wurde Dr. Abel später Mitglied im BRD-Ausschuß für das

          Erziehungs- und Bildungswesen) Bildungsdiskriminierung > verfolgte Schüler (>1952/ 22.9.53)

09.12. Griechenland; Athen, ex-General Friedrich-Wilhelm Müller wird wg. Kriegsverbrechen zum Tode ver-

          urteilt (am 20.5.47 wird er mit dem u.a. wg. Deportationen jüd. Griechen angeklagten und verurteilten

          ex-General Bruno Bräuer exekutiert) (>9.7.47/19.2.48/ 22.12.47),

          BBZ; Hannover, Regierungserklärung des, unter Labour-Premiermin. Atlee u. dessen brit. Militärreg.

          ernannten SPD-MinPräs. Dr. Hinrich Wilhelm Kopf (>13.2.48/ 1.7.48/ 19.5.54),

          SBZ; Mecklenburg-Vorpommern, Landesregierung gebildet, MinPräs. Wilhelm Höcker (SPD/SED)

10.12. SBZ; Walter Bartel (persönl. Referent von Wilhelm Pieck) berichtet dem SED-Vorsitz. von Gewalt-

          tätigkeiten, Ausschreitungen und Vergewaltigungen durch sowjet. Truppen in Mögelin b. Rathenow,

          Schweden; Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Otto Hahn empfängt wg. seiner Internierung zeit-

          lich verzögert den Chemie-Nobelpreis für seine Entdeckung der Kernspaltung von Atomen (>12.4.57)

11.12. SBZ; Sachsen, Landesregierung unter Min.-Präs. Rudolf Friedrichs (SPD/SED) u.a. mit Wirtschafts-

          minister Fritz Selbmann (KPD/SED) u. Volksbildungsminister Erwin Hartsch (noch ein Wendehals der

          als ex-SPD-AdR der SED beitrat) gebildet (>12.7.47/ 24.3.52) > verfolgte Schüler

18./19.12. SBZ; Länder- u. Provinzen-Volksbildungsministerkonferenz u.a. zur Durchführung des Gesetzes

          zur sogenannten Demokratisierung der Schule - Bildungsdiskriminierung > verfolgte Schüler

20.12. Franz.-Indochina (Vietnam); Ho Chi Minh erklärt „nationalen Widerstand“ nach franz. Bombardierung

          der nordvietnamesischen Hafenstadt Haiphong

21.12. ABZ; München, Wirtschaftsmin. Ludwig Erhard wird durch Dr. jur. Rudolf Zorn abgelöst (ein Unter-

          suchungsausschuß spricht L. Erhard - er ist gleichzeitig „Sonderstelle Geld und Kredit“-Vorsitz. - die

          Fähigkeit „das Amt des eines Wirtschaftsministers zu bekleiden“ ab, als „Mißwirtschaftsminister“ titu-

          liert wird er 1947 Uni. München Honorarprofessor und später „Vater des Wirtschaftswunders“ tituliert)

          (>10.10.47/ 27.1.48/ 1.3.48/ 12.11.48/ 10.6.49/ 15.10.63)

22.12. FBZ; Errichtung einer Zollgrenze zum Saarland markiert Beginn französ. Annexion (>15.3.47)

23.12. ABZ; 2. amerik. Amnestie für bestimmte NSDAP-Mitglieder (>17.2.47/ 21.3.47/ 31.1/1.2.48/ 31.1.51),

          SBZ; Berlin, FDJ-Vors. Erich Honecker (ex-KPD/SED) heiratet Charlotte Schanuel (>8.12.49),

          UdSSR; Moskau; Ministerratsbeschluß Nr. 2728-1124ss zur Verlegung von in Gefängnissen u. Lagern

          inhaftierten Deutschen aus Deutschland (zur Zwangsarbeit in der UdSSR) (>31.1.47/ 6.1.50/ 16.12.92)

31.12. BBZ; Köln, Erzbischof Josef Frings rechtfertigt den Diebstahl von zum Überleben notwendigen

          Gütern im Hungerwinter 1946/47, der Begriff „fringsen“ ist geschaffen,

          SBZ; „…allein in Mecklenburg-Vorpommern (wurden) 16 000 elternlose Kinder gezählt, von den 4 000

          noch so klein waren, daß sie nicht einmal ihren Namen, Geburtsort und Geburtstag anzugeben ver-

          mochten.“ (Quelle: Monumenta Paedagogica, Bd. II), Mitgl.-Zahlen; SED ca. 1 300 000 (ca. 50%

          gehören einer Kirche an), cDUD ca. 68 000, LDPD ca. 180 000

1947

01.01. Bizone-Fusion (Vereinigtes Wirtschaftsgebiet ABZ-BBZ) (>29.5.47/ 29.8.47/ 2.3.48/ 5./8.4.49),

          SBZ; Dr. Ernst Hadermann (SED) wird Leiter d. DZfV Abt. Schulwesen >verfolgte Schüler (>1.11.48)

06.01. FBZ; Rastatt, Oberstes Französ. Militärgericht (Tribunal Général) urteilt im Fall der Freilassung des

          M. Erzberger-Mörders Heinrich Tillessen die VO über die Gewährung von Straffreiheit vom 21.3.33 als

          verfassungswidrig wg. der unter Terror u. Einschränkung von Verfassungsrechten vorausgegangenen

          Reichstagswahl vom 5.3.33 (>23.10.54)

07.01. ABZ; Wiesbaden, Landtag, der weder von Bombenopfer- oder Vertriebenen-Schicksal betroffene ex-

          Staatsanwalt u. jetzige cDU-MdL Dr. jur. Heinrich v. Brentano erklärt u.a. „Wir denken…auch an das

          Schicksal der Millionen von Flüchtlingen, die nicht nur wie Millionen anderer deutscher Menschen…

          ihr Hab u. Gut, sondern darüberhinaus schuldlos auch ihre Heimat verloren haben. Wir wollen…ihnen

          zur Seite stehen. Aber wir können es nicht verschweigen: Der übervölkerte Westen Deutschlands wird

          nicht in der Lage sein, sie aufzunehmen…“ christliche Solidarität, deutsche Gerechtigkeit (>8.9.48)

10.01. ABZ; Gouverneur Lucius D. Clay informiert alle Länder über Major John Wilkinson Taylor’s OMGUS

          Education & Religious Affairs-Empfehlung (wie in Dr. Zook’s Report) zu einer 6jährigen Grundschule

          u. mehrzügiger weiterführender Schulen unter einem Dach, diese Bildungsreform-Vorschläge lehnen

          CSU-Kultusmin. Dr. Alois Hundhammer - im „Feldzug gegen die amerikan. Reformvorschläge zur

          zentralen Figur“ - und diverse Gruppen ab (Dr. phil. Taylor wird University of Louisville-Präsident und

          UNESCO-Generaldirektor-Vertreter) (>25.6.47/ 19./20.2.48) deutsche Gerechtigkeit, Bildungs-

          benachteiligung

13.1./3.11.47 ABZ; Nürnberger Prozeß gegen SS-Wirtschafts- u. Verwaltungshauptamt (u.a. Oswald Pohl,

          Dr. Leo Volk, Dr. Hanns Bobermin, Dr. Hans Hohberg, Hans Lörner, Heinz Fanslau, August Frank,

          Max Kiefer, Georg Lörner, Rudolf Scheide, Erwin Tschentscher, Joseph Vogt und KZ-Zahnärzte-Chef

          Dr. Hermann Pook) (>23.10.54)

17.01. Groß-Berlin; Major Herbert Frahm genannt Willy Brandt wird Presseattaché der Militärmission von

          Norwegen (>1.2.48) > verfolgte Schüler

18.01. BBZ; Düsseldorf, Landtag, ein Abgeordneter: „Die neue Versorgungsperiode sichert der Bevölkerung

          in Nordrhein und Westfalen eine Ernährung von rund 750 Kal. täglich. Zwei Pfund Brot für eine Woche

          sollen für den hartschaffenden Menschen nach dem jetzigen Zuteilungsplan genügen; das sind täglich

          drei Scheiben Brot. Dabei fallen die Kartoffeln fast ganz aus. Eine Fettzuteilung erfolgt nicht oder nur

          in absolut unzureichenden Maße. Fleisch ist dem städtischen Verbraucher Luxus geworden. Nähr-

          mittel werden nicht zugeteilt und hinzu kommt noch die unzureichende Gemüseversorgung.“

19.01. Polen; 1.Sejm-Scheinwahl (der „Demokratische Block“ hier ist die „Nationale Front“ der DDR) - Sejm

          wählt Boleslaw Bierut zum Präsidenten u. Józef Cyrankiewicz zum Min.-Präs.) (>28.4.47/ 5./6.6.50)

21.01. FBZ; Ludwigshafen, Gründung 1. „Christlicher ArbeiterJugend”-Nationalverband CAJ - ähnlich den

          Jeunesse Ouvrière Chrétienne” Young Christian Workers”Juventud Obrera Cristiana“ (>25.1.76)

26.01. ABZ; München, Gründung „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ VVN (>22.2.47/ 19.9.50)

28.01. SBZ; Berlin, SED-Kulturkonferenz, Otto Meier (ex-SPD, SED-ZS) referiert über „Partei und Kirche“,

          SBZ; SMAD-Befehl Nr. 28 betr. Einführung eines einheitlichen Systems und von Maßnahmen zur

          Verbesserung der Sozialversicherung in der SBZ,

          SBZ; Verordnung über die Sozialpflichtversicherung (>26.4.51),

          SBZ; 1.Verordnung über die freiwillige und zusätzliche Versicherung auf Zusatzrente bei der Sozial-

          versicherung (unbezahlbar für Kriegsopfer deren gesamter Besitz „verloren“ ging) (>15.3.68/ 1.3.71)

30.01. Ministerialdirektor Hans Fritsche, Leiter Presse- u. Rundfunkabteilung Reichspropagandaministerium

          vor Entnazifizierungsspruchkammer „Ich bin von Verbrechern vom Schlage eines Hitler oder Goebbels

          getäuscht worden. Ich bin geistig genauso missbraucht worden, wie viele andere körperlich.“,

          UdSSR; Moskau, Oberste Gericht (Militärkollegium) verurteilt den sächs. NSDAP-Gauleiter und SA-

          Obergruppenführer Martin Mutschmann wg. Kriegsverbrechen zum Tode (er wird am 14.2. gehenkt)

31.01. SBZ; Fürstenwalde, erster „Pelzmützentransport“ bringt dt. Häftlinge zur Zwangsarbeit in die UdSSR

1./3.2. BBZ; Ahlen, CDU-Zonenausschuß verabschiedet „Ahlener Programm“ u.a.: „Das kapitalistische

          Wirtschaftssystem ist den staatlichen u. sozialen Interessen des deutschen Volkes nicht gerecht ge-

          worden. Nach dem furchtbaren politischen...Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Macht-

          politik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen u. wirtschaft-

          lichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das

          Wohlergehen unseres Volkes sein...“ (>20.4.47/ 10.6.49/ 15.7.49)

03.02. BBZ; Hamburg, 1.Ravensbrück-Prozeß, brit. Militärgericht verurteilt u.a. den stellv. Lagerkommandant

          Johann Schwarzhuber, Lagerärzte Dr. Gerhard Schiedlauski, Dr. Percy Treite, Dr. Rudolf Rosenthal,

          die „Das Monster“ genannte Blockälteste Carmen Mory, KZ-Frauenarbeitsdienstleiterin Grethe Bösel

          und Krankenschwester Vera Salvequart zum Tode

07.02. Berlin, Kammergericht, Staatsanwalt Dr. Wilhelm Kühnast unterzeichnet Haftbefehl für SED-Vizepräs.

          der SBZ-„Deutsche Verwaltung des Inneren“ Erich Mielke wg. der Polizistenmorde 1931 (daraufhin

          diskreditieren die Sowjets K. im Alliierten Kontrollrat, beschlagnahmen seine Mielke-Akten und stellen

          ihn unter Hausarrest aus dem er 07.1948 fliehen kann) (>5.5.48/ 24.1.49/ 21.6.53/ 7.11.89/ 26.10.93)

10.02. Frankreich; Paris, USA; UdSSR, Großbritannien, Frankreich, 17 weitere Nationen und Italien unter-

          zeichnen Friedensvertrag mit substantiellen Reparationen u. territorialen Änderungen (>15.5.55)

12.02. SBZ; Gründung der Tageszeitung „Junge Welt – Organ des Zentralrats der FDJ“, wendet sich an

          Jugendliche zwischen 13 u. 25 Jahre (Auflage 1961 = 292 000, 1971 = 508 185, 1975 = 860 000,

          1981 = 1 100 000 täglich), Chefredakteure: Adolf Buchholz (1947), Horst Brasch (1947-48), Mießner

          (1948-49), Heinz Stern (1949-54), Joachim Hermann (1954-60), Dieter Kerschek (1960-66), Horst

          Pehnert (1966-71), Klaus Raddatz (1971-77), Dieter Langguth (1977-84), Hans Dieter Schütt (1984-

          89), Jens König (1989-93)  > verfolgte Schüler

16.02. SBZ; Gründung des „Forum - Organ des Zentralrats der FDJ“ „Zeitung für geistige Probleme...",

          wendet sich an Studenten, Angehörige der jungen Intelligenz, Chefredakteure: kath. Philosoph Rudolf

          Böhm (1947-48), Dr. Karl Obermann (1947-49), Bruno Pioch (1949-51), Günter Schlesinger (1951-52),

          Rudolf Hochsieder (1953), Dr. Harry Milke (!953-56), Kurt Turba (1956-63), Heinz Nahke (1963-65),

          Dr. Klaus Hilbig (1965-72), Günther Baumgart (1972-73), Brigitte Zimmermann (1973-74), Martin

          Herzig (1974-82), Ronald Keuch (1983-)  > verfolgte Schüler,

          Jugoslawien; Belgrad, 4.Prozess jugoslaw. Militärtribunal’s verurteilt die Generale Alexander Löhr,

          Josef Kübler, Johann Fortner, August Schmidhuber, Fritz Neidholdt, Adalbert Lontschar u. Oberst

          Günther Tribukait wg. Erschiessungen von Zivilisten einschl. Frauen u. Kindern, Verschleppung von

          Zivilisten, Folterung und Tötung von Gefangenen zum Tode (A. Löhr wird am 26.2.47 hingerichtet)

17.02. SBZ; gemeinsames SED-, LDPD- u. cDU-Plädoyer an SMAD für Milde für NSDAP-Mitgl.,

          SBZ; NKWD-Lager Nr. 5 Ketschendorf wird aufgelöst u. Häftlinge in andere Lager verbracht, 2 000 in

          sowjet. Arbeitslager, ca. 6 000 Häftlinge starben hier

01./02. SBZ; 1946/47 ist der kälteste Winter seit 1893, in Dresden und anderen Städten erfrieren Tausende,

          1947 gibt es in Dresden-Altstadt Elektrizität nur an ungeraden Tagen – in D.-Neustadt an geraden

          Tagen, Gas gibt es wochentags von 5-7, von 11-13 u. von 18-20 Uhr, im Februar werden die

          schlechtesten Lebensmittelkarten (Gruppe 6) für Rentner, Hausfrauen u. Arbeitsunfähige abgeschafft,

          deren wöchentliche Brotrationen steigen von 300 auf 350 g, die Fleischrationen von 15 auf 25 g)

19.02. FBZ; Freiburg, kath. Generalvikariat verhindert eine positive Würdigung der jungen Christen von der

          „Weisen Rose“ in der kath. Jugendzeitschrift „Fährmann“: „In den vorgelegten Probedrucken der März-

          Nummer…müssen wir beanstanden, daß das Opfer eines gewiß tragischen u. schmerzlichen Ge-

          schickes…ohne Vorbehalt als ,großes und leuchtendes Vorbild’ hingestellt und von ihm gesagt wird,

          er und seine Leidensgenossen hätten, ihr Leben hingegeben für uns alle in der Nachfolge Christi’…

          Probst und seine Gesinnungsgenossen (der Student u. Wehrmachtssanitäter Willi Graf war praktizie-

          render Katholik wie auch der Tischler Georg Elser, der Missionsschüler Maurice Bavaud und Oberst

          Claus S. Graf v. Stauffenberg) gingen in der Bekämpfung des sog. Dritten Reiches Wege, welche

          nicht im Einklang stehen mit christlichen Moralgrundsätzen…Revolution auch gegenüber einer

          Regierung, welche Unrecht übt…ist nicht erlaubt.“  > verfolgte Schüler (>1.7.49/ 12.12.55)

20.02. ABZ; Universität Göttingen, der AStA-Vorsitz., ex-Major u. Ritterkreuzträger Axel von dem Bussche

          hält bei sozialistischer Studentenveranstaltung einen Vortrag zum 20.7.44 über „Eid und Schuld“ (trotz

          seiner Enteignung am >3.9.45 in Sachsen-Anhalt erfüllt er die finanziellen Kriterien besatzungs-

          rechtlicher Begabtenförderung und promoviert nach dem Studium) (>26.10.50)

22.02. SBZ; Berlin, 200 Repräsentanten der ca. 35 000 SBZ-„Opfer des Faschismus“ OdF gründen die

          Interessenvertretung „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ VVN; Generalsekr. Karl Raddatz

          (SED, von 1933-37 und von 1940-45 inhaftiert), 1.Vorsitzender Ottomar Geschke (SED, von 1933-40

          und von 1944-45 inhaftiert), 2.Vorsitzender wird der ev. Probst Heinrich Grüber (1940-43 inhaftiert)

          (nach der internationalen OdF-Konferenz 06.1946 in Frankfurt/M. wurden VVN am 26.10.46 in NRW

          u. am 26.10.46 in Großhessen gegründet) (>11.9.48/ 16.12.49/ 21.2.53/ 16.6.61/ 29./30.11.62)

24.02. ABZ; Frankfurt/M., Landgericht, Prozeßbeginn geg. 25 Mitarbeiter der Euthanasie-Anstalt Hadamar

          (ca. 14 000 Ermordete), Pflegepersonal erhält im Namen des Volkes Hafttrafen von 3 bis 8 Jahren,

          ABZ, Nürnberg, dt. Spruchkammer verurteilt Franz v. Papen (Zentrumspartei, Reichskommissar in

          Preußen, Konkordatsvermittler, Steigbügelhalter und Vizekanzler A. Hitlers, 1934-44 dt. Botschafter in

          Österreich und Türkei) als „Hauptschuldigen“ zu 8 Jahren Arbeitslager und Vermögenseinzug von

          RM 721 000, am 26.1.49 wird er als nunmehr nur „Belasteter“ frei gelassen u. erhält sein Vermögen

          bis auf DM 30 000 Bußgeld zurück (u. wird unter Papst Johannes XXIII abermals päpstlicher Geheim-

          kämmerer - Camerieri Segreti di Cappa e Spada) christliche Solidarität? (>16.4.47/ 24.7.59/ 9.4.62)

25.02. Alliierter Kontrollrat, Gesetz Nr. 46 zur Auflösung des Staates Preußen (>21.7.47/ 14.2.2002)

01.03. SBZ; 1.SED-Juristenkonferenz über „Grundsätze der SED zur Justiz-Erneuerung“, Dr. jur. Karl Polak

          (1933-46 in der UdSSR) referiert über Probleme der „Demokratisierung der Justiz“ (>6.8.47/ 6.7.49)

03.03. Polen; Warschau, Oberstes Nationaltribunal verurteilt ex-Regierungsrat, MdR und Distrikt Warschau-

          Gouverneur Dr. jur. Ludwig Fischer, den ex-Kriminaldirektor, Distrikt Warschau-Sicherheitspolizei-Chef

          Polizeiattache der Dt. Botschaft in Tokio Kriminalrat Josef Meisinger und den ex-SS-Standartenführer

          und ex-Kommandeur der Ordnungspolizei Polizeioberst Max Daume zum Tode

04.03. Frankreich; Dünkirchen, Außenmin. Georges Bidault und Ernest Bevin (GB) unterzeichnen Beistands-

          vertrag im Falle erneuter dt. Angriffe (>17.3.48)

7./9.3. SBZ; Ostberlin, DFD-Gründung (Demokrat. Frauenbund Deutschlands), 1.Vors.: Dr. Anne-Marie

          Durand-Wever, weiter Vors. werden Emmy Damerius-Koenen (KPD/SED), Elli Schmidt alias Irene

          Gärtner (KPD/SED), Ilse Thiele (KPD/SED), Eva Rohmann (SED) (>12.12.50/ 1.6.57/ 23./24.11.60)

10.03. ABZ; Nürnberg, Volkstumsprozeß Nr. VIII verurteilt Polizeigeneral Ulrich Greifelt u.a. wg. Entführung

          polnischer Kinder zu lebenslanger Haft, andere Angeklagte werden zu Haftstrafen von 10-25 Jahren

          verurteilt; der für „Generalplan Ost“ hauptverantwortliche Wissenschaftler Prof. Dr. Konrad Meyer-

          Hetling wird in entscheidenden völkerrechtlichen Fragen freigesprochen

10.3./24.4. UdSSR; Moskau, 4.(nach-Potsdam)-Treffen des Rates alliierter Außenminister beschliesst u.a.

          Entlassung aller dt. Kriegsgefangenen bis 31.12.48 (>04.1949/ 9.10.55)

12.03. Polen; Warschau, ex-Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß erklärt an Eides statt „…wurden…Häftlinge

          nur dann in die Betriebe entsandt, wenn die vorerst um KZ-Häftlinge angesucht hatten…Häftlinge über

          50 Jahren wurden (Verf., auch damals) nur selten zum Arbeitseinsatz verwendet“ (er beschrieb in Haft

          die Selektionen u.a. „Die Waggons wurden nacheinander entladen. Nach Ablegen des Gepäcks muß-

          ten die Juden einzeln an einem SS-Arzt vorbeigehen, der…die Tauglichkeit entschied. Arbeitsfähige

          wurden in kleinen Gruppen sofort ins Lager gebracht…Tauglichkeit lag bei 25-30% im Durchschnitt

          aller Transporte, aber schwankte beachtlich. So betrug z.B. der Prozentsatz arbeitsfähiger griechisch.

          Juden 15% und es gab Transporte aus der Slowakei, die 100% arbeitsfähig waren.“) (>16.4.47),

          USA; Washington, Präs. Truman verspricht freien Völkern Hilfe (Truman-Doktrin - „cold war“) (>5.6.47)

13.03. SBZ; Berlin, Verhaftung von 16 Studenten u.a. FDJ-Gründungsmitgl. Manfred Klein (cDUD) und ex-

          Studentensprecher Georg Wrazidlo (cDUD)  > verfolgte Schüler (>11.9.47/ 3./5.11.47/ 12/13.12.48)

15.03. franz. verwaltetes Saarland, Hirtenbrief v. Erzbischof Franz Rudolf Bornewasser u.a. „Vaterlandsliebe

          bedeutet Treue. Wer Treue bricht ist ein Verräter...“ (>17.11.76 Dr. Kertzscher)

20.03. Alliierter Kontrollrat, Gesetz Nr. 49 über die Aufhebung des Gesetzes über die Verfassung der

          Deutschen Evangelischen Kirche,

          SBZ; Gründung Freier Dt. Gewerkschaftsbund-Unterorganisation „Feriendienst des FDGB“ (>04.1961)

21.03. SBZ; Brandenburg, Landtag, 1.Gesetz zur Gleichbehandlung ,nomineller‘ NSDAP-Mitglieder

24.03. SBZ; NKWD-Lager Nr. 8 Torgau aufgelöst, ca. 4 000 Häftlinge in Sowjetunion deportiert, ca. 1 500

          Häftlinge starben hier

    03. SBZ; 11 800 km Eisenbahnschienen sind abgebaut und in die UdSSR verbracht worden,

          SBZ; SED-ZK „Abt. Kultur und Erziehung“ erhält „Referat für Kirche, Christentum und Religion“, Leiter

          wird der ev. Pfarrer u. SED-Mitgl. Hans-Joachim Mund (>21.10.49/ 6.2.53/ 1.7.58/ 01.1959)

24./28.3. BBZ; Kloster Hardehausen, Gründung Bund der Deutschen Katholischen Jugend BDKJ (erster

          Bundesführer Josef Rommerskirchen (Gymnasiast, Bund Neudeutschland, 1939-45 Reserveoffizier,

          Bataillonskommandeur, 1945-47 französ. Kriegsgefangener, 1949-52 Gründungsmitgl. und 1.Vorsitz.

          Deutscher Bundesjugendring DBJR, 1952 Referatsleiter Bundeszentrale für politische Bildung, 1960-

          76 cDU-MdB u. -Wehrexperte, 1977-81 Direktor Bundeszentrale für polit. Bildung, 1982-92 Vorsitz.

          Stiftung Konrad-Adenauer-Haus - BDKJ u. DBJR „setzen sich für die Interessen der Kinder u. Jugend-

          lichen in Deutschland ein“)  > verfolgte Schüler (>3./5.11.47/ 3.10.49/ 28.7.50/ 17.3.55/ 28.7./5.8.73/

          05.1975)

27.3./4.4. Jugoslawien; Belgrad, jugoslaw. Militärtribunal verhängt im 6. Kriegsverbrecher-Prozeß u.a. gegen

          General Hartwig v. Ludwiger, der für viele Geiselerschiessungen verantwortlich war, gegen Waffen-SS

          Generalmajor Karl v. Oberkamp und Generalmaj. Hans Gravenstein wg. Folter und Tötung jugoslaw.

          Kriegsgefangener, Vertreibung von Zivilisten und Verbrechen an Frauen und Kindern Todesstrafen

          (v. L. und G. werden am 3.5., v. O. wird am 4.5. hingerichtet) (>10./19.7.47/ 9.7./19.2.48/ 10./19.7.47)

02.04. SBZ; „Neues Deutschland“ Franz Dahlem (SED) u.a. „Zur Frage der Ostgrenze…Der Verlust der Ost-

          gebiete trifft das deutsche Volk schwer. Aber das Leben muß weitergehen…“(>9.6.50/ 6.7.50/ 14.9.50/

          17.8.51/ 24.2.62/ 7.6.63/ 8.6.63/ 7.3.64/ 22.3.64/ 7.12.70/ 7.7.1975/ 30.5.83/ 12.9.90/ 14.11.90)

06.04. ABZ; Nürnberg, NSDAP-Staatssekr. und „12 Gebote für das Verhalten der Deutschen im Osten und

          die Behandlung der Russen“-Autor Herbert Backe begeht Selbstmord

11.4./14.8. ABZ; Dachau, Buchenwald-Prozess gegen HSSPF Josias zu Waldeck und Pyrmont u. 30 weitere

          Angeklagte wie Lagerkommandant Hermann Pister, Lagerarzt Dr. Hans Eisele, SS-Sturmbannführer

          Otto Barnewald, SS-Oberscharführer Anton Bergmeier, SS-Obersturmführer Philipp Grimm, ex-Lager-

          kommandant Koch’s Frau llse, Hauptsturmführer Hans Schmidt, SS-Stabsscharführer Wolfgang Otto

          u.v.a., 22 Angeklagte werden wg. Kriegsverbrechen an Zivilisten u. Kriegsgefangenen zum Tode und

          9 zu Haftstrafen von 10 Jahren bis lebenslang verurteilt (10 Todesstrafen werden vollstreckt, der Rest

          zu Haftstrafen reduziert die vorzeitig amnestiert werden (>21.2.50/ 15.1.51/ 7.6.51/ 11.4.62/ 5.11.85)

12.04. ABZ; Internierungslager Hammelburg, Schreiben internierter „Berufspolizeibeamten des unteren und

          einfachen mittleren Vollzugsdienstes der ehemaligen Geheimen Staatspolizei“ u.a. „Grundsätze des

          Berufsbeamtentums wie Pflichterfüllung, Gehorsam, Wahrheitsliebe und Ehrlichkeit waren uns Richt-

          schnur bei allen unseren Amtshandlungen...Warum sollte ausgerechnet der kleine Beamte der

          Geheimen Staatspolizei, der nur eine eng begrenzte untergeordnete Tätigkeit ausübte, Kenntnisse

          von solchen Vorkommnissen gehabt...haben?“

16.04. Großbritannien; London, Parlament, folgender Vermögenseinzug von NSDAP-Eliten fand bislang in

          der brit. Besatzungszone statt: H. Göring RM 4 000 000, J. v. Ribbentrop RM 690 000, F. v. Papen

          RM 721 000, A. Rosenberg RM 657 000, W. Keitel RM 1 045 000, K. Dönitz RM 153 000,

          Polen; Auschwitz, KZ-Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß wird nach Todesurteil gehängt

          SBZ; Brandenburg, Luckenwalde, zwei sowjetische Soldaten vergewaltigen eine 60jährige Frau

17.04. ABZ; Nürnberger Prozeß gegen Feldmarschall Erhard Milch wg. Kriegsverbrechen (u.a. Einsatz von

          zivilen Zwangsarbeitern/ Kriegsgefangenen und Menschenversuchen, u.a. verteidigt von Bruder Dr.

          Werner Milch) endet mit lebenslanger Haftstrafe (am 31.1.51 reduziert US-Hochkommissar McCloy die

          Strafe auf 15 Jahre, Milch wird am 4.6.54 entlassen und wird Luft- und Raumfahrtindustrie-Berater)

18.4./ 24.11. ABZ; Nürnberger Prozeß gegen Friedrich Flick, Otto Steinbrinck, Konrad Kaletsch, Bernhard

          Weiß, Odilo Burkhard u. Maxhütten AG-Direktor Hermann Terberger wg. Beteiligung an Verbrechen

          gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen; Ankläger Telford Taylor: „Sie heulten nicht mit den

          „Wölfen“ sondern sie jagten mit dem „Rudel“, der „Nicht schuldig“ plädierende Flick wird zu 7 Jahren,

          Steinbrinck zu 5 Jahren, Weiß zu 2½ Jahren verurteilt, die anderen werden freigesprochen (>16.8.50/

          23.10.54/ 10.7.63/ 13.11.69),

          Tschechoslowakei; Bratislava, Hinrichtung des slowakischen ex-Min.-Präs. Josef Tiso

    04. ABZ; Mammolsheim, ex-NSDAP-Mitgl. u. Kinder-Euthanasie-Gutachter für „etwa 1000 Kinder/Jahr“

          Prof. Dr. med. Werner Catel setzt seine Karriere als Landeskinderheilstätte-Direktor fort (entnazifiziert

          lehnt das LG Hamburg 1949 ein Strafverfahren ab, 1954-60 lehrt Prof. Catel an der Universität Kiel),

          BBZ; Hamburg, Heinrich-Hertz-Gymnasium, ex-SPD-MdR Gustav Dahrendorf’s Sohn Ralf Dahrendorf

          erfüllt die finanziellen Kriterien besatzungsrechtlicher Begabtenförderung u. legt sein Abitur ab

          (1947-52 Philosophiestudium, er erfüllt die finanziellen Kriterien demokrat. Begabtenförderung im

          dt. Rechtsstaat, SPD, Sozial. Dt. Studentenbund, Promotion, 1953-54 London School of Economics,

          1956 PhD, 1957 Habilitation, 1967 FDP, 1968-69 MdL, 1969-70 MdB, Staatssekr., 1970 EU-

          Kommissar, 1974-84 LSE-Direktor, 1982 F.-Naumann-Stiftung Vors., 1988 brit. Staatsbürger, 1993

          House of Lords, u.a. Autor „Bildung ist Bürgerrecht“ u. „Lebenschancen“ - > verfolgte Schüler hatten

          weder noch (>31.12.57/ 27.6.63/ 10.6.64/ 9.12.64/ 12.1965/ 29./31.1.68/ 15.7.93/ 23.8./2.9.2001),

          SBZ; ex-DDP-, SPD- und seit 1.5.46 SED-Mitglied Prof. Dr. Heinrich Deiters veröffentlicht seine in der

          „Täglichen Rundschau“ erschienen Bildungsthesen als Broschüre „Neue Jugend - Neue Ziele“, Zitat:

          „Unter den großen Staatsmännern der neuen Zeit sind es vor allem Lenin und Sun Yatsen, in denen

          sich die Einheit des Politikers und des Volkserziehers verkörpert.“ (Dr. D. macht jetzt Karriere, ist 1947

          ord. Pädagogik-Professor HU Berlin, wird Direktor Institut für Systematische Pädagogik, Kulturbund-

          Funktionär, 1949-58 KB-Volkskammerabgeordneter, kommt in den Wissenschaftl. Rat des Deutschen

          Pädagogischen Zentralinstitut DPZI, wird Verdienter Lehrer des Volkes und Träger des Vaterländ.

          Verdienstordens) Bildungsdiskriminierung  > verfolgte Schüler (>01.1949),

          SBZ; Jamlitz, NKWD-Lager Nr. 6 aufgelöst (ca. 5 000 Tote, Deportation vieler Lebender in die UdSSR)

20.04. BBZ; Landtagswahlen, Wahlbeteiligung unter 70% in Niedersachsen, NRW, Schleswig-H. (in NRW ist

          die CDU Wahlsieger; der 1933 in die UdSSR geflüchtete spätere Widerständler in der Saarland-KPD

          u. 1936-44 als Spanienkämpfer in Frankreich internierte jüd. Kommunist Kurt Lichtenstein dessen

          Eltern u. Schwester 1941 nach Auschwitz deportiert wurden ist hier einer von 28 KPD-MdL, 1953 nach

          KPD-MdB Kurt Müller-Affaire KPD-Parteiausschluss, 1954 SPD, wg. BEG-Unwürdigkeitsparagraph 6 -

          „Von der Entschädigung ausgeschlossen ist, wer nach dem 23.5.49 die freiheitliche demokratische

          GrundOrdnung im Sinne des Grundgesetzes bekämpft hat." - Entschädigung verweigert) (>22.3.50/

          29.6.56/ 17.8.56/ 12.10.61/ 22.5.75)

27.04. Groß-Berlin, Marienkirche, der ev. Bischof Dibelius fordert „Schulen…in denen das Leben der Kinder

          getragen wird von der christlichen Botschaft…Erziehung unter Ausschluß des Evangeliums…ist Mit-

          wirkung am sittlichen Verfall“ u. betont daß es im Verhältnis Kirche u. Obrigkeit um „die Zurückweisung

          des Staates in seine Schranken" gehe  > verfolgte Schüler

28.04. Polen; Beginn „Aktion Wisla“ - Vertreibung von ca. 150 000 Ukrainern aus Ost- in „wiedergewonnene“

          polnisch-verwaltete (deutsche) Gebiete in „Westpolen“

30.04. Polen; Lodz, ex-Ghetto-Verwaltungsleiter Hans Biebow wird zum Tode verurteilt u. am 23.6. gehenkt

01.05. Groß-Berlin, große Parade u.a. angeführt von FDJ-Mitgliedern mit Riesenbannern mit Portait des für

          Millionen Hingerichtete verantwortl. KPdSU-Generalsekr. J. Stalin (>19./23.6.48/ 21.12.49/ 14.2.90),

          SBZ; Gründung „Kinderland“, bekennt sich zu Zielen der FDJ (ab 26.5. „Kindervereinigung der FDJ“)

02.05. ABZ; Bremen, die Brüder und ex-SA-Männer Wilhelm u. Ernst Behring werden im Namen des Volkes

          wg. Totschlags bzw. Beihilfe zu 8 bzw. 6 Jahren Zuchthaus wg. des Mordes an dem jüd. Deutschen

          Heinrich Rosenblum in der „Reichskristallnacht“ 1938 verurteilt (ca. 50 000 Menschen protestieren am

          9.5. in Bremen gegen die milden Urteile, diese werden am 18.9.47 aufgehoben und im Revisions-

          verfahren erhöht, trotzdem werden beide Brüder 1951 entlassen) deutsche Gerechtigkeit

05.05. SBZ; Brandenburg, Luckenwalde, eine Gruppe sowjetischer Soldaten erzwingt den Zutritt in eine

          Gaststätte, ersticht einen Gast und vergewaltigt drei Frauen

5./6.5. SBZ; Berlin, Dt. Zentralverwaltung für Volksbildung, Pädagogen-Tagung, Max Kreuziger (SED, stellv.

          Leiter Schulabt. d. Zentralverwaltung für Volksbildung) sagt u.a. „der Erzieher darf sich nicht in einen

          Politiker verwandeln, die Klasse ist keine Volksversammlung. Die Schule soll in diesem Sinne keine

          Politik betreiben…Wir werden jeden Lehrer zur Ordnung rufen, der auch nur den Versuch macht…

          Schülern eine parteipolitische Meinung aufzuzwingen unter Missbrauch seiner Autorität.“ (>28.8.50)

06.05. SBZ; Brandenburg, Luckenwalde, sowjet. Soldat vergewaltigt und ermordet ein 16jähriges Mädchen,

          Italien; Venedig, brit. Militärtribunal verurteilt Gen.feldmarschall Albert Kesselring wg. ca. 1400 Geisel-

          tötungen zum Tode (1947 in lebenslange Haft reduziert, 1952 wird Stahlhelm-Präs. Kesselring amnes-

          tiert, er stirbt am 16.7.60, die Grabrede hält Bundesluftwaffe-Inspekteur Josef Kammhuber) (>11.6.55)

10.05. SBZ„Tag des freien Buches“ (mit Kundgebung vor Ostberlins Humboldt-Uni. aus deren Bestand 1933

          ca. 20 000 - dem Zeitgeist widersprechende Bücher - von deutschen Professoren und Studenten

          verbrannt wurden) (>05.1953),

          SBZ; Zweigstellengründung der Staatl. sowjet. Aktiengesellschaft der Buntmetallindustrie (Tarnname:

          SAG Wismut - zur Uran-Förderung für sowjet. Atomwaffen

12.05. SBZ; TH Dresden, Kulturwiss. Institut unter Prof. Dr. Ludwig Renn geb. Arnold Vieth v. Golßenau er-

          öffnet (der Professorensohn erfüllte die finanziellen Kriterien deutscher Begabtenförderung im

          Kaiserreich und in der Weimarer Republik, 1910 Abitur, 1910-20 Berufsoffizier, 1920-27 Studium in

          Göttingen, München, Wien, 1928 KPD; Autor, 1936-38 span. Bürgerkrieg, Stab XI.Internationale

          Brigaden, 1939-47 mex. Exil, 1947 SED, Kulturbund, 1949 Prof. TH Dresden, 1950 Dozent HU Berlin,

          1952 Dt. Akademie d. Künste, 1955/61 Nationalpreis, 1958 Medaille Kämpfer gegen den Faschismus;

          1959 VVO, 1960 Vors. DDR-Deutschtum-Arbeitskreis zur Pflege der deutschen Kultur und Sprache,

          1964-75 Präs. Gesellschaft „Neue Heimat“ (Arbeitskreis zur Pflege der deutschen Kultur u. Sprache),

          Held der Arbeit, 1969 Erich-Weinert-Medaille, Karl-Marx-Orden) (>31.3.49/ 04.1955/ 22.2.58/ 30.5.60/

          12.1964/ 27.6.81)

15.05. Italien; Rom, CIC-Agent Vincent La Vista berichtet zur Flucht von Kriegsverbrechern; der Vatikan sei

          „größte Einzelorganisation, die in die illegale Bewegung von Auswanderern verwickelt ist“; mit einer

          eidesstattlichen Versicherung bezeugt „Assistenza Pontificia Profugi Esteri“ abgegebene Identitäten

          und beschafft („In quale paese volete emigrare?“) Einreise-Visa insbesondere für katholische Staaten

          Südamerikas, Bischof Dr. Alois Hudal als „Collegio teutonico“-Rektor der Santa Maria dell’ Anima, („ich

          habe gegen 1 000 unterschrieben, aber weitherzig nicht wenige Reichsdeutsche miteinbezogen, um

          sie in diesen schwierigen Monaten vor KZ und Gefängnis zu bewahren.“) mit Pfarrer Carl Heinemann,

          das Internationale Rote Kreuz stellt dann provisor. Pässe aus („Dieses Dokument wurde auf Ersuchen

          des Inhabers ausgestellt, da dieser erklärt, weder einen gewöhnlichen oder einen provisorischen Paß

          zu besitzen, noch sich einen solchen beschaffen zu können.“), der dt. Pallotiner-Pater Anton Weber

          vom St. Raphaels-Verein Rom, die Counter Intelligence Corps-„rat line“ von John Milano in Salzburg

          u. Pfarrer Dr. Krunoslav Draganovic vom College San Girolamo mit Helfer Monsignore Petranovic in

          Genua sind Fluchthelfer, beschaffen Dokumente und Ausreise-Visa u.a. für Klaus Barbie (22.3.51),

          Herbert Bauer, Dr. jur. Gerhard Bohne, Werner Baumbach, Adolf Eichmann (14.7.50), Adolf Galland,

          Dr. Kurt Christmann, Dr. Hans Hefelmann, Berthold Heilig, Dr. Josef Mengele, Erich Priebke, Walter

          Rauff, Eduard Roschmann, Hans-Ulrich Rudel, Gustav Wagner, Josef Schwammberger, Franz Stangl,

          August Steininger, Dipl.-Ing. Kurt Tank, Friedrich Warzok u.v.a. auch Ustascha wie Dr. Ante Pavelic

          nutzen „Rattenlinien“ z.T. mittels Carta di riconoscimento“ des „Zentralbüro für Deutsche in Italien“,

          des „Österreichischen Bureau“, der „Assistenza austriaca“ Rom, der „Delegación Argentina de

          Immigración en Europa“ Genua, Bischof Ferdinando Baldelli’sPontificia Commissione d’Assistenza“

          oder nach Absprache des International Refugee Organization-Delegierten Polizeipräs. Dr. Heinrich

          Rothmund u. dem Schweizer Bundespräs. Dr. Eduard v. Steiger - durch die von SS-Hauptsturmführer

          Carlos Horst Fuldner geführte „Argentinische Auswanderungszentrale“ Bern, Marktgasse 49)

          (>30.5.48/ 31.8.48/ 2.10.48/ 18.10.48/ 14.11.48/ 29.1.49/ 22.6.49/ 26.4.63/ 1.10.76/ 21.6.79/ 18.5.92)

17.05. Berlin; Kammergericht verurteilt die 1946 denunzierte Luftwaffenhelferin Helene Schwärzel wg. ihrer

          Denunziation von Dr. C. Goerdeler rückwirkend wg. Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Namen

          des Volkes zu 6 Jahren Haft und Einzug ihres beträchtlichen Vermögens (das Gericht führt aus „daß

          es der Gerechtigkeit widerspräche, wenn sich diejenigen, die sich durch unmenschliche Handlungen

          zu Helfern eines unmenschlichen Regimes gemacht haben, sich jetzt, wo sie nach dem Sturz dieses

          Regimes zur Verantwortung gezogen werden sollen, darauf sollten berufen können, daß es gegen die

          Menschenrechte verstoße, sie zur Verantwortung zu ziehen.“ und teilt nicht die spätere BRD-Rechts-

          auffassung des Rückwirkungsverbots im Fall der Europäischen Menschenrechtskonvention. Am

          1.11.47 erhöht das Landgericht Berlin in 2.Instanz im Namen des Volkes die Strafe zu 15 Jahren Haft.

          1949 werden die Verfahren gegen die Dr. G. verhaftenden Luftwaffe-Zahlmeister Ernst Hellbusch und

          Otto Schadwinkel vom Landgericht Lübeck eingestellt; Luftwaffenhelferin u. Fahrkartenverkäuferin S.

          ist eine von lediglich 17(?) wg. Denunziation und einzige(!) wg. des Justizmordes an Dr. Goerdeler

          Bestraften - deutsche Gerechtigkeit bleibt: „Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.“)

          (>8.9.44/ 5.12.52/ 21.3.62)

18.05. SBZ; Thüringen, 63% der sogenannten „Neulehrer“ sind bereits SED-Mitglied (>01.1949)

23.05. SBZ; Dresden, Abt. K5 (Kommissariat 5, politische Polizei, MfS-Vorläufer) verhaftet Benno v. Heynitz

          (23 J.), v. H. wird mit drei anderen im Oktober vom SMT Dresden im Namen der Union der Sozialis-

          tischen Sowjetrepubliken wg. antisowjet. Propaganda zu je 25 Jahren Arbeitslager verurteilt (1996

          stellt die Militärstaatsanwaltschaft Moskau fest „sie seien von 12.46 bis 8.47 in den Westsektor Berlins

          gefahren wo sie vom Leiter der Schumacherschen Organisation (SPD-Ostbüro) antisowjet. und anti-

          demokratische Literatur erhalten haben, die sie im Anschluß…unter der Bevölkerung…verbreitet

          haben“, dies stellte „keinerlei Gefahr für die Allgemeinheit dar.“)

23./26.5. SBZ; Meißen, II. Parlament der FDJ (841 Delegierte) „Wir bekennen uns zu den Zielen u. Aufgaben

          der FDJ. Wir sind der Meinung, daß die Gemeinschaftserziehung in der Kindervereinigung in enger

          Zusammenarbeit mit der Schule und dem Elternhaus dazu beitragen wird, die Kinder zu allseitig ent-

          wickelten fortschrittlichen Menschen zu erziehen.“ und beschliessen FDJ-Uniformierung u. Gründung

          „Kindervereinigung der FDJ“; SED-Mitgl. und FDJ-Vorsitzender E. Honecker behauptet u.a. „Es gibt in

          der Ostzone keine Junker mehr…Es gibt in der Ostzone keine Monopolherren mehr…Es gibt in den

          leitenden Organen der Ostzone keine aktiven Nazis und Kriegsverbrecher mehr…Und es gibt in der

          Ostzone keine Bildungsprivilegien mehr, allen Söhnen und Töchtern des Volkes steht der Aufstieg

          offen…“. Edith Baumann meldet insges. 454 231 FDJ-Mitgl., der FDJ-ZR hat 67 Mitgl., neu im ZR sind

          u.a. Peter Heilmann (1947-51, ab 1956 MfS-GM „Adrian Pepperkorn“ bzw. „Julius Müller“, FU Berlin,

          SPD, Evangelische Akademie Westberlin, 30 Jahre Spitzeltätigkeit enden mit Verfahrenseinstellung

          gegen DM 8 000 Geldauflage u. ca. DM 192 000 Reingewinn!), Bodo Jansen (1947-48), Heinz Keßler

          (1948-49), Rudolf Mießner (1947-49), Heinz Reimann (1947-49), Karl-Ernst Reuter (1947-49), Anni

          Strauß (1947-49)  > verfolgte Schüler (>25./28.1.49/ 11.5.50/ 10.7.51/ 28.6.52/ 9.12.52/ 9.2.53)

26.05. UdSSR; Abschaffung der Todesstrafe - bis 12.1.50, auch bei Sowjet. Mititär-Tribunalen (>18.10.49)

27.05. SBZ; Thüringen, Jena, Euthanasie-Arzt Prof. Dr. Jussuf Ibrahim wird Ehrenbürger von Jena und

          Ehrendoktor der Friedrich-Schiller-Universität Jena (>31.12.49/ 27.5.52)

    05. ABZ; SS-Obersturmführer Klaus Barbie wird US-Counterintelligence Corps-Agent (>9.3.51/ 4.7.87),

          SBZ; Gesetz über die Kassation rechtskräftiger Urteile in Strafsachen,

          SBZ; erster Entwurf zu einem pädagogischen Manifest des Kulturbundes zur demokr. Erneuerung u.a.

          „Eine Schule, in der das heranwachsende Geschlecht sich zum wahren Menschentum bilden soll und

          kann, muß folgenden Forderungen genügen: Sie muß von der Seele der Jugend alles fern halten, was

          Menschen trennen…kann. Es muß also eine Schule sein, in der die Jugend aller Stände, ohne Unter-

          schied der Herkunft…des Besitzes, der Religion oder der Rasse…das immer wieder zu betätigen hat,

          was vom Geist der Humanität erfüllte Erzieher…verkünden und vorleben…“und betont „unselige Kluft

          zwischen ,Gebildeten’ und ,Ungebildeten’!“ = weißer Kragen und Blaumann = Bildungsdiskriminierung

          > verfolgte Schüler, deutsche Gerechtigkeit (>27.8./1.9.63/ 12.1985)

29.05. Bizone; Abkommen über Wirtschaftsrats-Gründung (>10.6.47/ 8.11.48),

          SBZ; Thüringen, die als ev. Pfarrerstochter zu KPD/SED u. als SED-ZS „Schule und Erziehung“ Refe-

          rentin gewandelte Dr. Adelheid Torhorst wird Volksbildungsministerin (>15.8.57) > verfolgte Schüler,

          Spanien; Sevilla, ex-SS-Obersturmführer Dr. Walter Kutschmann erhält mit Hilfe des Karmelitenordens

          einen span. Pass auf den Namen Pedro Olma (er trifft 01.1948 in Argentienen ein, arbeitet bei Osram,

          wird eingebürgert, am 14.11.85 erstmals verhaftet stirbt er 08.1986 ohne Verurteilung)

29.5./7.6. Jugoslawien; Zagreb, Militärtribunal verurteilt Hermann Kasche, ex-Botschafter in Kroatien, und

          sechs kroatische Kolloraboteure zum Tode durch den Strang

30.05. SBZ; Sachsen, Reichenbach, nach einer Vergewaltigungswelle Ende Mai werden mehrere Deutsche

          die eine weitere Vergewaltigung zu verhindern suchen von Sowjets getötet (>4.1.49/ 22.2.2002)

01.06. SBZ; Gründung des FDJ-„Kinderbuchverlag"  > verfolgte Schüler

02.06. FBZ, Konstanz, Juristentagung, cDU-Justizminister Dr. Artur Sträter (NRW): „Der deutsche Richter in

          seiner Gesamtheit ist im Dritten Reich intakt geblieben, er hat nicht vor Hitler kapituliert.“ (>01.-03.51)

05.06. USA; Cambridge, der als General u. US-Armeechef die Bombardierung von Dresden rechtfertigende

          jetzige Außenmin. George C. Marshall kündigt Hilfssprogramm für Europa an (>27.6.47/ 3.4.48)

5./7.6. ABZ; München, Konferenz der Ministerpräs. deutscher Länder, die SBZ-Ministerpräsidenten Höcker

          (Mecklenburg), Dr. Hübener (Sachsen-Anhalt), Dr. Paul (Thüringen), Dr. Steinhoff (Brandenburg) und

          Sachsens. Innenmin. (und ex-sowjet. Geheimdienstler) Dr. Kurt Fischer als Vertreter des erkrankten

          Dr. Friedrichs (Sachsen) reisen ab, nachdem ihr Antrag (auf Grund einer sie bindenden SED-Direktive

          zur Bildung gesamtdt. Zentralverwaltung mit dem Ziel eines Einheitsstaates) von den westdt. Minister-

          präsidenten mangels polit. Kompetenz abgelehnt wird („Neues Deutschland“ „Die Brüskierung aller

          Deutschen in der Ostzone“) (>1.9.47/ 19./20.2.48/ 1.7.48/ 23./24.7.48/ 15./16.5.49)

6./.9.6. Groß-Berlin, 1.Deutscher Filmautoren Kongreß der DEFA (dient „kommunistischer Ausrichtung des

          Filmwesens“, wird eingeleitet v. „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“-Bundes-

          sekretär und Kulturbund-Zeitschrift „Aufbau“-Chefredakteur Klaus Gysi) (>4.11.47/ 12.10.49/

          17./18.9.52/ 1.9.62)

08.06. ABZ; Internierungslager Moosburg, Predigt d. Benediktinerpaters Prof. Dr. phil. Petrus Mayrhofer,

          OSB, u.a. „Ich würde nicht verdienen, zu Euch, meine Kameraden, sprechen zu dürfen wenn mich

          nicht meine geistliche Idee, die ich durch meine Priesterweihe vor 15 Jahren aus dem Mund des

          Papstes in Rom übernommen habe, verpflichtete, stets vor aller Welt im Sinne des Christentums von

          der Wahrheit Zeugnis abzulegen ohne Rücksicht auf persönliche Schädigungen und Gefahren.“ In

          Europa, so die Wahrheit, gäbe es heute mehr KZs als zur Zeit des Dritten Reiches. Die Häftlinge in

          den KZs des Dritten Reiches hätten „täglich 1000 Kalorien mehr zu essen bekommen, als heute die

          freien Deutschen unter dem Protektorat der Befreier...Wenn die Gaskammern von Auschwitz noch in

          Betrieb wären, so würden wohl heute Millionen Menschen dorthin pilgern wie zu einem Wallfahrtsort,

          um dort einen raschen Tod zu finden, anstatt mit hungrigen Kindern Tag für Tag dem Hunger ins Auge

          zu schauen und um dem Würgegriff der Befreier entrinnen zu können.“

10.06. Bizone; amerik.-brit. Proklamationen zum Wirtschaftsrat (Präs. wird Erich Köhler, CDU; Vizepräs. wird

          Georg August Zinn, SPD; bereits 02.1948 wird die Zahl der 52 hochdotierten Mitglieder verdoppelt)

          (>25.6.47/ 5.8.48/ 07.1949)

16.6./7.7. SBZ; Landgericht Dresden verhandelt im „Euthanasie”-Prozess gegen Ärzte, Pfleger und Kranken-

          schwestern der Anstalten Großschweidnitz und Pirna-Sonnenstein, der T4-Obergutachter Prof. Dr.

          Hermann Paul Nitsche sowie Dr. Ernst Leonhardt von der Landesanstalt Arnsdorf u. die Sonnenstein

          Pfleger Hermann Felfe u. Erhard Gäbler werden im Namen des Volkes zum Tode und die Kranken-

          schwestern Hildegard Ackermann, Elsa Sachse u. Luise Wedel zu langen Haftstrafen verurteilt 

          (Dr. Leonhardt u. Krankenpfleger Felfe begehen vor der Vollstreckung ihrer Todesurteile Selbstmord.

          Prof. Dr. Nitsche und Ehrhardt Gäbler werden am 25.3.48 von Scharfrichter Dobbak enthauptet; ein

          Verteidiger ist der vom NSDAP- zum cDU-Mitgl. gewandelte Dr. jur. Günther Nollau)(>29.9.53/ 1.5.72)

24.06. Groß-Berlin, Wahl des am 11.1946 aus türk. Emigration gekommenen ex-Bolschewiki Ernst Reuter

          zum SPD-Oberbürgermeister (am 11.7. erklärt SMAD General Alexander Kotikow u.a. „Herr Reuter

          wird nicht Oberbürgermeister…werden…Erstens hat er sich während seiner Anwesenheit…durch anti-

          sowjetische Verleumdungen einen traurigen Ruf erworben, zweitens hat er eine zweifelhafte politische

          Vergangenheit…“ - der Vater von SPD-Mitglied Edzard Reuter, der die finanziellen Kriterien demo-

          kratischer Begabtenförderung erfüllte u. mit Dr. Hanns Martin Schleyer’s u. Dr. Alfred Herrhausen’s

          Hilfe bis zum Daimler-Benz Vorstandsvors. avancierte - war SPD-, später KPD- und danach abermals

          SPD-Mitglied geworden) (>03.1948/ 9.9.48/ 1.1.56/ 5.9.77/ 21.11.83)

25.06. Alliierter Kontrollrat, Direktive Nr.54 zu Grundprinzipien für die Demokratisierung des Bildungswesens

          in Deutschland …1.gleiche Bildungschancen für alle…Die Verwaltung der Schulen wird demokratisch

          sein…2. In allen Bildungsinstitutionen, die ganz aus öffentl. Mitteln unterhalten werden…sollten Unter-

          richt, Schulbücher…unentgeltlich…4… ein zusammenhängendes Bildungssystem…“ gez. GenLt.

          M. Dratvin (UdSSR), GenMaj. F. Keating (USA), GenLt. B. Robertson (GB), GenMaj. P. Noiret (F) –

          deutsche Gerechtigkeit schafft damit verfolgte Schüler (>13.11.47/ 19./20.2.48/ 1.6.48/ 2.7.48/

          15.12.50/ 24.9.51)

27.06. Frankreich; Paris, Außenminister-Konferenz, sowjet. Außenmin. W. M. Molotow lehnt Marshall-Plan

          ab, warnt von Teilung Europas u. verlässt am 2.7. die Konferenz (>23.7.47/ 3.4.48/ 20.6.48/ 25.1.49)

28.06. BBZ; Hamburg, britisches Militärgericht eröffnet Prozess gegen neunzehn, an den Ermordungen von

          entflohenen alliierten Kriegsgefangenen beteiligten dt. Polizeibeamten, 14 werden zum Tode verurteilt

29.6./2.7. ABZ; Nürnberg, 2.SPD-Parteitag mit 357 Delegierten bestätigt Dr. Kurt Schumacher und Erich

          Ollenhauer als Parteivors. und Egon Franke, Fritz Heine, Herbert Kriedemann u. Alfred Nau werden

          besoldete Vorstandsmitgl. (>12.7.47/ 23.9.63)

30.06. Groß-Berlin, Gründung der „Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion“ (Nachfolger von

          Gesellschaft der Freunde des neuen Rußlands“ und „Bund der Freunde der Sowjetunion“), Vorsitz. ist

          Ökonomen- und Bankierssohn Prof. Dr. Jürgen Kuczynski (SED) (>22./23.5.48/ 2.7.49/ 7.3.58)

1.7./10.3.1948 ABZ; Nürnberger Prozeß gegen SS-Rasse- u. Siedlungshauptamt (Reichskommissar für die

          Festigung dt. Volkstums Ulrich Greifelt, Volksdt. Mittelstelle-Ltr. Werner Lorenz, RuSHA-Ltr. Günther

          Pancke, Otto Hofmann u. Richard Hildebrandt sowie Rudolf Creutz, Herbert Hübner (beide RKFdV),

          Heinz Brückner (VOMI), Referatsltr. Otto Schwarzenberger, Fritz Schwalm (RuSHA) u. Max Sollmann,

          Dr. Gregor Ebner, Dr. Günther Tesch, Inge Viermitz (alle Lebensborn e.V.) u.a. wg. Kriegsverbrechen,

          Verbrechen gegen die Menschheit, Kinder-Entführung/ -Zwangsadoption u.v.a.m. (die für Kinder-Ent-

          führung/ -Zwangsadoptionen Verantwortichen bleiben straffrei; deutsche Gerechtigkeit für betroffene

          Kinder ist ähnlich: ihre Leben u. Leiden sind weder straf- noch entschädigungswürdig sondern werden

          als allgemeines Kriegsfolgenschicksal negiert während ca. 500 000 beamtete Funktionseliten sich in

          der NS-Diktatur „verdienter“ Pensionen erfreuen u. DDR-Kader neue Zwangsadoptionen durchführen)

          (>11.5.51/ 23.10.54/ 28.8.68/ 13.6.74/ 21.5.75/ 16.12.75/ 29.1.76/ 05.1991/ 26.6.91/ 30.7.92/

          19.2.2002)

08.07. ABZ; Frankfurt/M., US-Behörden übergeben Bank Deutscher Länder (1957 Deutsche Bundesbank)

          umfangreiche Unterlagen der Deutschen Reichsbank über NS-Raubgold-Transaktionen einschl.

          26 sog. „Melmer-Hefte“ des SS-Hauptsturmführers Bruno Melmer (WVHA) über 2,5t „Melmer-Gold“

          aus der „Aktion Reinhard“ u. dem KZ Auschwitz sowie über den Verkauf von NS-Raubgold in andere

          Länder (die Unterlagen verschwinden in deutschen Händen spurlos, sie werden vermutlich 1976

          vernichtet, nicht einmal offizielle Vernichtungsprotokolle werden später gefunden) (>2./4.12.1997)

9.7./19.2.48 ABZ; Nürnberger Prozeß gegen „Südost-Generale“ Generalfeldmarschälle Wilhelm List und

          Maximilian v. Weichs, Generaloberst Dr. Lothar Rendulic, Generale Hermann Foertsch, Ernst Dehner,

          Franz Böhme, Ernst v. Leyser, Hubert Lanz, Helmut Felmy, Wilhelm Speidel und Generalmajor Kurt

          Ritter v. Geitner wg. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit auf dem Balkan; die

          Urteile: List u. Kuntze lebenslänglich, Dr. Rendulic und Speidel 20 Jahre, Felmy 15 J., Lanz 12 J.,

          Leyser 10 J., Dehner 7 J., Foertsch und v. Geitner Freispruch, Böhme beging am 29.5.47 Selbstmord

          und v. Weichs Verfahren wurde wg. seines schlechten Gesundheitszustandes eingestellt, bereits 1951

          werden Dehner, Felmy, Lanz, v. Leyser, Rendulic u. Speidel entlassen, 1952 List u. 1953 Kuntze (das

          Bundesjustizministerium schreibt 1951 z.B. über den amnestierten General Speidel, es sei nicht fest-

          stellbar „daß General Speidel wg. eines Verbrechens verurteilt worden ist, das auch nach deutschem

          Recht und deutscher Rechtsauffassung zu einer Verurteilung geführt hätte“(!), damit sind General

          Speidels und anderer Verurteilter Pensionsansprüche gesichert) (>22.12.47/ 23.10.54)

10./19.7. Jugoslawien; Ljubljana, jugoslaw. Militärtribunal verurteilt Generale Ludwig Kübler, Erwin Rösener

          mit zwölf weiteren dt. Offizieren und slowak. Beamten wg. Kriegsverbrechen zum Tode (Gen. K. wird

          am 18.8.47 gehenkt. 1941 an berüchtigter „Sturmfahrt auf Lemberg“ beteiligt, wurde er Oberbefehls-

          haber der 4. Armee vor Moskau u. 1943 Gebirgsjäger-Befehlshaber im „Sicherungsgebiet Adriatisches

          Küstenland“; 1964 wird er Bundeswehrkaserne-Namenspatron, nach langen Protesten wird 1995 - vor

          dem Einsatz deutscher Truppen in ex-Jugoslawien - die General-Kübler-Kaserne in Mittenwald in

          Karwendel-Kaserne umbenannt) (>20.5.64/ 20.9.82/ 9.11.95)

11.07. ABZ; US-Joint Chiefs of Staff-Direktive JCS 1067 wird durch Direktive JCS 1779 ersetzt

12.07. Norwegen; „Arbeiderbladet“ „(Kurt) Schumacher ist Demokrat…er hebt besonders hervor, daß die

          Kommunisten die Tyrannei nur von braun auf rot umfärben wollen. Er nennt sie rotlackierte Nazis.“

          (>6.6.49/ 4.10.51/ 28.9.79)

14.07. SBZ; Brandenburg, Schildow, sowjet. Truppen verhaften zwanzig 16-18jährige > verfolgte Schüler

          (am 27.3.52 fragt SPD-MdB Peter Blachstein im Bundestag „Wo sind sie geblieben?“) (>14.10.47)

17.07. Palästina; Haifa, brit. Kriegsschiffe greifen das jüd. Flüchtlingsschiff „MS Exodus 47“ mit ca. 4 500

          jüd. Flüchtlingen an, mehrere Tote u. Schwerverletze - die Passagiere werden mit brit. Kriegsschiffen

          am 22.8. nach Hamburg gebracht (Leon Uris schreibt später das gleichnamige Buch) (>14.5.48)

18.07. West-Berlin, Gefängnis Spandau, die vom IMT verurteilten Dönitz, Funk, Heß, v. Neurath, Raeder,

          v. Schirach u. Speer werden aus der ABZ hierher ausgeflogen um ihre Strafen unter interalliierter

          Kontrolle zu verbüßen (v. Neurath wird 11.1954, Raeder 09.1955, Dönitz 09.1956, Funk 05.1957 und

          v. Schirach und Speer werden 1966 entlassen, Heß begeht hier 1987 Selbstmord) (>1.10.66/ 17.8.87)

19.7./5.8. UdSSR; „Friedensflug nach Osten“ der FDJl’er Erich Honecker, Edith Baumann, Herbert Geisler,

          Heinz Keßler u. Robert Menzel, in Moskau treffen sie Nikolai Michailow, ZK-Sekretär des Komsomol -

          Kommunistichesky Soyuz Molodyozhi -  Bildungsdiskriminierung > verfolgte Schüler (>28.5.87)

21.07. SBZ; SMAD Befehl Nr. 180 zur Umwandlung preuß. Provinzen in Länder

22.07. SBZ; Deutsche Verwaltung für Volksbildung, „Bestimmungen für Aufnahme von Studenten in die

          Universitäten und Hochschulen der SBZ“, u.a. „2. Bei der Aufnahme von Studenten gilt nach-

          stehende Reihenfolge...“ Bildungsdiskriminierung

    07. SBZ; Erstausgabe des Funktionärsorgan der CDUD „Union teilt mit“, Chefredakteure: Helmuth Brauer

          (1947-54), Wolfgang Hasse (1954-55), Dr. Gerhard Desczyk (1955-56), Dr. Gerhard Fischer (1956-

          60), Josef Ulrich (1961-65), Karl Hanisch (1965-68), Wolfgang Gudenschwager (1968), Joachim

          Koppe (1969-73), Johannes Straubing (1973-90),

          UdSSR; Moskau, Geheimbesuch der SED-Kader W. Pieck, O. Grotewohl, M. Fechner u. W. Ulbricht

23.07. SBZ; SED-Zentralsekretariat lehnt in Stellungnahme Hilfe durch den Marshall-Plan ab (SED-Motto:

          „Wir brauchen keinen Marshall-Plan, wir kurbeln selbst die Wirtschaft an!“) (>3.4.48/ 25.1.49/ 21.8.59)

24./25.7. BBZ; Bad Segeberg, Tagung der Bizone-Fachminister für das Flüchtlingswesen verabschiedet

          sog. Segeberger Beschlüsse (>11.7.49)

06.08. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 193 zu Schüler-Erhöhung u. Ausbildungsverlängerung für jurist. Lehrgänge

          (54% der Richter u. 86% Staatsanwälte sind 1950 SED-Mitgl. u. besuchten Volksrichter-Lehrgänge)

          (>6.7.49)

08.08. ABZ; 12 von 43 ehemaligen Kirchenführern der Bekennenden Kirche um Niemöller und Karl Barth

          veröffentlichen „(Darmstädter) Wort der Bruderschaft der Ev. Kirche in Deutschland zum politischen

          Weg unseres Volkes“ u.a. „Wir sind in die Irre gegangen, als wir begannen, den Traum einer beson-

          deren deutschen Sendung zu träumen, als ob am deutschen Wesen die Welt genesen könne...Wir

          sind in die Irre gegangen, als wir übersahen, daß der ökonomische Materialismus der marxistischen

          Lehre die Kirche an den Auftrag und die Verheißung der Gemeinde für das Leben und Zusammen-

          leben der Menschen im Diesseits hätte gemahnen müssen. Wir haben es unterlassen, die Sache der

          Armen und Entrechteten...zur Sache der Christenheit zu machen.“ (>2./6.7.71) 

11.08. West-Berlin; ex-Gestapo-Kriminaldirektor von Belgrad Bruno Sattler wird von Sowjets nach Ostberlin

          entführt (und Mitte 1948 in die UdSSR gebracht) (>3.7.52/ 22.4.91)

14.8./12.5.1948 ABZ; Nürnberger Prozeß gegen IG-Farben Direktoren Dr. Otto Ambros, Dr. Ernst Bürgin,

          Max Brüggemann, Dr.-Ing. Heinrich Bütefisch, Dr.-Ing. Walter Dürrfeld, Dr. Dr. Fritz Gajewski, Dr.

          Heinrich Gattineau, Paul Häfliger, Erich von der Heyde, Prof. Dr. Heinrich Hörlein, Dr. Max Ilgner, Dr.-

          Ing. Friedrich Jähne, Dr. August v. Knieriem, Dr. Carl Krauch, Dr. Hans Kugler, Hans Kühne, Prof. Dr.

          Carl Lautenschläger, Wilhelm Mann, Dr. Dr.-Ing. Fritz ter Meer, Dr. Heinrich Oster, Dr. Hermann

          Schmitz, Dr. Christian Schneider, Baron Georg v. Schnitzler, Prof. Dr.-Ing. Carl Wurster (u.a. wg.

          NSDAP-Spenden zwischen 1933-39 von ca. RM 30 000 000, Plünderung, Versklavung, Giftgas für

          KZs), Ambros u. Dürrfeld werden zu 8 Jahren, ter Meer zu 7 Jahren, Bütefisch u. Krauch zu 6 Jahren,

          v. Schnitzler zu 4 Jahren, Ilgner zu 3 Jahren, Bürgin, Häflinger, Oster zu 2 Jahren, Jähne u. Kugler zu

          Jahren Haft verurteilt (1950 kommen alle frei, Dr. Ambros wird Friedrich Flick- u. Grace Chemical-

          Berater, Aufsichtsrat bei Süddeutsche Kalkstickstoffwerke Trostberg, bei Chemie Grünenthal, bei

          Scholven-Chemie, Feldmühle, Telefunken und der bundeseigenen VIAG Industrieholding, Dr. Fritz ter

          Meer ist 1956 Bayer AG-Vorstandsvorsitzender u. Prof. Carl Krauch Bunawerke Hüls-Aufsichtsrat

          usw.) (>16.8.50/ 23.10.54/ 14.4.64)

15.08. britisch besetztes Indien erhält als Indien und Pakistan die Unabhängigkeit (führt u.a. zu ethnischer

          Säuberung bzw. „Vertreibung und Tod von rd. 17 Millionen Hindus und Muslimen“) (>14.5.48)

16.08. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 201 Richtlinien zur Anwendung der Kontrollrat-Direktiven Nr. 24 und Nr. 38

          (formell zu beschleunigter Entnazifizierung innerh. 3 Mon., zur Schaffung von Strafkammern für NS-

          Täter u. zur Gründung politischer Polizei = K5-Kommissariate) (>31.1/1.2.48/ 14.4.49/ 4.3.50/ 21.4.50)

21.08. ABZ; Nürnberg, General Franz Böhme, ex-Befehlshaber für Serbien, begeht Selbstmord

23.08. SBZ; Vors. sowjet. Militäradministration Deutschlands (SMAD) Marschall Wassili Sokolowski bestätigt

          Schießbefehl an Grenze/Demarkationslinie für dt. Grenzpolizei

29.08. ABZ/BBZ; positiv revidierte Variante vom „Industrie-Plan für die Reparationen und das Niveau der

          deutschen Nachkriegswirtschaft“ für die Bizone

01.09. SBZ; Thüringen, SED-Ministerpräs. Dr. jur. Rudolf Paul flüchtet nach West-Berlin (1947 RA u. Notar

          in Frankfurt/M., später Rechtsanwaltskanzlei Knauthe Paul Schmitt) (>21.9.94)

6./8.9. Groß-Berlin, II.cDUD-Parteitag, Vorsitz. Jakob Kaiser wiederholt Einwände gegen SED-Blockpolitik u.

          „Abreißung der dt. Ostgebiete“ u. fordert „Wir müssen und wir wollen Wellenbrecher des dogmatischen

          Marxismus und seiner totalitären Tendenzen sein.“ (und wird gegen den Willen der SMAD wiederge-

          wählt, aber auch der SMAD-„nahe“ Generalsekr. Georg Dertinger „einer der eifrigsten Informanten des

          Oberst Tulpanow“ wird u.a. wiedergewählt) (>19.12.47/ 10.10.49/ 12./13.11.49/ 6.7.50/ 20./22.10.50)

8./10.9. SBZ; Leipzig, II.Pädagogischer Kongreß verabschiedet „Grundsätze der Erziehung in der deutschen

          demokratischen Schule“ u.a. „Auslese der Schüler in der Oberschule…erfolgt auf Grund der nachzu-

          weisenden Leistungsfähigkeit. Dabei ist Wert darauf zu legen, daß die bisher benachteiligten Volks-

          schichten (Arbeiter- u. Bauernkinder)…besonders berücksichtigt werden…Schüler, die beharrlich und

          demonstrativ die Ideen der Demokratie und Humanität als Grundlage des Staates ablehnen, sind zu

          entfernen.“ und Entschließung zu Paul Wandels (SED) Referat „Ein Jahr demokrat. Schulentwicklung

          in der SBZ“  > verfolgte Schüler

09.09. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 209 über die Einrichtung von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden für Neubauern

          (u.a. durch Zerstörung anderer Gebäude zu gewinnende Baumaterialien)

10.09. BBZ; b. München, Autor Hans Werner Richter etabliert u.a. mit Alfred Andersch, Wolfgang Bächler,

          Heinz Friedrich, Walter Kolbenhoff, Ilse Schneider-Lengyel,.Nicolaus Sombart u. später weiterer häufig

          politische Kriterien nationalsozialistischer Begabtenförderung Erfüllender und danach oft links-

          gewendeter „Braunschweiger“ Literaten die elitäre BRD-Autoren Gruppe 47 (>5./8.10.67)

11.09. SBZ; Leipzig, Verhaftung der Studenten Werner Ihmels, Horst Krüger u. Wolfgang Weinholdt (vermut-

          lich denunzierte LDPD-Jugendreferent Manfred Gerlach Theologiestudent Ihmels), die drei werden

          vom SMT im Namen der UdSSR wg. „Spionage“ zu 15-25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, Ihmels stirbt

          am 3.5.49 im NKWD-Sonderlager „Gelbes Elend“ Bautzen (04.1995 werden sie nach dem Gesetz der

          Russischen Föderation „Zur Rehabilitierung der Opfer politischer Repressalien“ vom russischen

          Obermilitärstaatsanwalt „rehabilitiert“, in der BRD wird in den 90er Jahren ein anhängiges Verfahren

          gegen den letzten Staatsrats- und LDPD-Vorsitzenden Prof. Dr. jur. Manfred Gerlach so lange hinaus-

          gezögert bis am 2.10.2000 die absolute Verjährung eintritt) (>20./22.11.60/ 5./7.4.82/ 16.12.92)

15.09. ABZ; Heidelberg, materiell Schwerstgeschädigte gründen Zentralverband der Fliegergeschädigten,

          Evakuierten u. Währungsgeschädigten; 1.Vorsitz. CDU-MdL Adolf Bauser (>20.6.48/ 24.6.48/ 10.7.52)

15.9./10.4.48 ABZ; Nürnberger Einsatzgruppen-Prozeß (Dr. Otto Ohlendorf, Ernst Biberstein, Paul Blobel,

          Walter Blume, Dr. Werner Braune, Lothar Fendler, Walter Hänsch, Emil Haussmann, Heinz Jost,

          Waldemar Klingelhöfer, Erich Naumann, Gustav Noßke, Adolf Ott, Waldemar v. Radetzky, Dr. Otto

          Rasch, Felix Rühl, Dr. Martin Sandberger, Heinz Hermann Schubert, Polizeimajor Erwin Schulz, Willy

          Seibert, Dr. Franz A. Six, Eugen Steimle, Dr. Edward Strauch) wg. Verbrechen gegen die Menschheit,

          Kriegsverbrechen und Zugehörigkeit zu einer verbrecherischen Organisation und verantwortlich für die

          Ermordung von ca. 500 000 sowjet. Zivilisten unter Mitwirkung von Litauern, Letten, Esten, Ukrainern

          und Volksdeutschen (allein 90 000 sowjet. Zivilisten wurden von Dr. Ohlendorfs Gruppe D ermordet),

          Verhör O. Ohlendorf: Ankläger J. Heath: „...und was ist mit den Zigeunern? Ich glaube Sie haben

          keine Vorstellung wie viele Zigeuner Ihr Kommando umgebracht hat?“ Ohlendorf: „Nein, das weiß

          ich nicht“ Heath: „Aus welchem Grund töteten Sie die Zigeuner? Einfach deshalb, weil es Zigeuner

          waren? Waren sie eine Gefahr für die Sicherheit der Wehrmacht?“ Ohlendorf: „Es ist ebenso wie

          mit den Juden.“ Heath: „Blut?...“ Ohlendorf: „Es bestand kein Unterschied zwischen den Zigeunern

          und den Juden. Für beide galt der gleiche Befehl.“

          Verhör Erich von dem Bach-Zelewski: Ankläger T. Taylor: „Sind Sie allgemein mit der Tätigkeit der so-

          genannten Einsatztruppen des SD vertraut?“ Bach-Zelewski: „Ja...“Taylor: „Welches waren die Haupt-

          aufgaben?“ Bach-Zelewski: „Die Hauptaufgabe... war die Vernichtung der Juden, Zigeuner und der

          (sowjetischen) politischen Kommissare.“ (Dr. O. und 13 weitere werden zum Tode verurteilt und 5 am

          7./8.6.51 in Landsberg gehenkt - 01.51 wandelt McCloy 9 Todesurteile in Haftstrafen, 2 zu lebens-

          langer, 3 werden zu 20 Jahren u. 2 zu 10 Jahren Haft verurteilt, Rasch wird verhandlungsunfähig er-

          klärt, Haussmann beging Selbstmord, Dr. F. Six’ 20 Jahre Haft enden 1952 mit Entlassung - er wird

          Organisation Gehlen-Mitarbeiter, Porsche-Diesel-Motorenbau-Werbeberater, in der BRD(!) verhörter

          Zeuge im ex-RSHA-Kollegen Eichmann-Prozeß und Dozent bei ex-RSHA-Kollege Prof. Dr. R. Höhn’s

          Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft Bad Harzburg, der zum Tode verurteilte Dr. jur. Strauch

          stirbt 1955, 1958 werden die Einsatz- u. Sonderkommandoführer Dr. Sandberger, Ott und Biberstein

          aus dem Militärgefängnis Landsberg entlassen) (>15.12.51/ 23.10.54/ 9.5.58/ 14.7.72/ 11.6.76)

20./24.9. SBZ; II. SED-Parteitag „Für Frieden Demokratie Sozialismus“ wählt 80 Vorstandsmitgl., W. Pieck u.

          O. Grotewohl wieder als Vorsitz. sowie A. Ackermann, W. Beling, F. Dahlem, F. Ebert, M. Fechner,

          E. Gniffke, O. Grotewohl, A. Karsten, K. Kern, H. Lehmann, H. Matern, O. Meier, P. Merker, W. Pieck,

          E. Schmidt, W. Ulbricht ins Zentralsekretariat; Ulbricht definiert die künftige kaderpolitische Leitlinien,

          kritisiert mangelnde Fortschritte bei der Wiedervereinigung, der Parteitag verlangt sich als marxistisch-

          leninistische Kampfpartei politisch, ideologisch, organisatorisch weiterzuentwickeln, tritt für Wahlalter-

          Herabsetzung ein.und ruft auf zum Wettbewerb „Mehr produzieren, gerechter verteilen, besser leben“

          der die Bildung von Brigaden u. Kollektiven forciert (Brigade der ausgezeichneten Arbeit, der besten

          Qualität, der hervorragenden Leistung, der kollektiven Aktivistenarbeit, der sozialistischen Arbeit usw.,

          mehrere B. schliessen sich zu Komplexbrigaden zusammen) u. nimmt umfangreiche Entschließung

          zur politischen Lage an (>16.9.48/ 22./23.7.48/ 17.5.50/ 2.1.59)

    09. SBZ; NKWD-Lager Nr. 6 Frankfurt/O. wird aufgelöst, Häftlinge in andere Lager verlegt, ca. 1 000 bis

          2 000 Häftlinge starben hier

22./30.9. Polen; Szklarska Poreba, Kommunist. Informationsbüro(KomInform)-Gründung durch Bulgarien,

          CSSR, Frankreich, Italien, Jugoslawien, Polen, Rumänien, Ungarn und UdSSR; KPdSU-Sekretär

          Alexej Shdanow spricht u.a. zur „Zwei-Lager“-Theorie, d.h. Aufteilung der Welt in ein „demokratisches

          antiimperialistisches“ „Weltfriedenslager“ u. ein „imperialistisches Lager“ (US-Journalist W. Lippmann

          erfindet zur gleichen Zeit die Phrase „Kalter Krieg“ (>20.3.48/ 19./23.6.48)

4./8.10. SBZ; Berlin, 1.Deutscher Schriftstellerkongreß des „Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung

          Deutschlands“ mit ca. 250 Autoren aus allen Besatzungszonen (u.a. der 1933 aus dem Dt. Reich und

          1947 wg. seiner marxist. Positionen aus der ABZ als polit. Chefredakteur des amerik. Radio Frankfurt

          in die SBZ emigrierte Dr. jur. Hans Mayer, 1948 wird Dr. Mayer Prof. für Literaturwissenschaften der

          Uni. Leipzig und Reisekader, 1963 „emigriert“ er zum Klassenfeind BRD) (>4./6.7.50/ 2.9.63)

05.10. SBZ; Gründung von „Junge Generation – Organ des Zentralrats der FDJ für das Verbandsaktiv“,

          wendet sich an „FDJ-Funktionäre, Propagandisten, Lehrer, Lehrausbilder, Leiter von Jugend-

          brigaden“ (Auflage 1961 = 40 250, 1971 = 53 133) Chefredakteure: Gerhard Zadek (1948-49),

          Reinhard Biehl (1950-51), Heinz Zähle-Brandt (1951), Horst Birkner (1951-54 u. 1955-60), Helmut

          Böhm (1955), Alfred Kobs (1960), Joachim Handtke (1960-62), Roland Wunderlich (1962-66),

          Günter Deichsel (1966-79), Günter Beckmann (1979-81), Hans Eggert (1981-82), Steffen Körner

          (1982-89)  > verfolgte Schüler

06.10. BBZ; brit. Militärverwaltung, Verordnung Nr. 110 überträgt die Entnazifizierung - außer Angehörigen

          der Kategorie 1 und 2 - auf dt. Länderregierungen (>26.2.48/ 4.7.48/ 29.4.49/ 17.3.51/ 11.5.51)

    10. SBZ; Dt. Zentralverwaltung f. Justiz, Nachfolger v. Präs. Dr. E. Schiffer (LDPD) ist Max Fechner (SED)

09.10. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 234 über Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität und weiteren

          Verbesserung der materiellen Lage der Arbeiter u. Angestellten der Industrie u. des Transportwesens

          (u a. Arbeitsschutz u. -zeiten, Akkordarbeit, Vorteile f. „verantwortungsbewußt“ Arbeitende)(>13.10.48)

10.10.(23.7.47?) ABZ; Bad Homburg, Gründung „Sonderstelle Geld und Kredit“ unter Dr. L. Erhard (>8.4.48)

11.10. UdSSR; Moskau, Ministerratsbeschluß Nr. 3547-1169 „Über die Umsiedlung der Deutschen aus dem

          Kaliningrader Gebiet der RSFSR in die sowjet. Besatzungszone“ (bis 12.1948 werden ca. 100 000

          Deutsche, auch Waisenkinder aus dem „oblast“ aus- oder umgesiedelt bzw. vertrieben oder deportiert)

14.10. SBZ; Frankfurt/O., sowjet. Truppen verhaften mit dt. K5-Polizei u.a. Heinz Bethge, Rudolf Hartmann,

          Guntram Konrad, Inge Petri, Jochen Stella, Helga Warnke, die Zwillingsbrüder Bethge und 7 weitere

          zumeist 18-20jährige verfolgte Schüler, Studenten, Handwerker (SPD-MdB P. Blachstein fragt öffent-

          lich im Bundestag „Wo sind sie geblieben?“) (>27.3.52)

22./31.10. Jugoslawien; Belgrad, jugoslaw. Militärtribunal verurteilt ex-SS-Division „Handschar“-Offizier und

          Höheren SS- und Polizeiführer für Serbien, Montenegro u. den Sandschak Dr. jur. Hermann Behrends

          mit weiteren dt. Offizieren zum Tode (Dr. B. wird entweder am 20./21.12.47 oder am 4.12.48 gehenkt)

23.10./1.11. SBZ; B.-Pankow, SMT verurteilt 13 KZ Sachsenhausen Lagerpersonal: Lagerkommandant SS-

          Standartenführer Anton Kaindl, die SS-Obersturmführer Michael Körner, Dr. Heinrich Baumkötter und

          Heinrich Freesemann, die SS-Untersturmführer Ludwig Rehn und August Höhn, die SS-Hauptschar-

          führer Kurt Eccarius u. ,Eiserner Gustav’ Sorge, die SS-Oberscharführer Wilhelm ,Pistolen-Schubert’,

          Martin Knittler, Fritz Ficker u. Menne Saathoff, SS-Unterscharführer Horst Hempel und den Häftling

          Paul Sakowski im Namen der UdSSR zu lebenslanger GULag-Haft, den Häftling Karl Zander und den

          Beamten Dr. Ernst Brennscheidt zu je 15 Jahren Haft (>9.10.55 /13.12.55/ 1970/ 1971/ 18.11.2001)

26.10. SBZ; Meißen, Bischof Dr. Petrus Legge’s Hirtenbrief u.a. zur „geheimnisvollen Schuldverstrickung“ u.

          „daß unsere…Kriegsgefangenen stellvertretend für uns alle das harte Los tragen.“ (>27.3.49/ 23.4.50)

30.10. SBZ; Zentralrat der FDJ, Richtlinien für organisatorischen Aufbau der FDJ-Kindervereinigung,

          UdSSR; Kasachstan, Kapustin Jar, Helmut Gröttrup, Dr. Wolff, Dr. Umpfenbach u.a starten erfolgreich

          die erste rekonstruierte V-2-Rakete und verdienen sich eine Prämie von 100 000 Rubel

03.11. ABZ; Frankfurt/M, Interzonale liberal-demokr. Parteitagung mit Dr. Th. Heuss, Dr. W. Külz (>11.12.48)

3./5.11. BBZ; Altenberg b. Köln, Erich Honecker, Edith Baumann, Helmut Heins (alle FDJ - einzige offiziell in

          der SBZ zugelassene Jugendorganisation) versuchen vergeblich die Freiheit der Andersdenkenden:

          Bund der Deutschen Kath. Jugend (Ludgera Kerstholt, Josef Rommerskirchen), Bündische Jugend,

          Ev. Jugend, die Falken (Heinz Westphal, Erich Lindstaedt) u.v.a.m. - mittels eines gemeinsamen

          Jugendrings zu untergraben  > verfolgte Schüler (>28.1.48/ 12./13.12.48/ 17.3.55/ 28.7./5.8.73)

04.11. SBZ; DEFA-Umwandlung in sowjet. Aktiengesellschaft SAG (45% Anteil bleibt bei SED-Zentrag)

    11. FBZ; Rastatt, das Oberste Französische Militärgericht (Tribunal Général) verurteilt im Prozeß gegen

          42 SS-Wachmannschaftsangehörige u.a. der KZ Kochendorf, Unterriexingen und Vaihingen zehn

          Angeklagte zum Tode, darunter sechs vom KZ Vaihingen-Wiesengrund (deutsche Gerechtigkeit ist,

          daß am 31.7.1962 das Bundessozialgericht - Az. 9 RV 934/57 - im Namen des Volkes urteilt, daß eine

          wg. der Morde an Vaihinger KZ-Häftlingen vollstreckte Todesstrafe des „Besatzungsgerichts“ eine

          Schädigung im Sinne vom Bundesversorgungsgesetz BVG ist und Angehörige Versorgungsansprüche

          geltend machen können) (>30.6.48/25.1.49/ 7.11.49/ 19.10.50/ 4.11.50/ 23.10.54/ 8.5.97/ 14.1.98)

10.11. ABZ; Militärregierungsgesetz Nr. 59 zur Rückerstattung des seit 15.9.1935 arisierten Vermögens (in

          der BBZ des seit 30.1.1933 arisierten Vermögens) „ignoriert“ die absehbare Währungsreform (10:1)

          und straft dadurch all jene Betroffenen ein zweites Mal die nicht für Restitution optieren weil sie aus

          nachvollziehbaren Gründen nicht wieder in Deutschland leben wollen (die „Kosten“ für ca. 100 000

          rückerstattungspflichtige Arisierer betragen lediglich ca. DM 3 500 000 000!!!) („DIE ZEIT“ unterstellt

          dem alliierten Miltärgesetzgeber u.a. daß ihm „nicht der Geist der Gerechtigkeit, sondern das Streben

          nach Vergeltung die Feder geführt“ habe.“ Mittels Reparationsschädengesetz zur Abgeltung von

          Reparations-, Restitutions-, Zerstörungs- und Rückerstattungsschäden erhalten u.a. auch „Ariseure“

          als „Opfer der Wiedergutmachung“ Entschädigungszahlungen) (>12.5.49/ 26.5.52/ 12.2.69/ 1980),

          FBZ; Militärregierungsverordnung Nr. 120 zur Rückerstattung geraubten Vermögens (>12.5.49)

13.11. Groß-Berlin, Stadtverordnetenversammlung verabschiedet Schulgesetz für Groß-Berlin (ähnlich dem

          zur DDR-Bildungsdiskriminierung führendem Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule)

          (>1.6.48/ 30.11.48) > verfolgte Schüler

15.11./14.4.49 ABZ; Nürnberg, Ministerien-Prozeß gegen Ernst v. Weizsäcker und zwanzig andere (Urteile

          u.a. SS-HA-Chef Gottlob Berger 25 Jahre, Reichskanzlei-Chef Hans Lammers u. der Bevollmächtigte

          d. Großdeutschen Reiches in Ungarn Diplomat Dr. Edmund Veesenmayer je 20 Jahre; Göring-Stellv.

          als Vierjahresplan-Beauftragter Paul Körner, Planungsamt-Chef im Rüstungsmin. Dr. Hans Kehrl und

          Reichswerke H.-Göring-Direktor Paul Pleiger je 15 Jahre; Keppler-Kreis Gründer, BRABAG- und DUT-

          Aufsichtsrat u. Staatssekr. z.b.V. Wilhelm Keppler und Reichsfinanzmin. Lutz Schwerin v. Krosigk (wg.

          Plünderung jüd. Besitzes durch Finanzämter) je 10 Jahre; Staatssekr. Ernst v. Weizsäcker (nebst

          Anwälten helfen ihm u.a. Legationsrat Sigismund v. Braun - Bruder des jetzt in den USA arbeitenden

          SS-Hauptsturmführers Dr. Wernher v. Braun - sowie Sohn Richard v. Weizsäcker der hier die Phrase

          vom „Widerstand durch Mitarbeit“ prägt. Das Gericht stellt v. W.’s Beteiligung an der Deportation von

          Juden nach Vernichtungslagern wie Auschwitz fest, da er 1942 Adolf Eichmann die Genehmigung für

          die Deportation von 6 000 Juden aus Frankreich nach Auschwitz erteilte), Reichsbauernführer Richard

          Darré, Staatssekr. Dr. Adolf Baron Steengracht v. Moyland und Unterstaatssekr. Dr. Ernst Woermann

          wg. diverser Taten je 7 Jahre, Staatssekr. Ernst Bohle wg. Kenntnis krimineller Handlungen u. Reichs-

          bankvizepräs. Dr. Emil Puhl (wg. Vereinnahmung von Wertsachen u. Zahngoldes ermordeter Juden)

          je 5 Jahre, Sonderbotschafter Dr. Karl Ritter 4 Jahre, Staatssekr. SS-Obergruppenführer Dr. Wilhelm

          Stuckart wg. Ausarbeitung der Nürnberger Gesetze 3 Jahre, 10 Monaten die mit U-Haft als abgegolten

          galten, er wird entlassen u. von Spruchkammer als „Mitläufer“ entnazifiziert; v. Moyland wird 01.1950

          und v. Weizsäcker 10.1950 entlassen, die meisten sind 1951 amnestiert) (>15.10.50/ 23.10.54/ 8.5.85)

24.11./22.12. Polen; Krakow, Prozeß gegen 40 KZ Auschwitz SS-Personal endet mit 23 Todesurteilen (zwei

          Todesstrafen - u.a. jene von SS-Lagerarzt Prof. Dr. med. Johann Kremer - werden in lebenslange Haft

          gewandelt, er wird 1958 in die BRD entlassen), 16 Haftstrafen von 3 Jahren bis lebenslang sowie

          Freispruch für SS-Arzt Dr. Hans Münch (Hans Aumeier, August Bogusch, Therese Brandl, Paul Gotze,

          Fritz Buntrock, Wilhelm Gehring, Maximilian Grabner, Heinrich Josten, Franz Kraus, Josef Kollmer,

          Hermann Kirschner, Otto Latsch, Arthur Liebehenschel, Herbert Ludwig, Karl Möckel, Maria Mandel,

          Erich Muhsfeldt, Kurt Müller, Ludwig Plagge, Hans Schumacher u. Paul Szczurek werden hingerichtet)

          (>20.12.63/ 19.8.65)

25.11./16.12. Großbritannien; London, 5.(nach-Potsdam)-Treffen des Rates alliierter Außenminister (sowjet.

          Forderungen nach deutschen Reparationen im Wert von $ 10 000 000 000 durch Lieferungen aus der

          laufenden Produktion im Zeitraum von 20 Jahren, 4-Mächte-Kontrolle d. Ruhrgebiets u. Anerkennung

          der Oder-Neiße-Grenze führt zur weiterer Ost-West-Auseinanderentwicklung) (>20.3.48)

29.11. UN-Generalversammlung stimmt für Teilung Palästina’s in palästin. und israel. Staat (>14.5.48),

          ABZ; Günzburg/Donau, Geburt v. Petra Karin Lehmann (ab 1960 mit Mutter u. Stiefvater John E. Kelly

          in die USA, High Schools in Georgia u. Virginia, 1966-70 Washington School of International Service,

          1971-72 Uni. Amsterdam, 1972-79 SPD, 1980 Gründungsmitgl. Die Grünen, 1983 MdB) (>1.10.92),

          BBZ; Gründung Sporthochschule Köln (Prof. Carl Diem ist bis 1962 Rektor) (>1951/ 17.5.52/ 05.1974)

    12. ABZ; Pullach wird US-dt. „Organisation Gehlen“-Geheimdienstsitz (>17.11.48/ 7.8.50/ 17.3.52)

01.12. SBZ; Dt. Verwaltung des Innern DVdI, Gründung „Referat K 5“ für politische Polizei-Kommissariate

          (K 5) der Kriminalpolizei (1950 mit „Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft“ im Ministerium

          für Staatssicherheit zusammengefasst) (>8.2.1950)

02.12. SBZ; SMAD verbietet die Stadtverordnetenwahlen in Ostberlin

05.12. West-Berlin, demokrat. Stadtverordnetenwahlen: SPD 64%, cDU 19%, LPD 16%, SED 2,7%

6./7.12. Groß-Berlin, nicht gewählter 1.Dt. Volkskongreß für Einheit und gerechten Frieden im Sinn sowjet.

          Deutschlandpolitik (wird ab 4.10.49 „Nationale Front des demokratischen Deutschland“) (>17./18.3.48)

8.12./31.7.48 ABZ; Nürnberger Prozeß gegen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach u. die Krupp-Manager

          Friedrich v. Bülow, Karl Adolf Eberhardt, Dr. Eduard Houdremont, Max Ihn, Friedrich Janssen, Hans

          Kupke, Heinrich Korschan, Werner Lehmann, Ewald Loeser, Erich Müller. u.a. wg. Verbrechen gegen

          die Menschlichkeit, die Zwangsarbeiter- u. KZ-Häftlingsausbeutung werden am 31.7. Krupp, v. Bülow

          u. Müller zu je 12 Jahren, Houdermont u. Janssen zu je 10 Jahren, Eberhardt u. Ihn zu je 9 Jahren,

          Loeser zu 7 Jahren, Korschan u. Lehmann zu je 6 Jahren und Kupke zu 2 Jahren Haft verurteilt (ex-

          Rüstungsmin. A. Speer’s Stellvertreter, Jägerstab-Stabschef und von Hitler als Speer-Nachfolger

          bestimmte NSDAP-Genosse Karl-Otto Saur, der „fanatischste und skrupelloseste Einpeitscher der NS-

          Kriegswirtschaft, der für den Tod Tausender Menschen verantwortlich war“ ist im Prozeß Zeuge der

          Anklage. 1948 entlassen wird er, wie Zwangsarbeiter-Organisation Todt Kollege Xaver Dorsch ein nie

          angeklagter Unternehmer in der BRD (>03.1948/ 3.2.51/ 23.10.54) deutsche Gerechtigkeit

19.12. SBZ; SMAD u. cDU-Vorstand (Dertinger) einigen sich zu Ausschluß v. Dr. Hermes, Kaiser u. Lemmer

          u.a. wg. deren Widerstand zu Bodenreform-Enteignungen (>20.12.47/ 6.6.53/ 5.3.90/ 23.4.91/ 1.3.98)

20.12. SBZ; im Auftrag von Marschall Wassili Sokolowski setzt Oberst Sergej Tulpanow die CDU-Vors. Ernst

          Lemmer u. Jakob Kaiser ab (Kaiser, der am 24.3.33 für das Ermächtigungsgesetz stimmte, warb am

          13.2.46 für „Sozialismus aus christlicher Verantwortung…Wir verlangen nicht nur als Christen…auch

          als Demokraten eine gesunde sozialistische Ordnung.“ und 12.1947 in West-Berlin „daß in der

          Ostzone die Möglichkeit, in aufrechter Haltung den demokratischen Weg selbständiger Unionspolitik

          zu gehen, praktisch nicht mehr gegeben erscheint“, in Folge entstehen in West-Berlin „Büro Kaiser“,

          „Exil-CDU“ u. „Ostbüro der CDU“; ca. 90 CDU-Mitgl. werden in SBZ/DDR wg. ihrer Ostbüro der CDU-

          Kontakte verhaftet/verurteilt. K. wird in der Trizone Parlamentarisch. Rats-Mitgl., Exil-CDU-Gründungs-

          mitgl., 1949-57 CDU-MdB u. -Bundesminister, 2002 erhält das DM 1 142 000000 teure Abgeordneten-

          haus in Berlin seinen Namen) (>22.1.48/ 4.9.50/ 24./25.9.50/ 20./22.10.59/ 1957/ 20.6.91),

          SBZ; Kardinal Graf v. Preysing-Erlass betr. (polit.) „Erklärungen zu Zeitfragen“, diese dürfen für den

          Bereich eines Bistums nur vom Bischof selbst abgegeben werden (>22.2.50)

22.12. Griechenland; Athen, ex-General Alexander Andrae (1941/42 „Festung Kreta“-Kommandant) wird u.a.

          wg. 50 Geiselexekutionen am 14.6.42 zu lebenslanger Haft verurteilt (1951 wird die Haft auf 4 Jahre

          reduziert, 1952 wird er entlassen, 1959 wird ein Amnestiegesetz verabschiedet) (>20.9.48/ 18.3.60)

30.12./29.10.1948 ABZ; Nürnberger Prozeß gegen Oberkommando d. Wehrmacht und Generalfeldmarschall

          Wilhelm Ritter v. Leeb, Generalfeldmarschall Hugo Sperrle, General Johannes Blaskowitz, General-

          leutnant Walter Warlimont, General Hermann Reinecke, General Karl v. Roques, Generalfeldmarschall

          Georg v. Küchler, Generaloberst Hans v. Salmuth, Generaloberst Hans Reinhardt, Generaloberst

          Hermann Hoth, Admiral Otto Schniewind, Generaloberst Karl Hollidt, General Otto Wöhler, General-

          oberstabsrichter Dr. Rudolf Lehmann, alle Angeklagten bestreiten jede persönl. Schuld, berufen sich

          auf „Befehle“, Nichtwissen u. Vergeßlichkeit, keiner spricht Bedauern aus; aufgrund nachgewiesener

          individueller Schuld wg. Ausarbeitung verbrecherischer Befehle, Verbrechen an Kriegsgefangenen u.

          Zivilisten, Deportationen zur Zwangsarbeit bzw. Beteiligung oder Unterstützung von Judenmorden

          werden verurteilt: Warlimont und Reinecke (lebenslänglich), v. Roques, v. Küchler, v. Salmuth (je 20

          Jahre), Reinhardt und Hoth (je 15 Jahre), Wöhler, Dr. Lehmann, Hollidt (5-8 Jahre), v. Leeb (3 Jahre,

          durch U-Haft abgegolten später Namenspatron der Generalfeldmarschall-von Leeb-Kaserne in

          Landsberg/Lech), Sperrle und Schniewind (Freispruch) (>16.8.50/ 1.10.54/ 23.10.54/ 5.4.92)

31.12. SBZ; SED hat ca. 1 800 000 Mitglieder, ca. 50% aller Lehrer sind jetzt SED-Mitglied (von ca. 39 000

          dienstfähigen Lehrern waren zuvor ca. 28 000 in der NSDAP) > verfolgte Schüler (>01.1949)

1948

          SBZ; die Deutsche Verwaltung des Innern DVdI hat ca. 19 000 Grenz- und Bereitschaftspolizisten und

          ca. 64 500 Kriminal-, Schutz-, Transport-, Verkehrs- und Verwaltungspolizisten,.der frühere sächsisch.

          FDJ-Landesleiter, SED-Genosse Robert Bialek ist Volkspolizei-Generalinspekteur (>11.7.48/ 4.2.56)

03.01. SBZ; Tagung des Ausschuß für Rechtsfragen beim ZK der SED unter Vorsitz von Dr. Karl Polak und

          Dr. Reinhold Schäfermeyer, in Anwesenheit Walter Ulbrichts und führender SBZ-Juristen werden Ent-

          schließungen zur weiteren „Justizdemokratisierung“ angenommen, ex-NS-Rechtswahrer u. SED-Vize-

          präs. der Dt. Zentralverwaltung der Justiz Dr. jur. Ernst Melsheimer sagt: „Man sollte beherzigen, daß

          es ein alter revolutionärer und demokratischer Grundsatz ist, daß man einen Staat dann umwandelt,

          wenn man zwei Dinge in der Hand hat: die Polizei und die Justiz. Die Polizei hat man in der Hand, die

          Justiz noch nicht. Daß wir sie in die Hand bekommen, sollte unser Ziel sein.“ (>6.7.49/ 29.12.52),

          SBZ; Wilhelm Pieck’s (SED) 72.Geburtstag; Sowjetgeneral Fjodor Bokow überbringt Stalin’s Grüsse

          und den Befehl „nominellen“ ex-NSDAP-Mitgl. die SED-Mitgliedschaft - mit lukrativen Opportunisten-

          Karrieren wie von Außenhandelsminister Gerhard Beil, von Kulturminister Hans Bentzien, von Presse-

          amtsleiter Kurt Blecha, von Staatsbankpäsident Horst Kaminsky, vom „Neues Deutschland“ stellvertr.

          Chefredakteur Dr. phil. Günter Kertzscher, von Volksbildungsminister Hans-Joachim Laabs u.v.a. - zu

          ermöglichen (40-50 Jahre später „häuten“ wieder viele Parteigenossen - Dr. Schäuble (cDU) sagt „Es

          muß das Recht auf Korrektur früheren Verhaltens geben" u. teilt Stalins Meinung)(>20.1.50/ 17.11.76)

          > verfolgte Schüler haben meist lebenslange Sippenhaft

10.01. SBZ; „Parteihochschule ,Karl Marx‘ beim ZK der SED“ in Kleinmachnow eröffnet (erhält 1953

          Promotions- und Habilitationsrecht), ca. 150 Professoren/Dozenten für Aus- und Weiterbildung von

          Nomenklaturkadern; Direktoren/Rektoren: Rudolf Lindau (1947-50), Paul Lenzer (1947-50), Prof.

          Dr. Hanna Wolf (1950-83), Kurt Tiedke (1983-89), Götz Dieckmann (1989-90)  > verfolgte Schüler

22.01. SBZ; „Neue Zeit“, cDU-Vorstand Otto Nuschke über Jakob Kaiser, dieser „konnte am 11.Dezember

          noch des Glaubens sein, daß er das Vertauen der Union der Ostzone besäße. Aber das Amte eines

          Zonenvorsitzenden verlangt auch das Vertrauen der Besatzungsmacht.“ (>19.9.48)

24.01. SBZ; Marienborn, sowjet. Truppen stoppen den brit. Nachtzug Bielefeld-Berlin, sie beanstanden das

          dt. Fahrgäste mit gültigen Papieren den Zug benutzen (>11.2.48)

25.01. BBZ; Köln, Kardinal J. Frings predigt gegen „entartete Tanzlustbarkeiten“ u. „Verwerflichkeit gewisser

          Arten des Tanzens, die als Negertänze bezeichnet werden“ (>4.4.50/ 2.1.58/ 08.1959/ 31.10.65)

26.01. SBZ; Verbot der Jungen Union (am 28.1. ziehen CDU u. LDP ihre Vertreter im FDJ-Zentralrat zurück)

27.01. BBZ; bizonale Verwaltungsrat für Wirtschaft, neuer Direktor ist Ludwig Erhard (>12.11.48)

28.01. SBZ; Berlin, 11.FDJ-Zentralratssitzung, Dr. Marga Lindner (cDU) erklärt u.a. „Den politischen Weg,

          den die FDJ nun geht und zu dem ihre Erklärungen und Beschlüsse die Reichtung weisen, ist so ein-

          deutig, so einheitssozialistisch, daß es für mich unmöglich ist, ihn weiter mitzugehen. Ich sehe mich

          daher gezwungen, mein Mandat im Zentralrat niederzulegen und meinen Austritt aus der FDJ zu er-

          klären.“ - auch Herbert Geisler (LDP) gibt sein Mandat im FDJ-Zentralrat auf (>10.4.2000)

31.1/1.2. SBZ; Berlin, Tagung der Innenminister, der stellv. SED-Vorsitz. und Mitgl. des PB des SED-ZK

          Walter Ulbricht referiert u.a. zum Umgang mit NSDAP-Mitgl. „Wenn in den nächsten Monaten die

          Frage des Aufbaues in den Vordergrund kommt, wenn wir jetzt erklären, die Grundlagen unserer

          demokratischen Ordnung seien geschaffen, jetzt gehe es an den Aufbau, können wir nicht zu gleicher

          Zeit die Entnazifizierung weiterführen. Wir müssen an die ganze Masse der Werktätigen appellieren,

          auch an die nominellen Nazis, an die Masse der technischen Intelligenz, die Nazis waren. Wir werden

          ihnen offen sagen: Wir wissen, daß ihr Nazis wart, wir werden aber nicht weiter darüber sprechen; es

          kommt auf Euch an, ehrlich mit uns mitzuarbeiten." (>11.2.48/ 25.5.48/ 1.10.51)

01.02. ABZ; Landeskirche Hessen-Nassau, in vom ev. Kirchenpräs.Martin Niemöller mitzuverantwortender

          Kanzelabkündigung wird gegen das Denazifizierungsgesetz polemisiert, u.a. „Unser Volk ist nicht auf

          den Weg der Versöhnung geführt worden, sondern auf den Weg der Vergeltung und die gesäte Saat

          neuen Hasses ist üppig auggegangen…Wir müssen darauf hinweisen, daß jede freiwillige Betätigung

          eines christl. Pfarrers bei der Durchführung des Befreiungsgesetzes für die Gemeinde Jesu Christi ein

          schweres Ärgernis bedeutet…“ (ein ,Studioso’ der beim ex-Boot-Kapitän a.D. Pfarrer Niemöller unter-

          gekommen ist heisst Rolf Johannesson, 1937 dt. Standortkommandant im span. Bürgerkrieg und

          später Kriegsmarine-Konteradmiral, ab 1957 ist er bei der Bundesmarine) (>11.5.51);

          West-Berlin; Herbert Frahm genannt Willy Brandt ist Mitarbeiter im SPD-Landesvorstand (>11.8.49)

          > verfolgte Schüler

05.02. ABZ; Nürnberg, Generaloberst Johannes Blaskowitz begeht Selbstmord

06.02. Frankreich; Paris, General Otto v. Stülpnagel, ex-Militärbefehlshaber Frankreich, begeht Selbstmord

09.02. BBZ; Köln, Oberster Gerichtshof d. brit. Zone eröffnet, deutsche nullum crimen sin lege Gerechtigkeit

          ignorierend ahnden dt. Juristen am „kleinen Reichsgericht“ unter Präs. Dr. jur. Ernst Wolff kurzzeitig

          staatlich geförderte und veranlasste Verstöße gegen die Menschlichkeit (die Bildungsdiskriminierung

          jüd., Sinti-, Roma- oder Zeugen Jehovas-Kinder ist ein Verstoß) für kurze Zeit auch rückwirkend

          (>8.10.50/ 5.12.52/ 2./5.10.91/ 1.10.94/ 04.1996/ 10.6.98/ 2./5.6.99/ 27.8.2001),

          Bizone, amerikanische Proklamation Nr. 8 und britische Verordnung Nr. 127 über die Errichtung eines

          Deutschen Obergerichts für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet (Präs. Dr. jur. Hans Lukaschek) (>8.8.49)

11.02. SBZ; Marienborn, sowjet. Truppen stoppen den brit. Nachtzug Berlin-Bielefeld für 11 Std., die 120

          dt. Fahrgäste werden zur Rückkehr nach Berlin gezwungen (>23.2.48),

          SBZ; „Tägliche Rundschau“ „Geschichtsfälscher - Wie die Imperialisten der Westmächte Hitler bei der

          Entfesselung des verbrecherischen Krieges unterstützten“,

          SBZ; SED-Vorstand über „Intellektuelle und Partei“ u.a. „Ein bedeutender Teil der Geistesschaffenden

          war Mitglied der NSDAP...die Teilnahme am antifaschistischen Kampf war...aus diesen Schichten

          minimal...neben den aufgezeigten äußeren Umständen...wurde der Erfolg unserer auf die Gewinnung

          breiterer Schichten der Intelligenz gerichteten Arbeit...selbst nachteilig beeinflußt...Entscheidende Vor-

          aussetzung für eine dauernde Gewinnung namhafter Gelehrter u. Künstler...um die Bedürfnisse...der

          Gelehrten u. Künstler...um das materielle Wohl der Intellektuellen (kümmern)...“ (>31.3.49/ 17.8.50)

13.02. BBZ; Ev. Landeskirche Westfalens fordert Amnestie für politische Straftaten, Präses D. Jakob Koch

          (seit 1936 geistiger Landeskirchenleiter) erklärt „Nur diejenigen, die persönliche Schuld auf sich

          geladen haben, dürfen bestraft werden. Es ist weder Recht noch christlich, daß Deutsche einander

          klassifizieren und über des anderen politische Gesinnung richten…“,

          SBZ; „Berliner Zeitung“ „Nr. 339- Wilhelm Kopf, Kommission der Vereinten Nationen von Kopfs Schuld

          überzeugt“ (03.1948 lehnt die brit. Militärreg. K.’s Auslieferung an Polen ab) (>1.7.48)

14.02. West-Berlin; Dr. Rainer Hildebrandt gründet Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU) (>1.4.63)

17.02. SBZ; Rostock, der kath. Studentenpfarrer Hermann Jansen wird von K5-Polizeiangehörigen verhaftet

          (am 17.12.49 wird Pfarrer Jansen vom SMT Schwerin wg. Spionage zu 25 Jahren Zwangsarbeit ver-

          urteilt und nach jahrelanger Haft in Bautzen und Bützow-Dreibergen 1957 entlassen) (>22.9.50/

          26.7.52/ 12.2.53/ 16.11.57/ 28.11.57/ 14.1.58/ 23.11.63)

17./18.2. CSR; Prag, Konferenz der Außenmin. Polens, Jugoslowiens u. der CSR kritisiert u.a. amerik.-brit.

          Politik für Westdeutschland (>20.3.48)

19./20.2. ABZ; Stuttgart-Hohenheim, 1. KultusMinisterkonferenz unter Beteiligung der Länder der SBZ ver-

          abschiedet „Entschließung zur Frage der Schulreform…Auf- u. Ausbau der Schule muß im Geiste der

          Demokratie, der sozialen Gerechtigkeit…erfolgen. Jedem Kind muß die Möglichkeit zur allseitigen

          Entfaltung seiner…geistigen u. sittlichen Kräfte gegeben werden. Der Bildungsgang der Jugend darf

          nicht abhängig sein von der sozialen u. wirtschaftl. Lage des Elternhauses…“  > verfolgte Schüler

          (die 300. KultusMinisterKonferenz wird 54 Jahre später am 5. Dezember 2002 unter dem Vorsitz

          von Frau Prof. Dr. Dagmar Schipanski – sie erfüllte die politischen Kriterien sozialistischer

          Begabtenförderung in der Diktatur des Proletariats – in Bonn stattfinden) (>2.7.48)

23.02. SBZ; die SMAD reduziert die LKW-Transitgenehmigungen im Berlinverkehr um 80% (>24.6.48)

23.2./2.6. Großbritannien; London, Sechs-Mächte-Außenmin.-Konferenz (US, GB, F, Benelux) resultiert in

          „Londoner Empfehlungen“ / „Frankfurter Dokumente“ - Entscheidung zur westdt. Staatsgründung

          (>20.3.48/ 20.6.48/ 1.7.48/ 10.8.48/ 1.9.48/ 5./8.4.49)

25.2./10.3. CSR; kommunist. Umsturz, nach Rücktritt nicht-kommunist. Minister führt der sozialdemokrat.

          Ministerpräs. Zdenek Fierlinger die tschech. Sozialdemokraten (wie Grotewohl in der SBZ) gezielt in

          eine Partnerschaft mit Kommunisten u. endet die tschech. Demokratie

26.02. BBZ; Göttingen, Nachfolger der mit Förderung der Wissenschaften wie rassehygienischer Forschung

          NS-belasteten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft ist Präs. Prof. Otto Hahn’s neue Max-Planck-Gesellschaft,

          SBZ; SMAD-Befehl Nr. 35 über die Auflösung der 262 Entnazifizierungskommissionen (ca. 520 000

          NS-PG’s wurden aus Ämtern entfernt, 18 061 wurden verurteilt)

01.03. ABZ; Proklamation Nr. 60 zur Bildung „Bank deutscher Länder“ (>8.4.48/ 5./6.1948/ 20.6.48),

          BBZ; Verordnung Nr. 129 zur Bildung „Bank deutscher Länder“ (>8.4.48/ 5./6.1948/ 20.6.48)

02.03. ABZ; Frankfurt/M., Bizone-Verwaltungsratswahl, Max Reimann (KPD) nennt Wahl „weiteren Akt zur

          Vollendung des amerik. und engl. Plans zur Schaffung eines Weststaates“ (>12.11.48)

06.03. BBZ; Köln, Neugründung „Studienstiftung des deutschen Volkes" e.V. zur weltanschaulich neutralen

          Elitenförderung ohne Aufnahmekriterium „Bedürftigkeit“, erste Stipendiaten ausschließl. auf Basis von

          Westzonen-Hochschulvorschlägen (Stipendiaten sind u.a. Gudrun Ensslin, Fritz Kuhn, Klaus Köpke,

          Claus Kleber, Horst Mahler, Ulrike Meinhof, Antje Vollmer, Petra Gerster, Franziska Eichstädt-Bohlig,

          Eugen Drewermann; >verfolgte Schüler?) (>15.5.46/ 19.3.55/ 30.5.56/ 28.6.69/ 26.8.71/ 24.11.99)

08.03. SBZ; Rostock, der 19jährige US-Army-Zivilangestellte Walter Kempowski wird verhaftet (am 20.8.48

          verurteilt ein SMT Walter und Bruder Robert wg. Spionage über Umfang der Entnahmen für sowjet.

          Reparationsansprüche zu je 25 Jahren Arbeitslager. Die Mutter wird wg. „Nichtanzeigens von Agenten

          ausländischer Nachrichtendienste“ zu 10 Jahren Haft verurteilt, sie wird 1954 aus Hoheneck entlassen

          und geht in die BRD. Walter und Robert sind u.a. mit Wolfgang Natonek im NKWD-Sonderlager Nr. 4

          Bautzen inhaftiert, Walter wird 1956 u. Robert 1957 entlassen. 11 Jahre nach dem Schul- und ein Jahr

          nach dem „Gelbe Elend“-Haftende legt Walter Kempowski 1957 in Göttingen das Abitur ab, wird nicht

          als politischer Häftling anerkannt, studiert, wird Lehrer und beginnt seine Arbeit als Autor von u.a.

          „Deutsche Chronik“ u. „Das Echolot“) (>11.11.48)

12.03. SBZ; dt.-sowjet. Feier zum 100.Jubiläum v. Karl Marx / Friedrich Engels Kommunistischem Manifest:

          „Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus…“ (>5.5.53)

17.03. SBZ; Berliner Schloß, 100 Jahre 1848er Revolution, letztmaliges Treffen Politiker beider dt. Teile,

          Belgien, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Niederlande unterzeichnen Brüsseler Vertrag/Pakt/

          Westunion (wirtschaftl., soziales u. antisowjet. Verteidigungsbündnis (>20.3.48/ 28.9./3.10.54/ 25.3.57)

17./18.3. SBZ; II.Dt. Volkskongreß für „Einheit und gerechten Frieden“ beschließt 2.Volksbegehren „über die

          Einheit Deutschlands“ vom 23.5.-13.6.48, wählt 400 Mitgl. des Deutschen Volksrates (Vors. W. Pieck

          (SED), O. Nuschke (cDU), W. Külz (LDP) (>15./16.5.49/ 30.5.49)

20.03. Alliierter Kontrollrat, SMAD-Chef Marschall W. Sokolowski gibt „Sowjetische Erklärung betreffend die

          Vertagung der Kontrollratssitzungen“ („Auf der Londoner Konferenz haben offizielle Vertreter der USA,

          Großbritanniens u. Frankreichs miteinander verhandelt und über deutsche Angelegenheiten Entschei-

          dungen getroffen. Diese…unterstehen der Kompetenz des Kontrollrats…Mit dieser Handlungsweise

          bestätigen die drei Delegationen noch einmal, daß der Kontrollrat in Wirklichkeit nicht mehr als Organ

          der höchsten Gewalt in Deutschland besteht, die die Viermächteverwaltung in diesem Lande ausgeübt

          hatte…Da die britischen u. amerikan. Mitglieder sich weigerten, über diese Dinge zu berichten, die auf

          der Londoner Konferenz erörtert wurden, sehe ich keine Veranlassung, die heutige Sitzung weiterzu-

          führen und vertage sie.“) und beendet die Mitarbeit (>16.6.48/ 20.6.48/ 1.7.48/ 10.8.48/ 1.9.48/ 3.9.71)

    03. BBZ; Kardinal Frings lobt Familie Krupp, die immer „mit Liebe und Klugheit für das Wohl der Arbeiter

          u. Angestellten gesorgt“ habe, die Behandlung der Zwangsarbeiter u. KZ-Häftlinge im Krupp-Konzern

          erwähnt er mit keinem Wort (Krupp zahlte deutschen Arbeitern durchschnitt. RM 180, Westarbeitern

          RM 165, männl. Ostarbeiter RM 73, weibl. Ostarbeiter RM 66 - nach Abzug für Verpflegung, Unter-

          kunft, Arbeitskleidung und Fahrtkosten blieben kaum RM 10 -, KZ-Häftlinge erhielten keinen Lohn, sie

          wurden für RM 4–6 pro Tag vom WirtschaftsVerwaltungsHauptAmt - WVHA - gemietet),

          BBZ; Essen, Ingenieurssohn und ex-NS-Eliteschüler Alfred Herrhausen erfüllte die finanziellen

          Kriterien demokratischer Begabtenförderung u. legt sein Abitur ab (1949-52 Betriebswirtschafts-

          studium, 1952 Promotion, Direktionsassi. Ruhrgas AG, 1955 Vereinigte Elektrizitätswerke VEW, 1966

          Rotary Club, 1967 VEW-Vorst., 1970 Deutsche Bank, 1971 DB-Vorst. (>21.11.83/ 25.8.89/ 30.11.89),

          SBZ; Dt. Zentralverwaltung f. Volksbildung; Zulassungsbestimmungen für Studenten an Universitäten

          und Hochschulen (Kategorie A-Vorrechte haben Kinder von Arbeitern, Bauern, Faschismus-Opfern u.

          der Intelligenz mit „besonderen Verdiensten“) Bildungsdiskriminierung, > verfolgte Schüler (>7.10.49)

03.04. USA; Beginn Marshall-Plan/Europäisches Wiederaufbauprogramm (Gesamtvolumen ca. $13 Mrd. als

          rückzahlbare Kredite/ nicht rückzuzahlende Zuschüsse, 70% werden für US-Waren ausgegeben, nach

          1949 zumeist Militärgüter; die BRD erhält bis 1951 ca. $1.3 Mrd., UdSSR/ Osteuropa lehnen Hilfe ab,

          „Yankee, go home“-Schilder der SBZ schüren latenten dt. Anti-Amerikanismus) (>30.6.71/ 5.6.72)

    04. SBZ; Dresden. der mit einem Studienverbot belegte LDP-Landesjugendreferent Wofgang Mischnick

          (er erfüllte die politischen Kriterien nationalssozialistischer Begabtenförderung, 1939 Abitur,

          Wehrmacht, Offizier, 1945 LDP-Mitgl.) flüchtet über West-Berlin in die ABZ (1948 FDP, -Funktionär, 

          1954 Vors. Dt. Jungdemokraten, 1954-57 MdL, 1957-94 MdB, 1961-63 FDP-Bundesvertriebenenmin.,

          1964-88 stellv. FDP-Vors., 1968-90 FDP-Fraktionsvors.) (>07.1948/ 11.11.48/ 04.1954/ 30./31.5.73)

05.04. Luftraum über Berlin-Gatow, Kollission von sowjet. Jak-3 Jagdflugzeug mit brit. Vickers 610 Viking 1B

          Passagierflugzeug, alle 15 Insassen beider Flugzeuge werden getötet (>24.6.48)

08.04. ABZ; Bad Homburg, Dr. L. Erhard’s „Sonderstelle Geld und Kredit“ präsentiert Homburger-Plan zur

          Währungsreform (>05./06.1948/ 20.6.48)

09.04. Palästina; Dorf Deir Yassin, jüd. „Freiheitskämpfer“ der vom späteren Friedensnobelpreisträger 

          Menachem Begin geleiteten „Irgun“ töten ca. 100 Bewohner, 55 palestin. Kinder werden Waisen

15.04. SBZ; Entschließung des SED-Parteivorstands „Zur Jugendarbeit der Partei“  > verfolgte Schüler

17.04. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 64 u.a. „…Die deutsche Wirtschaftskommission teilte mit, daß das Eigentum

          der Kriegs- und Naziverbrecher sowie der Monopolherren wirklich sequestriert und in den Besitz des

          Volkes übergeführt worden ist, und daß sie es deshalb für unzweckmäßig halte, das Sequester-

          verfahren weiterhin anzuwenden…1. Die von der deutschen Wirtschaftskommission vorgelegten

          Listen der (enteigneten) Betriebe...werden bestätigt…4. Der Befehl...Nr. 124 vom 30. Oktober 1945

          wird...außer Kraft gesetzt…“ (>27.3.90)

20.4./2.6. Großbritannien; London, Sechsmächtekonferenz mit USA, Großbritannien, Frankreich; Belgien,

          Niederlande u. Luxemburg beschliesst u.a. die Einberufung verfassunggebender Versammlung mit

          Hilfe westdt. Min.Präs.zur Bildung westdt. Staates (>23./24.6.48/ 1.7.48)

21.04. SBZ; Ostberlin, Erklärung der am 16.4. vom SED-Präsident der „Deutschen Zentralverwaltung für

          Volksbildung" Paul Wandel von der Uni. relegierten Herausgeber der Studentenzeitung „Colloquium“

          Otto Heß, Otto Stolz und Joachim Schwarz u.a.: „1946 wurden wir als Antifaschisten bevorzugt zum

          Studium an der Berliner Uni. zugelassen. 1948 wurden wir als Demokraten relegiert…Die ganze

          Aktion ist nichts weiter als Teil des Gesamtplans zur Einschüchterung der demokratischen Kräfte. Das

          müssen auch die Studenten der Uni. Berlin erkennen…Heute wird man sich noch damit begnügen,

          daß sie schweigen, morgen wird man von ihnen Zustimmungserklärungen verlangen, übermorgen

          aber wird man von ihnen den Eintritt in die Partei fordern…“  > verfolgte Schüler (>15/17.11.48/

          4.12.48)

21./22.4. SBZ; Werder, stellv. SED-Vorsitz. W. Ulbricht informiert Innenministerkonferenz über Pläne für

          „kaserniete Polizei-Bereitschaften“ mit Leuten „die Fronterfahrungen…Spanienerfahrungen oder sich

          sonst im Kampf bewährt haben“ (NKFD-Mitgl.) u.„politischen Leitern“ (Polit-Kultur-Offiziere) (>10.2.56)

23.04. SBZ; SMAD-Befehl Nr. 76 zum Aufbau von Verwaltungen Volkseigerner Betriebe (>4.7.48)

25.04. SBZ; Gründungsaufruf für Demokr. Bauernpartei Deutschlands (DBD-Aufgabe wird das Bündnis

          zwischen „fortschrittl. Bauern und Arbeitern unter Führung der Partei der Arbeiterklasse sowie den

          gesellschaftl. Fortschritt“ zu festigen) durch Rudolf Albrecht (KPD/SED), Ernst Goldenbaum (KPD/

          SED), Leonhard Helmschrott, Herbert Hoffmann, Friedrich Martin (KPD/SED), Richard Richter, Paul

          Scholz (KPD/SED); Vorsitzende: Ernst Goldenbaum (1948-82), Dr. Ernst Mecklenburg (1982-87), Dr.

          Günther Maleuda (1987-90), Ulrich Junghanns (1990); stellv. Vors.: Manfred Anke (1990), Rudolf

          Albrecht (1948-49), Manfred Hachelberger(1990), Michael Koplanski (1989-90), Dr. Günter Maleuda

          (1984-87), Dr.Ernst Mecklenburg (1972-82), Werner Meyer-Bodemann (1990), Hans Rietz (1963-82),

          Paul Scholz (1950-89), Hans Reichelt (1982-90); General- und Parteivorstandssekretäre: Erwin Binder

          (1982-89), Georg Böhm (1955-60 u. !976-89), Claus Howitz (1974-76), Wolfgang Kochau (1989-90),

          Michael Koplanski (1976-89), Joachim Krebs (1987-89), Dr. Günther Maleuda (1982-87), Ernst

          Mecklenburg (1967-74), Wolfgang Meißner (1989-90), Hans Rietz (1960-63), Berthold Rose (1950-

          60), Rudi Rothe (1982-87), Hans Schnitzler (1950-63), Paul Scholz (1948-50), Wilhelm Weissgärber

          (1968-90), Stephan Zagrodnik (1960-76); Vors. Bezirksvorstände / Berlin: Erich Göritz (1953-56),

          Gerhard Mattner (1956-60), Fritz Thiemes (1960-63), Erwin Körber (bis 1958 Mitglied im Volks-

          kammerausschuß für Volksbildung  > verfolgte Schüler) (1963-71), Wilhelm Weissgärber (1971-88),

          Ulrich Junghanns (1988-90), Roland Drews (1990) Cottbus: Heinrich Schmidt (1953-68), Michael

          Koplanski (1968-71), Karl-Heinz Eschebach (1971-89), Horst Flemming (1989-90) Dresden: Gerhard

          Götz (1957-63), Wilhelm Schröder (1963-69), Werner Mitzscherling (1969-89), Manfred Hachelberger

          (1989-90) Erfurt: Albert Rödiger (1952-65), Willi Grandetzka (1965-79), Erich Hollmann (1979-89)

          Frankfurt/O.: Heinz Siebert (1952-53), Arthur Pech (1953-63), Werner Titel (1963-67), Erich Kowal

          (1967-89) Gera: Werner Klütsch (1954-55), Otto Werner (1955-68), Manfred Stübchen (1968-89),

          Manfred Steiner (1989-90) Halle: Kurt Burkhardt (1952-60 u. 1966-71), Paul Anderson (1960-60),

          Georg Böhm (1971-76), Günther Maleuda (1976-82), Klaus Dechant (1982-90), Armin Rothe (1990)

          Karl-Marx-Stadt: Rudi Werner (1952-65), Werner Seifert (1965-87), Gerhard Dietrich (1987- 89),

          Wolfgang Schneider (1989-90) Leipzig: Otto Bäjen (1955-61), Helmut Merke (1961-72), Gerhard

          Gaude (1972-90), Horst Packmohr (1990) / Magdeburg: Hermann Gräfe (1952-60), Herbert Born

          (1960-62), Fritz Weißhaupt (1962-75), Fritz Müller (1975-83), Alfred Hermann (1983-89) Neubranden-

          burg: Alfred Peper (1955-63), Georg Böhm (1963-67), Richard Schmidt (1967-71), Michael Koplanski

          (1971-76), Horst Finner (1976-89) Potsdam: Walter Hehmüller (1952-53), Bruno Curth (1953-59),

          Heinz Voss (1960-63), Herbert Hoffmann (1963-70), Willi Beer (1970-90), Bruno Müller (1972-90),

          Hans-Joachim Müller (1990) Rostock: Hans Dabrunz (1952-60), Erich Spielring (1960-63), Ernst

          Mecklenburg (1963-67), Otto Lange (1967-69), Erwin Binder (1969-82), Gerhard Senkpiel (1982-89),

          Günther Edler (1989-90) Schwerin: Heinz Heinrich (1952-60 u. 1962-64)), Paul-Friedrich Zerck (1955-

          62), Hans Joachim Friedländer (1964-71), Hermut Müller (1971-79), Wolfgang Kochan (1979-89),

          Jürgen Czurgel (1989-90) Suhl: Karl Amthor (1953-55), Johann Hindelang (1955-57), Fritz Brix (1957-

          60), Ewald Roßbach (1960-68), Willi Ullrich (1968-89), Heinz Müller (1989-90) Vors. Landesverbände

          1990: Berlin: Roland Drews Brandenburg: Jürgen Meißner Mecklenburg-Vorpommern: Helmut Nieter

          Sachsen-Anh.: Otto Mintus Sachsen: Horst Packmohr Thüringen: Reinhard Klein  > verfolgte Schüler

01.05. BBZ; ex-NSDAP-Diplomat Dr. Herbert Blankenhorn ist cDU-Generalsekr. der brit. Zone (>20.8.49)

          SBZ; Gründung „Der Junge Pionier“ - Zeitung für Pioniere und Schüler der Klassen 4 bis 7

          (Auflage 1961 = 334 688, 1971 = 464 060)  > verfolgte Schüler (>13.1.49)

05.05. SBZ; Deutsche Wirtschaftskommission bildet „Ausschuß zum Schutz des Volkseigentums“ unter

          Vorsitz des wg. Doppelmordes im Namen des Volkes verurteilten Erich Mielke (>12.10.49)

06.05. BBZ; Göttingen, Hauptmann a.D. Richard v. Weizsäcker erfüllt die politisch. Kriterien besatzungs-

          rechtliicher Begabtenförderung (er studiert hier seit 1945 Jura) (>23.5.84/ 8.5.85),

          SBZ; Lager Gronenfelde, Ankunft des 500 000sten aus sowjet. Kriegsgefangenschaft Entlassenen

14.05. Palästina; Tel Aviv, David Ben Gurion erklärt Israel auf ¾ der Fläche Palästina‘s mit ca. 500 000 Neu-

          bürgern die aus deutschen Einflußbereichen flüchteten für unabhängig (Beginn arab. Angriffs u. ersten

          arab.-israel. Krieges der nach ethnischer Säuberung/Vertreibung von ca. 850 000 Palästinensern und

          der United Nations Relief for Palestine Refugees-Gründung 1949 formal endet, ebenfalls 1949 erfolgt

          die United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees-Gründung; bis 1993 verweigert

          der Vatikan Israel die diplomat. Anerkennung) (>17.9.48/ 26.10.56/ 5.6.67/ 6.10.73/ 16./18.9.82)

15.05. BBZ; Villigst, Ev. Kirche gründet Ev. Studienwerk e.V. zur ev. Elitenförderung  > verfolgte Schüler

16.05. SBZ; Ev. Bischof Dr. Dibelius: „...es geht in den heutigen Tagen vor allem um das eine, die Freiheit zu

          behalten...den Kampf aufnehmen gegen Druck auf Überzeugung und Gewissen...“

20.05. ABZ; ev. Landesbischof Theophil Wurm beklagt in Brief an Militärgouverneur Lucius D. Clay

          „Handicap der Verteidigung gegenüber der Anklagebehörde (in Nürnberg)“ „Beeinflussung von

          Zeugen“ und daß Urteile „auf Grund neuen, nirgends normierten Rechts“ ergehen,

          SBZ; 13. Zentralrat-Tagung der FDJ, ein Motto „Keiner zu klein, Kämpfer zu sein“

22./23.5. SBZ; Kongress d. Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion, Motto: „Das Studium der

          Kultur der Sowjetunion ist eine nationale Aufgabe des deutschen Volkes", Dr. Jürgen Kuczynski (SED)

          ist Präsident (>2.7.49/ 1959)

25.05. SBZ; Ostberlin, Gründung der NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands - mit der Partei

          der Arbeiterklasse beim Sozialismus-Aufbau freundschaftlich verbunden), 1.Vorsitzende (1948-68) ex-

          KPD-Mitgl. Dr. Lothar Bolz, andere Partei- u. Vorstandsmitglieder: ex-Oberst u. NSDAP-Mitgl. Wilhelm

          Adam, ex-Berufsoffizier Günther Assmann, ex-Generalleutnant Rudolf Bamler, ex-Generalmajor Dr.

          Otto Korfes, ex-Generalmajor u. Volksgerichtshof-Richter Arno v. Lenski, ex-Oberst Günther Ludwig,

          ex-Generalleutnant Vincenz Müller, ex-Oberleutn. Heinrich Neukirchen, ex-NSDAP-Mitgl. Friedrich

          Pfaffenbach, ex-Oberst Rudolf Petershagen, ex-NSDAP-Mitgl. Dr. Friedrich Ring, ex-NSDAP-Mitgl. Dr.

          Reinhard Schwarzlose, ex-Oberleutnant Gustav Siemon, ex-Major u. NSDAP-Mitgl. Dipl.-Ing. Herbert

          Stößlein, ex-NSDAP-Mitgl. Prof. Dr. Heinrich Homann (1968-89), Manfred Flegel, Walther Rosel

30.05. Österreich; Linz, Sobibor- u. Treblinka-Kommandant Franz Stangl flieht aus der Haft nach Rom (im

          Vatikan hilft Bischof Alois Hudal mit Paß u. Geld zur Flucht nach Syrien, ab 1951 ist Stangl in Brasilien

          u. arbeitet unter seinem Namen bei Volkswagen, 1967 an die BRD ausgeliefert wird er am 22.7.70

          vom LG Düsseldorf im Namen des Volkes zu lebenslanger Haft verurteilt)(>6.9.65/ 20.12.66/ 21.6.79)

05./06. ABZ; alliiertes-deutsches Geheim-Konklave von Rothwesten zur Währungsreform (der aufgebaute

          inflationäre RM-Geldüberhang - u.a. auch wg. der von den Sowjets erbeuteten, intensiv genutzten

          RM-Druckpressen der Reichsbank - soll abgebaut werden) (>20.6.48)

01.06. SBZ; Schulgesetz für Groß-Berlin - ähnlich dem Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule -

          auch Berliner Einheitsschulgesetz genannt tritt mit aktiver Mitwirkung Max Kreuziger’s (ex-SPD; SED)

          im sowjet. Sektor in Kraft > verfolgte Schüler, Bildungsdiskriminierung (>5./8.7.48)

1./6.6. SBZ; Leipzig, III. Parlament der FDJ (1977 Delegierte), neue Verfassung, die Grundsätze und Ziele

          des I. Parlaments „entsprechen nicht mehr den Erfordernissen der Situation“, Zentralrat hat 90 Mitgl.

          (keine Kirchenvertreter), neue Mitglieder sind u.a. Horst Brasch (1949-50), Margot Feist (1949-53),

          Gerhard Heidenreich (1949-50), Heinz Lippmann (1949-53), Karl Morgenstern (1949-50), Irmgard

          Spillner (1949-52)  > verfolgte Schüler

12.06. Ungarn; Vereinigungsparteitag der Kommunistischen Partei MKP und Sozialdemokratischen Partei

          MSP zur Partei der Ungarischen Werktätigen MDP (>8.2.49/ 22.7.51)

13.06. SBZ; 91% der Bürger haben sich für das Ziel des 2. Volksbegehrens eintragen lassen

16.06. Berlin, Alliierte Kommandantur, die sowjet. Delegation beendet Zusammenarbeit (>23.4.48/ 14.5.50),

          SBZ; Gründung Demokratische Bauernpartei Deutschlands DBD, Vors. Ernst Goldenbaum (>15.9.90)

18.06. ABZ; „Abendzeitung“ „Währungsreform in Kraft getreten Am Sonntag Auszahlung des neuen Geldes“

19./23.6. Rumänien; Bukarest, 2. Kominform-Konferenz, Min.Präs. J. Tito’s Mut und fehlende Unterwürfigkeit

          vis-à-vis KPdSU-Generalsekr. J. W. Stalin führen zum Ausschluss Jugoslawien’s (>2.7.49)

20.06. Trizone; Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens/ 2.dt. Währungsreform (als Akt der Liquidierung

          der finanziellen Kriegsfolgen durch massenhafte Enteignung - ca. RM 100 000 000 000 Ersparnisse

          fallen dem „Währungsschnitt zum Opfer“ oder auch als „größtes Betrugsmanöver“ dt. Sozialgeschichte

          definiert), Geld: RM 40+20 1:1, Schulden RM 10:DM 1, Geldvermögen, -einlagen RM 100:DM 6,5

          (>1.1.2002); Aktien-Anlagen z.B.: Gutehoffnungshütte RM 1000=DM 2850, IG-Farben RM 1 000=

          DM 915, Hoesch RM 1 000=DM 2 866, Klöckner RM 1 000=DM 3 333, Mannesmann RM 1 000=

          DM 2 000, Vereinigte Stahlwerke (Thyssen) RM 1 000=DM 3 070 (für die UdSSR eine Verletzung des

          Potsdamer Abkommens: „Während der Besatzungszeit ist Deutschland als eine wirtschaftliche Einheit

          zu betrachten.“) (>24.6.48/ 20.3.49/ 8.8.49/ 20.9.49/ 2.8.61/ 13.4.79/ 1.7.90)

21.06. ABZ; Schwäbisch-Hall, Prälat Wilfried Lempp an US-Militärregierung in Stuttgart u.a. „Das ist gewiß

          eine große Not: Früher mußten die Juden, jetzt müssen die Nazis an allem Bösen schuld sein...“

23.06. Berlin, SMAD-Chef Marschall W. Sokolowski’s Befehl Nr. 111 zur Einbeziehung Gesamt-Berlins in

          das SBZ-Währungsgebiet (Westalliierte erklären den Befehl für ihre Sektoren als ungültig) (>20.3.49)

23./24.6. Polen; Warschau, Achtmächtekonferenz mit UdSSR, Albanien, Bulgarien, CSSR, Jugoslawien,

          Polen, Rumänien, u. Ungarn macht u.a. Westmächte für dt. Spaltung verantwortlich (>24.6.48)

24.06. SBZ; Währungsreform; Reichs- u. Rentenmarkscheine mit Aufkleber um Nutzung von RM-Noten aus

          der Trizone zu verhindern (ab 25.07. neue Banknoten, Geldvermögen RM 10:DM-Ost 1, Spareinlagen

          bis RM 100:DM-Ost 50, bis RM 1000:DM-Ost 200, bis RM 5000:DM-Ost 500) (>2.8.61/ 1.7.90),

          SBZ; Berlin-Lichtenberg, SMT verurteilt ca. 25 cDUD-Mitgl. wg. Spionage, antisowjet. Propaganda u.

          illegaler Gruppenbildung zu 25 Jahren Arbeitslager, der Magdeburger Schüler Armin Toepfer wird zum

          Tode verurteilt und erst später zu 25 Jahren Arbeitslager begnadigt  > verfolgte Schüler,

          SBZ; Berlin, SMAD beendet Lieferung von elektrischem Strom nach West-Berlin,

          West-Berlin, Beginn sowjet. Blockade („Völker, hört die Signale“ - bei 277 000 Versorgungsflügen der

          amerik.-brit. Luftbrücke sterben ca. 88 Piloten/Crew, endet am 12.5.49 mit Phillip Jessup-Jacob Malik-

          Abkommen) (>4.5.49/ 27.6.98),

          Argentinien; Buenos Aires, die kath. Caritas Internationalis schickt an Kindereuthanasie-Organisator u.

          ex-NSDAP-Mitgl. 452 188 Dr. Heinz Hefelmann in Österreich die Einreiseerlaubnis No. 31769

30.6./25.1.49 FBZ; Rastatt, Oberstes Französ. Militärgericht (Tribunal Général) verurteilt Völklinger Hütte

          Eisen-und Stahlwerke-Industrielle u. Genossen u.a. wg. des Einsatzes tausender Kriegsgefangener u.

          Zwangsarbeiter den NSDAP-Wehrwirtschaftsführer u. Reichsbeauftragten für Eisen und Stahl in den

          besetzten Gebieten Dr. Hermann Röchling zu 7 Jahren, Dr. Ernst Röchling und Schwiegersohn

          Hans-Lothar v. Gemmingen zu je 5 Jahren Haft (vorzeitig entlassen wird der Einzug ihres Vermögens

          in der BRD rückgängig gemacht u. ein Völklinger Stadtteil wird nach dem wg. Verbrechen gegen die

          Menschlichkeit Verurteilten benannt) (>26.8.56/ 12.1994) deutsche Gerechtigkeit

01.07. ABZ; Frankfurt/M., Militärgouverneure Lucius D. Clay, Marie P. Koenig, Brian H. Robertson händigen

          westdt. Ministerpräs. Peter Altmeier, Karl Arnold, Dr. Lorenz Bock (alle drei CDU), Max Brauer (SPD),

          Dr. jur. Hans Ehard (CSU), Johannes Hoffmann (CVP), Wilhelm Kaisen, Dr. Hinrich Kopf, Herrmann

          Lüdemann (alle SPD), Dr. jur. Reinhold Maier (votierte 1933 als DStP-AdR für Ermächtigungsgesetz

          und als „nicht betroffen“ entnazifiziert / DVP), Christian Stock (SPD) u. Dr. Leo Wohleb (BCSV) „in

          frostiger Atmosphere“ „Frankfurter Dokumente“ für westdt. Separatstaat aus (1.Aufforderung zu

          verfassungsgebender Versammlung, 2. Ländergrenzen, 3. Besatzungsstatut) (>8./10.7.48/ 10.8.48/

          1.9.48/ 8.5.49),

          BBZ; Kiel, der 1938 ausgebürgerte Herbert Frahm genannt Willy Brandt wird eingebürgert (>11.8.49)

02.07. ABZ; Frankfurt/M., Gründung trizonaler KultusMinisterKonferenz (1.Präs. ist Dr. Ludwig Preller-SPD)

          (>2.12.49)

04.07. SBZ; Leipzig, 1.Zonentagung der volkseigenen Betriebe mit über 6 500 Delegierten unter dem Motto

          „Die Volkseigenen Betriebe - das Rückgrat des Wirtschaftsplanes”, der stellv. DWK-Vorsitzende

          Fritz Selbmann (SED) erklärt u.a. daß bereits 9 281 gewerbliche Unternehmungen „Volkseigentum“(!)

          sind (>10.10.49/ 19.9.51/ 30.3./6.4.54/ 25.4.60/ 11.1.72/ 1.3.90/ 17.6.90),

          SBZ; „Sonntag“ „Skandalöse Urteile“ über Entnazifizierung in westl. Besatzungszonen mit Beispielen

          der Wehrwirtschaftsführer AEG-Chef Hermann Bücher, Ernst Heinkel und Wilhelm Messerschmidt,

          Konzernchef Hugo Stinnes, Vereinigte Stahlwerke-Chef Dr. Walter „Panzer-Rohland“, Josef Thorak,

          „Ostland-Bank“-Direktor Willi Mayer, Gaupresseamtsleiter Hermann Okraß, „Stürmer“-Verleger Dr.

          Max Willmy, Wilhelm v. Opel, Hans Schweitzer, Herzog Friedrich Franz v. Mecklenburg, Erbprinz

          Ernst v. Lippe und der Gestapo-Beamte in der Schweiz Paul Spießhofer usw. (>11.5.51)

5./8.7. SBZ; Leipzig, III. Pädagogischer Kongreß u.a. zu „demokrat. Einheitsschule“ u. Neulehrerausbildung,

          Max Kreuziger (ex-SPD, SED, stellv. Hauptabt.-Ltr. in der Zentralverwaltung für Volksbildung) gibt

          Rechenschaftsbericht zu zwei Jahren Einheitsschule, Prof. Dr. Wilhelm Heise (SED) und Paul Wandel

          (SED) referieren zu „Der neue Lehrer der neuen, demokratischen Schule - ein politisch denkender und

          handelnder Mensch“ (mit erfolgreicher Karriere wird ex-Arbeiter Edgar Drefenstedt 1946-51 Neulehrer

          u. Schulrat in Gardelegen, 1951-52 Deutsches Pädagog. Zentralinstitut-Zweigstellen-Mitarb., 1952-56

          Zeitschrift „Pädagogik“-Chefredakteur, 1956-58 DPZI-Aspirant, 1960-84 DPZI- /Akademie d. Pädagog.

          Wissenschaften-Sektionsleiter u. stellv. Direktor, Oberstudienrat, Dr. paed. habil., Autor zahlreicher

          Publikationen, 1984 emeritiert) und erstmals auch mit sowjet. Referenten – Bildungsdiskriminierung,

          > verfolgte Schüler (>30.11.48/ 1.9.49/ 1950/ 08.1956/ 31.8.70/ 3.5.76/ 24.2.84)

    07. SBZ; Aschersleben, Karl Wilhelm Fricke erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer

          aber nicht die sozialistischer Begabtenförderung u. legt ohne FDJ-Mitgliedschaft sein Abitur ab (ein

          Studium wird ihm verweigert, sein Vater ist politischer Häftling, 1949 flüchtet K. W. Fricke, er erfüllt

          die finanziellen Kriterien demokratischer Begabtenförderung u. studiert 1949-53 in der BRD und

          West-Berlin) (>1.4.55/ 11.7.56),

          SBZ; Dresden, ex-Hitler-Jugend- und nunmehriges FDJ- und LDPD-Mitgl. Kurt Wünsche erfüllte die

          politischen Kriterien nationalsozialistischer und sozialistischer Begabtenförderung u. legt sein

          Abitur ab (wird hauptamtl. LDPD-Funktionär Dresden-Stadt, 1950-51 Abt.-Leiter im Landesverband

          Sachsen, ab 1951 Hauptabt.-Leiter Zentralvorstand Berlin, 1954-59 Fernstudium Deutsche Akademie

          für Staats- und Rechtswissenschaft, Diplomjurist) (>20./22.11.60/ 14.12.64/ 13.7.67/ 11.1.90),

          SBZ; Gera, ex-Hitler-Jugend- u. nunmehriges FDJ-Mitgl. Kurt Turba erfüllte die politischen Kriterien

          nationalsozialistischer und sozialistischer Begabtenförderung und legt sein Abitur ab (wird SED-

          Mitgl. und beginnt Geschichts-, Staats- u. Rechtswissenschaftsstudium an der Uni. Jena, 1952-53 im

          FDJ-ZR Abt.-Leiter f. Hochschulfragen, 1953-63 FORUM-Chefredakteur, 1963-66 Vorsitz. Jugend-

          kommission beim Politbüro des SED-ZK) (>27./30.5.52/ 20.5.53/ 11.7.53),

          SBZ; Sondershausen, Rechtsanwaltssohn Michael Kohl erfüllte die politischen Kriterien national-

          sozialistischer und sozialistischer Begabtenförderung u. legt sein Abitur ab (1948 SED, 1948-52

          Jurastudium, 1952 Anwalt, 1956 Promotion, 1961-65 Abt.Ltr. DDR-Außenmin., 1965-73 Staatssekr.,

          1974-78 Ltr. Ständige Vertretung d. DDR i. d. BRD) (>25.11.65/ 17.12.71/ 21.12.72/ 20.6.74/ 28.8.78)

8./10.7. FBZ; Koblenz, Hotel Rittersturz, Konferenz westdt. Ministerpräs. fordert Zurückstellung verfassungs-

          gebender Nationalversammlung bis eine gesamtdt. Regelung in „ausreichendem Maße“ möglich sei u.

          empfiehlt Wahl einer Vertretung (Parlament. Rat) zur Erarbeitung eines provisorischen Grundgesetzes

          das ohne Volksentscheid angenommen wird um nicht das Gewicht zu erhalten „das nur einer

          endgültigen Verfassung zukommen sollte.“ (>10./23.8.48/ 1.9.48/ 23.5.49/ 31.8.90)

10.07. Polen; Warschau, Oberstes Volkstribunal verurteilt stellvertr. Generalgouverneur Dr. jur. Josef Bühler

          (Zitat: „Juden müssen so schnell wie möglich aus dem Gebiet des Generalgouvernement entfernt

          werden, weil gerade hier der Jude als Seuchenträger eine eminente Gefahr bedeutet“) u.a. wg. Mord,

          Folter, Kunstraub und Enteignungen zum Tode (>30.11./3.12.98)

11.07. SBZ; der sächs. SED-Innenmin. Dr. Kurt Fischer wird Präs. der Deutschen Verwaltung des Innern

          DVdI (und 1949 Volkspolizei-Generalinspekteur) (>15./16.5.49/ 26.3.61)

11./13.7. SBZ; Eisenach, ev. Generalsynode aller 27 Landeskirchen fordert mittels „Wort zur deutschen Not“

          insbesondere die Freilassung dt. Kriegsgefangener und beschliesst die EKD-Ordnung (>10.6.69)

14.07. ABZ; Frankfurt/M., Lucius D. Clay drängt ABZ-Min.Präs. zur Zustimmung für Frankfurter Dokumente

15./16.7.ABZ; Schloss Niederwald, alle westdt. Ministerpräs. vereinbaren parteiübergreifenden Verfassungs-

          ausschuss zum geforderten erbärmlichen Verrat an den hinter dem „Eisernen Vorhang“ unter sowjet.

          und vereinigter KPD- u. SPD-Herrschaft lebenden Deutschen (>10./23.8.48/ 23.5.49/ 7.10.49/ 3.10.90)

16.07. USA; New York, Ankunft des wg. Kriegsverbrechen gesuchten kroat. ex-Ustasha-Ministers Dr. jur.

          Andrija Artukovic alias Prof. Alois Anich (1951 erstes jugoslaw. Auslieferungsbegehren) (>16.4.86)

21.07. ABZ; Landgericht München verurteilt im Namen des Volkes 3 Pflegerinnen der Euthanasie-Anstalt

          Eglfing-Haar wg. Tötung von 120 behinderten Kindern zu Strafen von je 2 Jahren und 6 Monaten

23./24.7. SBZ; Werder, erste Staatspolitische Konferenz der SED-Konferenz erklärt die Kaderpolitik als ver-

          bindlich, der Vorsitz. der Zentral. Kontrollkommission der DWK, Fritz Lange, referiert über Aufgaben

          staatlicher Kontrolle, DVdI-Präs. Dr. Kurt Fischer u.a.: „Wir sprechen sehr viel davon, daß wir die

          Herrschaft der Arbeiterklasse sichern wollen. In der Polizei haben wir dazu das Instrument; dort sind

          90% unserer Genossen eingestellt und damit die führende Rolle unserer Partei absolut gesichert.“

          (>15./16.5.49)

27.07. ABZ; Darmstadt, Flucht von ex-SS-Obersturmbannführer Dipl.-Ing. Otto Skorzeny (über Frankreich

          nach Spanien, 1952 in der BRD entnazifiziert wird S. Vereinigte Österreichische Eisen- u. Stahlwerke-

          Vertreter in Spanien, er stirbt 1975 in Spanien)

29.07. SBZ; à la NS beschliesst SED-PV Säuberung…von feindlichen u. „entarteten“ Elementen (>17.10.49)

31.07. BBZ; Göttingen, Auffanglager/Grenzdurchgangslager Friedland, Ankunft des ersten Frauentransports

          mit zivilinternierten / zivildeportierten deutschen Mädchen und Frauen aus Sibirien (>12.12.49)

01.08. SBZ; FDJ und FDGB verkünden Gründung des ,Deutschen Sportausschuss’ (DS), Gründungsfeier ist

          am 1.10.1948 in Ost-Berlin, Leiter ist Waldemar Bode (>17.3.51)

03.08. SBZ; 4.Tagung des Deutschen Volksrats über „Verfassungsrichtlinien“ u.a. „genüge es dabei nicht, in

          der Verfassung einfach das Parlament als höchstes Machtorgan zu konstituieren. Vielmehr bedürfe es

          genauer Bestimmungen, worin der Inhalt der Macht und der Mechanismus der Machtausübung

          besteht. Das Parlament muß zur Macht befähigt werden; daher darf es keine Gewaltenteilung, keine

          Selbstherrlichkeit...der Justiz geben...“

04.08. SBZ; Berlin, SMT verurteilt den bis 1945 versteckt in Berlin lebenden neuen jüd. Gemeindevorsitz.

          Erich Nelhans, wg. Vergehen gegen Art. 58-10 zu 25 Jahren Arbeitslager (er stirbt 1951 in der UdSSR

          und wird 1997 posthum von der russ. Militärstaatsanwaltschaft „rehabilitiert“) (>18.1.53/ 16.12.92)

05.08. BBZ; Köln, SPD-Wirtschaftsratsmitgl. Herbert Kriedemann lehnt Ludwig Erhards Politik ab (>19.6.49)

8./14.8. VR Polen; Warschau, Internationale Konferenz der arbeitenden Jugend mit Weltbund der demokrat.

          Jugend-Ratstagung (in „Die Jugend baut eine neue Welt“ berichten FDJ-Mitgründer Erich Honecker u.

          Hermann Axen darüber und die „terroristische Mörderinternationale von Wall Street“; 30 Jahre später

          betreut E. Honecker’s DDR-Unrechtsstaat deutsche terroristische Mörder) (>28.6./12.7.78/ 1.9.80)

10./23.8. ABZ; Herrenchiemsee, das nicht vom Volk gewählte „Verfassungskonvent“ formuliert Verfassungs-

          (Grundgesetz)-Entwurf  für eine freiheitlich demokratische Grundordnung (>1.9.48/ 19.3.49/ 22.5.75)

14.08. Groß-Berlin; Unabhängige GewerkschaftsOrganisation wg. undemokrat.FDGB-Strukturen gegründet,

          SBZ; NKWD-Lager Nr. 1 Mühlberg/Elbe (ca. 20 000 Häftlinge/ ca. 8 000 Tote) wird aufgelöst (ein

          sowjet. Offizier informiert die Häftlinge: „Im Auftrag der sowjet. Militärregierung soll ich Ihnen mitteilen:

          Sie werden heute entlassen und sind von nun an frei…Sie sollen sich fernhalten von der Politik des

          Schumachers…“ (gemeint ist der westdt. SPD-Vorsitz. Dr. Kurt Schumacher)

23.08. ABZ; Universität Heidelberg, Reinhard Goerdeler (der Sohn des 1944 zum Tode verurteilten Leipziger

          ex-Oberbürgermeisters Dr. Carl Goerdeler erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer

          Begabtenförderung an der Thomasschule wo er sein Abitur vor dem Kriegsdienst ablegte, war 1945

          in Sippenhaft) erfüllte die finanziellen Kriterien besatzungsrechtlicher Begabtenförderung u. legt

          mit der Dissertation „Die Stiftung als Rechtsform für wirtschaftliche Unternehmungen“ den Grundstein

          zu einer hochdotierten Karriere vom Rechtsanwalt zum Dt. Treuhand-Wirtschaftsfachmann, KPMG-

          Gründervorsitz. hin zum, zur Wendezeit, politikberatenden „Goerdeler-Kommission“-Namenspatron

31.08. Italien; der österreich. NS-Fluchthelfer u. Titularbischof Dr. Alois Hudal bittet Präs. Juan Perón von

          Argentinien um weitere 5 000 Visa für „deutsche und österreichische Soldaten“

01.09. BBZ; Bonn, 1.Sitzung der 70 Parlamentarische Rat-(delegierten) Landtagsabgeordneten (66 Männer,

          4 Frauen: 27 SPD-, 19 cDU-, 8 cSU-, 5 FDP-, je 2 DP-, KPD-, Zentrum-Mitgl. und 5 Berliner Abg. -

          61% Beamte!!!) wählt Dr. Konrad Adenauer (CDU) zum Präs. sowie Adolph Schönfelder (SPD) und

          Hermann Schäfer (FDP) zu Vizepräs., Prof. Dr. Carlo Schmid (SPD) erklärt u.a. „Wir haben nicht die

          Verfassung Deutschlands o. Westdeutschlands zu machen…was wir machen können, ist ausschließ-

          lich das Grundgesetz für ein Staatsfragment.“ (die lukrativen Karrieren für den ersten Bundeskanzler,

          Bundes- und Bundesverfassungsgerichtspräsidenten, für 9 Bundes- und 16 Länderminister sowie 37

          MdB beginnen hier) (>8.9.48/ 15.9.48/ 2.11.48/ 14.4.49/ 8.5.49/ 11.5.51/ 23.8.90/ 31.8.90/ 3.10.90)

03.09. SBZ; Ausschuß des Deutschen Volkrates für Recht und Rechtspflege behandelt Justizreform,

          Max Fechner (SED) u.a. „...die Unabhängigkeit des Richters schließt keineswegs notwendig dessen

          Unabsetzbarkeit aus...“

08.09. BBZ; Bonn, 2.Sitzung der 70 Parlamentarische Rat-(delegierten) Landtagsabgeordneten, „Nicht wir,

          sondern nur die Gesamtheit des Volkes kann die Verfassung mit dem Vertrauen ausstatten…die für

          eine…Demokratie Voraussetzung ist.“ erklärt Dr. jur. H. v. Brentano (CDU) u. beantragt darüber eine

          Volksabstimmung - sein Antrag wird mehrheitlich abgelehnt; Dr. K. Adenauer (CDU) erklärt u.a. „Es

          gibt nicht nur eine Diktatur des einzelnen, es kann auch eine Diktatur einer parlamentarischen Mehr-

          heit geben. Und davor wollen wir einen Schutz haben in der Form des Staatsgerichtshofes.“ (nach

          1990 erleben im DDR-Unrechtsstaat verfolgte Schüler diese parlamentarische Mehrheit und das

          BVerfG) (>3.5.2000/ 11.11.2001) Menschenrechte, deutsche Gerechtigkeit

09.09. sowjet. besetztes Nordkorea wird Demokratische Volksrepublik Korea; der K. Arbeiterpartei-GenSekr.

          Kim Il Sung ist Min.Präs. u. Gründer marxistisch-kommunistischer Herrscherfamilie (>25.6.50/ 1.6.84),

          West-Berlin, Platz der Republik, ca. 300 000 Menschen protestieren gegen SED-Terror, ex-Emigrant

          Ernst Reuter (ex-KPD, SPD) appelliert am Reichstag „Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika… Eng-

          land…Frankreich…Italien! Schaut auf diese Stadt…“ (SED-Polizeipräs. Paul Markgraf’s Volkspolizei

          schiesst als die rote Fahne vom Brandenburger Tor entfernt wird, SPD-Falke Wolfgang Scheunemann

          (15 J.) wird tödlich verwundet - was Egon Bahr, damals „kalter Krieger“ später „umstrittener Mann der

          Zeitgeschichte “, dazu schrieb wird in „Zu meiner Zeit“ ausgeblendet)  > verfolgte Schüler (>7.7.49/

          9.9.51)

11.09. West-Berlin, „Telegraf“ (SPD-Chefredakteur Arno Scholz: „Tribüne für alle, die an der Verwirklichung

          des Sozialismus mitarbeiten wollen“) zum OdF-Tag u.a. „Wer dem Aufruf der VVN und der SED oder

          des FDGB zur Demonstration am Sonntag im Lustgarten folgt, erklärt sich für den kommunistischen

          Gesinnungsterror und solidarisiert sich mit den heutigen Zwingherren der ,Keller' und KZs.“ (>9.9.79)

12.09. SBZ; Berlin, alljährl. Opfer des Faschismus-Gedenktag, der ex-KZ Auschwitz-Zwangsarbeiter u. jüd.

          Gemeindevorsitz. Heinz Galinski spricht vor 100 000 in- u. ausländ. Teilnehmern (>10.2.50/ 20.8.75/

          3.1.96)

13.09. ABZ; München, DRK-Suchdienst meldet Zusammenführung von 11 000 Kindern mit Eltern (>14.2.50/

          3.11.97) (20 Jahre später wird bekannt, daß der Suchdienst mit „gutem Rotkreuzgewissen bei der

          Sache“ für Legationsrat Dr. jur. Hans Gawlik’s Zentrale Rechtsschutzstelle als „Warndienst West“

          diskret nach ca. 800 im Ausland wg. Kriegsverbrechen „in Abwesenheit“ verurteilten Deutschen und

          Österreichern fahndet um sie „über Schwierigkeiten zu unterrichten, die einem im Ausland drohen“ u.

          erntet weltweite Proteste) (>03.1950)

15.09. BBZ; Parlamentarischer Rat, Bildung eines Ausschuss für Grundsatzfragen unter dem cDU-Abge-

          geordneten u. ex-BNSDJ-Mitgl. Prof. Dr. jur. Hermann v. Mangoldt, Schriftführer ist ev. DVP-Abge-

          ordneter Dr. Theodor Heuss (von ihm stammt der Satz „Auch die Menschen im Osten sollen die

          Überzeugung haben, daß wir sie repräsentieren.“) > verfolgte Schüler (>23.5.49/ 12.9.49)

16.09. SBZ; SED-Parteivorstand gründet Zentrale Parteikontrollkommission unter Hermann Matern, übt

          Kritik an der Theorie über den besonderen deutschen Weg zum Sozialismus

17.09. Israel; Jerusalem, jüd. „Lehi“-Terroristen ermorden schwed. UN-Beauftragten Folke Graf Bernadotte

19.09. SBZ; Eisenach, cDU-Parteitag wählt Otto Nuschke zum cDU-Vorsitzenden

20.09. Dänemark; Kopenhagen, Zivilgericht verurteilt den ex-Reichsbevollmächtigten für Dänemark und SS-

          Obergruppenführer Dr. jur. Werner Best nach seinen Zeugenaussagen bei den Nürnberger Prozessen

          wg. Kriegsverbrechen zum Tode (mit Hilfe von Hugo Stinnes jun., Dr. jur. Ernst Achenbach und der

          Bundesregierung wird Dr. Best’s Strafe 07.1949 zu 5 Jahren Haft reduziert u. er wird am 29.8.51 ent-

          lassen, erhält eine Rechtsanwalt-Zulassung, wird NRW-FDP Rechtsberater u. Hugo Stinnes-Konzern

          Justitiar, beantragt Wiederverwendung als AA-Ministerialdirektor, wird 1958 von Spruchkammer zu

          DM 70 000 Strafe verurteilt, 03.1969 in U-Haft wg. Mitverantwortung für Einsatzgruppenmassenmorde

          in Polen, 1972 angeklagt aber aus gesundheitlichen Gründen entlassen) (>14.7.52/ 06.1982/ 22.7.90/

          7.8.90/ 31.8.90) deutsche Gerechtigkeit

28.09. Tschechoslowakei; Litomerice, wg. zu-Tode-Prügelns von Häftlingen wird der seit 5.5.45 flüchtige KZ

          Theresienstadt-Aufseher Anton Malloth in Abwesenheit zum Tode verurteilt (ein Gericht in Innsbruck/

          Österreich entläßt Malloth in 01.1949 aus Auslieferungshaft) (>14.11.77/ 6.5.94/ 1.6.95/ 30.5.2001)

30.09. West-Berlin, Wechselstuben verkaufen 1 DM für 3,90 „Ostmark“ (>30.9.49/ 31.7.61/ 9.11.89)

09./10. UdSSR; ex-Wehrmachtgenerale Vincenz Müller, Hans v. Wech, Hans Wulz werden mit vielen

          Offizieren aus sowjet. Gefangenschaft in die SBZ entlassen um ihre Militärkarrieren hier fortzusetzen

          (>5./11.10.50/ 27.11.56)

01.10. SBZ; Gründung Deutscher Sportausschuß damit u.a. „Unsere Sportlerinnen und Sportler sich an der

          Aktivistenbewegung für den Zweijahrplan (beteiligen) u. beim Aufbau der Neubauernhäuser (helfen).

          Es müssen unverzüglich fortschrittliche Sportfunktionäre herangebildet werden. Darum sind in allen

          Ländern sofort Sportschulen einzurichten.“, 1. Leiter wird FDJ- und SED-Funktionär Waldemar Borde,

          (es folgen Ernst Horn und Rudi Reichert, SED u. FDJ) (>22.10.50/ 15./17.3.51/ 29.8.52/ 27.4.57),

          SBZ; SED-Parteivorstand-Aufruf: „SED und Jugend gehören zusammen“  > verfolgte Schüler

02.10. Argentinien; Ankunft des Ghetto-Riga Kommandanten SS-Hauptscharführer Eduard Roschmann

12.10. SBZ; Forst Zinna, Gründung „Deutsche Verwaltungsakademie Walter Ulbricht“ mit jurist., wirtschafts-

          wissenschaftl., agrarökonom., außenpolit. und historisch-philosoph. Fakultäten unter SED-Präs. Prof.

          Peter Steiniger), W. Ulbricht spricht in Eröffnungsrede über die neue Funktion des Staatsangestellten:

          „In der sowjetischen Besatzungszone dient der Staatsapparat der Entwicklung der Demokratie…In der

          sowjet. Besatzungszone wurde eine neue, höhere, demokrat. Ordnung geschaffen…Der Verwaltungs-

          angestellte…verwirklicht auf dem Verwaltungswege die Gesetze u. den Willen der in den Parlamenten

          vertretenen demokratischen Massenorganisationen u. damit den Willen des Volkes…wir wollen die

          Entwicklung politisch bewußter, demokratischer Verwaltungsangestellter, die Diener des werktätigen

          Volkes sind…“ (>20.10.68)

13.10. SBZ; Lugau/Zwickau, SED-Bergmann Adolf Hennecke fördert - ähnl. A. Stachanow - aber nur 387%

          Kohle über Soll (wird 1. „Aktivist“ u. „Held der Arbeit“, ab 1949 SED-AdV, 1954 SED-ZK, Propaganda:

          „Aktivisten produzieren mehr weil sie planvoller arbeiten!“) (>27.7.50)

16.10. Italien; Rom, Militärtribunal verurteilt Dodekanes-Militärgouverneur u. „Festung Rhodos“-Kommandant

          General Dr. Otto Wagener (ex-NS-Wirtschaftsberater) u. dessen Offiziere Herbert Nicklas, Walter Mai

          u. Johann Felten wg. Erschiessungen ital. Kriegsgefangener zu 9-15 Jahren Haft (nach Appell Bischof

          Dr. Hudal’s an cDU-Bundeskanzler Dr. Adenauer in 1949 werden sie bis 1951 von Italien amnestiert)

22.10. BBZ; ein brit. Militärtribunal verurteilt KZ Groß-Rosen Lagerkommandant Johannes Hassebroek wg.

          Ermordung brit. Offiziere im KZ zum Tode (später zu lebenslanger  Haft begnadigt und 1954 entlassen

          wird H. am 20.9.67 in Braunschweig angeklagt und am 12.6.70 im Namen des Volkes freigesprochen),

          SBZ; Autor Bertold Brecht kehrt über die Schweiz aus den USA zurück (>12./20.12.52)

28.10. BBZ; „Die Zeit“ „Lieber tot als an die Polen ausgeliefert“ gegen Auslieferung dt. Kriegsverbrecher

30.10. SBZ; SED-Parteivorstandsmitgl. u. MdL in Mecklenburg Erich Gniffke flieht nach West-Berlin und wird

          aus der SED ausgeschlossen (in Westdeutschland wird er 1948 abermals SPD-Mitgl., wird dpa-, dann

          Konsumgenossenschafts-Mirarbeiter, später ein Vorstandsmitgl. und Geschäftsführer)

01.11. SBZ; Potsdam, Mühlenbesitzersohn Dr. Ernst Hadermann (USPD; NSLB, NSDAP-Mitgl. Nr. 5698532,

          NKFD-Gründungsmitgl., 1945 KPD 1945/46 KPD/SED) wird Prof. an Brandenburgs Landes-HS, 1950

          Dekan der PH Potsdam, 1955 bis Eremitierung 1962 Prof. Uni. Halle (1958 Medaille Kämpfer gegen

          den Faschismus, 1961 VVO) Bildungsdiskriminierung, deutsche Gerechtigkeit (>22.9.53/ 12./13.7.68)

02.11. ABZ; Ebermannstadt, Gründung „Verband der Beamten und Angestellten der öffentl. Verwaltungen

          aus den Ostgebieten und dem Sudetenland (VERBAOST hat maßgeblichen Anteil beim erfolgreichen

          Einbringen im Parlamentarischen Rat mittels Artikel 131 von Entschädigungsansprüchen der Beamten

          aus seit 1938 vom Dt. Reich besetzten Ländern als auch - mit dem „Allgemeinen Beamtenschutzbund“

          ABSB u. dem „Verband der nicht-amtierenden amtsverdrängten Hochschullehrer“ VNAH bei Protesten

          gegen das 1.Beamtenurteil vom Bundesverfassungsgericht) (>10.1950/ 11.5.51/ 17.12.53/ 19.2.57)

06.11. Argentinien; Buenos Aires, Ankunft von kroat. Ustascha-Poglavnik Dr. Ante Pavelic alias Pal Aranyos

          mit MS Sestriere (1957 wird er hier angeschossen und kommt 29.11.57 nach Spanien) (>28.12.59)

08.11. Trizone; Wirtschaftsrat verabschiedet „Notopfer Berlin“-Sondersteuern (allein die Zwangsbriefmarken

          bringen der Staatskasse bis zur Abschaffung 1956 mehr als DM 300 000 000) (>1.7.91)

11.11. SBZ; Leipzig, der Studentenratsvorsitzende u. LDPD-Mitgl. Wolfgang Natonek wird verhaftet (er wird

          am 30.3.49 vom SMT Dresden im Namen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken wg. Beihilfe

          zur Spionage zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt, seine „Straftat“ war keine Anzeige zu machen als

          ein Bekannter sagte „es gäbe auf der Leipziger Messe weniger westliche Aussteller als in der Presse

          berichtet“ (Zitat Natonek: „Es gab eine Zeit in der nicht studieren konnte, wer eine nichtarische Groß-

          mutter hatte. Wir wollen nicht eine Zeit, in der nicht studieren kann, der nicht über eine proletarische

          Großmutter verfügt.“ W. Natonek wird 1956 entlassen, mittels seines Abitur’s aus dem Dritten Reich

          studiert in der BRD Philologie, in den 80er Jahren lehnen es überregionale BRD-Printmedien ab

          seinen Nachruf auf einen politischen Mithäftling zu veröffentlichen, am 19.10.92 wird er in Leipzig zum

          Professor ernannt, er stirbt 1994 und wird posthum 1996 nach dem Gesetz der Russischen Föderation

          „Zur Rehabilitierung der Opfer politischer Repressalien“ vom russischen Obermilitärstaatsanwalt

          rehabilitiert) > verfolgte Schüler (>17.2.50/ 16.12.92)

12.11. Bizone; Generalstreik v. ca. 9 250 000 Arbeitnehmern gegen Dr. Erhard’s Wirtschaftspolitik (>17.6.53)

14.11. Argentinien; Ankunft von SS-Hauptsturmführer Erich Priebke alias Otto Pape mit MS San Gorgio (P.

          konvertiert 1948 zum Katholizismus, nach Kontakt mit Vatikanbischof Dr. Alois Hudal erhielt P. den zur

          Flucht nötigen Paß und ist einer von ca. 40 000 Nationalsozialisten die in Juan und Evita Perón’s

          „Don’t cry for me, Argentina“ nach 1945 Zuflucht und eine dt. Kriegsrente erhalten) (>12.2.71)

15./17.11. SBZ; Leipzig, SED-Lehrertagung, DVV-Schulabteilungsleiter Hans Siebert (SED) fordert als

          engagierter Verfechter einer stalinistischen Pädagogik u.a. „Nur derjenige Lehrer ist auf dem besten

          Wege, nicht nur ein Parteimitglied, nicht nur ein guter Parteifunktionär oder öffentlich tätiger Mensch

          zu sein, sondern ein qualifizierter fortschrittlicher Pädagoge zu werden, der sich mit der marxistischen

          Erziehungswissenschaft…vertraut macht, sie studiert und sie mehr und mehr in seiner praktischen

          Schularbeit anwendet.“ – Bildungsdiskriminierung  > verfolgte Schüler

16.11. FBZ; Schwurgericht Freiburg verurteilt in Euthanasie-Prozeß ex-Anstaltsleiter Dr. Artur Schreck sowie

          Baden’s ex-Innenministeriums-Gesundheitswesenministerialrat Dr. med. Ludwig Sprauer im Namen

          des Volkes zu lebenslanger Haft (weil „beide der Rechtsordnung des nationalsozialistischen Staates

          erlegen“ (waren) wird diese 1950 auf 12 bzw. 11 Jahre reduziert, 1951 sind sie nicht länger inhaftiert

          und erhalten 1954 auf dem Gnadenweg vom kath. CDU-Min.Präs. und späteren Bundesverfassungs-

          gerichtspräsidenten Dr. jur. Gebhard Müller DM 450/Monat Unterhaltszahlung) (>18.2.49/ 8.6./5.7.49/

          7.3.88)

17.11. der kath. Souveräne Malteser-Ritterorden verleiht dem ev. ex-GenMaj Dr. Reinhard Gehlen, Chef Abt.

          Fremde Heere Ost u. NS-Kriegsverdienstkreuzträger, das Große Verdienstkreuz des Malteserordens

          (>17.3.52/ 20.7.54/ 1.4.56/ 30.4.68/ 1971)

24.11. ABZ, München, Gründung „Schlesierverband Bayern" u.a. mit Journalist Dr. Herbert Hupka (>23.2.72)

28.11. SBZ; Sachsen-Anhalt, SED-Volksbildungsmin. Ernst Thape’s (ex-SPD) Parteiaustrittserklärung bei

          seiner Flucht nach Westdeutschland u.a.: „als…Marxist wußte ich, daß man Volksbewegungen und

          Parteiströmungen auch mit der absoluten Autorität einer Besatzungsmacht nicht willkürlich erzeugen

          kann, sondern sie nur als politische Gegebenheit zu verwerten imstande ist. Da die Sozialdemokraten

          in der neuen Partei weit mehr als die Hälfte ausmachten u. die weitaus größere Zahl der geschulten

          Funktionäre mitbrachte, konnte es nur eine Frage der Zeit sein, wann sich die Sozialdemokraten in der

          neuen Partei durchgesetzt haben würden. Diese Rechnung ist nicht aufgegangen, weil ich die inner-

          parteiliche Demokratie für selbstverständlich hielt, die in Wirklichkeit nicht eine Stunde bestanden hat.“

          (die anderen SPD-Genossen???)  > verfolgte Schüler

    11. SBZ; Deutsche Verwaltung f. Volksbildung (DVV) erläßt Richtlinie zur Bildung einer FDJ-Schulgruppe

          bei mind. 5 FDJ-Mitgliedern/ Schule  > verfolgte Schüler (>19.12.48)

29.11. SBZ; Landgericht Zwickau, wegen Wirtschaftssabotage werden im Namen des Volkes mehrere

          Todesurteile und lange Zuchthausstrafen ausgesprochen

30.11. SBZ; Berlin, außerordentl. Stadtverordnetenversammlung erklärt Magistrat für abgesetzt, Oberbürger-

          meister wird Friedrich Ebert (SED) und Max Kreuziger (ex-SPD, SED) Stadtrat für Volksbildung,

          SBZ; NKWD-Lager Nr. 9 Fünfeichen wird aufgelöst, ca. 7 000 Häftlinge starben hier, ca. 1 000

          Häftlinge wurden in die Sowjetunion deportiert

01.12. SBZ; Margot Feist (spätere Honecker) wird Leiterin „Verband Junge Pioniere“ (Folgeorganisation von

          „Kindervereinigung der FDJ“, offizielle Gründung am 13.12.48, trotz „freiwilliger“ Mitgliedschaft werden

          - wie zuvor bei der nationalsozialistischen Hitler-Jugend - innerhalb kurzer Zeit über 90% der Schüler

          Mitglied in der kommunistischen Kinderorganisation. Spätere Vorsitzende: Heinz Plöger (1955-57),

          Robert Lehmann (1957-64), Werner Engst (1964-71), Egon Krenz (1971-74), Helga Labs (1974-85),

          Winfried Poßner (1985-89), Birgitt Gappa (1990), Jens Rücker (1991)  > verfolgte Schüler

04.12. West-Berlin; Gründung „Freie Universität“ (der „Tagesspiegel“ hatte zuvor darauf hingewiesen, daß

          sich die Professoren der Humboldt-Universität mit wenigen Ausnahmen „der Tyrannei gefügt" haben;

          z.B. der Orientalist Prof. Dr. phil. Heinrich Junker, 1933 NSDAP, SD, aktiv an Ausschaltung des nicht-

          arischen Prof. Julius Pokorny beteiligt, 1945 Emeritierung durch Amerikaner, 1946 Institut für iranische

          u. kaukasische Sprachen der HU, 1951 Direktor Vorderasiatisches Institut und Leiter der koreanischen

          Abt. des Ostasiatischen Instituts der HU, 1965 Lehrauftrag für Deutsche Geschichte Philosophische

          Fakultät Karl-Marx-Uni. Leipzig, Vorsitz. Beirat für Sprachwissenschaft im DDR-Staatssekretariat für

          Hochschulwesen, Verdienter Wissenschaftler des Volkes)

07.12. SBZ; Berlin, „Tägliche Rundschau"-Journalist u. Otto v. Bismarck Urenkel Heinrich v. Einsiedel (SED)

          flüchtet in den französ. Sektor und dann nach Westdeutschland (1957-92 SPD, 1994-98 PDS-MdB)

09.12. USA; UN verabschiedet Konvention über Verhütung u. Bestrafung d. Völkermordes (>9.8.54/ 13.6.73)

10.12. Frankreich; Paris, UN-Vollversammlung verabschiedet bei Stimmenthaltung kommunistischer Länder,

          Saudi Arabiens, Südafrikas aber ohne Gegenstimmen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:

          Art. 1 (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und

          Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der

          Brüderlichkeit begegnen.

          Art. 2 (Verbot der Diskriminierung) 1. Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung

          verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse,

          Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder

          sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen. 2. Weiter darf keine

          Unterscheidung gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen

          Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, ohne Rücksicht darauf, ob es

          unabhängig ist, unter Treuhand steht, keine Selbstregierung besitzt oder irgendeiner anderen

          Beschränkung seiner Souveränität unterworfen ist.

          Art. 7 (Gleichheit vor dem Gesetz) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne

          Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf den

          gleichen Schutz gegen jede unterschiedliche Behandlung, welche die vorliegende Erklärung

          verletzen würde, und gegen jede Aufreizung zu einer derartigen unterschiedlichen Behandlung

          Art. 13 (Freizügigkeit und Auswanderungsfreiheit) 1....., 2. Jeder Mensch hat das Recht, jedes

          Land, einschließlich des eigenen, zu verlassen sowie in sein Land zurückzukehren.

          Art. 18 (Gewissens- und Religionsfreiheit) Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-,

          Gewissen- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfaßt die Freiheit... seine Religion...durch Lehre,

          Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden. (>13.11.67/ 18.9.73)

          Art. 26 (Kulturelle Betreuung, Elternrecht) 1. Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Der Unter-

          richt muß wenigstens in Elementar- und Grundschulen unentgeltlich sein...die höheren Studien

          sollen allen nach Maßgabe ihrer Fähigkeiten und Leistungen in gleicher Weise offenstehen. 2...,

          3. In erster Linie haben die Eltern das Recht, die Art der ihren Kindern zuteil werdenden Bildung zu

          bestimmen.“ (wie im Dritten Reich wird Bildungsdiskriminierung im Unrechtsstaat DDR weiterhin

          praktiziert)  DDR-Bildungsdiskriminierung > verfolgte Schüler, deutsche Gerechtigkeit (>25.6.58/

          1968/ 22.4./13.5.68/ 27.3.73/ 18.9.73/ 12.12.88/ 17.8.90/ 4.9.2000/ 4.12.2001/ 11.11.2001)

11.12. ABZ; Heppenheim, Gründung antiklerikaler FDP („Für Privateigentum u. Wirtschaftsfreiheit. Gegen

          Staatssozialismus u. Gleichmacherei. Für inneren Frieden u. Religionsfreiheit. Gegen Konfessions-

          streit u. Kirchenpolitik. Gegen jeden Separatismus. Für ein einiges Deutsches Reich“) Vorsitz. wird

          Dr. Theodor Heuss (>12.9.49/ 16.1.53)

12./13.12. SBZ; Berlin-Lichtenberg, SMT verurteilt die Studenten Manfred Klein, Georg Wrazidlo und

          Gerda Rösch wg. „geheimer faschistischer Tätigkeit“ zu je 25 Jahren Haft (sie werden 1956 angeblich

          gegen den 03.1953 ohne Abgeordnetenimmunitätsaufhebung in der BRD verhafteten, 04.1955 wg.

          „Hochverrat“ im Namen des Volkes zu 5 Jahren Haft verurteilten und 1957 amnestierten BRD-FDJ-

          Vorsitz. und MdL Jupp Angenfort ausgetauscht. Georg W. setzt in West-Berlin sein Medizinstudium bis

          zum Staatsexamen fort und stirbt 1959 bei einem ungeklärten Verkehrsunfall, Manfred K. studiert in

          der BRD Jura, 1959-63 Westberliner cDU-MdA, danach Referent der Bundeszentrale für politische

          Bildung, 1994 nach dem Gesetz der Russischen Föderation „Zur Rehabilitierung der Opfer politischer

          Repressalien“ vom russischen Obermilitärstaatsanwalt „rehabilitiert“. Wie Klein u. Wrazidlo war auch

          Angenfort kath. HJ-Mitgl. u. erfüllte die politischen Kriterien nationalsozialistischer Begabten-

          förderung, 1942 Abitur Oberschule für Jungen Düsseldorf, Reichsarbeitsdienst, 1943-49 Wehrmacht,

          sowjet. Kriegsgefangenschaft, NKFD, 1950 KPD, FDJ, 1951-53 NRW-MdL, BRD-FDJ-Vorsitz., 1962

          erneute Verhaftung in München, Flucht über Österreich in die DDR) (>11.11.48/ 26.6.51/ 16.12.92)

13.12. SBZ; Gründung Junge Pioniere („Die sozialistische Kinderorganisation“), Ziel: „breite Verbindung zu

          den Eltern“ zu suchen „und sie aufzuklären“ da es keine gute Pionierarbeit geben könne „wenn der

          Pionier hin und her gerissen wird zwischen Argumenten und Zweifeln, die er im Elternhaus vorgehal-

          ten bekommt und den Dingen, die er bei uns in den Pioniergruppen hört und l